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Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik

Technische Universität München

Prof. Dr.-Ing. B. Heißing

Diplomarbeit

Konzeption und Konstruktion eines Lithium-Ionen


Batteriepacks für ein Elektrofahrzeug

Verfasser: Tobias Pletzer

Betreuer: Dipl.-Ing. Peter Burda


EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Hiermit erkläre ich eidesstattliche, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig angefer-
tigt habe. Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind
als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher noch keiner anderen Prüfungsbe-
hörde vorgelegt.

Garching, den

Tobias Pletzer
Abbildungsverzeichnis IV

Inhaltsverzeichnis
1   Einleitung ..................................................................................................................... 1  

2   Stand der Technik von Li-Ionen Akkumulatoren ........................................................... 2  

2.1   Aufbau und Funktionsweise ..................................................................................... 2  

2.2   Vorteile gegenüber anderen Technologien .............................................................. 4  

2.3   Besonderheiten im Betrieb....................................................................................... 6  

3   Anforderungen an das Batteriepack ............................................................................. 7  

3.1   Gewicht und Abmessungen ..................................................................................... 7  

3.2   Leistungsanforderungen .........................................................................................13  

3.3   Sicherheitsanforderungen .......................................................................................16  

3.4   Sonstige Anforderungen .........................................................................................20  

4   Konzeptentwicklung ....................................................................................................21  

4.1   Allgemeiner Aufbau ................................................................................................21  

4.2   Übersicht verfügbarer Li-Ionen Zellen .....................................................................25  

4.3   Dimensionierung des Batteriepacks ........................................................................33  

4.4   Kühlkonzept ............................................................................................................35  

4.5   Positionierung der Zellen im Modul .........................................................................40  

4.6   Kontaktierung der Zellen .........................................................................................43  

4.7   Modulaufbau ...........................................................................................................46  

4.8   Anordnung und Kontaktierung der Module ..............................................................50  

4.9   Integration des Kühlsystems ...................................................................................51  

4.10   Gehäuse des Batteriepacks ................................................................................60  

4.11   Integration der elektrischen Bauteile ...................................................................63  

4.12   Integration des Batteriepacks in das Gesamtfahrzeug ........................................67  

4.13   Schnittstellen ......................................................................................................72  

4.14   Zusammenbau des Batteriepacks .......................................................................75  

5   Auslegung ...................................................................................................................79  
Abbildungsverzeichnis V

5.1   Auswahl der Zelle ...................................................................................................79  

5.2   Sicherheitsnachweis der Li-Ionen Zelle...................................................................85  

5.3   Auslegung der Kühlung ..........................................................................................88  

5.4   Auswahl der elektrischen und elektronischen Bauteile ..........................................106  

5.5   Gewichtsabschätzung ...........................................................................................114  

5.6   Festigkeitsnachweise ............................................................................................118  

6   Zusammenfassung und Ausblick ...............................................................................134  

Literaturverzeichnis ........................................................................................................135  

Anhang ..........................................................................................................................140  

A1  Lösen kubischer Gleichungen ...................................................................................140  

A2  Strombelastbarkeit isolierter Leitungen......................................................................142  

A3  Statische Sicherheit einer Schraubverbindung ..........................................................143  


Abbildungsverzeichnis VI

Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ....................................................................................................... 6  

Abkürzungen ......................................................................................................................10  

Bezeichnungen und Dimensionen ....................................................................................11  

Bild 2-1: Funktionsweise einer Lithium-Ionen-Batterie ........................................................... 3  

Bild 2-2: Energie- und Leistungsdichten verschiedener Batterietypen (Quelle: [8]) ................ 5  

Tabelle 3-1: Höchstgeschwindigkeit bei unterschiedlicher Fahrzeugmasse ..........................10  

Bild 3-1: Qualitativer Verlauf der möglichen Beschleunigung für verschiedene


Batteriegewichte ...................................................................................................................12  

Bild 3-2: Anordnung des Energiespeichers im MUTE-Fahrzeug ...........................................13  

Bild 3-3: Geschwindigkeits- und Beschleunigungsverlauf im NEFZ-Zyklus ...........................14  

Tabelle 3-2: Wirkungsgrad des Antriebsstrangs und Energiebedarf der Nebenverbraucher .15  

Tabelle 3-3: Energiebedarf im NEFZ ....................................................................................16  

