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19
)eitschrit für
Archäologie u d
Kulturgeschichte

Wirtschat
i der A ike
E 12,80 (D)
E ,– A / sFr ,–
www.anikewelt.de

PERU SIZILIEN URUK


Wallfahrt u d Philosophia a − Die erste
Rituale i Die Villa vo Piazza Mosaike
Pachacamac Ar eri a Mesopota ie s
Ein Opus Magnum
Frank Kolb legt mit diesem Buch die ultimative Geschichte einer
bedeutenden antiken Landschaft im Schnittpunkt der Kulturen vor: Lykien
im Südwesten der heutigen Türkei. Er beschreibt den Naturraum und die
Kulturlandschaft: Bevölkerung und Gesellschaft, Wirtschaft, Siedlungs-
und Herrschaftsstruktur, Sprache, Schrift und Kunst, Bräuche und
Religion. Auf der Grundlage seiner reichen archäologisch-historischen
Forschungsergebnisse und anschaulich illustriert schildert Kolb, wie diese
Lebensbereiche unter dem Einfluss der anatolischen, griechischen und
vorderorientalischen Kulturen sowie der politisch-militärischen Ereignisse
die Landschaft geprägt haben.

Kolb, Frank
Lykien
Geschichte einer antiken Landschaft
2018. Etwa 720 S. mit etwa 300 s/w Abb. und Kt., 1 Farbbogen,
16,5 x 24 cm, geb. mit SU. wbg Zabern, Darmstadt.
€ 99,95. ISBN: 978-3-8053-5178-2

wbg-wissenverbindet.de
EDITORIAL

DER 50. JAHRGANG DER


ANTIKEN WELT
Lie e Leseri e u d Leser,

i eue Jahr ka i h Sie it ei e herzli he Willko e i Ju liäu sjahrga g der


ANTIKEN WELT egrüße . Wieder ö hte ir u s i diese Jahr i se hs reguläre Hete
u d zu erste Mal a h la ger Zeit ieder z ei So derhete de große u d klei e
The e der Altertu s isse s hate a eh e .

I der erste Ausga e der AW i Jahr 97 eröfe tli hte die Redakio i Perso o Arthur Holger Kieburg
Golfeto, Verleger des RAGGI­Verlags i Züri h, ei progra ais hes Editorial, das s ho zu Chefredakio
diese Zeitpu kt die erfolgrei he Idee der Zeits hrit oll ausfor uliert, a h der ir u s a h ie ANTIKE WELT
or ri hte . Daher ö hte ir das Ju iläu zu A lass eh e , dieses Editorial hier o h ei -
al a zudru ke .

Mit diesen Worten im Kopf


können wir uns den Themen
der Zuku t id e . Sie i -
den neben dem Titelthema
zur a ike Wirts hat, de
regulären Rubriken und dem
Themenpanorama aus An-
lass des Ju iläu s au h ei e
zusätzli h Beilage i Ihre
Het, die si h – e e ei e
eitere kurze Rü k li k
auf Ausga e der AW – u -
ge öh li he u d u ter­
haltsamen Annäherungen
a die Altertu s isse s haf-
te id et. Für Idee zu
eitere sol he Zugä ge
u d für Feed a k si d ir
i der Redakio ie i er
sehr da k ar.

Bei Preisrätsel ha e Sie i dieser Ausga e zusätzli h die Mögli hkeit die erste Lösu g für u ser
Ju iläu srätsel zu oiere . A E de des Jahres erlose ir u ter de Teil eh er ei e große
Ü erras hu gspreis u d iele eitere Ge i e.

Die ANTIKE WELT­Redakio ü s ht Ih e alles Gute für das eue Jahr u d ei e


angenehme Lektüre

1
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA WIRTSCHAFT IN DER ANTIKE
8 AMPHOREN AUF AMPHOREN – WIE CHIOS WÄHREND EINER
o A ja Sla is h KRISEN)EIT EINE MARKE EINFÜHRTE
Die Polis Chios traf offenbar aus wirtschaftlicher Sicht die richtige Entscheidung,
die Amphoren und Waren mit dem offiziellen Symbol, der vor einer chiotischen Amphora
sitzenden Sphinx, zu siegeln.

17 ANTIKER VERBRAUCHERSCHUT) – WIE GRIECHISCHE STADTSTAATEN


o Si o e Kille DURCH OFFI)IELLE MASSE UND GEWICHTE FÜR FAIREN HANDEL
SORGTEN
Anhand von Gewichten, Maßgefäßen und Gesetzen kann die Autorin aufzeigen,
wie griechische Städte vom 5. bis ins 1. Jh. v. Chr. die Kunden, aber auch ihre Märkte
schützten.

23 HELIOS ALS «BRAND»? MARKEN)EICHEN UND STEMPEL IN DER


o Kathlee Garla d HELLENISTISCHEN ÄGÄIS
Die frühesten Stempel auf Amphoren sind ganz einfach gehalten und lassen sich als
Mittel zum Zwecke der Buchhaltung lesen. Doch kann man komplexere Stempel
als Markenzeichen deuten, die in transägäischen Marketingstrategien eine Rolle spielten?

MOSAIK
Im ersten Teil unserer Jubiläumsbeilagen werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die
Anfänge der AW, um dann mit ungewöhnlichen und unterhaltsamen Annäherungen an
die Altertumswissenschaft nach vorn zu schauen.

Titelbild der vorliegenden Ausgabe


Prägeste pel für ei e Tetradra h e aus Athe it Eule der Fotos: o e : A phore tra sport. Auße ild ei er s h arzigurige S hale. Paris, Musée du Lou re akg-
Athe a u d Ölz eig. . Jh. . Chr.; Athe , Ar häologis hes Naio al- i ages / Eri ru © ULB CReA-Patri oi e .
useu akg-i ages / Eri h Lessi g .
THEMENPANORAMA

PHILOSOPHIANA – DIE VILLA ROMANA DEL CASALE AUF SI)ILIEN 33


Langjährige Restaurierungsarbeiten und neue Ausgrabungen haben viele Erkennt- o U erto Pappalardo
nisse zum Leben und den Bewohnern der herrschaftlichen Residenz bei Piazza Armerina u d Rosaria Ciardiello
erbracht.

DIE HELLENISTISCHEN BRON)ESTATUEN VOM QUIRINAL IN 39


KOLO RIERTEN NACHGÜSSEN. REKONSTRUKTION – BENENNUNG – o Stefa Leh a
FARBEXPERIMENT
Eine Auseinandersetzung mit den spektakulären Nachgüssen im Frankfurter Liebig-
haus, die als Anregung und Ausgangspunkt für die Interpretation der berühmten Statu-
en dienen können.

«OB EUCH WAS PASSIERT, IST MIR SCHEISSEGAL» – ÜBER ARBEITS­ 46


RECHTLICHE MISSSTÄNDE IN ARCHÄOLOGISCHEN GRABUNGSFIRMEN o Stefa E. A. Wag er
Eine kritische Auseinandersetzung mit der Situation, in der sich viele Archäologinnen
und Archäologen befinden, wenn sie auf dem freien Arbeitsmarkt auf Ausgrabungen
arbeiten.

PACHACAMAC – WALLFAHRT UND RITUAL IM ALTEN PERU 50


Die Pilger der Inka-Zeit, die aus allen Reichsteilen kamen, um das Orakel zu befragen, o Peter Ee khout
ihre Kranken zu heilen oder ihre Toten zu bestatten, standen in einer alten Tradition.

IN STEIN GEMEISSELT, IN GIPS GEGOSSEN – WIEDERENTDECKTE 59


GIPSABGÜSSE VON VORDERASIATICA ALS BESTANDTEILE NEU)EIT­ o Elle Reh
LICHER ABGUSS­SAMMLUNGEN
Nach der Entdeckung der Kulturen des Alten Orients in der Mitte des 19. Jhs. dachte
man, dass die assyrische Kunst ein Vorläufer der griechischen sei, und kaufte deswegen
auch Abgüsse der gerade entdeckten assyrischen Palastreliefs.

DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS – ENTDECKUNGEN IN URUK 66


Die in einem geometrischen Stil gearbeiteten Mosaike gewähren Einblicke in die künst- o Helga Vogel
lerische Arbeit der hochspezialisierten Handwerke und in die gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehungszeit.

FEINSCHMECKER DER ANTIKE – DER KULINARISCHE GENUSS IN 75


RÖMISCHER )EIT o Ti o Klär
Gab es in römischer Zeit ein Genussverständnis, das sich von dem prägenden griechi-
schen Vorbild unterschied? Dieses hatten Philosophen wie Sokrates und Epikur in der
Gastrosophie entwickelt. RUBRIKEN

4 Aktuell
6 Spra he u d S hrite
27 Museu si sel Berli
32 Preisrätsel
64 Leserreise Irla d
84 AW-Shop
86 Musee i aller Welt
90 Bü herspiegel
92 Ausstellu gskale der
96 Vors hau / I pressu
97 Gelügelte Worte
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I ter aio ale Na hri hte

Seit 2011 hat das Danish-German Trog mit zehntausenden unbenutzten


Jerash Northwest Quarter Project (Uni- Mosaiksteinchen (Tesserae) gibt uns
versitäten Aarhus und Münster) meh- ert olle Ei li k i die Orga isaio
rere Privathäuser in Gerasa erforscht, o Mosaik erkstäte . I ei e Kor-
die o de Erd e e etrofe are ridor des Hauses haben wir auch das
und in der Folgezeit nie wiederaufge- Skelet ei es a. -jährige Mäd he s
baut wurden. Die Befunde sind von gefunden, das ein Werkzeug bei sich
größter isse s hatli her Bedeutu g, hate u d e t eder auf der Flu ht aus
weil sie tatsächlich den Augenblick dem Haus war oder in das Haus zurück-
des Erdbebens wie in einer Zeitkapsel kehren wollte, als es einstürzte.
festhalten. Eines der Häuser, das House Die isse s hatli he Aus ertu g
of the Scroll, enthält noch das gesamte der Befunde ist derzeit in vollem
Hausinventar, darunter aufwendiges Gange und es zeigt sich, dass diese
Raum im «House of the Scroll» (Foto: Danish-German
Jerash Northwest Quarter Project). Glas und Keramik sowie Metallgegen- Befunde übergreifende Fragen auf-
stä de, die auf Te ilprodukio s hlie- werfen, wie etwa die Frage, weshalb
JORDANIEN ße lasse . Ei klei er Mü zhorfu d Gerasa nach diesem Erdbeben nicht
u d ei e agis he S hritrolle aus Sil- wiederaufgebaut wurde? Die Stadt
ber mit pseudo-arabischem Text zeugen hate zu or s ho zahlrei he Erd e e
. JANUAR N. CHR. – von dem kulturellen Milieu der Bewoh- erlebt, doch warum konnten die Über-
EIN ERDBEBEN ZERSTÖRT er, die i ei er za i is he Stadt lebenden sie 749 n. Chr. am Tag nach
DIE STADT GERASA IN u ter isla is her Herrs hat le te . Da de Erd e e i ht ko plet ieder-
alle gefundenen Objekte zum Zeitpunkt aubaue ? Au h lasse si h a sol he
JORDANIEN der Zerstörung in Benutzung waren, Befunden Fragen hinsichtlich des
A . Ja uar . Chr. ers hüter- bieten sie uns nicht nur das vollstän- Verhält isses o Aki itäte zur Jah-
te ein schweres Erbeben weite Teile dige Bild eines Hausinventars, sondern reszeit u tersu he . Es dürte si her
Paläsi as. Es s hlug a Vor itag si d als festdaierte Fu de au h für die kein Zufall sein, dass gerade im Winter
zu, um die vierte Stunde (ca. 10 Uhr). Erforschung der Typologie der Objekte das House of the Tesserae umgebaut
Städte wie Jerusalem, Jericho, Gerasa, von größter Bedeutung. In einem urde, e Ar eitskrat zur Verfü-
Pella, Hippos und Skythopolis wurden danebenliegenden weiteren Haus, dem gung stand, und die Fundverteilung im
er üstet. So ohl a ike Te te als au h House of the Tesserae, wurde bei House of the Scroll deutet darauf hin,
archäologische Befunde zeugen von der Ausgrabung erstaunlicherweise fast dass Aki itäte eter edi gt eher i
dieser Katastrophe, der eine sehr große kei I e tar a getrofe . Dies liegt Haus als i Hof stafa de . So führt
A zahl o Me s he zu Opfer iel. daran, dass es sich im Umbau befand: die genaue Kenntnis der Katastrophe
Einige der Orte wurden nach dem Erd- Neue Mosaiken wurden gelegt, und zur Reko strukio a iker Le e s el-
beben verlassen oder – wie im Fall von die Wände waren vorbereitet für eine ten.
Gerasa – nur noch in stark reduzierter neue Schicht Putz. Ausgegraben haben Prof. Dr. Achim Lichtenberger, Universität Münster,
Form wiederaufgebaut. wir also eine Baustelle, und ein großer und Prof. Dr. Rubina Raja, Universität Aarhus

DEUTSCHLAND Grabungen – wie einem 2012 entdeck- Archäologie-Studenten legten bis


ten römischen Militärlager – in Verbin- September etwa 40 cm unterhalb der
dung. Ziel ist, die Ereignisse zur Zeit Erdo erlä he u. a. die a e för i-
EIN KELTISCHES HEILIG� des Gallischen Krieges in der Region zu gen Gräben frei, in denen die Fach-
TUM IM HUNSRÜCK rekonstruieren und so ein Stück Welt- werkschwellen des Heiligtums, also die
geschichte neu zu schreiben. u tere Holz alke der Ko strukio ,
Bei Ausgrabungen nahe Hermeskeil Das ei sige Holzge äude hate ei e lagen. Im Umfeld fanden die Archäolo-
hat die Archäologin Sabine Hornung Größe von etwa 6 x 6 m. Seine Lage, gen Keramikscherben. Direkt an einer
von der Universität des Saarlandes mit sein Grundriss, die gesamte Fundsitua- der ehemaligen Seitenwände gruben
ihre Gra u gstea ei kelis hes io u d Erfahru ge aus erglei h a- sie Ü erreste ei es a ike Vorratsge-
Heiligtum entdeckt. Das Holzgebäude ren Funden bei anderen Ausgrabungen fäßes mit Deckel aus. Vor dem Heilig-
ist im 1. Jh. v. Chr. durch ein Feuer sprechen dafür, dass es sich um ein tu are er utli h z ei ä hige
zerstört worden. Die Form des Baus kelis hes Heiligtu ha delt. Das Holzpfosten mit Steinen in der Erde
und Vergleiche mit entsprechenden bedeutet, dass dies der Ort war, wo verankert, von denen heute Pfostengru-
kelis he Baute lege de S hluss die Kelten, die hier in einer kleinen e it Befesigu gsstei e zeuge .
auf sei e Fu kio als Kultstäte ahe. Siedlung wohnten, religiöse Riten Die Kultstäte liegt i ei er Siedlu g
Derzeit werten die Archäologen die a hielte u d ihre Göter Opfer des kelis he Sta s der Tre erer, die
Funde aus und bringen sie mit früheren darbrachten. bereits 2012 gefunden wurde.
Prof. Dr. Sabine Hornung, Universität Saarbrücken
Blick von Norden auf die
Ruinenstätte des Sirkeli
Höyük mit Zitadelle
sowie Unter-, Ober- und
Vorstadt (Foto: © Institut
für Archäologische
Wissenschaften der
Universität Bern, Projekt
Sirkeli Höyük).

TÜRKEI o Ada a i a ike Kilikie . Die An der Außenfassade des Tores fanden
s h eizeris h-türkis he E pediio i sich Spuren einer Belagerung, die ver-
Sirkeli Höyük steht unter der Leitung mutlich vom assyrischen König Salma-
KOMPLEXE ANTIKE der Universität Bern, gefördert wird nasser III. (858–824 v. Chr.) stammen
STADTANLAGE ENTDECKT das Forschungsprojekt vom Schweize- u d so it i s Jahr . Chr. daiere
ris he Naio alfo ds u d o türki- dürte .
Archäologische Forschungen der schen Kulturministerium. Bereits vor I ei e u itel ar e a h ar-
Universität Bern im türkischen Sirkeli Beginn der schweizerisch-türkischen ten Gebäude fand sich zudem ein
Höyük haben zur Entdeckung einer Ausgrabungen galt Sirkeli Höyük als Stempelsiegel, das gleichermaßen mit
bronze- und eisenzeitlichen Stadtanlage einer der größten bronze- und eisen- luwischen, also alt-anatolischen Hiero-
geführt. Mit über 80 ha handelt es sich zeitlichen Orte Kilikiens, einer kultur- gl phe u d a lo is he Keils hrit-
damit um eine der größten bekannten geschichtlich immens bedeutsamen zei he es hritet ist. I Nordoste
Siedlungen dieser Periode in der Türkei. Regio a der S h itstelle z is he der Zitadelle sind zwei Felsreliefs
Bemerkenswerte Funde unterstreichen der Levante (Syro-Mesopotamien), a ge ra ht – ei es zeigt de hethii-
die Bedeutu g der a ike Stadt, ei Zypern und Anatolien. s he Kö ig Mu atalli II. ( –
der es sich um das als Kultort bekannte Jüngste Grabungen haben nun spek- v. Chr.). Oberhalb der Reliefs erstreckt
Kummanni handeln könnte. takuläre Erkenntnisse hervorgebracht: si h ei Bau erk, das ofe ku dig de
Sirkeli Höyük ist eine bronze- und Das Projektea e tde kte it Hilfe Ahnenkult diente und in dem sich die
eise zeitli he Fu dstäte k östli h o geoph sikalis he Prospekio e Abrollungen von Siegeln mit luwischen
u d O erlä he egehu ge ei e Hieroglyphen aus dem späten 2. Jt.
ausgedehnte Unterstadt mit dichter v. Chr. fanden. In einem weiteren Stein-
Wohnbebauung sowie eine Oberstadt, bau im Nordwesten des Zitadellenhü-
die auf zwei Bergrücken liegt und in gels ka das aus Stei geferigte Gesi ht
deren Zentrum sich eine Nekropole mit einer menschenförmigen Komposit-
Ka ergrä er ei det. Zusa e iguri e zu Tage.
it e tra urale Werkstat erei he Die bemerkenswerteste Entdeckung
und einer Vorstadt, die sich auf der erfolgte indessen in einem weiteren un-
gegenüberliegenden Seite des Ceyhan tersuchten Bauwerk auf dem höchsten
(Pyramos) erstreckt, bilden diese städ- Punkt der Zitadelle: In einem verhält-
is he Berei he ei e für Kilikie , für nismässig kleinen Raum lagen die
die Nordlevante sowie für Südanatolien Skelete o i deste s drei S hafe
isla g ei zigarig ko ple e, ha neben einem Podest. Auf und neben
große Stadtla ds hat, die strukturell den Tieren waren mehrere vollständige,
a die hethiis he Hauptstadt ฀atuša zum Teil bemalte Keramikgefäße de-
erinnert. po iert. Ofe si htli h ha delt es si h
Ausgrabungen fanden aktuell an bei diesem Fund um die Reste einer
ers hiede e Stelle i der Stadt stat. rituellen Handlung. Sämtliche dieser
In der Unterstadt wurden die aufwändi- Erkenntnisse stützen die Annahme,
ge , aus große Stei lö ke geferig- dass es sich wie eingangs erwähnt bei
te Mauer der Stadt efesigu g so ie der a ike Stadt u das als Kultort
Die Archäologin Sabine Hornung zeigt an der Ausgra-
bungsstätte die Überreste eines antiken Vorratsgefäßes
das it Stei plate geplasterte Ostor bekannte Kummanni handeln könnte.
(Foto: Ehrlich/Uni). aus dem frühen 1. Jt. v. Chr. untersucht. Prof. Dr. Mirko Novák, Universität Bern

5
ANTIKE WELT 1/19
«UM KUND)GE REDE ZU VERSTE(EN
Die Leopardin des Philostratos, ein heiliger Erinder und die Ursprünge des
armenischen Alphabets

A m Ende des 1. Jhs. n. Chr., so be-


richtet der griechische Autor Phi-
lostratos etwa 130 Jahre später, habe
Armenien regierte, eine weitere Frage:
I el he S h it a de Te t auf de
Rau ie hals a d g a ie t?
Hilfss h ite ko te de ko ple-
e Lauts ste des A e is he i ht
Rechnung tragen. Der für seine Mis-
man im südlichen Küstengebiet Klein- Die späta ike Ü e liefe u g geht sionsleistung bald heiliggesprochene
asiens eine Leopardin gefangen, die ein da o aus, dass a die E i du g Mes op ha e also ei e S h it it
prachtvolles goldenes Halsband trug. ei es speziis he Alpha ets fü die Buchstaben erfunden, die fast jedem
Dieses sei mit armenischen Buchstaben zweifelsohne sehr alte indoeuropäi- Lautwert ein eigenes Zeichen zuwies
graviert gewesen und habe das Tier als s he Sp a he A e is h elai e akt und grob auf dem griechischen Alpha-
Weihgabe des armenischen Königs Ar- a de A fa g des . Jhs. . Ch . daie- bet basierte. Dass in der Tat jenes Al-
sakes a de Got Dio sos ausge ie- ren könne: Der Mönch Mesrop Masch- phabet als eine Art Matrize diente,
sen. Einige Zeit habe sich die Raubkatze toz habe erkannt, dass sich das Chris- zeigen einige Buchstabenformen, die
ganz zahm geriert, im folgenden Früh- tentum im Königreich Armenien nur stark den griechischen Äquivalenten
ling sei sie aber mitsamt ihrem schö- mühsam durchsetzte, weil die Heilige ähneln, ferner die Reihenfolge des Al-
nen Halsband ins nordöstliche Gebirge S h it i ht i de La dessp a he ge- phabets und auch die Tatsache, dass
entschwunden, wo sie erneut in Gefan- lesen werden konnte. Diese wurde je- de u­Laut i eide S h ite du h
ge s hat ge iet. Philost atos’ A ek­ do h is dahi , so die Ü e liefe u g, die Verbindung aus zwei Buchstaben
dote birgt, einmal abgesehen von der im griechischen Alphabet bzw. in für wiedergegeben wird. Mesrop habe da-
u s h e zu e itel de Ide ität die itelpe sis he u d s is h­a a ä- a h, so die Ü e liefe u g, au h de
eines Königs Arsakes, welcher unter is he Sp a he ge äu hli he S h it- Georgiern und den kaukasischen Alba-
U stä de et a . Ch . ku zf isig s ste e aufgezei h et. All diese niern (den Einwohnern eines Königs-
reichs hauptsächlich auf dem Gebiet
des heuige Ase aids ha s eige e
Abb. 1 Mesrop und das armenische Alphabet im Deckenfresko des Treppenhauses der Würz­ Alpha ete fü ih e Sp a he gege e
burger Residenz von Giovanni Battista Tiepolo 1753 . Obwohl der Künstler Kontakt hatte zu
armenischen Mönchen im venezianischen Mechitaristenkloster, fügte er in seiner Darstellung dem
und sich in ein Kloster zurückgezogen,
Alphabet einige zusätzliche Zeichen hinzu. in welchem er die neue armenische
S h it geleh t ha e soll.
Vieles an der vor allem durch Mes-
ops S hüle Ko iu u d desse Biog a-
phie des S h ite i de s gep ägte T a-
diio eist i s Lege de hate, so et a
die E i du g eite e Alpha ete so-
wie die Einrichtung der Klosterschule.
Dennoch unterscheidet sich die Einfüh-
rung der armenischen Buchstaben von
der Genese fast aller bekannten Alpha-
bete dadurch, als dass sie mit höchs-
ter Wahrscheinlichkeit einer einzigen
historischen Figur, Mesrop Masch-
toz, zuzuschreiben ist, sie tatsächlich
in kurzer Zeit erfolgte, und die neuen
Buchstaben ungeahnten Erfolg haben
sollte . U . Ch . a die Ü e -
setzu g de Bi el i a e is he Sp a-
he u d i eue S h it fe iggestellt.

6
ANTIKE WELT 1/19
SPRACHEN & SCHRIFTEN

Die Lege de ill, dass de e ste Satz,


den Mesrop ins Armenische übertrug,
de Begi de Sp i h ö te Salo o s
war: «Um Weisheit und Erziehung ken-
nenzulernen, um kundige Rede zu ver-
stehe » Sp , – ei Ve s, de a
Abb. 2
au h auf die Leistu g de S h ite i - (andschriftenilluminationen
du g u d ih e kultu elle I plikaio- zählen zu den bekanntesten
Zeugnissen armenischer Kunst.
nen beziehen konnte. Denn anders als Collection of Walters Art
etwa die Zoroastrier, die Juden oder Museum, Baltimore.
später die Muslime verfügte das Chris-
tentum über keine eigene einheitli-
he S h it ode Sp a he, i el he so ist do h die Ü e setzu gsleistu g auf, dass keineswegs nur die griechi-
die Verkündigung verbreitet wurde. der Armenier in folgenden Jahrzehn- s he S h it Modell gesta de hat fü
Die Ofe heit de Ch iste fü Ü e set- ten und Jahrhunderten von herausra- Mes ops E i du g, so de dass iele
zungen stellte in weiten Teilen der an- gender Bedeutung. Früh wurden die Buchstaben von aramäischen Zeichen
ike Welt kei Hi de is, so de ei- christlichen Konzilsbeschlüsse übertra- abgeleitet wurden. Darauf könnte auch,
e Vo teil da . I A e ie alle di gs, gen sowie Predigten und theologische wenn wir der eingangs erwähnten An-
einer Region mit einer uralten dichte- A ha dlu ge de pat isis he )eit ekdote über die geweihte Leopardin
is he T adiio , i el he Te t u d übersetzt. Die in der armenischen Fas- Glauben schenken wollen, die enig-
Sp a he i ht u Mitel zu Ko u- sung erhaltene Jerusalemer Liturgie ais he I s h it auf de Hals a d
ikaio a e , so de ot als au h aus dem 5. Jh. n. Chr. gehört zu den äl- de Rau katze hi deute : I glei he
magische Züge annahmen, behinderte testen liturgischen Quellen überhaupt, Te t üh t si h ei S e aus Hie apo-
das Fehle o S h it die Ve eitu g und viele Werke der Kirchenväter sind lis de heuige Ma ids h , A e-
des E a geliu s. Kau hate alle di gs e e falls u i a e is he Ü e - nisch verstehen zu können. Da es sich
Mesrop dieses Desiderat behoben, setzu ge ü e liefe t. Ü e ei S is h­A a äis he u d ei
u de die Bu hsta e s ho als göt- e halte e u d ot als p a ht oll ge- Armenischen um gänzlich unterschied-
li he I spi aio gefeie t. s h ü kte Ha ds h ite aus Spä- li he Sp a he ha delt, i d si h die-
De seit de Späta ike he s he de ta ike u d Mitelalte kü de o h ser Hinweis eher auf die damals ähnli-
Stolz auf die eige e S h it stellt ei e heute o a hhalige E folg o he S h it eziehe : Das Hals a d de
weitere Besonderheit des Armeni- Mes ops E i du g. Viele da o ei - Leopa di dü te also it a a äis he
schen dar. Noch viele Jahrhunderte den sich in der Bibliothek des Armeni- Buchstaben versehen gewesen sein.
später ließ und lässt sich dies ablesen: schen Patriarchats in Jerusalem, in der
Armenien war neben Georgien die ein- B iish Li a ode de Bi lioth ue
zige So jet epu lik, die au h u te aio ale de F a e, do h au h i de
ussis he O e he s hat die eige e armenischen Mechitaristenklöstern in
Adresse des Autors
S h it ehalte du te. Die Du hset- Venedig und Wien. Die höchste Anzahl D . Ko sta i M. Klei Oto­F ied i h­U i e sität
zu g des k illis he Alpha ets s hei- f eili h i d heute i Ha ds h ite - Bamberg
Leh stuhl fü Alte Ges hi hteFis hst aße –
terte, und in den 1960er Jahren ehrte ze t ala hi o Je e a aube ah t, D-96045 Bamberg
ko sta i .klei @u i­ a e g.de
man zum 1600-jährigen Jubiläum der dem Matenadaran, vor dessen Ein-
S h ite i du g i de So jet epu - ga g e e falls ei e Statue des S h if- Bildnachweis
lik Armenien den heiligen Mesrop mit te i de s o ei e ge alige Bu h- A . : akg­i ages / Bilda hi Mo hei ; : He itage
I ages / Fi e A t I ages / akg­i ages.
zahl ei he Statue , die ih it g oße stabentafel thront.
S h ittafel da stelle – die Äh li h- Die Su he a h de He ku t de e -
Literatur
keiten zu Mosesdarstellungen, der mit folgreichen Zeichen allerdings ist kei- T. VAN LINT, F o Re ii g to W ii g a d I te p etaio .
Te de ies, The es, a d De a aio s of A e ia
de Gesetzestafel o Be g Si ai hi - neswegs abgeschlossen: Während Histo i al W ii g, i : S. Foot / C. Ro i so H sg. : The
absteigt, sind kaum zu übersehen. Ü e legu ge , ei e Ve i du g de O fo d Histo of Histo i al W ii g II – .

Auch wenn man sich nicht vorstel- Buchstabengenese zur äthiopischen J. RUSSELL, O the O igi s a d I e io of the A e-
ia S ipt. I : Le Mus o – .
len muss, dass zu Mesrops Lebzeiten S h it he zustelle , ohl als isse -
G. SOLTA, Die Stellu g des A e is he i K eise de i -
das armenische Alphabet im Alltag s hatli he I eg a zutu si d, so doge a is he Sp a he .

der Menschen weite Verbreitung fand, e eise i e eh I dizie da -

7
ANTIKE WELT 1/19
AMPHOREN AUF AMPHOREN
Wie Chios während einer Krisenzeit eine Marke einführte

Wäh e d die eiste Städte de a ike La ds hat Io ie a h de Niede lage gege die
Pe se zu Begi des . Jhs. . Ch . ei e )eit des i ts hatli he Niede ga gs e leide ,
e le t die I sel Chios ei e öko o is he Aufs h u g. Dies lag, so i d i Folge de a gu e ­
ie t, i ht u a Vo ha de sei e tsp e he de Ressou e u d Ma po e i Gestalt
o Skla e , so de au h a de E ts heidu g, die A pho e u d Wa e it de oi­
zielle S ol, de o ei e hiois he A pho a sitze de Sphi , zu siegel .

o A ja Sla is h men wie Perikles, Phidias und Polyklet stimmen, sondern vor allem auch zur
oder auch Sokrates und Platon haben Verteidigung, zum Ausbau und zur Ab-
it dem . Jh. v. Chr. bringen wir noch heute einen festen Platz im Bil- sicherung von (andelsrouten.
M für gewöhnlich die politische,
wirtschaftliche und kulturelle Blüte-
dungskanon. Das . Jh. v. Chr. ist aber
auch das Jahrhundert, in dem Grie-
Bevor jedoch Athen zur Großmacht
aufsteigen konnte, waren es vornehm-
zeit Athens in Zusammenhang. Es ist chen gegen Perser und Griechen gegen lich )onier und ionische Waren, die
das Jahrhundert, in dem die Demo- Griechen einen erbitterten Kampf um überregionale Bekanntheit und Verbrei-
kratie eingeführt, der Parthenon auf die Vorherrschaft zu Lande und zur tung erfuhren. Die antike Landschaft )o-
der Athener Akropolis gebaut und die See führten und zwar nicht nur, um die nien umfasste die Siedlungen an der
klassische Skulptur kreiert wurde. Na- zukünftige Politik der Region zu be- Westküste Kleinasiens in der heutigen

Abb. Küstenbereich der )nsel Chios in der Nördlichen Ägäis links unten und der Türkischen Küste bei Cesme und Alacati.

8
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA
TITELTHEMA

Ne
stos
Byzanz

Strymo

us
n r

Heb
THRAKIEN Marmara-
Thasos
Thrakisches meer
Thasos Meer nt Kios
(493) llespo (497 )
Samothrake
Paesos He
Parion
Lampsakos
(497 )
Percote
Abydos (497 )
Imbros (497 )
Athos Dardanos (497 ) MYSIEN
TROAS
Lemnos
N

Makest o
s
S ÄOLIEN
Lesbos Mytilini
Skiathos Ägäisches Atarneus
Meer Polichnitos Malene (493)

Sporaden Kyme
Skyros (497 ) Hermos
Phokaia
LYDIEN
Chios Sardis
Euböa Erythrai
(498)
Chios
Eretria (493) Klazomenae (497 )
Timulus
2137 m
Kaukasa Teos
ATTIKA Lebedos Kolophon IONIEN
Ephesos Ephesos nd e r
M äa
(498)
Athen (497 ) Marsyas
Samos Priene Ma
Samos rsy
Ikaria Lade Myus
as

(494) Milet
(494) Labraunda
Saronisch er Mykonos (496)
Golf KARIEN
Kykladen Pedasus
(496)
Naxos (499)
Paros
Mittelmeer Naxos
Kos

0 50 100 km

Militärische Operationen während der Ionischen Revolte


Rhodos
von dem Feldzug gegen Naxos (499) bis zum Tod Histiaeus (493)
Stadt der Ionischen Bundes- Expedition gegen Naxos (499)
genossen Ionische Offensive (498)
Belagerung (mit Datum) Expedition gegen Zypern (498/497)
Schlacht (Sieg der Griechen) Daurises Feldzug (497/496)
Schlacht (Sieg der Perser) Hymaees Feldzug (497)
Kydonia
Unterbrochener Feldzug Zypern
Otanes Feldzug (497)
Aufgegebene Belagerung (497 )
Kreta Knossos
Histiaeus Feldzug (493)

Abb. Die Karte zeigt Kleinasien mit )onien sowie die militärischen Operationen während des )onischen Aufstandes.

9
ANTIKE WELT 1/19
AMPHOREN AUF AMPHOREN – Wie Chios während einer Krisenzeit eine Marke einführte

Türkei zwischen Phokaia heute Foça Diese Divergenz zwischen der Ma- die sich verändernden Verteilungsmus-
im Norden und Milet heute Balat im terialfülle der archaischen Zeit und ter importierter Waren über einen Zeit-
Süden sowie die griechischen )nseln dem nachfolgenden . Jh. v. Chr. ist raum von mehreren Jahrhunderten am
Chios Abb. und Samos. von den in der Region tätigen Archäo- Beispiel des Kimmerischen Bosporus
logen immer wieder festgestellt wor- hervorragend veranschaulichen.
Aufsieg u d Niede ga g Io ie s den und wird zumeist, wie schon in Deutlich wird, dass beispielsweise
)onien und die Metropolis Milet wa- den er Jahren durch John M. Cook, Transportamphoren aus Klazomenai
ren nicht nur die (eimat von Natur- mit einer tiefgreifenden ökonomischen nicht mehr in den Assemblagen des
philosophen wie Thales und Anaxi- Krise der gesamten Region erklärt. ersten Viertels des . Jhs. v. Chr. auf-
mander, die Städte unterhielten auch Jüngste Forschungen vermitteln al- tauchen. Auch der Anteil milesisch-sa-
(andelskontakte bis weit über den lerdings ein deutlich differenzierte- mischer Amphoren geht zu dieser Zeit
Mittelmeerraum hinaus. (ier wurden res Bild von der Entwicklung der ein- dramatisch zurück. Transportampho-
im . und . Jh. v. Chr. Tempelbauten zelnen ionischen Städte während des ren aus Chios dagegen sind entweder
von nie dagewesener Größe errichtet. . Jhs. v. Chr. Einerseits werden zwar konstant hoch vertreten oder treten
Erinnert sei an eines der Sieben Welt- bestimmte Produkte wie z. B. die mi- an einigen Orten sogar noch häufiger
wunder, das Artemision von Ephesos. lesische Fikelura-Keramik nicht mehr auf als vorher.
Die Prosperität der ionischen Städte hergestellt, sei es weil die Werkstätten Für Klazomenai berichten die Schrift-
in archaischer Zeit ist sowohl litera- zerstört oder die Nachfrage eingebro- quellen von der Aufgabe ihrer Stadt und
risch als auch archäologisch bestens chen, oder weil der Zugriff auf die nö- der angrenzenden Chora (erodot ,
belegt, wobei Milet in mehrfacher tigen Rohstoffe nicht mehr gewährleis- ; Pausanias , , und einer Um-
(insicht hervorsticht, beispielsweise tet war. Andererseits ist häufig nicht siedlung auf die nahegelegene kleine )n-
durch die besonders hohe Anzahl an zu entscheiden, welche Faktoren kon- sel Karantina zu der Zeit, als das persi-
Koloniegründungen vornehmlich an kret zur Einstellung der Produktion ei- sche (eer nach Süden vorrückt, d. h. am
den Ufern des Schwarzen Meeres. ner bestimmten Gattung geführt haben Beginn des . Jhs. v. Chr. Archäologische
)n politischer und administrativer und ob hier tatsächlich ein Kausalzu- Ausgrabungen bestätigen die Aufgabe
(insicht unterstanden die ionischen sammenhang mit dem verlorenen Auf- von (äusern und Werkstätten zu die-
Städte ab der Mitte des . Jhs. v. Chr. stand vorliegt. ser Zeit. Auch in Milet führte die Zerstö-
dem lydischen sowie nach der Mitte rung der Stadt zu einer erheblichen Un-
des . Jhs. v. Chr. dem persischen Kö- Chios ehauptet si h a Ma kt terbrechung des täglichen Lebens. Eine
nig. Gegen die persische Vorherrschaft Eine der markantesten Veränderun- Produktion lokaler Waren lässt sich im
richtete sich der unter Aristagoras gen ist die Verlagerung oder Aufgabe zweiten Viertel des . Jhs. v. Chr. nicht
von Milet initiierte )onische Aufstand, von (andelsnetzwerken zwischen nachweisen. Samos hingegen wurde
der um / v. Chr. seinen An- einzelnen ionischen Städten und Sied- nicht zerstört, scheint aber durch den
fang nahm und mit der Niederlage der lungen am Schwarzen Meer. Eine be- Fall Milets in Mitleidenschaft gezogen
griechischen Flotte bei der )nsel Lade sonders enge Beziehung dorthin un- zu sein. Darüber hinaus berichtet (ero-
/ v. Chr. endete Abb. . terhielt Milet im . und . Jh. v. Chr., dot , − davon, dass ein Teil der
Antike Texte liefern uns verschiedene vor allem wegen ihrer zahlreichen Ko- Samier die )nsel verließ und in Zankle
Details für jede der ionischen Städte: lonien. Südionische Transportampho- Zuflucht suchte. Also auch hier verlas-
Während Chios im Jahr v. Chr. ren aus der Region Milet-Samos domi- sen lokal ansässige Bevölkerungsgrup-
Schiffe zur Entscheidungsschlacht nieren das Fundspektrum dieser Zeit, pen ihre (eimat.
bei Lade schickte, nahmen andere über- aber auch Transportamphoren aus Chios wiederum verlor die meis-
haupt nicht teil oder desertierten (e- dem nordionischen Klazomenai sind ten ihrer Schiffe bei Lade und sah
rodot , , − . Auch teilten nicht alle ausgesprochen häufig belegt. sich einem Angriff persischer Trup-
das Schicksal Milets, deren Stadtzent- Sergey Monakhov und Elena Kuz- pen ausgesetzt, die, so beschreibt es
rum zerstört und deren Bürger ins per- netsova veröffentlichten kürzlich eine (erodot , , – , die )nsel durch-
sische Kernland deportiert wurden (e- detaillierte Zusammenfassung des Über- kämmten auf der Suche nach Knaben
rodot , ; , − . Dennoch sind seehandels mit der Schwarzmeerregion und Mädchen, um sie an den persi-
aus der gesamten Region nur sehr we- von der archaischen bis zur hellenisti- schen (of zu verkaufen. )m Kontrast
nige Belege für Bauaktivitäten oder an- schen Zeit, basierend auf den Funden dazu steht die Beschreibung Thuky-
dere materielle (interlassenschaften von Transportamphoren, die dorthin im- dides’ Der Peloponnesische Krieg ,
aus der Folgezeit überliefert. portiert worden sind. Dabei konnten sie , , der die )nsel nur wenig später

10
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA
TITELTHEMA

Abb. Die Formentwicklung der chiotischen Transportamphoren vom späten . Jh. v. Chr. bis zur zweiten (älfte des . Jh. v. Chr. ist heute relativ gut
bekannt, sowohl aufgrund der Darstellung auf chiotischen Münzen s. Abb. und als auch aus Grabungsbefunden.

1111
ANTIKE WELT 1/19
AMPHOREN AUF AMPHOREN – Wie Chios während einer Krisenzeit eine Marke einführte

Thukydides , , . Theompom-
pos von Chios berichtet, dass die Be-
wohner von Chios die Ersten wa-
ren, die Sklaven in größerer Anzahl
kauften und auch, dass die Chioten
die Kunst Wein zu machen von Dio-
nysus erlernt hatten FGr(ist
F a . Andere antike Autoren rüh-
men den roten chiotischen Wein für
seine Qualität. Überhaupt scheint die
Nachfrage nach Wein zu dieser Zeit
beträchtlich gewesen zu sein, denn
Abb. nur so lässt sich der von Plutarch So-
Chiotische Münze der sog. lon , überlieferte Preis von einer
. Prägeperiode, um
v. Chr. mit der Darstellung Mina =  Drachmen oder Ta-
einer hockenden Sphinx geslöhne eines Facharbeiters zur
vor einer chiotischen
Amphora mit geschwolle- Zeit des Sokrates erklären. Am Bei-
nem (als spiel der )nsel Chios lässt sich, wie
schon Alain Bresson herausgearbei-
tet hat, eine bewusste (inwendung
zur Massenproduktion von Wein un-
die «Reichste unter den (ellenen» dominierten Warenstrom zumindest ter Ausbeutung ortsfremder Arbeits-
nennt. zum Teil ersetzte. kräfte Sklaven beobachten.
Doch worauf gründete sich der Zu diesem Schluss kommt man, wenn
Reichtum der )nsel? Und wie gelang man sich die statistische Verteilung der T a spo ta pho e aus Chios
es ihr, den Warenexport aufrechtzu- Amphorenfunde aus den Siedlungen am Die Formentwicklung der auf Chios
erhalten bzw. auszubauen, während Schwarzen Meer ansieht. Einschränkend hergestellten Transportamphoren ist
Milet, Samos oder auch Klazomenai muss jedoch betont werden, dass sol- gut erforscht. Die Exemplare des spä-
nur noch eine sehr untergeordnete che Beobachtungen nie eindeutig sind. ten . Jhs. v. Chr. weisen einen bauchi-
Rolle spielten. Warum wirkte sich Transportamphoren konnten mehrfach gen Gefäßkörper, einen pointierten
der verlorene Aufstand nicht ähnlich wiederverwendet werden. Ferner sind Fuß mit kleinem Absatz sowie einen
auch auf Chios aus? die (ersteller der darin transportierten eingezogenen (als mit einer breiten
Waren nicht zwangsläufig auch in den wulstigen Ausbuchtung unterhalb der
Chios lei t esilie t Vertrieb involviert. (inzu kommen die Gefäßlippe auf. )rgendwann um die
Die Fähigkeit eines Systems auf Stö- vielfältigen Konsumptionsebenen z. B. Jahrhundertwende vom . zum . Jh.
rungen zu reagieren und sich durch als Grabbehältnisse . Trotz dieser kom- v. Chr. wird der Amphorenhals enger,
Anpassung zu regenerieren wird heute plexen Nutzungs- und )nterpretations- die wulstige Ausbuchtung wird schma-
mit dem Begriff der Resilienz beschrie- ebenen eignen sich Transportamphoren ler und pointierter. Auch die Gefäß-
ben. Wenn wir die Mechanismen hin- als Proxy für (andelsaktivitäten. lippe ist nun deutlicher abgesetzt.
ter derartigen Prozessen und vor Möglicherweise sollte auf diese Weise
allem die Faktoren, die diese beein- Wete , Wei u d Skla e das Verschließen der Gefäße wäh-
flussen, verstehen, können wir begrei- Die klimatischen und naturräumlichen rend des Transportes erleichtert wer-
fen, warum einige Städte reslienter Voraussetzungen auf der )nsel waren den. Spätestens ab dem mittleren
sind als andere. und sind ausgesprochen günstig: Es . Jh. v. Chr. wird die fast kugelför-
)m Fall der wirtschaftlichen Ent- gibt genug Wasser, fruchtbaren Bo- mig geschwollene Wandung immer
wicklung der )nsel Chios bedeutet re- den, Tonvorkommen und Zugang zu deutlicher vom (als abgesetzt; eine
silient, dass die )nsel offenbar ihre den (äfen. Auch an Arbeitskräften gab Entwicklung, die sich noch bis in die
(andelsbeziehungen nicht nur auf- es offenbar keinen Mangel. So erwähnt er Jahre v. Chr. beobachten lässt.
rechterhalten, sondern sogar inten- Thukydides, dass, abgesehen von Sparta, Etwa um die er Jahre des . Jhs.
sivieren konnte und allem Anschein Chios über mehr Sklaven verfügte v. Chr. begann man einen neuen Typ,
nach den vorher von Milet und Samos als jede andere griechische Stadt nämlich Amphoren mit einem hohen

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ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA

zylindrischen (als, zu produzieren. einer chiotischen Amphora zusammen bilder als Vorlage für die (erstellung
Diese treten eine Zeit lang parallel zu mit der Sphinx Abb. . der ersten chiotischen Amphoren-
dem eben erwähnten Typ auf Abb. . Zwar gibt es auch andernorts Münz- stempel gedient haben. Mittlerweile
Dass man schon früh eine ungefähre serien mit dem Bild einer Amphora, die sind mindestens sechs Exemplare von
Vorstellung von der Formentwicklung chiotischen Beispiele zeichnen sich je- der Athener Agora, dem Kerameikos
chiotischer Transportamphoren hat, doch durch eine ausgesprochen charak- sowie aus den Ausgrabungen des pu-
ist auch der Tatsache geschuldet, dass teristische und damit leicht wiederzu- nischen Amphoren-Gebäudes in Ko-
sie als Motiv auf der zeitgenössischen erkennende Form aus, die der Realität rinth bekannt. Es handelt sich in den
Münzprägung vorkommen. sehr nah kommt. Dass es sich von An- meisten Fällen um Spiegelbilder der
Charakteristisches Motiv chiotischer fang an um eine Chiffre für den Trans- Münzen, was darauf hindeutet, dass
Münzen war ab der Mitte des . Jhs. port und damit Export von Wein aus sie als Vorbilder für die Abformung
v. Chr. die sitzende Sphinx mit aufge- Chios handelt, wird auch durch die im dienten Abb. . )n einem Fall hat
stellten Vorderbeinen in Seitenansicht. späten . Jh. v. Chr. hinzugefügte Traube man offenbar direkt auf eine Münze
Mit Beginn der zweiten Prägeperiode, am Weinstock nahegelegt Abb. . als Stempel zurückgegriffen. (ier ist
die Nicholas (ardick um v. Chr. Virginia Grace verdanken wir die der Abdruck vertieft und nicht erha-
einsetzen lässt, erscheint nun das Bild Beobachtung, dass eben diese Münz- ben, wie bei den übrigen Beispielen.

Abb.
Drachme der sog. . Prägeperiode,
nach v. Chr. Darstellung einer
hockenden Sphinx vor einer chio-
tischen Amphora mit gestrecktem
(als. Über der Amphora hängt
eine Weinrebe

13
ANTIKE WELT 1/19
AMPHOREN AUF AMPHOREN – Wie Chios während einer Krisenzeit eine Marke einführte

auf einer chronologisch späteren Am- Sphi u d A pho a – Oizielle


phora mit zylindrischem (als befindet. S ole o Chios
Bereits Grace hat hier einen möglichen Dass die chiotischen Stempel eher öf-
Zusammenhang mit der Markteinfüh- fentlichen als privaten Charakter hat-
rung des neuen Typs hergestellt. Der ten, wird durch die Motivwahl na-
Stempel fungiere hier gewisserma- hegelegt, die hier ohne zusätzliche
ßen als Garant für die unveränderte Schriftzeichen, Namenskürzel oder
(erkunft aus Chios und die Qualität andere Erläuterungen auskommt. Die
des Weines trotz seiner offensichtlich sitzende Sphinx ab dem . Jh. v. Chr.
neuen «Verpackung» Abb. . sowie zusammen mit der Amphore ab
Zwar lässt sich eine sporadische dem . Jh. v. Chr. werden zu Parasema,
Kennzeichnung von Amphoren, bei- d. h. zu offiziellen Symbolen der )nsel.
spielsweise durch aufgemalte Kreise Mit der Entstehung und Verbreitung
Abb. Stempel auf dem (enkel einer chioti-
schen Amphora. Die Anordnung der Sphinx oder auch Grafitti, schon in archai- solcher Symbole hat sich kürzlich Si-
mit Amphora ist spiegelbildlich zu der auf scher Zeit beobachten, die genann- mone Killen vgl. S.  ff. ausführlich
den Münzen. Möglicherweise wurden die
Siegel direkt von den Münzstempeln abgeformt.
ten chiotischen Transportamphoren befasst. )n unserem Zusammenhang
des fortgeschrittenen . Jhs. v. Chr. ge- ist vor allem die Tatsache hervorzuhe-
hören aber zu den frühesten bekann- ben, dass Chios das einmal gewählte
ten Beispielen mit Stempel und erst Motiv über viele Jahrhunderte bei-
«Alte Wei i eue S hläu he » ab dem . Jh. v. Chr. treten Amphoren- behält. Überliefert sind ab dem . Jh.
ode ozu die te die Ste pel? stempel dann vermehrt auch andern- v. Chr. lokale Gewichte Abb.  a.b ,
Bemerkenswert ist darüber hinaus, orts auf. Ferner weisen diese nun ne- Tonröhren aber auch offizielle )n-
dass sich in einem Fall ein Stempel, ben Bildmotiven auch Legenden auf. schriften, die in Athen oder Delphi
der eine Amphora mit geschwollenem Besonders viele Stempel sind aus Tha- aufgestellt waren und die chiotischen
(als vor einer sitzenden Sphinx zeigt, sos und Rhodos überliefert. Symbole tragen.

Abb.
Amphora und Siegelbild
weisen nach Chios, doch
während die Randform
zu einer Amphora mit ge-
strecktem (als gehört, ver-
tritt die Amphora auf dem
Stempel noch den älteren
Typ. Möglicherweise sollte
somit auf die veränderte
«Verpackung» hingewiesen
werden.

14
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA

Abb.  a.b Nach der (inzufügung der Amphora zur sitzenden Sphinx im Verlauf des . Jhs. v. Chr. wurden beide zusammen zum offiziellen Symbol
der )nsel. )n der Folgezeit treten sie auf verschiedenen Bildträgern, beispielsweise auf Marktgewichten auf: hier ein Dimnaion aus Blei des . Jhs. v. Chr.
sowie rechts ein Ogdoon aus Blei, vermutlich aus dem . Jh. v. Chr.

Co odit B a di g u d Resilie z Abb. Dieser Siegelring aus Jaspis wurde in einem Kurgan der Nekropole von Pantikapeion ge-
funden. Auf ihm ist eine chiotische Amphore mit geschwollenem (als dargestellt ‒ ein weiteres
Die frühesten Belege für die (inzufü-
)ndiz für die engen Verbindungen zwischen dem Schwarzmeergebiet und der )nsel Chios zu jener
gung der Amphora sind interessanter- Zeit.
weise erst aus der Zeit nach dem )oni-
schen Aufstand überliefert. Mit dieser
Entscheidung, nämlich auch die chio-
tische Amphora zum offiziellen Sym-
bol von Chios zu machen, kreierten
die Chioter bewusst oder unbewusst
eine starke Marke, die sowohl als Gü-
tesiegel als auch als (erkunftsgarant
fungierte. (inzu kommt im Falle von
Chios der unbestrittene Wiedererken-
nungswert.
Ein solches Commodity-Branding
war für die griechische Welt natür-
lich nicht neu. David Wengrow hat
bereits vor einigen Jahren nachge-
wiesen, dass es sog. Brandingsys-
teme schon im . Jt. v. Chr. in Mesopo-
tamien gab.
Die Chioten haben den Zeitpunkt
für die Einführung ihrer Amphoren-
stempel jedenfalls perfekt gewählt.
Mit der Zerstörung Milets wurden
umfangreiche Marktkapazitäten vor
allem am Schwarzen Meer frei und

ANTIKE WELT 1/19


AMPHOREN AUF AMPHOREN – Wie Chios während einer Krisenzeit eine Marke einführte

Y. GARLAN, Les i es a pho i ues e G e a ie e.


das bei steigender Nachfrage nach Der Beitrag ist Teil eines Projektes, Nau elles uesio s. Nou elles thodes. Nou eau
sultats, i : Jou al des sa a ts – .
ägäischen Weinen. Die nunmehr ein- das im Rahmen des Programms (o-
geführte Siegelung ihrer Produkte er- rizon für Forschung und )nno- V. GRACE, A pho as a d the a ie t i e t ade. A e i­
a S hool of Classi al Studies at Athe s 3 .
laubte es der )nsel ein unverwech- vation von der Europäischen Union
N. HARDWICK, The Coi age of Chios f o the VIth
selbares )mage zu kreieren, das für unter Grant Agreement N° to the IVth Ce tu B.C., i : M. Ho H sg. , A tes du XIe
höchste Qualität stand und sich dem- gefördert wurde. Er basiert auf ei- Co g s I te aio al de Nu ist ai ue o ga is
̀ l‘o asio du e a i e ­sai e de la So i t Ro ale
entsprechend teuer verkaufen ließ. nem Vortrag, den ich im Mai im de Nu is ai ue de Belgi ue B u elles, – septe ­
e – .
Ein in einem Kurgan der Nekro- Panel . «Trust, branding and fakes
pole von Pantikapeion gefundener in the Ancient World» des th )nter- S. KILLEN, Pa ase a. Oizielle S ole g ie his he
Poleis u d Bu desstaate , Deuts hes A häologis hes
Siegelstein aus Jaspis auf dem eben- national Congress of Classical Archa- I situt, A häologis he Fo s hu ge .

falls eine chiotische Amphore dar- eology in Köln / Bonn gehalten habe. C. G. KOEHLER, A pho as o A pho as, i : Hespe ia:
The Jou al of the A e i a S hool of Classi al Studies
gestellt ist, legt die Vermutung nahe, at Athe s , – .
dass Zwischenhändler die Amphoren
M. L. LAWALL, G aii, Wi e Selli g, a d the Reuse of
mit (ilfe vergänglicher Objektträger A pho as i the Athe ia Ago a, a. to B.C., i :
Hespe ia: The Jou al of the A e i a S hool of Classi­
z. B. Wachs versiegelten Abb. . Adresse der Autorin al Studies at Athe s , ­ .
Als einer der wenigen Städte )o- P of. D . A ja Sla is h
I situt fü A häologis he Wisse s hate DERS., So io­E o o i Co diio s a d the Co te t of
niens gelang es Chios im Verlauf des A teilu g Klassis he A häologie A pho ae, i : Ch. Tzo he / T. Sto a o / A. Bozko a
Fah e e gplatz/Rekto atsge äude H sg. , P odu io a d T ade of A pho ae i the Bla k
. Jhs. v. Chr. seine (andelskontakte D­ F ei u g Sea. A ts of the I te aio al Rou d Ta le held i Kite ,
Nesse­ a a d S edetz, Septe e – ,
auszubauen und sich innerhalb we- – .
niger Jahre von der Niederschlagung Bildnachweis
S. I. MONAKHOV / E. V. KU)NETSOVA, O e seas t ade
des ionischen Aufstandes und dem A . : akg­i ages / eu olut ild.de/E i h Me e ; : Pe­
i the Bla k Sea egio f o the a hai to the Helle isi
te Pal , Be li , a h To Wilki so ; : a h Hespe ia
pe iod, i : V. KO)LOVSKAYA H sg. , The No the
Verlust der Flotte zu erholen. Neben Fig. , ; : a h V. G a e, A pho as a d
Bla k Sea i a i uit : Net o ks, o e i it , a d ultu­
the a ie t i e t ade. A e i a S hool of Classi al Stu­
der Tatsache, dass Chios über Skla- al i te a io s, Ca idge – .
dies at Athe s ³ A ; : © Fitz illia Museu
Ca idge; : © T ustees of the A e i a S hool of
ven und die entsprechenden natür- Classi al Studies at Athe s; : a h Delio , N. RAUH / C. AUTRET / J. LUND, A pho a Desig a d
Taf. A . e; a: © Bi lioth ue aio ale de F a e, Ma kei g i A i uit , i : M. F ass, Kauf, Ko su u d
lichen Ressourcen verfügte, verhalf d pa te e t des Mo aies, dailles et a i ues, Ba Mä kte. Wi ts hats elte i Fokus – Vo de ö i­
s he A ike is zu Gege a t .
die gezielte Vermarktung chiotischer Bl ; : pk / A ike sa lu g, SMB; : © St. Pe­
te s u g, E e itage I . P . .
Produkte, allen voran Wein, der Re- A. SLAWISCH, Io ie i . Jh. . Ch . Kollaps, Resilie z,
Rege e aio . Ha ilitaio ss h it zu E la gu g de e­
gion zu wirtschaftlicher Resilienz Literatur ia lege di i Fa h Klassis he A häologie, ei ge ei ht
a de Fakultät fü Ges hi hts isse s hat de Ruh ­U i­
und Aufschwung. Die Tatsache, dass A. BRESSON, The aki g of the a ie t g eek e o o . e sität Bo hu .
I situio s, a kets, a d g o th i the it ­states
Klazomenai verlassen und Milet zer- . D. WENGROW, P ehisto ies of Co odit B a di g, i :
stört waren, dürfte dabei auch eine Cu e t A th opolog , – .
J. M. COOK, The P o le of Classi al Io ia, i : P o Ca ­
Rolle gespielt haben. PhilSo – .

