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1.

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Zeitschrift für
Archäologie und
Kulturgeschichte

Klang der Antike E 12,80 (D)


E 14,– (A) / sFr 25,–
www.antikewelt.de

ISRAEL DEUTSCHLAND SEIDENSTRASSE


Spektakuläre Mosaike Augmented Reality Pferde – Die
in der Synagoge in der Kasseler Schwingen der
von Huqoq Antikensammlung Turkvölker
Vom Quacksalber
zum Mediziner
Bezugnehmend auf die mitreißende Erzählung „Der Medicus“ von
Noah Gordon zeigt das Historische Museum der Pfalz eine kulturhis-
torische Schau zur Geschichte der Medizin. Sie zeigt, wie das antike
Wissen über Rom und Byzanz in den arabischen Raum gelangte und
im 11. Jahrhundert nach Europa zurückkehrte, wo es auf die Welt der
Klostermedizin traf. Großformatige Abbildungen ausgewählter Leih-
gaben zeichnen den Katalogteil des Begleitbandes aus.

Ausstellung
vom 8.12.19
bis 21.6.20
in Speyer
Hrsg. von Alexander Schubert für die Stiftung Historisches
Museum der Pfalz Speyer m. Wolfgang Leitmeyer und
Sebastian Zankel
Medicus
Die Macht des Wissens
2019. 256 S. mit etwa 240 farbigen Abb., 24 x 28 cm, kart. wbg Theiss, Darmstadt.
€ 30,00 • ISBN 978-3-8062-4103-7

wbg-wissenverbindet.de
ü
EDITORIAL

FREMDE KLÄNGE
ie Musikarchäologie ist in den letzten Jahrzehnten endgültig aus den Kinderschuhen gewachsen
D und kommt in zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekten zu immer neuen Erkennt-
nissen. Diese schlagen sich auch immer häufiger in spannenden Ausstellungen nieder. Das aktuellste
Beispiel stellt die Sonderausstellung «MUS-IC-ON! – Klang der Antike» dar, die noch bis zum
Juli 2020 im Martin von Wagner Museum in Würzburg zu sehen sein wird.

Als wissenschaftliche Koordinatoren unseres Titelthemas über antike Musik konnten wir daher die
Kuratorin Dahlia Shehata (Altorientalistik) und den Kurator Florian Leitmeir (Klassische Archäo-
logie), beide von der Universität Würzburg, gewinnen. Die Autorinnen und Autoren des Titelthemas
decken ein breites Fächerspektrum ab und können dadurch mit ganz unterschiedlichem Blick- Holger Kieburg
winkel auf die «Klänge der Antike» schauen. Chefredaktion
ANTIKE WELT
Der letzte Jahrgang der AW hat immer wieder das Thema Rekonstruktionen antiker Lebenswelten
– ob analog oder digital – aufgegriffen, wobei unser Sonderheft «Auferstehung der Antike»
den Schwerpunkt auf digitale Methoden gesetzt hat. In diesem Jahr, unserem 51., wollen wir wieder
ein zentrales Thema verstärkt in den
Blick, das aber sehr viel «erdverbundener»
ist: den Alltag auf archäologischen
Ausgrabungen, Surveys und ähnlichen
Kampagnen. Wenn Sie Ideen oder
Anregungen dazu haben, würden wir uns MUS-IC-ON!
sehr über Nachrichten von Ihnen an KLANG DER ANT IKE
die Redaktion freuen.

Viel Vergnügen bei der Lektüre


wünscht Ihnen

Ihre AW-Redaktion

10. DEZEMBER 2019 bis 12. JULI 2020

Martin von Wagner Museum


der Universität Würzburg | Antikensammlung
Residenzplatz 2a | 97070 Würzburg
Di–Sa 13.30 bis 17 Uhr, So 14-tägig 10 bis 13.30 Uhr

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ü ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA KLANG DER ANTIKE
8 MUS-IC-ON! KLANG DER ANTIKE – EINE SONDERAUSSTELLUNG
von Dahlia Shehata und Florian Leitmeir Die beiden Autoren erläutern das Konzept der Sonderausstellung im Martin von Wagner
Museum in Würzburg und berichten, was den Besucher alles erwartet. Dabei führen sie
in das Titelthema unseres Heftes ein.

13 PAIAN, O PAIAN – MUSIK IN DEN PAPYRI


von Marius Gerhardt Nicht nur archäologische Objekte sind für musikarchäologische Untersuchungen und
Forschungen aufschlussreich, sondern auch die schriftlichen Zeugnisse. Vor allem
die ägyptischen Papyri aus griechisch-römischer Zeit geben einen Einblick in die Ver-
tonung und Notation von Liedern und Musikstücken.

18 DREITAUSEND JAHRE IM DIENST DER TRADITION – MUSIK UND


von Nele Ziegler MUSIKER IM ALTEN ORIENT
Die Rolle der Musiker in Mesopotamien unterschied sich von der der griechisch-
römischen Vertreter. Anhand schriftlicher archäologischer und Quellen wird das Leben
der Musiker im antiken Mesopotamien beleuchtet und näher untersucht.

24 KÜNSTLERWANDERUNGEN RUND UM DAS ÄGÄISCHE MEER –


von Sylvain Perrot MUSIKALISCHE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DELPHI UND KLEINASIEN
Delphi pflegte mit einigen kleinasiatischen Städten auch musikalische Beziehungen
und Traditionen. Der Autor macht uns mit diesen vertraut und beleuchtet zudem
das Leben und Wirken der Sänger «auf Tour».

31 KITHARA UND KLASSIZISMUS – MARTIN VON WAGNERS DAR-


von Carolin Goll STELLUNGEN ANTIKER MUSIKINSTRUMENTE
Durch die Rezeption antiker Kunstwerke und Mythen beschäftigten sich die neuzeitlichen
Künstler auch mit Musik und v. a. mit den Musikinstrumenten. Die Autorin gibt am
Beispiel der Werke Martin von Wagners einen Einblick in dessen Darstellungsweisen
antiker Instrumente.

Fotos: oben: Musikerinnen, Kopie eines Freskos aus dem Grab des Djeserkarasenben (18. Dynastie,
Titelbild der vorliegenden Ausgabe
Replik einer Lyra (Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt Original: Musée du Louvre, Paris) von Nina Davies, 1936, Chicago (akg-images / De Agostini Picture Lib. / 
ü
von: Kotsanas Museum of Ancient Greek Technology). G. Dagli Orti); rechts: Sog. Elefantenmosaik aus der Synagoge in Huqoq (Foto: Jim Haberman).
THEMENPANORAMA

AUGMENTED REALITY IN DER KASSELER ANTIKENSAMMLUNG – EINE 41


APP ZEIGT ZUSÄTZLICHE EXPONATE UND DIGITALE INHALTE von Franziska Franke und Rüdiger Splitter
Da heutzutage fast jeder digitale Technik griffbereit hat, wird sie auch im Museum
immer flexibler einsetzbar. Wie Augmented Reality die Museumswelt erweitern kann,
zeigt das Kasseler Beispiel eindrucksvoll.

ANHAI, SÄNGERIN DES AMUN – DIE GESELLSCHAFTLICHE STELLUNG 45


UND FUNKTION EINER FRAU IM SPÄTEN NEUEN REICH ÄGYPTENS von Klaus Koschel
Das Grabinventar der Dame Anhai bietet nicht nur außergewöhnliche Funde, son-
dern auch einen beeindruckenden Einblick in ihre soziale Stellung und Funktion, sowohl
im Dies- als auch im Jenseits.

DIE SCHWINGEN DER TURKVÖLKER – DIE PFERDE DER SEIDENSTRASSE 53


Pferde spielten für die Völker, die an und mit der Seidenstraße lebten, eine besondere von Susan Whitfield
Rolle. Die Autorin vermittelt uns einen Eindruck über die Bedeutung dieser edlen Tiere
und ihre Rolle im Alltag und in der Kultur der Menschen an der Seidenstraße.

EINE FRAGE DES DATUMS – ZUM ZEITPUNKT DES VESUVAUSBRUCHS 58


IM JAHRE 79 N. CHR. von Umberto Pappalardo
Das Jahr ist bekannt, aber noch heute wird über den Tag und den Monat des Unter-
gangs von Pompeji diskutiert. Der Autor fasst alle bisherigen Forschungsmeinungen
zusammen und vergleicht diese mit der neuesten, spannenden Entdeckung.

DIE HAND AN DER WIEGE – METAPOLITISCHE REZEPTION DER 61


GRIECHISCHEN ANTIKE DURCH DIE NEUE RECHTE von Maximilian Veigel
Auf welches Bild der Antike beruft sich die «Neue Rechte», woher stammt ihr
Mythenbild und wie können die Altertumswissenschaften aus fachlicher Perspektive
damit umgehen?

IN DER VILLA DER VOLUSII – NEUE ÜBERLEGUNGEN ZUM PORTRÄT 68


DER AGRIPPINA MINOR AUS LUCUS FERONIAE von Armando Cristilli
Der in einer prachtvollen Villenanlage der gens Volusia gefundene Porträtkopf der
Agrippina minor wird vom Autor in den Kontext der Aufstellung eingebunden, der auch
Einblicke in die soziale Stellung der Besitzer der Villenanlage ermöglicht.

MEHR ALS NUR MOSAIKE – DIE ANTIKE SYNAGOGE IN HUQOQ 74


IM ISRAELISCHEN GALILÄE von Jodi Magness, Shua Kisilevitz,
Die Autoren berichten von den neuesten Erkenntnissen ihrer laufenden Grabung in der Matthew Grey, Dennis Mizzi, Karen Britt
und Ra’anan Boustan
Spätantiken Synagoge von Huqoq und stellen die einzigartigen Mosaike näher vor.

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Internationale Nachrichten
Fotos: © Kulturministerium.

Links:
Gebäudekomplex «N».

Rechts:
Askos mit Bemalung in Form
von schmalen Bändern (HR IIIB)
aus dem Gebäudekomplex «N».

GRIECHENLAND (2018−2022) der «Pentecostal Archaeo- Im Gegensatz zu den anderen großen


logical Society» auf der Akropolis von mykenischen Akropoloi strahlt Gla ein
Gla (Böotien) zutage gefördert. bemerkenswert klares und selten einheit-
ERGEBNISSE DER GRABUNG Die Ergebnisse der beiden Ausgra- liches architektonisches Konzept aus.
AUF DER MYKE NISCHEN bungen von 2018 bis 2019 waren Den Ausgräbern zufolge wurden die
AKROPOLIS VON GLA IN sehr weitreichend. Im nordwestlichen, Befestigungs- und Zitadellengebäude
südwestlichen und südlichen Teil auf Grundlage eines einzigen Bauplans
BÖOTIEN der Akropolis kamen fünf neue errichtet und gehören mit geringfügigen
Neue wichtige architektonische Über- Gebäude zum Vorschein («M», «N», Abweichungen zu einem gemeinsamen
reste und archäologische Objekte «O», «P» und «Q»). Zu den Funden chronologischen Horizont vom Beginn bis
aus der mykenischen Zeit (ca. 1250 v. Chr.) zählen neben lokal hergestellten Wa- in die Mitte des 13. Jhs. v. Chr. Aus unbe-
haben die Ausgrabungen der Athener ren Fragmente von Wandgemälden, kannten Gründen wurden alle Gebäude
«Archäologischen Gesellschaft» im Rah- Bleiskulpturen und Figuren, die einen Ende des 13. Jhs. v. Chr. aufgegeben.
men des «Programms zur Oberflächen-, Hinweis auf die mykenische Expansion Nach einer Pressemeldung des griechischen
Geophysik- und Grabungsforschung» geben. Kulturministeriums

ÖSTERREICH Importgeschirr aus dem klassischen


Griechenland ist in den keltischen
Fundstellen nördlich der Alpen extrem
SPEKTAKULÄRER FUND IM selten. Auf dem Dürrnberg selbst
MUSEUMSDEPOT wurde in einem Prunkgrab eines kelti-
schen Streitwagenkriegers schon 1959
Foto: © Keltenmuseum Hallein.

Dem Leiter der Dürrnbergforschung eine vollständige Schale mit dem cha-
Dr. Holger Wendling gelang an rakteristischen schwarzen Firnisüberzug
unerwarteter Stelle ein spektakulärer ausgegraben. Zusammen mit einer
Fund. Im Depot des Keltenmuseum weingefüllten Feldflasche aus demsel-
Hallein stieß er auf ein unscheinbares ben Grab belegt sie die sprichwörtliche
Keramikfragment. Das gerade einmal Gier der Kelten nach einem guten
1 cm große Keramikbruchstück besitzt Tropfen aus dem Mittelmeerraum. Ne-
Holger Wendling, Leiter des Fachbereiches Archäologie einen glänzend schwarzen Überzug, ben einer Einzelscherbe eines großen
und Dürrnbergforschung freut sich über seine Neu-
entdeckung im Depot des Keltenmuseum Hallein: Die der für das Geschirr der einheimischen Weinmischgefäßes vom Hemmaberg in
winzige Scherbe ist von enormer wissenschaftlicher Kelten um 450 v. Chr. ganz untypisch Kärnten ist der Neufund aus Hallein erst
Bedeutung.
ist. Der Archäologe erkannte in das dritte Exemplar griechischer Im-
dem winzigen Fragment den Henkel portkeramik in Österreich. Trotz seiner
Zwei 2500 Jahre alte Importe griechischer Keramik vom
Dürrnberg und aus Hallein. Das winzige, neu ent- einer Trinkschale, die aus dem grie- geringen Größe ist die Henkelscherbe
deckte Henkelfragment lässt die Gesamtzahl aller bislang
in Österreich entdeckten Gefäße aus Griechenland
chischen Mittelmeerraum stammt. für die Forschung also ein großer
auf drei anwachsen. Sie wurde vor rund 2500 Jahren über Gewinn: Sie unterstreicht die zentrale Be-
Italien und die Alpenpässe entlang deutung der Dürrnberger Handels-
der Salzach bis an den Fuß des Dürrn- und Bergbaumetropole im Netzwerk
bergs gebracht. Über einen hier gelege- der urgeschichtlichen Kulturen Europas.
Foto: © Coen Kossmann.

nen Hafen des eisenzeitlichen Berg- Das Keltenmuseum Hallein gewinnt


bauzentrums wurde das kostbare Salz unverhofft einen weiteren Sensations-
in alle Teile des keltischen Europa fund, der sich in die Riege seiner prunk-
verbracht. Im Austausch für das «Weiße vollen Ausstellungsstücke einreiht.
Gold» gelangte wohl auch das exotische Nach einer Pressemeldung des
Trinkgefäß an den Nordrand der Alpen. Keltenmuseums Hallein

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AKTUELL

Links:
Blick in die Grab-
kammer.

Rechts:
Grabstele einer
Frau.

ÄGYPTEN kammer aus einem überwölbten Lehm- Die aus dem anstehenden Felsen
ziegel-Bau mit einer innenliegenden gehauene Kammer befindet sich hinter
Treppe und einer aus dem anstehen- dem Eingang und besteht aus einer
RÖMISCHES GRAB den Kalkstein gehauenen Kammer 15 m langen und 2 m breiten Halle. Die
ENTDECKT bestehe. In dem Lehmziegel-Bau selbst Wände der Halle werden von kleineren
wurde eine steinerne Nische gefunden, angrenzenden Räumen durchbrochen.
Das ägyptisch-japanische Archäologen- die eine Stele mit den Porträts der In einem dieser Räume fanden die
Team, das im Norden Sakkaras unter ägyptischen Gottheiten Sokkar, Thoth Forscher eine weitere, 58 cm hohe und
der Leitung von Dr. Nozomu Kawai und Anubis beinhaltet. Das Bild wird aus Lehm gearbeitete Statue der Isis-
(Kanazawa Universität/Waseda Univer- im unteren Randbereich von einer Aphrodite. In einigen der Räume waren
sität) gräbt, entdeckte eine Grab- griechischen Inschrift begrenzt. In der zudem Mumien aufbewahrt.
kammer, die ins 1. Jh. n. Chr. datiert. Nische befanden sich zudem fünf kleine Dr. Kawai betonte, dass dies das
Der Fund wurde während der letzten Statuen der Isis-Aphrodite. Am Eingang erste Grab aus der Römischen Epoche
Ausgrabungskampagne im Norden zum Grabbereich wurden mehrere Ge- sei, das in Sakkara gefunden wurde.
von Sakkara gemacht, wo bis dato noch fäße gefunden. Des Weiteren wurden Nach Pressemeldung des Ministry of
keine Ausgrabungen stattgefunden zwei 55 cm große Statuen aus Kalkstein Antiquities, Ägypten
hatten. Dr. Kawai gab an, dass die Grab- entdeckt.

GRABKAMMER MIT Tieren, u. a. vom Apis-Stier, von Falken,


STATUEN UND MUMIEN Krokodilen und Skarabäen sowie dem
ENTDECKT Gott Anubis in Tiergestalt. Neben dieser
Gottheit fanden die Ausgräber noch
Eine weitere Grabung in Sakkara unter weitere Statuetten der ägyptischen
dem ägyptischen Archäologen Dr. Götter und Göttinnen Osiris, Ptah-Soker,
Mostafa Waziri in der Nekropole der Sekhmet und Neith. Des Weiteren fand
«Heiligen Tiere» brachte Funde zu Tage, man ein Relief aus der Regierungszeit
die in die 26. Dynastie des 7. Jhs. v. Chr. König Psammetichosʼ I. sowie meh-
datieren. Neben 75 hölzernen und rere Amulette, hölzerne und tönerne Mumien von Katzen und Löwenbabys.
bronzenen Statuen von Katzen in unter- Mumienmasken und mehrere Papyri
schiedlicher Größe wurden 25 Katzen- mit Zeichnungen der Göttin Tawert.
mumien in hölzernen Boxen gefunden, Der Minister of Antiquities, Dr. Khaled
Alle Fotos: © Ministry of Antiquities of Egypt.

von denen fünf deutlich größer als El-Enany, erklärte, dass der Fund «ein
die anderen Exemplare sind. Mit Hilfe eigenes Museum füllen könnte, da hun-
eines CT-Scans fanden die Forscher derte Objekte bereits in der Bubastis-
heraus, dass es sich bei diesen Mumien Nekropole in Sakkara ausgegraben wor-
mit 95 %-iger Wahrscheinlichkeit um den sind.» Er betonte zudem, dass dieser
Löwenbabys handelt, die nun weiter Fund wohl nicht der letzte in diesem
untersucht werden sollen. Jahr sein wird, denn die Ausgrabungen in 
Eine Auswahl
Abgesehen von den Katzenartefakten dem Areal werden zur Zeit fortgesetzt. der gefun-
fanden sich in der Nekropole noch wei- denen Katzen-
Nach Pressemeldung des Ministry of statuen aus
tere hölzerne und steinerne Statuen von Antiquities, Ägypten der Nekropole.

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ALTANATOLISCHTÜRKISCH – VORGESCHICHTE 
UND FRÜHESTE SCHRIFTLICHE ZEUGNISSE
Zeitpunkt immer noch großteils grie- teratursprachen Persisch und Arabisch
D ie Einwanderung von nomadisie-
renden muslimischen Westtürkisch­
sprechern aus dem nördlichen Trans-
chischsprachig – gab es eine durch
die Mongolen bedingte weitere Ein-
verfasst. Die früheste Sprachprobe des
altanatolischtürkischen Vernakulars fin-
oxanien (südlich des Aralsees, heute wanderungswelle von Ostoghusisch- det sich im Divan-i Kabir, der Samm-
teilweise in Usbekistan und Kasachstan) sprechern u. a. aus Khorasan (heute lung von (hauptsächlich) mystischer
nach Anatolien begann im 11. Jh. Die teilweise in Türkmenistan, Iran und Af- Liebeslyrik, des großen persischen
Ankommenden gehörten zur Stammes­ ghanistan). Die oghusischen Dialekte Mystikers Dschalaladdin Rumi, entstan-
konföderation der Oghusen. Ihr Dia- dieser Zuwanderer vom 11. bis 13. Jh. den zwischen 1244 und 1273 in Konya.
lekt wies, gemäß Mahmud al­Kashghari waren die Basis für die altanatolisch- Unter den 35 000 Versen sind (neben
in seinem 1070 in Arabisch verfasstem türkische Sprache (ca. 1300−1500), einigen arabischen) ca. 10 türkische
Diwan Lughat at-Turk, «Verzeichnis der die bis zum Beginn des 14. Jhs. nur und 20 persisch­türkisch gemischte
Dialekte der Türken», bereits einige als mündliche Vernakularsprache exis- Verse – manchmal nur ein einziges
merkbare Unterschiede zu den ande- tierte. Ungeachtet ihrer türkischen türkisches Wort enthaltend – einge-
ren zeitgenössischen Türkdialekten auf. Herkunft, verstand die (oghusisch- streut. Die simplen türkischen Alltags-
Kashghari merkt außerdem bereits stämmige) rumseldschukische Dynastie phrasen sind hauptsächlich in weltli-
missbilligend den engen Kontakt von (ca. 1081−1307) sich als Teil der isla- che humorige Gedichte eingebaut; ein
Oghusen mit Persischsprechern an. misch­persischen Kultur Vorderasiens; Beispiel für einen solchen gemischten
Im 13. Jh. – Anatolien war zu diesem ihr Schrifttum ist in den klassischen Li- Halbvers ist: «ān yakī Turkī ki āyadh

Abb. 1 (li.)
Rumis persi-
scher «Divan-i
Kabir», Konya
Mevlana
Müzesi (1367–
1368). Die
persisch-
türkisch ge-
mischten Verse 
sind markiert.

Abb. 2 (re.)
Die nicht rein
anatolisch-
türkische
Glaubenslehre 
«Behcetü l-ha-
daiq» (1303).

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ANTIKE WELT 1/20
SPRACHEN & SCHRIFTEN

gūyadham hey geymüsen» (türki-


scher Teil kursiv) : «Every Turk who co-
mes (to me) says to me: He, wie geht’s
(wörtl. geht es dir gut)?» (die engli-
sche Übersetzung repräsentiert den
persischen Teil). Die früheste datierte
Handschrift von Rumis Divan-i Ka-
bir stammt von 1367−1368, fast 100
Jahre nach Rumis Tod (vgl. Abb. 1).
Rumi hatte wohl eher oberfläch-
liche Kenntnisse des Westoghusi-
schen und keine Vorbilder – wie z. B.
eine zeitgenössische arabisch­ba-
sierte osttürkische Schriftsprache aus
Mittelasien – zur Schreibung des Tür-
kischen. Sein Vorbild war das System
der klassischen arabischen Schrift, er-
weitert mit einigen Elementen der da-
Abb. 3 Gülşehris mystisches Gedicht «Mantıqu t-tayr» (15. Jh.).
von abgeleiteten persischen Schrift.
Die Schreibung im Divan weist man-
che Unterschiede zur mehr oder we-
niger etablierten Schreibung des Alta- Glaubenslehre, kopiert 1303 in Bursa. fürstentümern war das osmanische)
natolischtürkischen im 15. Jh. auf. Das Laut einer späteren Abschrift stammt oder im Sufimilieu. Ebenso wurden
literarisch anspruchslose mystisch­ die Vorlage für diese Abschrift von weiterhin Werke in den klassischen
poetische Werk von Rumis Sohn, Sul- 1270 aus Zentralanatolien, und wäre Literatursprachen Persisch und Ara-
tan Valad (gest. 1312), der das altana- damit das erste Werk türkischer Lite­ bisch verfasst, oft von denselben Au-
tolischtürkische Vernakular sicher gut ratur in Anatolien. Ihre Sprache ist toren. Die frühesten datierten Hand-
beherrschte, ist ebenfalls in der Lite- aber eine Mischung aus Altanato- schriften der Werke des 14. Jhs. sind
ratursprache Persisch verfasst. Es ent- lischtürkisch mit fremden Elemen- allesamt durchschnittlich 100 Jahre
hält bereits etwas größere zusammen- ten, die auf die außeranatolische Her- jünger als das Original.
hängende Teile von türkischen Versen kunft des Verfassers schließen lassen
(insgesamt etwa 360 Verse inklusive (Abb. 2). Das früheste überlieferte
verstreuter und persisch­türkisch ge- Werk in reinem Altanatolischtürkisch
mischter) – sowie einige Verse in Ara- ist das narrative Gedicht Mantıqu t-
bisch und Griechisch. Im Abschluss ei- tayr, «Die Gespräche der Vögel» von Adresse der Autorin
nes türkischen Einschubs in seinem 1317, eine kreative Adaption des Ge- Dr. Helga Anetshofer
Pick Hall for International Studies
1291 verfassten narrativen Gedicht Ib- lehrten und Sufimeisters Gülşehri aus 5828 South University Ave., Room 301
Chicago, Illinois 60637
tida-name, «Buch des Beginns» (frü- Kırşehir von dem gleichnamigen Werk USA
heste Handschriften aus dem 14. Jh.) des berühmten persischen Mystikers
heißt es auf Türkisch: «Wenn ich ein Fariduddin Attar (Abb. 3). Im 14. Jh. Bildnachweis
Meister der türkischen Sprache gewe- präsentiert sich das Altanatolischtür- Abb. 1: N. O. ERGİN (hrsg.), Dîvân-i Kebîr (2007); 2: Berlin
Staatsbibliothek; 3: Ankara, Türk Dil Kurumu Kütüpha-
sen wäre / hätte ich sie (i. e. die Macht kische dann bereits als produktive Li- nesi; «Schriftenband»: Behcetü l-hadaiq (1429), Berlin
Staatsbibliothek.
Gottes) in Worten klar dargestellt. Ich teratursprache. Zahlreiche türkische
hätte sie den Leuten mit Worten er- Werke in Poesie und Prosa – viele da- Literatur
klärt / damit sie den Schöpfer mit (ih- von Übersetzungen bzw. kreative Ad- L. JOHANSON, Rūmī and the Birth of Turkish Poetry, in:
Journal of Turkology 1 (1993) 23–37.
ren) Augen sehen. Ich werde, was ihr aptionen von Werken der persischen
S.S. KURU, Gülşehrî the Seventh Sheikh of the Universe:
wollt, auf Persisch sagen / damit ihr und arabischen Literatur – entstanden Authorly Passions in Fourteenth­Century Anatolia, in:
den findet, den wir gefunden haben.» in der mystischen und schöngeistigen Journal of Turkish Studies 40 (2013) 279–287.

Die früheste datierte türkische Hand- Literatur sowie in allen Wissensgebie- A.C.S. PEACOCK / S.N. YILDIZ, Islamic Literature and
Intellectual Life in Fourteenth­ and Fifteenth­Century
schrift aus Anatolien ist Behcetü l-ha- ten an den Höfen der anatolischen Anatolia (2016).

daiq, «Glückseligkeit der Gärten», eine Kleinfürsten (eines unter vielen Klein-

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ANTIKE WELT 1/20
MUS-IC-ON! KLANG DER ANTIKE
Eine Sonderausstellung in der Antikenabteilung des Martin von
Wagner Museums

Musik ist zweifellos ein Momentum, mit dem sich alle Kulturen, ob vergangene oder gegen­
wärtige, auseinandersetzen. Musikausstellungen scheinen derzeit Konjunktur zu haben
(z. B. LouvreLens: «Musiques!» – 2017, Brandenburg «Archæomusica» – 2018, Frankfurt
«Big Orchestra», New York: «Play it Loud!» – beide 2019), und das, obwohl aufgeführte
und an auditive Sinne gerichtete Musik per se nicht visuell ausstellbar ist. Können seit dem
späten 19. Jh. Musikaufführungen durch Tonaufnahmen aufgezeichnet und so lang­
fristig erhalten werden, so ist dies für frühere Epochen unvorstellbar. Die Musik antiker
Kulturen ist für alle Zeiten verklungen. Auch wenn in öffentlichen Medien, ja selbst in
wissenschaftlichen Beiträgen zuweilen der Eindruck erweckt wird, dass die Reproduktion
erhaltener Musikstücke mit frühen Formen von Notation die antike «Musik» wieder­
beleben würde.

von Dahlia Shehata und Florian Leitmeir nicht nur vielfältige Einsätze in na- Ein Rundgang durch die
hezu allen Lebensbereichen, sondern Ausstellung

O hne das Vorhandensein akustischer


Aufzeichnungen bleiben alle diese
Einspielungen experimentelle und viel-
auch eine hoch entwickelte theoreti-
sche Beschäftigung mit verschiede-
nen Musiksystemen. Augenfällig ist
Angelehnt an die Wanderausstellung
«Archӕomusica» des von der EU ge-
förderten European Music Archaeo-
fach einem subjektiven Musikempfin- in allen Bereichen die Interkultura- logy Project (EMAP) setzen sich die
den angepasste Annäherungen. Doch lität von Musik. So ist der Austausch Kuratoren von «MUS-IC-ON!» zum
was sind die Inhalte einer Ausstellung von Musikern, von Musikinstrumen- Ziel, die Klänge der Antike verstärkt
zu antiker Musik, wenn diese für alle ten und ihren Klängen, ja selbst von über das eigene Spiel der Musikin-
Zeiten verklungen und nicht reprodu- Ton- und Notationssystemen ein We- strumente den Besuchern erlebbar
zierbar ist? sensmerkmal, das nicht auf die Mo- zu machen. Neben unzähligen Repli-
derne beschränkt bleibt. katen, die im Zuge der Arbeiten vom
Musik ausstellen! Aus dieser Idee der interkulturel- EMAP hergestellt und der Würzbur-
Musik ist weitaus mehr als ihre reine len Begegnung und der verbinden- ger Ausstellung zur Verfügung gestellt
Performanz oder der Genuss ihrer den Kraft von Musik ist die Würzbur- wurden, konnten weitere, unter ande-
Klänge. Gestern wie heute ist sie ein ger Ausstellung «MUS-IC-ON! Klang rem auf neuen wissenschaftlichen Er-
wichtiger Teil von «Kultur» und bil- der Antike» geboren, die bis zum kenntnissen basierende Nachbauten
det damit eine Grundlage von ge- 12. Juli 2020 in der Antikensamm- für die Ausstellung hergestellt wer-
sellschaftlicher Identität, Kommuni- lung des Martin von Wagner Muse- den. Nicht zuletzt wird hierdurch die
kation und schließlich Tradition. Ist ums zu sehen ist (vgl. Plakat auf S. 1). Möglichkeit geboten, zumindest die
die antike Musik auch verklungen, In ihrem Fokus stehen die vier gro- «Klänge» antiker Musikinstrumente
so beliefert uns ihre Dokumentation ßen Kulturen der Antike: der Vordere zu neuem Leben zu erwecken. Ganz
in den antiken Bildern und Schrif- Orient, Ägypten, Griechenland und bewusst wird in der Ausstellung auch
ten mit einem reichen Informations- Rom. Beginnend mit den frühesten auf die Vermittlung absoluter Wahr-
schatz, an dem der hohe Stellenwert historischen Epochen wird das man- heiten verzichtet. So jung die interdis-
der Musik in den verschiedenen an- nigfache Musikleben in einem Zeit- ziplinäre musikarchäologische For-
tiken Kulturen wiederentdeckt wer- raum von mehr als 5000 Jahren prä- schung nämlich ist, so lebendig wird
den kann. Immer noch fassbar sind sentiert. diskutiert und so offen sind die Lö-

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ü
ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

Abb. 1 Nachbauten prähistorischer Flöten aus der Geißenklösterle-Höhle und der Hohle Fels-Höhle der Schwäbischen Alb.

sungen für Probleme, die erst als sol- Schwäbischen Alb, die in die Aurigna- gischen Fundstück zum spielbaren In-
che benannt wurden. cien-Zeit (42 000−38 000 v. Chr.) da- strument aufgezeigt und für die Frage
Bereits über ihre Namen, «Ur- tiert werden können (Abb. 1). nach der Bedeutung des Instruments
sprünge» – «Spurensuche» – «Werk- Auf die «Spurensuche» begibt sich auch die archäologischen Fundum-
statt» – «Musikwelten» – geben die der Besucher beim differenzierten stände einbezogen.
vier Ausstellungsräume eine Idee von Blick auf die verschiedenen Quellen Liegt mit dem Fund der berühm-
den Inhalten, die den Besucher dort zur antiken Musik, seien es Bild- und ten stierförmigen Leiern aus den Kö-
erwarten. Einblicke in die Anfänge Schriftmedien wie griechische Münzen nigsgräbern von Ur (Irak) eine um-
von den ersten, von Menschenhand oder mesopotamische Keilschrifttafeln fassende Dokumentation originaler
erzeugten künstlichen Klängen und oder auch Überreste und Einzelteile Instrumente vor, wonach ein adäqua-
schließlich der Entstehung von Mu- der originalen Musikinstrumente. ter Nachbau erfolgen kann, so ist das
sik erhält der Besucher im Raum «Ur- Mit dem Wissen der Prinzipien der bedeutendste Instrument der griechi-
sprünge». Präsentiert werden hier Klangerzeugung ausgestattet werden schen Antike, die Kithara, ausschließ-
unter anderem Nachbauten vieler prä- in der «Werkstatt» prominente antike lich in Bildquellen dokumentiert.
historischer Objekte, die von den An- Musikinstrumente vorgestellt und de- Bedingt durch die vielfältigen Mög-
fängen des Musikinstrumentenbaus ren räumliche und zeitliche Entwick- lichkeiten ihrer Interpretation wer-
erzählen. Dazu gehören unter ande- lung vor Augen geführt. Darüber hi- den in der Ausstellung gleich meh-
rem die bislang ältesten, aus Knochen naus werden die unterschiedlichen rere Nachbauten dieses Instruments
und Bein gefertigten Flöten aus der Methoden für den Weg vom archäolo- präsentiert. Die jüngste Deutung sei-

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MUS-IC-ON! KLANG DER ANTIKE – Eine Sonderausstellung in der Antikenabteilung des Martin von Wagner Museums

Abb. 2 Neue Rekonstruktion der griechischen Kithara.

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

Abb. 3 a.b
Rekonstruktion der übermannshohen
anatolischen Leier.

a b

ner Konstruktion von Dr. Ralf Gehler fierten Vase bekannt ist (Abb. 3 a.b). das eigene Spiel erlebbar, aber auch
(Schwerin) konnte über einen neuen, Daneben ist aber auch der irdische im Audioguide und über Soundinstal-
für die Ausstellung angefertigten Nach- Einsatz von Instrumentalklängen be- lationen hörbar. Grundlagen zu Orga-
bau realisiert werden (Abb. 2). deutsam, ob als «Signal» bei der nologie und Spieltechnik können an
Schlacht oder Schalmeien- und Har- entsprechenden haptischen Stationen
Einsatz und Wirkmacht antiker fenklänge bei «Fest und Ekstase». Am erprobt werden.
Klangwerkzeuge Höhepunkt dieser für die Ausstellung Dieses Ansinnen erfüllt die Aus-
Mit dem Wissen über die vielfältigen konzipierten Entwicklung steht das stellung nicht zuletzt über die Sicht-
Hindernisse, mit denen sich Archäo- «Konzert», bei dem Musik, einzig dem barmachung der Funktionsweise des
logen, Philologen, Instrumentenbauer Kunstgenuss verpflichtet, durch den sicherlich technisch anspruchsvolls-
und Musiker bei der Rekonstruktion Musiker und Virtuosen ihren höchs- ten Instruments, der antiken Wasser-
antiker Klänge konfrontiert sehen, ten Ausdruck findet. orgel (Hydraulis), die im späten 3. Jh.
begibt sich der Besucher in die «Mu- Auf dem Rückweg, am Ende sei- v. Chr. vom Mechaniker Ktesibios aus
sikwelten», dem Herzstück der Aus- nes Rundgangs, wird der Besucher Alexandria entwickelt wurde. An drei
stellung «MUS-IC-ON!», von der Frage abschließend mit den Themen For- archäologisch überlieferten Instru-
geleitet: Zu welchem Zweck wurden schungsgeschichte, Rezeption und In- menten haben sich vor allem Teile
die Instrumente eingesetzt und wel- terkulturalität von Musik konfrontiert. der Pfeifen und des Spieltisches mit
che Wirkung sollten diese Klänge er- Dies geschieht anhand von histori- Registratur erhalten, für Funktions-
zielen? schen, europäischen sowie rezenten, weise von Windwerk und Windlade
Die Grenzen dieser Welt überschrei- arabisch-orientalischen und afrikani- hingegen sind wir auf die schriftlichen
tet Musik im Bereich des «Überirdi- schen Musikinstrumenten. Quellen angewiesen. Zu dieser kombi-
schen». Tief surrende Leiern und hell Ein wesentliches Merkmal der Aus- natorischen Rekonstruktion kommen
klingende Sistren und Zimbeln die- stellung ist es, dem Besucher mannig- noch Bilder hinzu, die weitere Details
nen der Kommunikation mit den Göt- faltige Wege zur Begegnung mit anti- überliefern. Der hydraulische Mecha-
tern oder zur Vertreibung von Dämo- ken Klängen und den Konzepten ihrer nismus der Windanlage scheint dabei
nen. Ein Highlight ist hier der für die Musik zu bereiten. Erste Neugierde derart komplex, dass selbst der an-
Ausstellung angefertigte Nachbau der wird über ein Entdecken von Details tike Architekturtheoretiker und sonst
übermannshohen Kastenleier aus Ana- an bildlichen und schriftlichen Zeug- so wortgewandte Schriftsteller Vitruv
tolien, die lediglich von einer relie- nissen geweckt. Klänge werden über nach der Beschreibung der Bauweise

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MUS-IC-ON! KLANG DER ANTIKE – Eine Sonderausstellung in der Antikenabteilung des Martin von Wagner Museums

eine praktische Kenntnis der Hydrau- Fazit zuletzt mit Unterstützung der zahlrei-
lis fordert. Diesem Ratschlag folgend Novum der Ausstellung ist die Ver- chen Sammlungen, die großzügig ihre
wurde für die Ausstellung «MUS-IC- knüpfung von «klingenden» – den Mu- Exponate der Ausstellung zur Verfü-
ON!» ein transparentes und spielba- sikinstrumenten – und «stummen» – gung stellen, darunter selten gese-
res Funktionsmodell angefertigt, an den Bildern und Schriften – Zeugnis- hene Objekte aus dem Saalburgmu-
dem die komplizierte Technik jedem sen bei der Präsentation antiker Mu- seum (Bad Homburg), der Frau Prof.
Laien verständlich wird (Abb. 4). sikkulturen. Möglich wurde dies nicht Hilprecht-Sammlung (Jena), der Uruk/
Warka-Sammlung (Heidelberg), dem
Ägyptischen Museum – Georg Stein-
dorff (Leipzig) oder der Antiken-
Abb. 4 Funktionsmodell der Hydraulis. sammlung des Instituts für Klassische
Archäologie Tübingen.
Jeder Besucher kann somit mit al-
len Sinnen in die antiken Klangwelten
und in die Musikkulturen des Vorde-
ren Orients, Ägyptens, Griechenlands
und Roms eintauchen. Stellt er sei-
nen eigenen Empfänger auf «ON!»,
wird die kulturell verbindende Kraft
der Musik bis in die Gegenwart hinein
spürbar sein.

Adresse der Autoren


Dr. Florian Leitmeir
Lehrstuhl für Klassische Archäologie
Dr. Dahlia Shehata
Lehrstuhl für Altorientalistik
Universität Würzburg
Residenzplatz 2 Tor A
D­97070 Würzburg

Bildnachweis
Abb. 1. 2. 4: Foto: Oliver Wiener; 3 a.b: Ralf Gehler
und T. Özgüç, inandiktepe: eski Hitit caginda önemli bir
kült merkezi, Ankara 1988.

Literatur
R. GEHLER, Die große griechische Kithara. Zur Ergologie
eines antiken Saiteninstruments, in: F. Leitmeir /
D. Shehata / O. Wiener (Hrsg.) MUS­IC­ON! Klang der
Antike. Begleitband zur Ausstellung im Martin von
Wagner Museum (2019) 37−48.

M. MARKOVITS, Die Orgel im Altertum (2003).

T. ÖZGÜÇ, İnandıktepe : eski Hitit çağında önemli bir kült


merkezi (1988).

S. RÜHLING, Imponieren, Brillieren und Musizieren –


Orgelklänge für Gott, Kaiser und den Sport, in: F. Daim /
D. Heher / C. Rapp (Hrsg.), Menschen, Bilder, Sprache,
Dinge. Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und
dem Westen. 1: Bilder und Dinge (2018) 105−123.

D. SHEHATA, Eine mannshohe Leier im altbabylonischen


Ištar­Ritual aus Mari (FM 3, no. 2), in: Altorientalische
Forschungen 44 (2017) 68–81.

L. WOOLLEY, Ur excavations, Band 2, The royal ceme­


tery (1934).

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ANTIKE WELT 1/20
PAIAN, O PAIAN
Musik in den Papyri

Neben Originalinstrumenten und bildlichen Darstellungen von Musikern und Instrumenten


sind es vor allem die schriftlichen Quellen, die unser Wissen über die antike Musik
bereichern. Unter ihnen nehmen die wenigen Funde antiker musikalischer Notationen eine
besondere Stellung ein. Diese sind in ihrer Form an das griechische und phönizische
Alphabet angelehnt, enthalten aber auch Punkte u. ä. zur Notation des Rhythmus. Sie sind
jedoch sehr selten. Bis auf wenige Zufallsfunde und zwei kurze Sammlungen aus der
handschriftlichen Überlieferung des Mittelalters hat sich lediglich eine geringe Anzahl antiker
Zeugnisse erhalten: Neben einer Handvoll Inschriften sind das ca. zwei Dutzend Papyri
aus dem griechisch-römischen Ägypten, die jedoch oft sehr fragmentarisch und schwer zu
interpretieren sind. Welch beeindruckende Funde zur antiken Musik sich gerade unter
diesen Papyri befinden, soll anhand ausgewählter Beispiele der Berliner Papyrussammlung
veranschaulicht werden.

von Marius Gerhardt dieser Paian dem Mesomedes von Inhalt, der dem Kontext des trojani-
Kreta zugeschrieben worden. Er war schen Krieges zuzuordnen ist. Be-

D as Prunkstück der Sammlung mit


Bezug zur antiken Musik ist zwei-
fellos eine Zusammenstellung von mu-
ein bekannter Kitharöde und Lyriker
des 2. Jhs. n. Chr., von dem auch andere
Musikstücke erhalten sind. Das Instru-
handelt wird der Selbstmord des Aias
aus Sicht seiner klagenden Frau Tek-
messa. Aias hatte sich aus Scham über
sikalischen Stücken mit Notenschrift, mentalstück, das sich in den nächsten seine in Raserei vollzogenen Taten in
die sich auf der Rückseite einer la- drei Zeilen an den Paian anschließt, ist sein eigenes Schwert gestürzt. Dieses
teinischen Militärurkunde aus dem zwar musikalisch mit diesem eng ver- Thema ist in der Antike von vielen Au-
Jahr 156 n. Chr. erhalten hat (Abb. 1). wandt, jedoch deutlich kürzer, so dass toren aufgegriffen und in Tragödien
Sie umfasst die linke Hälfte einer Ko- es sich wohl nicht um eine Instrumen- (z. B. Sophokles‘ Aias aus der Mitte des
lumne mit 23 Musikzeilen, die bis zu talbegleitung des Paian, aber mögli- 5. Jhs. v. Chr.) behandelt worden. Aus-
fünf verschiedenen Musikstücken zu- cherweise um ein Nachspiel handelt. züge aus erhaltenen Werken liegen al-
zuordnen sind, einige von ihnen vo- Auch die restlichen Musikzeilen lerdings auf diesem Papyrus nicht vor.
kal mit über den Textsilben geschrie- dieses Papyrus könnten eng zusam- Vielmehr ist aufgrund stilistischer Be-
bener Notation, die anderen deutlich mengehören, da das zweite Instru- sonderheiten, die auf eine spätere Zeit
eingerückt rein instrumental. Autoren mentalstück von den vier Zeilen des verweisen, diskutiert worden, ob hier
der einzelnen Musikstücke und der Chorgesangs vor ihm und einer Zeile ein Auszug aus dem Aias gewidmeten
Zweck dieser Zusammenstellung wer- nach ihm regelrecht eingerahmt wird. Dithyrambos des Timotheos von Milet
den nicht genannt. Man könnte also annehmen, dass es aus dem 4. Jh. v. Chr. vorliegt. Da von
Die ersten zwölf Zeilen enthalten sich um ein instrumentales Zwischen- diesem Werk außer dem Titel nichts
einen Paian, d. h. einen feierlichen spiel gehandelt haben könnte. Der erhalten ist, muss die Zuordnung un-
Chorgesang zu Ehren des Gottes Apol- Gesang weist mehrere deutliche Un- sicher bleiben.
lon, der üblicherweise von der Kithara, terschiede zum Paian auf, dessen auf- Die Übersicht über die einzelnen
Apollons Instrument, und gelegentlich fälligster ist, dass seine Vertonung im Musikstücke, die auf diesem Papy-
auch vom Aulos begleitet wurde. Auf- Sopranbereich liegt. Das Stück sollte rus erhalten sind, ergibt ein sehr un-
grund der besonderen melodischen also im Gegensatz zum Paian von ei- einheitliches Bild. Der Paian und das
Betonung des Wortes ΚΡΗΤΑ am Be- nem Frauenchor gesungen werden. Aias-Fragment haben inhaltlich keine
ginn der fünften erhaltenen Zeile ist Das passt auch sehr gut zu seinem Gemeinsamkeiten. Während der Paian

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ANTIKE WELT 1/20
PAIAN, o PAIAN – Musik in den Papyri

Abb. 1 Sammlung von Instrumental- und Vokalstücken mit Notenschrift (P 6870 + 14097 V).

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TITELTHEMA

Abb. 2 Timotheos von Milet «Die Perser» – Ausschnitt aus der Selbstdarstellung des Dichters und der Verteidigung seiner Erfindung der elfsaitigen
Kithara (P 9875; Ausschnitt aus Kol. V).

und die beiden Instrumentalstücke mu- Dieses zur Kithara aufgeführte Ge- umfang, setzten aber auch viel mehr
sikalisch eng miteinander verwandt dicht ist das berühmteste Werk des Erfahrung und Können voraus.
sind, weicht auch hier das Aias-Frag- genannten griechischen Dichters Ti-
ment ab. Der Zweck dieser Zusammen- motheus von Milet, in dem er den Sieg Liturgische Dichtungen
stellung von musikalischen Stücken der Griechen in der Schlacht von Sa- Hinweise zur antiken Musik liefern
auf diesem Papyrus lag also offen- lamis 480 v. Chr. feiert, allerdings mit auch zwei fragmentarisch erhaltene
sichtlich nicht im Text, sondern viel- einem Schwerpunkt auf den besiegten Papyri aus byzantinischer Zeit. Die
mehr in der Musik. Die einzelnen Bei- Persern: u. a. die Klage eines Schiff- Troparia, kurze liturgische Dichtun-
spiele stammten möglicherweise aus brüchigen und des persischen Königs gen, behandeln in einer stark ver-
einem Handbuch und wurden hier Xerxes über die Niederlage. Zwar sind kürzten Paraphrase die Heimsuchung
aus einem nicht näher erkennbaren auf diesem Papyrus keine musikali- Marias und vermischte Szenen aus
Grund zusammengestellt. schen Notationen verzeichnet wor- dem Alten und Neuen Testament
den, doch ist er aus anderen Gründen (Abb. 3 a.b). Musikalisch interessant
Die Klagen der Perser interessant für die Geschichte der an- sind Punkte und mitunter auch ein
Der schon genannte Timotheos von tiken Musik. Am Ende des Textes, ge- hakenförmiges Zeichen, die sich über
Milet ist auch mit einem weiteren Pa- kennzeichnet durch die vogelförmi- einzelnen Vokalen und Konsonan-
pyrus mit Bezug zur Geschichte der gen Koronis, spricht der Dichter von ten finden und offensichtlich Vorga-
antiken Musik verbunden. In der Ber- sich selbst und seinem Gedicht. Dabei ben für die musikalische Darbietung
liner Papyrussammlung befinden sich verteidigt er auch seine musikalische enthalten, die im Einzelnen aufgrund
Fragmente einer Papyrusrolle aus dem Innovation, die elfsaitige Kithara. Die des fragmentarischen Zustandes des
4. Jh. v. Chr., die zu den ältesten erhal- aus der Antike erhaltenen, bildlichen Papyrus aber unklar bleiben. Immer-
tenen griechischen Papyri zählt. Sie Darstellungen zeigen die Kithara mit hin wird aber vor dem letzten Tropa-
enthält den letzten Teil eines ansons- sieben (seltener acht) Saiten. Die elf rion auf der Rückseite explizit die Ton-
ten nur durch vereinzelte Zitate über- Saiten der Kithara bei Timotheos er- höhe angegeben, in der der folgende
lieferten Gedichts Die Perser (Abb. 2). laubten einen deutlich größeren Ton- Text gesungen werden soll. Der sehr

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ANTIKE WELT 1/20
PAIAN, o PAIAN – Musik in den Papyri


Abb. 3 a.b 
Troparia mit musikalischen Notationen
(P 21319).

viel fragmentarischere zweite Papy-


rus enthält zwei Hymnen, auf der ei-
nen Seite des Papyrus über die Taufe
Jesu im Jordan, auf der anderen Seite
das Triumphlied der aus dem Alten
a Testament bekannten Prophetin Mir-
jam, das sie nach der Zerstörung der
pharaonischen Armee und der Ret-
tung der Israeliten gesungen haben
soll. Eine Kleinigkeit macht diesen
sehr fragmentarischen Text aber zu
etwas ganz Besonderem. Einige Vo-
kale wurden doppelt geschrieben und
sollen angeben, dass an diesen Stellen
mehrere Noten auf eine Silbe kommen
(Abb. 4 a.b). Die Melodie war dem Sän-
ger bekannt, so dass ihm dieser kleine
b Hinweis genügte.

Schlaglichter auf den Alltag


Trotz des sehr fragmentarischen Er-
haltungszustandes vieler Papyri er-
laubt uns ihre große Menge wertvolle
Einblicke in viele Bereiche des anti-
ken Lebens. So erfahren wir beispiels-
weise, dass ein Sklave Narkissos zum
Auleten (= Flötist) ausgebildet werden
soll. In dem erhaltenen Lehrvertrag
aus dem Frühjahr des Jahres 13 v. Chr.
wird genau geregelt, dass sein Besit-
zer Gaius Iulius Philios 100 Drachmen
für die einjährige Ausbildung zu zah-
a len hat und zudem auch für die Klei-
dung und den Unterhalt des Sklaven
aufkommen muss. Recht gut sind wir
auch über die Anstellung von Musi-
kern zu bestimmten Festlichkeiten
und generell zur Unterhaltung infor-
miert. In den zu solchen Anlässen ge-
schlossenen Verträgen, in denen ähn-
lich wie heute alles geregelt wurde, was


Abb. 4 a.b
Hymnen mit Vokalverdoppelungen
b (P 16595).

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

in einem Arbeitsvertrag der gegen-


seitigen Übereinstimmung bedurfte,
wird deutlich, dass Musiker eine be-
sonders gesuchte Gruppe darstellten.
Es überrascht dann auch nicht, wenn
in Listen von Ausgaben immer wie-
der auch Musiker zu finden sind oder
in Briefen darum gebeten wird, Musi-
ker zu bezahlen. Diese Bezahlung fand
nicht immer durch Geld statt, sondern
auch durch Naturalien, wie z. B. Wein
(Abb. 5). Diese Urkunden stellen ein-
zeln natürlich nur kleine Schlaglichter
dar. Aus solchen und ähnlichen Doku-
menten, die aus dem griechisch-römi-
schen Ägypten in größerer Anzahl und
über einen Zeitraum von ca. 1000 Jah-
ren vorliegen, wird aber in der Zusam-
menschau deutlich, dass Musiker in
dieser Zeit zur wohlhabenden Bevölke-
rungsschicht gehörten, die nicht nur
gut bezahlt wurden, sondern auch
über respektablen Besitz verfügten.

Weitere Informationen zu allen hier behandelten und


vielen weiteren Texten der Berliner Papyrussam-
mlung liefert die Berliner Papyrusdatenbank (BerlPap):
https://berlpap.smb.museum

Adresse des Autors


Marius Gerhardt
Wissenschaftl. Mitarbeiter
Kurator der griechisch-lateinischen Abteilung
der Papyrussammlung
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Geschwister-Scholl-Str. 6
D-100117 Berlin

Bildnachweis
Abb. 1: © Staatliche Museen zu Berlin – Ägyptisches
Museum und Papyrussammlung, Foto: Sandra Steiß;
2–5: © Staatliche Museen zu Berlin – Ägyptisches
Museum und Papyrussammlung, Scan: Berliner Papyrus-
datenbank.