Bild 4-1: Aufbau des Precharge-Kreises ...............................................................................22  

Bild 4-2: Schematischer Aufbau des Batteriepacks ..............................................................25  

Bild 4-3: Verschiedene Bauformen von Li-Ionen-Zellen: Prismatische, Rund- und Pouch-
Zellen ...................................................................................................................................25  

Tabelle 4-1: Übersicht unterschiedlicher Zellchemien ...........................................................28  

Tabelle 4-2: Resultierende Kapazität und Packgewicht für Zelltypen verschiedener Hersteller
.............................................................................................................................................29  

Bild 4-4: Verfügbare Restkapazität bei Ausfall von 10% der Einzelzellen (Quelle: [8]) ..........31  

Bild 4-5: Aufbau einer zylindrischen 18650-Zelle (Sanyo) .....................................................32  

Bild 4-6: Anordnung der Zellen im verfügbaren Bauraum .....................................................34  

Tabelle 4-3: Abschätzung der Batteriepackkapazität für verschiedene Zelltypen ..................35  

Bild 4-7: Kühlkonzepte für Zellen (Quelle:[14]) .....................................................................36  

Bild 4-8: Schematischer Luftstrom nach dem "Gleichstromprinzip" .......................................39  

Bild 4-9: Schematischer Luftstrom nach dem "Gegenstromprinzip" ......................................40  

Bild 4-10: Positionierungsrahmen (a) und Strangpressprofil in X-Form (b) ...........................41  


Abbildungsverzeichnis VII

Bild 4-11: Positionierungsrahmen (a) mit Zellen (b) und Strangpressprofil montiert (c) .........42  

Bild 4-12: Kontaktierung der Zellen ......................................................................................44  

Bild 4-13: Belastbarkeit von Punktschweißverbindungen (Quelle: [22]) ................................45  

Bild 4-14: Aufbau eines Moduls ............................................................................................48  

Bild 4-15: Schnitt durch ein Modul ........................................................................................49  

Bild 4-16: Anordnung der Module .........................................................................................50  

Bild 4-17: Kontaktierung der Module.....................................................................................51  

Tabelle 4-4: Qualitative Bewertung der Varianten der Luftzufuhr ..........................................54  

Bild 4-18: Verteilung der Luft im Lüftergehäuse ....................................................................56  

Bild 4-19: Verteilung der Luft im Batteriepack .......................................................................57  

Bild 4-20: Alternative Positionierung der Ventilatoren ...........................................................58  

Bild 4-21: Mögliche Anordnung von Axialventilatoren ...........................................................59  

Bild 4-22: Unterteil des MUTE-Batteriegehäuses..................................................................61  

Bild 4-23: Hilfsrahmen aus Aluminiumprofilen ......................................................................62  

Bild 4-24: Gehäusedeckel des MUTE-Batteriepacks ............................................................63  

Bild 4-25: Anordnung der elektrischen Komponenten des MUTE-Batteriepacks ...................65  

Bild 4-26: Integration der elektrischen Komponenten im Batteriepack ..................................66  

Bild 4-27: Dichtung des Lufteintritts in das Batteriepack .......................................................68  

Bild 4-28: Energiespeicher im Gesamtfahrzeug-Package (Ansicht von schräg hinten) .........69  

Bild 4-29: Energiespeicher im Gesamtfahrzeug (Ansicht von oben) .....................................69  

Bild 4-30: Energiespeicher im Gesamtfahrzeug (Ansicht von vorn) ......................................70  

Bild 4-31: Aufbau der Luftzufuhr im MUTE-Batteriepack.......................................................71  

Bild 4-32: Batteriepack des MUTE-Fahrzeuges komplett......................................................72  

Bild 4-33: 9-poliger Sub-D Stecker .......................................................................................73  

Bild 4-34: CAN-Bus Verbindung der Module.........................................................................74  

Bild 4-35: Position des Steckverbinders zur Leistungselektronik ..........................................75  

Bild 4-36: Zusammenbau des Zellverbunds..........................................................................76  

Bild 4-37: Zusammenbau des Moduls ..................................................................................77  


Abbildungsverzeichnis VIII

Bild 4-38: Zusammenbau des Batteriepackgehäuses ...........................................................78  

Tabelle 5-1: Leistungsdaten der zylindrischen Li-Ionen Zellen..............................................79  

