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Ausgabe 01/2014

Castringius Stiftungs-News

Liebe Leserin, lieber Leser wieder vor der Herausforderung: Wie Neben einer Erfolgsmessung bleibt
überzeugen sie ihre Geldgeber von der- ein noch intensiverer Austausch zwischen
835 Schülerinnen und Schüler ha- Förderwürdigkeit ihrer Arbeit? der Stadt, den Stiftungen und den Projekten
ben 2012 in München die Schule ohne unverzichtbar, um die Zukunftschancen von
Abschluss verlassen; das waren 8,34 Pro- sozial schwachen Kindern und Jugendlichen
zent oder jeder zwölfte Schulabgänger. weiter zu bessern; Vernetzung ist und bleibt
Die Zahlen für 2013 dürften ähnlich aus- damit eines unserer größten Anliegen, dem
fallen. Es sind Jugendliche, deren Eltern wir uns weiter intensiv widmen.
langzeitarbeitslos sind, Jugendliche auf
Förderschulen und Jugendliche aus Fami- Herzliche Grüße,
lien mit niedrigem Bildungsniveau. Beson-
ders drastisch ist die Situation bei Jugend-
lichen mit Migrationshintergrund; in dieser Christa Castringius & Frank Enzmann
Gruppe verlässt sogar jeder Fünfte die
Schule ohne Abschluss. ✺
Rettungsschirme Wer wir sind
für Kinder und Jugendliche Junge Menschen brauchen die Chance
zu einem erfolgreichen Bildungsweg –
In diesem Newsletter können Sie unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.
sich über die Arbeit von vier unserer För- Die Dr. Rudolf und Christa Castringius
derprojekte informieren. Sie alle unterstüt- Kinder- und Jugend-Stiftung unterstützt
zen Kindern und Jugendliche vorbildlich, mehr als 120 Projekte und Initiativen,
ihre Schulnoten und damit ihre Zukunfts- Erfolg messbar machen und welche sozial benachteiligte Kinder und
chancen zu verbessern. Sie machen das Vernetzung intensivieren Jugendliche auf besondere wirksame
nicht einfach durch Nachhilfe sondern Weise fördern: in der Kinder- und Ju-
stärken auch - wie auf unserem Kongress Ähnliche Fragen stellen auch wir uns. gendhilfe, im Bildungssektor und in der
Kinder.Stiften.Zukunft München 2013 uni- Wie wählen wir Förderprojekte aus? Wel- Musikförderung. Seit 2009 setzt sich un-
sono gefordert - die Kinder und Jugendli- chen Nachweis über den Erfolg der Maß- sere Förderstiftung dafür ein, die Arbeit
che in ihrem Selbstwertgefühl. Denn nur nahmen fordern wir? Der Social Reporting von Familien, Schule und öffentliche
wenn sich als Teil unserer Gesellschaft Standard, der ebenfalls auf dem Kongress Hand sinnvoll zu ergänzen und durch so-
fühlen, können sie erfolgreich Lebens- und präsentiert wurde, ist ein Instrument der Wir- zialpolitische Impulse weiter zu entwick-
Berufsperspektiven entwickeln. kungsanalyse und des Reportings. Es wird keln, nach dem Motto: Wir helfen dort,
Projekte wie diese sind nur mög- immer häufiger angewendet und auch wir wo öffentliche Hilfe aufhört.
lich, weil Stiftungen und Unternehmen werden uns in nächstem Jahr intensiver mit www.castringius-stiftung-muenchen.de
in sie investieren. Damit stehen sie immer ihm beschäftigen.

Perspektiven schaffen - Leben verändern.


