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Ferdinand Rebay (1880-1953)

Ferdinand Rebay, am 11.Juni 1880 in Wien geboren, war Komponist, Pianist,


Chorleiter und Musikpädagoge. Er wächst in einem sehr musikalischen Umfeld
auf, der Vater ist Besitzer einer Musikalienhandlung in Wien, die Mutter Pianistin.
Früh erhält er Violine- und Klavierstunden, letztere bei seiner Mutter, einer Schü-
lerin Anton Bruckners. Musikunterricht und Musiklehre legen den Grundstock für
sein späteres musikalisches Leben. [Ferdinand Rebay, der erst vor etwas mehr als
vor sechzig Jahren gestorben und beinahe in Vergessenheit geraten ist, ist Musi-
kern von Heute durchaus wieder ein Begriff.]
Sängerknabe Heiligenkreuz
Von 1890-1894 kommt Rebay als Sängerknabe in das Stift Heiligenkreuz und ge-
nießt unter dem Präfekten und Lehrer Pater Stephan Pfeiffer und dem Stiftsorgani-
sten Hans Fink als Sängerknabe eine grundlegende weiterführende musikalische
Erziehung und Ausbildung.
Am Ende seines fünfjährigen Aufenthaltes bekleidet er die Stellung des
Alt-Solisten.
MAK und Musikverein
Wieder in Wien, widmet er sich seinem graphischen Talent und tritt in die
„Kunstgewerbeschule des österreichischen Museum für Kunst und Industrie“ ein.
Mit 20 Jahren schließt er die Ausbildung mit dem Diplom ab.
Gleichzeitig erlernt er das Hornspiel und beginnt 1901 ein Musikstudium am Kon-
servatorium der „Gesellschaft der Musikfreunde“ in Wien. Er studiert Klavier und
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Komposition bei den Professoren Hofmann und Fuchs und wird am Ende seines
Studiums 1904 für seine hervorragenden Leistungen mit der „Silbernen Gesell-
schaftsmedaille“ ausgezeichnet.
Chormeister
1916 – 1920 übernimmt er die musikalische Leitung des „Wiener Schubertbun-
des“.
Auch wurde ihm die musikalische Verantwortung des „Wiener Chorvereines“ und
des „Wiener Männerchores“ übertragen.
Akademie
1920 erfolgte die Berufung als Professor für Klavierspiel an die damalige „Staats-
akademie für Musik und darstellende Kunst“ in Wien.
Wien
Neben seiner Profession als Musikpädagoge bleibt Rebay seiner Leidenschaft treu
und ist weiterhin als Komponist schöpferisch tätig.
Musik
In seiner Musik klingt die Seele Wiens, seine verwinkelten Gassen und Häuser,
die ihre Geschichten erzählen. Seine Kompositionen huldigen de Wiener Musik
und den Wiener Melodien in ihren feinsten Stimmungen.
Rebay gehört nicht der Avantgarde seiner Zeit an. Er verarbeitet Einflüsse aus der
Volks- und Tanzmusik, stellt das melodische Element stets in den Vordergrund
und hält sich an die musikalischen Formen der Vergangenheit wie Serenaden,
Rondos oder Menuette
Geburtstag
Zu seinem 70. Geburtstag im Juni 1950 werden Ferdinand Rebay zahlreiche öf-
fentliche Ehrungen zuteil. Er empfängt unter anderem Glückwünsche des damali-
gen Wiener Bürgermeisters Theodor Körner und wird von der Akademie für Mu-
sik und Darstellende Kunst in einer Feier gewürdigt.
Konzert
Über eine Zeitspanne von 30 Jahren komponiert Rebay etwa 600 Stücke für Gitar-
re, ohne selbst je Gitarre gespielt zu haben.Über sein Verhältnis zur Gitarre ist we-
nig bekannt, das Interesse an diesem Instrument könnte jedoch seine Nichte, die
Gitarristin Gertha Hammerschmied, geweckt haben, die um 1925 am Anfang ihrer
Solokarriere stand.
Als besonders anspruchsvoll und bedeutend gelten dabei seine Duosonaten, bei
denen zur Gitarre als Melodie-Instrument etwa eine Violine, Flöte, Oboe oder Kla-
rinette tritt.
In einem Brief schreibt die Gitarristin Gertha Hammerschmied:
„…Ich betrachte es als meine Pflicht, dieses musikalische Vermächtnis Rebays
dem weiten Kreis der Gitarristen zugänglich zu machen und fühle mich infolge
meiner engen Zusammenarbeit mit dem Komponisten besonders dazu berufen,
durch meine Spielanleitungen und Fingersätze dem Ausführenden eine sinn-und
werkgetreue Wiedergabe dieses wahrhaft köstlichen Schatzes zu ermöglichen…“
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Kurze Personenbeschreibung
von Ferdinand Rebay
Österreichischer Komponist, Pianist, Chorleiter, Musikpädagoge

Geb. in Wien 11. Juni 1880


Gestorben in Wien 6. November 1953
Wohnort Kandlgasse 15 1070 Wien

1890-1894 Chorknabe im Stift Heiligenkreuz


1900 Abschluss Kunstgewerbeschule MAK mit Diplom
1901-1904 Musikstudium am Konservatorium der Gesellschaft der
Musikfreunde im Musikverein (mit Auszeichnung abge-
schlossen)
1904 Studium bei Robert Fuchs Komposition und Josef Hoffman
Klavier Abschluss mit Auszeichnung
Silbermedaille der Gesellschaft der Musikfreunde
Lehrer- Staatsprüfungskurse
Klavierschule Schwender
Klavierauszüge für Breitkopf und Härtel, Schott (Korn-
gold-Opern)
1904 bis 1920 Chormeister des Wiener Chorvereins
1916 bis 1920 Chormeister des Wiener Schubertbundes. In der Folge
wurde er zum Ehrenmitglied des Wiener Schubertbundes
ernannt.
1920-1938 Professor für Klavierspiel an der „Staatsakademie für Mu-
sik und darstellende Kunst“ berufen.
1929-1938 Lehrtätigkeit Professor für Diktatik des Klavierspiels am
„Musikpädagogischen Seminar“ in Wien und als Fachprü-
fer für Klavier bei den Musik-Staatsprüfungen.
1936 -1938 künstlerischer Beirat
1938 -1945 wurde entlassen (Anschluss Österreich)
1945 -1946 Unterricht an der Kunstakademie (Musikakademie).
1946 Ruhestand