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Deutscher

Social Entrepreneurship
Monitor 2019
Initiator und Projektumsetzung
Social Entrepreneuship Netzwerk Deutschland e.V. (SEND)

Autor*innen
Katharina Scharpe, Michael Wunsch

Förderer
SAP Deutschland

Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. Matthias Raith, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

Technische Umsetzung
Christian Schulze

Gestaltung
Stephanie Keilholz | Das Gute Ruft – Öko-soziale Kreativagentur

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 2


Vorwort des Initiators

2019 war ein gutes Jahr für Social Entrepreneur- in die öffentliche Diskussion. ship im deutschen Kontext beschäftigt. Dabei war
ship. Auch wenn die konkrete politische Um- es uns wichtig, die Heterogenität des Ökosystems
Gemeinsam mit Organisationen der Wohlfahrt
setzung noch teilweise zaghaft ist, wurde das abzubilden und gleichzeitig so klare Abgrenzun-
beginnen Social Entrepreneurs verstärkt Inno-
Thema erstmals im Bundestag besprochen, erste gen wie möglich zu liefern. Die Ergebnisse dieses
vationen und Ideen für neue Geschäftsmodelle
Landesförderbanken haben ihre Förderprogram- Prozesses sind auch in diese Publikation ein-
mit Wirkung zu gestalten. Ähnlich verhält es sich
me besser auf die Bedürfnisse der Social Entre- geflossen. Mit all diesen Änderungen hoffen wir
auch mit Akteuren aus der klassischen Wirt-
preneurs angepasst und wir haben mit vielen Ihnen als Leser*in, in dieser Veröffentlichung aus-
schaft. Mit Entrepreneurs for Future und der
Entscheider*innen aus Politik, Wirtschaft und sagekräftige, relevante und gesicherte Aussagen
Gründung der Bundesinitiative Impact Invest-
Zivilgesellschaft über Social Entrepreneurship über die aktuelle Lage von Social Entrepreneur-
ment haben sich flankierende Kooperationspart-
sprechen können. ship in Deutschland an die Hand zu geben.
ner*innen dazu aufgemacht, eine neue Vision für
2019 war ein gutes Jahr für Deutschland umzusetzen.

Doch noch immer liegen viele Aufgaben vor uns,


Social Entrepreneurship. damit Social Entrepreneurship in Deutschland
die Rolle einnehmen kann, die es innehaben soll-
Michael Wunsch te. Um die Bedürfnisse von Social Entrepreneurs
in Deutschland besser zu verstehen, erheben wir
Dass wir mit unseren Anstrengungen weiterhin
mit freundlicher Unterstützung von SAP jährlich
richtig liegen und dass Social Entrepreneurship
den Deutschen Social Entrepreneurship Monitor,
einer positiven Zukunft in Deutschland entgegen-
in dem wir die Gründer- und Leitungsteams von
blicken kann, können wir an den zivilgesellschaft-
Social Enterprises nach dem Status ihrer Organi-
lichen Ereignissen der letzten Monate erkennen.
sation befragen.
Immer mehr Menschen treibt es auf die Straße,
um für soziale und ökologische Nachhaltigkeit Seit dem 1. Deutschen Social Entrepreneurship
zu demonstrieren. Sie fordern mehr Einsatz für Monitor 2018 haben wir viel gelernt. Diese Erfah-
Umwelt und Gesellschaft von Staat und Unter- rungen haben wir in einen verbesserten Frage-
nehmen. Dieser Druck von Bürger*innen und Kon- bogen, in noch mehr Bewerbung der Umfrage und
sument*innen hebt Social Entrepreneurship als in eine tiefergehende Analyse der Umfragedaten
effektives und adäquates Werkzeug zur Lösung umgesetzt. Darüber hinaus haben wir uns einge- Michael Wunsch
gesellschaftlicher Herausforderungen zusehends hend mit der Definition von Social Entrepreneur- Leitung Wissenschaftliche Kooperationen SEND

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Initiators


Inhaltsverzeichnis
3
4
1 Social Entrepreneurship in Deutschland
1.1 Herkunft und Regionen
1.2 Alter und Entwicklungsphasen
1.3 Branchen
15
16
17
19
Executive Summary 6
10 Fakten über die DSEM-Social- 7 1.4 Rechtsformen 20
Entrepreneurs 2019 Unternehmensprofile zu Rechtsformen 21

Handlungsempfehlungen für 8 1.5 Innovationskraft und Technologie 24


die Politik Unternehmensprofile zu Technologie 27

Einleitung 10 1.6 Kund*innen 29


Social Entrepreneurship: 11 Unternehmensprofile zu Kund*innen 31
Definition und Abgrenzung 1.7 Kooperationen 33
Unternehmensprofile zu Kooperationen 34
1.8 Lieferketten 36
Unternehmensprofile zu Lieferketten 37
1.9 Werte- und Wirkungsorientierung 39
1.10 Wirkungsfelder 42
1.11 Wirkungsskalierung 43
Unternehmensprofile zu Wirkung 44
1.12 Finanzielle Situation 46

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 4


2 Social Entrepreneurs, ihre Teams und Mitarbeitende 51
2.1 Social Entrepreneur*innen als Gründer*innen 52
2.2 Mitarbeitende und Ehrenamt 56 Konzeption des Deutschen 77
Social Entrepreneurship
2.3 Governance-Strukturen 58 Monitors
Unternehmensprofile zu Governance 62
Anhang 79

3
Literaturverzeichnis 80
Rahmenbedingungen und Herausforderungen 64 Abbildungsverzeichnis 83
3.1 Unterstützung durch die Politik 65 Akademischer Partner & Technische 85
Unterstützung
3.2 Aktuelle Herausforderungen für Social Entrepreneurship 66
Herausgeber und 86
Unternehmensprofile zu Herausforderungen 69 Projektmanagement
3.3 Social-Entrepreneurship-Gründerökosystem 71 Förderer 87
3.4 Sonderauswertung 72 Partner*innen des DSEM 2019 88
DSEM-Social-Entrepreneurs in Gründung 72 Danksagung 90
Berlin 73 Impressum 91
Herausgeber 91
Gestaltung 91

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Executive Summary

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 6


10 Fakten über die DSEM-Social-Entrepreneurs 2019

1 Gesellschaftliche
Herausforderungen zu lösen ist der
Entscheidungen (84,2%) werden von
vielen der antwortenden DSEM-Social-
8 Die Finanzierung ist eine der
Haupthürden für DSEM-Social-
wichtigste Treiber für die DSEM-Social- Entrepreneurs gelebt. Entrepreneurs. Startfinanzierung,
Entrepreneurs. Eine gesellschaftliche Anschlussfinanzierung und der Zugang
Wirkung zu erzielen ist für die meisten
(83,5%) vorrangig gegenüber finanzieller
5 Die am häufigsten genannten
Wirkungsfelder, in denen die
zum Finanzmarkt stellen sich für jeweils
über 50% der DSEM-Social-Entrepreneurs
DSEM-Social-Entrepreneurs eine positive
Rendite und für insgesamt 96,7% als schwierig dar.
Wirkung erzielen wollen, sind folgende
mindestens gleichwertig zu finanzieller
Rendite.
SDGs: „Hochwertige Bildung“ (46,2%),
„Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ 9 Die Rechtsformen der DSEM-
Social-Entrepreneurs sind sehr

2 Dabei erweisen sich die DSEM-


Social-Entrepreneurs erneut als
(45,3%), „Gesundheit und Wohlergehen“
(44,3%) und „Menschenwürdige Arbeit
heterogen. Hier zeigt sich sowohl die
soziale wie auch die wirtschaftliche
sehr innovativ. 87,3% berichten von und Wirtschaftswachstum“ (43,4%). Orientierung der Social Entrepreneurs.
einer mindestens deutschlandweiten Das Fehlen einer passenden
Marktneuheit. 6 Innerhalb der eigenen Lieferketten
ist gesellschaftliche Wirkung
Rechtsform ist für 51,4% der DSEM-
Social-Entrepreneurs eine relevante
3 Der Frauenanteil der DSEM-Social-
Entrepreneur-Gründer*innen ist
ebenfalls ein relevantes Thema. 94,3%
der DSEM-Social-Entrepreneurs
Hürde.

mit 46,7% vergleichsweise hoch. berücksichtigen Aspekte der Fairness


und Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten. 10 2019 sind die DSEM-Social-
Entrepreneurs wiederholt eher
4 Die Mehrheit (81,6%) der DSEM-
Social-Entrepreneurs reinvestiert
7 Konventionelle Unternehmen sind
unzufrieden mit der Unterstützung
seitens der Politik. Im Durchschnitt
eigene Gewinne schwerpunktmäßig an Social Entreprises interessiert.
erhält die Politik auf Bundesebene die
bis ausschließlich für den Zweck der Mehr als 2/3 der DSEM-Social-
Note 4,6 – unverändert zum Jahr davor.
Organisation. Auch Transparenz, Entrepreneurs haben konventionelle
z.B. im Bezug auf Gehälter (63,5%), Unternehmen als Kunden.
und Partizipation in Form von
Mitarbeitereinbindung bei strategischen
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Handlungsempfehlungen
für die Politik

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 8


Handlungsempfehlungen für die Politik

Unterfüttert durch zunehmend globalisierte ge- des Bundes. Idealerweise wird bei einem Minis- Mehrwerte nutzen wollen, brauchen soziale Grün-
sellschaftliche Herausforderungen und der wach- terium oder dem Bundeskanzleramt eine Koordi- dungen und Innovationen verlässliche Finanzie-
senden Anerkennung von Innovation als Primär- nierungsstelle eingerichtet. Auch im Deutschen rungsprogramme.
strategie halten die Begriffe Social Innovation Bundestag sollte eine entsprechende Struktur
Konkrete Handlungsempfehlungen haben wir ge-
und Social Entrepreneurship auch Einzug in die zur Förderung Sozialer Innovationen geschaffen
meinsam mit den Finanzierungspartner*innen
Politik. Eine bessere Unterstützung wurde inzwi- werden. Gemeinsam mit den Akteur*innen des
des Sektors erarbeitet: https://www.send-ev.de/
schen in mehreren Koalitionsverträgen auf Bun- Sektors sollte auf eine Soziale Innovationsstrate-
uploads/finanzierung_positionspapier.pdf
des- und Landesebene verankert. Die Ergebnisse gie für Deutschland hingearbeitet werden.
internationaler Studien wie „The best Countries
Gründungs- und Innovationszentren
to be a Social Entrepreneur“1 oder „Social Enter- Finanzierung
prises and their Ecosystems in Europe - Country Für klassische Gründungs-/Innovationsvorhaben
Nur durch steigende Investitionen in wirkungs-
Report Germany“2 machen deutlich, dass uns an- gibt es eine Vielzahl geförderter Gründer- und In-
orientierte Organisationen ist die Erreichung der
dere Länder inzwischen weit voraus sind. novationszentren. Um den Aufbau sozialer und
UN-Nachhaltigkeitsziele überhaupt noch mög-
gesellschaftlicher Innovationen zu verbessern,
Um Social Entrepreneurship in Deutschland zu lich. Social Entrepreneurs haben in den letzten
ist eine ähnliche Infrastruktur für diese Zielgrup-
stärken, gibt SEND folgende Handlungsempfeh- Jahren besonders viel zur Erreichung der SDGs
pe nötig. Zudem sollte es eine Programmlinie für
lungen an die Politik: beigetragen.3 Während technologische Innovatio-
den Aufbau neuer und der Förderung bestehender
nen im ökonomischen Kontext von Seiten der Po-
regionaler Zentren geben.
Koordination litik auf breiter Basis gefördert werden, sind diese
Instrumente für soziale Gründungen und Innova- Weitere politische Positionen des Social Entre-
Soziale Innovationen sind ein Querschnittsthe-
tionen meist nicht zugänglich oder gehen an den preneurship Netzwerk Deutschland e.V. finden Sie
ma. Bislang gibt es von Seiten der Politik keine
Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei. Wenn wir die unter: bit.ly/SENDPosition.
strategische Koordination. Für eine gute Abstim-
mit dem technologischen und gesellschaftlichen
mung sollten in den Ministerien klare Zuständig-
Wandel einhergehenden Herausforderungen lö-
keiten benannt und kommuniziert werden. Glei-
sen und gleichzeitig die Potenziale des tech-
ches gilt für andere öffentliche Institutionen wie
nologischen Fortschritts für gesellschaftliche
z.B. der KfW oder anderen Förderorganisationen

1 Thomson Reuters Foundation 2019a


2 Göler von Ravensburg et al. 2018
3 vgl. GlobeScan & SustainAbility 2018

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 9


Einleitung

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 10


Social Entrepreneurship: Definition und Abgrenzung

In Deutschland gibt es – im Gegensatz zu vie- heiten eine konkrete Definition erarbeitet (weite- Das primäre Ziel von Social Entrepreneurship ist die
len anderen europäischen Ländern – noch keine re Informationen dazu finden Sie hier: bit.ly/So- Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dies
offiziell anerkannte Definition von Social Entre- cEntDef). wird durch kontinuierliche Nutzung unternehme-
preneurship. Um dies zu ändern, hat SEND den rischer Mittel erreicht und resultiert in neuen und
Die daraus resultierende Definition teilt sich wie
aktuellen Forschungsstand zusammengetragen, innovativen Lösungen. Durch steuernde und kont-
die Arbeitsdefinition der Europäischen Kommis-
vorhandene Ansätze evaluiert (hier ist vor allem rollierende Mechanismen wird sichergestellt, dass
sion5 in drei Dimensionen: die gesellschaftliche
die Arbeitsdefinition der Europäischen Kommis- die gesellschaftlichen Ziele intern und extern gelebt
Dimension, die unternehmerische Dimension
sion4 zu nennen) und darauf aufbauend sowie werden.
und die Governance-Dimension, welche in Social
unter Berücksichtigung der nationalen Gegeben-
Enterprises alle von Relevanz sind. Gesellschaftliche Dimension
Primäres Ziel von Social Entrepreneurship ist die
Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen,
welches auch soziale und ökologische Aspekte
beinhaltet.
GESELLSCHAFTLICHE SOCIAL Operationalisierung
DIMENSION ENTREPRENEURSHIP Charakterisierend ist hierbei die positive gesell-
schaftliche Wirkung auf mindestens eines der
von der UN definierten 17 Ziele für nachhaltige
Entwicklung. Dies wird durch ein Wirkungsmodell
erkennbar und idealerweise durch Wirkungsmes-
sung, die Bestandteil des Controllings ist, quanti-
fiziert und evaluiert.
GOVERNANCE UNTERNEHMERISCHE
DIMENSION DIMENSION Unternehmerische Dimension
Social Entrepreneurship bedient sich kontinuier-
lich unternehmerischer Mittel, mit dem Ziel die
Abb. 1: Venn-Diagramm der drei eigene Wirkung zu erhöhen.
Dimensionen des Sozialunternehmertums

4 Wilkinson et al. 2014 S.2 f.


5 Wilkinson et al. 2014 S.2 f. 6 Osbelt 2019 S.3 f.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 11


Operationalisierung 0.9 % 0.5 %

Kennzeichnend für die unternehmerische Akti- 2.8 %

vität der Organisation ist die Schaffung neuer


und innovativer Lösungen durch Produkte oder
12.7 %
Dienstleistungen. Der Vertrieb dieser stellt im
Social Entrepreneurship eine Möglichkeit der
28.3 %
Finanzierung dar. Ein langfristig tragfähiges Fi-
Trifft nicht zu
nanzierungsmodell kann aber auch durch den
Trifft größtenteils nicht zu
gesicherten Zugang zu diversen alternativen Trifft eher nicht zu
18.9 %
Finanzierungsquellen bzw. einer Kombination Unentschieden
dieser geschaffen werden. Entscheidend ist we- Trifft eher zu
Trifft größtenteils zu
niger die Wahl des Haupteinkommensstroms
Trifft zu
und mehr der Aufbau einer nachhaltigen und be-
35.8 %
ständigen Struktur.