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16
ANTIKE WELT 1/19
ANTIKER VERBRAUCHERSCHUTZ
Wie griechische Stadtstaaten durch offizielle Maße und Gewichte für
fairen (andel sorgten

Bei Ei kaufe o Le e s itel auf de Wo he a kt e t aue i als Ve au he –


heutzutage du h das Ha delsgesetz u h u d die Mess- u d Ei h e o d u g ge-
s hützt – da auf, o Hä dle i ht et oge zu e de . A e ie fu kio ie te ei sol hes
Ve t aue s e hält is z is he Käufe u d Hä dle i de A ike? I Folge de
solle a ha d o Ge i hte u d Maßgefäße Beispiele fü a ike Ve au he s hutz
o . is i s . Jh. . Ch . i g ie his he Poleis o gestellt e de .

o Si o e Kille erreichen, dass der Warenaustausch der Akropolis wiedergefunden wurde;


auch in dieser (insicht fair war und eine weitere Abschrift des Beschlusses
 enn vor Kurzem erst hat mich der Verbraucher nicht wie Strepsia- muss auf der Agora gestanden haben,
«D der Mehlverkäufer um zwei
Choinikes Maß geprellt.» Mit diesen
des betrogen wurde? wo ebenfalls ein Fragment gefunden
wurde Abb. . . Glücklicherweise
Worten begründet der attische Bauer Staatli he Ko t olle e eits ist der Text dieses Volksbeschlusses
Strepsiades in Aristophanesʼ Komödie ei de He stellu g im . Jh. von Michel Fourmont, einem
Die Wolken Z.   f. seinen Wunsch, Das aussagekräftigste Dokument in Mitglied der Académie royale des in-
von Sokrates mehr über Maße zu er- diesem Zusammenhang ist zweifels- scriptions et belles-lettres, während
fahren. Auch wenn diese Textstelle ohne ein Volksbeschluss zur Markt- einer Griechenlandexpedition abge-
dazu dienen mag, die Einfältigkeit der ordnung aus Athen )G ))–)))2 . schrieben worden, denn die Original-
Figur des Strepsiades zu charakteri- Er wurde am Ende des . Jhs. v. Chr. auf stele ist heute verschollen. Anhand
sieren, so macht sie doch deutlich, dass einer Steinstele aufgezeichnet, die auf der Abschriften von Fourmont und
Betrügereien beim Kleinhandel auf den
Agorai Marktplätzen im antiken Grie-
chenland nicht ausgeschlossen waren. Abb. Drei Männer wiegen Waren mit einer sog. gleicharmigen Waage ab. Diese Szene ziert eine
Aus antiken Poleis Stadtstaaten sind , cm hohe schwarzfigurige Amphora des Taleides-Malers und ist um v. Chr. entstanden.
zahlreiche )nschriftentexte des . bis
. Jhs. v. Chr. bekannt, welche die Rah-
menbedingungen des Kleinhandels
auf der örtlichen Agora regelten. )n
diesen Marktordnungen geht es bei-
spielsweise um die Qualität der Wa-
ren, um Umtauschrechte für Verbrau-
cher oder die Verkaufszeiten. Weniger
bekannt sind bislang die Maßnah-
men bezüglich der metrologischen )n-
strumente, die in Form von Maßge-
fäßen, Gewichten oder Waagen beim
(andel tagtäglich zum Einsatz ka-
men Abb. . Durch sie sollte sicher-
gestellt werden, dass der Käufer auch
die Menge der Waren erhielt, für die
er zahlte. Aber wie konnten die Poleis

17
ANTIKE WELT 1/19
ANTIKER VERBRAUCHERSCHUTZ – Wie g ie his he Stadtstaate du h oizielle Maße u d Ge i hte fü fai e Ha del so gte

Abb. Volksbeschlüsse wurden in der Stoa Basileos auf der Athener Agora veröffentlicht. )n antiken Städten war die Agora das politische, religiöse,
gesellschaftliche und wirtschaftliche Zentrum. Das Foto zeigt die Athener Agora von Westen, im (intergrund rechts die Akropolis.

seinem Neffen, die heute in der Bib- beschluss regelt die Umsetzung ei- beschluss beschrieben, dass die städ-
liothèque nationale de France in Paris nes neuen, veränderten Gewichtsstan- tischen Magistrate für die (erstellung
verwahrt werden, konnte Charles Do- dards in Athen, überliefert darüber der metrologischen )nstrumente zu-
yen im Jahr die Rekonstruktion hinaus aber wichtige )nformationen, ständig waren Z.   f. und dass sie
des Originaltextes verbessern und was (erstellung und (andhabung von dies von Rechts wegen tun sollten in
eine detaillierte Analyse des Zeilen Maßgefäßen und Gewichten im Allge- Einklang mit den etablierten Stan-
langen Dekretes vorlegen. Der Volks- meinen anbelangt. So wird im Volks- dards. Diese Anordnung betraf glei-
chermaßen Gewichte und Maßgefäße.
Bei letzteren wird zwischen Gefäßen
für flüssige und solchen für trockene
Abb. Trockene Lebensmittel wie Getreide oder Nüsse wurden in solchen eimerartigen Tonge- Waren unterschieden. Denn in der
fäßen abgemessen. Sie stammen aus dem . bis . Jh. v. Chr. und kamen bei den Ausgrabungen
auf der Athener Agora zutage. Das rechte Gefäß ist cm hoch und umfasste drei halbe Choinikes,
Antike war es üblich, die Preise für
was etwa , l entspricht. vielerlei trockene Lebensmittel wie
Nüsse, Getreide usw. nach Volumen
und nicht nach Gewicht zu berechnen.

S hutz o Ma ipulaio e
Drei dieser Maßgefäße für trockene
Waren, die auf der Athener Agora ge-
funden wurden, sind auf Abbildung
zu sehen. Die beiden äußeren Exem-
plare weisen umlaufende )nschriften
auf δη όσιο = öffentlich, vom Volk ,
die angeben, dass es sich um offizi-
elle Maßgefäße der Polis handelt.
Das rechte Gefäß ist zusätzlich zwei-
fach gestempelt: Ein Stempel zeigt die
athenische Eule, der andere den Kopf

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ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA

der Stadtgöttin Athena Abb. . Bei klariert wurden. Auch die Verteilung
beiden Stempeln handelt es sich um der )nschriften auf mehrere Seiten-
Parasema, also um Staatssymbole, die flächen deutet darauf hin, dass ihre
hier – vergleichbar mit dem deutschen Anbringung eine Schutzmaßnahme
Bundesadler auf modernen Kassier- darstellte: nachdem die )nschriften
waagen im Supermarkt – als Garantie- angebracht waren, war es nicht mehr
zeichen für die korrekte Größe des Ge- möglich, unbemerkt Material von den
fäßes angebracht waren. Gewichten wegzunehmen und damit
Antike Gewichte konnten eben- ihre Schwere zu verfälschen. Abb. Als Garantiezeichen für das staatlich
falls mit Parasema oder Aufschrif- kontrollierte Volumen wurde dieser Stempel
noch vor dem Brand des Maßgefäßes ange-
ten wie ΟΣ Ο oder dem Ethni- Si he e Aube ah u g bracht. Er zeigt den Kopf der Athena im Profil
kon Stadtnamen versehen sein. Aus Nach der (erstellung gehörte es in nach rechts.
Athen stammen sogar drei besonders Athen zu den Pflichten der Magistrate,
interessante Beispiele aus der Zeit um die metrologischen )nstrumente den
v. Chr. Abb. : Die drei Bronze- Staatssklaven zu übergeben )G ))–)))2 Z.  – . Darüber hinaus sollte der
gewichte wurden in einer Brunnen- , Z.  – . Die entsprechenden Magistrat ein Satz der Maße und Ge-
verfüllung im Bereich der Agora ge- Staatssklaven hatten ihre Amtssitze in wichte auf der Akropolis deponieren,
funden und gehörten wahrscheinlich Eleusis, in Piräus und in der Skias, ei- was einer Weihung an die Stadtgöttin
zu einem Set von Normgewichten. nem Bereich der Agora. Damit waren Athena gleichkam Z.   f. .
Denn sie unterscheiden sich zum ei- die Messinstrumente an allen kauf-
nen durch ihre sorgfältige (erstellung männisch bedeutsamen Plätzen in- Ni hts geht e lo e : Ü e ga e
und durch das verwendete Material nerhalb des attischen Territoriums a A ts a hfolge
– Bronze – von üblichen Marktgewich- vorhanden: im wichtigsten extraur- Leider nennt uns der Volksbeschluss
ten, die meist aus Blei gefertigt wur- banen (eiligtum Athens, in Eleusis, zur Marktordnung aus Athen nicht
den. Zum anderen weisen sie eine wo die Mysterien des Demeterkultes die Amtsbezeichnung der zuständigen
spezielle )nschrift auf. Diese )nschrift große Menschenmassen anzogen; im Magistrate. Aus der Athenaion Politeia
ΟΣ Ο Α Α Ο , sinngemäß: (afen Piräus, wo die Schiffe für den des Aristoteles , – ist jedoch be-
vom Volk der Athener ist nicht mit- Fernhandel be- und entladen wur- kannt, dass es fünf sog. Metronomoi
gegossen worden, wie allgemein üb- den und sich eine weitere Agora be- für Athen und fünf weitere für den Pi-
lich, sondern in einem zusätzlichen fand; sowie natürlich auf der Agora räus gab, die für die Überwachung der
Arbeitsschritt nach dem Guss ange- als zentralem Marktplatz im Stadt- Maße und Gewichte und ihrer Benut-
bracht worden. (öchstwahrschein- zentrum Athens. Von den Staatsskla- zung durch die (ändler zuständig wa-
lich wurde nach dem Guss der Ge- ven wurden die Maßgefäße und Ge- ren. Sie arbeiteten wahrscheinlich eng
wichte erst einmal ihre korrekte wichte dann verwahrt sowie für den mit den Agoranomoi Marktaufseher
Schwere überprüft, bevor sie durch allgemeinen (andelsbetrieb verviel- zusammen, welche die Einhaltung der
die )nschrift als offizielle Gewichte de- fältigt und an die (ändler ausgegeben Marktordung überwachten. Außerhalb

Abb. Diese drei attischen Bronzegewichte gehörten wahrscheinlich zu einem Set von Normgewichten aus der Zeit um v. Chr. Sie wiegen g,
g und g v.l.n.r. ; das linke Stück ist , cm breit.

19
ANTIKE WELT 1/19
ANTIKER VERBRAUCHERSCHUTZ – Wie g ie his he Stadtstaate du h oizielle Maße u d Ge i hte fü fai e Ha del so gte

Athens wurden meist beide Funktions- weitere Übergabeliste wurde bereits Big B othe is at hi g: Ü e -
bereiche von Agoranomoi ausgeführt. im . Jh. v. Chr. in Assos im nordwest- a hu g de o d u gsge äße
Aber was passierte, wenn die Amtszeit lichen Kleinasien in Stein gemeißelt Be utzu g
der Metronomoi oder Agoranomoi zu und öffentlich aufgestellt ). Assos . Dieselbe )nschrift überliefert ferner,
Ende ging? Dann waren sie verpflich- Auch sie bricht inmitten der Aufzäh- dass neben dieser staatlichen Kontrolle
tet, ihre Maßgefäße und Gewichte in- lung der Maße ab, aber immerhin er- der Staatssklaven und Magistrate in
klusive einer )nventarliste an ihre fahren wir, dass ein Agoranomos na- Form von «Rechenschaftsberichten» die
Nachfolger zu übergeben )G )) )))2 mens Megistia, Sohn des Sogenes, letztgenannten auch bewerkstelligen
, vgl. Abb. . Dies belegt eine ganze Maßgefäße verschiedener mussten, dass die städtischen )nstru-
weitere )nschrift aus Athen, die in das Größen, darunter auch bronzene, so- mente verwendet wurden. Die atheni-
Jahr / v. Chr. datiert werden wie mindestens vier Gewichte ver- schen Magistrate hatten explizit dafür
kann SEG , . Von besonderem schiedener Nominale übergeben hat. Sorge zu tragen, dass (ändler aus-
)nteresse ist hier die Aufzählung der Der bereits mehrfach zitierte Volks- schließlich zugelassene Maßgefäße
einzelnen )nstrumente, die sie «vererb- beschluss aus Athen erwähnt eben- und Gewichte benutzten Z.  – .
ten», welche aber leider nach wenigen falls eine Übergabe metrologischer Dass in Andania, einem bedeutenden
Zeilen abbricht: Maßgefäße für Ge- )nstrumente: Und zwar waren auch Mysterien-(eiligtum in Messenien auf
treide zu einem halben (ekteus rund die Staatssklaven dazu angehalten, der Peloponnes, dem Agoranomos die
, l , Choinikes etwa , l und die Gerätschaften samt )nventarliste gleiche Pflicht oblag, wissen wir aus
eine unbestimmte Anzahl von halben ihren Amtsnachfolgern auszuhändigen einer dort gefundenen )nschrift )G V
Choinikes also ungefähr , l . Eine )G ))–)))2 , Z.   f. . , . Bei dieser )nschrift handelt

Abb. Der Volksbeschluss zur Marktordnung in Athen wurde an mehreren Stellen im athenischen Stadtgebiet in Stein gemeißelt und veröffentlicht.
Dieses Fragment stammt von der Athener Agora und beinhaltet die Bestimmungen für die Übergabe der metrologischen )nstrumente durch die Staats-
sklaven, die Deponierung eines Satzes von Maßen und Gewichten auf der Akropolis sowie die Zuständigkeit des Areopags bei Betrugsfällen.

20
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA

es sich um ein Gesetz, das im Jahre Die Stadt Athen ging in der Bestrafung Verbraucherschutzes zu sprechen. Doch
v. Chr. den Kult in Andania refor- noch einen Schritt weiter und kon- muss dabei berücksichtigt werden,
mierte. Darin wurde unter anderem fiszierte die Waren, wenn ein (änd- dass eine Polis mit solchen Maßnah-
auch geregelt, dass der Agoranomos ler beim Verfälschen von Maßen oder men in erster Linie nicht den indivi-
während der Kultfeiern den Gebrauch Gewichten erwischt wurde )G ))–)))2 duellen Käufer, sondern sich selbst als
der Maße und Gewichte durch die , Z.  – . (andelte es sich bei die- )nstitution schützte: Aufgrund des fai-
(ändler, die bei einem solchen Fest si- sem (ändler um einen Sklaven, so ren (andels, den eine Polis durch diese
cherlich in großer Zahl anwesend wa- drohte ihm in Athen zudem physische Kontrolle generierte, etablierte sie sich
ren, überwachte Z.   f. . Gewalt in Form von Auspeitschen. Die als attraktiven (andels- und Umschlag-
falschen Maße und Gewichte wurden platz, der (ändler und Konsumenten
Sa kio e ei Ve stöße von den zuständigen Magistraten ver- gleichermaßen anzog. Die Versorgung
Die genannten )nschriftentexte und nichtet Z.   f. . Auch in Andania wur- der Bürger mit auswärtigen Lebens-
die durch Stempel und )nschriften ge- den Sklaven ausgepeitscht, die nicht mitteln und Waren wurde auf diese
schützten Maßgefäße und Gewichte gemäß den aufgezeichneten Gesetzen Weise sichergestellt und die Staatskas-
deuten darauf hin, dass es Missstände verkauften )G V , , Z.   f. . sen durch die Einnahme von Zöllen ge-
gegeben hat, die zu den erlassenen Dieses Kultgesetz beinhaltet ferner, füllt. )n diesem Sinne empfahl schon Xe-
Maßnahmen geführt haben. Doch die dass Freie – also Bürger und Metö- nophon den Athenern in seinem Werk
Poleis dachten perspektivisch und er- ken zugewanderte Fremde – bei Zu- Poroi Über die Staatseinkünfte, , – ,
ließen nicht nur die besprochenen Re- widerhandlung mit einer Strafe von möglichst viele (ändler anzulocken.
gelungen: Man drohte in den Dekreten Drachmen und einer Verurteilung
zugleich mit Sanktionen bei zukünfti- durch die (ieroi rechnen mussten.
gen Verstößen gegen die erlassenen De Beit ag asie t auf ei e Vo t ag, de i Mai
i Pa el . «T ust, a di g a d fakes i the A ie t
Maßnahmen. Und die haben es teil- Auch wenn die Quellen zu dieser The- Wo ld» des th I te aio al Co g ess of Classi al
A haeolog i Köl / Bo gehalte u de. Diese geht
weise in sich: Einer )nschrift aus Delos matik nicht zahlreich sind, so macht zu ü k auf Fo s hu ge , die i h als Postdo -Sipe diai
). Delos , ca. v. Chr. ist zu ent- dieser Überblick dennoch deutlich, wie i Po de a O li e P oje t a de U i e sité atholi ue
de Lou ai , Belgie , u te de Leitu g o D . Cha les
nehmen, dass (ändler, die nicht die stark antike Poleis in den (andel auf Do e du hgefüh t ha e.

vorgeschriebenen Gewichte beim Ver- ihrem Territorium eingreifen konnten.


kauf von (olz oder (olzkohle verwen- Angefangen bei der (erstellung der Adresse der Autorin
deten, mit einem Verkaufsverbot be- Maße und Gewichte durch städtische D . Si o e Kille
U i e sität Wie
legt wurden und ihre Ware konfisziert Magistrate und der ausgeklügelten I situt fü Nu is aik u d Geldges hi hte
F a z-Klei -Gasse
wurde Z.  – . (ielten sie sich nicht Gestaltung der entsprechenden )nstru- A- Wie
an die Regelungen, drohte ihnen eine mente, über ihre geschützte Aufbewah-
Bildnachweis
Strafe von Drachmen Z.  – . rung und kontrollierte Übergabe an
A . : pk | The Met opolita Museu of A t; : The
Zudem sollten die delischen Agora- Amtsnachfolger bis hin zur Überwa- A e i a S hool of Classi al Studies at Athe s, Ago a
I age . . C. Mauz ; : The A e i a
nomoi denjenigen (ändlern, die mit chung der ordnungsgemäßen Nutzung S hool of Classi al Studies at Athe s, Ago a I age
. . ; : The A e i a S hool of Classi al Stu-
dem Gesetz in Konflikt gekommen beim (andel auf der Agora können da- dies at Athe s, Ago a I age . . A geli ue
waren, Maße und Gewichte für (olz- mit alle neuralgischen Punkte einer Side is ; : The A e i a S hool of Classi al Studies at
Athe s, Ago a O je t B ,B u dB C. Mauz ;
kohle vorenthalten, was ebenfalls ei- staatlichen Aufsicht unterliegen. Durch : The A e i a S hool of Classi al Studies at Athe s,
Ago a I age . . .
nem Verkaufsverbot gleichkam. Fer- diese Maßnahmen und nicht zuletzt
ner verlangte die Stadt Delos, dass die auch durch Androhungen teils hefti- Literatur
M. LANG / M. CROSBY, Weights, Measu es a d Toke s,
betroffenen (ändler (olz und (olz- ger Strafen bei Verstößen generierte The Athe ia Ago a .
kohle von ihren Lagerflächen entfern- die Polis fairen Kleinhandel in ihrem G. OLIVER, The ฀γορα ฀ οι at Athe s, i : L. Capdet e /
ten; andernfalls hatten sie Drachme Territorium. Vor diesem (intergrund C. Hase oh H sg. , Ago a o es et édiles. I situio s
des a hés a i ues, S ipta a i ua – .
pro Tag an die Polis zu zahlen Z.  – konnte sich der antike Verbraucher ge-
CH. DOYEN, E s hedis Fou o i. Le dé et ago a o-
. )n Anbetracht der Tatsache, dass schützt fühlen und den (ändlern sein i ue athé ie CIG I = IG II–III2 , i : Chi o
– .
 ½ bis  ½ Drachmen dem Tages- Vertrauen schenken. Der private Wa-
verdienst eines einfachen Arbeiters renaustausch war, wenn er auf der Quellen
IG II-III2
im Athen des . Jhs. v. Chr. entspra- Agora stattfand, eben nicht nur privat, IG V ,
chen, wird diese Strafsumme für ei- sondern auch Teil der Bürgergemein- I. Assos
I. Delos
nen (ändler nicht unerheblich gewe- schaft, der Polis. )nsofern ist es gerecht- SEG ,

sen sein. fertigt, hier von einer frühen Form des

21
ANTIKE WELT 1/19
Grabungsalltag
flink gezeichnet
Über mehrere Wochen hat Jonas Fischer ein
Team von Archäologinnen und Archäologen der
Christian-Albrechts-Universität Kiel auf einer
ihrer Ausgrabungen nach Moldawien begleitet.
Mit schnellem Strich hat er den Grabungsalltag in
der Fremde, die am Ende gar nicht mehr so fremd
war, gezeichnet und beschrieben.

Fischer, Jonas
Habt ihr wieder nur altes kaputtes Zeug gefunden?
Ein gezeichnetes Grabungstagebuch
2018. 156 S. mit zahlreichen Abb.,
17 x 24 cm, Klappenbroschur. wbg Theiss, Darmstadt.
€ 25,00. ISBN: 978-3-8062-3880-8

wbg-wissenverbindet.de
HELIOS ALS «BRAND»?
Markenzeichen und Stempel in der hellenistischen Ägäis

A pho e a e die ü li he T a spo t ehälte des Alte tu s. I ih e t a spo ie te


a Wei u d iele a de e Wa e ue ü e das Mitel ee . I de helle isis he
Zeit (4.–1. Jh. v. Chr.) gingen viele griechische poleis dazu über, einige ihrer Amphoren mit
ei ziga ige Ste pel zu e sehe . Diese A ikel geht de F age a h, o a diese
Ste pel als Ma ke zei he deute ka , die i t a sägäis he Ma kei gst ategie ei e
Rolle spielte .

von Kathleen Garland Töpferwerkstatt eine neue Charge Am- Stempel eine )nschrift, die )nformatio­


phoren  in  den  Ofen  wanderte,  wurde  nen  wie  den  (erkunftsort  der  Am-

In der gesamten Ägäis wurden im 4.–


.  Jh.  v. Chr.  in  die  (enkel  von  Am-
phoren Stempel geprägt. Bevor in der 
eine  bestimmte  Anzahl  davon  mit  ei-
nem  Stempel  auf  einem  oder  beiden 
Griffen versehen. Manchmal trug der
phore,  den  städtischen  Beamten,  in 
dessen Amtszeit sie produziert wurde, 
oder den Namen des (erstellers – des 

Abb.    Gestapelte Amphoren, hier im Museum von Bodrum. Amphoren waren das wichtigste Transportgefäß der Antike.

23
HELIOS ALS «BRAND»? – Ma ke zei he u d Ste pel i de helle isis he Ägäis

Abb.    Fragment eines rhodischen Amphoren-
henkels aus der Zeit um  –  v. Chr. 
Die )nschrift «(erakleitos» war möglicherweise 
nicht auf den ersten Blick zu entziffern.

Abb. 3
Fragment eines rhodischen Amphorenhenkels 
mit Stempel,  –  v. Chr. Der Name 
Demokrates ist um ein Rosenemblem geschrie-
ben, das unmittelbar auf die (erkunft der 
Amphore anspielt. (intergrund ist das bekannte 
Wortspiel Rose  τό ῥόδον  / Rhodos  ἡ Ῥόδος .

24
ANTIKE WELT 1/19
TITELTHEMA

Abb.   a.b
Rhodische Tetradrachme 
–  v. Chr. . Die Vor-
derseite zeigt den Kopf des 
(elios, in Anspielung auf den 
Koloss. Die Rückseite zeigt 
eine rhodische Rose. Münzen 
bilden das Modell und sind 
gleichzeitig eine Verstärkung
für ortspezifische Stempel.

Werkstattbesitzers oder vielleicht auch  Ökonomien oft «standardisierte Spra- Ste pel als Ma ke zei he


des Töpfers – beinhaltete. Mitunter chen  praktischer  Effizienz  und/oder  Auch  wenn  allgemein  anerkannt  ist, 
war der Name von einem Emblem be- umfassender Verbraucherkenntnisse»  dass der ursprüngliche Anlass für die 
gleitet: einem Delphin, einem Dreizack,    entwickeln.  Dabei  wird  Ver- Praxis  des  Stempelns  eine  Regulie-
einer Rose. Manchmal war der Stempel  trauen, das auf langjährigen Beziehun- rung der Produktion oder des Exports 
auch anepigraphisch und bestand nur gen zwischen Käufern und Verkäufern war,  bleiben  die  Einzelheiten  einer 
aus einem Emblem. basiert,  durch  eine  vertrauenswür- solchen  Regulierung  dennoch  unklar. 
Verschiedene poleis hatten verschie- dige Verpackung und eine externe, so- Wie  genau  die  Beziehung  zwischen 
dene Sitten, was die Stempel betraf, und  zial verifizierte Staffelung ersetzt, d. h.  polis und Werkstatt und jene zwischen 
diese veränderten sich auch im Laufe durch Markentreue. Werkstatt und Produzent aussah, wis-
der  Zeit.  Bei  zwei  wichtigen  Ampho- Man beachte das folgende Zitat des  sen wir nicht.
ren­Produzenten, Rhodos und Knidos,  Athenaios  eines von vielen  über die  Abgesehen  davon,  dass  die  Stem-
können wir beobachten, wie der Trend  Bewertung von Weinen: pel den Aufsichtsbehörden ein Mittel
eindeutig zu Stempeln mit Emblemen «)ch  möchte  auch  die  biblinische  an  die  (and  gaben,  die  Betriebe  der 
ging.  Ausgehend  von  früheren  Arbei- Rebe  aus  dem  heiligen  Phönizien  lo- Produzenten  zu  überprüfen,  konnten 
ten zum Thema Marken und Marken- ben,  obwohl  ich  die  lesbische  vor- die Großhändler anhand der Stempel 
ökonomien  in  der  Antike  möchte  ich  ziehe […]. Außerdem will ich die Reb- ihre Fracht für die Einzelhändler orga-
in  diesem  Artikel  aufzeigen,  dass  die  stöcke aus anderen Städten erwähnen,  nisieren und authentifizieren. Schrift-
sich verändernden Stempelprakti- die vor Trauben überquellen, und ich  steller aus dieser Zeit bezeugen, dass 
ken in der Ägäis zeigen, dass es in den  weiß genau, wie ich sie loben und be- damals  wie  heute  noch   die  Prove-
Märkten rund ums Mittelmeer ein Be- nennen  kann …»  fr.    Olson­Sens  =  nienz  als  wichtiger  )ndikator  für  die 
wusstsein  für  die  Wirksamkeit  von  S(  . Qualität und damit für den Wert eines 
Stempeln als Mittel der Authentifizie- Zumindest  in  den  oberen  Sphären  Weines galt. Und damit war sie auch
rung gab – als Markenzeichen. der Gesellschaft gab es eine eigene für den Verbraucher eine wichtige )n-
Sprache, anhand derer sich die Kenner  formation.  Da  (andelsschiffe  für  ge-
Ma ke öko o ie bestimmter Waren zu erkennen ga- wöhnlich die Küsten abfuhren und an 
Archäologen haben längst erkannt, dass  ben, und einen Rahmen, um diese Wa- vielen Orten Station machten, konnte 
es in der Antike bestimmte Merkmale ren zu bewerten. Ein Akteur, der sich  ein  Produkt  durchaus  mehrmals  den 
von «Markenökonomien» gab. Marken- in diesem Rahmen bewegte, war nicht  Besitzer wechseln, bevor es den End-
ökonomien zeichnen sich durch Stan- nur darauf angewiesen, auf diese Wa- verbraucher erreichte. Selbst wenn
dardisierung, Staffelung und  oftmals   ren zuzugreifen und die Meinungen Einzelhändler  langfristige  Beziehun-
durch Massenproduktion aus. Andrew  anderer  Kenner  einzuholen,  sondern  gen  zu  bestimmten  Kaufleuten  pfleg-
Bevan, der die Markenökonomien des  auch  auf  bestimmte  )nformationen  –  ten, hätten sie kaum eine Möglichkeit 
Mittelmeerraums  der  Bronzezeit  un- woher kam etwas, und woran konnte  gehabt,  beim  ursprünglichen  Produ-
tersucht  hat,  stellt  fest,  dass  solche  man erkennen, dass es echt war? zenten  oder  allen  zwischengeschal-

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ANTIKE WELT 1/19
HELIOS ALS «BRAND»? – Ma ke zei he u d Ste pel i de helle isis he Ägäis

men. Dann kamen über alle poleis hin- merksamkeit auf etwas zu lenken, Be-


weg immer mehr Bilder auf. Nicht nur  dürfnisse  zu  erzeugen  und  Werte  zu 
der Anteil der Stempel mit bildlichen generieren. Mit Sicherheit verstanden
Darstellungen wuchs, auch die Vielfalt  sowohl  Produzenten  als  auch  Konsu-
dieser  Embleme  nahm  zu,  bevor  sie  menten  die  Muster,  die  dem  Design 
schließlich wieder zurückging. der Stempel auf hellenistischen Am-
Die Darstellungen waren meist ganz  phoren  innewohnten  bzw.  die  Asso-
einfach  und  figürlich:  Weintrauben,  ziationen  von  Ort,  Bild  und  Wert,  die 
Abb.    Eine vereinfachte und stilisierte Dar-
stellung des bekrönten (elios, die ebenfalls  Stierköpfe, Anker. Oft verwendeten sie  diese  Stempel  wecken  sollten,  selbst 
oft auf rhodischen Amphoren erschien, hier  ein  Detail  aus  der  Währung  der  Stadt  wenn  sie  daran  nicht  sofort  eine  be-
in der Umzeichnung eines Stempels des 3. Jhs.
v. Chr.
oder  griffen  ein  bekanntes  örtliches  stimmte Marke wiedererkannten oder 
Symbol auf  z. B. bei Rhodos den Kopf  der Marke einen bestimmten Wert zu-
des (elios, dessen gewaltige Statue als  erkannten.  Dies  legt  zumindest  die 
teten  (ändlern  nachzufragen,  woher  «Koloss  von  Rhodos»  bekannt  war .  Tatsache  nahe,  dass  die  Amphoren-
genau eine bestimmte Ware stammte. Mitunter waren die Darstellungen der  stempel als Mittel zur Erleichterung
Konnossemente hätten in Verbindung  Einfachheit halber abstrahiert. von  Transaktionen  nicht  nur  verfüg-
mit  den  physischen  Objekten  deren  Marketing-Zeitschriften geben ei- bar waren, sondern im Laufe der hel-
Authentizität bestätigen können, aber  nen guten Einblick, wie Marken solche  lenistischen  Zeit,  als  die  (andelsver-
man kann sich vorstellen, dass solche  «Logos»  auch  heute  noch  gestalten.  bindungen  vielfältiger  wurden,  sogar 
Dokumente  in  einer  Welt,  in  der  we- Die  Forschung  zeigt,  dass  figürliche  signifikant zunahmen.
sentlich weniger Menschen lesen und Logos  und  Namenszüge  einprägsa-
schreiben  konnten  als  heute,  leicht  mer sind als andere und dass die bes-
hätten gefälscht werden können – ab- ten  Logos  mit  besonderen  Formen  Adresse der Autorin
gesehen davon, dass nicht viele Leute  der  Verpackung  (and  in  (and  gehen  Kathleen Garland
Cornell University, Ithaca
sie lesen konnten. )nsofern ist es denk- man denke an die charakteristischen  USA-Ne Yo k
bar, dass ein leicht erkennbarer Stem- Formen regionaler Amphoren . Logos 
pel im Ton die Transaktionskosten für  «sollten Sprache und sogar Alphabete  Übersetzung
D . Co elius Ha tz, Ha u g.
Weinhändler senken und ihnen grö- transzendieren», wie Zaichkowsky dies 
ßeres  Vertrauen  einflößen  konnte,  beschreibt. Bildnachweis
was den Wert des Produkts betraf. A . : Jo A old I ages Ltd / Ala Sto k Foto;
: Met opolita Museu of A t, Ne Yo k,
A ike Wi ts hat: ge au ie a . o. . . ; : Met opolita Museu of A t,
Ne Yo k, a . o. . . ; : Museu of Fi e A ts
Iko is he Ma ke heute? Bosto a essio o. . ; : a h G. Jöh e s,
Manche  (istoriker  weigern  sich  an- Natürlich  darf  man  nicht  annehmen,  A pho e ste pel i Naio al useu o Athe
Kat. N .. Lolli g B i .
zuerkennen, dass die Stempel auf den  dass  diese  vielerorts  präsenten  Bild-
Amphoren  an  den  Endverbraucher  ge- chen im  . Jh. v. Chr. eine ähnliche Wir- Literatur
A. BEVAN, Maki g a d Ma ki g Relaio ships: B o ze
richtet  gewesen  sein  könnten.  Natür- kung auf die Verbraucher hatten wie Age B a di gs a d Medite a ea Co odiies, i :
lich  ist  es  eine  Binsenweisheit,  dass  heute  der  Schriftzug  von  Coca­Cola  A. Be a / D. We g o H sg. , Cultu es of Co odit
B a di g – .
man aus archäologischem Material nur  oder  Pepsi.  Der  Einfluss  von  Marken 
G. JÖHRENS, A pho e ste pel i Naio al useu
in den seltensten Fällen eine Motivation  ist in der modernen Welt immer auch  o Athe zu de o H. G. Lolli g aufge o e e
«u edie te He keli s h ite » .
herauslesen kann. Aber eine Untersu- von  Kultur,  Persönlichkeit,  Situation 
chung der qualitativen Entwicklung des  und Stimmung geprägt. Man sollte da- M. L. LAWALL, T a spo t A pho as, Ma kets, a d
Cha gi g P a i es i the E o o ies of G ee e,
Designs der Stempel weist durchaus in  her  nicht  behaupten,  dass  die  antike  Si th to Fi st Ce tu ies BCE, i : E. M. Ha is / D. M. Le-
is / M. Wool e H sg. , The A ie t G eek E o o :
eine bestimmte Richtung. Wirtschaft  «modern»  oder  «globali- Ma kets Households a d Cit -States . S. – .
Die  frühesten  Stempel  sind  ganz  siert»  war;  es  gab  lediglich  analoge  R. W. PREUCEL, A haeologi al Se ioi s .
einfach gehalten und lassen sich als Strategien für den Umgang mit ähnli-
B. SCHMALT), Die helle isis he A pho e ste pel
Mittel  zum  Zwecke  der  Buchhaltung  chen Problemen, die damals durch die  o Kau os .

lesen, z. B. wenn sie lediglich ein Mo- expandierenden und zunehmend ent- C. T)OCHEV, A pho a Sta ps f o Thasos. The Athe ia
Ago a. Results of E a aio s Co du ted the A e i a
nogramm  enthalten.  Bei  Städten  wie  personalisierten Märkte entstanden.  S hool of Classi al Studies i Athe s, XXXVII .
Rhodos boten die Stempel mit der Zeit  Vermarkter,  Kunsthistoriker  und 
J. L. )AICHKOWSKY, St ategies fo Disi i e B a ds, i :
weitere  )nformationen;  sie  wurden  Politiker haben längst erkannt, welche  Jou al of B a d Ma age e t / . – .

rechteckig und trugen mehrere Na- Macht  Bildern  innewohnt,  um  Auf-

26
ANTIKE WELT 1/19
NARRENHÄNDE BEKRITZELN NICHT NUR
T)SC( UND WÄNDE …
Die Restaurierung eines altassyrischen Pithos und eine überraschende Entdeckung

W ährend ab März 1914 die letz-


ten Arbeiten zur Beendigung
der langjährigen Ausgrabungen in As-
sur zu organisieren waren – Abschluss
der U tersu hu ge i Kar Tukuli-
Ninurta und am Ischtar-Tempel, Ver-
packen der Funde zum Transport nach
Bagdad zur Fundteilung – und nur
noch an der Großen Zikurrat gear-
beitet wurde, ist im Fundjournal für
den 8. April unter der Fund-Nummer
Ass 23130 kurz vermerkt: «Archaische
Tonfässer mit Asphalt gefüllt». Als Fund-
ort ist angegeben iB 4III, Vorplatz des
Assur-Tempels.
Die Bes hrei u g der Fu dsituaio
bietet zahlreiche interessante Details:
I itlere Rau ei er dreiteilige ,
et a ord-südli h ausgeri htete Rau -
folge wurden 35 (!) in den Boden ein-
gelasse e großfor aige Vorratsgefäße
(Pithoi) gefunden. Die Gefäße standen
dicht nebeneinander entlang der Wände
bzw. in den Ecken des etwa 4,85 m x Abb. 1
große Rau es A . . , des- Assur, Assur-
sen Wände mit Bitumen bedeckt wa- Tempel, Blick
in den mittleren
re . Diese drei Räu e gehöre zu de der drei Räume
älteste ar hitekto is he Reste aus aus der Zeit Kö-
nigs Irišum I. mit
dem Nordwestbereich des Vorho- einigen Vorratsge-
fes des Assur-Te pels, die ei e Re- fäßen «in situ».
ko strukio ei es Gesa tpla es je-
doch nicht zulassen. Sie sind älter als
der freigelegte großzügig dimensio-
Die Rubrik «Museumsinsel Berlin» wird in enger Kooperation mit dem Verein Freunde der
nierte Assur-Tempel des Šamši-Adad I. Antike auf der Museumsinsel Berlin e. V. veröffentlicht.
− . Chr. . Das Gefäße se -
le ka i das . Jh. . Chr. daiert Der Verein unterstützt die Berliner Die Mitglieder des Fördervereins er-
Antikensammlung sowie das Vor- halten neben kostenfreiem Eintritt
erde , ahrs hei li h i die Regie- derasiatische Museum Berlin u. a. in alle Häuser der Staatlichen Museen
ru gszeit des Kö igs Irišu I., da si h bei Neuerwerbungen, Veranstaltun- zu Berlin auch exklusive Einblicke
ein vergleichbares Gefäßfragment mit gen, Restaurierungen und Ausstel- in die Tätigkeiten der Museen – u. a.
lungen. Für Ihre Unterstützung hier- durch Vorträge, Werkstattgesprä-
seiner Sieglung im Alten Palast in As- bei wären wir sehr dankbar! che und Führungen sowie Tages-
sur fand. Irišum I. ist auch aus anderen fahrten.
I s hrite als Bauherr a Assur-Te - www.freunde-der-antike-berlin.de | info@freunde-der-antike-berlin.de
pel bekannt.

27
ANTIKE WELT 1/19
Neues aus de Vorderasiais he Museu

orges hlage e Deutu g als Werkstat


für die Vor ereitu g o Asphalt ör-
tel ers hei t e ig glau hat.
Von den insgesamt 35 aufgefunde-
nen Pithoi aus dem «Asphaltraum»
des Irišum I.-Tempels sind für fünf Ge-
fäße zusätzliche Indexangaben zur
Fundnummer nachgewiesen (Ia, Id,
IIIg, Vd, Vf). Bis auf vier nach Berlin ge-
la gte u d i Vorderasiais he Mu-
seum inventarisierte Pithoi (Inv.-Nrn.
VA Ass 2289 a–d) verblieben alle ande-
Abb. re Gefäße or Ort. )ur Restaurieru g
Assur, Assur-Tem-
pel, Architektur- ausgewählt wurde Pithos Ass 23130 Vd/
plan Ausschnitt iB Inv.-Nr. VA Ass 2289 a, welche ein über-
)))[rot umgrenzt]
und Fundsituation raschendes Ergebnis erbrachte.
der Pithoi [grün] .
Zustandsbeschreibung des Pithos
vor der Restaurierung
Der Pithos wurde bald nach seiner An-
In der Deutung des Befundes sol- gl. A . . Eher dürte die Gefäße ku t i Berli aus zahlrei he
len nach Sicht der Ausgräber die Ge- innen zur Abdichtung mit Bitumen Fragmenten zusammengesetzt, wo-
fäße it Asphalt örtel gefüllt ge e- ausgestrichen worden sein, was die bei fehlende Wandungsteile mit Gips
sen sein, was die Fundfotos der in situ Be orratu g o feste oder lüssi- ergänzt worden sind (Abb. 3 a). Das
stehe de Gefäße i ht estäige ge Stofe er ögli hte. Die zu ä hst Ziel war zunächst, das Gefäß zu stabili-

Abb.  a.b a Pithos VA Ass a, vor der Restaurierung; Kartierung der Schadensbilder unschöne, kolorierte Gipsergänzungen, plastische Zierleisten,
z. T. fehlend dunkelblau , Bitumenreste gelb , Altrestaurierungen , Angabe einiger Graffiti. b Pithos VA Ass a, nach der Restaurierung.

a b
28
ANTIKE WELT 1/19
MUSEUMSINSEL BERLIN

sieren, magazinfähig und handhabbar


zu machen. Hierzu wurde die Innen-
a du g lä hig it Jute-Stobah-
nen und lagenweise aufgebrachten
Gipsschichten überdeckt, wodurch die
Gesamtstabilität des Pithos erreicht
wurde. Detaillierte Untersuchungen
des ei sige I halts are dadur h
a er i ht ögli h. Die erste restau-
ratorischen Maßnahmen waren nicht
geeignet, das Gefäß, modernen ästhe-
is he A forderu ge ge äß, i sei- Abb. 4
Verteilung der
nem ursprünglichen Erscheinungsbild Graffiti auf dem
erlebbar und museal präsentabel zu Pithos.
machen.
Das Gefäß it ei er Höhe o
ca. 80 cm und einem maximalen
Durchmesser von 72 cm weist einen scheinlich um eine Fixierung z. B. ei- Restaurierung
Ru d ode auf. Wie ei großfor a- es Stofs, der ü er die Gefäßöf u g Mit der Restaurieru g des Vorratsgefäs-
ige Gefäße ü li h, ist es o Ha d gespannt war, um den Inhalt vor Aus- ses VA Ass 2289a sollten insbesondere
aufgebaut, indem einzelne Tonwülste trocknung zu schützen. Erfahru ge ei der Rü kführu g o
aufeinandergelegt und nachfolgend Das Gesamtbild des Pithos vor der Altrestaurierungen gesammelt wer-
it ei e la he «Paddel» z . der Restaurieru g ar u efriedige d. Als den, mit dem Ziel der Verbesserung
Ha d erstri he u d geglätet ur- störe d e pfu de urde or alle des Erscheinungsbildes einer Großke-
de . Deshal esitzt es i ht die Re- die Ergänzungen aus weißem und ra ik, die eispielhat für spätere Re-
gelmäßigkeit von scheibengedrehten du kel rau pig e ierte Gips, u - staurieru ge ge utzt erde kö e .
Gefäße . Charakterisis h si d die fü f s hö e Retus hieru ge , Altkle u ge Die restauratorischen Maßnahmen
u laufe de plasis he )ierleiste , it Ü ers hüsse o teil eise ergil - waren im Wesentlichen eine behut-
die in ihrer Ausformung den Eindruck te Kle e itel , Verluste o origi a- sa e O erlä he rei igu g, E fer-
o gelo hte e Seile i s-för i- ler Su sta z, i ht e fer te Erdaula- nung der Altrestaurierungen durch
ger Tordieru g er itel . Die s hräg gerungen und unsaubere Verfugungen, schonendes Einwirken auf die be-
verlaufenden Eindrücke in den Leis- die i sgesa t als ei e u s hlüssige Re- trefe de Stelle it Löse itel
ten sind mit einem Finger in den noch staurieru gsko zepio der Erstrestau- (Wasser, Aceton) und mechanischen
formbaren Ton eingedrückt worden. rieru g kurz a h e ertet er- Hilfs itel Holzstä he , Skalpell .
For , Größe u d s hräge A ord u g den musste (vgl. Abb. 3 a). Alte Gipsergä zu gslä he si d u
der Ei dellu ge auf de plasis he
Leiste lege ahe, dass dieses plasi-
sche Muster mit dem linken Daumen
des Töpfers orge o e urde.
Der Ton des Gefäßes ist mit orga-
nischen (Häcksel) und mineralischen
(Sand) Zuschlägen gemagert. Der
S her e eist ei e relai ei he
Konsistenz auf, er ist stellenweise brü-
hig u d e fesigt. Ü er de Bau h
getropt si d ei ige Bitu e a lage-
ru ge . U ter de Ra d ha e si h
auße Reste o Bitu e it A -
drücken von einem Seil erhalten, das
in drei Wicklungen um den Hals ge- Abb. 5
legt war. Dabei handelt es sich wahr- Graffito «Fries».

29
ANTIKE WELT 1/19
Neues aus de Vorderasiais he Museu

2–3 mm abgearbeitet worden, damit zu gefährden, blieb die vorhandene I Erge is der Restaurieru gs aß-
sie de Neuautrag o Ergä zu gs- Kaschierung der inneren Wandung nahmen ist der Pithos so hergerichtet,
z . Kitu gs aterial a eh e , el- weitestgehend unangetastet. Sie wurde dass er de heuige ästheis he A -
ches mit dem Spachtel aufgetragen ur a der I e ka te des Ra des a - forderungen an ein museales Objekt
wurde. getragen, wobei im Ansatz der As- entspricht. Die ergänzten und ertüch-
Die gelo kerte , spröde oder e t- phaltüberzug der inneren Wandung igte Stelle he e si h o Origi al
fesigte Berei he urde dur h ei freigelegt wurde. Indizien für eine Fül- ur deze t a , die O erlä he irkt
i A eto gelöstes Harz Paraloid B- lung des Pithos mit Asphalt fanden nun einheitlich geschlossen und ruhig
gesichert. Um die Gesamtstabilität nicht sich nicht. (vgl. Abb. 3 b).

Die Graffiti
Während der restauratorischen Ar-
beiten kamen auf der Gefäßwandung
ü erras he d ei ige Graii zu Vor-
schein, die bisher nicht beachtet wor-
den waren. Die Zeichnungen sind recht
lot i die Auße lä he des Pithos ge-
ritzt, wobei sich der noch ungebrannte,
weiche Ton etwas verformte und sich
a de Rä der der Li ie lei hte Auf-
werfungen bildeten. Da die Einritzun-
gen mitunter die umlaufenden Zier-
leisten überschneiden, müssen sie in
der Zeitspanne zwischen der Applika-
io der plasis he )ierleiste u d
dem Brand vorgenommen worden
sei . Die Begre zu g der Ritzu ge auf
die Hälte der Auße a d kö te da-
a durch begründet sein, dass der Pithos
dem «Künstler» nur teilweise zugäng-
lich war, etwa weil das Gefäß in der
Trocknungsphase dicht an einer Wand
oder dicht an benachbarten Gefäßen
stand (Abb. 4).
Im Einzelnen sind zu unterschei-
de : or a e tale Ritzu ge auf der
Schulterzone zwischen den beiden
o erste Ker leiste , ei e ehrigür-
li he Darstellu g u ter der drite Ker -
leiste u d ei e igürli he Darstellu g
unter der vierten Kerbleiste sowie un-
dei ier are Ei ritzu ge a ers hie-
denen Stellen.
Die Graii auf der S hulter A .
si d als krätige Li ie it ei er Stärke
is zu et a itels ei es eher
stumpfen Werkzeugs geritzt: Alter-
Abb 6 a.b nierende Muster bilden eine Art Fries
a Graffito mit der (aupt- (H. 11 cm), bestehend aus liegen-
gruppe «Zweikampf
und Löwe». b Detail: Krie-
den Dreiecken mit Mittelsenkrech-
ger nach links. te u d Re hte ke , dere I e lä-
b
30
ANTIKE WELT 1/19
MUSEUMSINSEL BERLIN

chen gefüllt sind mit parallelen halben ge e dürte es si h u ei e Lö e


Kreis öge , die o de ier Seite ha del gl. A . . We die Deu-
nach innen ausgerichtet sind. Isoliert tung der links erkennbaren Linie, die
o de Muster der «Frieszo e» i - ge au a Kopf e det, als Speer ri hig
de si h ei ige oge för ige Li ie , ist, so ist die Ka pfsze e u ei e Lö-
die an eine verunglückte Wiederho- wenjagd zu erweitern.
lu g des Fries oi s it de Drei- Die besonders schlecht erkennbare
ecken erinnern. Figur unterhalb der vierten Kerbleiste,
Die igürli he Ritzu ge auf der deren Kopf leider nicht nachweisbar
Bau hzo e zeige ei e akio srei he ar, läut eilig i Ri htu g der ) ei-
Szene. In der Ausführung handelt kä pfer. Dur h die Be af u g it
es sich um sehr feine dünne Linien Schild und Ersatzspeer ist er ebenfalls Abb. 7
(<1 mm), die mit einem anderen Werk- als Krieger ausge iese , der ögli her- Graffito
«Heran-
zeug als das für den «Fries» benutzte weise seinem Mitkämpfer, dem Krieger eilender
ausgeführt worden waren. In der Art it Kalote hel , zu Hilfe ko t. Er Krieger».
schnell dahin geritzter Strichmännchen hält den gleichen Typ von Schild und Er-
s hei t ei dra ais hes Ges hehe satzspeer in der Hand (Abb. 7); folgen
skizziert orde zu sei A . a. : ir dieser I terpretaio , so üsste jedoch keinen Bezug zu dem altassy-
) ei auf die glei he Art e af ete au h er ei e Kalote hel trage . rischen Kultzentrum. Mindestens ein
Männer stehen sich in Kampfpose ge- Weitere hier und da beobachtete, weiteres Gefäß aus demselben Fund-
ge ü er u d edrohe si h gege seiig ei deuig i de Pithos or de Bra d kontext weist noch eine geometrische
mit kurzen Wurfspeeren, die sie jeweils eingeritzte Linien sind nicht über- Ritzzei h u g auf. O auf de ü rige
in der rechten Hand halten. Sie sind zeugend zu deuten: Eine große und Gefäße eitere Graii a ge ra ht
i Begrif diesel e zu erfe . Beide zwei kleine, runde Flächen markie- urde , uss ofe lei e . Die Ber-
Kä pfer si d ei for aler Glei harig- re de Li ie di ht u terhal des Lö- liner Exemplare VA Ass 2289b-d sind
keit durch einige Details unterschieden. e kö te it de Jagd-The a i isher o h i ht syste ais h restau-
Der li ke Speer erfer der U terkörper )usa e ha g stehe . Hier kö te riert worden, so dass die hier an Pithos
ist ege es hädigter Wa du gslä- die La ds hat, ei Gehege oder ei e VA Ass 2289a gemachten Beobachtun-
che nicht erhalten) trägt einen hohen Höhle a gedeutet sei . Die ü er z ei gen zunächst ohne Parallele sind.
steilen Kopfputz vom Typ der «Feder- Register laufe de u d die ierte )ier-
kronen-Helme» und hält in der Lin- leiste schneidenden langen Linien er-
ke ei e harakterisis he S hild innern an eine Standarte mit dickem
Adresse der Autoren
i Uhrglasfor it iig se kre hte Fuß, krätige S hat Doppelli ie , Dr. Ralf-B. Wartke
«Stab», bei dem es sich in Analogie zum dünner Spitze (einfache Linie) mit ei- /o Vorderasiais hes Museu
Situ g Preussis her Kultur esitz
zweiten Kämpfer um einen Ersatzspeer ner Art Puschel. Die sich überschnei- Ges h ister-S holl-Str.
D-10117 Berlin
ha del dürte. Der re hts dargestellte denden Linien in der «Frieszone» bil-
Simone Korolnik
Kä pfer it glate kalote för ige de ei Kreuzgiter. Hechingerstr. 3
D-72072 Tübingen
Helm (H. 9,2 cm) hält in der Linken Wenn auch nicht klar ist, aus wel-
ebenfalls einen kleinen Schild eines et- chem Anlass der Pithos «verziert» Bildnachweis
was anderen Typs sowie einen Stab, bei wurde – was auch heute bei den ge- A . : © Staatli he Musee zu Berli – Vorderasiais hes
dem es sich wegen der gut erkennba- sprühte Graii i ht i er der Museum, Fotoarchiv; 2: nach A. Haller, W. Andrae, Die
Heiligtü er des Gotes Assur u d der Si -Ša aš-Te pel
ren Spitze um einen zweiten Wurfspeer Fall ist –, so scheint doch interessant, i Assur. . WVDOG Taf. Auss h it ; a. :
Staatli he Musee zu Berli – Vorderasiais hes Museu ,
handelt. Bei beiden Männern ist der dass an einem heiligen Ort, nämlich Foto: Simone Korolnik, Tübingen; 3 b. 5: © Staatliche
Musee zu Berli – Vorderasiais hes Museu , Foto: Olaf
O erkörper it gekreuzte Li ie ge- de Te pel des Gotes Assur, elt- M. Teß er; . a. : Staatli he Musee zu Berli –
Vorderasiais hes Museu , )ei h u g: Da iela Grei ert.
füllt, die ie Rie e zeug irke . li her S ha er a k ögli h ar, o
Etwas weiter rechts steht ein Vier- dem wir durch glückliche Umstände in
Literatur
füßler, der de dra ais he ) ei- Kenntnis gesetzt wurden. A. HALLER / W. ANDRAE, Die Heiligtü er des Gotes
kampf zuzuschauen scheint. Wegen Fu kio al dürte die ei ga gs ge- Assur u d der Si -Ša aš-Te pel i Assur. . WVDOG
(1955) 18, Taf. 4 f.
der Proporio e des Körpers, der nannten 35 Vorratsgefäße Teil der Tem-
H. GRIES, Der Assur-Tempel in Assur. 149. WVDOG
Schweifquaste und der markanten pel irts hat ge ese sei , the ais h , Taf. − .

