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Architekturzentrum Wien 08.05.

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Bernard Rudofsky

Persönliche Daten
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
Auszeichnungen und Ämter
Vita
Stellenwert
Werke
Primärquellen
Sekundärquellen
Ausstellungen
Neue Medien
Anmerkungen

Persönliche Daten top

* 19.03.1905 - † 12.03.1988
Geschlecht: m
Geburtsort: Suchdol nad Odrou
damaliger Name: Zaucht(e)l, Mähren
Land: Tschechien
damaliger Name: Österreich-Ungarn
Sterbeort: New York
Land: USA
weitere Namen: Bernhard
Religionsbekenntnis: Röm. - Kath.
Berufsbezeichnung: Architekt, Designer, Ausstellungsmacher, Autor
Familiäres Umfeld: Vater: Bernhard R. (*1875), Tierarzt
Mutter: Elisabeth Primus
Ehe (1935) mit Berta Doctor (1910-2006)
Sohn Peter (1936-1938)

Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte top

1918-1922 Realmittelschule, Wien 15, Henriettenplatz


1922-1928 Technische Hochschule in Wien, Bauingenieurwesen und
Architektur
1923 Besuch der Bauhausausstellung, Weimar, D
1925 Reise nach Bulgarien und Türkei
1926 Reise nach Frankreich, Italien und in die Schweiz
1928 Schwedenreise
1929 Reise nach Bulgarien, Türkei, Griechenland, 2-monatiger
Aufenthalt auf Santorin (Thira)
1930 Reise nach Jugoslawien
1931 Promotion

Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit top

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1932 Übersiedlung nach Capri, I


o.J. Übersiedlung nach Neapel, I
1935 Übersiedlung nach Procida, I
1928-1930 Mitarbeit im Büro O.R. Salvisberg, Berlin, D
1930-1932 Mitarbeit im Büro Theiss & Jaksch, Wien
1932 Zusammenarbeit mit L. Cosenza, Neapel, I
1936 2-monatige Zusammenarbeit mit L. Gábor, Pittsburgh, USA
um 1937 Zusammenarbeit mit G. Ponti, Mailand, I
1938 6-monatiger Aufenthalt in Rio de Janeiro, BR
o.J. Übersiedlung nach São Paulo, BR
ab 1941 New York-Aufenthalt
ab 1943 Associate Editor und Art Director der Zeitschrift „Pencil Points“
1946 Art/Architectural Editor der Zeitschrift „Interiors“
1947 Editorial Director der Zeitschrift „Interiors“
1948 US-Staatsbürgerschaft
1950-1960 Research Professor, Waseda University, Tokio, J
1955 Japanreise
1958 9-monatiger Aufenthalt auf Hawai, USA
um 1960-
Konsulent des MoMA, N.Y., USA
1965
o.J. Gastprofessor der Graduate Class of Architecture, Yale, USA
1975 Gastprofessor für Architektur an der Kopenhagener
Kunstakademie, DK
1979-1981 Smithsonian Scholar in Residence am Cooper-Hewitt Museum,
N.Y., USA
1985 Indienaufenthalt

Auszeichnungen und Ämter top

1957 Fulbright Scholar Award


1957 Chief Architect and Originator of the U.S. Government Exhibits
1959 II. Fulbright Scholar Award
1963 I. Guggenheim Memorial Award
1972 II. Guggenheim Memorial Award
1977 Prechtl-Medaille
1979 Medaille des American Institute of Architects
1982 Research Grant des National Endowment for the Arts
1983 I. National Endowment for the Arts Senior Fellowship
1984 II. National Endowment for the Arts Senior Fellowship
1986 Preis der Stadt Wien für Architektur

Vita top

1905 als Sohn eines Tierarztes in Mähren geboren, verbrachte Bernard


Rudofsky, nachdem seine Familie 1906 nach Wien übersiedelt war, ab dem
9. Lebensjahr seine Kindheit bei den Großeltern mütterlicherseits und
durchlief nach Beendigung der Realschule in Wien 15, am Henriettenplatz 6,
eine fundierte Ausbildung zum Architekten an der Technischen Hochschule in
Wien. Zahlreiche Studienreisen führten ihn u.a. nach Deutschland (wo er die
Bauhausaustellung in Weimar besuchte), Bulgarien, Frankreich, Italien, in die
Türkei und die Schweiz. 1928, nach seinem Studienabschluss, reiste er nach
Schweden, wo er mehrere Monate im Büro des Schweizer Architekten Otto
Rudolf Salvisberg arbeitete. Im Sommer 1929 verbrachte Rudofsky zwei
Monate auf der Insel Santorin.