Literatur
A. BÉLIS, Un «Ajax» et deux Timothée, in: REG 111
(1998) 74–100.
A. BÉLIS, Le «Péan de Berlin»: une relecture, in: REG 116
(2003) 537–558.
E. PÖHLMANN / M. L. WEST, Documents of Ancient
Greek Music. The extant melodies and fragments edited
and transcribed with commentary (2001).
W. SCHUBART, Ein griechischer Papyrus mit Noten, Abb. 5 Brief über die Ausgabe von Wein aus dem 4. oder 5. Jh. n. Chr. In ihm bittet ein
in: SPAW 36 (1918) 763–768. Daniel den Beamten Kolluthos, Wein an die Auleten zu übergeben den eine dritte Person,
Isak, beim Dorfältesten hinterlegt hat. Wie so häufig bei Briefen, bleibt uns der genaue
M. L. WEST, Ancient Greek Music (1992).
Kontext unklar, da für die Korrespondenten genauere Angaben unnötig waren. Eine An-
stellung dieser Auleten für eine Festlichkeit ist aber durchaus vorstellbar (P 21770).

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ANTIKE WELT 1/20
DREITAUSEND JAHRE IM DIENST DER TRADITION
Musik und Musiker im alten Orient

Anders als im antiken Griechenland waren die Musiker Mesopotamiens keine umjubelten
«Stars». In den uns erhaltenen Texten wurden sie nie für die Qualität ihrer Stimme
oder die Virtuosität ihres Spiels gerühmt. Sie gewannen keine Wettbewerbe und es war
ihnen versagt, durch ihre Individualität, durch die ihnen eigene, unvergleichbare Kunst
Ruhm zu erwerben. Im Gegenteil – das Weiterführen uralter Traditionen war ihr höchstes
Anliegen und Lebenszweck und diesen erfüllten sie äußerst erfolgreich. So waren viele
der Musikschaffenden des Orients hoch angesehene Spezialisten, die von den Königen ihrer
Zeit mit Ländereien und regelmäßigen Einkünften versehen wurden. Auch die Instru-
mente auf denen sie spielten, waren wahre, mit wertvollen Applikationen versehene,
Schmuckstücke. Deren materieller Wert spiegelte das Ansehen wider, das ihre Kunst genoss.

von Nele Ziegler

I n ihrer relativen Anonymität waren


die orientalischen Musiker nicht al-
lein: auch die anderen Künstler, Ma-
ler, Goldschmiede, Steinmetze, denen
wir die wunderbaren Kunstschätze
verdanken, die im Pergamonmuseum,
im British Museum, im Louvre und in
vielen anderen Sammlungen bewun-
Abb. 1 dert werden können, arbeiteten ohne
Die Obermusiker
waren hohe Beamte ihre Signatur zu hinterlassen (Abb. 1.
des Königs und 2). Und ebenso nennen auch die meis-
standen den Provinz-
gouverneuren ten literarischen Werke Mesopotami-
und Ministern im ens keinen Autor. Im alten Orient war
Rang nicht nach. Der es nur ganz wenigen Menschen vor-
«erhabene Musiker»
des Königs Iblul-Il behalten, sich für ihre Kunst zu rüh-
von Mari (24. Jh. v. Chr.) men – nämlich Königen und eventuell
konnte sein mit In-
schrift versehenes ihren nahestehenden Verwandten.
Abbild einem Tempel
stiften. Der auf einem
geflochtenen Hocker
Ein König als Musiker
sitzende Musiker hielt Der einzige Text, in dem sich ein Mu-
wohl ursprünglich sikschaffender wortreich seiner Kunst
ein Saiteninstrument
in seinen Händen. rühmt, wird einem König in den Mund
Die Statuette wurde gelegt. In mehreren Hymnen lässt
wegen des Torsos und König Schulgi von Ur (2092−2045
der Frisur zuweilen
für eine Frau gehalten, v. Chr.) auf sich selbst sein Lob singen.
ist aber eindeutig ein Und der älteste Autor der Welt war
Mann (Kalkstein,
20 cm. Nationalmu- eine Frau: Prinzessin Encheduanna,
seum Damaskus). eine Tochter des Königs von Akkade

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

Abb. 2 In den Königsgräbern von Ur (ca. 25. Jh. v. Chr.) wurden zahlreiche verzierte, wertvolle Instrumente zutage gefördert, ebenso wie die hier abge-
bildete sog. Ur-Standarte. Sie zeigt auf der anderen Seite einen erfolgreichen Kriegszug, und auf der hier abgebildeten Seite die Vorbereitungen
zu einem Festmahl. In der obersten Reihe sitzen der Herrscher und hohe Würdenträger. Rechts davon steht ein Leierspieler, der, von einem Sänger be-
gleitet, das königliche Bankett animiert (Brit. Museum, BM 121201).

(ca. 23. Jh. v. Chr.) und Priesterin des mit den drei Saiten und dem Schall- ter Begleiter.» (Schulgihymne B, Z.
Mondgottes von Ur, wird als Verfas- kasten der Musik weiß ich zu zupfen. 154−174, Übersetzung nach Krispijn
serin mehrerer Gesänge genannt. Bei Ich zupfe die Leier aus Mari, die das 2002; Abb. 3).
beiden gibt es Fragen nach der Reali- Haus schweigen läßt. Ich kenne die Wenn diese Selbstdarstellung auch
tät der ihnen zugeschriebenen Künste Fingertechnik der Algar-Harfe, des übertrieben sein mag, gibt Schulgi in
und Werke, aber für beide galt ein ge- Instruments aus Sabum, königliches diesem Text einen Einblick in die Fer-
wisser Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Erzeugnis. Die Leier des Urzababa, tigkeiten, die von einem Musiker er-
König Schulgi war nicht nur der beste die Charchar-Leier und die anatoli- wartet wurden, nennt eine Vielzahl
Musiker seiner Zeit, sondern auch ein sche Leier, die Löwenlaute und die von Instrumenten und Liedtypen, de-
hervorragender Schreiber, exzellenter Laute ‹Pfahl des Schiffers› lasse ich ren Spiel gewiss Noblesse besaß. Ein
Mathematiker, großartiger Sportler wie Feuer Lärm machen. Wie ein Mu- spezialisierter Musiker musste sol-
und vieles andere mehr. Im Folgenden siker mit geschickten Händen eine cherlei verschiedene Instrumente be-
berichtet der König von sich als viel- Laute, deren (Klang) man noch nie ge- herrschen und ein breites Repertoire
seitigen Instrumentisten: hört hat und die jemand mir gebracht an Liedern und Musikstücken kennen.
«Ich, Schulgi, König von Ur, verlegte hat, sobald ich sie spiele ist (mir) ihre Wie aber wurde dieses Wissen über-
mich auch auf die Musik. In nichts Spielweise bekannt. Wie (ein Instru- mittelt, erlangt und die Ausübung des
wurde ich dabei gehindert. Die Tiefe ment), das ich schon früher in mei- Berufs unterstützt?
und Breite der Tigi- und Adab-Kom- nen Händen hatte, kann ich sie han-
positionen, vollkommene Musik, kenne tieren. Wenn ich beim Stimmen (die Lehrer und Schüler
ich. Wenn ich mit der Gischurrak-Laute, Saiten) anspanne, entspanne oder fein Der Musikunterricht fand im Haus
die im Gedächtnis bleibt, mit den Wir- stimme, gleiten (die Saiten) mir nicht des Lehrers statt: Musiker unterrich-
beln hantiere, breche ich niemals ih- aus der Hand. Die Doppeloboe lasse teten ihre eigenen Kinder, aber auch
ren Arm. Ich habe die Schemata für ich niemals wie eine Hirtenflöte tönen, Schüler, die man ihnen anvertraut
das höher und tiefer Stimmen aufge- sondern ein Sumunscha-Lied zu spie- hatte. Der Unterricht erfolgte münd-
stellt. Auf der elfsaitigen Leier kenne len, oder ein Klagelied einzustimmen lich und richtete sich an eher kleine
ich die schöne Stimmung. Die Laute weiß ich wie deren selbständiger fes- Gruppen von Jungen oder Mädchen.

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DREITAuSEND JAhRE IM DIENST DER TRADITION – Musik und Musiker im alten Orient

Neben Fingertechnik und verschiede- ner Briefe, dass er die Kinder eines barte, dass Kinder, die von Handwer-
nen Stücken brachten die Musiker den gewissen Muchaddum unterrichtet kern bzw. Spezialisten adoptiert und
Kindern die reiche Fachsprache bei, habe: in deren Kunst unterrichtet worden
lehrten sie die Namen der verschie- «Muchaddum hat mir seine Söhne waren, nicht zu ihren leiblichen Eltern
denen Intervalle bei Harfe und Leier, überlassen und ich habe ihnen die zurück konnten – Muchaddum aber
die Stimmung der Saiten, um die ver- Musik beigebracht. Ich habe sie (wie wollte die seinen zurück. Im Brief
schiedenen Tonarten richtig spielen ein Schöpfergott) erschaffen und sie wird dem Vater sein undankbares,
zu können. Der Unterricht begann in großgezogen.» (FM IX 27) grobes Verhalten vorgehalten – die
der frühesten Kindheit. Ein Obermu- Der Kodex Hammurabi, der zur juristische Situation war aber unklar,
siker aus Mari erwähnt in einem sei- gleichen Zeit verfasst wurde, verlaut- lag hier ja keine regelrechte Adoption
vor. Um sich selbst gegen den Vorwurf
der Undankbarkeit zur Wehr zu set-
zen, schrieb ein anderer Kultsänger an
Abb. 3 Zahlreiche Tonplaketten v. a. aus der ersten Hälfte des 2. Jts. v. Chr. stellen Musiker dar:
hier die Abbildung eines Harfenisten. Die gewählte Kleidung und die sitzende Haltung spiegeln den seinen ehemaligen Lehrer im zentral-
angesehenen sozialen Status solcher Musiker wider (Louvre AO 12453). babylonischen Isin:
«Bezüglich dessen, was [du mir]
auf einer Tafel so [geschrieben hast]:
‹Ich habe dich zur Welt [gebracht], ich
habe dich großgezogen, auch habe ich
deinen Vater [versorgt]!› ‹Du schreibst
mir, als ob ich [nicht wüsste], dass du
mich zur Welt gebracht hast, dass du
mich großgezogen hast, und dass du
auch meinen Vater versorgt hast!›
Du hast mich großgezogen, hast mich
den Beruf eines Klagesängers gelehrt!»
(ABAW NF 143 641).
Leider bricht der Brief danach ab
und wir wissen nicht, welche Dankes-
bezeugungen der Klagesänger, der in-
zwischen das hohe Amt eines Galama-
chu erlangt hatte, seinem ehemaligen
Gönner zukommen ließ. Was wir aber
an beiden Briefen sehen können, ist,
dass ein enges, familienähnliches Ver-
hältnis zwischen Ausbilder und Schü-
lern bestand und dass die Kinder ihre
leibliche Familie offenbar hinter sich
ließen, um im Haus ihres Lehrers zu
leben.

Die Ausbildung
Die Dauer und Intensität der Ausbil-
dung, die Vergütung der Lehrenden
und sogar der Inhalt des Unterrichts
konnten in Lehrverträgen festgelegt
werden – für Musikschüler gibt es
nicht wenige solcher Texte. Auch ha-
ben wir die Bestätigung eines Leh-
rers, dass er die Unterrichtung ei-
nes blinden Mädchens übernommen

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

habe. Offensichtlich erhofften sich musikalische Leben in ihrer neuen


die Eltern, ihrem behinderten Kind Heimat durch die Spielweisen, Ge-
eine gesicherte Zukunft zu besche- sänge und Melodien, die sie andern-
ren, denn blinde Musikschaffende orts während ihrer Ausbildung ge-
waren auch in Mesopotamien beson- lernt hatten. Es kam auch vor, dass
ders hoch geschätzt. Doch nicht nur männliche Musiker zu Ausbildern
in den Häusern der Lehrenden fand reisten und in fernen Städten ihr Re-
Unterricht statt: Auch im königlichen pertoire erweiterten.
Palast lebten zahlreiche Musikerin-
nen und junge Mädchen, die in Mu- Materielle Versorgung der
sik unterwiesen oder perfektioniert Musiker
wurden. In den Rationenlisten wer- Sobald die Musiker gut ausgebildet
den Schülerinnen zuweilen sogar als waren, versuchten die Obermusiker,
«sehr jung» bezeichnet; es darf an- für sie eine feste Anstellung durch den
genommen werden, dass diese klei- König zu erwirken. Dies ist am besten
nen Schülerinnen Töchter der könig- für die altbabylonische Zeit (1. Hälfte
lichen Musikerinnen waren, die auch 2. Jt. v. Chr.) bezeugt, dürfte aber zu al-
Konkubinen sein konnten. Sie wur- len Zeiten ähnlich verlaufen sein. Der
den von Musikerinnen des Palasts arbeitgebende König teilte dem ange-
oder von Lehrern unterrichtet, die stellten Musiker Ländereien und Be-
Abb. 4 Der Brief des Obermusikers Warad-ili-
der Obermusiker ausgewählt hatte. sitzungen zu. Im Gegenzug musste schu an König Zimri-Lim von Mari aus dem
Die Ausbildung war für alle inten- dieser sich verpflichten, zu religiö- 18. Jh. v. Chr. handelt von Schülerinnen, die in-
tensiv ganztags unterrichtet wurden. Der Text
siv und das Musizieren eine ernstzu- sen und profanen Festlichkeiten zur FM IX 39, im Artikel zitiert, kann im Internet
nehmende Vollzeitbeschäftigung. Ein Verfügung zu stehen und außerdem eingesehen werden: www.archibab.fr/T6597.
Obermusiker aus Mari konnte den Kö- Schüler im Auftrag des Königs zu un-
nig Zimri-Lim über kriegsgefangene terrichten. Die Ländereien konnten
Musikerinnen informieren, die er un- in gesonderten Bezirken gelegen sein
terrichten ließ: und waren auch nicht in unbegrenzter derzeit noch schwierig, sich ein Bild
«Mein Herr hat mir wegen der Zahl vorhanden. Ein Text aus Mari er- von den verschiedenen Gesangstypen,
Musikerinnen geschrieben. Ihre Ar- wähnt die «Felder der Musiker», und Spielweisen etc. zu machen. Die
beit wird keineswegs vernachlässigt! auch für andere Berufsgruppen wis- Schulgi-Hymne haben wir ja eingangs
Die ganze Zeit, vom Morgen bis zur sen wir, dass ihre Ländereien in spezi- zitiert, was aber meint der Herrscher,
Abendmahlzeit verrichten sie in mei- ellen Gebieten lagen und zahlenmäßig wenn er sich rühmt die Tiefe und
ner Gegenwart ihre Arbeit! Für jede begrenzt waren. Dadurch erlangten Breite von Tigi- und Adab-Komposi-
Frau ist ein Lehrer zuständig. Sobald die Musiker eine materielle Absiche- tionen zu kennen, die er als «vollkom-
mein Herr zurückkommt, wird er ihre rung, die mit der unserer heutigen mene Musik» charakterisiert? Singend
Arbeit anhören.» (FM IX 39, s. Abb. 4). Beamten verglichen werden kann. vorgetragen wurden auch die vielen
Die Schüler spezialisierten sich im Sie waren dann Mitglieder der vom hunderten Hymnen und lyrischen
Lauf ihrer Ausbildung und bereiteten Obermusiker geleiteten Institution Texte, die uns auf Tontafeln häufig als
sich auf ihren zukünftigen Beruf vor, Mummu, die vielleicht als «Konserva- Schulübungen der Schreiber erhalten
die einen als Kultsänger (Kalu), an- torium» übersetzt werden kann, und geblieben sind, von den Sängern aber
dere als Instrumentisten oder Sänger schuldeten dem Obermusiker des Kö- wurden sie aus dem Gedächtnis vor-
(Naru). Frauen konnten nicht Kultsän- nigs Gehorsam. Im «Konservatorium» getragen und beherrscht. Ein Liedka-
gerinnen werden. Sie wurden nach ih- wurden nicht nur Gesänge geübt, Mu- talog, vielleicht aus dem frühen 1. Jt.
rer Ausbildung an fremde Königshöfe sikinstrumente erzeugt und repariert, v. Chr., ist in den Archiven der Stadt
geschickt und waren dort hoch ange- sondern auch Götterstatuen erneuert Aschur erhalten geblieben und lis-
sehene «Haremsdamen» oder wurden und von Kultsängern behutsam be- tet mehrere hundert akkadische und
seltener an hohe Beamte verschenkt treut (Abb. 5). sumerische Gesänge nach ihren Ein-
und lebten in deren großen Haushal- Das Repertoire, das in diesen Insti- gangsworten auf, nach Kategorien ge-
ten. In allen Fällen waren sie gut ver- tutionen weitergegeben wurde, war ge- ordnet und gibt die zu verwendenden
sorgt und bereicherten sicherlich das wiss sehr breit gefächert – es ist aber Modi an.

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ANTIKE WELT 1/20
DREITAuSEND JAhRE IM DIENST DER TRADITION – Musik und Musiker im alten Orient

Abb. 5
Schenkungsurkunde des Bel-
ibni, der u. a. die Funktion
eines Kultsängers der Is-
chtar von Uruk ausübte. Er
steht rechts gegenüber
dem babylonischen König
Marduk-zakir-schumi
(ca. 854–819 v. Chr.), der
ihm, wie die Inschrift
festhält, Ländereien, meh-
rere Häuser und Tiergehege
in der Umgebung von Uruk
sowie eine kleine Wohnung
in der Innenstadt in Tem-
pelnähe zugesprochen hatte
(Louvre AO 6684).

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

Abb. 6 Nach einem militärischen Sieg des assyrischen Königs Assurbanipal (668−627 v. Chr.) zog die Bevölkerung heraus, um den Sieger um Gnade zu
bitten. Das Relief aus dem Südwest-Palast in Ninive ist eine besonders wertvolle Quelle zur Musikpraxis: Das Spiel mehrerer Harfen, aber auch einer
Doppeloboe und einer Trommel begleiteten die Prozession von Männern, Frauen und Kindern. Dargestellt werden rhythmisches Händeklatschen und
betontes Auftreten. Eine Frau legt ihre Hand an den Hals, wohl um ein Vibrato zu erzeugen (British Museum BM 124802,c).

Das Leben der anderen legenheiten Spektakel. Von den ge- diese Weise jegliche Zornesäußerung
Wie oben bemerkt, waren die Lände- lehrten, in sumerischen Gesängen und der Gottheit verhindern zu können,
reien der Musiker quantitativ begrenzt, im Spiel der verschiedensten Instru- durch die die Welt sonst leicht aus den
und so waren es auch die gleichzeitig mente versierten Musikern und Kult- Fugen geraten könnte. Mit ihrer Tätig-
in einer Hauptstadt wirkenden Sän- sängern wurden sie aber wenig ge- keit trugen die Musiker so aktiv zum
ger und Instrumentisten. Neben den schätzt (Abb. 6). Erhalt ihrer Welt bei.
«verbeamteten Musikern» gab es auch Während der drei Jahrtausende der
Musiktreibende ohne feste, königliche mesopotamischen Geschichte waren
Anstellung, die auf eigene Faust ver- Musiker wichtige Kulturträger und
suchen mussten, ein Überleben zu die von ihnen ausgeübte Kunst diente Adresse der Autorin
finden: Darunter waren vielleicht die keineswegs der reinen Zerstreuung Dr. Nele Ziegler
UMR 7192 (CNRS)
sog. Aluzinnu, die oft mit «Spaßma- und dem bloßen Gefallen des Publi- 39 avenue d‘Alembert
F-92160 Antony
cher, Gaukler» übersetzt werden, denn kums. Sänger und v. a. die schon er-
oft verdienten sie sich ihren Unterhalt wähnten Kultsänger Kalu waren es, Bildnachweis
mit Schaustellerei. Ein Text aus Assy- die in den Tempeln sumerische Hym- Abb. 1–3. 5: akg-images / Erich Lessing; 4: Photo mit
freundlicher Genehmigung der Equipe de Mari, uMR
rien gibt Einblick in ihren teils grob- nen vortrugen, altehrwürdige Lieder 7192, Paris; 6: bpk / The Trustees of the British Museum.
schlächtigen Humor. Andere Aluzinnu in der seit dem Ende des 3. Jts. v. Chr.
besaßen Gaststätten und wieder an- toten Kultsprache. Sie brachten so Literatur
dere mussten ihren Unterhalt durch uraltes Kulturgut durch die Jahrtau- T. J.h. Krispijn, Musik in Keilschrift. Beiträge zur altorien-
talischen Musikforschung 2, in: E. hickmann / A.D.
Bauarbeiten oder andere Dienstleis- sende, Lieder deren Kenntnis und ge- Kilmer / R. Eichmann (hrsg.), Orient Archäologie Band
10, Studien zur Musikarchäologie III (2002) 465−479.
tungen verdienen. Zu den Musikern lungener Vortrag als außerordent-
D. Shehata, Musiker und ihr vokales Repertoire. unter-
gehörten entfernt auch noch die akro- lich wichtig eingeschätzt wurden. suchungen zu Inhalt und Organisation von Musiker-
berufen und Liedgattungen in altbabylonischer Zeit, Göt-
batischen Tänzer Chuppu, die seit dem Die in einem besonders weich tönen- tinger Beiträge zum Alten Orient 3 (2009).
3. Jt. v. Chr. in Nordmesopotamien und den, sog. Frauendialekt gesungenen N. Ziegler, Les Musiciens et la musique d’après les archi-
Syrien bezeugt sind. Sie waren offen- Hymnen sollten die Gottheit beruhi- ves de Mari, Florilegium Marianum 9 (Paris 2007). Die
veröffentlichten Texte sind frei zugänglich auf dem Inter-
sichtlich populär, erhielten Geschenke gen und auf ihre Stimmung positi- netportal www.archibab.fr.

und veranstalteten bei kultischen Ge- ven Einfluss ausüben. Man glaubte auf

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ANTIKE WELT 1/20
KÜNSTLERWANDERUNGEN RUND UM
DAS ÄGÄISCHE MEER
Musikalische Beziehungen zwischen Delphi und Kleinasien

Am Nabel der Welt fanden die wichtigsten Musikagone der Antike statt. Zahlreiche Musiker
vom griechischen Festland sowie von den Inseln und den Kolonien nahmen an diesen
musischen Wettkämpfen in Delphi teil. Jeder Musiker wollte im Heiligtum von Apollon Pythios
den ersten Platz gewinnen, der durch einen Lorbeerkranz belohnt wurde. Mit der Aus­
dehnung der griechischen Kultur nach Osten trafen auch die Musik der Griechen, ihre Instru­
mente und ihre Ästhetik die orientalischen Kulturen.

Abb. 1 Attisch-schwarzfigurige Amphora, Musikwettkampf: Kitharaspieler zwischen zwei Hahnen- von Sylvain Perrot
säulen, ca. 520 v. Chr., Château-Musée de Boulogne-sur-Mer, Inv.-Nr.: 9.

D er Ursprung dieser Agone geht


vage zurück bis in die mythische
Zeit, aber in den Jahren 590 bis 582
v. Chr. gab es eine Reorganisation, de-
ren Grundzüge wohlbekannt sind. Im
Jahre 582 v. Chr. hat die delphische
Amphiktyonie (der Stadtbund, der sich
um die Verwaltung des Heiligtums und
der Feste kümmert) beschlossen, dass
die Sieger bei den Pythien – den Del-
phischen Wettkämpfen ‒ einen Lor-
beerkranz bekommen sollten und dass
das Festival jedes fünfte Jahr im delphi-
schen Monat Boukatios (Ende August)
stattfinden sollte: zu Ehren von Apol-
lon, der am 7. Boukatios geboren sein
soll. Das Ende der pythischen Agone
tritt mit Theodosius‘ Edikt im Jahre 391
n. Chr. ein, als heidnische Kulte verbo-
ten wurden. Nach mehr als zehn Jahr-
hunderten endet die delphische Musik-
geschichte, von der wir heute – dank
zahlreicher Autoren und Urkunden –
viele Aspekte kennen. Ebenso verfü-
gen wir über musische Darstellungen
auf Vasen, Reliefs, Stein- und Bronze-
plastiken oder Münzen (Abb. 1). Und
schließlich sind wichtige Ruinen vom
Theater erhalten sowie ein paar Musik-
instrumente und Fragmente (Wind-,
Streich- sowie Schlaginstrumente).

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ANTIKE WELT 1/20 ü
TITELTHEMA

Abb. 2 Attisch-rotfiguriger Krater, Musikwettkampf: der Aulosspieler tritt vor die Richter, ca. 515−510 v. Chr. (Euphronios), Musée du Louvre,
Inv.-Nr.: G 103.

Der Ursprung der pythischen Doch was genau die griechische Mu- nos behauptet in seinem ersten Buch
Agone sik von der orientalischen Musik ge- über Musik, dass Olympos als erster
Um einen Überblick zur griechischen erbt hat, ist eine noch stark debattierte für Python ein in lydischer Harmo-
Musikgeschichte zu erhalten, werden Frage. Es besteht kein Zweifel darüber, nie komponiertes Klagelied mit Aulos
im Folgenden besonders die Bezie- dass es Kontakte mit dem anatolischen gespielt hat.» Python ist der schreck-
hungen zwischen Delphi und den Städ- Hochplateau und dem «Morgenland» liche Drache, der über das Heiligtum
ten Kleinasiens besprochen, da wir gegeben hat, wie es beispielsweise in der Muttergöttin in Delphi wachte.
dadurch die Austauschprozesse zwi- der Terminologie der Harmonien zu Um über Delphi zu herrschen, musste
schen dem Zentrum und der Periphe- erkennen ist. So scheinen im Besonde- Apollon den Drachen töten und je-
rie besser verstehen. Darüber hinaus ren phrygische Melodien die Griechen des Jahr von den Hyperboreern gerei-
handelt es sich nicht nur um Künst- beeinflusst zu haben. Demnach ist auch nigt werden. Durch die Reinigung war
lerwanderungen, sondern auch um die Geschichte der Musik in Delphi Apollon drei Monate vom Heiligtum
politische und sozioökonomische He- mit der berühmten phrygischen Figur abwesend, was auch zu hören war:
rausforderungen, besonders im Helle- Olympos verbunden, dem die Erfin- Denn in dieser Zeit hörte man in Del-
nismus. Da die Beziehungen zwischen dung des Aulos – ein Blasinstrument – phi Dithyramben – ein Hymnus zu Eh-
Delphi und Kleinasien von der archai- zugeschrieben wird (Abb. 2). ren des Gottes Dionysos –, weil dieser
schen Epoche bis zur Kaiserzeit gut In dem Plutarch zugewiesenen Trak- die Vertretung für Apollon übernahm.
belegt sind, lässt sich daraus auch ab- tat Über die Musik (1136c) schreibt In den neun übrigen Monaten wurde
lesen, wie eng die delphische Musik- der Autor: «Plato verschiebt die lydi- der Paian, der traditionelle Hymnus
geschichte mit den anderen griechi- sche Harmonie, denn sie ist scharf und an Apollon und seinen Sohn Asklepios,
schen Städten verbunden ist. dem Klagelied geeignet (…) Aristoxe- gesungen. Außerdem wurde Olympos

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ANTIKE WELT 1/20
KüNStLerWANDerUNGeN rUND UM DAS ÄGÄIScHe Meer – Musikalische Beziehungen zwischen Delphi und Kleinasien

Das delphische Orakel und die


«isopythischen» Agone
Apollon Pythios ist ein mächtiger Gott,
den drei Kompetenzen auszeichnen:
Er ist Bogenschütze, Kitharöde und
Wahrsager zugleich (Abb. 3). Auf ei-
ner von der Amphiktyonie um 336
v. Chr. geprägten Silbermünze kann
man z. B. den Gott Apollon mit den ty-
pischen delphischen Symbolen erken-
nen: Lorbeerbaum und -kranz, Ompha-
los (Kultstein), Dreifuß und Kithara
(Saiteninstrument; Abb. 4). Die Musik
und die Mantik sind also eng verbun-
den, so dass die Pythia, Apollons weis-
sagende Priesterin, die Orakel in epi-
schen Versen formulieren sollte.
Delphi war für das Orakel weltbe-
kannt, und normalerweise mussten
alle Griechen, die eine Stadt gründen
Abb. 3 Attisches Votivrelief mit Libationsszene: Apollo hält die Kithara und eine Phiale, in die
Artemis ein Trankopfer gießt; mit delphischen Symbolen (Omphalos und zwei Adlern), 4. Jh. v. Chr., wollten, sich von der Pythia beraten
Museum von Sparta, Inv.-Nr. 468. lassen. Paradoxerweise haben die Del-
pher selbst fast keine Tochterstadt
(apoikia) gegründet. Die einzige Aus-
nahme war laut Aristoteles (Commen-
mit Marsyas, dem phrygischen Satyr, dem leider nichts außer Pausanias‘ taria, 173 f.) Magnesia am Mäander,
auf einer Wandmalerei in der Lesche Beschreibung (X, 25−31) erhalten ist, die um 530 v. Chr. gegründet worden
der Knider dargestellt. Dieses von Po- zeigte die Zerstörung von Troja (Iliou- ist. Die Stadt wurde von den Persern
lygnotos aus Thasos in der Mitte des persis) und die Unterwelt (Nekyia). Auf erobert und zerstört und neben dem
5. Jhs. v. Chr. erstellte Gemälde, von dem Gemälde befinden sich viele my- Heiligtum der Artemis wieder aufge-
thische Figuren, wie die Musiker Or- baut. Im Jahre 207 v. Chr. wurden dort
pheus, Thamyras und eben Olympos, zum ersten Mal Agone organisiert, die
der Marsyas das Aulosspiel beibringt. die Pythien nachahmen sollten. Des-
Abb. 4 Silberstater von der delphischen Am-
phiktyonie, AMΦI-KTIO-NΩN. Apollon Pythios Olympos‘ Trauerlied kann als Vor- wegen spricht man von «isopythi-
in langem Gewand auf Omphalos sitzend n. l., fahr des «pythischen Nomos» betrach- schen» Wettkämpfen: Das Programm
an der linken Schulter lehnt ein Lorbeerast, der
rechte Arm stützt sich auf eine Kithara, links tet werden, eines Stückes, das jeder war jedoch nicht genau dasselbe, aber
Dreifuß, 337−336 v. Chr. Musiker bei den Agonen komponie- der Sieg und die Ehren waren so hoch-
ren und spielen musste. Mit dem Na- geschätzt wie in Delphi. Diese Agone
men «Nomos» (im musikalischen Sinn) waren der Göttin Artemis Leuko-
ging eine Komposition mit einem be- phryne gewidmet (daher der Name
stimmten narrativen Inhalt einher: In «Leukophryneia»). Eine Inschrift (Ma-
Delphi handelte es sich dabei um die gnesia 6 McCabe) zeigt, dass die Ma-
Ankunft Apollons, die Entdeckung des gneten eine enge Beziehung mit Del-
Drachens, den Kampf der beiden Kon- phi hatten. Deutlich wird dies, als sich
trahenten und schließlich den Tod des die Stadtbehörden u. a. auf den Sieg
Ungeheuers. Der «pythische Nomos» eines böotischen Kitharöden bei den
ist eine erweiterte Fassung von Olym- Pythien des vorigen Jahres beziehen,
pos‘ Klagelied, bei dem erkennbar ist, um dieses Dokument zu datieren. Am
dass die Amphikytonen es lieber hat- Anfang dieser Inschrift (221 v. Chr.)
ten, Apollons Sieg zu feiern als Pythons findet man eine Epiphanie der Göttin,
Tod zu beklagen. worauf die Magneten nach Delphi ge-

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

Abb. 5 Das Theater von Delphi, 2. Jh. v. Chr.

fahren sind, um das Orakel nach der 245 v. Chr. organisierten die Aitoler schen technitai» versammelten Künst-
Bedeutung dieser Erscheinung zu fra- die ersten isopythischen Soteria, de- ler aus jeder großen Region: Athen,
gen. Dem Spruch entnahmen sie, dass ren Sieger zum Teil durch inschriftli- Isthmus und Nemea (d. h. Peloponnes
auch sie Agone organisieren sollten. che Listen bekannt sind. Unter ihnen und Mittelgriechenland), Ionien und
Im Jahre 208 v. Chr. schickten sie Bot- findet man mehrere Künstler, die aus Hellespont sowie Ägypten. Obwohl
schaften in alle griechischen Städte, Kleinasien stammten: einen Kithara- die in Delphi aktivsten technitai vom
um diese einzuladen, die Agone als spieler aus Ephesos, einen Sänger der griechischen Festland kamen, spielten
isopythisch anzuerkennen und an ih- Tragödie aus Halikarnassos und ei- auch die technitai aus Kleinasien eine
nen teilzunehmen; die Antworten nen Kitharöden aus Smyrna. Schon an gewisse Rolle in den delphischen Ago-
wurden aufgeschrieben und auf der den amphiktyonischen Soteria hatten nen, indem sie daran teilgenommen
Agora vorgelesen. Die Magneten woll- Künstler aus Kleinasien teilgenom- haben. Das wissen wir dank einem
ten so den Eindruck vermitteln, dass men: ein Kitharaspieler aus Myrina, Ehrendekret aus Delos für den Aulos-
der Auftrag für die Organisation der ein Rhapsode aus Sinope und zwei spieler Kraton aus Chalkedon (IG XI 4,
Agone von der Göttin selbst kam – of- Sänger der Tragödie aus Milet. Alle 1061), der Mitglied der Techniten von
fenbar ein propagandistisches Element. diese Städte sind alte oder sekundäre Ionien und Hellespont war und da-
Die Idee, isopythische Agone zu apoikiai (Sinope wurde von Milet ge- nach für die Attaliden in Pergamon
schaffen, kam von Delphi selbst, als gründet) und haben deswegen eine gearbeitet hat. Wahrscheinlich hat er
die Aitoler anfingen, das Heiligtum zu lange musikalische Tradition. zu ihrer Kulturpolitik beigetragen, die
kontrollieren. So haben sie sich ent- in Delphi deutlich wurde: Inschriften
schieden, die Soteria isopythisch zu Delphi, Pergamon und die Vereine (FD III 3, 237 und 239) erwähnen die
machen. Dieser Agon wurde nach der der dionysischen Künstler Bauarbeiten im Theater, die dank dem
Niederlage der Galater (279 v. Chr.) Im 3. Jh. v. Chr. fingen die Künstler an, Geld der Attaliden möglich waren. Wir
von den Amphiktyonen gegründet, um sich in Korporationen zu organisie- wissen leider nicht, ob die Attaliden
Apollon und Zeus zu danken. Um ren. Diese sog. «Vereine der dionysi- für den Theaterbau gesorgt haben, der

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ANTIKE WELT 1/20
KüNStLerWANDerUNGeN rUND UM DAS ÄGÄIScHe Meer – Musikalische Beziehungen zwischen Delphi und Kleinasien

Abb. 6 Das Theater von Aphrodisias von Karien, 1. Jh. v. Chr. −2. Jh. n. Chr.

Abb. 7 Das römische Odeion von Aphrodisias von Karien, 2. Jh. n. Chr.

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

am Ende des 3. oder am Anfang des Markos Aurelios (Ankyra). Zosimos, zikos) und Syrien (Antocheia). In der
2. Jhs. v. Chr. errichtet worden ist, aber Theodotos und Markos Aurelios wur- Stadt ist ein beeindruckendes Theater
sicher haben sie den Delphern gehol- den auch als Solisten («Pythaulai») (bis 15 000 Zuschauer; Abb. 6) zwi-
fen, es in den Jahren 160−157 v. Chr. mehrmals bekränzt. Bemerkenswert schen 38 und 28 v. Chr. errichtet wor-
zu reparieren (Abb. 5). Man kann sich ist, dass Antigenides denselben Na- den, das regelmäßig umgebaut wurde,
vorstellen, wie wichtig es für die Kö- men hat wie ein berühmter Aulosspie- sowie am Ende des 2. Jhs. n. Chr. ein
nige von Pergamon war, dass Künst- ler des 4. Jhs. v. Chr. aus Theben. Auch Odeon (ca. 1750 Zuschauer; Abb. 7).
ler aus Pergamon in den Pythien den wenn es unsicher ist, ist es vorstell- Zu dieser Zeit kennt man einen Kitha-
Kranz bekamen, umso mehr als die Ni- bar, dass er zu einer Künstlerfamilie röden von Aphrodisias, Tiberios Klau-
kephoria von Pergamon im Jahre 181 gehörte, und dass sein Vater von ihm dios Epigonos (IK Ephesos 1106), der
v. Chr. und die Athenaia Eumeneia von eine außergewöhnliche Karriere er- auch Bürger von Athen, Smyrna und
Smyrna nach 166 v. Chr. isopythisch wartete. Pergamon war. Er hat zweimal die
wurden. Jedoch ist uns nur ein Pythi- Tiberios Klaudios Kallimorphos, der Agone in Ephesos gewonnen und ein-
onike aus Pergamon bekannt, ein Ki- fünfte Choraules, ist durch ein in Aphro- mal in Delphi um 166 n. Chr.
tharöde der römischen Kaiserzeit. Im disias in Karien gefundenes Ehren-
Theater gab es nicht nur Agone, son- dekret (CIG 2812) vom frühen 2. Jh. Das Beispiel von Magnesia
dern auch Konzerte, bei denen die n. Chr. bekannt, in dem auch seine am Mäander
Zuschauer Instrumente hören konn- brillante Erfolgsbilanz beschrieben ist. Im Jahre 2011 haben Archäologen ne-
ten, die von den Agonen ausgeschlos- Da er vom Rat und Volk der Aphrodi- ben dem Theater von Magnesia am
sen waren, wie z. B. die Harfe oder die sier geehrt wird, ohne dass seine Hei- Mäander ein Grabmal mit dieser In-
Wasserorgel. mat erwähnt wird, kann man anneh- schrift ausgegraben: «(Grabmal) von
men, er sei aus Aphrodisias selbst. Tiberios Klaudios Metrodoros, dem
Die kleinasiatischen Pythioniken Die Inschrift sagt, dass er «für immer Choraules, dem Sieger bei den ge-
der Kaiserzeit Priester der Göttin Nike» war. Seine weihten (d. h. panhellenischen) Ago-
Einigen Urkunden zufolge wurden 15 zahlreichen Siege zeigen, wie begabt nen, dem Techniten des Vereins von
mit Kleinasien verbundene Künstler er war und wieviel er gereist ist: Fest- Ionien und Hellespont, dem Pythioni-
in Delphi bekränzt, unter denen sechs land (Delphi, Nikopolis, Argos), Klein- ken, Isthmioniken and Nemeoniken,
als choraulai bezeichnet werden, d. h. asien (Ephesos, Pergamon, Tarsus, Ky- der auch in all den übrigen berühmten
Aulosspieler, die mit einem singenden
Chor auf die Bühne treten. Dies ist be-
merkenswert, denn wir kennen insge-
samt sieben choraulai, die in Delphi Abb. 8 Inschrift auf einer Statuenbasis in Delphi, die den «choraules» Mousaios nennt, 1. Jh. n. Chr.
gewonnen haben; so hat man den Ein-
druck, dass die choraulai von Klein-
asien besonders begabt waren oder
zumindest, dass sie dank den kleinasi-
atischen Agonen gut trainiert waren.
Wenn man die Liste von allen bekann-
ten choraulai betrachtet, wird dieser
Eindruck untermauert. Der einzige Py-
thionike, der keinen direkten Zusam-
menhang mit Kleinasien hat, ist Tibe-
rios Skandilianos Zosimos aus Gortyn
(Kreta). Was die anderen betrifft: fünf
choraulai sind zweifellos am Ende des
1. oder im Laufe des 2. Jhs. n. Chr. in
Kleinasien geboren: Gaios Ioulios Eu-
daimon (Tarsus), Titos Ailios Aureli-
anos Theodotos (Nicomedia), Markos
Aurelios Glykonianos (Ephesos), An-
tigenides (Laodikeia am Lykos) und

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ANTIKE WELT 1/20
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Agonen von Asien, Lykien und Pam- und um zu reisen. Dazu dienten ihnen
Ausgewählte Studienreisen
von und mit Dr. Christoph Höllger phylien gesiegt hat und als Gymnasi- die Agone, bei denen sie Geld verdie-
arch der Älteren mit Eifer tätig war» nen konnten und von denen viele von
Reisen 2020 (SEG 63.960). Dieses Dokument stellt den kleinasiatischen Städten organi-
einen für uns neuen Pythioniken vor siert wurden. So gehört Delphi zu ei-
und zeigt, dass der Verein zu dieser nem Netz von Städten und Heiligtü-
Zeit noch aktiv war. Wir wissen leider mern, das einen starken kulturellen,
nicht, ob Metrodoros in Magnesia ge- politischen und ökonomischen Hin-
boren ist, aber es ist trotzdem wahr- tergrund hatte. In diesem Sinne war
scheinlich, da er zu dem regionalen Delphi das Schaufenster von allen die-
Verein gehörte: Vielleicht ist er in sei- sen Städten, die ihre Beziehungen zu
© S-F, shutterstock.com
ner Heimat gestorben und nicht auf Apollon Pythios zeigen wollten. Da-
dem Weg zu irgendeinem Wettkampf. für waren die Musiker ausgezeichnete
Reiseleiter Die Musik spielte in der hellenisti- Botschafter.
Dr. Christoph Höllger
studierte Sprachen, Geschichte schen Epoche eine große Rolle in Ma-
und Kunstgeschichte. Seit 1991 gnesia und dort wurden noch in der
führt er unsere Gäste durch Kaiserzeit ein Theater und ein Odeon
zahlreiche Länder der ganzen Welt und legt
dabei besonderen Wert auf eine gelungene aufgebaut. Außerdem soll man unter-
Kombination von Kultur und Natur. Mit seiner streichen, dass ein anderer chorau- Adresse des Autors
sympathischen und weltoffenen Art begeistert
les aus Magnesia bekannt ist, der im Dr. Sylvain Perrot
er durch sein profundes Wissen sowie seine CNRS – UMR 7044 Archimède
Fähigkeit, weitverzweigte Zusammenhänge späten 1. Jh. n. Chr. von den Delphern MISHA
anschaulich und spannend darzustellen. geehrt wurde, weil er eine kosten- 5, allée du Général rouvillois
F­67083 Strasbourg cedex
Sizilien – Insel im Meer des Lichts lose öffentliche Aufführung gegeben
Reisetermin: 14.04. – 22.04.2020 hat (FD III 3, 129; Abb. 8). Er trug ei- Bildnachweis
ab EUR 2.680,-- webcode 28255 nen verheißungsvollen Namen, denn Abb. 1. 2: akg­images / erich Lessing; 3: akg­images / 
jh­Lightbox_Ltd. / John Hios; 4: bpk / Münzkabinett,
Stolzes Kastilien – Burgen und Städte er hieß Mousaios, wie Orpheus‘ Sohn SMB / Ingrid Geske; 5. 8: Dr. Sylvain Perrot; 6: akg­ima­
der Iberischen Halbinsel ges / Andrea Jemolo; 7: akg­images / Gerard Degeorge.
(oder Schüler). Vielleicht ist er für die
Reisetermin: 03.05. – 11.05.2020
ab EUR 2.490,-- webcode 6488 Pythien nach Delphi gekommen, aber
Abkürzungen
anscheinend ist es ihm nicht gelun- CIG: corpus Inscriptionum Graecarum
Mitten im Herz des Balkans – Von Koso- FD: Fouilles de Delphes
vo über Albanien nach Montenegro gen, bekränzt zu werden. Dennoch hat IG: Inscriptiones Graecae
Reisetermin: 17.05. – 25.05.2020 er die Gelegenheit genutzt, sein musi- IK: Inschriften von Kleinasien
Syll.3: Sylloge inscriptionum Graecarum
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Gotland – Perle der Ostsee So wurde diese Inschrift zusätzlich
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spieler des frühen 2. Jhs. v. Chr. gefun- Kontext der hellenistischen Gesellschaft: Untersu­
chungen zur Geschichte, Organisation und Wirkung der
Die großen Kathedralen Englands den: Satyros aus Samos, der bei del- hellenistischen technitenvereine (2003).
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phischen Agonen bekränzt wurde und J.­F. BOMMeLAe / D. LArOcHe, Guide de Delphes², École
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Lyon und die Auvergne – O. BINGÖL, Magnesia am Mäander / Magnesia ad
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zwischen Rhône und Puy de Dome Maeandrum. Die Stadt von Artemis mit «weissen Augen­
Reisetermin: 10.07. – 20.07.2020 brauen» (2007).
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nella Grecia antica. 2. I Pythia di Delfi. testi e commenti
Die Bretagne – Die wildromantische Die Welt der griechischen Musiker war (2017).
Landzunge im Meer weltoffen. Sie waren ständig unter- S. eMerIt / H. GUIcHArD / V. JeAMMet u. a. (Hrsg.),
Reisetermin: 25.07. – 02.08.2020 Musiques ! Échos de l’Antiquité, Ausstellungskatalog
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kränzt zu werden, besonders in der G. NAcHterGAeL, Les Galates en Grèce et les Sôtéria
Kaiserzeit, als die Gier nach Rekor- de Delphes: recherches d’histoire et d’épigraphie hellé­
nistiques (1977).
den wuchs. Die größte Belohnung war J.­Y. StrASSer, «choraules et pythaules d’époque im­
zwar nach wie vor der Lorbeerkranz, périale. À propos d’inscriptions de Delphes», in: Bulletin
de correspondance Hellénique 126 (2002) 97−142.
Karawane Reisen GmbH & Co. KG · Schorndorfer Str. 149 dennoch muss im Hinterkopf behal-
71638 Ludwigsburg · Tel +49 (0) 7141 2848-20 r. WeIr, roman Delphi and its Pythian Games, BAr
studienreisen@karawane.de · www.karawane.de ten werden, dass die Künstler Geld International Series (2004).

brauchten, um Instrumente zu kaufen

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ü
ANTIKE WELT 1/20
KITHARA UND KLASSIZISMUS
Martin von Wagners Darstellungen antiker Musikinstrumente

Um griechisch-römische Mythen und Lebenswelten adäquat darzustellen, richteten klassi-


zistische Künstler ihren Blick auch auf antike Musikkulturen. Das Beispiel des Deutsch-
Römers Martin von Wagner macht deutlich, in welcher Form vor allem Saiteninstrumente
Eingang fanden. Seine Gemälde, Zeichnungen und Manuskripte erlauben vielfach Ein-
blicke in das Wissen um antike Musik und deren Rezeption im frühen 19. Jh.

von Carolin Goll tätig. Dass er darüber hinaus ein Le- eingehender erforscht (s. AW 5/19,
ben lang antike Themen zeichnete S. 62–66).

M artin von Wagner (1777–1858)


machte sich in erster Linie als
Kunstagent des Kronprinzen und spä-
und sich archäologisch betätigte, ist
kaum bekannt. Ca. 3300 Zeichnungen
von seiner Hand gelangten als Schen-
Antike Musik nimmt in Wagners
Schaffen zwar nicht unbedingt eine
übergeordnete Stellung ein. Da er sich
teren Königs von Bayern, Ludwig I., kung des Künstlers 1857 an die Uni- aber für beinahe alle Aspekte der an-
einen Namen. Ihm gelang der An- versität Würzburg und werden heute tiken Kunst- und Kulturgeschichte
kauf bedeutender Kunstwerke für die im dortigen Martin von Wagner Mu- interessierte, schenkte er auch grie-
Münchner Antikensammlungen, zu- seum bewahrt. Im Rahmen eines Pro- chischen und römischen Musikinstru-
dem war er als Maler und Bildhauer jekts werden sie derzeit erstmals menten große Aufmerksamkeit. Dies

Abb. 1
In der um 1810
entstandenen Ölskizze
tritt Orpheus mit sei-
ner Lyra vor Pluto und
Proserpina, die umge-
ben sind von allerlei
Figuren der Unterwelt.

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ANTIKE WELT 1/20
KithaRa unD KlaSSiZiSMuS – Martin von Wagners Darstellungen antiker Musikinstrumente

Abb. 2 Die wohl zu einem verlorenen Gemälde gehörige Kreidezeichnung zeigt Orpheus mit kurzer Tracht, phrygischer Mütze und einer 
großen Kithara.

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ANTIKE WELT 1/20
TITELTHEMA

legen nicht nur viele seiner Zeichnun- ist, wie sehr Wagner die Figur des Or- unbedingt von archäologischer Exakt-
gen offen, sondern auch seine umfas- pheus und dessen Saiteninstrument heit:  Wagner  stilisierte  etwa  die  zierli-
senden handschriftlichen Manuskripte, im Laufe des Werkprozesses verän- chen Ornamente an den Innenseiten der
die ebenfalls Teil seines Nachlasses im derte: Zu Beginn kniet Orpheus mit ei- Arme und ließ zugleich das Instrument
Martin von Wagner Museum sind. ner kleinen Lyra auf dem Boden und wie  «aus  einem  Guss»  wirken.  Im  Vor-
legt den Kopf in den Nacken. In einer dergrund steht also nicht die additive
Orpheus und der triumph Ölskizze steht er aufrecht und hält eine Bauweise der griechischen Kithara, son-
der Musik filigrane,  silberfarbene  Lyra,  die  eher  dern – ganz im Sinne des Klassizismus –
Bezeichnend ist, dass sich Wagner be- neuzeitlichen als antiken Darstellun- eine einheitliche, symmetrische Form.
reits früh mit der Figur des Orpheus gen  verpflichtet  ist  (Abb.  1).  Das  Mo-
beschäftigte, dem wohl bekanntesten numentalgemälde schließlich zeigte Eine Kithara wird gestimmt?
mythischen Sänger. Um 1810 erhielt er laut einer alten Beschreibung den Sän- Es stellt sich unweigerlich die Frage,
von König Max I. von Bayern den Auf- ger in der Tracht eines Thrakers – nicht wie viel Martin von Wagner über an-
trag  für  ein  monumentales  Gemälde:  zur Sprache kommt allerdings sein In- tike Musik wusste oder wissen konnte.
«Der  Gegenstand  war  Orpheus,  wel- strument. Dass dieses elementar um- Seine Notizen Über die Musik und
cher in der Unterwelt durch seinen gestaltet wurde, belegt eine Figuren- Tänze der Alten enthalten vorwie-
Gesang  den  Pluto  und  Proserpina  zu  studie (Abb. 2). Orpheus hält nun eine gend Exzerpte antiker Autoren, die sich
bewegen sucht, ihm seine geliebte Eu- massive Kithara mit einem lockeren über Tonarten sowie Materialien und
ridice wieder aus der Schattenwelt zu- Zierband und sieben Saiten, die er an- Verwendungsmöglichkeiten verschie-
rückzugeben. […] Es sollte nach meiner  dächtig zupft. Das Instrument betont dener Instrumente äußerten. Bau- und
Ansicht den Triumph der Musik vor- den Konzertcharakter des Vortrags Spielweise kommen kaum zur Sprache.
stellen.»  Das  nie  vollendete  Gemälde  und knüpft auf den ersten Blick an an- Obwohl Wagner sich während seiner
ging 1945 zugrunde, doch mehrere tike Kitharödendarstellungen an. Je- Aufenthalte  in  Rom  und  Griechenland 
Studien  geben  einen  Eindruck  der  fi- doch  zeugen  Gestaltungsdetails  und  auch mit antiker Alltagskultur ausein-
gurenreichen Komposition. Auffällig Handhabung des Instruments nicht andersetzte,  fertigte  er  nur  flüchtige 

Abb. 3
Die Zeichnung geht auf
ein Vasenbild mit der Dar-
stellung eines Kitharisten
zurück. Wagner kopierte es
aus dem damals weit
verbreiteten Stichwerk der
Sammlung William
Hamiltons.

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ANTIKE WELT 1/20
KithaRa unD KlaSSiZiSMuS – Martin von Wagners Darstellungen antiker Musikinstrumente

Abb. 4
Die Muse Klio inspi-
riert hier Homer durch
das «Stimmen» seiner
Kithara. Wagner schuf
insgesamt fast 700 Ent-
würfe zur «Ilias».

