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2004 10:57 Uhr Seite 3

WAHRIG

Fremdwörter-
lexikon
von Renate Wahrig-Burfeind

Bertelsmann
LEXIKON INSTITUT
Wahrig_FW_Vorspann_1-16_2 29.01.2004 10:57 Uhr Seite 4

Fragen zur Rechtschreibung, Grammatik


und Zeichensetzung beantwortet die
WA H R I G WAHRIG-Sprachberatung unter
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und unter der Internet-Adresse
www.wahrig-sprachberatung.de

An der ersten Ausgabe des WAHRIG-


Fremdwörterlexikons von 1974 haben
unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard
Wahrig † mitgearbeitet:
Etymologie: Hans-Peter Wahrig
Redaktion: Cornelia Drucklieb, Gudrun
Guckler, Marta Kuc̀erová, Heide Rebel,
Charlotte Warnecke u. a.
Leitung der Neuausgabe 2004
Dr. Renate Wahrig-Burfeind
5., vollständig neu bearbeitete und
aktualisierte Auflage

Redaktionelle Leitung
Dr. Sabine Krome
Redaktion
Oliver Mingers
Entwurf
Claudia Grotefendt/www.reizend.bi
Datentechnik und Satz
omnibooks e. K.
Das WAHRIG Textkorpusdigital wurde Herstellung
aufgebaut und sprachtechnologisch ausge- Olaf Braun, Michael Schack
wertet durch die CLT Sprachtechnologie Einbandgestaltung
GmbH Saarbrücken. Groothuis, Lohfert, Consorten/
Sprachtechnologischer Berater: Prof. Dr. www.glcons.de
Manfred Pinkal, Universität des Saar- Druck und Bindung
landes Clausen & Bosse, Leck
Die Auswertung erfolgte u. a. auf der Basis
aktueller Jahrgänge folgender Zeitungen © 2004 Wissen Media Verlag GmbH
und Zeitschriften: Berliner Zeitung, (vormals Bertelsmann Lexikon Verlag
BRAVO, Neue Zürcher Zeitung, Spektrum GmbH), Gütersloh/München
der Wissenschaft, Der Spiegel, Der Standard, Alle Rechte vorbehalten
Süddeutsche Zeitung (lizensiert durch die Printed in Germany
DIZ München GmbH). ISBN 3-577-10242-X
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Vorwort
30 Jahre WAHRIG Fremdwörterlexikon! Die neue Ausgabe des WAHRIG Fremd-
wörterlexikons ist in mehrfacher Hinsicht eine Jubiläumsausgabe. Bei der 5. Auf-
lage, der Neubearbeitung des 1974 von Gerhard Wahrig begründeten Fremdwör-
terlexikons, wurden zum einen ganz neue elektronische Suchverfahren nach häu-
fig verwendeten Fremdwörtern im Deutschen angewendet, zum anderen wurde
das Wörterverzeichnis völlig neu gestaltet.

Mit den neuen Suchverfahren des WAHRIG Textkorpusdigital wurden mehr als
2 000 neue Wörter ermittelt, die Eingang in die Neuausgabe des Fremdwörterlexi-
kons gefunden haben. Dabei wurden grundsätzlich Fremdwörter aufgenommen,
die in der deutschen Standardsprache gebräuchlich sind, dies betrifft ebenfalls
eine Reihe von Fachwörtern, sofern sie auch allgemeinsprachlich verwendet wer-
den. Viele Termini spezieller Fachsprachen sind jedoch heute in den entsprechen-
den Fachwörterbüchern verzeichnet und dort nachzuschlagen.

Ein großer Teil der neu aufgenommenen Wörter stammt aus dem Englischen
und wurde während der letzten Jahre ins Deutsche übernommen. Der große
Anteil, den unter den Neologismen die Anglizismen ausmachen, erstaunt nicht,
da das Englische unangefochten an der Spitze der international gebrauchten
Sprachen steht. Besonders aus den Bereichen EDV, Wirtschaft, Politik, Ökologie,
Medizin, Biologie, Genetik, TV und Sport wurden neue Wörter ins Deutsche
übernommen und fanden Eingang in das WAHRIG Fremdwörterlexikon (z. B.
Acrylamid, Applet, beamen, Bookbuilding, Clipboard, Dopamin, DVD, Factory-Out-
let, Firewall, Hipness, homöotisch, Kanban, kultig, Launch, Manga, MMS, monoklo-
nal, Netiquette, Organizer, simsen, teleportieren). Dennoch besteht die von man-
chen beschworene Gefahr der Überfremdung des Deutschen mit Anglizismen
nicht. Der Anteil der Fremdwörter ist weitaus geringer, als von vielen gefürchtet,
und ist während der letzten Jahrzehnte konstant geblieben, da auch Fremdwörter
dem Sprachwandel unterliegen und ein nicht geringer Teil nach einiger Zeit wie-
der außer Gebrauch kommt. Da viele Fremdwörter, insbesondere Anglizismen,
häufig international gebraucht werden und die aktuellsten Trends aus Wissen-
schaft und Alltag repräsentieren, stechen sie mitunter besonders nachhaltig ins
Auge.

Die neue Gestaltung des Stichwortverzeichnisses ermöglicht ein noch leichteres


Auffinden der gesuchten Wörter: Ein farbiges Griffregister erleichtert die Suche
nach den Stichwörtern, die auch innerhalb des Stichwortverzeichnisses deutlicher
als bisher hervorgehoben wurden. Unterstützt wird dies noch durch das neue
zweifarbige Layout. Ebenfalls farbig hervorgehoben sind die ins Stichwortver-
zeichnis integrierten Informationskästen zu wichtigen Aspekten der Fremdwort-
schreibung.

