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DEUTSCHE NORM März 2020

DIN EN IEC 61020-1


D
ICS 29.120.40; 31.220.20 Ersatz für
DIN EN 61020 1:2010 04
Siehe Anwendungsbeginn

Elektromechanische Schalter zur Verwendung in Geräten der


Elektrotechnik und Elektronik –
Teil 1: Fachgrundspezifikation
(IEC 61020 1:2019);
Deutsche Fassung EN IEC 61020 1:2019
Electromechanical switches for use in electrical and electronic equipment –
Part 1: Generic specification
(IEC 61020 1:2019);
German version EN IEC 61020 1:2019
Interrupteurs électromécaniques pour équipements électriques et électroniques –
Partie 1: Spécification générique
(IEC 61020 1:2019);
Version allemande EN IEC 61020 1:2019

Gesamtumfang 98 Seiten

DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE


DIN EN IEC 61020-1:2020-03

Anwendungsbeginn
Anwendungsbeginn für die von CENELEC am 2019-02-20 angenommene Europäische Norm als DIN-Norm
ist 2020-03-01.

Für DIN EN 61020-1:2010-04 besteht eine Übergangsfrist bis 2022-02-20.

Nationales Vorwort
Vorausgegangener Norm-Entwurf: E DIN EN 61020-1:2018-05.

Für dieses Dokument ist das nationale Arbeitsgremium UK 542.2 ✁Geräteschalter✂ der DKE Deutsche
Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE (www.dke.de) zuständig.

Die enthaltene IEC-Publikation wurde vom SC 23J ✁Switches for appliances✂ erarbeitet.

Das IEC-Komitee hat entschieden, dass der Inhalt dieses Dokuments bis zu dem Datum (stability date)
unverändert bleiben soll, das auf der IEC-Website unter ✁http://webstore.iec.ch✂ zu diesem Dokument
angegeben ist. Zu diesem Zeitpunkt wird entsprechend der Entscheidung des Komitees das Dokument
✄ bestätigt,
✄ zurückgezogen,
✄ durch eine Folgeausgabe ersetzt oder
✄ geändert.

Für den Fall einer undatierten Verweisung im normativen Text (Verweisung auf ein Dokument ohne Angabe
des Ausgabedatums und ohne Hinweis auf eine Abschnittsnummer, eine Tabelle, ein Bild usw.) bezieht sich
die Verweisung auf die jeweils aktuellste Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments.

Für den Fall einer datierten Verweisung im normativen Text bezieht sich die Verweisung immer auf die in
Bezug genommene Ausgabe des Dokuments.

Der Zusammenhang der zitierten Dokumente mit den entsprechenden deutschen Dokumenten ergibt sich,
soweit ein Zusammenhang besteht, grundsätzlich über die Nummer der entsprechenden IEC-Publikation.
Beispiel: IEC 60068 ist als EN 60068 als Europäische Norm durch CENELEC übernommen und als
DIN EN 60068 ins Deutsche Normenwerk aufgenommen.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 61020-1:2010-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen:


a) Entsprechend den Änderungen der Richtlinien Part 2 zu Ed 7 (2016-05) wurde Punkt 2, Allgemeines,
gelöscht. Stattdessen wurden zwei neue Punkte, 2. Normative Verweisungen und 3. Begriffe, Einheiten
und Symbole, hinzugefügt;
b) 2.4 Vorzugswert und 2.5 Kennzeichnung wurden zu Punkt 5 und 6 verschoben. Außerdem wurde 6.2
Kennzeichnungen auf der Verpackung hinzugefügt;
c) 3. Qualitätssicherungsverfahren und Anhang A wurden gelöscht;
d) 4.3.6.3 Rückstellkraft wurde hinzugefügt;
e) 4.3.6.4 Weg (Bewegung des Betätigungselements) wurde hinzugefügt;
f) 4.12 Umweltprüfungen, Änderungen an Inhalt und Benummerung;
g) Änderung der Benummerung von 4.12.1.3 zu 4.12.2 und von 4.12.1.5 zu 4.12.3. 4.12.1.4 und 4.12.1.7
wurden zu 4.12.5 zusammengefasst; 4.12.10 Salznebel wurde hinzugefügt;
h) Die Benummerung der Verweise wurde den Änderungen der Überarbeitung von IEC 61058-1-1 Ed 1.0
(2016-05) entsprechend aktualisiert;
i) Änderungen oder Ergänzungen zu Tabellen und Bildern;

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03

j) Tabellen: Tabellen 1 und 3 wurden gelöscht, Tabelle 4 zu Tabelle 10 geändert. Neue Tabellen 2, 3, 4, 5,
6, 7, 8 und 9 wurden hinzugefügt;
k) Bilder: Bild 1 wurde zu Bild 3 geändert, Bild 2 zu Bild 4, Bild 3 zu Bild 9 und Bild 4 zu Bild 12. Neue Bilder
1, 2, 5, 6, 7, 8, 10 und 11 wurden hinzugefügt.

Frühere Ausgaben

DIN EN 196500: 1993-10


DIN IEC 61020-1: 1994-02
DIN EN 196103: 2000-01
DIN EN 196500/A1: 2002-06
DIN EN 61020-1: 2010-04

3
DIN EN IEC 61020-1:2020-03

✄ Leerseite ✄

4
EUROPÄISCHE NORM EN IEC 61020-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE März 2019

ICS 31.220.20 Ersatz für EN 61020-1:2009

Deutsche Fassung

Elektromechanische Schalter zur Verwendung in Geräten der Elektrotechnik


und Elektronik ✄
Teil 1: Fachgrundspezifikation
(IEC 61020-1:2019)

Electromechanical switches for use in electrical Interrupteurs électromécaniques pour


and electronic equipment ✄ équipements électriques et électroniques ✄
Part 1: Generic specification Partie 1: Spécification générique
(IEC 61020-1:2019) (IEC 61020-1:2019)

Diese Europäische Norm wurde von CENELEC am 2019-02-20 angenommen. CENELEC-Mitglieder


sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind,
unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben
ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben
sind beim CEN-CENELEC Management Centre oder bei jedem CENELEC-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine
Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CENELEC-Mitglied in eigener Verantwortung durch
Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem CEN-CENELEC Management Centre mitgeteilt
worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CENELEC-Mitglieder sind die nationalen elektrotechnischen Komitees von Belgien, Bulgarien,
Dänemark, Deutschland, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Estland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den
Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, Serbien, der
Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten
Königreich und Zypern.

Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung


European Committee for Electrotechnical Standardization
Comité Européen de Normalisation Electrotechnique

CEN-CENELEC Management Centre: Rue de la Science 23, B-1040 Brüssel


DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Europäisches Vorwort
Der Text des Dokuments 23J/443/CDV, zukünftige 3. Ausgabe der IEC 61020-1, erarbeitet vom SC 23J
✁Switches for appliances✂ des IEC/TC 23 ✁Electrical accessories✂ wurde zur parallelen IEC-CENELEC-
Abstimmung vorgelegt und von CENELEC als EN IEC 61020-1:2019 angenommen.

Nachstehende Daten wurden festgelegt:

✄ spätestes Datum, zu dem dieses Dokument auf


nationaler Ebene durch Veröffentlichung einer
identischen nationalen Norm oder durch Anerkennung
übernommen werden muss (dop): 2019-11-20

✄ spätestes Datum, zu dem nationale Normen, die


diesem Dokument entgegenstehen, zurückgezogen
werden müssen (dow): 2022-02-20

Dieses Dokument ersetzt EN 61020-1:2009.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieses Dokuments Patentrechte berühren
können. CENELEC ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm IEC 61020-1:2019 wurde von CENELEC ohne irgendeine Abänderung als
Europäische Norm angenommen.

In der offiziellen Fassung sind unter ✁Literaturhinweise✂ zu den aufgelisteten Normen die nachstehenden
Anmerkungen einzutragen:

IEC 60062:2016 ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60062:2016 (nicht modifiziert).


IEC 60065 ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60065.
IEC 60068-3-13 ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60068-3-13.
IEC 60512 (Reihe) ANMERKUNG Harmonisiert in der Reihe EN IEC 60512.
IEC 60664-1 ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60664-1.
IEC 60695-11-10 ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60695-11-10.
IEC 61190-1-3 ANMERKUNG Harmonisiert als EN IEC 61190-1-3.
ISO/IEC 17050-1 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO/IEC 17050-1.
ISO/IEC 17050-2 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO/IEC 17050-2.
Z1
ISO 129-1 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 129-1 .
ISO 286-1 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 286-1.
ISO 1101 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 1101.
ISO 9001 ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 9001.

Z1
In Vorbereitung. Dokumentstufe zum Zeitpunkt der Veröffentlichung: prEN ISO 129-1:2018.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Anhang ZA
(normativ)

Normative Verweisungen auf internationale Publikationen


mit ihren entsprechenden europäischen Publikationen

Die folgenden Dokumente werden im Text in solcher Weise in Bezug genommen, dass einige Teile davon
oder ihr gesamter Inhalt Anforderungen des vorliegenden Dokuments darstellen. Bei datierten Verweisungen
gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in
Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

ANMERKUNG 1 Ist eine internationale Publikation durch gemeinsame Abänderungen modifiziert worden,
gekennzeichnet durch (mod.), dann gilt die entsprechende EN oder das HD.

ANMERKUNG 2 Aktualisierte Informationen über die in diesem Anhang aufgeführten aktuellen Fassungen der
Europäischen Normen sind hier verfügbar: www.cenelec.eu.

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr


IEC 60027 Reihe Letter symbols to be used in electrical technology EN IEC 60027 Reihe
IEC 60050-581 ✄ International Electrotechnical Vocabulary ✄ ✄ ✄
Part 581: Electromechanical components for
electronic equipment
IEC 60068-1 2013 Environmental testing ✄ EN 60068-1 2014
Part 1: General and guidance
IEC 60068-2-1 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-1 ✄
Part 2-1: Tests ✄ Test A: Cold
IEC 60068-2-2 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-2 ✄
Part 2-2: Tests ✄ Test B: Dry heat
IEC 60068-2-6 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-6 ✄
Part 2-6: Tests ✄ Test Fc: Vibration (sinusoidal)
IEC 60068-2-10 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-10 ✄
Part 2-10: Tests ✄ Test J and guidance: Mould
growth
IEC 60068-2-11 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-11 ✄
Part 2-11: Tests ✄ Test Ka: Salt mist
IEC 60068-2-13 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-13 ✄
Part 2-13: Tests ✄ Test M: Low air pressure
IEC 60068-2-14 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-14 ✄
Part 2-14: Tests ✄ Test N: Change of temperature
IEC 60068-2-17 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-17 ✄
Part 2-17: Tests ✄ Test Q: Sealing
IEC 60068-2-20 2008 Environmental testing ✄ EN 60068-2-20 2008
Part 2-20: Tests ✄ Test T: Test methods for
solderability and resistance to soldering heat of
devices with leads
IEC 60068-2-21 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-21 ✄
Part 2-21: Tests ✄ Test U: Robustness of
terminations and integral mounting devices

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr


IEC 60068-2-27 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-27 ✄
Part 2-27: Tests ✄ Test Ea and guidance: Shock
IEC 60068-2-30 2005 Environmental testing ✄ EN 60068-2-30 2005
Part 2-30: Tests ✄ Test Db: Damp heat, cyclic
(12 h + 12 h cycle)
IEC 60068-2-38 2009 Environmental testing ✄ EN 60068-2-38 2009
Part 2-38: Tests ✄ Test Z/AD: Composite
temperature/humidity cyclic test
IEC 60068-2-42 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-42 ✄
Part 2-42: Tests ✄ Test Kc: Sulphur dioxide test for
contacts and connections
IEC 60068-2-43 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-43 ✄
Part 2-43: Tests ✄ Test Kd: Hydrogen sulphide test
for contacts and connections
IEC 60068-2-45 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-45 ✄
Part 2-45: Tests ✄ Test XA and guidance: Immersion
in cleaning solvents
IEC 60068-2-46 ✄ Basic environmental testing procedures ✄ HD 323.2.46 S1 ✄
Part 2-46: Tests ✄ Guidance to test Kd: Hydrogen
sulphide test for contacts and connections
IEC 60068-2-49 ✄ Basic environmental testing procedures ✄ ✄ ✄
Part 2-49: Tests ✄ Guidance to Test Kc: Sulphur
dioxide test for contacts and connections
IEC 60068-2-58 2015 Environmental testing ✄ EN 60068-2-58 2015
+ A1 2017 Part 2-58: Tests ✄ Test Td: Test methods for + A1 2018
solderability, resistance to dissolution of metallization
and to soldering heat of surface mounting devices
(SMD)
IEC 60068-2-61 1991 Environmental testing ✄ EN 60068-2-61 1993
Part 2-61: Test methods; Test Z/ABDM: Climatic
sequence
IEC 60068-2-68 1994 Environmental testing ✄ EN 60068-2-68 1996
Part 2-68: Tests ✄ Test L: Dust and sand
IEC 60068-2-77 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-77 ✄
Part 2-77: Tests ✄ Test 77: Body strength and impact
shock
IEC 60068-2-78 ✄ Environmental testing ✄ EN 60068-2-78 ✄
Part 2-78: Tests ✄ Test Cab: Damp heat, steady state
IEC 60529 ✄ Degrees of protection provided by enclosures ✄ ✄
(IP Code)
IEC 60617 ✄ Graphical symbols for diagrams ✄ ✄
(available at: http://std.iec.ch/iec60617)
IEC 60721-3-3 ✄ Classification of environmental conditions ✄ EN 60721-3-3 ✄
Part 3-3: Classification of groups of environmental
parameters and their severities ✄ Stationary use at
weatherprotected locations
IEC 61058-1 2016 Switches for appliances ✄ EN IEC 61058-1 2018
Part 1: General requirements

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr


IEC 61058-1-1 2016 Switches for appliances ✄ EN 61058-1-1 2016
Part 1-1: Requirements for mechanical switches
ISO 80000-1 ✄ Quantities and units ✄ ✄ ✄
Part 1: General

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Inhalt
Seite
Europäisches Vorwort........................................................................................................................................ 2
Anhang ZA (normativ) Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren
entsprechenden europäischen Publikationen ....................................................................................... 3
Einleitung ......................................................................................................................................................... 10
1 Anwendungsbereich ............................................................................................................................ 11
2 Normative Verweisungen .................................................................................................................... 11
3 Begriffe, Einheiten und Symbole ......................................................................................................... 13
3.1 Begriffe ................................................................................................................................................ 13
3.2 Einheiten und Symbole........................................................................................................................ 15
4 Prüf- und Messverfahren ..................................................................................................................... 16
4.1 Allgemeines ......................................................................................................................................... 16
4.1.1 Allgemeine Anforderungen an Prüfungen und Messverfahren ........................................................ 16
4.1.2 Grenzabweichungen ........................................................................................................................ 16
4.1.3 Vorbehandlung ................................................................................................................................. 16
4.1.4 Montage............................................................................................................................................ 16
4.2 Normalklima für Prüfungen.................................................................................................................. 16
4.3 Allgemeine Prüfungen ......................................................................................................................... 16
4.3.1 Sichtprüfung ..................................................................................................................................... 16
4.3.2 Maße ................................................................................................................................................ 17
4.3.3 Lehrenmaße ..................................................................................................................................... 18
4.3.4 Masse ............................................................................................................................................... 18
4.3.5 Funktionsprüfung.............................................................................................................................. 19
4.3.6 Betätigungskennwerte...................................................................................................................... 19
4.3.7 Kontaktprellen................................................................................................................................... 23
4.4 Widerstandsmessungen ...................................................................................................................... 25
4.4.1 Kontaktwiderstand ✄ Millivoltmethode .............................................................................................. 25
4.4.2 Kontaktwiderstand ✄ Festgelegter Strom ......................................................................................... 28
4.4.3 Widerstand zwischen Betätigungselement und Befestigungsbuchse (Oberfläche)......................... 29
4.4.4 Isolationswiderstand......................................................................................................................... 30
4.5 Stehspannung ..................................................................................................................................... 31
4.5.1 Stehspannung bei Normalklima ....................................................................................................... 31
4.5.2 Stehspannung bei niedrigem Luftdruck............................................................................................ 32
4.6 Erwärmung .......................................................................................................................................... 33
4.6.1 Zweck ............................................................................................................................................... 33
4.6.2 Verfahren.......................................................................................................................................... 33
4.6.3 Anforderung...................................................................................................................................... 33
4.6.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten..................................................................... 33
4.7 Dynamische Beanspruchung .............................................................................................................. 34

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Seite
4.7.1 Schocken ..........................................................................................................................................34
4.7.2 Schwingen.........................................................................................................................................35
4.7.3 Kontaktstörung ..................................................................................................................................36
4.8 Mechanische Widerstandsfähigkeit......................................................................................................37
4.8.1 Mechanische Widerstandsfähigkeit des Betätigungselements.........................................................37
4.8.2 Mechanische Widerstandsfähigkeit der Befestigungsbuchse...........................................................40
4.8.3 Mechanische Widerstandsfähigkeit von Schraubbefestigungen ......................................................40
4.8.4 Widerstandsfähigkeit von Anschlüssen ............................................................................................41
4.9 Mechanische Dauerprüfungen .............................................................................................................41
4.9.1 Mechanische Dauerprüfung ✄ Normalklima......................................................................................41
4.9.2 Mechanische Dauerprüfung ✄ Kategorietemperaturbereich .............................................................42
4.10 Elektrische Dauerprüfungen.................................................................................................................43
4.10.1 Elektrische Dauerprüfung ✄ Normalklima .........................................................................................43
4.10.2 Elektrische Dauerprüfung ✄ Obere Kategorietemperatur .................................................................46
4.10.3 Elektrische Dauerprüfung ✄ Kategorietemperaturbereich.................................................................46
4.10.4 Elektrische Dauerprüfung ✄ Unterdruck............................................................................................47
4.10.5 Logikschaltungen (TTL) ....................................................................................................................48
4.10.6 Elektrische Dauerprüfung bei niedrigem Pegel ................................................................................49
4.11 Überlastprüfungen................................................................................................................................51
4.11.1 Elektrische Überlast ..........................................................................................................................51
4.11.2 Schalten kapazitiver Last ..................................................................................................................52
4.12 Umweltprüfungen .................................................................................................................................53
4.12.1 Klimafolge .........................................................................................................................................53
4.12.2 Trockene Wärme...............................................................................................................................54
4.12.3 Kälte ..................................................................................................................................................56
4.12.4 Feuchte Wärme, konstant .................................................................................................................57
4.12.5 Feuchte Wärme, zyklisch ..................................................................................................................58
4.12.6 Rascher Temperaturwechsel ............................................................................................................60
4.12.7 Schimmelwachstum (Beständigkeit) .................................................................................................61
4.12.8 Korrosion, Industrieatmosphäre........................................................................................................62
4.12.9 Sand und Staub ................................................................................................................................67
4.12.10 Salznebel ..........................................................................................................................................69
4.12.11 Stabilität des Kontaktwiderstandes ...................................................................................................70
4.13 Löten ....................................................................................................................................................71
4.13.1 Lötbarkeit, Benetzung, Lötbadmethode ............................................................................................71
4.13.2 Lötbarkeit, Benetzung, Lötkolbenmethode .......................................................................................72
4.13.3 Lötbarkeit, Entnetzung ......................................................................................................................73
4.13.4 Lötwärmebeständigkeit, Lötbadmethode ..........................................................................................74
4.13.5 Lötwärmebeständigkeit, Lötkolbenmethode .....................................................................................74

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EN IEC 61020-1:2019

Seite
4.14 Frontplattendichtungen........................................................................................................................ 75
4.14.1 Allgemeines ...................................................................................................................................... 75
4.14.2 Tropfwasserschutz ........................................................................................................................... 75
4.14.3 Spritzwasserschutz .......................................................................................................................... 76
4.14.4 Eintauchen........................................................................................................................................ 76
4.14.5 Untertauchen .................................................................................................................................... 77
4.15 Gehäusedichtheit................................................................................................................................. 78
4.15.1 Allgemeines ...................................................................................................................................... 78
4.15.2 Tauchprüfung auf Wasserdichtheit................................................................................................... 78
4.15.3 Elastische oder gasdichte Dichtungen ............................................................................................. 79
4.16 Beständigkeit gegen Flüssigkeiten ✄ Eintauchen in flüssige Reinigungsmittel (Aufschriften) ............ 80
4.16.1 Zweck ............................................................................................................................................... 80
4.16.2 Verfahren.......................................................................................................................................... 80
4.16.3 Anforderung...................................................................................................................................... 80
4.16.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten..................................................................... 80
4.17 Brandgefahr......................................................................................................................................... 80
4.18 Kapazität.............................................................................................................................................. 81
4.18.1 Zweck ............................................................................................................................................... 81
4.18.2 Verfahren.......................................................................................................................................... 81
4.18.3 Anforderung...................................................................................................................................... 81
4.18.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten..................................................................... 81
4.19 Beleuchtung......................................................................................................................................... 81
4.19.1 Farbart .............................................................................................................................................. 81
4.19.2 Lichtdurchlässigkeit .......................................................................................................................... 82
4.19.3 Temperatur der Leuchtfläche ........................................................................................................... 83
4.20 Löten von oberflächenmontierten Schaltern ....................................................................................... 83
4.20.1 Lötbarkeit, Lötbadmethode (oberflächenmontierte Schalter)........................................................... 83
4.20.2 Lötbarkeit, Reflow-Verfahren (oberflächenmontierte Schalter)........................................................ 84
4.20.3 Lötbarkeit, Lötkolbenmethode (oberflächenmontierte Schalter) ...................................................... 85
4.20.4 Lötwärmebeständigkeit, Lötbadmethode (oberflächenmontierte Schalter)...................................... 86
4.20.5 Lötwärmebeständigkeit, Reflow-Verfahren (oberflächenmontierte Schalter) .................................. 86
4.20.6 Lötwärmebeständigkeit, Lötkolbenmethode (oberflächenmontierte Schalter)................................. 87
4.21 Mechanische Festigkeit (oberflächenmontierte Schalter) ................................................................... 88
4.21.1 Biegefestigkeit des Trägers (oberflächenmontierte Schalter) .......................................................... 88
4.21.2 Abziehen und Abstoßung (oberflächenmontierte Schalter) ............................................................. 89
4.21.3 Scherkräfte (oberflächenmontierte Schalter) ................................................................................... 90
4.21.4 Festigkeit des Körpers (oberflächenmontierte Schalter) .................................................................. 90
5 Vorzugswerte....................................................................................................................................... 91
5.1 Allgemeines ......................................................................................................................................... 91

8
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Seite
5.2 Luft- und Kriechstrecken ......................................................................................................................91
6 Aufschriften ..........................................................................................................................................91
6.1 Kennzeichnungen auf dem Schalterkörper..........................................................................................91
6.2 Kennzeichnung auf der Verpackung....................................................................................................92
Literaturhinweise ..............................................................................................................................................93

Bilder
Bild 1 ✄ Messrichtung von Betätigungskraft und -drehmoment........................................................................20
Bild 2 ✄ Beispiel für in Bauartspezifikationen festgelegte Messpunkte ............................................................22
Bild 3 ✄ Prüfschaltung zur Prüfung des Kontaktprellens ..................................................................................24
Bild 4 ✄ Typischer Verlauf des Prellvorgangs...................................................................................................24
Bild 5 ✄ Niederspannungs- und -stromverfahren (Gleichspannung)................................................................27
Bild 6 ✄ Niederspannungs- und -stromverfahren (Wechselspannung) ............................................................27
Bild 7 ✄ Verfahren mit festgelegtem Strom (Gleichstrom)................................................................................29
Bild 8 ✄ Verfahren mit festgelegtem Strom (Wechselstrom) ............................................................................29
Bild 9 ✄ Anwendung von Kräften und Drehmomenten für 4.8.1.......................................................................39
Bild 10 ✄ Zusammensetzung eines Zyklus.......................................................................................................61
Bild 11 ✄ Zusammensetzung der Zyklen des Prüfverfahrens ..........................................................................68
Bild 12 ✄ Untertauchen ✄ Abgedichtetes Gehäuse ..........................................................................................78

Tabellen
Tabelle 1 ✄ Drehmomentwerte für Befestigungsschrauben .............................................................................40
Tabelle 2 ✄ Klimafolge ......................................................................................................................................53
Tabelle 3 ✄ Restliche Zyklen ............................................................................................................................54
Tabelle 4 ✄ Konzentration von H2S ..................................................................................................................63

Tabelle 5 ✄ Prüftemperatur...............................................................................................................................63
Tabelle 6 ✄ Prüfdauer .......................................................................................................................................64
Tabelle 7 ✄ Konzentration von SO2 ..................................................................................................................66

Tabelle 8 ✄ Prüftemperatur...............................................................................................................................66
Tabelle 9 ✄ Prüfdauer .......................................................................................................................................66
Tabelle 10 ✄ Lötbarkeit, Lötbadmethode: Prüfschärfen (Dauer und Temperatur) ...........................................72

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Einleitung
Das vorliegende Dokument behandelt allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren für elektromechanische
Schalter mit möglicher Qualitätsbewertung. Sie gibt die allgemeinen Anforderungen und Prüfverfahren zur
Verwendung in Bauartspezifikationen für Drucktastenschalter, Drehschalter, Schnappschalter, Kippschalter
und andere elektromechanische Schalter an.