Governance Dimension
Abb. 2: Können Sie sich mit
Um die positive gesellschaftliche Wirkung intern dieser Definition identifizieren?
und extern zu wahren, bedient sich die Organisa-
tion steuernder und kontrollierender Mechanis-
men. Insgesamt geben 83,0% der DSEM-Social-Entre- gegen nicht bis eher nicht mit dieser Definition
preneurs ein positives Votum zur Identifikation von Social Entrepreneurship identifizieren. 12,7%
Operationalisierung mit der gesamten Definition7 ab.8 D.h. 28,3% der äußerten sich neutral.
Sofern ein Social Enterprise Gewinne erwirt- DSEM-Social-Entrepreneurs identifizieren sich
schaftet, steht die Reinvestition dieser als Priori- mit der gesamten Definition, 35,8% größtenteils
tät über der Ausschüttung an eventuelle Share- und 18,9% können sich mit der Definition eher
holder. Auf diesem Weg wird ein unfreiwilliger identifizieren. Insgesamt 4,2% konnten sich hin-
Mission-Drift verhindert und die Priorisierung
des Ziels nach möglichst hoher gesellschaftli-
7 Die Zustimmungswerte beziehen sich auf die Definition, wie
cher Wirkung gesichert. Die Prinzipien von Parti- sie im Fragebogen verwendet wurde. Diese Definition unterscheidet
zipation, Transparenz und Gerechtigkeit werden sich nur in einzelnen Formulierungen von der finalen Version.
Die finale Definition finden Sie hier: bit.ly/SocEntDef.
in den Beziehungen zu allen Stakeholdern gelebt. 8 Messung wurde auf einer 7-er Skala durchgeführt. Dabei gelten
die Werte 1-3 als negativ, 4 als neutral und die Werte 5-7 als positiv.
Inhaltlich werden sie repräsentiert durch: Die DSEM-Social-Entrepreneurs
können sich „nicht identifizieren”, „größtenteils nicht identifizieren”,
„eher nicht identifizieren”, „unentschieden” bzw. „neutral”, „eher
identifizieren”, „größtenteils identifizieren”, „identifizieren”.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 12


Abgrenzung zur klassischen Wirtschaft9 können das u.a. Fördergelder und Spenden, aber ten Dienstleistungen von Wohlfahrtsträgern die
auch staatliche Transferleistungen oder Crow- Leistungen von Social Enterprises bisher noch
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Social En-
dfunding sein. Darüber hinaus wird zudem die eher selten durch den Staat via der Sozialgesetz-
trepreneurship und der klassischen Wirtschaft
Ausschüttung von erzielten Gewinnen grundsätz- bücher finanziert. Außerdem können auch Organi-
liegt in der unternehmerischen Zielsetzung. Wäh-
lich begrenzt und der Reinvestition untergeord- sationsformen eingesetzt werden, die nicht „ge-
rend das primäre Ziel eines Social Entrepreneurs
net. Innovative Ansätze werden dagegen sowohl meinnützig“ sind, sondern auf anderen Wegen
die Lösung einer gesellschaftlichen Herausfor-
für die klassische Wirtschaft als auch für Social eine Gemeinwohlorientierung sicherstellen.
derung ist, steht in der klassischen Wirtschaft
Entrepreneurship als gleichermaßen prägend er-
das Erzielen von Gewinnen im Vordergrund. Ein Im Folgenden gelten alle Teilnehmer*innen der
achtet.
weiterer Unterschied besteht in der Messbar- diesjährigen DSEM-Umfrage, die Gründer*in von
keit der Leistung, welche bei einem Social Entre- Abgrenzung zur solidarischen Ökonomie10 einer bereits gegründeten11 Organisation sind
preneur anhand der Zielgröße „gesellschaftliche oder dort eine Leitungsposition besetzen und
Social Entrepreneurship versteht sich als Teil der
Wirkung“ erfolgt, der Gewinn ist (lediglich) Mittel sich außerdem selbst als Social Entrepreneur*in
sozial-solidarischen Ökonomie und der Suche
zum Zweck. In der klassischen Wirtschaft wird verstehen12, als DSEM-Social-Entrepreneurs. Es
nach einer wirtschaftlich tragfähigen Zukunft,
die Leistung dagegen anhand betriebswirtschaft- ergibt sich eine Gesamtheit von 212 DSEM-So-
von der auch in Zeiten von Globalisierung und
licher Kennzahlen gemessen, die Aufschluss über cial-Entrepreneurs nach Bereinigung des Daten-
wachsender sozialer Ungleichheit, alle Menschen
Gewinn und eingesetztes Kapital geben. Im Unter- satzes13.
profitieren. Neben Social Entrepreneurs gehören
schied zu klassischen Unternehmen müssen die
auch Stiftungen, Genossenschaften, Wohlfahrts- Möchte man die vorgestellte Definition auf die
angebotenen Produkte oder Dienstleistungen von
initiativen u.v.a.m. zum Sektor der sozial-solida- DSEM-Social-Entrepreneurs anwenden, ist zu be-
Social Enterprises erkennbar auf die Lösungen
rischen Ökonomie. Diese Akteure grenzen sich achten, dass die Formulierung von konkreten Kri-
gesellschaftlicher Herausforderungen einzahlen.
in den von ihnen gewählten Rechtsformen und terien an dieser Stelle nur eine der Möglichkeiten
Social Enterprises nutzen eine Vielzahl von Finan- Organisationsstrukturen sowie der zugelasse- der Umsetzung der Definition darstellt.
zierungsquellen. Neben den Umsätzen aus dem nen Gewinnverwendung teilweise voneinander
Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen ab. So werden z.B. im Unterschied zu den meis-

11 D.h. die Rechtsform wurde anerkannt.


12 Bzw. dies nicht verneinen.
13 Mehr Infos zur Bereinigung des Datensatz im Kapitel
9 Osbelt 2019 S.3 f. 10 Osbelt 2019 S.5 „Konzeption des Deutschen Social Entrepreneurship Monitor”.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 13


Die verschiedenen Dimensionen sind durch die Von den 212 DSEM-Social-Entrepreneurs erfüllten
nachfolgenden Kriterien14 zu erfüllen; d.h. DSEM- insgesamt 199 die gesellschaftliche Dimension
Social-Entrepreneurs: (SDG und Wirkungsziele), 173 die unternehmeri-
sche Dimension (finanzielle Planungssicherheit
verfolgen mindestens ein SDG.
und Innovation) und 128 die Governance-Dimen-
haben Wirkungsziele für ihre Organisation sion (Partizipation, Transparenz und Reinvesti-
festgelegt oder planen dies. tion von Gewinnen).
haben eine finanzielle Planungssicherheit
Noch nicht gegründete Organisationen bzw. sich
von mindestens 6 Monaten, wenn die Organi-
in Gründung befindende Organisationen, werden
sation bis 2017 gegründet wurde.
gesondert in Kapitel 3.4. betrachtet und fallen
sind in einem der Felder Geschäftsmodell, hier nicht unter die DSEM-Social-Entrepreneurs.
Prozesse, Produkt, Technologie, Lieferkette, Zu beachten ist weiterhin, dass der DSEM keine
Unternehmensführung oder Wirkungsmodell repräsentative Umfrage darstellt und sich die Er-
innovativ15. gebnisse in dieser Publikation daher nur auf die
Umfrageteilnehmer beziehen können. Alle folgen-
beteiligen ihre Mitarbeiter*innen bei strate-
den Grafiken und Zahlen beziehen sich, soweit
gischen Entscheidungsfindungen16 und ver-
nicht anders gekennzeichnet, auf die Gruppe der
folgen eine transparente Kommunikation
DSEM-Social-Entrepreneurs.
gegenüber den Mitarbeiter*innen17.

tendieren mit ihren Organisationen zur Rein-


vestition von Gewinnen in die Organisation
im Vergleich zur Ausschüttung von Gewinnen
an Stakeholder18.
17 Die transparente Kommunikation bezieht sich auf drei Aspekte:
offene Kommunikation der Gehälter, transparente Information der
Mitarbeiter*innen über Einstellungen/Kündigungen und transparente
14 Fehlende Angaben in einzelnen Kriterien führen, wenn nicht anders Information der Mitarbeiter*innen über Beförderungen/Abmahnungen.
gekennzeichnet, zur Nichterfüllung des jeweiligen Kriteriums. In jeder der drei Aspekte muss ein Wert von mindestens 50 auf einer
15 D.h. eine regionale, deutschlandweite, EU-weite oder Skala von 0 bis 100 angegeben werden um das Kriterium zu erfüllen,
weltweite Marktneuheit während der Gründung. wobei die 100 die offene/transparente Kommunikation darstellt und die
16 D.h., bei einer Skala von 0 bis 100 „Mitarbeiter*innen werden in 0 die Negierung dieser. Organisationen ohne Mitarbeiter*innen, sowie
strategische Entscheidungen in keiner Weise eingebunden” bis „Mit- die Auswahl „keine Angabe“ und fehlende Angaben, gelten als erfüllten
arbeiter*innen werden in strategische Entscheidungen vollumfänglich sie das Kriterium. Auf diese Weise werden an dieser Stelle nur solche Be-
eingebunden” wurde mindestens eine 50 angegeben. Organisationen obachtungen rausgefiltert, die offensichtlich das Kriterium nicht erfüllen.
ohne Mitarbeiter*innen sowie die Auswahl „keine Angabe” und fehlende 18 D.h. bei einer Skala von 0 bis 100 „alle Gewinne werden für
Angaben, werden betrachtet, als ob sie das Kriterium erfüllten. Auf private Zwecke ausgeschüttet” bis alle Gewinne werden aus-
diese Weise werden an dieser Stelle nur solche Beobachtungen schließlich für den Zweck der Organisation eingesetzt oder
rausgefiltert, die offensichtlich das Kriterium nicht erfüllen. gespendet” wurde mindestens eine 50 angegeben.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 14


1

Social Entrepreneurship
in Deutschland

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 15


Absolute Teilnehmerzahlen je Bundesland

1.1 Herkunft und Regionen


Die meisten DSEM-Social-Entrepreneurs
haben ihren Hauptsitz in Berlin, NRW, Baden- Schleswig-
Holstein

Württemberg oder Bayern. (1,4%) Mecklenburg-


Vorpommern
(0,5%)
Die DSEM-Social-Entrepreneurs sind in ganz Verteilung aller Organisationen24 Hamburg
Deutschland verteilt. Besonders viele verfolgen insgesamt in Deutschland, er- (9,9%)
Brandenburg
Bremen
ihre Ziele von Berlin aus: 28,8%. Dies entspricht gibt sich ein ähnliches Bild. (0,5%)
(0%) Nieder-
auch dem allgemeinen Gründungsverhalten der sachsen
Aufgrund der im Verhältnis vie-
Teilnehmer*innen des Deutschen Startup Moni- (1,9%) Berlin
len Bundesländer zur Anzahl
tors 201819 und 201920. In „The best countries to be Sachsen- (28,8%)
der Teilnehmenden im DSEM, Anhalt
a social entrepreneur 2019“21 wird Berlin als glo- (1,4%)
können diese Zahlen neben feh-
baler Hotspot für Social Entrepreneurship hervor- Nordrhein-Westfalen
lender Repräsentativität keine (14,2%)
gehoben.
belastbaren Aussagen zur Häu- Sachsen
14,2% der DSEM-Social-Entrepreneurs sitzen in figkeit von Social Entrepreneurs (4,2%)
Thüringen
NRW, 12,3% in Baden-Württemberg und 11,8% in im Verhältnis zur Gesamtbevöl- Hessen (0%)
Bayern. In Hessen sind es 10,8%, in Hamburg 9,9% kerung bieten. Trotzdem gibt (10,8%)
≤ 1,4%
und in Sachsen 4,2%. In allen anderen Bundes- diese Aussage eine grundlegen- Rheinland-
ländern sitzen jeweils unter 2,0% der Organisatio- de Tendenz an und damit einen Pfalz
(0,9%) 1,5-4,4%
nen der DSEM-Social-Entrepreneurs. Weitere 1,4% wichtigen Überblick über die
machten keine Angabe.22 DSEM-Social-Entrepreneurs. Saarland
(0%) 4,5-9,4%
Im Vergleich zur Bevölkerungszahl23 sind Berlin, Bayern
Hamburg und Hessen überrepräsentiert und alle (11,8%)
9,5-20%
anderen leicht bis stark unterrepräsentiert. Ver- Baden-
Württemberg
gleicht man die Organisationshauptsitze mit der
(12,3%)
≥ 20%
19 Kollmann et al. 2018 S.22f.
20 Kollmann et al. 2019 S.26f.
21 Thomson Reuters Foundation 2019a; Thomson Reuters Foundation 2019b keine Angabe
22 Leider ist ein Vergleich zu den Zahlen aus dem DSEM 2018
Abb. 3: Hauptsitz der Organisation
aufgrund einer veränderten Erhebungsform nicht möglich. der DSEM-Social-Entrepreneure (1,4%)
23 Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2019; Zahlen aus 2015 nach Bundesländern
24 Statistisches Bundesamt 2019; Zahlen aus 2015

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 16


1.2 Alter und Entwicklungsphasen

3/4 der DSEM-Social-Entrepreneurs


gründeten nach 2013.
40

Alter der Organisationen tor an Dynamik29. Zum


Anderen ist ein überre-
Die Gründung von Social Enterprises ist in 35
präsentierter Anteil von
Deutschland kein neues Phänomen25, dennoch
jungen Organisationen
steigt die Prozentzahl derjenigen Startups, die
in der Befragung durch 30
sich dem Bereich Social Entrepreneurship zu-
Selbstselektion bei der
ordnen26. Für 2019 bedeutet dies einen Anteil von
Teilnahme an der Umfra-

Anzahl der Antworten


41,9% unter den Startups des Deutschen Startup
ge und durch die Erhe- 25
Monitors27.
bungsmethode erwart-
3 von 4 DSEM-Social-Entrepreneurs gaben an, bar.
20
ihre Organisation zwischen 2014 und 2019 ge-
gründet zu haben. 45,9% davon sind im Jahr 2018
oder 2019 gegründet worden. 10,8% der DSEM-So- 15

cial-Entrepreneurs berichten von einer Gründung


vor 2010, 13,7% von einer Gründung zwischen 2010
10
und 2013 und 0,5% machten keine Angabe.