Darüber hinaus wurden die bereits verzeichneten Stichwörter überarbeitet und um


neue Bedeutungen oder Verwendungsweisen ergänzt. Alle 55 000 Stichwörter des
WAHRIG Fremdwörterlexikons enthalten ausführliche Informationen zu Schrei-
bung, Bedeutung, Aussprache und Wortherkunft von Fremd- und Lehnwörtern.
Außerdem sind Betonung, Worttrennung, Schreibvarianten, Synonyme, Ge-
gensätze, verwandte oder weiterführende Begriffe sowie Stilebenen und Fachge-
biete angegeben. Ebenfalls verzeichnet sind die wichtigsten Wortbildungsele-
mente, die teilweise sehr produktiv für die Neubildung von Fremdwörtern sind.
Ausführlichere Informationen über Herkunft, Funktion und Gebrauch von
Fremdwörtern werden in dem Beitrag »Fremdwörter im Deutschen« gegeben.

Renate Wahrig-Burfeind
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Tabelle der Aussprachezeichen

I. Vokale II. Konsonanten

[] der Doppelpunkt bezeichnet die Länge eines [b] stimmhafter Verschlusslaut wie in Bad
Vokals; Vokale ohne Doppelpunkt sind kurz [d] stimmhafter Verschlusslaut wie in dort
bis halblang zu sprechen [f] stimmloser Reibelaut wie in Feld
[a] kurzes a (wie in kann) [] stimmhafter Verschlusslaut wie in gut
[a] langes a (wie in Hahn) [h] Hauchlaut wie in heute
[] sehr offenes, meist kurzes, dem [a] zuneigen- [j] stimmhafter Reibelaut wie in ja
des ä (wie in Gangway [.ŋwε]) [k] stimmhafter Verschlusslaut wie in Kind
[] langes ä (wie in engl. Hands [hndz]) [l] Liquida (Fließlaut) wie in leben
[] dumpfes, kurzes a (wie in Cup [k.p]) [m] Nasal wie in Mann
[ã] kurzes, nasaliertes a (wie in frz. Champs-Ély- [n] Nasal wie in Nase
sées [ʃãzelize]) [p] stimmloser Verschlusslaut wie in Pilz
[ã] langes, nasaliertes a (wie in Renan [rənã]) [r] Liquida (Verschlusslaut) wie in Reich
[a] Zwielaut (wie in Brei, Laib) [t] stimmloser Verschlusslaut wie in Tag
[aυ] Zwielaut (wie in kaum) [ç] ch (wie in ich)
[e] kurzes, geschlossenes e (wie in Debut) [ŋ] ng (wie in Länge, Bank [ba.ŋk])
[e] langes, geschlossenes e (wie in Reh) [s] stimmloses s (wie in müssen)
[ə] kurzes, dumpfes e (wie in Pinie [-iə], Gebirge) [ʃ] stimmloses sch (wie in Schaf)
[ε] kurzes, offenes e (wie in Fest, Gänse) [] stimmhafter sch-Laut (wie in Etage [etaə])
[ε] langes, offenes e (wie in Bär) [θ] stimmloser Lispellaut (wie in engl. thing [θ.ŋ])
[ε̃] kurzes, nasaliertes e (wie in timbrieren [ð] stimmhafter Lispellaut (wie in engl. mother
[tε̃brirən]) [m.ðə(r)])
[ε̃] langes, nasaliertes e (wie in frz. jardin [v] w (wie in Wasser)
[ardε̃]) [w] mit stark gewölbten Lippen gesprochenes eng-
[ε] Zwielaut (wie in Homepage [hoυmpεd]) lisches w (wie in Wells [wε.lz])
[] kurzes i (wie in bin) [x] ch (wie in machen)
[i] langes i (wie in Wien) [z] stimmhaftes s (wie in Weise)
[ɔ] kurzes, offenes o (wie in Ross)
[ɔ] langes, offenes o, ein dem a angenähertes o
(wie in engl. Wallstreet [wɔlstrit])
[ɔ̃] offenes, nasaliertes o (wie in Mont Blanc Buchstaben, die zwei Laute wiedergeben, werden in
[mɔ̃blã]) der Lautschrift durch zwei Zeichen dargestellt, z. B.
[ɔ̃] langes, nasales o (wie in Fonds [fɔ̃]) [ts] z wie in reizen [ratsən]
[ɔ] Zwielaut (wie in Leute) [ks] x wie in Hexe [hε.ksə]
[o] kurzes, geschlossenes o (wie in Vokal)
[o] langes, geschlossenes o (wie in Lohn, Los)
[oυ] Zwielaut (wie in Show [ʃoυ])
[$] kurzes ö (wie in Köln)
[$] offenes, langes ö (wie in Girl [$l])
[ø] kurzes, geschlossenes ö (wie in Phönizier)
[ø] langes, geschlossenes ö (wie in Köhler)
[$̃] kurzes, nasales ö (wie in frz. un [$̃])
[$̃] langes, nasales ö (wie in Verdun [vεrd$̃])
[u] kurzes u (wie in rund)
[u] langes u (wie in Gruß )
[y] kurzes ü (wie in Jünger)
[y] langes ü (wie in führen)
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Fremdwörter im Deutschen

