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V5 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder:

Unterscheidung von Ergä nzungen und Angaben

1. Tests zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben


2. Die Ergänzungen im Einzelnen
3. Besonderheiten der Verbvalenz
3.1. Unterwertiger Gebrauch (Weglassen fakultativer Ergänzungen,
Weglassen obligatorischer Ergänzungen)
3.2. Valenzerhöhung
Literatur

Beachtliche Erfolge kann die Valenztheorie im Bereich der


Valenzlexikographie, im DaF-Unterricht und in der
Computerlinguistik verbuchen.

László, Sarolta/Szanyi, Gyula (1984/61999): Magyar-német ige vonzatok.


Budapest.
Schumacher, Helmut (Hg)(1986): Verben in Feldern. Berlin/New York: de Gruyter
(= Schriften des Instituts für deutsche Sprache 1).
Sommerfeldt, Karl-Ernst/Schreiber, Herbert (1996): Wörterbuch der Valenz
etymologisch verwandter Wörter. Tübingen.
Bassola, Péter (Hg.)(2003): Német-magyar főnévi valenciaszótár. Deutsch-
ungarisches Wörterbuch zur Substantivvalenz. Szeged: Grimm.
Bassola, Péter (Hg.)(2012): Német-magyar főnévi valenciaszótár. Deutsch-
ungarisches Wörterbuch zur Substantivvalenz. 2. Band. Szeged: Grimm.
Schumacher, Helmut/Kubczak, Jacqueline/Schmidt, Renate/de Ruyter, Vera
(Hg.)(2004):VALBU – Valenzwörterbuch deutscher Verben. Tübingen.

1. TESTS ZUR UNTERSCHEIDUNG VON ERGÄNZUNGEN UND ANGABEN


Nehmen wir zunächst einen Satz wie1

Vorfeld linker Mittelfeld rechter Nachfeld


Klammerteil Klammerteil
Mit den Worten hat ein Mann gebeten.
„Mir läuft in der Nacht zum Mittwoch
ein Schwein die Polizei
hinterher!“ um Hilfe

Fragetest:

bitten

Wer? Wen? Worum? Wie? Wann?


jemand jemanden um etwas [mit einer Äußerung]
[irgendwann]

Verschiebe- und Ersatzprobe ermitteln folgende Satzglieder:

1
Entnommen: Granzow-Emden, Matthias (Version vom 16.12.2013): Deutsche Grammatik verstehen und
unterrichten. Seminarmaterial zu den Einheiten 2, 4 und 14.; S. 2.

Petra Szatmári 2019 Seite 1


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Vorfeld linker Mittelfeld rechter Nach


Klamme Klammert feld
rteil eil
Mit den hat ein Mann gebeten.
Worten „Mir in der Nacht zum Mittwoch
läuft die Polizei
ein Schwein um Hilfe
hinterher!“
ein Mann mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“
in der Nacht zum Mittwoch
die Polizei
um Hilfe
in der Nacht ein Mann
zum Mittwoch mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“
die Polizei
um Hilfe
die Polizei ein Mann
in der Nacht zum Mittwoch
mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“
um Hilfe
um Hilfe in der Nacht zum Mittwoch
ein Mann
die Polizei
mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“

hat gebeten mit den ein Mann in der Nacht die Polizei um Hilfe
Worten „Mir zum Mittwoch
läuft ein
Schwein
hinterher!“
so er da/dann sie (ihn) darum

Ausgehend vom Verb werden die Satzglieder, die in der Semantik des
Verbs (hier: bitten) angelegt sind als Ergänzungen bezeichnet (bitten:
jmd. – jmdn. – um etw.). Das Verb eröffnet somit drei Leerstellen, d.h. es
ist ein dreiwertiges Verb. Für die Kommunikation können weitere
Satzglieder von Bedeutung sein; diese sind vom Verb zugelassene
Satzglieder und werden als Angaben bezeichnet (für bitten z.B. [mit einer
Äußerung] – [irgendwann] – [irgendwo] – [aus einem bestimmten Grund]
– [mit einem bestimmten Ziel] – [mit einem wirkungslosen Gegengrund])
(vgl. Granzow-Emden 2013: 2).

Tesnière selbst trennte zwischen Aktanten (actants) und


Umstände/Zirkum-stanten (circonstants). Diese Unterscheidung machte
er u.a. an dem semantischen Kriterium der Sinnnotwendigkeit fest.
Dieses Kriterium besagt, dass zur Valenz des Verbs gehörige Aktanten –
weil sie in der Vorstellung (= Semantik) des Verbs enthalten sind – in der
Regel sinnnotwendig, d.h. obligatorisch, sind. Umstände dagegen seien
fakultativer Natur. Daraus resultiert eine Vielzahl von Problemen für die
heutige Valenzforschung, die die Aktanten als
Ergänzungen/Komplemente und die nicht in der Semantik des Verbs
enthaltenen Elemente als Angaben bezeichnet.

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Es zeigt sich nämlich, dass verschiedene Ergänzungen weglassbar sind,


vgl. Er liest ein Buch. vs. Er liest. Die Weglassbarkeit bestimmter
Ergänzungen fordert dem Linguisten u.a. die Entscheidung ab, ob man
bei der Bestimmung der Valenz von einer maximalen
Besetzungsmöglichkeit ausgehen soll oder lediglich die aktuellen
Einbindungsbedingungen bewerten soll. Wenn man bei dem lexikalisch
gebundenen Grundansatz des Valenzkonzepts bleibt, geht man von der
ersten Möglichkeit aus. Dies führte zum Konzept der fakultativen
Ergänzungen. Zur Unterscheidung der obligatorischen, fakultativen
Ergänzungen und der Angaben werden verschiedene Tests/Prozeduren
herangezogen. Über die Anzahl und Form dieser Test besteht allerdings
in der Fachwelt keine Einigkeit. Außerdem besitzen verschiedene Test
keine ausreichende Aussagekraft, weil sie entweder nur unter
bestimmten Bedingungen greifen oder subjektiver Natur sind, d.h. von
der Kompetenz des Anwenders abhängig sind.
Kessel/Reimann (32010) gehen z.B. von folgenden Tests aus:

Tests zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben (vgl. Kessel/Reimann 32010: 21)

Die Weglassprobe (auch: Eliminierungstest) hilft bei der Ermittlung


obligatorischer Ergänzungen. Wenn diese nämlich weggelassen (getilgt)
werden, wird der verbleibende Restsatz ungrammatisch. Dieser Test
kann aber die fakultativen Ergänzungen nicht von den Angaben trennen,
denn beide sind weglassbar. Der Test unterscheidet deshalb „nur“
zwischen obligatorischen Ergänzungen einerseits und fakultativen
Ergänzungen und Angaben andererseits (obl. E. ↔ fak. E./A.)
Um die fakultativen Ergänzungen von den Angaben abzugrenzen wird
dann der Geschehenstest herangezogen.2 Er ist allerdings nicht so
zuverlässig wie die Weglassprobe. Der Geschehenstest prüft, ob „das
Satzglied eine allgemeine Aussage über den Gesamtsatz ist“
(Kessel/Reimann 32010: 22). Ist das der Fall, dann handelt es sich bei
dem Satzglied um eine Angabe. Das zu testende Satzglied wird dazu aus
dem Satz herausgenommen und an den Satz mit und das
geschieht/geschah … angehängt:

