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DK 693.B (063.95) Fachbereichstandarc ~,- ;i_ J11lli 193'1-

Deilfs~l'le Stahlbau TGL


Deflo~ti!he
~"'LI:\.
Ausführung von Stahltragwerken 13 510/03
Re,p~ßl< Schraub- und Nietverbindungen Gruppe 135 800
CTS.1bHOe CTPOIT8~bCTBo;Buno~H8HRe CTaJ!bHHX lieCYIIJllX KOHCTpyKIUdl;Eo~TOBH8 I SaK11eno'Il!H8 coenRH8Hi!fl
Structural Steel Engineering, Manuf'acture of Steel Structures, Riveted and bolted Connections
Deskriptoren: Stahltragwerk; Schraubverbindung; Nietverbindung l!follli\formo!!mf
!Jmfang 7 Seiten 1nformotionskabine!!
Terantr1ortlich/bestätigt1 29.6.1984, VEB Metalleichtbaukombinat, Leipzig Projektierung>grundlag<:Jn
verbindlich ab 1.3.1985

D i e s e r S t a n d a r d g i 1 t für die Ausführung von geschraubten und genieteten


Stahltragwerken und Bauteilen, für die der Nachweis der Tragsicherheit erforderlich ist. Hierzu
zählen auch Stahlverbundkonstruktionen und Bauteiie, die mit Maschinenbauteilen fest verbunden
eo sind, sowie solche, die nur vorübergehenden Zwecken dienen, wie fliegende Bauten, Bau- und Lehr-
;g gerüste, Schalungsstützen.

i-6 Ab~eichungen Von diesem Standard sind zulässig, wenn sie durch Theorie oder Versuch ausreichend
begründet sind und die Genel_lmiguug oder Zustimmung der zuständigen Prüfstelle 1 vorliegt.

SCli'JlAUBVERfilNDUNGEN !'iIT UND OHNE 1.1.2. Grate an Schraubenlochrändern sind vor


l_)ASSUNG dem Zusammenbau der Bauteile abzuarbeiten. Der
Allgemeine F-0rderungen an Bchrauben- dem Schraubenkopf zugewandte Lochrand ist so
löcher zu brechen, daß ein Aufsitzen des Schaftüber-
gauges nicht möglich ist.
Schraubenlöcher müssen die in der Aus-
f-:..ihrilllgszeichnung vorgeschriebene Lage und
kreiszylindrische Form aufweisen, sowie recht- 1.1.3. Schraubenlöcher für Schraubverbindungen
winklig zur Hauptebene der zu verbindenden Tei- mit Passung dürfen keinen Versatz aufweisen.
~ le liegen, sofern nicht Schräglage vorgesehen
N

Jl ist.
~Das Lochspiel (Differenz zwische~ Loch- und Ge- 1,1.4. Sind Schraubenlöcher aufzureiben, darf
2• windedurchmesser oder bei Paßschrauben ' Schaft- damit erst begonnen werden, wenn das Bauteil in
:~ durchmesser) darf den in Tabelle 1 angegebenen seiner planmäßigen Lage und Form vollständig zu.
~ i~ert nicht überschreiten • sammengesetzt und die Einzelteile mittels Dorne
.g und Heftschrauben so miteinander verbllllden sind,
c
~ l'abelle 1 daß ein Verschieben und das Eindringen vOn Spä-
nen zwischen die Berührungsflächen ausgeschlos-
Verbindungsart Lochspiel höchstens bei sen sind.
Gewindedurchmesser
Die Dorne müssen zylindrische Form mit konischen
M 81 M 10 M 12 bis M 30 Enden und eine glatte Oberfläche aufweisen.
Schraubverbindungen
ohne Passung mit
Schrauben nach 1.2. Forderungen an Schraubenlöcher in Bau-
!rGL 0-7990, TGL 0-931,
TGL 0-933, TGL 12 517 1 mm 2 mm teilen der1 Ausführungsgruppe A

