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Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln: Das

lindert den Harnwegsinfekt


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Mittwoch, 15.04.2020, 17:42


Bei einer Blasenentzündung ist die Schleimhaut der Harnblase entzündet. Erfahren Sie
hier, wie sich eine Infektion äußert und was die Beschwerden lindern kann.

Blasenentzündung: Was hilft


Auch wenn das typische Brennen und Jucken beim Wasserlassen nicht angenehm ist:
Geduld zahlt sich aus. Oft heilt eine Blasenentzündung ohne Therapie nämlich von ganz
allein wieder aus. Wer Schmerzen hat, kann bei einer Blasenentzündung mit Ibuprofen
oder anderen Schmerzmitteln gegensteuern – zumindest, solange der Infekt auf die
Blase beschränkt ist.

Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn die Beschwerden heftig sind, es Anzeichen dafür gibt,
dass sich die Infektion ausgebreitet hat (z. B. Schmerzen in der Nierengegend) oder die
Blasenentzündung immer wiederkommt. Antibiotika, die in solchen Fällen verschrieben
werden, zerstören die Bakterien im Urin und lassen die Symptome normalerweise
innerhalb weniger Tage abklingen. Zu lange sollten Sie Antibiotika, die Sie bei einer
Blasenentzündung in Tabletten- oder Kapselform bekommen, jedoch nicht einnehmen
(müssen). Denn bei einer sogenannten Langzeitbehandlung über mehrere Wochen oder
sogar Monate hinweg, steigt das Risiko, dass die Erreger resistent gegen das
Medikament werden.

Blasenentzündung: Hausmittel
Eine Blasenentzündung ohne Antibiotikum oder schulmedizinische Medikamente lindern
beziehungsweise eine ärztliche Behandlung unterstützend begleiten können Sie bei
unkomplizierten Verläufen mit Hausmitteln. Diese können Beschwerden erträglicher
machen oder einer erneuten Blasenentzündung vorbeugen. Hausmittel, die oft zum
Einsatz kommen, sind zum Beispiel Tees mit entsprechenden natürlichen Wirkstoffen
(Blasen- und Nierentees).

Zudem gibt es einige Methoden, um eine Blasenentzündung pflanzlich, homöopathisch


oder durch bestimmte Verhaltensweisen auszukurieren oder gar nicht erst entstehen zu
lassen – auch, wenn es dafür keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beleg gibt.

Cranberry-, Preiselbeer- oder Heidelbeersaft trinken: Die Früchte enthalten einen


bestimmten Pflanzenstoff (Proanthocyanidin), der es den Erregern schwerer macht, sich
an den Harnwegswänden abzusetzen. Deshalb können bei einer Blasenentzündung

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Cranberry, Preisel- oder Heidelbeeren beziehungsweise deren Saft verhindern, dass sich
die Entzündung ausbreitet und dass sie wiederkommt.

Häufig zur Toilette gehen: Generell hilft es, viel zu trinken. Denn wer viel trinkt, muss
oft zur Toilette und schwemmt damit die Erreger aus. Trinken sollten Sie bei einer
Blasenentzündung mindestens zwei Liter pro Tag, allerdings keine Zitrussäfte, keinen
Alkohol oder Kaffee. Sie reizen die Harnwege zusätzlich bei einer Blasenentzündung.

Wärme: Bei einer Blasenentzündung krampft die Muskulatur oft. Wärme wirkt
entspannend. Entweder legen Sie eine Wärmeflasche auf (nicht direkt auf die Haut, um
Verbrennungen zu vermeiden), machen warme Umschläge oder nehmen ein (Sitz)Bad,
wenn Sie Blasenentzündung haben.

Backpulver: Ein weiteres Hausmittel bei einer Blasenentzündung ist Backpulver. Die
Theorie: die verursachenden Bakterien lieben Säure, das Pulver aber soll den Urin
basisch machen und dadurch brennt es weniger beim Wasserlassen. Die Empfehlung
lautet, maximal drei Tage lang zweimal täglich ein großes Glas Wasser mit einer
Messerspitze Backpulver zu trinken.

Blasenentzündung: Symptome
Grundsätzlich kann eine Blasenentzündung Mann und Frau gleichermaßen treffen. In der
Realität tritt eine Blasenentzündung bei Frauen jedoch häufiger auf, da ihre Harnröhre
kürzer ist und die Erreger schneller in die Harnblase gelangen. Eine leichte
Blasenentzündung kann (fast) ohne Schmerzen verlaufen. Normalerweise jedoch
erkennen Sie eine Blasenentzündung an folgenden Anzeichen:

Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen (es gibt aber auch Blasenentzündung en
ohne Brennen beim Toilettengang)
das Urinieren fällt schwer, die Blasenentleerung fühlt sich unangenehm an (Dysurie)
im Genitalbereich kann es bei einer Blasenentzündung jucken
Sie müssen ständig auf die Toilette (oft kommt aber dann kein oder nur wenig Urin)
bei Blasenentzündung treten evtl. Schmerzen in der Flankengegend auf
Sie müssen nachts mehrmals „raus“ (Nykturie)
auch Unterbauchkrämpfe und Fieber können Anzeichen für eine Infektion sein

