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Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis .................................................................................................... 3

1. Gegenstandsanalyse ...................................................................................................... 4

1.1 Geschichte .............................................................................................................. 4

1.2 Wettkampfbestimmungen ........................................................................................ 4

1.3 Kernidee des Speerwurfs......................................................................................... 5

1.4 Griff- und Trageweise des Speeres ......................................................................... 6

1.5 Phasenstruktur ........................................................................................................ 6

1.6 Häufige Fehler bei Anfängerinnen und Anfängern ................................................... 8

2. Angestrebte Lernziele/Kompetenzziele ........................................................................... 8

3. Methodische Entscheidungen ......................................................................................... 9

Literatur ............................................................................................................................... 10

Verlaufsplan ......................................................................................................................... 11
I. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Speerwurf Anlauf und Sektor .4


1. Gegenstandsanalyse

1.1 Geschichte
Der Speerwurf hat eine weit zurückreichende Geschichte. Im niedersächsischen Schöningen
wurden in den 1990er Jahren 1,80m bis 2,50m lange Holzspeere gefunden, die ca. 300.000
bis 400.000 Jahre alt sind. Darüber hinaus existieren unter anderem in Frankreich, Spanien
und Sibirien Höhlenzeichnungen, die von Speeren getroffene Wildtiere zeigen. Der Ursprung
des Speerwurfs liegt somit in der Jagd. Auch heute noch wird der Speer bei Naturvölkern für
den Nahrungserwerb eingesetzt.
Der Speerwurf zählt zu den ältesten Disziplinen der Leichtathletik und war bei den Olympi-
schen Spielen der Antike eine Teildisziplin des historischen Fünfkampfs. Damals besaßen
die Speere Metallspitzen und hatten außerdem als Besonderheit eine Wurfschlinge aus Le-
der. Sie wurde am Schwerpunkt des Speers befestigt und hatte die Aufgabe, als verlängerter
Armhebel die Schleuderwirkung zu erhöhen. Die Wurfschlinge gleicht der Wicklung des mo-
dernen Wettkampfspeeres. Die Wurfweise ähnelt der heutigen.
Der Speerwurf war nicht immer nur ein Weitwurf. Sowohl bei den Griechen als auch bei Jahn
zählte der Zielwurf zu den Pflichtübungen. Der Speer wurde im Laufe der Geschichte aus
dem Stand und Anlauf, ein- und beidarmig, mit Griff am hinteren Ende und Mittelgriff und
Wicklung geworfen.
Der Speer spiegelt in seiner Beschaffenheit und Konstruktion sowohl die Entwicklung der
Materialtechnik als auch der Wurfweite wider. Der Vollspeer aus Holz wurde ab 1920 durch
einen Hohlspeer gleichen Gewichts ersetzt. Zunächst bestand er aus verleimtem Holz. Ab
1950 wurde zunehmend Metall wie Stahl oder Aluminium verwendet.

1.2 Wettkampfbestimmungen
Die heutigen Speere sind meist aus verschiedenen Metallen, Carbon oder Kombinationen
aus diesen Materialien. Bei den Herren beträgt die Speerlänge 260cm bis 270cm bei einem
Gewicht von 800 Gramm. Bei den Damen sind die Speere 220cm bis 230cm lang und wie-
gen 600 Gramm. Der Metallkopf ist bei den Damen und Herren zwischen 25cm und 33cm
lang. Speere verjüngen sich in beide Richtungen. Im Griffbereich in der Mitte des Speeres
beträgt der Durchmesser 25cm bis 30cm bei den Herren und 20cm bis 25cm bei den Da-
men. Der Kordelgriff, der den Schwerpunkt des Speers bedecken muss, darf den Schaft-
durchmesser um höchstens 8mm vergrößern.
Der Speer muss mit nur einer Hand am Griff gehalten werden. Er muss über die Schulter
oder den oberen Teil des Wurfarms geworfen und darf nicht aus einer Drehbewegung ge-
schleudert werden. Ein Wurf ist nur gültig, wenn der Metallkopf vor den anderen Teilen des
Speers auf dem Boden auftrifft.
Die Anlaufbahn beim Speerwurf muss mindestens 30m lang sein. Sie muss mit zwei paralle-
len 50mm breiten weißen Linien im Abstand von 4m gekennzeichnet sein. Der Wurf muss
vor einem Kreisbogen (Abwurfbogen) ausgeführt werden, der einen Radius von 8m hat.