Mähne (wie hochgeklappt wiederge- ha e die igürli he Darstellu ge

31
ANTIKE WELT 1/19
PREISRÄTSEL

WIRTSCHAFT IN DER ANTIKE


Wie gut ke e Sie die Welt der A ike? Hier kö e Sie es u ter
Be eis stelle … u d ge i e !

Bri ge Sie die folge de Ereig isse aus der a ike Wirts hatsges hi hte
i die ri hige hro ologis he A folge.

ER Bau der Via Appia u d der erste rö is he Wasserleitu g


EI Prägu g erster Gold- u d Sil er ü ze i Lydie
FE Ei führu g der Gold ü ze Dareikos i A hä e ide rei h
HA Währu gsrefor u ter Kaiser Dio leia i Ver i du g it ei er
Fests hrei u g der Hö hstpreise
BEI RICHTIGER LD Begi der syste ais he Aus eutu g der Sil ergru e o Laurio
EINSENDUNG WINKEN dur h das a ike Athe
WERTVOLLE PREISE: FT Ei führu g des Solidus als eue Gold ü ze i Rö is he Rei h
1. Preis:
SC Völliger Verfall des rö is he Geldsyste s i der Periode der
Replik ei er ägi eis he Dra h e aus sog. Soldate kaiser
der Zeit um 340 v. Chr., die auf der
Vorderseite ei e La ds hildkröte zeigt. WI S hafu g des De arius als Hauptsil er ü ze i a ike Ro
Der Dur h esser der Mü ze eträgt
6,7 cm.
DR Erster Ei satz o eiser e Si hel u d Plugs hare i der a ike
2.–5. Preis: La d irts hat
Vier Bü herpakete aus de Verlags- RT Prägu g des Aureus i große Me ge u ter Julius Caesar.
progra Philipp o )a er s i Wert
von je € 50,– (D).
Bei korrekter Lösung ergeben die Buchstaben vor den Ereignissen einen
6.–10. Preis: Öko o ie-Begrif aus der rö is he Kaiserzeit:
Fü f Bü herpakete aus de Verlags-
progra Philipp o )a er s i Wert
von je € 25,– (D).

In unserem Jubiläumsjahr gibt es darüber hinaus eine zusätzliche Gewinn­


möglichkeit:
Aus jede Preisrätsel der Ausga e / is / ist je eils ein Buch­
stabe der Lösu g zu e t eh e . Ri hig geord et, e e e diese se hs
e t o e e Bu hsta e a E de des Jahres ei Ele e t a iker Bauku st
u d a iker Kera ik.

Für das Het / 9 oiere Sie ite de


letzten Buchstaben des Lösungswortes!
Einsendeschluss ist der 1. 2. 2019
Postste pel . )ur Ei se du g Ihrer
A t ort se de Sie ite ei e Karte a
WBG Wisse s hatli he Bu h-
gesells hat , Redakio ANTIKE WELT, AUFLÖSUNG UND GEWINNER DES PREIS­ ES HABEN GEWONNEN:
RÄTSELS IN ANTIKE WELT HEFT 6/2018
Hi de urgstr. , D- Dar stadt, 1. Preis: Erich Böhm (D-93491 Stamsried).
oder ei e E-Mail a a -redakio @ Die Einzellösungen lauten: Kapitell; Obsidian; 2.–5. Preis: René Ployer (A-1020 Wien); Gerd Appel-
Oinochoe; Zisterne; Thyestes; Löwentor; Propylon; a D- Gütersloh ; Ilo a Wolf D-
g- isse er i det.de. Das Lösu gs- Lekythos Mü he ; Fra k Gold a D- Göi ge .
ort ird i ä hste Het eka t-
6.–10. Preis: Ma fred Grei D- Stutgart ;
gege e . Mitar eiter des Verlages
Dr. Regi a Kaläh e D- He i ke dorf ;
u d dere A gehörige kö e i ht Dietli d We er D- Berli ; Dr. Wolfga g He kel
teil eh e , e e so ist der Re hts eg Gesamtlösung: D- Fra kfurt a. M. ; Edgar Bugdoll D-
ausges hlosse . THRONSAAL Oer-Erkenschwick).

32
ANTIKE WELT 1/19
PHILOSOPHIANA
Die Villa Romana del Casale auf Sizilien

Wer kennt sie nicht, die Mosaiken mit den Mädchen in Bikinis oder der Großen Jagd?
Heute gehört die Villa del Casale in Piazza Armerina – die vielleicht reichste und best­
erhaltene Anlage der römischen Mosaikkunst – zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist
ein Höhepunkt jeder Sizilienreise. Bei den jüngsten Restaurierungsarbeiten innerhalb
der Villa del Casale, die bis zum Jahr 2016 durchgeführt wurden, haben sich neue Erkennt­
nisse ergeben.

von Umberto Pappalardo und den größten und bedeutendsten kai- rina auch genannt wurde, offenbart
Rosaria Ciardiello serlichen Residenzen, vergleichbar mit die Bedeutung der Latifundien der
der Villa Hadriana in Tivoli oder dem Spätantike: Hierhin zogen sich die rö-

A ufgrund ihrer Grundrissgliede-


rung und den prunkvollen Deko-
rationen zählt die Villa del Casale zu
Diokletianspalast in Split (Abb. 1. 2).
Philosophiana, wie die prunkvolle Re-
sidenz in der Nähe von Piazza Arme-
mischen Senatoren zurück, um, umge-
ben von Luxus, dem otium und ihren
Studien nachzugehen. Die prächtigen

Abb. 1 Das Mosaik der Großen Jagd (31) während der Restaurierung.

33
ANTIKE WELT 1/19
PHILOSOPHIANA – Die Villa Romana del Casale auf Sizilien

W O Plan der Villa Romana del Casale


1 Monumentaler Eingang 33 Vorraum mit Odysseus und
60 S Polyphem
22 2 Polygonaler Hof mit Porticus
30 34
2a Fünfeckiger Hof 34 Raum mit rechteckigem
27 Nebenraum
3 Magazin oder Pferdestall
25 29
28 3a Magazin 35 Apsidenraum
21 36 Halbkreisförmiges Atrium mit
g 26 4 Latrine
11
24 ischenden Eroten
5 Vorraum
f 23 37 Raum des Arion mit Apsis
12 20 6 Vorraum der Palaestra
10 h 31 38 Vorraum mit Eros und Pan
9 e 19 7 Palaestra
8 39 Raum mit jagenden Knaben
13 8 Frigidarium
a 40 Vorraum mit dem „Kleinen
d 7 15 9 Aleipterion
Circus“ (piccolo circo)
b 10 Tepidarium
c
41 Raum der Musiker und
17
11 Caldarium 1 Schauspieler
12 Laconicum 42 Achteckige Latrine
15a
18 13 Caldarium 2 43 Vorraum
5 14 Tablinum
6 44 Raum der „Bikinimädchen“
2a 15 Großes Peristyl 45 Kleiner Korridor
16
4 15a Wasserbecken 46 Raum des Orpheus
14 43 16 Sacellum 47 Korridor
17 Hof 48 Raum oder Hof
45
18 Latrine 49 Xystos (elliptisches Peristyl)
44
2 46 19 Nordöstlicher Vorraum
59 48 50 Trichora
20 Vorraum 51 Hof
21 Raum 52 Vorraum mit Eroten bei der
52 53 51 22 Raum
54 Weinlese
47 23 Raum mit Sternmosaik
b 53 Raum mit weinlesenden
1 24 Vorraum Eroten und Satyr
58a
25 Raum 54 Raum
3 26 Vorraum 55 Vorraum
50 27 Raum mit ischenden Eroten 56 Erster Raum mit ischenden
49 Eroten
28 Raum der „Kleinen Jagd“
(piccola caccia) 57 Zweiter Raum mit ischenden
29 Raum Eroten
d 0 5 10 15 20 m
30 Raum 58 Hof
31 Korridor der „Großen Jagd“ 59 Raum oder Hof
58b (grande caccia) 60 Aquädukt
55 56 Mauern
3a 57 32 Aula Basilicale 61 Castellum aquae
erhaltene Mosaiken
Mosaiken verloren oder nur
fragmentarisch erhalten

Abb. 2 Plan der Villa del Casale.

Abb.    Vestibül mit Odysseus und Polyphem  . )n der Vorhalle   einer der Privatwohnungen befindet sich ein Mosaik homerischer )nspiration: 


In seiner Höhle ist Polyphem dargestellt, der mit einem totem Widder auf seinen Knien sitzt. Ihm bietet Ulysses einen Krug voll Wein an, während
seine Gefährten einen anderen füllen, um den Riese betrunken zu machen.

34
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Mosaikböden der Villa del Casale mit Handlungen, etwa der Veranstaltung ellen über die rohe, körperliche Kraft
ihren außergewöhnlichen Darstellun- prächtiger Spiele und spektakulärer interpretiert werden (Abb. 3). Er kann
gen sollten das öffentliche sowie pri- Jagdausflüge,  bei  denen  auch  mytho- jedoch auch auf die Macht des Wei-
vate Leben des Hausherren (dominus) logische Tiere wie der Phönix und der nes und folglich auf Dionysos bezogen
repräsentieren. Die Anlage ist das Er- Greif gefangen werden. Darüber hin- werden. Die Szenen scheinen die Vor-
gebnis einer einheitlichen architek- aus spielen die Alltagsszenen auf das stellung der felicitas dionisiaca zu rüh-
tonischen Planung und präsentiert «Leben in der Villa» und auf aristo- men bzw. den Sieg des Menschen über
eine der umfassendsten und außer- kratische Erziehungsmodelle an. Die die Naturgewalten unter Anleitung
gewöhnlichsten Mosaikdekorationen, mythologischen Themen sind impli- des Dionysos, der, gemeinsam mit
die uns aus der römischen Welt erhal- zite Anspielungen auf die virtutes des (ercules, die (auptfigur des mytholo-
ten sind. Eigentümers, den Sieg der Intelligenz gischen Zyklus bildet. Dieser Sieg kann
über die Rohheit und über die zügel- mit verschiedenen Mitteln errungen
Hinweise auf die Bedeutung losen Leidenschaften. Die Vielseitig- werden: Odysseus besiegt Polyphem
des Eigentümers keit der dokumentierten Themen hat und Eros überwindet Pan durch List;
Betritt man die antike Stätte, so beein- Anlass zu zahlreichen Interpretati- mittels ihrer Kunstfertigkeit bändigt
druckt dreierlei: die Imposanz der ar- onen gegeben, die nahezu alle über- Arion die Tiere des Meeres, Orpheus
chitektonischen Strukturen, die um- zeugend sind, da diese Darstellun- die Tiere der Erde; die Menschen
gebende Landschaft, deren Ebene gen auch in der Antike vom Besucher, fangen die wilden Tiere (Kleine und
sich ins Unermessliche zu erstrecken entsprechend seiner Empfindsamkeit  Große  Jagd / piccola caccia, grande
scheint, aber vor allem der hervorra- und seiner Bildung, auf verschiedene caccia) durch Kraft und List ein (Ti-
gende Erhaltungszustand der Mosai- Weise gelesen wurden. gerjagd mit Glaskugel; vgl. Abb. 1). Die
ken. Das ikonographische Repertoire So kann der Mythos von Odysseus, mit dem aristokratischen Leben in der
ist sehr breit gefächert und erlaubt der dank seiner List dem monströsen Villa  verbundenen  Themen  befinden 
mehrere Leseebenen. Es preist die und mit übermenschlichen Kräften sich größtenteils in den Räumen rund
Verdienste des dominus mittels der ausgestatteten Polyphem entkam, als um das Peristyl (vgl. Abb. 2 Nr. 15),
Darstellung von ihm durchgeführter Exempel für den Sieg der intellektu- während diejenigen mit kindlichen Su-

Abb. 4
Halbkreisförmi-
ges Atrium (36).
Detail des Mosaiks
mit Eroten als Fi-
scher. Die Eroten
haben pummelige,
runde Gesichter
und große, breite
Augen. Sie tragen
goldene Halsketten
und Armbänder,
und zeigen an der
Stirn ein geheim-
nisvolles V-formi-
ges schwarzes Zei-
chen.

35
ANTIKE WELT 1/19
PHILOSOPHIANA – Die Villa Romana del Casale auf Sizilien

jets in den privaten Räumen vorkom- erste Phase fällt in konstantinische Aus demselben Gebiet müssen auch
men und auf eine intimere und famili- Zeit  .– . Jh. n. Chr. , die zweite in theo- die Handwerker der zweiten Phase
äre Bedeutung hinweisen. Der dominus dosianische Zeit (zweite Hälfte 4. Jh. stammen, die jedoch komplexere Vor-
war also Politiker, Philosoph, vorbildli- n. Chr. . Man darf zu Recht annehmen, bilder hellenistischer Herkunft be-
cher Ehegatte und Vater sowie ein sehr dass in der ersten Phase Mosaizisten nutzten. Auch der Grundriss der Villa
gebildeter Mann, wie die Mosaiken mit aus verschiedenen Werkstätten ange- weist große Ähnlichkeit mit nordafri-
Orpheus, Arion und weiteren Musikern stellt wurden, wie die unterschied- kanischen Wohnbauten auf.
vermuten lassen, der seine Kinder nach liche Ausführung der grande caccia In jedem Fall bleibt uns das Stau-
den aristokratischen Regeln erzog, wie (vgl. Abb. 2 Nr. 31) und der piccola nen, die Bewunderung für dieses au-
im Mosaik des piccolo circo (vgl. Abb. 2 caccia (vgl. Abb. 2 Nr. 28) nahelegen. ßergewöhnliche Gebäude, das über
Nr. 40) oder in dem mit den Bikinimäd- Die großen Ähnlichkeiten, die fast alle die Jahrhunderte Zeugnis von der Ge-
chen (vgl. Abb. 2 Nr. 44. Abb. 5) zu se- Mosaiken mit nordafrikanischen Ex- schicklichkeit,  der  Raffiniertheit  und 
hen ist. emplaren aufweisen, wie etwa das «V» der Bildung ablegt.
auf den Stirnen der Eroten (ein auf
Mosaikexperten nordafrikanischer sehr vielen Darstellungen zwischen Fang von Tieren für die Spiele
Herku t Ende des 3. und Anfang des 4. Jhs. Zu den beliebtesten Sujets des Kaiser-
Die Chronologie der Mosaikdekoration n. Chr. verbreitetes Motiv , lassen eine reichs zählte auch der Fang von Tieren,
in der Villa Romana del Casale kann in Herkunft der ausführenden Mosaizis- die für die Spiele in den Amphithea-
zwei Phasen unterteilt werden. Die ten aus Nordafrika vermuten (Abb. 4). tern vorgesehen waren. Im Mosaik der

Abb. 5 Saal mit den Mädchen in Bikini (44). Das Fußbodenmosaik eines Zimmers südlich des großen Peristyl (15) zeigt zehn Athletinnen in einem
Badeanzug, der dem modernen Bikini sehr ähnelt. Links ist die Preisrichterin dargestellt, welche die Preise verteilt.

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ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

grande caccia ist der Fang von Tieren hält die halteres – beim Weitsprung Angesichts der Tatsache, dass die
in Regionen von Afrika bis Indien zu verwendete Gewichte – in den Hän- beiden Personen, die, zwischen Stan-
erkennen: die Pantherjagd mithilfe ei- den, eine andere schickt sich an, den darten und in militärischer Tracht ge-
nes gehäuteten, in einem Käfig als Kö- Diskus zu werfen, zwei weitere sind kleidet, auf dem Fresko am rechten
der aufgehängten Geißleins, wie es in beim Rennen zu sehen, zwei spielen Bogen des monumentalen Eingangs
Mauretanien üblich war; die Jagd auf mit einem bunten Ball, während je stehen – soweit erhalten – den bei-
einen Wildesel mit dem Seil durch nu- zwei Mädchen zu Seiten einer mittle- den Figuren sehr ähnlich sind, die sich
midische Reiter; oder die Jagd auf ein ren Figur zu erkennen sind, die durch in der Mitte des Mosaiks der Großen
Wildschwein in einem Sumpfgebiet, Kranz und Palmzweig als Siegerin dar- Jagd und direkt vor dem Eingang zur
das vielleicht als Libya palus der an- gestellt ist. Dieses Mosaik, auf dem ein Aula  Basilicale  befinden,  könnte  man 
tiken Quellen oder als Byzacena (die weiblicher Sportwettkampf in einem die Hypothese vertreten, dass es sich
heutige tunesische Küste in der Nähe Stadion zu erkennen ist, ist gewiss ein hierbei um die vereinfachte Darstel-
von Hammamet) zu erkennen ist. Ei- unicum. lung der beiden Eigentümer handelt,
nige Fangszenen zeigen sogar die Ge- vielleicht Vater und Sohn, die neben
fangennahme von mythischen Tieren, Wer war der Eigentümer der Villa? ihrem Amt als praefectus urbi auch
wie etwa des Greifen, mithilfe eines in Der dominus der Villa del Casale könnte militärische Ämter innehatten. Eine
einer Kiste eingeschlossenen mensch- Mitglied des römischen Senatoren- Anspielung auf ein solches Amt der
lichen Köders, wie Timotheus von Gaza standes gewesen sein, eine dem Kai- domini der Villa ist vielleicht in der
aus dem 5. Jh. in Über die indischen serhaus nahestehende Persönlichkeit. Darstellung der Wagenrennen in der
Tiere schreibt. Im gleichen Text wird Einige gute Argumente unterstützen Palästra der Thermen (wie im Circus
neben der Greifenjagd auch die Tiger- diese Hypothese: seine militärische Maximus in Rom) oder auch im Mo-
jagd mithilfe einer Kugel aus Glas be- Verantwortung (das triumphale Bo- saik der Großen Jagd zu finden. Denn 
schrieben, und zwar genau so, wie sie gentor am Eingang, die Darstellung für die Beschaffung der Tiere für die
in diesem Mosaik dargestellt wird. Die von Soldaten und Insignien); das vor- ludi venatores in Rom und für deren
gleiche Methode vergleichen auch Am- herrschende Interesse für die literari- Organisation waren die praefecti urbi
brosius von Mailand  7− 97 n. Chr.   schen, musischen und darstellenden verantwortlich (Abb. 6). Man kann
und  Claudianus  ca.  70− 0   n. Chr. :  Künste; der Name der Villa selbst, Phi- hierin  folglich  Personen  identifizie-
Dem Tier wurde eine Kugel aus Glas losophiana, der der virtus des Eigen- ren, die bedeutende politisch-militä-
hingeworfen, damit es im Spiegelbild tümers entsprechen muss. Tatsächlich rische Ämter bekleideten, vielleicht
meinte, seine Jungen zu sehen, die es werden alle sizilianischen Landgü- im Heer oder in der kaiserlichen Ad-
beschützen möchte; währenddessen ter in dieser Zeit – wie im Itinerarium ministration. Die wahre Identität des
werden die geraubten Jungen von ei- Antonini  aus  dem  .  Jh.  n. Chr.  darge- Eigentümers ist jedoch bis heute un-
nem Reiter, der sie in den Armen hält, stellt (das Original wird in der Biblio- gewiss.
auf ein Schiff gebracht. thek im Palazzo Venezia in Rom auf-
bewahrt) – nach dem Familiennamen Ko pletsa ieru g u d eue
Ei ei li her Sport et e er des Eigentümers benannt. Die ein- Abdeckung
Das berühmteste Mosaik der Villa del zige Ausnahme hiervon ist eben Phi- Die Villa del Casale ist seit 1997 von
Casale ist die Darstellung der sog. losophiana. Der Eigentümer war ge- der UNESCO geschützt. Nach der Re-
Mädchen in Bikini (Abb. 5). In dem als wiss ein reicher und mächtiger Mann, staurierung und der Neugestaltung ist
cubiculum  Schlafzimmer   identifizier- für den der Luxus und der Prunk der Parco Archeologico della Villa Ro-
ten Raum sind zehn junge Mädchen des Anwesens auch als Statussym- mana del Casale di Piazza Armerina
dargestellt, die Kleidungsstücke in Rot bol dienten. Die neue Wirtschafts- am 4. Juli 2012 eingeweiht worden.
und Grün tragen, die als subligaria form unterstützte die Bildung großer Die Restaurierung dauerte fünf Jahre
oder cingula (eine Art Slip) und stro- Besitztümer, regelrechter landwirt- und kostete 8 Mio. €; sie erforderte die
phia oder fasciae (die Brust bede- schaftlicher Unternehmen, die mit Arbeit von fünfzig Experten. Die ehe-
ckende Bänder) interpretiert wurden. großen und prächtigen Gebäuden malige, in den 1960er Jahren errich-
Die Frisuren variieren, die Haare fal- verbunden waren, die als Wohnbau- tete Bedachung aus Glas, Plastik und
len lose auf die Schultern oder sind ten dienten, aber auch repräsentative direkt auf den Mosaikböden befestig-
nach oben zusammengebunden. Die Zwecke erfüllten. Der spätkaiserzeit- ten Eisenstangen wurde entfernt, da
zehn Mädchen sind bei fünf athle- liche Gebäudekomplex dieser Villa ist sie ein richtiges Treibhaus gebildet
tischen Disziplinen zu sehen: Eines hierfür ein prachtvolles Beispiel. hatte, das im Winter sehr kalt und im

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ANTIKE WELT 1/19
PHILOSOPHIANA – Die Villa Romana del Casale auf Sizilien

Abb. 6 Korridor mit der großen Jagd (31). Die Szene zeigt das Beladen eines Schiffes mit Tieren in einem Hafen im Osten, vielleicht Alexandria in
Ägypten, wie man durch die Hosen der Jäger vermuten könnte.

Sommer drückend heiß war und zu Farben und die ungewöhnliche Schön-
Anschrift der Autoren
Schimmelbildung und dem Verfall der heit der Darstellungen.
Prof. Dr. Umberto Pappalardo und
Villa führte. Die Anlage ist mit recycel- Prof. Dr. Rosaria Ciardiello
Università degli Studi Suor Orsola Benincasa
tem Glas- und Mineralschaumplatten Neue Funde Via Santa Caterina da Siena, 37
verkleidet worden, die auf umwelt- Im Jahr 2012 wurden nur 400 m süd- I­80132 Napoli

schonende Weise vor Sonne und Re- lich der Villa zwei neue archäologische
Übersetzung
gen schützen. Staub, Geröll, alte Be- Areale untersucht. Im ersten wurden A drea di Be edeto, Wies ade .
tonergänzungen und jahrzehntealte in etwa 2 m Tiefe einige Säulen und
Schichten wurden ebenso entfernt. Teile eines Fundamentes gefunden, Bildnachweis
Deformationen wurden nivelliert und während man im zweiten Areal ein A . : akg-i ages / Fotote a Gilardi/Rafaella Mila dri;
: ar hi io dell’arte / pedi i i fotograi; : akg-i ages /
Schimmel, Algen, Bakterien, Pilze und mit Mosaiken ausgestattetes Becken De Agosi i / Ar hi io J. La ge; : akg-i ages / Bildar hi
Stefe s; : akg-i ages / Alio Garozzo; : akg-i ages /
Salze beseitigt. Der Eingang ist frei- mit Apsis gefunden hat, das zu einer Erich Lessing.
geräumt worden und der Rundgang größeren Thermenanlage gehört, die
durch die Villa verläuft jetzt über ein noch nicht völlig erschlossen ist. Diese Literatur
U. PAPPALARDO / R. CIARDIELLO, Die Pracht römischer
System aus erhöhten Laufstegen. So jüngsten Entdeckungen durch Patrizio Mosaiken. Die Villa Casale in Sizilien (2018).
zeigen die auf über 3500 m² Fußbo- Pensabene und Paolo Barresi lassen S. a. die Infos zum Buch im AW­Shop auf S. 84.
den verteilten, über 120 Mio. Mosaik- vermuten, dass das Grundstück der
steine heute nach einer modernen Be- Villa weit ausgedehnter war als bisher
handlung wieder ihre ursprünglichen angenommen.

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DIE HELLENISTISCHEN BRONZESTATUEN VOM
QUIRINAL IN KOLORIERTEN NACHGÜSSEN
Rekonstruktion – Benennung – Farbexperiment

Mit den beiden hier betrachteten polychromen Nachgüssen von dem sog. Thermenherrscher
und dem sitzenden Faustkämpfer, die auf Grundlage der Forschungen von Ulrike und
Vi ze z B i k a zusa e it ei e Reihe o Spezialiste ges hafe u de , i d
aktuell ei e eite e Ru de de ku sthisto is h-a häologis he Diskussio u die
eide helle isis he Meiste e ke ei geläutet. Sie si d zu )eit i Lie ieghaus i F a k-
furt/Main zu sehen.

von Stephan Lehmann erstaunliche Neuentdeckung einer po- handeln und bei dem Faustkämpfer
lychromen Statue und die Präsenta- um eine Siegerstatue eines, entwe-

I n der zweiten Hälfte der 1980er Jahre


wurden die beiden Bronzestatuen
technisch und naturwissenschaftlich
tion in der Bonner Ausstellung wurde
der darauf folgende wissenschaftliche
Diskurs geradezu beflügelt.
der einst hochberühmten, heute al-
lerdings anonymen Athleten, der in
einer näheren oder ferneren Vergan-
eingehend untersucht und restauriert. genheit gesiegt hat, oder die eines ak-
In der Bonner Ausstellung «Herrscher )u isse s hatli he Disku s tuellen hellenistischen Siegers. Hier-
und Athlet – Die Bronzen vom Quiri- Die archäologischen Forschungsdis- bei wurden und werden eine Reihe
nal» von 1988 wurden die Ergebnisse kussionen um die beiden Bronzen von Namen genannt, die bisher aber
der Restaurationen und die Ergebnisse vom Quirinal sind seit ihrer Auffin- nicht überzeugend begründet werden
der Restaurationen dann zusammen dung vor 134 Jahren von mehreren konnten.
mit der breitangelegten archäologi- grundlegenden Widersprüchen ge- In Frankfurt wird der stehende
schen Analysen von Nikolaus Himmel- prägt. Zunächst herrscht ein Dissens nackte Lanzenhalter als Polydeukes,
mann einer breiten Öffentlichkeit be- darüber, ob wir es hier mit einer Sta- eines der beiden Dioskuren, gedeu-
kanntgemacht. tuengruppe von zwei thematisch auf- tet, während es sich beim sitzenden
Beide Bronzestatuen sind im Jahre einander bezogenen Statuen oder Faustkämpfer um Amykos, den ge-
1885 in Rom an einem Abhang des aber mit zwei Einzelwerken zu tun fürchteten Kämpfer des griechischen
Quirinal gefunden worden und berei- haben. Da die Statuen in sorgsam ge- Mythos handeln soll (Abb. 1). Aller-
cherten den bis heute sehr geringen siebter Erde verborgen wurde, ist so- dings gibt es auch die weitere mytho-
Bestand griechischer Bronzestatuen. mit auch klar, dass hier nicht der ur- logische Deutung als alter, ehemaliger
Doch erst in der Bonner Ausstel- sprüngliche Aufstellungsort war und Faustkämpfer Entellus, der den jünge-
lung wurde ihre besondere Stellung der ursprüngliche Kontext nicht re- ren Dares besiegte.
für die künstlerische Entwicklung konstruierbar ist. Auch bei den Datierungsvorschlä-
der Bronzeplastik in der Zeit vom 3. Zum anderen ist ebenso wenig ab- gen für die beiden Statuen herrscht
bis . Jh. v. Chr. offensichtlich. (ier schließend geklärt, ob wir es mit Fi- eine große Unsicherheit. Exempla-
konnte die polychrome Faustkämp- guren des griechischen Mythos zu tun risch hierfür sei das von Peter C. Bol
ferstatue mit ihren blutfarbig gestal- haben oder es sich um Darstellungen herausgegebene Standardwerk Die
teten klaffenden Wunden und einem historischer Personen handelt. Geschichte der antiken Bildhauerkunst
beeindruckend geschwollenen sowie Nach der historischen Lesart soll es genannt, in das die Statue erst gar
blaurotfarbigen Veilchen unter dem sich bei dem Thermenherrscher um nicht aufgenommen wurde. Ein zu den
rechten Auge in ihrer schonungslos eine nackte Porträtstatue eines grie- grandi capolavori der antiken Kunst
realistisch-naturalistischen Schilde- chischen Herrschers oder eines re- gehörendes Bronzewerk nicht zu be-
rung bewundert werden. Durch diese publikanisch-römischen Machthabers handeln, dürfte auf unüberbrückbare

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ANTIKE WELT 1/19
DIE HELLENISTISCHEN BRONZESTATUEN VOM QUIRINAL IN KOLORIERTEN NACHGÜSSEN. Reko st ukio – Be e u g – Fa e pe i e t

Abb. 1 Die in der Ausstellung gewählte Hauptansicht der Rekonstruktion als mythische Bronzegruppe. Der Dioskur Polydeukes (?) schaut nach sei-
nem Sieg im Faustkampf herab auf den sitzenden Bebrykerkönig Amykos (?).

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ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Meinungsverschiedenheiten unter den in Rom, geschilderten Episode ange- lichen Entstehungzeitraum. Dadurch
Autoren in der Datierungsfrage hin- regt. Denn dort wird in breiter szeni- wird die Zuspitzung der Thesen im
weisen: Ist die Statue des Faustkämp- scher Darstellung die Fesselung des Frankfurter Museum offen sichtbar.
fers in der Zeit des 3. oder aber im Amykos gezeigt (Abb. 2). Die Statue
. Jh. v. Chr. entstanden? Der Ther- des zweiten Dioskuren fehlt in Frank- Zu den bisherigen Statuennach-
menherrscher hingegen wird weitge- furt freilich unkommentiert. Hier güsse u d - eko st ukio e
hend übereinstimmend in die erste sieht man lediglich Polydeukes, der Bei dem vielstimmigen Stand der For-
(älfte des . Jhs. v. Chr. datiert, obwohl auf den vor ihm sitzenden und gerade schung ist der arbeitsaufwendige und
es auch hier abweichende Vorschläge im Faustkampf besiegten Bebryker- kostspielige Versuch einer Statuen-
gibt. könig Amykos, dem das Blut aus den rekonstruktion, der im Liebieghaus
In Frankfurt werden die beiden ko- klaffenden Wunden am Kopf tropft, präsentiert wird, natürlich von gro-
lorierten Nachgüsse also zu einer my- herabschaut. An Stelle des zweiten ßem Interesse. Bereits im Jahre 1982
thologischen Gruppe zusammenge- Dioskuren sieht Vinzenz Brinkmann wurde hier, im Garten des Museums,
fügt: der Dioskur Polydeukes und der die Göttin Athena als dritte zu ergän- die von Peter C. Bol veranlasste Re-
als Besiegter sitzende Bebrykerkönig zende Figur an. Nach Lesart des Ku- konstruktion der Bronzegruppe der
Amykos dt. etwa der Zerfleischer , rators haben wir es bei den beiden Göttin Athena und des Satyr Marsyas
ein Sohn des Meeresgottes Poseidon Bronzestatuen mit einer zusammen- aufgestellt, deren Original um 450
und der Nymphe Melie. Phyllis Wil- gehörenden mythologischen Statu- v. Chr. vom Bildhauer Myron geschaf-
liams Lehmann hat diese mytholo- engruppe aus der zweiten Hälfte des fene wurde. Sie wurde vieldiskutiert
gische Deutung bereits 1945 vorge- . bis zum Ende des . Jhs. v. Chr. zu und zeigt, wie solche neugeschaffe-
schlagen. Zusammen einer weiteren tun, wobei jedoch keine eingehende nen Werke eine faktische Präsenz für
als verloren anzunehmenden Statue, ikonographische Darlegung und sti- den wissenschaftlichen Diskurs ent-
wohl Kastor, zeigte diese Statuen- listische Begründung dafür gegeben wickeln. Was die Quirinalbronzen be-
gruppe ihrem Vorschlag nach eine wird, warum die Gruppe in dieser trifft, so kann hier der Bronzenach-
Episode des Argonautenzuges: die Zeit entstanden sein soll. Dieser Zeit- guss des Faustkämpfers, der heute
Begegnung der Dioskuren mit dem raum von ca. 150 Jahren sowie die im Berliner Olympiagelände unter
gefürchteten Amykos. Diese Deu- von anderen Forschern vorgeschla- märkischen Kiefern sitzt, angeführt
tung wurde durch die auf der gegen genen Datierungen sowohl ins 2. als werden. Der Archäologe Alfred Schiff
v. Chr. entstandenen sog. Ficoro- auch . Jh. v. Chr. eröffnen aber die hatte den Guss eigens für die Aus-
nische Cista, heute in der Villa Giulia ganze hellenistische Epoche als mög- stellung «Sport der Hellenen» von

Abb. Der Argonautenzug auf der sog. Cista Ficoroni in einer kolorierten Abrollung durch Franz Winter – , Bonn, Antikensammlung
der Universität. Winter versuchte durch die farbliche Fassung des Figurenfrieses sich dem malerischen Vorbild des . Jhs. v. Chr. ? künstlerisch zu
nähern.

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ANTIKE WELT 1/19
DIE HELLENISTISCHEN BRONZESTATUEN VOM QUIRINAL IN KOLORIERTEN NACHGÜSSEN. Reko st ukio – Be e u g – Fa e pe i e t

realisiert Abb. . Auch eine (Abb. 4). Als Rekonstruktion einer hel- noch nicht, was sicherlich an schwer
mit der Lanze ergänzte Bronzekopie lenistischen Gruppe in Nachgüssen ist zu überbrückenden ikonographischen
des Thermenherrschers wäre hier zu aus jüngerer Zeit nur die polychrome und formalen Differenzen der Statuen
nennen. Doch leider liegt deren Ent- Rekonstruktion der Ganswürger-Gruppe liegen dürfte. Diese fangen mit der
stehungsgeschichte im Dunkeln. Wir bekannt, die vor wenigen Jahren unter Deutung des Faustkämpfers als Beb-
wissen lediglich, dass sie aus dem zu der Leitung von Gerhardt Zimmer mit rykerkönig Amykos, mithin eines Bar-
Kriegsende zerstörten Carinhall in der verschiedenen Metalllegierungen nach baren, an. Hierzu wird die zweifellos
Schorfheide unweit Berlins stammt einem Marmorvorbild in München ge- von Heraklesfrisuren abhängige Haar-
und an die Staatlichen Museen gossen wurde (Abb. 5). und Barttracht als «wild» postuliert
in Berlin überwiesen wurde, wo sie Eine Rekonstruktion der beiden Abb. . Die sorgsam gepflegte und
später auf dem Ehrenhof mit ande- in Frankfurt gezeigten Quirinalbron- nicht langhaarig und gelockte Frisur
ren Bronzenachgüssen aufgestellt war zen als Gruppe gab es m. W. bislang lässt eine derartige Interpretation al-

â Abb. Bronzenachguß des Faustkämpfers für die Ausstellung «Sport der (ellenen», die
im Rahmen der Spiele der XI. Olympiade in Berlin gezeigt wurde. Die Statue steht heute in Berlin
auf der Stadionterrasse vor dem Olympiastadion.

à Abb. 4 Bronzenachguss des sog. Thermenherrschers am Ort seiner ehem. Aufstellung im Ehren-
hof des Berliner Pergamonmuseums. Ursprünglich war die Bronzekopie Teil der privaten Kunst-
sammlung (ermann Görings in Carinhall Schorfheide . Die Bronze wurde von dort an die Staat­
lichen Museen überwiesen und befindet sie sich seit im Abgussmuseum der Freien Univer­
sität Berlin.

42
THEMENPANORAMA

lerdings nicht zu. Die tatsächlich deut-


lich sichtbare Brustbehaarung wird
mit der starken Körperbehaarung von
Monstern, Unholden wie Polyphem
und eben Barbaren in Verbindung ge-
bracht. Diese Deutung geht sicherlich
zu weit. Wir haben hier ein Detail, das
bei einem Athleten verwundert, aber
kaum eindeutig als barbarisch zu deu-
ten ist. Vielleicht wissen wir einfach
noch zu wenig über die Ziselierun-
gen an griechischen Bronzeoriginalen?
Dieser Aspekt könnte durch eine Be-
obachtung am Thermenherrscher ge- Abb. 5
Rekonstruktionsversuch der
stützt werden. Bernhard Schmaltz hat sog. Ganswürger-Gruppe
bereits erstaunt ein erstaunlich als polychrome Bronze-
realistisches Detail an der Figur des gruppe durch das Gieße-
rei-Institut der RWTH
Thermenherrschers beschrieben: Ne- Aachen mit der Universität
ben den feinen Ziselierungen seiner Eichstätt/G. Zimmer. Nach
der römischen Marmor-
Augenbrauen und des kurzen Bart- kopie in der Münchener
haares sind nämlich die Achselhaare Glyptothek H. 83 cm.
in dieser Weise ausgeführt. Dies kann
keinesfalls als ein Element der Bar-
barenikonographie gedeutet werden.
Ebenso wenig kann beim Faustkämp-
fer das an der Vorhaut aufgebundene
Glied )nfibulation oder griechisch
Kynodesme) als barbarische Sitte zu
deuten. Dasselbe kommt bei griechi-
schen Athleten, Schauspielern, Sän-
gern etc. vor. Ein berühmtes Beispiel
dafür ist die bekannte Bildnisstatue Abb.
des Anakreon in Kopenhagen, deren Polychrome Rekonstruktion
des Kopfes des Faust-
Bronzeoriginal um v. Chr. ent- kämpfers mit ergänzten
standen ist. Auch hier weist das hoch- blauen Augen.
gebundene Glied des enthusiastisch
wirkenden Dichters eine verschnürte
Vorhaut auf. Damit können weder Be-
haarung noch )nfibulation als barbari-
sche Kennzeichen für die Deutung he-
rangezogen werden. Abb.
Auch der Versuch der ethnischen Polychrome Rekonstruktion
des Kopfes des sog.
Zuordnung des Amykos als «blauäugi- Thermenherrschers. Hier
ger Thraker» ist problematisch. Hierfür sind die späteren Beschä-
digungen der Bronze an
wird eine Schilderung des griechischen Stirn und Wange als dezent
Geographen Strabon herangezogen, blutige Wunden charakte-
der das Aussehen der Thraker als rot- risiert. Der gravierte kurze
Vollbart ist zurückhaltend
haarig, weißhäutig und von blauer Au- koloriert. Vielmehr dürfte
genfarbe beschreibt. Schauen wir uns der kurze dunkle Bart einen
markanten dunklen Schim-
das sehr gut erhaltene frühhellenisti- mer erzeugt haben. Seine
sche Herrscherbildnis des Thrakers Augen sind braun ergänzt.

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ANTIKE WELT 1/19
DIE HELLENISTISCHEN BRONZESTATUEN VOM QUIRINAL IN KOLORIERTEN NACHGÜSSEN. Reko st ukio – Be e u g – Fa e pe i e t

Seuthes ))). gest. um v. Chr. an, gearbeiteten Augäpfel sind erhalten einer gewissen Komik entbehrt, den
das 2004 in einem nicht ausgeraubten und die Augenfarbe des älteren Mann Thermenherrscher mit seinen hoch-
Hügelgrab im bulgarischen Rosental mit dichtem, dunklen Vollbart ist hier hellenistisch schwellenden Formen
entdeckt wurde, so scheint die Sach- nicht etwa blau, sondern braun. als «adoleszenten Dioskur» zu be-
lage doch komplizierter: Die separat Wenden wir uns dem Polydeukes (?) zeichnen.
zu. Zunächst fragt man sich, warum Was den Aufstellungsvorschlag und
keine Lanze ergänzt wird, denn ein die Komposition der Gruppe angeht,
Abb. 8 Rekonstruktionszeichnung des sog. Stab gehört nicht zu den Attributen ei- so wirkt die im Liebieghaus gezeigte
Thermenherrschers mit Lanze auf einer
Stufenbasis im Zeusheiligtum von Olympia nes Dioskuren. Auch Spuren der Rie- Zusammenstellung der Figuren ge-
mit Maßangaben, die einen Eindruck von men der Faustwehr, die er jetzt in der zwungen. Zum einen, weil die Rück-
der Aufstellungshöhe vermitteln kann. Die Hand hinter seinem Rücken hält, kön- seitenansicht einer der Statuen im
Statuenbasen dienen nicht als bloße «Unterset-
zer», sondern gehören untrennbar zur darauf nen an der Hand des Originals nicht ab- antiken Sinne formal kaum denk-
stehenden Statue des so geehrten Menschen gelesen werden, denn der vordere Teil bar ist. Zum anderen gibt es einen
und sind somit ästhetischer Teil der Weihung.
Die in den Stein der Basis gemeißelte Inschrift des rechten Mittelfingers ist modern Haupteinwand, der einen Punkt be-
gibt nähere Informationen. ergänzt. Dieses Attribut ist daher rein rührt, welcher von den Rekonstruk-
hypothetisch. Auch die beiden späte- teuren nicht thematisiert wurde: die
ren Bestoßungen an Stirn und Wange, Sockelung der Statuen. Statuenbasen
die als cuts gedeutet werden, sind der- sind keine Untersetzer, sondern kon-
art unscheinbar im Vergleich zu den stituierende Bestandteile der Statuen-
Wunden im Gesicht des Amykos (?), aufstellung. Es ist demnach geradezu
das es sich sicherlich nicht um Kampf- ausgeschlossen, dass der Thermen-
verletzungen handeln kann Abb. . herrscher nicht auf einer Stufen-
Auch die typologische Anlage der oder Pfeilerbasis stand, wie man es
Haartracht, der sehr kurze Vollbart etwa bei der modernen Aufstellung
und die porträthaften Gesichtszüge im Hof des Pergamonmuseums sehen
schließen eine )dentifizierung als Di- konnte (vgl. Abb. 4). Die vor einigen
oskur aus. Wie nämlich Helge Nies- Jahren vorgeschlagene Verbindung
wandt und Dieter Salzmann jüngst einer Basis in Olympia mit der Ther-
zeigten, tragen die Dioskuren im Hel- menherrscherstatue erfolgte wegen
lenismus immer eine Frisur, die der der Übereinstimmung der Einlass-
Alexanders des Großen ähnlich ist, spuren mit dem Standbild der Statue.
also lange Haare mit einer Anastole Die bekannte Rekonstruktionszeich-
(Haarwirbel). Wir haben hier anstatt nung vermittelt aber einen Eindruck
eines Dioskuren zweifellos einen hel- von der Gesamtwirkung (Abb. 8). Für
lenistischen oder römischen Macht- den in Frankfurt postulierten Grup-
haber vor uns. Dabei lassen die Frisur, penzusammenhang wäre eine Blick-
der sog. Dreitagebart und die porträt- beziehung des Polydeukes (?) mit
haften Gesichtszüge nur die )dentifi- dem Faustkämpfer wichtig. Doch die
zierung mit einer historischen Person Figur des Thermenherrschers ist mit
zu, ohne dass bislang eine Benennung ihren 2,33 m Höhe zusammen mit der
über Münzbildnisse oder Repliken zu ergänzenden Basis zwischen 3 m
möglich wäre. Aber dies ist ein grund- und 4 m hoch. Der sitzende Faust-
sätzliches Problem der )dentifizierung kämpfer misst 1,28 m; Wenn er sich
republikanisch-hellenistischer Macht- erheben würde, wäre er zwar eben-
haber. falls fast so groß wie die stehende
Auf die stilistischen Diskussionen der Figur. Aber er saß mit einiger Wahr-
gemeinsamen Aufstellung als Gruppe scheinlichkeit auf einer Felsbasis,
soll hier nicht eingegangen werden, wie sie auf einer Glaspaste in Göttin-
da die trennenden Gründe in der For- gen für einen sitzenden Faustkämp-
schung umfassend ausgebreitet sind. fer überliefert wird Abb.  a.b . Eine
Vielleicht sei angemerkt, dass es nicht derart unzusammenhängende Grup-

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ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

penkomposition ist auch inhaltlich


schwer vorzustellen. Das von der
Forschung bisher auf getrennten We-
gen gesuchte Verständnis der Qui-
rinalbronzen dürfte auch weiterhin
eher zum Ziel führen.

A häo et is h- atu isse -


s hatli he U te su hu ge
und archäologischer Erkenntnis-
fo s h it?
Breiten Raum nimmt in der Frank-
furter Ausstellung die Darlegung der
Abb.  a.b. a Die römerzeitliche Glaspaste mit dem Bild eines auf einem Fels sitzenden
archäometrisch-naturwissenschaft- bärtigen Faustkämpfers vor dem eine Taube flattert, diente wohl als Ringstein, Göttingen,
lichen Untersuchungen ein. Deren Archäologische Sammlung der Universität. b) Abdruck der Göttinger Glaspaste.
Ergebnisse werden im Begleitbuch
essayhaft und instruktiv von zwei ita-
lienischen Forschergruppen um Olim- )u Fa e pe i e t
pia Colacicchi und Noemi Orazi vor- Fraglos hängt die archäologische Adresse des Autors
gelegt. Dabei geht es zum einen um Phantasie und Methode eng mit Ide- Prof. Dr. Stephan Lehmann
Leiter des Archäologischen Museums i.R.
technische Untersuchungen an den enfindung und Kreativität zusam- A häologis hes Museu de MLU Halle-Wite eg
Universitätsplatz 12
Bronzestatuen, die aber weder für die men. Und gerade bei der farblichen D- Halle Saale
stefa .leh a @alte tu .u i-halle.de
exakte Datierung und Herkunft noch Fassung ergeben sich bedingt durch
für eine Zusammengehörigkeit der die spärliche Überlieferung große
Bildnachweis
beiden Statuen entscheidende Hin- Spielräume. Insofern kann der prak- A . . . : Foto Lie ieghaus F a kfu t/Mai ; . : Foto Ma-
weise geben. Dasselbe trifft leider tische Versuch zur Polychromie der io We zel, A ike useu de U i e sität Leipzig;
: Foto © Be gfels, E la ge ; : Foto St. Leh a ;
auch für die termographischen Unter- antiken Bronzeplastik nur begrüßt : )ei h u g R. S h a /St. Leh a ; a. : A häologis hes
I situt de U i e sität Göi ge , Foto Stepha E ka dt.
suchungen der Bronzen zu, die sich werden. Es bleibt aber darauf hin-
eingehend mit der Herstellungstech- zuweisen, dass die Phantasie auch Literaturhinweise
nik beschäftigen. Für archäologisch durch die Methode gezügelt werden H. NIESWANDT / D. SAL)MANN, Diosku stat Ale a -
der. Zu einer Panzerstatue in der Skulpturensammlung
weiterführende Fragen wäre die dezi- muss. de Staatli he Ku stsa lu ge D esde , i : A go au-
dierte Analyse der Zusammensetzung Bei aller auch grundsätzlichen Kri- i a: Fests h it fü Rei ha d Stuppe i h, h sg. o J. Fou-
uet u. a. ; i D u k]
der Bronze mit allen Spurenelemen- tik an der Herangehensweise ist zu V. BRINKMANN H sg. , Medeas Lie e u d die Jagd a h
ten etc. von Nöten gewesen. Aus der wünschen, dass man im Liebieghaus de Golde e Vlies .
H.-U. CAIN H sg. , Lust auf Fa e: die eue u te A -
chemischen Zusammensetzung der nicht resigniert, sondern von dem ge- ike. Begleithet zu So de ausstellu g des A ike u-
Bronze hätte sich nämlich schluss- zwungen wirkenden Benennungsver- seu de U i e sität Leipzig, . Juli is . No e e
.
folgern lassen, ob hier von zwei Güs- such und der wenig überzeugenden U.-W. GANS, Atalidis he He s he ild isse. Studie zu
sen aus einer Werkstatt gesprochen Rekonstruktion als Gruppe Abstand helle isis he Po t ätplasik Pe ga o s –
Kat. N . .
werden kann – oder eben nicht. Auch nimmt. Vom Streckbrett einer ar- P. ZANKER, De Bo e , i : L. Giulia i H sg. , Meiste -
hätten eine Patinaanalyse weiterge- chäologisch wenig plausiblen Idee e ke de a ike Ku st – .
ST. LEHMANN, Der Thermenherrscher und die Fußspu-
führt, sofern es trotz der tiefgreifen- befreit, könnten die beiden Statuen- e de Atalide . )u ol pis he Statue asis des Q.
den Restaurationen noch Areale ori- nachgüsse der Quirinalbronzen dann Cae . Metellus Ma edo i us, i : Nü e ge Bläte zu
A häologie – .
ginaler Oberflächen geben sollte. Man einzeln wissenschaftlich diskutiert B. SCHMALTZ, Statue ei es helle isis he He s he s,
vermisst zudem die Analysen und In- werden. Dann wäre auch ein bedeu- i : B. S h altz H sg. , E e pla. Leit ilde zu a ike
Ku st – .
terpretationen der Reste der zwei tender praktischer und wissenschaft- N. HIMMELMANN, Herrscher und Athlet. Die Bronzen
Gußkerne. Denn gerade hier wären licher Beitrag zu erwarten, der zum o Qui i al .

doch Ergebnisse zu erwarten gewe- Verständnis dieser beiden grandiosen W. GEOMINY / ST. LEHMANN, Zum Bronzebild des sit-
zenden Faustkämpfers im Museo Nazionale Romano,
sen, die eine solch zentrale Frage wie Kunstwerke beiträgt, die hier in einer i : Stadio . I te aio ale )eits h it fü Ges hi hte des
Spo ts – .
die nach der Zusammengehörigkeit zweifellos beeindruckenden Farbig- PH. L. WILLIAMS, A kos a d the Dioskou oi, i : A e i-
der Statuen hätte klären können. keit vor uns stehen. a Jou al of A haeolog – .

45
ANTIKE WELT 1/19
«OB EUCH WAS PASSIERT, IST MIR
SCHEISSEGAL»
Über arbeitsrechtliche Missstände in archäologischen Grabungsfirmen

Viele Ar häologe i Deuts hla d erdie e ihr Geld it ei er A stellu g i ei er


der zahlrei he Gra u gsir e . Dort spiele ar eitsre htli he Bela ge ielfa h ei e eher
u tergeord ete Rolle.

o Stefa E. A. Wag er ten verschollene Bundeslade aufzu- lung, sind hemdsärmelige, dabei doch
finden? Seit mehreren Jahrzehnten ist stets auf der Seite des Guten stehende

W er kennt ihn nicht – den ge-


feierten ersten Indiana Jones-
Film «Jäger des verlorenen Schatzes»,
die Figur des von (arrison Ford darge-
stellten Altertumswissenschaftlers und
(auruck-Ausgräbers fester Bestand-
Draufgänger. Sie sind «eine Mischung
aus Cowboy, Geheimagent und Seher»
Bernd (errmann in Novo. Argumente
in dem die Geschichte des fiktiven teil unserer Popkultur und mittelbar für den Fortschritt, vom .  .  . Sie
US-amerikanischen Archäologen und für eine radikale Romantisierung der sind coole Schatzjäger und irgendwie
Abenteurers (enry Walton Jones, ge- Archäologischen Wissenschaften ver- doch immer auch raue Gesellen, die
nannt «)ndiana», erzählt wird, der sich antwortlich Abb. . Archäologen, so nicht in die Zeit passen, in der sie le-
aufgemacht hat, die seit Jahrhunder- die populäre, weit verbreitete Vorstel- ben, Wissenschaftler, die im Bewusst-

Abb. Ein romantisches und gleichzeitig draufgängerisches Archäologenbild verkörpert )ndiana Jones.