~leitfeste
Schraubver-
bindungen mit Schrau- 1.2.1. Schraubenlöcher sind grundsätzlich auf
~ 'ben nach 'rGL 12 517
-
.VI...
Schraubverbindungen
'
ein festzulegendes Maß vorzubohren und nach dem
Zusammenbau auf die vorgeschriebene endgültige

-"'
:;
:;;:
mit Passung mit
Schrauben nach
TGL 12 518
- 0,3 mm 2 ) Lochweite a~fzureiben. Sie dürfen auch, ausge-
nommen bei Stahltragwerken des Verkehrsbrücken-
1 baus und Tagebaugroßgeräten, mit einem min-
::l
... destens 4 mm kleinerem Durchmesser gestanzt
:>! und auf das endgültige Maß aufgerieben werden.
e~ -1--d-2-),--
un siehe Hinweise
:::;

1
Seite 2 TGL 13 510/03

1.2.2. Schraubenlöcher, außer solche für PaB- Schweißverantwortlichen zulässig. Dabei ist zu
sch:Jrauben, dürfQn sofort a~ den endgültigen berücksichtigen, daß keine höhere Beanspruchung
Durchmesser gebohrt werden, .wenn mi1; geprüften vorliegt, als sie für diese Teile nach
Bohrvorrichtungen gebohrt wird oder wenn die TGL 13 500/01 im Kerbfall 5 oder bei Erreichen
zusammengehörenden Teile gemeinsam gebohrt wer- der Note 2 nach TGL 10 646/01 im Kerfall 3 zu-
den oder wenn besondere technologische Maß- lässig ist.
nahmen die Lochdeckung gewährleisten.

102.9. Bei Stahltragwerken des Verkehrsbrücken-


1.2.3. Bei Stahltragwerken des Verkehrsbrücken- baus und Tagebaugroßgeräten ist das Zuschweißen
baus muß das Schraubenloch gegenüber der end- ve~bohrter Schraubenlöcher unzulässig.

gültigen Bohrung mit einem mindestens 4 mm In Ausnahmefällen dürfen bei Bauteilen aus
klein~rem Durchmesser vorgebohrt werden, wenn St 38 im Einvernehmen mit der;, zuständigen Prüf-
nicht nach Abschnitt 1.2.2. gearbeitet wird. stelle und dem Projektanten unter Einhaltung
Vorbohrungen mit größerem Durchmesser sind nur von TGL 13 510/04 verbohrte Schraubenlöcher
in Ausnahmefällen mit Zustimmung der zustän- mit eingeschweißten Füllstücken geschlossen
digen Prüfstelle zulässig. werden.

1ß2.4. Das gemeinsame Bohren mehrerer zusam- 1„3„ Forderungen an Schraubenlöcher in Bau-
mengehörender Bauteile darf erst erfolgen, wenn teilen der Ausführungsgruppe C.
diese Teile ausgerichtet und fest miteinand~r
verbunden sind.
Das Verbinden der Teile durch Heftschweißen ist 1.3.1. Schraubenlöcher für Schraubverbindungen
nur bei Bauteilen aus Stahl Qer Festigkeits- ohne Passung dürfen einzeln auf den endgültigen
Durchmesser gebohrt oder gestanzt werden, wenn
klassen S 38/24 und S 45/30 nach TGL 13 500/01
zulässig. Es ist unzulässig bei Stahltragwerken eine für das Einbringen der Schrauben aus-
des Verkehrsbrückenbaus. reichende Lochdeckung erzielt wird. Bei Stahl-
liach dem ·Bohren und Lösen derartiger Verbin- tragwerken des Verkelu:'sbrückenbaus ist das
dungen sind die Heftstellen nachzuarbeiten. Stanzen nur bei untergeordneten Bauteilen &us
St 38 zulässig„

1.2.5. Für Schraubverbindungen ohne Passung


1o3o2. In einem Anschluß ist bei Schraubver-
ist in einem Anschluß ein Versatz bis 9,5 mm bei
höchstens 20 % und über 0,5 bis 1,0 mm!bei bindungen ohne Passung ein Versatz bis zu
1,ö mm bei höchstens 3l5 % der Schrauben-
höch~tens 10 %, insgesamt jedoch bei höchstens
20 % der Schraubenlöcher und eine Schräglage löcher und eine Schräe:;lage bis zu 3° oder 5 7;
der zu verbindenden Gesamtdicke bei höchstens
bis zu 2° oder 3,5 % der zu verbindenden Ge-
20 % der Schraubenlöcher zulässig.
sa.mtdicke zulässig.
Darüber hinaus gilt Abschnitt 1.2.7.