Bild 5-1: Integration des PTC-Elements in einer 18650-Zelle ...............................................80  

Bild 5-2: Hohe Spannung am PTC-Element während eines Kurzschlusses (Quelle:[25]) .....81  

Bild 5-3: Schutz der PTC-Elemente durch parallel geschaltete Dioden (Quelle: [25]) ...........82  

Tabelle 5-2: Vergleich der beiden möglichen Zellalternativen ...............................................84  

Tabelle 5-3: Reichweite im NEFZ für alternative Zelltypen und Entladeraten........................85  

Bild 5-4: Luftstrom im Pack als querangeströmtes Rohrbündel.............................................90  

Tabelle 5-4: Eingangsdaten zur Berechnung der Erwärmung des Kühlluftstroms .................93  

Tabelle 5-5: Leistungsdaten geeigneter Axial- und Diagonalventilatoren ..............................94  

Bild 5-5: Verfügbarer Volumenstrom verschiedener Axial- und Diagonalventilatoren............95  

Tabelle 5-6: Leistungsdaten geeigneter Radialventilatoren ..................................................96  

Tabelle 5-7: Literaturwerte des Reibungswiderstandes ........................................................97  

Bild 5-6: Druckverluste der verschiedenen Geometrien ........................................................98  

Bild 5-7: Volumenstrom bei Positionierung der Ventilatoren flach am Batteriepack ..............99  

Bild 5-8: Volumenstrom bei Positionierung der Ventilatoren senkrecht zu den Seitenflächen
.............................................................................................................................................99  

Tabelle 5-8: Wärmeübergangskoeffizient und Erwärmung der Kühlluft ...............................101  

Tabelle 5-9: Eingangsgrößen zur Berechnung der max. Zelltemperatur .............................103  

Tabelle 5-10: Maximal durch erzwungene Konvektion abführbare Wärmemenge...............104  

Tabelle 5-11: Leistungsdaten in Frage kommender Radialventilatoren ...............................106  

Tabelle 5-12: Dimensionierung des Lastwiderstandes ........................................................107  

Bild 5-9: Montage des Lastwiderstandes (Quelle: Ohmite) .................................................108  

Bild 5-10: Isolationswächter Bender A-Isometer IRDH 275 .................................................109  

Bild 5-11: Stromsensor Honeywell CSNF651 .....................................................................110  

Bild 5-12: Sicherung Litllefuse A50P...................................................................................111  

Bild 5-13: Relais TYCO Kilovac EV200 ..............................................................................112  

Tabelle 5-13: Strombelastbarkeit isolierter Leitungen nach DIN 57100...............................113  


Abkürzungen IX

Bild 5-14 : Eigenerwärmung des Leiters durch Stromlast (Quelle: [53]) ..............................114  

Tabelle 5-14: Gewichtsabschätzung des MUTE-Batteriepacks...........................................117  

Bild 5-15: Belastete Schweißnähte des Hilfsrahmens .........................................................122  

Tabelle 5-15: Statischer Festigkeitsnachweis der Schweißverbindung ...............................124  

Bild 5-16: Schraubverbindungen am MUTE-Energiespeicher .............................................126  

Tabelle 5-16: Dimensionierung der längsbelasteten Schraubverbindung ...........................128  

Tabelle 5-17: Dimensionierung der querbelasteten Schraubverbindung .............................129  

Tabelle 5-18: Statische Sicherheit der Schraubverbindungen.............................................131  

Bild 5-17: Spannungsverteilung bei Belastung in X-Richtung .............................................133  

Bild 5-18: Spannungsverteilung bei Belastung in Z-Richtung..............................................134  

Bild A3-1: Schraubenelemente ...........................................................................................143  