Skizzen von Musizierenden auf Reliefs Bild setzte. Eine solche Praxis ist we- wie lückenhaft die Kenntnisse über
und Vasenbildern an. der durch antike Darstellungen belegt Konstruktion und Spielweise antiker
Unter anderem kopierte er den da- noch musikarchäologisch wahrschein- Instrumente im frühen 19. Jh. waren.
mals hochberühmten Kelchkrater aus lich; einzelne Saiten konnten vielmehr
der Sammlung William Hamiltons durch die Wirbel am Joch gestimmt
(heute London, British Museum) mit werden. Womöglich deutete Wagner
der Darstellung eines siegreichen Kitha- die  Geste  der  Nike  auf  dem  oben  ge- Adresse der Autorin
Carolin Goll M.a.
risten (Abb. 3). Dabei vernachlässigte nannten Vasenbild, das damals als Apo- Martin von Wagner Museum der universität Würzburg
er musikarchäologische Details wie die theose Homers gedeutet wurde, dem- Residenzplatz 2 a
D-97070 Würzburg
x-förmigen Schnüre am Joch oder die entsprechend.
ornamentale  Gestaltung  der  Arme.  In  Bei Martin von Wagners Rezeption Bildnachweis
dieser vereinfachten Form taucht die antiker Musikinstrumente wirken die abb. 1: Foto: B. Wörz; 2–4: © Martin von Wagner
Museum der universität Würzburg.
Kithara in diversen von Wagner kom- Kenntnis griechisch-römischer Denk-
ponierten Szenen auf. Herausgegriffen mäler, Textstellen antiker Autoren und Literatur
sei eine Federzeichnung, die wohl den der Rückgriff auf klassizistische Bild- S. KuMMER / u. Sinn (hrsg.), Johann Martin von Wag-
ner. Künstler, Sammler, Mäzen. ausstellungskatalog
Auftakt eines Illustrationszyklus‘ zur motive zusammen. Obwohl ihm die Würzburg (2007).
Ilias bildet (Abb. 4). Die Muse Klio dreht Bandbreite antiker Instrumententypen M. KunZE (hrsg.), Wiedergeburt griechischer Götter
und helden. homer in der Kunst der Goethezeit. ausstel-
an dem runden Haltegriff am Jochende durchaus bewusst war, beschränkte er lungskatalog Stendal (1999).
von Homers Kithara, wobei sie selbst sich größtenteils auf Saiteninstrumente M. MaaS / J. M. SnYDER, Stringed instruments of
ein identisches Instrument hält. Laut wie die Kithara. Die Zeichnungen zeu- ancient Greece (1989) 53–78.

einer Notiz Wagners handelt es sich um gen einerseits von dem Versuch, sein t. MathiESEn, apollo’s lyre. Greek Music and
Music theory in antiquity and Middle ages (1999)
einen Stimmvorgang, den er in dieser antiquarisches  Wissen  einfließen  zu  258–263.

Art auch in anderen Zeichnungen ins lassen, andererseits belegen sie auch,

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KLEINFORMATIGE SPEKTAKEL
Circusgemmen in der Berliner Antikensammlung

A uf acht römischen Gemmen der


Berliner Antikensammlung ist
das Thema Wagenlenker und -ren-
nen im römischen Circus überliefert.
Diese winzigen Kunstwerke nehmen
den Betrachter noch heute mit in die
erhitzte Atmosphäre dieser Spekta-
kel. Meist geht der Blick des Betrach-
ters von der Vogelperspektive schräg
nach unten auf die Rennbahn, wo Ge-
spanne mit ihren Lenkern die mit Mo-
numenten bebaute Mittelbarriere, in
der Forschung häufig als spina bezeich-
net, in rasendem Tempo umfahren.
Hierzu zählen Gemmen wie FG 8486
(vgl. Abb. 7) und in schlichter Form
auch FG 8487 (Abb. 1). Hingegen
greift etwa die Gemme FG 7097 ein
Motiv der Säkularspielprägung des
Abb. 1 Roter Jaspis, SMB Antikensammlung, FG 8487, spätes 2. / frühes 3. Jh. n. Chr.
Septimius Severus 202/4 n. Chr. auf
(Abb. 2. 3). Neben solchen Motiven
finden sich auch siegreiche Fahrer wie
auf FG 8484 sowie einzigartige Bilder
wie auf FG 8485. Beide sollen im Fol- uns noch näher beschäftigen wird. So- das hinterste Pferd dreibeinig ist. Sie-
genden näher betrachtet werden. wohl Inschrift als auch Darstellung sind gerdarstellungen dieser Art existieren
flüchtig mit Flachperlzeigern geschnit- häufiger auf Gemmen – i. d. R. han-
Ein benannter Sieger? FG 8484 ten. Die geringe Sorgfalt des Gemmen- delt es sich um Viergespanne. So fin-
Die 0,75 x 0,60 cm kleine Gemme im schneiders zeigt sich deutlich an den det sich eine sehr ähnliche Darstellung
Flachperlstil des 2. Jhs. n. Chr. aus Vorderbeinen der Pferde: Zwar sind auf der Gemme FG 8686 (Abb. 5): Der
rotem Jaspis wurde modern in eine es acht, doch teilen sich die beiden siegreiche Wagenlenker ist mittels ei-
Ringfassung eingefügt (Abb. 4). Das vorderen Tiere drei Beine, während ner Inschrift, die ober- und unterhalb
Motiv zeigt im Original einen Wagen-
lenker in einer Quadriga nach links.
Die Pferde sind in vollem Lauf, der
Fahrer lehnt sich leicht zurück, hält
Die Rubrik «Museumsinsel Berlin» wird in enger Kooperation mit dem Verein Freunde der
in seiner nach hinten weggestreck- Antike auf der Museumsinsel Berlin e. V. veröffentlicht.
ten Hand einen Siegeskranz und mit
der anderen einen Palmzweig. Die Der Verein unterstützt die Berliner Die Mitglieder des Fördervereins er-
Antikensammlung sowie das Vor- halten neben kostenfreiem Eintritt
Lederschnürung (fasciae), die den derasiatische  Museum  Berlin  u. a.  in alle Häuser der Staatlichen Museen
Oberkörper bei einem Sturz schützen bei Neuerwerbungen, Veranstaltun- zu Berlin auch exklusive Einblicke
sollte, ist zwar grob, aber gut erkenn- gen, Restaurierungen und Ausstel- in die Tätigkeiten der Museen – u. a. 
lungen. Für Ihre Unterstützung hier- durch Vorträge, Werkstattgesprä-
bar angegeben, er trägt zudem ei- bei wären wir sehr dankbar! che und Führungen sowie Tages-
nen Helm. Oberhalb der Pferdeköpfe fahrten.
befindet sich die auf Ansicht im Ab- www.freunde-der-antike-berlin.de | info@freunde-der-antike-berlin.de
druck geschnittene Inschrift CAVV, die

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ANTIKE WELT 1/20
Neues aus der Antikensammlung

Abb. 2
Roter Karneol, 
SMB Antikensammlung, 
FG 7097, frühes 3. Jh. 
n. Chr.

von ihm verläuft, als Scorpianus be- Gerichtsdieners Abascantus, heute im des von ihm bevorzugten Gladiators
nannt; ein durchaus geläufiger Name Museo Lapidario in Urbino, mit Ab- Petraites abgebildet sehen möchte
unter Wagenlenkern. bildung des siegreichen Scorpus im (Petron. 71). Eine Anhängerschaft
Viergespann. Derartig präzisierte Dar- wird noch deutlicher, wenn man in
Fankult im Bild? stellungen werden wohl meist die An- Betracht zieht, dass Gemmenringe di-
Darstellungen benannter Sportstars hängerschaft der Besitzer bzw. Auf- rekt am Körper getragen und somit
sind in der römischen Kaiserzeit häu- traggeber bezeugen. Dies klingt bei unmittelbar dem Träger zugeordnet
fig: Beispiele sind etwa das Trierer Po- aller Beachtung des satirischen Cha- werden – dies umso mehr, da zumin-
lydus-Mosaik, die vor allem aus der rakters auch in der cena trimalchionis dest die Berliner Gemmen FG 8484
Schweiz und aus Frankreich bekannten durch, wenn Trimalchio erklärt, dass und FG 8686 als Siegelsteine genutzt
Circusbecher oder der Grabaltar des er auf seinem Grabmal die Kämpfe wurden.

CAVV: Begeisterung für Pferde oder 
ein unbekannter Römer?
Offenbar handelt es sich bei dem Kür-
zel CAVV auf FG 8484 nicht um einen
Fahrernamen. Zumindest lässt sich kein
Fahrer ausmachen, der einen solchen
oder ähnlichen Namen trug. Und auch
mit häufig anzutreffenden, auf die
Fahrer bezogenen Kürzel lassen sich
die Buchstaben nicht in Zusammen-
DUMMY
Abb. 3
hang bringen: Weder mit VA, welches
Denar, SMB Münzkabinett,  als vale oder vade aufzulösen ist, noch
18204463, 202–210 n. Chr.:  mit dem seltener auftretenden AV, das
Das Münzmotiv verweist 
auf Wagenrennen und  ave meint, ist CAVV schlüssig zu erklä-
Tierhetzen, die Septimius  ren. Die Position der Buchstaben über
Severus anlässlich der 
Säkularspiele 202 n. Chr. 
jeweils einem Pferdekopf könnte an-
veranstalten ließ. deuten, dass es sich um Namenskürzel

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ANTIKE WELT 1/20
MUSEUMSINSEL BERLIN

der Tiere handelt. Für jeden der Buch- manartig an den Ringträger weiter- darstellungen von Wagenrennen re-
staben auf der Gemme ließen sich Na- gibt. Für eine solche symbolische Nut- gelhaft mittig die Barriere ziert – so
men von Pferden anführen, wie schon zung der Darstellungen siegreicher auch auf der qualitätvolleren Berliner
ein rascher Blick in Toynbees Beasts Fahrer gibt es für die Kaiserzeit verein- Gemme FG 8486 (Abb. 7).
and their Names von 1948 zu bele- zelte Beispiele, mehr aber noch für die Mittelpunkt der Darstellung sind die
gen vermag; exemplarisch Castus, Ad- Spätantike. beiden auf engstem Raum arrangier-
metus, Victor und Vindex. Die Benen- ten Zehngespanne unter der Barriere,
nung von Pferden in Bildern ist nicht Ein einzigartiges Spektakel:  die von rechts nach links fahren. Von
selten, so findet sich auf dem bereits FG 8485 beiden Wagenlenkern sind nur die
erwähnten Grabaltar des Abascantus «Spina des Circus, zwei galoppierende Oberkörper sichtbar, die mittig hinter
nicht nur der Name des Fahrers, son- Zehngespanne in schräger Vorderan- den Pferden nach oben ragen. Das un-
dern auch die aller vier Pferde. sicht.» So nüchtern beschreibt Adolf tere Gespann scheint sich in ein nau­
Die Beischrift könnte aber auch als Furtwängler in seinem 1896 erschie- fragium, einen Unfall, zu verstricken:
abgekürzte Namensbeischrift des Be- nenen Kompendium Beschreibung der Das rechte Außenpferd überschlägt
sitzers der Gemme zu deuten sein, geschnittenen Steine im Antiquarium sich und ist auf dem Kopf liegend
so könnte das C etwa das Pränomen die 1,25 cm breite und 0,85 cm hohe dargestellt. Es handelt sich mit Blick
Gaius meinen. Besitzerinschriften auf Gemme FG 8485 aus rotem Jaspis auf naufragia in der kaiserzeitlichen
Gemmen sind häufig, ihr praktischer (Abb. 6). Die mit grobem Flachperl- Kunst um eine gänzlich undramati-
Nutzen liegt bei einem Siegel auf der zeiger und abgenutztem Zylinder ge- sche Visualisierung des Geschehens.
Hand: Sie markieren und kennzeich- schnittene Gemme des späten 2. oder Unfälle sind häufiger Bestandteil von
nen den Verfasser und Absender von frühen 3. Jhs. n. Chr. zeigt am oberen Renndarstellungen und finden meist
Schriftstücken. Ungeachtet der Lesart Rand die Mittelbarriere des Circus, im Umfeld der Wendemarken statt:
der Beischrift bleibt bestehen, dass um welche herum das Rennen führte. Diese waren auch in der Realität der
unser Ringträger mit einem siegrei- Rechts der Barriere sind Wendemar- Ort, an dem die meisten Unglücke ge-
chen Wagenlenker siegelt. Dies kann ken zu sehen, nahe denen sich das schahen, worauf in solchen Bildern
einerseits auf seine Vorliebe für Pfer- dargestellte Geschehen abspielt. Die verwiesen wird. Dass Renndarstellun-
derennen anspielen, andererseits aber Monumente auf der Barriere sind nur gen oft um Unfälle ergänzt sind, hängt
auch symbolisch zu verstehen sein: der geringfügig differenziert und nicht wohl besonders damit zusammen,
Sieger, der auf Gelingen und Erfolg näher bestimmbar. Eindeutig fehlt je- dass diese einer der Höhepunkte der
verweist und diese Eigenschaften talis- doch der Obelisk, der auf Gemmen- Rennen waren.

Abb. 4
Roter Jaspis, SMB 
Antikensammlung, 
FG 8484, 2. Jh. 
n. Chr.

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ANTIKE WELT 1/20
Neues aus der Antikensammlung

Abb. 5
Heliotrop, SMB Antiken-
sammlung, FG 8686, 
2. Jh. n. Chr.

Abb. 6
Roter Jaspis, SMB Antiken-
sammlung, FG 8485, spätes 
2. / frühes 3. Jh. n. Chr.

Abb. 7
Roter Jaspis, SMB Antiken-
sammlung, FG 8486, 
2. Jh. n. Chr.

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ANTIKE WELT 1/20
MUSEUMSINSEL BERLIN

Ohne Zweifel sind Wagenrennen ein gen mit solchen. Einen vagen Hinweis nen wurde die Anzahl der Gespann-
häufiges Motiv auf Gemmen, i. d. R. auf das Vorhandensein solcher Renn- pferde variiert: beispielsweise die im
handelt es sich um vier Viergespanne, formen liefert Sueton. In seiner Nero- Grabepigramm des Diocles erwähnten
vor einer mehr oder weniger ausge- Vita (24,2) berichtet er davon, dass Rennen mit Sechs- und Siebengespan-
stalteten Mittelbarriere (vgl. Abb. 1. 7). der Kaiser in einem seiner Gedichte nen. Die dargestellten Zehngespanne
Jenseits der Berliner Gemme existiert den pontischen König Mithridates kri- könnten als übersteigerter Hinweis auf
jedoch keine weitere Gemmendarstel- tisierte, dass er ein Zehngespann steu- ein solches Rennen gelten. Es ist gut
lung von Zehngespannen im Rennen. erte, nur um dann selbst in Olympia vorstellbar, dass ein Spielgeber im Rah-
Im Leidener Rijksmuseum van Oud- mit eben einem solchen Zehngespann men solch eines Spektakels auch Ringe
heden findet sich allerdings ein roter anzutreten. Sueton vergleicht die bei- verschenken ließ, gehörten Geschenke
Karneol mit Darstellung eines Zehnge- den Herrscher bewusst miteinander, an das Publikum doch durchaus zum
spannes, im Pariser Cabinet des Mé- um so Neros prinzipienlosen Charak- Ablauf von Spielen. Der Spielgeber
dailles befand sich eine Gemme mit ter zu verdeutlichen. Ob tatsächlich konnte so auf vielfältigste Weise seine
einem siegreichen Fahrer in einem ein Rennen mit Zehngespannen statt- besondere Großzügigkeit demonstrie-
20-Spänner. Grundsätzlich sind Dar- fand und Nero teilnahm, scheint somit ren. Da überdies mit dieser Gemme
stellungen von Gespannen mit zehn nicht ausgemacht. Mit Blick auf die li- wohl gesiegelt wurde, verbreitete sich
Pferden oder mehr ausgesprochen sel- terarische und epigraphische Über- das Motiv weiter und kam mehr und
ten. Aus Ostia stammen einige sog. Ku- lieferung lassen sich also Rennen mit mehr Menschen zu Augen. Eine Win-
chenformen des späten 2. / frühen Zehngespannen nicht einwandfrei be- win-Situation: Das Andenken an diese
3. Jhs. n. Chr. mit Abbildungen sieg- legen – es handelt sich offenbar um ei- Rennen wird nicht nur bewahrt, son-
reicher Fahrer in Zehngespannen. Die nen primär visuellen Topos. dern gesteigert und damit auch der
wenigen Vergleichsbeispiele weisen Ruhm des Ausrichters.
bereits auf die Ausnahmestellung der Das Geschenk eines Spielgebers?
Berliner Gemme. Die flüchtige Machart der Gemme
spricht dafür, dass ihr Träger nicht
Nero und Diocles: Zum Realitäts- der wohlhabenden Oberschicht an-
gehalt von Zehngespannen gehörte. Somit verweist das Bild nicht
Doch wie verhält es sich mit dem Rea- auf Spiele, die der Gemmenbesitzer Danksagung 
Für ihre Hilfe bei der stilistischen Bestimmung der Gemmen
litätsgehalt des Bildes? Hierzu hilft der veranstaltete und auf welche er visuell sowie für ihre inhaltlichen Ergänzungen möchte ich
Blick auf Grabinschriften stadtrömi- Bezug nimmt. Doch sollte ein Zusam- herzlich Dr. Carina Weiß, Würzburg, danken; für die Mög-
lichkeit mit diesem Aufsatz Berliner Objekte aus
scher Wagenlenker. Neben kleineren menhang mit der Veranstaltung von meiner Dissertation detaillierter vorzulegen Dr. Martin
Maischberger und PD Dr. Agnes Schwarzmaier, beide
Inschriften sind wenige überliefert, die Rennen nicht voreilig ausgeschlossen Antikensammlung Berlin.
in monumentaler Form Leben, Wirken werden. Als Bestandteil ihrer Amts-
und Erfolge der verstorbenen Fahrer tätigkeit mussten Angehörige der Eliten Adresse des Autors
ausbreiten, wie etwa die des Gaius Spiele ausrichten: Wagenrennen, Tier- Frederik Grosser, M. A.
Antikensammlung
Appuleius Diocles (CIL VI, 10048), ei- hetzen oder Gladiatorenaufführungen. Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Geschwister-Scholl-Str. 6
nes Fahrers des frühen 2. Jhs. n. Chr.: Die Übernahme der Spielgeberschaft D-10117 Berlin
Ihr zufolge fuhr er 4257 Rennen, ge- versprach dem Ausrichter eine will-
wann 1426 und erlangte 35 863 120 kommene Möglichkeit, sein Ansehen Bildnachweis 
Abb. 1. 4. 6. 7: © Staatliche Museen zu Berlin – Antiken-
Sesterzen an Preisgeldern. Seine lange zu steigern. Der Erfolg solcher prestige- sammlung, Foto: Johannes Laurentius; 2. 5: © Staatliche
und erfolgreiche Karriere machten ihn steigernder Spielausrichtungen hing Museen zu Berlin – Antikensammlung, Foto: Johannes
Kramer; 3: © Staatliche Museen zu Berlin – Münzkabinett,
zu einem Superstar – ein Status, den davon ab, was geboten wurde. Der Foto: Dirk Sonnenwald.
er auch durch ganz besondere Erfolge Versuch, die Spiele möglichst spek-
in der Inschrift weiter untermauert. Zu takulär zu gestalten, führte zu immer Literatur
C. WEISS / S. AUBRY, Gemmen mit Circusrennen.
diesen zählen die wenigen Siege mit neuen Sensationen: Bei Tierhetzen Neue Beobachtungen zu den Zählsystemen der spina
(septem, ova, delphini) und eine Preisinschrift auf
Sechs- und Siebengespannen, welche wurden besonders viele und für rö- die factio der prasini, in: NumAntCl 38 (2009) 227–258.
als herausragende Leistungen her- mische Augen kuriose Tiere aufgebo- W. LETZNER, Der römische Circus. Massenunterhaltung
vorgehoben werden. Weder in die- ten, Hinrichtungen verurteilter Straf- im römischen Reich (2009).

ser noch in anderen Grabinschriften täter und auch Straftäterinnen wurden G. HORSMANN, Die Wagenlenker der römischen
Kaiserzeit. Untersuchungen zu ihrer sozialen Stellung,
ist die Rede von Rennen mit Zehnge- in Form von Mytheninszenierungen Forschungen zur antiken Sklaverei 29 (1998).

spannen, geschweige denn von Erfol- durchgeführt und bei den Wagenren-

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PREISRÄTSEL
DER KLANG DER ANTIKE
Wie gut kennen Sie die Welt der Antike? Hier können Sie es unter
Beweis stellen … und gewinnen!

P R A U L O O S 1

L E S I O E R D 2

M I U S O E N N 3

T I P B Y R I A 4

K R O H M O S I 5

L I C H N O E S 6

A H Ö D Y P E N 7

C O O R R N U C 8

H A G O N E E M 9

N A O T M O S A 10

BEI RICHTIGER
Aus den vorgegebenen Buchstaben sind fünfbuchstabige Namen und Begriffe
EINSENDUNG WINKEN
zu bilden und in die rechte Spalte der Rätselfigur einzutragen.
WERTVOLLE PREISE:
1. Preis: Die jeweils überflüssigen Buchstaben sind im markierten Mittelfeld zu notieren
Replik eines Aulosspielers von der und benennen bei korrekter Lösung drei Musikformen der griechischen Antike.
Kykladeninsel Keros aus Spezialgips mit
Marmorsockel (Original: 2800–2300
v. Chr., Nationalmuseum Athen). Höhe:
23 cm, Gewicht: 1 kg. 6. Mythischer Musiklehrer des
1. Altgriechisches Blasinstrument
2.–5. Preis: mit doppeltem Rohrblatt; Herakles;
Vier Bücherpakete aus dem Verlags- 2. Antikes Zupfinstrument; 7. Bezeichnung für die Dichtersän-
programm Philipp von Zaberns im Wert 3. Schutzgöttinnen der Künste in der ger der homerischen Zeit (Pl.);
von je € 50,– (D).
Antike (Pl.); 8. Kreisförmig gebogenes Blasinstru-
6.–10. Preis: 4. Historisches Nationalinstrument ment der Etrusker und Römer;
Fünf Bücherpakete aus dem Verlags- der Römer; 9. Musische Wettkämpfe in der
programm Philipp von Zaberns im Wert 5. Antiker Umzug mit Gesang griechischen Antike (Pl.);
von je € 25,– (D).
und Musik nach geselligem Um- 10. Traditioneller Melodietyp der
trunk; griechischen Antike.

Einsendeschluss ist der 28. 01. 2020 AUFLÖSUNG UND GEWINNER DES PREIS­ ES HABEN GEWONNEN:
(Poststempel). Zur Einsendung Ihrer RÄTSELS IN ANTIKE WELT HEFT 6/2019 1. Preis: Ursula Hillmer (D-34130 Kassel).
Antwort senden Sie bitte eine Karte an Die Einzellösungen lauten: 2.–5. Preis: Elisabeth Baumann (CH-8055 Zürich);
wbg (Wissenschaftliche Buchgesell- 1. Qumran, 2. Ostrakon, 3. En Gedi, 4. Essener, Martin Hauschild (D-97072 Würzburg); Peter M.
5. Asphaltsee, 6. Apokryphen, 7. Sturzwasserland- Boettel (D-73035 Göppingen-Faurndau); Stephan
schaft), Redaktion ANTIKE WELT,
wirtschaft, 8. Jericho, 9. Dattelpalme. Rauscher (D-82131 Gauting).
Hindenburgstr. 40, D-64295 Darmstadt,
Gesamtlösung: M O S A I K K A R T E V O N M A D A B A 6.–10. Preis: Urs Güdel (CH-3423 Ersingen); Engin
oder eine E-Mail an redaktion@wbg-
Gök (D-50969 Köln); Dr. Gian A. Caduff (CH-7205
wissenverbindet.de. Das Lösungswort AUFLÖSUNG DES JUBILÄUMSRÄTSELS Zizers); Dr. Karl Günther (D-69118 Heidelberg);
wird im nächsten Heft bekanntgegeben. Die Einzellösungen lauten: Karoline Hess (D-78050 Villingen-Schwenningen).
Mitarbeiter des Verlages und deren Heft 1/2019: T; Heft 2/2019: U; Heft 3/2019: L;
Angehörige können nicht teilnehmen, Heft 4/2019: V; Heft 5/2019: O; Heft 6/2019: E. GEWINNERIN DES JUBILÄUMSRÄTSELS:
ebenso ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Gesamtlösung: V O L U T E Sylvia Keller (D-55246 Mainz-Kostheim).

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ANTIKE WELT 1/20
AUGMENTED REALITY IN DER KASSELER
ANTIKENSAMMLUNG
Eine App zeigt zusätzliche Exponate und digitale Inhalte

Seit September 2019 ergänzt und erläutert die digitale Applikation «MHK Antikensamm-
lung» einen wichtigen Abschnitt der Dauerausstellung der Antikensammlung im Schloss
Wilhelmshöhe Kassel. Im «Rom-Saal» sind dort die Erwerbungen des Landgrafen Friedrich II.
von Hessen-Kassel aus Italien im Jahr 1777 inszeniert. Durch Fördermittel des Landes
Hessen konnte ein innovatives Konzept zur Museumsvermittlung umgesetzt werden: Die
neue App zeigt zusätzliche Exponate und viele digitale Inhalte und ist kostenlos zum
Herunterladen in den bekannten App-Stores (iOS und Android) erhältlich.

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Kunst wurden vor allem in Rom getä- Eine zweite Lieferung ähnlichen Um-
m Jahr 2018 wurde im Schloss Wil- tigt (AW 2/2014, S. 79–83). Erst fünf fangs erfolgte im Sommer des folgen-
I helmshöhe «250 Jahre Antikensamm-
lung» als Titel einer Inszenierung ge-
Monate nach der Rückkehr des Land-
grafen, am 18. August 1777, erreich-
den Jahres. Die anschließende Präsen-
tation im Museum Fridericianum ab
wählt, um auf das große Jubiläum ten in Rom erworbene Antiken Kassel, 1779 und die schon 1777 beginnende
der Museumslandschaft Hessen Kassel
(MHK) im Jahre 2029 hinzuweisen, den
Jahrestag der Eröffnung des Museum
Fridericianum am 23. Mai 1779. Was
Abb. 1–3 Screenshots der virtuell ergänzten Ausstellung.
Landgraf Friedrich II. (1720–1785)
Abb. 1 Der «Kasseler Apoll» wird als virtuelles Exponat Teil der Ausstellung rund um die Italien-
dort an antiker Kunst präsentieren reise des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel. Das begleitende Video ist hier aufgerufen und
konnte, war aus verschiedenen Wur- erscheint als flaches Fenster im Raum neben der Skulptur.
zeln herangewachsen.
Erstmals ist die Entstehungsge-
schichte der Sammlung für die Mu-
seumsbesucher anschaulich gemacht
worden, beginnend mit der Italien-
reise (1700) von Friedrichs Großva-
ter Landgraf Carl. Auch Friedrichs Va-
ter Landgraf Wilhelm VIII. hatte 1750
und 1756 Sammlungen antiker und
pseudo-antiker Kunst erworben. Die
historisch größte Bedeutung jedoch
haben Friedrichs Ankäufe des Jahres
1777.

Schwerpunkt Sammlungs-
geschichte
Während ihrer Tour durch Italien be-
suchte die Reisegruppe um Landgraf
Friedrich II. zahlreiche Sehenswürdig-

41
ü
ANTIKE WELT 1/20
AugMEntED REALIty In DER KASSELER AntIKEnSAMMLung – Eine App zeigt zusätzliche Exponate und digitale Inhalte

wissenschaftliche Erforschung in der den konnte, war die reale Ausstellung Probleme der Gebäudestatik gelöst
«Altertümergesellschaft» zeichnen die zur Sammlungsgeschichte längst voll- werden, da mehrere Tonnen Stein auf
Kasseler Sammlung aus und begrün- ständig aufgebaut. Doch von Anfang engem Raum zu versammeln wären.
den ihren bis heute gültigen europäi- an war die Idee einer virtuellen Erwei- Möglichkeiten einer digitalen Präsen-
schen Rang. terung Teil der konzeptionellen Über- tation waren deshalb schon seit 2017
Die AR-App «MHK Antikensamm- legungen gewesen. Die Inszenierung in den Konzeptionsgesprächen ange-
lung» macht es möglich, im Kontext der Italienreise konnte nur dann wirk- dacht, aus Kostengründen aber verwor-
der Ausstellung zur Italienreise vir- lich eindrucksvoll gelingen, wenn den fen worden. Nur eine einfache Darstel-
tuelle Kopien von wichtigen Objekten Besuchern umfassend gezeigt würde, lung auf einem interaktiven Bildschirm
zu zeigen (Abb. 1–3). Insgesamt wer- welch reicher Schatz an Kunstgegen- wurde umgesetzt. Dank der Förderung
den den Besuchern im virtuellen Teil ständen damals erworben wurde. aus den Investitionsmitteln des Landes
der neuen Ausstellung Informationen Die dafür notwendigen Exponate sind Hessen konnten wir schließlich aus der
zu 25 Exponaten mit mehr als 80 Ver- aber in anderen Museumskontexten ge- konzeptionellen Not entkommen und
gleichsabbildungen sowie 22 Video- bunden: Das Vesuv-Gemälde Hackerts auf die Tugenden einer brandneuen di-
und Audiodateien von je ca. einer Mi- (vgl. Abb. 3 links) in der Gemäldegalerie gitalen Technik setzen (https://wissen-
nute Länge angeboten. Darin werden Alte Meister, Skulpturen Bartolomeo schaft.hessen.de; Pressemitteilung vom
aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse Cavaceppis (vgl. Abb. 3 Mitte) in den 10. September 2018).
zur Antikenbegeisterung im 18. Jh. historischen Räumen des Schlosses Partner auf Seiten der Programmie-
und den Kasseler Erwerbungen prä- und vor allem die neun antiken Mar- rung wurde dabei seit Januar 2019 die
sentiert. Dieser fachliche Inhalt ist morskulpturen im kunsthistorischen Osnabrücker Agentur «Die Etagen».
eingebettet in die innovative Techno- Teil der Antikenausstellung (vgl. Abb. 2 Eine intensive Zusammenarbeit ent-
logie der Augmented Reality (AR). links). Bei den letztgenannten Expona- wickelte sich zu Fragen rund um die
ten kommt hinzu, dass sie sich heute passende Ansprache der Besucher des
Von der Idee zur App nicht mehr in dem ergänzten Zustand Museums Schloss Wilhelmshöhe. Sie
Als nach Freigabe der Fördermittel im von 1777 befinden, sondern Kopf und  sollten möglichst unkompliziert zu An-
Frühjahr 2019 mit der Realisierung der Torso meist getrennt präsentiert sind. wendern der AR-Technologie werden.
digitalen Ausstellung begonnen wer- Nicht zuletzt müssten in der Realität Diese Arbeit am User-Interface der App
entpuppte sich als eine der beiden gro-
ßen Herausforderungen des Projektes.
Die zweite war es, sicherzustellen, dass
Abb. 2 Auf der Front des schwarzen Sockels mit der Büste des Landgrafen Friedrich II. erscheinen 
die virtuellen Buttons für Text, Video und Audio (hier aktiviert). Im Hintergrund ist die zweidimen- die komplizierte Technik in der Praxis
sionale grafische Darstellung einer Athleten-Skulptur zu sehen. stabil funktionierte.

technischer Hintergrund
Vor  Ort  in  der  Antikensammlung  fin-
det der Besucher einige Leihgeräte
mit der vorinstallierten App, die so-
fort einsatzbereit sind. Die dortige Bo-
denmarkierung, ein auffälliger klei-
ner Teppich mit dem Motiv «250 Jahre
Antikensammlung» (Abb. 4), wird mit-
hilfe der Geräte zum Schlüssel für den
virtuellen Teil der Ausstellung. Ent-
scheidend ist dabei, dass die Anwen-
dung den bei der Programmierung
hinterlegten Raum richtig erkennt.
Dies geschieht, indem die eingebaute
Kamera die Markierung und den Bo-
den ringsum scannt. Prinzipiell funk-
tioniert das alles auch auf dem ei-
genen Smartphone oder Tablet der

42
ü
ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Besucher (BYOD = Bring your own


device), derzeit aber nur mit neueren
iOS-Geräten.
Das Endgerät erkennt seine Posi-
tion im Raum und berechnet dazu
passend die Positionen der Exponate
im Raum. Wenn alles richtig erkannt
wurde, zeigt der Bildschirm den von
der Kamera erfassten realen Raum, er-
gänzt um die 14 virtuellen Exponate,
und auch die zusätzlichen Erläuterun-
gen zu den elf realen Exponaten (vgl.
Abb. 1–3). Es entsteht so die Illusion,
als befänden sich die virtuellen Ob-
jekte im Museumsraum. Man könnte
von einer begehbaren Fotomontage
sprechen. Ein erklärendes Video ist im
YouTube-Channel der MHK abrufbar.
Im praktischen Einsatz werden im-
Abb. 3 Gemälde «Ausbruch des Vesuv» als flaches virtuelles Exponat vor der in der Realität leeren 
mer  wieder  Modifikationen  an  dem  Wand. In der Mitte eine kleine Marmorskulptur ebenfalls als virtuelles Exponat. Der große Togatus
System vorgenommen, um das Tra- rechts ist ein reales Exponat, hat aber virtuelle Buttons erhalten, mit deren Hilfe Text und Video ab-
rufbar sind. 
cking weiter zu verbessern, das un-
auffällig im Hintergrund funktionie-
ren soll. Nur wenn gravierende Fehler
bei der Positionierung auftreten, soll «Kasseler Apoll» zum Mitnehmen Digitalisierung Einzug in den Muse-
der Anwender den Boden neu scan- Leider stehen diese umfangreichen umsbetrieb. Hier sollen abschließend
nen müssen. und datenintensiven Funktionen nach einige wenige Aspekte angesprochen
An  jedem  Exponat  befinden  sich  heutigem Stand der Technik nicht für werden.
nun virtuelle Buttons, die berührt wer- alle Endgeräte zur Verfügung. Um aber Die Darstellung aller Sachinformati-
den müssen, um zum illustrierten Text, zumindest einen kleinen Ausschnitt onen in digitaler Form hat den Vorteil,
zum Video oder zum Audio zu gelan- der Anwendung jedem Besitzer eines dass sich Ergänzungen schneller und
gen. Diese Dokumente erscheinen dann Smartphones zugänglich zu machen, kostengünstiger umsetzen lassen als
neben den Exponaten. Bis auf eine Aus- wurde eine eigenständige Präsenta- in gedruckten Medien und beim Bau
nahme können die antiken Skulpturen tion des «Kasseler Apoll» geschaffen. von Vitrinen. Auch sind fremdspra-
derzeit nur in zweidimensionalen Bil- Ein zunächst separat gestartetes chige Versionen unkompliziert reali-
dern angezeigt werden, da noch keine Projekt wurde hierfür in die Anwen- sierbar, was der globalen Verfügbarkeit
geeigneten 3D-Scans vorliegen (vgl. dung  integriert:  Mithilfe  jeder  grafi- der App gerecht wird. Es handelt sich
Abb.  2).  Hier  wurde  auf  grafische  Re- schen Darstellung des Projekt-Logos zudem um eine Werbemaßnahme für
produktionen aus einer französischen ist es möglich, einen 3D-Scan der an- die Museumslandschaft Hessen Kassel
Publikation zurückgegriffen (Landon, tiken Marmorskulptur auf dem Bild- und deren Antikensammlung, die the-
Annales du musée … 1810/1811). schirm erscheinen zu lassen. Das funk- oretisch drei Milliarden Smartphone-
Die AR-App ist hauptsächlich für die tioniert z. B. auch mit der Abbildung in  Nutzer erreichen kann.
Nutzung in der Ausstellung «250 Jahre diesem Artikel (vgl. Abb. 4). Das Logo Dieser Umstand kann zum Nachteil
Antikensammlung» eingerichtet. Sie kann auch direkt aus der Anwendung werden, wenn die Anwendung nicht
funktioniert eingeschränkt aber auch per E-Mail verschickt werden. wie gewünscht funktioniert. Man
außerhalb der Museumsräume. Dann macht sich mit dieser Technologie au-
zeigt die Anwendung eine kleine Aus- Medien des 21. Jahrhunderts ßerdem abhängig von den Interessen
stellung auf jeder beliebigen Boden- und ihre «user» globaler Konzerne und den Mechanis-
fläche.  Verfügbar  sind  hier  natürlich  Mit dem Einsatz der hier vorgestellten men des digitalen Marktes. Dieser ent-
nur die 14 virtuellen Exponate des Technologie halten alle aktuell dis- wickelt und verändert sich weiterhin
Projektes. kutierten Begleiterscheinungen der mit ungebremster Dynamik: Welches

43
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ANTIKE WELT 1/20
AugMEntED REALIty In DER KASSELER AntIKEnSAMMLung – Eine App zeigt zusätzliche Exponate und digitale Inhalte

hilft die neue Technologie dabei, die


Vermittlungsaufgabe des Museums
besser zu erfüllen? Während ihrer in-
zwischen viele Jahrzehnte langen Ge-
schichte in der Moderne stand die öf-
Abb. 4 fentliche Institution Museum stets
Wenn die App «MHK vielen unterschiedlichen Usern offen.
Antikensammlung»
auf Ihrem Gerät instal- Kernaufgabe aller Museen ist es, die
liert ist, erscheint der Zielgruppen zu kennen und diesen so-
«Kasseler Apoll», sobald wohl passende wie auch zeitgemäße
dieses Motiv innerhalb
der App von der Kamera Formen der Vermittlung anzubieten.
erfasst wird. Die Dar- So erprobt nun in Kassel die Klassi-
stellung kann mit der
typischen Fingergeste sche Antike die Augmented Reality.
vergrößert werden.

Adresse der Autoren


Update erfordert einen Relaunch? Wel- Gleichzeitig ist aber zu beobachten, Franziska Franke M.A.
Prof. Dr. Rüdiger Splitter
che Kosten entstehen für Hardware und dass viele Besucher sich nicht die Zeit Museumslandschaft Hessen Kassel
Software? Wie wird sich das Verhalten nehmen, das erklärende Video zur App Postfach 410 420
D-34066 Kassel
der User verändern? von 50 Sekunden anzusehen, sondern
Mit der letzten Frage soll noch ein- stattdessen gleich auf den erstbesten Bildnachweis
mal der reale Museumsbesucher in Button klicken, um zu sehen, was pas- Abb. 1–4: © Museumslandschaft Hessen Kassel.

den Mittelpunkt rücken. Denn die siert. Dieser allzu schnelle und sorg-
Literatur
ganze Technik wurde schließlich für lose Umgang mit der digitalen Tech-
R. FRAnKEn-WEnDELStORF / S. gREISIngER / 
ihn erdacht und realisiert. Eines der nik ist auch außerhalb des Museums C. gRIES / A. PELLEngAHR (Hrsg.), Das erweiterte Mu-
seum. Medien, technologien und Internet (2019).
prinzipiellen Probleme des Medienein- allgegenwärtig und muss kritisch be-
D. nIEWERtH, Dinge – nutzer – netze: Von der Virtuali-
satzes im Museum kann inzwischen re- wertet werden. Die Fähigkeit und der sierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
(2018).
lativ locker gesehen werden: Fast allen Wunsch, einem Gegenstand über län-
F. FRAnKE, Schloss Wilhelmshöhe. Die Antikensamm-
Generationen ist heute klar, dass die gere Zeit Aufmerksamkeit zu schen- lung (2018).
allgegenwärtigen Bildschirme berührt ken, sind vielleicht nicht die größten R. SPLIttER, 15 Jahre Digitalisierung im Museum. Strate-
werden wollen und zur Interaktion Tugenden unserer Zeit. gien und Projekte der Antikensammlung Kassel, in:
Mitteilungen des Deutschen Archäologen-Verbandes e.V.
auffordern, am Fahrkartenautomaten Die Evaluierung unseres Projektes 49 (2), 2018, S. 51–56.

wie beim Museumsbesuch. hat erst vor kurzem begonnen: Wie

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ü
ANTIKE WELT 1/20
ANHAI, SÄNGERIN DES AMUN
Die gesellschaftliche Stellung und Funktion einer Frau im späten
Neuen Reich Ägyptens

In der ägyptischen Sammlung des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg
befindet sich eine Uschebti-Figur, die nach der Inschrift zur Grabausstattung der Dame
Anhai, Sängerin des Amun, aus der ägyptischen 20. Dynastie (um 1100−1050 v. Chr.) gehörte.
Das Stück war der Anlass, deren gesellschaftlicher Stellung und Funktion an Hand von
weiteren Objekten aus ihrem Besitz nachzugehen.

von Klaus Koschel ließ die Objekte beschlagnahmen, ließ in Theben­West gefunden worden. Da­
sie zudem bewachen und versuchte, nach müßte auch das Grab der Anhai

D er Ägyptologe und Altorienta­


list Wallis Budge (1857−1934)
war 1888 aus dem Irak nach Ägyp­
die Händler und den Käufer zu arrettie­
ren. Mit erheblicher krimineller Ener­
gie und mit Bestechung der Polizisten
dort zu lokalisieren sein. Aber wir ken­
nen es nicht. Nachdem die Grabräuber
es gefunden haben, muss es zerstört
ten zurückgekommen. Im Auftrag des und wachthabenden Soldaten gelang worden sein. Es sind weder Grabmale­
British Museum sollte er neben son­ es Budge, die wertvollen Antiken aus reien noch ein Sarg der Anhai bekannt
stigen ägyptischen Objekten vor al­ dem amtlichen Gewahrsam zu stehlen Wir werden sehen, dass Anhai auch
lem antike Papyri kaufen. In Luxor und vor allem die Papyri außer Landes Funktionen in Abydos und Esna hatte.
traf er nun in einer Nacht einheimi­ und schließlich ins Londoner British So könnte ihr Grab vielleicht auch an
sche Händler in einem Grab bei Ker­ Museum zu bringen, wo sie noch heute diesen Orten möglich sein. Der Ort des
zenschein und kaufte eine Reihe wun­ gut verwahrt sind. Budge hat eine sehr Grabes bleibt letztlich ihr Geheimnis.
derbar illustrierter Totenbuchpapyri farbige Schilderung der Ereignisse hin­ Aber einige Gegenstände der Grab­
darunter den 24 m langen Toten­ terlassen, wo er sein dreistes Buben­ ausstattung sind erhalten. Sie be­
buchpapyrus des Ani (19. Dyn. um stück klar offenlegt, ohne irgendwel­ finden sich im British Museum: der
1250 v. Chr.) und den 4,43 m langen che Skrupel zu äußern. mit schönen farbigen Vignetten illu­
Totenbuchpapyrus der Dame Anhai strierte Totenpapyrus (BM 10472)
(20. Dyn. 1100−1050 v. Chr.). Der Text Wo lag das Grab der Dame Anhai? (Abb. 1. 2), die Osiris­Figur (BM
ihres Papyrus zeigte, dass Anhai einst In Anhais Totenbuchpapyrus steht im 20.868), in deren hohlem Sockel An­
Sängerin des Amun im Karnaktem­ ersten Teil (Zeile 9) der Wunsch, ihr hais Papyrus verborgen war (Abb. 3).
pel zu Theben war. Ihre noch versie­ Körper solle nach Waset (d. h. The­ Weiter gibt es zwei Uschebti­Schreine
gelte Papyrusrolle war im Sockel einer ben) gebracht werden. aus dem Grabinventar. (BM 24.711 u.
Osiris­Figur verborgen. In welchem BM 24.712; Abb. 4). Dazu gehörten
Grab sich Wallis Budge nachts mit den natürlich Uschebtis, die heute aller­
Händlern getroffen hat, ist unbekannt. dings auf verschiedene Museen und
Offenbar war dieses nur der Sammel­ st3jj-tw ẖ3t-s t3 n W3s.t Privatsammlungen verstreut sind.
ort der Papyri und anderer Ägyptiaca
unterschiedlicher Herkunft. Sie wollte also in Theben begraben Uschebtis der Anhai
Mit den Erwerbungen von Wallis sein. Wir wissen nicht, ob das geschah. Uschebtis oder Shabtis sind kleine
Budge in Luxor gab es jedoch ein Pro­ Den einzigen modernen Anhalts­ mumienförmige Figuren aus gebrann­
blem: Sie waren schlicht illegal. Eu­ punkt zum Ort des Grabes der Anhai tem Nilschlammton, glasierter Kiesel­
gène Grébaut, der damalige franzö­ in Theben­West liefert Wallis Budge in keramik (ägyptische Fayence), Holz,
sische Direktor der Antikenbehörde der Einleitung zur Faksimile­Ausgabe Stein oder gar Bronze, die den Toten
Ägyptens, hatte Händler und Käufer der erworbenen Papyri. Er behauptet, im Jenseits vertreten sollten, wenn
schon länger beobachten lassen und der Anhai­Papyrus sei in Deir el­Bahari er dort zu Arbeiten, etwa auf dem

45
ü
ANTIKE WELT 1/20
AnHAI, SänGerIn DeS AMUn – Die gesellschaftliche Stellung und Funktion einer Frau im späten neuen reich ägyptens

Abb. 2 Darstellung der Arbeiten im jenseitigen Jaru­Feld. Papyrus der Anhai.

Abb. 2
Darstellung der
Arbeiten im jenseiti­
gen Jaru­Feld.
Papyrus der Anhai.

46
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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Abb. 3 Die Osiris­Figur auf dem hohlen Postament in Form des Zeichens der Göttin Maat, in dem der Anhai­Papyrus verborgen
war (Brit. Museum, London).

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ü
ANTIKE WELT 1/20
AnHAI, SänGerIn DeS AMUn – Die gesellschaftliche Stellung und Funktion einer Frau im späten neuen reich ägyptens

Feld, aufgerufen werden sollte. In den tengericht. Dort hatte sich der Ver­ zusagen. Man sieht, dem glücklichen
Händen halten sie für die Arbeit je­ storbene vor den Göttern, vor allem Jenseits stand dann nichts mehr im
weils eine Hacke und tragen auf dem vor Osiris zu rechtfertigen. Sein Herz Wege. Und die im Totenbuch ent­
Rücken einen Korb. Viele Uschebtis wurde gegen die Feder vom Kopf der haltenen Texte waren sozusagen ein
tragen auch einen entsprechenden Göttin der Gerechtigkeit, «Maat»  Jenseitsführer, der den Verstorbenen
Totenbuchspruch (TB 6), der ihre Ar­ aufgewogen, eine Szene, die in kei­ sicher durch die Gefahren der Unter­
beitswilligkeit ausdrückt und mit den nem Totenpapyrus fehlt. Sollte das welt leiten sollte.
Worten schließt: «‹Ich will es tun, hier Herz wegen schlechter Taten schwe­ Waren es zunächst ab dem Mittle­
bin ich›, sollst du sagen». Oft fehlt die­ rer als die Feder sein, verfiel der Tote ren Reich nur einzelne Uschebtis, die
ser Spruch, weil das Uschebti sozusa­ der Verdammnis. Er wurde von ei­ dem Verstorbenen mitgegeben wur­
gen im Vertreten seine Bestimmung nem Ungeheuer, der «Fresserin» ver­ den, so waren es im späteren Neuen
hat. Uschebtis tragen aber praktisch nichtet. Aber auch hierfür wurde von Reich und danach oft viele, sozusagen
immer die Anrufung des Verstorbe­ den Ägyptern Vorsorge getroffen, für jeden Tag eines. Damit die Vielen
nen als Osiris mit seinem Namen, oft nämlich mit einem Herzskarabäus, aber auch wirklich ihre Bestimmung
mit seinen Titeln und der Versiche­ der das Herz ersetzte und einen To­ erfüllten, gab man oft auch mehrere
rung, er sei gerechtfertigt. Gemeint tenbuchspruch (TB 30) trug, nicht «Aufseher­Uschebtis» oder sogar ein
ist, er sei gerechtfertigt vor dem To­ negativ gegen den Verstorbenen aus­ «Oberaufseher­Uschebti» mit.

Abb. 4
Uschebti­Schrein
der Anhai. Anhai
kniet mit ihrem
Seelenvogel (Ba)
vor Mut, der Göttin
der Sykomore, an
einem Wasserlauf,
um belebendes
Wasser zu trinken.

48
ANTIKE WELT 1/20ü
THEMENPANORAMA

Der Verfasser hat 31 dieser Figuren


für Anhai aufgefunden (vgl. Kasten).
Darunter sind 18 Stück aus bemal­
tem gebranntem Ton, 13 Stück aus be­
maltem Holz, darunter ein Aufseher­
Uschebti aus Holz mit dem langen Schurz
eines Schreibers.

Anhai-Uschebtis aus bemaltem gebranntem Ton


1) 1 Stück, Slg. Kiseleff im Martin von Wagner
Museum der Universität Würzburg (Inv.-nr.
K 125; Abb. 5).
2) 5 Stück in Kairo, ägypt. Museum, (CG 48306-
48310).
3) 1 Stück in Oxford, Ashmolean Museum, (Inv.
no. 1959-323, Vitrine 47 pers. Feststellung).
4) 1 Stück in Dublin, national Museum of
Ireland, (Inv.-no. e 72:99; Abb. 6).
5) 1 Stück in Heidelberg, ägyptische Sammlung
des ägyptologischen Instituts der
Universität (aus Stift neuburg) Inv. nr. 2042.
6) 6 Stück in London, British Museum (Inv.-
no´s eA 24.716-24.717, 24.729-24.733, Kauf
1893 von r. J. Moss & Co. / Briefl. Mitteilung
30. 1. 2012).
7) 1 Stück bei Christie´s in London, Auktion
10. 7. 1987, Lot nr. 45 (Mitteilung Christies
vom 6. 3. 2012).
8) 1 Stück Sotheby´s, Auktion 22. 5. 1989,
Lot-nr. 141.
9) 1 Stück Chicago Art Institute. ref.-nr. 1894.679.

Anhai-Uschebtis aus bemaltem Holz


10) 11 Stück in London, British Museum
(Inv. no´s eA 24.734-24.737, 54.091-54.093,
Kauf 1915 von T. H. Green; eA 58.954 Kauf
1928 von C. W. Scott / Briefl. Mitteilung
30. 1. 2012).
11) 1 Stück bei Christie´s in Paris, Auktion
20. 12. 2011 aus Slg. Pierre & Claude Vérité
(Internet; Abb. 7).
12) 1 Stück in Jerusalem, Baidun-Shop Collec-
tion. Aufseher-Uschebti (Internetseite der
Firma; Abb. 8).

Vermutlich gibt es noch weitere


Uschebtis der Anhai, die bisher aber
nicht bekannt sind.

Abb. 5
Was wissen wir über die Uschebti der
Dame Anhai? Anhai aus bemal­
tem Ton mit ihrem
Im Papyrus finden wir Anhai auf ih­ Titel «Sängerin
rem Weg durch die Unterwelt mehr­ des Amun» und
fach dargestellt. Sie erscheint elegant ihrem Namen
(H.: 16,5 cm;
und schlank in einem durchschei­ Martin von Wag­
nenden Gewand und hält ein Sistrum ner Museum
der Universität
in der linken Hand, das Instrument, Würzburg, Samm­
das eine Sängerin zum Rhythmusge­ lung A. Kiseleff).

49
ü
ANTIKE WELT 1/20
AnHAI, SänGerIn DeS AMUn – Die gesellschaftliche Stellung und Funktion einer Frau im späten neuen reich ägyptens

ben zu ihrem Gesang brauchte (vgl.


Abb. 1).
Im Papyrus und auf den anderen
Objekten der Grabausstattung finden
wir den Namen «Anhai» und ihren
Haupttitel «Sängerin des Amun».

sḥḏ Wsjr šmcjt n Jmn Jnh3j

d. h. «erleuchteter Osiris, Sängerin des


Amun Anhai». Hinzu hat sie im Papy­
rus die Bezeichnung   nbt pr, d. h.
«Frau des Hauses», eine Bezeichnung,
die Anhai als verheiratet kennzeichnet.
Durch die Auffindung des Papyrus
kam Anhais Name in das Bewusstsein
der Ägyptologie und nach ca. 3000 Jah­
ren wurde ihr Name wieder gelesen und
genannt. Man muss wissen, dass die
Ägypter dem Namen einer Person und
seiner Nennung große Bedeutung für
die Existenz der Lebenden, aber auch
für das ewige Leben im Jenseits beima­
ßen. «Wessen Name genannt wird, der
lebt» heißt ein ägyptischer Spruch. Der
Verlust des Namens oder sein Verges­
sen war gleichbedeutend mit «Unper­
son sein», im Jenseits kein ewiges Le­
ben zu haben, also wirklich tot zu sein.
Insofern hatte Anhai wirklich Glück.
Aber wir wissen aus ihrem Toten­
papyrus noch mehr über Anhai. Auf
Tafel VI des Papyrus im British Mu­
seum sind drei Register mit Arbeiten
der Anhai im Jenseits auf dem Jaru­
Feld, dem ägyptischen Elysium, dar­
gestellt. Im obersten Register sind
über den Figuren noch weitere Perso­
nen benannt (vgl. Abb. 2): So ist ihre
Mutter, ebenfalls als Osiris bezeichnet,
d. h. verstorben

Abb. 6 Wsjr mwt-s Nfrjtw


Uschebti der
Anhai aus bemal­
tem Ton mit ihrem d. h. Osiris, ihre Mutter Neferitu.
Titel und Namen
(Nat. Museum of
In der gleichen Zeile ist auch ein
Ireland, Dublin). Mann mit Namen und Titel bezeichnet:

50
ü
ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Wsjr ḥrj-jḥw n ẖnw Nb-swmnw m3cḫrw

d. h. «Osiris, Stallmeister der Residenz,


Nebsumenu, gerechtfertigt». Auch er
ist also bereits verstorben und ge­
rechtfertigt und hackt in der Vignette
des jenseitigen Feldes zur Auflocke­
rung einen Erdhaufen, eine heilige
Handlung. Wir wissen nicht, ob hier
der Ehemann der Anhai oder der Ehe­
mann der Mutter Neferitu, also Anhais
Vater, dargestellt ist. Das gilt auch für
die Szene im nächsten Register, wo
wieder ein Mann zusammen mit An­
hai auf dem jenseitigen Jaru­Feld ar­
beitet. Sie schneidet Flachs und er
erntet Getreide.
In der Regel zeigen solche Darstel­
lungen der Arbeit im Jaru­Feld, etwa
in Grabmalereien, Ehefrau und Ehe­
mann gemeinsam bei dieser Arbeit.
So dürfen wir es wohl auch hier an­
nehmen. Dann wäre Nebsumenu der
Ehemann von Anhai. «Stallmeister der
Residenz» ist ein Titel, der in der Zeit
unserer Anhai wohl nur ein adminis­
trativer, also kein funktioneller Titel
war.
Wir erfahren im Papyrus noch wei­
tere Titel der Dame Anhai.

wrt ḫnrt n Wsjr

d. h. «Vorsteherin des Harims des Osi­


ris». Und

wrt ḫnrt n Nbtw nwmw

d. h. «Vorsteherin des Harims der Nebtu


und des Chnum». Abb. 7
So hat Anhai neben ihrer Funktion Uschebti der
Anhai aus bemal­
in Theben (Luxor) als Sängerin des tem Holz mit
Amun also noch zwei weitere Ämter Titel und Toten­
buchspruch Nr. 6
inne: Für Osiris in Abydos und für die (Christie's Auk­
Göttin Nebtu und den Gott Chnum in tion, Paris).