Wenn beabsichtigt ist, dass ein elektromechanischer Schalter spezifischen Sicherheitsanforderungen


entspricht, sind diese spezifischen Sicherheitsanforderungen in IEC 61058-1 festgelegt.

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EN IEC 61020-1:2019

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil von IEC 61020 legt die Terminologie, Symbole, Prüfverfahren und weitere erforderliche In-
formationen fest, um eine Einheitlichkeit in Bauartspezifikationen für elektromechanische Schalter zu
schaffen.

Dieses Dokument gilt für elektromechanische Schalter zur Verwendung in elektrischen und elektronischen
Betriebsmitteln. Schalter nach diesem Dokument:
a) sind Geräte, die mittels mechanischer Bewegung leitender Teile (Kontakte) Verbindungen in einer
Schaltung öffnen, schließen oder ändern;
b) haben eine Bemessungsspannung von höchstens 480 V;
c) haben einen Bemessungsstrom von höchstens 63 A.

Dieses Dokument gilt nicht für Tastaturen und Tastenfelder, die für Datenverarbeitungsanlagen bestimmt
sind. Elektromechanische Tastenschalter können in den Anwendungsbereich dieses Dokuments einbezogen
werden.

Die Schalterfamilien werden in jeglichen Bauartspezifikationen unter Bezugnahme auf dieses Dokument
beschrieben.

Dieses Dokument ist eine Betriebsverhaltensnorm zur Beschreibung von Bewertungsverfahren für eine
bessere Verdeutlichung der Fähigkeiten eines Schalters.

Anmerkung 1 Sicherheitsanforderungen für Schalter für Haushalts- und ähnliche ortsfeste elektrische Installationen
sind in IEC 60669 (alle Teile) enthalten.

Anmerkung 2 Sicherheitsanforderungen für Schalter von Betriebsmitteln (Geräten) sind in IEC 61058 (alle Teile)
enthalten.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Dokumente werden im Text in solcher Weise in Bezug genommen, dass einige Teile davon
oder ihr gesamter Inhalt Anforderungen des vorliegenden Dokuments darstellen. Bei datierten Verweisungen
gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in
Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

IEC 60027 (alle Teile), Letter symbols to be used in electrical technology

IEC 60050-581, International Electrotechnical Vocabulary ✁ Part 581: Electromechanical components for
electronic equipment

IEC 60068-1:2013, Environmental testing ✁ Part 1: General and guidance

IEC 60068-2-1, Environmental testing ✁ Part 2-1: Tests ✁ Test A: Cold

IEC 60068-2-2, Environmental testing ✁ Part 2-2: Tests ✁ Test B: Dry Heat

IEC 60068-2-6, Environmental testing ✁ Part 2-6: Tests ✁ Test Fc: Vibration (sinusoidal)

IEC 60068-2-10, Environmental testing ✁ Part 2-10: Tests ✁ Test J and guidance: Mould growth

IEC 60068-2-11, Environmental testing ✁ Part 2-11: Tests ✁ Test Ka: Salt mist

IEC 60068-2-13, Environmental testing ✁ Part 2-13: Tests ✁ Test M: Low air pressure

IEC 60068-2-14, Environmental testing ✁ Part 2-14: Tests ✁ Test N: Change of temperature

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

IEC 60068-2-17, Environmental testing ✁ Part 2-17: Tests ✁ Test Q: Sealing

IEC 60068-2-20:2008, Environmental testing ✁ Part 2-20: Tests ✁ Test T: Test methods for solderability and
resistance to soldering heat of devices with leads

IEC 60068-2-21, Environmental testing ✁ Part 2-21: Tests ✁ Test U: Robustness of terminations and integral
mounting devices

IEC 60068-2-27, Environmental testing ✁ Part 2-27: Tests ✁ Test Ea and guidance: Shock

IEC 60068-2-30:2005, Environmental testing ✁ Part 2-30: Tests ✁ Test Db: Damp heat, cyclic (12 h + 12 h
cycle)

IEC 60068-2-38:2009, Environmental testing ✁ Part 2-38: Tests ✁ Test Z/AD: Composite
temperature/humidity cyclic test

IEC 60068-2-42, Environmental testing ✁ Part 2-42: Tests ✁ Test Kc: Sulphur dioxide test for contacts and
connections

IEC 60068-2-43, Environmental testing ✁ Part 2-43: Tests ✁ Test Kd: Hydrogen sulphide test for contacts and
connections

IEC 60068-2-45, Environmental testing ✁ Part 2-45: Tests ✁ Test XA and guidance: Immersion in cleaning
solvents

IEC 60068-2-46, Basic environmental testing procedures ✁ Part 2-46: Tests ✁ Guidance to test Kd: Hydrogen
sulphide test for contacts and connections

IEC 60068-2-49, Basic environmental testing procedures ✁ Part 2-49: Tests ✁ Guidance to Test Kc: Sulphur
dioxide test for contacts and connections

IEC 60068-2-58:2015, Environmental testing Part 2-58: Tests, Tests Td: Test methods for solderability,
resistance to dissolution of metallization and to soldering heat of surface mounting devices (SMD)

IEC 60068-2-58:2015/AMD1:2017

IEC 60068-2-61:1991, Environmental testing ✁ Part 2-61: Test methods; Test Z/ABDM: Climatic sequence

IEC 60068-2-68:1994, Environmental testing ✁ Part 2-68: Tests ✁ Test L: Dust and sand

IEC 60068-2-77, Environmental testing ✁ Part 2-77: Tests ✁ Test 77: Body strength and impact shock

IEC 60068-2-78, Environmental testing ✁ Part 2-78: Tests, Test Cab: Damp heat, steady state

IEC 60529, Degrees of protection provided by enclosures (IP Code)

IEC 60617, Graphical symbols for diagrams (available at: http://std.iec.ch/iec60617)

IEC 60721-3-3, Classification of environmental conditions ✁ Part 3-3: Classification of groups of


environmental parameters and their severities ✁ Stationary use at weatherprotected locations

IEC 61058-1:2016, Switches for appliances ✁ Part 1: General requirements

IEC 61058-1-1:2016, Switches for appliances ✁ Part 1-1: Requirements for mechanical switches

ISO 80000-1, Quantities and units ✁ Part 1: General

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3 Begriffe, Einheiten und Symbole

3.1 Begriffe

Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach IEC 60050-581 und die folgenden Begriffe.

ISO und IEC stellen terminologische Datenbanken für die Verwendung in der Normung unter den folgenden
Adressen bereit:
✄ IEC Electropedia: verfügbar unter http://www.electropedia.org/

✄ ISO Online Browsing Platform: verfügbar unter http://www.iso.org/obp

Anmerkung 1 zum Begriff: Besondere Begriffe für eine bestimmte Unterfamilie von Schaltern sind in der betreffenden
Bauartspezifikation festgelegt. Besondere Begriffe für eine Gruppe von strukturell ähnlichen Schaltern sind in der
Bauartspezifikation festgelegt.

Anmerkung 2 zum Begriff: Die folgenden Begriffe gelten für alle elektromechanischen Schalter. Bei Begriffs-
bestimmungen, die einer in IEC 60050 festgelegten Begriffsbestimmung entsprechen, ist als Quelle die Nummer des
Begriffs in IEC 60050 angegeben.

3.1.1
Kategorietemperaturbereich
Bereich der Umgebungstemperatur, in dem der Schalter für Dauerbetrieb bestimmt ist

3.1.2
Luftstrecke
kürzester Abstand in Luft zwischen zwei leitenden Teilen

3.1.3
Kontaktprellen
vorübergehendes regelloses Öffnen geschlossener und Schließen geöffneter Kontakte, das möglicherweise
nach dem Schaltvorgang auftritt und durch den Schaltmechanismus verursacht wird

3.1.4
Prellzeit
Zeitintervall, gemessen vom Augenblick der ersten Kontaktgabe sich schließender Kontakte oder des ersten
Öffnens geschlossener Kontakte bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der ganze Prellvorgang geendet hat

3.1.5
Kontaktstörung
vorübergehendes regelloses Schließen offener Kontakte und/oder Öffnen geschlossener Kontakte, das durch
äußere Einflüsse wie Schocken oder Schwingen verursacht wird

3.1.6
Kriechstrecke
kürzester Abstand auf der Oberfläche eines Isolierstoffes zwischen zwei leitfähigen Teilen

[QUELLE: IEC 60050-151:2001, 151-15-50, modifiziert ✄ ✁eines festen Isolierstoffs✂ wurde ersetzt durch
✁eines Isolierstoffes✂.]

3.1.7
Bauartspezifikation
Festlegungen für Schalterparameter einschließlich Bemessungswerten, Prüfbedingungen und Betriebs-
verhaltenskriterien, die vom Hersteller und/oder allen Beteiligten vereinbart wurden

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3.1.8
Schließverhältnis
Verhältnis von Einschaltdauer (EIN) zu Gesamtdauer eines Zyklus

BEISPIEL 30 % EIN.

3.1.9
elektrische Last
Bauelement, das mit einer Schaltung verbunden ist, um einen bestimmten Strom durch einen Prüfschalter zu
leiten

Anmerkung 1 zum Begriff: Widerstand, Spule und Kondensator sind Beispiele von Bauelementen.

3.1.10
elektromechanischer Schalter
Schalter, der Verbindungen in einer Schaltung öffnet, schließt oder ändert, indem leitende Teile (Kontakte)
mechanisch bewegt werden

3.1.11
Rastung
Rastmechanismus, der den Knopf in Position hält, wenn der Bedienknopf eines Schalters heruntergedrückt
wird

3.1.12
Hebelschalter
Schalter, dessen Betätigungsglied ein Hebel ist, der in eine oder mehrere markierte Positionen bewegt
(umgelegt) werden muss, um eine Änderung des Kontaktzustandes zu erreichen

3.1.13
untere Kategorietemperatur
niedrigste Umgebungstemperatur, bei der ein Schalter aufgrund seiner Konstruktion dauernd betrieben
werden kann

3.1.14
Befestigungsbuchse
Bauteil eines Schalters, mit dem der Schalter an ein Gerät montiert wird und das auch als Lager dient

3.1.15
Schaltspiel
Folge von Betätigungen von einer Schaltstellung in eine andere und zurück zur Ausgangsstellung, wobei,
falls vorhanden, alle Zwischenstellungen durchlaufen werden

[QUELLE: IEC 60050-441:2000, 441-16-02]

3.1.16
Betätigung
Bewegen eines Kontakts von einer Position in eine benachbarte Position

3.1.17
Betätigungsprüfung
Prüfung mit Betätigung eines Schalters, wobei die elektrische Last im simulierten Zustand der tatsächlichen
Benutzung angeschlossen ist

3.1.18
Pol
Teil <eines Schalters>, das ausschließlich zu einem bestimmten elektrisch getrennten Strompfad des
Schalters gehört

Anmerkung 1 zum Begriff: Die Begriffsbestimmung ✁Pol✂ gilt nicht für Teile, die dazu dienen, alle Pole gemeinsam zu
montieren oder zu betätigen.

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Anmerkung 2 zum Begriff: Ein Schalter wird als ✁einpolig✂ bezeichnet, wenn er nur einen Pol hat. Wenn er mehr als
einen Pol besitzt, kann er als mehrpolig (zweipolig, dreipolig usw.) bezeichnet werden, falls die Pole so miteinander
gekoppelt sind, dass sie gemeinsam schalten.

3.1.19
Druckschalter
Schalter, dessen Betätigungsteil ein Knopf ist, der gedrückt werden muss, um die Kontaktstellung zu ändern

3.1.20
Bemessungsstrom
vom Hersteller für eine bestimmte Betriebsbedingung festgelegter Strom

3.1.21
Bemessungsspannung
vom Hersteller für eine bestimmte Betriebsbedingung festgelegte Spannung

3.1.22
Rückstellkraft
Kraft des automatischen Rückstellmechanismus, die das Betätigungselement in die Position vor der
Betätigung zurückstellt, wenn die Betätigungskraft entfernt wird

3.1.23
Wippschalter
Schalter, dessen Betätigungsglied ein flacher Hebel (Wippe) ist, der in eine oder mehrere markierte
Positionen gekippt werden muss, um eine Änderung des Kontaktzustandes zu erreichen

3.1.24
Drehschalter
Schalter, dessen Betätigungsglied eine Welle oder Spindel ist, die in eine oder mehrere markierte Positionen
gedreht werden muss, um eine Änderung des Kontaktzustandes zu erreichen

Anmerkung 1 zum Begriff: Die Drehbewegung des Betätigungsteils kann in jeder Richtung unbegrenzt oder begrenzt
sein.

3.1.25
Schiebeschalter
Schalter, dessen Betätigungsglied ein Knopf ist, der verschoben werden muss, um eine Änderung des
Kontaktzustands zu erreichen

3.1.26
oberflächenmontierter Schalter
kleiner Schalter, der für die Oberflächenmontage auf einer Leiterplatte geeignet ist und der Anschlüsse und
Rahmenbauteile umfasst

3.1.27
obere Kategorietemperatur
höchste Umgebungstemperatur, bei der ein Schalter aufgrund seiner Konstruktion dauernd betrieben werden
kann

3.2 Einheiten und Symbole

Einheiten, grafische Symbole und Formelzeichen müssen, wenn möglich, ISO 80000-1, IEC 60617 und
IEC 60027 (alle Teile) entsprechen.

Besondere grafische Symbole und Formelzeichen für eine bestimmte Unterfamilie von Schaltern müssen in
der entsprechenden Bauartspezifikation festgelegt werden. Besondere grafische Symbole und Formelzeichen
für eine Gruppe von strukturell ähnlichen Schaltern müssen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
Wenn zusätzliche Einheiten oder Symbole benötigt werden, müssen sie soweit möglich entsprechend den
Prinzipien der genannten Dokumente abgeleitet werden.

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4 Prüf- und Messverfahren

4.1 Allgemeines

4.1.1 Allgemeine Anforderungen an Prüfungen und Messverfahren

Die Bauartspezifikation muss Tabellen enthalten, aus denen hervorgeht, welche Prüfungen durchzuführen
sind, welche Messungen vor und nach jeder Prüfung oder Prüfgruppe durchzuführen sind und in welcher
Reihenfolge sie erfolgen müssen. Für Anfangsmessungen und Endmessungen müssen die Mess-
bedingungen gleich sein. Wenn Prüfungen nacheinander als Folge durchzuführen sind, dürfen die End-
messungen einer Prüfung als Anfangsmessungen für die darauffolgende Prüfung benutzt werden.

Wenn nationale Spezifikationen in einem beliebigen Qualitätsbewertungssystem Prüfverfahren enthalten, die


von den in den vorstehenden Veröffentlichungen vorgeschriebenen Verfahren abweichen, müssen die
Prüfverfahren vollständig beschrieben werden.

Nicht alle im vorliegenden Dokument festgelegten Prüfverfahren sind für alle Schaltertypen anwendbar. In der
Bauartspezifikation muss festgelegt werden, welche Prüfverfahren für den entsprechenden Schaltertyp
anwendbar sind.

Sofern erforderlich, müssen zusätzliche Prüfverfahren und/oder Einzelheiten zu Prüfverfahren in der Bauart-
spezifikation festgelegt werden.

Sofern nicht durch die Bauartspezifikation anders festgelegt, muss die Prüfreihenfolge wie im vorliegenden
Dokument festgelegt sein.

4.1.2 Grenzabweichungen

Sofern nicht anders festgelegt, müssen die tatsächlichen Parameterwerte wie z. B. Prüfspannung, Prüfstrom,
Prüfkraft oder Prüfdrehmoment innerhalb 5 % den für den Schalter festgelegten Werten entsprechen.

4.1.3 Vorbehandlung

Soweit in den Prüfverfahren nicht anders festgelegt, dürfen die Schalter vor oder während der Prüfungen
keinerlei besonderer Vorbereitung unterzogen werden, z. B. Reinigung.

4.1.4 Montage

Wenn im Prüfverfahren Montage festgelegt ist, muss der Schalter wie in der Bauartspezifikation festgelegt mit
seinen üblichen Befestigungsmitteln starr befestigt und angeschlossen werden. Verfahren und Werkstoffe der
Befestigung dürfen das elektrische oder mechanische Verhalten des Schalters nicht beeinträchtigen.

4.2 Normalklima für Prüfungen

Das Normalklima muss IEC 60068-1:2013, Abschnitt 4, entsprechen.

4.3 Allgemeine Prüfungen

4.3.1 Sichtprüfung

4.3.1.1 Verfahren

Die Sichtprüfung muss nach einem der folgenden Verfahren durchgeführt werden:
a) mit bloßem Auge (normale Sehstärke, normale Farbwahrnehmung, beim günstigsten Betrachtungs-
abstand und mit geeigneter Beleuchtung);
b) falls festgelegt mit Vergrößerung.

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Sofern es in der Bauartspezifikation nicht ausdrücklich gefordert wird, sind für die Zwecke des vorliegenden
Dokuments keine Sonderverfahren wie beispielsweise die Anwendung von polarisiertem Licht (zur
Untersuchung innerer Spannungen in Werkstoffen) oder anderer Indikatoren (zur Untersuchung innerer
Werkstoffrisse oder -poren) zulässig.

4.3.1.2 Merkmale

Folgende Merkmale müssen ohne Vergrößerung untersucht werden:


a) Kennzeichnungen nach Abschnitt 6;
b) allgemeines Aussehen;
c) Ausführung.

4.3.1.3 Anforderung

Die Kennzeichnung muss richtig und lesbar sein. Der Schalter muss sorgfältig und fachgerecht hergestellt
sein.

4.3.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu untersuchende Einzelheiten;
b) zu prüfende Merkmale;
c) Abnahmekriterien;
d) Grad der Vergrößerung, falls festgelegt;
e) jegliche Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.2 Maße

4.3.2.1 Verfahren

Die Maßprüfung muss mit einer geeigneten Messeinrichtung durchgeführt werden, wie z. B:
a) mit einer Feinmesslehre, einem Mikrometer und einem Feinzeiger;
b) mit einem Messprojektor mit einer geeigneten linearen Vergrößerung;
c) mit einem Messmikroskop.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:


1) Die festgelegten Außenmaße, Einzelmaße, Luftstrecken und Kriechstrecken müssen nach
IEC 61058-1:2016, Anhang A, gemessen werden.
2) Genauigkeit und Auflösung der Messgeräte (Mikrometer, Messschieber, optische Komparatoren usw.)
müssen den zu bestimmenden Maßen angemessen sein.

4.3.2.2 Anforderung

Die Maße müssen innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

4.3.2.3 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu prüfende Merkmale;

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b) Einzelheiten der Lehrung, falls zutreffend;


c) Art und Leistung der Messeinrichtung;
d) Annahmekriterien;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.3 Lehrenmaße

4.3.3.1 Verfahren

Es müssen die Maße geprüft werden, die in der Bauartspezifikation als mit Lehren prüfbar festgelegt sind,
wobei die in der Bauartspezifikation festgelegten Lehren oder Lehrengrößen verwendet werden müssen.

4.3.3.2 Anforderung

Der Schalter muss die festgelegten Lehrenmaße einhalten.

4.3.3.3 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu prüfende Merkmale;
b) Einzelheiten der Lehrung, falls zutreffend;
c) Art und Leistung der Messeinrichtung;
d) Annahmekriterien;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.4 Masse

4.3.4.1 Verfahren

Die Überprüfung der Masse sollte mit einer geeigneten Messeinrichtung wie z. B. einer Waage durchgeführt
werden.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:


a) Genauigkeit und Auflösung der Messeinrichtung müssen der zu bestimmenden Masse angemessen
sein;
b) in die Messung müssen alle abnehmbaren Teile (Befestigungsmittel usw.) einbezogen werden, die in der
Bauartspezifikation festgelegt sind.

4.3.4.2 Anforderung

Die Masse muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

4.3.4.3 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu prüfende Merkmale;
b) Einzelheiten der Lehrung, falls zutreffend;
c) Art und Leistung der Messeinrichtung;
d) Annahmekriterien;

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e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.5 Funktionsprüfung

4.3.5.1 Zweck

Das Ziel der Untersuchung ist die Bewertung des ordnungsgemäßen Ablaufs aller Schaltvorgänge.

4.3.5.2 Verfahren

Bei Logikschaltern muss jeder Schaltstromkreis an eine Überwachungsschaltung mit einem Strom von
höchstens 150 mA angeschlossen werden, die den Stromfluss anzeigt. Außer bei Logikschaltern darf zum
Prüfen des Schaltstromkreises die Prüfung des Kontaktwiderstandes als Prüfeinrichtung verwendet werden.

Die ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit aller mechanischen Rasten, Raststellungen, Arretierungen,


Verriegelungen und Rückstellmechanismen muss geprüft werden.

Die ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit aller Vorgänge, die nicht Schaltvorgänge sind, wie zum Beispiel
Beleuchtungsschaltungen oder Magnetspulen, muss bei deren Bemessungsspannung und/oder
Bemessungsstrom geprüft werden.

4.3.5.3 Anforderung

Die Funktionsweise des Schalters einschließlich der Reihenfolge der Kontaktgabe muss den Festlegungen in
der Bauartspezifikation entsprechen.

4.3.6 Betätigungskennwerte

4.3.6.1 Betätigungskraft

4.3.6.1.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Messung der Kraft, die zur Bewegung des Betätigungsteils eines Schalters
von einer Stellung in die nächste Stellung erforderlich ist.

4.3.6.1.2 Vorbereitung der Prüflinge

Die Prüflinge müssen wie in der Bauartspezifikation angegeben vorbereitet werden.

Die Prüflinge müssen mit den Befestigungsmitteln nach der Bauartspezifikation fest auf einer Metallplatte
montiert werden. Die Metallplatte muss so stark sein, dass sie den angewendeten Kräften standhält. Die
Metallplatte muss in Länge und Breite über den Umriss des Prüflings hinausragen.

4.3.6.1.3 Verfahren

Die Kraft muss am Betätigungsteil in der Richtung und an dem Punkt angewendet werden, der in der Bauart-
spezifikation festgelegt ist (siehe Bild 1). Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss die Kraft angewendet
werden, bis sich das Betätigungsteil von einer ersten stabilen Gleichgewichtslage in seine nächste stabile
Gleichgewichtslage oder bis zu einem Anschlag bewegt hat und der Schalter elektrisch geschaltet oder den
festgelegten Kontaktwiderstand erreicht hat. Die zur Bewegung des Betätigungsteils in die nächste stabile
Lage oder bis zum Anschlag erforderliche größte Kraft muss gemessen und aufgezeichnet werden. Bei
einem Schalter ohne eine zweite stabile Gleichgewichtslage für das Betätigungselement (Taststellung) muss
die zur Bewegung des Betätigungselements in die Arbeitsstellung erforderliche Kraft gemessen und
aufgezeichnet werden.

Gegebenenfalls müssen die Messungen der Betätigungskraft in beiden Richtungen ausgeführt werden. In der
Bauartspezifikation muss die Anzahl der Messungen in jeder Richtung festgelegt werden.

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EN IEC 61020-1:2019

In der Bauartspezifikation müssen die Verfahren zur Messung anderer mechanischer Betätigungskennwerte
festgelegt werden. Die Messverfahren für andere Betätigungskennwerte wie Temperatur, Luftdruck usw.
müssen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.

a) Drehschalter b) Hebelschalter (Kippschalter)

c) Schiebeschalter d) Wippschalter e) Drucktaster/Druckschalter

Bild 1 ✁ Messrichtung von Betätigungskraft und -drehmoment

4.3.6.1.4 Anforderung

Alle gemessenen Werte müssen in den Grenzen liegen, die die Bauartspezifikation vorschreibt.