1.2.6. Bei Schraubverbindungen mit Passung


sind-in einem Anschluß höchstens 15 % der 1o3o 3. Verbohrte Schraubenlöcher dürfen zuee-
Schraubenlöcher mit einer Schräglage bis zu schweißt werden, wenn für den Vierl;;:stoff die
2° oder 3,5 % der zu verbindenden Gesam.tdicke Sprödbruchsicherileit nach TGL 12 910 c;e-
zulässig. währleistet ist und die Zustit!l.ffiilllg des
Schweiß.verantwbrtlic1J.en vorliegt.

1.2o7• Wird beim Aufreiben von Schrauben- 1.4„ Zusam.~enbau


löchern ein Versatz nicht beseitigt, so ist 1o4.1. Es sind die in den Ausführungsilllter-
vom Konstrukteur zu entscheiden, ob das Bauteil lagen nach TGL 13 510/01 vorgeschriebenen Ver-
durch Verwendung größere Schraubendurchmesser bindllllgsmi ttel zu verwenden.
brauqhbar gemacht werden kann. Bei Anwendung der geltenden Klemmlängenta-
Bei Stahltragwerken des Verkehrsbrückenbaus ist bellen darf bei Schraubverbindungen mit vor-
hierfür die Zustimmungung des Projektanten und wiegender Beanspruchung auf Abscheren und
der zuständigen Prüfstelle einzuholen. Lochleibung d1;3..s Gewinde um ein infolt;e von 1
I.iaterialtoleranzen und Stufungssprü.ngen der
Schraubenlängen nicht vermeidbares Maa in die
1. 2.8. Das Zuschweißen von verbohrten Schrau-
benlöchern sowie das Ausbessern durch Schweißen
Klemmlänge hineinragen. J
Die Berührungsflächen sind nach :rGL 13 510/08
ist nur mit Genehmigung•des Konstrukteurs und
vorzubehandeln.

i
TGL 13 510/03 Seita 3

1.4.2. Schraubverbindungen mit Passung dü:rfen verbindungen der Festigkeitsklasse 8 und 10


erst nach Freigabe der Bauteile, bei Stahl- nach TGL 10 826/03 um 45° bis 50° gegenüber
tragwerken des Verkehrsbr~ckenbaU.s nur mit Zu- der Markierung mit einem geeigneten Schrauben-
stimmung der zuständigen Prüfstelle zusammen- schlüssel, z. B. mit verlängerten Hebelarm,
geschraubt werden. Die Freigabe hat auf' der weiter anzuziehen.
Grundlage betrieblicher Festlegungen zu er-
folgen.
1.4.7. Bei mehr als vier voll vorgespannten
Schrauben je Anschluß sind im ersten Arbeits-
1.4.J. Die Schrauben sind vorzugsweise so ein- gang alle Schrauben mit etwa 75 % der erforder-
zubauen, daß ihre Köpfe an der Oberseite der lichen Vorspannkraft vorzuspannen. Die voll-
Bauteile liegen. ständige erforderliche Vorspannung ist in einem
zweiten Arbeitsgang aufzubringen.

1.4.4. Das Anziehen der Schraubverbindung ist


_ an der Mutter, wenn nötig unter gleichzeitigem 1.5. Schraubensicherung
Gegenhalten am Schraubenkopf, vorzunehmen. Da- 1.5.1. Als Schraubensicherung sind zulässig:
bei ist in der Mitte des Anschlußbildes zu be- - Meißel- oder Körnerschlag bis Festig-
ginnen Wld nach außen gleichmäßig abwechselnd kei tsklasse 5.6 nach TGL 10 826/02
über alle Reihen fortzusetzen. Das Anziehen am
Schraubenkopf ist· nur in Ausnahmefällen zu- - Sicherungsmutter nach TGL 0-7967
lä,ssig. - Sechskantmutter selbstsichernd mit
Klemmring nach TGL 0-985