51
ü ANTIKE WELT 1/20
AnHAI, SänGerIn DeS AMUn – Die gesellschaftliche Stellung und Funktion einer Frau im späten neuen reich ägyptens

vilegierten Frauengruppe der Ober­


schicht gehörte, was auch die schöne
Ausführung ihres Totenbuchpapyrus
belegt. Ihr Papyrus zeigt sie uns als
Idealbild, schön und in der Blüte ihrer
Jahre. So wollte sie im Jenseits ausse­
hen und ewig leben. Da uns keine Mu­
mie von Anhai bekannt ist, können wir
weder über ihr Sterbealter noch über
die Todesursache etwas erfahren. Wir
müssen uns damit begnügen.

Dank
Der Verfasser dankt folgenden einrichtungen und Personen
für Auskünfte und Bildmaterial:
Dir. Patrick F. Wallace & Mary Cahill, The national Museum
of Ireland, Dublin.
Dr. Dina Faltings, ägyptische Sammlung des ägyptologischen
Instituts der Universität Heidelberg.
Dr. Julie Anderson, British Museum (Dept. of egyptology)
London.
Franziska Schulz, Auktionshaus Christie´s, Düsseldorf.
Auktionshaus Sotheby´s, London.

Adresse des Autors


Prof. Dr. Klaus Koschel
Salvatorstraße 4
D-97074 Würzburg

Bildnachweis
Abb. 1: bpk | The Trustees of the British Museum;
2: akg-images / Album / Oronoz; 3: British Museum Lon-
don; 4: Heritage-Images / CM Dixon / akg-images;
5: Martin von Wagner Museum der Universität Würz-
burg (Foto: C. Kiefer); 6: This image is reproduced
with the kind permission of The national Museum of
Ireland; 7: Foto: Christie's images limited; 8: Foto: Alan
Baidun, Jerusalem.

Literatur
C. A. r. AnDreWS. A Family for Anhai, in: Journal of
egyptian Archaeology 64 (1978) 88−98.
A. M. BLACKMAn, On the Positions of Women in
the Ancient egyptian Hierarchy, in: Journal of egyptian
Archaeology 7 (1921) 8−30.
e. FeUCHT (Hrsg.), Vom nil zum neckar (1986).
Abb. 8 Aufseher­Uschebti der Anhai aus bemaltem Holz mit ihrem Titel und Namen
(ehem. Baidun­Shop, Jerusalem). e. HOrnUnG, Das Totenbuch der ägypter (1979).
P. e. neWBerrY, Funerary Statuettes and Model Sarco-
phagy. Catalog General (1937).
e. rOSSITer, Die ägyptischen Totenbücher (1979).
H. M. STeWArT, egyptian Shabtis. reihe Shire egypto-
Esna. Hier stellt sich die Frage nach ligiösen Festen. Meistens waren die logy, Pinces risborough (1995).
der Stellung Anhais als Frau zu ihrer Inhaberinnen Frauen, Töchter oder J. TAYLOr, egyptian Antiquities in the national Museum
of Ireland, in: egyptian Archeology 13 (1998) 23−24.
Zeit, der 20. Dynastie (um 1100−1050 Schwestern von Hohen Priestern die­
e. A. WALLIS BUDGe, By nile and Tigris. A narrative of
v. Chr.). A. M. Blackman hat gezeigt, ses Gottes. Ob das für Anhai auch galt, Journey in egypt and Mesopotamia on Behalf of
the British Museum Between the Years 1886 and 1913.
dass «Vorsteherin des Harims eines wissen wir nicht, denn wir kennen ihre Vol. I (1920).
Gottes» ein hohes Amt der Frauen im Familie nicht wirklich, auch wenn ver­ e. A. WALLIS BUDGe (Hrsg.), The book of the dead: facsi-
Götterkult war, das oft gemeinsam mit sucht wurde, diese – aber als spekula­ miles of the papyri of Hunefer, Anhai, Kerāsher and
netchemet; with supplementary text from the papyrus
dem Hohen Priester ausgeübt wurde. tiv gekennzeichnet – zu erschließen. of nu with transcripts, etc. (1899).

Hinzu kommt ihre Bedeutung bei re­ Klar ist aber, dass Anhai zu einer pri­

52
ü
ANTIKE WELT 1/20
DIE SCHWINGEN DER TURKVÖLKER
Die Pferde der Seidenstraße

Obwohl das Kamel oft als das charakteristische Tier der Seidenstraße gilt, spielte das Pferd
eine ebenso wichtige, wenn nicht sogar wichtigere Rolle in Handel, Diplomatie, Kriegs­
führung, Kunst, Mythos und Kultur. Das Pferd und die Besiedlung der Steppe sind nicht von­
einander zu trennen, und in der westlichen Steppe reicht seine Domestizierung wohl
mindestens bis ins 4. Jt. v. Chr. zurück. Das Pferd ermöglichte die großen Wanderungen der
Bronzezeit, die Völker von den Grenzen Europas bis in die Mongolei, ins Tarimbecken
und nach Indien führten. Das Pferd wurde auch benutzt, um einen zweirädrigen Streitwagen
zu ziehen, der die Kriegführung veränderte und den Steppenvölkern die Kontrolle über
Erze verschaffte, die von Mesopotamien bis zum Altai abgebaut wurden. Diese Erze wurden
wiederum verwendet, um Pferdegeschirr zu fertigen und zu verzieren, und das Pferd,
das oft mit seinem Herrn beerdigt wurde, ging ein in die Mythen und die Kunst von Kulturen
in ganz Eurasien, vom antiken Griechenland bis Indien.

von Susan Whitfield ens bezogen. Andere kamen auf dem Pferde» der chinesischen Legende ge-
Seeweg; so war ab dem 12. Jh. Süd- hen auf seinen Bericht zurück. Was er

M it der Domestizierung des Pfer-


des ging die Domestizierung ei-
ner wichtigen Futterpflanze, Alfalfa
arabien ein wichtiger Lieferant für
Indien. Die Palette reichte vom zä-
hen Steppenpony bis zu den elegan-
gesehen hat, könnten Achal-Tekkiner
gewesen sein, eine Rasse, die seit den
Achämeniden (550–330 v. Chr.) von
oder Luzerne, einher (eine Co-Domes- ten Rössern der Elite, bei deren Zucht Armenien bis ins Ferghanatal gezüch-
tizierung, wie sie ähnlich im Fall von Aussehen und Ausdauer gleicherma- tet wurde und in ganz Eurasien anzu-
Seidenraupe und Maulbeerbaum zu ßen zählten. Das erstgenannte Pferd- treffen war (Abb. 2). Schon der grie-
beobachten ist). Die domestizierte Lu- chen hatte dagegen ein chinesischer chische Geschichtsschreiber Herodot
zerne breitete sich zuerst bis zum Ira- Beamter des 2. Jhs. v. Chr. im Sinn, als (ca. 485–ca. 425 v. Chr.) hat sie geprie-
nischen Hochland aus und bis zum er betonte, dass in China gezüchtete sen. Seit dem Aufstieg des islamischen
8. Jh. v. Chr. nach Mesopotamien und Pferde es «beim Auf- und Abstieg in Kalifats im 7. Jh. fanden auch Araber
Griechenland. Dann drang sie langsam den Bergen und beim Überqueren von in den islamischen Ländern und in Eu-
ostwärts nach Indien vor und erreichte Klüften und Gebirgsströmen» nicht ropa gleichermaßen Wertschätzung.
im 2. Jh. v. Chr. China. Dessen ungeach- mit denen der Xiongnu aufnehmen
tet blieb die Pferdezucht in China und könnten (Han Shu, 49.10b). Die Pferde Das Pferd als Jagd­ und Sport­
Indien weitaus weniger erfolgreich als der Elite spielen eine dauerhafte Rolle begleiter
in ganz Zentral- und Westasien und im in der Seidenstraßen-Erzählung. Das Um die Zeit der Seidenstraße wurde
antiken Griechenland, und beide Kul- beginnt oft mit der Mission des chine- das Pferd von den Steppenanrainern
turen waren für die Beschaffung eines sischen kaiserlichen Gesandten Zhang in der Kavallerie eingesetzt, wodurch
Großteils ihrer Reittiere auf den Han- Qian (164–113 v. Chr.) in die Länder diese gezwungen waren, entweder
del angewiesen (Abb. 1). Ein Grund der Yuezhi und seinen Reisen durch ihre eigenen Tiere zu züchten oder
dafür dürfte der Mangel an geeigne- das Ferghanatal, eine Oase der Fülle Pferde von ihren Steppennachbarn zu
tem Weideland gewesen sein, da die inmitten der zentralasiatischen Step- kaufen. Außerdem wurde die Jagd zu
Ebenen Nordchinas und Indiens land- pen- und Gebirgslandschaft. Hier be- Pferde zu einem zentralen Bestand-
wirtschaftlich genutzt wurden. Viele gegnete er einer Pferderasse, die nur teil königlichen Lebens in allen Rei-
Pferde wurden weiterhin aus der wenig Ähnlichkeit mit den chinesi- chen Eurasiens, und entsprechend
Steppe und den Gebirgen Zentralasi- schen hatte, und die «Himmlischen bildet sie ein häufiges Motiv auf Tex-

53
ü
ANTIKE WELT 1/20
DIE SCHWInGEn DER TuRKVölKER – Die Pferde der Seidenstraße

Abb. 1 Felszeichnung eines Mannes mit Pferd bei Al-Naslaa in der Oase Tayma in Saudi-Arabien, 1. Jt. v. Chr.

Abb. 2 Dieses Relief von der Osttreppe des Apadana in Persepolis (6.–5. Jh. v. Chr.) zeigt Armenier, die dem achamenidischen Konig ein Pferd bringen.
Sie galten als besonders gute Pferdezüchter.

54
ü
ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

tilien und Silbergeschirr. Eine ähnliche Konstantinopel im 4. Jh. n. Chr. vor den ter sind; das ist ihre Stärke. China hat
Rolle spielte Polo, und in den Stallun- Goten zu retten, indem sie ihre Sol- nur wenige Pferde, und seine Män-
gen der Herrscher, angefangen bei den daten auf ihren arabischen Pferden ner sind an das Reiten nicht gewöhnt;
abbasidischen Kalifen bis zu den Tang- zum Keilangriff gegen sie führte. Und das ist Chinas Schwäche». Zu Zeiten
Kaisern, wurden haufenweise Polo-Po- drei Jahrhunderte später tauschten des Großreichs der Uiguren (744–
nys gehalten. In Westasien, Nordafrika chinesische Hofdamen ihre beengen- 840) erstand China Zehntausende von
und Europa züchtete man Pferde für den langen Gewänder gegen die «Aus- Pferden, die es mit gewaltigen Men-
Wagenrennen. Ein Paradebeispiel, die ländertracht», um reiten und Polo gen Seide bezahlte – der Preis für den
wohl im 2. oder 3. Jh. n. Chr. geschaf- spielen zu können. Dem Pferd kam Frieden. Und schließlich war die lo-
fene Quadriga – ein Streitwagen mit auch weiterhin eine wichtige Rolle gistische Herausforderung, stets aus-
vier nebeneinandergespannten Pfer- in der Beziehung zwischen sesshaf- reichend Weideland für ihre Pferde
den –, war lange Zeit im Hippodrom ten und Steppenvölkern zu. Im 10. Jh. zu finden, mitverantwortlich dafür,
von Konstantinopel zu sehen (Abb. 3). schrieb ein anderer chinesischer Be- dass die mongolischen Armeen sich
Reiten und Polospielen waren keine amter: «Unsere Feinde im Norden und im 13. Jh. über ganz Westasien und bis
Männerdomänen. Die Tanukhidenköni- Westen können China gerade deshalb ins Innere Europas ausbreiteten. Das
gin Mavia (reg. 375–425 n. Chr.) ge- widerstehen, weil sie viele Pferde ha- Futter für ihre Pferde führten sie auf
langte zu Ruhm, weil sie geholfen hatte, ben und ihre Männer erfahrene Rei- Kamelen mit.

Abb. 3 Diese vier Pferde aus dem 2.–3. Jh. n. Chr. waren ursprünglich zusammen mit einer Quadriga im Hippodrom in Konstantinopel aufgestellt und
wurden während des 4. Kreuzzuges 1204 aus der Stadt geraubt.

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ANTIKE WELT 1/20
DIE SCHWInGEn DER TuRKVölKER – Die Pferde der Seidenstraße

Abb. 4 Die Schale zeigt die griechische Siegesgöttin Nike in ihrem zweispännigen Streitwagen, Italien, 4. Jh. v. Chr.

Abb. 5 Pferde und Reiter, möglicherweise hephthalitisch, im Pir-Panjal-Gebirge im Himalaya, etwa 5.–6. Jh.

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Abb. 6
Buddha und sein Pferd
Kanthaka (Shwezigon
Pagode in Bagen, My-
anmar).

Anzeige
Pferde als Weggefährten
Auch in Literatur, Mythos, Kunst Adresse der Autorin
Dr. Susan Whitfield
und Religion fand das Pferd Eingang Honorary Associate Professor
(Abb. 4. 5). Fliegende Pferde trugen Institut of Archaeology
university College london
beispielsweise die sogdischen To-
Übersetzung
ten ins Paradies, das Motiv begeg- Thomas Bertram, Katja Held und Albrecht Schreiber
net aber in ganz Eurasien. Zu den
Bildnachweis
berühmten Pferden dieser Peri- Abb. 1: Suzanne Held / akg­images; 2: © Richard T. Bryant;
ode gehört das Reittier von Xuan- 3: akg­images / Cameraphoto; 4: Giovanni Dall’Orto;
5: Prashant Mathawan; 6: akg­images / Alfons Rath.
zang, dem chinesischen Indienpilger
Literatur
des 7. Jhs. Es war ein Grauschim-
T. T. AllSEn, The Royal Hunt (2006).
mel, der an Kanthaka erinnerte, je- H. G. CREEl, The Role oft he Horse in Chinese History,
nes Pferd, welches ein Jahrtausend in: American Historical Review 70/3 (1965) 647−672.
B. G. FRAGnER et al., Pferde in Asien. Geschichte, Handel
zuvor den historischen Buddha vom und Kultur (2009).
Palast seines Vaters in Indien fortge- J. SCHIETTECATTE / A. ZOuACHE, The Horse in Arabia
and the Arabian Horse. Origins, Myths and Realities,
tragen hatte (Abb. 6). Das «weiße» in: Arabian Humanities 8 (2017).
Pferd kommt auch in Legenden vor, D. SInOR, Horse and Pasture in Inner Asia History,
in: Orlens extremus 19 (1972) 171−184.
die sich darum rankten, wie Dschin-
gis Khan (reg. 1206–1227) das Herr-
schaftsrecht erlangt hatte. Und dann Susan Whitfield (Hrsg.)
war da noch Rachsch, der Hengst Die Seidenstraße. Landschaften
und Geschichte
des Helden Rostam in dem aus dem Aus dem Engl. von Thomas Bert­
ram, Katja Hald und Albrecht Schrei­
10. Jh. stammenden persischen Epos ber. 2019. 480 S. mit 491 farb. Abb.
Schahnameh, dessen Farbe als «Ro- und zahlreichen Karten, Zeitleiste
und Bibliogr., 22,5 x 28,6 cm, geb.
senblätter, die über Safran verstreut mit Su. wbg Theiss, Darmstadt.

wurden» beschrieben wird.

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ü
ANTIKE WELT 1/20
EINE FRAGE DES DATUMS
Zum Zeitpunkt des Vesuvausbruchs im Jahre 79 n. Chr.

Bereits seit der Entdeckung der Vesuvstädte ranken sich immer wieder Vermutungen um
den genauen Zeitpunkt des Vulkanausbruchs. Dabei rückt die Frage nach dem genauen
Tag und dem Monat in den Vordergrund. Im 18. Jh. wurde der erste Versuch einer festen
Datierung unternommen, dem im Laufe der Jahre weitere folgten. Anhand eines Grafitto
kann nun ein neuer Versuch der Datierung vorgenommen werden.

von Umberto Pappalardo Schublade der Gelehrten vergessen. Ausbruch von 79 n. Chr. verschiedene
Es ist jedoch aufgrund außergewöhn- Tage und Monate liefern:

D er Ausbruch des Vesuvs, der die


antiken Städte Pompeji, Hercula-
neum und Stabiae verschüttete, hat
licher Entdeckungen in Pompeji im
Oktober 2018 in den Vordergrund der
Medien gerückt. Versuchen wir jetzt,
1. nonum kal. septembres, also neun
Tage vor den Kalenden des Septem-
bers, d. h. am 24. August (zum Bei-
seit immer Künstler (Abb. 1) und Wis- wenigstens in groben Zügen, Ordnung spiel im Codex Laurentianus Medi-
senschaftler (Abb. 2) fasziniert und in das Problem zu bringen. ceus, 9. Jh. Abb. 3);
angeregt. Während das Jahr sicher ist, Von den Briefen von Plinius dem 2. kal. novembres d. h. am 1. November
gab es jedoch bisher Ungewissheit Jüngeren verfügen wir leider über 3. und III kal. Novembres d. h. 3 Tage
über Monat und Tag der Explosion. keine Originale mehr. Wir haben nur vor den Kalenden des November
Dieses Problem blieb lange in der mittelalterliche Abschriften, die für den d. h. am 30. Oktober.

Abb. 1
Karl Pavlovic Brjullov
(1830), Der Ausbruch des
Vesuvs und die Flucht
des Plinius (rechts von
Dienern getragen), Sankt
Petersburg, Eremitage.

58
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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

4. und nonum kal … [es fehlt der Mo-


nat] d. h. 9 Tage vor den Kalenden
von … (fehlender Monat, aber wahr-
scheinlich «November», d. h. dann
am 24. Oktober).
Im 18. Jh. lehnte Carlo Maria Rosini die
vulgata von Plinius ab und bevorzugte
die Version von Cassius Dio (2.–3. Jh.
n. Chr.): Nonum Kal. Decembris, daher
neun Tage vor den Kalenden des De-
zembers, ein Datum, das dem 23. No-
vember entspricht. Dieses Datum wurde
bevorzugt, weil es sich besser für die
Entdeckung von Herbstfrüchten (Gra-
natäpfel, Kastanien, getrocknete Fei-
gen, Trauben usw.) eignete, und dazu
wurden Kohlenbecken und Heizwerk-
zeuge bei den Ausgrabungen ans Licht
gebracht. Am Ende des 19. Jhs. griff Mi-
chele Ruggiero das Thema der Herbst-
datierung wieder auf. Er fügte zu den
früheren Beispielen dasjenige der Am-
phoren hinzu, die für eine schnellere
Fermentation des beinhalteten Wei-
nes auf Mezzaninen oder in der Nähe
von Wärmequellen gefunden wurden.
Im 20. Jh. stellte der Autor dieses Bei-
trags wieder neu die Frage nach einer
herbstlichen Datierung. Er verwies auf
die schweren Kleider (wahrschein-
lich Wolle), die die Körperabgüße zei-
gen, auf die Reste einer Pelzmütze an
einem herkulanensischen Skelett und
auf die Granatäpfel, die in Oplontis
dem Reifungsprozess unterzogen wur-
den. Im Jahre 2002 veröffentlichten
Grete Stefani und Michele Borgongino
einen sehr ausführlichen Artikel zum
Thema. Sie berücksichtigten alle As- Abb. 2 Schema des Vesuvausbruchs mit Herculaneum und Pompeji, aus: Haraldur Sigurdsson, The
eruption of Vesuvius in AD 79, National Geographic Research 1 (Januar 1985), S. 332−387.
pekte – d. h. historische, philologische,
archäologische und naturalistische –
mit einer Fülle von Daten und Analy-
sen. Ihre Schlussfolgerung war ent-
scheidend: der Herbsttermin. n. Chr. datiert werden musste. Dies Osanna die sensationelle Entdeckung
Wieder Greta Stefani veröffentlichte machte das Datum des Ausbruchs am von einem leichten Kohlengraffito im
im Jahre 2006 eine Silbermünze von 24. Oktober in einigen Manuskripten «Haus mit Garten» in der Regio V
Titus (aus der Insula Occidentalis, von Plinius plausibel. Die Interpreta- in Pompeji, welches das Datum XVI
aber jetzt im Antiquarium), die auf- tion der Münze wurde jedoch später [ante] K [alendas] Nov[embres] wie-
grund des Hinweis auf die 9. tribuni- von Numismatikern abgelehnt. dergibt (Abb. 4). Antonio Varone, an-
cia potestas und auf die 15. kaiserliche Zuletzt, um den 15. Oktober 2018, erkannter Experte der pompejani-
acclamatio nach dem 8. September 79 machte der Generaldirektor Massimo schen tituli picti, hat sie so gelesen:

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ANTIKE WELT 1/20
EinE FrAGE DEs DAtums – Zum Zeitpunkt des Vesuvausbruchs im Jahre 79 n. Chr.

XVI [ante] K[alendas] Nov[embres]


in[d]ulsit pro masumis esurit[ioni] d. h.
«Am 17. Oktober gab er sich maßlos
dem Essen hin». Kurz danach hatte
Pier Luigi Tucci von der Johns Hop-
kins University eine noch suggesti-
vere Lektüre entgegengesetzt: «XVI
(ante) K(alendas) Nov(embres) in[p]
ulsit / pro masum[is] Vesuvius» und
so übersetzt: «Am 17. Oktober zit-
terte der Vesuv (oder vielleicht ließ er
die Mauern, das Haus oder sogar die
Stadt) in höchstem Maße zittern».
Für die endgültige Lektüre des Graf-
fito muss man wahrscheinlich ab-
warten, aber eines ist sicher: Der Text
wurde im Oktober 79 n. Chr. geschrie-
ben und vielleicht sogar nur eine Wo-
che vor der Katastrophe, weil die
Kohle nicht lange an der Wand hätte
halten können, d. h. am 24. Oktober 79
n. Chr.

Adresse des Autors


Prof. Dr. Umberto Pappalardo
institut supérieur des sciences Humaines
université de tunis El manar

Abb. 3 Plinius, «Epistulae», Codex Laurentianus Mediceus, secolo IX.


Bildnachweis
Abb. 1: akg-images; 2: national Geographic research 1,
1985); 3: M. Gigante. Il Fungo sul Vesuvio secondo
Plinio il Giovane, neapel 1989; 4: Parco Archeologico di
Pompei.

Literatur
E. m. mOOrmAnn, Pompeii Ashes. the reception of the
Cities buried by Vesuvius (2015).
u. PAPPALArDO, Vorwort zu: Enrico rEnnA, Vesuvius
mons. Aspetti del Vesuvio nel mondo antico tra filologia,
archeologia, vulcanologia (1992) 21−22.
u. PAPPALArDO, L’eruzione pliniana del Vesuvio nel
79 d.C.: Ercolano, in: C. Albore Livadie / F. Widemann
(Hrsg.), Volcanology and Archaeology (1990).
m. ruGGiErO (Hrsg.), Pompei e la regione sotterrata dal
Vesuvio (1879).
G. stEFAni / m. BOrGOnGinO, intorno alla data
dell’eruzione del 79 d.C., in: rivista studi Pompeiani
21−22 (2001−2002) 177−215.
G. stEFAni, La vera data dell’eruzione, in: Archeo 260
(2006) 10–13.
P. L. tuCCi, A very short note on the ‹new› XVI K NOV
Abb. 4
graffiti from Pompeii.
Pompeji,
Kohlengraffito A. VARONE, titulorum Graphio Exaratorum qui in C.i.L.
vol. iV collecti sunt imagines i–ii (2012).
entdeckt
im Jahr 2018.

60
ANTIKE WELT 1/20 ü
DIE HAND AN DER WIEGE
Metapolitische Rezeptionen der griechischen Antike durch die Neue Rechte

Die griechische Antike erhält in der politischen Debatte von Seiten der Neuen Rechten eine
neue Bedeutung und wird von einem spezifischen Geschichtsbewusstsein getragen.
Dabei erfüllt sie mehrere Funktionen: Sie bietet eine metapolitische Symbolik und sie stiftet
eine genuine Identität einer genealogischen europäischen Tradition bei der Konstruktion
des «Eigenen».

von Maximilian Veigel und «Leonidas» diskutierten Arbeits­ Neurechtes Geschichtsbewusst-


kreise am Lagerfeuer die Frage «[des] sein: Volk, Mythos und Metapolitik
er Stellenwert, den die griechische Griechentum[s] und seine Botschaft Das neurechte Geschichtsbewusstsein
D Antike im Bewusstsein der heu­
tigen Gesellschaft einnimmt, scheint
an uns». Einer der prominenteren Teil­
nehmer dieses Treffens, der Kopf der
fügt sich in ein allgemeines weltanschau­
liches Paradigma ein. Laut eigenem
überschaubar zu sein. Jenseits des aka­ IB im deutschsprachigen Raum, Martin Selbstverständnis, formuliert im vom
demischen Elfenbeinturms und selte­ Sellner, kommentierte die Kernessenz Institut für Staatspolitik (IfS) heraus­
ner Lebenszeichen im Feuilleton fristet dieser Botschaft auf dem Blog des in­ gegebenen Staatspolitischen Handbuch,
sie ein Schattendasein innerhalb der öf­ tellektuellen neurechten Leitmediums lehnt man sich an ein konservati­
fentlichen Debatte. In ihrer Wahrneh­ Sezession folgendermaßen: «Es ging ves Geschichtsverständnis an: Die Ab­
mung sind durchaus konjunkturelle insgesamt um die Entstehung der grie­ lehnung von Gesetzmäßigkeiten und
Schwankungen zu erkennen, allerdings chischen Identität, in ihrer Konfron­ Zielangaben von Geschichte, die An­
bleibt ihre Rezeption stets ein tendenzi­ tation mit dem total Fremden und in erkennung von Kontingenz als wal­
elles Elitenphänomen. Betrachtet man der Folge die radikale Unterscheidung tendes Prinzip und den historischen
unter diesem Gesichtspunkt die deut­ zwischen ‹Europa› und ‹Asien›.» Die IB Analogieschluss. Allerdings sind auf
sche Rezeptionsgeschichte, so lassen stellt eine Spielart einer gesamteuro­
sich zwei idealisierte symbolische Pole päischen Geistesströmung dar, die sich
identifizieren, manifestiert in den Chif­ unter der Sammelbezeichnung «Neue
fren von Athen und Sparta: Einerseits Rechte» im Schatten der Umwälzungen Abb. 1 Georges Sorel: Die politische Macht
die bis heute in den Schulbüchern vor­ des Wendejahres 1968 konstituierte des Mythos.
zufindende Idealisierung als Wiege der und konservative bis rechtsextreme
Demokratie, andererseits die Verherr­ Traditionen in sich vereinte, stets da­
lichung des organischen Staates. Nach rauf bedacht, einen geistigen Bannkreis
dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen sich und genuine national­
schien der Siegeszug des progressiv sozialistische Positionen zu ziehen. Diese
konzipierten Athens über das reaktio­ bis heute andauernde Theoriearbeit
näre Sparta unaufhaltsam. Doch fei­ bewegt sich zwischen politischer Mi­
ert das symbolische Sparta aus uner­ mikry und Innovation. In diesem Zu­
warteter Richtung wieder Urständ: von sammenhang kommt der Historie eine
Seiten der Neuen Rechten. Im Sommer elementare Rolle zu, wobei die griechi­
2018 kamen aus ganz Europa Kader sche Antike einerseits nur ein Szenario
der Identitären Bewegung (IB) in Frank­ des Repertoires eines neurechten Ge­
reich zusammen, um unter dem Motto schichtsbewusstseins darstellt, ande­
der griechischen Antike das eigene rerseits als Wurzel des eigenen Tradi­
Selbstverständnis zu schärfen. Unter tionsverständnisses eine Sonderrolle
klangvollen Namen wie «Aristoteles» einnimmt.

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ANTIKE WELT 1/20
DIE HAND AN DER WIEGE – Metapolitische Rezeptionen der griechischen Antike durch die Neue Rechte

einer Metaebene zwei fundamentale die von der Frage ausgehen muß, wer zifischen Volkes. Dieses zeichnet sich
Kategorien für das neurechte Den­ der Feind ist, wo er steht und mit wel­ neben einer gemeinsamen Geschichte,
ken bestimmend: Volk und Mythos in chen Mitteln er den Kampf führt. Die­ Sprache und Kultur primär als Abstam­
ihrer metapolitischen Funktion. Me­ ses rückhaltlose Befragen hat auch mungsgemeinschaft aus, die über ei­
tapolitik stellt eine Diskursstrategie für einen selbst Konsequenzen, weil nen spezifischen Volkscharakter ver­
dar, die entscheidend vom italieni­ man sich selbst schonungslos beurtei­ fügt. Der Mythos bildet die «große
schen Kommunisten Antonio Gramsci len muß.» Diese Selbstbeurteilung er­ Erzählung» eines Volkes, der eine Ver­
(1891−1937) geprägt worden ist. Sie folgt anhand der Parameter von Volk bindung zum eigenen Selbstverständ­
zielt auf die Erringung der Hegemonie und Mythos. Das Volk bildet hierbei nis herstellt. Dieser konstruiert sich
im kulturellen Raum als Grundvoraus­ eine conditio sine qua non. Der Anthro­ anhand historischer Bezugspunkte,
setzung für das Erlangen politischer pologe Andreas Vonderach fasst den besteht jenseits einer Historizität und
Macht ab. Metapolitik manifestiert Volksbegriff in dem Artikel Die Euro­ stellt eine überzeitliche Wahrheit hö­
sich demzufolge als Überbegriff von päer, die anderen und die asymmetri­ herer Ordnung dar. Im Zentrum steht
Bildern, Themen, Werten und Hand­ sche Evolution der Printausgabe der das Potenzial des Mythos zur Mobili­
lungsfiguren, die in einer Gesellschaft Sezession als dezidiert «rassische» Ka­ sierung eines Kollektivs, ein Prozess,
eine Wirkmächtigkeit entfalten. Ihr tegorie auf. Die europäischen Völker den Jan Assmann als «Mythomotorik»
Wert als Diskursstrategie im «geisti­ gehören demzufolge zum «Rassekreis» beschreibt. Somit hat der Mythos auch
gen Bürgerkrieg» (Götz Kubitschek) der «Europiden», die sich sowohl durch stets eine politische Funktion. Auf Sei­
wurde von der Neuen Rechten er­ eine charakteristische Physiognomie ten der Neuen Rechten ist hierbei das
kannt und aufgegriffen, und mit Carl und Anatomie als auch hinsichtlich ih­ Konzept des Franzosen Georges Sorel
Schmitts Begriff des Politischen, der rer psychischen Möglichkeiten von an­ (1847−1922) konstitutiv, der den My­
Unterscheidung zwischen Freund und deren «Großrassen» abgrenzen. Darauf thos als inspirierendes «Schlachtenge­
Feind, angereichert. Erik Lehnert, der aufbauend identifiziert Vonderach in mälde» begreift, wie es Mario Müller,
Geschäftsführer des IfS betont: «Letzt­ einem weiteren Beitrag für die Sezes­ einer der Vordenker der Identitären
endlich ist Metapolitik nichts anderes sion, Wir selbst – anthropologisch, eine Bewegung in Deutschland, in seinem
als eine politische Lagebeurteilung, objektive Identität in Form eines spe­ kulturpolitischen Handbuch Kontra­

Abb. 2
Die griechische
Antike als inspirie­
rendes «Schlach­
tengemälde».

62
ü
ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

kultur hervorhebt: «Sorel [stellte] her­


aus, welchen Stellenwert Mythen besit­
zen. […] Ohne Mythos – keine Emotion,
ohne Mythos – keine Energie, ohne My­
thos – keine Revolution.» (Abb. 1. 2)
Karlheinz Weißmann, spiritus rector der
Neuen Rechten, hebt unmissverständ­
lich die Rolle des Mythos als Paradigma
hervor, da die «Geschichte lehrt, daß
ohne den ‹achäischen Typus›, der seine
Vorbilder im Epos findet, nicht auszu­
kommen ist, und daß kein Volk über­
leben kann, das die Fähigkeit verliert,
über den Mythos ‹in sich selbst zurück­
zukehren›». Der «achäische Typus» bil­
det hierbei eine Gestalt, die oftmals
kontrapräsentisch in einer Idealzeit
verortet wird. Die griechische Antike
erfüllt diese Funktion. In ihr fließen Ge­
Abb. 3
nealogie und Mythos ineinander. Damit Das nordi­
bildet sie eine bevorzugte Farbpalette sche Ideal.
zur Ausgestaltung des «Schlachtenge­
mälde» der eigenen Identität.

Homers europäische Evangelien thetischen Erbes, das er selbst geerbt und als solche vereinnahmt wurden.
Was bei neurechten Vordenkern über­ und auf nahezu himmlische Weise War für die Nationalsozialisten der
raschen mag, ist die Unmittelbarkeit verfeinert hat. Die Grundsätze, die «Arier» der «Prometheus der Mensch­
des Anspruchs auf Vorbildlichkeit, die er in seinen Gestalten zum Leben er­ heit» (Adolf Hitler, Mein Kampf), so
aus dem antiken Exempel erwächst. weckt hat, wurden bis in unser Zeit­ nahm bei Venner der «Hyperboreer»
Der Eifer diesem Ideal zu entspre­ alter hinein stets wiedergeboren: Sie als völkische Kategorie diese Rolle
chen, zeigt sich in der Person und dem zeigen, daß der geheime Faden unse­
Werk von Dominique Venner. Als Po­ rer Tradition nie abreißen konnte. So
litikone einer aktivistischen europä­ kann die Zukunft in der Erinnerung an Abb. 4 Hellas und Hyperborea: Genealogische
ischen Rechten, etwa der Identitären die Vergangenheit ihre Wurzeln schla­ Konstruktionen.
Bewegung (IB) oder der neofaschisti­ gen.» Doch auf welche Tradition be­
schen Casa Pound Italia (CPI), baut der ruft sich Venner in diesem Zusammen­
Franzose Venner seine Weltanschau­ halt? Tradition ist bei Venner primär
ung auf dem Fundament der home­ eine «Mystik des Stammes», welche
rischen Epen auf. Vor seinem aufse­ keine «Aneinanderreihung von bunt
henerregenden Freitod am Altar von Gemischtem» darstellt, sondern «art­
Notre Dame de Paris 2013 veröffent­ eigene Tradition» in Form der Her­
lichte er sein geistiges Vermächtnis in kunft aus einem spezifischen geogra­
Form eines persönlichen Breviers. In phischen Raum. Venner reiht sich mit
Ein Samurai aus Europa bilden die dieser Sichtweise in ältere völkische
Werke Homers die «heiligen Epen» Konstruktionen ein. Im Nationalsozi­
der europäischen «Morgenröte»: «Ho­ alismus diente die griechische Antike
mer, der Gründungsdichter, erinnert dazu, der Idee eines mythischen «ari­
die Europäer daran, daß sie nicht ‹von schen Urvolks» historische Plausibili­
gestern› sind. Er vermacht ihnen das tät zu verleihen, indem die Griechen
Fundament ihrer Identität als primä­ und ihre zivilisatorischen Leistungen
ren Ausdruck eines ethischen und äs­ als genuin «nordisch» identifiziert

63
ü
ANTIKE WELT 1/20
DIE HAND AN DER WIEGE – Metapolitische Rezeptionen der griechischen Antike durch die Neue Rechte

ein (Abb. 3. 4). Beide greifen auf eine tremisten Pierre Krebs mitbegründete Wegbegleiters Krebs. Beide lehnten
analoge «rassische» Argumentation neuheidnische Thule Seminar. Arbeits­ und lehnen das christliche Kultur­
zurück, um ihre mythische Konstruk­ kries für die Erforschung der europä­ erbe Europas als fremden Einfluss ei­
tion historisch zu legitimieren. Ver­ ischen Kultur e. V. und der angeschlos­ ner «Wüstenreligion» ab. In diesem
anschaulicht wird dieses Paradigma sene Verlag Ahnenrad der Moderne (in Zusammenhang werden einerseits
im Topos der – nach dieser Weltsicht welchem Venners Ein Samurai aus Eu­ Parallelen zum Nationalsozialismus
für Hyperboreer typischen – blonden ropa erschien) zu nennen. Die griechi­ offenbar, anderseits wird auf eine Ab­
Haare der Heroen Homers (Abb. 5). sche Antike ist demnach der Ausdruck grenzung zu diesem Gedankengut ver­
einer genuin europäischen Identität. wiesen, da Venner, wie auch die Neue
Die griechische Antike und die Krebs‘ Intention besteht darin, durch Rechte insgesamt, sich einer Hierar­
Neuordnung Europas eine «effizient[e] Einwirkung aller in­ chisierung zwischen den Völkern ent­
Das Verhältnis Venners und der Neuen dogermanischen Quellen auf den eu­ sagt. Stattdessen wird das partikulare
Rechten ist insgesamt von Ambiva­ ropäischen organischen Humanismus Prinzip des «Ethnopluralismus» pro­
lenz geprägt. Diese Ambivalenz wird von morgen», eine «künftige europäi­ pagiert, welches von Venner folgen­
deutlich, wenn man das intellektuelle sche Neuordnung aller europäischen dermaßen vertreten wird: «In ihrer
und publizistische Umfeld betrach­ Völker unter besonderer Berücksich­ Mannigfaltigkeit existieren die Men­
tet, in welchem sich Venner bis zu sei­ tigung ihres biokulturellen und heid­ schen nur durch ihre Unterscheidung;
nem Tode bewegte. Hier sind für den nisch­religiösen Erbes» zu erreichen. durch Stämme, Völker, Nationen, Kul­
deutschsprachigen Raum in erster Li­ Venners Hoffnungen verbanden sich turen, Zivilisationen – nicht durch ihre
nie das vom französischen Rechtsex­ mit dieser Agenda seines politischen oberflächlichen Gemeinsamkeiten.»

«Sparta braucht Söhne»


Die Weltanschauung Venners steht
sinnbildlich für die Konstruktion ei­
nes Mythos der griechischen Antike,
der als Grundlage für das Sorel’sche
«Schlachtengemälde» eine Wirkmäch­
tigkeit zu entfalten vermag. Inwiefern
die griechische Antike eine verbrei­
tete metaphysische Kategorie wie bei
Venner innerhalb der Neuen Rechten
darstellt, wäre zu diskutieren. Maß­
geblicher ist ihre Funktion als mythi­
sche Kategorie für ein völkisches Prin­
zip. Die griechische Antike besitzt den
Vorzug eines paneuropäischen meta­
politischen Konstrukts. Das bringt
auch Martin Sellner in seiner Grund­
satzschrift Identitär! Geschichte eines
Aufbruchs zum Ausdruck, in der er
seine Entscheidung für das Lambda
als Symbol der IB begründet: «Dem
Film 300 von Zack Snyder entlehnt,
aber auf eine historisch verbriefte
Tradition zurückzuführen, stand der
Buchstabe Lambda für die Lakedai­
monier, also die Spartaner. Damit
war erstmals ein europäisches Sym­
Abb. 5 bol ohne speziellen Nationalbezug
Homer,
der Evangelist zum zentralen Logo einer patrioti­
Europas. schen Jugendbewegung geworden.»

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Die griechische Antike bildet hierbei abermals betont: «Im 20. Jh. wird nur Gefahr die Logik des «geistigen Bür­
einen Urtypus eines politischen My­ eine starke Gemeinschaft in der Lage gerkrieges» zu bedienen. Einer neu­
thos, der mit einem variablen histori­ sein, sich selbst zu behaupten und fort­ rechten Poesie der Geschichte sollte
schen Repertoire reproduziert wird: zubestehen. Die dafür notwendigen man gelassen und selbstbewusst das
Ob am Durchgang an den Thermopy­ und zugleich schönsten menschlichen nüchterne Faktum entgegensetzen, um
len, auf den Schanzen des bedräng­ Eigenschaften jedoch – alles Helden­ jeglicher einseitigen ideologischen Ver­
ten Wien oder in den Trümmern hafte, Erhabene und Glorreiche, Hin­ einnahmung der Wiege Europas ent­
Stalingrads – es wird das «Eigene» gabe und Opferbereitschaft – lassen gegenzutreten.
beschworen, das sich, wie Sellner sich durch die reine Vernunft nicht be­
selbst beschreibt, durch die Konfron­ gründen. Europa muß daher wieder an
tation stets der eigenen Identität ver­ sein ethnokulturelles Gedächtnis an­
Adresse des Autors
gewissert: «So tief ist dieser Archetyp knüpfen: Die große Erzählung seiner Dr. Maximilian Veigel
in unserem kulturellen Gedächtnis Tradition, die die Taten unserer Vor­ Lehrstuhl für Alte Geschichte
Universität Augsburg
verankert, daß er immer wieder in fahren mit den Helden unserer Zukunft Universitätsstr. 10
D-86135 Augsburg
alten Sagen und modernen Märchen verbinden kann.»
auftaucht. Es ist das Bild der Verteidi­
Bildnachweis
gung. Eine Festung und eine Elite ge­ Altertumswissenschaften und Abb. 1: akg-images / Fototeca Gilardi; 2–7: akg-images.
gen den Ansturm einer gesichtslosen Antiken-Ideologie
Übermacht. 300 Spartaner, die die Fel­ Die Altertumswissenschaften befin­ Literatur

senenge gegen eine Flut aus dem Os­ den sich diesem Phänomen gegenüber J. ASSMANN, Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erin-
nerung und politische Identität in frühen Hochkulturen8
ten verteidigen». Das metapolitische in einer ambivalenten Situation: Ei­ (2018).

Ziel bleibt stets gleich: Die Historie nerseits wird der eigene Forschungs­ J. CHAPOUTOT, Der Nationalsozialismus und die Antike
(2014).
wird ideologisch aufgeladen und da­ bereich einer Ideologisierung ausge­
A. DEMANDT, Klassik als Klischee. Hitler und die Antike,
durch zu einem Mythos transformiert, setzt, andererseits möchte man sich in: HZ 274 (2002) 281−313.

der sich einer Hinterfragung auf seine solch einer politischen Instrumenta­ F. P. HELLER / A. MAEGERLE, Thule. Vom völkischen
Okkultismus bis zur Neuen Rechten³ (2007).
Historizität entzieht. Dieser wird an­ lisierung entziehen, aber trotzdem
V. LOSEMANN, s.v. Nationalsozialismus. I., in: DNP 15/1
schließend in einen kulturellen Dis­ gleichzeitig als Fach Stellung bezie­ (2001) Sp. 723−754.
kurs implementiert, um ein Volk zu hen. Aber wofür? Jede Disziplin unter­ H.-R. METZGER, Rechtsintellektuelle Offensive. Dis-
kursstrategische Einflüsse auf die politische Kultur der
mobilisieren. Der neurechte Jungeu­ liegt permanent dem Druck, politisch Bundesrepublik Deutschland (2004).
ropa Verlag gab jüngst die Novelle Die von den unterschiedlichsten Stand­ Z. STERNHELL, Faschistische Ideologie. Eine Einführung
Kadetten des Alcázar der rechtsge­ punkten vereinnahmt zu werden. Es (2019).

richteten französischen Schriftsteller mag verführerisch sein, durch eine T. WAGNER, Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rech-
ten² (2017).
Henry Massis (1886−1970) und Ro­ demonstrative Haltung missliebigen
V. WEIß, Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und
bert Brassilach (1909−1945) aus dem ideologischen Tendenzen entgegen­ der Untergang des Abendlandes² (2018).

Jahr 1936 heraus. Dort wird der Ver­ zutreten. Doch genau hier lauert die
teidigung des Alcázar von Toledo ge­
gen eine republikanische Übermacht
durch die franquistische Garnison ein Anzeige
literarisches Heldendenkmal gesetzt.
In ihrem Vorwort schrieben sie 1936: Reisetipps für Archäologiefans
«‹Wo keine Vision ist, geht ein Volk Botschaften aus der Eiszeit – Werke der Felsbild-
zugrunde› sagen die Heiligen Schrif­ kunst in Südfrankreich
Rundreise mit Besuch der bedeutendsten
ten. Es gibt keinen Glauben, der ohne Originalhöhlen und von Chauvet und Lascaux
Bilder auskommt, und vergeblich ver­ IV im Wechsel mit christlichen Sakralbauten des
sucht man uns unserer Helden und Mittelalters. Erleben Sie vom 1. bis 10.09.2020
die Zeugnisse der Archäologie, Kultur & Kunst-
Mythen zu berauben.» Die griechische geschichte hautnah!
Antike stellt hierbei ein überzeitliches
Paradigma zur Verfügung, welches den Infos & Buchung: Wikinger Reisen GmbH, Hagen
Anspruch erhebt, durch die Tat die ei­ Tel.: 02331 904813, gruppen@wikinger.de
gene Tradition zu erneuern und zu ver­ Fachinformationen: Dr. Stephan Veil, archäologisch-
Tel.: 0176 52172047, www.arub.net historische Reisen
stetigen, wie Müller es in Kontrakultur

65
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ANTIKE WELT 1/20
LESERrRderEAnItikSenEWelt Römische Donau
Exklusiv für Lese

Datum der Reise:


Foto: Carnuntum (akg-images / viennaslide / © Harald A. Jahn).

Nationalbibliothek. Von besonderem Interesse ist die


Tabula Peutingeriana, eine Kopie einer spätantiken
römischen Straßenkarte. Anschließend geht es in das
2008 eröffnete Römermuseum. Das Museum befindet
sich über den Ruinen des Legionslagers von Vindobona.
Im Untergeschoss können Teile der Tribunenhäuser des
Lagers bewundert werden. Die Exponate der Daueraus-
stellung vermitteln einen instruktiven Einblick in das
Alltagsleben der Soldaten und der Zivilbevölkerung.

5. Tag: Wien – Carnuntum – Bad Deutsch-Alten-


burg – Kastell Gerulate – Györ (F/A)
Weiterfahrt nach Carnuntum bei Bad Deutsch-Alten-
burg und Petronell. An der Schnittstelle der Bern-
steinstraße und der Donautalstraße errichteten die
Römer ein wichtiges Legionslager. In den Kriegen
gegen die Markomannen im 2. Jh. n. Chr. war Carn-
untum Hauptquartier des Kaisers Mark Aurel. Vom
Die Grenzen des Römischen Reiches orientierten sich an großen Flüssen Legionslager und der angrenzenden Zivilstadt sind
noch imposante Reste erhalten bzw. z. T. als Nachbau
und Strömen. Im Norden markierte in der Kaiserzeit die Donau den rekonstruiert. So gab es auf dem Areal zwei Amphi-
theater und Thermen. Das «Heidentor» liegt süd-
Vorposten römischer Herrschaft. Diese außergewöhnliche Reise führt lich der Zivilstadt und gibt, was seine Funktion angeht,
durch Österreich und die Slowakei bis nach Ungarn, immer entlang bis heute Anlass zu vielen Spekulationen. Weiter
geht die Fahrt Richtung Osten. Auf dem Boden der
der Donau, und präsentiert dabei die wichtigsten Siedlungen, Kastelle heutigen Slowakei liegt das Kastell Gerulata. In
der Zeit der Römer war es Bestandteil der römischen
und Militäranlagen aus der Römerzeit. Zahlreiche traditionsreiche, Provinz Pannonia Superior. Zwischen dem 2. und
aber auch neugestaltete, moderne Museen bieten die Gelegenheit, sich 4. Jh. waren in Gerulata verschiedene militärische Ein-
heiten stationiert. Ihre Aufgabe war die Kontrolle
mit dem Alltag und der bewegten Geschichte des römischen Donau- einer Furt, die an dieser Stelle die Überquerung der
Donau ermöglichte. Die Fundsituation ist sehr
limes vertraut zu machen. Vier Jahrhunderte römische Präsenz an der günstig, erhalten sind Reste des Kastells mit einer
Grenze, von den Anfängen bis zum Ende im Zuge der Völkerwande- Ofenanlage, einem Tempel und von Wohngebäuden.
Am Abend erreichen Sie in Ungarn ihr Hotel.
rung, werden eindrucksvoll vorgestellt. 2 Übernachtungen: Hotel Raba City Center Györ***.