4.3.6.1.5 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Anzahl der Messungen;
c) Punkt und Richtung des Kraftangriffs;
d) Erhöhungsrate der Kraft oder Betätigungsgeschwindigkeit;
e) zulässige Kleinst- und Größtwerte der Kraft;
f) Art des Messsystems;
g) Form der Betätigungsspitze des Systems;
h) gegebenenfalls Temperatur, falls abweichend von der bestimmungsgemäßen Umgebungstemperatur;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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4.3.6.2 Betätigungsdrehmoment

4.3.6.2.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Messung der größten Kraft zur Bewegung des Betätigungsteils eines
Schalters von einer stabilen Stellung in die nächste Stellung, wobei der Schalter elektrisch geschaltet hat.

4.3.6.2.2 Vorbereitung der Prüflinge

Der Prüfling muss wie in der Bauartspezifikation angegeben vorbereitet werden.

Der Prüfling muss mit den Befestigungsmitteln nach der Bauartspezifikation fest auf einer Metallplatte
montiert werden. Die Metallplatte muss so stark sein, dass sie dem angewendeten Drehmoment standhält.
Die Metallplatte muss in Länge und Breite über den Umriss des Prüflings hinausragen.

4.3.6.2.3 Verfahren

Das Drehmoment muss am Schaltdorn in der festgelegten Richtung angewendet werden (siehe Bild 1 a)).
Sofern nicht anders festgelegt ist, muss das Drehmoment angewendet werden, bis sich das Betätigungsteil
von einer ersten stabilen Gleichgewichtslage in seine nächste stabile Gleichgewichtslage oder bis zu einem
Anschlag bewegt hat und der Schalter elektrisch geschaltet oder den festgelegten Kontaktwiderstand erreicht
hat. Das zur Bewegung des Betätigungsteils in die nächste stabile Lage oder bis zum Anschlag erforderliche
größte Drehmoment muss gemessen und aufgezeichnet werden. Bei einem Schalter ohne eine zweite stabile
Gleichgewichtslage für das Betätigungselement (Taststellung) muss das zum Drehen oder Schwenken des
Betätigungselements bis zur nächsten Arbeitsstellung erforderliche Dreh-moment gemessen und
aufgezeichnet werden.

Gegebenenfalls müssen die Messungen des Betätigungsdrehmomentes in beiden Richtungen ausgeführt


werden. In der Bauartspezifikation muss die Anzahl der Messungen in jeder Richtung festgelegt werden.
In der Bauartspezifikation müssen die Verfahren zur Messung anderer mechanischer Betätigungskennwerte
festgelegt werden. Die Messverfahren für andere Betätigungskennwerte wie Temperatur, Luftdruck usw.
müssen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.

4.3.6.2.4 Anforderung

Alle gemessenen Werte müssen in den Grenzen liegen, die die Bauartspezifikation vorschreibt.

4.3.6.2.5 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Anzahl der Messungen;
c) Betätigungsrichtung;
d) Erhöhungsrate des Drehmomentes oder der Drehgeschwindigkeit;
e) zulässige Kleinst- und Größtwerte des Drehmomentes;
f) Art des Messsystems;
g) Form der Betätigungsspitze des Systems;
h) gegebenenfalls Temperatur, falls abweichend von der bestimmungsgemäßen Umgebungstemperatur;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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4.3.6.3 Rückstellkraft

4.3.6.3.1 Zweck

Zweck dieser Prüfung ist es, die Rückstellkraft zu messen, durch die das Betätigungsteil des automatisch
rückstellenden Schalters in die Ruheposition zurückkehrt.

4.3.6.3.2 Verfahren

Ein Prüfling muss unter Bedingungen des bestimmungsgemäßen Gebrauchs auf einer Metallplatte montiert
werden.

Sofern nicht anders in der Bauartspezifikation festgelegt, muss die Metallplatte des Druck- oder Wipp-
schalters in waagerechter Lage angeordnet werden (siehe Bild 1 d) und e)).

Andere Schalter als Druck- oder Wippschalterbetätigung müssen auf der Montageplatte in senkrechter Lage
montiert werden (siehe Bild 1 b) und c)).

Die Prüfung muss, unabhängig davon, ob sie mit oder ohne einen Knopf ausgeführt wird, auf der
Bauartspezifikation beruhen.

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden.


a) Sofern nicht anders in der Bauartspezifikation festgelegt, wird die Betätigungskraft auf den
bestimmungsgemäßen Betätigungsteil des Prüflings bis zu seiner Betätigungsgrenze angewendet.
b) Im Verlauf des allmählichen Nachlassens der Betätigungskraft und des Zurückkehrens der
Betätigungsteile von der Betätigungsgrenze zur ursprünglichen Position müssen folgende Messungen
und/oder Überprüfungen in 1) und 2) durchgeführt werden (siehe Bild 2).
1) Die Rückstellkraft, die den Betätigungsteil von der Grenze zur ursprünglichen Position bringt, wird
an einem in der Bauartspezifikation festgelegten Punkt gemessen.
2) Es wird überprüft, ob der Betätigungsteil ordnungsgemäß zur ursprünglichen Halteposition
zurückgekehrt ist.

Bild 2 ✁ Beispiel für in Bauartspezifikationen festgelegte Messpunkte

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.3.6.3.3 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Angaben müssen in der Bauartspezifikation festgelegt sein:


a) Ausrichtung der Montage (falls festgelegt);
b) mit oder ohne Knopf usw.;
c) Position und Richtung der Kraftanwendung (falls festgelegt);
d) Messpunkt einer Rückstellkraft;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.6.4 Weg (Bewegung des Betätigungselements)

4.3.6.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist es, den Weg von der ursprünglichen Position zur Position der Betätigungs-
grenze zu messen.

4.3.6.4.2 Verfahren

Ein Prüfling muss unter bestimmungsgemäßen Betriebsbedingungen montiert werden und der Weg muss mit
den Verfahren a) oder b) gemessen werden.
a) Bei Schaltern, deren Weg als Winkel ausgedrückt wird, wird der Winkel bei allmählicher Bewegung des
Betätigungsteils zwischen den in der Bauartspezifikation festgelegten Haltepositionen gemessen.
b) Bei Schaltern, deren Betätigungsweg als Abstand ausgedrückt wird, wird der Abstand bei allmählicher
Bewegung des Betätigungsteils zwischen den in der Bauartspezifikation festgelegten Haltepositionen
gemessen.

4.3.6.4.3 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Angaben müssen in der Bauartspezifikation festgelegt sein:


a) Prüfverfahren 4.3.6.4.2 a) oder b);
b) Art des Wegs;
c) Messpunkt (falls festgelegt);
d) Anzahl der Messungen (falls festgelegt);
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.3.7 Kontaktprellen

4.3.7.1 Zweck

Der Zweck der Messung ist die Bestimmung der Dauer des vorübergehenden zufälligen Öffnens ge-
schlossener oder Schließens offener Kontakte, wie es möglicherweise verursacht durch den Schalt-
mechanismus nach dem Schaltvorgang auftreten kann. In elektronischen Logikschaltungen führt das
kinetische Verhalten der Schaltkontakte möglicherweise zu unechten Daten.

4.3.7.2 Verfahren

Der Schalter muss nach 4.1.4 montiert werden.

Zum Ermitteln des Kontaktprellens muss die Prüfschaltung nach Bild 3 oder eine gleichwertige Schaltung
angewendet werden. Die Werte für die Prüfgleichspannung und den Prüfstrom müssen in der Bauart-
spezifikation festgelegt werden, eine Leerlauf-Gleichspannung von 10 V und ein Prüfstrom von 100 mA
dürfen jedoch nicht überschritten werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Sofern es nicht anders festgelegt ist, müssen die in der Schaltung verwendeten Nachweis- und Anzeigemittel
(Oszilloskop oder dergleichen) mindestens eine Bandbreite von 1 MHz haben, der Zeitmaßstab muss auf
± 5 % genau sein, und es muss möglich sein, den Ruhezustand des Kontaktes vor dem Schaltvorgang
anzuzeigen.

Der Schalter muss mit konstanter Geschwindigkeit nach den Festlegungen der Bauartspezifikation betätigt
werden. Falls das Kontaktprellen durch die Betätigungskraft und/oder die Betätigungskennwerte beeinflusst
wird, müssen die Grenzwerte für die Kraft und die Betätigungskennwerte in der Bauartspezifikation festgelegt
werden.

Die Dauer des Kontaktprellens muss dem größten von fünf Messwerten entsprechen, der bei fünf
aufeinanderfolgenden Messungen bei Schließen und Öffnen der Kontakte auftritt. Bei dieser Prüfung muss
ein Kontakt als offen angesehen werden, wenn der Spannungsfall über dem Kontakt mindestens 90 % der
Leerlaufspannung beträgt. Ein Kontakt muss als geschlossen angesehen werden, wenn der Spannungsfall
über dem Kontakt höchstens 10 % der Leerlaufspannung beträgt. Bei geschlossenen Kontakten sind
Spannungsschwankungen unterhalb der 10 %-Grenze auf Schwankungen des dynamischen
Kontaktwiderstandes zurückzuführen. Die Prellzeit ist die Zeit vom Moment des ersten Schließens (oder
Öffnens) des Kontaktes bis zu dem Moment, an dem der Kontakt geschlossen (oder offen) bleibt. Die Werte
des Widerstandes und der Eingangsimpedanz der Mess- und Anzeigemittel müssen in der
Bauartspezifikation festgelegt werden. Siehe Bilder 3 und 4.

Bild 3 ✁ Prüfschaltung zur Prüfung des Kontaktprellens

Bild 4 ✁ Typischer Verlauf des Prellvorgangs

4.3.7.3 Anforderung

Die Prellzeit muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.3.7.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Betätigungsgeschwindigkeit;
c) Punkt und Richtung des Kraftangriffs;
d) Prüfspannung und -strom;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.4 Widerstandsmessungen

4.4.1 Kontaktwiderstand ✁ Millivoltmethode

4.4.1.1 Zweck

Der Zweck der Messung ist die Bestimmung des elektrischen Gesamtwiderstandes eines leitenden
Schaltstromkreises einschließlich der Schalteranschlüsse bei einer Spannung, die den Kontaktwerkstoff
elektrisch nicht beeinflusst.

4.4.1.2 Verfahren

Die Messung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Messungen dürfen mit Wechselstrom oder vorzugsweise Gleichstrom durchgeführt werden. Bei
Wechselstrommessungen darf die Frequenz 2 kHz nicht überschreiten, siehe Bild 6 für die Prüf-
schaltung. Für Gleichstrommessungen siehe Bild 5 für die Prüfschaltung.
b) Die Genauigkeit der Messeinrichtung muss so ausgelegt sein, dass der Gesamtfehler 1 % nicht
überschreitet.
c) Der Kontaktwiderstand muss im Normalfall vom gemessenen Spannungsfall zwischen den Stellen
abgeleitet werden, die für den Anschluss der Leitungen an die Kontakte in der Bauartspezifikation
vorgesehen sind.
d) Der Kontakt darf nicht betätigt werden, solange die Messspannung anliegt. Während der Messung ist
das Ausüben eines außergewöhnlichen Drucks auf die zu prüfenden Kontakte und ein Bewegen der
Messleitungen zu vermeiden.
e) Wenn die in der Bauartspezifikation angegebenen Anschlusspunkte nicht direkt zugänglich sind, muss
der Widerstand der verwendeten Kabel und Leitungen vom Messwert abgezogen werden. Der korrigierte
Wert muss aufgezeichnet werden.
f) Die zu messenden Kontakte müssen anhand der Bauartspezifikation ausgewählt werden.
g) Prüfstrom und Prüfspannung: Um den Durchschlag der Isolierschichten auf den Kontakten zu
vermeiden, darf die Leerlaufspannung der Messschaltung 20 mV Gleichspannung oder Spitzenwert der
Wechselspannung nicht überschreiten. Der Prüfstrom darf nicht 100 mA, Wechselstrom oder
Gleichstrom, überschreiten.
h) An jedem Schaltstromkreis muss ein Messzyklus durchgeführt werden, wobei ein Messzyklus für
Gleichstrom folgende Schritte umfasst:
✄ Anlegen der Spannung;
✄ Messung mit Stromfluss in einer Richtung;
✄ Messung mit Stromfluss in der entgegen gesetzten Richtung und;
✄ Abschalten der Spannungsquelle;
und ein Messzyklus für Wechselspannung umfasst:
✄ Anlegen der Spannung;

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EN IEC 61020-1:2019

✄ Durchführen der Messung und;


✄ Abschalten der Spannungsquelle.
Sofern es nicht anders festgelegt ist, sollte(n) zwischen dem Ende der vorangegangenen Prüfung und
dem Anlegen der Spannung bei dieser Prüfung der (die) Schließerkontakt(e) nicht bewegt werden.
i) Wenn der Kontaktwiderstand von der Betätigungskraft abhängt, muss er bei der in der Bauartspezifi-
kation festgelegten Betätigungskraft gemessen werden.

4.4.1.3 Anforderung

Der Kontaktwiderstand muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

Der Messwert des Kontaktwiderstandes mit Gleichstrom muss dem Mittelwert der beiden Ablesewerte für den
Durchlassstrom und den Rückstrom entsprechen.

Durch Anwendung der folgenden Gleichung wird sichergestellt, dass der berechnete Widerstand immer
richtig ist:

Vmf Vmr
R= (1)
I f + Ir

ANMERKUNG In der Gleichung muss das Vorzeichen der Spannungsmesswerte berücksichtigt werden.

Dabei ist
R der Widerstand;
Vmf die gemessene Vorwärtsspannung;
Vmr die gemessene Rückwärtsspannung;
If der Vorwärtsstrom;
Ir der Rückstrom.

Jede Abweichung vom Normprüfverfahren sollte im Prüfbericht eindeutig angegeben werden.

4.4.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Messpunkte;
b) Anzahl der zu messenden Kontakte;
c) zulässige Grenzwerte für den Kontaktwiderstand;
d) ob die Prüflinge 20 Schaltspielen unterzogen wurden, wobei vor den Messungen kein Strom fließt;
e) die Genauigkeit der Messgeräte (falls festgelegt);
f) die Spannung der Energieversorgung für die Prüfung;
g) die Prüffrequenz (falls festgelegt);
h) die größte Prüfspannung an der Schaltung im Leerlauf (falls von 4.4.1.2 verschieden);
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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Bild 5 ✁ Niederspannungs- und -stromverfahren (Gleichspannung)

Bild 6 ✁ Niederspannungs- und -stromverfahren (Wechselspannung)

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4.4.2 Kontaktwiderstand ✁ Festgelegter Strom

4.4.2.1 Zweck

Der Zweck der Messung ist die Bestimmung des elektrischen Gesamtwiderstandes eines leitenden Schalt-
stromkreises einschließlich der Schalteranschlüsse bei einer Spannung oberhalb der Schmelzspannung des
Kontaktwerkstoffes.

4.4.2.2 Verfahren

Die Messung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Messungen dürfen mit Wechselstrom oder vorzugsweise Gleichstrom durchgeführt werden. Bei
Wechselstrommessungen darf die Frequenz 2 kHz nicht überschreiten, siehe Bild 8 für die Prüf-
schaltung. Für Gleichstrommessungen siehe Bild 7 für die Prüfschaltung.
b) Die Genauigkeit der Messeinrichtung muss so ausgelegt sein, dass der Gesamtfehler 1 % nicht
überschreitet.
c) Der Kontaktwiderstand muss im Normalfall vom gemessenen Spannungsfall zwischen den Stellen
abgeleitet werden, die für den Anschluss der Leitungen an die Kontakte in der Bauartspezifikation
vorgesehen sind.
d) Der Kontakt darf nicht betätigt werden, solange die Messspannung anliegt. Während der Messung ist
das Ausüben eines außergewöhnlichen Drucks auf die zu prüfenden Kontakte und ein Bewegen der
Messleitungen zu vermeiden.
e) Wenn die in der Bauartspezifikation angegebenen Anschlusspunkte nicht direkt zugänglich sind, muss
der Widerstand der verwendeten Kabel und Leitungen vom Messwert abgezogen werden. Der korrigierte
Wert muss aufgezeichnet werden.
f) Die zu messenden Kontakte müssen anhand der Bauartspezifikation ausgewählt werden.
g) Prüfstrom und Prüfspannung: Der Kontaktwiderstand muss mit dem Bemessungswert des Wechsel-
stromes oder des Gleichstromes gemessen werden, wie in der Bauartspezifikation festgelegt. Die
Leerlaufspannung der Stromversorgung muss mindestens 1 V Gleichspannung oder Spitzenwert der
Wechselspannung betragen. Der Kontaktwiderstand muss nach Gleichung (1) berechnet werden.
h) Die Messungen müssen an den einzelnen Kontakten innerhalb von 1 min nach dem Anlegen des
Prüfstromes durchgeführt werden.
i) An jedem Schaltstromkreis muss ein Messzyklus durchgeführt werden, wobei ein Messzyklus für
Gleichspannung folgende Schritte umfasst:
✄ Anlegen der Spannung;
✄ Messung mit Stromfluss in einer Richtung;
✄ Messung mit Stromfluss in der entgegengesetzten Richtung;
✄ Abschalten der Spannungsquelle;
und ein Messzyklus für Wechselspannung umfasst:
✄ Anlegen der Spannung;
✄ Durchführen der Messung;
✄ Abschalten der Spannungsquelle.
Sofern es nicht anders festgelegt ist, sollte(n) zwischen dem Ende der vorangegangenen Prüfung und
dem Anlegen der Spannung bei dieser Prüfung der (die) Schließerkontakt(e) nicht bewegt werden.
j) Wenn der Kontaktwiderstand von der Betätigungskraft abhängt, muss er bei der in der
Bauartspezifikation festgelegten Betätigungskraft gemessen werden.

4.4.2.3 Anforderung

Der Kontaktwiderstand muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

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4.4.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Messpunkte;
b) Anzahl der zu messenden Kontakte;
c) Messstrom;
d) zulässige Grenzwerte für den Kontaktwiderstand;
e) die Genauigkeit der Messgeräte (falls festgelegt);
f) die Spannung der Energieversorgung für die Prüfung;
g) die Prüffrequenz (falls festgelegt);
h) die größte Prüfspannung an der Schaltung im Leerlauf (falls von 4.4.1.2 verschieden);
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

Bild 7 ✁ Verfahren mit festgelegtem Strom (Gleichstrom)

Bild 8 ✁ Verfahren mit festgelegtem Strom (Wechselstrom)

4.4.3 Widerstand zwischen Betätigungselement und Befestigungsbuchse (Oberfläche)

4.4.3.1 Zweck

Der Zweck der Messung ist die Bewertung des elektrischen Gesamtwiderstandes zwischen dem leitenden
Teil des Betätigungselements des Schalters und der Befestigungsbuchse.

4.4.3.2 Verfahren

Die Messung muss wie folgt durchgeführt werden:

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a) Es müssen Verbindungen zwischen geeigneten äußeren Punkten am Betätigungselement des Schalters


und der Befestigungsbuchse hergestellt werden. Während der Widerstandsmessung darf auf das
Betätigungselement keine äußere Kraft ausgeübt werden.
b) Vor der Prüfung darf ein vollständiger Betätigungszyklus durchgeführt werden.
c) Betätigungen während der Prüfung sind auf die weiteste Bewegung beschränkt, die zur Stellung des
Betätigungselementes in die nächste Ablesestellung erforderlich ist.
d) Die Widerstandsmessungen müssen an jeder der beiden Stellungen des Betätigungselements
vorgenommen werden, und zwar für Drehschalter so weit auseinander wie möglich, bei Hebelschaltern
an jeder bestimmungsgemäßen Stellung des Betätigungselements oder wie in der Bauartspezifikation
festgelegt.
e) In jeder Prüfstellung des Betätigungselementes muss eine Widerstandsmessung durchgeführt werden.
f) Der Widerstand muss nach 4.4.2 mit einer Prüfspannung von weniger als 15 V und einem Prüfstrom
zwischen 10 A und 25 A gemessen werden.
g) Der Spannungsfall zwischen einem geeigneten Punkt auf der Befestigungsbuchse und dem leitenden
Teil des Betätigungselements des Schalters (oder der Abschirmung gegen elektromagnetische
Störungen, wenn zutreffend) muss gemessen werden.

4.4.3.3 Anforderung

Der Widerstand des Betätigungselementes muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten
Grenzen liegen.

4.4.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Messstellungen des Betätigungselementes, falls von 4.4.3.2 abweichend;
b) größter zulässiger Widerstand;
c) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.4.4 Isolationswiderstand

4.4.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung des Isolationswiderstandes von elektromechanischen Bauteilen.

4.4.4.2 Verfahren

Es wird folgendermaßen vorgegangen.


a) Der Isolationswiderstand muss bei geschlossenem Stromkreis mit Gleichspannung von 100 V ± 15 V,
250 V ± 25 V oder 500 V ± 50 V gemessen werden, wobei ein Isolationswiderstandsprüfgerät, eine
hochohmige Brücke oder ein anderes geeignetes Messgerät verwendet werden.
b) Der Isolationswiderstand darf nur gemessen werden, wenn ein stabiler Ablesewert vorliegt. Werden
keine stabilen Bedingungen erreicht, muss der Ablesewert des Isolationswiderstandes innerhalb von
(60 ± 5) s nach dem Anlegen der Spannung aufgezeichnet werden.
c) Der Isolationswiderstand muss gemessen werden zwischen:
✄ Anschlüssen und geerdeten Metallteilen;
✄ den Anschlüssen benachbarter, voneinander isolierter Stromkreise;
✄ allen nicht angeschlossenen Anschlüssen des gleichen Schaltstromkreises;
Nach Wahl des Herstellers dürfen Anschlüsse zusammengefasst werden, um die Prüfdauer zu
verringern. Wenn bei zusammengefasst geprüften Anschlüssen ein Ausfall auftritt, muss für die
Abnahme jeder Anschluss einzeln geprüft werden.

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EN IEC 61020-1:2019

✄ zwischen stromführenden Teilen und zugänglichen, nicht stromführenden Metallteilen, und/oder


stromführenden Metallteilen und isolierten Betätigungsteilen.
d) Die Messungen müssen in jeder Stellung des Betätigungselementes bis zu einer Höchstzahl von sechs
Stellungen vorgenommen werden.
e) Bei Schaltern mit mehr als sechs Polen, Ebenen oder Zellen und bei Schaltern mit mehr als sechs
Arbeitsstellungen darf in der Bauartspezifikation eine geringere Anzahl von Messungen festgelegt
werden.

4.4.4.3 Anforderung

Der Isolationswiderstand muss innerhalb der in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen.

4.4.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu prüfende Messpunkte;
b) Wert der Prüfspannung;
c) kleinster Wert des Isolationswiderstandes;
d) besondere Vorbereitung, Montage usw. (falls festgelegt);
e) Anzahl der Prüfungen (falls mehr als eine);
f) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.5 Stehspannung

4.5.1 Stehspannung bei Normalklima

4.5.1.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit eines Bauteils, den in einer festgelegten Weise
angelegten Prüfspannungen standzuhalten.

4.5.1.2 Verfahren

Es ist folgendermaßen vorzugehen.

Die Stromversorgung für diese Prüfung muss unter der für diese Prüfung festgelegten Last in der Lage sein,
die Prüfspannung allmählich von 0 V auf die festgelegte Prüfspannung (Effektivwert oder Gleichspannung) zu
erhöhen und die festgelegte Prüfspannung auf 0 V zu verringern.

Wenn die Prüfspannung 1 000 V oder mehr beträgt, muss die Stromversorgung 500 VA oder mehr
aufweisen.
a) Die Prüfgleichspannung oder der Scheitelwert der Prüfwechselspannung muss für 5 s angelegt werden.
Wenn eine Prüfwechselspannung verwendet wird, muss diese eine Frequenz von 50 Hz bis 60 Hz
aufweisen, und die Kurvenform muss annähernd sinusförmig sein. Die Prüfspannung darf mit höchstens
500 V/s angelegt werden.
b) Die Prüfspannung muss an jede der folgenden Messstellen angelegt werden:
✄ zwischen Anschlüssen und geerdeten Metallteilen;
✄ zwischen Anschlüssen benachbarter, voneinander isolierter Stromkreise;
✄ zwischen allen nicht angeschlossenen Anschlüssen des gleichen Schaltstromkreises;

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EN IEC 61020-1:2019

Nach Wahl des Herstellers dürfen Anschlüsse zusammengefasst werden, um die Prüfdauer zu
verringern. Wenn bei zusammengefasst geprüften Anschlüssen ein Ausfall auftritt, muss für die
Abnahme jeder Anschluss einzeln geprüft werden.
✄ zwischen stromführenden Teilen und zugänglichen, nicht stromführenden Metallteilen, und/oder
stromführenden Metallteilen und isolierten Betätigungsteilen.
c) Die Prüfspannung muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
d) Der Leckstrom ist auf geeignete Weise zu messen.
e) Die Prüfung muss in jeder Stellung des Betätigungselementes durchgeführt werden.