Nach seiner Rückkehr nach Wien arbeitete Rudofsky ca. zwei Jahre im Büro
Theiss & Jaksch. In dieser Zeit arbeitete er am Entwurf für das erste
Hochhaus in Wien 1, Herrengasse 4-6, mit und war an der Planung der
Erweiterung des Realgymnasiums für Mädchen, Wien 13, Wenzgasse 9-11,
beteiligt. 1931 erlangte er mit der auf Santorin geschriebenen Dissertation

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„Eine primitive Betonbauweise auf den Kykladen“, den Doktortitel der


Technischen Hochschule Wien.

Im März 1932 zog Rudofsky für zwei Jahre nach Capri. Er betätigte sich als
technischer Zeichner, unterrichtete Deutsch und nahm als „ghost architect“
am Wettbewerb für den neuen Bahnhof in Florenz teil. Während des
Sommers 1934 lernte Rudofsky seine spätere Frau, Berta Doctor, kennen.
Gemeinsam mit Luigi Cosenza plante er 1935 die Villa d’Oro und einen
Tennisclub, beides in Neapel. Rudofsky reiste 1935 über Paris, wo er Le
Corbusier traf, in die Vereinigten Staaten. In der New York‘s City Hall
heiratete er 1935 Berta Doctor. Von da an war Berta Rudofsky „nicht nur
Ehefrau und Zeitzeugin, sondern auch Mitarbeiterin, Mitreisende, Managerin,
Autofahrerin, Übersetzerin, Sandalenproduzentin, Lehrende, Lektorin, Modell
und Muse. Bis heute ist sie Nachlassverwalterin und somit als ,anonyme‘
Akteurin in vielfältiger Weise am Oeuvre ihres Mannes beteiligt“ (M. Platzer).
Im Jänner 1936 verließ Berta Rudofsky New York und im Mai kam ihr
einziger Sohn Peter in Wien zur Welt. Rudofsky blieb zwei Monate in
Pittsburgh, wo er mit László Gábor zusammenarbeitete, Frank Lloyd Wright
kennenlernte und Oskar Wlach traf. Nach der Beendigung des Krieges von
Abessinien kam es zur Fertigstellung der Villa d’Oro. 1937 ging Rudofsky
nach Mailand, um mit Gio Ponti zusammenzuarbeiten. Im Februar 1938 starb
sein Sohn Peter in Camerlata, in der Nähe von Como.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten reiste Rudofsky mit seiner


Frau nach Genf und von dort über Triest und den Seeweg nach
Lateinamerika. Anschließend lebte er sechs Monate in Rio de Janeiro, danach
in São Paulo. Dort entstanden zwei wesentliche Bauten, Casa Frontini und
Casa Arnstein, beide zwischen 1939 und 1940. Als einer der brasilianischen
Gewinner des vom New Yorker Museum of Modern Art ausgeschriebenen
Wettbewerbs für Organic Design (1941) reiste Rudofsky nach New York. Die
Stadt blieb bis zu seinem Tod 1988 seine kulturelle Heimat. Von 1942-1943
war Rudofsky Herausgeber und Art Director der Zeitschrift „New Pencil
Points“, 1944 realisierte er im MoMA seine berühmte Ausstellung „Are
Clothes Modern?“. 1946 wurde er Art/Architectural Editor und 1947 Editoral
Director der Zeitschrift „Interiors“, die er im Jänner 1949 wieder verließ.
Sobald er 1948 amerikanischer Staatsbürger wurde, begann er wieder
Europa zu bereisen. Das einzige architektonische Werk dieser Zeit war 1950
die Gartengestaltung für Costantino Nivola in Amagansett auf Long Island. Er
publizierte in „The Architectual Review“, in „Ars and Architecture“, „Domus“
und „Kokusai Kentiku“ und war einer der Autoren des Buches „Seven
Designers Look at Trademark Design“ von 1952. 1951-1952 unternahm er
eine Reise mit dem Auto durch Mexiko, am Rückweg hielt er Vorträge in
Denver.