Der Sektor besteht aus Asche (Tennenbelag, Ziegelmehl o.ä.), Rasen oder anderem geeig-
neten Material, auf dem das Gerät (beim Auftreffen) einen Abdruck hinterlässt. Das Gesamt-
gefälle des Sektors in Stoß-/Wurfrichtung darf nicht größer sein als 1:1000 (0,1%).

1.3 Kernidee des Speerwurfs


Das sportmotorische Ziel beim Speerwerfen besteht darin, mit dem Speer eine möglichst
b-
bremsen Die Anlaufgeschwindigkeit muss durch bewusstes Abbremsen der Kör-
perglieder in den Wurf übertragen werden und zwar in der Reihenfolge Beine-Rumpf-
Wurfarm.

1.4 Griff- und Trageweise des Speeres


Der Speer ist in der Mitte mit einem Textilband umwickelt. An dieser Stelle muss der Speer
gegriffen werden. Dabei gibt es unterschiedliche Griffarten, mit denen sich die Hand um den
Speer schließen lässt.
Zeigefinger-Daumen-Griff: Der Zeigefinger und der Daumen liegen unmittelbar hinter der
Wicklung, während die restlichen Finger locker die Schnurwindungen umgreifen. Das letzte
Glied des Zeigefingers befindet sich hinter der Wicklung, um dem Speer beim Abwurf den
letzten Impuls zu geben.
Mittelfinger-Daumen-Griff: Während der Mittelfinger Lage und Funktion des Zeigefingers
übernimmt, liegt dieser dem Schaft seitlich an. Hieraus ergeben sich Vorteile für die fortge-
schrittene Werferin bzw. den fortgeschrittenen Werfer (z.B. liegt der Speer etwas besser in
der Handrinne und damit axialer zum Wurfarm. Für Anfängerinnen und Anfänger bietet diese
Griffvariante jedoch mehr Nachteile, insbesondere die Möglichkeit des Speerverreißens beim
Abwurf.
Zangengriff: Der Speer liegt zwischen Zeige- und Mittelfinger. Dieser Griff belastet zwar
weniger die Innenseite des Ellbogengelenks, wirkt sich allerdings leistungsmindernd aus.

Der Speer wird etwa in Kopfhöhe und über der Wurfschulter horizontal getragen, die Wurf-
hand locker und verhalten im Laufrhythmus mit bewegt.

1.5 Phasenstruktur
Wie bereits erwähnt lässt sich der Speerwurf in verschiedene Abschnitte unterteilen. Diese
Phasen werden im Folgenden näher betrachtet.

Anlauf: Der Anlauf setzt sich aus einer zyklischen Anlaufphase (Beschleunigungsphase)
und einer azyklischen Anlaufphase (abwurfvorbereitende Phase) zusammen.
Der zyklische Anlauf beginnt aus der Ausgangsstellung und endet mit dem Beginn der
Speerrückführung. Die optimale Länge der Beschleunigungsphase ist ebenso wie die opti-
male Anlaufgeschwindigkeit vom Leistungsniveau abhängig. Die Anlauflängen von Spitzen-
athletinnen und athleten liegen im Bereich von 26-36m. Dementsprechend beträgt der Be-
schleunigungsabschnitt für diese Leistungsgruppe zwischen 18 und 28m. Die individuelle
optimale Länge der Beschleunigungsphase ist abhängig von der anzusteuernden optimalen
Anlaufgeschwindigkeit des jeweiligen Leistungsniveaus. Mit zunehmender Anlaufgeschwin-
digkeit vergrößert sich auch die Länge der Beschleunigungsphase. Die optimale Länge der
Beschleunigungsphase beträgt etwa 8-12 Schritte. Der Speer wird dabei waagrecht bzw. mit
leichter Spitzenneigung über Schulterhöhe in Kopfhöhe mit gebeugtem Arm getragen.
Der azyklische Teil dient der Speerrückführung und der Vorbereitung der Abwurfposition. Die
Werferin bzw. der Werfer führt
Rechtshänderin bzw. beim Rechtshänder) das rechte Bein das linke überholt. Der Wurfarm
wird beim ersten Kreuzschritt nach hinten gestreckt und der Oberkörper aus der frontalen
Laufhaltung etwa 90° nach rechts gedreht. Der Wurfarm wird nach Beendigung der Speer-
rücknahme aus muskelphysiologischen Gründen im Ellbogengelenk schwach gebeugt (ca.
170°) und etwas über Schulterhöhe gehalten.
Mit dem Impulsschritt ist der explosive vorletzte Schritt beim Anlauf bzw. letzte Kreuzschritt
gemeint, bei dem Stemmschritt
wird das linke Bein schnell, aktiv und stabil aufgesetzt und die ganze linke Körperhälfte bleibt
so fixiert, dass man mit dem rechten Bein und der rechten Hüfte Druck nach vorne gegen die
linke Körperhälfte aufbauen kann. Der Speer wird weiterhin mit gestrecktem Arm hinten ge-
halten, nur die Schulter und der Ellenbogen werden nach vorne oben eingedreht
(Wurfauslage).