Offensichtlich ist, dass viele Social Entrepreneurs


5
aus jungen Organisationen am DSEM 2019 teil-
nehmen. Das kann zum einen daran liegen, dass
es, wie bereits beschrieben, einen größeren Anteil 0
an Startups gibt, die sich Social Entrepreneurship
e
21

85

90

96

98

99

01

03

04

05

06

07

08

09

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19
ab

20

20
20

20

20
19

20

20
20
20

20

20
20
19

20

20
19

20
19

20
19

20
19

20
ng

zugehörig fühlen28. Gleichzeitig gewinnt der Sek-


eA
in
Ke

25 Eine Übersicht zu den Wurzeln und Hintergründen 28 Kollmann et al. 2019 S.38 Abb. 4: In welchem Jahr wurde Ihre jetzige
von Social Entrepreneurship in Deutschland ist in Gö- 29 Deutschland belegt Rang 6 in Organisation gegründet?
ler von Ravensburg et al. 2018 S.15 ff. zu finden. der Kategorie "Social entrepreneur-
26 Kollmann et al. 2019 S.38 ship is gaining momentum" (Thom-
27 Kollmann et al. 2019 S.38 son Reuters Foundation 2019b).

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 17


Entwicklungsphase der Organisationen 67,4% der DSEM- Social Entrepreneure befinden sich bereits in
42,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs befinden
sich zum Zeitpunkt der Befragung in der frühen
der frühen oder späten Umsetzungs- und Wachstumsphase.
Umsetzungs- und Wachstumsphase ihrer Orga-
nisation, bei der sie viel Unterstützung benötigen.
In dieser Phase bestimmen Skalierung und ein
vermehrter Managementbedarf sowie steigende
Umsätze die Organisation. 28,8% befinden sich
in der vorhergehenden Entwicklungsphase, der
Startup-Phase. Hier sind erste Umsätze, Kunden
und Markterfahrungen relevante Themen. 24,5%
befinden sich in der späten Umsetzungs- und 28.8 %

Wachstumsphase. Diese Organisationen sind Seed-Phase


gekennzeichnet durch die Weiterentwicklung 42.9 % Startup-Phase
des eigenen Angebots, der erweiterten Kapital- Frühe Umsetzungs- und
beschaffung und fundierten Beziehungen zu den Wachstumsphase
Späte Umsetzungs- und
eigenen Stakeholdern. 3,3% der DSEM-Social-Ent- Wachstumsphase
repreneurs befinden sich noch ganz am Anfang, Keine Angabe
in der Seed-Phase. Neben der Kapitalakquise ist
die Entwicklung von Konzept und Prototyp für 24.5 %
diese Phase entscheidend. 0,5% machten keine
Angabe.30

3.3 %
0.5 %

Abb. 5: In welcher Entwicklungsphase


befindet sich Ihre Organisation derzeit?

30 Vgl. Erklärungen der Entwicklungsphasen im


DSEM 2018 (Olenga Tete et al. 2018 S.21).

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 18


1.3 Branchen Information und Kommunikation

Erziehung und Unterricht

Gesundheits- und Sozialwesen

Um zu verstehen, in welchen Branchen die DSEM- Jeder dritte DSEM-Social- Erbringung von sonstigen Dienstleistungen

Social-Entrepreneurs tätig sind, wurden sie ge- Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen
beten, sich gemäß der Klassifikation der Wirt- Entrepreneur fühlt sich mehr als und technischen Dienstleistungen

schaftszweige des Statistischen Bundesamtes31 Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

einzuordnen. einer Branche zugehörig.


Kunst, Unterhaltung und Erholung

Parallel zu den Ergebnissen des DSEM 2018 ist chen zuordneten, sind es 2019 37,7% der DSEM-
auch dieses Jahr „Information und Kommunika- Social-Entrepreneurs.34 Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

tion“ die meistgenannte Branche. Mehr als jeder


vierte DSEM-Social Entrepreneur arbeitet 2019 in Im Vergleich zu 201835 ist der Anteil an Nen- Land- & Forstwirtschaft, Fischerei

diesem Sektor. 43,9%32 der DSEM-Social-Entre- nungen36 für die Kategorien „Information und Verarbeitendes Gewerbe

preneurs können sich mit der klassischen Sozi- Kommunikation“, „Erbringung von sonstigen
alwirtschaft („Erziehung und Unterricht“ 25,5%, Dienstleistungen“, „Erbringung von sonstigen Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

„Gesundheits-und Sozialwesen“ 21,2%, „Kunst, wirtschaftlichen Dienstleistungen“ und „Kunst, Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung

Unterhaltung und Erholung“ 10,4%) assoziieren. Unterhaltung und Erholung“ gesunken. Im Gegen- und Beseitigung von Umweltverschmutzungen

Darüber hinaus sind Dienstleistungen („Erbrin- zug sind die Anteile an den Gesamtnennungen Gastgewerbe

gung von sonstigen Dienstleistungen“ 20,8%, „Er- für „Erziehung und Unterricht“, sowie „Gesund-
bringung von freiberuflichen,wissenschaftlichen heits- und Sozialwesen“ und „wissenschaftliche Energieversorgung

und technischen Dienstleistungen“ 14,2%, „Er- und technische Dienstleistungen“ gestiegen.37


Grundstücks- und Wohnungswesen

bringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienst-


leistungen“ 13,7%) 2019 ein wesentliches Merkmal
Exterritoriale Organisationen und Körperschaften

von insgesamt 40,6%33 der DSEM-Social-Entre- Abb. 6: In welcher Branche ist Ihre Organisation mit Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung
preneurs. ihren Produkten und/oder Dienstleistungen tätig?
(Mehrfachauswahl möglich)
Verkehr und Lagerei
Auffällig ist zudem die häufige Nennung mehrerer
Branchen. Waren es 2018 noch 22,4% der DSEM- 34 Aufgrund der Nichtrepräsentativität der Zahlen kann nicht Baugewerbe
zwangsläufig auf einen Trend geschlossen werden. Durch die größere
Social-Enterprises, die sich zwei oder mehr Bran- Stichprobe 2019 zeigt sich jedoch verstärkt, dass viele DSEM-So-
cial-Entrepreneurs nicht auf eine einzelne Branche festzulegen sind. Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
35 Die Prozentzahlen in der Abbildung 6 von 2019 sind auf der Basis
31 Statistisches Bundesamt 2008 der Anzahl an DSEM-Social-Entrepreneurs berechnet im Gegensatz Private Haushalte mit Hauspersonal, Herstellung von Waren
32 Unter Berücksichtigung von Mehrfachangaben der DSEM-Social- und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte
zu 2018, wo die Basis die Anzahl der genannten Branchen darstellt.
für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt
Entrepreneurs innerhalb der Kategorie klassische Sozialwirtschaft. 36 Der jeweiligen Branche gemessen an allen Nennungen insgesamt.
0 10 20 30 40 50 60
33 Unter Berücksichtigung von Mehrfachangaben der DSEM-So- 37 Aufgrund der Nichtrepräsentativität sind diese Ergebnisse nicht
cial-Entrepreneurs innerhalb der Kategorie Dienstleistungen. als Trend sondern nur als Vergleich der Stichproben zu verstehen. Anzahl der Antworten

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 19


1.4 Rechtsformen

Die Rechtsformen der DSEM-Social-Entrepreneurs sind Eingetragener Verein (e. V.)

heterogen. Am häufigsten wurden der eingetragene Verein Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

und die GmbH genannt. Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH)

Social Enterprises sind sehr heterogen. Dies spie- unternehmen 10,4%, GbR 9,0%, Sonstige 3,8%, AG
Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)
gelt sich auch in der Wahl der Rechtsform wieder38 0,9%) geben insgesamt 57,5% der Teilnehmenden
39
. Im Vergleich zum DSEM 2018 können wir beob- mindestens eine an. Hier wird deutlich, dass eine
Einzelunternehmen
achten, dass der Anteil der einzelnen Rechtsfor- Überschneidung von 10,8% durch solche DSEM-
men40 für alle Rechtsformen gesunken ist, außer Social-Entrepreneurs entsteht, die sowohl einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
dem eingetragenen Verein, der gGmbh und der UG. Rechtsform der ersten Gruppe als auch einer
Auffällig ist, dass die prozentualen Anteile des ein- Rechtsform der zweiten Gruppe zuzuordnen sind. Gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG)
getragenen Vereins und der gGmbH im Vergleich
An dieser Stelle wird offensichtlich, dass sich die
zu 2018 um mehr als 50% gestiegen sind.41 Sonstige
DSEM-Social-Entrepreneurs etwa jeweils zur Hälf-
Insgesamt gaben 53,3%42 der DSEM-Social-Entre- te in eher sozial orientierte Rechtsformen und eher Genossenschaft (eG)
preneurs an, mindestens in einer der folgenden wirtschaftlich orientierte Rechtsformen aufteilen,
Rechtsformen zu agieren: eingetragener Verein wobei einige auch Rechtsformen in beiden Katego- Stiftung
(24,5%), gGmbH (22,2%), gUG (7,1%), Genossen- rien nutzen.
schaft (1,9%) oder Stiftung (1,4%). Von allen ande- Aktiengesellschaft (AG)
In Summe gaben 16,0% der DSEM-Social-Entrepre-
ren Rechtsformen (GmbH 24,5%, UG 13,2%, Einzel-
neurs mehr als eine Rechtsform an. Die Kombina- Offene Handelsgesellschaft (OHG)
tionen dieser Rechtsformen sind vielfältig. Unter
38 Sozialunternehmen nutzen verschiedene Rechtsformen.
(vgl. SEFORÏS Forschungskonsortium 2016 S.15) anderem gehören dazu Kombinationen wie: ein- Kommanditgesellschaft (KG)
39 Mehrfachnennungen waren möglich.
40 Der Anteil berechnet sich aus den Nennungen
getragener Verein und GmbH, gGmbH und GmbH,
der einzelnen Rechtsformen im Verhältnis gesetzt zu eingetragener Verein und gGmbH oder UG und Ein- Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
der Gesamtanzahl an Rechtsformnennungen.
41 Aufgrund der Nichtrepräsentativität sind diese Ergebnisse nicht zelunternehmen. Besonders häufig ist die Verbin- 0 10 20 30 40 50
als Trend sondern nur als Vergleich der Stichproben zu verstehen. Die
größere und darum belastbarere Stichprobe von 2019 mag aber, unter
dung von eingetragenem Verein und der GmbH in Anzahl der Antworten
der Annahme einer verbesserten Repräsentativität durch die höhere Mehrfachnennungen enthalten.
Fallzahl, einen verbesserten Überblick über die Rechtsformen geben. Abb. 7: Welche Rechtsform(en) hat Ihre Organisation?
42 Unter Berücksichtigung von Mehrfachangaben der DSEM-Social- (Mehrfachauswahl möglich)
Entrepreneurs innerhalb der Kategorie sozial orientierte Rechtsformen.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 20


„ Unternehmensprofile

Eine Rechtsform für Social Enterprises fehlt


Quartiermeister GmbH

W ir sind Quartiermeister, eine soziale Bier-


marke aus Berlin. Wir verstehen uns als
Social Business, weil wir u.a. mit 10 Cent pro Li-
Wir haben uns für diese hybride Struktur ent-
schieden, da es keine Rechtsform gibt, die beide
Komponenten, also das Unternehmerische und
ter soziale Projekte in den Nachbarschaften der das Soziale, in einem Konstrukt vereint. Die GmbH
Konsument*innen fördern. Quartiermeister be- arbeitet für das Gemeinwohl, kann aber aus steu-
steht aus einem Verein und einer GmbH. Die errechtlicher Sicht nicht gemeinnützig sein. Wir
GmbH kümmert sich um die unternehmerischen erwirtschaften Profite, die allerdings nicht in
Belange wie Produktion, Logistik, Verkauf und private Taschen wandern, sondern in die Gesell-
die Vermarktung der Biere. Der Verein ist für die schaft zurückflie ßen.
Fördermittelvergabe zuständig, ermöglicht Parti-
Mit diesem Widerspruch lebt Quartiermeister
zipation und bildet die soziale und gesellschafts-
seit fast 10 Jahren. Wir haben uns daran gewöhnt
politische Komponente.
und haben aus dieser Zweiteilung positive Kon-
sequenzen gezogen – beispielsweise inhaltliche
Wir haben uns für diese wie personelle Trennung – um glaubwürdiger auf-
a Ho
pp

treten zu können sowie stärkere gegenseitige : Le


in
af
hybride Struktur entschieden, Kontrolle. Das immergleiche Unverständnis aus Fo
to
gr

dem Großteil der Wirtschaft, der nichts damit an-


David Griedelbach,
da es keine Rechtsform gibt, fangen kann, ist hinderlich: So sind unsere Kre-
Gründer & Geschäftsführer Quartiermeister
ditbedingungen bei der Bank identisch zu einer
die beide Komponenten, GmbH, die private Gewinne erzielt und wir erhal-
ten nur eingeschränkt Zugriff auf vergünstigte
> https://quartiermeister.org

Angebote (z.B. pro bono Beratung), weil wir nicht


also das Unternehmerische gemeinnützig sind. Hier wünschen wir uns stär-
kere Differenzierung, um die (Start-)Bedingungen
und das Soziale, in einem für soziale Unternehmen in Deutschland weiter
zu verbessern.
Konstrukt vereint.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 21


„ Unternehmensprofile

Die perfekte Rechtsform für Sozialunternehmen?