4.5.1.3 Anforderung

Während der Prüfung muss der Schalter der angelegten Prüfspannung standhalten, und es dürfen keine
Lichtbogenüberschläge, Funkenüberschläge oder Durchschläge auftreten. Der Leckstrom muss innerhalb der
in der Bauartspezifikation festgelegten Grenzen liegen. Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders
festgelegt ist, muss der höchstzulässige Leckstrom 2 mA betragen.

4.5.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Messpunkte;
b) Betrag und Art der Prüfspannung;
c) zu prüfende Kontakte;
d) höchstzulässiger Leckstrom, falls abweichend von 2 mA;
e) besondere Vorbereitung, Montage usw. (falls festgelegt);
f) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.5.2 Stehspannung bei niedrigem Luftdruck

4.5.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit einer Isolierung, Spannungsbeanspruchungen unter
nachgebildeter Höhenlage standzuhalten.

4.5.2.2 Verfahren

Es wird folgendermaßen vorgegangen.


a) Die Vorbehandlung muss gegebenenfalls in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
b) Die Anfangsmessungen müssen nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation durchgeführt werden.
c) Die Prüfung muss in einer dichten Prüfkammer nach IEC 60068-2-13, Prüfung M, durchgeführt werden.
Der Luftdruck im Inneren der Kammer muss für 4 h auf 8 kPa ± 5 % (etwa 17 600 m Höhe) gehalten
werden, sofern es nicht anders festgelegt ist. Die Kammer muss ausreichend mit elektrischen
Durchführungen durch die Kammerwände ausgestattet sein.
d) Sofern es nicht anders festgelegt ist, müssen Schalter mit einer Bemessungsspannung über 42 V mit
einer Wechselspannung von 400 V (Effektivwert) geprüft werden.

4.5.2.3 Anforderung

Während dieser Prüfung muss der Schalter der Prüfspannung ohne Lichtbogenüberschlag, Funken-
überschlag oder Durchschlag standhalten. Der Leckstrom muss innerhalb der in der Bauartspezifikation
festgelegten Grenzen liegen.

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4.5.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montage- und Verdrahtungsverfahren für den Prüfling;
b) Schärfegrad der Beanspruchung (Druck);
c) Anfangsmessungen;
d) Anforderungen an die Messungen;
e) Dauer der Beanspruchung, falls zutreffend;
f) höchster Leckstrom;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.6 Erwärmung

4.6.1 Zweck

Der Zweck der Messung ist die Bewertung der Erwärmung der Schalteranschlüsse bei Bemessungsstrom.

4.6.2 Verfahren

Die Messung muss nach IEC 61058-1:2016, Abschnitt 16, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Der Schalter muss auf eine ebene waagerechte, nichtleitende Fläche montiert werden.
b) Als Temperaturfühler muss ein Thermoelement verwendet werden, das sich am Anschluss möglichst
nahe am Gehäuse des Schalters befindet.
c) Die Erwärmungsprüfung muss vor und/oder unmittelbar nach der elektrischen Dauerprüfung
durchgeführt werden.
d) Der Prüfstrom vor der elektrischen Dauerprüfung muss das 1,06-Fache des größten Bemessungs-
stromes des Schalters betragen. Der Prüfstrom nach der elektrischen Dauerprüfung ist der
Bemessungsstrom.
Vor der Dauerprüfung werden:
✄ Schalter mit einer oberen Kategorietemperatur von 55 °C bei (25 ± 10) °C geprüft;
✄ andere Schalter bei ihrer oberen Kategorietemperatur geprüft. Nach der Dauerprüfung werden alle
Schalter bei (25 ± 10) °C geprüft.
e) Die Prüfdauer muss 1 h betragen. Die Prüfung darf abgebrochen werden, wenn bei drei im Abstand von
5 min vorgenommenen Ablesungen die angezeigte Temperatur sich nicht um mehr als ± 2 °C ändert.

4.6.3 Anforderung

4.6.3.1 Vor der elektrischen Dauerprüfung

Die Temperatur darf an den Anschlüssen um höchstens 45 K ansteigen.

4.6.3.2 Nach der elektrischen Dauerprüfung

Die Temperatur darf an den Anschlüssen um höchstens 55 K ansteigen.

4.6.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:

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a) Leitungsquerschnitt;
b) Verdrahtung des Prüflings und Anschlussart;
c) Montage des Prüflings;
d) Ort, Art und Kennwerte der Temperaturfühler;
e) Strom, Wechselstrom oder Gleichstrom;
f) Anzahl der Prüflinge, falls erforderlich;
g) Messung vor und/oder nach einer elektrischen Dauerprüfung;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.7 Dynamische Beanspruchung

4.7.1 Schocken

4.7.1.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit von Bauteilen, einem Schock mit einer fest-
gelegten Prüfschärfe standzuhalten.

4.7.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-27, Prüfung Ea, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten.
a) Die Anfangsmessungen müssen nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation durchgeführt werden.
b) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
c) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss der Schockimpuls ein Halbsinusimpuls mit einer Spitzen-
beschleunigung von 490 m/s2 (50 g) und einer Impulsdauer von 11 ms sein.
d) Der Schockimpuls muss dreimal in jeder Richtung der drei senkrecht zueinanderstehenden Achsen des
Schalters mit insgesamt 18 Schockimpulsen angewendet werden.
e) Wenn es in der Bauartspezifikation so festgelegt ist, müssen die Schalterkontakte mittels des
Prüfverfahrens für Kontaktstörungen (siehe 4.7.3) überwacht werden.
f) Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigen auf gebrochene, verformte, verschobene oder
lose Teile untersucht werden. Nach Abschluss der Prüfungen in der Prüfgruppe muss der Schalter einer
Funktionsprüfung unterzogen werden (siehe 4.3.5).

4.7.1.3 Anforderung

Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, dürfen offene Kontakte nicht öfter schließen oder
geschlossene Kontakte nicht öfter öffnen, als in der Bauartspezifikation erlaubt ist. Nach der Prüfung darf der
Schalter keine Schäden zeigen, die seine elektrische oder mechanische Funktion beeinträchtigen.

4.7.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren für den Prüfling und zugehörige Kabel-/Leitungsbündel einschließlich der nicht
befestigten Länge des Kabels vom Kontakt bis zur ersten Klemme;
b) Impulsform;
c) Prüfschärfe (Beschleunigungspegel und Dauer);
d) Achsen und Richtung des Schocks;
e) Grenzwerte der Dauer der Kontaktstörung;

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f) Höchstwert des Kontaktwiderstands, falls erforderlich;


g) zu prüfende Betriebskennwerte;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.7.2 Schwingen

4.7.2.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit von Bauteilen, festgelegten Prüfschärfen einer
sinusförmigen Schwingung standzuhalten.

4.7.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-6. Prüfung Fc, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Die Anfangsmessungen müssen nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation durchgeführt werden.
b) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
c) Frequenzbereich und Amplitude müssen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
d) Die Dauer der Beanspruchung muss 12 Frequenzdurchläufe je Achse betragen.
e) Die Schwingfrequenz muss logarithmisch zwischen den Grenzen des Frequenzbereiches durchlaufen
werden. Ein Frequenzdurchlauf muss aus einem Durchlauf von der niedrigsten Frequenz zur höchsten
Frequenz und zurück zur niedrigsten Frequenz bestehen.
f) Wenn es in der Bauartspezifikation so festgelegt ist, müssen die Schalterkontakte mittels des
Prüfverfahrens für Kontaktstörungen (siehe 4.7.3) überwacht werden.
g) Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigen auf gebrochene, verformte, verschobene oder
lose Teile untersucht werden. Nach Abschluss der Prüfungen in der Prüfgruppe muss der Schalter einer
Funktionsprüfung unterzogen werden (siehe 4.3.5).
h) Bei Schaltern mit Anschlussdrähten müssen die Anschlussdrähte ebenfalls mit dem Schalter befestigt
werden.
i) Im Fall von an Leiterplatten befestigten Schaltern muss der Schalter auf eine Leiterplatte gelötet werden.
Die Baugruppe muss direkt oder mittels einer Spannvorrichtung am Schwingtisch befestigt werden.
j) Wenn die Bauartspezifikation die Betätigungsprüfung oder die elektrische Last während der Prüfung
festlegt, muss während der Prüfung die Betätigungsprüfung durchgeführt oder die elektrische Last
angeschlossen werden.

4.7.2.3 Anforderung

Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, dürfen offene Kontakte nicht öfter schließen oder
geschlossene Kontakte nicht öfter öffnen, als in der Bauartspezifikation erlaubt ist. Nach der Prüfung darf der
Schalter keine Schäden zeigen, die seine elektrische oder mechanische Funktion beeinträchtigen.

4.7.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren für den Prüfling und zugehörige Kabel-/Leitungsbündel einschließlich der nicht
befestigten Länge des Kabels vom Kontakt bis zur ersten Klemme;
b) Prüfschärfe (Frequenzbereich, Amplitude der Verlagerung, Beschleunigungspegel, Dauer);
c) Grenzwert der Dauer der Kontaktstörung, Schließzeit für offenen Kontakt oder Öffnungszeit für
geschlossenen Kontakt;
d) Höchstwert des Kontaktwiderstands, falls erforderlich;

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EN IEC 61020-1:2019

e) zu prüfende Betriebskennwerte;
f) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.7.3 Kontaktstörung

4.7.3.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Ermittlung einer Kontaktstörung unter festgelegten dynamischen
Bedingungen.

4.7.3.2 Verfahren

Die Überwachung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
b) Die Kontaktstörung muss unter dynamischen Bedingungen bestimmt werden. Die Dauer des Öffnens
geschlossener Kontakte und/oder des Schließens offener Kontakte muss bestimmt werden, wenn das
Bauteil Stoß-, Schock-, Schwing- oder Beschleunigungsprüfungen unterzogen wird. Die Überwachung
der Kontaktstörung muss während der Periode durchgeführt werden, die in der zutreffenden Prüf-
und/oder Bauartspezifikation festgelegt ist. Die Kontakte dürfen einzeln oder in einer oder mehreren
Gruppen überwacht werden, wie es in der Bauartspezifikation festgelegt ist. Bei der Überwachung in
Gruppen dürfen geschlossene Kontakte in Reihe geschaltet und offene Kontakte parallelgeschaltet
werden.
Wenn bei der Prüfung von Kontakten in Gruppen ein Fehler festgestellt wird, ist es zulässig, die Kontakte
nacheinander einzeln zu prüfen.
c) Der Schalter muss während der Dauer der dynamischen Beanspruchungsprüfung ständig überwacht
werden.
d) Die Messung muss mit einem Gleichstrom durchgeführt werden, der 100 mA nicht überschreitet. Die
Leerlaufspannung der Quelle darf 10 V nicht überschreiten.
e) Ein geschlossener Kontakt wird als gestört angesehen, wenn die Spannung über dem Kontakt 50 % der
Leerlaufspannung der Quelle überschreitet. Ein offener Kontakt wird als gestört angesehen, wenn die
Spannung über dem Kontakt unter 50 % der Leerlaufspannung der Quelle fällt. Wenn die Kontaktstörung
als Änderung des elektrischen Widerstandes betrachtet wird, muss diese Änderung in der
Bauartspezifikation festgelegt werden.
f) Prüfvorrichtungen müssen folgende Eigenschaften aufweisen:
✄ die Fähigkeit, höchstens 10 V 100 mA Gleichstrom bereitzustellen, und
✄ die Fähigkeit, Spannungsänderungen (Spannungsanstieg oder -senkung) zu erfassen, die 50 % der
Leerlaufspannung überschreiten.

4.7.3.3 Anforderung

Die Dauer der Kontaktstörung darf den in der Bauartspezifikation festgelegten Wert nicht übersteigen.
Vorzugswerte sind 1 ✁s, 10 ✁s, 100 ✁s, 1 ms und 10 ms, sofern nicht anders in der Bauartspezifikation
festgelegt.

4.7.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren und Verdrahtung des Prüflings;
b) Überwachungsperiode, falls verschieden von den Festlegungen im zutreffenden Prüfverfahren;
c) zu überwachende Kontakte und deren Betätigungszustand;
d) Grenzwerte der Dauer der Kontaktstörung;

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e) Änderung des Kontaktwiderstandes, falls erforderlich;


f) am Prüfling zu verwendende Strom- und Spannungsbeträge;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.8 Mechanische Widerstandsfähigkeit

4.8.1 Mechanische Widerstandsfähigkeit des Betätigungselements

4.8.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der mechanischen Widerstandsfähigkeit des Betätigungselements
des Schalters bei einem statischen Druck.

4.8.1.2 Verfahren

Folgende Punkte müssen als Anfangsprüfungen/-messungen ausgeführt werden:


✄ Aussehen (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 und 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden. In der Bauartspezifikation muss
festgelegt werden, welche Kraft oder welches Drehmoment zu verwenden ist und in welcher Richtung die
Kraft wirken muss. Die Richtung der angewendeten Kraft ist in Bild 9 dargestellt.

Die Kraft oder das Drehmoment müssen gleichmäßig bis zum vorgeschriebenen Wert erhöht und dann für
1 min gehalten werden. Die festgelegte Kraft muss an alle Schalter nacheinander angelegt werden. Wenn die
Betätigungselemente des Schalters nicht mit den Fingern fest ergriffen werden können, dürfen die Kräfte F5,
F6, T1 und T2 weggelassen werden. Wenn das Betätigungselement des Schalters gegen Kräfte einer
bestimmten Richtung geschützt ist, dürfen solche Kräfte weggelassen werden. Beispielsweise dürfen F1 und
F2 bei Wippschaltern für versenkten Einbau weggelassen werden.

Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigung auf gebrochene, verformte, verschobene oder lose
Teile geprüft werden.

Nach den Prüfungen in der Prüfgruppe müssen die folgenden Punkte als Endmessungen ausgeführt werden:
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 und 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

4.8.1.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine elektrische und/oder mechanische
Funktion beeinträchtigen.

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4.8.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Einzelheiten der Anfangsmessungen;
b) Montageverfahren des Prüflings;
c) Geschwindigkeit oder Kennwert der anzuwendenden Kraft oder des anzuwendenden Drehmoments;
d) Punkt und Richtung des Kraftangriffs;
e) Haltedauer für Drücken, Ziehen oder Drehen;
f) Einzelheiten der Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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a) Spindel, Taster, Stößel

b) Hebel

c) Schiebeschalter

d) Wippschalter

e) Daumenrad

Bild 9 ✁ Anwendung von Kräften und Drehmomenten für 4.8.1

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4.8.2 Mechanische Widerstandsfähigkeit der Befestigungsbuchse

4.8.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit eines Schalters mit Befestigung mit einer
Gewindebuchse, den üblichen Montagekräften eines Schalters standzuhalten.

4.8.2.2 Verfahren

Der Schalter muss mit Hilfe seiner üblichen Befestigungsmittel oder der festgelegten Befestigungsteile, falls
vorhanden, durch ein Loch geeigneter Größe auf eine Metallplatte montiert werden. Die Befestigungsmutter
muss mit einem Drehmoment von 125 % des in der Bauartspezifikation festgelegten Drehmomentes
angezogen werden. Das Drehmoment muss 1 min gehalten und dann gelockert werden. Die Mutter muss
fünfmal angezogen und gelockert werden.

4.8.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine mechanischen Schäden zeigen, die seine bestimmungsgemäße
Funktionsweise beeinträchtigen.

4.8.3 Mechanische Widerstandsfähigkeit von Schraubbefestigungen

4.8.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit eines Schalters mit Schraubbefestigung, den bei der
üblichen Montage des Schalters auftretenden Kräften standzuhalten.

4.8.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-21, Prüfschärfe 1, Prüfung Ud, durchgeführt werden. Dabei müssen die
folgenden Einzelheiten gelten:
a) Die Prüfung muss an den Schrauben durchgeführt werden, die für die Montage des Schalters
vorgeschrieben sind. Wenn die Schrauben nicht vorgeschrieben sind, dürfen die größten Schrauben
gewählt werden, mit denen der Schalter montiert werden kann.
b) Die folgenden Drehmomente müssen für eine Dauer von 10 s bis 15 s mit der Prüfschärfe nach den
Festlegungen in Tabelle 1 angewendet werden.
c) Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigung auf gebrochene, verformte, verschobene oder
lose Teile untersucht werden.

Tabelle 1 ✁ Drehmomentwerte für Befestigungsschrauben

Gewindenenndurchmesser
2,6 3,0 3,5 4,0 5,0 6,0
mm
Drehmoment
0,4 0,5 0,8 1,2 2,0 2,5
Nm

4.8.3.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine mechanischen Schäden zeigen, die seine bestimmungsgemäße
Funktionsweise beeinträchtigen.

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4.8.4 Widerstandsfähigkeit von Anschlüssen

4.8.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist der Nachweis dafür, dass die Bauteilanschlüsse Beanspruchungen standhalten
können, die bei der üblichen Montage oder Handhabung wahrscheinlich auftreten.

4.8.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-21, Prüfung U, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
b) Alle Anschlüsse müssen nach IEC 60068-2-21, Prüfung Ua1 (Zug) und Prüfung Ua2 (Schub),
beansprucht werden.
In der Bauartspezifikation sind möglicherweise zusätzliche Prüfungen festgelegt.
c) Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigen auf gebrochene, verformte, verschobene oder
lose Teile untersucht werden.

4.8.4.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine mechanischen Schäden zeigen, die seine bestimmungsgemäße
Funktionsweise beeinträchtigen.

4.8.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) anwendbare Prüfungen;
b) Vorbereitungs- und Montageverfahren für den Prüfling;
c) Prüfbedingungen wie Kraftwerte, Anzahl der Biegungen usw.;
d) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.9 Mechanische Dauerprüfungen

4.9.1 Mechanische Dauerprüfung ✁ Normalklima

4.9.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der ordnungsgemäßen mechanischen Funktionsweise des
Schalters während seiner mechanischen Bemessungslebensdauer im Kategorietemperaturbereich von 0 °C
bis 55 °C und bei Schaltern z. B. in DIL-Ausführung (zweireihiges Gehäuse), die nicht für eine Betätigung bei
Extremtemperaturen bemessen sind.

4.9.1.2 Verfahren

Folgende Punkte müssen als Anfangsprüfungen/-messungen ausgeführt werden:


✄ Aussehen (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 und 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und

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✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss wie in der Bauartspezifikation festgelegt angeschlossen werden. Die Prüfvor-
richtungen müssen so eingerichtet werden, dass sie nur Kräfte anwenden, die für die Betätigung des
Schalters notwendig sind. Es darf keine übermäßige Betätigungskraft auf die Prüflinge angewendet
werden.

ANMERKUNG Prüfschaltung(en) ist (sind) in IEC 61058-1:2016, Tabelle 2, angegeben. Sie können, soweit
anwendbar, verwendet werden.
b) Der Prüfling muss einer mechanischen Lebensdauerprüfung nach den Anforderungen in der
Bauartspezifikation (ohne elektrische Last) unterzogen werden.
c) Der Prüfling muss im bestimmungsgemäßen Betrieb betrieben werden. Die Anzahl der Schaltzyklen und
die Häufigkeit der Betätigung sind in der Bauartspezifikation festzulegen.
d) Nach den Prüfungen in der Prüfgruppe muss der Schalter folgenden Prüfungen unterzogen werden:
✄ Aussehen (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Prüfung der Betätigungskennwerte (4.3.6).
Falls anwendbar, muss der Prüfling ebenfalls folgenden Prüfungen unterzogen werden:
✄ Widerstandsmessungen (siehe 4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Dichtheit (siehe 4.14 und 4.15).

4.9.1.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen. Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, dürfen nach der Prüfung die Betätigungs-
kennwerte um höchstens 20 % von den vorgeschriebenen Werten abweichen.

4.9.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Anzahl, Häufigkeit und Geschwindigkeit der Betätigung;
d) Anforderungen an die Endmessungen;
e) Einzelheiten der Anfangsmessung;
f) Eigenschaften der Frontplattendichtung (falls zutreffend);
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.9.2 Mechanische Dauerprüfung ✁ Kategorietemperaturbereich

4.9.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der ordnungsgemäßen mechanischen Funktionsweise des
Schalters während seiner mechanischen Bemessungslebensdauer in seinem Kategorietemperaturbereich.
Diese Prüfung muss angewendet werden, wenn der Kategorietemperaturbereich des Schalters außerhalb
von 0 °C bis 55 °C liegt.

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EN IEC 61020-1:2019

4.9.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach 4.9.1.2 durchgeführt werden, mit Ausnahme folgender Einzelheiten:

Die halbe Anzahl der Prüflinge ist bei der unteren Kategorietemperatur, die andere Hälfte bei der oberen
Kategorietemperatur zu prüfen.

Folgende Punkte müssen als Endmessungen ausgeführt werden:


✄ Aussehen (4.3.1), ausgenommen Kennzeichnung in 6.2;
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 und 4.4.2);
✄ Widerstand des Betätigungsteils gegenüber der Befestigungsbuchse (falls zutreffend) (4.4.3);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6), und
✄ Frontplattendichtung (falls zutreffend) (4.14).

4.9.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.9.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Anzahl, Häufigkeit und Geschwindigkeit der Betätigung;
d) Anforderungen an die Endmessungen;
e) Einzelheiten der Anfangsmessung;
f) Eigenschaften der Frontplattendichtung (falls zutreffend);
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.10 Elektrische Dauerprüfungen

4.10.1 Elektrische Dauerprüfung ✁ Normalklima

4.10.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfungen in 4.10.1.2 ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters, während seiner
elektrischen Bemessungslebensdauer seine Bemessungslast (elektrische Lasten über 6 V oder 0,5 A) bei
Normalklima ordnungsgemäß zu schalten. Weitere Prüfungen für Schalter über 6 V und 0,5 A sind in 4.10.2
bis 4.10.4 festgelegt.

Für Schalter mit Bemessungswerten unter 6 V oder 0,5 A dürfen die Prüfungen für Logikschaltungen (TTL)
(siehe 4.10.5) oder die Dauerprüfung mit niedrigem Pegel (siehe 4.10.6) gewählt werden.

4.10.1.2 Verfahren

Folgende Punkte müssen als Anfangsprüfungen/-messungen ausgeführt werden:


✄ Aussehen (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);

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✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 und 4.4.2);


✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss wie in der Bauartspezifikation festgelegt angeschlossen werden. Die Prüfvor-
richtungen müssen so eingerichtet werden, dass sie nur Kräfte anwenden, die für die Betätigung des
Schalters notwendig sind. Es darf keine übermäßige Betätigungskraft auf die Prüflinge angewendet
werden.

ANMERKUNG 1 Prüfschaltung(en) ist (sind) in IEC 61058-1:2016, Tabelle 2, angegeben. Sie können, soweit
anwendbar, verwendet werden.
b) Der Schalter muss entsprechend den Festlegungen in der Bauartspezifikation belastet werden.

