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Seminar: Grundlagen der Flammenüberwachung

Ort: EdeA | Essent Productie Geleen B.V.


Datum: 11.07.2014

Seminarunterlagen – Teil 1

Grundlagen der Flammenüberwachung

Themen
- Definition der Flamme
- Flammenstrahlung = elektromagnetische Strahlung
- Einteilung der Flammenstrahlung in UV, VIS und IR
- Flammenfarbe
- Spektroskopie
- Emissionsspektrum von Gasflammen
- Verbrennung von Flüssigbrennstoffen
- Umwandlung der Flammenstrahlung in elektrische Signale
- Ausgangssignal des Halbleitersensors
- Flammenmodulation
- Analyse des Flammenrohsignals
- FFT Analyse
- Der RC-Hochpassfilter
- Auswirkungen des Hochpassfilters auf das Flammensignal

Kontakt
Michael Thomas, Prokurist, BFI Automation GmbH
m.thomas@bfi-automation.de
02102 – 9682 – 33

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Flammenüberwachun
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Definition der Flamme

Als Flamme wird der Bereich brennender oder anderweitig exotherm reagierender Gase und Dämpfe
bezeichnet, in dem eine elektromagnetische Strahlung emittiert wird.

Flammenstrahlung = elektromagnetische Strahlung

Der optische Bereich der elektromagnetischen Strahlung reicht vom kurzwelligen UV,
UV über den für
Menschen sichtbaren VIS (380 – 780 nm) bis hin zum langwelligen IR.

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Einteilung der Flammenstrahlung in UV, VIS und IR

Sichtbare Strahlung (VIS)

Nur ein ganz kleiner Bereich des elektromagnetischen Spektrums ist für das menschliche Auge sichtbar. Zu
ihm gehören alle Farben des Regenbogens:

Wellenlänge
Bezeichnung von Bis
Rot 640 nm 780 nm
Orange 600 nm 640 nm
Gelb 570 nm 600 nm
Grün 490 nm 570 nm
Blau 430 nm 490 nm
Violett 380 nm 430 nm

Ultraviolette Strahlung (UV)

Wie sichtbares Licht entsteht auch ultraviolette Strahlung, wenn in Atomen die äußersten Elektronen ihre
Bahn um den Kern ändern und dabei Energie verlieren.

Wellenlänge
Bezeichnung von Bis
schwache UV-Strahlen (UV - A) 200 nm 380 nm
Starke UV-Strahlen (UV - B) 50 nm 200 nm
XUV (UV – C) 1 nm 50 nm

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Einteilung der Flammenstrahlung in UV, VIS und IR

Infrarote Strahlung

Infrarotstrahlung ist elektromagnetische Strahlung, die sich in Richtung größerer Wellenlängen an die
sichtbare Strahlung anschließt und bis zu den Mikrowellen erstreckt. Sie überdeckt einen
Wellenlängenbereich von 780 Nanometer bis 1 Millimeter.

Der Spektralbereich der Infrarotstrahlung (IR) wird nicht eindeutig unterteilt, die unterschiedlichen
Einteilungen sind durch spezifische Anwendungen der Strahlung oder bestimmte physikalische
Phänomene motiviert. Eine sehr gebräuchliche Einteilung unterscheidet zum Beispiel zwischen dem
„nahen Infrarot“ (NIR), dem „mittleren Infrarot“ (MIR) und dem „fernen Infrarot“ (FIR):

Wellenlänge
Bezeichnung von Bis
Fernes Infrarot (FIR) 50 µm 1 mm
Mittleres Infrarot (MIR) 3,0 µm 50 µm
Nahes Infrarot (NIR) 780 nm 3,0 µm

Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Der Mensch kann jedoch über seine Haut
die wärmende Wirkung der Infrarotstrahlung wahrnehmen.

Als thermische Emission von Strahlung bezeichnet man das Aussenden eines kontinuierlichen Spektrums
elektromagnetischer Wellen aufgrund der Wärmebewegung der Atome. Ihre Spektralverteilung hängt von
der absoluten Temperatur und ihren Absorptionseigenschaften ab. Ein ideal schwarzer Körper, sendet ein
Spektrum aus, dessen Intensitätsverteilung durch das Plancksche Gesetz beschrieben wird, welches in der
Physik große Bedeutung bei vielen Vorgängen hat und der Ausgangspunkt der Quantenmechanik war.