2
Analoge Test führt Helbig (1992) an.

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Mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“ hat ein Mann in
der Nacht zum Mittwoch die Polizei um Hilfe gebeten.
Mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“ hat ein Mann ø
die Polizei um Hilfe gebeten, und das geschah in der Nacht zum
Mittwoch.
Angabe

Mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“ hat ein Mann in
der Nacht zum Mittwoch die Polizei um Hilfe gebeten.
*Mit den Worten „Mir läuft ein Schwein hinterher!“ hat ein Mann in
der Nacht zum Mittwoch ø um Hilfe gebeten, und das (geschah) die
Polizei.
Ergänzung

Der Arbeitskreis um Ulrich Engel am Institut für deutsche Sprache hat


1992 nach einer kritischen Sichtung der bisherigen Verfahren zur
Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben drei Tests
herausgearbeitet (Engel 1992: 66):
 Reduktionstest: „Wenn ein Satz durch die Eliminierung eines
Satzgliedes A3 ungrammatisch würde, so ist A eine Ergänzung.“
 Folgerungstest: „Wenn aus dem satzregierenden Verb subklassen-
spezifisch auf eine Proform geschlossen werden kann, die durch ein
Satzglied A repräsentiert werden kann, so ist A eine Ergänzung.“ 4
 Anschlusstest: „Wenn ein Satzglied A nicht aus dem Satz
herausgenommen und mit und das … angeschlossen werden kann,
so ist A eine Ergänzung.“
Engel präzisiert die Einteilung der Ergänzungen unter dem Aspekt, dass
in verschiedenen Fällen einige Tests positiv, andere negativ durchlaufen
werden, indem er eine feldmäßige Untergliederung vornimmt:
 Ergänzungen des Kernbereichs: nicht weglassbar (+), folgerbar (+),
nicht anschließbar (+).
 Ergänzungen des weiteren Kernbereichs: nicht weglassbar (-),
folgerbar (+), nicht anschließbar (+), z.B. Dativergänzung bei
geben in: Ich habe nur zwei Mark gegeben.
 Ergänzungen des peripheren Bereichs: nicht weglassbar (-),
folgerbar (+), nicht anschließbar (-), z.B. mit Tannenreisig in dem
Satz Wir haben die Beete mit Tannenreisig zugedeckt.
 Ergänzungen des äußersten Peripherie: nicht weglassbar (-),
folgerbar (+), nicht anschließbar (-), dabei handelt es sich um die
Agensbestimmung in Passivsätzen (Das Gesetz ist gestern vom
Parlament beschlossen worden.).
Des Weiteren formuliert Engel zwei Minimalbedingungen:
„Was den Folgerungstest nicht besteht, ist keine Ergänzung.
Was den Reduktionstest besteht, ist immer eine Ergänzung“ (Engel
1992: 66).

3
Dieses A ist lediglich ein Index und darf nicht mit „Angabe“ verwechselt werden.
4
Subklassenspezifik (SUBKLASS): Es „gilt für alle S und alle Konstituenten X und Y von S: SUBKLASS (X,Y) in
S gdw. Die Klasse X nicht bei jedem beliebigen Element der Klasse Y in S korrekt ist und das negative
Sprecherurteil bei abweichenden S nicht auf bloßer Inkongruenz basiert“ (Ágel 2000: 187).

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Jede Ergänzungsklasse kann durch eine Vielzahl von Realisierungen


(Ausdrucksformen) – darunter auch adverbiale und pronominale Pro-
Formen repräsentiert werden. Unter diesen Pro-Formen wird die kleinste
ausgewählt. Diese fungiert als Leitform (Anapher). Mithilfe dieser
Leitform (Anapher) nimmt Engel (1992: 71) folgende Zuordnung zu
Ergänzungsklassen vor:

Abk. Bezeichnung Anapher/Leitform Beispiel


Esub Subjekt Personalpronomen im Der Junge lernt.
Nominativ
Eakk Akkusativergänzu Personalpronomen im Er besucht den Onkel.
ng Akkusativ
Egen Genitivergänzung dessen, deren Sie gedenken des
Verstorbenen.
Edat Dativergänzung Personalpronomen im Er hilft dem Vater.
Dativ
Eprp Präpositivergänz Präposition + Personal- Er verzichtete auf seine
ung pronomen oder da(r)- + Rechte.
Präposition
Esit Situativergänzun da, deshalb Er wohnt in Szeged.
g Sie schrie aus Angst.
Edir Direktivergänzun hin, dahin oder von dort Er fährt nach Budapest.
g
Eexp Expansivergänzu (um) soviel oder soweit Sie hat um zwei Kilo
ng oder so lange abgenommen.
Enom Nominalergänzun es, so, als solch- Er ist Student.
g
Eadj Adjektivalergänzu es, so Er ist fleißig.
ng
Evrb Verbativergänzunes geschehen; dass/ob es Der Lehrer lässt die
g geschieht; dass/ob es so Schüler ein Diktat
ist… schreiben.
Diese Tests werden u.a. im Valenzwörterbuch deutscher Verben
(VALBU), das von Helmut Schumacher, Jacqueline Kubczak, Renate
Schmidt und Vera de Ruiter herausgegeben wurde, aufgegriffen (VALBU
2004, + Online-Version), vgl.

Engel (1992) VALBU 2004


REDUKTIONSTEST „Wenn ein Satz durch
(Engel) die Eliminierung eines
Satzgliedes A
ungrammatisch würde,
so ist A eine
Ergänzung.“
ELIMINIERUNGST Wenn nach dem Weglassen
EST einen Satzgliedes der
(VALBU) verbleibende Restsatz
ungrammatisch ist, ist das

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betreffende Satzglied eine


obligatorische Ergänzung.
FOLGERUNGSTES „Wenn aus dem Das ist eine Probe, „bei der
T satzregierenden Verb gefragt wird, ob z.B. aus dem
subklassenspezifisch Satz Die Kinder essen. immer
auf eine Proform gefolgert werden kann, dass
geschlossen werden sie etwas als Nahrung zu sich
kann, die durch ein nehmen, also dass der Satz
Satzglied A die Kinder essen etwas. aus
repräsentiert werden dem Prüfsatz folgt. […] Wird
kann, so ist A eine das Satzglied als implizit
Ergänzung.“ bewertet, gilt es als Kandidat
für eine Ergänzung und wird
dem Anschlusstest
unterworfen.“ (VALBU 2004:
27)
ANSCHLUSSTEST „Wenn ein Satzglied A Das betreffende Satzglied
nicht aus dem Satz wird aus dem Satz
herausgenommen und herausgenommen und mit …
mit und das … und das oder mit …und das
angeschlossen werden geschieht angeschlossen.
kann, so ist A eine „Wenn die Umschreibung
Ergänzung.“ nicht akzeptabel ist, ist das
Satzglied als fakultative
Ergänzung zu bewerten“
(VALBU 2004: 27).
Sonstiges Ausgangspunkt für die
Ermittlung der Valenz ist der
Normalsatz, d.h. der
Verbalsatz in Form eines
aktivischen Simplexsatzes im
Präsens Indikativ.