Was ist ein Fremdwort? «


eine schwierige bzw. auffällige Schreibweise (z. B.
Mythos, Reggae, recyclen, pizzicato, Vabanque)
Ein Fremdwort ist ein Wort, das einer fremden Spra- «
als fremd empfundene Wortbestandteile bzw.
che entstammt und in der eigenen Sprache als Vor- oder Nachsilben (z. B. extensiv, Kommunismus,
»fremd« empfunden wird. Die deutsche Sprache ent- prädisponieren, Repression, inkonsequent, konzipie-
hält – wie andere Sprachen auch – eine beträchtliche ren, heterogen, bibliophil)
Anzahl von Wörtern, die aus anderen Sprachen über- «
abweichenden Wortakzent, der nicht – wie übli-
nommen wurden und in Bezug auf ihre Aussprache, cherweise bei deutschen Wörtern – auf der ersten
Schreibung, Wortbestandteile oder ihren Wortakzent oder der Stammsilbe liegt (z. B. Elán, Mikrofón, Pro-
vom Deutschen abweichen oder deren Bedeutung uns sodíe, proportionál)
nicht geläufig ist. «
eine Bedeutung, die uns nicht geläufig ist bzw. de-
ren Verständnis ein gewisses Fachwissen voraus-
Im Wortschatz des Deutschen ist grundsätzlich zu un- setzt (z. B. Katalysator, Storno, utopisch, vehement,
terscheiden zwischen den so genannten Erbwörtern Ritornell)
und den Lehnwörtern. Erbwörter sind genuin deut- «
Unsicherheit bei der Genuszuweisung oder der
sche Wörter, die aus älteren Sprachstufen, dem Alt- Pluralbildung (z. B. Single, Apostroph, Kritizismus)
hochdeutschen und dem Mittelhochdeutschen, stam-
men und Bestandteile des neuhochdeutschen Grund- Bei vielen dieser fremden Wörter sind gleich mehrere
wortschatzes geworden sind. Ein Teil der von uns der genannten Kriterien erfüllt.
heute als »deutsch« empfundenen Wörtern sind je-
doch Lehnwörter, die ursprünglich aus einer ande-
ren Sprache (häufig dem Lateinischen oder Griechi- Der Anpassungsprozess von Fremdwörtern
schen) stammen und vollständig in den deutschen
Wortschatz übergegangen sind. Diese Wörter, wie Je stärker ein Fremdwort der deutschen Sprache ange-
z. B. Fenster [<lat. fenestra], Keks [<engl. cakes], Kette glichen wurde, desto weniger wird es als »fremd«
[<lat. catena], Kirche [<grch. kyrios »Herr«], Natur empfunden. Die Angleichung der grammatischen
[<lat. natura] oder Wein [< lat. vinum], werden von und lautlichen Eigenschaften an die deutsche Sprache
uns nicht mehr als Fremdwörter empfunden, da sie kann ein langer Prozess sein. In erster Linie hängt dies
der deutschen Sprache vollständig angepasst worden davon ab, welchen Stellenwert ein Fremdwort im
sind. Als Fremdwörter werden auch die so genannten deutschen Wortschatz besitzt und wie häufig es ge-
Lehnwortbildungen aufgefasst, also Wörter, die mit braucht wird und ob es (z. B. aufgrund seiner Lau-
Hilfe von entlehnten Wörtern oder Wortstämmen und tung) überhaupt anpassungsfähig ist. Wörter wie ada-
Affixen gebildet worden sind, die keine Entsprechung gio, Gentleman, recyclen oder Update sind nur bedingt
in der Herkunftssprache besitzen. Man spricht hierbei anpassungsfähig, sie werden bezüglich ihrer Schrei-
von Scheinentlehnungen. Sehr produktiv ist im bung und Aussprache immer Fremdwortcharakter be-
Deutschen z. B. das Suffix -ismus (z. B. Sadismus, Idea- halten, im Gegensatz zu Wörtern wie Büro, Tarif,
lismus, Kommunismus, Faschismus, Realismus). Schein- Strophe oder Telefon, die nicht unbedingt als Fremd-
entlehnungen im Deutschen sind teilweise auch auf wörter empfunden werden.
das Englische zurückzuführen, wie die Wörter Handy
oder Twen belegen, die im Englischen gar nicht ge- Bei Fremdwörtern sind wir häufig unsicher, welches
bräuchlich sind. Genus sie besitzen, wie der Plural zu bilden ist oder
wie ein Verb zu konjugieren ist. Im Englischen gibt es
für Substantive nur ein Genus (the oder a), was bei
Warum empfinden wir ein Fremdwort als den in die deutsche Sprache übernommenen Angli-
»fremd«? zismen die Genuszuweisung erschweren kann. In den
meisten Fällen wird das Genus nach bereits im Deut-
Als »fremd« werden Wörter empfunden, die in einer schen vorhandenen ähnlichen Begriffen gebildet, z. B.
oder mehrfacher Hinsicht (noch) nicht vollständig der Clog (vgl. der Schuh), der Backpack (der Rucksack),
der deutschen Sprache angepasst sind. Sie können das Buzzword (das Schlagwort). Auch die Worten-
charakterisiert sein durch dung bestimmt in vielen Fällen die Genuszuweisung,
z. B. das Attachment (vgl. die im Deutschen bereits
«
eine vom Deutschen abweichende Aussprache vorhandenen Wörter Element, Segment, Regiment,
(z. B. Browser, Roulett, cool, Lasagne, Trainer, Skate- Aliment, Instrument, Ferment usw., die ebenfalls Neu-
board) tra sind), ebenso bezeichnet die Wortendung -er in
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der Regel Maskulina, insbesondere auch Wörter, die englischen Herkunftssprache auch »Milz«, dieses
eine männliche Person bezeichnen (z. B. Müller, Wort war jedoch im Deutschen bereits vorhanden
Redner, Kämpfer usw.). Wörter wie Cleanser oder und es bestand keine Notwendigkeit, das Wort Spleen
Cluster werden dann aufgrund dieser Gegebenheiten in dieser Bedeutung in den deutschen Wortschatz zu
als Maskulinum ins Deutsche aufgenommen. integrieren. Viele der fremden Sprachanleihen ver-
schwinden nach einiger Zeit wieder, andere werden
Das Wort Trainer ist aufgrund des häufigen Ge- jedoch dauerhaft ins Deutsche übernommen. Man
brauchs bereits weitgehend ins Deutsche integriert unterscheidet deshalb zwischen langlebigen und
worden, neben dem Genus wurde auch die Ausspra- kurzlebigen Fremdwörtern, d. h. solchen, die bereits
che [tre:n/r] dem Deutschen angeglichen und auch seit langer Zeit in der deutschen Sprache gebräuchlich
die Deklination erfolgt nach deutschem Muster: der sind und anderen (Mode-)Wörtern, die häufig aus
Trainer, des Trainers, die Trainer, den Trainern usw. den Bereichen Presse, Politik, Fachsprache oder Ju-
(Im Englischen wird dagegen der Plural mit -s gebil- gendsprache stammen und mit dem Abflauen be-
det: the trainers.) Andere Wörter können dagegen stimmter Erscheinungen oder Moden wieder unge-
häufig nicht eindeutig einem bestimmten Genus zu- bräuchlich werden, z.B. Letkiss (Tanz der 60er Jahre),
geordnet werden und werden im Deutschen mit un- Antiskating (Vorrichtung an Schallplattenspielern),