1.4.5. Bei Schraubverbindungen mit vorge- - Federring nach TGL 7403 •


spannten hochf'esten Schrauben nach TGL 13 502 volle Vorspannung nach Abschnitt 1.4.?.
ist die erforderliche Vorspannung nach - Doppelmutter, vorzugsweise für Ver-
Tabelle 2 auf zubringen. ankerungen
Beim Drehmomentenverfahren ist nach dem gleich-
mäßigen handfesten Anziehen 3 aller Schrauben planmäßiges Einbetonieren der Funda-
das Anziehmoment (Ma) mit Drehmomentenschlüs- mentverankerung
sel, Schlagschrauber oder ähnlichen Anziehge- sowie in Sonderfällen
räten aufzubringen. - Kronenmutter nach TGL 0-935 mit Splint
Beim Drehwinkelverfahren ist nach der Auf- nach TGL 0-94 und
bringung des Voranziehmomentes Civrv) 3 auf alle
Schrauben der nach Tabelle 2 erforderliche federnde Zahnscheibe nach TGL 0-6797.
Drehwinkel einzutragen.
Bollen in Ausnahmefällen Schraubverbindungen 1.5.2a Schraubverbindungen in Stahltragwerken
mit vorgespannten hochfesten Schrauben unter des Verkehrsbrückenbaus sind in jedem Fall zu
Bedingungen ausgeführt werden,. die nicht sichern. Dabei ist die Anwendung von Federring
Tabelle 2 entsprechen, so sind die geeigneten und Kronenmutter mit Splint nur in Sonder-
Schmiermittel,. Anzieh- und .Prüfbedingungen fällen zulässig und die Verwendung von Siche-
durch Versuche in Abstimmung mit der zustän- rungsmuttern unzulässig.
digen Prüfstelle zu ermitteln.

2. GLEITFESTE SCHRAUBVFRBINDUNGEN
1.4.6. Vorgeschriebene halbe Vorspannung darf •
Zusätzlich zu den Festlegungen dieses Ab-
außer nach Tabelle 2 auch nach folgenden Ver-
schnittes gilt TGL 13 502, Bei Stahltragwerken
fahren aufgebracht werden:
des Verkehrsbrücke.nbaus und Tagebaugroßgeräten
Unabhängi~ von der Oberflächenbeschaffenheit
ist über sämtliche Arbeitsstufen zur Her.stellung
der leicht zu fettenden Verbindungsmittel sind
der Verbindung, insbesondere über die Vorbe-
die rlluttern gleichmäßig handfest anzuzieheno
handlung der Berührungsflächen und Verschrau-
Dazu ist bei M 16 ein Schraubenschlüssel von
bungen mit dem Einbringen der Vorspann.kraft
320 mm Länge, bei M 20 von 600 mm Länge und
Protokoll zu führen.
bei M 24 von 1000 mm Länge zu verwendena Nach
dem Markieren der Stellung der Mutter zum Bau-
teil ist diese unter Gegenhalten bei Schraub- 2o1o Spezielle Forderungen an Schrauben-
löcher für gleitfeste Schraubverbindungeno
2a1.1. Die Schraubenlöcher müssen nach den

3 siehe Hinweise

1
Seite 4 TGL 13 510/03

Tabelle 2

Festig- Vorspannen der Einzuhaltende Vorspannwerte für


keits- Schrauben durch Randbedingungen Gewindedurchmesser
klasse
M10 l.112 M16 l\ii20 M24 M27
"' 8
8,8 erforderliche Vor- 16 2;, 36 69 107 154 201
spannkraf t in kN

Drehmo- aufzubrin- Schraube, Mutter. und Scheiben


menten- gendes An- schwarz, alle Anlageflächen 45 80 200 380 660 970
ver- ziehmoment lUld Gewinde leicht gefettet 23
fahren Ma in Nm