Rudofskys Interesse an Japan stammte noch aus seiner Studentenzeit und


1955 reiste er erstmals dorthin, wo er Kenzo Tange und den Gouverneur von
Kagawa, Masanori Kaneko, kennenlernte, bei dem er für einige Zeit zu Gast
war. 1956 leitete Rudofsky die Ausstellung „Textiles USA“ im MoMA und
begann in „Domus“ die Veröffentlichung seiner „Introduzione al Giappone“.
1958 bekam er gemeinsam mit Peter Harnden den Auftrag, die Einrichtung
des USA-Pavillons für die Weltausstellung in Brüssel zu realisieren.

Nach seinem zweiten Japanaufenthalt 1959 folgte ein neunmonatiger


Aufenthalt auf Hawai, wo er „The Kimono Mind“, eine Art polemischen
Reiseführer schrieb. Bis 1960 war er „Research Professor“ an der Waseda
University in Tokio, wo er unterrichtete und Konferenzen abhielt.

Als Konsulent des MoMA Department of Architecture realisierte Rudofsky eine


Reihe großer Ausstellungen, die sich auch auf die japanische Kultur bezogen.
Die Ausstellung „Architecture without Architects“ war ein großer Erfolg und
wurde an 84 verschiedenen Orten in einem Zeitraum von zwölf Jahren

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gezeigt. Im Sommer 1969 kaufte er in Frigiliana in Andalusien ein Stück


Land, um für sich und seine Frau ein Haus zu bauen. Das Haus wurde
zwischen 1970 und 1971 gebaut und war für ihn ein Refugium und idealer
Ausgangspunkt für seine Reisen. Es war das letzte Haus, das er baute.

1971 publizierte er das Buch „The Unfashionable Human Body“, in dem er


Themen von „Are Clothes Modern?“ wieder aufnahm. 1977 veröffentlichte er
das Buch "„The Prodigious Builder“, eine erweiterte Fassung von AWA. Im
Sommer 1972 besuchte Rudofsky anlässlich der Verleihung der Prechtl-
Medaille, die ihm die Technische Universität verlieh, das erste Mal seit 1932
wieder Wien. Von 1979-1981 war Rudofsky Smithsonian Scholar in
Residence am Cooper-Hewitt Museum in New York und er erhielt für seine
Schriften die Medaille des American Institutes of Architects. 1980
organisierte er, unterstützt durch die Direktorin des Cooper-Hewitt Museums,
Lisa Taylor, die Ausstellung „Now I Lay Me Down to Eat“ und publizierte das
Buch zur Ausstellung.

1985 reiste Rudofsky als Mitglied eines Entwicklungsprogramms „Golden


Eye“ zur Erzeugung von Exportartikeln und zur Unterstützung der lokalen
Handwerker nach Indien. Hier produzierte er Schuhe, Sandalen und Möbel.
1986 erhielt er den Preis der Stadt Wien für Architektur. Die Laudatio dazu
hielt Hans Hollein. 1987 konzipierte er auf Einladung von Peter Noever die
Ausstellung „Sparta/Sybaris“ im Wiener Museum für angewandte Kunst und
veröffentlichte das gleichnamige Buch, das erste in deutscher Sprache.

1988 starb Rudofsky 83-jährig in New York. Postum kam es zur


Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Buches „Streets for People“.

Stellenwert top

Bernard Rudofsky steht in der Tradition eines Adolf Loos und Josef Frank,
wenn er sich – ganz gegen den Zeitgeist – nicht von der Vergangenheit
distanzierte und sich im Gegensatz zum geschlossenen Weltbild der Moderne
konsequent mit der Kulturgeschichte auseinandersetzte. Mit beiden teilte er
die Skepsis an den Dogmen der Moderne und nahm in polemischen Schriften
und Ausstellungen dazu Stellung. Das Interesse an der Geschichte war bei
ihm keine Standortvergewisserung, sondern Ausgangspunkt für seine
permanente Hinterfragung von zivilisatorischen Verhaltensweisen. Ähnlich
wie Loos hatte Rudofsky das Wohnen und die Bekleidung in Zusammenhang
gebracht. Rudofsky ging es dabei um eine kontinuierliche Befragung und
Verfeinerung der Lebensbedingungen und dazu gehörten Analysen
menschlicher Tätigkeiten wie: Essen, Sitzen, Schlafen, Säubern, Baden und
Kleiden, wobei Rudofsky einerseits deren zugrunde liegenden sinnlichen
Erfahrungen und andererseits deren metaphorische Bedeutung hinterfragte.
Für Rudofsky gab es keine Architektur ohne Bezugnahme auf die
Kulturgeschichte.