46
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Abb. Emile Zola am Schreibtisch seines Arbeitszimmers Paris, rue de Bruxelles .

sein der Gesellschaft eine seltsam un- dann sog. Grabungsfirmen – und spä- dingungen eines Großteils der fran-
zeitgemäß anmutende Narrenfreiheit testens hier zerschlägt sich das ver- zösischen Bevölkerung im . Jh. erhält:
genießen, da das Fach, in dem sie tä- klärte Bild des aufrechten (elden, ha- wenig Lohn, grauenhafte Arbeitszeiten,
tig sind, derart exotisch und überro- ben doch die Zustände in vielen dieser faktisch keine Arbeitnehmerrechte. Tris-
mantisiert ist, dass eine nüchterne Be- eher wie marodierende Räuberban- tesse, Gehaltskürzungen und schikanöse
trachtung dieses (andwerkes sich fast den geführten Unternehmen mehr mit Behandlungen durch die Vorgesetzten
schon von selbst zu verbieten scheint. der Situation in Émile Zolas Roman sind an der Tagesordnung. Der Vergleich
Doch die Realität entspricht die- Germinal zu tun als mit der glorrei- zu den Zuständen in mancher deutschen
sem Klischee häufig genug nicht, ganz chen Pseudowissenschaft in den )ndi- Grabungsfirma drängt sich auf.
im Gegenteil. Bereits während des ana Jones-Filmen Abb. . Dabei waren Grabungsfirmen, in
Studiums wird vielen jungen Anwär- Zola, geboren im Jahr in Paris, Deutschland erstmals zu Beginn der
tern klar, dass es – auch mit einem gu- schrieb seinen Roman als Teil ei- er Jahre aufkommend, ursprüng-
ten bis sehr guten Abschluss – wahr- nes Zyklus von insgesamt beinahe lich konzipiert worden, um die Situa-
scheinlich keine Aussicht auf eine monumental anmutenden Werken, der tion der Archäologen zu verbessern.
Stelle geben wird. Zu umkämpft und berühmten Rougon-Macquart-Reihe. Die Landesämter für Denkmalpflege
daher oft genug unter der (and ver- )m Mittelpunkt der (andlung steht sollten durch die Ausgliederung von
geben sind die Stellen an Universi- der Maschinist Etienne Lantier, ein Grabungsarbeiten an auswärtige Un-
täten und in Museen. Der letzte Aus- mittelloser Proletarier, der im Berg- ternehmen entlastet, neue Stellen für
weg, um im Fach bleiben zu können werk von Voreux eine neue Anstel- das (eer der auf Arbeitssuche befind-
und nicht doch noch auf einen ande- lung findet, wo er einen Einblick in die lichen Archäologie-Absolventen ge-
ren Beruf umlernen zu müssen, sind entsetzlichen Lebens- und Arbeitsbe- schaffen werden. Denn im Grunde ge-

47
ANTIKE WELT 1/19
«OB EUCH WAS PASSIERT, IST MIR SCHEISSEGAL» – Ü er ar eitsre htli he Missstä de i ar häologis he Gra u gsir e

nommen gibt es genug Arbeit, z. B. bei einzige Antwort. Nicht einmal eine erster Linie die Angst vor dem Chef ei-
neuen Bauvorhaben mit umfangrei- Eingangsbestätigung der zugesandten nigte, einem überwiegend cholerisch
chen Erdeingriffen Abb. . Eine ar- Unterlagen bekam er, obwohl er expli- auftretenden Menschen, der für seine
chäologische Dokumentation der Be- zit darum gebeten hatte. Wutausbrüche und Brüllattacken be-
funde ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Monate vergingen, eine Bewer- kannt war. Sätze wie «Du arbeitest
Und so ging der Traum von sozialer bung nach der anderen wurde ge- nicht! Du stehst viel zu entspannt he-
Absicherung, einem Job, regelmäßi- schrieben und Gerhard begann, sich rum!», waren an der Tagesordnung.
ger Gehaltszahlung für so Viele in Er- langsam mit dem Gedanken anzu- Gelegentlich hagelte es überraschende
füllung, als die ersten professionellen freunden, eventuell doch noch ein- Kündigungen. Ein anderer Kollege
Grabungsunternehmen öffneten. Und mal etwas anderes zu studieren oder von Gerhard stellte nach seinem ab-
im Grunde gibt es nach wie vor zahl- vielleicht eine Ausbildung zu machen. rupten Rauswurf aus der Firma fest,
reiche seriöse Firmen, in denen gut Schließlich, fünf Monate nach Versand dass ihm monatelang zu wenig Ge-
gewirtschaftet wird, in denen Arbeit- seiner ersten Bewerbung, fand er in halt gezahlt worden war. Manche ar-
nehmer ein Zuhause gefunden haben, seinem Mailpostfach endlich eine Ant- beiteten auf der Baustelle, ohne je ei-
in dem sie sich wohlfühlen. Viele ge- wort: «Sehr geehrter (err Karl, wir nen Arbeitsvertrag unterschrieben zu
hen gern zur Arbeit. würden Sie baldmöglichst einstellen». haben. Das Arbeitsverhältnis schien
Doch es gibt auch Fälle wie den von Nach einem kurzen Telefonat mit der eher auf einer Art mit (andschlag be-
Gerhard Karl Name geändert . Das Sekretärin der Firma wusste er, es siegeltem Gewohnheitsrecht zu basie-
Studium der Klassischen Archäologie würde kein Vorstellungsgespräch ge- ren. Die Zustände in der Firma waren
und der Ur- und Frühgeschichte hatte ben, stattdessen wurde von ihm er- verworren und undurchsichtig, alles
er mit Bravour abgeschlossen. Als es wartet, möglichst schnell auf einer schien von der Willkür des tyranni-
Zeit war, eine dauerhafte Anstellung der Baustellen der Firma anzufangen. schen Geschäftsführers abhängig, der
zu finden, machte er sich auf die Suche Und das tat er. Der Sommer des Jah- zwar ständig im Urlaub zu sein schien,
und schrieb eine Reihe von Grabungs- res verging in schweißtreiben- in dessen Unternehmen jedoch ge-
firmen an. Die erste Überraschung: der Arbeit auf wechselnden Grabungs- flüstert wurde: «Sei bloß nicht zu oft
Trotz ausführlichen Lebenslaufes, ei- orten des Unternehmens – und schon krank, du bist ganz schnell arbeits-
nes wohldurchdachten Anschreibens bald zeigte sich im Gespräch mit Kol- los». Und so kam es. Als Gerhard mit
und erstklassiger Zeugnisse – keine legen, dass die Firmenmitglieder in einer schweren Kehlkopfentzündung
im Bett lag, flatterte das Kündigungs-
schreiben herein; und obwohl er die
Abb. Fotografische Dokumentation eines angeschnittenen Pfostenloches. Archäologische Aus- Probezeit bereits hinter sich hatte,
grabung in Elstorf, Landkreis (arburg, durch das Archäologische Museum (amburg. betrug die Kündigungsfrist nur einen
Monat. Das noch ausstehende Gehalt
wurde ihm gekürzt. Als er deswegen
nachfragte, bekam er von der Sekretä-
rin eine höhnische Antwort. Er stand
auf der Straße, faktisch von einem Mo-
ment auf den anderen.
Fälle wie der von Gerhard sind be-
stürzend, entzaubern sie doch das
vermeintlich saubere Metier der Ar-
chäologie gründlich und in einer gna-
denlosen Weise. Dass er jedoch nicht
der einzige ist, dem eine Behandlung
zuteil wird, wie man sie eher in den
Beschreibungen Émile Zolas erwar-
ten würde als unter deutschen pro-
fessionellen Ausgräbern, erfährt man
in langen Gesprächen mit altgedien-
ten Mitarbeitern diverser Grabungs-
unternehmen. Von nicht gezahltem,

48
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

mitunter monatelang vorenthaltenem spräch eingestellt und unter Missach- band wider. Die DGUF veranstaltete
Gehalt ist dort die Rede, von Kolle- tung sämtlicher ordentlicher Kündi- sogar eine eigene Tagung zum
gen, die sich trotz einer offenkundigen gungsfristen wieder gefeuert hatte, er Thema der Organisation von Archäo-
physischen Verletzung etwa einem regiert sein kleines Königreich noch logen in Berufsverbänden. Auch wenn
geschwollenen Sprunggelenk auf die immer, faktisch unumschränkt. es etwa mit dem Deutschen Archäo-
Arbeit schleppen, um nur ja keine Doch gelegentlich regt sich Wider- logen-Verband DArV oder der Eu-
Fehltage aufzuweisen, von betriebsin- stand wie der von Sascha Piffko. Selbst ropean Association of Archaeologists
ternem Mobbing, regelrechten (etz- studierter Archäologe, machte er Kar- EAA bereits etablierte Archäologen-
kampagnen auf einzelne, unliebsame riere, diente sich gleichsam vom Spa- vereinigungen gibt, treten diese in ar-
Mitarbeiter, die den Chefs nicht pas- ten hoch und gründete im Jahr beitsrechtlichen Belangen doch eher
sen, von fehlenden Arbeitsanleitun- seine eigene Grabungsfirma. Er hat zahnlos auf. Wer einen der vielum-
gen und mangelhaftem Schutz auf der sich die Perspektive des angestellten kämpften Jobs hat, möchte ihn selten
Arbeit. «Ob euch was passiert, ist mir Malochers, des kleinen Fußsoldaten durch das Engagement für bessere
scheißegal», soll der Boss einer bay- im (eer der Archäologen auch dann Verhältnisse gefährden – zu groß ist
erischen Grabungsfirma einmal von bewahrt, als er selbst Firmenchef die Angst, das Wenige, das man mit
sich gegeben haben, «ich will nur wurde. Nun tritt er verstärkt für Ar- Müh und Not erreicht hat, auch noch
nicht, dass ich Probleme kriege, weil beitnehmerrechte in der Archäologie zu verlieren. Doch auch wenn der Weg
sich einer von euch verletzt hat». Eine ein. )m Februar veröffentlichte noch weit zu sein scheint, ist die Zeit
schallende Aussage, die aber die Prob- er auf der )nternet-Plattform «An- reif, schikanösen, willkürlich agieren-
lematik gut erkennen lässt – eine, die archaeologie» einen Artikel, in dem er den Vorgesetzten, (ungerlöhnen und
auch Zola gut bekannt war. Absolven- für einen eigenen Berufsverband der fehlender sozialer Absicherung über
ten der Universitäten strömen in aus- Archäologen warb. Er resümierte, auf- Kurz oder Lang den Kampf anzusagen.
reichender Zahl Jahr für Jahr auf den grund der immer unsicheren Beschäf- Gerhard Karl freilich wird das we-
Stellenmarkt, arbeitslose Archäolo- tigungsverhältnisse, der befristeten nig nutzen. Nachdem sein bislang in
gen gibt es wie Sand am Meer – wenn Verträge und der (ungerlöhne sei es geordneten Bahnen verlaufenes Le-
sich einer beklagt, nun, es gibt weiß derzeit leider so, «dass nur die we- ben durch den Rauswurf bei der Gra-
Gott andere, die seinen Job machen nigsten in unserem Fach die Erfüllung bungsfirma den Bach runtergegangen
werden, die sich reißen um eine grot- finden, nur sehr wenige schaffen es, war, hat er beschlossen, die Archäo-
tenschlechte Bezahlung, erbärmliche ihre Lebensträume von Familie, eige- logie zu verlassen und nochmal eine
Arbeitsbedingungen und eine work- nem (aus oder einem stabilen Wohl- Ausbildung in einem steuerberaten-
life-balance, die jeder Beschreibung stand zu schaffen. Trotz Abitur, trotz den Beruf anzufangen. )rgendwoher
spottet. Widerstand gegen die Willkür erfolgreichem Studium. Ganz einfache muss das Geld ja kommen.
allmächtiger Firmenchefs regt sich Werte, die für jeden (andwerker und
kaum, denn wer will riskieren, den Angestellten selbstverständlich sind,
ohnehin wackligen, stark konjunk- bleiben für uns fremd». Aufgrund die-
tur- und wetterabhängigen Job zu ver- ser Tatsache, so Piffko, sei es überfäl- Adresse des Autors
Dr. Stefa Wag er
lieren und dann allein auf weiter Flur lig, dass sich innerhalb der deutschen Mühlä kerstraße
zu stehen mit einer Ausbildung, die ei- Archäologie Berufsverbände etab- D- Me elsdorf

nen in der freien, nicht altertumsbe- lieren, die sich vermehrt für Arbeit-
Bildnachweis
zogenen Wirtschaft niemals eine An- nehmerrechte einsetzten, die Rechts-
A . : akg-i ages / Al u / LUCASFILM LTD / PARA-
stellung finden lässt? «Bloß nicht zu beratung anbieten und die sich für MOUNT; : akg-i ages / AKG ; : Bulle ä hter,
WikiCo o s.
oft krank sein», «Arbeiten und Maul die Belange des Archäologen als Ar-
halten» oder «Tasche auf, Anschiss beitnehmer einsetzen. Auch eine im
Literatur
rein, Tasche zu», das sind häufig arti- Jahr von der DGUF, der Deut- É. )OLA, Ger i al .
kulierte Devisen, an die man sich hält, schen Gesellschaft für Ur- und Früh- htps:// . o o-argu e te. o /arikel/der_lu h_
der_ar haeologe , zuletzt aufgerufe a . Septe -
um in diesem Business als kleiner An- geschichte veranstaltete Umfrage un- er .
gestellter zu überleben. Und der über- ter Archäologen ergab ein ähnliches htps://a ar haeologie.de/ / / / aru - rau-
gewichtige, ungepflegte Boss, dessen Bild wie das von Piffko gezeichnete. he - ir-ei e - erufs er a d/, zuletzt aufgerufe a
. Septe er .
Gesicht bei jedem seiner Wutausbrü- Sie spiegelte den Wunsch vieler Aus-
htp:// .dguf.de/ erufs er a d.ht l, zuletzt aufge-
che rot anläuft, derjenige, der Gerhard gräber nach einem übergeordneten, rufe a . Septe er .

Karl damals ohne Vorstellungsge- sich für sie einsetzenden Berufsver-

49
ANTIKE WELT 1/19
PACHACAMAC
Wallfahrt und Ritual im alten Peru

Die Ausg a u ge a de o u e tale pe ua is he Stäte Pa ha a a ha e zahl­


ei he Befu de zutage ge a ht, die it de Du hfüh u g g oß a gelegte Wallfah te
zu )eit de I ka i Ve i du g stehe . Die laufe de Fo s hu ge gelte de Be egg ü ­
de de Pilge , de spezielle Rituale , a de e diese teil ah e , de ögli he
Alte dieses B au hes so ie de G ü de fü sei e Belie theit.

o Pete Ee khout Wüste, deren Dünen vielfältige nied- sel und des belgischen Fonds National
rige Konstruktionen überdecken, die de la Recherche Scientifique durchfüh-

A ls der spanische Konquistador


Hernando Pizarro im Januar 1533
Pachacamac erreicht, liegt eine au-
einst die Vorstädte von Pachacamac
bildeten. «Wir kamen» – so schreibt
Pizarro – «in diese Stadt, die sehr alt
ren, verschaffen uns ein besseres Ver-
ständnis der Stadt, die uns Pizarro be-
schrieben hat.
ßergewöhnliche Stätte vor ihm, eines zu sein schien, lagen doch die meis- Die erwähnten Terrassenbauwerke
der Schmuckstücke des Inka-Reiches ten ihrer Bauwerke in Ruinen». Wie sind in den heute als Rampenpyra-
(Abb. 1). Sie erstreckt sich auf annä- die archäologische Erforschung seit- miden bezeichneten Konstruktionen
hernd 600 ha und besteht aus drei dem belegen konnte, war die Besied- wiederzufinden Abb. . )m Anschluss
konzentrischen Bereichen. Der heilige lung dieser Stätte in der Tat von lan- an eine mehr als zehnjährige systema-
Bezirk umfasst, in Meeresnähe, die ger Dauer, was in der Tabelle s. u. tische Ergrabung dieser Gebäude und
wichtigsten Tempel; der zweite Be- überblickshaft zusammengestellt ist. die Erforschung der politischen Macht-
zirk schließt zahlreiche monumentale, Der Konquistador beschreibt die struktur des Häuptlingstums der
aus Lehmziegeln errichtete Gebäude Stadt als überaus groß und mit schö- Ychsma, wandten wir uns der Haupt-
ein, insbesondere die Residenzen der nen Bauwerken versehen, die über gottheit des Ortes zu, Ychsma, der von
Eliten, die man Rampenpyramiden «Terrassen wie in Spanien» verfügten. den Inkas zu Pachacamac umgetauft
nennt, aber auch Straßen und Plätze; Die Forschungen, die wir seit 25 Jah- worden war. Unter ihnen wurde aus
der dritte, größte und am wenigsten ren in Pachacamac unter der Schirm- dessen Kult eine der wichtigsten Ora-
erforschte Bezirk gleicht heute einer herrschaft der Freien Universität Brüs- kelstätten ihres Reiches, was mit der
Organisation großartiger Wallfahrten
zu Ehren der Gottheit einherging.
Dieser Brauch, so lassen uns die
Die kulturelle Sequenz von Pachacamac.
Konquistadoren wissen, war äußerst
beliebt. Die Pilger kamen aus allen Re-
Kultur Lima Wari Ychsma Inka Übergang
gionen des Reiches herbei, aus einem
Periode F ühe ) i­ Mitle e Späte Später F ühe Umkreis von mehr als 300 Legua, was
s he zeit Ho izo t ) is he zeit Ho izo t Kolo ialzeit etwa 1500 km entspricht, um das be-
Ungefähre . Ch .– – – – – rühmte Orakel befragen zu können.
Daierung . Ch . Einmal in Pachacamac angekommen
Bedeu- / F iedhof I, Rampen­ B ,B ,B , B ,B mussten sie über ausgedehnte Peri-
tende, im B p a ide , E , Te pel oden hinweg fasten, beten und der
Text er- F iedhof I, des Pacha­ Gottheit Weihgeschenke darbringen.
wähnte Ge- B , Te pel a a ,
bäude des Pacha­ Tempel Im Laufe der Zeit rückten sie auf diese
camac de So e, Art durch die aufeinanderfolgenden
Pilge platz, Höfe jeweils näher an das eigentliche
Acllahuasi
Heiligtum heran. Der gesamte Vor-

50
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Abb. Ansicht eines Teils der Pachacamac-Stätte von einer Ecke des Tempels der Sonne. )n der Mitte befindet sich der riesige Pilgerplatz mit den
Überresten der Kolonnaden. Im Hintergrund liegt der sog. Dritte Bezirk mit den Vororten der Stadt, die jetzt unter dem Sand der Wüste begraben sind.

Abb. 2 Die Pyramide an der Rampe Nr. 2, die eine der Paläste der Ychsma-Herren vor der Ankunft der Inkas gewesen ist.

ANTIKE WELT 1/19


PACHACAMAC – Wallfahrt und Ritual im alten Peru

gang nahm mehr als ein Jahr in An- ten auf diese Fragen zu finden, reicht es zu respektieren, auf der Sonneninsel
spruch! nicht aus, auf literarische Quellen aus Titicaca oder an der Coricancha von
Was waren die Beweggründe die- der Kolonialzeit zurückzugreifen. Da Cusco. Die Wallfahrt nach Pachaca-
ser Gläubigen? Welch zwingender Um- die Schrift in Südamerika nicht erfun- mac mit ihrem Orakelkult wurde häu-
stand trieb sie an, sich derart strengen den wurde, verbleibt allein der Rück- fig zum Muster erkoren, nicht nur um
Regeln zu unterwerfen? Warum war griff auf die Methoden der Archäologie. das inkazeitliche Pachacamac auszu-
der Kult des Ychsma-Pachacamac so deuten, sondern auch dessen frühere
beliebt? Wie weit reicht dieser Brauch Die Wallfah t u d die G a u gs­ Phasen. Dieselbe Projektion wurde
zurück? Wurde er von den Inka be- strategie ferner sogar für andere Stätten im
gründet, den Ychsma oder findet er Die spezielle, den Pilgern auferlegte Andenbereich übernommen, die zeit-
seine Wurzeln vielleicht in einer noch Vorgehensweise war auch an den gro- lich wie räumlich mehr oder weni-
ferneren Vergangenheit? Um Antwor- ßen Wallfahrtsorten des Inka-Reiches ger auseinanderliegen. Diese Muster-

Abb. 3
Im Vordergrund:
Grabungen in
Gebäude B15. Dahin-
ter befindet sich
der Inka-Tempel der
Sonne.

52
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

haftigkeit kam dabei allerdings, wie ren Krankheiten heilen». Pachacamac von einer 2 m dicken Mauer umge-
bereits angedeutet, vor allem durch wird ebenso als Schöpfergott be- ben und von Südwesten her zugäng-
den Rückgriff auf die Texte der Erobe- schrieben, der mit der Erde und der lich. Es wird aus einem großen Hof
rungszeit und auf die Wahrnehmung Fruchtbarkeit in Verbindung steht. von 80 m x 60 m und einer Anzahl
der betreffenden Vorgänge durch die Die zyklische Welt- und Lebensvor- tieferliegender, quadratischer Räume
Konquistadoren zustande. Sind be- stellung der alten Andenvölker ver- gebildet. Gestützt auf unsere Beob-
stimmte Details (das Fasten, die Ge- bindet ihn ebenfalls – auch wenn uns achtungen ist zu schließen, dass diese
bete) aufgrund ihrer schlichten Na- dies paradox erscheinen könnte – mit tieferliegenden Räume über epimu-
tur nicht verifizierbar, schien es uns der Nacht und dem Tod. Man kann so- rale Zugänge betretbar waren, anders
für alles Verbleibende wichtig, ar- mit nachvollziehen, dass sich diese gesagt über die Mauerscheitel. Zu be-
chäologische Indizien hervorzuheben, Wallfahrt aufgrund aller dieser As- achten ist ebenfalls der kleine Raum,
die die von diesen Texten ausgehen- pekte größter Beliebtheit erfreute. der den anderen tieferliegenden Räu-
den Exegesen präzisieren, entkräften Die Inka haben die Stätte umge- men vorgelagert wurde.
oder bestätigen. In diesem Sinne ha- staltet und der Sonne einen Tempel In diesem Raum konnten die Aus-
ben wir eine Reihe von über die Stätte auf dem höchsten Vorgebirge errich- grabungen die Gegenwart von Khipus
verteilte Ausgrabungen begonnen, um tet, auf dem zu jener Zeit vielleicht belegen. Als Khipu bezeichnet man eine
die Natur, das Alter, die Ausweitung andere Gebäude standen, die heute Vorrichtung zur Aufzeichnung von Da-
und die Beliebtheit dieser Wallfahrt noch völlig überdeckt sind (Abb. 3). ten, die zur Inkazeit von Staatsbeamten
besser fassen zu können. Die von uns Auch haben sie einen Acllahuasi (eine verwendet wurde. Khipus entsprechen
zur Ergrabung ausgewählten Schlüs- Art Kloster; Abb. 4) sowie eine große, Gebilden aus Knotenschnüren, die aus
selstellen sollten auf die verschiede- Pilgerplatz genannte Platzanlage ge- Kamelidenwolle oder Baumwolle be-
nen Fragen Antworten liefern, also schaffen. All diese Einrichtungen soll- stehen, deren unterschiedliche Knoten
zur Logistik der Wallfahrt, zur Art ten dazu beitragen, die Wallfahrt und auf Mengen und Kategorien verweisen.
der Rituale, die die Pilger während je- den Pachacamac-Kult zu fördern und Man könnte sie mit Rechnungsbüchern
nes Jahres durchführten, das sie vor zu kontrollieren, womit letzterem zu vergleichen.
Ort zubrachten, zur Herkunft der Pil- einem reichsweiten Rang verholfen Die tieferliegenden Räume entspre-
ger usw. werden sollte. chen Lagern, die uns Überreste ihrer
einstigen Inhalte lieferten: verschie-
De Haupf iedhof o Pa ha a­ Die Logisik de Wallfah t dene Maissorten, Kalebassen und an-
a u d die k a ke Pilge Es scheint in der Tat so zu sein, dass deres. Diese Güter stellen auf Fron-
Die Ausgrabungen brachten einen in- die Inka neben den schon genann- dienste zurückgehende Erzeugnisse
takten Teil des äußerst bedeutenden ten Gebäuden noch verschiedene an- dar, gewissermaßen eine Art Steuer,
Friedhofs zutage, der sich vor dem dere errichteten und somit die Stätte die vom Inka-Reich in den beherrsch-
Tempel des Pachacamac ausbreitete. tiefgreifend umstrukturierten. Bis- ten Provinzen erhoben wurde.
Wir verzeichneten innerhalb dieses lang haben wir in vier dieser Ge- Der Anlage E8 könnte eine hybride
Friedhofs mehr als 300 prä-inka Be- bäude gegraben, die in der offiziellen Funktion zugekommen sein: Sie könnte
stattungen, von denen ein Drittel ei- Nomenklatur als E8, B4, B15 und B3 eine Niederlassung der lokalen Ver-
ner einzigen großen Grabkammer zu- bezeichnet werden (Abb. 5). Die Aus- waltung sein, könnte zugleich aber
zuordnen ist. Paläopathologische und grabungen in Gebäude E8 erlaubten auch die Rolle eines Tambos über-
bioarchäologische Untersuchungen es, die der Stätte zukommende wirt- nommen haben, also einer Herberge
belegten für eine von uns getroffene schaftliche Bedeutung zu erfassen, für offizielle )nka-Beamte auf Reisen
Auswahl eine ungewöhnliche Anzahl wohingegen jene im Gebäude B4 ver- oder auch für Chaskis (Boten).
von Kranken und von Personen, die deutlichen, auf welche Weise die Pil- Das Gebäude B befindet sich im
unter Traumata verschiedener Art ge- ger bei ihrer Ankunft in Pachacamac Südwestteil des zweiten Bezirks und
litten hatten. Dieser Umstand brachte empfangen werden konnten. Die Ge- umfasst eine Oberfläche von etwa
mich zu den Texten zurück, die unter bäude B15 und B3 lieferten uns erhel- 4025 m², von der ein Drittel von ei-
den zahlreichen Eigenschaften des lende Anhaltspunkte zu Fragen, die nem Hof und einem weiteren Raum
Pachacamac-Orakels die Fähigkeiten Kult und Zeremonie betreffen. eingenommen wird. Eine Art Ambula-
des Heilgottes hervorheben: «Sie pil- Das Gebäude E8 liegt im äußers- torium umgibt die Plattform und den
gerten bis zu diesem Dämon, in der ten Norden der Stätte. Von rechtecki- Hof. Die von B4 stammenden Befunde
Hoffnung, dieser werde sie von ih- gem Grundriss, war es vollständig von Fauna stellen fast ausschließlich

ANTIKE WELT 1/19


Wallfah t und
PACHACAMAC – Wallfahrt u d Ritual im
i alten
alte Peru
Pe u

Abb. 4 Das Acllahuasi oder «Haus der auserwählten Frauen». In diesem Inka-Gebäude (heutiger, restaurierter Zustand) lebten etwa 200 «Grenzgän-
gerinnen» (für den rituellen Opfertod).

Abb. 5 Dreidimensionale Rekonstruktion der archäologischen Stätte (1. und 2. Bezirk). Die in Rot eingezeichneten Gebäude und Sektoren sind im
Text aufgeführt.

ANTIKE WELT 1/19


THEMENPANORAMA

Überreste eingenommener Mahlzei- ein Steigbügel oder Fetzen spanischer einer einzigen Person zugleich. Wie
ten dar: Zum einen entsprechen die Handschriften, die in den Beginn des auch auf der Plattform konnten hier
identifizierten Tierarten größtenteils 16. Jhs. datieren (Abb. 6). Der Bereich zwar keine eindeutigen Spuren mensch-
(austieren, die u. a. zum Verzehr ge- um B4 erfuhr bedeutende Umwälzun- licher Bewirtschaftung beobachtet wer-
halten wurden (Meerschweinchen, gen und wurde von einem Raum des den, jedoch eine große Zahl von Bau-
Kameliden), zum anderen sind die bei Rituals und der Feste bzw. Gastmähler opfern (Abb. 7). Diese Eigenheiten,
der Zerteilung und den vorsätzlichen zu einem Wohnbereich, der wohl auch verbunden mit der Gegenwart von
Knochenbrüchen entstandenen Spu- Viehställe einschloss. Sitzbänken in den Höfen 1 und 2 so-
ren unzweifelhaft der Nahrungsauf- wie der eines potentiellen Altars und
nahme zuzuweisen. Die klei e Heiligtü e eines zentralen Pfeilers auf der Platt-
Archäologische Anhaltspunkte er- Das in den späten Horizont datierte form weisen auf eine rituelle Verwen-
lauben es, die Funktion des Gebäudes Gebäude B ist mit seiner Oberfläche dung hin. Unter den Zeugnissen der
zu erschließen: Dieses nahm Pilger von ca. 1700 m² von mittlerer Größe. Konquistadoren, die nach Pachaca-
auf und diente u. a. der Einlagerung Es weist einen Vorhof, einen Seiten- mac kamen, als die Stätte stets ihren
von Nahrungsmitteln und Getränken hof und einen Innenhof auf, den man eigenen Gepflogenheiten folgte, sticht
sowie der Zubereitung von Mahlzei- über zwei Zugänge betritt. Von die- das des Francisco de Jerez heraus: «In
ten, entsprach somit der Funktion der sem Innenhof aus gelangt man über allen Straßen dieser Stadt und an de-
Kommensalität. Während der frühen eine seitliche Rampe auf die Platt- ren Haupttoren, sowie um den Tem-
Kolonialzeit (16. Jh.) wurde dieses Ge- form. Der obere Teil ist eben und ver- pel des Pachacamac, gab es zahlreiche
bäude von Einheimischen, vielleicht fügt im hinteren Bereich über kleine, Holzidole und sie verehrten diese als
auch von Fremden genutzt. Verschie- tieferliegende Räume. Dieser Hügel ist würden sie es für ihren Teufel tun.» In
dene nicht heimische Tierarten konn- im Westen mit einer Gruppe von vier Pachacamac wurden Pfeiler, die mit
ten innerhalb der untersuchten Be- seitlichen, rechteckigen Lagerräumen Intarsien aus gearbeiteten Stachel-
funde identifiziert werden: Schweine, verbunden. austern bzw. aus Metall geschmückt
Rinder, Schafe oder Ziegen, Pferde Das Gebäude B3 erweckt mit sei- sind, gefunden, jedoch leider nicht in
oder Maultiere. Auch konnten wei- nen sehr schmalen Zugängen den Ein- ihrem ursprünglichen Kontext. Ihre
tere Belege für diesen Austausch ge- druck, einen nur sehr geregelten Zu- Abmessungen könnten zu dem in B3
funden werden, wie beispielsweise gang erlaubt zu haben, genauer nur beobachteten Befund passen. Dies al-

Abb. 6
Fragmente spani-
scher Pergamente
aus dem Anfang
des 16. Jhs. aus Ge-
bäude B4.

55
ANTIKE WELT 1/19
Wallfah t und
PACHACAMAC – Wallfahrt u d Ritual im
i alten
alte Peru
Pe u

Abb. 7 Die Archäologiestudentin Céline Erauw (ULB) untersucht sorgfältig die Leiche eines Hundes, die als Bauopfer dargebracht wurde (Gebäude B3).

56
ANTIKE WELT 1T 1//1199
THEMENPANORAMA

Abb. 8 Überreste von mehrfarbigen Wandgemälden im Gebäude B15.

les gibt Anlass zu vermuten, dass das sehr beschränkten Zahl an Personen Werkstatt Verwendung fand. Es ist im
Gebäude B3 den Pilgern des Inka-Rei- zugänglich war (Abb. 8). Übrigen möglich, dass B15 auch zur
ches als Nebenheiligtum gedient ha- B15 stellt zweifelsohne ein dem Kult Aufnahme von Kranken diente, das
ben könnte. gewidmetes Gebäude dar. Es ist schwie- Vorhandensein – unter den Weihga-
Das Gebäude B15 besitzt mit seiner rig, die Art dieses Kultes zu bestimmen, ben – von mehreren hundert Steinen
Grundfläche von ungefähr m² er könnte jedoch mit den Ahnen in Be- mit ferromagnetischen Eigenschaf-
(35 m x 40 m) einen nahezu trapezför- zug stehen, deren Gräber um und un- ten legt dies nahe. Heute wird diese
migen Grundriss. Es ist von einer etwa ter dem zentralen Heiligtum verortet Art von Stein von traditionellen Hei-
2,50 m hohen Mauer umgeben, die wurden. Auch ist eine Verbindung zum lern verwendet. Dies fügt sich gut
das Gebäudeinnere von außen nicht Wasser anzunehmen, wie es der Gra- ins oben von Pachacamac entwor-
einsehbar macht. Im Norden verfügt ben, das Becken und die Leitung na- fene Bild einer Art vorspanischen
es über seinen einzigen Zugang, der helegen, die sich in Raum Nr. befin- Lourdes, einem beliebten Wallfahrts-
1 m breit und mit Motiven sowie ro- den. In diese Richtung weisen ebenso ort unter der Herrschaft der Inka:
ter Farbe dekoriert ist. Die ebenfalls die Ikonographie der Wandmalereien, Der Grund hierfür ist somit vor allem
bemalten Strukturen im Mittelbereich die verschiedenen Artefakte sowie die in dem Umstand zu suchen, dass der
setzen sich aus Räumen und kleinen zahlreichen, dort gefundenen Stachel- Gott Pachacamac Kranke heilte.
orthogonalen Durchgängen zusam- austern. Die Zeremonie der bewussten Auf-
men, die durch etwa 1,50 m hohe Mäu- In der alten Andenwelt ist die Sym- lassung in Phase 3 wird durch Weih-
erchen geschieden werden. Wie Pfos- bolik der Stachelauster eng mit dem gaben gekennzeichnet, die über die
tenlöcher an verschiedenen Stellen Wasser, den Eliten und den Ritualen Gänge und Räume des Gebäudes B15
nahelegen, wurden diese einst wahr- verbunden. Die Gegenwart von Über- verteilt gefunden wurden. Zu diesen
scheinlich von einem höheren Dach resten, die alle Herstellungsstufen zählen äußerst unterschiedliche Ob-
aus vergänglichem Material überfan- von Stachelaustern-Artefakten wi- jekte, die aus dem gesamten Anden-
gen. Der Grundriss wirkt labyrinthisch, derspiegeln, spricht wie auch die von raum stammen: Dekor aus Papagei-
da die inneren Räume sehr beschei- Werkzeugen und die der hierfür ge- federn und Saatgut aus Amazonien;
den sind. Es ist offensichtlich, dass der eigneten architektonischen Anord- schwarze Steine aus dem Hochland;
Großteil des Gebäudes B15 nur einer nung dafür, dass ein Teil von B15 als naturbelassene oder gearbeitete Mu-

ANTIKE WELT 1/19


PACHACAMAC – Wallfahrt und Ritual im alten Peru

34 Jahre Archäologie & Reisen


scheln aus dem Äquatorbereich; Scha- Ergebnisse
len im Stile der Nordküste mit Intar- Die Pilger der Inkazeit, die aus al-
Reisen 2019 sien aus Perlmutt oder Stachelauster, len Reichsteilen herbeikamen, um
Metallelemente und Keramik im Inka- das Orakel zu befragen, ihre Kranken
Stil. Dieses sehr reiche Ensemble kün- zu heilen oder ihre Toten zu bestat-
det von der großen Bedeutung der ten, standen in einer alten Tradition.
über sehr lange Wegstrecken nach Diese war vom Inka-Staat aus religi-
© P. Pförtner Pachacamac führenden Wallfahrten ösen und politischen Gründen wei-
zur Zeit der Inka. Mit Ausnahme der terentwickelt worden, um angesichts
Das Languedoc – Archäologischer
Frühling in Südfrankreich Steine sind sämtliche Objekte absicht- der Vielzahl der unterworfenen Völ-
Reiseleitung: Hery A. Lauer, M.A. lich zerstört, zerrissen, zerbrochen ker die Ausbildung einer Reichsiden-
Reisetermin: 11.04. – 23.04.2019
ab EUR 2.390 webcode 25062 oder zerschlagen, ihre Bruchstücke tität zu fördern. Die Inka erwiesen
dann über die Räume und Gänge ver- sich nicht nur als die eifrigsten För-
Fundreich Thalmässing
Archäologisch-kulinarische Reise teilt worden. Was bei diesem Vorge- derer des Küstengottes, sondern ein-
Reiseleitung: Petra Härtl
Reisetermin: 18.06. – 22.06.2019
hen erstaunt, ist einmal die Qualität ten auch ihre Untertanen mithilfe ei-
ab EUR 1.160 webcode 24658 der Objekte und dann die Tatsache, nes gemeinsamen Glaubens und groß
Birka & der Mälarsee – Archäologische dass diese bewusst zerstört und mit angelegten zeremoniellen Bräuchen.
Reise ins mittlere Schweden Schutt überdeckt wurden. Die von uns in Pachacamac gemach-
Reiseleitung: Hery A. Lauer, M.A.
Reisetermin: 07.07. – 18.07.2019 Die rituelle Auflassung wurde zum ten Entdeckungen stellen somit ei-
ab EUR 3.295 webcode 18745 Zeitpunkt oder kurz nach der spani- nen Beleg für die enge Verflechtung
Europas grüner Außenposten schen Eroberung der Stätte durchge- von Religion und Politik dar, die die
Archäologie-Reise durch West-Irland führt, wie man aus dem Vorhanden- Machtausübung im größten präko-
Reiseleitung: Petra Härtl
Reisetermin: 20.08. – 29.08.2019 sein importierter Glasperlen unter lumbischen Reich mit sich brachte.
ab EUR 2.560 webcode 24444
unseren Fundstücken schließen kann.
Zwischen Meran und Gardasee Die Zerstörung der Objekte ist jedoch
Archäologisch-geografische Reise in
Oberitalien nicht den Konquistadoren anzulasten:
Reiseleitung: Heidi Rüppel Die spezifische Anordnung der Ob-
Reisetermin: 07.09. – 15.09.2019 Adresse des Autors
ab EUR 1.975 webcode 33278 jekte, die eingehaltene systematische P of. Pete Ee khout
Vorgehensweise und zahlreiche wei- Dpt Histoi e, A ts et A héologie
Unbekanntes Portugal CP /
Archäologisch-geschichtliche Reise tere Details lassen keinen Zweifel da- Fa ulté de Philosophie et S ie es So iales
Reiseleitung: Dr. Tanja Gouda U i e sité li e de B u elles
ran, dass dieser Eingriff autochthoner A . F. Roose elt
Reisetermin: 23.09. – 30.09.2019
B­ B ussels
ab EUR 2.465 webcode 24052 Natur war und absichtlich erfolgte.
Vom Taunus in den Vogelsberg
Hieraus ergibt sich, dass die das Ge-
Übersetzung
Auf den Spuren der Kelten & Römer bäude B15 treffende Zeremonie der D . Flo ia Silp, Pa is.
Reiseleitung: Heidi Rüppel
Reisetermin: 09.10. – 13.10.2019 Auflassung nicht allein als schlichter
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der Zerstörung nicht mehr genutzter Alle A . o Ve fasse .
Die Guanchen von Gran Canaria
Archäologisch-geografische Reise Räumlichkeiten verstanden werden
Reiseleitung: Götz Dietrich Knosp Literatur
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nen Platz mehr ließ.

58
ANTIKE WELT 1/19
IN STEIN GEMEISSELT, IN GIPS GEGOSSEN
Wiederentdeckte Gipsabgüsse von Vorderasiatica als Bestandteile
neuzeitlicher Abguss-Sammlungen

A güsse o A ike gi t es seit Jahrhu derte . Sie sta de i Musee u d u i ersitäre


Sa lu ge u d erlau te Besu her u d Studiere de , die E t i klu g der Ku st­
ges hi hte a ha d eka ter sil ilde der O jekte zu erfahre . Na h der E tde ku g
der Kulture des Alte Orie ts i der Mite des . Jhs. da hte a , dass die ass ­
ris he Ku st ei Vorläufer der grie his he sei, u d kaute des ege au h A güsse der
gerade e tde kte ass ris he Palastreliefs.

o Elle Reh Der Höhepu kt Abb. 1 Abguss der Stele Sargons II. aus Kition.
Im 19. Jh. erreichten die Abgüsse ih-
war gab es im antiken Rom Gips- ren Höhepunkt; sie wurden in großer
Z abgüsse im Sinne von Kopien,
aber erst im 15./16. Jh., im Zeital-
Anzahl produziert, standen bei Privat-
leuten, an Höfen und in Kunstsamm-
ter der Renaissance und der Wieder- lungen und wurden in öffentlichen
geburt der Antike, begann die Ge- Ausstellungen gleichwertig mit Origi-
schichte der herkömmlichen Kopien. nalen präsentiert. Es entstand eine in-
Damals entstand der Wunsch, quali- ternationale Konkurrenz. So war man
tätvolle antike Statuen zu besitzen. in Berlin der Ansicht, nur mit dem
Das ging aufgrund der wenigen vor- Louvre mithalten zu können, wenn
handenen Objekte nur in Kopien. Zu- man eine Gipsabguss-Sammlung vor-
nächst erwarben die Herrscherhäu- halten würde, die «die Skulptur aller
ser Abgüsse, später tat es der Adel Zeiten und aller Länder in ihren her-
diesen gleich. In der zweiten Hälfte vorragenden Leistungen mit mögli-
des 17. Jhs. wurden schließlich Ab- cher Vollständigkeit vorführen sollte».
guss-Sammlungen eingerichtet. Sie
spiegeln die «Kunstsinnigkeit» des Die euass ris he Reliefs
Adels wider, der seine eigene Bil- Hier treten nun die Kopien der vorder-
dung zur Schau stellte. Mit dem Klas- asiatischen Denkmäler, die erst kurz
sizismus im 18. Jh. wuchs das Inter- vor der Mitte des 19. Jhs. entdeckt
esse. Hier war Johann Winckelmann wurden, ihren Siegeszug an. Dabei
Triebfeder einer um sich greifenden handelt es sich vor allem um Wandre-
Antikenbegeisterung. Für ihn galt die liefs aus den neuassyrischen Palästen
Kontur als aussagekräftig für eine des . bis . Jhs. v. Chr., die bei engli-
Statue. Die Umrisslinie war maßgeb- schen und französischen Ausgrabun-
lich. Als Kind der klassizistischen gen in Nimrud, Khorsabad und Ninive
Zeit und von Winckelmann ange- zutage kamen und im Britischen Mu-
regt war auch Johann Wolfgang Goe- seum sowie im Louvre zu bestaunen
the von der Reinheit der Antike ins- waren und es noch sind. Berlin konnte
piriert. Die Gipsabgüsse galten als aufgrund der Ermangelung eigener
Transporteure der idealen Schönheit Ausgrabungen nichts Vergleichbares
von abgelegenen Orten in Italien und bieten, und so kauften die Königlichen
Griechenland. Museen in Berlin im Jahr 1852/53

59
ANTIKE WELT 1/19
IN STEIN GEMEISSELT, IN GIPS GEGOSSEN – Wiedere tde kte Gipsa güsse o Vorderasiai a als Besta dteile euzeitli her A guss­Sa lu ge

Abb. 2 Der Haupteingang des «Nineveh


Court» nach einer Zeichnung aus dem
ersten Buch über den «Crystal Palace» in
Sydenham von 1854 von P. H. Delamotte.

Abb. 3
Eintrag im Inventar des Römisch-
Germanischen Zentralmuseums in
Mainz von 1861/61.

60
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

zahlreiche Gipse in London und Pa-


ris, um diese bedeutende Kunstgat-
tung wenigstens in Kopie ausstellen
zu können. Bis dato konnte Berlin nur
mit der Stele des assyrischen Königs
Sargon )). – v. Chr. aus Ki-
tion prunken, die den Herrscher zeigt
und mit einer Keilinschrift versehen
ist. Sie wurde 1846 mit der Hilfe des
damaligen Professors für Klassische
Philologie in Halle, Ludwig Ross, er-
worben, der sie auf einer vom preu-
ßischen König geförderten Reise auf
Zypern entdeckt hatte. Nach ihrem
Eintreffen 1848 wurde sie sofort auf
den Wunsch des preußischen Königs
abgegossen, «damit die Keilschrif-
ten an in- und ausländische Gelehrte,
z. B. Lassen, Grotefend, Rawlinson,
welche sich mit der Entzifferung der-
selben beschäftigen, und diese schon
lange zu erhalten wünschen, versen-
Abb. 4 Die Sterbende Löwin im Foyer der Villa-Stuck in München.
det werden können», so der General-
direktor der Berliner Museen, Ignaz
von Olfers. Hier wird deutlich, dass
auch die Deutschen bei diesem neuen Der «Cr stal Pala e» jeweils ein gleiches Set kleinformati-
Zweig der Wissenschaft «mitspielen» Eine große Breitenwirkung hatten die ger Reliefs nach neuassyrischen Vor-
wollten. Ein Abguss ging zum Beispiel Gipsabgüsse vor allem durch den «Ni- bildern aus Berlin, ebenso erreichten
direkt nach Paris und wurde im Lou- neveh Court» im «Crystal Palace», der geschenkte Abgüsse die universitären
vre, im Musée Assyrien, ausgestellt, 1854 in Sydenham bei London, als Re- Sammlungen in Bonn und Halle. Bis
was dem damaligen Museumsführer plik des Weltausstellungsgebäudes auf die Objekte aus Breslau, die dem
zu entnehmen ist. Aber Kopien der aus dem Hyde Park von 1851, wieder- . Weltkrieg zum Opfer fielen, sind die
Stele erwarb man ebenso in Deutsch- aufgebaut wurde Abb. . Der «Ni- meisten dieser Gipse noch erhalten.
land selbst, so etwa 1849 die Abguss- neveh Court» zeigte eine Mischung Welcher Wertschätzung sich Gipsab-
Sammlung der Universität Halle. Es aus kopierten neuassyrischen Reli- güsse erfreuten, ist daran zu erken-
ist der älteste bekannte Abguss eines efs und achämenidischen Säulen und nen, dass Prinz Albert von Sachsen-
Originals aus den Berliner Museen. Er war die erste große Ausstellung von Coburg und Gotha, der Gemahl der
hat die Zeiten überdauert und ist noch Gipsen vorderasiatischer Denkmäler. englischen Königin Victoria, 1852
heute im Robertinum in Halle ausge- Seine Breitenwirkung war außeror- eine Kopie des sogenannten Schwar-
stellt Abb. . dentlich, bis er 1866 einem Feuer zum zen Obelisken Abb. – eine mit Re-
In den Jahren 1855 und 1858 war Opfer fiel. Von Olfers besuchte die liefs und Schrift verzierte rechteckige
es den Berliner Museen möglich, ins- Ausstellung und orderte Gipsabgüsse Basalt-Stele aus der assyrischen Kö-
gesamt 31 originale neuassyrische Re- für die Königlichen Museen in Berlin, nigsstadt Nimrud – der Universität
liefs anzukaufen. Von diesen goss man die noch heute existieren. Jena schenkte. Leider ist dieser Ab-
sofort 16 ab und verkaufte die Kopien. guss heute verloren, aber eine an-
Sie erschienen danach in allen Berliner Großzügige Ges he ke dere, heute noch erhaltene Kopie des
Verkaufskatalogen der an die Königli- Olfers lagen Abgüsse im Allgemeinen Schwarzen Obelisken in den Staatli-
chen Museen angegliederten Gipsfor- am Herzen, auch die der Vorderasia- chen Kunstsammlungen Dresden, die
merei und fanden ihre Wege in Museen tica. Die von ihm initiierten Schenkun- vor 1857 erworben wurde, zeigt die
und universitäre Abguss-Sammlungen gen an die Universitäten in Breslau große Bedeutung dieses Denkmals,
der Klassischen Archäologie. und Jena sind bekannt. Hierhin ging dessen Original im Britischen Mu-

ANTIKE WELT 1/19


IN STEIN GEMEISSELT, IN GIPS GEGOSSEN – Wiedere tde kte Gipsa güsse o Vorderasiai a als Besta dteile euzeitli her A guss­Sa lu ge

seum betrachtet werden kann. Ebenso berg schrieb 1910 in seinem Büchlein Franz von Stuck, der bekannte Maler
offiziell waren die Gaben des franzö- Die griechischen Reliefs unter den Gips- des Jugendstils und des Symbolismus,
sischen Kaisers Napoleon III. im Jahr abgüssen der Sammlung der Universi- diese Kopie und bemalte sie, da er an
1860/61 an das Römisch-Germani- tät zu Königsberg. Für die Schüler der der Antike interessiert war und an der
sche Zentralmuseum in Mainz, dem in oberen Klassen erklärt: «Was diese schon damals aktuellen Diskussion
gleichem Zuge erlaubt wurde, zahlrei- [die assyrische] Kunst an feiner Na- über die antike Polychromie teilnahm.
che Objekte in den staatlichen Museen turbeobachtung zu leisten vermochte, Noch heute ist dieser bemalte Gips im
in Paris abzuformen. Im Inventarbuch zeigt sie nicht in der Darstellung der Foyer seines Hauses, der Villa Stuck in
wurden die Reliefs detailfreudig in Menschengestalt, der durch das Her- München, zu bewundern Abb. .
Zeichnungen wiedergegeben Abb. . kommen gewisse Fesseln angelegt Obwohl in vielen Fällen die Unter-
Ebenfalls kauften Privatleute Gipsab- waren, sondern in Tierbildern, wo- lagen über die Ankäufe verloren sind,
güsse und gaben diese dann an uni- von das Relief eines Mannes mit Affen konnten in einer Untersuchung na-
versitäre oder museale Sammlungen und Windhunden eine hübsche Probe hezu 200 Abgüsse von insgesamt etwa
als Geschenke weiter. Oft ist das nicht gibt, und über der nächsten Tür das bis heute gefunden wer-
nur in den Inventarbüchern, sondern berühmte Bilde der sterbenden Lö- den, die mit Gewissheit im 19. Jh. in
auch in den gedruckten Sammlungs- win, der durch eine Verwundung des deutsche Sammlungen gelangten.
führern stolz vermerkt. Rückgrats die Hinterbeine gelähmt
sind.» Es sind vor allem «Vorzügliche Das . Jahrhu dert
Vorläufer der grie his he Ku st Tierbilder», die hervorgehoben wer- Aber auch in der Folgezeit waren Gips-
Die Klassische Archäologie sah die den, so auch in Herders Konversa- abgüsse beliebt, wenngleich sich die
altorientalische Kunst als Vorläufer tions-Lexikon von 1902 hinsichtlich Wertschätzung zu Beginn des 20. Jhs.
an, die allein aus diesem Grund we- der «Sterbenden Löwin», einer Dar- und dann nochmals ab den 1920er Jah-
niger künstlerisch und wertvoll sein stellung aus der Großen Löwenjagd ren änderte, und damit einhergehend
musste. Das Urteil vieler Sammlungs- des assyrischen Königs Assurbanipal eine lebhafte Diskussion entstand. Da-
führer aus dem . Jh. fiel dementspre- . Jh. v. Chr. , heute im Britischen Mu- bei hielten die Befürworter eine Lehr-
chend aus. Ernst Wagner aus Königs- seum. Ende des 19. Jhs. kaufte auch sammlung, die Objekte aller Epochen

Abb. 5 Blick in das Knauf-Museum in Iphofen, rechts der Schwarze Obelisk.

62
THEMENPANORAMA

abbildete, für die dringlichste Aufgabe


eines Museums, um der Volksbildung
eine Grundlage zu geben und ein all-
gemeines Bewusstsein für Ästhetik
zu schaffen. Die Gegner hingegen wa-
ren der Meinung, dass Abgüsse, wenn
überhaupt – die Zerstörung wurde
vorgeschlagen und gelegentlich so-
Abb. 6
gar durchgeführt! –, in die Lehrsamm- In 3D-
lung einer Universität gehörten, aber Verfahren
auf keinen Fall in ein öffentliches Mu- hergestellte
Lamassu
seum. Das sollte der Lebendigkeit der in der Lei-
Originale vorbehalten sein. dener Aus-
stellung
Inzwischen war eine Veränderung «Nineveh»
an den Universitäten eingetreten. Auf- 2017/18.
grund der archäologischen Entde-
ckungen im Orient hatten sich ab der
Mitte des 19. Jhs. langsam neue Fä-
cher entwickelt, die sich den Kultu- güsse für das private Knauf-Museum plottet. Sie entführen den Museums-
ren des alten Vorderasiens widmeten. im fränkischen Iphofen erstellt. In die- besucher in eindrucksvoller Weise in
Zunächst seit etwa 1900 die Altori- ser Sammlung sind zahlreiche Kopien die Welt des Alten Orients Abb. .
entalistik, die sich vor allem mit den von assyrischen, aber auch persischen
schriftlichen Zeugen, den Keilschrift- und kleinasiatischen Reliefs zu be-
texten, beschäftigte. Nach dem 2. Welt- wundern Abb. .
krieg kam die Vorderasiatische Ar-
chäologie als eigenständige Disziplin Der Wa del i . Jahrhu dert Adresse der Autorin
Prof. Dr. Elle Reh
dazu. Diese beiden Fächer hatten in Zu Beginn des 21. Jhs. wendet sich I situt für Altorie talisik
Wesfälis he Wilhel s­U i ersität
der Regel keine universitären Museen die Situation wiederum. Die Abgüsse Rose straße
D­ Mü ster
und dementsprechend auch keine Ab- von Objekten aus der Antike haben in
guss-Sammlungen. Sie kauften nur den letzten Jahren wieder deutlich an
Bildnachweis
vereinzelt Gipsabgüsse, die in ihren Wert gewonnen, denn inzwischen die- A . : Foto He r k Löhr. Mit freu dli her Ge eh i­
Institutsräumen ausgestellt wurden. nen sie nicht nur als Kopien, sondern gu g des Ar häologis he Museu s der U i ersität
Halle; : akg­i ages; : Wiederga e it freu dli her
Die Institute folgten dem Trend, der viele von ihnen sind selber Objekte Ge eh igu g des Rö is h­Ger a is he )e tral u­
seu s Mai z; : Foto Wolfga g Pulfer. Mit freu dli her
eine Beschäftigung mit Gipsen als der Betrachtung. Auch wenn das bis- Ge eh igu g des Museu Villa Stu k; : Foto Markus
Merge thaler. Mit freu dli her Ge eh igu g des K auf­
überholt erachtete, da sie nicht mit lang nur zaghaft für die Vorderasiatica Museu s Iphofe ; : Foto Ro ert­Ja Loo a . Mit
den Originalen mithalten konnten. Der zu beobachten ist, lässt sich dort eine freu dli her Ge eh igu g des Rijks useu a Oud­
hede Leide .
große Boom war vorbei. Für die Zeit andere Entwicklung erkennen: Es gibt
nach dem 2. Weltkrieg bis zum Ende wieder Altorientalische Institute, die Literatur
des 20. Jhs. können aber zwei Ausnah- Gipsabgüsse für die Lehre und Studio- CRÜSEMANN, N., Der Rei htu später er or e er
Bild erke … Der Alte Orie t i der Berli er A guss­
men aus den 1980er Jahren angeführt Ausstellungen kaufen. Dabei geht mit Sa lu g, i : N. S hröder / L. Wi kler­Horaček Hrsg. ,
… o gester is orge … )ur Ges hi hte der Berli er
werden: Zum einen wurde eine neue dieser Veränderung auch ein Wandel Gipsa guss­Sa lu g e – .
Abguss-Sammlung für die Klassische der Motive einher. Es werden nun ne- E. REHM, Wert olle Kopie . Gipsa güsse altorie ta­
Archäologie der Freien Universität ben Reliefs und Rundplastiken klein- lis her De k äler i Deuts hla d .

Berlin angelegt, die die im 2. Weltkrieg formatige Kopien von Statuetten, Ku- DIES., I Stei ge eißelt – i Gips gegosse . Die Kopie
des Kode Ha urapi u d der Gudea­Statue B i
zerstörte universitäre Sammlung der durru dekorierte Grenzsteine und Mü ster u d Leipzig, i : K. Kle er / G. Neu a /
S. Paulus Hrsg. , Gre zü ers hreitu ge . Studie zur
Humboldt-Universität ersetzen sollte. ähnliches erworben. Kulturges hi hte des Alte Orie ts. Fests hrit für Ha s
Neu a zu . Ge urtstag a . Mai
Auf den Ankauf von Kopien neuassyri- Großformatige Kopien findet man – .
scher Reliefs wurde allerdings verzich- aber immer noch, vor allem in Sonder- DIES., „… da it die Keils hrite a i ­ u d auslä dis he
tet, da sie nun nicht mehr als Vorläu- ausstellungen. Diese werden inzwi- Gelehrte … erse det erde kö e “. Der A guss der
Sargo ­Stele aus Kiio u d a dere Gipse o Vorderasia­
fer der griechischen Kunst angesehen schen oft nach 3D-Scans hergestellt i a, Alter Orie t aktuell ; i Dru k.

wurden. Zum anderen wurden Ab- oder direkt dreidimensional ausge-

63
ANTIKE WELT 1/19
LESERrRderEAnItikSenEWelt Irland
Exklusiv für Lese

Datum der Reise:


Palmerston sie restaurieren. Die erhaltenen Steinmetz-
arbeiten gehören zu den schönsten Irlands. Besonders
sehenswert ist der einzige erhaltene Hochaltar aus dem
15. Jh. Nachmittags Fahrt zum Hotel in Enniscrone.
2 Übernachtungen: Diamond Coast Hotel****.

4. Tag: Enniscrone – Creevykeel – Donegal (F/A)


Sie kommen vorbei am Hofgrab Creevykeel Court Cairn
in der Nähe der Ortschaft Cliffony. Die aus der Jung-
steinzeit stammende Megalithanlage gilt als die am
besten restaurierte ihrer Art. Das trapezförmige Grab
wurde um einen ovalen Hof erbaut und beinhaltet zwei
Grabkammern. Anschließend Fahrt nach Donegal Stadt.
Bemerkenswert ist die Donegal Burg, sie geht wohl
schon auf die Zeit der Wikinger zurück. Ihr heutiges
Aussehen verdankt sie jedoch einem Neubau aus dem
16. Jh. Donegal ist Zentrum des Tweed, der im Umland
in Heimarbeit oder auch in Fabriken hergestellt wird.
Bevor Sie wieder zurück nach Enniscrone fahren, unter-
nehmen Sie noch eine Rundfahrt durch die Grafschaft
Donegal.

