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Obrazovni centar „EQUILIBIO“, Bulevar despota Stefana 22, Beograd

I Leseverstehen

Sprichwörter - Ihre Bedeutung und ihre Herkunft

Ein etymologischer Spaziergang

Haben wir uns nicht schon oft gefragt, wo bestimmte Redewendungen


wie »Das ist ja zum Sozialisten erschießen« oder »Ein Käfer im Heu
macht noch keine Jause« eigentlich herkommen? Oft liegt dahinter
eine ganz einfache Erklärung, manchmal aber auch eine sehr
komplizierte. Pawel Gurasijewitsch, der berühmte Sprachenforscher
estnischer Herkunft, hat in seinen Erinnerungen »Ich stand auf
Messers Schneide!« (Ullstein Tb. 43204, Berlin, 2004) das Geheimnis
vieler Sprichwörter gelüftet. Hier sind im folgenden einige von ihnen
vorgestellt.

»Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer«

Dieses Sprichwort geht auf zwei schwäbische Schneider zurück, die


beide in Stuttgart der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig waren.
Hieronymus Sommer war bekannt für seine exzellenten und
passgenauen *Gehröcke. Stolz trugen wohlhabende Bürger ihren
»Sommer« auf, die jedoch recht teuer waren. Sommers Konkurrent
Gustav Schwalbe und dessen Frau Wiebke versuchten nun, durch billig
produzierte Massenware die Kunden in ihre Schneiderei zu locken. Bald
jedoch setzte sich wieder Qualitätsbewußtsein durch und die
Stuttgarter erkannten: Eine Schwalbe (Ehefrau Wiebke) macht noch
keinen Sommer (-Gehrock).

»Wer A sagt, muss auch B sagen«

Ist eine *Verballhornung einer Beschimpfung auf den Münsteraner


Fluss Aa. Die Aa war besonders im späten Mittelalter und der frühen
Neuzeit als dreckigster Fluss Deutschlands bekannt. Deshalb war allen
klar: »Wer d’ Aa seiht (sieht), muß ooch Bäh säggen (sagen)«.

»Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht«

Eine der bekanntesten Gaststätten in Babelsberg zu DDR-Zeiten war


der »Potsdamer Brunnen«. Hier tafelten und tranken viele Stars, unter
anderem natürlich auch der für seine Trinkfestigkeit bekannte
Schauspieler und Sänger Manfred Krug. Oftmals kam er mehrmals am
Tag, zwischen den Drehpausen, bis er sich übergeben musste.

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»Eulen nach Athen tragen«

Dieses Sprichwort erklärt sich im Grunde selbst. Eulen können nur


nachts getragen werden, denn tagsüber schlafen sie ja. Im Original
heißt es nämlich: Eulen nach Abends tragen. Im Mittelalter war es
besonders im burgundischen Raum üblich, zur Freiung einer Dame
Hühner, Spatzen oder eben Eulen vor ihr Schlafzimmerfenster zu
stellen.

*der Gehrock- meist zweireihig geknöpfte (Herren)jacke mit knielangen,


vorn übereinandergreifenden Schößen

*die Schwalbe- Singvogel mit braunem oder schwarz-weißem Gefieder,


langen, schmalen, spitzen Flügeln und gegabeltem Schwanz

*die Eule - in Wäldern lebender nachtaktiver Vogel mit großen runden Augen
und kurzem krummem Schnabel

*Verballhornung – Entstellung eines Wortes, Namens oder einer Wendung

a) Antworten Sie mit richtig oder falsch auf die Fragen zum Text:

1. Pawel Gurasijewitsch ist gebürtiger Estländer.


2. ,,Ich stand auf Messers Scheide’‘ ist ein Buch von P. Gurasijewitsch.
3. Jeder Stuttgarter konnte sich einen Gehrock leisten.
4. Hühner, Spatzen und Eulen symbolisieren nach burgundischen Sitten
die Hochzeit.
5. Jedes Sprichwort lässt sich einfach erklären.
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b) Beantwoerten Sie die Fragen zum Text:

1. Wofür war der Fluss Aa bekannt?


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2. Was war der Potsdamer Brunnen?


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3. Warum wurden Eulen nur nachts zur Freiung einer Dame getragen?

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4. Waren die Sommers und die Schwalbes Jacken gleichen Preisen und
gleicher Qualität?
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5. Wofür war Mnfred Krug bekannt und was war er von Beruf?
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II Kreuzen Sie an!