Wir helfen dort, wo öffentliche Hilfe aufhört.
Projekte der Castringius Stiftung

Freizeitstätte Prisma Haidhausen Schreiben von Bewerbungen und Bewer- BrotZeit e.V. hilft hier ganz praktisch
bungstrainings. Die Jugendlichen lernen und in Zusammenarbeit mit Brennpunkt-
Die Besucherinnen und Besucher aber auch, ihren Lernprozess selbstverant- Schulen: Eine halbe Stunde vor Unterrichts-
sind zwischen 12 und 18, kommen aus wortlich zu gestalten. Absprachen mit den beginn lädt der Verein zum brotZeit-Früh-
dem Viertel, besuchen überwiegend Lehrern, Schulsozialarbeitern und Eltern stück: Ein kostenloses und ausgewogenes
die Mittelschule und leben meist in sozial sichern zusätzlich die ganzheitliche Unter- Buffet mit Milch, Müsli, Obst, Brot, Wurst,
schwierigen Verhältnissen und/oder haben stützung der Jugendlichen. Käse und Marmelade, an dem sich die
einen Migrationshintergrund. Für viele Für den einen oder die andere entwi- Kinder selbst bedienen. Anschließend
von ihnen ist das Prisma (fast) ein zweites ckeln sich in diesen Gesprächen ganz neue essen sie gemeinsam an großen Tischen.
Zuhause und die Sozialarbeiterinnen und Perspektiven: Etwa der Besuch einer weiter- Die Organisation vor Ort übernehmen
Sozialarbeiter dort gehören zu ihren wich- führenden Schule, der vorher gar nicht in „Aktive Senioren“; sie achten auch darauf,
tigsten Bezugspersonen. Erwägung gezogen wurde, oder sie ent- dass die Kinder nur deutsch miteinander
Je näher der Schulabschluss rückt, schließen sich im Anschluss an die Schu- sprechen. So können sich alle miteinander
desto stärker beschäftigen sich die Ju-
gendlichen mit ihren Berufswünschen und
damit, wie man eine Bewerbung schreibt.
Denn allen ist klar, dass mit dem Übergang
von der Schule in den Beruf eine wichtige
Weichenstellung für ihr künftiges Leben
ansteht. Wer den Einstieg nicht schafft, für
den wird es schwer.

„Ich will einen Coaching für werdende Berufseinsteiger: Prisma Uschi Glas zu Besuch bei ihrem Projekt „brotZeit“
Ausbildungsplatz!“
le erst ein Freiwilliges Soziales Jahr oder unterhalten und gleichzeitig ihre Sprach-
Der Blick auf die Noten wird kriti- ein Jahr beim Bundesfreiwilligendienst zu kenntnisse verbessern.
scher und der Blick in die Zukunft verliert absolvieren. So sammeln sie erste Arbeits-
dann leicht an Zuversicht, alle wissen, erfahrungen und können ein Arbeitsfeld Brot geben und Zeit geben
für einen guten Ausbildungsplatz müssen besser kennen lernen.
sie etliche Hürden erfolgreich meistern: Das Angebot ist eingebunden in Doch brotZeit stillt nicht nur den
Das Zeugnis muss möglichst gut sein, Be- das Gesamtkonzept der Einrichtung. Die Hunger der Kinder. An vielen Schulen
werbungsschreiben und Lebenslauf korrekt Jugendlichen und Betreuer bleiben auch helfen die Senioren den Schülerinnen und
formuliert sein. Doch das letztendlich ent- über die Bewerbungsphase hinaus in Kon- Schülern bei den Hausgaben, geben ih-
scheidende Auswahlkriterium ist das Vorstel- takt und so lassen sich auch etwaige Pro- nen, in Absprache mit den Lehrern, Nach-
lungsgespräch. Nur wenn es gut verläuft bleme am Ausbildungsplatz gemeinsam hilfe oder machen Angebote zur Freizeit-
und sie dort von sich überzeugen können, angehen. gestaltung.
rückt ein Ausbildungsvertrag in greifba- Wir förderten das Projekt von Januar
re Nähe. Genauso wichtig ist es, vorher bis Juni 2014 mit EUR 2.500. Fit für den Tag und fit
herauszufinden, welche Berufe in Frage www.prisma-haidhausen.de für die Zukunft
kommen, was einem liegt und wofür man
die notwendige Eignung besitzt, um sich ✺ Evaluationen und die persönlichen
gezielt darauf zu bewerben. Und nicht Erfahrungen aller Beteiligten zeigen: Das
immer ist das der eigentliche Traumberuf. brotZeit - Schulfrühstück für alle Sozial- und Arbeitsverhalten sowie die
Wenn Kinder morgens wach wer- Zensuren der „Frühstücks-Kinder“ werden
Die richtigen Weichen stellen den, ist ihr Energiespeicher leer. Wird er deutlich besser und sie übernehmen mehr
vor der Schule nicht aufgefüllt, fällt es ih- Verantwortung. Langfristig ist das gemein-
Das pädagogische Team macht „sei- nen schwer dem Unterricht zu folgen und same Schulfrühstück eine nachhaltige und
nen Jugendlichen“ ein konkretes und verläss- mitzuarbeiten. Dennoch verlässt aus erfolgreiche Investition in die Integration
liches Angebot für den Übergang Schule den unterschiedlichsten Gründen jedes und die Zukunftschancen der Kinder.
– Beruf. In der Zeit von Januar bis Juni gibt dritte Kind mit leerem Magen sein Zuhau- Die Castringius-Stiftung fördert das
es für sie jeweils zwei Stunden individu- se und sitzt deshalb hungrig im Unter- Schulfrühstück an zwei Münchner Schulen
elle und umfassende Unterstützung. Es richt. Die Folge: schlechte schulische Leis- mit EUR 9.000.
geht los mit Hilfen bei der Berufsfindung, tungen und aggressives Verhalten. www.brotzeitfuerkinder.com

Perspektiven schaffen - Leben verändern.