Irland bietet außergewöhnliche landschaftliche Erlebnisse. Aber auch 5. Tag: Enniscrone – Connemara – Galway (F/A)
Sie besuchen Irlands faszinierendste Gegend: Conne-
geschichtlich und kulturell hat die grüne Insel viel zu bieten. Aus mara. Diese wilde Region ist von Moorlandschaften,
prähistorischer Zeit und aus der Epoche der Kelten stammen faszinierende Seen und hohen Bergen durchzogen. Viele Steine,
die Nähe des Meeres und die vielen Seen gaben
Mythen, fantasievolle Sagen und unzählige steinerne Zeugnisse. Connemara seinen Namen: «Das Meer der Steine».
Diese Gegend ist gekennzeichnet durch ein abwechs-
Im Mittelalter waren es die Wikinger, die auf der Insel ihre ganz eigenen lungsreiches Panorama und durch wild wuchernde
Spuren hinterließen. Klöster und Klosterruinen zeugen bis heute von Rhododendronhaine und war in der Vergangenheit
eines der letzten Rückzugsgebiete der keltischen Kultur
der Bedeutung der Kirche, Burgen und Schlösser von der Macht eines und Sprache. Jetzt ist der Großteil von Connemara
eine «Gaeltacht», eine Gegend wo mehrheitlich irisch
stets selbstbewussten irischen Adels, der sich in langen Kämpfen die gesprochen wird. Am späten Nachmittag erreichen Sie
Unabhängigkeit von der britischen Krone sicherte. Eine spannende Reise Ihr Hotel in Galway. 2 Übernachtungen: Hotel Meyrick
Zentral****.
durch ein Land der ganz besonderen Art.
6. Tag: Ausflug Aran Inseln (F)
Nach dem Frühstück brechen Sie auf zum Hafen von
Rossaveal, wo Sie mit dem Boot nach Kilronan auf
Inish Mor fahren. Von dort geht es mit Minibussen zur
Südseite der Insel. Auf den Aran-Inseln sprechen die
Bewohner noch immer die keltische Sprache. Sie war
1. Tag: Frankfurt – Dublin – Boynetal – Dublin (A) legen Sie am Trinity College ein, um das weltberühmte das Beste – weil schwer zugängliche – Rückzugsge-
Am Vormittag fliegen Sie von Frankfurt nach Dublin. Book of Kells zu bewundern. Das College ist Teil der biet der keltischen Kultur. An der Südseite der Insel
Nach der Ankunft Empfang durch die lokale Reiselei- University of Dublin und wurde 1592 von Königin besichtigen Sie Dun Aengus, eine der interessantesten
tung und den Busfahrer. Anschließend fahren Sie zum Elisabeth I. gegründet. Ein weiterer Höhepunkt ist die und größten Steinwallbefestigungen in Irland, direkt
Megalithgrab von Knowth. Dort erhalten Sie einen ers- St. Patrick’s Kathedrale, ein Meisterwerk mittelalter- über dem Meer gelegen. Dun Aengus ist außerdem
ten Einblick in die Zeit vor über 3000 Jahren. Mellifont licher Baukunst und Wirkungsstätte des großen eine der eindrucksvollsten prähistorischen Befesti-
Abbey war Irlands erstes Zisterzienserkloster, das der Jonathan Swift, dessen Chor einst bei der Uraufführung gungsanlagen Europas, eindrucksvoll auf einer 60 m
heilige Malachy, Erzbischof von Armagh, 1142 grün- von Händels Messias mitwirkte. Die Kathedrale ist die hohen Felsklippe gelegen. Vier Steinringe aus Trocken-
dete. Die Abtei ist heute eine Ruine, aber Größe und größte Kirche Irlands und wurde im 12. Jh. auf einer mauerwerk gruppieren sich um eine rechteckige
Grundriss sind immer noch gut erkennbar. Weiter geht Insel im River Poddle gebaut. Im Anschluss an die Plattform in ihrem Innern. Erbaut wurde die Anlage
es zum Hügel von Tara. Für die Iren ist dieser Ort voller Stadtrundfahrt steht Ihnen der Nachmittag und Abend vermutlich im 1. Jt. v. Chr. Nachmittags geht es mit
Mystik. Zentrum der Anlage ist der Mount of Hostages, in Dublin zur freien Verfügung. dem Boot zurück aufs Festland.
ein Megalithgrab aus dem 3. Jt. v. Chr. Nördlich schließt
sich eine umfangreiche Wallanlage an. Eine Kirche aus 3. Tag: Dublin – Carrowmore – Sligo (F/A) 7. Tag: Galway – Burrengebiet – Cliffs of
dem 19. Jh. erinnert daran, dass auch der Heilige St. Heute fahren Sie in nordwestlicher Richtung nach Moher – Tralee (F/A)
Patrick einmal hier gewesen ist und den Ort für das Sligo. In Carrowmore bestaunen Sie den steinzeitlichen Durch das County Clare gelangen Sie in die beeindru-
Christentum gewonnen hat. Rückfahrt nach Dublin ins Megalithfriedhof mit zahlreichen Ganggräbern und ckende und in Europa einzigartige Burren-Region.
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600 m Breite verteilen sich über 30 Grabanlagen. Die Sie besuchen in der Region den Poulnabrone Dolmen,
2. Tag: Dublin (F) Sligo Abbey wurde im Auftrag von Maurice Fitzgerald ein beeindruckendes Portalgrab, das in der Jung-
Sie starten mit einer Rundfahrt durch die über im Jahr 1253 errichtet. Mehrere Male wurde sie durch steinzeit, wahrscheinlich zwischen 3800 v. Chr. und
1000 Jahre alte irische Hauptstadt. Den ersten Stopp Feuer, Krieg und Aufstände zerstört, im 19. Jh. ließ Lord 3200 v. Chr., errichtet wurde. Unter dem ursprünglich

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Sonnabend und Prof. Dr. Holger Sonnabend

eingestürzten Grab wurden die Überreste von 33 dort Webcode: 33951


bestatteten Personen gefunden. In den 1980er Jahren
wurde das Grab restauriert und wiederaufgerichtet. Nicht im Reisepreis enthalten
Unterwegs besichtigen Sie die beeindruckenden Cliffs Persönliche Ausgaben wie weitere Mahlzeiten,
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nachtungen: Meadowlands Hotel****. Prof. Dr. Holger Sonnabend lehrt Alte Geschichte
Ihre Reiseinformationen an der Universität Stuttgart. Als Autor veröffentlichte
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ENDE DER REISE In Kooperation mit dem Verlag Philipp von Zabern und der Zeitschrift ANTIKE WELT
DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS
Entdeckungen in Uruk

Bei den Mosaiken aus dem sog. Riemchengebäude handelt es sich mit um die frühesten
Beispiele der Mosaiklegekunst weltweit. Ihre kulturgeschichtliche Bedeutung ist des-
ege her orrage d. Die i ei e geo etris he Sil gear eitete Mosaike ge ähre
Einblicke in die künstlerische Arbeit von hochspezialisierten Handwerken und in die
gesells hatli he u d irts hatli he Rah e edi gu ge , i erhal derer die Mosaik-
arbeiten im späten 4. Jt. v. Chr. in der bedeutenden mesopotamischen Stadt Uruk
entstanden.

von Helga Vogel den von Ludwig beschriebenen Seg- edelsteine wie Lapislazuli oder Mu-
menten aus rechteckigen oder quadra- schel als Material für Mosaikarbeiten
ruk-Warka, heutiger Südirak, tischen Einlegestücken, die aus schwar- verwendet, sondern ausschließlich far-
U 14. Februar 1956: Wido Ludwig,
Mitglied der 14. Expedition zur Erfor-
zem Kalkstein geschnitten wurden.
Sogar der oxydierte Kupferdraht, auf
bige Kalksteine und Alabaster.

schung der heute vor allem aus den den man die Einlegestücke fädelte, Kulturgeschichtliche Bedeutung
Erzählungen um Gilgamesch bekann- bevor sie weiterverarbeitet wurden, Die aus heutiger Perspektive sehr ein-
ten Stadt Uruk, beschreibt im Tage- lässt sich noch erkennen. fach wirkenden Mosaike aus dem
buch den Fund des ersten, nicht an Im Laufe von zwei Grabungswin- Riemchengebäude veranschaulichen
einen festen Standort gebundenen tern kamen im Riemchengebäude ins- gleichwohl bedeutende kulturelle Neue-
Mosaiks weltweit: «Im Schutt des Um- gesamt 21 Mosaike und Mosaikfrag- rungen. So etwa die Übertragung ma-
gangs des Riemchengebäudes werden mente sowie über 5000 Einlegestücke thematisch-geometrischen Wissens, das
Einlegestücke, schwarz rechteckig, im und Bruchstücke von Einlegestücken in außerkünstlerischen Bereichen er-
Zusammenhang mit Alabastermonden zum Vorschein. Außer den dreidimen- worben wurde, beispielsweise bei der
gefunden. Die gerillte, glatte Oberflä- sionalen Alabasterhalbmond-Mosaiken Längen- und Streckenvermessung oder
che der Stücke ist leicht gewölbt und konnten Flachmosaike freigelegt wer- im Bauwesen, auf künstlerische Aus-
passt sich der Rundung des Alabaster- den, für die entweder gleichschenke- drucksformen. Zudem nahmen die ge-
mondes an. Die Verbindung zwischen lige dreieckige oder quadratische bzw. stalterisch tätigen Steinhandwerker in
den einzelnen Stücken wurde mit Kup- rechteckige weiße und schwarze Ein- Uruk einen der berühmtesten Lehr-
ferdrähten (noch teilweise erhalten) legestücke nach bestimmten Muster- sätze des Aristoteles vorweg, der, ver-
hergestellt. Zwischen den Platten, die vorlagen zusammengefügt wurden einfacht ausgedrückt, besagt, dass das
konische Seitenkanten im Querschnitt (Abb. 2). Andersfarbige Einlegestücke Ganze mehr sei als die Summe seiner
aufweisen, fanden sich Holzreste, die – beispielsweise aus roten oder grün- Teile, ergänzt durch die künstlerische
wohl den Kern der Rundung bildeten.» blauen Kalksteinen geschnittene Stü- Prämisse einer auf Gleichartigkeit,
Das Tagebuch Wido Ludwigs wird cke – oder solche, die Formen und Gleichwertigkeit, Wiederholung und
im Uruk-Warka Archiv der Orientab- Größen aufweisen, die vom sonst Üb- Regelhaftigkeit basierenden Organisa-
teilung des Deutschen Archäologi- lichen abweichen, verweisen auf uns tion der Mosaikfläche. (inzu kommt
schen )nstituts aufbewahrt )nv. Nr. . bisher unbekannte Einlegearbeiten.
Erst jüngst wurde aus dem Privatarchiv Figürlich gestaltete Einlegestücke wie
Ludwigs eine Aufnahme des noch im Tier- oder Menschenfiguren, die von
Abb.  
Schutt steckenden Mosaikrestes be- jüngeren mesopotamischen Mosaik- Uruk-Warka- Riemchengebäude. 14. Kam-
kannt (Abb. 1). Zu sehen ist die Rück- arbeiten gut bekannt sind, fehlen; pagne. Nordecke des Umgangs. Rest eines
Alabasterhalbmond-Mosaiks mit noch den er-
seite des Mosaiks. Die teils zerbroche- ebenso wurden in Uruk zur Zeit der haltenen Kupferdraht, auf dem die Einlege-
nen Alabastermonde sitzen zwischen geometrischen Ornamentik keine Halb- stücke zu Strängen aufgefädelt wurden.

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THEMENPANORAMA

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DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS – Entdeckungen in Uruk

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ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

das schon angesprochene besondere


Herstellungsverfahren, denn anders
als bei jüngeren mesopotamischen
Einlegearbeiten oder bei antiken Mo-
saiken, wurden die einzelnen Einlege-
stücke nicht direkt in ein Mörtelbett ge-
drückt, sondern zunächst rückwärtig
durchbohrt und dann auf Kupferdraht
gefädelt, bevor die einzelnen Stränge
weiterverarbeitet wurden. Höchst-
wahrscheinlich war der Wunsch, drei-
dimensionale Mosaike zu gestalten
und außerdem Holzpfosten mit Flach-
mosaiken zu verkleiden, der Auslöser
für die Entwicklung der einzigartigen
Kupferdraht-Technik. Als Vorläufer der
Mosaike aus dem Riemchengebäude
können die ebenfalls in einem streng
geometrischen Stil gestalteten Stein-
stiftmosaike gelten, die wohl etwas
früher vorkamen. Mit Stiftmosaiken
wurden in Uruk im späten . Jt. v. Chr.
einige Jahrhunderte lang die Fassaden
oder andere Architekturteile von her-
ausragenden Bauwerken zumeist un-
bekannter Funktion und von Tempeln
versehen Abb. . Der Anstoß, der zur
Herausbildung der späturukzeitlichen
geometrischen Ornamentik führte, ist
bislang unbekannt. Es kann nur festge-
stellt werden, dass beim Aufkommen
der Mosaiklegekunst in Mesopotamien
zunächst bewusst darauf verzichtet
wurde, die vorgefundene Lebenswirk-
lichkeit abzubilden, was zeitgleich in
anderen künstlerischen Bereichen,
etwa bei Siegeldekoren, wenn auch in
vereinfachter und typisierter Form,
durchwegs der Fall war. In jedem Fall
steht die geometrische Ornamentik
der späten Urukzeit in Mesopotamien

 Abb.
Uruk-Warka. Riemchengebäude. 15. Kampagne.
NO-Umgang. Freipräparierte Alabasterhalb-
mond-Mosaike und Schachbrettmosaike. Bei
dem mit der Schauseite nach unten im Gang
liegenden Alabasterhalbmond-Mosaik saßen
an beiden Schmalseiten Kupferbleche, inwen-
dig Holzreste. Die Schachbrettmosaike umman-
telten vormals runde Holzpfosten.

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ANTIKE WELT 1/19
DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS – Entdeckungen in Uruk

Abb. Rekonstruktion des Steinstifttempels. Die Fassade des Tempels war mit Steinstiftmosaiken verziert. Späte Urukzeit, um v. Chr.

Abb. Rekonstruktion der Wandgestaltung des neu-assyrischen Palastes in Til Barsib Tell Ahmar, Syrien , . (älfte des . Jt. v. Chr.

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ANTIKEANTIKE
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WELT 1/19
THEMENPANORAMA

in einem scharfen Kontrast zur Aus- außerdem Pfeilspitzen und Klingen- Ideen, Moi e
gestaltung jüngerer Palast- und Tem- messer aus Silex, Obsidian und Berg- Es wurde schon darüber gesprochen,
pelkomplexe. Bei ihnen waren die kristall, Kernsteine aus Silex und Obsi- dass der Anstoß für die Entwicklung
menschliche Gestalt, anthropomorphe dian, verschiedene Metallgegenstände der späturukzeitlichen geometrischen
Gottheiten, aber auch Mischwesen und sowie hunderte von zumeist zerbro- Ornamentik momentan im Einzelnen
andere ausgedachte schutz- oder un- chenen Tongefäßen dazu. Die bis zu noch unbekannt ist. Gleichwohl kann
heilbringende Figuren sowie Bezüge 2 m dicken Mauern des Baus, auch die als sicher gelten, dass die Herausbil-
zu realweltlichen Ereignissen von er- des vorgelagerten Vorraums (Abb. 5), dung einer auf geometrischen Ord-
heblicher Bedeutung (Abb. 4). hatten die Bauarbeiter aus den damals nungsprinzipien basierenden Kunst
gebräuchlichen ungebrannten Lehm- ohne das im außerkünstlerischen Be-
Der Fundort ziegeln mit quadratischem Querschnitt, reich erlangte mathematische und
)m späten . Jt. v. Chr. war Uruk eine den sog. Riemchen aufgemauert; der geometrische Wissen nicht hätte ent-
Stadt von ungefähr 250 ha mit ge- moderne Name des Gebäudes leitet sich stehen können. Die gestalterischen
schätzten   Einwohnern, mit mo- also vom Baumaterial her. Betretbar war Mittel sind die Vertikale, die Hori-
numentalen Bauten im Zentrum der der vorausschauend geplante Bau nur zontale und die Diagonale, die Drei-
Stadt und der ersten Schrift. Von den von oben über Leitern. Heinrich Len- eck, Rechteck und Quadrat bilden;
ehemaligen Monumentalbauten konn- zen, der langjährige Grabungsleiter in bei den dreidimensionalen Alabaster-
ten die Forscher, die seit dem Gra- Uruk, nahm an, dass das Gebäude nicht halbmond-Mosaiken kommt zur Flä-
bungswinter 9 / mit Unterbre- überdacht war und sofort nach der Ab- che die Wölbung hinzu, vorgegeben
chungen durch die beiden Weltkriege haltung einer Brandopferzeremonie im durch einen reduzierten Halbkreis,
in Uruk tätig waren, allerdings nur Teil- zentralen Raum und der Deponierung sowie ein die Mosaikfläche als Schräg-
stücke von Mauerstümpfen freilegen, der Gegenstände im Umgang mit Schutt rautenmuster überziehendes Linea-
da im Zentrum der Stadt Bauten häufig zugefüllt wurde. Nach den Ergebnis- ment (Abb. 6). Das Farbenspektrum
abgerissen wurden und das Baumate- sen neuerer Untersuchungen deutet al- ist, auch aus Gründen der verfügbaren
rial entweder eingeebnet oder wieder- lerdings einiges darauf hin, dass sich in Rohstoffe, eingeschränkt. Die uns be-
verwendet wurde. Vorher hat man die dem vielleicht ursprünglich als Grab er- kannten Mosaike aus dem Riemchen-
alten Gebäude vollständig leergeräumt. bauten Gebäude, verschiedene Ereig- gebäude sind bestimmt vom Schwarz-
Als im Grabungswinter 1955/56 damit nisse abspielten, bevor der zerstörte Weiß-Gegensatz; die Stiftmosaike sind
begonnen wurde, das schon aus frühe- Bau schließlich verfüllt wurde; zu den- manchmal dreifarbig (schwarz, weiß,
ren Grabungen bekannte unterirdische, ken ist an die ungeordnete Entnahme rot). Das darstellerische Prinzip ist
ca. m2 große Riemchengebäude von Gegenständen, an ein Brandereignis die Gleichwertigkeit der verwendeten
mit noch hoch anstehenden Wänden und an ein Zerstörungsereignis verbun- Formen und Farben.
vollständig auszugraben, besaßen dem- den mit Kraftwirkungen.
nach weder die Ausgräber noch die ein- Prakische Fähigkeiten
gestellten Arbeiter bemerkenswerte Die Herstellung der Mosaike Voraussetzung für die Umsetzung der
Erfahrung mit der Freipräparierung Die Organisation handwerklicher Ar- gestalterischen Ideen waren bestimmte
von Artefakten, die zusammen mit Be- beit im späturukzeitlichen Uruk war handwerkliche Fähigkeiten sowie der
funden wie beispielsweise Holzrück- bisher weitestgehend unbekannt, auch allgemein erreichte technologische
ständen in einem architektonischen weil sich den ersten Schrifttafeln hierzu Entwicklungsstand, besonders bei der
Zusammenhang zutage traten. Letzte- nichts entnehmen lässt. Die Rekon- Kupferbearbeitung. Die Steinhand-
res sollte sich als ein Problem erweisen struktion der Herstellungskette der werker mussten in der Lage sein, mit
als man vor allem auf dem Boden des Mosaike zeigt auf, dass die Mosaikher- Stein- und Holzwerkzeugen aus den
Umgangs des Gebäudes, der allseitig stellung in Uruk in der zweiten Hälfte angelieferten Kalksteinblöcken flache
einen zentralen Raum umschloss, auf des . Jt. v. Chr. abhing von der Reich- Platten, die zwischen mm und etwas
eine dichte Kleinfundschicht stieß. Au- weite der Erschließung der vor Ort über 1 cm dick waren, herauszuarbei-
ßer den in diesem Beitrag vorgestellten nicht vorhandenen Ressourcen, vom ten und diese nach den Vorgaben des
Mosaiken zählten, die schon erwähnten allgemeinen technologischen Entwick- bemaßten Planes des zu fertigenden
losen Einlegestücke sowie unter ande- lungsstand und von einer stark ar- Mosaiks weiter mit einfachen Steinge-
rem Steingegenstände wie ein Wetz- beitsteilig gegliederten Produkti- räten und anderen Hilfsmitteln zu be-
stein, zwei Keulenknäufe, Steinstäbe, ei- onsweise, die, in welcher Form auch arbeiten. Großes manuelles Geschick
förmige Gegenstände und Steingefäße, immer, zentral gesteuert wurde. und Erfahrung erforderte die Anlage

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ANTIKE WELT 1/19
DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS – Entdeckungen in Uruk

eines Bohrkanals auf der Rückseite Zeit höchstwahrscheinlich aus Anato- rer Personen angewiesen. Beispiels-
der einzelnen Einlegesteine (Abb. 7). lien. Eine weitere Grundlage der Mo- weise werden die Schreiner das Holz
Die Kunst bestand hier darin weder saikherstellung war das Vorhanden- nicht eigenhändig aus den Flussauen
die Oberfläche noch den Steg über sein der notwendigen Werkzeuge und gezogen haben, sondern Hilfsarbeiter,
dem Bohrkanal zu durchstoßen. Spe- Hilfsmittel. Dazu zählten nicht nur die die dafür Schlagwerkzeuge, Seile und
zialkenntnisse waren für das Ziehen schon erwähnten Steinwerkzeuge wie wahrscheinlich auch Rollhölzer benö-
des nicht einmal 1 mm starken Kup- Spalt- und Ritzgeräte, Schlagwerk- tigten, die wiederum Andere angefer-
ferdrahtes, auf dem die Einlegestü- zeuge und Bohrer, sondern auch ge- tigt hatten.
cke vor der Weiterverarbeitung gefä- normte Steinleisten für die Anlage
delt wurden, und für das Brennen des der Formgerüste und zur Führung Existenzsicherung der Mosaikkünstler
Trockengipses, den man im Falle der des Ritzmessers. Außerdem mussten Die Mosaikhandwerker arbeiteten im
Flachmosaike mit Wasser angerührt Schleifmaterialien, Gefäße für Wasser, Kontext von Tempelhaushalten, kom-
als schnell abbindendes Gipsmörtel- zum Anrühren des Gipsmörtels und munalen Einrichtungen oder für den
bett auf die Holzuntergründe auftrug, für das Bitumen sowie Behältnisse für Palast. Dies kann aus den dargestellten
notwendig. die hergestellten Einlegestücke, und Voraussetzungen ihrer Arbeit ebenso
nicht zuletzt die von Schreinern vorge- abgeleitet werden wie aus den Fund-
Rohstofe, Werkstofe, Hand erks- fertigten Holzuntergründe zur Hand stellen der Mosaike im Zentralbereich
zeug und Utensilien sein. Auch Rührstäbe, Spachteln, Lap- der Stadt. Es ist davon auszugehen,
Verarbeitet wurden farbige Kalk- pen, Schwämme oder Feger wurden dass die fraglichen Institutionen die für
steine, Alabaster, Gipsmörtel, Bitumen benötigt. Die aufgezählten Dinge und sie arbeitenden Handwerker und Hilfs-
(als Klebstoff bei Alabasterhalbmond- Materialien mussten allesamt vorher kräfte mit Lebensmitteln und Kleidung
Mosaiken) und Kupfer. Die Steinbrü- von anderen Personen besorgt, aufge- und anderen Erzeugnissen versorgten.
che lagen oft Hunderte von Kilome- arbeitet oder hergestellt werden. Da- Aus dem bisher Gesagten geht schon
tern den Euphrat aufwärts; auch das bei waren die den Mosaikarbeitern hervor, dass über den Status der Hand-
Bitumen musste von weither geholt zuarbeitenden Personen ihrerseits werker oder ihren Lebensstandard
werden. Kupfer bezog man zu dieser oftmals wieder auf die Zuarbeit ande- nichts bekannt ist. Man könnte aber
die Experimentierfreude und Kreativi-
tät, die sich besonders bei den Stiftmo-
Abb. 5 Uruk-Warka. Riemchengebäude. Zustand am Ende der 14. Kampagne. Vorraum mit mittig saiken zeigt, dahingehend deuten, dass
anstehendem Schuttblock, der als Laufsteg genutzt wurde. Vom Vorraum führte ein Durchgang wohl zumindest die kreativen Köpfe
in den Umgang und von dort ein weiterer Durchgang in den zentralen Raum. Der Mittelraum war
allseitig vom Umgang umschlossen. Im Hintergrund die Schutthalden über den abgebrochenen und die hochspezialisierten Fachkräfte
und ausgeraubten Mauern des Steinstifttempels. in gesicherten Verhältnissen lebten.

Herstellung der Mosaike


An der Herstellung eines Mosaiks wa-
ren sowohl Facharbeiter als auch Hilfs-
kräfte beteiligt. Man wird nicht fehlge-
hen, wenn man davon ausgeht, dass für
jeden einzelnen Arbeitsschritt, wenn
nicht Handgriff, eine andere Person zu-
ständig war. Der Ablauf war, knapp zu-
sammengefasst, im Falle der Flachmo-
saike der Folgende:
• Anlage eines bemaßten Rasters auf
den vorbereiteten Kalksteinplatten
der passenden Stärke
• Vertiefung der Rasterlinien mit
Hilfe von Führungsleisten und
Ritzinstrumenten, bis sich die
einzelnen Stücke aus der Platte
herausdrücken ließen

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ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Abb.  
Alabasterhalbmond-Mosaik. Schwar-
zer Kalkstein und Alabaster. 44,5 cm
hoch, cm breit. Das eingeritzte
Schrägrautenmuster fließt ohne Un-
terbrechung über die Wölbungs-
segmente. Rechts oben im Bild drei
herausgefallene Einlegestücke mit
rückwärtiger Durchbohrung und noch
einsitzendem Kupferdraht. Fundort
wie Abb. 2 (Mosaik am unteren
Bildrand).

Abb.  
Dreieckige Einlegestücke und Bruch-
stücke aus weißem Kalkstein aus
dem Riemchengebäude. Fundnum-
mer W-18779. Teilweise auf der
Rückseite quer durchbohrt einige
Stücke mit Kupferdraht in den Bohr-
löchern und Gipsmörtelrest.

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DIE ERSTEN MOSAIKE MESOPOTAMIENS – Entdeckungen in Uruk

• Abschleifen aller Kanten auch mit weißen oder roten Pasten be-
• Anlage eines Bohrkanals auf der tont. Jedoch sind die Belege äußerst rar Danksagung
Die Untersuchung der Mosaike aus dem Riemchen-
Rückseite und der verarbeitete Kalkstein in vie- gebäude konnte im Rahmen der von der Fritz Thyssen
• Auffädeln der einzelnen Einlege- len Fällen so porös, dass man die Pas- Situ g für Wisse s hatsförderu g sehr großzügig
i a zierte Aufar eitu g des Rie he ge äudes
stücke in der gewünschten Reihen- ten nicht mit einem Spachtel hätte auf- und seiner Funde und Befunde durchgeführt werden.
Das Projekt i det i )usa e ar eit it der Orie t­
folge auf Kupferdraht tragen können, sondern mit Stäbchen a teilu g des Deuts he Ar häologis he I situts stat.
• Verlegung der Kupferdrahtstränge in die Rillen hätte einbringen müssen.
im Gipsmörtel, der auf dem je- Die bestückten Kupferstränge wurden, Adresse der Autorin
weiligen Untergrund kurz vorher nachdem sie in die richtige Form ge- Dr. Helga Vogel
Freie Univesität Berlin
aufgestrichen worden war bogen worden waren, mit Bitumen an- I situt für Vorderasiais he Ar häologie
Fa e kstraße –
• Nachbereitende Arbeiten einander geklebt und dann mit Gips- D­ 9 Berli
mörtel an den Alabasterhalbmonden
Die Maße der Einlegestücke hat man befestigt. Die fertigen Halbpfeiler wur- Bildnachweis
so berechnet, dass sich der letzte den wiederum mit Bitumen aneinan- A . : DAI Orie ta teilu g / Uruk­Warka­Ar hi / Foto-
u er W­WLF ­ A; : DAI Orie ta teilu g / Uruk­
mit Einlegestücken bestückte Kup- dergeklebt. Wie die Abb. 2 aufzeigt, Warka­Ar hi / Foto u er W­ ; : © artefa ts.
erli ­de / DAI Orie ta teilu g; : © artefa ts. erli ­de;
ferstrang nahtlos mit dem ersten ver- hielten die auf diese Weise hergestell- : DAI Orie ta teilu g / Uruk­Warka­Ar hi / Foto u -
er W­ 9 ; : DAI Orie ta teilu g / Uruk­Warka­
legten Strang verzahnte. Verfugt wur- ten Gebilde erstaunlich gut zusammen. Ar hi /Foto u er W­ 9 ; : Uruk­Warka Sa -
den die Mosaike nicht; die Stücke Zum Schluss ist noch zu erwähnen, lung der Orientabteilung des Deutschen Archäologischen
I situts a der U i ersität Heidel erg. Auf ah e
passten millimetergenau aneinan- dass manchmal Kupferbleche oder K. Sieckmeyer.

der. Im Falle der Alabasterhalbmond- Reste von Kupferblechen an den Seiten


Literatur
Mosaike kamen zusätzliche Arbeits- der Alabasterhalbmond-Mosaike fest-
R. EICHMANN, Frühe Großar hitektur der Stadt Uruk,
schritte hinzu. Vor allem die Anlage des gestellt wurden (vgl. Abb. 2). Diese um- i : N. Crüse a u. a. Hrsg. , Uruk. Jahre Mega-
city (2013) 117–127.
Schrägrautenmusters auf der Vorder- mantelten wahrscheinlich im unteren
H. NISSEN, A fä ge u d frühe E t i klu g der Stadt
seite der schwarzen rechteckigen Stü- Teil Holzpfosten, die im oberen Teil mit Uruk, i : e d. – .
cke, die die Wölbungssegmente bilden, den Flachmosaiken versehen worden M. VAN ESS, Die Te h ik der To sit osaike , i :
ebd. 128–129.
sowie die Herstellung von Alabaster- waren. Welche Gegenstände vormals
H. VOGEL, )u de Mosaike aus de Rie he ge äude
halbmonden, für die man wahrschein- mit den im geometrischen Stil gestal- i Uruk­Warka, i : )eits hrit für Orie t­Ar häologie,
lich Schablonen nutzte. Möglicher- teten Mosaiken ausgestaltet wurden, Bd. 10 (2017) 174–193.

weise wurde das Schrägrautenmuster wissen wir noch nicht.

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ANTIKE WELT 1/19
FEINSCHMECKER DER ANTIKE
Der kulinarische Genuss in römischer Zeit

A ike Philosophe ha e si h au h it F age des Ge usses es hätigt. Ei Bli k


auf die ö is he Gou ets u d ih e Vo lie e zeigt, ie Philosophie, Ge uss, Essge-
oh heite u d Ko su i ö is he )eit zusa e hi ge .

o Ti o Klä und alles, was noch über sie hinaus- menfreude, die Wonne der Sättigung
geht, steht in Beziehung zu ihr.» In und Fülle sowie die Freude am Wohl-
irft man einen Blick auf das Er- Epikurs Lehre wird die Gastrosophie geschmack einer Speise. Der Hedonis-
W gebnis einer neueren repräsen-
tativen Umfrage, die von Kantar EM-
als das höchste Gut bezeichnet, das
man durch vernunftgeleitetes Leben
mus Epikurs zeigte sich daran, dass
dieser zwischen und v. Chr.
NID im Auftrag des Bundesverbandes erreichen kann. Damit entwickelt er vor den Toren Athens ein Grundstück
der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. den Gedanken von Sokrates weiter. erwarb und auf diesem Grundstück
(BDSI) im Jahre 2017 durchgeführt Dieser gilt als Begründer der Gastro- die sog. Garten-Gemeinschaft grün-
wurde, so sind «Essen und Trinken» sophie, da er sich nicht nur für die Zu- dete, die Männern wie auch Frauen
die Spitzenreiter, wenn man Men- bereitung von Nahrung und für den aller sozialen Schichten offenstand,
schen in Deutschland befragt, was dazu nötigen richtigen Einsatz von sich aus Spendengeldern finanzierte
für sie Genuss bedeutet. Die Mehrheit Küchengeräten interessiert hat, son- und dem gemeinsamen Philosophie-
der Befragten «frönt dem Genuss un- dern auch eine These zum maßvol- ren diente. Die «Epikureer» waren
beschwert» und die sprichwörtlichen len Genuss aufgestellt hat, die bei entstanden. Das Besondere an dieser
«lukullischen Genüsse» bereiten beim Cicero überliefert ist: «Der Speise Gemeinschaft war ihre Konzeption:
Genießen kaum ein schlechtes Ge- Würze sei der Hunger, des Trankes Beim Eintritt verpflichtete man sich
wissen. Das antike Vorbild ist der rö- der Durst». Damit begründet Sokra- einer politischen Betätigung in Athen
mische Feldherr und Consul Lucullus tes die Ethik des guten Essens und zu entsagen, was an sich schon eine
– v. Chr. , der als großer Fein- des damit verbundenen Wohllebens. Ungeheuerlichkeit darstellte, da die
schmecker und Genießer in die Ge- Epikur entwickelte aus Sokrates’ An- politische Aktivität in Athen die wich-
schichte einging und als Gastgeber sätzen sein Verständnis der Gastro- tigste gesellschaftliche Ordnung dar-
für seine überaus üppige und extra- sophie und entwarf daraus den He- stellte. Daneben wurden eigene Mahl-
vagante Tafel berühmt war (Abb. 1). donismus. Dieser Begriff bezeichnet zeiten in der Gruppe organisiert, wie
Zugrunde liegt allerdings ein Konzept im ursprünglichen Wortsinn die Gau- etwa die am zwanzigsten Tag jedes
der griechischen Philosophen Sokra-
tes und Epikur (Abb. 2), die sich mit
Genussfragen auseinandersetzten und
das Wohlbefinden des Magens, die
Gastrosophie, propagierten und als das Plutarch über die Gärten des Lucullus (Plutarch, Lucullus 39, 1–2)
Ü e setzu g Ko at )iegle
größte Glück charakterisierten.
So geht es it de Le e des Lu ullus ie it ei e altais he Ko ödie: a liest i
e ste Teil o poliis he u d k iege is he Gege e heite u d a E de o T i kgelage ,
Vo ge uss olle Esse ei S h ause eie u d o ögli h au h s h ä e de U züge it Fa kel eleu htu g
u d Lust u d S he z jede A t. De zu de Belusigu ge e h e i h au h die g oßa ige
de G ie he Baute u d A lage o Wa delhalle u d Bäde u d o h eh Ge älde u d Sta-
Der griechische Philosoph Epikur wid- tue u d die eif ige Be ühu g u sol he Ku st e ke, die e [Lu ullus] it g oße Koste
mete sich in seiner Glückslehre auch sa elte u d o auf e i u gehe te Fluss de u geheu e Rei htu e e dete,
de e auf sei e Feldzüge zusa e ge a ht hate, so dass de au h jetzt o h, a h-
dem guten Essen. Dort heißt es: «An-
de de Luxus so ge alig zuge o e hat, die Lu ullis he Gä te i ei e Ate it
fang und Wurzel alles Guten ist die de g oßa tigste kaise li he Gä te ge a t e de A . . .
Freude des Magens; selbst Weisheit

75
ANTIKE WELT 1/19
FEINSCHMECKER DER ANTIKE – De kuli a is he Ge uss i ö is he )eit

Abb. 1 Lucius Licinius Lucullus (117–56 v. Chr.) gilt als Inbegriff für Gaumenfreuden; Kupferstich nach antiker Büste, um 1880.

76
ANTIKE WELT 1/19
THEMENPANORAMA

Monats stattfindenden nächtlichen seinem Gelehrtenmahl als «Anführer Er war Besitzer umfangreicher Gü-
Symposien oder die nach eigenem in allen Fragen des Luxus» bezeich- ter und prächtig ausgestatteter Vil-
Festkalender gefeierten Feste. Der He- nete (Athenaios, Das Gelehrtenmahl len, u. a. in Tusculum und Neapel, wo
donismus Epikurs ist also auf eine eng 12, 543a). Lucullus war allerdings kein er einen Berg durchstechen und vom
umgrenzte und kaum durchlässige geistloser Prasser, sondern ein phi- Meer her einen Kanal zur Villa leiten
Gemeinschaft beschränkt, die nach ei- losophisch gebildeter Gourmet, der ließ, um so die dort errichteten Fisch-
genen Regeln lebte und ausdrücklich es liebte zu repräsentieren und seine teiche mit Meerwasser zu versorgen
das Feiern von Festen und die Aus- umfangreiche Bibliothek Interessier- (Cicero, Atticusbriefe 1, 19, 6; 1, 20, 3).
gelassenheit dabei propagierte. Dann ten zu öffnen. Er brachte nach seinem Darüber hinaus trat er als Sammler
wurde die ansonsten eher karge Le- Sieg im Dritten Mithridatischen Krieg von Kunstwerken und Büchern in der
benshaltung außer Acht gelassen und im Jahre v. Chr. aus dem Pontos als römischen Öffentlichkeit in Erschei-
es wurden höherwertige Speisen und Erster die Kirsche nach Italien, von wo nung, was ihm laut Diodor den Ruf
Getränke aufgetischt. Ein Vergleich sie sich in nur 120 Jahren im gesam- einbrachte, einer der reichsten Män-
zur jüdischen bzw. frühchristlichen ten Römischen Reich verbreitete und ner Roms zu sein, der dauernde und
Eucharistie ist hier unverkennbar. bis nach Britannien exportiert wurde kostspielige Feste veranstaltete (Dio-
Diese Verhaltensweise eines von (Plinius, Naturalis historia 15, 102). dor, Weltgeschichte 4, 21, 4). Die hier
Zeit zu Zeit eher zügellosen Wohlle-
bens entsprach der von Epikur vertre-
tenen Lustlehre. Einer der dort fest-
Abb. 2 Der griechische Philosoph Epikur (341–271 v. Chr.) war der Begründer der Gastrosophie,
gelegten Grundsätze lautete, dass nur aus der sich der Hedonismus entwickelte; römische Kopie nach einem hellenistischen Original;
diejenigen zum größten Genuss fä- Rom, Musei Capitolini.
hig seien, die es zwischendurch auch
gewohnt seien, sich dieses Genusses
auch einmal zu enthalten. Für sie ist
die Lebenskunst des guten Essens ein
konstitutiver Bestandteil der Ethik ei-
nes guten Lebens, wie sie Sokrates
verkörpert hat.
Für Epikur besteht ein gutes und
genussvolles Leben in gastrosophi-
scher Hinsicht also darin, ein gesun-
des Mittelmaß zwischen Völlerei so-
wie einfachem und gutem Essen zu
erreichen. Allerdings bedeutet dies
nicht, dass man es sich nicht auch zwi-
schendurch mal erlauben kann, in das
eine oder andere Extrem zu verfallen.

Lu ius Li i ius Lu ullus – Ei


Gou et de A ike?
Der römische Politiker, Feldherr und
Consul des Jahres v. Chr. Lucius Li-
cinius Lucullus v. Chr. – v. Chr.
ist heutzutage vor allem wegen sei-
ner üppigen Gastmähler bekannt, die
er fast täglich feierte und bei denen
er verschiedenste Delikatessen auf-
tischte, die den Neid seiner Mitbürger
erweckten (Plutarch, Leben des Lucul-
lus 40,1; 41). Dies mag der Grund ge-
wesen sein, weshalb ihn Athenaios in
FEINSCHMECKER DER ANTIKE – Der kulinarische Genuss in römischer Zeit

beschriebenen antiken Episoden aus quasi selbst zu einem Gastmahl ein, ren in der römischen Führungsschicht
der Vita des Lucullus machen bereits das noch am gleichen Abend bei Lu- der Senatoren üblich, dies wird alleine
die Problematik deutlich, denn offen- cullus stattfand. Dieser war davon kei- schon an der spontanen Einladung zur
kundig mussten die Gourmets der An- nesfalls überrascht oder in Verlegen- cena deutlich. Cicero und Pompeius
tike vor allem zunächst einmal tief in heit gebracht, da sich in seinem Haus waren noch öfter bei Lucullus zu Gast,
die Tasche greifen, wenn sie ein Gast- offenbar allabendlich Gelage zutrugen. auch in dessen anderen Villen außer-
mahl veranstalten wollten. Noch heute Da Lucullus’ Ruf eines stadtbekann- halb Roms. So etwa war Pompeius ein-
spricht man von «lukullischen Genüs- ten Gourmets in aller Munde war, ließ mal bei Lucullus in der tusculanischen
sen» oder einem «lukullischen Mahl», er sich nicht davon abbringen, seine Villa eingeladen, die «mit offenen, eine
um üppige und zugleich erlesene Spei- Gäste standesgemäß zu bewirten. Lo- weite Aussicht bietenden Speisesälen
sen zu charakterisieren (Abb. 5. 6). gistische Schwierigkeiten, auch kurz- und Wandelhallen» ausgestattet war
fristig ein Gastmahl zu organisieren, und so «das ideale Ambiente für gesel-
Ei ladu g zu Gast ahl ei hatte Lucullus nicht. Seine Stadtvilla lige Zusammenkünfte an lauen Som-
Lu ullus verfügte über mehrere Speisezimmer, merabenden bot» (Plutarch, Lucullus
Als Lucullus einmal auf dem Markt in denen der Preis des darin aufzutra- 39, 4). Pompeius kritisierte, dass die
umherschlenderte, kamen Cicero und genden Mahles festgesetzt war. Ein- Anlage bei Tusculum wohl im Win-
Pompeius auf ihn zu und luden sich ladungen und Gegeneinladungen wa- ter nicht bewohnbar wäre, worauf der

Abb. Beispiel eines römischen Gartens. Garten mit Vögeln, Brunnen und Maske; Fresko aus dem (aus der Venus; Pompeji, . Jh. n. Chr.

78
THEMENPANORAMA

Abb. 4
Lage der Gärten
des Lucullus («Horti
Lucullani»)

Hausherr in lässiger Weise antwor- Hausherr möglicherweise nur in klei- Lucullus ein üppiges Essen verlan-
tete, dass er nicht weniger Verstand nem familiären Kreis speiste: «Als er gen werde, weil niemand geladen sei,
als die Kraniche und Störche besäße [Lucullus] einmal alleine speiste und rief er: ‹Was sagst du da? Wusstest du
und deshalb natürlich mit den Jah- nur eine Tafel und ein mittelmäßi- nicht, dass heute Lucullus bei Lucullus
reszeiten auch seinen Aufenthaltsort ges Essen aufgetragen wurde, ließ er speist?›» (Plutarch, Lucullus 41, 3).
wechsle. den Sklaven rufen, der das unter sich )m Vordergrund stand vielmehr
Nachdem sich Lucullus aus dem po- hatte, und machte ihm Vorwürfe. Als das ständige Bemühen um das er-
litischen Leben zurückgezogen hatte, der sagte, er habe nicht geglaubt, dass neute Anreizen des Appetits der ge-
frönte er vor allem dem Bauluxus;
er kaufte stets neue Villen hinzu und
verschönerte seine Anwesen in Rom,
Tusculum, Neapel, Baiae und Puteoli.
Cicero und Pompeius zu Besuch bei Lucullus (Plutarch, Lucullus 41, 3–6)
Diese hatten stets extravagante Spei- Ü e setzu g Ko at )iegle
sezimmer, die dem Hausherrn dazu [Es] t ate ei al auf de Ma kt, o e [Lu ullus] si h oh e eso de e Ges häte auhielt,
Ci e o u d Po peius auf ih zu. Ci e o a ei e sei e este u d e t auteste F eu de
dienten, seine luxuriösen und üppigen
u d zu Po peius hate e z a seit eide Feldzüge i Asie ei gespa tes Ve hält is,
Gastmähler zu feiern, die dazu führ- do h plegte sie Ve keh u d sp a he öte s f eu dli h itei a de . Ci e o eg üßte ih
ten, dass Lucullus nicht wegen seiner u u d f agte, ie e ü e ei e Besu h dä hte, de sie ih a he ollte . Als Lu ul-
lus e tgeg ete, es passe ih o zügli h, u d sie ei lud zu ko e , sagte Ci e o: «Wi
militärischen Erfolge, sondern wegen
si d ge e e eit, heute das Mahl ei di ei zu eh e , a e u so, ie es s ho o gese-
seiner extravaganten Lebensweise be- he ist.» Als Lu ullus hie gege Ei ä de e ho u d e la gte, sie ö hte lie e ei e
kannt war (Abb. 5. 6). Tag späte ko e , ließe sie si h i ht da auf ei u d gestatete au h i ht, dass e it
de Die e sp a h, da it e i ht eh estellte als das s ho fü ih Vo gesehe e. Nu
so iel e lau te sie ih auf sei e Bite zu ei e de Die e i ih e Gege a t zu sage ,
Delikatesse i de ö is he dass e heute i Apollo speise olle; das a de Na e ei es de P u kzi e , u d da-
Kü he – Essge oh heite u d it hate e die Mä e s ho , oh e dass sie es e kte , ü e listet. De fü jedes Spei-
sezi e a ofe a de P eis des da i aufzut age de Mahles festgesetzt, u d jedes
Ko su e halte de ö is he hate sei eso de es Ges hi u d sei e eso de e Ausstatu g, so dass die Skla e , e
O e s hi ht sie hö te , o e speise olle, glei h usste , ie iel dafü auszuge e u d el he
Es genügte in aristokratischen Kreisen S h u k u d el he Ausstatu g zu eso ge sei. E plegte a e i «Apollo » fü fü fzig-
tause d Seste ze zu speise . Diese Su e u de au h jetzt ausgege e u d so stau te
nun nicht mehr, selbst bei einfachen
Po peius u d Ci e o e e so seh ü e die G öße des Auf a des ie ü e die S h elligkeit
Mahlen Maß zu halten, auch wenn sie de )u e eitu g A . .
nur aus einem Gang bestanden und der

79
ANTIKE WELT 1/19
FEINSCHMECKER DER ANTIKE – De kuli a is he Ge uss i ö is he )eit

ladenen Gäste. Dies zeigt sich in den als Erster Gänsefüße briet und sie zu- Bei Plinius dem Älteren hören wir,
aufgetischten Gerichten und der Prä- sammen mit Hahnenkämmen zuberei- dass Lucullus auf seinen Anwesen
sentation der Gänge und Speisen. Auf tete Varro, Über die Landwirtschaft 3, nach dem Vorbild des Fulvius Lippi-
die Spitze getrieben findet sich die- 6, 3; Plinius, Naturgeschichte 10, 52). nus Schutzgehege für Wildschweine
ses Spiel um Konkurrenzkampf, Sta- Auf den Gütern des Lucullus soll es und andere wilde Tiere errichten ließ,
tus und Genuss bei Petron im Gast- Vogelkäfige gegeben haben, in denen denn zu seiner Zeit war es bereits
mahl des Trimalchio aus neronischer er das ganze Jahr über Drosseln hielt, Sitte, zu Beginn eines Mahls meh-
Zeit. Nichts von dem, was auf den Tisch um ganzjährig einen genügenden Vor- rere Wildschweine im Ganzen zu ver-
kommt, ist das, was es zu sein scheint, rat ihres Fleisches vorrätig zu haben zehren. Eine vergleichbare, als Wild-
und jede Speise wird vom Empor- (Plutarch, Lucullus 40, 2; Plutarch, park bezeichnete Anlage stand in der
kömmling Trimalchio kommentiert. Pompeius ; Varro, Über die Land- Villa des (ortensius, einem Zeitge-
Ähnlich ergeht es Maecenas in den Sa- wirtschaft 3, 4, 3–8; Plinius, Naturge- nossen des Lucullus, zu der auch ein
tiren des Horaz, der mit einigen seiner schichte 8, 211). triclinium, also ein Speisezimmer, im
Anhänger bei dem Neureichen Nasi- )n seiner tusculanischen Villa hatte Freien gehörte; anzunehmen ist ein
dienus zu Abend isst. In der römischen Lucullus eine verglaste Vogelvoliere solches auch für Lucullus (Plinius, Na-
Oberschicht war es eher üblich, bei der errichten lassen, in die auch ein Spei- turgeschichte ,  f.; Varro, Über die
abendlich stattfindenden cena, dem sezimmer integriert worden war. Dort Landwirtschaft 3, 13, 2–3).
Abendessen, einen Appetitanreger, ein konnte er gemeinsam mit den gela- Lucius Licinius Murena soll als Ers-
aus mehreren Gängen bestehendes denen Gästen allerlei Vogelarten als ter auf die Idee gekommen sein, Fisch-
Hauptgericht und ein Dessert zu sich Speise einnehmen und dabei gleich- teiche zur Aufzucht von Fischen und
zu nehmen. Dies hat seinen Ausdruck zeitig die lebendigen Vögel beobach- Meerestieren auf seinen Anwesen
in der Augustus-Vita des Sueton gefun- ten. Offenbar hatte Lucullus allerdings anlegen zu lassen (Plinius, Naturge-
den, wo eine Begrenzung der Anzahl nicht bedacht, dass die Teilnehmer schichte 9, 170). Diese Praxis wurde
der Gänge bei den Gastmählern des der dort stattfindenden Gastmähler von einigen Gourmets übernommen,
ersten princeps von drei bis sechs er- sich am umherliegenden Vogelkot stö- die auch dieses kulinarische Hobby
scheint. Wenn auch nicht anzunehmen ren könnten, denn der Bau wurde all- ausufernd betrieben, wie etwa Quin-
ist, dass die Tafel des Augustus stets so gemein als unzweckmäßig empfun- tus Hortensius oder Caius Sergius
«spartanisch» ausfiel und es sich viel- den Varro, Über die Landwirtschaft 3, Orata, der seine eigenen Privatmeere
mehr um eine positiv konnotierte Dar- , . Marcus Terentius Varro entwi- unterhielt, wodurch seine Tafel im-
stellung des Augustus als Abgrenzung ckelte auf dem Gelände seiner Villa mer reich bestückt war. Letzterer war
zu seinen Nachfolgern handelt, lässt bei Canusium die Vogelvoliere mit es auch, der im Gebiet von Baiae Aus-
sich hier trotzdem die Praxis außer- Speisezimmer weiter, indem er Letz- ternbänke anlegte und die vom Lucri-
halb des Kaiserhofes nachvollziehen. teres nicht direkt in die Voliere integ- ner See stammenden Austern als die
Doch welche Delikatessen wurden rieren ließ. Es handelte sich um einen schmackhaftesten bezeichnete (Pli-
von der römischen Oberschicht auf- mit Netzen bespannten Säulengang, in nius, Naturgeschichte 9, 168; Macro-
getischt? Marcus Seius betrieb auf sei- dem die Vögel umherfliegen konnten, bius, Saturnalien 3, 15, 3).
nem Landgut bei Ostia eine Farm, auf während die Tischgemeinschaft da- Dieser kleine kulinarische Aus-
der er Luxusspeisetiere hielt, denn von getrennt in einem offenen Kup- schnitt aus den Speiseplänen der an-
Lucius Merula sah dort große Scharen pelbau speiste. Fisch- und Ententeiche tiken Gourmets mag genügen, um
von Gänsen, Hühnern, Tauben, Kra- waren ebenso vorhanden, sodass der deutlich zu machen, dass in der spä-
nichen, Pfauen, Siebenschläfern, Fi- eintretende Gast bereits ein Spektrum ten Republik längst nicht mehr nur
schen, Keilern und übrigem Jagdwild. des Genusses für Augen und Ohren er- das kulinarisch genossen wurde, was
Nach Plinius soll es entweder dieser hielt, bevor er den Speiseraum betrat in Italien heimisch war, sondern dass
Seius oder sein Zeitgenosse Metellus (Abb. 7). Dort bestand der Clou dann man durchaus Zeit und Geld in techni-
Scipio gewesen sein, der die Lebern in der Präsentation der Speisen, denn sche Neuerungen investierte, um die
seiner Gänse durch Stopfen vergrö- der Kuppelbau war mit einem Tisch größtmögliche Qualität der angebo-
ßerte und durch eine Mischung aus ausgestattet, den ein Sklave mittels ei- tenen Speisen sicherzustellen. So ist
Milch und Honig nach der Heraus- nes Rades rotieren lassen konnte, so es auch kein Wunder, dass gerade die
nahme noch weiter ausdehnte. Eine dass die Gäste von allen Delikatessen Angehörigen der Oberschicht auf die-
weitere Delikatesse aus Gänsen ist kosten konnten Varro, Über die Land- sem Gebiet tätig waren, denn schließ-
von Messalinus Cotta überliefert, der wirtschaft 3, 5, 9–17). lich hatten sie auch die materiellen

80
e
A
THEMENPANORAMA
THEMENPANORAMA

Abb. Verschiedene Früchte gehörten ebenso zu einem üppigen Mahl …

Abb. … wie auch Drosseln und Eier, die hier zusammen mit einem Mörser, einem Schöpflöffel und einem Weinkrug dargestellt sind. Wandmalereien
aus dem Haus der Iulia Felix in Pompeji; Neapel, Archäologisches Nationalmuseum; 1. Jh. n. Chr.

81
ANTIKE WELANTIKE WELT 1T 1//1199
FEINSCHMECKER DER ANTIKE – Der kulinarische Genuss in römischer Zeit

Möglichkeiten, Delikatessen aus aller Möglichkeiten hatte, auf der kulina- von Pfauen und Fasanen sowie Milch
Herren Länder, die sie während ih- rischen Bühne mitzuhalten. Nur die von Muränen, die von Kaiser Vitel-
rer militärischen Laufbahn kennenge- senatorische Führungsschicht besaß lius aufgetischt wurde (Sueton, Leben
lernt hatten, nach Italien zu bringen auch die Gelegenheit, exotische Spei- des Vitellius 13, 2), äußerst schmack-
und dort entsprechend kulinarisch zu sen auszuprobieren; fraglich ist aller- haft waren. Denn die Vorstellung
verwenden. Jedenfalls scheinen diese dings, ob sie auch dauerhaft in der des Verzehrs dieser Speisen erweckt
spätrepublikanischen Gourmets die römischen Küche Verwendung fan- eher Ekel als Genuss; dies liegt in
Grundlage für das Kochbuch des Api- den. Der Essensgenuss in römischer der Aussageabsicht der antiken Au-
cius geliefert zu haben, der von Pli- Zeit hängt ganz entscheidend mit der toren begründet, die entsprechende
nius als der größte «Schlemmer unter Repräsentation des Gastgebers zu- ekelbehaftete Nahrungsmittel dazu
den Feinschmeckern» angesprochen sammen. Denn je exotischer die auf- benutzten, um die jeweiligen Kaiser
wurde, da er Flamingozungen als äu- getischten Speisen, desto stärker zu diskreditieren.
ßerst delikat bezeichnet haben soll blieb man im kollektiven Gedächtnis Während also bei den griechischen
(Plinius, Naturgeschichte 9, 66). haften. Und dies war für einen An- Philosophen der Genuss beim Essen
Der verfeinerte Genuss in der Antike gehörigen der Führungsschicht weit im Vordergrund steht, der Garant für
war also gekoppelt an eine bestimmte wichtiger als der tatsächliche Genuss ein gutes und erfülltes Leben ist und
gesellschaftliche Schicht (Abb. 8). Man beim Essen. Man kann sich jeden- auch nicht zwangsläufig mit Extra-
darf mit Sicherheit davon ausgehen, falls schwer vorstellen, dass Gerichte vaganz oder Zügellosigkeit in Zusam-
dass die breite Masse der Bevölkerung wie eine Schüssel mit einer Mischung menhang stehen muss, findet sich in
des Imperium Romanum gar nicht die aus Leber von Papageifischen, Gehirn römischer Zeit ein anderes Genussver-

Abb. 7
Nichts Alltägliches auf dem Tisch
der kleinen Leute: Fische und
Enten; römisches Mosaik aus der
Casa del Granduca di Toscana in
Pompeji; Neapel, Archäologisches
Nationalmuseum; 1. Jh. n. Chr.
THEMENPANORAMA

Abb. 8 Wandmalerei mit einer Gastmahlszenerie aus Herculaneum; Neapel, Archäologisches Nationalmuseum, 1. Jh. n. Chr.