Aufgaben:
 Welche Unterschiede sind hinsichtlich der Tests bei Engel bzw. im
VALBU feststellbar?
 Mit welchen Konsequenzen ist die Anwendung der Tests bei
folgenden Sätzen verbunden:
(1) Wir haben die Beete mit Tannenreisig zugedeckt.
(2) Das Gesetz ist gestern vom Parlament beschlossen worden.

2. DIE ERGÄNZUNGEN IM EINZELNEN

Anapher/ Vorkommen
Leitform
Subjekt Pronomen  Nominalphrase im Nom.
Esub im Nom. Der Junge (er) lernt.
er/sie/es;  Pronominalphrase im Nom.
das Er/Niemand hat sich gemeldet.

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 Nebensatz
Wer ihn kennt, mag ihn.
Dass es dir besser geht, freut uns.
Mit ihm zu sprechen, war sehr
interessant. (→ Das war sehr
interessant.) 5

 andersartige Phrase
Grün ist für mich aufregend.

Engel (21992: 190-191) anerkennt die Sonderstellung des Subjektes mit


folgenden Argumenten:
 grammatische Kongruenz: Übereinstimmung von Subjekt und Prädikat
in Numerus und Person, keine der anderen Ergänzungen im Deutschen
verfügt über diese Eigenschaft
 Infinitivprobe: wird das finite Verb in den Infinitiv gesetzt, führt dies
zwangsläufig zur Eliminierung des Subjektes, alle anderen Bestandteile
bleiben erhalten
 Frequenz: Subjekt ist das häufigste aller Satzglieder, statistisch
gesicherte Aussage
 Stellungsargument: in 60 % aller Sätze nimmt das Subjekt die erste
Stelle im Satz ein
 Thema-Funktion: es nennt eine Person, einen Gegenstand, über die/den
eine Aussage gemacht wird, d.h. es hat auf der Textebene eine
hervorragende Bedeutung.
Probleme bei der Subjektbestimmung
Nicht immer ist es unproblematisch ein Satzglied als Ergänzung, d.h. als
Subjekt einzuordnen, so muss im Bereich des Pronomen es differenziert
werden: Es in folgendem Beispiel
(1) Sie hat sich ein neues Auto gekauft. Es fährt sich gut.
ist zu unterscheiden von es in Sätzen wie
(2) Es kommt darauf an.
Es dämmert.
Während es in Beispiel (1) Teil eines Paradigmas ist, fehlt die Fähigkeit
zur Paradigmenbildung im 2. Fall. Hier unterscheidet die Fachliteratur
zwischen dem sog. „fixen es”:
Es gibt hier viele Steinpilze./Hier gibt es viele Steinpilze.
Diesmal hat es nicht zur Landessiegerin gereicht.
und dem „expletiven es” (fehlende Kommutierbarkeit, Vorfeld)
Es friert mich./Mich fiert (es).
Es wurde viel gelacht./An dem Abend wurde *(es) viel gelacht.
Es passieren viele Unfälle./Viele Unfälle passieren.
Diese expletiven es-Realisierungen sind sicher weiter zu differenzieren,
z.B. in formales es-Subjekt, begründet mit der Kongruenz zwischen
Subjekt und Prädikat (3. Ps Sg), und zwischen Thema-es (vgl. Buscha
1988), das über keine Kongruenz verfügt, im Satz steht ein Subjekt
5
Sich von dem forensischen Psychologen in ein mit englischem Vokabular gespicktes Gespräch verwickeln zu
lassen, war das Letzte, worauf sie Lust hatte. (Poznanski, Ursula (22015): Blinde Vögel. Reinbek bei Hamburg:
Rowohlt Taschenbuch Verlag, S. 59)

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(Rhematisierung des Subjekts erfolgt durch es = pragmatische Funktion)


Das fixe es und das formale es-Subjekt können kein Paradigma bilden und
stellen somit nach Engel auch kein Satzglied dar, d.h. es wird als
Bestandteil des Verbs/Prädikats interpretiert.6
Nicht jedes Nomen im Nominativ ist in diese Ergänzungsklasse
einzuordnen, vgl.
Er ist ein guter Schüler.
Aufgrund der Anapher es für ein guter Schüler, gehört diese Ergänzung
zu der Nominalergänzung.
Akkusativer ihn/sie/es;  Nominalphrase im Akk.
g. das Er besucht den Onkel (ihn).
Eakk  Pronominalphrase im Akk
Ich suche den mit dem Vollbart.
 Nebensatz
Claudia sagt, dass sie früher abreisen
muss. Claudia sagt, sie müsse früher
abreisen.
Dass sie nicht früher abreisen muss, hofft
Claudia.

Die Ergänzung im Akkusativ ist die prototypische Ergänzung überhaupt.


Dies zeigt sich auch darin, dass sie neben dem Subjekt die zweithäufigste
Ergänzung im Deutschen ist. Bei höherwertigen Verben, d.h. Verben mit
drei und mehr Aktanten, ist die Akkusativergänzung die verbnähere
Ergänzung. Prototypisch dafür sind die Verben des Gebens (vgl. er
überreicht dem Anwalt die Papiere). Daneben gibt es zahlreiche andere
Typen wie:
Er bezichtigte den Politiker der Lüge. (Eakk + Egen)
Er leitet die Anklageschrift an den Verteidiger. (Eakk + Edir)
Sonderfälle:
(1) Der oberflächenstrukturelle Kasus kann als
Expansion/Ausdehnung/Ausweitung des Verbs angesehen werden.
Dies ist der Fall bei den sog. Inhalts-Objekten bei sonst
intransitiven Verben, vgl. einen Traum träumen, einen tiefen Schlaf
schlafen, einen schweren Kampf kämpfen, Blut und Wasser
schwitzen, einen schweren Lauf laufen.
(2) Die Verbnähe der Ergänzung zeigt sich auch in anderen
Expansionen, wie Rad/Auto fahren, Klavier spielen, Kopf stehen,
Eis laufen7 (unabhängige Erfassung der nominalen Einheit als E).
Häufig sind solche Expansionen, bei denen die finiten Verben
vergleichbar mit den Funktionsverben im Funktionsverbgefüge auf
grammatikalische Grundfunktionen reduziert sind, und wie
6
In der Fachliteratur geht die Meinung bezogen auf das obligatorische bzw. fakultative es bei den unpersönlichen
Verben/Impersonalia bzw. unpersönlich gebrauchten Verben auseinander. Eroms (2000: 190) z.B. meint, dass es
angemessener wäre, dieses bedeutungsleere es als „formale Besetzung der Subjektstelle“ aufzufassen, denn es
entspreche der „mikrovalenziellen Besetzung der vom Auxiliar und von den unpersönlichen Verben formal
eröffneten Leerstelle“ (ebd.).
7
Daneben – so stellt Eroms (2000: 192) fest – existiert der andere Pol z.B. in eislaufen , an dem die komplette
Verschmelzung mit dem Verb erfolgt und ein komplexes Prädikat wird gebildet (allerdings scheinen sich hier die
Linguisten und Lexikologen nicht einig zu sein, denn in der Neuen deutschen Rechtschreibung (1996) wird dieser
Ausdruck getrennt (Eis laufen) angegeben.