10.9 erforderliche Vor- 23 36 52 98 153 220 287


Spannkraft in kN

Drehrno- auf'zubriugen- Schrauben, Mutter und Sehei-


menten- des Anzieh- ben schwarz, alle Anlage- 110 280
ver- moment M in flächen und Gewinde leicht 33 65 550 950 1390
fahren Nm a gefettet

Schraube, Mutter und Scheiben


feuerverzinkt, alle Anlage-
flächen und Gewinde mit 100 700 1000
Molybdändisulfit-Adhäsiv- 30 57 250 LJ-50
paste nach TGL 10 596/03 ge-
schmiert

Schraube, Mutter und Scheibe


feuerverzinkt, alle Anlage-
flächen und Gewinde mit Ceri- 65 110 250 '1-70 800 1'50
tol-Spezial SIP 919 E oder 33
Ceritol-Spezial BIP 929 }' ge-
schmiert

Dreh- aufzubringen- Schraube, Mutter und Scheiben


Winkel- des Voran- leicb'.it gefettet, wenn f euer-
ver ... ziehmoment verzinkt mit t.1olybdändisulfi t~
fahren Mv in Nm Adhäsiv_paste, Ceri tel-Spezial - - 10 30 50 100 1.)0
SIP 919 F oder SIP 929 F ge-
schmiert

bis ;;omm - - 180° = 1/2 UCTdrehung


aufzubringen- bei
der Dreh- - -
Winkel Lf) Klemm-
länge
über 50rrun bis 100mm 2'1-0° = 2/3 Umdrehung
über 100mm bis 160mm - - 270° = )/Lf Umdrehung

12,9 erforderliche Vor- 28 '1-3 62 118 18'1- 26LJ- 3'1-Lf


spannkraft in kN

Drehmo- aufzubringen- Schraube, Mutter und .Scheiben '


menten- des Anziehmo- schwarz, alle Anlagef'lächen 39 78 140 340 660 1130 1670
ver- ment I.:la in Nm und Gewinde leicht gefettet
fahren

Für das Aufbringen einer halben Vorspannung genügen jeweils die halben Werte der auf zu-
bringenden Anziehmomente (Ma) oder das volle Voranziehmoment (Mv) und die halben Werte
der Drehwinkel oder die Methode nach Abschnitt 1.4$6$

4 ) Mit diesem Verfahren vorgespannte Schrauben dürfen nicht wiederverwendet werden.


TGL 13 510/03 Seite 5

Abschnitten 1.1.1. und 1.1.2. - jedoch mit 2·.4. Zusammenbau


einer Fase von.höchstens 1 mm ausgeführt 2.4.1. ~erührungsflächen müssen nach der Her-
sein. stellungstechnologie der geprüften Arbeitspro-
ben vorbehandelt werden und.dem Prüfzustand die-
ser Proben entsprechen.
2.1.2. Die Schraubenlöcher dü:rfen auf' das aus Ein Reinigen der Berührungsflächen, z. B. mit
Tabelle 1 resultierende Loch.maß gebohrt, bei organischen Lösungsmitteln wie Methylenchlorid,
Bauteilen der Ausführungsgruppe C - außer bei Wasser oder Waschmittellösungen, hat nach einer
Stahltragwerken des Verkehrsbrückenbaus - auch an Arbeitsproben geprüften Teclulologie zu er-
gestanzt werden. folgeno