H. LEMKE, Ethik des Esse s. Ei füh u g i die Gast o-


ständnis. Die römischen Gourmets su- sophie .
Adresse des Autors
chen geradezu nach exotischen Spei- D . Ti o Klä
H. SCHNURBUSCH, Co i iu . Fo u d Bedeutu g a isto-
sen bzw. Kombinationen, die noch U i e sität des Saa la des
k ais he Geselligkeit i de ö is he A ike .
FR . Alte tu s isse s hate
niemand kennt. Dies führt dazu, dass I situt fü Alte Ges hi hte
D- Saa ü ke P. SCHOL), De Philosoph u d die Poliik. Die Aus ildu g
im Laufe der Zeit der Genuss beim Es- de philosophis he Le e sfo u d die E t i klu g
sen in den Hintergrund tritt. Denn je des Ve hält isses o Philosophie u d Poliik i .u d
Bildnachweis . Jh. . Ch . .
höher der Gastgeber auf der gesell- A . : akg-i ages; : akg-i ages / E i h Lessi g; : akg-
i ages / Al u / P is a; : Na h Hei i h Kiepe t, E. STEIN-HÖLKESKAMP, Das ö is he Gast ahl. Ei e
schaftlichen Werteskala steht bzw. ste- Atlas a i uus, Taf. IX; . : Sites & Photos / akg-i ages / Kultu ges hi hte .
hen möchte, desto wichtiger ist die Re- Sa uel Magal; : akg-i ages / A d é Held; : Be a d
Bo efo / akg-i ages.
präsentation des Gastgebers bei seinen W. TIET), Dile tus i o u . Esse i Disku s de ö i-
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mit 183 farb. und 18 s/w Abb., 21 Kt., Glossar, Bibliogr. von Clemens Klünemann. 2013. 14 Kt., 5 Zeichn. u. 13 Grundr., Bibliogr.,
u. Reg., 19,2 x 25,4 cm., Fadenh., geb. Theiss, Darmstadt. 224 S. mit Bibliogr., 14,5 x 22 cm, geb. 17 x 24 cm, Fadenh., geb. mit SU.
24,95 € | ISBN: 978-3-8062-3360-5 14,95 € | ISBN: 978-3-8053-4679-5 12,95 € | ISBN: 978-3-534-25707-2

Der ›Archäologische Kalender‹ ist legendär:


Ausgewiesene Kenner wählen die schönsten Motive der antiken Kulturgeschichte aus und erzählen ihre
Geschichte. Stilvoll, facettenreich und spannend. Statuen, Vasen, Schmuckstücke oder Gemälde:
Jedes einzelne dieser antiken Kunstwerke wird in dem zweiwöchigen Kalender zu einem Fest für die Augen
und - mit seiner genauen kunstgeschichtlichen Erklärung auf den Rückseiten - zu einer beeindruckenden Reise
in die größten Hochkulturen des Altertums.

Archäologischer Kalender 2019


2018. 24 S. mit 24 farb. Abb., 22 x 33 cm,
Spiralbindung. wbg Zabern, Darmstadt
19,95 € | ISBN: 978-3-8053-5151-5
ISLAMISCHE WELT EN IN DOHA – Das Museu of Isla i Art

Abb. 1 Das Museum of Islamic Art in Doha.

ISLAMISCHE WELT EN IN DOHA


Das Museum of Islamic Art

der o Persis he Golf u ge e , or e e hsel si h it Ru du ge


I n leichten Wellen schwappt der Per-
sische Golf gegen die künstlich auf-
ges hütete I sel, auf der das Museu
der Küste Dohas aus de Wasser ragt,
ist die Dauerausstellu g des Muse-
u d Kreise a . A geleh t a Silele-
e te isla is her Tradiio ie die
of Isla i Art MIA gege ü er de u s zu sehe . Die Sa lu g u fasst ge öl te De ke ele e te ist de
Fi a zdistrikt Dohas u d e e de S hritstü ke so ie O jekte ers hie- Tea u Pei ei oder u d edel
tradiio elle hölzer e Fis her ote de ster Materialie , daru ter Kera ik, wirkendes Design gelungen.
thro t. Vo de Blau des klare Hi - Elfe ei u d Holz. A ha d o fü f I Erdges hoss i det die aktu-
els he e si h die Ko ture des ha- S h erpu kthe e gliedert sie si h elle So derausstellu g ihre Platz.
rakterisis he Baus a der Küste der i die Berei he «Kalligraphie», «Mus- Vo MIA-Café aus, das gege ü er
Hauptstadt Katars a . Ei reiter gra- ter», «Natur isse s hat» u d «Fi- des Ei ga gs auf der a dere Seite
ifar e er Weg führt o der pal e - gure » so ie ei e hro ologis h u d des Erdges hosses liegt, fällt der
gesäu te Straße zu Ei ga g des geographis h orie ierte Reise egi - Bli k dur h die is zur De ke auf
Museu s. Das MIA eher ergt ei e e di . Jh. dur h das frühe Ara ie Höhe des z eite Sto k erks rei-
ei zigarige u d u fa grei he Sa - is i die Türkei des . Jhs. Sie führt chende Fensterfront unausweich-
lu g isla is her Ku st – her orgega - die Besu heri e u d Besu her dur h li h auf die Sk li e Dohas: S ol
ge aus de Kulture des Mitlere Córdo a, das itelalterli he Kairo u d für das aufstre e de La d Katar.
Oste s –, die de kulturelle Rei h- die Ge irgs elt Afgha ista s. O jekte, Die Dauerausstellu g ka i ei e
tu ge auso ie die kulturelle Vielfalt die i die )eit or de . Jh. daiere , Ru dga g o West- is i de Ost-
der isla is he Welt zeigt A . . si d i der Sa lu g i ht orha de . lügel oder the ais h gezielt e-
si higt erde . I gedi te Li ht
Die Sammlung si d die gezeigte Stü ke ges hi kt il-
Die O jekte der MIA-Sa lu g sta - Spot on … lu i iert u d kö e i is zur De-
e aus de )eitrau o . is zu Ni ht ur o auße , au h o i e ke rei he de Glas itri e o alle
. Jh. u d öf e de Bli k für die faszi iert die Ar hitektur des MIA: Seite etra htet erde . Die edle
Vielfalt der isla is he Welt u d ihre Vo der große Halle i )e tru des Ausstatu g der Räu e u d das ge-
Ku st. «Isla i Art» u fasst da ei e- Ge äudes führe z ei reite Trep- di te Li ht kreiere ei e fast s-
e ar häologis he O jekte au h pe i die o ere Sto k erke, i de- is he At osphäre, die ei e i ihre
Ku st erke der jü gere Verga ge - nen die Dauerausstellung zu sehen ist Ba zieht.
heit. Ü er z ei Etage des spektaku- A . . Es do i iert heller, glä ze - Ei es der pro i e teste O jekte
läre Museu s aus, e t orfe o der Stei i )usa e spiel it Me- der Sa lu g ist die ro ze e Bru -
Ne Yorker Star-Ar hitekte I. M. Pei, tall; klare Ka te u d iere kige For- e igur aus der Palaststadt Madi at

86
ANTIKE WELT 1/19
M USE E N IN A LLER WELT

al-)ahra, ahe Córdo a: Die dekora- lila e aillierter u d ergoldeter Glas- Syria Matters
i e, auf die Jahre is daierte ase , die i S rie u d Äg pte äh- «S ria Maters» ist der Titel der So -
Reh-Figur, aus dere Maul ei st ei re d des . u d . Jhs. hergestellt derausstellu g, die a . No e er
reiter Wasserstrahl ka , ist gut er- urde . Chi esis he Vogel oi e e- eröf et urde. «Willko e
halte A . . Sie ildete das Vor ild zeuge de ü erregio ale Ha del u d i S rie » z . «Friede für S rie »
für eitere sol her Bru e dekoraio- die loriere de Kera ik-, Metall- u d heißt es i ara is he Titel A . .
e – ei äh li hes Reh aus Bro ze ist Glasprodukio zur )eit der a u idi- S rie u d sei e Ges hi hte − die
i Museu i Córdo a zu estau e . s he D asie. Die Ca our-Vase ist lange zurückreichende sowie die der
Au h die sog. Ca our-Vase stellt daher au h Besta dteil der aktuelle letzte Jahre − e ege Jede u d Je-
ei eso ders ert olles O jekt der So derausstellu g i MIA, die si h e - de , ga z eso ders S rie s Na h-
MIA-Sa lu g dar. Sie gehört zu ei- plizit der Ges hi hte S rie s id et ar i Mitlere Oste , erklärt die
er klei e Gruppe ko alt- lauer u d A . . Direktori des MIA u d Co-Kuratori

ß  
Abb. 2
Über die große Treppe erreicht man die
Räume der Dauerausstellung im ersten und
zweiten Stockwerk.

Abb. In den edel ausgestatteten Ausstellungs-


räumen werden die Objekte durch warmes,
gezieltes Licht präsentiert. Die meisten von
ihnen können von allen Seiten betrachtet wer-
den. Hier zu sehen die bronzene Reh-Figur
von einem Brunnen der Palaststadt Madinat
al-Zahra, nahe Córdoba.

ANTIKE WELT 1/19


ISLAMISCHE WELT EN IN DOHA – Das Museu of Isla i Art

der So derausstellu g, Dr. Julia Go - ar. Ei ige Stü ke sta e a er S rie s )ugehörigkeit zu Os a i-
ella. Es erde S hlagli hter auf die au h aus der Türkei u d aus i ht- s he Rei h.
Ges hi hte u d das kulturelle Er e europäis he Lä der . Aus S rie )ur Vera s hauli hu g der ar häo-
S rie s, ei es der )e tre der a i- sel st sta e − ga z e usst − logis he Stäte o Aleppo, Da as-
ke Welt, ge orfe u d sei e Be- kei e Leihga e . Die So derausstel- kus u d Pal ra trage auf eso ders
deutu g für die Regio des Mitlere lu g legt de Fokus auf fü f i hige ei drü kli he Weise die auf große
Oste s u terstri he . )u sehe si d Phase der s ris he Ges hi hte: auf Lei ä de gezeigte D-Visualisie-
O jekte. Da o si d aus Pa- die s ris he Städte, die Ges hi hte ru ge ei. Sie zeige et a die a i-
ris u d or alle Berli e tliehe , o o Pal ra u d Da askus i Spe- ke Te pela lage Pal ras or u d
Julia Go ella iele Jahre Kuratori zielle , die E t i klu g S rie s u ter a h de )erstöru ge der Kriegsjahre
des Museu s für Isla is he Ku st de A u ide u d Ma luke so ie seit . Au h e die aktuelle po-
liis he Lage u d die E t i klu ge
der letzte Jahre so ohl Ausga gs-
Abb. Die Cavour-Vase ist sehr gut erhalten und prunkvoll: ein Highlight der Sammlung des MIA. als au h u er eidli h stä diger Be-
zugspu kt o «S ria Maters» si d,
ird die s ris he Ges hi hte e usst
je seits des Poliis he aufgear ei-
tet – oh e Frage ei e Herausforde-
ru g, die i Doha i sofer geli gt, als
dass sie de Besu heri e u d Besu-
her e plizit das kulturelle Er e S ri-
e s, de Appell a sei e Erhalt u d
sei e Strahlkrat i Mitlere Oste
or Auge führt. Diskussio e ü er
S huld u d S huldige erde ausge-
lasse : Das er ögli ht die Wahr eh-
u g u d Würdigu g S rie s, sei er
Verga ge heit u d sei er Me s he
aus ei er Perspeki e je seits der po-
liis he Krise. De o h: Sie lei t für
jede Besu heri u d jede Besu her
präse t. «S ria Maters» regt da it
zu Na hde ke a – i ht ur ü er
die Verga ge heit, so der au h ü er
die gege ärige Ko likte u d die
)uku t S rie s.

Das MIA – Grundstein und Teil


einer Vision
Das MIA präse iert sei e e erke s-
erte Sa lu g i ihrer aterielle
Vielfalt, die ihre Ursprü ge i z. T. eit
ausei a der liege de Regio e u d
)eite hat, u ter der Prä isse, edeu-
te de Werke isla is her Ku st zu e-
ahre u d zugä gli h zu a he . Es
a ht deutli h, dass die isla is he
Welt in ihrer lange zurückreichenden
Ges hi hte dur h iele Ei lüsse e-
a h arter Kulture ei er d a i-
s he E t i klu g u ter orfe ar,

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M USE E N IN A LLER WELT

Abb. 5
Blick in die
Ausstellung
«Syria Matters».

die i der isla is he Ku st ihre Aus- ge für S hulklasse u d Er a hse e Si ht als Welten herausstelle , i de-
dru k i det. Qatar Museu s, gegrü - a he das Museu zu ei e Ort der re Vielfalt die a der Küste Dohas
det , ildet die ü ergeord ete I - Wisse s er itlu g, des E tde ke s eher ergte Sa lu g sei e Besu-
situio , dere Presigeprojekt u d u d Ler e s. )u sei er Beso derheit heri e u d Besu her ei tau he
erstes Museu das MIA ist. QM hat trägt i ht zuletzt der MIA-Park ei. lässt. Das MIA öf et seit itler eile
ei e Visio : Katar soll ei e eige e, u - I Wüste kli a Dohas präge die Jahre tägli h sei e Tür zu diese
erke are Si e i de i Mitle- di hte Be auu g, iele Baustelle u d faszinierenden Welten.
re Oste u d i ter aio al geführte eiter außerhal die Wüste das Stadt-
Kulturde ate erde . Das MIA e - ild. Der ² große MIA-Park
gagiert si h seit u ehr Jahre für ist a das Museu a ges hlosse u d
das Verstä d is u d die A erke u g liegt i der Bu ht Dohas. U ge e
der isla is he Ku st u d trägt da it o Wasser lädt die it Gras ede kte Adresse der Autorin
E a Pas h M.A.
entscheidend zur Verwirklichung der Hal i sel i ht ur zu Pa ora a li k Redakio )eits hrite
ofe si ko u izierte Visio ei, i auf Dohas Sk li e ei : Hier ist Platz Wisse s hatli he Bu hgesells hat
Hi de urgstr.
den nächsten Jahrzehnten eine know- für Sportaki itäte , ei Café, ei e D- Dar stadt

ledge-based society i Katar zu s haf- Spielplatz u d ei e i er freitags


Bildnachweis
fe . Dazu gehört u. a., dass der Ei - u d sa stags stafi de de Basar. A . . . . : Cop right , The Museu of Isla i
trit i alle Musee o QM so ie der Das MIA ietet Rau für de Aus- Art, Doha; : E a Pas h.

Besu h der U i ersität Doha koste - taus h ü er isla is he Ku st o ih-


frei si d. I MIA erde regel äßig re A fä ge is heute. Es präse iert
Informationen zum Museum
Workshops a ge ote , Diskussio e , zahlrei he )eug isse des kulturelle Museu für Isla is he Ku st
Vorträge u d Führu ge era staltet. Er es der isla is he Welt. Sie er- Cor i he, Doha

Das seit estehe de Sipe dia- de erhalte u d ihre Bedeutu g,


Öffnungszeiten
te progra fördert de Austaus h au h i )usa e ha g it der ei- Sa–Do – Uhr, Fr . – Uhr
it i ter aio ale Na h u hs is- ge e , aio ale Kultur Katars, i s
Eintrittspreise
se s hatleri e u d - isse s hat- Gedä ht is gerufe . Diese Kulturgü-
Der Ei trit für das MIA u d alle a dere Musee i
ler , die si h it der isla is he Ku st ter zeuge o ei er Welt, die si h Katar ist frei.

es hätige . We hsel de Vera staltu - aus historis her u d zeitge össis her

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Rezensionen und Empfehlungen

SPA)IERGANG DURCH o Ha ah Mages, Rege s u g


DIE STADTGESCHICHTE
Ei iefe Bli k i Rege s u gs e egtes ei ge u de , odu h si h ei gut
K. Dietz / T. Fis he , Rege s u g zu Rö-
Le e u te ö is he He s hat. Dies st uktu ie tes Bild de ges hi htli he
e zeit. Vo Ro s ö dli hste Ga i-
so a de Do au zu e ste ai is he geli gt de eide Auto e Ka lhei z E eig isse e öf et.
Hauptstadt. S., du hgehe d fa ig Dietz, ehe als P ofesso fü Alte Ge- I zahl ei he e ilde te Ei s hü e
e ilde t, € , D . Ve lag F ied i h s hi hte a de U i e sität Wü z u g, i d ei Ei d u k o de Vielfalt de
Pustet, Rege s u g . u d Tho as Fis he , is P ofesso a häologis he Fu dstü ke gege e .
fü P o i zial ö is he A häologie Da ei e ühe die Auto e si h u
a de U i e sität Köl , auf a h oll- ei ögli hst ga zheitli hes Bild: So
zieh a e u d ei d ü kli he Weise. eziehe sie e e a häologis he
I ih e eue Pu likaio eh e Spu e au h sp a h- u d ku stge-
sie de Lese it auf ei e Spazie ga g s hi htli he E ke t isse it ei , ie
du h die Stadtges hi hte i ö i- et a die E tstehu g des Na e s
s he )eit u d lasse da ei au h i hige «Rege s u g». Beso de s he o zu-
Staio e des U la des i ht aus. he e ist de U sta d, dass si h die
So e de i ht u die Kastelle u d Pu likaio i ht u a Fa hi te -
Vi i i de u itel a e U ge u g e i htet, so de au h allge ei
esp o he , so de au h die E t i k- I te essie te du h ei e ei leite de
lu g des o e ge a is h- aeis he Ku zü e li k so ie allge ei e I fo -
Li es ha akte isie t. Die a häologi- aio e zu Militä ges hi hte u d de
s he Fu de e de a h ollzieh a ö is he Kaise zeit ei e fu die te
i ih e je eilige histo is he Ko te t Wisse sge i ietet.

ARCHÄOLOGIE UND o Mai Bo he t, Ma u g


HISTORISCHER KONTEXT
D ei Jah e a h de So de ausstellu g ei e ko se ue te isse s hatli he
Das golde e A tlitz des u eka te
Das goldene Antlitz des unbekannten Tiefe zu eige . Auf die Bes hätigu g
Makedo e kö igs. Makedo e u d
Kelte a Oh id-See − ei )usa e - Makedonenkönigs. Kelten und Make­ it de « akedo is he » Fu de
p all de Kultu e ?, h sg. o Wolfga g donen am Ohrid­See – ein Zusammen­ folge i . Teil die kelis he )eug is-
Da id it Beit äge o Pasko Kuz a prall der Kulturen? i Kelte Rö e se, die de Regio ih e i te kultu elle
u d Mijta Guši . S., du hgehe d Museu i Ma hi g hat de ehe a- Cha akte e leihe . Weite e, i ht
fa ig, € , D . S h ite des kelte
lige Leite des Museu s, W. Da id, i e kohä e t i de Gesa tauf-
ö e useu s a hi g, Ma hi g
. de dazugehö ige Ba d he aus- au ei ges ho e e A ikel stelle die
gege e . I )e t u stehe « ake- Ausstellu gso jekte i ei e g öße-
do is he» )eug isse aus de Regio e histo is he Ko te t, i de sie
Das goldene Oh id-See. De Höhepu kt ilde die et a a h de eth is he Ide ität
Antlitz des Beiga e i G a aus Oh id-Go a de Bestatete i Oh id-Go a Po ta
unbekannten Po ta , – , de e A t u d )ahl auf f age ode si h it de a ike Gold-
Makedonen- A gehö ige lokale Füh u gss hi hte a eit es hätige – ; – .
königs diese Regio s hließe lasse , – Ei Gesa tkatalog de ausgestellte
, , – . E st als ko te diese O jekte es hließt die Ausfüh u ge .
Fu de i Rah e de Ausstellu g De Ba d ist ei h a Ka te so ie
Makedonen und Kelten
am Ohrid-See –
ei e eite Öfe tli hkeit auße hal Fotog aie u d )ei h u ge de
ein Zusammenprall
der Kulturen?
Mazedo ie s gezeigt e de . Fu de, die du h ih e hohe Qualität
D. zei h et fü de i sgesa t este he . Ausstellu gs ä de ie
Ku z eit äge i Ba d e a t o t- diese ko t letztli h de Meh -
li h. A ikel Kuz a s – , Pe htls e t zu, a u te s hiedli hste O te
– so ie Guši s – eihe aube ah te a häologis he )eug isse
si h ei . Alle Beit äge ist ehe die ei e g öße e Pu liku auf Daue
Fu kio ei e e gä ze de Ü e si ht ges hlosse zugä gli h zu a he u d
zu u fa g ei he Bild ate ial als ähe zu i ge .

Zusätzliche Buchbesprechungen 90
i de Sie o li e auf u sere ANTIKE WELT 1/19
Leserportal. www.a ikewelt.de
BÜCHERSPIEGEL

DIE ANTIKE WELT-REDAKTION EMPFIEHLT

Jo as Fis he , Ha t ih iede u Theo de Fe te , G a e


altes kaputes )eug gefu de ? Ei i S ie / Diggi g i
gezei h etes G a u gstage u h. S ia. Ei e gezei h-
S. it zahl . A ., € , D. ete u d ge alte
g Theiss, Da stadt . Repo tage / A Repo t i
d a i gs a d pai i gs.
S., ü e . fa .
A ., € , D.
PeWe-Ve lag, Glad e k
.

)WEI GRABUNGSTAGEBÜCHER o A a O ke t, Mai z

«Die Fa tasie geht, die E fah u g ko t». Mit diese )itat I sei e z eisp a hige Bild a d Graben in Syrien / Digging
esü ie t Jo as Fis he sei e e ste G a u gse fah u ge , in Syria e itelt de Illust ato Theo de Fe te ei e Ei -
die e zei h e is h i sei e Bu h doku e ie t. Da ei li k i ei e G a u g i Nahe Oste . Das Bu h ist i The e -
e gä ze die eige e , ot als ga zseiige )ei h u ge sei- e ei he gegliede t u d die detail ei he )ei h u ge
e h o ologis h e fasste Be i ht, de de Lese o de e de o ku ze Ko e ta e egleitet. Ne e de Doku-
A fah t i Kiel ü e die G a u g i Stol i e i Molda ie e taio de G a u g e hält de Lese zude ei e Ei -
is hi zu Rü k eise it i t. Ne e ei e ausfüh li he d u k ü e die U ge u g u d de e Be oh e , de o alle
Ei li k i de A lauf ei e G a u g, es h ei t e au h du h ei ige kolo ie te A ildu ge e deutli ht i d. Die
sei e Ei d ü ke ü e La d u d Leute. Das Bu h ietet jede Illust aio e stehe ei deuig i Vo de g u d u d ge äh e
Lese ei e aufs hluss ei he u d u te haltsa e Bli k de Lese ei e sa hli he Bli k ei es Auße stehe de
i de Alltag u d die eso de e At ospä e ei e G a u g. auf ei e G a u g.

o P of. D . Ha t ut Küh e, Be li EINE FLUSSGESCHICHTE


The esa Blas hke, Euph at u d Tig is
Ei e Flussges hi hte o Euph at u d e talis he Na e o Euph at u d i Alte O ie t. Leipzige Alto ie talis-
Tig is ist ishe ede aus h d ologis h- Tig is, geog aphis he Ve o tu ge , is he Studie Ba d . XXII, S.,
geog aphis he o h aus histo is he Flussü e ue u ge , die Bedeutu g € , D . Ha asso itz Ve lag, Wies-
Si ht ges h ie e o de , o ohl de Flüsse als Wasse liefe a te u d ade .
diese Flüsse ei p äge de Besta dteil als G e ze so ie die Ei i du g i
de Me s hheitsges hi hte so ie de eligiöse Vo stellu ge u d P akike .
Kultu ges hi hte des Alte O ie ts u d Ei e Et ologisie u g ist a h ie o
Mesopota ie s si d. Be uhe d auf i ht ögli h. Die Wah eh u g de
de Keils h it uelle de d ei o h ist- Flüsse i de A ai e -Gesells hate
li he Jah tause de fü die ei e als Ü e luss i ge ist ausgep ägt,
s ste ais he Studie alle Fluss a e a e sie ge ieße kei e götli he
e e falls fehlt legt die Auto i ei e Status. Die Na hzei h u g ei e
o og aphis he A ha dlu g ü e die mental map geli gt dahe u a ähe-
Flüsse Puratu/Euph at u d Idiglat/ u gs eise. Die poliis he Bedeutu g
Tig is o , die allei s ho ege de de Flüsse i de alt esopota i-
s hie e A zahl de he a gezoge e s he Rei he ode als G e ze o
Quelle eei d u kt. I ei e seh Kultu äu e e folgt egleite d oh e
ützli he Ü e li k ü e die gege - sepa at the aisie t zu e de . A -
ä ige ph sis he Geog aphie u d die s hließe d i d die Wah eh u g de
Flussläufe e de ges hi kt Ve eise Flüsse i a de e Kultu e ie de
auf e iefe de A s h ite ü e Hethite , Äg pte , Is ael u d G ie-
histo is he Fluss et e lage u ge he la d diskuie t. Das Bu h ist ei e
u d ih e ökologis he, poliis he u d G u dlage a eit, die ei e Lü ke füllt.
soziöko o is he Rele a z ei ge aut. Es i d iele i te essie te Laie
Weite e S h e pu kte de A ha d- u d Fa hleute zu O ie ie u g u d
lu g si d die Et ologie de alto i- Be ei he u g ge ei he .

91
ANTIKE WELT 1/19
Bite ea hte Sie, dass si h die Ausstellu gsdate u d Öf u gszeite de ei zel e Musee ku zf isig ä de kö e .

BELGIEN Fotografien ermöglichen eine Erkundungsreise FRANKFURT AM MAIN


durch Syrien und lassen hoffen, dass damit manche Liebieghaus Skulpturensammlung
Rekonstruktion möglich sein wird. Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies
TONGEREN Geöf et: Mo–So – Uhr, Do – Uhr bis 10. Februar 2019
Gallo-Römisches Museum A Kupfergra e Geöf et: Di, Fr, Sa, So – Uhr,
Stonehenge – Das Ende des Mysteriums .s . useu .de Mi+Do – Uhr
bis 21. April 2019 S hau ai kai
Die Ergebnisse neuer archäologischer Untersuch­ .lie ieghaus.de
ungen geben Antworten auf die alten Fragen BONN
nach der Bedeutung, der Bauweise und den Erbau­ LVR-LandesMuseum Bonn
ern dieser berühmten Anlage. Eu opa i Be egu g. ‘eise i f ühe HAMBURG
Geöf et: Di–Fr – Uhr, Sa+So – Uhr Mitelalte Archäologisches Museum Hamburg
Kiele straat bis 12. Mai 2019 Ma gia a – Ei Kö ig ei h de B o zezeit i
.gallo-ro ei s useu . e Geöf et: Di–Fr, So – Uhr, Sa – Uhr Turkmenistan
Col a tstraße – bis 17. Februar 2019
.la des useu - o .l r.de Präsentiert werden die Ergebnisse der archäologischen
TREIGNES Forschungen, die in der antiken Metropole von
Musée du Malgré-Tout Gonur Depe unweit von Merw gr. Name: Margiana
Les Celtes entre Sambre et Meuse ELLWANGEN durchgeführt wurden: die von einem gewaltigen
bis 22. April 2019 Alamannenmuseum Ellwangen Mauerring umschlossene, ha große Stadtanlage
Die Ausstellung befasst sich mit den «Kelten zwischen Ve eh t, e e det, e gesse – Ala a e i mit Palast, Wohnarealen, (andwerkervierteln
der Sambre und der Maas». Die Objekte reichen Spa u gsfeld o Poliik u d )eitges hi hte und Nekropolen. Ergänzt werden die Funde – u. a.
von der späten Bronzezeit um v. Chr. bis zur bis 28. April 2019 Prunkwagen, Schmuck, Waffen und Gefäße aus
römischen Eroberung. Alamannen oder Alemannen? Die Ausstellung Silber und Gold – durch eindrucksvolle Aufnahmen
Geöf et: Mo–Fr . – . Uhr, untersucht nicht nur die unterschiedliche Schreib­ von (erlinde Koelbl, die Landschaften und archäo­
Sa+So . – Uhr weise, sondern auch die wechselnde Bedeutung logische Denkmäler zeigen.
Rue de la Gare und historische Entwicklung der beiden Begriffe. Geöf et: Di–So – Uhr
. useedu algretout. e Geöf et: Di–Fr – Uhr, Sa+So – Uhr Museu splatz
Haller Straße .a h.de
.ala a e useu -ell a ge .de Anschließend in Mannheim, Museum Weltkulturen,
.  .– .  .  .

DEUTSCHLAND FRANKFURT AM MAIN


Archäologisches Museum HAMM
Gold & Wein – Georgiens älteste Schätze Gustav-Lübcke-Museum
AUGSBURG bis 10. Februar 2019 Mythos Germanien
Römerlager im Zeughaus Neue archäologische Forschungsergebnisse deutsch­ bis 14. Juli 2019
Sein und Schein. Schmuck im römischen georgischer Kooperationsprojekte sowie zahl­ Gezeigt wird das Germanenbild, das im Dritten Reich
Augsburg reiche Funde beleuchten die kulturelle Entwicklung für politisch­ideologische Zwecke instrumentalisiert
bis 24. Februar 2019 Georgiens von etwa v. Chr. bis – wurde. Schulwandbilder und ­karten aus dieser
Die von Studenten konzipierte kleine Schau gibt v. Chr. Zeit und die damals in (amm gezeigte Wanderaus­
einen Überblick über Schmuckhandel und Geöf et: Di–So – Uhr, Mi – Uhr stellung «Lebendige Vorzeit in Reich und (eimat»
­herstellung in Augsburg vor allem während der Kar elitergasse geben einen Einblick in die nationalsozialistische
römischen Kaiserzeit. .ar haeologis hes- useu .fra kfurt.de Ideologie.
Geöf et: Di–So – Uhr s. a. die Beiträge in AW / , S. – . Geöf et: Di–Sa – Uhr, So – Uhr
Zeugplatz Neue Bah hofstraße
ku stsa lu ge - usee .augs urg.de .ha .de/gusta -lue ke- useu .ht l
FRANKFURT AM MAIN
Museum Giersch der Goethe-Universität
BERLIN Faszi aio de Di ge. We te elt eit i A häo- HILDESHEIM
Bode-Museum logie und Ethnologie Roemer- und Pelizaeus-Museum
bis 24. Februar 2019
) ei Ka ele u d ei Heilige . Das a ike Pilge - Nachwuchswissenschaftler untersuchten, wofür Kultu e e i Gefah . Afgha ista
zentrum Abu Mina in Ägypten und auf welche Weise antike Gebrauchs- und bis 17. Februar 2019
bis 31. Januar 2019 Kunstgegenstände hergestellt wurden und welche Dieses neue Ausstellungsformat besteht aus den drei
In Abu Mina, in der Nähe von Alexandria, entstand Aussagen über die Menschen, ihre Gesellschaft und Komponenten Objekte, Erfahrungen und Begeg­
im . Jh. n. Chr. um das Grab des (eiligen Menas ihre Zeit daraus abgeleitet werden können. nungen: ausgewählte antike Funde aus Afghanistan,
ein christliches Pilgerzentrum. Zu sehen sind Bau­ Geöf et: Di–Do – Uhr, Fr–So – Uhr Fotos des (ildesheimers Jochen Blume von seiner
skulpturen, Pilgerandenken und Alltagsobjekte S hau ai kai Afghanistanreise und Geschichten von Menschen
aus dem Bestand des Museums für Byzantinische . useu -giers h.de aus Afghanistan, die in (ildesheim leben. Diese
Kunst. Idee wird in den kommenden Jahren fortgesetzt mit
den Ländern Jemen und Sudan .
5 Jah e Mü zka i et. Mü ze , Medaille ,
Menschen Irrtümer & Fälschungen der Archäologie
bis 27. Oktober 2019 bis 26. Mai 2019
Vorgestellt werden die Sammler, Vorbesitzer,
Münzforscher und Mäzene, die zur Entstehung des Geöf et: Di–So – Uhr
Münzkabinettes vor 150 Jahren beigetragen A Stei e –
haben. .rp useu .de

Geöf et: Di+Mi – Uhr, Do – Uhr,


Fr–So – Uhr HILDESHEIM
A Kupfergra e Stadtmuseum
.s . useu .de De S hatz! 5 Jah e Hildeshei e Sil e fu d
bis 28. April 2019
Zur Erinnerung an den -teiligen Silberfund vom
BERLIN . Oktober werden neuere Forschungen
Pergamonmuseum und Analysen zu den (erstellungstechniken, dem
Kultu la ds hat Sy ie . Be ah e u d A hi ie- Gebrauch, seinem Besitzer und der Auffindung
ren in Zeiten des Krieges vorgestellt. Neben zahlreichen Kopien können auch
28. Februar bis 26. Mai 2019 «Faszination der Dinge»: Ton-Antefix mit Gorgo, aus sechs Originale aus der Antikensammlung Berlin, in
Ein Einblick in das digitale Archiv des «Syrian Capua, Ende . Jh. v. Chr. © Archäologisches Museum der die Funde seitdem zu sehen sind, als temporäre
(eritage Archive Project» sowie Objekte, Filme und Frankfurt). Leihgaben bewundert werden.

92
ANTIKE WELT 1/19
AUSSTELLUNGSKALENDER

Geöf et: Di–So – Uhr SPEYER


Markt Historisches Museum der Pfalz
.stadt useu -hildeshei .de Vale i ia I. u d die Pfalz i de Späta ike
bis 11. August 2019
Geöf et: Di–So – Uhr
KARLSRUHE Do platz
Badisches Landesmuseum . useu .spe er.de
Myke e – Die sage hate Welt des Aga e o s. a. den Beitrag in AW / , S. .
bis 2. Juni 2019
Geöf et: Di– So – Uhr
S hloss STUTTGART
.la des useu .de La des useu Wü te eg
s. a. die Beiträge in AW / , S.  ff. Faszi aio S h e t «Claudius»: Statue des
bis 28. April 2019 Claudius, um n. Chr.,
Das Schwert wird seit Jahrtausenden von den Menschen aus Gabii, Musée du
MANCHING als tödliche Waffe, Grabbeigabe oder wertvolles Louvre, Département
des Antiquités Grecques,
kelten römer museum Prestigeobjekt verwendet. Exponate – Originale Etrusques et Romaines
Die Bilde elt de Kelte aus mehreren Jahrhunderten, Repliken aus Serien © RMN-Grand Palais
verlängert bis 24. Februar 2019 und Computerspielen, Kunstwerke, (andschriften, [musée du Louvre] / (er­
Da die Dauerausstellung der Archäologischen (ollywood-Plakate – zeigen die bis heute ungebro­ vé Lewandowski .
Staatssammlung in München seit wegen einer chene Faszination.
umfangreichen Generalsanierung geschlossen Geöf et: Di–So – Uhr, Do – Uhr
ist, werden die keltischen Funde zur Zeit in Manching S hillerplatz v. Chr. außerhalb )taliens in Lugdunum Lyon
gezeigt. .la des useu -stutgart.de zur Welt und wurde nach Caligulas Ermordung über­
Geöf et: Di–Fr . – Uhr, Sa+So – Uhr raschend per Akklamation durch die Prätorianer
I Erlet Kaiser – n. Chr. . Mit über Werken
. useu - a hi g.de TÜBINGEN – Statuen, Reliefs, Kameen und Münzen, Objekten
Museum der Universität Tübingen, Schloss des täglichen Lebens, (istorienmalerei – werden
Hohentübingen das Leben und die (errschaft nachgezeichnet.
MANNHEIM A ike ‘olle ilde . We t o stellu ge i Mü z- Geöf et: Di–So – Uhr, Fr . – Uhr
Reiss-Engelhorn-Museen bildern pla e des Terreau
bis 8. Februar 2019 . a-l o .fr
Mumien – Geheimnisse des Lebens Geöf et: Mi–So – Uhr, Do – Uhr
bis 31. März 2019 Burgsteige
Die große Mannheimer Mumienausstellung von .u i useu .u i-tue i ge .de PARIS
ist nach mehrjähriger Reise zurück und wird Musée du Louvre
in neuer und erweiterter Form präsentiert. Zahlrei­ U e d Italie. La olle io du a uis Ca pa a
che neue Forschungsergebnisse und viele in Mann­ WITTELSHOFEN bis 11. Februar 2019
heim bisher nicht gezeigte Mumienfunde werfen LIMESEUM «Der Traum von Italien» ist eine gemeinsame
einen besonderen Blick auf die Mumienforschung. Iuppiter und Co Ausstellung des Musée du Louvre in Paris und der
bis 5. Mai 2019 Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg. Zu
Stei h a t – Altägypis he Gefäße o e ige Geöf et: Di–Fr – Uhr, Sa+So – Uhr sehen sind über Werke aus der ehemaligen
Schönheit Rö erpark Rufe hofe Sammlung des Giampietro Campana – ,
bis 10. Februar 2019 .roe erpark-rufe hofe .de der größten Privatsammlung des . Jhs. mit
Ergänzend zur großen Mumien-Ausstellung sind rund .li eseu .de   antiken und modernen Werken, die nach
kostbare Steingefäße aus der prädynasti- der Beschlagnahme hauptsächlich in diese beiden
schen Zeit bis ins Mittlere Reich – v. Chr. Museen gelangten.
zusammengestellt worden. Sie sind aus gemaserten Geöf et: Mo, Do, Sa, So – Uhr,
und farblich herausragenden Gesteinsarten wie FRANKREICH Mi+Fr – . Uhr
Basalt, Brekzie, Grauwacke oder Diorit hergestellt, Rue de Ri oli
die schwer zu bearbeiten sind. .lou re.fr
LYON
Geöf et: Di–So – Uhr Musée des Beaux-Arts
.re . a hei .de Claude, u e pe eu au desi si gulie
bis 4. März 2019 GRIECHENLAND
Die Ausstellung «Claudius. Ein Kaiser mit einem
MÜNCHEN einzigartigen Schicksal» beabsichtigt, das negative
Staatli he A ike sa lu ge Bild dieses römischen Kaisers zu revidieren und ATHEN
S hi e de K üge o E z ihn auch als umsichtigen und fähigen (errscher zu A häologis hes Naio al useu
bis 3. Februar 2019 würdigen. Als erster römischer Kaiser kam er Οι α έ ες ό εις ο Ω αίο
Die Gefäße aus Bronze, Silber oder Gold griechi­ bis Mai 2019
scher, etruskischer und römischer Toreuten zeigen «Die unzähligen Aspekte des Schönen» ist die dritte
mit ihren unterschiedlichen Gefäßformen und und letzte Ausstellung anlässlich des 150­jährigen
figürlichem Dekor eine meisterhafte (andwerks­ Jubiläums des Museums. Die archäologischen Funde
kunst der Antike. zeigen Darstellungen antiker Mythen von Aphro­
Geöf et: Di–So – Uhr, Mi – Uhr dite oder Adonis, die Schönheit des menschlichen
Kö igsplatz Körpers und besondere Objekte zum Schönsein wie
.a ike-a -koe igsplatz. .de Kleidung, Frisuren, Schmuck, Parfümfläschchen.
Geöf et: Mo – Uhr, Di–So – Uhr
Paissio Straße
POTSDAM . a useu .gr
Museum Barberini
Göte des Oly p. Aus de D esd e Skulptu e -
sammlung ATHEN
bis 17. Februar 2019 Kykladenmuseum
Eine Auswahl antiker Götterstatuen aus der Κ ή . Τ εις α αίες ό εις α εύο :
Dresdner Skulpturensammlung veranschaulicht Α έ α – Ε εύθε α – Κ σός
die Entwicklung der griechischen Bildhauerkunst, «Götter des Olymp»: bis April 2019
die )konographie der Gottheiten und die antike sog. Dresdner Zeus, «Kreta. Drei antike Städte erstehen wieder: Aptera,
– n.Chr. © Staat­
Mythologie. liche Kunstsammlungen Eleutherna, Knossos» ist der Titel einer neuen
Geöf et: Mo, Mi–So – Uhr Dresden, Skulpturen­ großen Ausstellung, die Entstehung, Entwicklung
Hu oldtstraße – sammlung. Photo: (.-P. und Niedergang dieser Orte anhand der neueren
. useu - ar eri i. o Klut / E. Estel . Ausgrabungen und Forschungen untersucht.

93
AUSSTELLUNGEN-
EXTRA
ZÜRICH

Archäologische Sammlung
der Universität
»Exekias hat mich gemalt Abb. 1 Blick in die Ausstellung in der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich.

u d getöpfe t«
bis 31. März 2019
Geöf et: Di–Fr – Uhr, Jubiläums-Sonderausstellung in der Archäologischen
Sa+So – Uhr
Rä istraße Sammlung der Universität Zürich
.ar haeologie.uzh. h/de/sa lu g/
So derausstellu ge .ht l
»EXEKIAS HAT MICH GEMALT UND
GETÖPFERT«
o Prof. Dr. Christoph Reusser s he Sa lu g, Jah e P ofessu
fü Klassis he A häologie, Jah e

G riechische Kunst in höchster Voll-


endung!
Stolz, it so gfälig ausgefüh te
A häologis hes I situt, heute Fa h-
bereich Klassische Archäologie) in
einer eigenen Schau einem größeren
Buchstaben und in metrischer Form Pu liku p äse ie t. No h ie si d
signiert der führende athenische Ma- so viele Werke dieses außergewöhnli-
le u d Töpfe des itle e . Jhs. chen Künstlers gemeinsam ausgestellt
. Ch . ei ige sei e he o age d worden und können hier im Original
gedrehten und anschließend mit an- di ekt itei a de e gli he e de .
sp u hs olle u d i o ai e Bil- Zusammen mit einem gut erhal-
de e alte To gefäße. tenen Vasenpaar in Schweizer Privat-
Exekias, der in archaischer Zeit besitz und Werken aus anderen
i Athe le te u d i do ige Töp- Schweizer Sammlungen wird in der
ferviertel, dem Kerameikos, arbei- Ausstellu g ei e ep äse tai e Aus-
tete, zählt zu den herausragenden wahl von Werken des Meisters und
Meiste sei es Fa hes. E e kö pe t seines engeren Umfeldes aus mehre-
Abb. 2 Bauchamphora des Exekias,
um v. Chr., stürzender Wagen. Schweizer die s h a zigu ige Male ei auf ih- e edeute de A ike usee
Privatbesitz. rem technischen und künstlerischen in Deutschland (Berlin, Karlsruhe,
Höhepu kt. E ekias a ei e de e s- München), Frankreich (Boulogne), Ita-
ten signierenden griechischen Vasen- lien (Orvieto, Rom), Schweden (Lund)
ale u d hat et a ei D itel sei e u d de USA Philadelphia gezeigt.
Werke als Töpfer, als Maler oder Qualität, Erhaltung, Gefäßform und
als beides signiert, was einen gewis- Bildthe aik si d die K ite ie , die zu
se Stolz ü e sei e Fe igkeite aus- der Auswahl der 23 Werke geführt
d ü kt. Sei e heute o h e halte e ha e . Gefäße u te s hiedli he Fo
Werke – es sind nur etwas über vier- und meist größeren Formats, wie sie
zig Gefäße von ihm bekannt, teilweise fü E ekias ha akte isis h si d, e -
f ag e ie t u d ü e Musee i itel ei ei d ü kli hes Bild o sei-
der ganzen Welt verstreut – belegen e S hafe . I de Ausstellu g e -
auf höchst eindrucksvolle Weise, was den sie ergänzt um einzelne Vasen aus
moderne Betrachter mit ihm verbin- de We kstat, i de e ohl gele t
den: Monumentalität, Originalität, hat, u d o Male , die e eei lusst
P äzisio , Ku sfe igkeit u d Wü de. ha e kö te.
Ein Blick auf die in der Ausstellung Ein umfangreicher, mehrsprachiger,
p äse ie te Meiste e ke dieses reich illustrierter Katalog, der neben ei-
Künstlers kann die Beurteilung dieser ner eingehenden Beschreibung der aus-
Vase als he aus age de We ke a i- gewählten und ausgestellten Werke des
ke g ie his he Ku st u estäige . Meisters auch ergänzende einführende
Abb. Bauchamphora des Exekias, um
v. Chr., Wagenausfahrt. Orvieto, Museo
Das Oeuvre des Exekias wird in Zü- Essa s zu ais he Vase ku st i
Etrusco Claudio Faina. rich zum ersten Mal aus Anlass dreier itle e . Jh. . Ch ., zu kü stle is he
u de Ju iläe de Klassis he A häo­ Entwicklung und zur Bilderwelt des
logie an der Universität Zürich Exekias und den Fundorten seiner
© Fotos: Archäologische Sammlung der Uni-
e sität )ü i h / F a k To io.
Jah e E öf u g de A häologi- We ke e thält, egleitet die Ausstellu g.

94
ANTIKE WELT 1/19
AUSSTELLUNGSKALENDER

Geöf et: Mo, Mi, Fr, Sa – Uhr, Do – Uhr, Die Ausstellung «Das Rom der Könige» wirft einen nubischen Pyramiden, wie z. B. die der Gemahlinnen
So – Uhr Blick auf die älteste Phase der Geschichte Roms: der Könige Pianchi und Schebitko.
Vasilissis Soias u d Irodotou die Stadtentwicklung, die Religion, das Alltagsleben, Geöf et: Di–So – Uhr
. ladi .gr die technischen Fertigkeiten, die kulturellen Kontakte. Bri k
Geöf et: Di–So . – . Uhr .dre ts useu . l
Piazza del Ca pidoglio
. usei apitoli i.org
GROSSBRITANNIEN LEIDEN
Rijksmuseum van Oudheden
ROM Gode a Egypte
BIRMINGHAM Musei Vai a i bis 31. März 2019
The Ba e I situte of Fi e A ts / Coi Galle Wi kel a . Capola o i difusi ei Musei «Die Götter Ägyptens» werden mit ca. Objekten
The Last ‘o a . Peasa t to E pe o Vai a i – Statuen von Göttern, Reliefs, Stelen und Papyri –
bis 14. April 2019 bis 9. März 2019 aus niederländischen und anderen europäischen
Die Ausstellung «Der letzte Römer. Vom Bauern Ein spezieller Rundgang führt innerhalb der Vati­ Museen vorgestellt
zum Kaiser» stellt das Leben und Wirken des Kaisers kanischen Museen zu 21 Arealen mit den 50 Meister­ Geöf et: Di–So – Uhr
)ustinianus reg. – vor. werken, die für Johann Joachim Winckelmann und Rape urg
Geöf et: Di–Sa – Uhr, So – Uhr seine Schriften besonders wichtig waren. Dabei sind .r o. l
U i ersit of Bir i gha vor allem die Publikationen Winckelmanns aus
. ar er.org.uk der Biblioteca Apostolica Vaticana hervorzuheben.
Geöf et: Mo–So – Uhr
Viale Vai a o SCHWEIZ
OXFORD . usei ai a i. a
The Ashmolean Museum
A i ous: oy – ade – god BASEL
bis 24. Februar 2019 ROM A ike useu Basel u d Sa lu g Lud ig
Geöf et: Di–So – Uhr Parco archeologico del Colosseo Na kt! Die Ku st de Blöße
Beau o t Street ‘o a U i e salis. L i pe o e la di asia e uta bis 28. April 2019
.ash olea .org dall Af i a Anhand ausgewählter Beispiele aus der eigenen
bis 25. August 2019 Sammlung wird die Nacktheit in der antiken
Die Ausstellung über das Römische Reich und Kunst vorgestellt und ihre Bedeutung und Wirkung
LONDON die Dynastie der Severer erstreckt sich vom Kolos­ aufgezeigt.
The B iish Museu seum über das Forum Romanum bis zum Palatin Geöf et: Di–So – Uhr
I a Ashu a ipal: ki g of the o ld, ki g of und beleuchtet neben der Geschichte dieser Zeit St. Al a -Gra e
Assyria besonders die Reformen der severischen Kaiser und .a ike useu asel. h
bis 24. Februar 2019 die Marmorplatten der Forma Urbis Romae. Erst­ s. a. den Beitrag in AW / , S. .
Durch die einmalige Sammlung assyrischer Schätze mals sind die Marmorbüsten aus den sog. Thermen
im British Museum – erweitert durch seltene Leih­ des Elagabal im «Romulus­Tempel» ausgestellt und
gaben – kann das Leben des Assurbanipal Aššur- ebendiese «Terme di Elagabalo» zu besichtigen. VALLON
bāni-apli erzählt werden, der sich selbst als «König Zum Rundgang gehören weiterhin der Vicus ad Musée Romain Vallon
der Welt, König von Assyrien» bezeichnete. Carinas, die Domus Augustana, die Domus Severiana, Des hif es ou des let es. Co pte , al ule ,
Geöf et: Mo–So – . Uhr das Stadion und die Vigna Barberini. esu es à l po ue o ai e
Great Russell Street Geöf et: Mo–So . – . Uhr bis 24. Februar 2019
. riish useu .org Piazza del Colosseo In der Ausstellung «Zahlen oder Buchstaben. Zählen,
htp://ar heoro a. e i ulturali.it rechnen, messen in römischer Zeit» geht es um
Entstehung und Entwicklung der römischen Zahlen­
symbole: um die Zeitrechnung, um das Messen
ITALIEN TURIN und Wiegen sowie um das Geldzählen.
La Venaria Reale Geöf et: Mi–So – Uhr
Ercole e il suo mito Carig a
POMPEII bis 10. März 2019 . usee allo . h
A i ua iu Geöf et: Di–Fr – Uhr, Sa+So – . Uhr
Alla ricerca di Stabia Piazza della Repu li a
bis 31. Januar 2019 .la e aria.it ZÜRICH
«Auf der Suche nach Stabia» ist eine Entdeckungs­ s. a. den Beitrag in AW / , S. ff. KULTURAMA. Museu des Me s he
reise durch die Geschichte des antiken Stabiae: Wer is(s)t denn da? 80 000 Jahre Essen und
Dabei stehen besonders die Funde aus der Nekropole Trinken
von Madonna delle Grazie und dem außerstädti­ bis 4. August 2019
schen (eiligtum von Privati im Mittelpunkt. NIEDERLANDE Geöf et: Di–So – Uhr
Geöf et. Mo–So – Uhr E glis h iertelstraße
.po peiisites.org htp://kultura a. h
ASSEN
Drents Museum
RAVENNA Nu ië – La d a de ) a te Fa ao s
lassis a e a. Museo della ità e del bis 5. Mai 2019 SPANIEN
territorio )n der Schau «Nubien – Land der Schwarzen Phara-
Neue öf u g onen» werden Objekte gezeigt, die alle aus
Für das neue Museum in Ravenna wurde eine der Nubischen Sammlung des Museum of Fine Arts in MADRID
ehemalige Zuckerfabrik um­ bzw. ausgebaut und Boston stammen. Bemerkenswert sind die Funde Museo A ueológi o Na io al
beherbergt nun die Funde der letzten Jahrzehnte aus der Pyramide des Königs Taharqa aus dem Jahr Galaicos. Un pueblo entre dos mundos
aus dem (afen von Classe sowie ein Forschungs- v. Chr. und prächtiger Goldschmuck aus anderen bis 3. Februar 2019
und Ausbildungszentrum. Nicht unweit davon «Die Gallaeker. Ein Volk zwischen zwei Welten» ist
ist schon 2015 ein kleiner archäologischer Park eine Ausstellung, die das reiche kulturelle Erbe
Antico Porto. Parco Archeologico di Classe, «Nubien»: der Vorgeschichte von Galizien mit einer Auswahl
www.parcoarcheologicodiclasse.it) eröffnet worden. Armband mit repräsentativer archäologischen Objekte präsentiert.
Via Classe se Bildnis (athors, Geöf et: Di–Sa . – Uhr, So . – Uhr
.ra e a i a.it – v. Chr., Calle de Serra o
(arvard Uni­ . a .es
versity­Boston,
Museum of Fine
ROM Arts Expedition
Musei Capitolini © Museum Hi eise auf So derausstellu ge
La ‘o a dei ‘e of Fine Arts, kö e Sie ger e a diese Adresse s hi ke :
bis 27. Januar 2019 Boston). ak@ g- isse er i det.de

95
VORSCHAU

DAS NÄCHSTE HEFT ERSCHEINT


ANTONINUS PIUS
AM 15.3.2019
2.19
)eits hrit für
TITELTHEMA
Ar häologie u d
Kulturges hi hte

VOM SINN UND UNSINN EINER o Christoph Mi hels


BIOGRAPHISCHEN PERSPEKTIVE
AUF ANTONINUS PIUS

VOM SEGEN DER POLITISCHEN o To io Höls her


KONSTAN). DIE ÖFFENTLICHE PRÄ�
SENTATION DES ANTONINUS PIUS

RELIGIÖSE STRÖMUNGEN o Wolfga g Spi ker a


UND KAISERKULT UNTER
A to i us ANTONINUS PIUS

Pius E 12,80 (D)


E ,– A / sFr ,–
PERSONIFIKATIONEN AUF DEM
PARTHERDENKMAL IN EPHESOS
o Ali e La dskro
www.anikewelt.de

ÄGYPTEN ÖSTERREICH TADSCHIKISTAN


S aragd i e i Neue Erge isse der Ei Heiligtu i
der Ost üste Geoprospekio i helle isis he «Fer e
Car u tu Oste »

IMPRESSUM

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Weitere I halte u d
Redakio : E a Pas h, Ga riele Le ek Titelthe a , Leserser i e: IPS Date ser i e G H
Dr. A e o e )s hätzs h Ausstellu gskale der . Posfa h
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A o e e tpreis Hete jährli h u d z ei zusätzli he
So derthe e hete :
€ ,– D / € ,– EU / € ,– Welt i kl. Porto
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Prof. Dr. Ha s-Joa hi Gehrke, Frei urg Alte Ges hi hte , Er äßigtes Stude te a o e e t:
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Ro Klassis he Ar häologie , Prof. Dr. Tho as O. Höll a , Preis der Ei zel u er: € , D zzgl. Porto. *ggf. zzgl. M St.
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Ur- u d Frühges hi hte , Dr. Ralf-B. Wartke, Berli Ar häologie Sparkasse Dar stadt
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ANTIKE WELT ers hei t se hs al jährli h ei der WBG La des Hesse u d ird i Register der Stadt Dar stadt geführt.
Wisse s hatli he Bu hgesells hat .
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Bu h | Literatur | Wisse s hat Redakio dar.
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Tel. / der WBG er ögli ht.
Fa /
Lithos: La out l Satz l Bild, Ge si ge
e- ail: hk@ha e-k i k a .de Dru k: Süddeuts he Verlagsgesells hat Ul
.ha e-k i k a .de
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)urzeit gelte die Mediadate , gülig seit Septe er . ISSN: - -X; ISBN: - - - - ;- - PDF

96
ANTIKE WELT 1/19
GEFLÜGELTE WORTE

)ITATE AUS DER ALTEN WELT – WOHER SIE KOMMEN UND WAS SIE BEDEUTEN

TEMPORA MUTANTUR, ET NOS


MUTAMUR IN ILLIS von Klaus Bartels

«Die Zeiten wandeln sich …»

W ar es früher esser oder s hle hter u Ele d u d Wohlsta d, Krieg u d Friede , U terdrü ku g
u d Freiheit estellt? U d gehe ir jetzt essere oder s hle htere )eite e tgege ?
A der Frage s heide si h die Geister, die Pessi iste u d die Opi iste ; a er i ei e gelügel-
Die Zitate
O id, Meta orphose ,
– Corippus, Joha is ,
te Wort ko e sie ü erei : «Tempora mutantur», «Die )eite ä der si h». u d – Dra o ius, De
laudi us Dei ,
Das latei is he Wort fällt als der erste Hal ers ei es He a eters i s Ohr; a er so kurz u d ü dig
i det es si h ei kei e der alte Klassiker. I erhi lasse si h z ei Stelle ezei h e , o
de e dieses «Tempora mutantur» u d sei e selte er ziierte Ergä zu g «… et nos mutamur in illis»,
«… u d ir ä der u s i ih e », aufgeloge sei öge . Die ei e lese ir, i ht er u derli h,
i de O idis he «Meta orphose », «Ver a dlu gs the ». Da spri ht P thagoras o der U -
ergä gli hkeit der Seele u d der Seele a deru g z is he Me s h u d Tier, Tier u d
Me s h, u d da egi t die Versreihe, ei prägsa k app: «Omnia mutantur, nihil interit …», «Alles
a delt si h, i hts geht zugru de …», u d glei h darauf heißt es o h als: «Cuncta luunt …»,
«Alles ließt …».
Die a dere Stelle i det si h i der «Joha is» des oströ is he Epikers Corippus, ei er Lo esh e
auf de Maure feldzug – . Chr. Da rut der Heer eister Joha es a ei e We depu kt
des S hla hte glü ks de «all ä hige S höpfer» a : «Tempora permutas nec tu mutaris in illis»,
«Die )eite lässt du si h a del , do h du a delst di h i ht i ih e », u d glei h darauf
o h als: «Ordine cuncta novas nec tu renovaris ab ullo», «I steter Folge er euerst du alles, do h
du irst o kei er er euert». Viellei ht hat da o h ei glei h e tlege er Vers aus de «Lo
Gotes“ des et as jü gere Karthagers Dra o ius herei gespielt: «Tempora mutantur, te numquam
tempora mutant», «Die )eite a del si h, di h lasse die )eite ie als si h a del ».