Petra Szatmári 2019 Seite 8


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

die FVG lassen sich diese Ausdrücke durch Vollverben


paraphrasieren, vgl. Hilfe leisten (helfen), Unterricht halten
(unterrichten), Wut schnauben (wüten) (vgl. Eroms 2000: 192-193).
(3) Das sog. „fixe es” in Sätzen wie Er hält es mit den Mietern. Der
Lehrer meint es gut mit ihm. Er hat es eilig. kann kein Paradigma
aufbauen und wird deshalb als Teil des Verbalkomplexes
angesehen.
(4) Der formale Akkusativ keine Akkusativergänzung ist, vgl.
Die Kur dauert einen Monat. Anapher  solange =
Expansivergänzung
Wir sind einen Kilometer gegangen.
Inge hat 3 kg abgenommen.
Das akkusativische Paradigma in den letzten beiden
Beispielen wird durch die Anapher soweit/soviel ersetzt 
= Expansivergänzung
Man nennt ihn einen klugen Burschen. Anapher  so =
Nominalergänzung
Die Anaphorisierungsprobe verdeutlicht den Unterschied z.B. zu
lehren oder kosten, die mit doppeltem Akkusativ stehen, vgl.
Die Sache kostet mich einen Haufen Geld.
Die Mutter lehrt den Sohn das Kochen./den Twist. Anapher ihn/es =
Personalpronomen im Akkusativ  Akkusativergänzung
Die frühere Bezeichnung dieser Ergänzung war Gleichsetzungsakkusativ.
Hier zeigen sich bei der passivischen Umperspektivierung interessante
Zusammenhänge, vgl.
Er nennt den Jungen einen Faulpelz.
Der Junge wird ein Faulpelz genannt.
Er bezeichnet ihn als einen fleißigen Menschen.
Er wird als ein fleißiger Mensch bezeichnet.
Wegen der nominativischen Realisierung der Ergänzung wurde dann von
Gleichsetzungsnominativ gesprochen. Da beide Formen gleich durch die
Pro-Form so ersetzt werden, ist die Zuordnung zur Nominalergänzung
sicher angemessener.
Genitiverg. dessen,  Nominalphrase im Gen.
Egen deren, Sie gedenken der Verstorbenen (ihrer).
ihrer, Dieses heißen Tages entsann er sich noch
seiner gut. Der Plan bedarf noch deiner
Zustimmung.
 Pronominalphrase im Gen.
Dessen bedarf es nicht mehr.
 Nebensatz
Er entsann sich, dass ein Brief
gekommen war. Ich konnte mich nicht
enthalten zu schmunzeln. (Ich konnte
mich dessen nicht enthalten.)

In der früheren Sprachgeschichte war diese Ergänzung weitaus


verbreiteter als heute. Der frühere Verwendungsbereich wurde an die
Akkusativ- bzw. Präpositivergänzung abgetreten, vgl.

Petra Szatmári 2019 Seite 9


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

mhd. vergezzen + deiner → etw./jmdn. vergessen / → ö.:


auf etw. vergessen
das gehört mein
Luther: Sie hüteten der Schafe. (die Schafe)
Klopstock: Sie lachten der Fürsten. (über die Fürsten)
Genitivergänzung kann stehen bei
(a) reflexiven Verben, wie sich annehmen, begeben, bemächtigen,
besinnen, enthalten, entledigen, erbarmen, entsinnen, erwähren,
wehren.
(b) nicht reflexiven Verben, wie bedürfen, belehren, entbehren,
entheben, gedenken, harren, verrichten, walten.
In der Gegenwartssprache scheint der Gebrauch dieser Ergänzung eher
auf „formelhafte Wendungen“ (Eroms 2000: 193) wie der Toten
gedenken, sich eines Vorfalls erinnern, ihn der Meineids bezichtigen, ihn
des Mordes überführen/anklagen/beschuldigen beschränkt und damit
schriftsprachlich auf bestimmte Textsorten, nämlich auf die juristische
Fachsprache, begrenzt/restringiert zu sein.
Weitere Beispiele für formelhaften Gebrauch sind das spottet jeder
Beschreibung, wir sind frohen/guten Mutes, sich seiner Haut wehren,
jmdn eines Besseren belehren, der Dinge, die da kommen, harren, sich
der Stimme enthalten.8 Diese Einschränkung auf bestimmte Fachgebiete
wirkt sich nach Engel (21992) stabilisierend auf den Sprachgebrauch aus,
so dass man sicher nicht von einem Aussterben des Genitivs sprechen
kann.
Dativerg. ihm/ihr  Nominal-/Pronominalphrase im Dat
Edat9
Er hilft dem Vater.
 satzartig =selten
Er hilft, wem er kann.

Problemfälle: einige Wortgruppen im Dativ können nicht als


Dativergänzung angesehen werden, traditionell werden sie als sog. freie
Dative bezeichnet (Dativus ethicus, Dativus commodi, Dativus incommodi,
Dativus possessivus/Pertinenzdativ, Dativ des Maßstabs (dativus
iudicantis)), vgl. V5 Stolpersteine der Syntax.

Der sog. freie Dativ


 unterschiedliche syntaktische Konstruktionen werden darunter
zusammengefasst, gemeinsam:
 Dative= lassen sich nicht immer durch die Valenz des Verbs
erklären.
8
In der generativen Grammatik wird Genitiv nicht als struktureller Kasus, sondern als lexikalischer Kasus
bezeichnet. „Mit lexikalischen Kasus sind solche bezeichnet, die nicht über generalisierbare Regeln syntaktisch
hergestellt, sondern nur idiosynkratisch an bestimmte Verben gebunden erscheinen” (Eroms 2000: 193-194).
Eroms verweist darauf, dass in der Dependenzgrammatik der valenzgebundene Genitiv ein struktureller Kasus
ist, denn „die Kasusbeziehungen sind regulär syntaktisch bestimmt über die generelle Funktion des Paradigmas
aller Kasus […], in Bezug auf ein beliebiges Verb regelt dessen Valenzeintrag die Zulässigkeit der einzelnen
Kasus“ (Eroms 2000: 194).
9
Die bisher beschriebenen Ergänzungen, also Subjekt, Akkusativ-, Genitiv-, Dativergänzung entsprechen als
Kasusergänzungen den gängigen Objekten der traditionellen Grammatik, allerdings bringt Engel sie in einer von
der traditionellen Grammatik abweichenden Reihenfolge (typische Reihenfolge wäre: Subjekt, Genitiv-, Dativ-,
Akkusativergänzung). Diese wählte er aufgrund ihrer Häufigkeit in Texten der deutschen Sprache, demzufolge
kann diese Reihenfolge als Vorkommenshierarchie betrachtet werden.