ANMERKUNG 2 Die Lasten sind in IEC 61058-1-1:2016, Tabelle 102 und/oder Tabelle 103, festgelegt.
c) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden. Wenn Sicherheits-
forderungen zu erfüllen sind, müssen die metallische Befestigungsplatte und das metallische Prüf-
Betätigungselement elektrisch geerdet sein.
d) Der Schalter muss für die in der Bauartspezifikation festgelegte Anzahl von Zyklen geprüft werden.
e) Die Häufigkeit der Betätigung muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
f) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss das Schließverhältnis für jede elektrische Last mindestens
25 % EIN betragen.
g) Bei Schaltern, die vorher mit Überlast geprüft wurden, müssen für die Prüfung die gleichen Kontaktsätze
verwendet werden, die bereits mit Überlast geprüft wurden.
h) Der Schalter muss mit den festgelegten elektrischen Lastbemessungen höher als 6 V und 0,5 A geprüft
werden. Elektrische Dauerprüfungen bei der höchsten Bemessungsspannung dürfen anstelle von
Prüfungen bei niedrigerer Spannung der gleichen Frequenz gewertet werden, wenn die Volt-Ampere bei
der niedrigeren Spannung nicht höher sind als die Volt-Ampere bei der höheren Spannung. Elektrische
Dauerprüfungen mit Wechselstrom und induktiver Last dürfen anstelle von Prüfungen mit Wechselstrom
und Widerstandslast gewertet werden, wenn der Bemessungsstrom bei Wechselstrom und
Widerstandslast nicht höher ist als der induktive Strom bei Wechselstrom.
i) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss die Nennfrequenz der Wechselspannung 50 Hz bis 60 Hz
betragen.
j) Bei Umschaltern muss die Hälfte der Prüflinge mit der Prüflast an den Kontakten der einen
Schaltrichtung, die andere Hälfte mit der elektrischen Last an den Kontakten der anderen Schaltrichtung
geprüft werden. Bei vielpoligen Schaltern müssen alle Pole gleichzeitig geprüft werden.
k) Die Stromquelle muss ausreichend belastbar sein, um bei geschlossenem Schalter die erforderlichen
Prüfströme zu liefern und dabei die erforderliche Prüfspannung am Anschluss des Schalters
aufrechtzuerhalten.
l) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss der Schalter in der Prüfschaltung zwischen dem nicht
geerdeten Pol der Spannungsquelle und der elektrischen Last eingeschaltet werden.
m) Für jeden Pol des Schalters muss eine eigene unabhängige elektrische Last vorgesehen werden.
n) Wenn es festgelegt ist, muss der Schalter ständig überwacht werden, um festzustellen, ob ein Kontakt
beim Öffnen oder Schließen versagt und seinen Stromkreis nicht in der ordnungsgemäßen Folge
schaltet. Die Überwachungsschaltung darf induktive Anteile der elektrischen Last oder die Schalt-
kontakte nicht überbrücken. Die Überwachungsvorrichtung muss entweder die Schaltvorgänge der
Kontakte aufzeichnen oder den Prüfablauf automatisch anhalten, wenn der Schalter beim Öffnen oder
Schließen des Stromkreises versagt. Die Bauartspezifikation muss festlegen, wie viele Fehlfunktionen
der Kontakte höchstens zulässig sind.
Die Vorzugswerte für die Zahl der Fehlfunktionen (falsch öffnen und/oder schließen) sind:
✄ 0-mal falsch öffnen oder schließen;

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✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 106 Zyklen;


✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 105 Zyklen;
✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 104 Zyklen;
✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 1 000 Zyklen;
✄ 5-mal falsch öffnen und/oder schließen je 1 000 Zyklen;
✄ 10-mal falsch öffnen und/oder schließen je 1 000 Zyklen;
✄ keine Überwachung der Kontakte.
o) Der Querschnitt der Anschlussleitungen muss der Belastbarkeit entsprechen.
Die in IEC 61058-1:2016, Tabelle 4, angegebenen Werte müssen verwendet werden.
p) Nach den Prüfungen in der Prüfgruppe muss der Schalter folgender Prüfung unterzogen werden:
✄ Kontaktwiderstandsprüfung mit festgelegtem Strom (4.4.2);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Stehspannungsprüfung (4.5.1);
✄ Sichtprüfung (4.3.1), ausgenommen Kennzeichnung;
✄ Isolationswiderstand (4.4.4), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

4.10.1.3 Anforderung

Wenn festgelegt, darf der Schalter während der Prüfung nicht häufiger als zulässig falsch öffnen und/oder
schließen. Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder
elektrische Funktion beeinträchtigen.

4.10.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art und Querschnitt des zu verwendenden Kabel-/Leitungs-
bündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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4.10.2 Elektrische Dauerprüfung ✁ Obere Kategorietemperatur

4.10.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Auswirkungen der oberen Kategorietemperatur auf die
Fähigkeit des Schalters, während seiner Bemessungslebensdauer seine Bemessungslast (elektrische Lasten
über 6 V und 0,5 A) bei bestimmungsgemäßem Luftdruck ordnungsgemäß zu schalten.

4.10.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie in 4.10.1 festgelegt durchgeführt werden, jedoch muss die Prüfung bei der für den
Schalter festgelegten oberen Kategorietemperatur durchgeführt werden.

4.10.2.3 Anforderung

Wenn festgelegt, darf der Schalter während der Prüfung nicht häufiger als zulässig falsch öffnen und/oder
schließen. Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder
elektrische Funktion beeinträchtigen.

4.10.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) Temperatur in der Prüfkammer während der Prüfung;
m) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.10.3 Elektrische Dauerprüfung ✁ Kategorietemperaturbereich

4.10.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Auswirkungen des Kategorietemperaturbereiches auf die
Fähigkeit des Schalters, während seiner Bemessungslebensdauer seine Bemessungslast (elektrische Lasten
über 6 V und 0,5 A) bei bestimmungsgemäßem Luftdruck ordnungsgemäß zu schalten.

4.10.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie in 4.10.1 festgelegt durchgeführt werden, außer dass während der Prüfung die
vorgeschriebenen Schaltzyklen in der folgenden Reihenfolge durchgeführt werden:
✄ 80 % bei Normalklima;

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✄ 10 % bei der unteren Kategorietemperatur;


✄ 10 % bei der oberen Kategorietemperatur.

4.10.3.3 Anforderung

Wenn festgelegt, darf der Schalter während der Prüfung nicht häufiger als zulässig falsch öffnen und/oder
schließen. Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elek-
trische Funktion beeinträchtigen.

4.10.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) untere Kategorietemperatur;
m) obere Kategorietemperatur;
n) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.10.4 Elektrische Dauerprüfung ✁ Unterdruck

4.10.4.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Auswirkungen niedrigen Luftdruckes auf die Fähigkeit des
Schalters, während seiner Bemessungslebensdauer seine Bemessungslast (elektrische Lasten über 6 V und
0,5 A) ordnungsgemäß zu schalten.

4.10.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie in 4.10.1.2 festgelegt durchgeführt werden, außer dass während der Prüfung der
Schalter einem niedrigen Luftdruck entsprechend der für ihn festgelegten Bemessungsbetriebshöhe
ausgesetzt werden muss. Die Anfangs- und Endprüfungen müssen Sichtprüfung (4.3.1), Funktionsprüfung
(4.3.5) und Stehspannungsprüfung bei Normalklima (4.5.1) sein.

4.10.4.3 Anforderung

Wenn festgelegt, darf der Schalter während der Prüfung nicht häufiger als zulässig falsch öffnen und/oder
schließen. Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder
elektrische Funktion beeinträchtigen.

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4.10.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) niedriger Luftdruckwert während der Prüfung;
m) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.10.5 Logikschaltungen (TTL)

4.10.5.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters, eine festgelegte elektrische Last mit
Logikpegel, die höher ist als die Schmelzspannung des Kontaktwerkstoffes (etwa 0,4 V) und niedriger ist als
die Lichtbogenspannung und der Lichtbogenstrom (etwa 6 V und 0,5 A), ordnungsgemäß zu schalten. Es
wird angenommen, dass die Schaltung während der ersten 10 ms gegen Kontaktprellen unempfindlich ist.

4.10.5.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
b) Jedes zu prüfende Kontaktpaar muss mit einer Gleichspannung von (5 ± 0,5) V und einer
Widerstandslast für (10 ± 1) mA geprüft werden. Jedes Kontaktpaar muss bei jedem Schließen und bei
jedem Öffnen mit einer Vorrichtung überwacht werden, die die vorgeschriebenen Prüfparameter der
Kontakte nicht beeinflusst. Die Überwachungsvorrichtung muss entweder das ordnungsgemäße Öffnen
und Schließen der Kontakte aufzeichnen oder bei einer Fehlschaltung die Prüfung unterbrechen.
✄ Überwachung des Schließens:
Der Spannungsfall am Kontakt muss in jedem Schaltzyklus während mindestens 50 % der
statischen Schließzeit überwacht werden. Um jegliches Kontaktprellen auszuschalten, darf die
Überwachung erst 10 ms nach dem ersten Schließen des Kontaktes beginnen. Ein Spannungsfall
am Kontakt von 2,1 V oder mehr gilt als Fehler beim Schließen des Kontaktes.
✄ Überwachung des Öffnens:
Der Spannungsfall am Kontakt muss in jedem Schaltzyklus während mindestens 50 % der Zeit
überwacht werden, die der Kontakt offen sein soll. Um jegliches Kontaktprellen auszuschalten, darf
die Überwachung erst 10 ms nach dem ersten Schließen des Kontaktes beginnen. Ein
Spannungsfall am Kontakt von weniger als 4,5 V gilt als Fehler beim Öffnen des Kontaktes.
c) In der Bauartspezifikation muss festgelegt werden, wie viele Fehlfunktionen der Kontakte höchstens
zulässig sind. Die empfohlenen Werte für Fehlfunktionen (falsch öffnen und/oder schließen) sind:
✄ 0-mal falsch öffnen oder schließen;

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 106 Zyklen;


✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 105 Zyklen.
d) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss die Prüfung bei Normalklima durchgeführt werden.
e) Die Anzahl der Schaltzyklen muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
f) Prüfspannung, Prüfstrom und Kontaktüberwachung gelten nur für TTL-Schaltungen. Für andere Arten
von Logikschaltungen dürfen abweichende Werte in der Bauartspezifikation festgelegt werden.

4.10.5.3 Anforderung

Bei der Prüfung muss der Schalter alle Schaltstromkreise in der ordnungsgemäßen Reihenfolge öffnen und
schließen.

4.10.5.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.10.6 Elektrische Dauerprüfung bei niedrigem Pegel

4.10.6.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters, eine festgelegte elektrische Last mit
niedrigem Pegel, der geringer ist als die Erweichungsspannung des Kontaktwerkstoffes (etwa 80 mV),
ordnungsgemäß zu schalten. Es wird angenommen, dass die Schaltung, in der er verwendet wird, während
der ersten 10 ms gegen Kontaktprellen unempfindlich ist.

4.10.6.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
b) Jedes zu prüfende Kontaktpaar muss mit einer Gleichspannung von höchstens 20 mV und höchstens
10 mA Widerstandslast geprüft werden. Jedes Kontaktpaar muss bei jedem Schließen und bei jedem
Öffnen mit einer Vorrichtung überwacht werden, die die vorgeschriebenen Prüfparameter der Kontakte
nicht beeinflusst. Die Überwachungsvorrichtung muss entweder das ordnungsgemäße Öffnen und
Schließen der Kontakte aufzeichnen oder bei einer Fehlschaltung die Prüfung unterbrechen.
✄ Überwachung des Schließens:

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Der Spannungsfall am Kontakt muss in jedem Schaltzyklus während mindestens 50 % der


statischen Schließzeit überwacht werden. Um jegliches Kontaktprellen auszuschalten, darf die
Überwachung erst 10 ms nach dem ersten Schließen des Kontaktes beginnen. Ein Spannungsfall
am Kontakt von mehr als 50 % der Leerlaufspannung gilt als ✁falsch schließen✂ (Fehler beim
ordnungsgemäßen Schließen des Stromkreises).
✄ Überwachung des Öffnens:
Der Spannungsfall am Kontakt muss in jedem Schaltzyklus während mindestens 50 % der Zeit
überwacht werden, die der Kontakt offen sein soll. Um jegliches Kontaktprellen auszuschalten, darf
die Überwachung erst 10 ms nach dem ersten Schließen des Kontaktes beginnen. Ein
Spannungsfall am Kontakt von weniger als 90 % der Leerlaufspannung gilt als Fehler beim Öffnen
des Kontaktes.
c) In der Bauartspezifikation muss festgelegt werden, wie viele Fehlfunktionen der Kontakte höchstens
zulässig sind.
Die empfohlenen Werte für Fehlfunktionen (falsch öffnen und/oder schließen) sind:
✄ 0-mal falsch öffnen oder schließen;
✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 106 Zyklen;
✄ 1-mal falsch öffnen oder schließen je 105 Zyklen.
d) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss die Prüfung bei Normalklima durchgeführt werden.
e) Die Anzahl der Schaltzyklen muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.

4.10.6.3 Anforderung

Bei der Prüfung muss der Schalter alle Schaltstromkreise in der ordnungsgemäßen Reihenfolge öffnen und
schließen.

4.10.6.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings einschließlich Art des zu verwendenden Kabel-/Leitungsbündels;
b) Montage des Prüflings;
c) Art der Last;
d) Spannung, Wechselstrom- oder Gleichstromwert, Oberschwingungsgehalt und Scheitelfaktor, falls
zutreffend;
e) Stromwert;
f) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
g) Anzahl, Geschwindigkeit und Häufigkeit der Betätigungen;
h) Anforderungen an die Endmessungen und durchzuführenden Prüfungen;
i) mechanische Hilfsmittel;
j) Anfangsmessungen;
k) Anzahl, die der Kontakt falsch öffnet oder schließt (falls zutreffend);
l) Spannung zwischen den Kontakten;
m) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.11 Überlastprüfungen

4.11.1 Elektrische Überlast

4.11.1.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung des Betriebsverhaltens von Kontakten bei einem festgelegten
elektrischen Überlaststrom.

4.11.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Die Einzelheiten zu a), c), e), f), i), j), k), l), m) und o) von 4.10.1.2 müssen gelten.
b) Die Prüfung muss an den gleichen Kontakten durchgeführt werden, die den Prüfungen nach 4.10.1 bis
4.10.4 unterzogen wurden.
c) Der Schalter muss mit 100 Schaltzyklen geprüft werden.
Sofern es die Auslegung zulässt, werden außer bei den Prüfungen mit festgebremstem Läufer, mit
kapazitiver Last und mit simulierter Lampenlast die Schalter betätigt mit einer Geschwindigkeit von
✄ 30 Betätigungen je Minute, wenn der Bemessungsstrom 10 A nicht überschreitet,
✄ 15 Betätigungen je Minute, wenn der Bemessungsstrom 10 A überschreitet, jedoch kleiner als 25 A
ist,
✄ 7,5 Betätigungen je Minute, wenn der Bemessungsstrom 25 A oder mehr beträgt,
wobei die EIN-Dauer 25 +50 % und die AUS-Dauer 75 +50 % eines Schaltzyklus beträgt.
d) Die verwendeten Lasten entsprechen den Festlegungen in 4.10.1, die Spannung wird dann auf den 1,15-
fachen Wert der Bemessungsspannung erhöht, was auch zur Erhöhung des Überlaststromes führt.
e) Während der Prüfung muss der Schalter ständig überwacht werden, um festzustellen, ob der Schalter
den zugehörigen Stromkreis nicht in der ordnungsgemäßen Reihenfolge geöffnet oder geschlossen hat.
f) Die Geschwindigkeit der Betätigung muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.

4.11.1.3 Anforderung

Während der Prüfung darf der Schalter keinen Ausfall beim Öffnen und Schließen seiner einzelnen
Schaltstromkreise in der ordnungsgemäßen Reihenfolge aufweisen.

4.11.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Art und Querschnitt der elektrischen Leitungen des Kabels;
c) anzulegende Kleinst- und Größtspannung;
d) anzulegender Strom;
e) Luftdruck, falls abweichend vom Normwert;
f) Anforderungen an die Endmessungen;
g) Anfangsmessungen;
h) Betätigungsgeschwindigkeit;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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EN IEC 61020-1:2019

4.11.2 Schalten kapazitiver Last

4.11.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung des Einschalt- und Ausschaltvermögens eines Schalters, der zur
Verwendung als Netzschalter vorgesehen ist. Diese Prüfung ist auch für die Nachbildung von hohen
Einschaltstromspitzen geeignet.

4.11.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden.
b) Die Prüfschaltung muss der Darstellung in IEC 61058-1:2016, Bild 8 oder 9, entsprechen. Einpolige
Schalter sollten die Prüfschaltung unterbrechen.
c) Wenn der Bemessungsstoßstrom des Schalters festgelegt ist, müssen die in IEC 61058-1:2016, Bild 8
oder 9 angegebenen Werte verwendet werden.
d) Die Bauteile des Laststromkreises müssen den Laststrom innerhalb von ± 10 % des festgelegten Wertes
halten.
e) Die Quellenimpedanz muss so gering sein, dass sie die Prüfergebnisse nicht beeinflusst.
f) Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, muss der Schalter insgesamt
10 000 Betätigungszyklen unterzogen werden. Die Schließverhältnisse müssen etwa 50 % betragen. Die
Zyklengeschwindigkeit muss 7 Zyklen je Minute betragen.
g) Das Schließen des Schalters darf nicht mit der Frequenz der Stromversorgung synchronisiert werden,
damit zufällige Lastbedingungen erzielt werden.
h) Nach Abschluss der Prüfungen der Prüfgruppe muss der Schalter einer Prüfung der Spannungsfestigkeit
(siehe 4.5.1), aber mit auf 75 % herabgesetzter Prüfspannung, und der Funktionsprüfung (siehe 4.3.5)
unterzogen werden.
i) Die Prüfspannung muss 250 V Wechselspannung betragen, wenn nicht in der Bauartspezifikation
festgelegt.
j) Der Prüfspitzenstrom muss das 8-, 16- oder 32-Fache des Bemessungsstroms betragen.

4.11.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.11.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) anzulegende Spannung;
c) Prüfstrom (darf nicht größer sein als der bestimmungsgemäße Bemessungsstrom des Prüflings);
d) Stoßstrom;
e) erforderliche Zyklenanzahl, falls abweichend von 10 000;
f) Anforderungen an die Anfangs- und Endmessungen;
g) zusätzliche Anforderungen, falls vorhanden;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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4.12 Umweltprüfungen

4.12.1 Klimafolge

4.12.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit von nichtwärmeabgebenden Schaltern
(Temperaturanstieg unter 5 K), festgelegten Umweltbedingungen ohne Verschlechterung standzuhalten.

4.12.1.2 Verfahren

Die Prüffolge muss gemäß IEC 60068-2-61, Prüfung Z/ABDM, Klimafolge, ausgeführt werden. Prüfschärfe
und Zwischenmessungen in den unterschiedlichen Stufen müssen wie in der Bauartspezifikation festgelegt
durchgeführt werden.

Die Anfangsmessung muss wie folgt durchgeführt werden:


✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

Prüfungen müssen nach der in Tabelle 2 festgelegten Folge am selben Prüfling ausgeführt werden. Der
Zeitabstand zwischen dem Ende jeder Prüfung und der nächsten Prüfung darf nicht mehr als drei Tage
betragen, ausgenommen der Zeitabstand zwischen Prüfung 2 und Prüfung 3, der einschließlich der Nach-
behandlung nicht mehr als zwei Tage betragen darf.

Sofern nicht anders festgelegt, muss die Messung am Beginn und am Ende dieser Prüffolge durchgeführt
werden.

Tabelle 2 ✁ Klimafolge

Prüffolge Art der Prüfung Beschreibung der Prüfung

1 Trockene Wärme Die Prüfung muss nach 4.12.2.2 und wie folgt durchgeführt werden:

Temperatur: In der Bauartspezifikation festgelegte Höchsttemperatur.

Zeit: 16 h

2 Feuchte Wärme, Die Prüfung muss nach 4.12.5.2.2 und wie folgt durchgeführt werden:
zyklisch
Diese Prüfung muss in Zyklen von je 24 h und ohne elektrische Last durchgeführt werden.
(12 h ± 12 h Zyklus)

3 Kälte Die Prüfung muss nach 4.12.3.2 und wie folgt durchgeführt werden:

Diese Prüfung muss für 2 h ohne elektrische Last durchgeführt werden.

4 Unterdruck Die Prüfung muss nach 4.5.2 und wie folgt durchgeführt werden:

Diese Prüfung ist nur anwendbar, wenn in der Bauartspezifikation ein Luftdruck unter
86 kPa festgelegt ist.

5 Feuchte Wärme, Diese Prüfung muss nach 4.12.5.2.2 und mittels Durchführung der in Tabelle 3
zyklisch beschriebenen restlichen Zyklen durchgeführt werden.

(12 h ± 12 h Zyklus) Diese Prüfung muss ohne elektrische Last durchgeführt werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Tabelle 3 ✁ Restliche Zyklen

Klimakategorie -/-/04 -/-/10 -/-/21 -/-/56

Restliche Zyklen 0 0 1 5

ANMERKUNG Die Klimakategorie ist in IEC 60068-1:2013, Anhang A festgelegt, und die restlichen Zyklen sind in
IEC 60068-2-61:1991, 8.2.5, beschrieben.

Nach den Prüfungen in der Prüfgruppe muss der Schalter folgenden Prüfungen unterzogen werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Prüfung der Betätigungskennwerte (4.3.6);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Prüfung des Isolationswiderstandes (4.4.4), und
✄ Stehspannungsprüfung (4.5.1).

4.12.1.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine bestimmungsgemäße Funktionsweise
beeinträchtigen.

4.12.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Vorbehandlungsverfahren;
c) Prüfschärfe und Zwischenmessungen für die Prüfungen;
d) Anforderungen an die Anfangs- und Endmessungen;
e) Messverfahren für den Kontaktwiderstand;
f) zusätzliche Anforderungen, falls vorhanden;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.2 Trockene Wärme

4.12.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters zur Verwendung oder Lagerung bei
trockener Wärme. Bei dieser Prüfung ist das Prüfmuster nicht zur Bewertung der Betätigungsfähigkeit oder
der Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperaturänderungen vorgesehen.

4.12.2.2 Verfahren

Die Durchführung der Prüfung muss nach IEC 60068-2-2 erfolgen. Dabei müssen die folgenden Einzelheiten
gelten: Wenn das Betriebsverhalten bei der Lagerung bei niedrigen Temperaturen geprüft wird, werden
Prüflinge in den kleinsten Verpackungseinheiten verwendet.
a) Die Vorbehandlung muss entsprechend der Bauartspezifikation erfolgen.
b) Die Anfangsprüfungen/-messungen müssen wie folgt sein:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);


✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).
c) Die Prüftemperatur wird in Übereinstimmung mit der Bauartspezifikation auf einen der folgenden Werte
eingestellt:
☎ 155 °C ± 2 °C
☎ 125 °C ± 2 °C
☎ 100 °C ± 2 °C
☎ 85 °C ± 2 °C
☎ 70 °C ± 2 °C
☎ 55 °C ± 2 °C
☎ 40 °C ± 2 °C

ANMERKUNG Falls es schwierig ist, die Grenzabweichung von ± 2 °C einzuhalten, ist in Abhängigkeit von der Größe
der Prüfkammer innerhalb des Temperaturbereichs von 100 °C bis 200 °C eine Grenzabweichung von ± 5 °C verfügbar.
d) Die Prüfdauer wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften in der Bauartspezifikation auf einen der
folgenden Werte eingestellt:
☎ 2h
☎ 16 h
☎ 72 h
☎ 96 h
e) Die Nachbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
f) Endmessungen müssen wie folgt durchgeführt werden:
- Sichtprüfung (4.3.1);
- Funktionsprüfung (4.3.5);
- Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
- Isolationswiderstand (4.4.4);
- Stehspannung (4.5.1), und
- Betätigungskennwerte (4.3.6).

4.12.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbehandlung;
b) Anfangsmessungen;
c) Zustand der zu prüfenden Prüfmuster;
d) Temperatur und Prüfdauer;
e) Messung mit/ohne Last während der Prüfung;
f) Nachbehandlung;

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

g) Endmessungen;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.3 Kälte

4.12.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters zur Verwendung oder Lagerung bei
Kälte.

ANMERKUNG Diese Prüfung ist nicht dazu vorgesehen, die Beständigkeit gegenüber Temperaturänderungen zu
bewerten.

4.12.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-1 durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden Einzelheiten
gelten. Wenn das Betriebsverhalten bei der Lagerung bei niedrigen Temperaturen geprüft wird, werden
Prüflinge in den kleinsten Verpackungseinheiten verwendet.
a) Die Vorbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
b) Die Anfangsmessung muss wie folgt durchgeführt werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).
c) Die Prüftemperatur wird in Übereinstimmung mit der Bauartspezifikation auf einen der folgenden Werte
eingestellt:
☎ 65 °C ± 3 °C
☎ 55 °C ± 3 °C
☎ 40 °C ± 3 °C
☎ 25 °C ± 3 °C
☎ 10 °C ± 3 °C
d) Die Prüfdauer wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften in der Bauartspezifikation auf einen der
folgenden Werte eingestellt:
☎ 2h
☎ 16 h
☎ 72 h
☎ 96 h
e) Die Nachbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
f) Endmessungen müssen wie folgt durchgeführt werden:
- Sichtprüfung (4.3.1);
- Funktionsprüfung (4.3.5);
- Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
- Isolationswiderstand (4.4.4);
- Stehspannung (4.5.1), und
- Betätigungskennwerte (4.3.6).

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.12.3.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbehandlung;
b) Anfangsmessungen;
c) Vorbehandlung der zu prüfenden Prüflinge;
d) Temperatur und Prüfdauer;
e) Messung mit/ohne Last während der Prüfung;
f) Nachbehandlung;
g) Endmessungen;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.4 Feuchte Wärme, konstant

4.12.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit eines Bauteils, festgelegten Bedingungen einer
hohen Temperatur und einer hohen relativen Feuchte standzuhalten.