… und die Worte wandeln sich in ihnen


Seele a deru g u d U ergä gli hkeit, Wa dlu g der )eite u d U a del arkeit Gotes: Wir
isse i ht, er diese jahrhu derte eit o ei a der e fer te Hal erse zu de gelügelte
«Tempora mutantur et nos mutamur in illis» er u de u d die späta ike A rufu g des u a del­
are Gotes auf de stete Wa del alles Me s hli he u ge ü zt hat. Da o hte zu ä hst
das z ei al iederholte Si h ort mutare de ei prägsa e O idis he Autakt «Omnia mutan-
tur …» i Hi terkopf aufgerufe ha e , u d der o hte da lei ht it de Corippis he
Hal ers «Tempora permutas …» zu de gelügelte «Tempora mutantur …» ers h elze .
Seit A dreas Gart ers «Pro er ialia di teria» ers hei t das heute geläuige «Tempora
mutantur et nos mutamur in illis» – oder au h it ei er etris h i ht u edi gt ge ote e
U stellu g: «… nos et mutamur in illis» – i ers hiede e Spru hsa lu ge der frühe Neu-
zeit. I Ja Gruters «Deliiae poetaru Ger a oru » ird der Spru h – it de
O idis he «Omnia mutantur …» or e eg – Kaiser Lothar – , ei e E kel Karls des Große ,
zuges hrie e . Für die Pessi iste hat Joh O e de He a eter zu ei e Disi ho ergä zt:
«Tempora mutantur nos et mutamur in illis. / Quomodo? Fit semper tempore peior homo», «Die
)eite ä der si h, u d ir ä der u s i ih e . Wie? I erfort ird der Me s h it der
)eit s hle hter». A er au h die Opi iste kö e si h ei e Vers daraus a he : «… Fit semper
tempore homo melior», «… I erfort ird der Me s h it der )eit esser».

97
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Das Co e u d I halts e zei h is de
e ste Ausga e de AW e itel ei e
gute Ei d u k o de A fä ge de )eit-
s h it, da als o h )eits h it fü A häo-
logie u d U ges hi hte. Sie e s hie i
RAGGI-Ve lag u d a das We k o
A thu Golfeto, de it Rudolf Fell a ,
Ka i Hah u d Ge ha d La g a die
e ste Ausga e ko zipie te.

Ge kö e Sie u s i ei e B ief a die Redakio ode i ei e E-Mail


edakio @ g- isse e i det.de Ih e Ges hi hte , die Sie it de AW
e i de , s hilde . Wi f eue u s auf de ge ei sa e Bli k i die
Ges hi hte.
PSEUDEION – Museum der theoretischen Artefakte geheimnisvollen Zutat zubereitet hatte (Odyssee 4,
− , ist ihm zufolge unser Kafee. Dass dieser ext-
Ägyptische Kafeelasche aus reme Stimmungsauheller Kafee war, ist sehr unwahr-
Fayence scheinlich, obwohl weiter unten noch eine ägyptische
Herkunft berichtet wird. Tatsächlich mischte man aber
Diese Fayencelasche verdankt ihre Nichtexistenz nur allerhand Kräuter in den Wein Pollux V), − . Ärzte
einem Zufall. Das kofeinhaltige Getränk Kafee, das seit wie Dioskourides verwendeten den Rebensaft sogar als
dem . Jh. die Neuzeit belügelt, stammt aus den Wäl- Grundlage für ihre verschiedenen Heiltränke. Möglicher-
dern Äthiopiens. Wann es dort entdeckt wurde, ist nicht weise hätten antike Griechen ihren Kafee also tatsäch-
ganz klar. Auch wenn die Bäume seit jeher in der Region lich gern auf einer Weinbasis getrunken, wären sie der
wachsen, musste erst jemand auf die Idee kommen, die Bohne nur habhaft geworden.
roh ungenießbaren Bohnen zu rösten. Im Pseudeion wollen wir einfach einmal annehmen,
Dies hätte natürlich jederzeit geschehen können dass erste Kafeebohnen über Äthiopien nach Ägypten
und so verhalf dem Orientreisenden Pietro della Valle gelangt seien, wo sie wie später in Europa als Luxus-
im 17. Jh. sein erster Mocca in Istanbul zu einer ganz gut betrachtet wurden. Natürlich fertigte man direkt
eigenen Einsicht. Ein anregendes Getränk, das Homers ein passendes Gefäß aus blaugrüner ägyptischer Fa-
schöne Griechin Helena aus Wein und einer weiteren yence für sie an, und dem Inhalt zu Ehren gab man ihm

Osanna in Action

«Lego Classicists»
Das Projekt «Lego Classicists» (z. dt. «Lego Alter-
tumswissenschaftler») kombiniert Geschichte und
die Kunstrichtung Pop-Art, um die Kunst und Kultur
der antiken Welt und deren Erforscher darzustellen.
Ziel ist es zum einen, dass die Altertumswissenschaft-
ler zusammenkommen und sich austauschen können
und zum anderen, ein breites Publikum in den sozialen
Medien anzusprechen bzw. zu inspirieren. Mit Hilfe
von «Lego Classicists» sollen ein Stück Freude, Hu-
Massi o Osa a
ei de Beguta h- mor, Ironie, aber auch ein emotionaler Zugang in die
tu g des spekta-
kulä e Befu des Altertumswissenschaften eingebracht werden, um
Foto: ou tesy
of Po peii a haeo- menschliche Erfahrungen in der Vergangenheit und
logi al pa k . der Gegenwart zu würdigen und besser zu verstehen
sowie feinfühlig auf die Relevanz und Wichtigkeit der
Betrachtung der antiken Welt in einem modernen Kon-
text hinzuweisen.
De Lego-Osa a «Lego Classicists» ist das Werk von Liam D. Jensen,
ei de Beguta h- einem Kurator und Archivar, der seit 2016 Lego-Porträts
tu g des spekta-
kulä e Befu des von Altertumswissenschaftlern erstellt und diese in so-
Foto: Lia D.
Je se . zialen Netzwerken veröfentlicht. )m Frühjahr ar-
die Form einer Kafeebohne. Nicht auszudenken, wie
ein Schluck Kafeewein die Diskussionen eines Sokrates
oder Platon belebt hätte.
von Isabella Hodgson

I Pseudeio i de Sie zusätzli he I fo aio e zu


Kafeegefäß u d eite e Beit äge, die je eils ei f ei eko -
st uie tes, theo eis hes A tefakt i de Mitelpu kt stelle .
Die Bes hätigu g it i ht e halte e u d u ögli he O jek-
te e lau t es, die Weltges hi hte de ate ielle Kultu
aus ei e eue Bli k i kel zu et a hte .
www.pseudeion.eu | info@pseudeion.eu

Ägypis he Kafeelas he aus Faye e.


Helle isis h/kaise zeitli h, Ägypis he
Faye e, I . U. 8-

beitete er mit dem J. Paul Getty Museum in Malibu und


einer Reihe von internationalen Wissenschaftler, u. a.
mit dem Klassischen Archäologen Andrew Wallace-Ha-
drill (Cambridge) und mit der Ägyptologin Kara Cooney
(UCLA), zusammen, um eine «Lego Classicists»-Variante
des museumseigenen Instagram-Accounts zu produzie-
ren. Im gleichen Jahr, erregte die «Lego Classicists»-Fi-
gur von der Althistorikerin Mary Beard internationales
Aufsehen und wurde herzlich von der Wissenschaftle-
rin aufgenommen. Alle Figuren der Reihe entstehen als
Lia D. Je se
Geschenke für die Wissenschaftler, denen sie gewidmet ei de A eit.
sind und sind nicht für den Verkauf bestimmt. Durch
«Lego Classicists» war Jensen in der Lage, Gelder liche Tragödie, die hinter den archäologischen Funden in
einzuholen, durch die er bereits zwei Artefakte dem Mu- Pompeji steckt, zu verdeutlichen und weil das Medium
seum of Ancient Culture der Macquarie University in Sid- «Lego» ofenbar erhebliche Empathie hervorruft.
ney, Australien übergeben konnte. Liam D. Jensens Ausstellung mit dem Titel «Ben-Hur
Die «Lego Classicists»-Figur von Massimo Osanna, to Brian» über die Darstellung des frühen Christentums
dem Generaldirektor des Parco Archeologico di Pompei, in Filmen wird dauerhaft im Museum of Ancient Cultures
entstand auf Grund einer Anfrage des Nicholson Muse- der Macquarie University in Sydney gezeigt.
ums der University of Sidney im Jahr 2017. Nachdem das von Liam D. Jensen
Foto von Massimo Osanna mit dem scheinbar von einem
Steinquader erschlagenen Skelett in Pompeji im Mai «Lego Classi ists» i det a auf:
internationale Aufmerksamkeit erregte, stellte Jensen Fa e ook htps:// .fa e ook. o /LegoClassi ists
I stag a htps:// .i stag a . o /lego_ lassi ists/
dieses mit Hilfe der Lego-Figuren nach, um die mensch- T ite htps:// .t ite . o /lego lassi ists
Nach so langer Zeit in Rom ist es furcht-
Darunter gibt bar, wieder in Schweden zu sein. Es ist
es ein weiteres, kalt und teuer und kein gutes Essen weit Ist die Monumentalisierung Jetzt hast du aber ganz
älteres Stra- und breit. der Prozession bei euren anders argumentiert als in
ßenraster! drei Zeiten und Stätten deinem Vortrag!?
Sizilien und Griechenland sind garnicht vergleichbar?
so unterschiedlich, wenn wir die Politik
außer acht lassen und uns auf die Archi- Das ist eine ziemlich große Fra-
tektur konzentrieren! ge so kurz vor de Mittagessen,
finden Sie nicht?
Freitag haben wir noch Fotos
gemacht und am Montag war
der Schnitt bereits voll mit
Wasser.
Es geht mir um das Ver-
hältnis von ‚gebautem‘ und
‚ungebauten Raum‘!

A ete Haug: Orga isatori ,


Ich nenne es »CAT«. Die »Cir- ge ei sa it Asja Müller
cular Adjustment Theorie«.
Es ist entweder genial oder
völliger Schwachsinn.
Henrik Boman: Movement in Space: The Develop-
e t of Pu li Spa e i Weter Greek Ciies These cities are
constructed by
Indem unser imaginärer The central corridor is emp- tyranny!
Besucher an den Statuen hasized by a wider colonnade!
vorbei geht, verbindet er Ja, eine der Konstanten bei
Gegenwart mit Vergangen- diesen Städten: Das Theater
heit; er reaktiviert die ist von der Siedlung abge-
Geschehnisse. kehrt!
Es ist eine Sequenz ähnlicher
Ich könte uns noch stunden- Theater von unterschiedli-
lang durch Athen spazieren chem Maßstab aber vergleich-
führen. barer Form!

Was für einen Besucher


wollen wir uns überhaupt Luigi Caliò: ‘itual, Pro essio a d
vorstellen?
Arhiteture: Shapi g the So ial
Wie viel von der Agora ist Spa e i the Weter Helle isi
Museum und wie viel ist City
wirklich ‚gelebter Raum‘?

Bar ara Sielhort: Movi g


through Spa e a d Ti e: The Agora
as a Mulilayered City Ce ter
Naja, das ist eine wirklich sehr
Ab es gibt ja Tische, deshalb nostalgische Rekonstruktion...
muss auch individuelles Gebet kein wirkliches Konzept der
stattgefunden haben! Auch wenn Ästhetik.
das nicht die Hauptfunktion war! Es gibt Inschriften, die
Ein unfertiger Tempel kann sehr das Betreten des Tempels
wohl ein Ort des Gebetes sein. mit Schuhen oder Kleidung
Sobald ein Altar da ist, kann es aus Ziegenleder verbieten.
losgehen! Andere Inschriften weisen
jeder Volksgruppe wäh-
Also ist der Tempel auch eher als rend des Rituals einen
Accessoire zum eigentlich Ort des bestimmten Platz zu!
Rituals zu sehen. All das, um die Schönheit
Ist der Tempel nicht bloß eine des Umzuges zu steigern.
angeberische Hülle für den
Altar? Johe Gries ah: Stop a d Go: Guideli es i Pave-
Philipp Ko ush: The Use of
Pro aoi i Helle isi Ti es e ts a d ‘isi g Strutures Maki g People Move i
the ‘ight Ma er

Die gezeichnete Tagung


Jo as Fis he , G aphike u d Auto ei es kü zli h ei g Theiss e s hie e e gezei h ete G a u stage u hs, hat fü u s das
i te aio ale Koll uiu «Helle isi A hite tu e a d Hu a A io – A Case of Re ip o al I lue e», das o . .
is . . 8 i Kiel stafa d, esu ht. E hat ei e Tag de Ve a staltu g fü u s u d alle, die i ht da ei sei ko te , i
Bilde gefasst.

4
Zeitschrift für Archäologie
und Kulturgeschichte

Inhaltsverzeichnis und Register


VERLAG PHILIPP VON ZABERN · DARMSTADT des Jahrgangs 4 I I Hete –6

Baitinger, Holger/Rasbach, Gabriele, Brandl, Helmut/ Wenzel, Gabriele,


Lockruf des Geldes. «Keltische» Söldner Ägypten zwischen Afrika, Orient und Ok-
Inhalt auf Sizilien?, 3, 47–53 zident. Das Nationalmuseum von Suez, ,
Baron, Henriette, s. Steinborn, Miriam –
Die Titelthemen 2018 1 Bartels, Klaus, errare humanum est. Ein Bujskich, Alla V., s. Fornasier, Jochen
Inhaltsverzeichnis Hete –6 geflügeltes Wort, das im Schwarm unter-
Buchbesprechungen 4 wegs ist, , ; «vive hodie» Ein Auf- Capaldi, Carmela, Eine chaotische Stadt,
REGISTER: ruf zum Leben im (eute, , ; nemo ante aber fast eine zweite (eimat. Winckel-
Personen, Gruppen und Völker 4 mortem beatus. mal Glück oder manns Reisen ins Königreich Neapel, 3,
Register: Länder und Orte 7 Unglück, , ; Am Anfang das Staunen … 72–78
Register: Sachen 9 Vom Sich-Wundern zum Verstehen und Caspari, Gino, Russland: Feldforschungen
zurück, , ; «Ein Mittler will ich sein!» im «sibirischen Tal der Könige», 2, 5
Ein Loblied auf den Mittelstand, , ; Castro de la Mata, Pamela/Velarde,
«Lieber ein einziges Phänomen erklären». María Inés, Die Suche nach dem Kontext.
Naturwissenschaft zwischen dem Perser- Wie Studien des Metallhandwerks
thron …, , Einblicke in die Götter- und Priesterwelt
DIE TITELTHEMEN 2018 Berking, Jonas/Schomberg, Anette/ geben, 1, 24–28
Ißelhorst, Sarah/Schütt, Brigitta, Von Cholidis, Nadja, Verborgen unter Patina
Nasca, 1, 8–32 Kanälen, Becken und Wasserhebesys- oder großer Unterschied, große Wirkung!,
Ägyptische Tierkulte, 2, 8–32 temen. Aspekte der Bewässerungsge- 2, 33–37
Frieden in der Antike, 3, 8–26 schichte mit einem Schwerpunkt in Spa- Cornwell, Hannah, Die Pax Romana
Byzanz, 4, 8–34 nien, 2, 52–58 und die )dee von einem )mperium. Frieden
Georgien, 5, 8–32 Biagi, Paolo/Nisbet, Renato, Eine Frage in der römischen Antike, 3, 17–21
Mykene, 6, 8–32 der Zeit. Vom Wandel der Kulturland- Crumbach, Sylvia, Rez. Zerres, Jutta, Ka-
schaft des Kleinen Kaukasus, 5, 20–23 puzenmäntel in )talien und den Nordwest-
Bielfeldt, Ruth/Hunziker, Manuel/ provinzen des Römischen Reiches. Ge-
INHALTSVERZEICHNIS Schröder-Griebel, Nele, Der Münchner brauch – Bedeutung – (abitus, , ,
Hete –6 Olympia-Giebel. Jahre später, , – Curbera, Jaime/Peltz, Uwe, Einblicke
Birk, Jago, s. Steinborn, Miriam in die Arbeit eines Magiers. Wiederent-
Abuladze, Joni, Stein-Zeit. Typologie stei- Blaich, Markus C., Rez. Niemeyer, Bar- deckte Bleistücke erzählen über eine unbe-
nerner Geräte im neolithischen Georgien, bara, Römische Silberschätze. 150 Jahre kannte Seite Athens, 1, 33–35
, – (ildesheimer Silberfund, , ,
Agelidis, Soi, Neues Zuhause, neue Nach- Blömer, Michael/Winter, Engelbert, DAI, Nachruf: Ulrike Wulf-Rheidt –
barn. Die Gipsabguss-Sammlung der Doliche – Heimat des Iupiter Dolichenus. 2018), 4, 4
Ruhr-Universität Bochum im «(aus der Neue Forschungen zu Stadt und Stadt- Daim, Falko/Heher, Dominik, «Byzanz &
Archäologien», , – entwicklung im antiken Nordsyrien, , der Westen. vergessene Jahre». Ein
Amrhein, Carsten, Deutschland: – Ausstellungsprojekt, 4, 31–34
Saalburg zeigt vergoldeten Pferdekopf Böhlendorf-Arslan, Beate, Nachruf – Dervișoğlu, Nedim, Das neue archäologi-
aus Waldgirmes, 5, 5 Prof. Dr. Urs Peschlow verstorben, , sche Museum von Adana. Von der
Andreae, Bernard, Nachruf: Zum Tode Bolder-Boos, Marion, Rez. Modrow, Textilfabrik zum Fenster der Geschichte
des Akademischen Direktors Dr. Norbert Sebastian, Vom punischen zum römischen Kilikiens, , –
Kunisch, 4, 5 Karthago. Konfliktreflexionen und die D’Oriano, Rubens, Olbia. Die einzige grie-
Ashkenazi, Jakob, s. Aviam, Mordechai Konstruktion römischer Identität, 2017, chische Kolonie auf Sardinien, , –
Aviam, Mordechai/Ashkenazi, Jakob, ,
Wirtschaftliche Entwicklung und mate- Borbonus, Dorian, Im Tode gleich? Ko- Ejsmond, Wojciech, s. Wieczorek, Dawid F.
rielle Kultur im christlich geprägten lumbariengräber und Kollektivbestattung Erbelding, Susanne, Ausstellungen
Galiläa der Spätantike. Ein Forschungs- im antiken Rom, 6, 57–63 extra: Die Etrusker – Weltkultur im anti-
bericht, , – Bosselmann-Ruickbie, Antje, s. Greiff, ken )talien, ,
Bachmann, Cordula, Rez. Scheibler, Susanne
Ingeborg, Die Malerei der Antike und ihre Bosselmann-Ruickbie, Antje/Greiff, Fachard, Sylvian, s. Reber, Karl
Farben, , , Susanne, Hochzeitsschmuck einer Faist, Betina, Autonome Region Kurdis-
Bäckvall, Maja, Die früheste Runen- byzantinischen Prinzessin? Der Preslav- tan/Nordirak: Übersetzung der assyrischen
schrift, 6, 6–7 Schatz aus Bulgarien, 4, 24–26 Keilschriften aus Bassetki, 4, 5

1
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
INHALTSVERZEICHNIS

Faust, Stephan, Frieden für Rom und Güngör, Aylin/Lovén, Bjørn, Lechaion. Kuz’miščev, Aleksandr G., s. Fornasier,
das Imperium. Kaiser Augustus und der Fünf Jahre (afenforschung und Unterwas- Jochen
Altar der Pax, , – serarchäologie, , –
Fiedler, Sabine, s. Steinborn, Miriam Lambers, Karsten, Die Geoglyphen
Fitzenreiter, Martin, Tierkulte im pha- Hansen, Svend, s. Giemsch, Liane von Nasca und Palpa. Neue Ansätze zu
raonischen Ägypten. Lebendige Götter Heher, Dominik, s. Daim, Falko ihrer Interpretation, 1, 20–23
und sakrale Gegenstände, 2, 8–11 Hepa, Mariola/Müller, Wolfgang/Mutze, Lange-Athinodorou, Eva, Herrin des
Flossmann-Schütze, Mélanie, Kleine Ursula R., Neuentdeckung in Assuan. Himmels – Auge des Re. Der Kult der heili-
Götter – große Götter? Wie der Tierkult den Ein ungewöhnlicher Tierfriedhof, , – gen Katzen in Bubastis, 2, 12–17
Alltag in Tuna el-Gebel prägte, 2, 18–24 Herget, Melanie, Ausstellungen extra: Lepaon, Thomas/Weber-Karyotakis,
Fornasier, Jochen/Bujskich, Alla V./ Valentinian I. und die Pfalz in der Spätan- Thomas M., Jordanien: Neue Statuenfunde
Kuz’miščev, Aleksandr G., Neues aus der tike, , im römischen Gerasa, 6, 4
Vorstadt. Aktuelle Forschungsergebnisse Hintermann, Thomas, «Fleisch» im Alten Letzner, Wolfram, Butrint. Ein archäo-
aus der griechischen Schwarzmeerkolonie Museum. Eine Sonderausstellung des logischer (öhepunkt in Albanien, , – ;
Olbia Pontike, 2, 75–83 wissenschaftlichen Nachwuchses, , – Rez. Damminger, Folke/Gross, Uwe/Prien,
Fuchs, Annine, Griechenland: Entdeckung Hofmeier, Thomas/Kaelin, Oskar, Roland/Witschel, Christian, Große Welten –
eines bronzezeitlichen Meisterwerks, , ; Deckname «Scheich Ibrahim». Die Akte Kleine Welten. Ladenburg und der Lob-
Menschliches Verstehen. Neue Wege der Burckhardt, 5, 68–74 dengau zwischen Antike und Mittelalter,
Vermittlung in Monrepos – Archäologisches Horn, Kevin, s. Steinborn, Miriam , ,
Forschungszentrum und Museum für Horst, Katarina, Sharing Heritage und Lichtenberger, Achim/Nieswandt, H.-
menschliche Verhaltensevolution, , – der Weg dahin. Die Geschichte der Antiken- Helge, Eirene / Pax – Frieden in der Antike.
Fux, Peter, s. Reindel, Markus liebe – erzählt aus zwei Perspektiven, Eine Ausstellung in Münster, , –
Fux, Peter/Pardo Grau, Cecelia, Auf 6, 28–32 Lindner, Martin, Hundert Jahre Antike
Spurensuche in Peru. Die Nasca-Kultur und Huebner, Sabine, Schweiz: Papyrus mit im Dokumentarfilm. Die Sammlung Stern
ihre Forschungsgeschichte, 1, 8–13 Spiegelschrift entschlüsselt – bisher eröffnet im Januar in Göttingen,
unbekanntes Werk des Arztes Galen, 5, 5 6, 52–56
Gauer, Werner, Themis am Parthenon. Hunziker, Manuel, s. Bielfeldt, Ruth Lochman, Tomas, Ausstellungen extra:
Mythos und Geschichte, , – Hussein, Ramadan B., Ägypten: Span- Nackt im Museum, ,
Gauert, Oliver/Kschuk, Lea-Kristin, Von nende Funde bei Neubearbeitung saitischer Lorenz, Jürgen, Römische Medaillons.
den ersten Röntgenaufnahmen zur vir- Gräber, 5, 4 Eine geheimnisvolle numismatische Quellen-
tuellen Sektion. Die Entwicklung der bild- gattung, 4, 80–83
gebenden Diagnostik und ihre Anwendung Ißelhorst, Sarah, s. Berking, Jonas Lovén, Bjørn, s. Güngör, Aylin
in der Mumienforschung, 4, 47–51
Giemsch, Liane/Hansen, Svend, Auf Schatz- Kaelin, Oskar, Schriften und Sprachen Maischberger, Martin, Pergamon – Meis-
suche in Georgien. Was der Wein und im alten Südarabien, , – ; s. (ofmeier, terwerke der antiken Metropole und
der goldene Löwe von Tsnori über das Thomas °-Panorama von Yadegar Asisi, , –
frühe Kaukasien verraten, , – Kalimeris, Nicola, Mithras in Londinium. Makharadze, Zurab, Verborgene
Gietzen, Andreas, s. Matheus, Michael Das London Mithraeum im Bloomberg Space Lebens- Welt. Das Grabinventar des Groß-
Godart, Louis, Die Schatzjäger, Winckel- öffnet seine Pforten, , – kurgans von Ananauri, , –
mann und die Geburt der Archäologie Karapaschalidou, Amalia, s. Reber, Karl Maran, Joseph, Transformation am Be-
als Wissenschaft. Zum . Todestag von Kielau, Sven, «Echtheit zweifelhaft!» ginn der mykenischen Epoche. Hinter-
Johann Joachim Winckelmann, 3, 66–71 Schöne Tanagräerinnen, Alexandrinerinnen gründe des Aufstiegs von Mykene, , –
Gräßler, Nadine, Rez. Morenz, Ludwig D./ und andere figürliche Terrakotten in Martin, Thomas, Kleines Land – große
Beryl, Büma, Gesichts-Fragen – Bild- Hildesheim, 6, 45–51 Kostbarkeiten. Das Museum für Vor- und
anthropologische Blicke: Europäisches Kissas, Konstantinos, Die Kouroi von Te- Frühgeschichte Saarbrücken, , –
Paläolithikum, Vorderasiatisches Neolithi- nea. Die Entdeckung der Nekropole von Matheus, Michael/Reihl, Katharina/
kum, Bronzezeitliches Ägypten, Studia Klenia, , – ; Korinth. Neue Ausgrabun- Gietzen, Andreas/Salzmann, Miriam,
Euphratica , , , gen in einer Metropole des antiken Grie- Religiöse Kontakte in Europa. Byzanz, der
Graevenitz, Anna von, Die Berliner chenland, 3, 56–65 Westen und die slavische Welt, , –
Gudea-Stele. Zur Neurekonstruktion des Klein, Konstantin M., Vielfalt der Dialekte Meyer, Marion, Lebensfreude und Zu-
Bogenfeldes, 1, 35–37 und Siegeszug der Buchstaben. Die Sprache kunftsplanung. Friede in der griechischen
Graml, Constanze, Das Heiligtum der und Schrift der Nabatäer, 2, 6–7 Bilderwelt, , –
Artemis Soteira. Ein neuer Blick Knauß, Florian, Ausgezeichnet. Die Tro- Mühlenbrock, Josef, Ausstellungen extra:
auf scheinbar Altbekanntes im Athener phäen der Wettstreiter, 5, 43–45 )rrtümer und Fälschungen der Archäologie.
Kerameikos, , – Knoepfler, Denis, s. Reber, Karl Von Einhörnern, einer goldenen Tiara und
Greiff, Susanne, s. Bosselmann-Ruickbie Kockel, Valentin, Nachruf Heiner Knell anderen archäologischen Fake News, ,
Greiff, Susanne/Bosselmann-Ruickbie, – , , Müller, Wolfgang, s. Hepa, Mariola
Antje, Rosinen in der Messingherstellung Könemann, Patrick, Rez. Steinacher, Munzi, Priscilla, Italien: Ein neues Grab
und andere Kuriositäten byzantinischer Roland, Rom und die Barbaren. Völker im mit Wandmalereien aus Cumae, 6, 5
Goldschmiederezepte, 4, 27–30 Alpen- und Donauraum, , , Mutze, Ursula R., s. Hepa, Mariola
Große Beilage, Mareile, Rez. Maschek, Koschel, Klaus, Halskragen im Alten
Dominik, Die römischen Bürgerkriege. Ägypten. Schmuck und göttliche Umarmung Nebelin, Katarina, Rez. Scharinger,
Archäologie und Geschichte einer Krisen- als Schutz, 3, 33–38 Stephan, Die Wunder des Pythagoras. Über-
zeit, , , Krapf, Tobias, s. Reber, Karl lieferungen im Vergleich, , ,

2
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
INHALTSVERZEICHNIS

Nicholson, Paul T., Falken, Ibisse und Reihl, Katharina, s. Matheus, Michael anum in Kassel. Archivfunde erhellen die
Paviane. Die Nekropole heiliger Tiere in Reindel, Markus, Von der Forschungsfrage Geschichte eines fast restlos verlorenen
Nord-Saqqara, 2, 30–32 zum interdisziplinären Großvorhaben. Exponates, , –
Niemeyer, Barbara, Rez. Lapatin, Kenneth Das Archäologische Projekt Nasca-Palpa, Steinborn, Miriam/Baron, Henriette/
(rsg. , (eiliger Luxus. Der römische , – Reuter, Anna Elena/Birk, Jago/Horn, Ke-
Silberschatz von Berthouville, , , Reindel, Markus/Fux, Peter, Was uns Nasca vin/Fiedler, Sabine/Röhl, Constanze/
Nisbet, Renato, s. Biagi, Paolo zu erzählen hat. Perspektiven einer neuen Schreg, Rainer, Vom Glanz des Kaisers und
Nieswandt, H.-Helge, s. Lichtenberger, transdisziplinären Diskussion, , – dem Dreck der Straße. Interdisziplinäre
Achim Reuter, Anna Elena, s. Steinborn, Miriam Forschungen zum Alltag der frühbyzantini-
Novák, Mirko/Yașin-Meier, Deniz, Bagh- Röhl, Constanze, s. Steinborn, Miriam schen Kaiserstadt Iustiniana Prima, 4, 8–13
dad-Bahn und hethitische Königsbilder. Die Röllig, Wolfgang, Die hebräische Schrift, Steingräber, Stephan, Nachruf – Zum Tode
Eröffnung des Forschungs- und Besucher- 4, 6–7 von Enzo Lippolis, ,
zentrums und des Archäologischen Parks Römer, Cornelia, Ägypten: Erstes grie- Steinmann, Bernhard F., Rez. Roeske, K./
in Sirkeli (öyük, , – chisch-hellenistisches Gymnasium gefun- Schollmeyer, P., Kykladen. Von Delos bis
den, 1, 4 Santorin. Schauplätze der Antike, 2017,
Oldewurtel, Ulfert, Humboldt Forum und , ; Der mykenische Palast. Machtort,
Museumsinsel. Ein Weltkulturerbe verändert Salzmann, Miriam, s. Matheus, Michael Verwaltungssitz und zeremonielles Zent-
sein Gesicht – und geht neue Wege, 6, 33–37 Scheibelreiter-Gail, Veronika, Rez. rum, 6, 22–27
Danner, Marcel, Wohnkultur im spätantiken
Panagiotopoulos, Diamantis, Die myke- Ostia, , , Tchabashvili, Levan, Das Trialeti Grab XV.
nische Bilderwelt als mykenisches Bild der Scheid, John, Was ist Mythologie? Überle- Ein Fürstengrab mit Fernverbindung, , –
Welt. Zur visuellen Selbstrepräsentation gungen zum Objekt im Mythos, , – Theurillat, Thierry, s. Reber, Karl
einer bronzezeitlichen Elite, 6, 8–15 Schellbach, Miryam, Rez. Beard, Mary, Thüry, Günther E., Bomben auf Pompeii.
Pabst, Angela, Rez. Hall, Edith, Die Frauen und Macht. Ein Manifest, , , Die antike Stadt im Zweiten Weltkrieg,
alten Griechen. Eine Erfolgsgeschichte in Schick, Robert, Religiöser Wandel in , – ; Das Wunder von Montecassino.
zehn Auftritten, , , Südjordanien. Von (eiden zu Christen und Eine dramatische Rettungsaktion
Pardo Grau, s. Fux, Peter von Christen zu Muslimen – und all das archäologischer Sammlungsbestände im
Pasch, Eva, Rez. Stinsky, Andreas, Die binnen weniger hundert Jahre, , – Zweiten Weltkrieg, , –
30 bekanntesten archäologischen Stätten Schmitt, Nathalie, s. Wartke, Ralf-B. Traxler, Stefan, Ausstellungen extra:
am Gardasee und in seinem Umland, mit Schmitz, Dirk, Deutschland: Die Kölner Die Rückkehr der Legion. Römisches Erbe
Ausflügen nach Verona, Brescia, Bergamo Stadtarchäologie entdeckt die älteste Biblio- in Oberösterreich, ,
und Trient, , , ; Der ewig junge thek Deutschlands, 5, 4
(erkules. Zwischen Mythos, Mensch und Schneider, Lisa, Rez. Macauly, David, Motel Ulf, Christoph, Rez. Warnecke, Heinz, Homers
Marvel-(eld, , – der Mysterien, , , ; Rez. Vry, Silke/ Wilder Westen. Die historisch-geographische
Peltz, Uwe, s. Curbera, Jaime (aake, Martin, Verborgene Schätze, versun- Wiedergeburt der Odyssee, , ,
Pfanz, Hardy, Türkei: Ein magischer Ort kene Welten. Große Archäologen und ihre
(Hierapolis), 3, 4 Entdeckungen, , , Velande, Maria Inés, s. Castro de la Mata,
Plisch, Uwe-Karsten, 4000 Jahre Sprach- Schomberg, Anette, s. Berking, Jonas Pamela
entwicklung. Koptische Sprache und Schreg, Rainer, s. Steinborn, Miriam Vierhaus, Rüdiger, Fast am Ende der Welt:
Schrift, 3, 6–7 Schröder-Griebel, Nele, s. Bielfeldt, Ruth ein Besuch in Songo Mnara. Archäologie
Prechel, Doris, Nisili, Nasili, Nisumnili Schulz-Selmig, Jannik (nach Pressemit- an der Küste des )ndischen Ozeans, , –
oder: Die hethitische Sprache, 5, 6–7 teilung , Autonome Region Kurdistan /
Pressemitteilung, ÖAI: Türkei: Wiederauf- Nordirak: Assyrisches Keilschriftarchiv Wacławik, Maciej, Wie man sich in Paphos
nahme der Grabung in Ephesos, 2, 4 entdeckt, , ; Nordirak: Reste einer dem allmächtigen Tod widersetzte.
Pressemitteilung, Deutschland: Stadt- neuassyrischen Stadtanlage und sasani- Chirurgische Instrumente aus Nea Paphos
mauer von Trier und Porta Nigra um discher Webstuhl gefunden, 1, 5 auf Zypern, 1, 60–65
n. Chr. erbaut, , Schütt, Brigitta, s. Berking, Jonas Wagner, Martin, )m Spannungsfeld zwi-
Pressemitteilung, Frankreich: Die Wasser- Schwerdt, Lucia, Rez. Kenzler, Hauke, Was schen Kopie und Original. Die Digitalisie-
mühlen von Barbegal erzeugten vermutlich Sie schon immer über Archäologen wissen rung als Bereicherung in der methodischen
Mehl für Schiffszwieback, , wollten. )ndiana Jones von Beruf, , , Entwicklung der Archäologie, , –
Pressemitteilung, Ägypten/Israel: Inten- Sieber, Tina, Rez. Cline, Eric H., Versun- Wartke, Ralf-B./Schmitt, Nathalie, «Hel-
siver Fischhandel zwischen Ägypten und kene Welten und wie man sie findet. Auf denmüthige Gattin» und «photographische
)srael schon vor Jahren, , den Spuren genialer Entdecker und Künstlerin». Emma v. Luschan, eine der
Archäologen, , Pionierinnen der Feldarchäologie, , –
Rasbach, Gabriele, s. Baitinger, Holger Sippel, Benjamin, Buchhalter, Notare, Weber-Karyotakis, Thomas M., s. Lepaon,
Raue, Dietrich, Ein Tempel unter Kairo. Kamelzüchter. Säkulare Verdienstmöglich- Thomas
Ägyptisch-deutsche Forschungen im keiten ägyptischer Priester, 6, 66–73 Wenzel, Gabriele, s. Brandl, Helmut
Sonnentempel von Matariya/(eliopolis, Skovmøller, Amalie, Weiße Marmor- Wieczorek, Dawid F./Ejsmond, Wojciech,
5, 56–65 skulpturen. Bemalt oder nicht bemalt? Das Ägypten: Anbetungen in Stein – Die
Reber, Karl/Knoepfler, Denis/Krapf, To- ist hier die Frage!, , – ältesten Zeugnisse persönlicher Frömmig-
bias/Theurillat, Thierry/Fachard, Splitter, Rüdiger, Das plastische Bildnis des keit, 4, 4
Sylvian/Karapaschalidou, Amalia, Auf der Anton Raphael Mengs. Überraschende Willemsen, Annemarieke, Ausstellungen
Suche nach Artemis. Die Entdeckung des Funde und viele (ypothesen, , – ; Die extra: Zweihundert Jahre alt – zwei Jahr-
Heiligtums der Artemis Amarysia, 4, 52–58 ägyptische Mumie des Museum Friderici- hunderte jung, ,

3
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

Willing, Matthias, Prähistorische Meta- Kiel, Machiel, s. Zindel, Christian Witschel, Christian, s. Damminger, Folke
morphosen. Südfranzösische Statuen-
Menhire als Quellen der Geschlechter- Lahi, Bashkim, s. Zindel, Christian Zerres, Jutta, Kapuzenmäntel in Italien
geschichte, , – Lapatin, Kenneth (rsg. , (eiliger Luxus. und den Nordwestprovinzen des Römi-
Wilson, Roger, Selbstdarstellung im römi- Der römische Silberschatz von Ber- schen Reiches. Gebrauch – Bedeutung –
schen Stil. Philippianus und sein Landgut thouville, , , Barbara Niemeyer (abitus, , , Sylvia Crumbach
im spätrömischen Sizilien, 5, 46–55 Lippert, Andreas, s. Zindel, Christian Zindel, Christian/Lippert, Andreas/
Winter, Engelbert, s. Blömer, Michael Lahi, Bashkim/Kiel, Machiel, Albanien.
Wodtke, Petra, Rez. Zindel, Christian/Lip- Macauly, David, Motel der Mysterien, Ein Archäologie- und Kunstführer von der
pert, Andreas/Lahi, Bashkim/Kiel, Machiel, , , Lisa Schneider Steinzeit bis ins . Jahrhundert, ,
Albanien. Ein Archäologie- und Kunst- Maschek, Dominik, Die römischen , Petra Wodtke
führer von der Steinzeit bis ins . Jahrhun- Bürgerkriege. Archäologie und Geschichte
dert, , , einer Krisenzeit, , , Mareile
große Beilage) Register
Yașin-Meier, Deniz, s. Novák, Mirko Modrow, Sebastian, Vom punischen zum
römischen Karthago. Konfliktreflexionen PERSONEN, GRUPPEN
Zschätzsch, Anemone, Rez. Isler, Hans und die Konstruktion römischer Identität, UND VÖLKER
Peter, Antike Theaterbauten. Ein Handbuch, , , Marion Bolder-Boos
, , Morenz, Ludwig D./Büma, Beryl, Ge- Abd el-Hamid, Gharib, 6, 86
sichts-Fragen – Bildanthropologische Aeneas, 3, 23
Blicke: Europäisches Paläolithikum, Vorder- Agamemnon, 1, 46
BUCHBESPRECHUNGEN asiatisches Neolithikum, Bronzezeit- Agesilaos von Korinth, ,
(Rezensenten in Klammer) liches Ägypten, Studia Euphratica 2, 2017, Agrippa, ,  ff.
, Nadine Gräßler Aias, ,
Beard, Mary, Frauen und Macht. Ein Mani- Alamannen, ,
fest, , , Miryam Schellbach Niemeyer, Barbara, Römische Silber- Albani, Alessandro, 3, 74
Böttner, Michaela/Lieb, Ludger/ Vater, schätze. 150 Jahre Hildesheimer Silberfund, Alcubierre, Roque Joaquín (Gioac-
Christian/Witschel, Christian (Hrsg.), , , Markus Blaich chino) de, 3, 68
Jahre Schrift, , , AW Alexander der Große, 1, 4
Büma, Beryl, s. Morenz, Ludwig D. Prien, Roland, s. Damminger, Folke Alexander IV., 2, 21
Amasis, Pharao, 2, 21
Cline, Eric H., Versunkene Welten und wie Roeske, K./Schollmeyer, P., Kykladen. Von Ambrosius, 4, 18
man sie findet. Auf den Spuren genialer Delos bis Santorin. Schauplätze der Antike, Amenophis III., 2, 8
Entdecker und Archäologen, , , , , Bernhard F. Steinmann Amerbach, Basilius, 5, 5
(Tina Sieber) Rubel, Alexander, Per Anhalter durch die Anaxagoras, ,
Antike. 1400 Jahre griechisch-römische Andrae, Walter, , ; ,  ff.
Damminger, Folke/Gross, Uwe/Prien, Geschichte und ihre Aktualität, 2017, Antigone, ,
Roland/Witschel, Christian, Große Wel- , AW Antoninus Pius, 4, 83
ten – Kleine Welten. Ladenburg und der Anubis, , ; ,
Lobdengau zwischen Antike und Mittelal- Scharinger, Stephan, Die Wunder des Apa Macedonius, 2, 11
ter, , , Wolfram Letzner Pythagoras. Überlieferungen im Vergleich, Aphrodite, ,  f.; ,
Danner, Marcel, Wohnkultur im spätanti- , , Katarina Nebelin Apperson, Phoebe, 1, 10
ken Ostia, , , Veronika Scheibel- Scheibler, Ingeborg, Die Malerei der An- Apollon, , ; , ; ,
reiter-Gail) tike und ihre Farben, , , Cordula Apollon Pythios, 4, 75
Bachmann) Apollon Teneates, 1, 46. 58
Gehrke, Hans-Joachim (Hrsg.), Geschichte Schollmeyer, P., s. Roeske, K. Apuleius, 1, 33
der Welt. Vor . Frühe Zivilisationen, Steinacher, Roland, Rom und die Bar- Archias, 1, 46
, , AW baren. Völker im Alpen- und Donauraum, Aristophanes, ,
Gross, Uwe, s. Damminger, Folke , , Patrick Könemann Aristoteles, , ; , ; ,
Stinsky, Andreas, Die 30 bekanntesten Artemis, 4, 56
Haake, Martin, s. Vry, Silke archäologischen Stätten am Gardasee Artemis Ariste kai Kalliste, 2, 61
Hall, Edith, Die alten Griechen. Eine und in seinem Umland, mit Ausflügen nach Artemis Soteira, ,  ff.
Erfolgsgeschichte in zehn Auftritten, 2017, Verona, Brescia, Bergamo und Trient, Ashtart, phönizische Göttin, 1, 42
, Angela Pabst , Eva Pasch Asisi, Yadegar, 5, 33
Harder, Jens, Gilgamesch, , , AW Asklepios, 1, 61
Vry, Silke/Haake, Martin, Verborgene Assyrer, 5, 62
Isler, Hans Peter, Antike Theaterbau- Schätze, versunkene Welten. Große Archäo- Atticus, T. Pomponius, , ; ,
ten. Ein (andbuch, , , Anemone logen und ihre Entdeckungen, , , Atum, ägyptischer Schöpfergott, , ;
Zschätzsch) (Lisa Schneider) . ; ,  ff.
August III. von Sachsen, ,
Kenzler, Hauke, Was Sie schon immer Warnecke, Heinz, Homers Wilder Augustinus von (ippo, , ; ,
über Archäologen wissen wollten. )ndiana Westen. Die historisch-geographische Augustus, , . ; , ; ,  ff.; ,
Jones von Beruf, , , Wiedergeburt der Odyssee, , , Ausonier, ,
Lucia Schwerdt (Christoph Ulf) Avle, Meteli, Redner, ,

4
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
PERSONEN, GRUPPEN UND VÖLKER

Aviam, Mordechai, 2, 48 Dörpfeld, Wilhelm, 6, 22 Grunauer, Peter, ,


Avi-Yonah, Michael, 2, 46 Driesch, Angela von den, 2, 22 Grüttner, Richard, ,
Avshalom-Gorni, Dina, , Dumézil, Georges, 1, 55 Gudea von Lagash, ,
Azara, Nicolas de, 1, 75 Dumnorix, 3, 53
Duverger, Christian, 1, 17 Hadrianus, , ; ,
Badoglio, Pietro, 4, 68 Hamilton, William, 3, 77
Banou, Eleni, 4, 71 Ea, Gott der Weisheit, 1, 36 Hathor, 4, 4
Baron, Ilan Zvi, 2, 47 Echnaton, , ; , Hatschepsut, 6, 86
Barrakib, König von Sam al Sendschirli , Edelsheim, Wilhelm Baron von, , Hekataios von Milet, ,
4, 37 Effenberger, Hans, , Hera, , ; ,
Bastet, ägyptische Katzengöttin, 2, 12 Egeria, Pilgerin, 4, 18 Herakles/Hercules, , ; , ; ,  ff.
Bastian, Adolf, 1, 10 Eirene, Göttin, ,  ff. Hermes, ,
Battos, , Elbeuf, Emmanuel Maurice von, 3, 67 Hermet, Frédéric, 3, 40
Becker, Maximilian, J., 6, 75 Elissa (Dido), 1, 56 Herodot, , . ; , ; ,  ff.; ,
Bell, Gertrude, , El-Sawi, Ahmed, 2, 17 Herondas, 1, 34
Belting, Hans, , Emery, W. B., 2, 30 Hesiod, 3, 13
Belzoni, Giovanni Battista, 5, 72 Epikur, , Hewetson, Christopher, 1, 75
Benedikt von Peterborough, , Etrusker, , Heyne, Christian Gottlob, 3, 71
Berendis, Hieronymus Dietrich, 3, 74 Eugippius, , Hieronymus, ,
Bernini, Gian Lorenzo, , Eupalinus, 2, 53 Hippokrates von Kos, , ; ,
Bieber, Margarete, 4, 42 Euripides, , Hochstetter, Ferdinand Ritter von, 4, 35
Bonaparte, Jérôme, 4, 42 Eusebios, , Horos, ägyptischer Gott, 2, 15
Boris, bulgarischer Zar, 4, 26 Evans, Sir Arthur, , Hoxha, Enver, 1, 68
Börker-Klähn, J., 1, 36 Hunnen, ,
Bourguignon de Fabregoules, Jean- Faist, Betina, 4, 5 Hugues d’Hancarville, Pierre-François,
Baptiste, 1, 80 Farabee, William C., 1, 11 3, 78
Brueckner, Alfred, 2, 61 Faustulus, 3, 22 Humann, Karl, ,  ff.
Brun, Jean-Pierre, 6, 5 Felgenhauer, Annette, 4, 41 Huxley, Aldous, 1, 32
Bünau, Heinrich von, 3, 73 Fellmann, Berthold, , Hyakinthos, ,
Burckhardt, Johann Ludwig, ,  ff. Fieller Nick, 2, 32
Flaubert, Gustave, 4, 62 Ikram, Salima, 2, 32
Caesar, , ; , Fleisher, Jeffrey, 2, 70 Imhotep, , ; ,
Canova, Antonio, 5, 81 Florian, (eiliger, , Internullo, Dario, 5, 5
Caracalla, 4, 83 Forster, Georg, 4, 42 Iohannes I. Tzimiskes, 4, 25
Cassius Dio, 3, 4 Francke, Johann Michael, 3, 75 Isaak, Julius, 1, 35
Catull, , Franz/François I. von Frankreich, , Isla, Johny, 1, 12
Centeno, Ana María, , Fréart de Chantelou, Paul, , Iulianus Apostata, , ; ,
Chipperfield, David, 6, 35 Friedrich II., Staufer, 4, 21 Iupiter, 4, 82
Chnum, ägyptischer Gott, , Friedrich II., Landgraf von (essen- Iupiter Dolichenus, ,  ff.
Christie, Agatha, , Kassel, 1, 75, 4, 41 Iustinian, ,
Chruschtschow, Nikita, 1, 68 Frontinus, Sextus Iulius, 2, 54 Iuvenal, 2, 8
Cicero, , . ; , Furtwängler, Adolf, 6, 48
Clemens, L., , Füssli, Heinrich, 3, 76 Kapper, Per, 5, 77
Clodius, Thrasea Paetus, , Füssli, Johann Rudolf, 3, 76 Karl II. von Neapel, ,
Commodus, 4, 82 Karl VII. König von Neapel und beider
Conze, Alexander, 2, 61 Gaffron, Eduard, 1, 12 Sizilien, 3, 68
Cüppers, Heinz, 2, 5 Galen, , ; , Karo, Georg, 5, 26
Curtis, John, 2, 35 Galiani, Berardo, 3, 76 Karolinger, 4, 34
Cyriacus von Ancona, , Galiani, Ferdinando, 3, 76 Kauderbach, Johann Heinrich, 3, 75
Gayton, Anna H., 1, 11 Kemal, Orhan, 3, 87
Dämonen, 1, 60 Ğazarī Dschazari , 2, 55 Kephisodotos, ,
Däniken, Erich von, 1, 12 Gellius, Aulus, 3, 18 Kessler, Dieter, ,  ff.
Darius/Dareios I., , ; , ; , Gepiden, , Klein, Karl, 5, 86
Davies, T. M., 3, 35 Gernet, Louis, 1, 55 Klenze, Leo von, 6, 30
Demetrios von Magnesia, , Gibson, John, 5, 81 Kleobis und Biton, , ; ,
Demokrit, , Gietzen, Andreas, 4, 21 Kleon, 2, 54
De Morgan, Jacques, 2, 32 Gimbutas, Marija, 3, 45 Kleopatra, 1, 66
Despinis, Giorgos, , Goethe, Johann Wolfgang von, , ; Knackfuß, Hubert, 2, 63
Detienne, Marcel, 1, 55 ,  ff. Knoepfler, Denis, 4, 52
Dike, Personifikation, , Goten, , Koch, Lars, 6, 35
Diodorus Siculus, , Graf, Jörg, 5, 5 Koldewey, Robert, 4, 35
Dionysos, , .  ff. Greppi, Giovanni, 6, 57 Konstantin, 4, 14
Doell, Friedrich Wilhelm, 1, 75 Grimes, William, 2, 86 Kosok, Paul, 1, 12
Domitian, 3, 22 Grün, Armin, 1, 17 Kourkoumelis, Dimitris, 2, 41

5
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

Kozub, Julja Ivanovna, 2, 76 Nabu, assyrischer Gott, 2, 37 Psammetich I., 5, 62


Kreon, , Narimanishvili, Goderdzi, 5, 26 Ptah, ägyptischer Gott, 2, 11. 30
Kroeber, Alfred L., 1, 11 Nasca, ,  ff. Ptolemaios I. Soter, 2, 21
Kroisos, , ; , Naville, Edouard, 2, 16 Ptolemaios II. Philadelphos, , ; ,
Kuftin, Boris, 5, 24 Nektanebos I., 5, 62 Ptolemaios III., 2, 25
Kujau, Konrad, , Nemanja, serbischer Großfürst, , Ptolemaios IV., 1, 4
Kyros, , Nemanjiden, 4, 21 Ptolemaios VI. Philometor, 2, 23
Nero, 3, 22 Pythagoras von Samos, ,
Latiner, , Ningišzida, Stadtgott von Girsu, , Pythia, 4, 73
La Torre, Pater, 3, 75 Niuserre, Pharao, 2, 8 Pythia Aristonike, 4, 74
Lavater, Johann Caspar, 1, 77 Niutschies, ägyptische Göttin, 5, 5
La Vega, Francisco, 3, 71 Nymphen, 5, 45 Quincy, Quatremère de, 5, 81
Lawrence, Rose, 5, 81
Leto, 4, 56 Obama, Barack, 4, 71 Ramberg, Lars, 6, 34
Leukipp, , Octavian, s. Augustus Ramses II., , ; ,
Libanius, 5, 47 Ödipus, 1, 55 Ramses III., 3, 33
Liber Pater, 4, 82 Ohly, Dieter, 2, 62 Re, ägyptischer Sonnengott, 2, 15
Lindner, Christoph, 2, 5 Orpheus, 1, 58 Reiche, Maria, 1, 12
Lippolis, Enzo, 3, 5 Osiris, 3, 33 Reiffenstein, Johann Friedrich, 1, 77
Livia, 3, 22 Osiris-Ibis, 2, 21 Reihl, Katharina, 4, 18
Livius, 3, 18 Osiris-Pavian, 2, 21 Reindel, Markus, 1, 12. 16
Lovén, Bjørn, 2, 41 Osmanen, , ; , Reuter, Marcus, 2, 5
Ludwig XIV., , Otto von Griechenland, , Reuvens, Caspar Jacob Christiaan, ,
Luschan, Emma von, ,  ff. Ovid, ,  ff. Riedesel, Johann Hermann von, 3, 77
Luschan, Felix Ritter von, ,  ff. Rilke, Rainer Maria, 6, 46
Lysippos, 6, 80 Pandermanlis, Dimitrios, 4, 71 Rodenwaldt, Gerhart, 4, 71
Paderni, Camillo, ,  ff. Roemer, Herman, 6, 45
Macaulay, David, , Pandora, , ; , Römer, Cornelia, 1, 4
Macedo, José Mariano, , Papadimitriou, Ioannis, 6, 17 Roettgen, Steffi, 1, 77
Maillé, Michel, 3, 43 Papatheodorou, G., 2, 42 Roma, Göttin, , ; ,
Mainaden, 3, 31 Papenbroek, Gerard van, , Romanos I. Lakapenos, byzantinischer
Maiuri, Amadeo, , ; , Pascal, Blaise, , Kaiser, 4, 26
Mallowan, Max, , Paulsen, F., 2, 5 Rubensohn, Otto, 6, 46
Maral, A., 1, 80 Paulus, Apostel, 4, 18 Rubinson, K. S., 5, 27
Marcus Antonius, , ; , Pausanias, ,  f. Rugier, ,
Marcus Aurelius, 4, 82 Pax, Frieden, ,
Maria Amalia Christina, Frau des Pelizaeus, Wilhelm, 6, 45 Sapur I., ,
Karl V)). von Neapel, , Pepis I., 2, 14 Satyr, , ; ,
Maria Irene, byzantinische Prinzessin, Perikles, ,  ff. Savoy, Bénédicte, 6, 35
4, 26 Peschlow, Urs, 3, 5 Schlegel, Julius, 6, 75
Mariette, Auguste, 2, 30 Peter I., bulgarischer Zar, 4, 26 Schliemann, Heinrich, 6, 16. 22. 31
Mars, , ; , ; , Peters, Ann, 1, 26 Schmitt, Aaron, 2, 35
Marthot, Isabelle, 5, 5 Peters, Joris, 2, 22 Schneider, Gerwulf, 1, 36
Martial, , Pfälzner, Peter, , ; , Schreiber, Matthew, ,
Matheus, Michael, , Phidias, ,  ff. Schu, Sohn des Atum, 5, 62
Maurer, Georg Ludwig von, 6, 30 Philon von Alexandria, , Schu und Tefnut, erstes ägyptisches
Maurer, Gudrun, 1, 82 Phokylides, , Götterpaar, 3, 33
Mazzochi, Alessio Simmaco, 3, 73 Piaggio, Antonio, , Seler, Eduard, 1, 12
Melkart, phönizischer Gott, 1, 42 Pindar, 3, 13 Septimius Severus, 4, 82
Menander, , Pinder, Eduard, 4, 41 Serben, 4, 21
Mejía Xesspe, Toribio, 1, 11. 18 Piso, 3, 20 Sesostris I., ,  ff.
Memes, John Smythe, 5, 81 Platon, , ; , Seth, ägyptischer Gott, 2, 15
Mengs, Anton Raphael, ,  ff. Plinius maior, 3, 4 Sethos I., 3, 33
Merowinger, 4, 33 Plinius minor, , ; , Settis, Salvatore, 4, 61
Michelangelo, 5, 81 Pluto, Gott, 3, 4 Severin, (eiliger, ,
Mithras, ,  ff. Plutos, Reichtum, , Severus Alexander, 4, 83
Müller, Walter, 1, 75 Pomona, römische Götin, , Simeon, bulgarischer Zar, 4, 26
Mursili III., 6, 41 Pompeius, , ; , Simmonds, Matthew, 5, 77
Mut, ägyptische Göttin, 5, 5 Poseidon, ,  f. Simon, Erika, 4, 71
Muwattalli II., 6, 41 Praesebes, eigentlich Prasaiboi, 1, 66 Simosi, Angeliki, 2, 41
Muzel-Stosch, Heinrich Wilhelm, 3, 77 Primaticcio, Francesco, 4, 61 Sion, Danny, ,
Mylonas, Giorgios E., 6, 17 Proclos, 4, 71 Sisma-Ventura, Guy, 6, 5
Mylonas, Kyriakos, 2, 60 Prokopius, 4, 8 Skyles, 2, 75
Prometheus, , Skythen, ,  ff.