terschiedlichem grammatischem Geschlecht verwen- Flowerpower usw.
det, z. B. sind die Formen die E-Mail oder das E-Mail
in Gebrauch. Auch fremdsprachliche Verben werden
dem deutschen Sprachsystem angepasst, so werden Die Herkunft der Fremdwörter im Deutschen
die englischen Verben downloaden und updaten nach
deutschem Muster konjugiert: er hat downgeloadet; sie Fremde Wörter gelangen einerseits aufgrund des
updatet das Programm. Kontaktes zwischen mehreren Sprachgemeinschaften
in eine andere Sprache oder aufgrund kultureller,
wirtschaftlicher oder politischer Beziehungen. Das
Sprachen in Kontakt: Deutsche besitzt eine Reihe unmittelbarer Nachbar-
Der Weg der Fremdwörter ins Deutsche sprachen (Niederländisch, Französisch, Dänisch, Pol-
nisch, Tschechisch usw.). In den jeweiligen Grenzre-
Aus anderen Sprachen übernommene Wörter waren gionen sprechen viele Menschen mehrere Sprachen
und sind die Folge von Sprachkontakten und inter- oder Dialekte, wodurch viele Begriffe in andere Spra-
kulturellem Austausch. Wirtschaftliche, kulturelle, chen gelangen und dort der eigenen Sprache bezüg-
politische, militärische oder menschliche Beziehun- lich Form, Aussprache, Deklination, Konjugation
gen zwischen zwei oder mehreren Völkern bzw. usw. mehr oder weniger angepasst werden. Häufig
Sprachgemeinschaften befördern die gegenseitige sind kulturelle oder wirtschaftliche Gründe, z. B.
Entlehnung fremdsprachlicher Begriffe. Fremdwör- Handelsbeziehungen zwischen verschiedenen Staa-
ter füllen häufig eine Bezeichnungslücke im Wort- ten, ausschlaggebend für sprachliche Einflussnahme.
schatz aus, die Platz für einen neuen Begriff bzw. ein Der wirtschaftliche Aspekt spielt eine maßgebliche
neues Wort bietet, im Deutschen sind das z. B. die Rolle beim Sprachkontakt. So war beispielsweise
Fremdwörter Automat, Konfirmation, privat, Se- während der Blütezeit der Hanse das Niederdeutsche
kunde. Die Übernahme von neuen oder neu ent- im Nord- und Ostseeraum die wichtigste Handels-
wickelten Gegenständen oder Sachverhalten beinhal- sprache. Heute ist die internationale Wirtschaftsspra-
tet die Eingliederung des entsprechenden Wortes. che das Englische, das den größten Anteil an Neolo-
Viele Fremdwörter werden also mit dem Begriff oder gismen in der deutschen Sprache hat.
der Sache, die sie bezeichnen, in eine Sprache einge-
führt. Dies gilt auch für die Aneignung neuer Le- Im Laufe der sprachlichen Entwicklung haben zahl-
bensformen, Verhaltens- und Denkweisen sowie für reiche fremde Sprachen das Deutsche beeinflusst.
technische Bereiche (z. B. Browser, CD-ROM, Com- Vom 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. bestand ein enger
putertomograph, Camcorder), aber auch für Begriffe kultureller Kontakt zwischen Römern und Germa-
aus dem kulinarischen Wortschatz. Wörter wie nen; in dieser Zeit sind viele fremde Wörter aus dem
Pizza, Hamburger, Raclette oder Fastfood werden mit Lateinischen in die deutsche Sprache gelangt. Sie
den Dingen selbst, die in einer Gesellschaft modern entstammen den unterschiedlichsten Lebensberei-
geworden sind, übernommen. chen und werden von uns heute nicht mehr als
Fremdwörter empfunden (z. B. Pfeil, Kaiser, Pferd,
Es gibt auch Fremdwörter, die aus einer anderen Kerze, Tisch).
Sprache nur unvollständig übernommen wurden, da-
bei wurde nur eine von ursprünglich mehreren Be- Während der Zeit des Althochdeutschen von ca. 800
deutungen eines Wortes in eine andere Sprache über- bis 1100 n. Chr. sind viele Entlehnungen aus dem
tragen. Beispielweise bedeutet das Wort Spleen in der Kirchenlateinischen bzw. dem Mittellateinischen
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ins Deutsche gekommen, die den kirchlichen und Rolle, die das Englische als internationale Wirt-
religiösen Bereich betreffen (z. B. Mönch, Dechant, schafts- und Wissenschaftssprache besitzt.
Pfründe, Almosen). Außerdem gelangten viele Wör-
ter aus dem Griechischen, teilweise vermittelt über Neben dem Einfluss der so genannten »klassischen«
das Lateinische, in die deutsche Sprache (z. B. Ket- Sprachen Latein und Griechisch hat also der Einfluss
zer, Kirche, Pfarrer, Pfingsten, Teufel). Bis ins hohe des Italienischen, Französischen und Englischen den
Mittelalter wurden mit der aufblühenden Kloster- Fremdwortschatz des Deutschen maßgeblich geprägt.
kultur in Deutschland weitere Wörter aus dem La- Es werden jedoch nicht nur Wörter aus fremden
teinischen und Griechischen übernommen (z. B. Sprachen ins Deutsche übernommen, sondern es gibt
Abt, Satan, Kruzifix, Orgel, Legende, Melodie, Har- umgekehrt auch zahlreiche deutsche Begriffe, die in
monie, Takt). andere Sprachen (z. B. in das Englische) Eingang ge-
funden haben, z. B. die Wörter Bratwurst, Kindergar-
Durch das Aufblühen der Wissenschaften während ten, Kitsch, Gemütlichkeit und Weltschmerz.
des Spätmittelalters vom 14. bis 16. Jahrhundert fan-
den viele Begriffe aus dem Mittellateinischen bzw.
dem Gelehrtenlatein Eingang in unsere Sprache. Überfremden die Fremdwörter die deutsche
Teilweise stammen sie auch aus dem Griechischen Sprache?
oder wurden über das Altfranzösische vermittelt.
Diese Begriffe betreffen insbesondere die Bereiche Der Anteil der aus anderen Sprachen in den deutschen
Theologie, Philosophie, Rechtswesen, Politik, Ver- Wortschatz übernommenen fremden Wörter beträgt
waltung, Bildung, Dichtung, Alchemie, Medizin, etwa 25%, wenn man als Wortschatz des Deutschen
Mathematik, Geographie, Astronomie usw. (z. B. 400 000 Wörter ansetzt, von denen ca. 100 000 nicht
Definition, Logik, Advokat, Justiz, Regent, Kommili- indigen sind. Die von uns wirklich als »fremd« emp-
tone, Dialog, Autor, Orthographie, Anatomie). Im 15. fundenen Wörter machen ca. 10% des Deutschen aus.
und 16. Jahrhundert dominiert Italien in den Berei- Den größten Anteil der Fremdwörter bilden die Sub-
chen Handel und Musik, was im Deutschen anhand stantive, gefolgt von den Adjektiven und Verben. Bei
zahlreicher Entlehnungen aus dem Italienischen zu den etwa 2 800 Wörtern des deutschen Grundwort-
erkennen ist (z. B. Avis, Bank, allegro, Oper, Cello). schatzes entspricht der Fremdwortanteil 6%; in Zei-
tungstexten beträgt der Anteil der Fremdwörter ca. 8%.