Die von Rudofsky initiierte Ausstellung „Are Clothes Modern?“ (MoMA, 1944)
hatte die menschliche Bekleidung zum Thema. Ziel der Ausstellung war es,
das Publikum gegen die Werbung und die sich ständig ändernden
Modetrends zu immunisieren und somit sein Verhalten bzw. seine
Gewohnheiten zu hinterfragen. Rudofsky führte den menschlichen Wunsch
nach Bekleidung auf drei Ursachen, nämlich Schmuck, Sittsamkeit, Schutz,
zurück und entwarf in diesem Sinn erfolgreich diverse Stoffdesigns und vor
allem die sog. „Bernardo-Sandalen“. Gleichzeitig handelte es sich um eine
verdeckte Architekturausstellung, mit der Rudofsky pointiert den durch den
Krieg in die USA verlagerten Architekturdiskurs fortführte. Die Ausstellung
war der Auftakt zu einer Reihe von Ausstellungen, die zur Gänze Rudofskys
Architekturkritik als Manifestation gegenüber der zeitgenössischen
Produktion zum Inhalt hatte. Das grundlegende, all diesen Aktivitäten

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gemeinsame Element aber war das Interesse am menschlichen Körper und


das Bedauern über den Verlust sinnlicher Wahrnehmung.

Rudofsky setzte sich auch mit dem Verschwinden der „volkstümlichen


Architektur“ auseinander, die für ihn den Beginn der Architekturgeschichte
darstellte, und er sah darin einen Verlust für die Architektur. Seine
methodologischen Annäherungen an „anonyme Architekturen“ fanden sich
auch bei Adolf Loos, der ähnlich wie Rudofsky in seinem Essay „Architektur“
das Bauernhaus, im Gegensatz zum Architektenhaus, nicht als Werk des
Menschen, sondern als Werk der Natur sah. In der Ausstellung und im
gleichnamigen Buch „Architecture without Architects“ zeigte Rudofsky eine
Baukunst, die nicht von Spezialisten erdacht und geschaffen wurde, sondern
die durch die spontane und kontinuierliche Tätigkeit von unbekannten
„Baumeistern“ über Generationen hinweg entstanden war. Rudofsky übte
damit einen entscheidenden Einfluss auf jene Architektengeneration aus, die
„Architecture without Architects“ zum Anlass nahm, um den Formalismus der
Moderne zu entfliehen. Zu den wichtigsten Architekten, die sich mit dem
„anonymen Bauen“ beschäftigten, zählen Raimund Abraham und Roland
Rainer.

Darüber hinaus interessierte sich Rudofsky auch für die Probleme der
Baustatik bzw. Konstruktion und verfasste seine Dissertation „Über eine
frühe Betonbauweise auf den Kykladen“, in der er die logische und
technische Kontinuität von der „primitiven Betonbauweise“ der traditionellen
Architektur von Santorin bis zu den modernen Gewölbestrukturen aus Beton
bewies. Auch im Büro von Theiss & Jaksch, wo er als junger Absolvent am
Projekt des Hochhause in der Herrengasse mitarbeitete, wurde er mit dem
Thema Stahlskelettbau konfrontiert.