6. Tag: Ausflug Legionslager Brigetio – Burg Tata –


Kastell Arrabona (F)
Das heutige Staatsgebiet Ungarns umfasste bei den
Römern die Provinzen Pannonia Inferior und Pannonia
Superior. Im Nordosten der „unteren Pannonia“ legten
1. Tag: München – Oberranna – Schlögen – Basilika St. Laurentius. Die Krypta der Kirche beherbergt die Römer im 1. Jh. n. Chr. das Legionslager Brigetio
Linz (A) die restaurierten Reste eines römischen Hauses aus an. Aufgrund umfangreicher Funde und Überreste ist
Am Vormittag startet Ihre Reise am Busterminal des dem 2. Jh. n. Chr. und einer frühchristlichen Basilika aus Brigetio ein Aushängeschild der provinzialrömischen
Flughafen München. Von hier geht es gemeinsam dem 5. Jh. Archäologie in Ungarn. Herausragend ist ein Heiligtum
mit Ihren Reiseleitern im Bus in Richtung Österreich. für den in der Kaiserzeit auch im Westen des Imperiums
Die spätantike Anlage von Oberranna wurde erst 2017 3. Tag: Linz – Zeiselmauer – Wien (F/A) sehr populären Gott Jupiter-Dolichenus. Nach der
vollständig freigelegt. Der dem spätantiken Typus des Kurz vor Wien erreichen Sie die kleine Gemeinde Zeisel- Besichtigung von Brigetio geht es zur Burg Tata, einer
Burgus gleichende Bau gibt einen hervorragenden mauer. Für die Römer hatte der Ort eine wichtige Funk- Festungsanlage. Die Burg beherbergt ein historisches
Einblick in die Organisation der Grenzverteidigung an tion im Rahmen des Grenz- und Verteidigungssystems Museum, das auch wichtige Funde aus der Römerzeit
der Donau. Der Römerpark Schlögen weist die an der Donau. Das mehrfach erweiterte Kastell war präsentiert. Den Abschluss bildet die Besichtigung des
Spuren eines Kastells und einer Zivilsiedlung sowie ein vorübergehende Heimat unterschiedlicher Truppenein- Kastells Arrabona. Von hier aus sicherten römische
mit großem Aufwand restauriertes Badgebäude auf. heiten. Weiterfahrt nach Wien, dem antiken Vindobona, Truppen den Limes an der mittleren Donau. Die archäo-
Nach der Besichtigung Transfer zu Ihrem Hotel in Linz. seit dem späten 1. Jh. n. Chr. Standort einer Legion logischen Überreste befinden sich auf dem Gebiet der
2 Übernachtungen: Courtyard by Marriott Linz****. und einer Zivilsiedlung. Vindobona war eine der größten modernen Stadt Györ.
römischen Städte an der Donau. Bei einem Stadtrund-
2. Tag: Ausflug Enns mit Lorch (F) gang besuchen Sie Plätze und Orte, die noch heute von 7. Tag: Györ – Arpas – Sopron – Szombathely (F/A)
Enns trug in der Römerzeit den Namen Lauriacum. In jener Zeit zeugen, als Wien von den Römern beherrscht Erster Programmpunkt ist ein Stopp bei der ungarischen
der Antike war hier ein wichtiger Umschlagplatz für wurde. 2 Übernachtungen: Ibis Wien Mariahilf***. Gemeinde Arpas. In der Antike lag hier das Areal der
Eisen und Salz. Im 2. Jh. n. Chr. wurde Lauriacum zum römischen Stadt Mursella. Der Ort hatte eine wichtige
Standort einer römischen Legion und in der Spätantike 4. Tag: Wien (F) Funktion als Straßenstation. Weiterfahrt nach Sopron.
war es Bischofssitz. Das Museum Lauriacum bietet Besuch des Ephesos-Museums. Glanzlichter des Mu- Aus einer keltischen Vorgängersiedlung ging hier zu
eine Vielzahl herausragender Exponate, die das zivile seums sind das Partherdenkmal, die Bronzestatue eines Beginn des 1. Jhs. n. Chr. die römische Stadt Scarbantia
und militärische Leben an der Donau dokumentieren. Im Athleten und der Knabe mit der Fuchsgans. Danach hervor. Erhalten oder nachgewiesen sind Forum, Amphi-
Stadtteil Lorch befindet sich die römisch-katholische treten Sie ein in den Prunksaal der Österreichischen theater, Mauerring und Nekropolen. Das Museum von

www.karawane.de / antikewelt-donaulimes
Archäologische Reise
entlang des Donaulimes

Webcode: 36337
3. 7. − 13. 7. 2020
Nicht im Reisepreis enthalten
Persönliche Ausgaben wie weitere Mahlzeiten, Getränke,
Sopron bietet eine Abteilung römischer Steindenkmäler. Reiseversicherungen, optionale Ausflüge und Trinkgelder.
Anschließend Weiterfahrt nach Szombathely, das antike
Savaria. Übernachtung: Park Hotel Pelikán****. Ihre Studienreiseleiter:
Prof. Dr. Holger Sonnabend und Dr. Frauke Sonnabend
8. Tag: Szombathely – Balaton – Budapest (F/A)
Savaria gehörte zu den wirtschaftlich leistungskräftigs-
ten Römerstädten an der Donau. Es fungierte als BITTE BEACHTEN:
Verkehrszentrum und als Verwaltungsmittelpunkt. Zu Deutsche Staatsbürger benötigen für die Reise einen noch
besichtigen ist ein Teil der Bernsteinstraße. Erhalten über das Reiseende hinaus gültigen Personalausweis.
sind aus diesem Fundkomplex auch einige Meilensteine.
Im Eingangsbereich des zum Grabungsgelände gehö- Ihre Reiseinformationen Teilnehmer
renden Archäologischen Museums ist eine Rekonstruktion Bis 8 Wochen vor Reisebeginn zu erreichende Teilneh-
eines Tempels aufgestellt, welcher der ägyptischen Ihre Reiseinformationen merzahl: min. 20, max. 28 Personen.
Göttin Isis geweiht war. Die Villa Romana Balaca in Ne- Reisepreis pro Person im Doppelzimmer
mesvámos vermittelt einen ausgezeichneten Eindruck ab 20 Teilnehmern € 2790,00 Änderungen im Reiseverlauf oder bei den genannten
von gehobener Wohnkultur. Zwischen dem Balaton Einzelzimmerzuschlag € 440,00 Unterkünften aufgrund von örtlichen Gegebenheiten
und Budapest liegt das «ungarische Pompeji» Gorsium. sowie Preiserhöhungen oder -anpassungen aufgrund
Gegründet als Militärstation zur Kontrolle der Straßen Flugzeiten (Änderungen vorbehalten) von staatlichen Abgabeänderungen, Zuschlägen
und der Donau, entwickelte sich Gorsium zu einer 13. 7. 2020 Budapest – München 13.25 – 14.40 Uhr (z. B. Kerosin) müssen wir uns ausdrücklich vorbe-
blühenden Stadt. Davon zeugen prächtige Stadtmau- halten. Die Klassifizierung der Hotels entspricht der
ern, Tore, von Kolonnaden flankierte breite Straßen, Eingeschlossene Leistungen Landeskategorie.
Läden, Foren und Tempel. In der Spätantike kamen christ- ¢ Linienflug Budapest – München mit Lufthansa
liche Basiliken hinzu. Am Abend erreichen Sie Budapest. ¢ Flughafensteuern, Gebühren und aktuell gültige
3 Übernachtungen: Ibis Budapest City***. Treibstoffzuschläge (Stand August 2019)
¢ Rundreise im Reisebus ab München / bis Budapest ANTIKES SIZILIEN
9. Tag: Budapest (F) ¢ Transfers, Ausflüge, Besichtigungen lt. Reisepro-
Griechen, Karthager, Römer und
Aquincum war die antike Vorgängerstadt der heutigen gramm
ungarischen Hauptstadt Budapest. Ihrer Besichtigung ¢ Eintrittsgelder lt. Reiseprogramm
Byzantiner
widmen wir den ganzen Tag. Seit Beginn des 2. Jhs. ¢ 10 Übernachtungen in den im Reiseprogramm 5. 5. – 12. 5. 2020
n. Chr. war Aquincum Hauptstadt der Provinz Pannonia genannten Hotels o. ä. in Zimmern mit Bad oder Preis: € 2490,00 p. P. (ab 20 Teilnehmern)
Inferior und damit auch Sitz des römischen Statthalters. Dusche / WC
Neben der Zivilstadt gab es ein Legionslager mit einer ¢ Mahlzeiten lt. Reiseprogramm (F = Frühstück / für weitere Infos:
eigenen Vorstadt, auf der anderen Seite der Donau A = Abendessen) Frau Nicole Heldmann
einen als Contra Aquincum bezeichneten militärischen ¢ 1 aktuelle Reiseliteratur
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sich in den erhaltenen Resten der öffentlichen und ¢ Studienreiseleitung ab / bis München: Dr. Frauke
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privaten Bauten widerspiegelt. Amphitheater, Thermen, Sonnabend und Prof. Dr. Holger Sonnabend
Wasserleitungen und Kanalisation sind ebenfalls
Ausdruck dieses hohen Standards. Das sehenswerte
Museum liegt direkt auf dem Territorium der ehema-
ligen Zivilstadt Aquincum. Eine seiner Attraktionen
sind die Funde aus einem Heiligtum des Mithras.
Am Nachmittag Bootsfahrt auf der Donau. Der Abend
steht zur freien Verfügung. www.antikewelt.de – Stichwort: Donaulimes
10. Tag: Ausflug Visegrád (F/A)
Den Abschluss der Reise entlang der Donau bildet die
ungarische Stadt Visegrád, 40 km nördlich von Veranstalter
Budapest. Wahrzeichen der Stadt ist die hoch gelegene
Zitadelle aus dem 13. Jh., seit dem 14. Jh. Residenz
der ungarischen Könige. Besuch des Kleinkastells Karawane Reisen GmbH & Co. KG
Visegrád-Gizellamajor. Von hier aus bewachten in der Schorndorfer Str. 149 · D-71638 Ludwigsburg
Spätantike römische Soldaten die Reichsgrenze. Der stark
fortifikatorische Charakter der Anlage, die im 4. Jh. Ansprechpartner: Nicole Heldmann Tel. + (0) 7141 2848-13
unter der Regierung des Kaisers Constantius II. entstand, Tel. +49 (0)7141 2848-13 · Fax. +49 (0)7141 28 48-45
zeigt das Ausmaß der Bedrohung der Grenze im Zuge E-Mail: nicole.heldmann@karawane.de · Internet: www.karawane.de
der spätantiken Völkerwanderungen an. Am Abend
Gerne senden wir Ihnen unser ausführliches Programm zu.
nehmen Sie ein letztes gemeinsames Abendessen ein.
Es gelten die Reisebedingungen des Veranstalters Karawane Reisen GmbH & Co. KG
11. Tag: Budapest – München (F)
Im Laufe des Vormittages Transfer zum Flughafen
für Ihren Rückflug nach München. Dort Ankunft gegen
14.30 Uhr und individuelle Heimreise.
In Kooperation mit dem Verlag Philipp von Zabern und der Zeitschrift ANTIKE WELT
ENDE DER REISE

ü
IN DER VILLA DER VOLUSII
Neue Überlegungen zum Porträt der Agrippina minor in Lucus Feroniae

Bei der erneuten Untersuchung der Marmorstatuen von Lucus Feroniae, die vor einigen
Jahren begann, spielen die Kaiserporträts aus der prächtigen Villa der gens Volusia
eine wichtige Rolle. Diese suburbane Familienvilla liegt ca. 40 km nördlich von Rom an
der antiken via Tiberina im Gebiet des heutigen Fiano Romano.

von Armando Cristilli rium von Lucus Feroniae aufbewahrte rippina maior und des Germanicus,
Kopf (ohne Inventarnummer) ist an eine der Frauen, die besonders an der

D ie Skulpturen sind vorzüglich ge­


arbeitet. Von besonderer Meister­
schaft ist der Kopf, der kürzlich als
vielen Stellen verdorben (Abb. 5–7).
Er besteht aus weißem mikrokristal­
linem Marmor, ist 35 cm hoch und
Machtausübung des Kaiserhauses be­
teiligt waren. In der Tat ist der unter­
suchte Kopf aufgrund der charakte­
Caligula (vgl. Abb. 1. 2) identifiziert zeigt noch beachtliche Spuren von ristischen Ikonographie wirklich das
wurde. Auch wenn sie aus chronolo­ roter Farbe in den Haaren und wei­ Porträt dieser Kaiserin, wie es schon
gischer Sicht keine einheitliche Ent­ ßer im Gesicht. Dieses ist oval, weich in der ersten Publikation vorgeschla­
stehung aufweisen, so blieb jedoch im und voll. Die Stirn ist nicht sehr hoch, gen wurde.
Verlaufe der Zeit die ideologische Be­ aber breit, die Augen sind groß, läng­ Das Porträt von Lucus Feroniae
deutung unverändert erhalten. lich und durch die Tränenkarunkel gut gehört zum sog. Typ Stuttgart, eine
Unter diesen Porträts gibt es einen hervorgehoben. Die Unterlider sind Modifizierung der sog. Typen Ancona
etwa lebensgroßen Kopf mit einer Fri­ dick, die Wangenknochen hoch und und Mailand (oder Mailand – Florenz)
sur aus kleinen fülligen Locken und von der Nase ist nur die Wurzel vor­ der claudischen Epoche, die in der
freiliegenden Ohren, den man trotz handen. Regierungszeit Neros nebeneinander
des schlechten Erhaltungszustandes Die üppige Frisur lässt die Ohren bestanden. Der Typ Stuttgart ist durch
einer Frau zuweist. Wir haben keine frei, wobei das rechte Ohr besonders ältere Gesichtszüge und durch eine
Anhaltspunkte von dem exakten Fund­ gut erhalten ist. Von einem Mittel­ leichte Verkürzung der Haarwellen cha­
ort innerhalb der Villa (Abb. 1). Jedoch scheitel fallen die Haare in parallelen rakterisiert und umfasst die Bildnisse
aufgrund der vorhandenen fotografi­ Strähnen nach beiden Seiten. Auf der der Agrippina minor zwischen 54/55
schen Dokumentation sind wir über­ Schädelkalotte sind längere Strähnen und 59 n. Chr.: so der schöne namensge­
zeugt, dass sich die Skulptur in einem zu erkennen, die an dem heute ver­ bende Kopf im Landesmuseum Würt­
der Säulengänge des großen Peristyls lorenen Hinterkopf hochgesteckt wa­ temberg in Stuttgart und auch die Por­
(Abb. 3. 4) befunden haben könnte, in ren. Die Haare über der Stirn hingegen träts mit Diadem im Palazzo Massimo
einer fortlaufend ergänzten Galerie sind in drei parallelen Registern bis zu in Rom und in Petworth House (Groß­
von Statuen, die eher für die Reprä­ den Ohren angeordnet; sie sind kurz britannien), die die vierzigjährige Kai­
sentation der Eigentümer als einfach und enden in plastischen und dich­ serin zum Zeitpunkt der Thronbestei­
nur zur Ausschmückung ihrer Villa ten Locken. Interessanterweise sind gung ihres Sohnes darstellen.
bestimmt war. zu beiden Seiten der kleinen zentralen Bisher wurde der Kopf als capite
Dieses Bildnis, das wir hier analy­ volutenförmigen Locken zwei Paare velato rekonstruiert in der Annahme,
sieren wollen, bietet einen sehr inte­ kleiner Korkenzieherlocken eingefügt. dass der Hinterkopf unfertig sei und
ressanten Untersuchungsanlass sowie Diese Lockenfrisur ist typisch für weil man eine leichte Aussparung am
einige Daten zu technischen Aspekten das 2. und 3. Viertel des 1. Jhs. n. Chr. unteren Rand des Haarkranzes als An­
der lokalen Bildhauerei in römischer und erinnert an die Frisuren der Frauen satz für den über den Kopf gezogenen
Zeit wie auch Hinweise auf seinen Auf­ des iulisch­claudischen Kaiserhauses, Mantel vermutete, der separat gearbei­
traggeber, der mehr Aufmerksamkeit insbesondere an die der Agrippina tet war. Auch wurde er in Beziehung zu
verdient als bisher. Der im Antiqua­ minor, der resoluten Tochter der Ag­ einer fragmentierten Statue gesetzt,

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

Abb. 1
Grundriss
der Villa
der Gens
Volusia.

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ANTIKE WELT 1/20
In DeR VIllA DeR VolusII – Neue Überlegungen zum Porträt der Agrippina minor in Lucus Feroniae

Abb. 2 Kopf des Caligula.

70
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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

die ebenfalls aus der Villa der Volusii


Saturnini stammt.
Die Autopsie hat nun ergeben, dass
außer den Lockenreihen auch der Hin­
terkopf bearbeitet wurde. Tatsächlich
sind die Strähnen von feiner naturalis­
tischer Art und auch der tiefsitzende
Haarknoten war vermutlich präzise
gearbeitet, auch wenn der schlechte
Erhaltungszustand dies nicht mehr
erkennen lässt (Abb. 6. 7). Außerdem
hat sich die rote Bemalung bis zu der
Stelle erhalten, an der das heute ver­
lorene Teilstück des Hinterkopfes an­
gesetzt war. Deswegen muss das Bild
mit unbedecktem Haupt rekonstruiert
werden.
Ein höchst interessanter und noch
nicht beachteter Aspekt ist die Aus­
führung der Haare am Mittelschei­
tel in Flachrelief mit den zwei flachen
Strähnen, die in akzentuierten, entge­
gengesetzt laufenden Voluten enden,
und den beiden folgenden Paaren
der Korkenzieherlocken (vgl. Abb. 5).
Diese ganze Anordnung der Stirnlo­
cken ist bis heute einmalig beim Typ
Stuttgart, wie auch bei allen ande­
ren Bildnissen der Agrippina minor.
Nur die Voluten am Beginn des Schei­
tels kommen beim Typ Parma­Napoli
nochmals vor, wie z. B. bei der Statue
aus Velleia.
Trotzdem könnte es für das flache
Relief eine Erklärung geben. Es ist näm­
lich sehr wahrscheinlich, dass es sich
um eine antike Reparatur einer un­
vermittelten Beschädigung der Skulp­
tur handeln könnte; und zwar zu der
Zeit der Aufstellung, als diese Wieder­
herstellung noch eine wichtige Bedeu­
tung für die Auftraggeber gehabt ha­
ben musste.
Neben dieser Besonderheit muss
auch das Fehlen der zwei langen Sträh­

Abb. 3. 4
Großes Peristyl der Villa der Gens
Volusia, in dem wahrscheinlich
die meisten Statuen aufgestellt ge­
wesen sind.

71
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ANTIKE WELT 1/20
In DeR VIllA DeR VolusII – Neue Überlegungen zum Porträt der Agrippina minor in Lucus Feroniae

nen beachtet werden, die locker zu Sei­ vor allem ein annäherndes Ergebnis. ständlich ist, sei es wegen der Kom­
ten des Halses hängen, die sich beim Das Porträt zeigt eine feine und nuan­ plexität der Figur und des Lebens der
Typ Stuttgart vom hinteren Teil der cierte Behandlung der Oberfläche, ein Kaiserin, sei es wegen der wenigen
Frisur lösen und diese vervollständi­ kugelförmiges und tiefliegendes Auge, Informationen zum Kontext der Her­
gen. Beim Exemplar von Lucus Fero­ eine sorgsame Ausführung der Lider kunft ihrer Bildnisse. Im Gegensatz
niae müssen die in Frage kommenden und der Tränenkarunkel, außerdem dazu lassen in Lucus Feroniae die Zu­
Strähnen, die für alle ikonographischen eine besondere Art der Locken, die bei gehörigkeit zur Ausstattung der Villa
Typen der Agrippina minor von An­ einfallendem Licht eine starke hell­ der gens Volusia und ihre Datierung
fang an charakteristisch sind – sie feh­ dunkel Wirkung hervorrufen. keine Zweifel an der Absicht dieser
len nur in sehr seltenen Fällen –, sich Alle diese Besonderheiten laufen Aufstellung.
viel weiter unterhalb der Ohren losge­ nun tatsächlich auf eine Datierung in In der Tat handelt es sich um eine
löst haben, wie einige Spuren vermu­ das 2./3. Viertel des 1. Jhs. n. Chr. hin­ äußerst bedeutende Persönlichkeit
ten lassen, die an der Bruchkante auf aus. Wenn wir jedoch den Typ Stutt­ in der Geschichte Roms wie auch in
der rechten Seite des Halses erhalten gart betrachten – wie schon gesagt den politischen Kreisen der Volusii
geblieben sind (vgl. Abb. 6. 7). nicht vor 54/55 n. Chr. angefertigt – Saturnini, eine jener Familien, die es
Eine weitere Überlegung muss be­ scheint eine Einordnung der Skulptur sich leisten konnte, das Porträt der
züglich der Datierung des Kopfes, der gerade in diese Zeit oder wenig später Agippina minor in ihrem Haus mit an­
früher als Werk der claudischen Zeit nicht ganz abwegig zu sein, also eher deren Kaiserbildnissen aufzustellen.
angesehen wurde, angestellt werden. neronisch als claudisch. In claudisch-neronischer Zeit befindet
Die stilistischen Details und die Zuge­ Verbunden mit dieser Datierung sich noch einer der bedeutendsten Re­
hörigkeit zum Typ Stuttgart erlauben ist schließlich auch, dass die für die präsentanten der Familie auf dem Hö­
nämlich nicht nur eine größere Genau­ Repräsentation der Agrippina minor hepunkt seiner Laufbahn, nämlich Lu­
igkeit der Datierung, sondern bringen vorgesehene Botschaft oft wenig ver­ cius Volusius Saturninus als praefectus

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

In der suburbanen Familienvilla ha­


ben diese Kaiserbildnisse auch immer
die Hochachtung vor der bestehenden
Macht verkörpert, der Quelle des poli­
tischen Erfolges und der sozialen und
ökonomischen Stabilität. Aber zusam­
men mit den Inschriften und der Aus­
stattung des berühmten Larariums
haben sie die stolze Genugtuung der
Nachfahren und der gesamten Familie
weithin sichtbar gemacht und außer­
dem die Besucher dieser prächtigen
Villa ihre Selbstdarstellung erkennen
lassen.

Adresse des Autors


PHd Dr. Armando Cristilli
Abb. 5–7 Dipartimento di storia, Patrimonio culturale, Formazi-
Kopf einer weib­ one e Società
lichen Statue, bei Università degli Studi di Roma ‘Tor Vergata’
der es sich um Via Columbia, 1
I-00133-Roma
Agrippina minor
handeln könnte.
Übersetzung
Anemone Zschaetzsch, oestrich-Winkel

Bildnachweis
Abb. 1: nach Bassani 2002; 2: Cristilli 2018; 3. 4: Cristilli;
5–7: AF-Mn-eTRu DsC 257752-257755.

Literatur
A. AleXAnDRIDIs, Die Frauen des römischen Kaiserhau-
ses. eine untersuchung ihrer bildlichen Darstellung von
urbi (cos. suff. 3 n. Chr.). Er war bei durch die Übernahme des Konsula­ livia bis Iulia Domna (2004).
Nero recht beliebt, da ihm der Impe­ tes durch seinen Sohn Quintus. Die­ D. BosCHunG, Bildnisse der Agrippina, in: D. Boschung
u. a. (Hrsg.), Agrippina als Göttin des Glücks (2011) 16–19.
rator nach dessen Tode 56 n. Chr. au­ ser war ebenfalls ein geeigneter Kan­
l. BuCCIno, «Morbidi capelli e acconciature sempre di-
ßer einem funus publicum (Staatsbe­ didat nach aristokratischem wie auch verse». linee evolutive delle pettinature femminili nei ri-
tratti scultorei dal secondo triumvirato all’età costantiniana,
gräbnis) und einer auf der sella curulis republikanischem Geschmack, dessen in: e. la Rocca / C. Parisi Presicce / A. lo Monaco (Hrsg.),
(Amtssessel eines Konsuls) sitzen­ zahlreichen öffentlichen Ämter zum Ritratti. le tante facce del potere (2011) 361–383.
J. BuRns, Great women of Imperial Rome. Mothers and
den Statue in der Porticus Lentulorum Ruhm der Familie beitrugen, wenn wives of the Caesars (2007).
noch weitere neun Statuen an ebenso auch unter dem Schutz der kaiserli­ A. CRIsTIllI, un inedito ritratto di Caligola dalla Villa
vielen politisch sehr bedeutenden Or­ chen Propaganda. della gens Volusia a lucus Feroniae, in C. Márquez / 
D. ojeda (Hrsg.), escultura Romana en Hispania VIII
ten in Rom aufstellen ließ. Schließlich hat das Bildnis der Ag­ (2018) 23–37.

Deswegen könnte die Statue der rippina minor auch zum Ansehen der M. J. HiDAlGo De lA VeGA / I. PÉReZ MIRAnDA, las
emperadrices romanas. sueños de púrpura y poder oculto
Agrippina minor in einem für die Vo­ Volusii Saturnini sowohl in der Stadt (2012).

lusii Saturnini wie auch für den Kai­ als auch in der Villa beigetragen, je­ A. M. sGuBInI MoReTTI (Hrsg.), Fastosa rusticatio. la
Villa dei Volusii saturnini a lucus Feroniae (1998).
serhof wichtigen Moment entstanden doch mit einem einzigartigen, aber
J. FeJFeR, Roman portraits in context (2008).
sein. Zeitlich könnte diese Möglich­ greifbaren Unterschied: M. MoReTTI – A. M. sGuBInI MoReTTI (Hrsg.), la Villa
keit mit dem Tod des Claudius und der In der Stadt Lucus Feroniae bedeu­ dei Volusii a lucus Feroniae (1977).

Machtübernahme des Nero zusam­ teten die Kaiserbildnisse – trotz der M. TAlIAFeRRo BoATWRIGHT (Hrsg.), I Volusii saturnini.
una famiglia romana nella prima età imperiale (1982).
mengefallen sein, fundamentalen Er­ möglichen Interpretationsebenen – M. TAlIAFeRRo BoATWRIGHT, The elogia of the Volusii
eignissen im Jahre 54 n. Chr.; vielleicht gewöhnlich ein eindeutiges Zeichen saturnini at lucus Feroniae, and the education of their
domestic service, in: M. Corbier / J. B. Guilhembet (Hrsg.):
aber auch später, um 56 n. Chr., einem der Loyalität der Gemeinschaft gegen­ l’écriture dans la maison romaine (2011) 99–109.

für die Familie sehr wichtigen Jahr über dem Kaiserhaus, wieviel auch W. TRIllMICH, Typologie der Bildnisse der Iulia Agrippina,
in: M. Moltesen / A. M. nielsen (Hrsg.), Agrippina
nicht nur wegen des Todes des Lucius immer dabei von den Volusii Saturnini Minor. life and afterlife – liv og eftermæle (2007) 45–65.

Volusius Saturninus, sondern auch gesteuert und organisiert wurde.

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ü ANTIKE WELT 1/20
MEHR ALS NUR MOSAIKE
Die antike Synagoge in Huqoq im israelischen Galiläa

Seit 2011 wird bei Ausgrabungen in Huqoq im Südosten Galiläas eine monumentale spät-
­antike­Synagoge­(frühes­5.­Jh.­n.­Chr.)­freigelegt,­die­mit­Mosaiken­mit­einem­bei­
spiellosen­Repertoire­an­biblischen­und­nicht­biblischen­Szenen­dekoriert­ist.­In­diesem­
Artikel­werden­die­Mosaike,­die­während­der­Grabungssaison­2017­entdeckt­wurden,­
näher­beschrieben.

von­Jodi­Magness,­Shua­Kisilevitz,­ herumläuft (Abb. 1). Insgesamt ist das Richter 16,3, in der Simson nach der
Matthew­Grey,­Dennis­Mizzi,­Karen­Britt­ Gebäude ca. 20 m lang und 14 m breit. Begegnung mit einer Prostituierten
und­Ra'anan­Boustan
Der Boden des Hauptschiffs ist 0,20 m aus Gaza flieht und dabei das Tor der
tiefer als der Boden in den Seitenschif­ Stadt auf den Schultern trägt (Abb. 2).
orvat Huqoq liegt 3 km nordwest­ fen. Keramik und Münzen aus dem Simson ist als übergroße Figur mit
H lich des Sees Genezareth auf ei­
nem von Ackerland umgebenen Hügel.
Fundamentgraben der Ostmauer so­
wie Radiokohlenstoffdatierungen von
kurzem Haar dargestellt. Er trägt eine
weiße Tunika, zusammengehalten von
In der römischen und byzantinischen Holzkohle aus dem Unterlagboden einem dicken Gürtel, und einen roten
Zeit war Huqoq ein jüdisches Bauern­ der Mosaikböden weisen darauf hin, Mantel, und er hat das Stadttor auf
dorf und zur Zeit der Osmanen ein dass die Synagoge Anfang des 5. Jhs. seinen Schultern.
kleines muslimisches Dorf namens n. Chr. errichtet wurde. Es ist unklar,
Yakuk, das 1948 aufgegeben wurde. ab wann die Synagoge nicht mehr ge­ Simson­und­die­Füchse
Seit 2011 gräbt ein Konsortium meh­ nutzt wurde und warum; es gibt bei­ Im Norden des Mosaiks mit Simson
rerer Universitäten in Huqoq. Gra­ spielsweise keine Anzeichen für einen und dem Stadttor findet sich eine wei­
bungsleiterin ist Jodi Magness, ihre Brand, der das Gebäude zerstört hätte. tere Darstellung der Taten des bibli­
Stellvertreterin Shua Kisilevitz. In die­ Die Mosaiken könnten beschädigt wor­ schen Helden: Die in Richter 15,4–5
sem Artikel berichten wir über den den sein, als die übergeordnete Struk­ erwähnte Episode mit Simson und
Mosaikboden einer spätantiken Syna­ tur einstürzte, möglicherweise auf­ den Füchsen (Abb. 3). Der erhaltene
goge (Anfang 5. Jh. n. Chr.), die inmit­ grund eines Erdbebens; doch wenn Teil des Mosaiks zeigt teilweise Sim­
ten des antiken Dorfes lag. Unsere dem so ist, dann geschah es erst, nach­ sons Torso und Oberschenkel sowie
Beschreibung konzentriert sich auf dem das Gebäude bereits aufgegeben zwei unvollständig erhaltene Paare
die Mosaike, die während der Saison worden war. von Füchsen, an denen Fackeln fest­
2017 freigelegt wurden und die sich Das Hauptschiff und die Seiten­ gebunden sind. Man kann erkennen,
im östlichen Teil des Gebäudes und im schiffe der Synagoge sind mit Mosai­ dass Simson wieder als Riese darge­
Hauptschiff befinden. ken ausgelegt, die figürliche Szenen stellt wurde und eine cremefarbene
zeigen, angeordnet in einzelnen Fel­ Tunika mit einem kreisförmigen Me­
Die­Synagoge dern. Die folgende Beschreibung be­ daillon (einem orbiculum), einen brei­
Die Synagoge ist eine Basilika mit ginnt mit den im Ostschiff entdeckten ten Gürtel um die Taille und einen ro­
den Längswänden im Osten und Wes­ Mosaiken, bewegt sich weiter nach ten Umhang trug. Auf beiden Feldern
ten, einem Haupteingang (oder meh­ Norden und setzt sich dann im Haupt­ ist Simson mit Kleidungsstücken be­
reren) in der südlichen, nach Jeru­ schiff fort, von Norden nach Süden.
salem ausgerichteten Mauer, einem
Eingang in der östlichen Mauer (beim Mosaike­im­Ostschiff­ à
Erinnerungs­ und Elefantenmosaik) Simson­mit­dem­Stadttor­von­Gaza Abb. 1
Rekonstruierter Grundriss der Synagoge
und einem Stylobat, der um die Ost­, Das Mosaikfeld am südlichen Ende zum Ende der Grabungssaison 2017 mit
Nord­ und Westseite des Innenraums des Ostschiffs zeigt die Episode aus den Mosaiken.

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THEMENPANORAMA

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MehR­AlS­nuR­MOSAIKe­–­Die­antike­Synagoge­in­huqoq­im­israelischen­Galiläa

Abb. 2
Simson trägt das
Stadttor von
Gaza auf seinen
Schultern.

Abb. 3
Simson und die
Füchse, rechts
Simson und links
Fuchspaare mit
Fackeln.

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

kleidet, wie sie typisch für spätrö­


misch­byzantinische Soldaten waren.
Links von Simson befinden sich Paare
von Füchsen mit zusammengebun­
denen Schwänzen und brennenden
Fackeln dazwischen. Da die Füchse,
wie in Richter 15,4 beschrieben, mit
den Schwänzen aneinandergebunden
sind, scheinen sie in entgegengesetzte
Richtungen zu laufen.

Das­erinnerungsmosaik
Nördlich des Mosaiks mit Simson und
den Füchsen befindet sich in der Mitte
einer quadratischen Tafel eine hebrä­
ische Inschrift (Abb. 4). Die Inschrift
ist von einem Kranz umgeben, der auf
drei Seiten des Medaillons um runde
Felder mit Köpfen darin herumläuft:
zwei weiblichen Köpfen an den Sei­
ten und einem männlichen Kopf an
der Oberseite; alle Köpfe schauen auf
die Inschrift. Vermutlich befand sich
unter der Inschrift ein viertes, nicht
erhaltenes Feld mit einem weiteren
Abb. 4 Das Erinnerungsmosaik mit einer Inschrift in einem Kranz, umgeben von menschlichen
männlichen Kopf. Der Kranz wird von Köpfen, Atlanten und Amores.
vier männlichen Figuren emporgehal­
ten, Atlanten, die sich in jeder Ecke des
Bildfeldes befinden. Sie tragen eng­
anliegende Hosen mit Gürtel an der Das­elefantenmosaik fen; sie flankieren eine neunte, sit­
Taille und weiche Stiefel. Ihre Ober­ Nördlich vom Erinnerungsmosaik be­ zende männliche Figur. Alle Männer
körper sind nackt und zeigen über­ findet sich ein ganz außergewöhnli­ sind in aufwändige weiße Tuniken
trieben dargestellte Brustmuskeln. ches Mosaik: das Elefantenmosaik, das und Mäntel gekleidet, die mit dem
Sie heben die Arme, um den Kranz zu wie sein Nachbar mit der Oberseite griechischen Buchstaben Eta verziert
stützen. Die Figuren sind durch eine nach innen zum Hauptschiff (Wes­ sind und darauf hinweisen, dass sie
durchgehende Blumengirlande mitei­ ten) ausgerichtet ist, im Gegensatz zu einen hohen Status haben. Oberhalb
nander verbunden, die über ihren lin­ den Simson­Mosaiken, die entgegen­ jedes Bogens befindet sich eine be­
ken Schultern vorbei hinter ihnen ver­ gesetzt ausgerichtet sind (Abb. 5). Es leuchtete Öllampe. Im mittleren Bo­
läuft. Ihre Füße stehen auf Kugeln in ist in drei Register unterteilt, die nach gen sitzt eine weißhaarige männliche
jeder Ecke des Mosaikfeldes. Die Ku­ oben hin größer werden und anschei­ Figur mit einer Schriftrolle auf einem
geln sind mit menschlichen Gesich­ nend ein Narrativ darstellen, das in Stuhl. Das obere Register zeigt eine
tern oder Masken versehen. Jede Ku­ der Mitte des oberen Registers im Zu­ Begegnung zwischen zwei Gruppen
gel wird von zwei geflügelten Amores sammentreffen zweier großer männli­ von Männern, die jeweils von einer
hochgehalten. cher Figuren gipfelt. männlichen Figur angeführt werden,
Obwohl die Inschrift nur teilweise Das untere Register scheint die deren Bedeutung durch ihre Größe
erhalten ist, erinnert sie sicher an Folgen einer Schlacht darzustellen. und zentrale Position vermittelt
den Bau der Synagoge, indem sie die­ Zu sehen sind u. a. ein toter Stier und wird. Die Mitglieder beider Gruppen
jenigen segnet, die sich unerschüt­ ein toter Elefant samt Reiter. Das halten inne und blicken erwartungs­
terlich an alle jüdischen Gebote (die mittlere Register zeigt eine Arkade, voll auf das dramatische Treffen ih­
Mizwot) halten, oder alternativ jene, in der acht stehende männliche Fi­ rer Anführer. Die linke Gruppe be­
die für das Projekt gespendet haben. guren nach ihren Schwertern grei­ stand ursprünglich aus acht jungen

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MehR­AlS­nuR­MOSAIKe­–­Die­antike­Synagoge­in­huqoq­im­israelischen­Galiläa

Männern, die Schwerter hielten und mys und Diadem. Der König zeigt mit Obwohl es keine Inschriften gibt,
von einem bärtigen, weißhaarigen, der rechten Hand auf einen Stier und anhand derer sich die dargestellten
älteren Mann angeführt wurden. Alle ergreift dessen Horn mit der linken. Episoden identifizieren ließen, sticht
trugen weiße Tuniken und Umhänge – Er wird von einer Phalanx bewaffne­ das Elefantenmosaik hinsichtlich der
es waren die gleichen Figuren wie im ter Soldaten und von zwei Kriegsele­ Präsenz der Kriegselefanten und ei­
mittleren Register. Der Anführer lenkt fanten begleitet. Die Anwesenheit der nes griechischen Königs mit Diadem
die Aufmerksamkeit auf sich, indem Phalanx, der Kriegselefanten und des und Purpurmantel aus dem Korpus
er direkt auf etwas zeigt, das im Kon­ Diadems des rechten Anführers lässt antiker Synagogenkunst deutlich her­
text der Szene der Himmel über ihm darauf schließen, dass er ein griechi­ vor. In allen anderen Synagogen ent­
sein muss, und hält in der linken Hand scher König ist und kein römischer stammen die Motive narrativer Sze­
einen Gegenstand, den er der ande­ Kaiser. Sein Gewand ist nicht helle­ nen der Bibel. Die Komposition und
ren großen Figur darbietet – vielleicht nistisch, sondern entspricht dem, das Ikonografie dieses Mosaikfeldes deu­
eine Münze oder ein Schwert. die Kaiser in der Spätantike trugen; ten hingegen darauf hin, dass hier ein
Der Anführer der Gruppe auf der dies folgt der Konvention spätantiker historisches Ereignis aus der späten
rechten Seite trägt Kleidung und In­ Kunst, Szenen der Vergangenheit mit klassischen Antike oder der hellenis­
signien eines Königs oder Kaisers auf zeitgenössischen Attributen zu verse­ tischen Zeit dargestellt ist, das entwe­
dem Feldzug: Panzer, purpurne Chla­ hen. der real ist oder erfunden.

Abb. 5 Das Elefantenmosaik, die erste Darstellung einer nichtbiblischen Geschichte, die jemals in einer antiken Synagoge entdeckt wurde.

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THEMENPANORAMA

Abb. 6 Das Mosaik mit der Arche Noah zeigt Tierpaare und oben in der Mitte einen Teil der Arche.

Mosaike­im­hauptschiff Straußen (siehe 1 Mose 6,11–7,10; Karren, die von Pferdegespannen ge­
Die Mosaike im Hauptschiff waren auf Abb. 6). Etwa in der Mitte der Szene zogen und von einem Wagenlenker
einen Betrachter ausgerichtet, der die befindet sich das einzige erhaltene gelenkt werden, und werden von ge­
Synagoge durch eine der Haupttüren Fragment der Arche, dargestellt als waltigen Fischen angegriffen oder
in der Mitte der Südwand betrat und Holzkiste auf Beinen. Rechts der Ar­ verschlungen. Die Menschen­, Fisch­
zum nördlichen Ende des Saals blickte. che befindet sich ein teilweise erhal­ und Tierfiguren sind auf eine betont
Fünf große Felder zeigen (von Norden tenes Gebäude mit einem roten Zie­ chaotische Art und Weise über das
nach Süden) Tierpaare, die um Noahs geldach. Die Beziehung zwischen der Mosaik verstreut, die das Durcheinan­
Arche herum angeordnet sind, die Sol­ Arche und diesem Gebäude ist unklar, der des Ereignisses widerspiegelt.
daten des Pharaos, die im Roten Meer da das verbindende Segment des Mo­
ertrinken, einen Helios­Tierkreis­Zy­ saiks durch eine spätere Einkerbung helios­Tierkreis­Zyklus
klus, Jona, der vom Fisch verschluckt beschädigt wurde. Das Zentrum des Hauptschiffs ziert
wird, und den Turmbau zu Babel. ein großes quadratisches Mosaik, das
Kleinere Mosaike am nördlichen und Die­Soldaten­des­Pharaos­ertrinken­ einen Helios­Tierkreis­Zyklus enthält
südlichen Ende des Hauptschiffs zei­ im Roten Meer (Abb. 8) – ein Motiv, das noch in acht
gen Löwen, Adler und eine von einem Die Mosaiktafel südlich des Mosaiks weiteren spätantiken Synagogen in
Kranz umschlossene Inschrift. mit der Arche Noah ist eine unge­ Palästina gefunden wurde und das in
wöhnliche Darstellung der Teilung des der Mosaikinschrift der Synagoge von
Die­Arche­noah Roten Meeres. Die Soldaten des Pha­ En Gedi erwähnt wird. Die komposi­
Das große Mosaik ganz im Norden raos werden zwischen umgeworfenen torische Anordnung des Helios­Tier­
des Hauptschiffs zeigt die Arche Noah, Streitwagen und Pferden von großen kreis­Zyklus in Huqoq ist allerdings
umgeben von Tierpaaren, u. a. Esel, Fischen verschluckt (2 Mose 14,1– recht ungewöhnlich: Anstelle der üb­
Elefanten, Bären, Kamele, Leoparden, 15,21; Abb. 7). Ägyptische Soldaten lichen Gestaltung mit zwei konzen­
Löwen, Schlangen, Schafe, Füchse und in römischer Militärtracht taumeln aus trischen Kreisen, wobei der innere

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MehR­AlS­nuR­MOSAIKe­–­Die­antike­Synagoge­in­huqoq­im­israelischen­Galiläa

Kreis Helios enthält und der äußere schriftet und mit den entsprechen­ ner typisch war, die körperliche Ar­
Kreis in zwölf gleichmäßig unterteil­ den Symbolen der Tierkreiszeichen beit leisteten. Die männliche Dar­
ten keilförmigen Feldern die Tier­ versehen. Auf der Westseite der Ta­ stellung einer Jahreszeit in einer
kreiszeichen, sind die Tierkreiszei­ fel ist der Monat Tevet dargestellt, mit Synagoge ist beispiellos; in anderen
chen auf runden Feldern dargestellt. einer Ziege mit Fischschwanz (capri- Synagogen mit Helios­Tierkreis­Zyk­
Vom Helios­Medaillon in der Mitte cornus = Steinbock) hinter sich. Beim lus sind die Jahreszeiten ausnahms­
sind ein Halbmond, Sterne, Strahlen, nächsten runden Feld darunter ist los weiblich und normalerweise auch
ein vierrädriger Streitwagen und vier nur ein Teil des Monatsnamens Kis­ nicht geflügelt.
weiße Hengste erhalten. Aufgrund lew erhalten. Darunter befindet sich
der Beschädigungen lässt sich lei­ der personifizierte Monat Marche­ Jona­und­der­Fisch
der nicht mehr feststellen, ob Helios schwan mit einem großen Skorpion. Die Mosaiktafel südlich des Tierkreis­
als Personifikation des griechisch­ Das nächste Feld enthält den per­ Zyklus zeigt die Episode aus der bi­
römischen Sonnengottes (wie in sonifizierten Monat Tischri, mit ei­ blischen Geschichte von Jona, in
Hammath Tiberias, Beth Alpha und ner kleinen menschlichen Figur mit der der Prophet, der an Bord eines
Naʼaran) oder anikonisch als Sonnen­ Schuppen neben sich, einer Personi­ Schiffes vor seinem göttlichen Auf­
scheibe (wie in Sepphoris) dargestellt fikation der Gerechtigkeit (Waage). In trag, die Zerstörung der Stadt Ni­
wurde. Auf Mosaikfeldern, die das den Ecken des Mosaiks sind die per­ nive zu verkünden, geflohen ist, von
Helios­Medaillon umgeben, finden sich sonifizierten Jahreszeiten dargestellt. den Seeleuten ins Meer geworfen
fragmentarische Inschriften, offenbar Tischri (Herbst) in der südwestli­ wird (Jona 1,1–2,1; Abb. 9). Die Epi­
auf Hebräisch. chen Ecke – die einzige vollständig sode von Jona und dem Fisch ist in
Das Medaillon war von zwölf mitei­ erhaltene Jahreszeit – ist als geflü­ eine dichte Szenerie mit maritimen
nander verflochtenen runden Feldern gelte männliche Figur abgebildet, die Bildern eingebaut, die Vignetten aus
umgeben, die personifizierte Darstel­ in einer Hand eine Weintraube und dem täglichen Leben enthält: Auf
lungen der den Tierkreiszeichen zu­ einen Stab hält und mit der anderen der rechten Seite sieht man ein klei­
geordneten Monate enthielten. Die die Hörner einer Gazelle ergreift, be­ nes Fischerboot mit einem Mann,
Monate sind als glattrasierte junge gleitet von zwei Feigen. Er trägt eine der ein Netz auswirft, während un­
Männer dargestellt, auf Hebräisch be­ kurze Tunika, wie sie damals für Män­ terhalb des Fischerboots zwei Män­

Abb. 7 Die Soldaten des Pharao ertrinken im Roten Meer (hier werden sie von riesigen Fischen verschluckt).

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ANTIKE WELT 1/20
THEMENPANORAMA

ner im Lendenschurz ein Fischer­


netz auswringen, von dem Wasser
tropft. Im Mittelpunkt der Szene be­
findet sich ein großes Segelschiff,
das mit fünf Seeleuten bemannt ist,
von denen zwei gerade auf den Mast
klettern. Ein bärtiger, teilweise kahl­
köpfiger, grauhaariger Mann in der
Mitte des Schiffes – möglicherweise
der Kapitän – lässt ein Seil mit einer
Schlinge am Ende ins Wasser hinab.
Unmittelbar unter der Schlinge sieht
man Jonas Beine und Füße aus dem
Maul eines großen Fisches baumeln,
der gerade von einem größeren Fisch
verschluckt wird, der wiederum von
einem noch größeren Fisch ver­
schluckt wird. Am Himmel links vom
Schiff stehen drei hybride Wesen, mit
Oberschenkeln, Oberkörper und Kopf
einer Frau und Flügeln, Rumpf und
Füßen eines Vogels, auf einer Sturm­
wolke. Diese tanzen und spielen Mu­
sikinstrumente (Flöte und Lyra) und
ziehen die Aufmerksamkeit eines
Seemanns auf sich, der von der Spitze
des Schiffsmasts aus auf sie zeigt. Die
Kombination aus hybrider Gestalt,
Sturmwolke und der musikalischen
Darbietung lässt keinen Zweifel da­
ran, dass diese Vogelfrauen Harpyien
oder Sirenen sind. Dies ist die erste
zweifelsfreie Darstellung des Mythos
von Jona, die in einer antiken Syna­
Abb. 8 Der Helios­Tierkreis­Zyklus.
goge entdeckt worden ist.

Der­Turmbau­zu­Babel
Das Mosaik südlich der Jona­Szene
zeigt den Turmbau zu Babel (1 Mose Inmitten der laufenden Arbeiten wird Fazit
11,1–9) und Gottes Strafe für den Bau Gottes Strafe für den Bau des Turms In den Mosaiken der Huqoq­Synagoge
eines Turms, der bis zum Himmel rei­ durch einige Arbeiter dargestellt, die tauchen mehrere motivische Muster
chen soll (Abb. 10). Das Chaos und die kopfüber vom Gerüst und von den Sei­ auf. Besonders prominente Leitmo­
Gewalt, die sich auf dem gesamten len des Flaschenzugs in den Tod stür­ tive sind Wasser und die gewaltsame
Bild entfalten, sind anschauliche Dar­ zen, sowie durch Handgreiflichkeiten Zerstörung menschlichen oder tieri­
stellungen der Strafe Gottes für die zwischen Arbeitern. In der Mitte der schen Lebens. Die unglaubliche Kraft
Hybris der Bauherren. In dieser Szene Szene wird gerade der Turm gebaut. des Wassers ist ein wiederkehrendes
kann man die verschiedenen Arbei­ Rund um den Turm sind verschiedene Element in den Mosaiken im Haupt­
ter anhand ihrer Frisuren, Gesichts­ Aspekte des Bauprozesses dargestellt, schiff, mit der Arche Noah vor der
behaarung, Kleidung und Hautfarbe u. a. ein Steinbruch, Holzbearbeitung Sintflut, der Armee des Pharao, die im
auseinanderhalten, mithilfe derer ver­ und ein ausgeklügeltes Flaschenzug­ Roten Meer ertrinkt, und Jona, der in
schiedene Völker dargestellt wurden. system. einem Sturm auf See vom Fisch ver­

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MehR­AlS­nuR­MOSAIKe­–­Die­antike­Synagoge­in­huqoq­im­israelischen­Galiläa

Abb. 9 Das Jona­Mosaik, mit Jona unten rechts und den Harpyien/Sirenen oben rechts.

Abb. 10 Der Turmbau zu Babel (rechts sieht man Steine – möglicherweise die Stufen eines Bema –, die später auf das Mosaik gelegt wurden).

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THEMENPANORAMA

schluckt wird. Dem Motiv der Krise gen noch eine einheitliche Botschaft Übersetzung
und möglichen Zerstörung in den Mo­ vermitteln. Dr.­Cornelius­hartz,­hamburg

saiken im Hauptschiff entspricht die Die Ausgrabungen in Huqoq sind


Bildnachweis
Betonung des Konflikts mit auslän­ noch nicht abgeschlossen. In der Zwi­ Abb.­1:­Slava­Pirsky;­2–10:­Foto:­Jim­haberman.
dischen Mächten in den Mosaiken im schenzeit ist das Gelände nicht für die
Ostschiff: das Ertrinken der ägypti­ Öffentlichkeit zugänglich. Die Mosaike Literatur
Webseite­der­Ausgrabung:­http://huqoq.web.unc.edu/
schen Soldaten spiegelt sich in den wurden zu ihrem Schutz entfernt und
Szenen des militärischen Konflikts mit die ausgegrabenen Flächen verfüllt. Es D.­AMIT,­Mosaic­Inscription­from­a­Synagogue­at­horvat­
huqoq.­Biblical­Archaeology­Review­(2013).
Philistern und Griechen im Ostschiff bleibt zu hoffen, dass das Gelände nach
K.­BRITT / R.­BOuSTAn,­The­elephant­Mosaic­Panel­in­
wider. Und auch das Mosaik mit dem Abschluss der Ausgrabungen von den the­Synagogue­at­huqoq:­Official­Publication­and­Initial­
Interpretations.­Journal­of­Roman­Archaeology­Supple-
Turmbau zu Babel zeigt die gewaltsa­ israelischen Behörden für den Touris­ mentary­Series­106­(2017).
men Nachwirkungen von Sünde oder mus erschlossen werden wird.
M.­J.­GReY,­The­Redeemer­to­Arise­from­the­house­of­
Hybris, hier auf Menschen, die sprach­ Dan‘:­Samson,­Apocalypticism,­and­Messianic­hopes­
in­late­Antique­Galilee,­in:­Journal­for­the­Study­of­Juda-
lich und ethnisch entzweit werden. ism 44­(2013)­553–589.
Alles in allem werfen die Mosaiken Dank
J.­MAGneSS,­Samson­in­the­Synagogue,­Biblical­Archaeo-
In­den­Jahren­2014–2017­gehörten­die­folgenden­Insti­
von Huqoq die Frage auf, inwieweit tutionen­dem­Konsortium­des­huqoq­Ausgrabungs­
logy­Review­39/1­(2013)­32–39.­66–67.

ein einheitlicher Rahmen program­ projekts­an:­die­university­of­north­Carolina­in­Chapel­hill,­ J.­MAGneSS / S.­KISIleVITZ / M.­GReY­u. a.,­huqoq­–­


die­Brigham­Young­university,­die­university­of­Toronto,­ 2014.­excavations­and­Surveys­in­Israel­–­hadashot­
matischer Prinzipien die Auswahl die­Baylor­university­(2016–2017)­und­die­Trinity­univer- Arkheologiyot­128­(2015).
sity­(TX;­2014).­Für­die­in­jenen­Jahren­bereit­gestellten­
der Mosaikdarstellungen leitete oder Mittel­bedanken­wir­uns­herzlich­bei­diesem­Konsortium­ DIeS.,­huqoq­–­2015.­excavations­and­Surveys­in­Israel­–­
sowie­beim­Kenan­Charitable­Trust,­dem­national­Geogra-
das Seherlebnis der Besucher der Sy­ phic­Society­expeditions­Council­und­dem­Waitt­Grants­
hadashot­Arkheologiyot­128­(2016).

nagoge prägte. Momentan deuten die Program,­der­loeb­Classical­library­Foun­dation,­dem­Caro- DIeS.,­huqoq­–­2016.­excavations­and­Surveys­in­Israel­–­


lina­Center­for­Jewish­Studies,­der­Inter­national­Catacomb­ hadashot­Arkheologiyot­129­(2017).
Befunde eher darauf hin, dass wir es Society,­Dumbarton­Oaks,­der­Memorial­Foundation­
for­Jewish­Culture,­der­Foundation­for­Biblical­Archaeo-
hier mit einer Ansammlung von Sze­ DIeS.,­Ḥuqoq­–­2017.­excavations­and­Surveys­in­Israel­–­
logy­und­zahlreichen­großzügigen­einzelspendern.
hadashot­Arkheologiyot­130­(2018).
nen zu tun haben, die zwar in einer
DIeS.,­huqoq­(lower­Galilee)­and­Its­Synagogue­Mosaics:­
Art Dialog miteinander stehen und be­ Preliminary­Report­on­the­excavations­of­2011–13.­Jour-
Adresse der Autorin
nal­of­Roman­Archaeology­27­(2014)­327–55.
stimmte Motive und Themen gemein Prof.­Dr.­Jodi­Magness
Department­of­Religious­Studies R.­TAlGAM,­Mosaics­of­Faith:­Floors­of­Pagans,­Jews,­
haben, welche einander gegenseitig CB­#3225 Samaritans,­Christians,­and­Muslims­in­the­holy­land­
verstärken, die aber weder eine ko­ university­of­north­Carolina­at­Chapel­hill (2014).
Chapel­hill,­nC­27599­3225
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Wüstungen ein Glücksfall für die Archäologie? Wie beeinflusste die Dreifelderwirtschaft
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anhand dieser Funde die facettenreiche Geschichte Europas von der Urgeschichte, über
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Abb. 1 Der zweigeschossige Bau nimmt heute große Teile der Sammlungen auf.

