Sie sind auf Seite 1von 1

Rechtsstaat

Ein Rechtsstaat ist ein Land, in dem der Staat sich an das Recht hält. Mit Recht sind vor allem die Regeln
gemeint, die in der Verfassung und in den Gesetzen stehen. Dazu gehören auch Rechte, die der Staat mit
anderen Staaten abgemacht hat, zum Beispiel die Menschenrechte. Im Rechtsstaat soll die Regierung also nicht
einfach tun dürfen, was ihr gefällt, sondern nur, was ihnen die Verfassung und die Gesetze erlauben. Es darf
somit keine Willkür geben. Notfalls können betroffene Bürger ihre Rechte vor Gericht einklagen.
Bei uns gehört zum Rechtsstaat eine Gewaltentrennung. Das bedeutet, dass Regierung, das Parlament und die
Gerichte unabhängig voneinander arbeiten dürfen und sich nicht gegenseitig beeinflussen sollen. Wichtig ist
auch, dass die Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen. Wer Bürger ist und mindestens 18 Jahre alt ist, darf
wählen. Alle Menschen müssen gleich behandelt werden. Es darf also zum Beispiel keine Adeligen geben, die
mehr zu sagen haben als andere Bürger. Das sind aber nur die wichtigsten Punkte, es gibt noch viele andere
dazu.
Wie nennt man andere Staaten?
Früher nannte man ein Land, das kein Rechtsstaat ist, einen Polizeistaat oder Willkürstaat. Wenn die Regierung
jemanden nicht mochte, sperrte sie ihn einfach ein oder tötete ihn. Er konnte nicht vor einem Gericht dagegen
klagen und verlangen, dass man ihm genau sagte, was man ihm vorwarf. So konnte er sich auch nicht
verteidigen.
Ein anderer Ausdruck für das Gegenteil eines Rechtsstaats ist heute auch Unrechtsstaat. Ein Beispiel für so ein
Land war Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch die DDR bezeichnen viele Menschen als
Unrechtsstaat.
Die Wissenschaftler streiten sich aber, was genau mit einem Unrechtsstaat gemeint ist. Auch in
einer Diktatur gibt es Polizeiund Richter, die Verbrecher bekämpfen: In der DDR war es verboten, jemanden
umzubringen, zu stehlen oder einzubrechen. Dafür kam man ins Gefängnis, wie in einer Demokratie. Allerdings
hat die Regierung der DDR sich auch teilweise selbst nicht an das Recht gehalten, wenn ihr danach war.
In der Umgangssprache bezeichnet man Unrechtsstaaten manchmal auch als Schurkenstaaten. Da gibt es nicht
nur viel Unrecht durch die Polizei, die Armee und Beamte, sondern auch besonders viel Korruption. Polizei,
Beamte, Angehörige der Armee und andere Leute in wichtigen Stellungen stecken also sehr viel Geld in die
eigene Tasche, obwohl es ihnen nicht gehört. Solche Schurkenstaaten sind eigentlich Diktaturen. Aber die
Grenze zwischen einem Unrechtsstaat und einer Diktatur sind eben oft fließend und können nicht genau
gezogen werden.
Einig sein. Recht achten. Freiheit leben.
So funktioniert der deutsche Rechtsstaat. Deutschland ist ein Land, in dem Toleranz und Respekt groß
geschrieben werden, damit alle frei und sicher zusammenleben können. Ei attraktives Land, weil es die Würde
jedes Menschen achtet. Und das soll auch so bleiben. Deswegen gibt es Grundwerte und Regeln, die in der
deutschen Verfassung und den deutschen Gesetzen festgehalten sind und eingehalten werden müssen. Was
bedeutet das für das tägliche Leben in Deutschland? Jeder Mensch hat seit seiner Ankunft schon Kontakt zu
Polizisten, Ärzten oder Richtern. Das ist in Deutschland selbstverständlich. Frauen und Männer sind
gleichberechtigt – sowohl im Beruf als auch in der Familie. Das heißt: alle erhalten den gleichen Respekt und
die gleiche Anerkennung. Deutschland ist ein Land der Freiheit. Jeder darf seine Meinung frei äußern, solange
er damit nicht gegen die Gesetze verstößt, etwa weil er zu Hass und Gewalt aufruft oder Menschen persönlich
beleidigt. Das ist die Meinungsfreiheit. Ebendo wichtig ist die Religions- und Glaubensfreiheit. Jeder kann frei
entscheiden, ob und an welche Religion er glaubt. Alle Religionen leben gleichberechtigt nebeneinander und
miteinander. Was passiert, wenn diese Freiheiten verletzt werden? Wenn man glaubt, dass man Schaden oder
Unrecht erlitten hat? Dann gilt: Nur der Staat mit Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten darf Straftaten
verfolgen und Täter verurteilen. Das ist das Gewaltmonopol des Staates. Sich selbst oder andere zu rächen oder
Gewalt auszuüben, ist verboten und wird bestraft. Recht sprechen ausschließlich staatliche Gerichte, also zum
Beispiel nicht selbst ernannte Friedensrichter oder Geistliche, denn Religion und Staat sind in Deutschland
getrennt. Wichtig zu wissen ist, dass man der Polizei, den Staatsanwaltschaften und Gerichten absolut vetrauen
kann. Sie sind nicht bestechlich und haben die geltenden Gesetze anzuwenden. Und tun das auch! Woher
kommen die Gesetze? Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat mit einer Gewaltenteilung. Das bedeutet:
Die Bürger und Bürgerinnen wählen Parlamente, die die Gesetze beschließen. Die Regierung und die Behörden
wenden diese Gesetze an. Die Gerichte sprechen auf Grundlage dieser Gesetze Recht und sind dabei
unabhängig. 3 eigenständiege Bereiche – ein funktionierender Staat. Sein Fundament ist die Menschenwürde.
Jeder Mensch ist zu achten, damit wir frei und sicher zusammenleben könne. Das funktioniert nur, wenn wir
alle gemeinsam jeden Tag diese Grundwerte achten und leben.