Petra Szatmári 2019 Seite 10


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

 Deshalb: Zuordnung zu den frei hinzufügbaren Angaben


 Begriff – allerdings trügerisch, denn nicht alle Dative sind
weglassbar oder mit beliebigen Verben kombinierbar
Dativus ethicus = Dativ der Anteilnahme
gehört der gesprochenen Umgangssprache an. Er ist emotional
markiert drückt die emotionale Bteiligung des Sprechers und
wird ist nur pronominal aktualisiert – meist I. Ps Sg/seltener
2.Ps. sie ist unbetont, stets fakultativ und kann nicht im Vorfeld
stehen (Spitzenstellungstest/ Verschiebeprobe nicht bestanden)
Der Dativus ethicus steht ist …
Dativus comodi
nict emotiv markierten
betont
erststellenfähig
nominal pronominal
Er kann durch eine für-Phase ersetzt werden
Z. B
Er trägt seiner Mutter das gepäck. (Er trägt für seine Mutter
(zugunsten der Mutter)
Ihm leuchen die Sterne.
Er ist seine Bruder ein teuer Freund.
Er putzt…
 Dativus commodi= Person / Instanz, zu deren Vorteil/ Nutzen/
Gunsten etwas geschiet, kann nur bei solchen Verben stehen,
die ein absichtlisches Tun ausdrüchen und die keine sonstige
Dativergänzung regieren
 in der TRegel wird er mit einem Akkusativ der Sache
kombiniert
 ist hinzufügbar bei Akkusativergänzungen und teilweiste auch
bei Präpositivergänzungen…
Dativus incommodi = Dativ des Schadens, Nachteilsdativ,
Pechvogel Dativ
bezeichnet eine Person die in negativer Weise von etwas betroffen
ist, d. h. gegen deren Willen/ Absicht etwas geschiet deshalb auch
die Bezeichnung Schadensdativ
kann nominal oder pronominal realisiert werden
nicht durch eine für Phase ersetzbar
kann fakultativ bei Verben stehen…
z.B
Mir sind die Blumen vertrocknet.
Man hat dem Jungen das Buch zerrissen.
Mir hat jemand mein Auto demoliert.

Beide dative verhalten sich EROMS zufolge wie regulär


velanzforderte Dative, d.h. sie nehmen fie gleichen Positionen i Stz
ein und sind bei AgensSubjekt im Aktivsatz passivierbar. Sie bilden
das Rezipienten- DATIV/ PASSIV
….
Dativus Possessivus/ Pertinenzdativ = Dativ der Zugehörigkeit

Petra Szatmári 2019 Seite 11


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

drückt ein Besitzverhältnis aus fokussiert auf Personen, mit denen


man in Kontakt tritt, vgl.
Ersetzbar durch das Possessivpronomen oder ein Genitivattribut
ersetzen
Ich wasche meine Haare.

Er tritt immer drann auf wenn im Satz ein Nomen vorhanden ist,
das entweder ein Körperteil oder einen dem Menschen eng
zugeordneten Gegenstand, Zb. Klidungstück benennt

Dativ des Maßstabs= Dativus iudicantis (nach Meinung von X)


kann nominal und pronominal realisiert werden, ist betonbar,
erstellenfähig und durch eine für Phase ersetzber
gibt sozusagen eine Wertrelation bezogen auf eine Person an.
Die Zeit vergeht uns zu schnell. (Die Zeit vergeht für uns zu
schnell.)

KESSEL/RIEMANN ordnen alle fünf Formen pauschal den Angaben


zu, so …

Dativus commodi und incommodi, die moistens Lebewesen


bezeichne und nur bei bestimmten Verben vorkommen können,
nahmlich bei Verben, die ein willentliches Tun bezeichnen (Dativus
commodi/sympathicus)bzw. bei Verben, einen unerwünschten
Vorgang kennenzeichnen ()= subklassenspezifisch  Ergänzungen

Dativus ethichus: kann bei allen Verben stehen  Angabe

Dativus possesivus/ pertinendativ ist keine ErgäTisztelt Dr.


Szentpétery-Czeglédy Anita, zum Verb, sondern abhängig von
einem Nomen oder Pronomen
Präpositiver Präpositio  Präp. + Nominalphrase
g. Eprp n+ Er verzichtete auf seine Rechte (darauf).
Pronomen Er wartet auf seinen Freund (auf ihn). Er
oder da(r)- bittet ihn um Hilfe.
+  Präp. + Pronominalphrase
Präpositio Sie lachten über ihn.
n  Pronominaladverb (=Engel:
Präpositionaladverb)
Sie lachten darüber.
 Nebensatz
Sie erinnerte sich, dass er verzichtet
hatte. Er bittet ihn, dass er ihm hilft. Er
bittet ihn, ihm zu helfen.
Vgl. V5 Stolpersteine der Syntax
Situativerg. da, Er wohnt in Szeged.
Esit deshalb Sie schrie aus Angst.

Vgl. V5 Stolpersteine der Syntax

Petra Szatmári 2019 Seite 12


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Direktiverg. (dort)hin,  Präp. + Nominalphrase


Edir dahin; von Er fährt nach Budapest. Er stürzte sich
dort, auf das Tier.
hierdurch  Präp. + Pronominalphrase
Er stürzte sich auf den mit der Brille.
 Pronominaladverb
Er stürzte sich darauf.
 sonstiges Adverb
Er stürzte sich hinein.
 Nebensatz
Er ging, wohin der Wind ihn trieb.

Die Direktivergänzung erscheint meist bei räumlichen Bewegungsverben,


vgl. Annette kam aus Dresden. Sie keuchte die Treppe hinauf. Die
Direktivergänzung kann mit und ohne Präposition vorkommen. Die
Gebrauchsmöglichkeiten der Präposition sind wenig restringiert, mit dem
Austausch sind semantische Unterschiede verbunden, vgl.
in den Keller.

Sie ging zum Bahnhof.

an den Tisch.
Zwischen der Direktivergänzung und der Präpositivergänzung gibt es
Berührungen, die sich „durch die tendenzielle Verblassung der
Präposition in Konstruktionen, die einen räumlichen oder temporalen
Bezug nicht oder nicht mehr deutlich erkennen lassen“ (Eroms 2000: 203,
Beispiel auch dort, vgl. Sie haben die Probleme auf andere abgewälzt.).
Nicht immer kann man eine eindeutige Entscheidung für die eine oder
andere Klasse fällen, denn die Anaphorisierungen sind gleich. Sollte aber
keine Nebensatzparaphrase möglich sein, so ist das als Indiz zu werten,
diese Ergänzung zu den Direktivergänzungen zu rechnen, vgl. *Sie haben
die Probleme darauf abgewälzt, dass andere Leute sie bekamen.
Expansiverg. (um)  Nominalphrase im Akk.
Eexp soviel oder Der Baum wuchs jährlich etwa einen
soweit halben Meter.
oder so  um + NP oder Pronominalphrase (PP)
lange Sie hat um zwei Kilo abgenommen.
(vielfach kommutieren Akkusativ-Phrasen
mit um-Phrasen)
 Adjektiv oder Adverb
Seine Stimme hallte weit. Die Sitzung
dauerte lange.
 Nebensatz
Die Sitzung dauerte, bis die letzten Züge
fuhren.