Chancen eG

E ine Rechtsform, die über 150 Jahre alt ist, zum


UN-Weltkulturerbe erklärt wurde und in der
20 Millionen Deutsche Mitglieder sind – to good
Wir haben uns zur Gründung der CHANCEN eG
sehr bewusst für die Genossenschaft entschie-
den. Wir finanzieren Studierende mit einem soli-
to be true? darischen Modell - erst übernehmen wir die Stu-
dienkosten, dann zahlen die Absolventen einen
Die Genossenschaftsidee ist alt und doch so ak-
Anteil ihres Einkommens zurück. Alle Studieren-
tuell wie nie: Menschen schließen sich zusam-
de sind Mitglieder, sodass ihnen ihr eigenes Fi-
men, um ihre eigenen wirtschaftlichen, sozialen
nanzierungsmodell gehört. Gleichzeitig sind die
oder kulturellen Interessen und Belange gemein-
Kapitalgeber Mitglieder - die vermeintlich unter-
schaftlich zu organisieren. Ursprünglich für
schiedlichen Interessen treffen sich also offen in
Landwirtschaft, Banken und Wohnimmobilien
der Genossenschaft und werden ausgeglichen.
gedacht, wird die Rechtsform bei Sozialunterneh-
Der entscheidende Clou: In einer Genossenschaft
men immer beliebter.
hat jedes Mitglied eine Stimme - unabhängig von
der Höhe der Einlage. Ein*e Studierende*r ist also
auf Augenhöhe mit einem großen Kapitalgeber.
Es muss einfacher werden Genossenschaftliche Sozialunternehmen gehö-
ren den Betroffenen, können sehr einfach neue
und schneller gehen, eine Mitglieder aufnehmen, sind demokratisch organi-
siert, belegen, dass sie gemeinwohlorientiert sind
Genossenschaft zu gründen, und können unternehmerisch genauso tätig sein
wie eine GmbH oder AG. Es muss einfacher wer-
damit sie von immer mehr den und schneller gehen, eine Genossenschaft zu
Hinweis
gründen, damit sie von immer mehr Sozialunter- SEND hat Vorschläge für eine Weiter-
Sozialunternehmer*innen nehmer*innen gewählt wird! entwicklung von Genossenschaften
Florian Kollewijn, erarbeitet, die Sie unter www.send-ev.de/
gewählt wird! Mitgründer & CEO der CHANCEN eG uploads/genossenschaften.pdf herunter-
laden können.

> https://chancen-eg.de

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 22



Vorwort
Das
Unternehmensprofile

Gemeinnützigkeitsrecht
gp Initiators benötigt Erneuerung
Family Playdates e.V.

D ie Social-Profit-Organisation Family Play-


dates entwickelt Konzepte zur generations-
übergreifenden Vielfaltsgestaltung, um das Mitei-
Ihr Angebot wollen sie zukünftig auch als Dienst-
leistung an Expats zur Verfügung stellen, um die
große Nachfrage danach zu stillen.
nander nachhaltig zu stärken. Im Kern bauen sie
Der Verein ist eine gute Möglichkeit, seine Tätig-
soziale Netzwerke zwischen neuangekommenen
keit ohne Investition aufnehmen zu können. Mit
und beheimateten Familien. Bei Tandemtreffen
seinen drei Betrieben (Ideel, Zweck, Wirtschaft)
und gemeinsamen Aktivitäten werden Begegnun-
bietet die Rechtsform in der Anfangsphase einen
gen geschaffen, die gegenseitiges Verständnis
passenden Rahmen, um sich gemeinnützig und
fördern und das Ziel haben, eine Gesellschaft zu
im Kleinen auch unternehmerisch auszuprobie-
gestalten, in der sich jede*r zuhause fühlt.
ren. Die Gründung war jedoch eine Herausforde-
Agnesa Kolica startete Family Playdates im Jahr rung: Es hat fast ein Jahr gedauert, bis das Finanz-
2016 zusammen mit Mitgründerin Tina Roeske amt den gemeinnützigen Zweck unserer Tätigkeit
zunächst als Initiative, als viele Geflüchtete nach anerkannt hat. Die Liste der Vereinszwecke sollte
Deutschland kamen. 2018 holten sie sich weitere dringend an aktuelle gesellschaftliche Herausfor-
Teammitglieder und gründeten den gemeinnützi- derungen angepasst werden. Zudem fehlt vielen
gen Verein. Mitarbeitenden in den Finanzämter die Nähe zur
Praxis – innovativ wirkende Vorhaben haben es
daher besonders schwer und stoßen oft erstmal
Die Liste der Vereinszwecke auf Ablehnung.

Agnesa Kolica,
sollte dringend an Gründerin & Geschäftsführerin & Vorständin, Fa-
mily Playdates
aktuelle gesellschaftliche
> https://www.family-playdates.org
Herausforderungen angepasst
werden.

Deutscher
Deutscher Social
Social Entrepreneurship
Entrepreneurship Monitor2019
Monitor 2019 Seite
Seite 23
23
1.5 Innovationskraft und Technologie

84,0% der DSEM-Social-Entrepreneurs schätzen


ihr Produkt/Dienstleistung als Marktneuheit ein. In
Summe sind 87,3% der DSEM-Social-Entrepreneurs
23.1

mindestens deutschlandweit innovativ.


80%

24.1

Marktneuheiten zwei der Kategorien mindestens deutsch- 70%

landweit innovativ. 42,0% der DSEM-So-


Insgesamt gaben 84,0% an, dass ihr Produkt/
cial-Entrepreneurs schätzen sich in min- 60% 16.5
Dienstleistung während der Gründung eine 17.5
destens zwei der Kategorien EU-weit oder
Marktneuheit43 darstellte. 75,0% nutzten ein in-

Prozentuale Verteilung
weltweit als eine Marktneuheit ein. Im Be- 50% 9.4 10.8
novatives Wirkungsmodell, 57,5% ein innovati-
reich der EU-weiten und weltweiten Innova- 28.8
ves Geschäftsmodell, 50,5% innovative Prozesse,
tion sind Nennungen in den Kategorien Pro- 40%
9.0 9.0 26.4
31,6% innovative Unternehmensführung, 29,7%
dukt/Dienstleistung und Wirkungsmodell
eine innovative Lieferkette und 26,9% innovative
am häufigsten. Auch die Ergebnisse der 30% 20.3 17.5
7.5
2.8
Technologie.
Studie „Social Entrepreneurs in Deutsch- 8.0 5.2

land: Raus aus der Nische – 154.000 „junge“


9.0
2,4% der DSEM-Social-Entrepreneurs stellen in 20% 4.7

keiner der sieben Kategorien eine Marktneuheit Sozialunternehmer im Jahr 2017“ unter- 15.6
4.7 11.8
9.9 14.6 13.7 14.6
dar. Die anderen 97,6% schätzten sich in mindes- streichen die Innovativität der Social Entre- 10% 10.8

tens einer der Kategorien zum Zeitpunkt ihrer preneurs44.


4.2 5.7
Gründung als mindestens eine regionale Markt- 0%

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neuheit ein.

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Auffällig ist, dass die DSEM-Social-Entrepreneurs

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einen sehr hohen Grad an Innovativität angeben,

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sind doch 75,0% der DSEM-Social-Entrepreneurs Regionale Marktneuheit
zum Zeitpunkt ihrer Gründung in mindestens Abb. 8: Bitte schätzen Sie ein, inwiefern es Deutschlandweite Marktneuheit
sich bei den folgenden Punkten zum Zeitpunkt EU-weite Marktneuheit
Ihrer Gründung um eine Marktneuheit Weltweite Marktneuheit
43 Regionale, deutschlandweite, EU-weite oder weltweite Marktneuheit.
44 Metzger 2019. handelte.
Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 24
Einfluss der Digitalisierung

Zu beobachten ist, dass 33,5% der DSEM-Social- Überhaupt keinen Einfluss


Entrepreneurs der Digitalisierung einen sehr gro- Wenig Einfluss
Mittleren Einfluss
ßen Einfluss auf ihr Geschäfts- oder Wirkungs-
Viel Einfluss
modell zuschreiben. Weitere 23,6% erleben immer Sehr großen Einfluss
noch viel Einfluss durch die Digitalisierung. Rund
jeder fünfte (21,7%) DSEM-Social-Entrepreneur Einfluss der Digitalisierung 2.4 18.9 21.7 23.6 33.5
berichtet von einem mittleren Einfluss der Digita-
lisierung auf das Geschäfts- und/oder Wirkungs-
modell. Weitere 18,9% geben wenig Einfluss und
2,4% überhaupt keinen Einfluss an. Insgesamt
kann die Digitalisierung daher als ein relevanter
Einflussfaktor für viele Geschäfts- und Wirkungs- 0% 20% 40% 60% 80% 100%
modelle der DSEM-Social-Entrepreneurs gesehen
Prozentuale Verteilung
werden..45
Abb. 9: Wie hoch ist der Einfluss der Digitalisierung auf Ihr
Geschäfts- oder Wirkungsmodell?

57,1% der DSEM-Social-Entrepreneurs schreiben


der Digitalisierung einen großen Einfluss auf ihr
Geschäfts- oder Wirkungsmodell zu.

45 Einen Überblick über die Rahmenbedingungen für digitale


soziale Innovationen finden Sie unter: https://www.nesta.org.uk/
data-visualisation-and-interactive/european-digital-social-innova-
tion-index. Berlin hat es hier, als hochplatzierteste deutsche Stadt
des European Digital Social Innovation Index, auf Platz 17 geschafft.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 25


69,3% der DSEM-Social-Entrepreneurs berücksichtigen
digitale Technologien bei der Erbringung ihrer sozialen
Wirkung oder ihres Produkts/Dienstleistung.
Keine Rolle
Digitale Technologien Untergeordnete Rolle
Mobile App 43.4 37.3 19.3
Hauptrolle
Neben dem Einfluss der Digitalisierung auf das
Geschäfts- und Wirkungsmodell, fragten wir die
DSEM-Social-Entrepreneurs danach, welche Rolle 3D Printing 87.3 11.3

spezifische digitale Technologien für die Erbrin-


1.4
gung ihrer sozialen Wirkung oder ihres Produk-
tes/Dienstleistung spielen. Für 19,3% der DSEM- Robotics 88.2 9.9

Social-Entrepreneurs spielte Mobile App eine


1.9
Hauptrolle, für 9,0% Künstliche Intelligenz und
Machine Learning, für 5,2% Internet of Things, für Internet of Things 77.4 17.5 5.2
1,9% Robotics, für 1,9% Blockchain, für 1,9% Virtual
Reality, für 1,4% 3D Printing und für 0,9% Augmen-
ted Reality. Mobile App (37,3%), Künstliche Intel- Blockchain 82.1 16.0
ligenz/ Machine Learning (25,5%) und Internet of
1.9
Things (17,5%) spielen öfter eine untergeordnete
Rolle als eine Hauptrolle für die DSEM-Social-Ent- Künstliche Intelligenz/
65.6 25.5 9.0
Machine Learning
repreneurs. Für jeweils die Mehrheit der Social En-
trepreneure spielen die jeweiligen Technologien
aber keine Rolle, mit Ausnahme der Mobile App. Augmented Reality 84.4 14.6

Neben den abgefragten Technologien hatten die 0.9


Teilnehmer die Möglichkeit, nach Bedarf weitere
Technologien anzugeben. In Summe nutzten 13,7% Virtual Reality 84.9 13.2
Abb. 10: Welche Rolle spielen die
diese Option. Unter diesen weiteren Technologien folgenden digitalen Technologien 1.9
waren bspw. Plattformen, digitale Schnittstellen für die Erbringung der sozialen 0% 20% 40% 60% 80% 100%

und vieles mehr. Wirkung oder Ihres Produkts/ Prozentuale Verteilung


Dienstleistung?

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 26



Vorwort
Data Science
Unternehmensprofile

gp Initiators
For Good
CorrelAid e.V.