Die Strahlung im infraroten (IR) Bereich wird durch die Bewegung der Atome verursacht.

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Flammenfarbe

Glühende Rußteilchen (Größenordnung einige 10 nm) färben die Flamme von gelb bis orange. Ihr
Emissionsspektrum entspricht annähernd dem eines Schwarzen Strahlers.

Angeregte CO2- und CH-Radikale färben die Flamme von blau bis türkis.

Reaktionsprodukte der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen (CO2 und H2O) strahlen nur im infraroten
Spektralbereich (Temperaturstrahlung). Sind in der Flamme eingebrachte Verunreinigungen vorhanden,
kommt es zu intensiven Flammenfärbungen, deren Farbton von den Inhalten abhängt.

Die ungefähre Temperatur von Flammen mit Kohlenstoff-Anteil C kann anhand der folgenden Färbungen
mit dem bloßen Auge beurteilt werden:

• rot
o gerade noch sichtbar rot: 525 °C (977 °F)
o trüb rot: 700 °C (1290 °F)
o trüb kirschrot: 800 °C (1470 °F)
o satt kirschrot: 900 °C (1650 °F)
o klar kirschrot: 1000 °C (1830 °F)
• orange
o tief orange: 1100 °C (2010 °F)
o klar orange: 1200 °C (2190 °F)
• weiß
o weißlich: 1300 °C (2370 °F)
o hell weiß: 1400 °C (2550 °F)
o grell weiß: 1500 °C (2730 °F)

Als Reduktionsflamme (leuchtende Flammen) wird eine Flamme mit niedrigem Sauerstoffanteil
bezeichnet. In der Flamme bildet sich dabei vorwiegend Ruß, der für das intensive Leuchten der Flamme
verantwortlich ist.

Oxidationsflammen enthalten Sauerstoff im Überschuss. Wegen des geringen Rußanteils leuchten sie nur
schwach (Beispiel: Erdgasflamme).

Eine Stichflamme entsteht, sobald sich ein oxidationsfähiges unter Druck stehendes Gasgemisch plötzlich
mit Sauerstoff verbinden kann. Dabei muss die Aktivierungsenergie dieser Reaktion durch eine äußere
Zündquelle erreicht werden, insbesondere wenn die Zündtemperatur des jeweiligen Reaktionsgemisches
überschritten wird.

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Spektroskopie

Allgemein unterscheidet man zwischen Methoden der Atom- und der Molekülspektroskopie.
Molekülspektroskopie Die
Atomspektroskopie umfasst spektroskopische Verfahren, die auf Emissions-,
Emissions , Absorptions-
Absorptions oder
Fluoreszenzvorgängen bei Atomen zurückgehen und u zur Bestimmung von chemischen Elementen
eingesetzt werden. Die beobachteten Spektren sind im Allgemeinen Linienspektren.
Linienspektren Die
molekülspektroskopischen Verfahren basieren hingegen auf der Anregung und Auswertung von
Rotations-, Schwingungs- und Elektronenzuständen in Molekülen. Durch die Überlagerung von
Einzelzuständen werden dabei keine Linienspektren
Linien sondern sogenannte Bandenspektren beobachtet.
Die Emissionslinien sind dabei charakteristisch für ein bestimmtes chemisches Element.

Die spektroskopische Analyse der Flammenstrahlung


Fla liefert die Zusammensetzung
ung des Brennstoffs.

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Emissionsspektrum von Gasflammen

Strahlungsintensität
258
320
381
443
504
566
627
689
750
812
873
934
996
1057
1119
1180
1242
1303
1365
1426
1488
1549
1610
1672
1733
1795
1856
1918
1979
2041
2102
2164
2225
2287
2348
2409
2471
2532
2594
Wellenlänge [nm]

UV VIS NIR
GaP: 190-550 nm

Si: 300 - 1050 nm PbS: 1050 - 2700 nm

Alle Flammen haben ein elektromagnetisches Emissionsprofil, welches maßgeblich von der
Brennstoffzusammensetzung und der freigesetzten Energie abhängig ist. Das oben dargestellte
Emissionsprofil einer Gasflamme zeigt eine Ausprägung zwischen 200 nm und 500 nm (UV-A - VIS violett –
VIS blau). Im weiteren Verlauf steigt die Kennlinie ab 570 nm stetig an (VIS gelb – VIS orange – VIS rot –
NIR). Emittierte Strahlungen können zum Teil absorbiert werden, z.B. durch Wasserdampf, verschmutzte
Linsen und Rauchgase. Wassertropfen auf der Linse oder dem Fenster einer Druckbarriere haben zudem
zur Folge, da sie die eintreffende Flammenstrahlung in unterschiedliche Richtungen ablenkt wird und
somit nicht ganzheitlich auf dem Sensor auftrifft.