Bei der Expansivergänzung handelt es sich um eine relativ seltene, aber


vielfältig verwendbare Ergänzung. Sie wird von Verben der Veränderung
regiert. Sie gibt immer das Ausmaß der vom Verb bezeichneten

Petra Szatmári 2019 Seite 13


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Veränderung (z.B. räumliche und zeitliche Erstreckung, modalisierende


Ausdehnungsbezeichnungen) an, z.B. Mein Onkel nahm 12 Kilo ab. Sie
kürzte den Rock um 5 cm. Das Gespräch dauerte lange. Der Schrei hallte
weit.
Engel akzeptiert hier sowohl fakultative wie auch obligatorische
Realisierungen, wenn er feststellt, dass die Expansivergänzung nur bei
wenigen Verben (wie z.B. dauern) obligatorisch, bei den meisten Verben
dagegen fakultativ ist (vgl. Er verrechnete sich dabei um mehrere
Kilometer. Beispiel in Eroms 2000: 204).
Nominalerg. es, so, als  NP im Nom., teilweise mit als oder wie
Enom solch- Er ist Student. Seine Eltern sind Lehrer,
er will es auch werden. Er galt als
langweiliger Mensch. Er ist wie sein
Vater.
 NP im Akk., teilweise mit als
 Pronominalphrase (teilweise mit als)
Ich bin ich.
andere Pronomina
Ich bin auch eine(r) von denen.
 Pronominalphrase im Akk, teilw. mit als
Sie nannten ihn so einen.
 Partikel so
Sie nannten ihn so.

Diese Ergänzung besteht – wie die Benennung sagt – immer aus einem
Nomen / einer Nominalphrase. Sie steht bei wenigen Verben, ist aber
sehr häufig:
Regina ist eine Ausnahme.
Regina nennt sich eine emanzipierte Frau.
Regina betätigte sich als Friedensstifterin.
Die Nominalergänzung kommt teils in nominativischer, teils in
akkusativischer Form vor. Engel lehnt die frühere Bezeichnung
Gleichsetzungsnominativ bzw -akkusativ ab, weil in vielen Fällen keine
Element- oder Mengengleichheit vorkomme (dies sei lediglich ein
Sonderfall). Meist werde nämlich ein Element in eine andere Menge
oder aber eine Untermenge in eine Obermenge eingeordnet.
Adjektivaler es, so  Adjektivphrase (unflektiertes Adj.), teilw.
g.10 mit als oder wie
10
Nicht in allen dependenzbasierten Darstellungen wird das sog. prädikative Adjektiv als eigener Typ gewertet,
z.B. Heringer 1970, zit. n. Eroms 2000: 207) fasst das Bindungsverb und das Adjektiv zusammen als komplexes
Prädikat auf, was nach Eroms (2000: 207) mit einer Reihe von Vorteilen verbunden ist, vor allem, wenn im Satz
noch weitere Ergänzungen aufscheinen, so dass eine Entscheidung, ob sie dem Adjektiv gleichgeordnet oder als
gestuft anzusetzen sind, vermieden werden kann, vgl. Sie ist gut. Sie ist ihm gut. Sie ist gut zu ihm.
Heringer Engel

ist gut ist

sie ihm sie ihm gut

Eroms (2000: 208) meint: „Die Bezeichnung Eadj für die in derartigen Konstruktionen eingebundenen Adjektive ist
eine eher praktikable Nomination, eine vollständige Gleichheit zu anderen Ergänzungstypen liegt nicht vor.“ Er
geht eher von einer „Zwitterstellung zwischen unabhängigen Gliedern und Prädikatsteilen“ aus.

Petra Szatmári 2019 Seite 14


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Eadj Er ist fleißig, seine Schwester ist es


nicht. Sie war wie krank. Sie galt als
eigensinnig.
 es
Sie war es (= eigensinnig) auch.
 Partikel so
Sie war eben so. Man nannte sie so.
 Nebensatz
Sie benahm sich, wie man es von ihr
gewohnt war.

Die Adjektivalergänzung kommt größtenteils bei denselben Verben wie


die Nominalergänzung vor, also bei den sog. Kopulaverben. Im
Unterschied zur Nominalergänzung ist der Kern / der Kopf der
Adjektivalergänzung ein Adjektiv, vgl.
Sonja ist durstig.
Das Steak scheint genießbar. / Ich finde das Steak genießbar.
Das Buch gilt als lesbar.
Er benahm sich vorbildlich. / Er benahm sich wie eine schlechte
Chaplin-Kopie. / Ihr Man benahm sich, als habe er zu viel
getrunken.
Die Adjektivalergänzung spricht einer bestimmten Größe (der Subjekts-
oder Akkusativgröße) eine bestimmte Qualität zu. Somit klassifizieren die
Adjektivalergänzungen wie die Nominalergänzung das Subjekt oder die
Akkusativergänzung, z.B. durch Einordnung in eine Obermenge oder
durch die Zuordnung eines Merkmals. In der Regel ist die
Adjektivalergänzung obligatorisch, sie kann jedoch bei einigen Verben
wie sich benehmen weggelassen werden. In diesem Fall wird die
Bedeutung gut bzw. bei Negation schlecht mitverstanden. Wir sprechen
hier von einer lexikalischen Ellipse.
Verbativerg. es  ausschließlich satzartig
Evrb geschehen Der Lehrer lässt die Schüler ein Diktat
; dass/ob schreiben. Ich will ein guter Sportler
es werden. Der Turm droht einzustürzen.
geschieht; Man muss sich fragen, ob er es so
dass/ob es gemeint hat. Peter lässt alle Kollegen die
so ist… Petition unterschreiben. Jetzt gilt es über
das Jahresende hinaus zu planen.

Verschiedene Grammatiken erwähnen diese Ergänzung, obwohl sie


subklassenspezifisch vom Hauptverb regiert wird, nicht als Ergänzung.
Die ausschließlich satzartig vorkommende Verbativergänzung erscheint
in Kombination mit Modalverben, Modalitätsverben (er weiß zu
argumentieren), Infinitiv- und Nebensatzverben, wie sich fragen, lassen
und dem Ausdruck es gilt. Die Ergänzung umfasst sowohl das abhängige
Verb als auch die von diesem regierten Elemente, vgl.
Peter lässt alle Kollegen die Petition unterschreiben.
V<sub vrb>
lass

Petra Szatmári 2019 Seite 15


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Esub V<sub akk>


Peter unterschreib

Esub Eakk
alles Kollegen die Petition

Hilfreich ist ebenfalls die Übersicht über die verschiedenen Funktionen der Nominalphrasen,
vgl. Musan (2009: 50-51):

3. BESONDERHEITEN DER VERBVALENZ


3.1. Unterwertiger Gebrauch (Weglassen fakultativer Ergänzungen,
Weglassen obligatorischer Ergänzungen)
Hier geht es um besondere Gebrauchsbedingungen (vgl. pragmatische
Valenz). Diese führen dazu, dass ein Valenzmuster vom Sprecher in
„unüblicher Form“ genutzt wird, z.B. wird nicht das vollständige
Valenzmuster des Verbs genutzt. Eine besondere Gebrauchsbedingung
liegt in Anlehnung an Kessel/Reimann (32010: 39) u.a. bei „unterwertigem
Gebrauch“, der als Nicht-Realisierung aller (fakultativen) Ergänzungen
definiert wird. Zu einem unterwertigen Gebrauch kommt es somit, wenn
a) fakultative Ergänzungen weggelassen werden:
2-wertiges lesen: Er liest die Zeitung. vs. Er liest.