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
LÄNDER UND ORTE

Sobek, ägyptischer Gott, 4, 4 Wicke, Dirk, 1, 5 Butrint, ,  ff.


Sokaris, ägyptischer Gott, 4, 46 Wiederwelt, Johannes, ,  ff. Byzanz, s. Istanbul
Sokrates, , Wilamowitz-Moellendorf, Ulrich von,
Solon, , 4, 54 Caprarola, 6, 82
Sophokles, , Winckelmann, Johann Joachim, ,  ff.; Caričin Grad, ,  ff.
Spies, Paul, 6, 35 6, 30 Cavernas, 1, 11
Stamatakis, Panagiotis, 6, 16. 31 Wolters, Paul, , Cumae, 6, 5
Stark, Freya, , Wünsch, Richard, 1, 33
Steinhäuser, Carl, 6, 81 Deutschland
Stern, Tom, 6, 52 Xenophon, ,  f. – Glauburg
Stoye, Martina, 6, 36 Xerxes, ,  ff. – Gönnersdorf
Strabon, , ; , ; ,  ff. – Herne
Strong, William D., 1, 11 Zahn, Robert, , – Karlsruhe
Struck, Adolf, 2, 61 Zeus, , ; , – Kassel
Stüler, Friedrich August von, 6, 35 Zeuxis, Vizekönig, 3, 18 – Köln
Suárez Huerta, Ana Maria, 1, 82 Zivie, Alain, 2, 32 – Ladenburg
Suter, C., 1, 36 – Mainz
– Neuwied
Talbot, Henry, 4, 62 LÄNDER UND ORTE – Saalburg
Tanucci, Bernardo, 3, 73 – Saarbrücken
Teiresias, , Abydos, 3, 33 – Trier
Tello, Julio C., 1, 11. 26 Actium, 2, 54 – Waldgirmes
Tellos, , Adana, ,  ff. Doliche, ,  ff.
Tellus, 3, 23 Aegina, 4, 76
Terenz, , Ägypten Elephantine, 2, 25
Teucrer, , – Abydos Enna, Fraz. Gerace, ,  ff.
Thales, , – Alexandria Ephesos, 2, 4
Thamyris, Verlobter der Thekla, 4, 18 – Armant Eretria, 4, 52
Thekla, Heilige, 4, 17 – Assuan Euböa, Insel, 4, 52
Themis, ,  ff. – Assur
Themistokles, ,  ff. – Bubastis Fayyum, 2, 54
Theodosius I., 4, 15 – Elephantine Frankreich
Theokrit, 5, 45 – Fayyum – Alalia (Korsika)
Thiersch, Friedrich, 65, 30 – Gebelein – Barbegal
Thorvaldsen, Bertel, 5, 77 – Heliopolis – Lyon
Thot, ägyptischer Gott, 2, 15. 30 – Hermopolis – Marseille
Thrasea Paetus, s. Clodius – Kairo
Thutmosis III., 3, 33 – Medinet Watfa/Philoteris (Fayyum) Galiläa, 2, 45
Treu, Georg, , – Naukratis Gardasee, ,
Triopas, Heros, 5, 45 – Philae Gebelein, 4, 4
Troianer, , – Saqqara Georgien
Turms, etruskischer (ermes, , – Suez – Aruchlo
Tut-anch-amun, 3, 35 – Tell Amarna – Sakdrissi
Tütken, Thomas, 6, 5 – Tuna el-Gebel Gerace, s. Enna
Alalia, h. Aleria, Korsika, 1, 44 Gerasa, 6, 4
Ugolini, Luigi Maria, 1, 68 Albanien Gird-î Qalrakh, Nordirak, 1, 5
Uhle, Max, ,  ff. – Butrint Glauburg, 5, 5
Alexandria, 1, 56 Gönnersdorf, 4, 86
Valentinianus I., , Amaryndos/Amarynthos, ,  ff. Griechenland
Varro, ,  ff. Arentsburg, , – Actium
Varus, 3, 22 Armant, 2, 8 – Aegina (Insel)
Veltheim, Friedrich Wilhelm von, 4, 42 Aruchlo, ,  ff. – Amaryndos
Vergil, , Assuan, ,  ff. – Athen
Vernant, Jean-Pierre, 1, 55 Assur, 2, 33 – Athikia
Vertumnus, römischer Gott, , Athen, , ; ,  ff. – Eretria
Victoria, 5, 5 Athikia, 1, 45 – Euböa (Insel)
Virchow, Rudolf, , ; , Autonome Region Kurdistan – Kakovatos
Vishnu, 6, 36 – Bassetki, 1, 5 – Klenia
Vitruv, 1, 4 – Korinth
Völkel, Ludwig, 4, 42 Barbegal, 6, 4 – Kykladen (Inseln)
Volkmann, Johann Jakob, 3, 72 Bassetli, , ; , – Lechaion
Volkmann, Peter Dietrich, 3, 76 Bubastis, 2, 12 – Mykene
Bulgarien – Navarino
Wagner, Dorothee, 6, 36 – Preslav – Pylos

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

– Salamis (Insel) Konstantinopel, s. Istanbul Qalat Scherqat, s. 2, 33


– Samos Korinth, , ; ,  ff.
– Tanagra Kykladen, , ; , Rom, , ; ,
– Tenea Russland
– Tiryns Ladenburg, , – Uyuk-Tal, 2, 5
– Troizen Lauriacum, s. Enns
Lechaion, , Saalburg, 5, 5
Heliopolis, s. auch Kairo, 2, 8 Leiden, , Saarbrücken, 5, 86
Herculaneum, ,  ff. Lima, 1, 11 Sakdrissi, 5, 13
Hermopolis, 2, 10 Lyon, 1, 65 Salamis, 4, 75
Herne, , Samos, 2, 53
Horbat Eirav, 2, 47 Mainz, 4, 86 Saqqara, ,  ff.,  ff.; ,
Horbat Karkara, 2, 46 Mardaman, s. Bassetki Schallaburg, ,
Hierapolis, 3, 4 Marseille, 1, 44 Schlögen, ,
Humaima, 4, 15 Medinet Watfa/Philoteris, 1, 4 Seleukia, s. Silifke
Montecassino, ,  ff. Sendschirli, 4, 37
Irak Monte Iato, , Serbien
– Assur Morgantina, , – Caričin Grad
– Gird-î Qalrakh, Nordirak Mykene, , . Silifke, 4, 18
Israel Sirkeli Höyük, ,  ff.
– Galiläa Nasca, 1, 8 Sizilien, 3, 47
– (orbat Eirav Naukratis, 2, 53 Songo Mnara, ,  ff.
– Horbat Karkara Navarino, 6, 30 Spanien
– Judäa Neapel, ,  ff. – Vélez Blanco
– Khirbat Hesheq Necrópolis, 1, 11 Suez, ,  ff.
– Khirbat Shubeika Neuwied, 4, 86 Sybaris, 1, 44
Istanbul, ,  ff. Niederlande Syene, s. Assuan
Italien – Arentsburg
– Caprarola – Leiden Tanagra, 6, 45
– Cumae – Voorburg Tansania
– Enna – Songo Mnara
– Gardasee Olbia, Sardinien, , Tell el-Amarna, 2, 8
– Herculaneum Oberranna, , Tenea, h. Chiliomodi, 1, 45
– Montecassino On, s. Heliopolis Tertiveri, ,
– Monte Iato Österreich Tiryns, 6, 23
– Morgantina – Enns Trialeti, 5, 24
– Neapel – Oberranna Trier, , ; ,
– Olbia, Sardinien – Schallaburg Troia, 4, 72
– Ostia – Schlögen Troizen, 4, 76
– Pompeii Ostia, , Tschechische Republik
– Portici – Prag
– Poseidonia, h. Paestum Palpa, ,  ff. Tuna el-Gebel, 2, 10
– Rom Paphos, ,  ff. Tunesien
– Sizilien Paracas-Halbinsel, 1, 11 – Karthago
– Sybaris Pergamon, 5, 33 Türkei
– Tertiveri Peru – Adana
Iustiniana Prima, s. Caričin Grad – Cavernas – Doliche
– Lima – Ephesos
Jordanien – Nasca – Hierapolis
– Gerasa – Necrópolis – Pergamon
– Humaima – Palpa – Phokaia/Foça
– Petra – Paracas-Halbinsel – Sendschirli
– Südjordanien Petra, , ; , – Silifke
Judäa, 3, 21 Philae, 2, 25 – Sirkeli (öyük
Philoteris, s. Medinet Watfa
Kairo, ,  ff. Phokaia, h. Foça, 1, 43 Vélez Blanco, 2, 52
Kakovatos, 6, 23 Polen Voorburg, Forum (adriani, ,
Karlsruhe, , – Warschau
Karthago, , . . ; ,  f. Pompeii, , ; ,  ff.; ,  ff. Waldgirmes, 5, 5
Kassel, , ; , Portici, 3, 73 Warschau, 4, 4
Khirbat Hesheq, 2, 48 Poseidonia, 1, 44
Khirbat Shubeika, , Prag, 1, 75 Zypern
Klenia, 1, 45 Preslav, 4, 24 – Paphos, ,  ff.
Köln, 5, 4 Pylos, , ; ,
SACHEN

SACHEN – Wohnhäuser im spätantiken Ostia, , – Pergamon – Meisterwerke der antiken


– (andbuch Antike Theaterbauten, , Metropole und °-Panorama von Yade-
Abguss-Sammlung – Architektur und Gliederung mykenischer gar Asisi, Berlin , ,  ff.
– von Anton Raphael Mengs, , Paläste, ,  ff. – Ausstellung über das antike Olympia,
– der Ruhr-Universität Bochum, Neuge- – großes und kleines Megaron in Tiryns, München , ,
staltung 2017, 1, 86 6, 26 – Dauerausstellung der Gipsabgüsse und
– Gipsabgüsse seit der Renaissance, , Archiv der Digitalisierung des Westgiebels
– München: Abguss des Westgiebels des – Familienarchive in Tongefäßen von ägyp- vom Zeustempel in Olympia, Wilhelms-
Zeustempels Olympia, ,  ff. tischen Priestern, 2, 23 gymnasium München, ,
African Association, 5, 68 – neu: Fund des Stadtarchives von Doliche – Schimmernde Krüge von Erz, München
Agone mit über Siegeln, , 2018, 5, 45
– Siegespreise in der griechischen Antike, – Archiv des Archäologischen )nstitutes – Ausstellungen extra: Valentinian ).
,  ff. Göttingen, 4, 41 und die Pfalz in der Spätantike, Speyer
Akademie Attribute / , ,
– Berlin-Brandenburgische Akademie der – Füllhorn der Eirene, , – Mykene. Die sagenhafte Welt des Aga-
Wissenschaften, Berlin/Potsdam, 1, 33 Ausgrabung memnon, Karlsruhe / , ,
– Accademia di San Luca, Rom, 1, 77 – des Emmanuel Maurice von Elbeuf in – Dokumentations-Wanderausstellung
– Russische Akademie der Wissenschaften, Pompeii und Herculanum, 3, 67 über illegalen (andel mit Kulturgut, Karls-
Moskau, 2, 5 – erste Ausgrabungen in Pompeii, 3, 68 ruhe 2018, 6, 32
– Accademia Ercolanense, Ercolano, 3, 75 – Doliche, Forschungsstelle Asia Minor der – Unvergleichlich. Kunst im Bode-Museum,
– Accademia Etrusca, Cortona, 3, 75 Universität Münster, ,  ff. Berlin, 6, 36
– Österreichische Akademie der Wissen- – Ausgrabungen in Sendschirli von – – Neue Nachbarn, im Neuen Museum,
schaften, Wien, 4, 34 , ,  f. Berlin, 6, 36
– Akademie der Wissenschaften, Zentrum – Geschichte der Ausgrabungen, , – )rrtümer und Fälschungen der Archäolo-
für Archäologische Forschungen, Tiflis, , – neu: römische Bibliothek in Köln, 5, 4 gie, (ildesheim / , ,
Altar – neu: Villa romana di contrada Gerace – Hercules und sein Mythos, Turin/Venaria
– Ara Pacis in Rom, , . .  ff. (Enna), 5, 46 Reale , ,  ff.
– Altar für Fortuna Redux in Rom, , – Ausgrabungen und Ausgräber in Sirkeli – Ausstellungen extra: nackt im Museum,
– neu: früharchaische Altäre bei Korinth, (öyük, , Basel / , ,
, Ausstellung
Amulett – Nasca – Auf Spurensuche in der Wüste, Bergbau
– ägyptische Schmuckkragen als Schutz für Zürich / , Bonn , , – Deutsches Bergbaumuseum, Bochum, 1, 87
Diesseits und Jenseits, 3, 38 – geplant für : )nterimsausstellung Bernstein
Anthropologie Bilder der Macht – Macht der Bilder, – Perlen im Kurgan 3 in Ananauri, 5, 30
– Gesichtsforschung, , Berlin, 1, 35 Bibliothek
Antikenbehörde – Ausstellungen extra: Die Etrusker – Welt- – ägyptische Tempelbibliothek, 2, 10
– Antikendirektion der Region Dohak, kultur im antiken Italien, Karlsruhe 2018, – neu: römische Bibliothek in Köln ent-
Iran, 1, 5 , deckt, 5, 4
– Ägyptisches Antikenministerium, , – Neue Dauerausstellung: Mithräum im – Leipziger Universitätsbibliothek, ,
– Jordanische Antikenverwaltung, , Bloomberg Space, London, 2, 86 Biographie
Antikenrezeption – Dauerausstellung London Mithraeum, – Emma von Luschan, ,  ff.
– Filmmaterial der Sammlung Stern, ,  ff. London, , Blei
– Militärfriedhof Monte Grappa übernimmt – Ausstellungen extra: Fälschungen und )rr- – attische Fluchtäfelchen des . Jhs. v. Chr.,
antike Formen, 6, 57 tümer der Archäologie, (erne , , 1, 33
Archäobotanik – Ausstellungskooperation Münster, fünf Bronzekunst
– Auswertung der Funde im Kurgan in Ausstellungen: Frieden – Von der Antike bis – Bronzescheibe bzw. Götterscheibe aus
Ananauri, Georgien, 5, 30 heute, ,  ff. Assur, ,  ff.
Archäologie – Sonderausstellung: Fleisch, Berlin, 2018, – Bronzefibeln aus Sizilien, . Jh. v. Chr.,
– Haus der Archäologien, Bochum, 1, 86 ,  ff. 3, 51
– Digitalisierung der Archäologie, ,  ff. – Ausstellungen extra: Zweihundert Jahre – römische Bronzemedaillons, ,  ff.
– Archäologie am Gardasee, , alt – zwei Jahrhunderte jung, Leiden , BMBF = Bundesministerium für Bildung
– Überblick über Archäologie und Archäo- , und Forschung
logen, , – Byzanz & der Westen. vergessenen – Finanzierung des Nasca-Palpa-Projektes,
Archäologischer Park Jahre, Schallaburg , ,  ff. 1, 12. 17
– Römerpark Schlögen, , – Das Goldene Byzanz & der Orient, Burgos, s. Kastell
– Campi Flegri, 6, 5 Schallaburg 2012, 4, 34
– Park, Forschungs- und Besucherzentrum – Dauerausstellung Menschliches Verste- Christentum
Sirkeli (öyük, ,  ff. hen, Neuwied Monrepos, , – Religionswechsel (eiden, Christen, Mus-
Archäometrie – Ausstellungen extra: Oberösterreichische lime in Südjordanien, ,  ff.
– Arbeitsgruppe Archäometrie der Freien Landesausstellung : Die Rückkehr der – byzantinischer Bischofssitz in Tertiveri,
Universität Berlin, , Legion. Römisches Erbe in Oberösterreich, ,
Architektur , Chronologie
– Pantheon in Rom, 1, 75 – Gold und Wein. Georgiens älteste Schätze, – Datierung von Stadtmauer und Porta Ni-
– christliche Architektur in Galiläa, ,  ff. Frankfurt am Main, , ,  ff. gra mittels Dendrochronologie, 2, 5

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

Comic Fibeln – Gesetz zum Schutz von Kulturgut ,


– Gilgameschepos als Comic, , – Bronzefibeln aus Sizilien, . Jh. v. Chr., ,  ff. 6, 31
– (erakles in Marvel-Comics, , – Jezerine-Fibel, 3, 51 Gold
– Fibel Almgren 65, 3, 52 – Goldartefakte aus Nasca-Gräbern, 1, 25
DA) = Deutsches Archäologisches )nstitut – Alesia-Fibel, 3, 52 – Goldblechobjekte aus der Nekropole von
– DAI Kairo, 1, 4 Film Wari Kayan in Peru, 1, 26
– Unterstützung des Nasca-Palpa-Projek- – Peplum- oder Sandalenfilm, , – byzantinische Goldschmiederezepte, 4, 27
tes, 1, 12 – Terra-X-Sendung zur Odyssee, , – verm. ältestes Goldbergwerk der Welt in
– KAAK = Kommission für Archäologie – Hundert Jahre Antike im Dokumentar- Sakdrissi, Georgien, 5, 13
Außereuropäischer Kulturen, 1, 16 film, ,  ff. Grabausstattung
– DAI Athen, Grabungen Kerameikos Athen, – (erakles in Sandalenfilmen, ,  f. – neu: zwei Kouroi auf einer Doppelgrab-
,  ff. Fluchtäfelchen anlage in Tenea, ,  ff.
– RGK = Römisch-Germanische Kommission – attische Blei-Fluchtäfelchen und Stilus – neu: Grablöwe nach Plinthenfund zusam-
des DAI in Frankfurt am Main, 3, 47 des . Jhs. v. Chr., , mengesetzt, 1, 51
– DAI Berlin, Eurasien-Abteilung, 5, 8 Fotografie – Grab-Sphinx im Archäologischen Museum
Datum, s. Kalender – Anfertigung von Fotografien von Ausgra- von Korinth, ,
Depot, s. Schatzfund bungen in Sendschirli bis , , Grabbeigaben
DFG = Deutsche Forschungsgemein- – Verbreitung der Archäologie durch Foto- – neu: Beigaben der 77 Gräber in der Nekro-
schaft grafien, , pole von Tenea, ,  f.
– Finanzierung des Nasca-Palpa-Projektes, Foundation – neu: mykenisches Achat-Siegel aus Pylos,
1, 12. 17 – Carlsberg Foundation, 2, 41 2, 4
– Ägyptische Tiernekropolen, 2, 21 – Augustinus Foundation, 2, 41 – neu: aus dem Großkurgan von Ananauri
– Ausgrabung in Olbia Pontike, , – Israel Science Foundation, 2, 45 in Georgien, . Jt., ,  ff.
– Ausgrabung in Doliche, 3, 80 Frauen – zwei Wagen im Kurgan in Ananauri, ,
– DFG-Projekt saitische Gräber in Saqqara, – Frauen und Macht, , – Grabbeigaben der Schachtgräber von
5, 4 Fresken, s. auch Wandmalerei Mykene, 6, 17
– Fresken in mykenischen Palästen, 6, 11 Gräber
École Française Frieden – mit Grabbündeln in der Nekropole von
–École Française de Rome (CNRS) Centre – Eirene und Pax, ,  ff. Wari Kayan, Peru, 1, 26
Jean Bérard, 6, 5 – Friedensvertrag durch (andschlag, , – neu: Gräber in der Nekropole von
Edelstein Tenea, ,  f.
– Siegelstein aus Achat aus mykenischem Geoglyphen – Grab des Chirurgen in Paphos, 1, 65
Grab in Pylos, 2, 4 – der Nasca-Region, , . .  ff.  ff. – Grab eines mykenischen Kriegers oder
– prähistorisches Obsidian-Abbaugebiet Geschichte Priesters in Pylos, 2, 4
Chikiani-Obsidian in Georgien, ,  ff. – Forschungsgeschichte der Nasca-Kultur – Grabhügel Kurgan Tunnug im Uyuk-Tal
Ephorat in Peru, ,  ff. in Südsibirien, A. . Jt. v. Chr., ,
– für Unterwasseraltertümer in Griechen- – Geschichte der Welt, , – Gräber für den Apis-Stier in Saqqara, ,
land, 2, 41 – 1400 Jahre griechisch-römische Ge- – Mausoleum des Augustus in Rom, 3, 24
Expedition schichte, , – neu: mykenisches Kuppelgrab bei Korinth
– Südamerika-Exkursion von Max Uhle, , – griechische Geschichte vom . Jh. v. Chr. mit Beigaben, 3, 56
– Napoleonische Expedition , , bis zur Spätantike, , – neu: Nekropolen bei Korinth, 3, 62
– Mission Française Archélogique de Jerash, – Geschichte der Völker im Alpen- und – neu: christliche und muslimische Bestat-
6, 4 Donauraum – , , tungen in Tertiveri, ,
– Geschichte des Archäologischen Muse- – Kurgan Ananauri 3 in Georgien, 5, 13
Fälschungen ums von Adana, ,  f. – Fürstengrab XV in Georgien, A. . Jt., ,  ff.
– Fälschungen und )rrtümer, Ausstellung in – Entwicklung Georgiens, ,  ff. – (ügelgräber der Trialeti-(ochebene in
(erne , , – Geschichte des Museums für Vor- und Georgien Frühkurgan-Kultur , ,
– gefälschte Tanagra-Figuren im Roemer- Frühgeschichte Saarbrücken, ,  ff. – neu: Grab in Cumae mit Wandmalerei, 6, 5
Pelizaeus-Museum, Hildesheim, 6, 48 – Geschichte der römischen Bürgerkriege, – Schachtgräber von Mykene, ,  ff.
Farbstoffe , – Kolumbarien und Katakomben in Rom,
– Pigmente, Herstellung, Herkunft und Ver- – Geschichte von Ladenburg, , ,  ff.
wendung, ,  ff. Gesellschaft/Gemeinschaft Gymnasium
Fayence – Kasseler Altertümergesellschaft, , – neu: erstes gr.-röm. Gymnasium in Medi-
– Herstellung in Ägypten (glasierte Kiesel- – Gesellschaft zur Erforschung Eurasiens, 2, 5 net Watfa gefunden, Ägypten, 1, 4
keramik), 3, 38 – Russisch Geographische Gesellschaft, 2, 5
Fels – Archäologische Gesellschaft zu Athen, 2, 60 Hafen
– Graffiti an Felswänden beim (athor- – Leibniz-Gemeinschaft, , – Untersuchungen von Lechaion, ,  ff.
tempel in Gebelein, 4, 4 – Gesellschaft der Musenfreunde, Athen Handel
– zwei Felsreliefs hethitischer Könige . Jh., , – Fischhandel zwischen Ägypten und )srael
im Archäologischen Park von Sirkeli (öyük, Gesetze seit der Bronzezeit, 6, 5
,  ff. – erstes griechisches Antikengesetz 1834, Heiligtum
Feste 6, 30 – Heiligtum der Thekla in Seleukia, 4, 18
– Artemisia in Amarynthos, 4, 57 – (aager Abkommen von , , – Heiligtum der Artemis Amarysia auf
– Triopia bei Knidos, 5, 18 – UNESCO-Abkommen von , , Euböa, ,  ff.

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
SACHEN

Hieroglyphen Katakombe – Shulaveri-Shomutepe-Kultur in Georgien,


– Zeichen des Ka, 3, 33 – Pavian-Katakombe in Saqqara, ,  ff. 5, 18
Holz Katalog – Trialeti-Kultur in Georgien, ,  ff.
– ägyptische (olzfigur eines Falken, , – Der römische Silberschatz von Ber- – Mykenische Kultur, ,  ff.
Horologium thouville, , , – Kykladen-Kultur, 6, 31
– des Augustus in Rom, 3, 24 Keilschrift Kulturgüterschutz
Hortfund, s. Schatzfund – neu: assyrisches Keilschriftarchiv – Haager Landkriegsordnung: Schonung
Tontafeln in Bassetki, Autonome Re- von Kulturstätten, ,
)COM = )nternational Council of Muse- gion Kurdistan, 1, 5 – MMFA = Monuments, Fine Arts and Archi-
ums, 6, 32 – neu: mittanische Keilschrifttafeln, 1, 5 ves Section, ,
Inschriften – hethitische Keilschrifttafeln, ,  f. – American Commission for the Protection
– des . Jhs. in Kirchen von (orbat Karka Keramik and Salvage of Artistic and (istoric Monu-
mit Namen von Priestern, )srael, , – der Nasca-Kultur, , .  ff. ments in War Areas, ,
– Mosaikinschriften 5. Jh. in Horbat Karkara – mykenische Keramik, 6, 13
und (orbat Eirav, ,  ff. Kirche Legio/Legionslager/Legionäre
– Graffiti, religiöse Texte beim (athor- – frühchristliche Basilika und Baptisterium – Ausstellung: Rückkehr der Legio )) )talica,
tempel bei Gebelein, Ägypten, 4, 4 in Butrint, ,  f. Enns, Schlögen, Oberranna, ,
– zwanzigzeilige )nschrift auf dem Relief – neu: Kirche in Doliche, 3, 80
des Königs Barrakibs, 4, 37 – Kirchen in Südjordanien im . Jh. n. Chr., Magie
– Inschriften zum Heiligtum der Artemis 4, 15 – attische Fluchtäfelchen des . Jhs. v. Chr.,
Amarysia in Amaryndos/Vathia, ,  ff. – Marienkirche im Parthenon, 4, 71 1, 33
– neu: auf Ziegelstempeln und einem Mo- – Basilika St. Laurenz in Enns-Lorch, , – magisch-religiöse Medizin der Antike,
saik in der Villa romana di contrada Gerace Kleidung 1, 60
(Enna), 5, 46 – Verbreitung der Gewandspangen Fibeln Maison de l’Orient et de la Méditerra-
– neu: oskische Inschriften in einem Grab in )talien, ,  f. née, Lyon, 2, 44
in Cumae, 6, 5 – Kapuzenmäntel im römischen Reich, , Malerei, s. auch Wandmalerei
– Runeninschrift aus Vimose, Dänemark, – Nacktheit in der Antike, , – die Malerei der Antike und ihre Farben,
um n. Chr., ,  f. Kloster ,
Interview – Simeons-Kloster, , Medaillon
– mit Martin Maischberger zum Umbau des Kopie – römische Medaillons, ,  ff.
Pergamonmuseum, Berlin, ,  ff. – Kopie, Original, Gipsabguß, Fotografie, Medizin
Institut/Institutionen ,  ff. – neu: medizinische Instrumente aus Nea-
– )nstitut für Kulturen des alten Orients, – Digitale Kopien und 3D-Drucke, 4, 63 Paphos, ,  ff.
Universität Tübingen, , – Gipsabgüsse in München vom Westgiebel Metalle
– )nstitut für Geodäsie und Photogramme- des Zeustempel in Olympia, ,  ff. – Metallhandwerk der Nasca-, Moche- und
trie der ET( Zürich, , Krieg Paracas-Kultur, 1, 24
– Archäologisches Institut der Jagiellonen- – Schlacht von Raphia, v. Chr., , – Metallfunde im republikanischen Sizi-
Universität, Krakau, , – troianischer Krieg, 1, 46 lien, ,  ff.
– )nstitut für Archäologische Wissenschaf- – peloponnesischer Krieg, 3, 18 – Römische Silberschätze. 150 Jahre Hildes-
ten AW der Ruhr-Universität Bochum, – keltische Söldner auf Sizilien, 3, 47 heimer Silberfund, ,
1, 86 – 4. Kreuzzug, 4, 18 Mission Archéologique Française du
– )nstitut für Ägyptologie und Koptologie – Bomben auf Pompeii, ,  ff. Bubasteion, 2, 32
der LMU München, , – Haager Landkriegsordnung, 4, 68 Mosaiken
– Dänisches Institut in Athen, 2, 41 – Schlacht von Navarino , , – Mosaikinschriften in Horbat Karkara und
– Schweizerische Archäologische Schule in – Rettung der Kunstschätze von Montecas- (orbat Eirav aus dem . Jh., ,  ff.
Griechenland, Athen, 4, 52 sino im Zweiten Weltkrieg, ,  ff. – Mosaikböden in (orbat Eirav in früh-
– )nstitut für Baugeschichte der Techni- Kult christlichen Kirchen, 2, 47
schen Universität München, , – Tierkulte im pharaonischen Ägypten, ,  ff. – Mosaikböden in römischer Therme und
– )nstitut für Geologie der Universität )nns- – Fleisch im Kult, SMB Sonderausstellung frühchristlicher Kirche in Doliche, ,
bruck, 6, 4 , ,  ff. Mumien
– )nstitut für Archäologische Wissenschaf- – Kulttransfer in byzantinischer Zeit, ,  ff. – Tiermumien, 2, 8
ten der Universität Bern, , – Kult des Schöpfergottes in Heliopolis, – Katzenmumien, ,  ff.
,  ff. – Mumienimitationen in Tiernekropolen,
Jenseitsvorstellungen Kulturen 2, 22
– ägyptische Schmuckkragen als Schutz im – Nasca-Kultur, ,  ff. – )bisse als Votivmumien in Saqqara, ,
Jenseits, ,  ff. – Maya-Kultur, 1, 11 – Vorbesitzer der ägyptischen Mumie von
– Chavín-Kultur, , Kassel, 4, 42
Kalender – Paracas-Kultur, 1, 17 – Entwicklung und Anwendung der bildge-
– Deutung der Nasca-Geoglyphen als Kalen- – Wari-Kultur, 1, 20 benden Diagnostik bei Mumien, ,  ff.
der, 1, 12 – Swahili-Kultur in Tansania, , – neu: Mumifizierungswerkstatt in Saqqara,
Kanal – Kura-Araxes-Kultur in Georgien, , . 5, 4
– Suez-Kanal, 6, 86  ff. Münzen
Kastell – bronzezeitliche Kurgan-Kulturen in Geor- – neu: ca. römische Münzen in Brun-
– Quadriburgos in Oberranna, , gien, 5, 13 nen in Amarynthos, 4, 56

11
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

– sind Medaillons Münzen von mehrfachem – Speyer, Historisches Museum der Pfalz, Palast
Wert?, 4, 80 , – die homerischen und mykenischen
Museum – Suez, Suez National Museum, ,  ff. Paläste, ,  ff.
– Adana, Archäologisches Museum, ,  ff. – Tiflis, Georgisches Nationalmuseum, Papyrus
– Alexandria, Griechisch-Römisches 5, 8. 28 – Buch vom Tempel, ,
Museum, 6, 50 – Trier, Rheinisches Landesmuseum, 2, 5 – Papyrus Vind. 3873, 2, 10
– Athen, Nationalmuseum, , ; , – Würzburg, Martin von Wagner Museum, – Papyrus Jumilhac, 2, 11
– Athen, Akropolismuseum, ,  ff. 3, 36 – pBrooklyn 47.218, 2, 15
– Berlin, Ethnographisches Museum, , ; – Zürich, Museum Rietberg, , – Papyrus Harris I, 3, 33
4, 38 Musik – Funde in der Villa dei Pisoni und Villa dei
– Berlin, ehem. Königliche Museen zu – Deutung der Erfindung der Lyra, , Papiri, ,
Berlin, 1, 35 – neu: Grab mit Schildkrötenpanzer bei – Papyrus (P. Bas. 1 A) mit Spiegelschrift
– Berlin, Vorderasiatisches Museum, Korinth, . Jh. v. Chr., , entziffert, 5, 5
.  ff. Mythen – Papyrustexte enthalten Verdienstmög-
– Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, 3, 27 – Das Anthropomorphe Mythische Wesen lichkeiten der Priester, ,  ff.
– Berlin, ehem. Königliches Museum für der Nasca-Kultur in Peru, ,  f. Pax
Völkerkunde, 4, 35 – Generative Mythologie , ,  ff. – pax Augusta und pax Romana, ,
– Berlin, Pergamonmuseum, ,  ff. – Mythos vom Sonnenauge, , Pflanzen
– Berlin, Humboldt Forum, 6, 33 – meskalinhaltiger San-Pedro-Kaktus, 1, 32
– Bochum, Deutsches Bergbaumuseum, Nachruf – Olivenbaum als politisch-religiöser
, ; , – (einer Knell – , , Mythos, 1, 55
– Enns, Lauriacum, , – Enzo Lippolis – , , – Rebenanbau im antiken Georgien, 5, 10
– Eretria, Museum von Eretria, , – Urs Peschlow – , , Polychromie
– Essen, Ruhr Museum, 6, 53 – Ulrike Wulf-Rheidt – , , – der Eirene des Kephisodot, 3, 10
– Glauburg, Archäologisches Landes- – Norbert Kunisch – , , – Dauerausstellung: Gipsabgüsse und far-
museum Hessen, 5, 5 Namen bige digitalisierte Modelle des Westgiebels
– Göttingen, Wissensmuseum (im Bau), 6, 56 – Eigennamen im Mythos, , vom Zeustempel in Olympia, Wilhelmsgym-
– Hildesheim, Roemer- und Pelizaeus- Nekropole nasium München, ,
Museum, ,  ff. – von Wari Kayan, Peru, , – weiße Marmorskulpturen bemalt oder
– Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, – neu: Nekropole von Tenea gefunden, nicht? ,  ff.
, ; ,  ff. .– . Jh. v. Chr., , Portrait
– Kassel, Museumslandschaft Hessen, – Tiernekropolen in Ägypten, 2, 10 – Büsten von Anton Raphael Mengs, ,  ff.
,  ff. – Ibiotapheion, Tiernekropole in Ägyp- – Büste von Johann Joachim Winckelmann,
– Kassel, Fridericianum, 4, 41 ten, 2, 21 1, 75
– Köln, Römisch-Germanisches Museum, – neu: Tiernekropole (Schafe) in Assuan, – Selbstportraits (Gips und Bronze) des
5, 4 ,  ff. Anton Raphael Mengs, 1, 77
– Korinth, Archäologisches Museum, , – Tiernekropole in Nord-Saqqara, 2, 30 – gemalte Selbstbildnisse von Anton
– Ladenburg, Lobdengau-Museum, , – )bis- und Falken-Katakombe Süd in Raphael Mengs, ,  f.
– Leiden, Rijksmuseum van Oudheden, , Saqqara, 2, 30 Priester
– Lima, Museo Nacional de Arqueología, – Pavian-Katakombe in Saqqara, ,  ff. – Nebentätigkeiten ägyptischer Priester,
Antropología e Historia del Perú, 1, 11 – Kerameikos, Athen, ,  ff. ,  ff.
– Lima, Museo de Arte de Lima, 1, 13 – Olbia Pontike, Westnekropole, 2, 76 Projekte
– London, Museum of London Archeology, – römische Nekropole bei Korinth, 3, 63 – Forschungsprojekt Nasca-Palpa, 1, 12.
2, 86 – Grabhügelnekropole Trialeti in Geor-  ff.
– Mainz, Römisch-Germanisches Zentral- gien, 5, 13 – Anden-Transekt: Klimasensitivität
museum, , ; , . . – Kollektivbestattungen, , präkolumbischer Mensch-Umwelt-Systeme,
– München, Anthropologisches Museum, Numismatik, s. auch Münzen, Medaillon 1, 17
1, 12 – Schrötlinge für Münzen und Medaillons, – )nscriptiones Graecae, ,  ff.
– München, Deutsches Museum, , 4, 80 – Gips goes digital, Ruhr-Universität
– München, Museum für Abgüsse Klassi- Bochum, ,
scher Bildwerke, , ÖA) = Österreichisches Archäologisches – Forschungsprojekt Lebenswelten Kult-
– Münster, Archäologisches Museum der Institut personal ägyptischer Tiernekropolen),
Westfälischen Wilhelms-Universität, , – Ausgrabungen Ephesos, 2, 4 2, 24
– Neapel, Archäologisches Nationalmu- Obelisk – Swiss-Egyptian Joint Mission at Old
seum, , ; , . – Gnomon des Horologiums des Augus- Aswan, ,
– Neuwied, Monrepos – Archäologisches tus, 3, 24 – DFG-Projekt: Die Tempelherde und ihr
Forschungszentrum und Museum für Ver- – Obelisk des Sesostris I. in Heliopolis, Bestattungsplatz im ptolemäisch-römi-
haltensevolution, ,  ff. 5, 57 schen Syene aus archäozoologischer, ar-
– Paris, Cabinet des Médailles, , Opfer chäologischer und religionshistorischer
– Prag, Tschechische Nationalgalerie, 1, 75 – Tieropfer, SMB Sonderausstellung: Perspektive, ,
– Portici, Museum von Portici, , Fleisch, , ,  ff. – Lechaion (arbour Project, ,
– Saarbrücken, Museum für Vor- und Früh- – evtl. Menschenopfer in den Großkurga- – Economic growth and religious materi-
geschichte und Außenstelle Römische Villa nen von Ananauri, Georgien, , ality in Christian Galilee in Late Antiquity:
Nennig, ,  ff. Archeological and Literary Analysis, 2, 45

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
SACHEN

– Songo Mnara-Project, Tansania, ,  ff. Restitution – männliche und weibliche Bildsteine


– deutsch-ukrainisches Kooperations- – des Badischen Landesmuseums Karlsruhe Menhire in Südfrankreich, ,  ff.
projekt Olbia Pontike, , an Italien und Griechenland, 6, 31 – Ptah-Sokar-Osiris-Figuren, 4, 45
– Doliche, Centre for Urban Network Evolu- RGK = Römisch-Germanische Kommission, – Apoll vom Belvedere, ,
tions der Universität Aarhus und DFG, , s. auch DAI – neu: unzählige Fragmente der Kolossalsta-
– Gebelein Archaeological Project, 4, 4 – Ausgrabungen in Waldgirmes, 5, 5 tue des Psammetich I. in Heliopolis, 5, 62
– Contact and Discourse within Christia- – Werke des Bertel Thorvaldsen, ,
nity – Byzantium, the Latin West and the Sammlungen – neu: Fragmente von Götterstatuen in
Slavic World, , – Abguss-Sammlungen des Anton Raphael Gerasa, 6, 4
– DFG-Projekt: saitische Gräber in Saqqara, Mengs, 1, 77 – Herakles-Farnese, 6, 80
5, 4 – Basler Papyrussammlung, 5, 5 – Herakles-Kopf im Antikenmuseum Basel,
– Grabungsprojekt Aruchlo 1 in Georgien, – private Antikensammlungen im . Jh., 6, 81
5, 8 6, 31 Society
– ägyptisch-deutsches Grabungsprojekt: – unveröffentlichte Sammlung griechisch- – Society of Antiquaries von London, ,
Sonnentempel Heliopolis, 5, 57 römischer Terrakotten im Roemer- – Royal Geographical Society, 4, 35
– vier gemeinsame Projekte der Kultus- Pelizaeus-Museum, (ildesheim, ,  ff. Sport
ministerien von Griechenland und Baden- – (Film-) Sammlung Stern, 6, 52 – Siegespreise bei Agonen, ,  ff.
Württemberg, , Sarkophage Sprache
– Kulturprojekte Berlin, 6, 35 – neu: Gräber mit Sarkophagen bei Korinth, – Schriften und Sprachen im alten Süd-
– Humboldt Forum, Berlin, 6, 36 , arabien, ,  f.
Prophezeiung – verlorener anthropomorpher (olz- – Sprache und Schrift der Nabatäer, ,  f.
– disciplina etrusca, , sarkophag in Kassel mit ‹Ägyptischer Mumie› – Sprache und Schrift der Kopten, ,  f.
Publikationen und Beigaben, ,  ff. – (ethitische Sprache, ,  f.
– Eparchenbuch von ca. , , Schatzfund/Hortfund Stadtforschung
– Neuübersetzung byz. Traktat: Über die – Der Schatz von Berthouville, , – bronzezeitliche Anlage Bassatki, Auto-
hochgeschätzte und berühmte Goldschmie- – Römische Silberschätze, , nome Region Kurdistan, 1, 5
dekunst, 4, 27 – Goldschatz von Veliki/Weiliki Preslav, – Butrint in Albanien, ,  ff.
,  ff. – mittelalterliche Stadt Songo Mnara in
Reise Schmuck Tansania, ,  ff.
– des Johann Ludwig Burckhardt in Syrien, – ägyptische (alskragen, ,  ff. – Vorstadt von Olbia Pontike, . Jh. v. Chr.,
Petra, Abu Simbel u. a., ,  ff. Schrift/Schreiben ,  ff.
– Reiseführer Albanien, , – Schriften und Sprachen im alten Süd- – Doliche, ,  ff.
Rekonstruktion arabien, ,  f. – Caričin Grad )ustiniana Prima , ,
– Rekonstruktion der Siedlungsgeschichte – Sprache und Schrift der Nabatäer, ,  f. Stadtmauern
der Pasca-Kultur, 1, 17 – Sprache und Schrift der Kopten, ,  f. – neue Datierung der Stadtmauer und
– zweite Rekonstruktion des Mithräums in – Die hebräische Schrift, ,  f. Porta Nigra in Trier, 2, 5
London, ,  ff. – Jahre Schrift, , – neu: Funde der archaischen und klassi-
– der Eirene des Kephisodotos, ,  ff. – hethitische Keilschrifttafeln, ,  f. schen Stadtmauer von Korinth, ,
– polychrome Rekonstruktion eines Reliefs – Die früheste Runeninschrift aus Vimose, Stein
des Titusbogens in Rom, 3, 12 Dänemark, ,  f. – mittelalterliche Steinstädte in Tansania,
– zeichnerische Rekonstruktion der ‘Kasse- – Linear A und B, 6, 21 ,  ff.
ler Mumie, ,  ff. – Grapheia, antike ägyptische Schreib- – Korallenstein, 2, 73
– von zwei bronzezeitlichen Wagen im Kur- stuben, ,  ff. – Statuen-Menhire in Südfrankreich,
gan 3 in Ananauri, 5, 30 Siedlungsfunde ,  ff.
– des Westgiebels vom Zeustempel in Olym- – neu: Siedlungsspuren bei den Geoglyphen – neolithische Steingeräte in Georgien,
pia, München , , der Nasca-Kultur, ,  f. ,  ff.
Relief – ägyptische Turmhäuser, 2, 23 – megalithische Strukturen in Georgien,
– polychrome Rekonstruktion eines Reliefs – Siedlungsspuren . Jh. v. Chr. unter römi- 5, 22
des Titusbogen, Rom, 3, 12 scher Nekropole in Olbia Pontike, 2, 77 – Behandlung weißer Marmorskulpturen,
– Relief des Königs Barrakibs, 4, 37 – neu: mykenische Siedlung bei Korinth, ,  ff.
– zwei Felsreliefs hethitischer Könige 3, 56 Stele
im Archäologischen Park von Sirkeli – neolithische Siedlungen in Georgien, 5, 18 – Restaurierung der Gudea-Stele im Vorder-
(öyük, ,  ff. – Siedlungsgeschichte von Sirkeli (öyük, asiatischen Museum Berlin, ,  ff.
Religion ,  f. Stiftungen
– Erkenntnisse zur Religion der Nasca- Siegelabdrücke – Thyssen Stiftung, , ; ,
Kultur, ,  f. – neu: über in Doliche, , – SLSA = Schweizerisch-Liechtensteinische
– Graffiti der Volksreligion, Ägypten, , – Mykenische Siegelmotive, , Stiftung für archäologische Forschungen im
– Religionswechsel in Südjordanien, ,  ff. Skulptur Ausland, 1, 12. 16
Restaurierung – der Kouros aus Tenea in München, , – Gerda Henkel Stiftung, 2, 4
– die Gudea-Stele im Vorderasiatischen – neu: zwei Kouroi in Klenia bei Raub- – ägyptische Tempelstiftungen, 3, 33
Museum Berlin, ,  ff. gräbern gefunden, ,  ff. – Prinz Maximilian zu Wied-Stiftung, ,
– die Bronzescheibe aus Assur vom Vorder- – Eirene des Kephisodotos, ,  ff. – Stiftung Stern, 6, 52
asiatischen Museum Berlin, 2, 34 – Rekonstruktion der Eirene, Münster Straßen
– verbrannte und beschädigte Papyri, , 2018, 3, 10 – Kontoporeia, 1, 46

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ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
REGISTER

– mykenische und archaische Straßen – Buchis-Stier in Armant, 2, 8 – University of York, ,


beim antiken Korinth, ,  ff. – Cheseded, mythisches Tier, 2, 11 – UDE = Universität Duisburg-Essen, ,
– bronzezeitliche Prozessionsstraßen zu – Ibiotapheion, Tiernekropole in – Universität Münster, ,
georgischen Kurganen, 5, 14 Ägypten, 2, 21 – Universität Aarhus, ,
Symbole – Tiernekropole in Nord-Saqqara, 2, 30 – Universität Leiden, ,
– Füllhorn als Symbol des Friedens und – )bis-Katakombe Süd in Saqqara, , – Universität Warschau, ,
des Wohlstandes, 3, 10 – Pavian-Katakombe in Saqqara, ,  ff. – Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
– Kerykeion als Symbol des (Verhand- – Sonderausstellung SMB 2018 zum ,
lungs-) Friedens, 3, 10 Thema Fleisch, ,  ff. – Universität Wien, ,
– Schwein, , – George Washington University,
Technik – ägyptische (olzfigur eines Falken, , Washington, ,
– Anwendung moderner Technik bei der – bronzener Pferdekopf aus Waldgirmes, – Universität Basel, ,
Erforschung der Nasca-Kultur, 1, 17 5, 5 – Ca Foscari-Universität, Venedig, ,
– antike Bewässerungstechnik, ,  ff. – der goldene Löwe aus dem Kurgan – )wane-Jawachischwili-Universität Tiflis,
– Einsatz von Photographie und Phono- von Tsnori in Georgien, , 5, 20
graphie in Sendschirli bis , , Ton/Terrakotta – Universität Aix-Marseilles, ,
– Entwicklung der Röntgendiagnostik bei – griechisch-römische Terrakotten im – Universität Rennes, ,
Mumien, ,  ff. Roemer-Pelizaeus-Museum, Hildesheim, – Universität )nnsbruck, )nstitut für
– Digitalisierung der Archäologie, ,  ff. ,  ff. Geologie, 6, 4
– Vom Gipsabguß zum D3-Druck, 4, 63 – Alexandrinische und Fayyum-Terrakotten – Deutsch-Jordanische Universität,
– Digital (umanities Lab der Universität im Roemer-Pelizaeus-Museum, Hildes- Amman, 6, 4
Basel, 5, 5 heim, ,  f. – Universität Göttingen, ,
– neolithische Steingeräte in Georgien, Tore
,  ff. – neue Datierung der Stadtmauer und Vasen
– Wassermühlen von Barbegal, , Porta Nigra in Trier, 2, 5 – (ydrien als Siegespreise, Graburne u. a.,
Tempel 5, 43
– Plutonium in Hierapolis, 3, 4 UNESCO-Weltkulturerbeliste Vereine
– )anus-Tempel in Rom, ,  f. – Memory of the World Register (Berliner – Förderverein Enki e. V., ,
– Templum Pacis in Rom, 3, 11. 21 Schallarchiv , , – Freunde der Antike auf der Museums-
– Pantheon in Rom, 3, 24 insel e. V., Berlin, 1, 36
– Karnaktempel in Opetasut, 3, 33 Universität Via
– Isis-Tempel in Pompeii, 3, 71 – Universität Tübingen, , ; , – Via Flaminia, 3, 22
– Hathortempel in Gebelein, Ägypten, 4, 4 – University Pennsylvania, Philadelphia, Villa
– Parthenon, ,  ff. 1, 11 – Villa dei Pisoni und Villa dei Papiri, ,
– Sonnentempel von (eliopolis, heute – Universidad Nacional Mayor de San
Kairo-Matariya, ,  ff. Marcos, Lima, 1, 11 Waffen
– Abu Simbel, ,  f. – University of California, Berkeley, , – Gladiatorenhelme aus Pompeii, 3, 78
Textilien – ET( = Eidgenössische Technische (och- Wandmalerei
– Fund eines Webstuhls (4.–7. Jh.) in schule Zürich, )nstitut für Geodäsie und – neu: Grab in Cumae mit Wandmalerei,
Gird-î Qalrakh, Nordirak, , Photogramametrie, 1, 16 6, 5
– Textilien der Nasca-Kultur, , – E(ESS = École des hautes études en – mykenische Wandmalerei, ,
– neu: sasanidischer Webstuhl und sciences sociales, Paris, 1, 17 Wasser
-gewichte, , – Jagiellonen-Universität, Archäologisches – Bewässerungsgeschichte Spanien,
Theater Institut, Krakau, 1, 60 ,  ff.
– von (erculaneum, , – University of Notre Dame, )ndiana – Wasserrechte in Vélez Blanco in
– (andbuch: Antike Theaterbauten, , (USA), 1, 70 Spanien, 2, 58
Thermen – Ruhr-Universität Bochum, , ; , – Wassermühlen von Barbegal, ,
–Therme im Römerpark Schlögen, , – Universität Rostock, , Welt
Tiere – University of Cincinnati, , – altägyptische Weltschöpfung und
– neu: Grabsphinx im Museum Korinth, – Ludwig-Maximilians-Universität, -ordnung, ,
1, 51 München, , Werkzeug
– Schildkröte und Chelys-Lyra, , – Universität Kairo, Fakultät für Archäo- – neu: medizinische Instrumente aus
– Tierkulte (Stier, Krokodil, Widder, logie, Kairo, 2, 21 Bronze und Eisen aus Nea-Paphos, ,  ff.
Pavian, )bis, Falke, Löwe, Affen, Katzen, – University College London, , Wiederverwendung
Schakale) im pharaonischen Ägypten, – Universität Kopenhagen, , – von attischen Fluchtäfelchen des . Jhs.
,  ff. – Universität Patras, , v. Chr., ,
– Mnevis-Stier in (eliopolis, Ägypten, , – Universität Lyon, , Wunder
– Apis-Stier, 2, 8 – Rice University, (ouston, , – Die Wunder des Pythagoras, ,

14
ANTIKE WELT Hefte 1–6/18
wbg fördert die
Geisteswissenschaften
Um den Geisteswissenschaften in der Gesellschaft
mehr Gehör zu verschaffen, stiftet die wbg den
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und Journalismus wird ihn ab 2019 alle zwei Jahre
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fördern und dem (Nach)Denken eine Plattform zu
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rund 120 Neuerscheinungen, darunter zahlreiche
Titel aus den Bereichen Archäologie, Altertum,
Geschichte und Kunst. Wir sind Kulturveranstalter
und Partner zahlreicher Museen. Wir engagieren
uns für Bildungsinitiativen wie Arbeiterkind.de, für
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