1. Früh übt sich, eine Fremdsprache zu _____________.


a) erwerben b) herrschen c) befassen d) betreiben
2. ,,Mist bauen‘‘ bedeutet umgangsprachlich, etwas
________________ machen.
a) Erlaubtes b) Verbotenes c) verboten d) erlaubt
3. Wer die Eintragungen in der Polizei hat, der hat sich die
Zukunft _____________.
a) vertreibt b) erwischt c) verbau d) errungen
4. Albert Einstein arbeitete die Theorie aus, für die ____ ihm den
Nobelpreis lieh.
a) jemand b) niemand c) man d) irgendwer
5. Sehnsucht nach anderen Ländern heißt ________________.
a) Heimweh b) Heimat c) Heimatlosigkeit d) Fernweh
6. ______ gefällt es, Menschen zu lehren, _____ soll in einer
Schule tätig sein.
a)wem, dem b) wem, der c) wen, der d) wer, der
7. Du kannst die Stress-Situationen bewältigen, _______ du
Yoga machst.
a)dadurch b) sodass c) dass d) indem
8. Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder
Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit ist
die __________________.
a) Staatsangehörigkeit b) Gerechitgkeit c) Integration
9. ____________ bezeichnet primär mangelde Befriediegung von
Grundbedürfnisse wie Kleidung, Nahrung, Wohnung,
Gesundheit.

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a) Armut b) Mangel c) Reichtum d) Wohlstand


10. Ganz schön gut ist _____, wenn es keine Konflikte im
Team gibt.
a) ja b) denn c) es d) doch
11. Bei den Kindern ___________ die Motivation leichter
aufgebaut werden.
a) ist b) lässt sich c) wird d) kann
12. Viele Leute möchten diesen Sommer wegen Geldmangel
_____________ fahren.
a) Nie b) nirgendwo c) nirgendwohin d) irgendwo
13. ___________ bedeutet mit tonloser, sehr leiser Stimme
sprechen.
a) Zanken b) Flüstern c) Stottern d) Schimpfen
14. Wegen schlechter Ergebnisse brüllte der Chef den
_____________ an.
a) Assistentin b) Assistente c) Assistenten d) Assistent
15. Ich bin _______ überzeugt, dass die Deutschen nicht
konkatkfreudig sind.
a) darüber b) davon c) damit d) daran

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IIISchreiben Sie die Sätze im Passiv bzw. mit Passiversatzformen

1. Er beging als Jugendlicher einen Fehler.

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2. Ich habe darüber alles vergessen.

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3. Nachdem er das Essen vorbereitet hatte, war es schon zu spät.

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4. Er soll wegen Diebstählen bestraft werden.

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5. Das Problem kann leicht erkannt werden.

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IV Stellen Sie die Sätze um. Machen sie jeweils einen Satz.

1. Simone fährt morgen mit dem Zug. (nach München, wegen eines
Artztermins)

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2. Sie konnte sich sehr schlecht auf die Arbeit konzentrieren. (gestern,
wegen Kopfschmerzen)

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3. Jemanden würden die neuen Apple-Produkte interessieren. Er sollte den


Newsletter abonnieren. (Relativsatz mit wer)

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4. Man kann die Fleischqualität verbessern. Man soll nur ökologisch


Tierhaltung betreiben. (dadurch... dass)

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5. Die Wissenschaftler führen viele Experimente durch. Sie analysieren


präzis die Zusammensetzungen des Minerals. (je...desto)

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V Finden Sie in Sätzen je einen Fehler und korigieren Sie ihn:

1. Trotz aller Schwierigkeiten habe ich meine Entscheidung nie bereuen.


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2. In diesem Roman geht um die Liebe.
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3. Bei den Kindern lassen sich Interesse leichter wecken.
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4. Diese Baumaßnahmen sind anders, wie es vorausgesetzt wurde.
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5. Je mehr Lebenserfahrung haben die Studenten, umso enger ist der


Bezug zur Praxis.
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VI Schreiben Sie Adjektive von Nomen:

1. Kultur - _______________
2. Kritik - _______________
3. Gewalt - _______________
4. Ausland - _______________
5. Beruf - _______________

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VII Was passtnicht?

1. brüllen – schimpfen – schreien – murmeln


2. Polizei – Lehrstelle – Gericht –Behörde
3. Kerl – Gattin – Weib – Braut
4. übel – bitter – sauer – scharf
5. Gerechtigkeit – Toleranz – Missvertrauen – Rücksicht
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VIII Ordnen Sie zu:

1. einen Fehler a) geben


2. jemandem Gelegenheit b) sein
3. mehrsprachig c) aufwachsen
4. in der Lage d) üben
5. Kritik e) begehen
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