Seine ersten selbständigen Bauten, die rein formal der klassischen Moderne
angehören, konnte Rudofsky erst in den 30er Jahren in Italien realisieren. Im
Wohnhaus, das den Hauptteil seines architektonischen Oeuvres ausmachte,
und von dem sich seiner Meinung nach alle anderen Architekturgattungen
ableiten, versuchte Rudofsky, „Alltagsverrichtungen einen würdigen Raum zu
geben und das Haus als Prüfstein einer Lebensphilosophie zu gestalten, die
auf Intimität, Langsamkeit, Intensität und Sinnlichkeit gründete, ohne sich
um gesellschaftliche Normen und unnötigen Konsumismus zu kümmern“
(A.B. Guarneri 2003). In diesem Sinne entwarf Rudofsky verschiedene
Wohnhöfe („Zimmer im Freien“), die einen Übergang zur Natur bzw. zur
Landschaft bilden. Das Leben, aber vor allem das Schlafen im Freien, war
schon von Rudolph Schindler und Richard Neutra verwirklicht worden, am
radikalsten formulierte aber Rudofsky die Idee der Wohnhöfe, für den das
Bedürfnis der Zurückgezogenheit ein wichtiges Gebot darstellte. Ein Raum
musste Privatsphäre besitzen und im Zusammenhang mit den Gärten in sich
abgeschlossene, begrenzte Räume bilden. Das Haus wurde quasi für die
Stimulierung aller Sinne entworfen. Intimität, verbunden mit radikal
puristischen Lösungen erklärten demnach auch seine besondere Vorliebe für
Japan, wo er mehrere Jahre verbrachte.

Das wichtigste Arbeitsmittel für Rudofsky war sein Leben lang die Reise und
die fortwährende Dokumentation und Publikation all der gewonnen
Eindrücke, aus deren Vielfalt er seine liberale Philosophie bezog. Rudofsky
stellte in kompositorischer bzw. stilistischer Hinsicht keine
architekturtheoretischen Regeln auf. Sein wahres Interesse galt der
Lebensweise, der Art, gut zu wohnen. Die Frage des Stils war gegenüber
seiner grundlegenden These: „Keine neue Bauweise, eine neue Lebensweise
tut Not“, stets zweitrangig. Diesem Motto widmete Rudofsky sein gesamtes
Leben.

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Werke top

WOHN-/GESCHÄFTSBAUTEN:
1935 Casa d’Oro, Neapel, I
1939 Wohnhaus Holenstein, Itapecirica, BR
1940 Wohnhaus Frontini, São Paulo, BR
1940 Wohnhaus Arnstein, São Paulo, BR
1970 Wohnhaus Frigiliana, Andalusien, E

ÖFFENTLICHE BAUTEN:
1930-1932 Erweiterungsbau des ehemaligen Realgymnasiums für
Mädchen, Wien 13, Wenzgasse 9-11 (mit S. Theiss & H.
Jaksch)
1950 Gartengestaltung für Costantino Nivola, Amagansett, Long
Island, USA
1967-1968 Geschäftslokal für TAP (Portugiesische Luftfahrtgesellschaft),
N.Y., USA
1960 Gartengestaltung für J. Carmel, Grosspoint, Vernon Hills, USA

INNENRAUMGESTALTUNG/DESIGN:
1944 Stoffdesigns, Bernardo Sandalen (Are Clothes Modern?)
1949 Stoffdesign für Schiffer Prints, Louvre-light Alpha (mit R. Blow)
1951 USA-Pavillons für die Weltausstellung in Brüssel, B
1954 Möbelserie für H. Knoll International
1985 Paravents, Schuhe, Sandalen für „Golden Eye“,
Entwicklungsprogramm für Indien

NICHT REALISIERTE PROJEKTE:


1930-1932 Hochhaus, Wien 1, Herrengasse 4-6, (Entwurf mit S. Theiss,
H. Jaksch)
um 1930 Bahnhof Florenz, I (Wettbewerb mit G.B. Ceas)
um 1932 Palazzo del Littori, Rom, I (Wettbewerb mit L. Cosenza)
1934 Auditorium in Rom, I (Wettbewerb mit L. Cosenza)

Primärquellen top

PUBLIKATIONEN:
B. Rudofsky: Reiseskizzen, Kykladen (Griechenland). In: Die Bau- und
Werkkunst 6.1930, S.199
B. Rudofsky: Eine primitive Betonbauweise auf den südlichen Kykladen,
nebst dem Versuch einer Datierung derselben. Diss., Technische Hochschule.
Wien 1931
B. Rudofsky: Capresisches, Anacapresisches. In: Monatshafte für Baukunst
und Städtebau 17.1934, H.1, S.22ff
B. Rudofsky: Are Clothes Modern? An essay on contemporary apparel.
Chicago 1947
B. Rudofsky: Behind the Picture Window. Oxford University Press: New York
1955
B. Rudofsky: Architecture without Architects. Museum of Modern Art: New
York 1964 (dt.Ausgabe: Residenz: Salzburg–Wien 1989)
B. Rudofsky: The Kimono Mind. Doubleday: New York 1965
B. Rudofsky: Streets for People. A primer for Americans. Van Nostrand
Reinhold Co.: New York 1969 (dt.Ausgabe: Residenz: Salzburg–Wien 1995)
B. Rudofsky: The Unfashionable Human Body. Anchor Books. Doubleday:
New York 1971
B. Rudofsky: The Prodigious Builders. Harcourt Brace Jovanovich Inc.: New
York-London 1977
B. Rudofsky: Now I Lay Me Down to Eat. Anchor Books. Doubleday: New
York 1980