D ata Science und maschinelles Lernen bieten


viele Möglichkeiten die Arbeit von Organisa-
tionen zu verbessern und zu erleichtern. Das se-
von marginalisierten Gruppen besser zu erfassen,
strukturelle Benachteiligungen bei Bewerbungs-
prozessen auf Stipendien aufzudecken oder die
hen wir im Moment vor allem in For-Profit-Unter- Gesundheit von Bienenstöcken zu tracken.
nehmen: Durch datengetriebene Ansätze können
"Tech4Profit" ist der Status Quo. Jetzt ist es Zeit
lästige Aufgaben automatisiert, die Wirkung von
für "Tech4Impact".
Marketing-Maßnahmen evaluiert und Zielgrup-
pen besser angesprochen werden. Das gleiche CorrelAid ist seit Juli 2015 als gemeinnütziger Ver-
Potential gibt es auch in Bereichen, in denen die ein eingetragen mit Sitz in Berlin. Unser Ziel: Das
Wirkung an erster Stelle steht. Hier fehlen aber Potential von Künstlicher Intelligenz und Data
die Expertise und die Ressourcen, das Potential Science zu demokratisieren und den Austausch
ethisch und wirkungsorientiert zu nutzen. Mit zwischen der Tech-Community und Zivilgesell-
CorrelAid e.V. demokratisieren wir deshalb dieses schaft zu stärken. Mit einem Netzwerk von über
Potential: Mit Wirkung im Vordergrund, nicht Pro- 1000 ehrenamtlichen Datenanalyst*innen und
fit. Mit dem Menschen im Mittelpunkt, nicht dem unserem skilled-volunteering Angebot erzielen
Kunden. wir mit skalierbaren, dezentralen und innovati-
ven Projektkonzepten unmittelbare Effizienzge-
"Tech4Profit" ist der winne für Non-Profit-Organisationen. Außerdem
Johannes Müller,
antizipieren wir mittelfristig einen wachsenden Gründer & Vorsitzender, CorrelAid e.V.
Status Quo. Jetzt ist es Zeit Bedarf an Datenanalyst*innen in diesem Bereich.
Dafür schulen wir die Projektteilnehmer*innen in > https://correlaid.org
für "Tech4Impact". Datenschutz, Projektmanagement und der Kom-
munikation mit Non-Profit-Organisationen und
bieten Weiterbildungs- und Vernetzungsmöglich-
Um das zu erreichen haben wir ein Netzwerk mit
keiten für das Netzwerk an.
mehr als 1000 ehrenamtlichen Data Scientists
aufgebaut, die wir weiterbilden und projektbasiert
an gemeinnützige Organisationen vermitteln. So
können wir maschinelles Lernen in unseren Pro-
jekten nutzen, um beispielsweise die Bedürfnisse

Deutscher
Deutscher Social
Social Entrepreneurship
Entrepreneurship Monitor2019
Monitor 2019 Seite
Seite 27
27
„ Unternehmensprofile

Inklu-Tech für gemeinsame Kinoerlebnisse & Beschäftigung


Greta & Starks Apps GmbH
Inspiration, Innovation, Inklusion als Unternehmer und Businesspartner in andere
Länder, für das größtmögliche Gemeinwohl zu ex-

S eit 2014 ermöglicht die App Greta barrierefrei-


es Kino mit Freunden für Menschen mit Seh-
oder Hörbehinderung. Das neue Starks AR Head-
pandieren – sowohl im Sinne der Anwender als
auch im Sinne der Kino- und TV-Branche.

set, die Datenbrille für Untertitel, ist der nächste Inklusion ist ein wirtschaftlicher Mehrwert. Inklu-
Meilenstein in Sachen barrierefreies Filmvergnü- sion im Kino und TV-Bereich war gestern. Weitere
gen. Diese spezielle Brille projiziert die Untertitel Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt als Ge-
über ein Display-Modul in das gewohnte Sichtfeld stalter ist heute. Ein Tool, eine Plattform für ver-
des Trägers. schiedene Bedürfnisse und ein breites Angebot
kann als Social Franchise zu einem global erfolg-
reichen und einflussreichen Netzwerks
Inklusion ist ein werden.

Seneit Debese,
wirtschaftlicher Mehrwert. Gründerin & Geschäftsführerin
Greta und Starks
Durch die App Greta wurden bereits über 700 Fil-
me bei 450.000 unvergesslichen Filmabenden > https://gretaundstarks.de
eingesetzt. Diesen Mehrwert müssen wir weiter-
geben. Unsere Vision ist die iTunes-App für zu-
sätzliche Fassungen. Die Skalierung ist in zwei
Richtungen für Anfang 2020 geplant, zum einen
durch die Bereitstellung von verschiedenspra-
chigen Untertiteln und Synchro-Fassungen für
fremdsprachige Kinobesucher weltweit und zum
anderen die Expansion als Social Franchise in an-
dere Länder.

Das Ziel ist, das erfolgreiche Social-Impact-Unter-


Fotograf: Frank Blümler
nehmen mit blinden oder gehörlosen Anwendern

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 28


1.6 Kund*innen

140
Zum genaueren Verständnis des Geschäftsmo-
dells wurden die DSEM-Social-Entrepreneurs ge-
120
beten, ihre Kundengruppen zu nennen. Als Kunde
zählen hier diejenigen, die für Produkte/Dienst-
leistungen bezahlen, d.h. durch wen Geld verdient 100

Anzahl der Antworten


wird. Spenden sind hier inbegriffen.
80
Mit 68,9% bedient die Mehrheit der DSEM-Social-
Entrepreneurs (gewinnorientierte) Unternehmen.
Auch Privatpersonen (60,4%) zählen für mehr 60

als jeden zweiten DSEM-Social-Entrepreneur als


Kunde. Andere Kundengruppen sind Stiftungen
40
mit 41,0%, öffentliche Stellen des Landes und der
Kommunen mit 40,1%, Vereine und andere ge-
20
meinnützige Organisationen mit 36,8% und öf-
fentliche Stellen des Bundes mit 25,0%.
0

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68,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs

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Kundenbeziehung zu öffentlichen Stellen


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des Landes und der Kommunen.


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Abb. 11: Durch welche Kund*innen erwirtschaftet Ihre


Organisation ihre Umsätze? (Mehrfachauswahl möglich)

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 29


Die Studie „The best countries to be a social en-
Kund*innenbeziehung als
trepreneur 2019“ zeigt auf, wie schwierig es für Dienstleister*in
Social Entrepreneurs ist, an öffentliche Stellen zu
Kund*innenbeziehung mit
verkaufen46. Darüber hinaus gelten Wohlfahrts- Unternehmen als
verbände für 16,0%, andere Social Enterprises für Endkonsument*in

14,6% und öffentliche Stellen außerhalb Deutsch- Kund*innenbeziehung als


lands für 10,4 % der DSEM-Social-Entrepreneurs Spendenempfänger*in

als Kunden. Weitere 1,9% der DSEM-Social-Entre-


Kund*innenbeziehung als
preneurs haben entweder keine Kunden, andere Sponsoring-Empfänger*in
Kunden oder haben keine Angabe gemacht.
Kund*innenbeziehung als
Von den 68,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs, Zulieferer*in von Unternehmen
welche (gewinnorientierte) Unternehmen als
Kunden bedienen, führen 25,3% eine Beziehung Anderes
als Spendenempfänger. Somit bilden Social Ent-
0 20 40 60 80 100
erprises eine Untergruppe der Empfänger von Un-
ternehmensspenden in Deutschland. Insgesamt Anzahl der Antworten

belaufen sich die Spenden von Unternehmen in Abb. 12: Welche Art von Kund*innenbeziehung zu (gewinnorientierten) Unternehmen dominiert Ihre Umsätze?
Deutschland nach einer Hochrechnung von ZiviZ (Mehrfachauswahl möglich)
und der Bertelsmannstiftung auf ca. 9,5 Mrd Euro
In 67,1% der Kundenbeziehungen mit (gewinnori- Im Vergleich dazu finden sich ca. 30% der Social
im Jahr47. Unter den 25,3% der Spendenbezie-
entierten) Unternehmen sind Social Enterprises Economy Enterprises in der Studie „Social Busi-
hungen befinden sich vermutlich auch CSR-Be-
Dienstleister, in 17,8% Zulieferer und in 39,0% be- ness Initiative“ in der Lieferkette von gewinnori-
ziehungen zwischen DSEM-Social-Entrepreneurs
dienen sie das oder die Unternehmen als Endkun- entierten Unternehmen48. Durch die Integration
und (gewinnorientierten) Unternehmen, diese Be-
den. 24,0% der DSEM-Social-Entrepreneurs, die von Social Enterprises in das eigene Beschaf-
ziehungen könnten langfristig eine glaubwürdige
(gewinnorientierte) Unternehmen als Kunden an- fungswesen können konventionelle Unterneh-
Corporate Social Responsibility für konventionel-
gaben, sind Sponsoringemfpänger*innen des Un- men einen großen Sprung in Richtung Nachhal-
le Unternehmen darstellen.
ternehmens. 3,8% gaben eine andere Art der Kun- tigkeit absolvieren.
denbeziehung an. Insgesamt gab ca. jeder zweite
DSEM-Social-Entrepreneur, der eine Kundenbe-
ziehung zu (gewinnorientierten) Unternehmen
führt, mehr als eine Art der Kundenbeziehung an.
46 Deutschland erhält Platz 35 in der Kategorie: „Es ist
einfach für Social Entrepreneurs an den Staat zu ver-
kaufen” (Thomson Reuters Foundation 2019b).
47 Labigne et al. 2018 S.3 48 Technopolis Group et al. 2018 S.100

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 30


„ Unternehmensprofile

Vorwort gp Initiators
Kommunen profitieren von Social Enterprises
Tür an Tür – Digitalfabrik gGmbH

I n der Zusammenarbeit mit Kommunen ist vor


allem Geduld gefragt. Schnelle Entscheidungen
sind oft aufgrund starrer Strukturen und büro-
Bei der Skalierung einer Lösung in mehrere Kom-
munen gilt: Umso mehr Städte und Gemeinden
die Lösung schon einsetzen, umso leichter wird
kratischer Anforderungen nicht immer einfach es weitere zu überzeugen. Pilotstädte zu haben ist
umsetzbar. Ist die Kooperation aber beschlossen, damit genauso wichtig wie die Lösung z.B. unter
zahlen es die kommunalen Partner*innen meist Open Source-Aspekten möglichst breit skalieren
mit einer längerfristigen Planbarkeit zugunsten zu können oder skalieren zu lassen.
des Sozialunternehmens zurück. Vor allem die In-
Jede achte Kommune in Deutschland setzt Integ-
novationskraft, die von Sozialunternehmen aus-
reat bereits zur Informationsversorgung
gehen kann, ist im öffentlichen Sektor ein gern
zugewanderter Menschen ein. Als digitale Integ-
gesehener Impuls. Während die Privatwirtschaft
rations-Plattform ermöglicht es Integreat Städ-
oft über den Wettbewerb zu Innovation gezwun-
ten und Landkreisen, lokale Informationen kin-
gen ist, um sich am Markt zu behaupten, tun sich
derleicht mehrsprachig aufzubereiten. Über eine
sowohl der soziale als auch der öffentliche Sektor
App und Webseite kommen die Informationen
schwer mit dem schnellen und digitalen Tempo
niedrigschwellig bei der Zielgruppe an. Integreat
Schritt zu halten.
wurde von Wissenschaftler*innen der TU Mün-
chen gemeinsam mit den Integrations-Expert*in-
Vor allem die nen von „Tür an Tür“ aus Augsburg entwickelt.
Die gesamte Technologie ist quelloffen und wird
Innovationskraft, die von kontinuierlich an die Bedürfnisse der Zielgruppe
angepasst.
Sozialunternehmen ausgehen Daniel Kehne,
Geschäftsführung,
kann, ist im öffentlichen Tür an Tür – Digitalfabrik gGmbH

Sektor ein gern gesehener > https://tuerantuer.de/digitalfabrik

Impuls.
Deutscher
Deutscher Social
Social Entrepreneurship
Entrepreneurship Monitor2019
Monitor 2019 Seite 31
Seite 31
„ Unternehmensprofile

Warum Kommunen Sozialunternehmen umwerben sollten


Citymart

K ommunen gehören zu den großen Gewin-


ner*innen, wenn sich Sozialunternehmen er-
dem Bürger und seiner Umwelt dient.

folgreich entwickeln, denn: Kommunen gehören zu den


gro ßen Gewinner*innen, wenn
1. Sie nehmen sich Probleme an, die für Kom-
munen schwer lösbar sind
2. Sie sind um ein Vielfaches inklusiver als klas-
sische Akteur*innen der Wirtschaft und Start-
sich Sozialunternehmen
ups
erfolgreich entwickeln.
3. Sie bringen frischen Wind, Innovation und
Wirkungsorientierung ins öffentliche Verga-
Citymart hat inzwischen 200 Kommunen in 35
bewesen.
Ländern geholfen, sich mit Hilfe von über 30.000
innovativen (Sozial)Unternehmen hunderten von
Kommunen investieren im Jahr ca. 10% der deut-
Herausforderungen zu stellen: Von inklusiver
schen Wirtschaftsleistung über das öffentliche
Bildung bis intelligenter Beleuchtung, Vereinsa-
Vergabewesen. Doch leider sind 90% der öffentli-
mung bis Vernetzung, Sicherheit bis Stadtpla-
chen Dienstleistungen um mindestens 10 Jahre
nung, Wirtschaftsentwicklung bis Wiederverwer-
veraltet, kosten zu viel und wirken zu wenig.
tung, autonomer Mobilität bis Müllvermeidung.
Citymart bietet Kommunen neue Lösungen an, Städte wie Barcelona, Dublin, Edinburgh, Lagos,
um die Vielfalt, Kreativität und Innovationskraft New York und Rio de Janeiro nutzen Citymart, um
von Sozialunternehmen, KMUs und Startups in öf- nachhaltig innovativer zu arbeiten.
fentlichen Vergabeprozessen zu mobilisieren. So
Julia Haselmayer,
modernisiert sich die Verwaltung, erzielt bessere
Chief Operating Officer, Citymart
Ergebnisse und gibt Bürger*innen neue Möglich-
keiten der Beteiligung. Citymart entwickelt so ein
> citymart.com
in sich wirtschaftlich nachhaltiges Ökosystem,
das durch messbare Ergebnisorientierung immer
wieder dafür sorgt, dass Innovation immer zuerst

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 32


1.7 Kooperationen
180

Mehr als vier von fünf (84,0%) DSEM-Social-Ent- 160

repreneurs gaben an, mit Vereinen oder gemein-


nützigen Organisationen dauerhaft und zielge- 140

richtet zusammenzuarbeiten. 81,1% arbeiten mit


120
Vereinen oder gemeinnützigen Organisation aus

Anzahl der Antworten


Deutschland zusammen und 34,9% mit Vereinen
100
oder gemeinnützigen Organisationen außerhalb
von Deutschland. 69,8% kooperierten mit (ge-
80
winnorientierten) Unternehmen inner- und au-
ßerhalb Deutschlands. 60

55,2% der DSEM-Social-Entrepreneurs berichten


40
von einer dauerhaften und zielgerichteten Zu-
sammenarbeit mit öffentlichen Stellen des Lan-
20
des und der Kommunen, 31,6% mit öffentlichen
Stellen des Bundes und 16,5% mit öffentlichen 0
Stellen außerhalb Deutschlands (z.B. EU, UN).