2.1.3. Abweichungen der Bohrun~en von der 2o4.2. Vorläufig zusammengeschraubt angelie-
kreiszylindrischen Form oder ein Versatz sind ferte Teile müssen zur Prüfung und eventuellen
nur soweit zulässig, daß ein leichtes Einfügen Säuberung der Berührungsflächen auseinander-
~er Schrauben hierdurch nicht beeinträchtigt genommen werden.
wird und keine Schräglage eintritt.
2.4.3. Die Berührungsflächen sollen vor dem
2.1.4. Beim Bohren der Schraubenlöcher in vor- ersten Anziehen der Schrauben gleichmäßig anlie-
behandelte Berül1rungsflächen darf keine Verun- gen. Aus Walztoleranzen oder sonstigen Gründen
reinigung, z. B. durch Kühl- oder Scb.m.iermit- resultierende Spalte zwischen den Berührungs-
flächen von ~ 2 mm sind durch Futterbleche aus-
telreste1 erfoleen, die zur Veränderung des
dem Tragfähigkei tsnachwei13 der Schraubverbindung zugleichen. Die Flächen dar Futterbleche sind
zur!.:runde gelegten Reibbeiwert"es führen kann wie die Berührungsflächen vorzubehandeln. ,
Bei geringeren Spalten darf in Abstirrunung mit
dem Konstrukteur auf Futterbleche verzichtet
2. 2. Berührungsflächen werden, wenn die Steifigkeit der zu verbinden-
2. 2.1. Die Berührunr;sfläcllen sind so vorzube- den Teile das Schließen dieser Spalte zuläßto
handeln, da.ß die der Berechnung zugrunde ge-
legten Reibbeiwerte erreicht werden„ Diese sind 2.4o4„ Ein wiederholter Ein- und Ausbau der
durch Prüfung von Arbeitsproben nach Schraubverbindungen ist wegen der Gefahr der Be-
1
~~ G:L 13 .'.:)10/01 und /09 zu belegen, sofern nicht
schädigung der vorbehandelten Flächen und der
nach TGI, 13 510/01 darauf verzichtet werden Verminderung der T~agfähigkeit zu verm8iden.
· kann„

2„4o5• Fine Schräglage der Schrauben bis zu


2.2.2„ :Jer vorbehandelte Bereich der Berüh- 1° oder 2% der zu verbindenden Gesamtdicke ist
rungsflächen muß allseitig mindestens um den bei höchstens 25% der je Anschluß. vorhandenden
}fachen Schraubendurchmesser über die jeweils Schrauben zulässigo
äußerste Schraubenreihe der Verbindung hinaus- Bei Stahltragwerken des Verkehrsbrückenbaus ist
reichen, soweit nicht durch Profil- oder Blech- eine Schräglage unzulässig.
breiten eine .seitliche 3egrenzung gegeben ist„
2„406. Bei der Lagerung von Bauteilen mit vor-
2.3. Verbindungsmittel für gloitfeste behandelten Berührungsflächen oder vorläufig
Schraubverbindungen zusammeng~schraubten Verbindungen sind die

2.3.1. Es sind Becilskö.lltschrauCen nach Forderungen der TGL 13 510/01 und /05 zu be-
TJL 12 517 und Sechskantmuttern nach TGL 0-934 rücksichtigen und die Randbedingllllgen der ge-
zu verwenden, die den ForderlUlgen des prüften Arbeitsproben einzuhalteno
Abschnittes 1.4.1. senügen müssen„ Die nach
TGL 13 502 festgelegte f'estigkeitsmäßige Zu- 2„4o7• Gleitfeste Verbindungen sind nach
ordnung der I:.1uttern zu ·den Schrauben ist ein- Abschnitt 1o4o5o zu schmieren, anzuziehen und
zuhalten, vorzuspannen.

2.3.2. An der Kopf- und Mutternseite ist je 2.4.8. Es ist dafür zu sorgen, daß zwischen Be-
3ine gehärtete Scheibe nach TGL 12 521, deren rührungsflächen keine Nässe eindringen kann.
Fase jeweils dem Schraubenkopf oder der M:utter z„ B. indem alle Fugen einschließlich der an
zugewandt sein muß. Schraubenköpfe, Muttern und Unterlegscheiben
Bei schrägen Anlageflächen sind zusätzlich nach dem Vorspannen mit Anstrichstoffen in tixo-
Keilscheiben nach TGL 0-434 oder TGL 0-435 zu troper Einstellung verschlossen wer~en.
verwenden.