Fremdwörter als Spiegel der Zeit Es kann also durchaus nicht von einer »Überflutung«
unserer Sprache mit fremden Wörtern die Rede sein.
Im 17. Jahrhundert führte der sprachliche Einfluss Allerdings entstammen viele neue Fremdwörter, ins-
des Italienischen und Französischen während des besondere die Anglizismen, den entwicklungsträch-
Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zur Entlehnung tigsten und sich rasch erneuernden Bereichen unserer
zahlreicher militärischer Begriffe (z. B. Alarm, deser- Gesellschaft und stehen häufig für modische, gesell-
tieren, Dragoner, Proviant, Batterie). Während der schaftliche oder technische Trends (Internet, Jobsha-
Alamode-Zeit im 17. und 18. Jahrhundert war es in ring, surfen, Last-Minute-Reise usw.). Diese Trend-
höheren Gesellschaftskreisen üblich – und galt als oder Modewörter werden nicht selten als Schlag-
besonders vornehm –, Französisch zu sprechen wörter gebraucht und besitzen eine Signalfunktion,
oder wenigstens hier und da französische Begriffe zu die oft sehr vehement den Zeitgeist repräsentiert.
verwenden. Die Entlehnungen aus dieser Zeit ent- Fremdwörter unterliegen – wie die deutschen Wörter
stammen den verschiedensten Lebensbereichen auch – dem Sprachwandel. Die Fluktuation von
(z. B. Galan, Cousine, Terrasse, Frikassee, Marmelade, Fremdwörtern ist allerdings stärker als die von deut-
Brokat). schen Wörtern, da sie in vielen Fällen bereits nach
kürzerer Zeit unmodern werden und außer Gebrauch
Wörter aus dem Englischen finden erst vergleichs- kommen. So ist der Anteil an Fremdwörtern, zum
weise spät Eingang in die deutsche Sprache, nämlich Beispiel in Zeitungstexten, in den letzten Jahrzehn-
erst seit dem 18. Jahrhundert. Dies betrifft Begriffe ten konstant geblieben.
wie Robinsonade, Agitator, Streik, Lokomotive. Im 19.
Jahrhundert nimmt der Einfluss des Englischen auf Das Englische steht unangefochten an der Spitze der
das Deutsche dann stark zu: Wörter wie Baby, Gent- international gebrauchten Sprachen, deshalb stam-
leman, Pudding, Whiskey oder Sherry etablieren sich men viele der heute neu im Deutschen verwendeten
im Deutschen. Im 20. Jahrhundert ist ein beständiges Neologismen aus dem Englischen bzw. Amerikani-
Anwachsen der Anglizismen im Deutschen zu ver- schen. Man nennt diese englischen Fremdwörter
zeichnen, es sind Begriffe wir Jazz, Song, Teenager, Anglizismen, international verbreitete Wörter wer-
Thriller, Output usw. Diese Tendenz ist bis heute un- den als Internationalismen bezeichnet, dies sind
gebrochen und resultiert aus der dominierenden Wörter wie Aids, Computer, Pizza usw.
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Welche Funktionen besitzen Fremdwörter im Gibt es Regeln zum richtigen Gebrauch von
Deutschen? Fremdwörtern?