Abwurf: e-
ckung des gebeugten rechten Beines, während gleichzeitig das Knie in Wurfrichtung ein-
dreht. Dies geht mit einem Auswärtsdrehen der Ferse einher. Diese Drehstreckbewegung
bewirkt das Vordrücken der rechten Hüfte in Wurfrichtung. Der Vorgangwird überlagert und
unterstützt durch das schnelle, flache und harte Aufsetzen des nahezu gestreckten Stemm-
beines. Dies hat zunächst ein scharfes Abbremsen der linken unteren Körperhälfte zur Fol-
ge. Die daraus resultierende horizontale Schwenkbewegung erfasst sofort die Beckenachse
und verstärkt nachhaltig den sich anbahnenden Aufbau der Bogenspannung. Durch das be-
wusste Zurückhalten des Wurfarms bei gleichzeitiger Vorwärtsbewegung des Rumpfes in
Wurfrichtung kommt es zu einer erheblichen Vorspannung der Bauch- und vor allem Brust-
und Schultermuskulatur. Der Körper ist
Aufbau, Ausprägungsgrad und Effektivität der Bogenspannung hängen wesentlich vom Ver-
halten der Beine ab. So muss das Nachgeben im linken Kniegelenk auf ein Minimum redu-
ziert werden und das rechte Bein möglichst lange zurückbleiben und Bodenkontakt halten.
Kurz bevor die Schulterachse frontal in Wurfrichtung zeigt, wird die aufgebaute Brust-
Schulter-Arm-Spannung entladen. Hierbei drängt der Rumpf gleich einem gebogenen Peit-
schenstiel in Wurfrichtung und schleudert den massearmen Wurfarm mit zunehmender Ge-
l-
fe einer Innenrotation des Wurfarms schnell unter den Speer. Der Ellbogen hochgedrückt,
zunehmend gebeugt und verspannt. Diese große Muskelvorspannung sich erheblich die zu-
letzt wirksam werdende Unterarmschleuder.
Der Speer wird über Kopfhöhe abgeworfen. Der Abwurfwinkel beträgt dabei ca. 38°. Der
Anstellwinkel des Speeres sollte sich dabei weitgehend mit dem Abwurfwinkel decken.

Abfangen: Nach dem Abwurf wird mit einem sprunghaften Schritt - mit dem rechten Bein
die beschleunigte Körpermasse kurz vor dem Abwurfbogen abgefangen. Fortgeschrittene
Werfer heben bei diesem Vorgang den rechten Fuß kurzzeitig nach hinten-oben an und
springen dann erst um. Dies dokumentiert einen langen Bodenkontakt des zurückbleibenden
Fußes und damit die gelungene Impulsübertragung auf die Schulter.