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Verbrennung von Flüssigbrennstoffen


Flüssige Brennstoffe müssen zur Zündung und Verbrennung zunächst erwärmt werden, bis die Oberfläche
nahezu die Verdampfungstemperatur erreicht hat. Dann diffundiert genug Dampf in die umgebende Luft,
so dass sich in einiger Entfernung zur Oberfläche ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch bilden kann. Das
Gemisch entzündet sich am Ort mit nahezu stöchiometrischer Zusammensetzung. Von der Flamme wird
dann ein stark erhöhter Wärmestrom zur Oberfläche transportiert, wodurch die
Verdampfungsgeschwindigkeit und damit wiederum die Verbrennungsgeschwindigkeit beschleunigt wird.
Die Reaktion der Kohlenwasserstoffe des Öldampfes mit dem Sauerstoff kann mit der bei Gasen
verglichen werden. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist im Vergleich zur Geschwindigkeit der
Transportvorgänge sehr hoch. In technischen Feuerungen werden flüssige Brennstoffe mittels Düsen und
hohem Druck zerstäubt, um eine hohe Reaktionsfläche und damit eine intensive Verbrennung zu
erzeugen.

Flammen von flüssigen Brennstoffen bestehen auf Grund der Zerstäubung stets aus einem Spektrum von
Tropfengrößen. Die kleineren Tröpfchen bewirken eine schnelle und ruhige Zündung, die größten Tropfen
beeinflussen die Länge der Flamme. Öl besteht aus einem Gemisch von ca. 400 verschiedenen
Kohlenwasserstoffen. Bei der Erwärmung der Tropfen verdampfen zuerst die leichter flüchtigen
Komponenten.

Die Umgebungsbedingungen verändern sich mit der Verbrennungszeit. So nimmt mit dieser die
Umgebungskonzentration des Sauerstoffs ab. Dadurch vergrößert sich der Flammenabstand, wie zuvor
gezeigt wurde. Die kleinen Tropfen verbrennen in einer noch sauerstoffreichen Umgebung, die großen
Tropfen dagegen in einer relativ sauerstoffarmen Umgebung, da ein Großteil des Sauerstoffs durch die
kleineren Tropfen bereits verbraucht ist.

Flammen flüssiger Brennstoffe sind stets Diffusionsflammen, da die Reaktion und Vermischung mit dem
Sauerstoff gleichzeitig stattfindet. Brenner haben daher nicht nur die Aufgabe, den Brennstoff zu
zerstäuben, sondern die Tropfen intensiv mit der Luft zu mischen. Folglich können Brenner mehrere
Luftzuführungen besitzen

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Umwandlung der Flammenstrahlung in elektrische Signale

Die elektromagnetische Strahlung der Flamme wird durch eine Fotodiode ein elektrisches Signal
umgewandelt. Dazu werden der innere lichtelektrische Effekt des Halbleiters und die damit verbundene
Änderung der Fotoleitfähigkeit bzw. Fotospannung ausgenutzt. Wie auch das menschliche Auge besitzt
das Halbleiterelement einen spektralen Empfindlichkeitsbereich, welcher durch das Halbleitermaterial
bestimmt wird. Flammen können somit in unterschiedlichen Spektralbereichen detektiert werden.

GaP ohne Filter: 190 – 550 nm GaP mit Filter: 280 – 420 nm

Silizium Si: 300 – 1050 nm Blei-Sulfid PbS: 1050 – 2700 nm

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Ausgangssignal des Halbleitersensors

Der
er Sensor detektiert nur einen kleinen Teil der Flamme. Die Größe der Überwachungszone hängt vom
Öffnungswinkel des Flammenfühlers und der Entfernung zwischen Linse und Flamme ab. Bei 2,7°
Öffnungswinkel
winkel und 1 m Entfernung ergibt sich ein Durchmesser von ca. 5 cm. Die in diesem Bereich
emittierte Strahlung wird durch den Halbleitersensor in eine Spannung umgewandelt und liefert somit das
Rohsignal der Flammenstrahlung.
Flammenstrahlung

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Flammenmodulation

Industriellen Verbrennungsanlagen können grundsätzlich in vorgemischte Flammen und


Diffusionsflammen unterschieden werden.