ANTIKE ZEUGNISSE IN EINEM BESONDEREN


AMBIENTE
Das Archäologische Museum in Apollonia

selhafte Geschichte, die an dieser Stelle


A lbanien ist nach wie vor ein Land,
das bislang nur von einer geringen
Anzahl Reisender besucht wird. In den
nicht nachgezeichnet werden kann.
Aufgrund ihrer Lage entwickelte sich
Das Museum
Aufgrund seiner Geschichte blickt Al­
banien auf eine kurze Museumsge­
letzten Jahren ist allerdings eine Reihe die Stadt zu einem wichtigen, an die schichte zurück. So gehört das Mu­
von Führern zu archäologischen Stät­ Via Egnatia angeschlossenen Handels­ seum in Apollonia zu den ältesten des
ten erschienen, die neugierig machen. zentrum. Außerdem war der Ort für Landes, obwohl es erst 1958 eröffnet
Dieser Beitrag stellt ein besonderes seine Rhetorikschulen und seine Bild­ wurde; älter sind nur das 1948 eröff­
Museum vor, das nicht nur durch die hauerschule bekannt. Ab dem 5./6. Jh. nete Archäologische Nationalmuseum
ausgestellten Funde, sondern auch n. Chr. begann der Niedergang der in Tirana und das 1951 entstandene
durch den architektonischen Rahmen Stadt und sie geriet in Vergessenheit. Archäologische Museum in Durrës.
hervorsticht. Wiederentdeckt wurde sie im 15. Jh. Die Aufgabe des Museums in Apol­
Apollonia ist eine der bedeutendsten Jedoch setzte die archäologische Er­ lonia war es zunächst, die nach dem
Ausgrabungsstätten Albaniens und liegt forschung des Ortes erst im 19. Jh. ein, Zweiten Weltkrieg gemachten Funde
etwa 12 km westlich des Verwaltungs­ in deren Verlauf zahlreiche Funde ge­ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ge­
sitzes Fier. Die Stadt wurde von griechi­ macht wurden. Diese werden heute eignete Räumlichkeiten fanden sich un­
schen Kolonisten im späten 7. Jh. v. Chr. z. B. im Archäologischen Museum von mittelbar am Grabungsgelände im Ma­
gegründet und durchlebte eine wech­ Apollonia aufbewahrt. rienkloster, das durch die Umnutzung

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M U S E E N I N A L L E R W E LT

vor den Zerstörungskampagnen der die bedeutendsten Sammlungsstücke rekt linker Hand des Eingangs (Abb. 1).
kommunistischen Ära bewahrt wurde. nach Tirana verbracht. Angesichts der Zum Hof hin weist die Fassade eine Ar­
Die Entstehung des Museums fiel schwierigen ökonomischen Lage der kadenarchitektur auf; hier sind größere
mit der Intensivierung der Ausgra­ folgenden Jahre konnte das Museum Steindenkmäler – Skulpturen, Reliefs
bungstätigkeiten in Apollonia zusam­ erst 2011 mit der Unterstützung der und Sarkophage – ausgestellt.
men. Zahlreiche Neufunde führten UNESCO wieder der Öffentlichkeit zu­ Die Ausstellungsräume im Oberge­
schon 1961 zu einer Neukonzeption gänglich gemacht werden. schoss haben ihren historischen Cha­
der Ausstellung. Dieser Zustand blieb rakter nach der Neugestaltung ein­
bis 1985 bestehen; dann musste an­ Die Gebäude und ihre Aus­ schließlich eines neuen Lichtkonzeptes
gesichts der Fundmenge eine weitere stellungsbereiche behalten. In den mehr als 30 Vitrinen
Neuaufstellung erfolgen. Das Museum besteht heute aus drei und mit den zahlreichen, frei ausge­
Ein tiefer Einschnitt in die Samm­ Baukomplexen innerhalb des Marien­ stellten Objekten kann nur ein sehr ge­
lungsgeschichte erfolgte zu Beginn klosters. Das Kloster selbst geht auf ringer Teil der in Apollonia gemachten
der 1990er Jahre. Der Zusammen­ das 9. Jh. zurück, der aktuelle Bau­ Funde präsentiert werden – genauso
bruch des politischen Systems be­ bestand stammt hingegen aus dem wie dieser Beitrag nicht als vollständi­
wirkte auch das Schwinden der öffent­ 13. und 14. Jh. mit späteren Ergän­ ger Führer durch die Sammlungen zu
lichen Ordnung. Zahlreiche Museen zungen. verstehen ist (Abb. 2).
mussten Diebstähle und sogar Plün­ Das Konzept geht davon aus, hier
derungen hinnehmen. Nachdem auch Das Hauptgebäude Objekte sowohl aus Apollonia als auch
das Museum in Apollonia davon be­ Das Hauptgebäude des Museums ist aus der gesamten Region und vom Pa­
troffen war, wurde das Haus aus ein zweistöckiger Bau aus osmanischer läolithikum bis in das Mittelalter dem
Sicherheitsgründen geschlossen und Zeit an der Nordseite des Klosters, di­ Besucher zugänglich zu machen. Zu­

Abb. 2 Blick in die Ausstellungsräume.

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ANtikE ZEUGNiSSE iN EiNEM BESONDErEN AMBiENtE – Das Archäologische Museum in Apollonia

gleich war es das Ziel, die Objekte ne­ funden wurde, oder eine Grabstele mit
ben einer chronologischen Ordnung der Darstellung der Artemis (Abb. 3).
auch thematisch in fünf Bereiche zu Neben den reliefs finden sich auch zahl­
gliedern: die Frühzeit und die Stadt­ reiche Porträts, die aus unterschiedli­
entwicklung, das Handwerk mit sei­ chen Epochen stammen.
nen unterschiedlichen Facetten, ke­ Kleinere Fundgruppen, etwa Klein­
ramik und Münzen als Zeugnisse des bronzen, Münzen oder Glas, sind zu
Handels, religion und ritual sowie erwähnen, können aber hier nicht im
schließlich krieg und Frieden (Abb. 2). Detail behandelt werden. Auf zwei
Innerhalb der Sammlung nehmen fast einzigartige Gegenstände, die in
zwei Materialgruppen größeren Raum der Ausstellung besonders hervor­
ein. Dabei handelt es sich einmal um gehoben werden, sei aber hingewie­
Keramik von der Ur­ und Frühgeschichte sen: Es handelt sich dabei um ein gro­
bis zum Mittelalter hin; importware und ßes, mit einem Gorgoneion verziertes
lokale Produkte stehen nebeneinander. Bronzeschild aus dem 5. Jh. v. Chr. so­
Die zweite Gruppe, die sich u. a. mit der wie einen makedonischen Helm, der
lokalen Bildhauerschule verbinden lässt, in das 4. Jh. v. Chr. datiert wird.
besteht aus kleineren Steindenkmälern.
Dabei handelt es sich um Reliefs wie Die Trapeza
etwa jenes mit der Darstellung einer Lö­ Ein weiterer für Museumszwecke ge­
Abb. 3 Grabstele aus Kalkstein mit der Dar­
stellung der Artemis, gelegentlich auch als Diony­
wenjagd, das bei Restaurierungsarbei­ nutzter Bau ist die ehemalige Trapeza
sos angesprochen, 3. Jh. v. Chr. (Inv. AM 5031). ten im Fußboden der Klosterkirche ge­ bzw. das Refektorium, der Speisesaal

Abb. 4 Blick in die Portikus mit den dort ausgestellten Steindenkmälern.

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Abb. 5 Die Marienkirche. Blick von Südosten.

des Klosters. Der große, an drei Sei­ – etwa Architekturteile und größere
ten um Apsiden erweiterte Raum ist Skulpturen – ihre Aufstellung gefun­ Adresse des Autors

in vielerlei Hinsicht für den Besucher den, die aus Platzgründen oder auf­ Dr. Wolfram Letzner
Ostenallee 144
interessant. Augenfällig sind die groß­ grund statischer Probleme nicht in D-59071 Hamm
wletzner@web.de
flächigen Fresken aus byzantinischer der Galerie im Obergeschoss des Mu­ www.albania­archaeologica­studienreisen.de

Zeit, die sowohl westliche als auch seums untergebracht werden konn­
Bildnachweis
lokale Einflüsse aufweisen, und die ten (Abb. 4).
Alle Abb. W. Letzner
Reste eines Bodenmosaiks. Wer vor
längerer Zeit in der Trapeza war, wird Die Klosterkirche Literatur
sicherlich die beiden Löwenskulptu­ Die der Gottesmutter geweihte klos­ G. kOCH (Hrsg.), Albanien. kulturdenkmäler eines
unbekannten Landes aus 2200 Jahren (1985) 48–53
ren an der Nordseite vermissen; sie terkirche nimmt im Sinne einer mu­ Abb. 75–85.
haben einem großen Durchbruch zu sealen Präsentation keine archäologi­ W. LETZNER, Die 40 bekanntesten archäologischen und
einem dahinter liegenden Raum wei­ schen Funde auf (Abb. 5). Jedoch ist historischen Stätten in Albanien (2017) 28–36 Abb. 10–11.
CH. ZiNDEL / A. LiPPErt / B. LAHi / M. kiEL, Albanien.
chen müssen, in dem bei archäologi­ die Kirche z. T. aus Marmorblöcken Ein Archäologie­ und Kunstreiseführer von der Steinzeit
schen Untersuchungen Baubefunde aus den Sitzreihen des Theaters er­ bis ins 19. Jahrhundert (2018) 268–272.

aus frühchristlicher Zeit mit einem Mo­ baut. Die in einer Vorhalle gelegene
saikboden ans Tageslicht gekommen Brunnenfassung mit Spuren einer Informationen zum Museum
sind. Aus statischen Gründen konnten jahrhundertelangen Nutzung wurde Archäologisches Museum
Archäologischer Park Apollonia
die Ausgrabungen an dieser Stelle aber aus einer dorischen Säulentrommel Pojan 9309, Albanien
nicht fortgesetzt werden. gearbeitet.
Das Museum und seine Umgebung Öffnungszeiten
Die Portikus bieten natürlich viel mehr, als in die­ Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
(Abweichungen sind möglich)
An der Ostseite der Umfassungsmauer sem Beitrag aufgezeigt werden konnte.
des klosters liegt eine Portikus, die Der Besucher sollte sich Zeit nehmen, Eintritt 
seit kurzem einer musealen Nutzung um den Ausstellungen gerecht zu wer­ 400 Lek (Gilt für das Museum und die Ausgrabungen)

dient. Hier haben Steindenkmäler den.

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Rezensionen und Empfehlungen

THUKYDIDES UND von Prof. Dr. Raimund Schulz, Bielefeld


DER KRIEG
Das Buch überrascht auf dem rückseitigen sowie der technischen Entwicklung von
W. Will, Athen oder Sparta. Eine Ge­
Cover mit der genauso werbewirk­ Waffengattungen und Kriegsmittel.
schichte des Peloponnesischen Krieges.
352 S., 9 Abb., 11 Karten. € 26,95 (D). samen wie unzutreffenden Aussage, der Gleichermaßen souverän erklärt der
C. H. Beck, München 2019. Peloponnesische Krieg sei das «bis Autor die innen­ und verfassungspoliti­
dato größte militärische Kräftemessen schen Verhältnisse, allerdings wiederum
der Weltgeschichte» gewesen. Das konzentriert auf Athen. Erfrischend ist
hätte wohl Thukydides gefallen, und die das gesamte Buch durchziehende
W. Will behandelt denn auch den Idee, den auf Thukydides fixierten
Krieg sehr nah am Text und im Bann des Kriegsverlauf durch den Blick auf die
großen Historikers, fügt einen Über­ Reaktionen dramatischer Aufführungen
blick über die Zeit seit den Perserkriegen zu ergänzen. Gerade hier erhält der
sowie einen Abspann hinzu, der bis Leser eine zwar recht suggestive, aber
in die 70er Jahre des 4. Jhs. reicht. Das instruktive dichte Beschreibung
Buch liest sich über weite Strecken wie einer außergewöhnlichen Gesellschaft,
eine Mischung aus chronologisch exak­ die durch den Krieg groß geworden
ter Nacherzählung sowie interpretieren­ war, mit ihm zu leben lernte und sich
dem und kontextualisierendem Kom­ bei allen innenpolitischen Spannungen
mentar. Es geht deshalb auch weniger um immer wieder zusammenraufte, um die
«Sparta oder Athen», sondern um größten militärischen Rückschläge zu
Thukydides und die Athener im Krieg. verkraften. Man merkt dem Buch auf
Dieser wird im Gegensatz zu dem im jeder Seite an: Der Autor liebt zwar
gleichen Verlag erschienenen Werk des seinen Thukydides und die Athener
Autors über den Peloponnesischen Krieg nicht, aber er zollt ihnen aus der Rück­
auch in seinen militärpragmatischen schau hohen Respekt. Wer sich darauf
Aspekten kenntnisreich gewürdigt. Der einlassen will, ist mit dem sorgfältig
Leser findet ausführliche Erläuterungen recherchierten und stets nachvollziehbar
von Schlachtenverläufen und ­taktiken argumentierenden Buch gut bedient.

DIE HÄUSER VON von Dr. Björn Gesemann, Mainz


POMPEJI
Das Buch widmet sich einem Thema, geht darüber hinaus: In ihren Photo­
Jennifer F. Stephens / Arthur E. Ste­
mit dem man sich erst in den letzten mosaiken – das sind im Computer
phens, Pompeii. A Different Perspective.
Via dell’Abbondanza. A long road, well 20 Jahren intensiverer befasste: dem erzeugte photogrammetrische Bilder,
traveled. 126 S., 23 x 33 cm, $ 50.00 Straßenbild bzw. den Fassaden. Auf die sich aus zahlreichen Einzelbildern
(USD). Lockwood Press, Atlanta 2017. acht Seiten Text (Grußwort, Einfüh­ zusammensetzen – wird der Zustand
rungen) folgt der zentrale Teil des von 2008 wiedergegeben.
Buches, die photographische Darstel­ Bedauerlich ist, dass die Bilder keinen
lung der Hausfronten entlang der Via einheitlichen Maßstab haben. Die
dell’Abbondanza, der Hauptgeschäfts­ Bilder der unterschiedlich breiten Insula­
straße der Stadt. Auf 33 querformati­ fronten füllen jeweils die ganze Doppel­
gen Doppelseiten werden die Fronten seite: hier kommt Ästhetik leider vor
der Insulae präsentiert, die die Straße wissenschaftlicher Akkuratesse. Trotz
flankieren. Die Abbildung, die die der Größe der Abbildungen bleibt der
oberen zwei Drittel der Doppelseite Maßstab, gemessen am Format der
füllt, zeigt die Insulafront, darunter Fronten, klein und ermöglicht nicht,
finden sich Eingangsnummern, Na­ die Details zu erfassen. Es wäre schön
men der Häuser sowie Funktion der gewesen, hätte man der Darstellung
dahinter liegenden Raumeinheiten. Im der einzelnen Fassaden eine Reihe von
Anschluss daran werden auf 29 sehr Detailaufnahmen zur Seite gestellt.
reich bebilderten Seiten Grabungs­ Das Buch ist eine willkommene und
geschichte der Straße und Methodik überfällige Ergänzung zur vorhandenen
der Bilderstellung erläutert. Bereits Literatur. Auch wenn es sich sicherlich
Spinazzola hat 1953 eine zeichnerische an den Fachmann oder versierteren
Darstellung der Hausfronten sowie Laien wendet, ist das Blättern auch
deren Rekonstruktion vorgelegt. Hier für weniger gut informierte Personen
knüpft das Ehepaar Stephens an und sicher nicht ohne Reiz.

Zusätzliche Buchbesprechungen 90
finden Sie online auf unserem ü ANTIKE WELT 1/20
Leserportal. www.antikewelt.de
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DIE ANTIKE WELT-REDAKTION EMPFIEHLT

Vitali Konstantinov, Es steht Mischa Meier, Geschichte der Völker­


geschrieben. Von der Keilschrift wanderung. Europa, Asien und
zum Emoji. 80 S., 24,5 x 33 cm, Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert
€ 25,00 (D). Gerstenberg Verlag, n. Chr. 1532 S. mit 40 Abb. u.
Hildesheim 2019. 38 Karten, € 58,00 (D). Verlag C.H. Beck,
München 2019.

von Anna Ockert, Darmstadt von Anna Ockert, Darmstadt

Der großformatige Titel von Vitali Konstantinov beschäftigt Die Völkerwanderung, die gerne als zeitliche Grenze zwischen
sich mit der Erfindung der Schrift, mit ihrer chronolo­ der Antike und dem Mittelalter angegeben wird, umfasst
gischen Verbreitung und ihren unterschiedlichen Ausprägun­ eine Abfolge von wichtigen Ereignissen. Mischa Meier befasst
gen. Die Grundlage bilden dabei kleine, auch zusammen­ sich in seinem Buch hauptsächlich mit der chronologischen
hängende Comicpanels, die das jeweilige Thema erläutern, Abfolge der einzelnen «Wanderungen», setzt z. T. aber auch
sowie Infotafeln, die die einzelnen Schriftsysteme näher einzelne Ereignisse in einen gemeinsamen Kontext, um
vorstellen. Das Buch, das auch für ältere Kinder geeignet ist, Vergleiche zu ziehen. Zudem wirft der Autor einen systema­
vermittelt einen anschaulichen Überblick über die «antiken» tischen Blick auf die Quellenlage und die archäologischen
und «modernen» Schriften und bietet aufschlussreiche Infor­ Zeugnisse, von denen besonders erstere kritisch betrachtet
mationen über die Geschichte und die Verwandtschafts­ wird, um einen möglichst unverfälschten Eindruck über
grade der einzelnen Sprachen. die damaligen Gegebenheiten zu bekommen.

von Dr. des Saskia Kerschbaum, München DER VERTRIEBENE


GELEHRTE
Nachdem der Autor Kay Ehling 2016 be­ Georges und Winckelmanns forderte
Kay Ehling, Paul Friedländer. Ein klassi­
reits einen zweiteiligen Artikel über Friedländer eine «Humanisierung
scher Philologe zwischen Wilamowitz
Paul Friedländer in der ANTIKEN WELT der Philologie», die als gesellschaftliches und George. Reihe Jüdische Miniaturen,
publizierte, widmet er dem bedeu­ Leitbild dienen sollte. Nur wenige Band 238, 86 S., 14 Abb., € 8,90 (D).
tenden Gräzisten und philologisch ar­ Tage nach der Reichspogromnacht wurde Hentrich&Hentrich Verlag, Berlin 2019.
beitenden Archäologen nun eine er aufgrund seiner jüdischen Vor­
Biographie. Die prägende Figur in Fried­ fahren ins KZ Sachsenhausen deportiert,
länders jungen Jahren war zunächst kam jedoch durch einflussreiche
der große Philologe Ulrich von Wilamo­ Fürsprecher wieder auf freien Fuß. Kurze
witz­Moellendorff in Berlin. Fried­ Zeit später wanderte die Familie
länder studierte bei ihm, promovierte nach Amerika aus, wo Friedländer seine
1905 über den griechischen Herakles­ erfolgreiche akademische Karriere
mythos und habilitierte sich 1911 über fortsetzen konnte. Trotz zweier Ange­
die spätantiken Autoren Johannes bote kehrte er bis zu seinem Tod im
von Gaza und Paulus Silentiarius. Kaum Dezember 1968 nicht mehr in die alte
zum Professor ernannt, meldete Heimat zurück – sie war ihm fremd
er sich im Sommer 1914 freiwillig zum geworden. Kenntnisreich, unterhaltsam
Frontdienst. Der Krieg und die und mit Hilfe von zahlreichen Zitaten
Jahre in Marburg, wo Friedländer einen aus Friedländers Werken und Briefen
interdisziplinären Gelehrtenzirkel ermöglicht Kay Ehling einen direkten
(eine «Graeca») initiierte, beeinflussten und faszinierenden Einblick in die
seine Haltung zu den Altertums­ Lebens­ und Gedankenwelt eines gro­
wissenschaften stark. Im Sinne Stefan ßen, vertriebenen Gelehrten.

91
ü ANTIKE WELT 1/20
Bitte beachten Sie, dass sich die Ausstellungsdaten und Öffnungszeiten der einzelnen Museen kurzfristig ändern können.

BELGIEN (Statue, Relief, Vase) sowie die programmatischen und Literatur vor, ebenso das Nachwirken und
Absichten berücksichtigt. die Rezeption.
Geöffnet: Mo–Mi 10–18 Uhr, Do 10–21 Uhr, Geöffnet: Di–So 10–16 Uhr
TONGEREN Fr–So 10–18 Uhr Kirchenplatz 6
Gallo-Römisches Museum Am Lustgarten www.antikensammlung-giessen.de
Dacia Felix. Die ruhmreiche Vergangenheit www.smb.museum.de
Rumäniens
bis 26. April 2020 HERNE
Geöffnet: Di–Fr 9–17 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr BERLIN LWL-Museum für Archäologie
Kielenstraat 15 Pergamonmuseum PEST!
www.galloromeinsmuseum.be Der Babel-Bibel-Streit bis 10. Mai 2020
s. a. den Beitrag in AW 5/2019, S. 96. bis 28. März 2020 Präsentiert wird die Geschichte der Pest von der Stein-
Der sog. Babel­Bibel­Streit – ein Streit zwischen Theo- zeit über die Spätantike und das Mittelalter
logen und Altorientalisten, 1902 ausgelöst durch bis zur heutigen Zeit sowie ihre globalen Auswir-
einen Vortrag des Assyrologen Friedrich Delitzsch kungen.
DÄNEMARK (1850–1922) – wird vorgestellt: Zu sehen sind Geöffnet: Di, Mi, Fr 9–17 Uhr, Do 9–19 Uhr,
sowohl die Objekte, die den Forschern damals zur Sa, So, Feiertag 11–18 Uhr
Verfügung standen, als auch selten gezeigte Europaplatz 1
KOPENHAGEN Objekte aus den Depots, die für die Überlegungen www.lwl-landesmuseum-herne.de
Ny Carlsberg Glyptotek Delitzschs wichtig waren.
The Road to Palmyra Geöffnet: Mo–So 10–18 Uhr, Do 10–21 Uhr
bis 1. März 2020 Am Kupfergraben 5 KONSTANZ
Die Glyptothek beherbergt die größte Sammlung pal- www.smb.museum.de Archäologisches Landesmuseum Baden-
myrenischer Porträtskulpturen außerhalb Syriens. Württemberg
Dies führte zu dem «Palmyra Portrait Project» an der Stadt – Land – Fluss. Römer am Bodensee
Universität Aarhus. Die Sammlungsgeschichte, BERLIN bis 12. April 2020
neue Erkenntnisse zu den Porträts und neue Ergeb- James-Simon-Galerie Funde aus Bregenz, Eschenz sowie vielen anderen
nisse der Polychromieforschung werden vorgestellt. Nah am Leben – 200 Jahre Gipsformerei Fundorten rund um den Bodensee zeigen das
Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr bis 1. März 2020 Entstehen größerer und kleinerer Siedlungen in
Dantes Plads 7 Geöffnet: Mo–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr römischer Zeit: Gebäude aus Steinmauern mit
www.glyptoteket.dk Bodestraße Ziegeldächern, Wasserleitungen, Mosaike und Boden­
www.smb.museum heizungen sowie ein dichtes Netz von Verkehrs­
s. a. den Beitrag in AW 6/2019, S. 35 wegen zu Wasser und zu Land.
Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr
Benediktinerplatz 5
BOCHUM www.konstanz.alm-bw.de
Haus der Archäologien
Göbekli Tepe und die ältesten Monumente
der Menschheit MÜNCHEN
bis 1. März 2020 Residenz München
Eine kleine Fotoausstellung der frühneolithischen Archäologische Staatssammlung zu Gast in der
Siedlung auf dem Göbekli Tepe. Residenz München: Antike Gemmen aus Bayern
Geöffnet: Mo–Fr 9–16 Uhr bis 26. April 2020
Am Bergbaumuseum 31 Obwohl die Archäologische Staatssammlung wegen
www.bergbaumuseum.de Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich 2021
geschlossen sein wird, ist nun ein kleiner Teil der
Sammlungen – nämlich eine Auswahl der
BONN antiken Gemmen – in der Residenz zu sehen.
Ägyptisches Museum Geöffnet: Mo–So 10–17 Uhr
«The Road to Palmyra»: Grabrelief der Salmat und Kaiserliche Pharaonen – Pharaonische Kaiser. Residenzstraße 1
ihrer Mutter Asta, Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen Die Herrschaft der römischen Principes www.archaeologie-bayern.de
IN 1025 (© Foto: T. Cracchiola, Getty). zwischen Republik und ägyptischem Königtum
verlängert bis 29. Februar 2020
Anhand der drei Kaiser Augustus, Domitian und MÜNCHEN
Hadrian wird gezeigt, wie die römischen Herrscher Staatliche Münzsammlung
DEUTSCHLAND auf Monumenten in Ägypten dargestellt wurden Die silberne Stadt. Rom im Spiegel seiner
und wie sie sich in ägyptischer Bild­ und Formspra- Medaillen
che in Rom präsentierten. bis 3. Mai 2020
AUGSBURG Geöffnet: Di–So 12–18 Uhr Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr
Römerlager im Zeughaus Regina-Pacis-Weg 7 Residenzstraße 1
Die Via Claudia – ein unsichtbares Denkmal www.aegyptisches-museum.uni-bonn.de www.staatliche-muenzsammlung.de
bis 1. März 2020
Gezeigt werden die Spuren der Via Claudia Augusta
in Bayern, die von Altino über Füssen nach Augs- CHEMNITZ
burg führte, außerdem die Vermessung einer Strecken- Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
führung und der Bau einer römischen Straße. Leben am Toten Meer
Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr bis 29. März 2020
Zeugplatz 4 Geöffnet: Di, Mi, Fr 9–17 Uhr, Do 9–19 Uhr,
kunstsammlungen-museen.augsburg.de Sa, So, Feiertag 11–18 Uhr
Europaplatz 1
www.smac.sachsen.de
BERLIN s. a. Titelthema der AW 6/2019.
Altes Museum
Starke Typen. Griechische Porträts der Antike
bis 2. Februar 2020 GIESSEN
Marmorporträts aus München und rekonstruierende Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität
Nachgüsse der Bronzen von Riace aus dem Gießen
Liebieghaus in Frankfurt am Main sowie Objekte aus Reisen in die Unterwelt – Antike Unterwelts­
den eigenen, sonst magazinierten Beständen der konzepte und ihre Rezeption
Antikensammlung geben ein umfassendes Bild zur bis 15. Februar 2020 «Die silberne Stadt»: Alma Roma. Alessandro Cesati
Porträtkunst der Antike. Dabei werden verschie­ Eine von Studenten der Klassischen Archäologie und und Gianfederico Bonzagni, Paul III., Panoramaansicht
dene Aspekte wie Idealvorstellungen, Anlass und Ort der Kunstgeschichte konzipierte Schau stellt die der Stadt Rom mit ihren wichtigsten Bauwerken, 1550
der Aufstellung, die unterschiedlichen Bildträger antiken Unterweltsvorstellungen in Mythos, Kunst (© Staatliche Münzsammlung, Foto: Nicolai Kästner).

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AUSSTELLUNGSKALENDER

SPEYER geht um das Aufeinandertreffen dieser drei Völker Wein und Fisch­Sauce bis hin zu Zubereitung und
Historisches Museum der Pfalz im Gebiet zwischen Nikaia (Nizza) und Emporion Verzehr von Speisen. Etwa 300 Leihgaben aus
Medicus – Die Macht des Wissens (Ampurias) in der Zeit vom 8.–1. Jh. v. Chr., speziell Neapel und Pompeji zeigen die reiche Ausstattung
bis 21. Juni 2020 um die Navigation im Mittelmeer, Wirtschafts­ der Speiseräume (Wandmalerei, Mosaike, Möbel,
Dargestellt wird die Entwicklung der Medizin vom beziehungen, kulturellen Austausch und die Grün- Statuen), Geschirr aus wertvollen Metallen, Küchen-
Altertum bis zur Gegenwart: das medizinische dung von Kolonien. geräte und tönerne Transportamphoren für
Wissen der antiken Völker, die Verbreitung dieser Geöffnet: Mo, Mi–Fr 10–12 Uhr und Wein, Oliven und Fischsauce. Auch ein Nachbau von
Kenntnisse über Rom und Byzanz in den arabi­ 13.30–17.30 Uhr, Sa+So 14–18 Uhr Räumen der Casa del bracciale d‘oro ist zu sehen.
schen Raum und die Rückkehr nach Europa im 11. Jh., Route de Pérols 390 Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr
wo besonders in den Klöstern die Heilkunst http://museearcheo.montpellier3m.fr Beaumont Street
ausgeübt wurde. www.ashmolean.org
Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr
Domplatz STRASSBURG
www.museum.speyer.de Archäologisches Museum
Bedienungsanleitung: Das bewegte Leben der GRIECHENLAND
archäologischen Sammlung
TRIER bis 31. Dezember 2020
Rheinisches Landesmuseum Die Schau ermöglicht dem Besucher einen ungewöhn­ IRAKLIO
Spot an! Szenen einer römischen Stadt lichen Blick auf den Weg, den archäologische Archäologisches Museum
bis 26. Januar 2020 Fundstücke von der Ausgrabung über die Reinigung Δαίδαλος. Στα ίχνη του μυθικού τεχνίτη
Die Bedeutung von Augusta Treverorum wird anhand und eventuelle Restaurierung und Datierung bis bis 1. März 2020
bislang noch nicht gezeigter archäologischer hin in die Vitrine oder in das Magazin zurücklegen. Die Ausstellung «Daidalos, auf den Spuren des
Funde verdeutlicht. Wandmalereien, Mosaike, Skulp­ Geöffnet: Mo, Mi, Do, Fr 12–18 Uhr, mythischen Handwerkers» ist dem genialen Hand-
turenfunde, Goldmünzen und andere Objekte Sa+So 10–18 Uhr werker und Erfinder, dem Erbauer des Labyrinthes
veranschaulichen sowohl das Luxus­ wie auch das Place du Château 2 auf Kreta, gewidmet. Gezeigt werden technische
Alltagsleben im römischen Trier. www.musees.strasbourg.eu Innovationen der minoischen Zeit wie z. B. die
Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr Verwendung der Töpferscheibe, die Entwicklung von
Weimarer Allee 1 Handwerksgeräten oder Neuerungen beim
www.landesmuseum-trier.de Schiffsbau.
GROSSBRITANNIEN Geöffnet: Mo, Mi–So 8–20 Uhr, Di 10–20 Uhr
Xanthoudidou & Hatzidaki Straße
ULM http://heraklionmuseum.gr
Museum Ulm / Studio Archäologie LONDON
Tod im Tal des Löwenmenschen – Knochen- The British Museum
geschichten aus 100 000 Jahren Troy – myth and reality THESSALONIKI
verlängert bis 2. Februar 2020 bis 8. März 2020 Archäologisches Museum
Die Höhlen im Lonetal bei Ulm wurden über Tausende Mit über 300 Objekten erzählt die Ausstellung «Troia: Από τον Νότο στον Βορρά: Αποικίες των
von Jahren immer wieder als Bestattungsplatz, als Mythos und Realität» die Geschichte von Troia Κυκλάδων στο Βόρειο Αιγαίο
Kultstätte oder Opferplatz genutzt. Die Entdeckung und und seine über Jahrtausende anhaltende Faszination bis 31. August 2020
Bergung der menschlichen Skelettreste sowie die in Kunst, Literatur und Film. Ein Großteil der Funde, In der Ausstellung «Von Süden nach Norden: Kolonien
neuen Erkenntnisse aus naturwissenschaftlichen die Heinrich Schliemann dort ausgegraben hatte, wird der Kykladen in der nördlichen Ägäis» geht es
Untersuchungen werden zusammenfassend vorgestellt. von den Berliner Museen ausgeliehen: Keramik­ um die Kolonisation der nördlichen Ägäis Mitte des
Geöffnet: Di–So 11–17 Uhr und Silbergefäße, Bronzewaffen und Steinskulp­ 7. Jhs. v. Chr. Dabei stehen zwei Inseln im Vorder-
Marktplatz 9 turen. grund: Andros (mit seinen vier Kolonien Akanthos,
www.museum.ulm.de Geöffnet: Mo–So 10–17.30 Uhr Sane, Stageira, Argilos) und Paros (mit Thasos
Great Russell Street und deren Tochterkolonien Neapolis, Oisyme und
www.britishmuseum.org Galepsos). Die neuesten Ergebnisse, auch anthro­
VÖLKLINGEN pologischer und archäobotanischer Studien, werden
Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit ca. 470 Funden vorgestellt.
PharaonenGold – 3000 Jahre altägyptische Geöffnet: Mo–So 8–20 Uhr
Hochkultur Manolis Andronikos Straße 6
verlängert bis 26. April 2020 www.amth.gr
Die 150 goldenen Exponate aus Pharaonengräbern
stammen aus der Zeit von ca. 2680 bis 1320 v. Chr.
und geben einen Einblick in die Welt der Pharaonen
und ihrer besonderen Beziehung zu Gold. ITALIEN
Geöffnet: Mo–So 10–18 Uhr
Rathausstraße 75–79
www.voelklinger-huette.org AGRIGENT
Valle dei Templi und Museo archeologico
regionale «Pietro Griffo»
WÜRZBURG Costruire per gli dei. Il cantiere nel mondo
Martin von Wagner Museum der Universität /  classico
Antikensammlung bis 17. Mai 2020
MUS­IC­ON! – Klang der Antike «Bauen für die Götter. Die Baustelle in der klassischen
bis Juli 2020 Welt»: In Agrigent ist ein Lehrpfad eingerichtet
Geöffnet: Di–Sa 10–17 Uhr, So 10–13.30 Uhr worden, der vom Tempel der Iuno bis zum Tempel
Residenzplatz 2 a der Dioskuren führt. Sowohl dort als auch im
www.museum.uni-wuerzburg.de Museum wird der Besucher über die Steinbrüche,
s. a. Beiträge ab S. 8. den Transport und die Bearbeitung des Materials
bis zum fertigen Tempel unterrichtet.
«Troy»: Att. rf. Stamnos aus Vulci, Odysseus und die Geöffnet: Mo–So 8.30–20 Uhr
Sirenen, Sirenen­Maler, 480–470 v. Chr. (© The Trustees Contrada San Nicola 12
FRANKREICH of the British Museum). https://www.parcovalledeitempli.it

LAT TES OXFORD BOLOGNA


Musée Archéologique Henri Prades The Ashmolean Museum Museo Civico Archeologico
L’aventure phocéenne. Grecs, Ibères et Gaulois Last supper in Pompeji Etruschi. Viaggio nelle terre dei Rasna
en méditerranée nord-occidentale bis 12. Januar 2020 bis 24. Mai 2020
bis 6. Juli 2020 Im Mittelpunkt dieser Pompeji­Ausstellung stehen «Die Etrusker. Eine Reise in die Gebiete der Rasna»
«Das phokäische Abenteuer. Griechen, Iberer und Essen und Trinken: die Themen reichen von führt den Besucher durch alle etruskischen Gebiete:
Gallier im nordwestlichen Mittelmeerraum»: Es Anbau und Ernte, über Produktion von Olivenöl, Latium, Umbrien, Toskana, aber auch die weniger

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AUSSTELLUNGEN-
EXTRA
MÜNCHEN

Museum für Abgüsse Klassischer


Bildwerke
Lebendiger Gips – 150 Jahre
Museum für Abgüsse Klassischer
Bildwerke München
bis 24. Juli 2020
Geöffnet: Mo, Mi, Fr 10–18 Uhr und
Di, Do 10–20 Uhr
Katharina-von-Bora-Straße 10
www.abgussmuseum.de

Abb. 1 Wenn die Originalwerke verschollen, zerstört oder verwittert sind, dann stellen Abgüsse die letzten Zeugen dar.

LEBENDIGER GIPS – 150 JAHRE


MUSEUM FÜR ABGÜSSE KLASSISCHER
BILDWERKE
von Dr. Andrea Schmölder-Veit und hen sie noch heute im Fokus zeitge-
Dr. Nele Schröder-Griebel nössischen künstlerischen Schaffens.
All dies macht die Vielseitigkeit,

D ie Sonderausstellung «Lebendiger
Gips» feiert das 150-jährige Jubi-
läum des Museums für Abgüsse Klassi-
Mobilität und Wandelbarkeit des
Museums für Abgüsse aus.
Mit über 200 Exponaten und auf
scher Bildwerke in München. Zu die- einer Fläche von 1200 m2 führt die
sem Anlass geht der Blick naturgemäß Sonderausstellung vor Augen, wie
Abb. 2 Die Reinigung von Abgüssen ist seit
jeher ein aufwendiges Unterfangen: Die zurück in die Vergangenheit: Die Ge- und warum Abgüsse in der Archäo-
zur Hälfte gereinigte Statue der Iuno Cesi schichte der Münchner Abguss-Samm- logie, insbesondere in der Skulptu-
zeigt jedoch, dass sich der Aufwand lohnt.
lung ist, obwohl eine der vier größten renforschung, eine zentrale Rolle
Abguss-Sammlungen Deutschlands, spielen. Dabei kann der Besucher an
noch nicht vollständig erforscht. Das verschiedenen Stationen selber ak-
Jubiläum gab den Anstoß, erstmals zu- tiv werden – die Gruppenkomposi-
mindest kursorisch von der Gründung tion der Tyrannenmörder erproben,
1896 unter Heinrich Brunn über die die Körperhaltung des Diskobols mit
fast vollständige Zerstörung 1945 dem eigenen Körper nachstellen und
bis zum Wiederaufbau in den 1960er somit «rekonstruieren» oder das ver-
bis 1980er Jahren die wichtigsten gleichende Sehen an Teilabformun-
Stationen zusammenzufassen. gen von verschiedenen Doryphoros-
Neben diesem historischen Rund- Köpfen üben. Mehrere digitale
gang – ein Zeitstrahl begleitet dabei Stationen locken mit Augmented- und
den Besucher – gilt es jedoch in erster Virtual-Reality-Anwendungen junge
Linie, eine Frage zu beantworten: Besucher zum spielerischen Umgang
Warum sammelt man Abgüsse? Und mit der Antike. Und schließlich führt
hierauf gibt es viele Antworten: ein Comic-Rundgang parallel zur nor-
Abgüsse dienen der archäologischen malen Tafelbeschriftung durch die
Abb. 3 Abgüsse sind wichtige Arbeitsinstru- Forschung und Lehre, sie sind wert- Ausstellung. Eine Vielzahl an Zielgrup-
mente für die Dokumentation und Rekon­
struktion antiker Farbigkeit: Die farbig gefasste volle Instrumente in der Didaktik pen soll dabei auf ihre Kosten kom-
Peplos­Kore aus dem frühen 20. Jh. stammt und berichten in ihrer musealen Prä- men, damit das Museum weiterhin
aus der Werkstatt von É. Gilliéron und ist eine
Dauerleihgabe des New Yorker Metropolitan sentation dem breiten Publikum ein lebendiger Teil in unserem Alltag
Museum. von der Antike. Und schließlich ste- bleibt.

© Alle Abbildungen: Museum für Abgüsse Klassi-


scher Bildwerke München, Foto: Roy Hessing.

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AUSSTELLUNGSKALENDER

bekannten in der Poebene und Kampanien. Mit rund NIEDERLANDE Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Ge-
1000 Objekten aus 60 italienischen und interna­ schichte und Beweggründe der Ein­ und Auswande-
tionalen Museen werden die wichtigsten Merkmale rer in der Menschheitsgeschichte, von den Anfängen
der Kultur und Geschichte des etruskischen Volkes AMSTERDAM vor zwei Millionen Jahren bis in die Gegenwart der
vorgestellt. Allard Pierson Museum Schweiz.
Geöffnet: Di–Do 9–18.30 Uhr, Fr 9–22 Uhr, Mijn vriend Bes. Kleine god in het Oude Egypte Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr
Sa+So 10–18.30 Uhr bis 8. März 2020 Helvetiaplatz 5
Via dell‘Archiginnasio 2 «Mein Freund Bes. Ein kleiner Gott im Alten Ägypten» www.bhm.ch
www.museibologna.it/archeologico ist eine große Ausstellung über den kleinen ägypti-
schen Gott Bes. Außer als Statuen ist er auch auf Amu-
letten, Möbeln, Säulen, Vasen und Geschirr dargestellt. FRIBOURG
PADUA Geöffnet: Di–Fr 10–17 Uhr, Sa+So 13–17 Uhr BIBEL+ORIENT Museum / Universität Freiburg
Centro Culturale Altinate San Gaetano Oude Turfmarkt 127 Marches à suivre. 5000 Jahre Prozessionen
L’Egitto di Belzoni www.allardpiersonmuseum.nl und Pilgerreisen
bis 28. Juni 2020 bis 30. Juni 2020
Die Stadt Padua widmet die Ausstellung «Das Ägyp- Geöffnet: Di–Fr 15–17 Uhr, So 14–17 Uhr
ten des Belzoni» dem fast vergessenen Forscher, LEIDEN Avenue de l’Europe 20
Ingenieur und Pionier der modernen Archäologie Rijksmuseum van Oudheden www.bible-orient-museum.ch
Giovanni Battista Belzoni (1778–1823). Im Mittel- Cyprus. Eiland in beweging s. a. den Beitrag in AW 6/2019, S. 96.
punkt stehen die drei Reisen Belzonis nach Ägypten, bis 15. März 2020
von denen auch seine Zeichnungen und die origi­ Die Ausstellung «Zypern. Eine Insel in Bewegung»
nalen Fundstücke stammen. erzählt mit ca. 400 Kunstwerken – 300 davon ZUG
Geöffnet: Mo–Do 9–19 Uhr, Fr+Sa 9–24 Uhr, aus zyprischen Museen – die besondere Geschichte Museum für Urgeschichte(n)
So 9–20 Uhr der Insel. Zu sehen sind Skulpturen und Porträts Gesundheit! 7000 Jahre Heilkunst
Via Altinate 71 aus Marmor und Terrakotta, Vasen, Waffen, Mosaike bis 17. Mai 2020
www.legittodibelzoni.it sowie Gold­ und Silberschmuck. Archäologische Funde aus den Kantonen Luzern und
Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr Zug zeigen beispielhaft, welche Krankheiten und
Rapenburg 28 Heilmittel bei Ausgrabungen nachgewiesen werden
PAESTUM www.rmo.nl können. Ergänzt werden sie durch einen Überblick
Museo Archeologico Nazionale di Paestum über die Nutzung von Heilpflanzen von der Jungstein-
Poseidonia città d’acqua: archeologia e cambia- zeit bis in die Neuzeit.
menti climatici Geöffnet: Di–So 14–17 Uhr
bis 31. Januar 2020 ÖSTERREICH Hofstraße 15
Die Ausstellung «Poseidonia, Stadt des Wassers: www.museenzug.ch/urgeschichte
Archäologie und Klimawandel» verbindet den
aktuellen Diskurs über den Klimawandel mit den WIEN
klimatischen Veränderungen in der Vergangenheit. Kunsthistorisches Museum / Münzkabinett
Alle Objekte stammen aus den Sammlungen von Böse Kaiser USA
Paestum, manche wurden noch nie zuvor ausgestellt. bis 4. Oktober 2020
Nur ein Gemälde kommt aus der Nationalgalerie Eine interessante Gegenüberstellung der literari-
in Rom, Federico Corteses «Ruderi di un mondo che schen und numismatischen Quellen zeichnet ein un- MALIBU
fu» von 1892, das die Tempel von Paestum unter terschiedliches Bild der römischen Kaiser: während The J. Paul Getty Museum / Getty Villa
Wasser zeigt. die Münzen den Herrschern als wichtiges Mittel Assyria: Palace Art of Ancient Iraq
Geöffnet: Di–So 8.30–19.30 Uhr zur Selbstinszenierung dienten, liefern die antiken bis 5. September 2022
Via Magna Grecia Schriftsteller subjektive Schilderungen, Anekdoten Leihgaben aus dem Britischen Museum in London
www.museopaestum.beniculturali.it und Gerüchte. zeigen die hohe Qualität und die lebensnahen
Geöffnet: Mo–So 10–18 Uhr, Do 10–21 Uhr Darstellungen des assyrischen Hoflebens auf den
Maria Theresien-Platz Reliefs vom 9. bis 7. Jh. v. Chr.
ROM www.khm.at Geöffnet: Mi–Mo 10–17 Uhr
Centrale Montemartini 17985 Pacific Coast Highway
Colori degli Etruschi. Tesori di terracotta www.getty.edu
bis 2. Februar 2020 WIEN
Die Ausstellung «Die Farben der Etrusker. Schätze Papyrusmuseum der Österreichischen
aus Terrakotta» ist wieder einmal den Carabinieri Nationalbibliothek
Tutela Patrimonio Culturale zu verdanken, die 2016 In vino veritas. Wein im alten Ägypten
in Genf eine große Anzahl aus Italien gestohlener bis 12. Januar 2020
Kunstwerke aufspürten, darunter auch zahlreiche Geöffnet: Di–So 10–18 Uhr, Do 10–21 Uhr
bemalte Platten und Reliefs aus dem Gebiet von Neue Burg, Heldenplatz
Cerveteri. Diese sind nun nach sorgfältiger Unter­ www.onb.ac.at/museen/papyrusmuseum
suchung und Restaurierung zu sehen. s. a. den Beitrag in AW 4/2019, S. 96.
Geöffnet: Di–So 9–19 Uhr
Via Ostiense 106
www.centralemontemartini.org
SCHWEIZ
ROM
Kolosseum und Forum Romanum BASEL
Carthago. Il mito immortale Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
bis 29. März 2020 Gladiator. Die wahre Geschichte
Die Ausstellung «Karthago. Der unsterbliche bis 22. März 2020
Mythos» bietet einen umfassenden Überblick über Herausragende Leihgaben und neue wissenschaftliche
die Geschichte und Kultur Karthagos von der Erkenntnisse stellen das Leben der Gladiatoren,
phönizischen Gründung, den Punischen Kriegen ihre Waffen und den Ablauf der Gladiatorenspiele vor.
über die Neugründung als Colonia Iulia Concor- Geöffnet: Di–So 10–17 Uhr
dia Carthago bis zur augusteischen Zeit und dem St. Alban-Graben 5 «Assyria»: Relief mit dem Kopf eines bärtigen Mannes,
Aufkommen des Christentums. Mehr als vierhun- www.antikenmuseumbasel.ch London, British Museum, 710–705 v. Chr. (© The Trus-
dert Exponate aus renommierten italienischen und s. a. die Beiträge in AW 5/2019, S. 8–23. tees of the British Museum).
ausländischen, insbesondere nordafrikanischen
Museen werden präsentiert sowie bisher noch
nicht gezeigte Funde der Soprintendenza del Mare BERN
siciliana. Historisches Museum Bern Hinweise auf Sonderausstellungen
Geöffnet: Mo–So 8.30–16.30 Uhr Homo migrans – Zwei Millionen Jahre unterwegs können Sie gerne an diese Adresse schicken:
www.parcocolosseo.it bis 28. Juni 2020 ak@wbg-wissenverbindet.de

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VORSCHAU

DAS NÄCHSTE HEFT ERSCHEINT


MEDIZIN IM ALTERTUM
AM 13. 3. 2020
2.20
Zeitschrift für
TITELTHEMA
Archäologie und
Kulturgeschichte

DER ARZT UND SEIN von Rebecca Braun


BERUF IN DER ALTÄGYPTISCHEN
GESELLSCHAFT

ASKLEPIOS – VATER EINER von Florian Steger


INTEGRATIVEN MEDIZIN IN DER
ANTIKE

KRANKHEITSBILDER UND von Ergün Lafli


KÖRPERLICHE DEFIZITE –

Medizin im HELLENISTISCHE TERRAKOT TEN


AUS SMYRNA
Altertum € 12,80 (D)
€ 14,– (A) / sFr 25,–
MEDICUS – DIE MACHT DES Historisches Museum der Pfalz in Speyer
WISSENS
www.antikewelt.de

ITALIEN DEUTSCHLAND GRIECHENLAND


Die Neuentdeckung Eine hellenistische Die Rolle alter
eines dorischen Skulptur im Münster zu Menschen im
Tempels in Paestum Aachen klassischen Athen

IMPRESSUM

Chefredaktion: Holger Kieburg Abo- und

Weitere Inhalte und


Redaktion: Anna Ockert, Gabriele Lebek (Titelthema), Leserservice: IPS Datenservice GmbH
Dr. Anemone Zschätzsch (Ausstellungskalender). Postfach 13 31
D-53335 Meckenheim
Korrespondentin in Rom: Dr. Maria-Aurora v. Hase Salto

Infos finden Sie unter


Tel.: 0 22 25 / 70 85-361; Fax: 0 22 25 / 70 85-399
Endlektorat: Walter Wöstheinrich e-mail: aw@aboteam.de
Vertrieb: IPS Pressevertrieb GmbH

www.antikewelt.de
Gestaltung und Herstellung: Postfach 12 11
Melanie Jungels, TYPOREICH – Layout- und Satzwerkstatt, Nierstein D-53334 Meckenheim
Gesamtverantwortung: Dr. Beate Varnhorn Tel.: 0 22 25 / 88 01-0; Fax: 0 22 25 / 88 01-199

und auf Facebook. Wissenschaftlicher Beirat:


Prof. Dr. Werner Eck, Köln (Alte Geschichte, römische Kaiserzeit),
Abonnementpreis (6 Hefte jährlich und drei zusätzliche
Sonderthemenhefte):
€ 96,– (D) / € 102,– (EU) / € 106,– (Welt) inkl. Porto
Prof. Dr. Thomas Fischer, Köln (Provinzialrömische Archäologie),
Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, Freiburg (Alte Geschichte), Ermäßigtes Studentenabonnement:
Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase, Mannheim (Italische Vor- € 80,– (D) / € 86,– (EU) / € 90,– (Welt) inkl. Porto
und Frühgeschichte, Etruskologie), Prof. Dr. Henner von Hesberg, (nur mit Bescheinigung)
Rom (Klassische Archäologie), Prof. Dr. Thomas O. Höllmann, Preis der Einzelnummer: € 12,80 (D) zzgl. Porto. *ggf. zzgl. MwSt.
München (Ferner Osten), Prof. Dr. Hartmut Leppin, Frankfurt a. M.
(Alte Geschichte, Spätantike), Prof. Dr. Joseph Maran, Heidelberg Bankverbindung:
(Ur- und Frühgeschichte), Dr. Ralf-B. Wartke, Berlin (Archäologie Sparkasse Darmstadt
im Vorderen Orient). IBAN: DE80 5085 0150 0000 7496 80 (Kto.-Nr. 749680),
BIC: HELADEF1DAS (BLZ 508 501 50)
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Zurzeit gelten die Mediadaten 2019, gültig seit September 2018. ISSN: 0003-570-X; ISBN: 978-3-8053-5196-6; -5122-4 (PDF)

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GEFLÜGELTE WORTE

ZITATE AUS DER ALTEN WELT – WOHER SIE KOMMEN UND WAS SIE BEDEUTEN

«MANUM DE TABULA»
Eine Kunstregel wird zur Lebensregel von Klaus Bartels

I m Bestreben, «nichts Natürliches auszulassen», hat Plinius der Ältere seiner enzyklopädischen
Naturgeschichte noch eine kurze Kunstgeschichte angeschlossen und darin dem griechischen
Maler Apelles als dem größten seiner Zeit, des späteren 4. Jhs. v. Chr., einen Lorbeerkranz ge­
Die Zitate
Plinius der Ältere, Naturge-
schichte 35, 79 f. – Horaz,
De arte poetica 361 – Cicero,
wunden. Plinius zitiert drei Aussprüche des Künstlers, die – seitdem auf lateinisch – zu geflügelten Orator 22, 73 – Cicero,
Worten geworden sind: die Kunstregel «Manum de tabula», «Die Hand von der Tafel!», den Briefe an Freunde 7, 25, 1 –
Petron, Satiricon 76, 8 f. –
Vorsatz «Nulla dies sine linea», «Kein Tag ohne einen Pinselstrich!», und die Mahnung «Ne sutor Zu den beiden anderen
Aussprüchen des Apelles
supra crepidam», «Schuster, bleib bei deinem Leisten!». vgl. Klaus Bartels, Geflügelte
Worte aus der Antike –
Zwei spezielle Vorzüge, sagt Plinius da zu Anfang, habe dieser Apelles für sich in Anspruch genom­ woher sie kommen und was
men: «Er bewunderte und rühmte all die großen Maler seiner Zeit, sagte aber immer wieder, sie bedeuten (2013) 85 ff.

dass ihnen jener Liebreiz – venus – fehle, den die Griechen cháris, Anmut, nennen: Alles Übrige sei
ihnen vorzüglich gelungen, aber in diesem einen komme keiner ihm gleich. Noch auf einen
zweiten Vorzug hielt er sich etwas zugute, als er einmal ein Werk des Protogenes bewunderte, das
von unermesslicher Mühe und übermäßig ängstlicher Sorgfalt zeugte: Da erklärte er, in allem
sei er allenfalls gleich gut wie Protogenes oder dieser sei sogar besser, aber eines habe er ihm voraus:
dass er die Hand von der Tafel zu nehmen wisse – quod manum de tabula sciret tollere –, nach
der beherzigenswerten Kunstregel, dass allzu große Sorgfalt oft nur schade.»

Genug ist genug


Eine erste Anspielung auf diese Regel findet sich bei Cicero, in der 46 v. Chr. entstandenen, dem Brutus
gewidmeten Lehrschrift Der Redner: «Bei allen Dingen muss man darauf Acht haben, wie
weit man gehen kann. Denn wenn auch jedes Ding sein eigenes Maß hat, erregt doch ein Zuviel eher
Anstoß als ein Zuwenig. Hierin, pflegte Apelles zu sagen, verfehlten sich die Maler, die nicht
spürten, was genug sei – qui non sentirent, quid esset satis. Das ist ein weites Feld, was dir, Brutus,
wohl bewusst ist, und erforderte eine eigene, größere Abhandlung; aber für das, worum es
hier geht, ist das Gesagte genug.» Deutet Cicero hier, mit der Apostrophe an Brutus und diesem
doppelten «Genug», auf Caesars damals aktuelle Diktatur?
Im Jahr darauf, im August 45 v. Chr., zitiert Cicero dieses «Manum de tabula» ein zweites Mal, in
einer Korrespondenz mit dem Epikureer M. Fadius Gallus. Da ist die Rede von dem jüngeren
Cato, diesem Erzrepublikaner, der sich im Jahr zuvor in Utica in flammendem Protest gegen Caesars
Machtgelüste das Leben genommen hatte, und da wird nebenbei ersichtlich, dass diese geflügelte
Kunstregel längst auch in griechischen und römischen Schulzimmern ein und aus flog, wenn Cicero
mit sarkastischem Bezug auf den Diktator plötzlich abbricht: «Aber he du, die Hand von der
Tafel! Der Lehrer ist schneller da, als wir gedacht hatten – Sed heus tu: Manum de tabula! Magister
Klaus Bartels
adest citius, quam putaramus.» Geflügelte Worte
Sollen wir noch anführen, wie der milliardenschwere Trimalchio in Petrons Satiricon den Gipfel Woher sie kommen und
was sie bedeuten
seiner unwahrscheinlichen Erfolgsgeschichte mit diesem geflügelten Wort markiert? «Was auch 2013. 168 S.,
immer ich anpackte: Das wuchs und wuchs wie eine Wabe. Als ich dann allmählich mehr hatte, als Reg. 14 x 21,7 cm,
geb. mit SU.
die ganze Stadt hat – Manum de tabula!» Da ist die klassische Kunstregel zur klassischen Börsen­ € 19,99 (D).

maxime geworden. Aber jetzt: Die Hand von den Tasten!