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78,3% der DSEM-Social-

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Sektoren zusammen.
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Abb. 13: Mit welchen Kooperationspartner*innen arbeiten Sie


in Ihrer Organisation dauerhaft und zielgerichtet zusammen?
(Mehrfachauswahl möglich)

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 33


„ Unternehmensprofile

Mit Videospielen gesellschaftliche


Insgesamt kooperieren 62,7% der DSEM-Social-
Entrepreneurs mit öffentlichen Stellen. 53,3% der
DSEM-Social-Entrepreneurs arbeiten mit Stiftun-
gen innerhalb und/oder außerhalb von Deutsch-
land und 27,8% mit Wohlfahrtsverbänden zu- Wirkung gestalten
sammen. Kooperationen mit anderen Social
Enterprises betrafen 49,5% der DSEM-Social-Ent-
repreneurs. Neben diesen gab es zudem Koopera- RetroBrain R&D GmbH
tionen mit Social-Entrepreneurship-Netzwerken,
OUTPUT: Videospiele, die therapeutisch wirk- sern erarbeitet haben (und die heute noch Gül-
welche 56,6% der DSEM-Social-Entrepreneurs
same Elemente aus Medizin, Psychologie und tigkeit für uns hat), kann in Theorie und Praxis
pflegen.
Pflege als intuitives und inklusives Gruppen- nur gemeinsam mit der Wohlfahrt „erledigt
2,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs kooperie- erlebnis anbieten. werden“. Wir sind daher sehr dankbar, dass wir
ren mit keinem der genannten Akteur*innen. Und als Social-Business-Ausgründung der Hum-
2,8% gaben andere Akteur*innen an, wie z.B. Hoch- OUTCOME: Senior*innen in weit über 100 Alten- boldt-Universität schon früh die Gelegenheit
schulen. 0,5% der DSEM-Social-Entrepreneurs heimen, Tagespflegen und Krankenhäusern, hatten, umfassend mit Expert*innen der Wohl-
machten keine Angabe. die spielend zu ihrer Gesundheit beitragen, fahrt zusammenzuarbeiten: Mit der Caritas
dadurch ihre eigene und die Lebensqualität entwickelten wir geeignete (sozialunternehme-
Insgesamt ist die Anzahl der Kooperationen der ihrer Betreuer verbessern, und - als erfreulicher rische) Geschäftsmodelle, die es uns erlauben,
DSEM-Social-Entrepreneurs deutlich höher als Nebeneffekt - durch Vermeidung von Kosten unsere Spiele möglichst vielen Einrichtungen
die der Sozialunternehmen, die für die SEFORÏS (Sturzprophylaxe, Deprivationsprophylaxe, etc.) zur Verfügung zu stellen.
Studie interviewt wurden49. Betrachtet man die die Solidargemeinschaft entlasten können.
Mehrfachnennungen, fällt auf, dass 78,3% der Mit dem Hospital zum Heiligen Geist der Dia-
DSEM-Social-Entrepreneurs Kooperationen zu IMPACT: Das Menschenbild im Pflege- und Ge- konie, Deutschland größter Senioreninstitu-
drei Sektoren50 und mehr pflegen. Dies zeigt, dass sundheitswesen verändern, weg vom „Homo tion, führten wir die Vertestung und iterative
sich die DSEM-Social-Entrepreneurs zwischen oeconomicus“, hin zum „Homo ludens“, denn Weiterentwicklung unserer Protoypen durch
den verschiedenen Sektoren bewegen und gut schon unser EXIST-Antrag von 2014 beginnt - und tun das, im Rahmen eines BMBF-Projek-
vernetzt sind. mit einer Erkenntnis von Friedrich Schillers, die tes zur Adaption unseres Ansatzes in VR, auch
uns seitdem Auftrag ist: „Der Mensch ist nur da heute noch. Die Malteser setzen uns vor den
ganz Mensch, wo er spielt“. heutigen Möglichkeiten zur Kostenübernahme
(als Medizinprodukt, das wir inzwischen sind)
Diese Wirkungskette, die wir im Rahmen der
49 SEFORÏS Forschungskonsortium 2016 S.31 bundesweit ein, und stellten uns ihrem Netz-
50 D.h. Vereine oder gemeinnützige Organisationen, (gewinnorientierte) Wirkungsschmiede von Ashoka und den Malte-
Unternehmen, öffentliche Stellen, Stiftungen, Wohlfahrtsverbände,
werk an Entscheidungsträgern in Gesundheits-
Social Enterprises, Social Entrepreneurship Netzwerke.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 34


Vorwort gp Initiators

politik und -wirtschaft vor. Mit den Johannitern Wohlfahrt, ihre jeweiligen Ziele nur gemeinsam.
prüfen wir nun den nächsten Schritt und sind auf
der Suche nach den besten Möglichkeiten, um Die Wohlfahrt der Zukunft ist ein Ökosystem, in
endlich auch den Wünschen nach dem Einsatz dem Social Entrepreneurship der neueste Zu-
unserer Spiele in der Häuslichkeit nachkommen wachs ist, in dem die bisherigen Akteure – das
zu können. schließt ermöglichende Dritte ein, wie in unserem
Fall die BARMER oder die Fernsehlotterie – aber
Wenn für uns das Primat bleiben müssen und werden; das Ökosystem wird
also reichhaltiger, und damit seine Kreativität
des Impacts zählt, und Schaffenskraft, die gesellschaftlichen Her-
ausforderungen anzugehen

erreichen beide Welten, Manouchehr Shamsrizi,


Gründer und Mitglied im Gesellschafterbeirat,
Social Entrepreneurs und RetroBrain

Wohlfahrt, ihre jeweiligen > www.retrobrain.de

Ziele nur gemeinsam.


Wir wissen, dass all diese Organisationen da-
von profitieren, mit jungen (Sozial)Unternehmen
ganz konkret ihre Digitale Transformation voran-
treiben zu können, die sie selbst, der Gesetzge-
ber*in, und ihre Zielgruppen von ihnen einfordern
Die Deutsche Fernsehlotterie förderte den Ausbau der
– weshalb wir stets die Erfahrung gemacht haben, MemoreBox im Hospital zum Heiligen Geist mit 100.000 Euro.
dass ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden Die MemoreBox gilt als Projekt mit Modellcharakter, die die
kann. Wenn für uns das Primat des Impacts zählt, Soziallotterie insbesondere fördert.
erreichen beide Welten, Social Entrepreneurs und
Bildrechte: Jan Ehlers/Deutsche Fernsehlotterie

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 35


1.8 Lieferketten

94,3% der DSEM-Social-Entrepreneurs, die Mind. teilw. nachhaltig/ fair


- selbst geprüft

Lieferketten nutzen, berücksichtigen Aspekte Mind. teilw. nachhaltig/ fair


- extern geprüft
Mind. teilw. nachhaltig/ fair
der Fairness und Nachhaltigkeit in ihren - ungeprüft
Nicht nachhaltig/fair
Lieferketten 36.3 7.1 44.8 5.7
Lieferketten. Nicht nachvollziehbar
Keine Lieferketten benötigt
Anderes
Mit Fairtrade, Bio, regionalem Einkaufen u.v.m Von den 49,5% der Be-
sind faire und nachhaltige Lieferketten kein neu- fragten, die Lieferketten
3.3 1.9 0.9
es, aber stets aktuelles Thema. Insbesondere im nutzen52, gaben 94,3% an,
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Zusammenhang mit ökologischen Fragestellun- mindestens zu Teilen fai-
gen steigt die Relevanz von nachhaltigen Liefer- re und nachhaltige Lie- Prozentuale Verteilung

ketten. Viele Social Entrepreneurs wollen mit ferketten in ihrer Organi- Abb. 14: Welche der folgenden Aussagen trifft am besten
auf ihre Organisation zu?
besseren Produktionsbedingungen, Circular Eco- sation zu verfolgen. 77,8% davon werden von den
nomy51 oder ökologischen Methoden zu einer so- Organisationen selbst geprüft und 7,1% werden Angabe der SDGs ist „Nachhaltige Produktion und
zial-verträglichen Wirtschaft beitragen. sogar von Externen geprüft. 15,2% der Organisa- nachhaltiger Konsum“ mit 45,3% das zweithäufig
tionen, die mindestens zu Teilen faire und nach- genannte SDG. Sogar 2 von 3 (66,7%) DSEM-So-
46,7% der DSEM-Social-Entrepreneurs gaben an,
haltige Lieferketten nutzen, prüfen die Nachhal- cial-Entrepreneurs, die zumindest teilweise faire
zumindest teilweise faire und nachhaltige Liefer-
tigkeit und Fairness ihrer Lieferketten nicht. und nachhaltige Lieferketten nutzen, versuchen
ketten in ihrer Organisation zu nutzen. 1,9% hin-
auf SDG 12 einzuzahlen.
gegen gaben an, keine fairen und nachhaltigen Hier wird deutlich, dass die meisten DSEM-Soci-
Lieferketten in ihrer Organisation zu nutzen und al-Entrepreneurs, für die Lieferketten Bestandteil
0,9% gaben an, nicht nachvollziehbare Lieferket- des Geschäftsmodells sind, auch an dieser Stelle
ten zu nutzen. Insgesamt gaben außerdem 44,8% des Wirtschaftens auf Fairness und Nachhaltig-
der DSEM-Social-Entrepreneurs an, keine Liefer- keit achten. Interessant ist auch, dass 43,4% äu-
ketten zu benötigen und 5,7% entschieden sich ßerten, im Bereich der Lieferketten regional bis
für die Option „Anderes“. weltweit innovativ zu sein (vgl. Kapitel 1.5). In der

51 Mehr Informationen zu Circular Economy in Deutschland:


https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/ 52 Das sind alle DSEM-Social-Entrepreneurs, außer den-
Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2019/ jenigen, die angaben keine Lieferketten zu benötigen
Fokus-Nr.-258-Juli-2019-Kreislaufwirtschaft.pdf. oder sich für „Anderes” entschieden haben.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 36



Vorwort
Große
Unternehmensprofile

gp Initiators
Wirkung durch nachhaltige Lieferketten
SHIFT GmbH
„von vorne“ an, indem wir in ausführlichen Ge-
Als 100%-Social-Business sprächen mit Lieferant*innen und Partner*innen
Überzeugungsarbeit für faire und nachhaltig ge-
leben wir Sinn- statt wonnene Rohstoffe leisten. Das führte bei unserem
Hauptplatinenhersteller bspw. dazu, dass er sich
Gewinnmaximierung. für die Verwendung von bleifreiem und konflikt-
freiem Zinn sowie tantalfreien Mikrokondensato-
Wertschätzung ist ein ren begeistern ließ. Zum anderen rollen wir unsere
Lieferkette anhand eines wissenschaftlichen Ana-
prägender Bestandteil unseres lyseverfahrens, durchgeführt von deutschen For-
schungsinstituten, „von hinten“ auf. Hierdurch er-
Unternehmens und betrifft halten wir exakte Messergebnisse, mit denen wir
die Menge der verwendeten Rohstoffe bestimmen
alle Instanzen. Auch den und den potentiell entstandenen Schaden kom-
pensieren können. (Ausführlichere Informationen
Bereich unserer Lieferkette. hierzu sind in unserem Wirkungsbericht zu fin-
den: www.shiftphones.com/impact)

D ie Transparenz von Lieferketten und der Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es unerlässlich,
Samuel Waldeck,
Nachweis auf Nachhaltigkeit ist ein zentrales die eigenen Lieferketten bestmöglich kennenzu-
CEO & Gründer Shiftphones
Thema, gerade im Bereich der Kommunikations- lernen. Allerdings mussten wir auch feststellen,
technologie. Ein Smartphone besteht aus einer dass der Impact dieses Themas – gemessen an > www.shiftphones.com
Vielzahl komplexer Elemente, die einer entspre- dem hohen Aufwand und den geringen Stückzah-
chend tiefschichtigen Lieferkette entnommen len, die wir produzieren – relativ gering ist. Daher
werden. Um diese vielen Instanzen nach und nach nehmen wir gerne auch andere Bereiche in den Fo-
zu durchleuchten, verfolgen wir eine zweigleisige kus. Mit Themen wie Gerätepfand, dem modularen
Strategie, die wir die „Umarmung der Lieferkette“ Designkonzept oder auch unserer eigenen Tech-
nennen. nologie-Manufaktur können wir sehr viel schnel-
ler weitreichendere und positive Veränderungen
Zum einen gehen wir unsere Lieferkette proaktiv erzielen.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 37


„ Unternehmensprofile

Mehr Wertschätzung in Lieferketten


tip me Global UG (haftungsbeschränkt)

S tell’ Dir vor, Du kaufst ein paar T-Shirts und


gibst ein Trinkgeld direkt an den*die Nä-
her*in. tip me macht genau das möglich: das
dividuell per SMS auf ihr Handy überwiesen. An-
schließend können sie es sich bei einer lokalen
Bank auszahlen lassen.
erste globale Trinkgeld von Dir direkt zu den Men-
schen hinter Deinem Produkt. In unserer Arbeit in einer fairen Schuhfabrik in
Pakistan haben wir gesehen, was für ein riesiges
Potential in dieser kleinen Geste steckt: 5 Euro
Wir gestalten Lieferketten Trinkgeld können den Tageslohn von Arbeiter*in-
nen verdoppeln. Produzent*innen bekommen so
nachhaltiger und ethischer, nicht nur zusätzliches Einkommen, um ihr Leben
und das ihrer Familie zu verbessern; erstmals be-
indem wir zum ersten Mal kommen sie auch Wertschätzung von den Men-
schen, die ihre Schuhe tragen.
eine direkte, authentische
Wir gestalten Lieferketten nachhaltiger und ethi-
Verbindung vom Anfang scher, indem wir zum ersten Mal eine direkte, au-
thentische Verbindung vom Anfang und Ende der
Lieferkette herstellen. Von Mensch zu Mensch.
und Ende der Lieferkette
herstellen. Jonathan Funke,
Gründer tip me
Wenn Du bei einem unserer Partnerunternehmen > https://tip-me.org
im Onlineshop einkaufst, kannst Du dort mit ei-
nem Klick ein Trinkgeld hinzufügen und wie ge-
wohnt bezahlen. tip me stellt sicher, dass Dein
Trinkgeld direkt und sicher bei den Arbeiter*in-
nen ankommt. Dafür werden alle individuell mit
Name, Ausweis und Telefonnummer registriert.
Dein Trinkgeld bekommen sie dann direkt und in-

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 38


1.9 Werte- und Wirkungsorientierung

Für 83,5% der DSEM-Social-Entrepreneurs ist gesellschaftliche


Wirkung bedeutsamer als finanzielle Rendite und für insgesamt
96,7% mindestens gleichwertig mit finanzieller Rendite.
Die DSEM-Social-Entrepreneurs wurden in unse- al-Entrepreneurs einen höheren Wert für
rer Umfrage gebeten, die Bedeutsamkeit finan- gesellschaftliche Orientierung angaben

Sehr bedeutsam
zieller Rendite und gesellschaftlicher Wirkung als für die Orientierung an finanzieller
für ihre Organisation zu bewerten. Insgesamt Rendite54. Bei 3,3% der DSEM-Social-Ent-
verteilen sich die Organisationen heterogen (vgl. repreneurs ergab sich ein gegenteiliges
Grafik). Deutlich wird, dass gesellschaftliche Wir- Bild55. 13,2% hingegen bewerteten beide
kung für viele der Organisationen bedeutsam ist, Aspekte als gleich bedeutsam56. Es liegt
wobei für 65,7% derjenigen, die gesellschaftliche nahe, dass finanzielle Rendite für viele

Finanzielle Rendite
Wirkung für bedeutsam halten, ebenso finanziel- bedeutend ist, da sie auch als Mittel zum
le Rendite wichtig ist. Zweck dient.