4.12.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Anfangsmessungen
Falls es in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen die festgelegten Anfangsmessungen bei
Normalklima unmittelbar nach der Vorbehandlung durchgeführt werden.
b) Beanspruchung
Feuchte Wärme, konstant, muss nach Prüfung Cab in IEC 60068-2-78 unter Anwendung der
festgelegten Prüfschärfe angewendet werden.
c) Polarisationsspannung
Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, muss während der Beanspruchung an zwei der
Prüflinge eine Polarisationsspannung angelegt werden. Diese Prüflinge müssen verdrahtet sein;
wechselseitige Anschlüsse müssen miteinander verbunden werden und zwei Gruppen bilden.
✄ An Prüfling 1 muss die Polarisationsspannung an der ersten Anschlussgruppe angelegt werden und
die zweite Gruppe muss mit dem Gehäuse (Umhüllung) und/oder der Montageplatte verbunden
werden;
✄ An Prüfling 2 muss die Polarisationsspannung an der zweiten Anschlussgruppe angelegt werden,
und die erste Gruppe muss mit dem Gehäuse (Umhüllung) und/oder der Montageplatte verbunden
werden;
✄ Bei Drehschaltern müssen die Punkte zum Anlegen der Polarisationsspannung in der
Bauartspezifikation festgelegt werden.
d) Endmessung
Sofern nicht anders festgelegt, muss diese Messung innerhalb von 30 min nach der Nachbehandlung
abgeschlossen werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.12.4.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine bestimmungsgemäße Funktionsweise
beeinträchtigen.

4.12.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Einzelheiten müssen angegeben werden:


a) Anfangsmessungen;
b) Polarisationsspannung und Punkte der Anwendung;
c) Montageverfahren;
d) Bedingung der Vorbehandlung;
e) Prüfschärfe (Dauer);
f) Bedingungen der elektrischen Last (falls verwendet);
g) Messgegenstände und -dauern während der Prüfung (falls verwendet);
h) Verfahren zum Entfernen von Feuchtigkeit von der Oberfläche (falls verwendet);
i) Bedingungen der Nachbehandlung (falls verschieden von 4.12.2.2);
j) Endmessungen;
k) zusätzliche Anforderungen, falls vorhanden;
l) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.5 Feuchte Wärme, zyklisch

4.12.5.1 Kombination von Temperatur und Luftfeuchte (zyklisch)

4.12.5.1.1 Zweck

Zweck dieser Prüfung ist es, durch eine beschleunigte Prüfung zu bestimmen, ob sich die Prüfmuster bei
hohen Temperaturen und/oder hoher Luftfeuchte und/oder niedrigen Temperaturen verschlechtern.

4.12.5.1.2 Verfahren

Die Durchführung der Prüfung muss nach IEC 60068-2-38 erfolgen. Die folgenden Einzelheiten müssen
angewendet werden:
a) Die Vorbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
b) Die Anfangsmessungen müssen sein:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).
c) Die Montageverfahren der Prüflinge entsprechen der Bauartspezifikation. Elektrische Last und
Messungen während des Prüfzyklus entsprechen der Bauartspezifikation.
d) Die Prüfung umfasst 10 Zyklen von 24 Stunden.
e) Die Nachbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
f) Endprüfungen/-messungen müssen wie folgt durchgeführt werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

Die Bedingung der Endmessung ist in Übereinstimmung mit 6.4 (Endmessung) in IEC 60068-2-38:2009.

4.12.5.1.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.5.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren;
b) Prüfschärfe (falls nicht die 10 Zyklen von 24 Stunden);
c) Bedingung der elektrischen Last;
d) Vorbehandlung (im Fall einer Abweichung vom bestimmungsgemäß vorgetrockneten Zustand);
e) Anfangsmessungen;
f) Bedingung der Messung während der Prüfung (falls zutreffend);
g) Nachbehandlung;
h) Bedingung der Endmessung (Gegenstand und Folge der Messung nach der Prüfung);
i) Endmessungen;
j) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.5.2 Feuchte Wärme, zyklisch (12 h + 12 h Zyklus)

4.12.5.2.1 Zweck

Zweck dieser Prüfung ist es, die Eignung für eine Lagerung unter solchen Bedingungen zu bestimmen, bei
denen Kondensation von Tau an der Oberfläche der Prüflinge auftritt, wenn sich die Temperatur bei hoher
Luftfeuchte wiederholt ändert.

4.12.5.2.2 Verfahren

Die Durchführung der Prüfung muss nach IEC 60068-2-30 erfolgen. Die folgenden Einzelheiten müssen
angewendet werden:
a) Die Anfangsprüfungen/-messungen müssen wie folgt sein:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).
b) Die Montageverfahren der Prüflinge entsprechen der Bauartspezifikation. In der Bauartspezifikation darf
auch der Abschnitt zum Hinzufügen der Last und/oder zur Messung festgelegt werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

c) Die Prüfbedingung entspricht Abschnitt 5 von IEC 60068-2-30:2005 und der Beschreibung in der
Bauartspezifikation.
d) Die Nachbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
e) Endprüfungen/-messungen müssen wie folgt durchgeführt werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
✄ Funktionsprüfung (4.3.5);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Betätigungskennwerte (4.3.6).

4.12.5.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.5.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren;
b) Prüfschärfe (obere Temperatur und Zyklen);
c) Bedingung der elektrischen Last (falls zutreffend);
d) Anfangsmessungen;
e) Bedingung von Temperatur und Luftfeuchte;
f) Bedingung der Messung während der Prüfung (falls zutreffend);
g) Nachbehandlung;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.6 Rascher Temperaturwechsel

4.12.6.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit von Bauteilen, einem raschen Temperaturwechsel
der Luft standzuhalten, wie er bei der Lagerung, beim Transport und beim Einsatz auftreten kann.

4.12.6.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Anfangsmessungen
Falls es in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen die festgelegten Anfangsmessungen bei
Normalklima unmittelbar nach der Vorbehandlung durchgeführt werden.
b) Beanspruchung
Diese Prüfung muss nach IEC 60068-2-14 durchgeführt werden. Beanspruchungsdauer und Anzahl der
Zyklen für die hohe und die niedrige Temperatur müssen den Festlegungen in der Bauartspezifikation
entsprechen.
c) Die Prüfung muss ohne elektrische Last durchgeführt werden.

60
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

d) Die untere Temperatur muss die untere Kategorietemperatur (TA) sein.


e) Die obere Temperatur muss die obere Kategorietemperatur (TB) sein.
f) Es müssen fünf Zyklen ausgeführt werden (siehe Bild 10).
g) Jede Beanspruchungsdauer (t1) muss 30 min betragen.
h) Die Dauer für die Umrüstung (t2) darf höchstens 3 min betragen.
i) Nach der Prüfung muss der Schalter durch Besichtigen auf Schäden untersucht werden. Nach
Abschluss der Prüffolge muss der Schalter der Funktionsprüfung unterzogen werden (siehe 4.3.5).

Bild 10 ✁ Zusammensetzung eines Zyklus

4.12.6.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.6.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Einzelheiten müssen angegeben werden:


a) Anfangsmessungen;
b) Beanspruchungsdauer und Anzahl der Zyklen sowie Übertragungszeit;
c) zusätzliche Anforderungen, falls vorhanden;
d) Montageverfahren (falls festgelegt);
e) Bedingung der Vorbehandlung (falls festgelegt);
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.7 Schimmelwachstum (Beständigkeit)

4.12.7.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung des Ausmaßes von Schimmelwachstum in einem Kurzverfahren
von 28 Tagen, um festzustellen, ob schimmelbeständige Werkstoffe verwendet wurden.

61
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.12.7.2 Verfahren

Diese Prüfung muss nach IEC 60068-2-10 durchgeführt werden. Die Prüfdauer muss in der
Bauartspezifikation festgelegt werden. Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:
a) Die Prüflinge müssen mit ihrem üblichen Zubehör ausgerüstet und wie in der Bauartspezifikation
angegeben montiert werden.
b) Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, muss die Vorbehandlung mindestens 1 h
dauern.
c) Die Prüfung muss an repräsentativen Proben des Isolierstoffes vorgenommen werden.
d) Die Prüfdauer beträgt 28 Tage.
e) Nach der Prüfung müssen die Prüflinge einer Sichtprüfung auf Schimmelwachstum unterzogen werden.

4.12.7.3 Alternative Verfahren

Die Isolierstoffe, die in dem Teil verwendet werden, müssen bereits nach anerkannten mykologischen
Prüfverfahren auf Schäden durch Schimmelbewuchs bewertet worden sein.

4.12.7.4 Anforderung

Nach der Prüfung muss das Ausmaß des Schimmelwachstums, soweit nicht anders festgelegt, mit 0 oder 1
bewertet werden.

4.12.7.5 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montage- und Verdrahtungsverfahren für den Prüfling;
b) Beanspruchungsdauer;
c) Vorbehandlungsdauer;
d) Anforderungen an die Messungen;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.8 Korrosion, Industrieatmosphäre

4.12.8.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der korrosiven Wirkung einer mit Schwefeldioxid und/oder
Schwefelwasserstoff verschmutzten Atmosphäre auf den Schalter in einem beschleunigten Verfahren.

4.12.8.2 Schwefelwasserstoff (H2S)

4.12.8.2.1 Zweck

Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Auswirkung einer Schwefelwasserstoffatmosphäre auf
Kontakte, die aus den folgenden Werkstoffen bestehen:
a) Silber oder Silberlegierungen;
b) Silber mit einer Oberfläche aus einem anderen Werkstoff;
c) anderes Metall, bedeckt mit Silber oder einer Silberlegierung.

4.12.8.2.2 Verfahren

Die Anfangsmessung ist wie folgt mit festgelegter Messreihenfolge:

62
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1), und
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2).

Die Prüfung muss in Übereinstimmung mit IEC 60068-2-43 und IEC 60068-2-46 durchgeführt werden. Dabei
müssen die folgenden Einzelheiten gelten:
a) Der Prüfling muss wie in der Bauartspezifikation angegeben vorbereitet und montiert werden.
b) Wenn es in der Bauartspezifikation gefordert wird, muss der Prüfling vor der Prüfung so oft wie festgelegt
betätigt werden.
c) Bei mehreren Prüflingen wird empfohlen, die Prüflinge in zwei Gruppen mit unterschiedlichen
Bedingungen zu unterteilen.
d) Behandlung des Anschlusses: Um die Prüfung auszuführen, müssen die Anschlüsse des Prüflings
gegen Korrosion behandelt werden (z. B. Vorverzinnen, Verdrahten des Anschlussdrahtes usw.), so
dass es keinen Einfluss des Schwefelns während der Messung des Kontaktwiderstands gibt. Beim
Verzinnen der Anschlüsse ist jedoch darauf zu achten, den Prüfling nicht zu beschädigen.
e) Verdrahtung: Die Anschlüsse des Prüflings müssen vorsichtig verdrahtet werden, um keine übermäßige
Belastung auf die Anschlüsse auszuüben.
f) Anschlussdraht: Der Anschlussdraht für den Einschub muss gegen Korrosion durch Schwefelwasserstoff
behandelt werden und einen geringen elektrischen Widerstand aufweisen.
g) Die Prüflinge dürfen außer dem stützenden Teil nichts berühren.
h) Die Prüflinge müssen in der Kammer so angeordnet werden, dass sie die Gasströmung zu den anderen
Prüflingen nicht stören.
i) Von den Prüflingen erzeugte Korrosionsprodukte dürfen während der Prüfung nicht auf die anderen
Prüflinge gestreut werden.
j) Die Prüfbedingungen sind wie folgt.
✄ Die Konzentration des H2S ist in Tabelle 4 angegeben.
✄ Die Prüftemperatur ist in Tabelle 5 angegeben.
✄ Die relative Luftfeuchte der Prüfung muss (75 ± 5) % betragen.
✄ Die Prüfdauer ist in Tabelle 6 angegeben.
✄ Der Prüfling muss nach der Prüfung für 1 h bis 2 h unter den Normbedingungen belassen werden.
Tabelle 4 ✁ Konzentration von H2S
Konzentration von H2S

10-6 vol/vol (ppm)

Prüfschärfe 1 a max. 0,1

Prüfschärfe 2 b max. 1
a
IEC 60721-3-3, Klasse 3C1
b
IEC 60721-3-3, Klasse 3C2

Tabelle 5 ✁ Prüftemperatur
Prüftemperatur Grenzabweichung
°C °C
25
±2
40

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Tabelle 6 ✁ Prüfdauer

Prüfdauer Grenzabweichung
h h
96 (4 Tage) ±4
240 (10 Tage) ±8

500 (etwa 21 Tage) +24


0

k) Der Kontaktzustand (offen oder geschlossen) während der Prüfung muss mit der Spezifikation über-
einstimmen.
l) Endmessungen
Nach der Prüfung muss der Schalter der folgenden Folge unterzogen werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
besondere Aufmerksamkeit ist bei Rissen, Ablösungen und Löchern freigelegter Teile des Metalls
erforderlich;
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Prüfung des Isolationswiderstandes (4.4.4);
✄ Stehspannungsprüfung (4.5.1), und
✄ Prüfung der Betätigungskennwerte (4.3.6).

ANMERKUNG Nachdem ausreichend Erfahrungen gesammelt wurden, dürfen zukünftig andere Verfahren auf-
genommen werden.

Kondensation am Prüfling und an der Prüfeinrichtung sollte vermieden werden.

Die Prüflinge sollten bis zum Ende der Messung nach dem Entfernen aus der Prüfkammer keiner
Schwingung und keinem Stoß ausgesetzt werden.

4.12.8.2.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

4.12.8.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitungs- und Montageverfahren für den Prüfling;
b) Vorbehandlung der Prüflinge (falls gefordert);
c) Prüfschärfe, Art, Konzentration und Temperatur des Schadgases;
d) Anfangsmessungen;
e) Anforderungen;
f) Beanspruchungsdauer;
g) Endmessungen;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.12.8.3 Schwefeldioxid (SO2)

4.12.8.3.1 Zweck

Zweck dieser Prüfung ist es, den Einfluss der Beanspruchung durch eine mit Schwefeldioxid verschmutzte
Atmosphäre auf den Kontaktwiderstand von Edelmetall- oder edelmetallbeschichteten Kontakten zu
untersuchen.

4.12.8.3.2 Verfahren

Die Anfangsmessung entspricht dem Folgenden, ausgeführt in der festgelegten Reihenfolge:


✄ Isolationswiderstand (4.4.4);
✄ Stehspannung (4.5.1);
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2).

Die Prüfung muss in Übereinstimmung mit IEC 60068-2-42 und IEC 60068-2-49 durchgeführt werden. Dabei
müssen die folgenden Einzelheiten gelten:
a) Der Prüfling muss wie in der Bauartspezifikation angegeben vorbereitet und montiert werden.
b) Wenn es in der Bauartspezifikation gefordert wird, muss der Prüfling vor der Prüfung so oft wie festgelegt
betätigt werden.
c) Bei mehreren Prüflingen wird empfohlen, die Prüflinge in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Be-
dingungen zu unterteilen.
d) Behandlung des Anschlusses: Um die Prüfung auszuführen, müssen die Anschlüsse des Prüflings
gegen Korrosion behandelt werden (z. B. Vorverzinnen, Verdrahten des Anschlussdrahtes usw.), so
dass es keinen Einfluss des Schwefelns während der Messung des Kontaktwiderstands gibt. Beim
Verzinnen der Anschlüsse ist jedoch darauf zu achten, den Prüfling nicht zu beschädigen.
e) Verdrahtung: Die Anschlüsse des Prüflings müssen vorsichtig verdrahtet werden, um keine übermäßige
Belastung auf die Anschlüsse auszuüben.
f) Anschlussdraht: Der Anschlussdraht für den Einschub muss gegen Korrosion durch Schwefelwasserstoff
behandelt werden und einen geringen elektrischen Widerstand aufweisen.
g) Die Prüflinge dürfen außer dem stützenden Teil nichts berühren.
h) Die Prüflinge müssen in der Kammer so angeordnet werden, dass sie die Gasströmung zu den anderen
Prüflingen nicht stören.
i) Von den Prüflingen erzeugte Korrosionsprodukte dürfen während der Prüfung nicht auf die anderen
Prüflinge gestreut werden.
j) Die Prüfbedingungen sind wie folgt:
✄ Die Konzentration des SO2 ist in Tabelle 7 angegeben.
✄ Die Prüftemperatur ist in Tabelle 8 angegeben.
✄ Die relative Luftfeuchte der Prüfung beträgt (75 ± 5) %.
✄ Die Prüfdauer ist in Tabelle 9 angegeben.
✄ Der Prüfling muss nach der Prüfung für 1 h bis 2 h unter den Normbedingungen belassen werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Tabelle 7 ✁ Konzentration von SO2

Konzentration von SO2

10-6 vol/vol (ppm)


Prüfschärfe 1 a max. 1

Prüfschärfe 2 b max. 10
a
IEC 60721-3-3, Klasse 3C1
b
IEC 60721-3-3, Klasse 3C2

Tabelle 8 ✁ Prüftemperatur

Prüftemperatur Grenzabweichung
°C °C
25
±2
40

Tabelle 9 ✁ Prüfdauer

Prüfdauer Grenzabweichung
h h
96 (4 Tage) ±4
240 (10 Tage) ±8
500 (etwa 21 Tage) +24
0

k) Der Kontaktzustand (offen oder geschlossen) während der Prüfung muss mit der Spezifikation über-
einstimmen.
l) Endmessungen
✄ Nach der Prüfung muss der Schalter der folgenden Folge unterzogen werden:
✄ Sichtprüfung (4.3.1);
besondere Aufmerksamkeit ist bei Rissen, Ablösungen und Löchern freigelegter Teile des Metalls
erforderlich;
✄ Kontaktwiderstand (4.4.1 oder 4.4.2);
✄ Prüfung des Isolationswiderstandes (4.4.4);
✄ Stehspannungsprüfung (4.5.1), und
✄ Prüfung der Betätigungskennwerte (4.3.6).

ANMERKUNG Nachdem ausreichend Erfahrungen gesammelt wurden, können zukünftig andere Verfahren auf-
genommen werden.

Kondensation am Prüfling und an der Prüfeinrichtung sollte vermieden werden.

Die Prüflinge sollten bis zum Ende der Messung nach dem Entfernen aus der Prüfkammer keiner
Schwingung und keinem Stoß ausgesetzt werden.

4.12.8.3.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden zeigen, die seine mechanische oder elektrische Funktion
beeinträchtigen.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.12.8.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitungs- und Montageverfahren für den Prüfling;
b) Vorbehandlung der Prüflinge (falls gefordert);
c) Prüfschärfe, Art, Konzentration und Temperatur des Schadgases;
d) Anfangsmessungen;
e) Anforderungen;
f) Beanspruchungsdauer;
g) Endmessungen;
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.9 Sand und Staub

4.12.9.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters, den Wirkungen sand- und staub-
haltiger trockener Luft standzuhalten.

4.12.9.2 Verfahren

Es muss folgendes Prüfverfahren angewendet werden (siehe auch IEC 60068-2-68):


a) Anfangsmessungen
Betätigungskennwerte (4.3.6) müssen gemessen werden und andere in 4.3 und 4.4 festgelegte Kenn-
größen dürfen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
b) Prüfeinrichtung
Länge, Querschnitt und Aufbau der Prüfkammer müssen so vorgesehen werden, dass vor den Prüf-
lingen keine Wirbelströmungen auftreten und solche Strömungen hinter den Prüflingen möglichst
beschränkt sind und dass im Luftstrom eine gleichmäßige Verteilung fester Teilchen sichergestellt ist.
c) Die Klimaprüfkammer muss mit Regelvorrichtungen versehen sein, die die Staubkonzentration (es wird
ein Photozellensystem zur Messung der Opazität empfohlen), die Geschwindigkeit der Luftströmung, die
relative Feuchte und die Temperatur um den Prüfling herum während der gesamten Prüfung innerhalb
festgelegter Grenzwerte hält.
d) Der für diese Prüfung zu verwendende Staub und Sand muss Schleifkörner mit folgenden Eigenschaften
haben:
✄ kleiner als 150 µm 100 % bis 99 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 105 µm 86 % bis 76 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 75 µm 70 % bis 60 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 40 µm 46 % bis 35 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 20 µm 30 % bis 20 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 10 µm 19 % bis 11 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 5 µm 11 % bis 5 % (Massenanteil);
✄ kleiner als 2 µm 5 % bis 1,5 % (Massenanteil);
✄ die Partikel müssen zwischen 97 % und 99 % SiO2 enthalten.

ANMERKUNG Die vorgenannten angegebenen Teilchen entsprechen grobem Staub der Variante 2 nach
IEC 60068-2-68:1994, 6.1.4.1.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

e) Anzahl der Stellungen und Ausrichtung der Prüflinge im Luftstrom müssen in der Bauartspezifikation
festgelegt werden.
f) Prüfverfahren
Die Bauartspezifikation muss die Anzahl der auszuführenden Zyklen festlegen. Jeder Zyklus dauert 2 h
und besteht aus vier Stufen.
Stufe 1:
Innerhalb von 30 min muss die Prüfkammer innerhalb folgender Grenzwerte stabilisiert werden:
✄ Temperatur: (30 ± 3) °C;
✄ relative Luftfeuchte: < 25 %;
✄ Luftgeschwindigkeit: in der Bauartspezifikation muss eine Geschwindigkeit zwischen 3 m/s und
10 m/s festgelegt werden; und die empfohlene Geschwindigkeit beträgt (3,0 ± 0,3) m/s;
✄ Teilchenkonzentration: (5 ± 1,5) g/m3.
Stufe 2:
Die angegebenen Bedingungen werden für 30 min aufrechterhalten. Der Schalter muss jede Stunde
50 Zyklen betätigt werden.
Stufe 3:
Innerhalb von 30 min muss die Temperatur auf (65 ± 5) °C gebracht werden, die anderen Parameter
bleiben unverändert.
Stufe 4:
Die neuen Bedingungen müssen für 30 min aufrechterhalten bleiben. Der Schalter muss jede Stunde
50 Zyklen betätigt werden.
Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss für jede Stellung ein Zyklus durchgeführt werden. Zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Zyklen muss die Temperatur innerhalb von höchstens 2 h auf (30 ± 3) °C
verringert werden.
Siehe Bild 11.

Bild 11 ✁ Zusammensetzung der Zyklen des Prüfverfahrens


g) Nachbehandlung
Nach der Prüfung muss der Prüfling durch Schütteln, Abwischen oder Bürsten von Staub befreit werden,
damit Auswirkungen durch Feuchtigkeit vermieden werden, wobei jedoch keine Blas- oder
Saugeinrichtungen angewendet werden dürfen, um Staub zu entfernen, der in die Prüflinge ein-
gedrungen ist.
Den Prüflingen muss eine Erholdauer gewährt werden, bis sie Raumtemperatur erreichen.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

h) Nach der Prüfung muss der Schalter der Prüfung der Betätigungskennwerte (siehe 4.3.6) unterzogen
werden. Der Schalter muss auf das Eindringen von Staub und Sand überprüft werden. Die anderen
Messungen müssen nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation durchgeführt werden.

4.12.9.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf der Schalter keine Schäden aufweisen, die seine mechanische oder elektrische
Funktion beeinträchtigen und er muss mit der anwendbaren IP-Klassifikation entsprechend den Festlegungen
in IEC 60529 übereinstimmen.

4.12.9.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Einzelheiten müssen angegeben werden:


a) Montageverfahren und Beschreibung der Verdrahtung der Prüflinge;
b) Beanspruchung des Prüflings: Schutzabdeckung angebracht oder nicht;
c) Anzahl der Stellungen und Ausrichtung der Prüflinge;
d) Anfangs- und Endmessungen;
e) Luftgeschwindigkeit;
f) Anzahl der Zyklen;
g) Ausrichtung und Anordnung der Prüflinge in der Prüfkammer während der Prüfung (falls festgelegt);
h) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.10 Salznebel

4.12.10.1 Zweck

Diese Prüfung ist vorgesehen für die Bewertung der Auswirkungen bei Verwendung des Schalters in
salzhaltiger Atmosphäre.

ANMERKUNG Diese Prüfung ist nicht dazu vorgesehen, das elektrische Betriebsverhalten zu bewerten.