1.6 Häufige Fehler bei Anfängerinnen und Anfängern


Der Speerwurf ist eine technisch anspruchsvolle Disziplin in der Leichtathletik. Daraus ergibt
sich, dass Anfängerinnen und Anfänger häufig Probleme in der korrekten Bewegungsausfüh-
rung haben.
Ein häufig zu beobachtender Fehler bei Anfängerinnen und Anfängern ist ein zu tiefer und
angezogener Wurfarm. Diese Ursache führt zu einem flachen und schlechten Wurf.
Des Weiteren lässt sich beobachten, dass der Speer zu weit seitlich vom Körper geworfen
wird. Auf diese Weise wird der Wurfarm beim Abwurf nicht angehoben und eingedreht, so-
dass der Speer eine flache Flugkurve bekommt.
Ein weiteres Fehlerbild ist die schräge Haltung des Speeres. Durch diesen Fehler lässt sich
kein gerader Armzug in Wurfrichtung realisieren und daraus resultierend kein gerader Wurf
ausführen.
Ferner wird der Speer häufig zu steil gehalten während das Handgelenk abgeknickt ist.
Durch den zu steilen Abwurf lassen sich keine hohen Wurfweiten erzielen.

2. Angestrebte Lernziele/Kompetenzziele
Unter Berücksichtigung der vorgegebenen Zeit sowie der Tatsache, dass es sich um eine
Einführungseinheit zum Thema Speerwurf handelt, ist der vollständige Bewegungsablauf des
Speerwerfens nicht Gegenstand der Unterrichtseinheit. Das Ziel der Einheit ist es, dass die
Seminarteilnehmerinnen und teilnehmer den Speer mit einem 3-Schritt-Rhythmus möglichst
fehlerfrei werfen können.
Hierzu sollen die Studierenden zunächst die unterschiedlichen Griffarten kennenlernen und
sich für einen Griff entscheiden. Anschließend werden Standwürfe mit verschiedenen
Schrittstellungen praktiziert. Zum Ende der Einheit wird der 3-Schritt-Rhythmus vorgestellt
aus dem die Studierenden werfen.
3. Methodische Entscheidungen
Bei der Wahl der Lehrmethode wurden folgende Methoden in Betracht gezogen: die indukti-
ve Methode sowie die deduktive Methode. Für die Vermittlung des Speerwurfs wird die de-
duktive Lehrmethode gewählt. Grund hierfür ist unter anderem, dass die Studierenden in
kurzer Zeit einen möglichst hohen Lernzuwachs haben sollen. Eine angeleitete, methodisch
aufgebaute Unterrichtseinheit führt hierbei schneller zum Ziel, anstatt den Seminarteilnehme-
rinnen und teilnehmern eine Bewegungsaufgabe zu geben und sie zur Bewältigung eigene
Lösungen erproben und suchen. Ein weiterer Grund für die Entscheidung für die deduktive
Methode liegt in der technisch anspruchsvollen Bewegungsausführung die der Speerwurf mit
sich bringt. So können schon früh Fehler erkannt und behoben werden, ehe sie sich verin-
nerlichen. Des Weiteren spielt der Sicherheitsaspekt bei der Vermittlung des Speerwurfs
eine Rolle. Bei der deduktiven Lehrmethode hat die Übungsleiterin bzw. der Übungsleiter
durch die Bewegungsanweisungen die Kontrolle über die Lerngruppe und kann so dafür
Sorge tragen, dass sich niemand verletzt.
Literatur

Haberkorn, C., Plaß, R. (1992). Leichtathletik 2. Sprung, Wurf, Stoß. In H. Baumann (Hrsg.),
Spezielle Didaktik der Sportarten. Bd. 2. Frankfurt am Main: Verlag Moritz Diesterweg.

Menzel, H. J. (1986). Biomechanik des Speerwurfs. In R. Ballreich & A. Kuhlow (Hrsg.), Bio-
mechanik der Leichtathletik. Stuttgart: Enke.

Mosebach, U. (2017). Sportgeschichte: Von den Anfängen bis in die moderne Zeit. Aachen:
Meyer & Meyer Verlag.

Schwender, U. (2013). Einführung Speerwurf. Lehrhilfen für den Sportunterricht, 62, 1-3.

Richter, D., Krbetschek, M. (2015). The age of the Lower Paleolithic occupation at
Schöningen. Journal of Human Evolution. 89, 46 56.
Verlaufsplan