Wir helfen dort, wo öffentliche Hilfe aufhört.
Projekte der Castringius Stiftung und Ausblick auf 2014

Taktvoll lernen, Freimann mann in der Bandformation „Rupert und Dokumentation der Arbeit und von deren
die Heizer“ und dieser Auftritt ist ein gro- Wirkung.
Wissenschaftliche Untersuchungen ßer Ansporn zum Üben. Die Castringius Stiftung wird sich
belegen, wenn ein Kind Musizieren lernt, mit der SRS 2014 gemeinsam mit ausge-
lernt es auch sich zu konzentrieren und Musizieren mit Folgen wählten Förderprojekten intensiv befassen
sein Arbeits- und Lernverhalten zu struktu- und ihn erproben. Mehr über diesen Pro-
rieren, es trainiert sein Kurzzeitgedächtnis Die meisten Schülerinnen und zess erfahren Sie in einem der nächsten
und seine Ausdauer, es fördert seine sozi- Schüler „bleiben dran“ und machen rasch Newsletter.
alen Kompetenzen und vieles mehr. All Fortschritte, die auch außerhalb des un- www.phineo.org
mittelbaren Musizierens deutlich werden: www.seakademie.de
Die Kinder sind entspannter, konzentrierter,
lernen insgesamt besser. Ihre Lehrer an der
Grundschule berichten von besserem So-
zial- und Lernverhalten.
„Taktvoll lernen“ ist ein Projekt auf
der Grundlage eines Gesamtkonzeptes der
beiden Einrichtungen LOK-Lernwerkstatt
des Kinderschutz e.V. und LOK Freimann
des Kreisjugendring München Stadt in
München-Freimann.
Die Castringius-Stiftung fördert takt- Ellinor Dienst von der SEA-Akademie, bei der Vorstel-
voll im Schuljahr 2013/2014 mit EUR 4.600. lung des Social Reporting Standards (SRS)
www.lok-freimann.de
www.kinderschutz.de Auch unter
www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de
✺ finden Sie in der Dokumentation des Kon-
gresses 2013 eine Präsentation der Social
Neues aus der Stiftung: Entrepeneurship Akademie zum Download.
taktvoll-Aufführung beim Sommerfest in der Freizeit-
stätte LOK Freimann Der Social Reporting Standard
Erfolgreiche Arbeit wirkungsvoll
das geschieht quasi nebenbei und ist den dokumentieren
Kindern gar nicht bewusst, für die es ein-
fach um Freude an der Musik geht und am Wer Fördermittel bekommt, ist es
Musizieren. gewohnt Leistungsnachweise zu verfassen.
Bei „taktvoll lernen“ kommen Kinder Doch ihre Aussagekraft beschränkt sich
aus sozial benachteiligten Familien das ers- meist darauf aufzuzeigen, wie die einge-
te Mal mit Musik und Musikinstrumenten in setzten Gelder formal verwendet wurden.
Berührung. Viele von ihnen tun sich schwer Die Wirkung der Maßnahme bleibt meist
in der Schule den Anschluss zu halten, sich in Ungenauen.
in die Klassen- und Schulgemeinschaft ein- Fragen wie „Ist gut gemeint auch
zufügen. Zusätzlich schaffen ungenügende gut gemacht?“ oder „Wirkt die Maßnah-
Deutschkenntnisse eine Sprachbarriere, die me wirklich?“ bleiben unbeantwortet. Der
mit Musik umgangen werden kann. Einmal Grund dafür ist meist nicht, dass die För-
wöchentlich erhalten die Kinder eine hal- derprojekte diese Frage nicht beantwor-
be Stunde Einzelunterricht oder lernen ten wollen, sondern dass es an Erfahrun-
in einer Zweiergruppe; zur Wahl stehen gen und Instrumenten fehlt, Wirkung zu
Gitarre, Mandoline, Bass und Percussion- messen und zu bewerten.
Instrumente. Sie dürfen sich auch Musikstü- Der Der Social Reporting Standard
cke wünschen, die dann gemeinsam erar- (SRS) erleichtert sozialen Organisationen
beitet werden. Am Ende des Schuljahres die Berichterstattung über ihr Wirken, in-
steht eine gemeinsame Aufführung beim dem er ihnen eine Art Leitschnur an die
Sommerfest in der Freizeitstätte LOK Frei- Hand gibt. Das Ergebnis: Eine umfassende

Perspektiven schaffen - Leben verändern.