Insgesamt finden also 65,1% der DSEM-Social- Von denjenigen, die gesellschaftliche
Entrepreneurs sowohl eine gesellschaftliche Wir- Wirkung als bedeutender betrachten,
kung als auch eine finanzielle Rendite relevant für sind 48,0% weiblich und 46,3% männ-
ihre Organisation (Quadrant rechts oben53). 34,0% lich57. Bei gleicher Bewertung sind 42,9%

Nicht bedeutsam
orientieren sich gesellschaftlich, aber messen weiblich und 57,1% männlich. Ist die fi-
finanzieller Rendite weniger Wert bei (Quadrant nanzielle Rendite der bedeutendere As-
rechts unten). Nur 0,9% heben die finanzielle Ren- pekt, ist die Wahrscheinlichkeit 85,7%
dite hervor und stellen gleichzeitig die Bedeutung ein Mann zu sein und 14,3% eine Frau zu
der gesellschaftlichen Wirkung in den Hinter- sein.
grund (Quadrant links oben). Zusammengefasst Nicht bedeutsam Sehr bedeutsam
lässt sich feststellen, dass 83,5% der DSEM-Soci- 54 D.h. sie liegen unterhalb der 45° Diagonale. Soziale Wirkung
55 D.h. sie liegen oberhalb der 45° Diagonale.
53 Die jeweiligen Bewertungen 0-2, auf einer 7-er Skala, liegen in 56 D.h. sie liegen auf der 45° Diagonale.
den unteren/ linken Quadranten, und 3-6 in den oberen/ rechten 57 Personen, die bei ihrem Geschlecht „Sonstiges” angaben Abb. 15: Wie bedeutsam sind die folgenden
Quadranten, d.h. die Mitte (mittlere Bedeutsamkeit – Wertung oder keine Angabe machten, konnten aufgrund der geringen Aspekte für Ihre Organisation?
3) wird in den oberen/ rechten Quadranten mitgezählt. Anzahl an dieser Stelle nicht gesondert ausgewertet werden.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 39


Hieraus lässt sich für die DSEM-Social-Entrepre- Insgesamt gaben 71,2% der DSEM-Social-Entre- kungslogik festgelegt oder geplant. Von dieser
neurs ableiten, dass weibliche DSEM-Social-Ent- preneurs an, Wirkungsziele für ihre Organisa- Gruppe analysieren wiederum 90,3% regelmäßig
repreneurs zwar nur einen unwesentlich höheren tion festgelegt zu haben und 22,6% planen Wir- ob ihre Wirkungsziele erreicht werden (50,3%)
Anteil derjenigen ausmachen, die gesellschaft- kungsziele für ihre Organisation festzulegen. oder planen dies (40,4%).
liche Wirkung als bedeutender erachten als fi- 5,7% hingegen legen keine Wirkungsziele für ihre
Insgesamt lässt sich feststellen, dass 34,9% der
nanzielle Rendite, ihr Anteil jedoch bei steigen- Organisation fest. Für 0,5% der DSEM-Social-Ent-
DSEM-Social-Entrepreneurs sowohl Wirkungs-
der Relevanz der finanziellen Rendite sinkt. Dies repreneurs gibt es keine Angabe.
ziele festgelegt haben, eine Wirkungslogik ent-
entspricht den Ergebnissen des Female Founders
Von den 93,9% DSEM-Social-Entrepreneurs, die wickelt haben und regelmäßig analysieren, ob die
Monitor 201958, bei dem Entrepreneurinnen ihren
Wirkungsziele festgelegt haben oder dieses pla- Wirkungsziele erreicht werden.
Fokus häufiger auf gesellschaftliche Wirkung le-
nen, haben 53,8% eine Wirkungslogik für ihre
gen als Entrepreneure. Mehr als 4 von 5 (87,7%) der DSEM-Social-Entre-
Organisation entwickelt und 34,2% planen dies.
preneurs haben die sozialen Wirkungsziele ihrer
Es lässt sich festhalten, dass die gesellschaftliche Folglich haben 82,5% der DSEM-Social-Entrepre-
Organisation festgehalten. 58,5% der DSEM-Soci-
Wirkung für nahezu alle DSEM-Social-Entrepre- neurs insgesamt Wirkungsziele und eine Wir-
neurs bedeutsam59 ist (99,1%). Die Bedeutsamkeit
der finanziellen Rendite hingegen ist heterogen Wirkungsziele Wirkungslogik Wirkungsanalyse
und beschreibt die Vielseitigkeit der DSEM-Soci-
n=212 n=199 n=175
al-Entrepreneurs. Dies entspricht auch der Hete-
rogenität der angewandten Rechtsformen (siehe
Kapitel 1.4).

Wirkungsanalyse 93,9% 87,9% 90,3%


n=199 n=175 n=158
Um nachzuvollziehen, ob das Ziel einer bestimm-
6,1% 12,1% 9,7%
ten gesellschaftlichen Wirkung durch das Agie-
ren der Organisation tatsächlich erreicht wird, ist
es hilfreich zunächst die gesellschaftliche Her-
ausforderung selbst zu verstehen, Wirkungsziele
zu formulieren und eine Wirkungslogik zu ent-
wickeln und im Anschluss die eigene Wirkung zu
ja / in Planung ja / in Planung ja / in Planung
analysieren60. nein / keine Angabe nein / keine Angabe nein / keine Angabe

58 Hirschfeld et al. 2019 S.23 Abb. 16: Haben Sie Wirkungsziele für Ihre Organisation festgelegt?; Haben Sie eine Wirkungslogik für Ihre
59 D.h. Bedeutsamkeit der gesellschaftlichen Wirkung wurde Organisation entwickelt?; Analysieren Sie regelmäßig ob Sie Ihre Wirkungsziele erreichen?
mit einer Zahl größer als 2 auf der Skala von 0 bis 6 bewertet.
60 Kurz & Kubek 2018 S.6 ff.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 40


al-Entrepreneurs haben ihr Ziel in der Strategie, 93,9% der DSEM-Social Entrepreneurs haben Wirkungsziele für
49,1% im Unternehmensleitbild und 33,5% in der
Satzung festgehalten. 12,7% der DSEM-Social-Ent- ihre Organisation festgelegt oder planen dies.
repreneurs haben dies sogar in allen drei Katego-
rien getan. 11,3% gaben andere Methoden an, mit
denen sie ihre Wirkungsziele in der Organisation
Strategie
festhalten. Unter den Nennungen waren bspw.
das Festhalten in einer Vision, mit dem Social Re-
porting Standard oder in jährlichen Wirkungsbe- Unternehmensleitbild

richten. Andere gaben an, noch daran zu arbeiten.


11,8% gaben an, ihre sozialen Wirkungsziele nicht Satzung
festzuhalten und weitere 0,9% machten keine An-
gabe.
Nicht festgehalten

Beobachten lässt sich zudem, dass DSEM-Soci-


al-Entrepreneurs, die positiv auf die Verwendung Anderes
von Wirkungszielen, einer Wirkungslogik und die
Analyse der eigenen Wirkungsziele antworteten,
Keine Angabe
zu 90,5% die sozialen Wirkungsziele ihrer Orga-
nisation in der Strategie, im Unternehmensleit- 0 20 40 60 80 100 120
bild und/ oder in der Satzung festhalten. Somit Anzahl der Antworten
haben 31,6% der DSEM-Social-Entrepreneurs eine
Abb. 17: An welchen Stellen sind die sozialen Wirkungsziele Ihrer Organisation festgehalten?
Wirkungslogik entwickelt, den Fortschritt ihrer (Mehrfachauswahl möglich)
Wirkungsziele analysiert und ihre Wirkungsziele
in Strategie, Unternehmensleitbild und/oder Sat- Eine Erklärung für das Ausbleiben der eigenen
zung festgehalten. Wirkungsmessung kann insbesondere auch das
Alter der Organisation sein. Vor allem in der Star-
Insgesamt wird deutlich, dass sowohl die Wir- tup-Phase scheint eine Wirkungslogik und die
kungsmessung, als auch das Festhalten von so- Analyse der Wirkungsziele prozentual weniger oft
zialen Zielen, relevante Aspekte für die Mehrzahl umgesetzt zu sein als in späteren Phasen. In den
der DSEM-Social-Entrepreneurs sind. Auffällig ersten zwei Phasen der Gründung fällt es schwer,
ist auch, dass viele DSEM-Social-Entrepreneurs die ressourcentechnisch aufwendige Wirkungs-
noch in Planung der einzelnen Aspekte sind. analyse umzusetzen.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 41


1.10 Wirkungsfelder

„Hochwertige Bildung“ und „Nachhaltige/r


Konsum und Produktion“ sind die häufigst
100

genannten SDGs.
80

Anhand der Sustainable Development Goals der


Agenda 203061 ordneten die DSEM-Social-Entre-

Anzahl der Antworten


preneurs ein, in welchen Wirkungsfeldern sie eine 60

positive Wirkung erzielen wollen. Social Entrepre-


neurship hat - nach den befragten Sustainable
Development Experts des GlobeScan-SustainA- 40
bility Leaders Surveys 201862 - am zweitmeisten
zum Fortschritt der SDGs beigetragen63. Die im
DSEM 2019 am häufigsten genannten SDGs sind
20
„Hochwertige Bildung“ mit 46,2%, „Nachhaltige/r
Konsum und Produktion“ mit 45,3%, „Gesundheit
und Wohlergehen“ mit 44,3% und „Menschenwür-
dige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ mit 43,4%. 0

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Im Vergleich zu den Zahlen des DSEM 2018 verän-

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SDGs nicht. Zu unterstreichen ist an dieser Stelle,

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dass 88,7% der DSEM-Social-Entrepreneurs mehr

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61 United Nations 2015; weitere Informationen und


Zahlen zu den SDGs in Deutschland finden Sie hier:
https://sustainabledevelopment-germany.github.io
Abb. 18: Auf welche der folgenden Sustainable Development Goals (SDGs) versuchen
62 GlobeScan & SustainAbility 2018 Sie mit Ihrer Organisation positiv einzuwirken? (Mehrfachauswahl möglich)
63 GlobeScan & SustainAbility 2018 S.10

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 42


1.11 Wirkungsskalierung

87,3% der DSEM-Social- Die Studie „Wenn aus klein systemisch wird. Das Wirkungsregionen
Milliardenpotenzial sozialer Innovationen“ von
Neben dem Wirkungsziel gaben die DSEM-So-
Entrepreneurs streben eine Ashoka und McKinsey64 zeigt auf, dass die Skalie-
cial-Entrepreneurs auch die Wirkungsregion an.
rung der Wirkungen von Social Enterprises sich
Skalierung ihrer Organisation volkswirtschaftlich lohnen kann.
Bemerkenswert ist, dass 94,3% der DSEM-Social-
Entrepreneurs sich in Deutschland engagieren.
an. In der Befragung des DSEM 2019 äußerten 87,3% Hier zeigt sich ein starker Fokus auf lokales Han-
der DSEM-Social-Entrepreneurs, dass sie bestrebt deln und das Lösen von gesellschaftlichen Her-
sind, ihre Organisation zu skalieren. 9,0% sind un- ausforderungen vor Ort. Darüber hinaus wirken
sicher hinsichtlich ihrer Skalierungspläne. 2,8% 42,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs in mehr als
dagegen wollen nicht skalieren. 0,9% machten einer Wirkungsregion.
2.8 % keine Angabe.
0.9 % 9.0 % Insbesondere für Afrika (14,2%) und Lateiname-
rika & Karibik (8,0%) sind die Prozentanteile der
DSEM-Social-Entrepreneurs höher als die der Teil-
nehmer des DSEM 201865. Prinzipiell gilt ein leicht
höherer Wert auch für Deutschland, die EU ohne
Deutschland (34,5%), und Nordamerika (4,7%). Ein
94,3% der DSEM-Social- niedrigerer Prozentanteil ergibt sich für Asien &
87.3 % Entrepreneurs möchten ihre Ozeanien (11,8%), wohingegen Osteuropa (nicht
EU) & Russland (6,1%) einen quasi konstanten
Ja
Unsicher Wirkung in Deutschland Prozentanteil ausmachen.
Nein
Keine Angabe
erzielen. Zudem sind 23,1%
international, außerhalb der
Abb. 19: Sind Sie bestrebt Ihre Organisation zu
EU, aktiv.
skalieren?