Petra Szatmári 2019 Seite 16


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

3-wertiges mitbringen: Die Tochter bringt den Eltern eine


Kleinigkeit mit. vs. Die Tochter bringt eine Kleinigkeit mit.
b) obligatorische Ergänzungen weggelassen werden, was nur in
bestimmten Fällen möglich ist. Nur bei wenigen Verben gibt es immer
eine obligatorische Ergänzung. Zu diesen Verben gehören stammen
irgendwoher (aus-/von-Phrase), jmdn ehelichen und sich irgendwo
befinden. Bei den anderen Verben können Kontext und Situation über
Realisierung bzw. Nicht-Realisierung der an und für sich obligatorischen
Ergänzung entscheiden. In der Fachliteratur (u.a. Welke 1994, Kubczak
2004) sind folgende Phänomene erwähnt, die zum Weglassen
obligatorischer Ergänzungen führen können:
(1) Lexikalische Ellipse (pragmatische Valenz)
So erlaubt das Verb sich benehmen die Bildung einer elliptischen
Konstruktion, bei der die obligatorische Ergänzung mit interpretiert wird
– in Abhängigkeit vom Kontext entweder negativ oder positiv, vgl.
Du benimmst dich schlecht. vs. Du benimmst dich mal wieder! vs.
Er weiß sich zu benehmen.
(2) Modalisierung
Das Verb wohnen ist 2-wertig und verlangt in einem kontextlosen
„Normalsatz“ eine statische Ergänzung, vgl.
Er wohnt in Pécs. vs. Er weiß zu wohnen. vs. Er wohnt gut.
Er kann (gut) beobachten. (Kessel/Reimann 32010: 40)
Von Modalisierung wird gesprochen, wenn sich das Verb nicht auf einen
aktuellen Sachverhalt bezieht, sondern auf Denkbares.
(3) Kontrast(fokussierung)
Eine obligatorische Ergänzung des Verbs wohnen kann bei
Kontrastierung des Verbs wegfallen, vgl.
Er wohnt in Pécs. vs. Er wohnt nicht, er haust. Wohnst du noch
oder lebst du schon? (Ikea-Werbung)
(4) Fokussierung auf den Sachverhalt
Das Verb wachsen regiert eine Esit. Hier wächst kein Gras. Mir wächst
hier unten ein Weisheitszahn. Wenn jedoch der Pertinenzdativ genannt
wird, kann die Esit entfallen, vgl. Mir wächst ein Weisheitszahn.
(5) Vorerwähntheit
Bei können, sollen, dürfen kann die Eakk wegfallen, wenn deren Entität
bereits vorher erwähnt wurde, vgl. Möchtest du Martina auch zu deinem
Geburtstag einladen? – Ja, wenn ich darf.
c) wenn Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen zur Anwendung
kommen
Für Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen ist typisch, wie die
valenzgrammatische Analyse zeigt, dass das Subjekt nicht realisiert wird,
weil es mit einer Ergänzung im Hauptsatz identisch ist.
Partizipialkonstruktionen können z.B. als Temporal- oder Modalangabe
vorkommen, vgl.
Eine Zigarette rauchend, kam Frank ins Zimmer. (Kessel/Reimann
3
2010: 30)
Wie: Indem er eine Zigarette rauchte, kam…
Wann: Als er eine Zigarette rauchte, kam…

Petra Szatmári 2019 Seite 17


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

In Budapest angekommen, schickte der Sohn seinen Eltern eine


SMS.
Wann: Als er in Budapest angekommen war, schickte …
Für Infinitivsätze, die mit zu+Infinitiv gebildet werden und kein eigenes
Subjekt haben, gilt folgender Zusammenhang:

das (gedachte) Subjekt des Nebensatzes (NS) ist identisch mit


Subjekt im Hauptsatz Der Studenti muss sich beeilen, damit eri nicht
(HS) zu spät zur Prüfung kommt. → Der Student muss
sich beeilen, um nicht zu spät zur Prüfung zu
kommen.
Ich hoffe (darauf), dass ich ihn am Wochenende
treffe. Ich hoffe (darauf), ihn am Wochenende zu
treffen.
Akkusativergänzung Der Verlag zwang den Autori dazu, dass eri sein
im HS öffentliches Auftreten überdachte. Der Verlag
zwang den Autor, sein öffentliches Auftreten zu
überdenken.
Es interessiert uns/michi, dass wir/ichi etwas
über dieses linguistische Problem
erfahren/erfahre. Es interessiert uns, etwas über
dieses linguistische Problem zu erfahren.
Dativergänzung im Dem Professori gelang es, dass eri viele
HS Kollegen für das Projekt gewann. Dem Professor
gelang es, viele Kollegen für das Projekt zu
gewinnen.
Attribut/Possessivpro Es war das Schicksal dieser Frauen, dass sie
nomen im HS zum Alleinsein verdammt waren. Es war das
Schicksal dieser Frauen, zum Alleinsein
verdammt zu sein.
Es war ihr Schicksal, dass sie zum Alleinsein
verdammt waren. Es war ihr Schicksal, zum
Alleinsein verdammt zu sein.
das (gedachte) Subjekt des NS ist man und diesem geht voran
es-Subjekt im HS Es ist üblich, dass man sich zum Jahreswechsel
Glücksbringer schenkt. Es ist üblich, sich zum
Jahreswechsel Glücksbringer zu schenken.

4.2. Valenzerhöhung
Wie bereits erwähnt (vgl. Kapitel 1.3.1.2. Die Satzglieder – die
Komplemente) nimmt auch Tesnière die systematische Valenz-Erhöhung
durch Kausativierung an. Durch Kausativierung kann die Anzahl der
Aktanten systematisch um eine Stelle erhöht werden bzw. kommt es zu
„einer Kombination der Valenz zweier Verben“ (Kessel/Reimann 32010:
42), vgl.: Valenzgrammatisch lässt sich der Satz
Der Dozent lässt den Studenten in der nächsten Stunde das Referat
vortragen.
folgendermaßen auflösen: das Prädikat lässt…vortragen fordert drei
Ergänzungen: der Dozent (Subjekt), den Studenten

Petra Szatmári 2019 Seite 18


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

(Akkusativergänzung), das Referat (Akkusativergänzung). Das Verb


vortragen ist 2-wertig: wer+was? – der Student/das Referat –
Subjekt+Akkusativergänzung. Durch die Kombination mit dem Verb
lassen kommt es zu einer Erhöhung der Valenz dergestalt, dass ein neues
Subjekt (der Dozent) eingebracht wird und die Valenzen beider Verben
über die von lassen geforderte Akkusativergänzung verknüpft werden, in
der das Subjekt von vortragen ebenfalls kodiert ist. M.a.W., die beiden 2-
wertigen Verben lassen und vortragen regieren kombiniert drei
Ergänzungen. In diesem Zusammenhang muss aber auch angemerkt
werden, dass die beide Valenzen verknüpfende Akkusativergänzung (=
Infinitivsubjekt)11 fakultativ ist, vgl. Der Dozent lässt in der nächsten
Stunde das Referat vortragen.