4.12.10.2 Verfahren

Die Durchführung der Prüfung muss nach IEC 60068-2-11 erfolgen.


a) Die Vorbehandlung entspricht der Bauartspezifikation.
b) Die Anfangsprüfungen/-messungen müssen Sichtprüfung (4.3.1) und Betätigungskennwerte (4.3.6) in
Übereinstimmung mit der Bauartspezifikation sein.
c) Die Konzentration des Salzwassers ist (5 ± 1) % Massenanteil und der pH-Wert beträgt 6,5 bis 7,2 bei
(35 ± 2) °C.
d) Die Prüftemperatur beträgt (35 ± 2) °C um den Prüfling herum.
e) Die Montageverfahren der Prüflinge entsprechen der Bauartspezifikation.
f) Die Prüfdauer wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften in der Bauartspezifikation auf einen der
folgenden Werte eingestellt:
✄ 48 h ± 4 h;
✄ 96 h ± 4 h.
g) Nach dem Ende der Sprühdauer muss der Prüfling sorgfältig mit Wasser einer Temperatur von
höchstens 35 °C gewaschen werden, um anhaftendes Salz zu entfernen, sofern nicht anders in der
Bauartspezifikation festgelegt. In diesem Fall darf ein weicher Pinsel verwendet werden. Nach dem
Waschen muss der Prüfschalter 1 h bis 2 h lang bei Normbedingungen belassen werden.
h) Die Endmessungen müssen Sichtprüfung (4.3.1) und Betätigungskennwerte (4.3.6) sein.

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EN IEC 61020-1:2019

4.12.10.3 Anforderung

Nach der Prüfung darf es keine auffälligen Anomalien des Aussehens und keine übermäßige Korrosion
geben.

4.12.10.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren und Zustand des Prüflings;
b) Bedingung der Vorbehandlung;
c) Anfangsmessungen;
d) Prüfdauer;
e) Bedingung der Nachbehandlung;
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.12.11 Stabilität des Kontaktwiderstandes

4.12.11.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Auswirkungen der Alterung auf die Stabilität des
Kontaktwiderstandes der Schalterkontakte, wie sie möglicherweise auftreten, wenn längere Zeit zwischen
zwei Betätigungen des Schalters vergeht. Der Einfluss der Alterung wird durch eine Dauerbeanspruchung mit
der oberen Kategorietemperatur nachgebildet. Diese Prüfung wird üblicherweise für Schalter in Betracht
gezogen, die an Versorgungsspannungen im Millivoltbereich verwendet und nur in längeren Abständen
betätigt werden.

4.12.11.2 Verfahren

Der Schalter muss wie folgt geprüft werden.


a) Vorbehandlung
Der Schalter wird nach 4.9 (Mechanische Dauerprüfung) geprüft. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
✄ der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln montiert werden;
✄ sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, beträgt die Anzahl der Schaltzyklen
10 % des Bemessungswertes der mechanischen Betätigungen;
✄ die Häufigkeit der Betätigung muss in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
b) Beanspruchung
Der Schalter wird nach 4.12.2 (Trockene Wärme) geprüft. Dabei müssen die folgenden Einzelheiten
gelten:
✄ Prüfschärfe
Die Prüftemperatur muss der für den Schalter festgelegten oberen Kategorietemperatur ent-
sprechen. Die Dauer der Beanspruchung beträgt 100 h, 200 h, 500 h, 1 000 h oder 2 000 h, wie in
der Bauartspezifikation festgelegt.
✄ Wenn notwendig, muss die Bauartspezifikation besondere Bedingungen festlegen, um sicherzu-
stellen, dass sowohl offene Schaltkontakte als auch geschlossene Schaltkontakte beansprucht
werden.
✄ Während der Temperaturbeanspruchung dürfen geschlossene Schaltkontakte nicht bewegt werden.
Der Schalter darf nicht betätigt oder nennenswerten dynamischen Beanspruchungen wie Schwingen
oder Schocken ausgesetzt werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

c) Endmessungen
Nach der Beanspruchung und vor der Endmessung dürfen geschlossene Schalterkontakte nicht bewegt
werden, sei es durch Betätigung des Schalters oder durch dynamische Beanspruchung. Nach der
Prüfung müssen alle geschlossenen Schalterkontakte nach 4.4.1 gemessen werden. Dann muss der
Schalter betätigt werden, so dass sich die Schaltkontakte schließen, die während der Beanspruchung
offen waren, und alle jetzt geschlossenen Kontakte müssen nach 4.4.1 gemessen werden.

4.12.11.3 Anforderung

Nach der Prüfung muss der Kontaktwiderstand in den Grenzen liegen, die in der Bauartspezifikation
vorgeschrieben sind.

4.12.11.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Die folgenden Einzelheiten müssen angegeben werden:


a) Anfangsmessungen;
b) Häufigkeit der Betätigung;
c) Anzahl der Betätigungszyklen;
d) Prüfschärfe;
e) Stellung der Schalterkontakte;
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.13 Löten

4.13.1 Lötbarkeit, Benetzung, Lötbadmethode

4.13.1.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Lötbarkeit der Anschlussflächen, die mit Lot benetzt
werden müssen.

4.13.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Ta, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Wenn es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, dürfen die Anschlüsse vor Durchführung
der Prüfung der Lötbarkeit nicht gereinigt oder entfettet werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass
die zu prüfenden Anschlüsse nicht berührt oder anderweitig verunreinigt werden.
b) Verfahren 1 (Lötbad) muss anwendbar sein. Wenn Verfahren 1 aufgrund der Gestaltung des Schalters
undurchführbar ist, muss entweder der Anschluss als Einzelteil nach der Endbehandlung seiner
Oberfläche geprüft werden, oder es muss Verfahren 2 angewendet werden.
Eintauchdauer und -temperatur müssen aus Tabelle 10 entnommen werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Tabelle 10 ✁ Lötbarkeit, Lötbadmethode: Prüfschärfen (Dauer und Temperatur)

Prüfschärfe c
Zusammensetzung der
(215 ± 3) °C (235 ± 5) °C (245 ± 5) °C (250 ± 5) °C
Legierung b
(3 ± 0,3) s (10 ± 1) s (2 ± 0,2) s (5 ± 0,5) s (3 ± 0,3) s (3 ± 0,3) s
SnPb Xa Xa Xa Xa
Sn96,5Ag3,0Cu0,5 Xa
Sn99,3Cu0,7 Xa

ANMERKUNG Die Zusammensetzung der Legierung gilt nur für Prüfzwecke. Anstelle von Sn96,5Ag3,0Cu0,5 kann
eine Lotlegierung, bestehend aus 3,0 % Massenanteil bis 4,0 % Massenanteil Ag, 0,5 % Massenanteil bis 1,0 %
Massenanteil Cu und dem Rest Sn, verwendet werden. Anstelle von Sn99,3Cu0,7 kann die Lotlegierung, bestehend
aus 0,45 % Massenanteil bis 0,9 % Massenanteil Cu und dem Rest Sn, verwendet werden.

a ✁X✂ bedeutet anwendbar.

b Zur Identifizierung der Zusammensetzung der Legierung siehe IEC 61190-1-3:2017, 3.1.

c Die in dieser Tabelle aufgeführten und im Wesentlichen bleifreien Lotlegierungen geben Zusammensetzungen
wieder, die gegenwärtig in bleifreien Lötprozessen verwendet werden. Falls andere Lotlegierungen als hier
aufgeführt verwendet werden, muss nachgewiesen werden, dass die gegebenen Prüfschärfen anwendbar sind.

c) Alterungsverfahren 1a (1 h mit Dampf).


d) Sofern es nicht anders festgelegt ist, müssen die Anschlüsse bis 2,5 mm Abstand vom Körper des
Schalters oder von der Montageoberfläche eingetaucht werden.
e) Anschlüsse des Schalters, die zur Montage auf einer Leiterplatte vorgesehen sind, dürfen mit einem
Wärmeschutzschirm aus Isolierstoff mit einer Dicke von (1,5 ± 0,5) mm mit an den Anschlussquerschnitt
angepassten Löchern geprüft werden. Wird ein Wärmeschutzschirm verwendet, müssen die Anschlüsse
so tief eingetaucht werden, dass der Wärmeschutzschirm die Oberfläche des Lotes fast berührt.
f) Nach der Prüfung müssen die Anschlüsse mit 10-facher Vergrößerung untersucht werden.

4.13.1.3 Anforderung

Nach Abschluss der Prüfung muss die lötbare Oberfläche der getauchten Anschlüsse zu 95 % mit einer
glatten, blanken Lotschicht bedeckt sein. Löcher oder Fehlstellen dürfen nicht mehr als 5 % der getauchten
Fläche ausmachen und nicht in einem engen Bereich zusammenliegen.

4.13.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Verfahren der beschleunigten Alterung, falls abweichend von 1a;
c) Eintauchtiefe, wenn kein Wärmeschutzschirm benutzt wird;
d) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.13.2 Lötbarkeit, Benetzung, Lötkolbenmethode

4.13.2.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Lötbarkeit der Anschlussflächen, die mit Lot benetzt
werden müssen.

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EN IEC 61020-1:2019

4.13.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Ta, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders angegeben ist, muss Verfahren 2 mit einer Temperatur
der Lötspitze von 350 °C angewendet werden.
b) Es muss das Alterungsverfahren 1a (1 h mit Dampf) nach IEC 60068-2-20 anwendbar sein.

4.13.2.3 Anforderung

Das Lot muss den Anschluss ohne Bildung von Tröpfchen benetzen.

4.13.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
b) Verfahren der beschleunigten Alterung, falls abweichend von 1a;
c) Größe des Lötkolbens (A oder B);
d) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.13.3 Lötbarkeit, Entnetzung

4.13.3.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Anschlüsse eines Bauteils, mit Lot benetzt zu
bleiben, wenn es unter bestimmten Bedingungen in Kontakt mit flüssigem Lot kommt.

4.13.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Ta, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Vorbereitung des Prüflings ✄ Der Prüfling muss wie für die Benetzungsprüfung, die vor der Entnetzungs-
prüfung durchgeführt wurde, festgelegt vorbereitet werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die zu
prüfenden Anschlüsse nicht berührt oder anderweitig verunreinigt werden.
b) Die Eintauchtiefe und das zu verwendende Flussmittel müssen den Festlegungen für die Benetzungs-
prüfung, die vor der Entnetzungsprüfung durchgeführt wurde, entsprechen. Die Entnetzungsprüfung
muss zwei Eintauchvorgänge von jeweils 5 s nach IEC 60068-2-20 umfassen.

4.13.3.3 Anforderung

Die lötbare Oberfläche der getauchten Anschlüsse muss zu 95 % mit einer glatten, blanken Lotschicht
bedeckt sein. Fehlstellen (entnetzte Bereiche) dürfen nicht in einem engen Bereich zusammenliegen.

4.13.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, muss jede Abweichung vom Normprüf-
verfahren angegeben werden.

73
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.13.4 Lötwärmebeständigkeit, Lötbadmethode

4.13.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Fähigkeit eines Prüflings, der durch das Löten ver-
ursachten Wärmebeanspruchung standzuhalten.

4.13.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Tb, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Vorbereitung des Prüflings
Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, muss ein Wärmeschutzschirm aus
Isolierstoff, wie in IEC 60068-2-20 festgelegt, verwendet werden.
b) Wenn anstelle des Wärmeschutzschirmes ein Kühlkörper verwendet wird, muss eine doppelseitige
Leiterplatte mit einer Dicke von 1,6 mm und einer Kupferschicht von 35 µm auf beiden Seiten benutzt
werden. Länge und Breite der Leiterplatte müssen in jeder Richtung um mindestens 15 mm über den
Umriss des Prüflings hinausragen. Das Lochraster muss zu den Anschlüssen passen. Es müssen
unplattierte Löcher ohne Lötaugen verwendet werden. Das Leitungsbild muss aus gleichmäßig verteilten
Leitern bestehen, und jede Seite der Leiterplatte muss zu etwa 50 % mit Metall bedeckt sein. Wird ein
anderer Kühlkörper verwendet, müssen die Einzelheiten in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
c) Es muss Verfahren 1 mit einer Lötbadtemperatur von 260 °C und einer Eintauchzeit von (10 ± 1) s für
bleifreie Legierungen angewendet werden.
d) Die Eintauchzeit muss nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation 5 s oder 10 s betragen.

4.13.4.3 Anforderung

Es dürfen keine Schäden auftreten, die eine bestimmungsgemäße Funktionsweise beeinträchtigen.

4.13.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings, zu verwendender Schutzschirm mit Einzelheiten, falls erforderlich;
b) Eintauchzeit;
c) Eintauchtiefe, falls verschieden von IEC 60068-2-20:2008, 5.2;
d) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.13.5 Lötwärmebeständigkeit, Lötkolbenmethode

4.13.5.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Fähigkeit eines Prüflings, der durch das Löten
verursachten Wärmebeanspruchung standzuhalten.

4.13.5.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Tb, Verfahren 2, durchgeführt werden, mit folgenden
Ausnahmen:
a) Beschleunigte Alterung: wie in 4.13.2.2 b).
b) Lötkolben: wie in 4.13.2.2 a).
c) Die Dauer der Anwendung der Lötspitze muss nach den Festlegungen in der Bauartspezifikation
(5 ± 1) s oder (10 ± 1) s betragen.

74
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.13.5.3 Anforderung

Es dürfen keine Schäden auftreten, die eine normale Funktionsweise beeinträchtigen.

4.13.5.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Anfangsmessungen;
b) anzuwendendes Prüfverfahren;
c) Eintauchtiefe, falls anders als mit einem Abstand von 2,0 mm bis 2,5 mm vom Schalter;
d) Eintauchzeit;
e) ob auf die Anwendung eines Wärmeschutzschirmes verzichtet werden kann und Einzelheiten eines
Kühlkörpers, falls gefordert;
f) Lötkolbengröße (A oder B);
g) Abstand der Prüffläche vom Körper des Schalters oder Verwendung eines bestimmten Kühlkörpers;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.14 Frontplattendichtungen

4.14.1 Allgemeines

Bei Schaltern, die in einen Ausschnitt in einer Frontplatte oder in die Wand eines Gehäuses montiert sind, ist
möglicherweise eine Abdichtung zum Verhindern des Eindringens von Flüssigkeiten notwendig. Die Prüfung
der Frontplattendichtung erlaubt die Bewertung, ob mit dem Schalter die für die Frontplatte oder das
Gehäuse verlangte Dichtheitsklasse eingehalten werden kann. Die Prüfung der Frontplattendichtung dient
nicht dazu, eine gegebenenfalls vorhandene Abdichtung des Schaltmechanismus zu bewerten.

4.14.2 Tropfwasserschutz

4.14.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Frontplattendichtung des Schalters, ein Gehäuse
bis zu einer Neigung von 15° gegen Tropfwasser zu schützen.

4.14.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60529 für die Schutzart IP 02 durchgeführt werden.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln in einer Frontplatte befestigt werden.
b) Die Prüfung wird auf der Vorderseite der Frontplatte durchgeführt.

4.14.2.3 Anforderung

Während der Prüfung darf durch die Frontplattendichtungen des Schalters kein Wasser eindringen.

4.14.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

a) Montageverfahren (falls festgelegt);


b) Einzelheiten der Anfangsmessung;
c) Wasservolumen (falls verschieden von 4.14.2.2);
d) Nachbehandlung;
e) Endmessungen;
f) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.14.3 Spritzwasserschutz

4.14.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Frontplattendichtung des Schalters, ein Gehäuse
gegen Sprüh- oder Spritzwasser zu schützen.

4.14.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60529 für die Schutzart IP 04 durchgeführt werden.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln in einer Frontplatte befestigt werden.
b) Die Prüfung wird auf der Vorderseite der Frontplatte durchgeführt.

4.14.3.3 Anforderung

Während der Prüfung darf durch die Frontplattendichtungen des Schalters kein Wasser eindringen.

4.14.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montage des Prüflings (falls verschieden von 4.14.3.2);
b) Prüfverfahren;
c) Anfangsmessungen;
d) Gesamtvolumen des Wasserflusses;
e) Wasserdruck und Prüfdauer (falls erforderlich);
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.14.4 Eintauchen

4.14.4.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Frontplattendichtung des Schalters, Eindringen
von Wasser in ein Gehäuse beim Eintauchen in Wasser zu verhindern.

4.14.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60529 für die Schutzart IP 07 durchgeführt werden.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln in der Wand des Gehäuses für den Wasser-
schutz befestigt werden.
b) Die Frontplattendichtungen des Schalters müssen sich mindestens 1 m unter der Wasseroberfläche
befinden.
c) Schalter mit Dichtungen an bewegten Teilen müssen mit 25 Schaltzyklen betätigt werden.
d) Nach der Prüfung müssen die eingeschlossenen Schalter geöffnet und auf in den Körper des Schalters
eingedrungenes Wasser untersucht werden.
e) Wahlweise darf der Schalter mit der Prüfung Untertauchen (siehe 4.14.4) mit einem Luftdruck von
(10 ± 0,5) kPa geprüft werden.

4.14.4.3 Anforderung

Während der Prüfung darf durch die Frontplattendichtungen des Schalters kein Wasser eindringen.

4.14.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montage des Prüflings (falls verschieden von 4.14.4.2);
b) Prüfverfahren;
c) Anfangsmessungen;
d) Wassertemperatur (falls festgelegt);
e) dynamische Prüfung während der Tauchprüfung;
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.14.5 Untertauchen

4.14.5.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Frontplattendichtung des Schalters, Eindringen
von Wasser in ein Gehäuse beim Untertauchen in Wasser zu verhindern.

4.14.5.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60529 für die Schutzart IP X8 durchgeführt werden.

Dabei müssen die folgenden Einzelheiten gelten:


a) Leicht abnehmbare Dichtungen müssen vor der Montage des Schalters abgenommen und wieder an-
gebracht werden.
b) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln nach Bild 12 in die Seitenwand einer
Prüfkammer montiert werden. Die Prüfkammer muss ausreichend dicht sein, um beim Prüfdruck nicht zu
lecken. Die Prüfkammer muss geeignet sein, den erforderlichen Luftdruck auszuüben, zu regeln, einzu-
halten und zu messen. Die Prüfkammer muss eine Einrichtung haben, mit der der Schalter von vorn, von
der Seite oder von hinten betätigt werden kann. Bild 12 stellt schematisch eine typische Prüfkammer dar.
c) Die Prüfkammer muss mit frischem Leitungswasser gefüllt werden, bis dieses (150 ± 50) mm über dem
Schalter steht. Dann muss der Innendruck der Kammer allmählich mit einer Geschwindigkeit von
ungefähr 1 kPa/min erhöht werden, bis der vorgeschriebene Luftdruck erreicht ist.
d) Die Differenz zwischen dem Luftdruck im Innern der Prüfkammer und dem äußeren Luftdruck muss
(105 ± 5) kPa betragen, sofern kein anderer Wert festgelegt ist. Folgende Werte werden empfohlen:
✄ (10 ± 0,5) kPa;

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EN IEC 61020-1:2019

✄ (20 ± 1) kPa;
✄ (45 ± 1) kPa;
✄ (350 ± 10) kPa.
e) Die vorgeschriebene Druckdifferenz muss für 30 min gehalten werden. Während dieser Zeit müssen
Schalter mit Dichtungen an bewegten Teilen mit 25 Zyklen betätigt werden.
f) Das Gehäuse eingeschlossener Schalter muss nach der Prüfung geöffnet und auf eingedrungenes
Wasser untersucht werden. Bei Schaltern, die nur über eine Montagedichtung verfügen, wird nur auf
durch die Montagedichtung eindringendes Wasser überprüft.

4.14.5.3 Anforderung

Während der Prüfung darf durch die Frontplattendichtungen des Schalters kein Wasser eindringen.

4.14.5.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Druckunterschied zwischen Innen- und Außenseite der Prüfkammer (falls festgelegt);
b) Anfangsmessungen;
c) dynamische Prüfung während der Untertauchprüfung;
d) Endmessungen;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

Bild 12 ✁ Untertauchen ✁ Abgedichtetes Gehäuse

4.15 Gehäusedichtheit

4.15.1 Allgemeines

Zum Schutz der Schalterkontakte und des Schaltmechanismus kann ein Schalter ein Gehäuse haben, das
gegen das Eindringen von Schmutz und Feuchte dicht ist oder in dem ein konstanter Innendruck eingehalten
wird. Die Prüfungen auf Gehäusedichtheit bieten eine Möglichkeit zur Bewertung der Fähigkeit des
Schaltergehäuses den vorgeschriebenen Grad der Dichtheit bereitzustellen.

4.15.2 Tauchprüfung auf Wasserdichtheit

4.15.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schaltergehäuses, den inneren Mechanismus
beim Eintauchen in Wasser zu schützen.

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EN IEC 61020-1:2019

4.15.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-17, Prüfung Qf, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Die Prüfung muss mit einer Druckdifferenz von 14,7 kPa oder bei einer Wassersäule von 1,50 m
durchgeführt werden.
b) Die Dauer der Prüfung muss 10 min betragen.
c) Als Ausfall wird gewertet, wenn ein gleichmäßiger Strom von Luftblasen aus dem Schalter austritt.
Luftblasen auf der Oberfläche des Schalters, die von festgehaltener Luft herrühren, sind zulässig.
d) Nach den Prüfungen muss der Schalter geöffnet und auf eingedrungenes Wasser untersucht werden.

4.15.2.3 Anforderung

Während der Prüfung darf aus dem Innern des Schalters kein gleichbleibender Strom von Luftblasen
austreten. Wenn der Schalter nach der Prüfung geöffnet wird, darf sich im Innern des Gehäuses kein Wasser
befinden.

4.15.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montageverfahren;
b) Höhe der Wassersäule;
c) Eintauchzeit;
d) Bedingung der Nachbehandlung (falls verschieden von 4.15.2.2);
e) Anfangsmessungen;
f) Endmessungen (falls verschieden von 4.15.2.2);
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.15.3 Elastische oder gasdichte Dichtungen

4.15.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schaltergehäuses, den inneren Schalt-
mechanismus mittels elastischer oder gasdichter Dichtungen gegen das Eindringen von Gasen zu schützen.

4.15.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach lEC 60068-2-17, Prüfung Qk, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten und Ausnahmen gelten:
a) Ein Massenspektrometer muss auf geeignete Weise, z. B. über ein Saugrohr, an den Innenraum des
Schalters angeschlossen und im Innern des Schalters ein Vakuum erzeugt werden. Der Schalter muss
dann in eine Heliumatmosphäre gebracht werden, indem der Schalter mit Helium umgeben wird. Wenn
der Schalter einen Fehler aufweist, wird eine Gasmenge, die von der Größe des Fehlers abhängt, durch
die Fehlstelle angesaugt und dem Lecksucher zur Messung zugeführt.
b) Nach der Prüfung wird der Schalter mit Luft oder einem bekannten Gas gefüllt. Die Verbindung zum
inneren Hohlraum des Schalters muss entfernt und das Loch verschlossen werden, z. B. durch Löten
oder Schweißen. Danach muss der Schalter mit Hilfe der Tauchprüfung auf Wasserdichtheit
(siehe 4.15.2) und auf Groblecks überprüft werden.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.15.3.3 Anforderung

Während der Prüfung darf die Leckrate 1 x 10-4 kPa cm3/s (1 x 10-6 atm cc/s) für elastische Dichtungen oder
1 x 10-6 kPa cm3/s (1 x 10-8 atm cc/s) für gasdichte Dichtungen nicht überschreiten.

4.15.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Prüfverfahren (falls erforderlich);
b) Prüfdauer;
c) Standzeit unter bestimmungsgemäßen Bedingungen nach der Entnahme aus der Prüfkammer;
d) Anfangsmessungen;
e) Endmessungen (falls erforderlich);
f) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.16 Beständigkeit gegen Flüssigkeiten ✁ Eintauchen in flüssige Reinigungsmittel


(Aufschriften)

4.16.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Beständigkeit der Beschriftung auf Schaltern für die Leiter-
plattenmontage gegen den schädlichen Einfluss von flüssigen Reinigungsmitteln.

4.16.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-45, Prüfung XA, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Die Bauartspezifikation muss festlegen, welche(s) Lösemittel zu verwenden ist (sind). Wenn mehr als ein
Lösemittel festgelegt ist, müssen für jedes Lösemittel neue Prüflinge genommen werden.
b) Sofern nicht anders angegeben, muss die Temperatur des Lösemittels 23 °C bis 28 °C betragen.
c) Sofern es nicht anders festgelegt ist, muss Beanspruchungsverfahren 1 angewendet werden.
d) Abreiben mit Watte.
e) Nach der Prüfung muss die Kennzeichnung einer Sichtprüfung unterzogen werden.