Fremdwörter werden häufig aus einer anderen Spra- Regeln zum richtigen Gebrauch von Fremdwörtern
che übernommen, um eine Lücke im Wortschatz zu gibt es jedoch nicht, es ist häufig eine Frage des Stils
schließen, d. h. einen Sachverhalt oder ein Ding zu oder des Sprachempfindens, ob man in einem Ge-
benennen, für den bzw. das es noch keinen treffen- spräch oder in einem schriftlichen Text Fremdwör-
den Ausdruck gibt. Darüber hinaus erfüllen Fremd- ter verwenden sollte. Wenn man Fremdwörter ver-
wörter wichtige Funktionen im Rahmen der alltägli- wendet, sollte man jedoch ihre Bedeutung kennen
chen und der fachspezifischen Kommunikation. und sie dem Sinn nach korrekt verwenden. Teilweise
Dies betrifft insbesondere die Differenzierung von lassen sich Fremdwörter mit deutschen Entspre-
Stilebenen: chungen austauschen, jedoch nicht immer. Häufig
sind es nur Bedeutungsnuancen, die die Verwen-
«
Fremdwörter besitzen häufig eine Signalfunktion dung des einen oder des anderen Begriffes erforder-
und werden sowohl in mündlicher als auch in lich machen. Manche Zusammenhänge lassen sich
schriftlicher Kommunikation gezielt eingesetzt. mit einem Fremdwort besser als mit einem deut-
Dies betrifft insbesondere die Bereiche Presse, schen Wort ausdrücken, so können wir beispiels-
Werbung, Marketing, Wirtschaft, TV usw. (z. B. weise von der Integration von Ausländern sprechen,
Teleshopping, Fundraising, New Economy, Factory- nicht jedoch von einer Integration (= Einbeziehung)
Outlet) aller Anwesenden. Im Alltag in der gesprochenen
«
Fremdwörter können einen gehobenen Sprach- Sprache verwenden wir deutlich weniger Fremdwör-
stil kennzeichnen und damit Bildung und Kompe- ter als in der Schriftsprache oder in Fachtexten.
tenz implizieren (z. B. Impetus, instrumentalisie- Wörter wie Kathete oder Computer lassen sich nicht
ren, larmoyant, Canossagang, Damoklesschwert) verdeutschen, ohne dabei lächerlich zu wirken. Nie-
«
Fremdwörter können Themen versachlichen, mand spricht heute von einer Rechenmaschine, wenn
verharmlosen oder aufbauschen (z. B. Suizid er seinen Computer anstellt. Dies würde geradezu
statt Selbstmord, Demission statt Kündigung, River- lächerlich wirken und auch den bezeichneten Ge-
boatshuffle statt Bootsfahrt) genstand unzureichend benennen.
«
Fremdwörter können komplexe Sachverhalte
ausdrücken, präzisieren und verkürzen (z. B. Andererseits zeugt es auch nicht von gutem Sprach-
Automat, Algebra, coachen, intelligent) stil, wenn man zu viele oder für den Gesprächspart-
«
Fremdwörter können (bes. in Fachsprachen) die ner unverständliche Fremdwörter verwendet. Der
internationale Verständigung befördern (z. B. Gebrauch von Fremdwörtern sollte nicht dazu die-
Internet, Browser, BSE, äquivalent, Logarithmus, nen, andere von der Kommunikation auszugrenzen,
Joule) indem man eine Vielzahl von Fremdwörtern ver-
«
Fremdwörter können als Synonyme, zur Differen- wendet. Es ist auch nicht positiv zu bewerten, wenn
zierung des Ausdrucks bedeutungsgleicher Wör- in der Werbesprache mithilfe von fremden oder so-
ter, eingesetzt werden, um die mehrfache Wieder- gar fehlerhaft gebildeten Wörtern die Aufmerksam-
holung eines Wortes zu vermeiden (z. B. implizie- keit auf bestimmte Produkte gelenkt werden soll.
ren anstelle von mit einbeziehen, mit meinen, einbe- Auch die Fremdwortschreibung unterliegt den Re-
greifen; abrupt anstelle von plötzlich, ohne Über- geln der deutschen Orthographie, und ungrammati-
gang) sche Schreibungen, wie Großbuchstaben innerhalb
«
Fremdwörter können Inhalte nuancieren und be- eines Wortes (z. B. in CityCall), sollten unbedingt
stimmte Assoziationen (konnotative Wortbedeu- vermieden werden.
tungen) hervorrufen: expressiv beinhaltet z. B. die
zusätzliche Bedeutung in künstlerischem Sinne aus-
drucksstark gegenüber dem deutschen Adjektiv Aspekte der Fremdwortschreibung
ausdrucksvoll; mit dem Verb kontaktieren wird
nicht nur die Bedeutung eine Beziehung knüpfen, Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung,
sondern auch eine vorteilhafte Verbindung zu die am 1.8.1998 in Kraft getreten ist, beinhaltet auch
jmdm. beginnen assoziiert. Für eine Nuancierung einige neue Richtlinien zur Fremdwortschreibung.
von kommunizierten Inhalten ist die Verwendung Die Neuregelung zielt insbesondere darauf ab, die
von Fremdwörtern unumgänglich. Integration von Fremdwörtern hinsichtlich ihrer
«
Fremdwörter können (umgangssprachliche, geho- Schreibweise zu erleichtern. Die Eingliederung von
bene, poetische, fachsprachliche u. a.) Stilebenen fremden Wörtern in die deutsche Sprache ist meis-
differenzieren (integrieren statt einbeziehen; Kon- tens ein längerfristiger Prozess, in dessen Verlauf
strukt statt Entwurf; Gourmet statt Feinschmecker; häufig mehrere Schreibvarianten nebeneinander ge-
kredenzen statt einschenken) braucht werden (z. B. Foto/Photo, Mayonnaise/Ma-