Ein weiteres Phänomen hängt damit zusammen, dass bestimmte Verben


bei bestimmten Gebrauchsbedingungen zur Valenzerhöhung führen, wie
dies folgende Beispiele von Welke (1994) veranschaulichen:
(a) Direktiva: Er sah auf den Hof. Sie heiratete nach Deutschland.
Z.B. bei Reflexivierung: Er aß sich durch den Brei.
(b) Objektsprädikativa: Er hobelt das Brett glatt. Er malt das Bild
bunt. Z.B. bei Reflexivierung: Er schlief sich gesund. Er schrie
sich heiser.
(c) Instrumentalia: Er arbeitet mit dem Hammer. Er denkt mit
kühlem Kopf. Er antwortet mit Phrasen.

Literatur
Ágel, Vilmos (2000): Valenztheorie. Tübingen: Narr (= Narr
Studienbücher).
Behaghel, Otto (1924): Deutsche Syntax. Eine geschichtliche Darstellung
Bd. 2. Heidelberg: Winter (= Sammlung germanischer Elementar- und
Handbücher; Grammatik 10).
Boettcher, Wolfgang (2009): Grammatik verstehen. Band 2: Einfacher
Satz. Tübingen: Niemeyer (= Niemeyer Studienbuch).
Bühler, Karl (1934/21965/1982): Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion
der Sprache. Stuttgart/New York: Fischer (= Uni-Taschenbücher
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Dürscheid, Christa (1997): Perspektivierte Syntax. In: Dürscheid,
Christa/Ramers, Karl Heinz/Schwarz, Monika (Hg.): Sprache im Fokus.
Festschrift für Heinz Vater zum 65. Geburtstag. Tübingen: Niemeyer,
241-257.

11
Das Subjekt des Infinitivs erscheint vergleichbar mit dem in sog. AcI-Konstruktionen als Akkusativergänzung.
Da es sich bei diesem Akkusativ um das Subjekt zum Infinitiv handelt, verwende ich in Anlehnung an Ide (1998)
den Terminus Infinitivsubjekt (vgl. Szatmári 2004).
Zifonun/Hoffmann/Strecker (1997: 1411) z.B. bezeichnen die Akkusativergänzung wegen der noch ungeklärten
Fragen hinsichtlich der Zugehörigkeit des Akkusativs in der AcI-Konstruktion (d.h., ob er zum regierenden oder
zum regierten Verb gehört) als Zentralakkusativ. Dieser Terminus ist irreführend, denn er suggeriert, dass diese
Akkusativergänzung das Zentrum der Konstruktion bildet. Dies ist deshalb problematisch, weil sie z.B. bei lassen
in nicht wenigen Fällen fakultativ ist.

Petra Szatmári 2019 Seite 19


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Dürscheid, Christa (1999): Die verbalen Kasus des Deutschen.


Untersuchungen zur Syntax, Semantik und Perspektive. Berlin/New
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Engel, Ulrich (1992): Der Satz und seine Bausteine. In: Ágel,
Vilmos/Hessky, Regina (Hg): Offene Fragen – offene Antworten in der
Sprachgermanistik. Budapest: Germanistisches Institut der Eötvös-
Loránd-Universität, 53-76.
Engel, Ulrich (21992): Deutsche Grammatik. Heidelberg/Budapest:
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Eroms, Hans-Werner (2000): Syntax der deutschen Sprache. Berlin/New
York: de Gruyter.
Götze, Lutz (1979): Valenzstrukturen deutscher Verben und Adjektive.
Eine didaktische Darstellung. In: Heutiges Deutsch III/3. München.
Helbig, Gerhard (1992): Probleme der Valenz- und Kasustheorie.
Tübingen: Niemeyer (= Konzepte der Sprach- und
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Ide, Manshu (1998): Die Formen des Infinitivsubjekts in der lassen-
Konstruktion. Ihre kontextuellen Bedingungen. In: Deutsche Sprache
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Kessel, Katja/Reimann, Sandra (32010): Basiswissen Deutsche
Gegenwartssprache. Tübingen/Basel: A. Francke (= UTB 2704).
Kubczak, Jacqueline (2004): Obligatorische versus fakultative
Ergänzungen im VALBU. In: Czicza, Dániel/Hegedüs, Ildikó/Kappel,
Péter/Németh Attila (Hg.): Wertigkeiten, Geschichten und Kontraste.
Festschrift für Péter Bassola zum 60. Geburtstag. Szeged: Grimm, 197-
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Löbner, Sebastian (2003): Einführung in die Semantik. Berlin: de Gruyter.
Musan, Renate (2009): Satzgliedanalyse. 2. Aufl. Heidelberg.
Universitätsverlag Winter (= KEGLI 6).
Schumacher, Helmut/Kubczak, Jacqueline/Schmidt, Renate/de Ruiter,
Vera (2004): VALBU – Valenzwörterbuch deutscher Verben. Tübingen
Gunter Narr (= Studien zur Deutschen Sprache 31).
Szatmári, Petra (2004): Das heterogene sich lassen. Zu syntaktischen und
funktional-semantischen Aspekten passivisch interpretierbarer sich-
lassen-Konstruktionen. Hamburg: Buske (= Beiträge zur
germanistischen Sprachwissenschaft 17).
Tesnière, Lucien (1980): Grundzüge der strukturalen Syntax. Hrsg. u.
übers. von Ulrich Engel. Stuttgart: Klett-Cotta.
Welke, Klaus (1994): Valenz und Satzmodell. In: Thielemann,
Werner/Welke, Klaus (Hg.): Valenztheorie – Werden und Wirkung.
Münster: Nodus, 227-244.
Welke, Klaus (1997): Eine funktionalgrammatische Betrachtung zum
Reflexivum: Das Reflexivum als Metapher. In: Deutsche Sprache 25,
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Welke, Klaus (2002): Deutsche Syntax funktional. Perspektiviertheit
syntaktischer Strukturen. Tübingen: Stauffenburg (= Stauffenburg
Linguistik; Bd. 22).

Petra Szatmári 2019 Seite 20


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WITZLACK-MAKAREVICH, Alena (2012): Semantik und Pragmatik HS 2012.


Handouts. Zugriff unter: http://www.spw.uzh.ch/witzlack/HS12-
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Zifonun, Gisela/Hoffmann, Ludger/Strecker, Bruno et al. (1997):
Grammatik der deutschen Sprache. Bd.1-3. Berlin/New York: de
Gruyter (= Schriften des Instituts für deutsche Sprache 7.1; 7.2; 7.3).
ProGr@mm (http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gruwi.ansicht
), nur die Kapitel Valenz, Primäre Komponenten des Satzes, Phrasen,
Wortstellung
Granzow-Emden, Matthias (o.J.): Deutsche Grammatik verstehen und
unterrichten. Seminarmaterialien. Zugriff unter: http://www.uni-
potsdam.de/sprachdidaktik/didaktikderdeutschensprache/sprachdidakt
ik/downloadbereichoeffentlich.html [2014-12-02] Die
Seminarmaterialien werden sukzessive ergänzt.

Petra Szatmári 2019 Seite 21


V4 Valenzorientierte Klassifikation der Satzglieder

Petra Szatmári 2019 Seite 22