1
Seite 6 TGL 13 510/03

3. NIETVFRBINDUNGEN 3.2.7„ Im Bereich des Nietkopfes sind Ein-


3.1. Forderungen an Nietlöcher drücke in das Grundmaterial bis zu 8 mm mit
Die Ausführung hat nach Abschnitt 1.1., außer höchstens 0,3 mm und bei Materialdicken über
1.1.3., nach Abschnitt 1.2., außer 1.2.6. und 8 mm mit höchstens 0,5 mm Tiefe zulässig.
nach Abschnitt 1.J. zu erfolgen.
Zusätzlich gilt:
3.2.a. Die Nietköpfe müssen dicht anliegen und
Das Lochspiel (Differenz zwischen Lochdurch- dürfen nicht mehr als 0,1 mal Nenndurchmesser
messer und Rohnietdurchmesser) darf 0,4 mm bei außermittig zur Scha.ftachse sitzen„
Nietdurchmesser 8 mm und 1 mm ab Nietdu:rch-
messer 10 mm nicht überschreiten.
Die Lochränder sind auf der Seite des Setz- 3„2„9. Der geschlagene Niet muß einen ein-
kopfes und des Schließkopfes so zu brechen, wandfreien (prellungsfreien) Sitz aufweisen,
daß eine 1 bis 2 mm breite Fase entsteht. der durch Anschlagen mit einem Prüfhammer zu
Mietlöcher für Baustellenstöße und -anschlüsse kontrollieren ist„
sind erst bei der Vormontage oder bei der il/lon-
tage aufzureiben. 302„10„ Das Verputzen der Nietköpfe und Entfer-
nen des Bartes oder Grates hat erst nach dem
Nietung Prüfen des Sitzes der Niete zu erfolgen.
3.2.1. Nietverbindungen dürfen erst nach
Freigabe der Bauteile, bei Stahltragwerken des 302.11„ ~in Verstemmen der Fugen und Niete ist
Verkehrsbrückenbaus mit Zustimmung der zustän- nur in Ausnahmefüllen zulässig und darf erst
digen Prüfstelle, hergestellt werden„ Es sind nach Prüfung des Sitses der betreffenden Niete
Niete nach TGL 0-124/01 .oder TGL 0-302/01 zu erfolgen.
verwenden„ Bei Stahltragwerken mit UberwachungsGrad 1 ist
das Verstemmen unzulässig.
3.2.2a Niet.e ab 10 mm Durchmesser sind mit
hellrotfarbener Glühfarbe nach Entfernen von 3.2„12„ :'11&ngelhaft ~eschlagene Niete sind ohne
anhaftenden Zunder unter sachgemäßen Gegen- Beschädigung des Grundmaterials und der I,och-
halten zu schlagen. wandung zu entfernen und durch neue cleicher
lJiete für größer Klemmlänge.ri als dem vierfachen Größe zu ersetzen„ Ist das nicht möElich, so
Henndurchmesser sind s.o anzuwärmen, daJ~ sie zu darf in Ausnai"L-nefö,llen nach Zust;irrJaunr:; des i~on­
Beginn des Schlagens am .Setzkopf hellrotfarben strukteurs auf den nüchstgrö~eren ~'d.e LUurcl~­
slühen und F.i.il Scha.ftende (Schliefäkopf., etwas messer aUfge!'ieUen. werden, vio1ei bei .::,tu.D.1-
dunkler, das heißt Gli~hfarbe kirschrot, sind„ tr'.lc_~werken des Verketirsbrückenbaus da~u die ~~u­

stir:ununr,: der zuständic:en Pr~ifs·telle e~"i'orue:':'­


3.2.3. Niete mit narbigem oder rissiger:J. Kopf lich ist.
oder überhitzte und verbrannte fiiete s~nd nicht
zu verwenden. 302.13. In Buut"eilbereichen, in denen sich ~:-ie­
te nicht einwandfrei scl1l,c,gen lassen, sind ;_1i t
3.2.4. Für Niete aus hochfestem '.'lerkstoff muß Zustimmuni; des Kon:Jtrukteurs Pa..:1.sc1Lrauben n.::tc!t
de~ Gegenhalter so ausgebildet sein, daß die
TGL 12 518 zu verwenden.
·t'ferkstoffkennzeichnung am Nietkopf' erhalten
bleibt.