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ABO-VORTEILE

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Funde und Ausgrabungen. Mit unseren sorgfältig recherchierten Berich-
ten wollen wir eine Brücke schlagen zwischen der Forschung und Ihnen,
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Luftbildarchäologen
als Einhandflieger
Einmal die Welt sehen, wie ein Vogel sie sieht und
sich dabei auf die Spuren der Vergangenheit bege-
ben. Archäologen, die in kleinen Flugzeugen über
Landschaften kreisen, kehren mit faszinierenden
Aufnahmen archäologischer Überreste zurück.
Aufgenommen aus der Luft werden verlassene Orte,
Reste früher Bebauung oder Grabstätten erkennbar.
Baoquan Song und Klaus Leidorf sind Luftbildarchäo-
logen - und Einhandflieger. Ihre Maschinen steuernd
fotografieren sie die Erde von Deutschland bis Italien
und China.

Baoquan Song | Klaus Leidorf


Faszination Luftbildarchäologie
Die Welt aus der Vogelperspektive
2020. 132 S. mit etwa 200 farb. Abb., 24 x 30 cm, geb.,
wbg Theiss, Darmstadt. Neu ab 13.2.20.
€ 40,00
ISBN 978-3-8062-4093-1

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Das neue
Standardwerk
Rom steht im Zentrum der ersten Globalisierung
der Geschichte. Jahrhundert für Jahrhundert, Sieg
für Sieg, schrieben die Römer den Fortschritt ihrer
Eroberungen im Raum ihrer Stadt ein, die so zu einem
steinernen Denkmal wurde, in dem die Römer ihre
Geschichte lesen und eine kollektive Identität feiern
konnten. Der Experte Alexandre Grandazzi zeichnet
ein einmaliges Panorama der Frühzeit Roms von den
Ursprüngen bis zum Tod von Augustus.

Alexandre Grandazzi
Urbs
Roms Weg zur Weltmetropole
2019. 720 S. mit 13 Karten., Bibliogr., 16,5 x 24 cm, geb. mit SU.
wbg Zabern, Darmstadt.
€ 80,00
ISBN 978-3-8053-5215-4

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Zeitschrift für Archäologie
und Kulturgeschichte

Inhaltsverzeichnis und Register


VERLAG PHILIPP VON ZABERN · DARMSTADT des Jahrgangs 50 I 2019 I Hefte 1–6

Bogaert, Linda / Derwael, Stéphanie, Eeckhout, Peter, Pachacamac. Wallfahrt


Ausstellungen extra: Dacia Felix, 5, 96 und Ritual im alten Peru, 1, 50–58
Inhalt Borchert, Matti, Rez. David, Wolfgang Ehling, Kay, Archäologe und Gentleman.
(Hrsg.), Das goldene Antlitz des Make- Georg Karo in den Zwanziger Jahren,
Die Titelthemen 2019 1 donenkönigs. Makedonen und Kelten am 6, 53–60
Inhaltsverzeichnis Hefte 1–6 1 Ohrid-See – ein Zusammenprall der Engster, Dorit, s. Düsenberg, Marie Joselin
Buchbesprechungen 4 Kulturen?, 2017, 1, 90 Esmen, Ebru, Iran: Internationale
REGISTER: Boyd, Michael, s. Renfrew, Colin Forschung zur Konservierung von Salz-
Personen, Gruppen und Völker 4 Bringmann, Klaus, Eine umstrittene Re- mumien-Funden, 6, 4
Register: Länder und Orte 7 gierungsform. Die athenische Demokratie
Register: Sachen 8 und ihre Gegner, 3, 59–66 Faust, Stephan, Rez. Cusanit, Kenah,
Babel, 2018; Rez. Nürnberger, Ralf,
Chameroy, Jérémie / Weisser, Bernhard, Der Altar. Von Pergamon nach Berlin –
Wer den Obolus nicht ehrt … Die inter- Eine Zeitreise, 2018, 4, 93
aktiven Kataloge der Fundmünzen aus Feuser, Stefan, Antike Städte – modern
DIE TITELTHEMEN 2019 Priene und Pergamon, 6, 49–52 vermittelt. Lehren und Lernen im digita-
Wirtschaft in der Antike, 1, 8–31 Chapinal-Heras, Diego, Pilgerfahrt len Zeitalter, 4, 54–57
Antoninus Pius, 2, 8–34 nach Dodona. Das Orakel von Zeus Naios Filser, Wolfgang / Fritsch, Bernhard /
Die Antike und das Meer, 3, 8–32 und Dione, 5, 48–54 Lentschke, Jan / Makki, Mohsen /
Frauenraub im Altertum, 4, 8–30 Cholidis, Nadja / Gries, Helen, «Man Reinfeld, Michaela / Schmidt, Ulrike,
Gladiatoren, 5, 8–32 findet oftmals mehr, als man zu finden Prunk, Prestige, Präsentation. Die rö-
Leben am Toten Meer, 6, 8–32 glaubt». Neues aus dem Vorderasiatischen mische Meeresvilla von Capo di Sorrento,
Museum, 2, 37–39 4, 69–78
Dänzer, Tobias, Rez. Heberlein (Hrsg.), Fischer, Josef, Zwischen Tafelluxus und
INHALTSVERZEICHNIS Friedrich, Macrobius Ambrosius Hungerkrisen. Aspekte der Ernährung im
Hefte 1–6 Theodosius. Kommentar zum Somnium klassischen Altertum, 4, 37–45
Scipionis, 2019, 4, 92 Frangenberg, Annina, Rez. Hartmann,
Avanzini, Alexandra, Oman: Italienische Elke / Page, Sven / Thurn, Anabelle,
Ausgrabungen in Salut, 3, 4 Deeg, Philipp, Rez. Romm, James, Seneca Moral als Kapital im antiken Athen und
und der Tyrann. Die Kunst des Mordens Rom, 2018, 2, 92
Bartels, Klaus, Tempora mutantur, et nos an Neros Hof, 2018, 3, 92; Rez. Sittig, Flo- Friederich, Susanne, s. Thomas, Sven
mutamur in illis. «Die Zeiten wandeln rian, Psychopathen in Purpur. Julisch- Fritsch, Bernhard, s. Filser, Wolfgang
sich …», 1, 97; «Geh mir aus der Sonne!» Ein claudischer Caesarenwahn und die Kon-
Meisterwerk der Anekdotenkunst, 2, 99; struktion historischer Realität, 2018, Gallio, Giulia, s. McDonnell, Christine
«Ich suche einen Menschen». Alternatives 3, 93; Rez. Michels, Christoph, Antoninus Garland, Kathleen, Helios als «Brand»?
Straßentheater, 3, 99; Lebenslanges Lernen. Pius und die Rollenbilder des römischen Markenzeichen und Stempel in der helle-
«Alt werde ich, und stets lerne ich vieles Princeps, 2018, 5, 92 nistischen Ägäis, 1, 23–26
hinzu», 4, 99; Zóon Politikón. Der Mensch Deppmeyer, Korana, «In Hülle und Fülle, Geus, Klaus, Auf zu neuen Ufern. Das
ein «staatenbildendes Wesen», 5, 99; aber zu Höchstpreisen». Licht und Schat- Rote Meer und darüber hinaus, 3, 23–28
«Was du bist, das sein wollen …». Von der ten einer römischen Metropole, 5, 67–70 Goll, Carolin, s. Griesbach, Jochen
Freundschaft mit sich selbst …, 6, 99 Dietrich, Laura, s. Dietrich, Oliver Gries, Helen, s. Cholidis, Nadja; der
Bastos Marques, Juliana, Brasilien und Dietrich, Oliver / Dietrich, Laura / Babel-Bibel-Streit. Ein Politikum
die Antike. Das Erbe der griechischen und Notroff, Jens, Gesichtslose Ahnen? Früh- im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts,
römischen Vergangenheit in den Tropen, neolithische Masken aus Obermeso- 6, 33–35
3, 84–87 potamien, 4, 60–68 Griesbach, Jochen / Goll, Carolin /
Baum, Stephan, Rez. Schubert, Alexan- Dreher, Martin, Rez. Strauß, Simon, Von Wahl, Marc, Ein Museum im Umbruch.
der / Berg, Axel von / et al., Valentin I. und Mommsen zu Gelzer? Die Konzeption Neue Perspektiven für die Antiken-
die Pfalz in der Spätantike, 2018, 4, 92 römisch-republikanischer Gesellschaft in sammlung der Universität Würzburg,
Bazzechi, Elisa, Rez. Doronzio, Annarita, «Staatsrecht» und «Nobilität», 2017, 5, 62–66
Athen im 7. Jh. v. Chr. Räume und Funde 6, 92 Grube, Nikolai, Rez. Storey, Rebecca /
der frühen Polis, 2018, 3, 92 Düsenberg, Marie Joselin / Engster, Storey Glenn R., Rome and the Classic
Belov, Alexander, Ägypten, Herodot und Dorit, Eine Frage der Ehre. Missbrauch in Maya. Comparing the Slow Collapse
ein Schiff aus Thonis-Heraklion, 3, 5 der antiken Historiographie, 4, 19–22 of Civilisations, 2017, 5, 93

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
INHALTSVERZEICHNIS

Grüner, Andreas / Schauer, Markus Kunze, Max, Ertragreiche Gedenkjahre. Notroff, Jens, s. Dietrich, Oliver
(Interview), Anders hören und anders Zu Winckelmann und Museumseröffnung Novák, Mirko, Türkei, Komplexe antike
sehen. Die Antike als Vorbild in unserer in Stendal, 2, 88–91 Stadtanlage entdeckt, 1, 5
globalisierten Welt, 6, 61–65 Kuta, Matthias, Rez. Kinzig, Wolfram,
Günther, Sven, Maritime Motive, Mediale Christenverfolgung in der Antike, 2019, Ockert, Anna, Rez. Klinkott, Hilmar /
Macht. Seefahrt und Seekrieg auf antiken 6, 92 Kramer, Norbert, Zwischen Assur und Athen.
Münzen, 3, 12–16 Altorientalisches in den Historien Hero-
Landskron, Alice, Antoninus Pius und dots, 2017, 2, 93; Antike in drei Dimensio-
Hase Salto, Maria-Aurora von, Roma die Provinzen. Das Vermächtnis Hadrians nen. «Die Vergangenheit für Menschen
universalis. Eine große Severer-Ausstel- in der Außenpolitik seines Nachfolgers, erlebbar machen, 3, 39–42; Virtuelle Antike.
lung und neue Wege auf dem Forum 2, 8–14 Mit Assassin’s Creed zurück in die Welt
Romanun, 2, 62–64 Lehmann, Stephan, Die hellenistischen der Poleis, 4, 79–83
Hölscher, Tonio, Öffentliche Repräsenta- Bronzestatuen vom Quirinal in kolorier- Osanna, Massimo, Der Princeps der
tion des Antoninus Pius. Normativität ten Nachgüssen. Rekonstruktion – Benen- Spiele. Eine neue Grabinschrift aus Pom-
und Normalität als Erfolgsrezept der kai- nung – Farbexperiment, 1, 39–45 peii, 5, 13–16
serlichen Herrscher, 2, 20–25; Nachruf: Lentschke, Jan, s. Filser, Wolfgang
Zum Tod von Erika Simon, 3, 4 Letzner, Wolfram, De aquaeductu urbis Pabst, Angela / Schwerdtfeger, Aurelia,
Hufschmid, Thomas, Wo Bären Aufzug Romae. Sextus Iulius Frontinus und das Frauenraub in der Antike. Perspektiven
fahren. Der Transport wilder Tiere in den Wasser für Rom, 2, 49–53 der Klassischen Altertumswissenschaften,
römischen Amphitheatern, 5, 29–32 Lichtenberger, Achim / Raja, Rubina, 4, 23–27
Hornung, Sabine, Deutschland: Ein kelti- Jordanien: 18. Januar 749 n. Chr. – Ein Pajarola, Leonardo, s. Wolff, Esther
sches Heiligtum im Hunsrück, 1, 4 Erdbeben zerstört die Stadt Gerasa in Jor- Palme, Bernhard, Ausstellungen extra:
danien, 1, 4 «in vino veritas», 4, 96
Keller, Christin / Winger, Katja, Und Lorenz, Jürgen, Rez. Demandt, Alexander, Pappalardo, Umberto / Ciardiello,
bist du nicht willig, so brauch’ ich Ge- Marc Aurel. Der Kaiser und seine Welt, Rosaria, Philosophiana. Die Villa Romana
walt …, Frauenraub im Altertum, 4, 8–14 2018, 2, 92 del Casale auf Sizilien, 1, 33–38
Kemkes, Martin, Das neue Limes- Pasch, Eva, Islamische Welt(en) in Doha.
museum Aalen. Ein zentraler Ver- Mages, Hannah, Rez. Dietz, Karlheinz / Das Museum of Islamic Art, 1, 86–89;
mittlungsort am UNESCO-Welterbe Fischer, Thomas, Regensburg zur Römer- Rez. Golvin, Jean-Claude, Metropolen der
Limes, 3, 88–91 zeit. Von Roms nördlichster Garnison Antike, 2019, 4, 93
Killen, Simone, Antiker Verbraucher- an der Donau zur ersten bairischen Haupt- Pastor Borgoñón, Helena, Das Archäolo-
schutz. Wie griechische Stadtstaaten durch stadt, 2018, 1, 90 gische Museum Colombischlössle in
offizielle Maße und Gewichte für fairen Makki, Mohsen, s. Filser, Wolfgang Freiburg. Schaufenster der Archäologie
Handel sorgten, 1, 17–21 Matić, Uroš, Begehrte Beute. Fremde Südbadens, 4, 88–91
Kirstein, Thomas / Ritz, Sebastian, Frauen als Raubgut im Alten Ägypten, Paz, Yitzhak, Israel: Hefezellen aus anti-
Frankreich: Der Seemann als «Nachbar 4, 15–18 ken Gefäßen, 4, 5
des Todes». Ein Forschungsprojekt McDonnell, Christine / Sampson, Re- Pearson, Stephanie, Kultus und Luxus
zur Risikoanalyse römischer Handels- becca / Gallio, Giulia, Rätsel aus der Rö- in Pompeii. Zwei Silberbecher mit ägypti-
schiffe, 4, 5 merzeit. Die Untersuchungsergebnisse scher Dekoration, 6, 76–83
Klär, Timo, Feinschmecker der Antike. eines ungewöhnlichen Friedhofs in York, Peilstöcker, Martin, Salzmeer – Totes
Der kulinarische Genuss in römischer Zeit, 5, 24–28 Meer – Lots Meer. Die drei abrahamischen
1, 75–83 Meier-Brügger, Michael, Das Rätsel der Religionen und das Tote Meer, 6, 11–16;
Klein, Konstantin M., «Um kundige Rede alten Karer, 4, 6 f. «Kein Teil Palästinas wurde seit Jahrtau-
zu verstehen». Die Leopardin des Meylan Krause, Marie-France, s. Wolff, senden mehr mit dem Zerrglas des
Philostratos, ein heiliger Erfinder und die Esther Vorurteils angesehen …». Deutsche For-
Ursprünge des armenischen Alphabets, Michel, Christina, Leben in Extremen. schungen am Toten Meer, 6, 22–28
1, 6 f.; Epigraphik zum Zeitvertreib. Anziehungspunkt Totes Meer, 6, 8–10 Peilstöcker, Martin / Wolfram, Sabine,
Die safaitischen Inschriften in der syrisch- Michels, Christoph, Antoninus Pius – ein Heiße Quellen, Salz und Dattelpalmen.
jordanischen Basaltwüste, 2, 6 f. Pazifist. Zum Verhältnis von Persönlichkeit, Das Tote Meer auf der Mosaikkarte von
Koschel, Klaus, Goethe und die antike Herrscherrolle und Reichspolitik, 2, 15–19 Madaba, 5, 71–77
«Tänzerin». Sein Kaufverzicht im April 1788, Modrow, Sebastian, Rez. Hansen, Olde, Peter, Michael, Ausstellungen extra:
5, 55–59 Hannibal Minor. Die Geschichte Kartha- Luxus am Nil, 3, 96
Kracht, Peter, Schätze aus der Erde. Ar- gos, 2018, 6, 93 Pfäffli, Barbara / Straumann, Sven,
chäologie im Deutschen Bergbau-Museum Müller, Julia, Mit Hashtag, Megafon und Gladiatoren in Augusta Raurica. Helden
in Bochum, 5, 88–91 Leonidas das Heimatland verteidigen. Die der Arena und im Alltag – auch fern von
Kuhoff, Wolfgang, Der Tod des Kronprin- Identitäre Bewegung Deutschland und Rom, 5, 17–23
zen. Germanicus, sein Mörder und das die Antike, 3, 82–84 Platz-Horster, Gertrud, Knochenarbei-
Gerichtsverfahren vor dem Senat 19/20 Müller, Stefan, Bringen Scherben Glück? ten ans Licht gebracht. Ein neuer Katalog
n. Chr., 6, 68–75 Bestattungsrituale in Kammergräbern der der Antikensammlung Berlin, 2, 35–37
Kühne, Hartmut, Rez. Blaschke, Theresa, mykenischen Zeit, 2, 55–61 Praisler, Nino, Ein Alphabet für Alle. Die
Euphrat und Tigris im Alten Orient, 2018, Übernahme des phönikischen Alphabets
1, 91 Nieuwenhuyse, Olivier et al., Focus durch die Griechen, 3, 6 f.
Kümmel, Martin Joachim, Das Altpersi- Raqqa. Schutz für das archäologische Erbe Pressemitteilung CAU Kiel, Italien: Sizilien
sche, 5, 6 f. des Museums von ar-Raqqa, 2, 76–83 später besiedelt als vermutet, 3, 5

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
INHALTSVERZEICHNIS

Pressemitteilung DAI Berlin, Kaukasus: Sampaolo, Valeria, Gladiatoren in Pom- Thomas, Renate, Antike Musterbücher.
Kaukasus. Kultureller Austausch über peii, Zeugnisse der frühen Ausgrabungen, «Copy and paste» in der Antike?,
Grenzen hinweg, 2, 4 5, 8–12 3, 43–52
Pressemitteilung Germanisches Natio- Sampson, Rebecca, s. McDonnell, Thomas, Sven / Friederich, Susanne,
nalmuseum, Deutschland: Mit dem Wagen Christine Deutschland: Unterwasserarchäologie in
begraben, 2, 5 Schäfer, Christoph / Warnking, Pascal, Sachsen-Anhalt, 2, 5
Pressemitteilung der Universität Basel, Kostbare Fracht unter gesetztem Segel. Timofeev, Alexey, s. Vasilyev, Dimitry V.
Äthiopien: Entdeckung der bisher ältesten Antike Seerouten und maritimes Know- Tjoa-Bonatz, Mai Lin, Goldenes Indo-
bekannten Hochgebirgssiedlung, 5, 4 How, 3, 17–22 nesien. Neues zu Schmuckfunden aus dem
Pressemitteilung der University of York, Schauer, Markus, s. Grüner, Andreas frühen Java, 5, 39–47
Großbritannien: Fragment einer seltenen Scheibler, Ingeborg, Auf den Spuren Tocha, Veronika / Tutmann, Justine,
Glasflasche in Gloucestershire gefunden, antiker Malerei. Bemerkungen zur Farb- Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei,
5, 4 gebung, 2, 41–48 6, 35–37
Pressemitteilung der Universität Tübingen, Schentuleit, Maren / Stadler, Martin Tutmann, Justine, s. Tocha, Veronika
Autonome Region Kurdistan im Irak: Andreas, Im Dienste des Krokodils. Der
Palast aus der Zeit des Mittani-Reichs, 5, 5 Kultbetrieb im Tempel von Dimê, 5, 78–83 Vasilyev, Dimitry V. / Timofeev, Alexey /
Pressemitteilung des Kultusministeri- Schletter, Hans-Peter, Deutschland: Solovyov, Damir, Russland: Reiche Sar-
ums Griechenlands, Griechenland: Schiffs- Tropaea in Gelduba, 2, 4 matische Bestattungen, 4, 4
wracks in der südlichen Ägäis, 5, 5 Schmidt, Ulrike, s. Filser, Wolfgang Vogel, Helga, Die ersten Mosaike
Pressemitteilung des Europäischen Ins- Schmuhl, Yvonne, Feldherren, Genießer, Mesopotamiens. Entdeckungen in Uruk,
tituts für Unterwasserarchäologie, Ägyp- Wissenschaftler. Die Römer und das 1, 66–74
ten: Griechischer Tempel in der versun- Tote Meer, 6, 17–21 Vollaro, Lorenzo, Isityche auf Sardinien.
kenen Stadt Thonis-Heracleion entdeckt, Schröder, Stephan F., Der unbekannte Neue Deutung einer weiblichen Statue
6, 4 Herrscher. Demetrios Poliorketes im in Cagliari, 3, 53–58
Pressemeldung der University of Hawai’i, Museo del Prado, 2, 65–73
USA / Ägypten: Das «Parfüm Kleopatras» Schröder, Thoralf, Die visuelle Repräsen- Wagner, Stefan E. A., «Ob euch was pas-
aus Thmuis, 6, 5 tation des Kaisers. Bildnisse des Antoni- siert, ist mir scheißegel». Über arbeits-
Pressemitteilung der Christian-Albrechts- nus Pius und seiner Nachfolger, 2, 31–34 rechtliche Mißstände in archäologischen
Universität Kiel, Ukraine: Zentralismus Schulz, Raimund, Die Antike und das Grabungsfirmen, 1, 46–49
in den Tripolye-Siedlungen: Kollaps erklär- Meer. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, Wahl, Marc, s. Griesbach, Jochen
bar, 6, 5 3, 8–11 Warnking, Pascal, s. Schäfer, Christoph
Schuster, Peter-Klaus, 5, 35 Wartke, Ralf-B., Narrenhände bekritzeln
Raja, Rubina, s. Lichtenberger, Achim Schwarz, Alexander, Auf der Suche nicht nur Tisch und Wände … Die Restau-
Rau, Nadine, Museum im Ritterhaus nach einer anderen Moderne. Entwerfen rierung eines altassyrischen Pithos und
Offenburg. Verdammt lang her …! Archäo- auf der Museumsinsel, 5, 33–37 eine überraschende Entdeckung,
logie der Ortenau, 6, 88–91 Schwarzmaier, Agnes, s. Zimmermann- 1, 27–31
Rehm, Ellen, In Stein gemeißelt, in Gips Elseify, Nina Weidig, Joachim, Griechischer Mythos
gegossen. Wiederentdeckte Gipsabgüsse Schwerdtfeger, Aurelia, s. Pabst, Angela aus Bernstein. Das archaische Elfenbein-
von Vorderasiatica als Bestandteile neu- Siegmund, Frank, Heiraten im frühen kästchen von Belmonte Piceno (Italien),
zeitlicher Abguss-Sammlungen, 1, 59–63; Mittelalter. Die Option «Frauenraub» als 6, 39–48
Rez. Quatember, Ursula / Bankel, Hansgeorg, Druckmittel für eine legale Eheschlie- Weisser, Bernhard, s. Chameroy, Jérémie
Post aus Babylon. Robert Koldewey, ßung, 4, 28–30 Winger, Katja, s. Keller, Christin
Bauforscher und Ausgräber. Briefe aus Slawisch, Anja, Amphoren auf Ampho- Wolff, Esther / Meylan Krause, Marie-
Kleinasien, Italien, Deutschland und ren. Wie Chios während einer Krisenzeit France / Pajarola, Leonardo, Marches à
dem Vorderen Orient von 1882 bis 1922, eine Marke einführte, 1, 8–16 suivre. Pilgerreisen und Prozessionen
2018, 2, 93 Solovyov, Damir, s. Vasilyev, Dimitry V. im Laufe der Zeit, 6, 96
Reinfeld, Michaela, s. Filser, Wolfgang Spickermann, Wolfgang, Ein «frommer» Wolfram, Sabine, s. Peilstöcker, Martin;
Renfrew, Colin / Boyd, Michael, Kykladen: Kaiser? Religiöse Strömungen und Kaiser- Archäologie aus dem Heiligen Land.
Komplexe Architektur und hochent- kult unter Antoninus Pius, 2, 26–30 Von der Idee zur Ausstellung «Leben am
wickelte Metallurgie im frühesten mariti- Squire, Michael, Rez. Boardman, John, Toten Meer», 6, 29–32
men Heiligtum der Welt, 4, 4 Alexander the Great. From his death to the
Reusser, Christoph, Ausstellungen extra: present day, 2019, 5, 92 Zetzmann, Vanessa, Rez. Bär, Silvio,
«Exekias hat mich gemalt und getöpfert», Stadler, Martin Andreas, s. Schentuleit, Herakles im griechischen Epos, Studien
1, 94 Maren zur Narrativität und Poetizität eines
Ritz, Sebastian, s. Kirstein, Thomas Straumann, Sven, s. Pfäffli, Barbara Helden, 2018, 5, 93
Rohde, Dorothea, «Ein lieblicher Anblick Streck, Michael P., Akkadisch, die Sprache Zimmermann, Angela, Rez. Roeske, Kurt,
ist ja das weißschäumende Meer». Die der Babylonier und Assyrer, 6, 6 f.; Kreta. Die Insel der Mythen im Spiegel
Christen und das Meer, 3, 29–32 Stückelberger, Alfred / Rohner, Heiner, antiker Zeugnisse. Ein kulturhistorischer
Rohner, Heiner, s. Stückelberger, Alfred Raffaels Schule von Athen. Ein einzigartiges Reisebegleiter, 2019, 6, 93
Teamwork von Künstlern und Gelehrten, Zimmermann-Elseify, Nina / Schwarz-
Salvini, Mirjo, Die urartäischen Stelen 4, 46–53 maier, Agnes, Starke Typen – Griechische
vom «Priester-See» (Keșiș Göl). Eine Strube, Christine, Das antike Androna. Porträts der Antike. Eine Ausstellung
persönliche Entdeckungsgeschichte, Zerstörungen durch den IS in Al Andarin, der Antikensammlung im Alten Museum,
3, 33–37 3, 67–75 4, 31–35

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

BUCHBESPRECHUNGEN Kinzig, Wolfram, Christenverfolgung in Agamemnon, 3, 93


(Rezensenten in Klammer) der Antike, 2019, 6, 92 (Matthias Kuta) Agrippa, 6, 68
Klinkott, Hilmar / Kramer, Norbert, Agrippina (maior) Vispania, 6, 68 ff.
Bär, Silvio, Herakles im griechischen Epos. Zwischen Assur und Athen. Altorientali- Agrippina (minor), 3, 92
Studien zur Narrativität und Poetizität sches in den Historien Herodots, 2017, Angrivarier, 6, 70
eines Helden, 2018, 5, 93 (Vanessa Zetz- 2, 93 (Anna Ockert) Ahrens, Alexander, 6, 28
mann) Kramer, Norbert, s. Klinkott, Hilmar Aitoler, 5, 49
Berg, Axel von, s. Schubert Alexander Akçar, Naki, 5, 5
Blaschke, Theresa, Euphrat und Tigris Michels, Christoph, Antoninus Pius und Albert von Sachsen-Coburg und Gotha,
im Alten Orient, 2018, 1, 91 (Hartmut die Rollenbilder des römischen Princeps, 1, 61
Kühne) 2018, 5, 92 (Philipp Deeg) Alexander III., der Große, 2, 65. 99; 4, 34;
Boardman, John, Alexander the Great. 5, 6. 92
From his death to the present day, 2019, Nürnberger, Ralf, Der Altar. Von Perga- Alexander IV., 2, 72
5, 92 (Michael Squire) mon nach Berlin – Eine Zeitreise, 2018, Alexander Severus, 2, 63
4, 93 (Stephan Faust) Alkaios, 4, 33
Cusanit Kenah, Babel, 2018, 4, 93 (Ste- Alkamenes, 2, 46
phan Faust) Page, Sven, s. Hartmann, Elke Ambrosius von Mailand, 1, 37
Preiser-Kapeller, Johannes, Jenseits von Amun, 4, 18
David, Wolfgang (Hrsg.), Das goldene Rom und Karl dem Großen. Aspekte der Amykos, 1, 41 ff.
Antlitz des Makedonenkönigs. Makedonen globalen Verflechtung in der langen Spät- Anaximander, 1, 10
und Kelten am Ohrid-See – ein Zusam- antike, 300–800 n. Chr., 2018, 3, 93 (AW) Anderson, Perry, 3, 86
menprall der Kulturen? 2017, 1, 90 (Matti Andrae, Walter, 2, 39
Borchert) Quatember, Ursula / Bankel, Hans- Andreae, Bernard, 2, 91
Demandt, Alexander, Marc Aurel. Der georg, Post aus Babylon. Robert Kolde- Antigoniden, 3, 14
Kaiser und seine Welt, 2018, 2, 92 (Jürgen wey, Bauforscher und Ausgräber. Antigonos I. Monophtalmos, 2, 65 ff.; 3, 14
Lorenz) Briefe aus Kleinasien, Italien, Deutschland Antonia minor, 6, 68
Dietz, Karlheinz / Fischer, Thomas, Re- und dem Vorderen Orient von 1882 bis Antoninus Pius, 2, 8 ff.; 5, 92
gensburg zur Römerzeit. Von Roms 1922, 2018, 2, 93 (Ellen Rehm) Apelles, 2, 42
nördlichster Garnison an der Donau zur Aphrodite, 3, 99
ersten bairischen Hauptstadt, 2018, Roeske, Kurt, Kreta. Die Insel der Mythen Aphrodite Genetrix, 5, 59
1, 90 (Hannah Mages) im Spiegel antiker Zeugnisse. Ein Apollodoros von Athen, 2, 44
Doronzio, Annarita, Athen im 7. Jh. kulturhistorischer Reisebegleiter, 2019, Archigallos, Oberpriester der Kybele, 2, 29
v. Chr., Räume und Funde der frühen Polis, 6, 93 (Angela Zimmermann) Arias, Elena, 2, 65
2018, 3, 92 (Elisa Bazzechi) Romm, James, Seneca und der Tyrann. Aristagoras von Milet, 1, 10
Die Kunst des Mordens an Neros Hof, 2018, Aristophanes, 1, 17
Feyter, Theo de, Graben in Syrien. Digging 3, 92 (Philipp Deeg) Aristoteles, 3, 60 ff.; 5, 99
in Syria. Eine gezeichnete und gemalte Arminius, 6, 68
Reportage. A Report in drawings and pain- Schubert Alexander / Berg, Axel Arsakes, armenischer König, 1, 6
tings, 2018, 1, 91 (AW) von / et al., Valentin I. und die Pfalz in der Arslan, Ermanno, 6, 77
Fischer, Jonas, Habt ihr wieder nur Spätantike, 2018, 4, 92 (Stephan Baum) Ashera, Frau des Jahwe, 6, 96
altes kaputtes Zeug gefunden?. Sittig, Florian, Psychopathen in Purpur. Assurbanipal, 1, 62
Ein gezeichnetes Grabungsbuch, 2018, Julisch-claudischer Caesarenwahn und die Athena, 1, 19
1, 91 (AW) Konstruktion historischer Realität, 2018, Athenaios, 1, 25. 77
Fischer, Thomas, s. Dietz, Karlheinz 3, 93 (Philipp Deeg) Attalos I., 2, 73
Storey, Rebecca / Storey Glenn R., Rome Attis, 2, 29
Golvin, Jean-Claude, Metropolen der and the Classic Maya. Comparing the Augusti, Selim, 2, 48
Antike, 2019, 4, 93 (Eva Pasch) Slow Collapse of Civilisations, 2017, 5, 93 Augustus, 1, 80; 2, 11. 23; 3, 43; 5, 67
Guidorizzi, Guilio, Ich, Agamemnon, (Nikolai Grube)
König der Achäer, 2018, 3, 93 (AW) Strauß, Simon, Von Mommsen zu Gelzer? Baglioni, Silvestro, 6, 39
Die Konzeption römisch-republikani- Baldus, Hans Roland, 6, 52
Hansen, Olde, Hannibal Minor. Die Ge- scher Gesellschaft in «Staatsrecht» und Bar Kochba, Simon, 6, 19
schichte Karthagos, 2018, 6, 93 (Sebastian «Nobilität» (Martin Dreher), 2017, 6, 92 Basilius von Caesarea, 3, 29
Modrow) Basler, Wilhelm, 6, 91
Hartmann, Elke / Page, Sven / Thurn, Thurn, Anabelle, s. Hartmann, Elke Bataver, 2, 4
Anabelle, Moral als Kapital im antiken Batzer, Ernst, 6, 88
Athen und Rom, 2018, 2, 92 (Annina Fran- Belck, Waldemar, 3, 33
genberg) Register Bell, Gertrude, 2, 6 f.
Heberlein, Friedrich (Hrsg.), Macrobius Belli, Oktay, 3, 35
Ambrosius Theodosius. Kommentar PERSONEN, GRUPPEN Bembo, Pietro, Kardinal, 4, 53
zum Somnium Scipionis, 2019, 4, 92 (To- UND VÖLKER Berger, Ludwig, 5, 21
bias Dänzer) Beste, Heinz-Jürgen, 5, 31
Hildebrandt, Frank, Ausstellungen Achaimeniden, 5, 6 Bethmann Hollweg, Theobald von, 6, 59
extra: Antike Bilderwelten. Was griechi- Achilleus, 2, 69; 5, 49 Bevan, Andrew, 1, 25
sche Vasen erzählen, 2, 96 Aemilius Paullus, Lucius, 5, 54 Bissinger, Friedrich Wilhelm von, 6, 54

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
PERSONEN, GRUPPEN UND VÖLKER

Blank, Bonavita, 5, 63 Dioskoros, Reisender, 3, 26 Gonella, Julia, 1, 88


Blömer, Michael, 4, 56 Dioskurides, 6, 17 Gorritz, Johann (= Corycius), 4, 51
Boudicca, 4, 20 Domaszewski, Alfred von, 2, 30 Goten, 5, 92
Bracciolini, Poggio, 4, 49 Domitian, 3, 92 Gotheim, Percy, 6, 55
Bramante, 4, 47 Donatello, 6, 37 Grace, Nancy, 5, 4
Braudel, Fernand, 3, 86 Dorimachos, 5, 49 Grace, Virginia, 1, 12
Bresson, Alain, 1, 12 Dörpfeld, Wilhelm, 6, 53 Graeven, Hans, 2, 35
Brinkmann, Vinzenz, 4, 31 Doyen, Charles, 1, 18 Grammann, Karl, 6, 75
Brukterer, 6, 70 Dracontius, 1, 97 Grapow, Hermann, 5, 79
Bruni, Nicola, 6, 43 Drakon, 3, 60 Gregor von Nyssa, 3, 32
Brunn, Heinrich, 2, 42; 6, 54 Drusus, Bruder des Tiberius, 6, 68 Griffin, Jasper, 6, 83
Bulle, Heinrich, 5, 65 Drusus, Sohn des Tiberius, 6, 70 Groos, Alexander, 5, 4
Burckhardt, Johann Ludwig, 6, 22 Duchamp, Marcello, 6, 37 Großmann, G. Ulrich, 2, 5
Buschor, Ernst, 2, 65 Dumont, Jonathan, 4, 79 Grote, George, 3, 66
Duplouy, Alain, 4, 56 Grüner, Andreas, 6, 61
Caesar, 4, 44 Durand, Maxime, 4, 79 Gruter, Jan, 1, 97
Caligula, 3, 92; 6, 70 ff.
Calpurnius Piso, 6, 72 Egeria, Pilgerin, 5, 74 Haak, Wolfgang, 2, 4
Capasso, Mario, 5, 79 Elagabal, 2, 63; 3, 92 Hackert, Philipp, 5, 55
Caprivi, Leo von, 6, 59 Elisabeth von Österreich, 6, 54 Hades, 4, 24
Caracalla, 2, 63; 5, 24 Epikur, 1, 75 Hadrianus, 2, 8; 3, 16; 6, 20
Cassiodor, 4, 50 Epikureer, 1, 75 Hallett, Christopher, 6, 81
Cassius Dio, 2, 8. 63; 6, 19. 72 Epiroten, 5, 51 Hammer-Purgstall, J. von, 4, 6
Castiglione, Baldassare, 4, 51 Erimena, König von Urartu 3, 35 Hardick, Nicholas, 1, 13
Cato, 3, 20 Eudoxos, 3, 26 Harpokrates, 5, 3
Chatten, 6, 70 Euripides, 4, 33 Hekaton, 6, 99
Cherusker, 6, 68 Eusebios von Caesarea, 5, 71 Helbig, Wolfgang, 5, 58
Childe, Gordon, 3, 86 Euripides, 6, 99 Hephaistos, 5, 99
Chiomara, Keltenfürstin, 4, 20 Eurydike, 2, 44 Herakles, Hercules, 2, 43; 5, 49. 93
Chipperfield, David, 5, 35 Evangelidis, Demetrios, 5, 49 Herakles, Sohn Alexanders III., 2, 72
Clamer, Christa, 6, 28 Evans, Arthur, 6, 54 Heraklit, 3, 6
Claudianus, 1, 37 Exekias, 1, 94 Hermes, 5, 99
Clemens Alexandrinus, 2, 64 Herodes, 5, 74 ff.; 6, 10. 20. 31
Colacicchi, Olimpia, 1, 45 Faustina maior, 2, 26 Herodes Antipas, 6, 15
Commodus, 2, 92; 3, 92 Faustina minor, 2, 28 Herodot, 1, 10; 2, 93; 3, 4. 61 ff.; 4, 24. 44;
Cook, John M., 1, 10 Feuser, Stefan, 4, 56 5, 52
Coponius, 2, 11 Flaig, Egon, 5, 92 Herrmann, Ariel, 2, 65
Corippus, 1, 97 Flavius Josephus, s. Iosephos Flavios Heuß, Alfred, 3, 65
Coulin, Sean, 6, 5 Flavius Silva, 6, 19 Himmelmann, Nikolaus, 1, 39
Courtial, Maria und Jörg, 3, 39 ff. Fourmont, Michel, 1, 17 Hippias, 3, 60
Cozzo, G., 5, 31 Franke, P. R., 5, 66 Hirmer, M., 5, 66
Curtius Rufus, Quintus, 2, 69 Friedrich Wilhelm III., preußischer König, Hofmann, Angelika, 2, 5
2, 35 Homer, 4, 33
Daker, 5, 96 Frontinus, 2, 50 Horaz, 1, 80
Dall’Osso, Innocenzo, 6, 39 Fuhrmann, Heinrich, 6, 77 Hortensius, Quintus, 1, 80
Dalmann, Gustav, 6, 24 Fulcinius Trio, Lucius, 6, 72 Humboldt, Alexander von, 6, 22
Dareios I., 2, 93; 3, 62; 5, 6 f. Hüttl, Willy, 5, 92
Dareios III., 2, 69 Galen, 4, 44; 5, 73; 6, 17
David, Wolfgang, 1, 90 Galli, Priester der Kybele, 2, 29 Inghirami, Tommaso Fedra, Kardinal,
Davoli, Paola, 5, 79 Garbrecht, Günter, 3, 37 4, 51
Deidameia, Königin der Molosser, 5, 51 Garstang, John, 6, 26 Inka, 1, 53
Delitzsch, Franz, 6, 34 Gartner, Andreas, 1, 97 Ionier, 1, 8
Delitzsch, Friedrich, 2, 38; 6, 33 Gelzer, Matthias, 6, 92 Iosephos Flavios, 6, 14, 18. 27
Demeter, 3, 99 Germanen, 3, 90 Isagoras, 3, 61
Demetrios I. Poliorketes, 2, 65; 3, 14 Germanicus, 6, 68 Irišum I., 1, 27
Demosthenes, 4, 32 Geta, 5, 24 Isis, 2, 63
Di Maida, Gianpiero, 3, 5 Geten, 5, 96 Isityche = Isis-Tyche, 3, 53 ff.
Diodoros Siculus, 1, 77 Gibbon, Edward, 2, 20 Iulia, Tochter des Augustus, 6, 68
Diodoros von Samos, 3, 26 Gilgamesch, 1, 66 Iulia Domna, 5, 24
Diogenes, 2, 99; 3, 99; 4, 43 Goddio, Franck, 3, 5; 6, 4 Iulius II., Papst, 4, 47
Diogenes, Indienfahrer, 3, 26 Goethe, Johann Wolfgang von, 2, 42; Iupiter Optimus Maximus, 4, 45
Diogenes Laertios, 3, 99 4, 46; 5, 55
Dione, 5, 48 Goldsmith, Dora, 6, 5 Jenning, Anthony, 2, 50
Dionysos, 1, 6; 12 Golvin, Jean-Claude, 4, 92 Jerez, Francisco de, 1, 55

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

Johannes der Täufer, 6, 15 Macrobius, Ambrosius Theodosius, Paulus, Apostel, 3, 11


Jona, 3, 32 4, 92 Pausanias, 2, 46
Maecenas, 1, 80 Pedro I. von Brasilien, 3, 86
Kadmos, 3, 6 Magna Mater / Kybele, 2, 29 Pedro II. von Brasilien, 3, 86
Kambyses, 5, 6 Maiuri, Amadeo, 6, 77 Peisistratiden, 3, 60
Karer, 4, 6 f. Mallon, Alexis, 6, 27 Peisistratos, 3, 60
Karl von Bourbon (Carlos VII.), 5, 9 Malmberg, Simon, 4, 55 Perikles, 3, 63; 4, 33
Karo, Georg, 6, 53 ff. Manderscheid, Hubertus, 2, 53 Perseus, König der Makedonen, 5, 54
Kassandros, 2, 72 Mara, Hubert, 2, 83 Petronius, 1, 80
Kauffmann, Angelika, 5, 58 Marcus Antonius, 2, 73; 3, 14. 43; 6, 31. 68 Pfuhl, Ernst, 2, 43
Kazantzakis, Nikos, 6, 93 Marcus Aurelius, 2, 8. 28. 92; 3, 28 Philipp II. von Makedonien, 2, 44. 65
Kenyon, Kathleen, 6, 26 Marser, 6, 70 Philipp V. von Makedonien, 5, 49
Kern, Otto, 6, 55 Martial, 6, 99 Philipp V. von Spanien, 2, 65
Kieseritzky, Gangolf von, 2, 65 Maximian, 5, 70 Philostratos, 1, 6; 2, 48
Killen, Simone, 1, 14 Mayer, Carl Frowin, 6, 83 Phönizier, 3, 6 f. 8 ff.
Kleisthenes, 3, 61 Mehlhorn, Hans, 2, 53 Piloty, Karl von, 6, 75
Kleomenes I. von Sparta, 3, 60 Menander, 4, 34; 6, 99 Piso, s. Calpurnius
Kleopatra VII., 3, 14. 43; 5, 77; Mentuhotep II., Pharao, 4, 17 Pius VI., 5, 58
6, 5. 31. 71 Mesrop Maschtoz, Mönch, 1, 6 Pizarro, Hernando, 1, 50
Koch, Martha, 2, 38 Messerschmidt, Leopold, 2, 39 Placidi, Marco, 2, 49
Koch-Brinkmann, Ulrike, 2, 44; 4, 31 Metöken, 3, 62 Plancus, s. Munatius Plancus
Köhler, Jens, 2, 49 Meyer, Johann Heinrich, 2, 42; 5, 56 Platon, 2, 73; 3, 32. 65; 4, 33. 99; 5, 99
Koldewey, Robert, 2, 93; 4, 92 Meyer-Buhr, Ute, 2, 5 Plinius maior, 1, 80; 2, 11. 44; 3, 18. 44;
Konstantin I., 5, 70 Michelangelo, 4, 47 5, 75; 6, 20
Köppel, Robert, 6, 27 Mithras, 2, 63 Plutarch, 1, 12; 2, 10. 67. 99; 4, 99
Koriun, Mönch, 1, 6 Mittag, Peter Franz, 5, 92 Pluto, s. auch Hades, 4, 27
Krause Kyora, Ben, 3, 5 Molosser, 5, 51 Polydeukes, 1, 41 ff.
Kreuz, Gernot, 6, 91 Mommsen, Theodor, 6, 92 Polyklet, 2, 69
Krumeich, Gerd, 6, 59 Monakhov, Sergey, 1, 10 Pompeius Magnus, Gnaeus, 1, 78; 3, 14
Kühne, Hartmut, 2, 80 Morelli, Francesco, 5, 9 Pompeius Magnus, Sextus, 3, 14
Kuznetsova, Elena, 1, 10 Moses, 6, 15 Poseidon, 3, 14
Kyniker, 3, 99 Mulliez, Maud, 3, 48 Poussin, Nicolas, 6, 75
Kyros II., 5, 6 Munatia Plancina, 6, 72 Prasutagus, König der Iteker, 4, 21
Munatius Plancus, Lucius, 5, 17; 6, 72 Prillwitz, Ernst August, 5, 46
Laur-Belart, Rudolf, 5, 21 Murray, William, 3, 20 Prometheus, 5, 99
Laurentius, Johannes, 2, 37 Muwatalli II., 1, 5 Proserpina, auch Persephone / Kore,
Lehmann, Klaus-Dieter, 5, 35 4, 24 ff.
Lehmann-Haupt, Carl-Friedrich, Napoleon III., 1, 62 Protagoras, 5, 99
3, 33 Neferkare, Pharao, 4, 16 Ptolemaios I., 2, 72
Lehmann Williams, Phyllis, 1, 41 Nero, 2, 4; 3, 15. 92 f. Ptolemaios, Geograph, 3, 26
Lenzen, Heinrich, 1, 71 Nesselrath, Arnold, 2, 91 Puchstein, Carl, 2, 93
Leonhard, Jörn, 6, 59 Neumann, Frank, 6, 28 Pyrrhos, 5, 51 ff.
Leonidas, 3, 82 Nieswandt, Helge, 1, 44 Pythagoras, 1, 97; 4, 45
Leukefeld, Karin, 3, 69 Nike, 3, 14 Pythagoreer, 4, 45
Lévi-Strauss, Claude, 3, 86 Nikias, 4, 99
Lincoln, Abraham, 3, 59 Quinctilius Varus, Publius, 6, 68
Lindenlauf, Astrid, 6, 59 Octavia, Schwester des Augustus, 6, 68
Littmann, Robert, 6, 5 Octavian, 3, 14 Raffael, 4, 46 ff.
Livia Drusilla, 5, 58; 6, 68 Odysseus, 3, 8 Raja, Rubina, 4, 56
Livius, 4, 19 ff. Olfers, Ignaz von, 1, 61 Ranke-Graves, Robert, 6, 75
Loeschke, Georg, 6, 54 Olympias, 2, 69 Rauriker, 5, 17
Lot, 5, 74; 6, 11 Orata, Caius Sergius, 1, 80 Rega, Antonio, 5, 55
Lothar, Kaiser, 1, 97 Orazi, Noemi, 1, 45 Regling, Kurt, 6, 49
Löwenstein, Sophie zu, 3, 51 Origenes, 2, 64 Reichert, Martin, 5, 35
Lucilius, 4, 99 Orphiker, 4, 45 Robert, Carl, 6, 54
Lucius Verus, 2, 8.31 ff. Osiris, 2, 63 Robinson, Edward, 6, 26
Lucretia, Gattin des Collatinus, 4, 19 Ovid, 1, 97 Rodin, Auguste, 6, 37
Lucrez, 4, 49 Owen, John, 1, 97 Rohm, Susanne, 2, 5
Lucullus, Lucius Licinius, 1, 75 Römer, 2, 4; (am Toten Meer) 6, 17 ff.
Ludwig I. von Bayern, 5, 63 Paderni, Camillo, 5, 9 Rosenberg, Arthur, 6, 60
Ludwig, Wido, 1, 66 Parrhasios, 3, 44 Ross, Ludwig, 1, 61
Lukian, 2, 47 Parther, 6, 70 Rousseau, Jean-Jacque, 3, 65
Lysimachos, 2, 67 Paulinus, Bischof von Nola, 6, 96 Roxane, 2, 72
Lysippos, 2, 69 Paulus, röm. Jurist, 2, 62 Ruatta, Stéphanie-Anne, 4, 79

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
LÄNDER UND ORTE

Ruland, Anton, 5, 65 Traianus, 3, 16. 26 Alexandria, 6, 71


Rusa I.–III., Könige von Urartu 3, 35 Traianus Decius, 5, 96 Androna / Al Andarin, 3, 67 ff.
Trimalchio, 1, 80 Antiocheia am Orontes, 3, 29
Sabina, 5, 58 Tupikova, Irina, 3, 26 ar-Raqqa, 2, 76
Salmanasser III., 1, 5 Turner, William, 6, 75 Assur, 1, 27
Salzmann, Dieter, 1, 44 Athen, 1, 17 ff.; 3, 59 ff.; 92
Šamši-Addad I., 1, 27 Ulpianus, 2, 62 Äthiopien
Sappho, 4, 33 Userkaf, Pharao, 4, 15 – Bale Montains
Sargon II., 1, 61 Uxkull-Gyllenband, Woldemar, 6, 55 Autonome Region Kurdistan im Irak
Sarre, Friedrich, 2, 38 – Kemune
Schauer, Markus, 6, 61 Valentinian I., 4, 92; 5, 70
Schiff, Alfred, 1, 41 Varro, 1, 80; 4, 37 Baiae, 1, 80
Schiller, Friedrich, 5, 99 Varus, s. Quinctilius Bale Montains, 5, 4
Schinkel, Karl-Friedrich, 5, 33; 6, 36 Vasari, Giorgio, 4, 46 Belgien
Schliemann, Heinrich, 3, 93; 6, 53 Veit, Heinz, 5, 4 – Tongeren
Schmaltz, Bernhard, 1, 43 Velleius Paterculus, 6, 72 Belmonte Piceno, 6, 39
Schmidt, Klaus, 4, 64 Vergil, 4, 49 Berlin, 1, 41. 61
Schocken, Salman, 6, 29 Vespasian, 6, 18 Bonn, 1, 39
Schuchardt, Carl, 2, 93 Visconti, Ennio Qurino, 5, 58 Brasilien, 3, 84 ff.
Schulten, Adolf, 6, 27 Vitellius, 1, 80 – Rio de Janeiro
Scipio, 4, 92 Vitruv, 4, 73; 5, 67
Seetzen, Ulrich Jasper, 6, 22 Voegtli, Hans, 6, 52 Cagliari, Sardinien, 3, 53
Segal, George, 6, 37 Capo di Sorrento, s. Sorrent
Segestes, 6, 70 Wagner, Ernst, 1, 62 Chios (Insel), 1, 8 ff.
Sellin, Ernst, 6, 26 Wagner, Martin von, 5, 63
Seneca, 3, 92; 4, 5. 37. 99 Warren, Charles, 6, 26 Daphne bei Antiochia, 6, 72
Seneca minor, 6, 99 Watzinger, Carl, 6, 26 Deutschland
Sepp, Johann Nepomuk, 6, 22 Weber, Wilhelm, 6, 55 – Aalen
Septimius Severus, 2, 62; 5, 24 Wellhöfer, Herbert, 5, 63 – Berlin
Servius, 5, 54 Wengrow, David, 1, 15 – Bonn
Sesostris III., Pharao, 4, 17 Wilhelm II., 6, 33 f. 54 – Grafenbühl
Seuthes III., Thraker, 1, 44 Wimmer, Stefan, 6, 28 – Halle
Severer, 2, 62 ff. Winckelmann, Johann Joachim, 2, 42. – Hermeskeil
Silverstein, Jay, 6, 5 66. 88 ff.; 5, 58 – Kalkriese
Simon, Erika, 3, 4 Winterling, Alois, 3, 93 – Köln
Skopas, 2, 66 Wiplinger, Gilbert, 2, 49. 53 – Krefeld
Smith, Eli, 6, 26 Wycombe Gomme, Arnold, 3, 65 – Markt Essenbach
Sobek, ägyptischer Lokalgott, 5, 78 ff. – Offenburg
Sokrates, 1, 17. 75; 4, 33. 43 Xenophon, 1, 21 – Regensburg
Sol Invictus, 2, 63 Xerxes I., 2, 93; 3, 62 – Stendal
Solon, 3, 60; 4, 99 – Trier
Strabon, 1, 43; 3, 23; 4, 44 Ychsma, Gott und Inkastamm, 1, 50 – Waldgirmes
Strobel, August, 6, 27 Dimê, 5, 78 ff.
Stuck, Franz von, 1, 62 Zaichkowsky, J. L., 1, 26 Dodona, 5, 49
Sueben, 6, 89 Zarmakoupi, Mantha, 4, 56
Sueton, 1, 80; 2, 11; 6, 72 Zeus, 5, 99 Edessa, 4, 43
Svetnam-Burland, Molly, 6, 76 Zeus Ammon, 2, 69 Eleusis, 1, 19
Symmachus, 5, 70 Zeus Naios, 5, 49 Emesa (Homs), 2, 63
Zeuxis, 2, 42 En-Gedi, 6, 29 ff.
Tacitus, 2, 4; 3, 93; 4, 20; 6, 72 Zimmer, Gerhardt, 1, 42 Ephesos, 2, 12
Teresa Maria Cristina von Brasilien, Zola, Émile, 1, 47
3, 86 Zwarts, Kim, 2, 50 Farasan-Inseln, 3, 26
Tertullian, 2, 64 Fontana Nuova, 3, 5
Thales, 1, 10
Theophilos, Reisender, 3, 26 LÄNDER UND ORTE Gelduba, s. Krefeld
Theopompos von Chios, 1, 12 Gerasa, 1, 4
Thimotheus von Gaza, 1, 37 Aalen, 3, 88 Göbekli Tepe, 4, 64
Thukydides, 1, 10 ff.; 3, 63 Ägypten Grafenbühl, 6, 47
Thusnelda, 4, 20; 6, 70 – Alexandria Griechenland
Tiberius, 6, 68 – Dimê (Oase) – Athen
Tischbein, Johann Heinrich Friedrich, – Thmuis – Chios (Insel)
5, 55 – Thonis-Heraklion – Dodona
Titus, 6, 32 Ain az-Zara / Ein az-Zara, 5, 74 – Edessa
Tornau, Christian, 4, 92 Aleppo, 2, 39 – Eleusis