Abkürzungen X

Abkürzungen
BMS Batterie Management System

PTC Positive Thermal Coefficient

LCO Lithium-Kobalt-Oxid

LMO Lithium-Mangan-Oxid

LFP Lithium-Eisen-Phosphat

MNC Mangan-Nickel-Kobalt-Oxid

NCA Nickel-Kobalt-Aluminium-Oxid

LNO Lithium-Nickel-Oxid

LMNS Lithium-Mangan-Nickel-Oxid-Spinell

LTO Lithium-Titanat-Oxid

SoC State of Charge


Bezeichnungen und Dimensionen XI

Bezeichnungen und Dimensionen

Formelzeichen Dimension Bezeichnung


Einleitung 1

1 Einleitung
Stand der Technik von Li-Ionen Akkumulatoren 2

2 Stand der Technik von Li-Ionen Akkumulatoren


Schon im Jahre 1912 begann G.N. Lewis mit Arbeiten an Lithium Batterien, aber es dau-
erte bis in die 1970er Jahre bis erste nicht-wiederaufladbare Lithium Batterien kommerzi-
ell erhältlich waren. Versuche wiederaufladbare Lithium-Batterien zu entwickeln folgten in
den 1980er Jahren, scheiterten aber an Sicherheitsproblemen ([1]). Der Lithium Ionen
oder Lithium Polymer Akkumulator ist heute aufgrund seiner hohen Energiedichte vor al-
lem im Bereich portabler Anwendungen weit verbreitet, wenngleich er weniger robust ist
als andere Typen (Blei-Akkumulator, Nickel-Metallhydrid-Akkumulator) ([1]). Im Folgen-
den soll auf den Aufbau und die Funktionsweise heutzutage verfügbarer Li-Ionen Akku-
mulatoren eingegangen und ihre Vorteile gegenüber anderen Akkumulatortypen, die den
Einsatz als Energiespeicher in einem Elektrofahrzeug begünstigen, hervorgehoben wer-
den.

2.1 Aufbau und Funktionsweise


Lithium-Ionen Batterien bestehen aus zwei porösen Elektroden, die durch einen Separa-
tor voneinander getrennt sind. Der Separator, der einen internen Kurzschluss durch Be-
rührung der beiden Elektroden verhindert, ist für Lithium-Ionen durchlässig Sämtliche
Hohlräume in und zwischen den beiden Elektroden sind mit einem Elektrolyten gefüllt,
der die positiv geladenen Lithium Ionen enthält und deren Diffusion von einer Elektrode
zur anderen ermöglicht [3]. Dieser Lithium-Ionen-Fluss ist zum Ausgleich des externen
Stromflusses beim Laden und Entladen nötig, damit die Elektroden selber elektrisch
neutral bleiben. Beim Entladen geben Lithium-Atome an der negativen Elektrode jeweils
ein Elektron ab, welches über den externen Stromkreis zur positiven Elektrode fließt.
Gleichzeitig wandern gleich viele Lithium-Ionen durch den Elektrolyten von der negativen
zur positiven Elektrode. Li-Ionen sind damit für den Stromtransport innerhalb des Akkus
verantwortlich, obgleich sie nicht an der eigentlichen Redoxreaktion beteiligt sind (Ge-
samtgleichung z.B.: Li1-xMn2O4 + LixnC ÅÆ LiMn2O4 + nC + elektrische Energie [n: gan-
ze Zahl, x: Zahl zwischen 0 und 1]) [2]. Beim Laden kehrt sich der Prozess um: Lithium-
Ionen wandern durch Anliegen einer äußeren Spannung durch den Elektrolyten von der
positiven zur negativen Elektrode, wo sie unter Aufnahme eines Elektrons im Gitter des
Anodenmaterials eingelagert werden. In gängigen Li-Ionen-Akkus wird als Anode Graphit
und als Kathode Lithium-Metalloxide (meist LiCoO2, LiNiO2 oder LiMn2O4) verwendet Me-
tallisches Lithium kommt im Akku nicht vor. Als Elektrolyt werden wasserfreie organische
Lösemittel (z. B. Propylen-, Ethylencarbonat), die ein Lithiumsalz (z. B. Lithiumperchlorat,
Stand der Technik von Li-Ionen Akkumulatoren 3

Lithiumtetrafluoroborat) enthalten, oder Salzschmelzen eingesetzt. Als Separatoren zwi-


schen den Elektroden dienen dünne mikroporöse Polyolefinfilme ([2]). In Bild 2-1 ist die
prinzipielle Funktionsweise eines Li-Ionen-Akkumulators zu erkennen (hier mit LiCoO2 -
Anode).