3„2.5. Bei langen Nietreihen ist die Nietung


in der Mitte zu beginnen und nach den Enden ab- Hinweise
wechselnd gleichmäßig fortzusetzen, wobei bei
Ersatz für TGL 13 j10/03 AUSG• ~··~ 77
mehreren nebeneinanderliegenden Nietreihen die
Nietung in allen Reihen gleichmäßig fortschrei- Änderungen:
ten muß.
J..ngaben zum Lochspiel bis 2 mm aufe:;enor:u:1en;
Drehwinkelmethode für volle Vors9annunz; zu:·:e-
}.2„6„ Der Schli'eßkopf' muß voll ausgeschlagen lassen; vollständig überarbeitet.
sein tllld der vorgeschriebenen Form nach
TGL 0-124/02 entsprechen. Er darf keine Risse
oder Einkerbungen aufweisen.
TGL 13 510/03 Seite '(

Im vorliegenden Standard ist auf folgende Zu Abschnitt 1.4o5o


Standards Bezug genommen: Daij Voranziehmoment Mv wird bei M 12 bis M 20
TGL 7403; TGL 10 596/03; TGL 10 646/011 bereits dUI'ch das handfeste Anziehen mittels
TGL 10 826/02 und /03; TGL 12 5171 TGL 12 518• Maulschlüssel nach TGL 3? 411 aufgebracht,
TGL 12 521; TGL 13 500/011 TGL 13 502; Für M 24 und M 27 ist eine ~ebellänge von
rGL 13 510/01; /04 und /051 /OB und /091 400 bzw. 600 mm erforderlich, wenn es nicht
TGL 0-94; TGL 0-124/01 und /02; TGL 0-302/011 mittels Drehmomentenachlüssel, Schlagschraubar
TGL 0-434; TGL 0-435; TGL 0-931; TGL 0-933; oder ähnlichen Anziehgeräten aufgebracht wird.
TGL 0-934; TGL 0-9351 TGL 0-985; TGL 0-679?; Zur Ermittlung des erforderlichen Anziehmomentes
TGL 0-7967; TGL 0-?990; bei von Tabelle 2 abweichenden Randbedingungen
Zuständige Prüfstellen sind in Abhängigkeit von sind unter Verwendung der vorgesehenen Schmier-
der Art des Stahltragwerkes und dessen Einsatz- und Verbindungsmittel je 6 Versuche durchzu-
gebietes im Rahmen der dafür bestehenden Rechts- führen. Die Dehnung 'der Schrauben ist vo:i:-her
vorschriften: im Zugversuch zu eichen. Im VerS".lCh ist die
Staatliche Bauaufsicht, Abnahmeamt der Deut- nach Tabelle 2 erforderliche Vorspannung mit
schen Reichsbahn, Staatliches Amt für Tech- einem Drehmomentenschlüssel aufzubringen und
nische Überwachung, Oberste Bergbehörde, die effektiv vorhandene Vorspannkraft durch
DDR-Schiffs-Revision und Klassifikation, Amt Messung der Dehnung der Schrauben mittels Meß-
uhr mit 0,001 mm Skalenwert zu ermitteln„ Die
für Standardisierung, Meßwesen und Warenprü-
fung und/oder von diesen. beauftragte oder an- Meßunsicherheit der Meßuhr muß kleiner als
erkannte Institutionen. ± 0,005 mm sein. Aus dem aus den Ergebnissen
zu bildenden arithmetischen Mittelwert ist das
E'rläuterungen erforde~liche Anziehmoment zu ermitteln.

Zu Abschnitt 1.1.1.
Die :E'inhal tnn,g des VOT'geschriebenen Spieles
von 0,3 mm wird erreicht, indem
- für schwarze Paß schrauben mit einer Bchaft-
toleranz von h11 die Bohrungen mit Nietloch-
reibahlen H11 aufc;erieben werden
- fLir feuerverzinkte Paßschrauben je nach der
Bchichtdicke der Verzinkung Reibahlen der
·~uali tät 11 mit. entsprechend v:ierlagertem
Toleranzfeld zum Aufreiben eingesetzt werden,
z. B. D11 bei max 75 um Schichtdicke.
1
Dies gilt jedoch nicht für bei ausnahmsweise
unterschnitten hergestellten Schraubenschäften.