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jonäse, Geografie/Geographie usw.). Mit der Neurege- dungen zweier Substantive, die in der Herkunfts-
lung der deutschen Rechtschreibung wurden einige sprache getrennt geschrieben werden, z. B. Factory-
Begriffe um eingedeutschte Varianten erweitert, outlet auch: Factory-Outlet.
d. h., es können sowohl die aus der fremden Sprache
stammenden Schreibweisen als auch die der deut- Bei der Worttrennung kann vielfach eine Trennung
schen Lautung angepassten Schreibungen verwen- nach Wortbestandteilen oder nach Sprechsilben er-
det werden. folgen. Manchmal kann zusätzlich die konsonanti-
sche Trennung, bei der der letzte Konsonant einer
Generell können alle Wörter mit den Morphemen Konsonantenfolge auf die nächste Zeile gesetzt
phon, phot, graph statt mit ph auch mit f geschrieben wird, angewendet werden. Bei einer beträchtlichen
werden, also, fon, fot, graf (z. B. Phonetik/Fonetik; Anzahl von Stichwörtern gibt es mehrere Tren-
Photometrie/Fotometrie; Choreographie/Choreografie). nungsvarianten. Das Wort Interesse [<lat. inter »zwi-
Daneben gibt es eine Reihe von einzelnen Wörtern schen« + esse »sein«] kann zum Beispiel sowohl nach
wie Chicorée/Schikoree, Delphin/Delfin, Ketchup/Ket- der Wortherkunft In|ter|es|se als auch nach Sprechsil-
schup, Necessaire/Nessessär, Portemonnaie/ Portmonee ben In|te|res|se getrennt werden.
oder Thunfisch/Tunfisch, bei denen nun auch einge-
deutschte Schreibvarianten verwendet werden kön- Einige wichtige Neuerungen bezüglich der Fremd-
nen. Auch Akzente können teilweise entfallen (De- wortschreibung sind im Stichwortverzeichnis durch
filé/Defilee). Im Zuge der Rechtschreibreform wurde Informationskästen hervorgehoben.
auch das so genannte Stammprinzip stärker berück-
sichtigt. Schrieb man z. B. das von dem Substantiv
Potenz abgeleitete Adjektiv früher nur potentiell, so Welche Informationen bietet das WAHRIG Fremd-
kann es heute – seinem Wortstamm entsprechend – wörterlexikon?
auch potenziell geschrieben werden.
Das Anliegen eines Fremdwörterlexikons ist es, bei
Ebenfalls betroffen von der Neuregelung der deut- Verständigungs-, Verstehens- oder Schreibschwie-
schen Rechtschreibung ist der Bereich der Ge- rigkeiten eine Hilfestellung zu bieten. Zu jedem auf-
trennt- und Zusammenschreibung; die dort fixier- geführten Stichwort werden deshalb möglichst voll-
ten Regeln gelten teilweise auch für Fremdwörter. ständige Informationen gegeben. Dies sind im Ein-
Grundsätzlich gilt für fremdsprachige Komposita zelnen die Angabe
die im Deutschen übliche Zusammenschreibung.
Von dieser Regel sind fachsprachliche Begriffe aus- «
der korrekten Schreibweise (ggf. mit Schreibvari-
genommen, wie z. B. Basic English, Basic Needs, Lord anten)
Mayor. Verbindungen aus Adjektiv + Substantiv, die «
der Worttrennung am Stichwort (ggf. auch An-
in der Herkunftssprache getrennt geschrieben wer- gabe von Trennungsvarianten)
den, können sowohl getrennt als auch zusammenge- «
der Aussprache bei schwieriger Lautung des be-
schrieben werden, z. B. Happyend auch: Happy End. treffenden Wortes
Mitunter ist schwer zu entscheiden, ob ein Wort «
der Wortart und bei Substantiven Angabe des Ge-
fachsprachlich oder allgemeinsprachlich verwendet nus und der Deklination (Genitiv- und Plural-
wird, also nur in Getrenntschreibung oder auch in endungen)
der dem Deutschen folgenden Zusammenschrei- «
der Fachgebiete
bung angegeben werden sollte. Bei Wortverbindun- «
der Stilebene
gen, die unübersichtliche Zusammensetzungen er- «
der Bedeutung(en), die häufig durch Anwen-
geben, im Deutschen üblicherweise getrennt ge- dungsbeispiele ergänzt werden
schrieben und in der Regel fachsprachlich gebraucht «
der Etymologie (Wortherkunft)
werden, wie z. B. Electronic Publishing, wurde im
Wörterverzeichnis auf die Angabe der zusammenge- Was die Stichwortauswahl betrifft, so sind im WAH-
schriebenen Variante verzichtet. RIG Fremdwörterlexikon diejenigen Fremdwörter
verzeichnet, die in der deutschen Alltagssprache ge-
Bindestrichvarianten sind grundsätzlich bei allen bräuchlich sind, fachsprachlicher Wortschatz ist bes.
Stichwörtern angegeben, die als Hauptvariante mit für die Gebiete aufgenommen worden, die auch
Bindestrich geschrieben werden, z. B. Come-back außerhalb ihrer Fachgebiete im Deutschen Verwen-
auch: Comeback. Darüber hinaus ist das Setzen eines dung finden, z. B. die Bereiche EDV, Medizin,
Bindestrichs bei allen unübersichtlichen Wortzu- Technik usw. Das Stichwortverzeichnis wurde mit-
sammensetzungen möglich, aus Umfangsgründen hilfe des WAHRIG Textkorpusdigital um zahlreiche
wurden jedoch Bindestrichvarianten nur bei der Zu- häufig verwendete Fremdwörter der Alltagssprache
sammensetzung mit Eigennamen aufgeführt, z. B. und neu in die Sprache aufgenommene Neologis-
Bessemerbirne auch: Bessemer-Birne und bei Verbin- men ergänzt.
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Abkürzungen und Zeichen