Bei vorgemischten Flammen liegt ein homogenes Gemisch reagierender Gase vor. Die Flamme erscheint
sehr homogen, d.h. sie besitzt nur geringe Intensitätsänderungen.

Bei Diffusionsflammen werden Brennstoffe (z.B. Gas) und Oxidationsmittel (Sauerstoff) getrennt
zusammengefügt,
ammengefügt, welche sich erst im oder vor dem Diffusionsbrenner vermischen. Die inhomogene
Verteilung der Reaktionspartner Brennstoff und Sauerstoff bilden demnach unterschiedlich zündwillige
Verbrennungszonen mit entsprechenden Strahlungsemissionen. Die Vermischung
Vermischung erfolgt „chaotisch“ und
ist stark von der Brennerkonstruktion und der Austrittsgeschwindigkeit des Brennstoff-Luft-Gemisches
Brennstoff
abhängig.

Die Mischgeschwindigkeit nimmt im Verlauf der Flamme ab, wodurch die „hell-dunkel
„hell dunkel-Wechsel“
langsamer erfolgen.
en. Die Intensitätsschwankungen lassen sich mit dem Halbleitersensor detektieren und
liefern eine wichtige Information zur Unterscheidung eigener Flammen von anderen Signalquellen (z.B.
Nachbarflammen, Feuerraumstrahlung).

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Analyse des Flammenrohsignals

Amplitude: Die Amplituden der Flammenmodulation sind ein Maß für die Strahlungs-unterschiede
von hellen und dunklen Zonen in der Flamme.

Stark gemischte Flammen mit ausgeprägten Helligkeitsunterschieden und Flammen mit


Absorptionszonen (z.B. durch unverbrannten Festbrennstoff, etc.) liefern große
Amplituden; homogene Flammen hingegen liefern entsprechend geringe Amplitude. Bei
der Temperaturstrahlung der Brennkammerausmauerung liefert ein IR-Sensor eine
Gleichspannung, welche allerdings durch Schwaden in der Brennkammer leicht moduliert
sein können. Zudem ist die Größe des Meßpunktes für die Amplitude von Bedeutung.
Durch eine sehr große Detektionszone gelangen unterschiedliche Strahlungsniveaus
zeitgleich auf die Sensoroberfläche. Da das Ausgangssignal des Halbleiters eine
Summenspannung ist, verringern sich die Amplituden durch die Vergleichmäßigung von
hellen und dunklen Zonen. Dieser Effekt wirkt sich positiv aus, wenn die Sichtachse des
Flammenfühlers die Brennerflamme eines entfernteren Nachbarbrenners schneidet.
Durch die größere Distanz vergrößert sich ebenso die Detektionszone. Die daraus
resultierende Amplitude des Fremdlichts ist tendenziell niedriger als die der eigenen
Flamme, wodurch eine Diskriminierung erleichtert wird.

Frequenz: Die Frequenzen der Flammenstrahlung sind ein Maß für die Mischgeschwindigkeit der
Flamme.

Die Wechselgeschwindigkeit von hellen und dunklen Flammenzonen wird beeinflusst


durch:

Brennstoff / Brennstoffzusammensetzung
Brennerleistung / Austrittsgeschwindigkeit
Verbrennungsqualität / Zündwilligkeit / Flammenstabilität
Mischverhältnis (Brennstoff-Luft auch Abgasrezirkulation)
Position des Meßpunktes

Die Frequenzbewertung eignet sich sehr zur Unterscheidung der eigenen Flamme von
anderen Strahlungsquellen (Fremdlichtdiskriminierung).

DC: Der Gleichspannungsanteil DC der Flammenstrahlung ist ein Maß für die
Strahlungsintensität der Flamme.

Die Flammenmodulation ist dieser Gleichspannung aufgesetzt (Offset). Die


Gleichspannung gibt die Grundstrahlung der Flamme wieder und kann in konventionellen
Flammenfühlern zur automatischen Verstärkungsregelung verwendet werden. Dabei wird
die Verstärkung bei hoher Strahlungsintensität reduziert.