Neben diesen Blasenentzündungs-Symptomen, die meist aber nicht alle auf einmal
auftreten, gibt es noch weitere Warnzeichen, an denen Sie eine Blasenentzündung
erkennen können. So begleitet eine Blasenentzündung manchmal Übelkeit und
Durchfall, der Harn trübt sich ein und riecht unangenehm. Frauen können verstärkten
Ausfluss bekommen, wenn sich die Blasenentzündung auf die Vagina ausdehnt.
Bekommen Sie bei einer Blasenentzündung Rückenschmerzen ist das ein Zeichen dafür,
dass sie auf die Nieren übergegangen ist oder, bei Männern, auf die Prostata. In seltenen
Fällen lässt sich bei einer Blasenentzündung Blut im Urin feststellen. Allerdings ist das
mit bloßem Auge nicht zu sehen.

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Blasenentzündung: Wann zum Arzt?
Innerhalb von einer Woche heilt normalerweise eine Blasenentzündung aus. Dauert es
länger, bleiben die Beschwerden über mehr als drei Tage hartnäckig bestehen oder
kehren sie immer wieder, sollten Sie zum Arzt gehen. Er kann nicht nur
(schmerz)lindernde Medikamente oder Antibiotika verschreiben, sondern auch die
Ursache für die (wiederholte) Entzündung klären.

Blasenentzündung: Ist sie ansteckend?


Ja, auch wenn das Risiko relativ gering ist, wenn man auf die (Intim)Hygiene achtet. Da
hauptsächlich E.coli-Bakterien eine Blasenentzündung auslösen, können Sie sich auf
öffentlichen Toiletten anstecken oder auch über verunreinigte Gegenstände, wie
Türklinken, Wasserhähne oder Griffe in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie sollten sich also
danach immer die Hände gründlich waschen, um keine Blasenentzündung zu
bekommen. Auch durch Geschlechtsverkehr können Bakterien übertragen werden. Hier
sind Kondome ein wirkungsvoller Schutz. Bei einer Bl asenentzünd ung lässt sich die
Inkubationszeit, also die Zeit, von der Ansteckung bis die Krankheit ausbricht, nicht
genau bestimmen, da es auch symptomlose Verläufe gibt. Je nach Patient(in) können die
ersten Beschwerden nach einem bis drei Tagen auftreten.

Blasenentzündung: Ursachen
Am häufigsten lösen Bakterien (häufig E.coli) eine Blasenentzündung aus. Sie stammen
meist aus dem Darm und gelangen über die Harnröhre in die Blase. Seltener entsteht
eine Blasenentzündung auch durch Pilze, Viren oder Parasiten.

Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie anfälliger für eine Blasenentzündung; weitere
Risikofaktoren sind:

häufiger Geschlechtsverkehr. Durch die Reibung geraten die Erreger eher in die
Harnröhre.
ein schwaches Immunsystem. Dann kann eine Bla senent zündung durch
Kälte/Unterkühlung entstehen. Darüber hinaus ist eine (erneute) Blas enentzün dung
nach Antibiotika-Einnahme wahrscheinlicher, denn eine solche Therapie verändert die
Darmflora.
psychische Einflüsse. Eine Bla senentzün dung kann durch Stress begünstigt werden.
Hormone: gerät die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht, kann die Folge eine Bla
senentzünd ung sein. Durch die Pille kann sich deshalb das Risiko einer Erkrankung
ebenso steigen wie durch Diaphragma, Spermizide oder die Wechseljahre.
Funktionsstörungen: wenn sich der Urin staut und nicht abfließen kann, zum Beispiel
aufgrund einer verengten Harnröhre, kann das eine Blasenentzündung wahrscheinlicher
machen.
Falsches Wischen: wer beim Toilettengang von hinten nach vorn wischt, erhöht das
Risiko für eine Blasenentzündung, da er die Bakterien vom After in die Harnröhre schiebt
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Verhütung: nicht nur die Pille, auch Diaphragmen können eine Blasenentzündung
hervorrufen, da sie auf die Harnröhre drücken.
Erkrankungen: Diabetiker sind generell infektanfälliger. Der höhere Zuckerwert im Urin
ist zudem ein hervorragender Nährstoff für die Erreger.

Blasenentzündung: vorbeugen
Warum manche Menschen eher eine Blasenentzündung bekommen als andere, lässt
sich nicht genau erklären. Jeder kann etwas dafür tun, um einer Blasenentzündung
vorzubeugen. Impfungen gibt es zwar keine, es hilft jedoch, viel zu trinken, häufig auf die
Toilette zu gehen, bequeme Wäsche zu tragen (enge Slips können den Schambereich
reizen), sich warm und damit sein Immunsystem stark zu halten sowie beim
Toilettengang von vorn nach hinten zu wischen und auf gute Intimhygiene zu achten.

Dieser Artikel wurde verfasst von Carola Felchner, Medizinjournalistin

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*Der Beitrag "Das sind die Risikofaktoren für eine Blasenentzündung - und wann Sie zum
Arzt müssen" wird veröffentlicht von FOCUS Arztsuche. Kontakt zum Verantwortlichen
hier.

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