Bild 2-1: Funktionsweise einer Lithium-Ionen-Batterie

Eine Weiterentwicklung ist der Lithium-Ionen-Polymer- oder meist verkürzt Lithium-


Polymer-Akkumulator. Hier werden zwar die gleichen Elektroden verwendet, aber anstel-
le des mit Elektrolyt gesättigten porösen Trennelements wird eine trockene, flexible Folie
(auf Polymerbasis) eingesetzt. Da die Elektrolytfolien eine ausreichende Ionenleitfähig-
keit erst bei höheren Temperaturen (ab 60 °C) erreichen, wird meist ein Gel eingesetzt.
Damit unterliegt die Bauform keinen Beschränkungen und kann auch ultradünn mit
Schichtfolien erzeugt werden (z. B. in Kreditkarten). Allerdings konnte sich dieser Ak-
kutyp außer für Nischen ± trotz der etwas höheren Energiedichten als die der Li-Ionen-
Stand der Technik von Li-Ionen Akkumulatoren 4

Akkus ± bisher nicht durchsetzen, da er kostenseitig ungünstiger ist ([2]). Ein Einsatz als
Prototyp in Elektro- und Hybridfahrzeugen wird getestet (z. B. Forschungsfahrzeug von
VW [USA] mit Elektromotor und Lithium-Polymer-Akku [4]). Eine andere Weiterentwick-
lung ist der Lithium-Titanat-Akku. Hier wird die herkömmliche Graphitanode durch eine
nanostrukturierte Lithium-Titanat-Anode ersetzt. Vorteilhaft ist hier, dass die Li-Ionen ge-
nau in die vorgesehenen Plätze im nanostrukturierten Titanat passen, sodass das Ein-
und Auslagern materialschonend ohne Volumenänderung erfolgt und damit deutlich mehr
Ladezyklen möglich sind [5]. Laut Hersteller ist die Batterie mit einer deutlich höheren
Leistungsdichte ausgestattet (bis zu 4.000 W/kg bzw. 5.000 W/l), einsetzbar im Tempera-
turbereich -50 bis 75 °C, in ca. einer Minute auf über 80 % seiner Kapazität aufladbar und
soll nach etwa 15.000 Ladezyklen noch 85 % ihrer Originalkapazität erreichen. Sie halte
zudem Temperaturen bis 240 °C stand und könne selbst bei -30 °C zu 90 % ihrer Kapazi-
tät aufgeladen werden (Eignung für extreme Witterungsbedingungen) und das bei einer
erwarteten Lebenszeit von mindestens 20 Jahren (wartungsfrei). Durch die geänderten
Materialien ist die Gefahr einer Entflammbarkeit gesenkt worden. Zudem soll es auch
keinen sog. ÄThermal Runaway³ (vgl. Kapitel 2.3) mehr geben. Kostenseitige Angaben in
Relation zum Li-Ionen-Akku sind nicht verfügbar. Der Li-Titanat-Akku ist allerdings noch
nicht kommerziell erhältlich ([2]).

2.2 Vorteile gegenüber anderen Technologien


Lithium-Ionen und Lithium-Polymer-Akkumulatoren weisen gegenüber herkömmlichen
Akkumulatortypen (z.B. NiMH) eine deutlich höhere Zellspannung im Bereich von 3-4V
auf. Somit müssen weniger Zellen in Serie geschaltet werden um auf eine für Elektro-
fahrzeuge oft erforderliche Gesamtspannung von mehreren hundert Volt zu kommen [3].
Desweiteren zeichnen sich Li-Ionen-Batterien durch weit überlegen Energie- und Leis-
tungsdichten aus. Dadurch sind sie bei gleichen Kapazitäten rund 30% kleiner und ca.
50% als die etablierten NiMH-Batterien [6]. Insbesondere die Energie- oder Leistungs-
dichte der Li-Ionen-Batterie kann über die Gestaltung ihres Zellaufbaus, also die Dicke
und Anzahl der Elektrodenschichten, variiert werden [7] und durch die Tatsache, dass die
Li-Ionen-Technologie derzeit den am intensivsten beforschten Ansatz in der Batterie-
technologie darstellt ist eine weitere Verbesserung der Energie- und Leistungsdichten zu
erwarten [9]. In Bild 2-2 sind Energie- und Leistungsdichten von Li-Ionen-Batterien ge-
genüber Blei- und NiMH-Akkumulatoren dargestellt. Es ist zu erkennen, dass sie hierbei
in beiden Kategorien deutlich überlegen sind. Zudem ist das mögliche Steigerungspoten-
tial, das durch zukünftige Entwicklungen im Bereich der Li-Ionen-Technologie zu erwar-
ten sein könnte, zu erkennen.