Ein sich langsam verringerndes DC-Signal könnte z.B. die allmähliche Verschmutzung der
Linse anzeigen.

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FFT Analyse

Bei der schnellen Fourier Transformation (engl. Fast Fourier Transformation – FFT) wird das
Flammensignal in seine Frequenzbereichsspektren zerlegt. Die FFT-Analyse enthüllt Signaleigenschaften,
welche im Zeitbereich nicht sichtbar sind. Anhand der Frequenzverteilung der Flammenmodulation
(Flackerfrequenz) lassen sich Verbrennungszustände miteinander vergleichen.

dB

0,000

-25,000

-50,000

^ -75,000 rot – 25% Öl mit Kernluft


blau – 25% Oil ohne KL
grün – Feuerraum
-100,000
1 2 5 10 20 50 100 200 500 1000
Hertz

Die Analyse des Frequenzspektrums ermöglicht die genaue Berechnung der Grenzfrequenz von
Hochpassfiltern, mit dem ungewünschte, niederfrequente Flammensignale blockiert werden.

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Der RC-Hochpassfilter

Der Hochpassfilter besteht aus der Reihenschaltung eines Kondensators und eines Widerstandes. Man
kann diese Schaltung als einen frequenzabhängigen Spannungsteilers ansehen. Bei tiefen Frequenzen hat
der Kondensator C1 einen hohen Blindwiderstand, der im Vergleich zum Widerstand R1 groß ist. In einer
Reihenschaltung verhalten sich die Spannungen wie die Widerstände. Daher liegt an dem kleineren
Widerstand, in diesem Fall R1, auch die kleinere Ausgangspannung U2 an.

Bei hohen Frequenzen hat der Kondensator C1 dagegen einen kleinen Blindwiderstand. Daher liegt der
meiste Teil der Ausgangsspannung U2 am Widerstand R1 an.

Grenzfrequenz

Die Frequenz, bei welcher der Filter zu sperren beginnt, nennt man Grenzfrequenz. Sie ist abhängig von
dem Wert des Widerstandes und des Kondensators und errechnet sich folgendermaßen:

Durch Änderung der Widerstands, bzw. Kapazitätswerte lässt sich die Grenzfrequenz verschieben. Im CFC
durchläuft das Flammensignal ebenfalls einen Hochpassfilter. Die Grenzfrequenz kann mit dem Schalter
S1 auf der Hauptplatine auf folgende Werte eingestellt werden:

30 Hz - 60 Hz - 90 Hz - 120 Hz

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Auswirkungen des Hochpassfilters im CFC

Genau wie der chaotische Mischprozess der Flamme zeigt auch die Modulation des Flammensignals
unregelmäßige Frequenzen. Grundsätzlich unterscheiden sich alle Flammen in genau dieser Eigenschaft.

Bei Betrachtung der Flammenmodulation ist festzustellen, dass die besonders großen Signaländerungen
langsamer erfolgen. Analog dazu finden kleine Signaländerungen mit deutlich höherer Geschwindigkeit
(Frequenz) statt. Der Grund liegt im Mischverhalten der Flamme, kleine Strahlungsänderungen finden
innerhalb der Detektionszone schneller statt wohingegen ein kompletter Austausch des Brennstoff-
/Luftgemisches in der Detektionszone mehr Zeit benötigt.

Werden nun mit Hilfe des Hochpassfilters niedrige Frequenzen blockiert, stehen der Amplituden-
bewertung nur noch die Frequenzanteile oberhalb der Grenzfrequenz zur Verfügung, welche mit
geringeren Amplituden einhergehen.

Effektiv wird mit Erhöhung der Grenzfrequenz der Amplitudenwert verringert. Diese Maßnahme kann zur
Grundabstimmung bei Erstinbetriebnahme erfolgen um das Amplitudensignal in einen bestimmten
Arbeitsbereich zu bringen. Später wird das Amplitudensignal mit der elektronischen Verstärkung
eingestellt.

Eine niedrige Grenzfrequenz wird bei Flammen mit fehlenden hohen Frequenzen (z.B. homogene,
vorgemischte Flamme) eingestellt. Eine hohe Grenzfrequenz kann in Mehrbrenneranlagen den Abstand
zwischen Nutz- und Fremdlicht vergrößern, wodurch der Amplitudenbewertung ein größerer
Einstellbereich für die Schaltschwellen zur Verfügung steht.

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Notizen

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