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B. Rudofsky: Sparta/Sybaris. Hrsg. Österr Museum für Angewandte Kunst


Wien. Residenz Verlag: Salzburg-Wien 1987

VORTRÄGE:
1962 Walter Art Center, Minneapolis, USA
1973 Carnegie-Mellon University, Pittsburgh, USA
1973 International Community College, L.A., USA
1974 Royal Institute of British Architects, London, GB
1980 Cooper-Hewitt Museum, N.Y., USA
1981 Walker Art Center, Minneapolis, USA

NACHLÄSSE UND ARCHIVE:


The Getty Research Institute, Los Angeles; kleiner Bestand im Museum für
angewandte Kunst, Wien

Sekundärquellen top

LITERATUR:
M. Boeckl (Hrsg.): Visionäre & Vertriebene (Ausst.Kat.). Berlin 1995
A.B. Guarneri: Bernard Rudofsky. A Human Designer. Wien-New York 2003
A.B. Guarneri: B. Rudofsky. Zum Wohle der Zivilisation. In: M. Boeckl:
Visionäre & Vertriebene (Ausst.Kat.). Berlin 1995
O. Kapfinger: Puppen für Partnertausch gesucht. In: Die Presse 10.1987
O. Kapfinger: 112 Gabeln und zwei Stäbchen. In: Die Presse 11.1987, S.5f
K. Kleiber: Lebensstil-Wohnstil. In: Vernissage 1.1988
F. Mayderer: Schulerweiterungsbau in Wien-Hietzing. In: Baugilde 22.1931,
S.1704f
E. Puchinger: Die Aquarellausstellung im Künstlerhaus. In: Radio-Wien
8.1931, S.7
M. Rennhofer: B. Rudofsky. Sparta/Sybaris. In: Parnass 12.1987
S. Theiss / H. Jaksch: Das Hochhaus in der Herrengasse. In: Monatshefte für
Baukunst und Städtebau 6.1933, S.241ff und: Profil 1.1933, S.96f
R. Wagner: Der Mensch und die Dinge. In: Neues Volksblatt 24.1987
H. Weihsmann: Das Rote Wien. Wien 2002 (1985), S.305f

HINWEISE AUF WERKE:


Moderne Bauformen
34.1935, H.3, S.133ff (Mädchenmittelschule in Wien 13)

ZÖIAV
84.1932, S.1f, Abb.1ff (Mädchenrealgymnasium Wien Hietzing)

NACHSCHLAGEWERKE:
Achl. III/2
Dehio Wien/3 (X.-XIX.u.XXI.-XXIII.Bez.)
G. Renner: Die Nachlässe in den Bibliotheken und Museen der Republik
Österreich. Wien 1993

Ausstellungen top

1931 Österr. Sektion der Berliner Bauausstellung (Photographien


spontaner Architektur)
1944 „Are Clothes Modern?,“ MoMA, New York
1956 „Textiles USA“, MoMA, New York
1958 US-Pavillon für die Weltausstellung in Brüssel
1961-1965 „Japanese Vernacular Graphics“; „Roads, Stairs und Gaudi“;
„Architecture without Architects“, MoMA, New York
1980 „Now I Lay Me Down To Eat“, Cooper Hewitt Museum, New
York

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1987 „Sparta/Sybaris“, MAK, Wien

Neue Medien top

„Berta Rudofsky. Mein Beruf war es, Bernards Frau zu sein“. Film von Margot
Fürtsch und Monika Platzer
Visionäre im Exil. DVD 2005

Anmerkungen top

urspr. Familiennamen=Rudowsky (wurde 1898 in Rudofsky geändert)


Eingegeben von: Petra Schumann
Eingegeben am: 01.05.2006
Zuletzt geändert: 16.12.2008

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