4.16.3 Anforderung

Nach der Prüfung müssen die Aufschriften lesbar sein.

4.16.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) zu verwendendes Lösemittel;
b) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.17 Brandgefahr

Leer.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.18 Kapazität

4.18.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bestimmung der Kapazität zwischen leitfähigen Elementen elektro-
mechanischer Bauteile.

4.18.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Vorbereitung des Prüflings
Der Prüfling muss wie in der Bauartspezifikation angegeben vorbereitet und montiert werden.
b) Die Messung muss zwischen einzelnen Anschlüssen, die Teil eines Schaltstromkreises, jedoch nicht
elektrisch angeschlossen sind, und einem Anschluss und allen anderen Anschlüssen, die mit dem
Rahmen oder geerdeten Metallteilen verbunden sind, erfolgen.
c) Die Kapazität muss bei einer Frequenz nach den Festlegungen der Bauartspezifikation mit einem
geeigneten Prüfaufbau wie z. B. einer Kapazitätsbrücke mit einer Genauigkeit von ± 5 % gemessen
werden. Die bevorzugten Messfrequenzen sind 1 kHz ± 200 Hz oder 1 MHz ± 200 kHz.
d) Die angelegte Wechselspannung muss so niedrig wie praktisch möglich sein, um Messfehler zu ver-
meiden.

4.18.3 Anforderung

Die Kapazitätswerte müssen innerhalb der Grenzen liegen, die in der Bauartspezifikation vorgeschrieben
sind.

4.18.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Montage des Prüflings;
b) zu messende Kontaktkombinationen;
c) Wert der Messfrequenz;
d) höchstzulässige(r) Wert(e) der Kapazität(en);
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.19 Beleuchtung

4.19.1 Farbart

4.19.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Farbe des Lichtes, das von der Glühlampen-Leuchtanzeige
eines beleuchteten Schalters ausgeht.

4.19.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach einem der folgenden Verfahren durchgeführt werden.
a) Spektralphotometer und flache Platte
Die Farbart wird mit Hilfe eines Spektralphotometers und der notwendigen Kalibrierfilter an einer flachen
Probe des Werkstoffes gemessen, die die gleiche Dichte und Dicke wie das ausgeformte Filter aufweist.
b) Spektralradiometer

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Die Farbart wird mit Hilfe eines Spektralradiometers und der notwendigen Kalibrierfilter an einem be-
leuchteten Schalter mit kalibrierter Lampe vorgeschriebener Farbtemperatur gemessen.
c) Optischer Komparator
Die Farbart innerhalb festgelegter Grenzen wird mittels eines Farbkomparators, der notwendigen Filter
mit bekannter Farbart für die obere und die untere Grenze und kalibrierten Lichtquellen mit der
vorgeschriebenen Farbtemperatur bestimmt.

4.19.1.3 Anforderung

Die Farbart jeder Farbe muss innerhalb der Grenzen liegen, die in der Bauartspezifikation vorgeschrieben
sind.

4.19.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Prüfverfahren (4.19.1.2 a), b) oder c));
b) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.19.2 Lichtdurchlässigkeit

4.19.2.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Lichtmenge, die von der durchscheinenden Leuchtanzeige
eines beleuchteten Schalters durchgelassen wird.

4.19.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach einem der folgenden Verfahren durchgeführt werden.
a) Photometrisch
Die Messung muss in vollständig dunkler Umgebung mit einem kalibrierten Photometer durchgeführt
werden. Die Ablesungen müssen punktweise erfolgen, und es muss ein Mittelwert gebildet werden. Die
Helligkeit darf ohne eingesetzte Schriftzeichen gemessen werden, wenn der Werkstoff der Schriftzeichen
nicht wesentlicher Bestandteil der Beleuchtungseinrichtung ist. Anzahl und Ort der Punktmessungen
müssen in der Bauartspezifikation festgelegt werden.
b) Colorimeter
Die Messung muss mit einem Colorimeter mittels spektralphotometrischer Analyse durchgeführt werden.

4.19.2.3 Anforderung

Die Lichtdurchlässigkeit muss innerhalb der Grenzen liegen, die in der Bauartspezifikation vorgeschrieben
sind.

4.19.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Prüfverfahren;
b) Anzahl und Position der Messpunkte;
c) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.19.3 Temperatur der Leuchtfläche

4.19.3.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Temperatur der berührbaren Flächen einer Leuchtanzeige.

4.19.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss wie folgt durchgeführt werden:


a) Der Schalter muss mit seinen üblichen Befestigungsmitteln in einer Ausrichtung befestigt werden, dass
sich die Lichtquelle senkrecht unter der beleuchteten Fläche befindet.
b) Alle Lichtquellen müssen mit ihrer höchsten Bemessungsspannung betrieben werden.
c) Jeder Pol des Schalters muss seinen höchsten Bemessungsstrom führen.
d) Nach 2 h muss die Temperatur in der Mitte der Leuchtanzeige mit geeigneten Mitteln gemessen werden.
e) Die Messung muss in ruhender Luft erfolgen.

4.19.3.3 Anforderung

Der Temperaturanstieg muss innerhalb der Grenzen liegen, die in der Bauartspezifikation festgelegt sind.

4.19.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) größte Bemessungsspannung der Lichtquelle;
b) größter Bemessungsstrom der Lichtquelle;
c) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20 Löten von oberflächenmontierten Schaltern

4.20.1 Lötbarkeit, Lötbadmethode (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Lötbarkeit der Schalteranschlüsse.

4.20.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-58, Prüfung Td, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Wenn in der Bauartspezifikation beschleunigte Alterung festgelegt ist, muss eines der Verfahren von
IEC 60068-2-20 angewendet werden.
b) Wenn durch die maßgebliche Spezifikation ein Vorheizen vorgeschrieben ist, müssen die festgelegte
Dauer und Temperatur unmittelbar vor dem Eintauchen des Prüflings in das Lötbad angewendet werden.
c) Der Prüfling muss entsprechend den in IEC 60068-2-58:2015, Tabelle 3, angegebenen Temperaturen
und Dauern geprüft werden.

ANMERKUNG Dieses Prüfverfahren kann für die Bewertung der Entnetzung angewendet werden, wobei die
Prüfschärfe für (5 ± 0,5) s auf (260 ± 5) °C geändert wird.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.20.1.3 Anforderung

Zur Bewertung der Lötfläche muss nach der Erholzeit das Aussehen des Prüfschalters mit einer Lupe mit
einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Die gelöteten Teile müssen auf Fehlstellen
wie feine Löcher oder unbenetzte Stellen hin überprüft werden oder ob sich solche Fehlstellen auf einer
Fläche konzentrieren. Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, muss die elektrische und die
mechanische Leistungsfähigkeit gemessen werden.

4.20.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings, Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;
e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;
f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20.2 Lötbarkeit, Reflow-Verfahren (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.2.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Lötbarkeit der Schalteranschlüsse.

4.20.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-58, Prüfung Td, Reflow-Verfahren, durchgeführt werden. Dabei müssen
die folgenden Einzelheiten gelten:
a) Beschleunigte Alterung entspricht 4.20.1.2 a).
b) Der Prüfschalter muss im Reflow-Ofen bei den in IEC 60068-2-58:2015, Bild 2 und Tabelle 5,
angegebenen Temperaturen und Dauern geprüft werden.

4.20.2.3 Anforderung

Zur Bewertung der Lötfläche muss nach der Erholzeit das Aussehen des Prüfschalters mit einer Lupe mit
einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Die gelöteten Teile müssen auf Fehlstellen
wie feine Löcher oder unbenetzte Stellen hin überprüft werden oder ob sich solche Fehlstellen auf einer
Fläche konzentrieren. Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, muss die elektrische und die
mechanische Leistungsfähigkeit gemessen werden.

4.20.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings, Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;


f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20.3 Lötbarkeit, Lötkolbenmethode (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.3.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Lötbarkeit der Schalteranschlüsse. Dieses Verfahren gilt für
Schalter, die nicht nach 4.20.1 (Lötbadmethode) oder 4.20.2 (Reflow-Verfahren) geprüft werden können.

4.20.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Ta, Verfahren 2, durchgeführt werden, ausgenommen wie
folgt:
a) Beschleunigte Alterung entspricht 4.20.1.2 a).
b) Es muss der folgende Lötkolben verwendet werden:
✄ Temperatur der Lötspitze (die Temperatur der Lötspitze muss in der Bauartspezifikation festgelegt
werden):
(260 ± 5) °C (bei Beginn der Prüfung);
✄ Durchmesser der Lötspitze:
2 mm bis 3 mm;
✄ Beanspruchungslänge:
12 mm verringert auf eine Keilform über eine Länge von ungefähr 5 mm;
✄ Leistung des Lötkolbens:
15 W, ohne Temperatureinstellung;
✄ Temperatureinstellung:
Es wird bevorzugt ein Lötkolben mit Temperatureinstellung benutzt.
c) Die Dauer der Anwendung der Lötspitze muss (3 ± 0,3) s betragen.

4.20.3.3 Anforderung

Zur Bewertung der Lötfläche muss nach der Nachbehandlung das Aussehen des Prüfschalters mit einer
Lupe mit einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Die gelöteten Teile müssen auf
Fehlstellen wie feine Löcher oder unbenetzte Stellen hin überprüft werden oder ob sich solche Fehlstellen auf
einer Fläche konzentrieren. Wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist, sind die elektrische und die
mechanische Leistungsfähigkeit zu messen.

4.20.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;

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EN IEC 61020-1:2019

e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;


f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Anwendungsverfahren der Lötspitze, falls zutreffend;
i) Endmessungen;
j) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20.4 Lötwärmebeständigkeit, Lötbadmethode (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Messung der Fähigkeit der Schalteranschlüsse, der Lötwärme standzu-
halten.

4.20.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-58, Prüfung Td, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Beschleunigte Alterung: wie in 4.20.1.2 a).
b) Vorheizen: wie in 4.20.1.2 b).
c) Der Prüfling muss mit dem Lot gelötet werden, das für die in IEC 60068-2-58:2015, Tabelle 6, ange-
gebene Temperatur und Dauer benutzt wird.

4.20.4.3 Anforderung

Es dürfen keine Schäden auftreten, die eine normale Funktionsweise beeinträchtigen.

4.20.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;
e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;
f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20.5 Lötwärmebeständigkeit, Reflow-Verfahren (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.5.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Messung der Fähigkeit der Schalteranschlüsse, der Lötwärme standzu-
halten.

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EN IEC 61020-1:2019

4.20.5.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-58, Prüfung Td, Reflow-Verfahren, durchgeführt werden. Dabei müssen
die folgenden Einzelheiten gelten.
a) Beschleunigte Alterung: wie in 4.20.1.2 a).
b) Der Prüfschalter muss im Reflow-Ofen bei den in IEC 60068-2-58:2015, Bild 4 und Tabelle 7, ange-
gebenen Temperaturen und Dauern geprüft werden.

4.20.5.3 Anforderung

Es dürfen keine Schäden auftreten, die eine normale Funktionsweise beeinträchtigen.

4.20.5.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;
e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;
f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Endmessungen;
i) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.20.6 Lötwärmebeständigkeit, Lötkolbenmethode (oberflächenmontierte Schalter)

4.20.6.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit der Schalteranschlüsse, der Lötwärme standzu-
halten. Dieses Verfahren gilt für Schalter, die nicht nach 4.20.4 (Lötbadmethode) oder 4.20.5 (Reflow-
Verfahren) geprüft werden können.

4.20.6.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-20, Prüfung Tb, Verfahren 2, durchgeführt werden, ausgenommen wie
folgt.
a) Beschleunigte Alterung entspricht 4.20.1.2 a).
b) Der Lötkolben ist derselbe wie in 4.20.3.2 b), außer dass die Temperatur der Lötspitze (300 ± 5) °C
betragen muss.
c) Die Dauer der Anwendung der Lötspitze muss (5 ± 0,3) s betragen.

4.20.6.3 Anforderung

Es dürfen keine Schäden auftreten, die eine normale Funktionsweise beeinträchtigen.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.20.6.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbereitung des Prüflings;
Eintauchen in ein neutrales organisches Lösemittel bei Raumtemperatur;
b) Anfangsmessungen;
c) Verfahren und Bedingungen der beschleunigten Alterung;
d) Dauer des Eintauchens in das Flussmittel und Eintauchtiefe;
e) Beschreibung der zu prüfenden Leiterplatte;
f) Maße des Wärmeisolierstoffes (falls angewendet);
g) Bedingungen für die Nachbehandlung;
h) Anwendungsverfahren der Lötspitze, falls zutreffend.
i) Endmessungen;
j) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.21 Mechanische Festigkeit (oberflächenmontierte Schalter)

4.21.1 Biegefestigkeit des Trägers (oberflächenmontierte Schalter)

4.21.1.1 Zweck

Der Zweck der Prüfung ist die Bewertung der Widerstandsfähigkeit des Schalterkörpers und der
Anschlussteile gegen Biegekräfte an den Leiterplatten, auf denen der Schalter montiert ist.

4.21.1.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-21, Prüfung Ue1, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Eine Leiterplatte mit einem montierten Prüfschalter muss zum Vorheizen 60 s bis 120 s bei einer
Temperatur von (150 ± 10) °C erwärmt werden. Sofort nach dem Vorheizen muss in einem Reflow-Ofen
oder in einem Dampfphasen-Lötofen das Löten erfolgen. Die Löttemperatur und die Zeit bei der
Spitzentemperatur müssen dem in IEC 60068-2-58 festgelegten Temperaturprofil entsprechen.
b) Das Biegewerkzeug muss mit einem Radius von 230 mm geformt sein.
c) Die Biegegeschwindigkeit muss etwa 1 mm/s betragen.
d) Die Biegetiefe (D) muss 1 mm, 2 mm, 3 mm oder 4 mm betragen. Sofern in der Bauartspezifikation nicht
anders festgelegt, muss sie 3 mm betragen.

4.21.1.3 Anforderung

Zur Überprüfung von Abweichungen im Aussehen wie Risse oder Brüche müssen die Lötflächen und der
Schalterkörper mit einer Lupe mit einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Wenn es
in der Bauartspezifikation festgelegt ist, sind die elektrische und/oder die mechanische Leistungsfähigkeit zu
messen.

Abweichungen im Aussehen wie Risse und Brüche in den Lötflächen dürfen in diesem Fall nicht zur
Zurückweisung führen, wenn sie nicht zu außergewöhnlichen Ergebnissen bei der elektrischen und/oder
mechanischen Leistungsfähigkeit führen.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

4.21.1.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Beschreibung der geprüften Leiterplatte;
b) Vorheizen und Löten, falls abweichend vom Normprüfverfahren;
c) Vorbehandlung;
d) Anfangsmessungen;
e) Biegetiefe, falls abweichend von 3 mm;
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.21.2 Abziehen und Abstoßung (oberflächenmontierte Schalter)

4.21.2.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Widerstandsfähigkeit des Schalterkörpers und der
Anschlussteile hinsichtlich ihrer Trennfestigkeit von der Leiterplatte bei der Anwendung von Abzugs- oder
Abstoßungskräften am auf die Leiterplatte montierten Schalter. Die Prüfung gilt für oberflächenmontierte
Schalter auf starren Trägern.

4.21.2.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-21, Prüfung Ue2, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Vorheizen und Löten müssen nach 4.21.1.2 a) durchgeführt werden.
b) Eine Abstoßungskraft von (5 ± 1) N oder eine Abzugskraft von (5 ± 1) N müssen für (10 ± 1) s
angewendet werden.
c) Zur Nachbehandlung muss der Prüfschalter 1 h bis 2 h bei Normalklima belassen werden.

4.21.2.3 Anforderung

Zur Überprüfung von Abweichungen im Aussehen wie Risse oder Brüche müssen die Lötflächen und der
Schalterkörper mit einer Lupe mit einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Wenn es
in der Bauartspezifikation festgelegt ist, müssen die elektrische und/oder die mechanische Leistungsfähigkeit
gemessen werden.

Abweichungen im Aussehen wie Risse und Brüche in den Lötflächen dürfen in diesem Fall nicht zur
Zurückweisung führen, wenn sie nicht zu außergewöhnlichen Ergebnissen bei der elektrischen und/oder
mechanischen Leistungsfähigkeit führen.

4.21.2.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Beschreibung der geprüften Leiterplatte;
b) Vorheizen und Löten, falls abweichend vom Normprüfverfahren;
c) Vorbehandlung;
d) Anfangsmessungen;
e) Abzugs- oder Abstoßungskraft;
f) Endmessungen;

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EN IEC 61020-1:2019

g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.21.3 Scherkräfte (oberflächenmontierte Schalter)

4.21.3.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Widerstandsfähigkeit des Schalterkörpers und der
Anschlussteile, wenn die Last auf die Seite des auf der Leiterplatte montierten Schalters wirkt.

4.21.3.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-1, Prüfung Ue3, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:
a) Vorheizen und Löten müssen nach 4.21.1.2 a) durchgeführt werden.
b) Für eine Dauer von (10 ± 1) s muss eine Schubkraft von 5 N angewendet werden.
c) Zur Nachbehandlung muss der Prüfschalter 1 h bis 2 h bei Normalklima belassen werden.

4.21.3.3 Anforderung

Zur Überprüfung von Abweichungen im Aussehen wie Risse oder Brüche müssen die Lötflächen und der
Schalterkörper mit einer Lupe mit einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Wenn es
in der Bauartspezifikation festgelegt ist, sind die elektrische und/oder die mechanische Leistungsfähigkeit zu
messen.

Abweichungen im Aussehen wie Risse und Brüche in den Lötflächen dürfen in diesem Fall nicht zur
Zurückweisung führen, wenn sie nicht zu außergewöhnlichen Ergebnissen bei der elektrischen und/oder
mechanischen Leistungsfähigkeit führen.

4.21.3.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Beschreibung der geprüften Leiterplatte;
b) Vorheizen und Löten, falls abweichend vom Normprüfverfahren;
c) Vorbehandlung;
d) Anfangsmessungen;
e) Abstoßungskraft;
f) Endmessungen;
g) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

4.21.4 Festigkeit des Körpers (oberflächenmontierte Schalter)

4.21.4.1 Zweck

Der Zweck dieser Prüfung ist die Bewertung der Fähigkeit des Schalters, äußeren Kräften standzuhalten,
wenn der Prüfschalter auf einer Leiterplatte montiert ist.

4.21.4.2 Verfahren

Die Prüfung muss nach IEC 60068-2-77, Verfahren 1, durchgeführt werden. Dabei müssen die folgenden
Einzelheiten gelten:

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a) Die Last muss (10 ± 1) N, (20 ± 2) N oder (30 ± 3) N betragen und in der Bauartspezifikation festgelegt
sein. Sofern es in der Bauartspezifikation nicht anders festgelegt ist, muss ein Wert von (10 ± 1) N
angewendet werden.
b) Zur Nachbehandlung muss der Prüfschalter 1 h bis 2 h bei Normalklima belassen werden.

4.21.4.3 Anforderung

Zur Überprüfung von Abweichungen im Aussehen wie Risse oder Brüche muss der Schalterkörper mit einer
Lupe mit einer 10-fachen bis 25-fachen Vergrößerung untersucht werden. Wenn es in der Bauartspezifikation
festgelegt ist, muss die elektrische und/oder die mechanische Leistungsfähigkeit gemessen werden.

4.21.4.4 In der Bauartspezifikation festzulegende Einzelheiten

Wenn diese Prüfung in der Bauartspezifikation gefordert wird, müssen folgende Einzelheiten festgelegt
werden:
a) Vorbehandlung;
b) Anfangsmessungen;
c) Lastdruck;
d) Endmessungen;
e) jede Abweichung vom Normprüfverfahren.

5 Vorzugswerte

5.1 Allgemeines

Die Bauartspezifikation darf beliebige Vorzugswerte für Bemessungs- und Grenzwerte, Kennwerte,
Grenzabweichungen, Anforderungen und Maße festlegen, die für die ganze Unterfamilie gelten.

5.2 Luft- und Kriechstrecken

Die Bauartspezifikation muss entweder die Kleinstwerte der Luft- und Kriechstrecken oder den Mindestwert
der Isolationsprüfspannung bei vorgegebenem Luftdruck für die Funktionsisolierung festlegen. Für
Basisisolierung, zusätzliche oder verstärkte Isolierung müssen die Mindestwerte der Luft- und Kriechstrecken
nach IEC 61058-1:2016, Abschnitt 20, festgelegt werden.

6 Aufschriften

6.1 Kennzeichnungen auf dem Schalterkörper

Wenn nach Anbringen der verbindlichen nationalen oder vertraglichen Kennzeichnung (beispielsweise zu
Sicherheitsanforderungen) ausreichend Platz bleibt, muss jeder Schalter mit den nachstehenden Angaben
beschriftet werden:
a) Name oder Firmenzeichen des Herstellers;
b) Identifikationsnummer;
c) Bezeichnung der Anschlüsse, wenn es in der Bauartspezifikation festgelegt ist;
d) Datumscode.

ANMERKUNG Für ein Beispiel siehe IEC 60062:2016, Abschnitt 8.

Weitere Kennzeichnungen dürfen auf dem Schalter angebracht werden, sofern dadurch die festgelegten
Kennzeichnungen nicht verdeckt oder unverständlich werden. Wenn es aufgrund von Bedingungen nicht
möglich ist, Kennzeichnungen vollständig am Schalter anzubringen, müssen die Kennzeichnungen in der

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vorgenannt angegebenen Reihenfolge ihrer Wichtigkeit angebracht werden. Jegliche geforderte Kenn-
zeichnungen, die nicht am Schalter angebracht werden können, müssen auf der kleinsten Verpackungs-
einheit des Schalters gekennzeichnet werden.

6.2 Kennzeichnung auf der Verpackung

Die in der Schalterspezifikation festgelegten Punkte a) bis d) müssen unlöschbar an einer ohne Weiteres
sichtbaren Stelle auf jeder kleinsten Verpackungseinheit gekennzeichnet werden. Punkt c) oder d) darf
jedoch entfallen:
a) Name oder Firmenzeichen des Herstellers;
b) Anzahl;
c) Nummer des Herstellungsloses;
d) Datumscode.

ANMERKUNG Für ein Beispiel siehe IEC 60062:2016, Abschnitt 8.

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DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

Literaturhinweise

IEC 60062:2016, Marking codes for resistors and capacitors


ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60062:2016 (nicht modifiziert).

IEC 60065, Audio, video and similar electronic apparatus ✁ Safety requirements
ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60065.

IEC 60068-3-13, Environmental testing ✁ Part 3-13: Supporting documentation and guidance on Test T ✁
Soldering
ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60068-3-13.

IEC 60512 (alle Teile), Connectors for electronic equipment ✁ Tests and measurements
ANMERKUNG Harmonisiert in der Reihe EN IEC 60512.

IEC 60664-1, Insulation coordination for equipment within low-voltage systems ✁ Part 1: Principles,
requirements and tests
ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60664-1.

IEC TS 60695-11-4, Fire hazard testing ✁ Part 11-4: Test flames ✁ 50 W flame ✁ Apparatus and
confirmational test method

IEC 60695-11-10, Fire hazard testing ✁ Part 11-10: Test flames ✁ 50 W horizontal and vertical flame test
methods
ANMERKUNG Harmonisiert als EN 60695-11-10.

IEC 61190-1-3, Attachment materials for electronic assembly ✁ Part 1-3: Requirements for electronic grade
solder alloys and fluxed and non-fluxed solid solder for electronic soldering applications
ANMERKUNG Harmonisiert als EN IEC 61190-1-3.

ISO/IEC 17050-1, Conformity assessment ✁ Supplier✂s declaration of conformity ✁ Part 1: General


requirements
ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO/IEC 17050-1.

ISO/IEC 17050-2, Conformity assessment ✁ Supplier✂s declaration of conformity ✁ Part 2: Supporting


documentation
ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO/IEC 17050-2.

ISO/IEC Guide 60, Conformity assessment ✁ Code of good practice

ISO 129-1, Technical product documentation (TPD) ✁ Presentation of dimensions and tolerances ✁ Part 1:
General principles
ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 129-1.

ISO 286-1, Geometrical product specifications (GPS) ✁ ISO code system for tolerances on linear sizes ✁
Part 1: Basis of tolerances, deviations and fits
ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 286-1.

93
DIN EN IEC 61020-1:2020-03
EN IEC 61020-1:2019

ISO 1101, Geometrical product specifications (GPS) ✁ Geometrical tolerancing ✁ Tolerances of form,
orientation, location and run-out
ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 1101.

ISO 9001, Quality management systems ✁ Requirements


ANMERKUNG Harmonisiert als EN ISO 9001.

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