Wir helfen dort, wo öffentliche Hilfe aufhört.
Im Rückblick: Kinder.Stiften.Zukunft. München

München wird inklusiv!“ meten sich einen Tag lang „Inklusion und Das Programm wurde auch in diesem Jahr
Inklusives Engagement von Non- Bildung“. Die wechselnden Schwerpunkt- federführend von Martina Münch-Nico-
Profit-Organisationen, Stiftungen, Beiräten themen und das vielfältige Publikum mit laidis, Geschäftsführerin der Nicolaidis-
und Unternehmen für Kinder und Jugend- seiner geballten Kompetenz machen den Stiftung, entwickelt und organisiert. An
liche wirksam vernetzt! Kongress für uns jedes Mal überraschend ihrer Seite und konzeptionell eingebun-
Einer der Höhepunkte des Jahres und spannend. den: Das Sozialreferat der LH München
war für uns der nunmehr dritte Kongress vertreten durch Bud Willim. Weitere Ko-
Kinder.Stiften.Zukunft München. Wissen vertiefen operationspartner waren die Bertelsmann
Knapp 200 Vertreter von Stiftun- und Netzwerk erweitern Stiftung und die HypoVereinsbank.
gen, gemeinnützigen Organisationen, Un-
ternehmen und Social Entrepeneurs wid- Der „Guten Morgen Deutschland“ ✺
TV-Moderator und Vorstand der RTL-Stif- Weitere Informationen und Inhalte zum
tung Wolfram Kons führte die Teilnehmer Download finden Sie auf der Website:
mit Energie und Fachwissen durch den www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de
langen Tag. Auf dem Programm standen
anregende Vorträge, eine hochkarätig be-
setzte Podiumsdiskussion, vier praxisbezo-
gene Workshops und die Präsentation der
Social Reporting Standards. Dazu gab es
einen Marktplatz, auf dem 20 Organisatio-
„KSZ“-Moderator Wolfram Kons nen und Projekte ihre Arbeit präsentierten.

TERMINE, TERMINE

Experten Check
Diese Sprechstunden für Nonprofit-Organisation sind ein Erfolgsmodell und waren auch 2013 komplett ausgebucht und
so werden wir sie 2014 in bewährter Manier fortsetzten. Veranstalter der Exper-ten-Checks sind die Castringius Stiftung,
das Sozialreferat der LH-München, die Stiftung Otto Eckart, unterstützt durch weitere Experten, die Sie von unseren
Kongressen kennen.

Termine 2014: 19. Februar, 21.Mai, 23.Juli, 26. November


jeweils von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr, die Beratungsgespräche dauern jeweils 30 oder 45 Minuten. Themen:
Gute Ideen und Projekte – Wie ticken Stiftungen?
doch wie kommuniziert? Nützliches und Notwendiges zum erfolgreichen
Über die Kunst des Marketings im Non-Profit Bereich Stiftungsmittelantrag
Experten: Bud Willim und Isabell Dillmann Experten: Frank Enzmann und Martin Schütz

Unternehmerisches Handeln – leicht gemacht? Facebook, Twitter und Co.


Von der Idee zum Businessplan Tipps und Tricks für den Aufbau lebendiger
Expertin: Martina Münch-Nicolaidis Social Media-Accounts
Expertin: Sofie Langmeier
Informationen unter www.kinderstiftenzukunft-muenchen.de oder schreiben Sie uns unter info@castringius-muenchen.de

Freitag, 16. Mai 2014, 14:00 bis ca. 20:00 Uhr


„Juki – Hier spielt die Musik!“
Jugend und Jugendkultur im öffentlichen Raum. Infos und Kontakt: stiftung@ottoeckart.de

IMPRESSUM: Rudolf und Christa Castringius Kinder- und Jugend-Stiftung München, Tel.: +49 89 87589371
Ruffiniallee 4, 82152 Planegg · info@castringius-stiftung-muenchen.de · www.castringius-stiftung-muenchen.de
Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts · Stifterin: Christa Castringius, Vorsitzender des Vorstands:
Frank Enzmann · Redaktion Newsletter: Sofie Langmeier sl@langmeiers.de · Design: communications & design

Perspektiven schaffen - Leben verändern.


Wir helfen dort, wo öffentliche Hilfe aufhört.