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

– Korinth Klazomenai, 1, 10 Schweiz


– Kreta Köln, 6, 70 – Kaiseraugst / Augusta Raurica, 5, 16 ff.
– Kykladen Korinth, 2, 99 – Zürich
– Levitha / Lebinthos (Insel) Krefeld, 2, 4 Sirkeli Höyük, 1, 5
– Marathon Kreta, 6, 93 Sokotra, Insel, 3, 26
– Piräus Kummanni, s. Sirkeli Höyük in der Sorrent, 4, 69 ff.
– Salamis Türkei, 1, 5 Spanien
– Sparta Kykladen, 4, 4 – Madrid
– Vergina Sparta, 3, 65
Großbritannien Lade (Insel), 1, 10 Stendal, 2, 88 ff.
– York / Eboracum, 5, 24 Leptis Magna, 2, 63 Syrien
Libyen – Aleppo
Halle, 2, 5 – Leptis Magna – Androna / Al Andarin
Hegra, heute Mada’in Salih, 3, 23 – ar-Raqqa
Hermeskeil, 1, 4 Madaba, 5, 71; 6, 8 – Emesa / Homs
Hirbet Qumran, 6, 13 Madrid, 2, 65 – Jerf al Ahmer
Marathon, 3, 62 – Mureybet
Indonesien Markt Essenbach, 2, 5
– Java (Insel) Masada, 6, 9. 14. 19 Tell es-Sultan, s. Jericho
– Wonoboyo auf Java Milet, 1, 10 Thmuis, 6, 5
Ionien, antike Landschaft, heute Türkei, Mureybet, 4, 62 Thonis-Heraklion, 3, 5; 6, 4
1, 10 Tongeren, 5, 96
Irak Nabi Musa, 6, 15 Trier, 2, 35; 3, 19; 5, 67 ff.
– Assur Nahal Mischmar, Wadi, 6, 32 Tunesien
– Uruk-Warka Neapel, 1, 77 – Karthago
Iran Nevalı Çori, 4, 64 Türkei
– Zanjān, 6, 4 Nikolskoye, Astrachan, 4, 4 – Antiocheia am Orontes
Israel Nordmazedonien – Daphne bei Antiocheia
– Hirbet Qumran – Ohrid – Ephesos
– Jerusalem – Göbekli Tepe
– Masada Offenburg, 6, 88 ff. – Keșiș Göl, Stausee
– Nabi Musa Ohrid, 1, 90 – Klazomenai
– Nahal Mischmar (Wadi) Oman – Lade (Insel)
Italien – Salut – Milet
– Cagliari – Nevalı Çori
– Baiae Pachacamac, 1, 50 ff. – Pergamon
– Belmonte Piceno Palästinensisches Autonomiegebiet – Priene
– Fontana Nuova – En-Gedi – Sirkeli Höyük
– Neapel – Jericho – Van
– Pandateria (Insel) – Nabi Musa Tusculum, 1, 77
– Piazza Armerina Pandateria (Insel), 6, 74
– Pompeii Pergamon, 6, 47 Uruk-Warka, 1, 66
– Portus Peru
– Rom – Pachacamac Van, 3, 33 ff.
– Sorrent – Ychsma Vergina, 2, 44
– Tusculum Petra, 6, 22
Piazza Armerina, 1, 33 Waldgirmes, 6, 68
Java (Insel), 5, 39 ff. Piräus, 1, 19 Wonoboyo auf Java, 5, 40
Jemen Portus, bei Ostia, 3, 16
– Sokotra, Insel Priene, 6, 47 Ychsma, s. Pachacamac
Jerf al Ahmer, 4, 62
Jericho, 5, 75; 6, 24 ff. 29 Regensburg, 1, 90 Zanjān, 6, 4
Jerusalem, 3, 29; 5, 75 Rio de Janeiro, 3, 86 Zürich, 1, 94
Jordanien Rom, 2, 8. 62 ff.
– Ain az-Zara (Oase) Russland
– Gerasa – Nikolskoye SACHEN
– Jericho
– Madaba Salamis, 3, 62 Abguss / Abguss-Sammlung
– Petra Salut, 3, 4 – Bronzenachgüsse des Faustkämpfers
Saudi-Arabien und des Thermenherrschers, 1, 39 ff.
Kalkriese, 6, 68 – Farasan-Inseln – Gipsabgüsse von Vorderasiatica, 1, 59 ff.
Karthago, 3, 20; 6, 93 – Hegra, heute Mada’in Salih – Abgüsse neuassyrischer Reliefs im
Kaukasus, 2, 4 Schweden Nineveh Court des Crystal Palace, London
Keșiș Göl, Stausee, 3, 33 ff. – Stockholm 1854, 1, 61

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
SACHEN

– verlorener Abguss des ‘Schwarzen Obelis- – BSA = British School of Archaeology in – Ausstellungen extra: Dacia Felix. Die
ken’ in Jena, erhaltener Abguss in Dresden, Jerusalem, 6, 26 ruhmreiche Vergangenheit Rumäniens,
1, 61 Archäologischer Park Tongeren 2019 / 2020, 5, 96
– 200 Jahre Gipsformerei, Staatliche Museen – Parco Archeologico del Colosseo, Rom, – National Geographic-Ausstellung,
zu Berlin, 6, 35 ff. 2, 62 Mãnoa, 6, 5
– Königlich-Preußische Abguss-Anstalt, – Winckelmann-Park beim Winckelmann- – Studienausstellung Babel-Bibel-Streit,
spätere Museen-Formerei, 6, 35 Museum in Stendal, 2, 90 Berlin 2019 / 2020, 6, 35
Akademie – römisches Reiterkastell in Aalen wird – Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei,
– Académie royale des inscriptions et Archäologischer Park mit Spezialmuseum Berlin James-Simon-Galerie, 6, 35 ff.
belles-lettres, 1, 17 für Limes, 3, 88 – Dauerausstellung: Verdammt lang her!,
– Preußische Akademie, 2, 93 Architektur Ritterhaus Offenburg, 6, 88
Altar – Rundbauten im keramischen Neolithi- – Ausstellungen extra: Marches à suivre.
– Geschichte des Pergamonaltares und kum Vorderasiens, 4, 62 5000 Jahre Prozessionen und Pilgerreisen,
des Pergamonmuseums, 4, 92 – unterirdische neolithische Rundbauten Fribourg (Schweiz) 2019 / 2020, 6, 96
Amphitheater in Jerf al Ahmer und Mureybet, 4, 62
– Pompeii, Umsiedlung der Gladiatoren – Kreisbau-Anlagen aus dem 10. und 9. Jh. Bankette
nach Vesuvausbruch, 5, 8 v. Chr. am Göbekli Tepe, 4, 66 – Festessen der Epikureer, 1, 75 f.
– Aufführungen im Amphitheater von – Aufzüge für Tiertransporte in den gro- – Speisetiere für Luxusmahlzeiten, 1, 80
Pompeii, 5, 14 ßen Amphitheatern, 5, 31 Bernstein
– Veranstalter der munera, 5, 16 – Entwürfe für die Museumsinsel in Ber- – reiche Funde in den archaischen Grä-
– die Amphitheater von Augusta Raurica, lin, 5, 33 ff. bern von Belmonte Piceno, 6, 39
5, 18 Ausgrabung Bibel
– Tiertransporte innerhalb des Amphi- – Ende der Ausgrabungen in Assur 1914, – erste Übersetzung ins Armenische, 1, 7
theaters, 5, 29 ff. 1, 27 – Sodom und Gomorrha, 6, 11
Anthropologie – Mißstände bei Grabungsfirmen, 1, 46 ff. – der Babel-Bibel-Streit, 6, 33
– paläogenetische Untersuchungen von – Heitere Grabungstagebücher, 1, 91 Bibliothek
Skeletten des 5. Jts. im Kaukasus, 2, 4 – IMTO = Italienische Mission im Oran – Bibliothèque nationale de France in
Antikenbehörde (Salut), 3, 4 Paris, 1, 18
– syrische Antikenverwaltung, 2, 76 Ausstellung – Österreichische Nationalbibliothek
– Antikendirektion Duhok, 5, 5 – Herrscher und Athlet – Die Bronzen in Wien, 4, 96; 5, 79
– Ephorie für Unterwasserarchäologie, vom Quirinal, Bonn 1988, 1, 39 Biographie
5, 5 – Sport der Hellenen, Berlin, 1, 41 – Winckelmann, 2, 91
– Ägyptisches Ministerium für Altertümer, – Syria Matters, Doha 2018 / 2019, 1, 86 – Caligula, 3, 93
6, 4 – Das goldene Antlitz des Makedonen- – Robert Koldeweys letzte Tage, 4, 92
– Polo Museale delle Marche, 6, 42 königs. Kelten und Makedonen am Ohrid- – Alexander der Große, 5, 92
Antikenraub see – ein Zusammenprall der Kulturen, – Antoninus Pius, 5, 92
– und Zerstörung in Syrien, insbesondere Manching 2014, 1, 90 – Friedrich Delitzsch, 6, 33 ff.
in Andona, 3, 74 – Ausstellungen extra: Exekias hat mich ge- – Georg Karo, 6, 53 ff.
Antikenrezeption malt und getöpfert, Basel 2018 / 2019, 1, 94 – Tod des Germanicus, 6, 68 ff.
– Mißbrauch der Antike, insbesondere – Roma universalis: l’impero e la dinastia Bogen
Spartas, durch die Identitäre Bewegung, venuti dall’Africa, Rom 2019, 2, 62 ff. – Ehrenbögen für Germanicus, 6, 74
3, 82 ff. – Ausstellungen im Winckelmann-Mu- Bronzekunst
– identitäre Antikenrezeption durch On- seum in Stendal, 2, 90 – Bronzenachguß des Faustkämpfers,
line-Shop phalanx-europa, 3, 83 – Ausstellungen extra: Antike Bilder- 1, 41
– Antike anders hören und anders sehen, welten. Was Griechische Vasen erzählen, – Bronzenachguß des Thermenherr-
6, 61 Hamburg 2019, 2, 96 schers, 1, 42
Antikenschutz – Neue Dauerausstellung im Limes- – Bronzenachguß des Ganswürgers, 1, 42
– ATPA = Authority for Tourism and museum Aalen, 3, 88 ff. – Bronzekopf eines hellenistischen
Protection of Antiquities in ar-Raqqa, – Ausstellungen extra: Luxus am Nil, Herrschers im Museo del Prado, Madrid,
2, 83 Riggisberg 2019, 3, 96 2, 65 ff.
– KAO = Kurdistan Archaeology Organiza- – Starke Typen – griechische Porträts – Bronzekopf eines hellenistischen Herr-
tion, 5, 5 der Antike, Altes Museum Berlin 2019, schers im Mittelmeermuseum Stockholm,
– York Archaelogical Trust, 5, 26 4, 31 ff. 2, 73
– ICHHTO = Iran Cultural Heritage, Hand- – Dauerausstellung im Colombischlössle – neu: sarmatische Bronzekessel in Nikol-
crafts and Tourism Organization, 6, 4 Freiburg, 4, 88 ff. skoye, 4, 4
Aquädukt – Valentinian I. und die Pfalz in der Spät- Brücken
– Aquädukte und Aquäduktbrücken zur antike, Speyer 2019, 4, 92 – Aquäduktbrücken in Latium, 2, 49 ff.
Versorgung von Rom, 2, 49 ff. – Ausstellungen extra: «In vino veritas», Brunnen
Archäologenporträt Wien 2019 / 2020, 4, 96 – Nymphäen in Rom, 2, 53
– Georg Karo, 6, 53 ff. – Leben am Toten Meer, Chemnitz
Archäologie 2019 / 2020, 5, 71 ff.; 6, 29 Christentum
– SBEC = Sociedade Brasileira de Estudos – Neue Dauerausstellung des Bergbau- – Christen und das Meer, 3, 29 ff.
Clássicos, Altertumswissenschaft in Brasi- Museums in Bochum nach Sanierung, – Heidenmission und Reisen des Paulus,
lien, 3, 84 ff. 5, 88 ff. 3, 29

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

– Missionsauftrag der Jesuiten in Brasilien, Feste – Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen, Tier-


3, 85 – Festlichkeiten und Opfer zum Geburts- kämpfe, 5, 14
– Taufe am Jordan, 6, 15 tag des Antoninus Pius, 2, 26 f. – Anlässe und Veranstalter der Gladiato-
– Christenverfolgung in der Antike, 6, 92 – Säkularfeier 900 Jahre Rom, 2, 28 renkämpfe, 5, 16
Comic Film Glas
– ‘300’ von Miller und Varley, 3, 82 – Jäger des verlorenen Schatzes, 1, 46 – Fragment einer fischförmigen Glasflasche
– 300 (Schlacht an den Thermopylen), 3, 82 aus Gloucestershire, 5, 4
DAI = Deutsches Archäologisches – Fernsehserie: Ich, Claudius, Kaiser und Glyptik
Institut Gott, 6, 75 – Grand Camée de France in Paris, 6, 74
– DAI Berlin, Eurasien-Abteilung, 2, 4 Fonds Gold
– DAI Rom, 5, 31 – Fonds National de la Recherche Scienti- – Gold auf Java im 1. Jt. n. Chr., 5, 39
– DAI Ausgrabungen in Pergamon und fique, 1, 50 – Schatzfund von 7000 Goldobjekten in
Priene, 6, 49 Fotografie Wonoboyo auf Java, 5, 40
Demokratie – Dokumentation von Elfenbeinarbeiten Grabbeigaben
– die athenische Demokratie, 3, 59 ff. durch Hans Graeve, 2, 36 – in den 2019 entdeckten Kurganen in
– moderne Demokratie, 3, 60 – Fotoausstellung Kim Zwarts: Aqua Clau- Astachan, 4, 4
– vordemokratische Ordnungen, 3, 60 dia und Aqua Anio Novus, 2018, 2, 49 – Waffen, Elfenbein und Bernstein in
– erste geschriebene Verfassungen der Frauen archaischen Frauengräbern in Belmonte
USA, von Polen und Frankreich im 18. Jh., – Frauenraub im Altertum, 4, 8 ff. 23 ff. Piceno, 6, 39 ff.
3, 66 – fremde Frauen als Kriegsbeute im Alten – neu: Elfenbeinkästchen mit Bernstein-
Denkmalschutz Ägypten, 4, 15 ff. einlagen von Belmonte Piceno, 6, 42
– Landesamt für Denkmalpflege und – Mißbrauch und Vergewaltigung in der Gräber
Archäologie Sachsen-Anhalt untersucht Antike, 4, 19 ff. – Wagengrab in Markt Essenbach, 2, 5
Süßen See bei Halle, 2, 5 – Heiraten im Mittelalter, Inzesttabu, 4, 28 ff. – Rom, Mausoleum des Hadrian, 2, 26
Depot, s. Schatzfund – Brautpreis und Morgengabe als Alters- – makedonisches Kammergrab der Eury-
DFG = Deutsche Forschungsgemeinschaft sicherung der Ehefrau, 4, 29 dike in Vergina, 2, 44
– deutsch-ital. Projekt zur Bearbeitung Fresken – Kurgane in Astachan, 4, 4
der Altfunde von Belmonte Piceno, 6, 42 – Zeichnungen von Fresken aus Pompeii – neu: monumentales Grab an der Porta
(Waffen), 5, 9 Stabia in Pompeii, 5, 13 ff.
Edelstein – sog. Amazonengräber von Belmonte
– Verwendung in javanischem Goldschmuck, Geoarchäologie Piceno, 6, 40
5, 46 – Flußgeschichte Euphrat und Tigris, – Fürstengräber in Pitino di San Severino,
Edikt 1, 91 Matelica und Numana-Sirolo, 6, 41
– Preisedikt des Diokletian nennt über Geschichte – Grabhügel von Grafenbühl, 6, 42
50 Schiffsrouten, 3, 21 – der Abgüsse und Abguss-Sammlungen, Grabinschrift
Elfenbein 1, 59 – des Cn. Alleius Nigidius Maius in Pompeii,
– Katalog Knochenarbeiten der Antiken- – Stadtgeschichte Regensburg, 1, 90 5, 13 ff.
sammlung Berlin, 2, 35 ff. – Entwicklung des Vorderasiatischen – auf sog. Bühler Stein von Offenburg-
– archaisches Elfenbeinkästchen von Bel- Museums Berlin, 2, 37 Bühl, 6, 91
monte Piceno, 6, 39 – George Grote, History of Greece (1846– Graffiti
Erdbeben 1856), 3, 66 – auf assyrischem Pithos, 1, 30
– 749 n. Chr. in Jordanien, 1, 4 – Geschichtswissenschaft in Brasilien – Ankündigungen von Gladiatorenkämp-
Ernährung nach Ende der Kolonialzeit, 3, 86 fen in Pompeii, 5, 8 ff.
– Hefezellen aus antiken Gefäßen, 4, 5 – globale Verflechtung in der Spätantike,
– Ernährung im klassischen Altertum, 4, 37 3, 92 Handel
– Nahrungsmittel in der Antike, 4, 39 – Geschichte Karthagos, 6, 93 – Markierungen auf Amphoren von Chios,
– Mahlzeiten und Gelage in der Antike, 4, 40 Gesellschaft 1, 8 ff.
– Fasten in der Antike, 4, 44 – Winckelmann-Gesellschaft seit 1940, 2, 89 – Marktordnung für Athen, 2. Jh. v. Chr.,
– Bedeutung der Bohne in der Antike, 4, 45 – Palestine Exploration Fund (1867), 6, 22 1, 17
– Wein im alten Ägypten, 4, 96 – École Biblique (1890), 6, 22 – Maße und Gewichte in Athen, 1, 17 ff.
Expedition – American Schools of Oriental Research – Handel zur See, 3, 9. 12
– schweizerisch-türkische Expedition in (1900), 6, 22 – Hochseetaugliche Schiffe in der Antike,
Sirkeli Höyük, 1, 5 – Deutscher Verein zur Erforschung Paläs- 3, 20
– 14. Expedition zur Erforschung von tinas (1877), 6, 23 – Import und Export im römischen Impe-
Uruk, 1, 66 – Deutscher Verein vom Heiligen Lande rium, 3, 23
(1895), 6, 24 – antike Handelsbeziehungen mit China,
FH = Fachhochschule – Deutsche Orient-Gesellschaft (1898), 3, 27 f.
– Würzburg-Schweinfurt, Kommunika- 6, 24. 33 Heiligtum
tionsdesign, 5, 62 Gesetze – Keltisches Heiligtum bei Hermeskeil im
Farbstoffe – Marktordnung für Athen, 2. Jh. v. Chr., 1, 17 Hunsrück, 1, 4
– auf antiken Flächenbildern, 2, 44 ff. – athenische Demokratie, 3, 59 ff. – bronzezeitliches Heiligtum auf Daskalio
Fels Gladiatoren bei Keros, 4, 4
– Felsreliefs in Sirkeli Höyük in der Tür- – Altfunde von Gladiatorenwaffen aus – Borobudur, buddhistisches Zentralhei-
kei, 1, 5 Pompeii, 5, 8 ff. ligtum auf Java, 5, 45

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
SACHEN

Herrscherdarstellungen – Schrifttafeln aus dem Palast von Ke- – die Mosaikkarte von Madaba, 5, 71; 6, 8
– römische Kaiserbüsten und Kaisermün- mune, Mittani-Reich, Autonome Region Limes
zen, 2, 20 ff. Kurdistan, 5, 5 – obergermanisch-raetischer Limes, 1, 90;
Herrscherkult – altpersische Keilschrift, 5, 6 f. UNESCO Welterbe 2005, 3, 88
– Kaiserkult ab Augustus, 2, 26 – Erzählungen des Alten Testamentes be- – Antoninuswall, 2, 18
Horizont 2020, 1, 16 reits in älteren Keilschrifttexten, 6, 33 – römisches Reiterkastell in Aalen wird
Hortfund, s. Schatzfund Keramik Spezialmuseum für Limes, 3, 88
– milesische Fikelura-Keramik, 1, 10
Inschriften – Raqqa-Keramik in Syrien, 2, 77 Malerei
– zur Kontrolle von Maßen und Gewich- Kirche – Spuren antiker Malerei, 2, 41
ten, 1, 17 ff. – SS. Cosma e Damiano, Rom, 2, 64 – Raffael malt die Stanzen im Vatikan
– safaitische Inschriften in der syrisch- – Jesuiten in Brasilien im 16. Jh., 3, 84 ff. aus, 4, 47
jordanischen Basaltwüste, 2, 6 f. – St. Peter in Rom, 4, 47 – Raffael, Die Schule von Athen, Deutung
– drei lateinische Inschriften aus der Oase Kleidung 4, 49
Hegra und den Farasan-Inseln, 3, 26 – jüdische Vorschrift: Schatnez, 6, 20. 32 – Zeichnungen des Martin von Wagner,
– 200 antike Inschriften aus der Höhle Kloster 5, 63 f.
Hoq auf der Insel Sokotra, 3, 26 – byz. Kloster Ain Abata, ‹Höhle des Lot›, 6, 13 – Tod des Germanicus im 19. Jh. n. Chr.,
– die urartäischen Stelen-Inschriften vom Kopie 6, 75
Priestersee Keșiș Göl, 3, 33 ff. – römische Kopien griechischer Originale, Masken
– Grabinschrift des Cn. Alleius Nigidius 3, 48 – frühneolithische Masken aus Mesopo-
Maius in Pompeii, 5, 13 ff. Krieg tamien, 4, 60 ff.
– auf sog. Bühler Stein von Offenburg- – Schlacht von Lade, 1, 10 – Miniatur-Steinmasken vom Göbekli
Bühl, 6, 91 – Auseinandersetzungen der Römer und Tepe, 4, 66
Interview Bataver im 1. Jh. n. Chr., 2, 4 Meer
– mit Ubisoft Entertainment SA, 4, 79 ff. – 2. Punischer Krieg, 2, 29 – Bedeutung in der Antike, 3, 8 ff.
– mit Markus Schauer und Andreas – Verluste im syrischen Bürgerkrieg in – das Rote Meer in der Antike, 3, 23 ff.
Grüner, 6, 61 ff. ar-Raqqa 2012 / 2013, 2, 79 – das Tote Meer, 6, 8 ff.
Institut / Institutionen – Seekriege in der Antike, 3, 9 f. Metalle
– Max-Planck-Institut für Menschheitsge- – Seekrieg auf Münzen, 3, 12 ff. – Kupferschatz von Nahal Mischmar, 6, 10
schichte in Jena, 2, 4 – persische Invasion in Athen, 3, 62 – Pompeii, Silberbecher mit ägyptischer
– Österreichisches Historisches Institut – Grabrede des Perikles auf die Gefallenen Dekoration, 6, 76 ff.
in Rom, 2, 8 des Peloponnesischen Krieges, 3, 63 Modell
– EASM = Europäisches Institut für Unter- – Zerstörungen in Androna durch den IS, – Bildbearbeitungsmodell Structure from
wasserarchäologie, 3, 5 Syrien, 3, 67 ff. Motion für die Villa maritima vom Capo di
– IHGB = Instituto Histórico e Geográfico – Schlacht an den Thermopylen in Comic Sorrent, 4, 77
Brasileiro seit 1938, 3, 86 und Film, 3, 82 f. Mosaiken
– Gustaf-Dalman-Institut der Universität – Boudica-Aufstand, 4, 21 – Mosaiken der Villa Romana del Casale
Greifswald, 6, 24 – Sieg der Römer über die Daker 106 bei Piazza Armerina, 1, 37
– Deutsches Evangelisches Institut für Al- n. Chr., 5, 96 – Mosaiken in Mesopotamien vom E. 4. Jt.,
tertumswissenschaft des Heiligen Landes – 1. Jüdischer Krieg 66–70 n. Chr., 6, 18 1, 66 ff.
in Jerusalem, 6, 24 – Bar-Kochba-Aufstand, 6, 19 – Gladiatorenmosaik aus Kaiseraugst,
– KIT = Karlsruher Institut für Technolo- – Varus-Schlacht, 6, 68 Insula 30, 5, 21
gie, 6, 28 Kult – Bodenmosaik von Madaba, 5, 71 f.; 6, 8
– GFZ = Geoforschungs-Zentrum in Pots- – orientalische Kulte in Rom, 2, 26 Motiv
dam, 6, 28 – kapitolinische Trias, 2, 26 – Vorlagen, Wiederholungen von Motiven
– UFZ = Helmholtz-Zentrum für Umwelt- – Kult der Magna Mater unter Antoninus und Mustern in der antiken Malerei, 3, 47
forschung in Leipzig, 6, 28 Pius, 2, 29 Mumien
– Moses Mendelsohn-Zentrum in Pots- – orphische Kulte, 2, 63 – ägyptische Mumienbildnisse, 2, 48
dam, 6, 35 – ägyptische Kulte auf Sardinien, 3, 53 ff. – Salzmumien aus Zanjān, 6, 4
– das Berliner Antike Kolleg, 6, 35 – Ritualvorschriften für Soknopaios auf Münzen
– Institut für Archäologische Wissen- Papyri, 5, 80 – Personifikationen auf Münzen von Had-
schaften der Albert-Ludwigs-Universität – Isis-Kult, 6, 77 rian und Antoninus Pius, 2, 9 ff.
in Freiburg, 6, 42 Kulturen – Kaiser auf römischen Münzserien, 2, 22
– Kaiserlich Deutsches Archäologisches – Ychsma-Kultur in Peru, 1, 50 ff. – Seefahrt und -krieg auf antiken Münzen,
Institut, 6, 53 f. – islamische Kultur im Museum von Doha, 3, 12 ff.
1, 86 ff. – Entstehung der Münzgeldwirtschaft in
Kastell – Urnenfelderkultur, 2, 5 Griechenland, 3, 62
– römisches Reiterkastell in Aalen wird – Aurignacien-Kultur, 3, 5 – Stiftung der Münzsammlung Wellhöfer
Spezialmuseum für Limes, 3, 88 – Kykladenkultur, 4, 4 für die Antikensammlung Würzburg, 5, 63
Keilschrift – Rome and the Classic Maya, 5, 93 – Münzkabinett des Martin von Wagner
– Abgüsse von syrischen Keilschrifttafeln – Tripolye-Kultur in Osteuropa, 6, 5 Museums in Würzburg, 5, 65
in Silikonkautschuk, 2, 81 – Iudaea capta-Münzen, 6, 32
– die urartäischen Stelen mit Keilschrift Landkarten – Kataloge der Fundmünzen aus Priene
vom Priestersee Keșiș Göl, 3, 33 ff. – Tabula Peutingeriana, 3, 23 ff. und Pergamon, 6, 49 ff.

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

– Numismatische Kommission der Länder, – Stendal, Winckelmann-Museum, 2, 89 Polychromie


6, 51 – Teheran, Nationalmuseum, 6, 4 – auf Elfenbeinobjekten, 2, 37
Museum – Tongeren, Gallo-Römisches Museum, 5, 96 – in der Flächenmalerei, 2, 41 ff.
– Aalen, Limesmuseum, Neueröffnung, 3, 88 – Würzburg, Martin von Wagner Mu- – Import von Farbstoffen Ende 1. Jh.
– Ancona, Archäologisches Museum, 6, 42 seum der Universität, Antikensammlung, v. Chr., 3, 18
– ar-Raqqa, Archäologisches Museum, 5, 67 ff. Porträts
2, 76 ff. – Zanjān, The Saltmen Museum, 6, 4 – Bildnisse des Antoninus Pius und seiner
– Astrachan, Museum, 4, 4 – Zanjān, Zolfaghari Museum, 6, 4 Nachfolger, 2, 20 ff. 31 ff.
– Athen, Archäologisches Nationalmuseum, – Griechische Porträts, Ausstellung in Ber-
6, 57 Nachruf lin 2019 / 2020, 4, 31 ff.
– Avenches, Römermuseum, 6, 96 – Zum Tod von Erika Simon, 3, 4 – Entwicklung der antiken Porträts,
– Basel, Jüdisches Museum der Schweiz, 6, 96 Nekropole 4, 32 ff.
– Berlin, ehem. Kaiser-Friedrich-Museum, – Nekropole von Pachacamac, 1, 53 Projekte
2, 37 – neu: bronzezeitliche Nekropole in Markt – Danish-German Jerash Northwest Quar-
– Berlin, ehem. Museum am Lustgarten, 2, 35 Essenbach, 2, 5 ter Project, 1, 4
– Berlin, SMB, Ägyptisches Museum, 5, 79 – Nekropole von Vergina, 2, 44 – Focus Raqqa, 2, 80
– Berlin, SMB, Antikensammlung, 2, 35; – neu: Nekropole in Salut, Oman, 3, 4 – Pilotprojekt: Scanning for Syria, 2, 81
4, 31 – Nekropole in York mit ungewöhnlichen – Mobiles Museum, Winckelmann-
– Berlin, SMB, James-Simon-Galerie, 6, 35 Bestattungen, 5, 26 Museum in Stendal, 2, 90
– Berlin, SMB, Münzkabinett, 6, 49 – Kurgane Astachans, 4, 4
– Berlin, SMB, Vorderasiatisches Museum, Opfer – Risikoanalyse römischer Handelsschiffe,
2, 37 – Taurobolium, Stieropfer, 2, 30 4, 5
– Bochum, Deutsches Bergbau-Museum, Orakel – Lehrprojekt: Antike Städte, 4, 54 ff.
5, 88 ff.; 6, 4 – Orakelstätte der Ychsma in Peru, 1, 50 – Verbundprojekt INSIGHT. Signaturen
– Bukarest, Nationalmuseum für Landes- – Ammon-Orakel in der Oase Schiwa, 2, 69 des Blicks – Facetten des Sehens, 5, 63
geschichte, 5, 996 – Orakel von Zeus Naios und Dione, – NUMiD = Netzwerk universitärer Münz-
– Cagliari, Museo Archeologico Nazionale, 5, 48 ff. sammlungen in Deutschland, 5, 66
3, 53 – Deutsch-französisches Forschungspro-
– Chemnitz, smac = Staatliches Museum Palast jekt (Erschließung der Papyri von Dimê),
für Archäologie, 5, 71; 6, 29 ff. – Rom, Severischer Komplex auf dem 5, 78
– Doha, MIA = Museum of Islamic Art, 1, 86 Palatin, 2, 64 – Bewahrung des kulturellen Erbes in
– Frankfurt am Main, Archäologisches – Palast von Kemune, Mittani-Reich, Auto- Krisenregionen, 6, 4
Museum, 6, 4 nome Region Kurdistan, 5, 5 – UH Tell Timai Project, Thmuis, 6, 5
– Frankfurt am Main, Liebieghaus, 4, 31 Papyrus – Sonderforschungsbereich «Transfor-
– Frankfurt am Main, Weltkulturen – Papyrus Vinob. G. 40822 (Muziris-Papy- mationsDimensionen» der Christian-Alb-
Museum, 5, 40 rus) mit Gewicht und Wert der Ladung ei- rechts-Universität Kiel, 6, 5
– Freiburg, Archäologisches Museum nes Schiffes, 2. Jh. n. Chr., 3, 23 – Wadi Shu’eib Projekt des Deutschen
Colombischlössle, 4, 88 ff. – Zenon-Papyros 59665 in Kairo, 3, 43 Archäologischen Instituts, 6, 28
– Fribourg (Schweiz), BIBEL+ORIENT – Artemidoros-Papyros, 3, 44 – deutsch-ital. Projekt zur Bearbeitung
Museum, 6, 96 – Papyri zum Wein im Alten Ägypten, 4, 96 der Altfunde von Belmonte Piceno, 6, 42
– Hamburg, Museum für Kunst und Ge- – Papyri aus Tempelbezirk von Dimê, 5, 78 – FMRD = Fundmünzen der römischen
werbe, 2, 96 – Berlin P 8043, 5, 81 Zeit in Deutschland, 6, 51
– Konstanz, Archäologisches Landes- Parfüm Publikationen
museum Baden-Württemberg, 3, 88; 4, 88 – ägyptische Parfüme, 5, 65 – Verzeichnis der Knochen- und Elfen-
– Lausanne-Vidy, Römisches Museum, 6, 96 Personifikationen beinskulpturen des Museums am Lustgar-
– London, The British Museum, 1, 59 – der Tugenden römischer Kaiser, 2, 20 ff. ten Berlin (1897), 2, 35
– Madrid, Real Museo de Pintura y Escul- Pflanzen – Heinrich Meyer, Hypothetische Ge-
tura, heute: Museo del Prado, 2, 65 – Einführung der Kirsche nach Italien schichte des Kolorits, besonders griechi-
– Mainz, RGZM = Römisch-Germanisches durch Lucullus, 1, 77 scher Künstler vorzüglich nach dem
Zentralmuseum, 1, 62; Leibniz-Forschungs- – Wein: Anbau, Handel, Verwendung im Berichte des Plinius (1810), 2, 42
institut, 6, 4; Belmonte Piceno, 6, 42 Alten Ägypten, 4, 96 – Heinrich Brunn, Geschichte der griechi-
– München, Staatliche Antikensammlung – Dattelpalmen am Toten Meer, 5, 74 f. schen Künstler (1857), 2, 42
und Glyptothek, 4, 31 – Balsam am Toten Meer, 5, 77 – Ernst Pfuhl, Malerei und Zeichnung der
– Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, – Datteln (von Jericho) und Balsam vom Griechen (1923), 2, 43
2, 5 Toten Meer, 6, 18. 31 – J. J. Winckelmann, Gedancken über die
– New York, Metropolitan Museum, 2, 64 Philosophie Nachahmung der griechischen Wercke
– New York, Corning Museum of Glas, 5, 4 – neue Übersetzung und Kommentar zum in Mahlerei und Bildhauer-Kunst (1755),
– Offenburg, Museum im Ritterhaus, Somnium Scipionis, 4, 92 2, 88
6, 88 ff. Pilgern – Johann Wolfgang Goethe, Winckelmann
– Paris, Le Musée Assyrien du Louvre, 1, 61 – Wallfahrten nach Pachacamac in Peru, und sein Jahrhundert (1805), 2, 89
– Reggio di Calabria, Nationalmuseum, 4, 31 1, 53 – J. J. Winckelmann, Geschichte der Kunst
– Rom, Museo Pio-Clementino, 5, 58 – Pilgern in der Antike, 6, 96 des Alterthums (1764), 2, 91
– Stockholm, Medelhavsmuseet (Mittel- – Pilgerorte der abrahamischen Religio- – C.-Fr. Lehmann-Haupt, Armenien einst
meermuseum), 2, 73 nen am Toten Meer, 6, 11 und jetzt (1926), 3, 33

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
SACHEN

– George Grote, History of Greece (1846– – Münzsammlung Wellhöfer für die Anti- – Parthermonument in Ephesos, 2, 9 ff.
1856), 3, 66 kensammlung Würzburg, 5, 63 – Kaiserbüsten des Hadrian und Antoni-
– Martin von Wagner, Bericht über die Ae- Säule nus Pius, 2, 20
ginetischen Bildwerke (1817), 5, 65 – Rom, Antoninussäule, 2, 28 f. – Wiederentdeckung eines Basaltkopfes
Pyramide Schatzfund / Hortfund aus dem 8. / 7. Jh. v. Chr. im Vorderasiati-
– Rampenpyramiden in Peru, 1, 50 ff. – Schatzfund von 7000 Goldobjekten in schen Museum Berlin, 2, 38 f.
Wonoboyo auf Java, 5, 40 – Bronzekopf eines hellenistischen Herr-
Regierungsformen Schiffe schers im Mittelmeermuseum Stockholm,
– die athenische Demokratie, 3, 59 ff. – Frachtschiff Baris bei Herodot und in 2, 73
– moderne Demokratie, 3, 60 Thonis-Heraklion, 3, 5 – Thermenherrscher, Rom, 2, 73
– vordemokratische Ordnungen, 3, 60 – Schiff von Madrague de Giens, 4, 5 – Isityche im Museum von Cagliari,
– Tyrannis, 3, 60 Schmuck 3, 53 ff.
Relief – Goldschmuck auf Java, 5, 42 ff. – rituell zerbrochene Kykladenidole, 4, 4
– Felsreliefs in Sirkeli Höyük in der Schrift – weibliche Statue, die Goethe gern
Türkei, 1, 5 – Ursprünge des armenischen Alphabets, gekauft hätte, 5, 55 ff.
– neuassyrische Reliefs, Original und 1, 6 f. Spiele
Abguss, 1, 59 ff. – safaitische Inschriften in der syrisch- – Virtuelle Antike mit Assassin’s Creed:
– zwei Reliefs vom Tempel des Divus jordanischen Basaltwüste, 2, 6 f. Odyssey, 4, 79 ff.
Hadrianus in Rom, 2, 25 – Griechen übernehmen das phönizische – Gladiatorenspiele, 5, 8 ff.
Religion Alphabet, 3, 6 f. Sprache
– Pilgerorte der abrahamischen Religio- – Schrift und Sprache der Karer, 4, 6 f. – Sprache und Schrift der Karer, 4, 6 f.
nen am Toten Meer, 6, 11 – demotische ägyptische Schrift ab 7. Jh. – altpersich, 5, 6 f.
Reise v. Chr., 5, 79 – akkadische Sprache der Babylonier und
– Tabula Peutingeriana, 3, 23 ff. – Schriftrollen Hirbet Qumran, 6, 13 Assyrer, 6, 6 f.
– Apostelgeschichte als antike Reisebe- Seefahrt Stadtforschung
schreibung, 3, 30 – antike Entdeckungs- und Kolonisations- – neu: Ober-, Unter- und Vorstadt Sirkeli
– Reiseführer Kreta, 6, 93 fahrten, 3, 9 Höyük in der Türkei, 1, 5
– Pilgerreisen in der Antike, 6, 96 – christliche Seefahrt, 3, 11 – Athen im 7. Jh. v. Chr., 3, 92
Rettungsgrabungen – private und staatliche Seepropaganda, – Entwicklung von Augusta Raurica,
– Palast von Kemune im Mosul-Stausee, 3, 14 5, 17 ff.
Autonome Region Kurdistan, 5, 5 – Seerouten, 3, 17 ff. – antike Metropole Trier, 5, 67 ff.
Rekonstruktion – Preisedikt des Diokletian nennt über Stadtplan
– eines Pithos vom Assur-Tempel, 1, 27 ff. 50 Schiffsrouten, 3, 21 – forma urbis, 2, 63
– eines römischen Handelsseglers an der – Periplus Maris Erythraei, Segelhand- Stele
Universität Trier, 3, 22 buch, 1. Jh. n. Chr., 3, 23 – die urartäischen Stelen vom Priestersee
– der Keșiș Göl-Stelen aus verschiedenen – Muziris-Papyrus mit Gewicht und Wert Keșiș Göl, 3, 33 ff.
Bruchstücken, 3, 37 der Ladung, 2. Jh. n. Chr., 3, 23 – die Stele von Keșiș Göl (VA 3106) im
– dreidimensionale Rekonstruktionen – delisch-attischer Seebund, 3, 65 Vorderasiatischen Museum Berlin, 3, 33 ff.
der Fa. Faber Courtial GbR in Darmstadt, – virtuelle Rekonstruktion römischer Stempel
3, 39 ff. Schiffe, 4, 5 – Stempel auf Amphoren von Chios, 1, 8 ff.
– virtuelle Rekonstruktion römischer Siedlungsfunde – Stempel auf Henkeln hellenistischer
Schiffe, 4, 5 – Gerasa in Jordanien, 1, 4 Amphoren, 1, 23 ff.
– Zeichnungen antiker Städte von Jean- – neu: Salut in Oman, 3, 4 Stiftungen
Claude Golvin, 4, 93 – neu: neolithische Hochgebirgssiedlung – für das Winckelmann-Museum in Sten-
Restaurierung in Äthiopien, 5, 4 dal, 2, 91
– Fragen zur Restaurierung von Androna, – Megasiedlungen der Tripolye-Kultur, 6, 5 – der Münzsammlung Wellhöfer für die
Syrien, 3, 75 – um 500 v. Chr. in Offenburg, 6, 90 Antikensammlung Würzburg, 5, 63
RGZM = Römisch-Germanisches Zen- Sieg / Siegesmale – Gerda Henkel Stiftung, 6, 4
tralmuseum Mainz – Reste zweier Tropaea in Gelduba, 2, 4 Straßen
– Projekt Belmonte Piceno, 6, 42 – Triumph und Akklamation nach Siegen, – Straße von Messina, 3, 5
2, 16 Symbole
Salz – Sieg der Römer bei Pydna 168 v. Chr., – Stachelauster bei den Ychsma / Inka
– ‘Salz von Sodom’ (vom Toten Meer), 5, 54 in Peru, 1, 57
6, 18 Skelette
– Salzmumien aus Zanjān, 6, 4 – Pferdeskelette in Gelduba, 2, 4 Tagung
Sammlungen – Skelett mit Fußeisen in Pompeii, 5, 9 – Kontinuität – Stabilität – Krise. Antoninus
– Sammlung Arnold Vogell, 2, 36 Sklaven Pius und die untrüglichen Zeichen von
– Sammlung Friedrich Wilhelm von Gans, – Sklaven als Gladiatoren, 5, 8 Veränderung im 2. Jh. n. Chr., Rom 2018,
2, 36 Skulptur 2, 8
– Sammlung Barberini in Rom, 2, 36 – polychrome Nachgüsse des Faustkämp- – Internationales Symposium zur Ge-
– Sammlung der Christina von Schweden, fers und des Thermenherrschers im schichte der Wasserversorgung und des
2, 66 Liebieghaus, Frankfurt am Main, 1, 39 ff. Wasserbaus, Rom 2018, 2, 49 ff.
– Sammlung des Kardinal Odescalchi, – Personifikationen am Tempel des Divus – Frontinus-Symposium, Trier 2016, 2, 52
2, 66 Hadrianus in Rom, 2, 9 ff. – Tagungsband Moral, Darmstadt 2014, 2, 92

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
REGISTER

– Tagung zur Kulturgeschichte des Toten – Tiertransporte innerhalb des Amphi- – Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg,
Meeres, Chemnitz 2018, 6, 29 theaters, 5, 29 ff. Institut für Archäologische Wissenschaf-
– Internationale Konferenz «Der Babel- – verschiedene Tiere im Gebiet um das ten, 6, 42
Bibel-Streit und die Wissenschaft des Ju- Tote Meer, 5, 77 – Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-
dentums», Berlin 2019, 6, 35 – heilige Krokodile im Tempel des Sokno- Wittenberg (jetzt Martin-Luther-Univer-
Technik modern paios, 5, 82 sität), 6, 54
– Abgüsse von syrischen Keilschrifttafeln Ton / Terrakotta Unterwasserarchäologie
in Silikonkautschuk, 2, 81 – Transportamphoren archaisch bis – Schiffswracks im Hafen von Thonis-
– Regattasoftware ‘Expedition’, 3, 19 hellenistisch, 1, 10 Heraklion, 3, 5
– Polardiagramme für Windbedingungen – Exekias, Maler und Töpfer, 1, 94 – Ephorie für Unterwasserarchäologie,
antiker Schiffe, 3, 20 5, 5
– Antike dreidimensional, 3, 39 ff. UNESCO-Weltkulturerbeliste – Neufund vor Levitha: antike Schiffs-
– virtuelle Rekonstruktion römischer – obergermanisch-raetischer Limes, wracks mit Ladung und Steinanker, 5, 5
Schiffe, 4, 5 UNESCO Welterbe 2005, 3, 88 – Schiffswrack von Uluburun, 5, 90
– MOOC = Massive Open Online Course: Universität – IEASM = Europäisches Institut für Un-
Städte der Griechen und Römer, 4, 54 ff. – Universität Bern, 1, 5 terwasserarchäologie, 6, 4
– Bildbearbeitungsmodell Structure from – Freie Universität Brüssel, 1, 50
Motion u. a. für die Villa maritima vom – Universität Halle, Robertinum, 1, 61 Vasen
Capo di Sorrent, 4, 77 – Freie Universität Berlin, 1, 63; Institut – Transportamphoren archaisch bis helle-
– Virtuelle Antike mit Assassin’s Creed, für Altorientalistik, 6, 35 nistisch, 1, 10
4, 79 ff. – Knauf-Museum Iphofen (privat), 1, 63 – 35 Pithoi vom Vorplatz des Assur-Tem-
Tempel – Universität Zürich, 1, 94 pels, 1, 27 ff.
– Didyma, Tempel des Apollon und der – American University of Rome (privat), – Exekias, Maler und Töpfer, 1, 94
Artemis Rom, 2, 49 – Polychromie auf Vasen, 2, 43
– Assur-Tempel des Šamši-Addad I., 1, 27 – John Cabot University in Rom (privat), – griechische Vasen in Hamburg, Museum
– Rom, Tempel des Divus Hadrianus auf 2, 49 für Kunst und Gewerbe, 2, 96
dem Marsfeld, 2, 9. 25. 26 – Universität Leiden, Centre for Global – neu: sarmatische Bronzkessel in Nikols-
– Rom, Tempel der Venus und Roma, 2, 26 Heritage and Development, 2, 76 koye, 4, 4
– Rom, templum pacis, 2, 64 – Universität Heidelberg, IWR = Interdis- – zwei silberne Prunkbecher aus Pompeii
– Rom, ‘Tempel des Romulus’ auf dem ziplinäres Zentrum für Wissenschaft- mit ägyptischem Dekor, 6, 76 ff.
Forum Romanum, 2, 64 liches Rechnen, 2, 83 Vereine, s. auch Gesellschaft
– Java, hinduistischer Prambanan-Tempel, – CAU = Christian-Albrechts-Universität Villa
5, 45 Kiel, 3, 5; 4, 54 – Villa Romana del Casale auf Sizilien,
– Bassae, Apollontempel, Zeichnungen – Universität Trier, 3, 19 1, 33 ff.
Martin von Wagners, 5, 63 – TU Dresden, Lohrmann-Observato- – Villa maritima von Capo di Sorrento,
– Dimê, Tempel des Sobek, 5, 78 ff. rium, 3, 26 4, 69 ff.
– Thonis-Heraklion, griechischer Tempel – Universität Istanbul, 3, 35 – Villa Romana von Chedworth, 5, 4
und Tholos, 6, 4 – Universität Braunschweig, 3, 36 – römische Villa in Konz, 5, 70
Textilien – Università degli Studi di Cagliari,
– Spätantike Webkunst aus Ägypten, 3, 96 3, 53 ff. Waffen
– Import von Seide in der Spätantike, 3, 96 – Universität von São Paulo, 3, 86 – Waffen der Gladiatoren, 5, 8 ff.
– Wein-Motive auf Textilien, 4, 96 – Universität von Astrachan, 4, 4 Wasser
Thermen – Technische Universität Berlin, 4, 5 – Flußgeschichte Euphrat und Tigris,
– Rom, ‘Therme des Elagabal’, 2, 64 – Aarhus Universitet, Aarhus, 4, 54 1, 91
– Machärus, Thermen im Palast des Hero- – Nationale und Kapodistrias-Universität – Wasserversorgung Roms, 2, 49 ff.
des, 6, 21 Athen, 4, 54 – antikes künstliches Wasserbecken und
– Bäder am Toten Meer mit Mikwen, 6, 21 – Universitetet i Bergen, 4, 54 Staudämme des Keșiș Göl, 3, 35
– hellenistisch-römische Bäderkultur am – Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, – Salz- im und Süßwasser beim Toten
Toten Meer, 6, 31 Paris, 4, 54 Meer, 6, 9
Tiere / Mischwesen – Open Universiteit Nederland, Heerlen, Wandmalerei
– Sphinx auf Münzen von Chios, 1, 13 4, 54 – Musterbücher und andere Vorlagen
– Tierfang und Jagd auf Mosaiken der Villa – University of York, 5, 4 in der Antike, 3, 43 ff.
Romana del Casale bei Piazza Armerina, – Universität Tübingen, 5, 5 – im Palast von Kemune, Autonome
1, 36 f. – Università del Salento, Lecce, 5, 78 Region Kurdistan, 5, 5
– Speisetiere für Luxusmahlzeiten, 1, 80 – Universität Würzburg, 5, 78 Wirtschaft
– Pferdeskelette in Gelduba, 2, 4 – Universität von Bordeaux, 5, 78 – hellenistisch-kaiserzeitliche Tempel-
– Tiere aus aller Welt zur Säkularfeier – Ruhr-Universität Bochum, 6, 4 wirtschaft des Soknopaios-Tempels, 5, 81
900 Jahre Rom, 2, 28 – University of Hawai’i, Mãnoa, 6, 5
– Tiere liefern Material für Beinarbeiten, – Universität Greifswald, 6, 24 Zerstörung
2, 37 – Pontifico Istituto Biblico, vatikanische – von ar-Raqqa und Heraqla im syrischen
– Schwan als Attribut des Apollon, 3, 41 Hochschule, Rom, 6, 27 Bürgerkrieg 2012/2013, 2, 79
– Riesenmaulwurfsratte in der neolithischen – Berliner Friedrich-Wilhelms-Universi- – Bestände des Nationalmuseums von
Hochgebirgssiedlung in Äthiopien, 5, 4 tät (jetzt Humboldt-Universität), 6, 34 Brasilien verbrennen 2018, 3, 86

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/19
So haben Sie die
Seidenstraße noch
nie gesehen!
Alle reden über die neue Seidenstraße. Doch was
hat es mit diesem mystischen Weg, der seit 2014
Unesco-Weltkulturerbe ist, auf sich? Wie ist die
Straße entstanden und was begründet ihre
Bedeutung? Susan Whitfield versammelt in diesem
einzigartigen Text-Bild-Band auf ungewöhnliche Art
alles über diesen faszinierenden Handelsweg.
Der große Text-Bildband führt auf den Routen der
Seidenstraße durch atemberaubende Landschaften,
über hohe Gebirge, durch weite Ebenen und ausge-
dehnte Wüsten. Er erzählt die Geschichte der Kulturen,
der Handelsgüter und der Wege, auf denen sie durch
oft unwegsames Gelände transportiert wurden.

Spektakulär
bebildert mit
prachtvollen
Fotos
und Karten
Susan Whitfield (Hrsg.)
Die Seidenstraße
Landschaften und Geschichte
2019. 480 S. mit 491 farb. Abb. und zahlreichen Karten, Zeitleiste und
Bibliogr., 22,5 x 28,6 cm, geb. mit SU. wbg Theiss, Darmstadt.
50,– € ab 01.02.20 70,00 € • ISBN 978-3-8062-3997-3

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Grabungsalltag
flink gezeichnet
Über mehrere Wochen hat Jonas Fischer ein
Team von Archäologinnen und Archäologen der
Christian-Albrechts-Universität Kiel auf einer
ihrer Ausgrabungen nach Moldawien begleitet.
Mit schnellem Strich hat er den Grabungsalltag in
der Fremde, die am Ende gar nicht mehr so fremd
war, gezeichnet und beschrieben.

Fischer, Jonas
Habt ihr wieder nur altes kaputtes Zeug gefunden?
Ein gezeichnetes Grabungstagebuch
2018. 156 S. mit zahlreichen Abb.,
17 x 24 cm, Klappenbroschur. wbg Theiss, Darmstadt.
€ 25,00. ISBN: 978-3-8062-3880-8

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