a. auch eskim. eskimoisch jmd. jemand


Abk. Abkürzung europ. europäisch jmdm. jemandem
Adj. Adjektiv evang. evangelisch jmdn. jemanden
Adv. Adverb jmds. jemandes
aengl. altenglisch f. femininum Jur. Jura
afrik. afrikanisch fachspr. fachsprachlich
afrz. altfranzösisch Fem. Femininum Kart. Kartenspiel
ägypt. ägyptisch fig. figürlich, im über- Kartogr. Kartographie
ahd. althochdeutsch tragenen Sinne kath. katholisch
aind. altindisch Finanzw. Finanzwesen Kfz Kraftfahr-
Akk. Akkusativ finn. finnisch zeug(technik)
allg. allgemein finn.-ugr. finnisch-ugrisch Kochk. Kochkunst
amerikan. amerikanisch Flugw. Flugwesen Konj. Konjunktion
Anat. Anatomie Forstw. Forstwirtschaft Kosmol. Kosmologie
anord. altnordisch Fot. Fotografie Kunstw. Kunstwort
Anthrop. Anthropologie frz. französisch Kurzw. Kurzwort
apers. altpersisch Funkw. Funkwesen Kyb. Kybernetik
aram. aramäisch Fußb. Fußball(spiel)
Arch. Architektur Landw. Landwirtschaft
Archäol. Archäologie galloroman. galloromanisch lat. lateinisch
Art. Artikel geh. gehoben lit. litauisch
Astrol. Astrologie Gen. Genitiv Lit. Literatur(wissen-
Astron. Astronomie Geogr. Geographie schaft)
AT Altes Testament Geol. Geologie Luftf. Luftfahrt
Geom. Geometrie
Bankw. Bankwesen germ. germanisch m. maskulinum
Bauw. Bauwesen Gesch. Geschichte MA Mittelalter
bes. besonders Ggs Gegensatz malai. malaiisch
Bez. Bezeichnung Gramm. Grammatik Mal. Malerei
Bgb. Bergbau grch. griechisch Mar. Marine
Bibliotheksw. Bibliothekswesen Mask. Maskulinum
Biol. Biologie hebr. hebräisch Math. Mathematik
Bot. Botanik Her. Heraldik mdt. mitteldeutsch
Buchw. Buchwesen hl. heilig Med. Medizin
bulg. bulgarisch mengl. mittelenglisch
bzw. beziehungsweise i. Allg. im Allgemeinen Met. Metallurgie
idg. indogermanisch Meteor. Meteorologie
ca. circa i. e. S. im engeren mfrz. mittelfranzösisch
Chem. Chemie Sinne mgrch. mittelgriechisch
chin. chinesisch Ind. Industrie mhd. mittelhoch-
Chir. Chirurgie Inf. Infinitiv deutsch
Dat. Dativ insbes. insbesondere Mil. Militärwesen
d. h. das heißt Int. Interjektion Min. Mineralogie
dt. deutsch intr. intransitiv mlat. mittellateinisch
Dtschld. Deutschland ir. irisch mnddt. mittelnieder-
isl. isländisch deutsch
EDV Elektronische Da- ital. italienisch mndrl. mittelniederlän-
tenverarbeitung i. w. S. im weiteren Sinne disch
ehem. ehemalig Myth. Mythologie
eigtl. eigentlich Jagdw. Jagdwesen
Eisenb. Eisenbahn jap. japanisch n. neutrum
El. Elektrizität jav. javanisch nddt. niederdeutsch
engl. englisch Jh. Jahrhundert ndrl. niederländisch
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Neutr. Neutrum scherzh. scherzhaft zählb. zählbar


nhd. neuhochdeutsch Schiff. Schifffahrt (mit Plural)
Nom. Nominativ Schulw. Schulwesen z. B. zum Beispiel
norddt. norddeutsch schweiz. schweizerisch Zeitungsw. Zeitungswesen
norweg. norwegisch serbokr. serbokroatisch Zig. Zigeunersprachen
NT Neues Testament Sing. Singular Zool. Zoologie
Num. Numerale skand. skandinavisch Zus. Zusammenset-
slaw. slawisch zung
o. Ä. oder Ähnliche(s) Soziol. Soziologie - Runenzeichen
oberdt. oberdeutsch Sprachw. Sprachwissen- (»Thorn«)
Obj. Objekt schaft für den Laut [q]
od. oder Sprichw. Sprichwort ` siehe
Okk. Okkultismus Stat. Statistik `a. siehe auch
Ökol. Ökologie Subst. Substantiv = Hinweis auf ein
ostdt. ostdeutsch süddt. süddeutsch Wort mit gleicher
österr. österreichisch Sy Synonym Bedeutung
oV orthographische syr. syrisch * durch Sprachver-
Variante gleich erschlosse-
Tel. Telekommunika- ne Form eines
Päd. Pädagogik tion Wortes; bei Perso-
Parapsych. Parapsychologie Textilw. Textilwesen nen: geboren
Part. Partizip Theat. Theater < kommt aus der
Path. Pathologie Theol. Theologie Sprache ..., hat
Perf. Perfekt tibet. tibet(an)isch sich aus dem fol-
pers. persisch turktat. turktatarisch genden Wort ent-
Pharm. Pharmazie TV Fernsehen wickelt, ist aus
Philol. Philologie Typ. Typographie den folgenden
Philos. Philosophie Wörtern gebildet
phön. phönizisch u. und worden
Phon. Phonetik u. a. unter anderem, † gestorben
Phonol. Phonologie und anderes ® Markenzeichen
Phys. Physik u. Ä. und Ähnliche(s)
Physiol. Physiologie ukr. ukrainisch Die Endungen -isch und -lich
Pl. Plural umg. umgangssprach- sind oft abgekürzt.
poet. poetisch lich Weitere Abkürzungen befinden
Pol. Politik undekl. undeklinierbar sich im Wörterverzeichnis als
portug. portugiesisch ungar. ungarisch Stichwörter.
präd. prädikativ unz. unzählbar
Präf. Präfix (ohne Plural)
Präp. Präposition urspr. ursprünglich
Präs. Präsens usw. und so weiter
Pron. Pronomen
prov. provenzalisch V. Verb
Psych. Psychologie Vet. Veterinärmedizin
viell. vielleicht
rätorom. rätoromanisch Völkerk. Völkerkunde
Raumf. Raumfahrt volksetym. volksetymologisch
Rechtsw. Rechtswesen Vors. Vorsilbe
refl. reflexiv, rückbe- vulgärlat. vulgärlateinisch
züglich
Rel. Religion Waffenk. Waffenkunde
relig. religiös Web. Weberei
Rhet. Rhetorik westdt. westdeutsch
roman. romanisch Wirtsch. Wirtschaft
rotw. rotwelsch wiss. wissenschaftlich
Sammelbez. Sammelbezeich- Wissth. Wissenschafts-
nung theorie