65 Aufgrund der Nichtrepräsentativität sind diese Ergebnisse nicht


64 Ashoka und McKinsey & Company 2019 als Trend sondern nur als Vergleich der Stichproben zu verstehen.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 43


„ Unternehmensprofile

Peer Education ist der Schlüssel


Digitale Helden gGmbH
Einzigartig durch Blended Learning
Ausgrenzung und Hass
Die Digitalen Helden treffen sich an den Schu-
im Internet führen zu len regelmäßig im Rahmen einer AG oder eines
Wahlpflichtkurses. Durch Veranstaltungen wie
Barcamps und Workshops können sich die
Gewalttaten im realen Leben. Digitalen Helden dann über ihre Schule hinaus
regional vernetzen. Diese Kombination von Peer
Deswegen ist unsere Arbeit Education und Blended Learning online und off-
line macht die Medienbildung des Digitale-Hel-
für eine bessere Bildung den-Mentorenprogramms einzigartig.

im Bereich der digitalen Digitale Kommunikation kompetent und be-


wusst nutzen
Kommunikation und Medien Das Ausbildungsteam unterstützt Schüler*in-
nen, Eltern und Lehrer*innen darüber hinaus mit
auch immer ein direktes Angeboten und Webinaren, digitale Kommunika-
Jörg Schüler,
tion kompetent und bewusst zu nutzen und qua-
Mit-Gründer & Geschäftsführer
Engagement für den Frieden. lifiziert sie, selbst präventive Aktivitäten durch-
zuführen und bei digitalen Notfällen zu helfen.
> www.digitale-helden.de

D ie Digitale Helden gGmbH bildet in ihrem


Mentor*innenprogramm Schüler*innen
der 8.-10. Klasse in Online-Kursen zu Digitalen
Das Projekt mit Sitz in Frankfurt läuft seit 2013.
Für das Schuljahr 2019/20 sind aktuell über 160
Helden aus. Sie werden Mentor*innen für jünge- Schulen aus zehn Bundesländern angemeldet,
re Mitschüler*innen, um diese für Themen wie damit werden im laufenden Schuljahr geschätzt
Cybermobbing, Sexting oder Hass im Netz zu über 19.000 Schüler*innen, etwa 9.000 Eltern
sensibilisieren. Dieser Peer-Education-Ansatz – und über 300 Lehrer*innen erreicht. Das Digitale
die Idee, dass Schüler*innen von anderen Schü- Helden-Mentor*innenprogramm wird durch ein
ler*innen lernen – ist der Kern der Ausbildung breites Netzwerk gefördert.
zum Digitalen Helden.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 44


„ Unternehmensprofile

Vorwort gp Initiators
Wertschätzung für Lebensmittel und Ressourcen
SIRPLUS GmbH

Z uerst mit foodsharing und heute mit SIRPLUS


engagiert sich Raphael Fellmer seit 2009 ge-
gen jegliche Ressourcenverschwendung und für
tigem Konsum inspirieren. Unsere Vision ist eine
Welt, in der niemand Hunger leiden muss und al-
les produzierte Essen gegessen wird.” Um Hunger
eine nachhaltige Lebensweise. Gerettete Lebens- zu bekämpfen und die Umwelt zu schonen, will
mittel, die noch bestens genießbar sind, bietet SIRPLUS weiter wachsen und zukünftig auch di-
sein Unternehmen in Rettermärkten und im On- rekt mit ärmeren Ländern kooperieren, indem es
lineshop an und macht sie so allen Menschen ihnen überschüssige Lebensmittel abkauft, diese
zugänglich. In den nächsten 10 Jahren lautet SIR- aber auch vor Ort verteilt - gemäß des 1+1 Share-
PLUS’ Mission, 5 Millionen Tonnen Lebensmittel in Prinzips. “Wir werden z.B. krumme und zu große
mehr als 15 verschiedenen Ländern zu retten. Die oder kleine Bananen importieren und für jede Ba-
weltweite Lebensmittelverschwendung ist ange- nane, die wir hier in Deutschland verkaufen, eine
sichts von Hungersnöten ein ethisches Problem. in den Herkunftsländern verschenken.
Sie ist zudem für 8% aller globalen Treibhausga-
se verantwortlich. Wäre Lebensmittelverschwen- Raphael Fellmer, m
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dung ein Land, wäre es nach China und den USA ric
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Gründer & Geschäftsführer SIRPLUS :E
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der drittgrößte C02-Emittent. tog
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> www.sirplus.de

Wir müssen
Enkeltauglichkeit für alle
Menschen erlebbar machen.

SIRPLUS stellt sich also einer der größten Heraus-


forderungen des 21. Jahrhunderts. „Es ist schön,
zu wissen, dass wir einen Beitrag zu zentralen
Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen
leisten und auch unsere Kund*innen zu nachhal-

Deutscher
Deutscher Social
Social Entrepreneurship
Entrepreneurship Monitor2019
Monitor 2019 Seite
Seite 45
45
1.12 Finanzielle Situation

Um Startkapital aufzubringen, nutzten 73,1% eigene Ersparnisse


und 30,7% nutzten finanzielle Unterstützung durch Familie und
Freund*innen. Nur 23,1% konnten staatliche Fördermittel in
Anspruch nehmen. 30%

Startkapital sich zu Beginn mit einer Summe zwi-


schen 10.000 Euro und unter 25.000 25%
86,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs finanzier-
Euro, 9,0% mit einer Summe zwischen
ten ihre Organisation zu Beginn mit aufgebrach-
5.000 Euro und unter 10.000 Euro und

Prozentuale Verteilung
tem Startkapital, wohingegen 11,8% kein Start- 20%
9,9% mit einer Summe zwischen 1.000
kapital aufbrachten. Unter denjenigen, die kein
Euro und unter 5.000 Euro. Insgesamt
Startkapital aufbrachten, ist die Rechtsform des
gaben 4,2% an, weniger als 1.000 Euro 15%
eingetragenen Vereins verhältnismäßig häufig
Startkapital genutzt zu haben.
und die der GmbH verhältnismäßig selten zu be-
obachten. Insgesamt 1,4% der DSEM-Social-Entre- Beleuchtet man die 30,2% der DSEM- 10%

preneurs machten keine Angabe zu der Höhe ihres Social-Entrepreneurs, die zwischen
Startkapitals. 25.000 Euro und inklusive 100.000 Euro
5%
Startkapital aufbrachten, ist zu se-
3,3% der DSEM-Social-Entrepreneurs hatten mehr
hen, dass 17,9% davon ein Startkapital
als 500.000 Euro für den Beginn ihrer Organisati-
von mehr als 75.000 Euro bis inklusive 0%
on zur Verfügung. 15,6% starteten mit einem Start-
100.000 Euro nutzten, 7,5% ein Startka-

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klusive 75.000 Euro nutzten und 73,4%

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Euro und unter 100.000 Euro66. 16,0% finanzierten

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25
Abb. 20: Wie viel Startkapital in Euro (aus Eigenkapital,
66 Zu Beachten ist, dass die Beobachtungen auf dem unteren
Grenzwert einer Kategorie in der Regel mit in die Kategorie zäh- Bankkrediten, u.Ä.) wurden aufgebracht, damit sich Ihre
len und die Beobachtungen auf dem oberen Grenzwert nicht; Organisation zu Beginn finanzieren konnte?
genauere Aufschlüsselung siehe Beschriftung der Grafik.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 46


Prinzipiell gibt es verschiedene Mög- DSEM-Social-Entrepreneurs eine staatliche För-
Eigene Ersparnisse
lichkeiten, eine Organisation zu Beginn derung zur Anschubfinanzierung69. Die DSEM-So-
des Unternehmens zu finanzieren.67 cial-Entrepreneurs nutzten entsprechend eben-
Familie und Freunde
73,1% der DSEM-Social-Entrepreneurs falls seltener die Möglichkeit einer Finanzierung
finanzierten sich bzw. ihre Organisa- über Business Angels, Bankdarlehen und Impact
Staatliche Fördermittel
tion zu Beginn durch eigene Ersparnis- Investment & Venture Capital. Im entsprechen-
se. 30,7% finanzierten sich durch Fami- den Vergleich nutzten die DSEM-Social-Entrepre-
Crowdfunding/Crowdinvesting
lie und Freund*innen und 23,1% durch neurs aber prozentual häufiger eine Finanzierung
staatliche Fördermittel. Mehr als jeder durch Crowdfunding.
Stiftungsförderung
sechste (17,5%) nutzte die Möglichkeit
24,5% empfanden die Akquise der eigenen Erspar-
sich über Crowdfunding zu finanzieren.
Innenfinanzierung (aus nisse, soweit diese erfolgte (n=155), als schwer
operativem Cashflow) Eine Finanzierung durch Stiftungsför-
oder sehr schwer. Für Familie und Freund*innen
derung (16,5%), Bankdarlehen (11,8%),
Bankdarlehen waren es entsprechend 20,0% (n=65).
Innenfinanzierung (aus operativem
Cashflow) (11,8%), Business Angel Die Akquise von staatlichen Fördermitteln be-
Business Angel
(8,5%), Inkubatoren, Company Builder, werteten 32,7% (n=49) der DSEM-Social-Entre-
Accelerator (7,5%), andere Kapitalquel- preneurs als schwer oder sehr schwer. Zu Be-
Inkubator, Company Builder,
Accelerator len (7,5%), Impact Investment (2,4%) achten ist, dass kleine Fallzahlen an dieser Stelle
und Venture Capital (2,4%) wurde selte- ebenfalls ein Indiz dafür darstellen können, dass
Andere Kapitalquellen ner genannt. eine entsprechende Akquise schwierig ist, da sie
bei vielen nicht erfolgte. Dies gilt auch für Crow-
Venture Capital Im Vergleich zu den bisher in Anspruch
dfunding, welches 40,5% (n=37) als schwer oder
genommenen Kapitalquellen der Start-
sehr schwer empfinden und für die Stiftungs-
Impact Investment ups im Deutschen Startup Monitor68
förderung, die 37,1% (n=35) als schwer oder sehr
nutzen prozentual deutlich weniger
schwer empfinden.70
Venture Debt

IPO/Börsengang

0 20 40 60 80 100 120 140 160

Anzahl der Antworten


67 Einen Überblick über Finanzierungs- und 69 Aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen
Abb. 21: Wie hat sich Ihre Organisation zu Beginn finanziert? Förderinstrumente für Social Entrepreneurship nur eingeschränkt vergleichbar.
finden Sie hier: https://www.send-ev.de/ 70 Alle weiteren Finanzierungsmittel haben so wenige Nutzer (n<30)
(Mehrfachauswahl möglich) uploads/finanzierungsbooklet.pdf. innerhalb der DSEM-Social-Entrepreneurs, dass eine quantitative
68 Kollmann et al. 2019 S. 47 Analyse der Schwierigkeit bei der Akquise nicht belastbar wäre.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 47


Sehr schwer
Impact Investment 40.0 40.0 20.0 Schwer
Weder noch
Zusammengefasst wird hier die kritische Frage Leicht
Sehr leicht
nach der Startfinanzierung, wie auch in Kapitel Stiftungsförderung 37.1 34.3 22.9 5.7
3.2 zu sehen, sichtbar. Die relevanten Akteure des
wirtschaftlichen Handelns in Deutschland müs-
Andere Kapitalquellen 25.0 37.5 18.8 18.8
sen sich noch mehr gegenüber Social Entrepre-
neurs öffnen, als dass Social Entrepreneurs die
Handelspartner*innen und Investor*innen vorfin- Crowdfunding/Crowdinvesting 10.8 29.7 37.8 18.9 2.7
den, die sie benötigen.

Einnahmen Inkubator, Company Builder,


25.0 31.3 37.5 6.3
Accelerator

Im Durchschnitt mehr als 500.000 Euro im Mo-


nat nehmen 3,3% der DSEM-Social-Entrepreneurs Bankdarlehen 4.0 20.0 32.0 40.0 4.0
ein. 9,0% nehmen im monatlichen Durchschnitt
100.000 Euro bis unter 500.000 Euro ein, 14,2%
Innenfinanzierung (aus operativem
nehmen 25.000 Euro bis unter 100.000 Euro ein, 4.0 44.0 28.0 24.0
Cashflow)
18,4% nehmen 10.000 Euro bis unter 25.000 Euro
ein, 8,5% nehmen 5.000 Euro bis unter 10.000 Euro Staatliche Fördermittel 2.0 30.6 32.7 30.6 4.1
ein und 17,0% nehmen 1.000 Euro bis unter 5.000
Euro ein. 11,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs
nehmen im Monat durchschnittlich bis unter Venture Capital 20.0 40.0 40.0

Der mittlere71 der DSEM-Social Business Angel 5.6 16.7 33.3 27.8 16.7

Entrepreneurs nimmt im
Familie und Freunde 3.1 16.9 30.8 29.2 20.0

Durchschnitt 5.800 Euro im


Monat ein. Eigene Ersparnisse 5.8 18.7 28.4 23.9 23.2

0% 20% 40% 60% 80% 100%


71 Median der DSEM-Social-Entrepreneurs,
die eine Angabe gemacht haben. Prozentuale Verteilung
72 Einen Überblick über die Verteilung der gesamten
Jahreseinnahmen von 101 Sozialunternehmern in 2014 finden Abb. 22: Wie leicht fiel Ihnen die Akquise, der von Ihnen angegebenen Finanzierungsmittel?
Sie in SEFORÏS Forschungskonsortium 2016 S.20.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 48


1000 Euro ein. Weitere 16,0% der DSEM-Social-Ent- 45,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs haben eine finanzielle
repreneurs gaben an, keine Einnahmen zu haben
und 1,9% machten keine Angabe.72 Planungssicherheit von maximal sechs Monaten.
Insgesamt lassen die Daten Rückschlüsse auf
Finanzielle Planungssicherheit
die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und der
sich dadurch ergebenden finanziellen Grundla- Finanzielle Planungssicherheit kann ein Anhalts-
gen von Social Entrepreneurs in Deutschland zu. punkt für unternehmerisches Agieren darstellen. 45%
Daher fragten wir die Teilnehmer*innen des DSEM
2019, wie viele Monate finanzielle Planungssicher- 40%
18%
heit sie aktuell haben. Antworten konnten von 0
35%
16%
bis 24 Monate angegeben werden. Teilnehmer*in-

Prozentuale Verteilung
14% nen, die mehr als 24 Monate finanzielle Planungs- 30%

sicherheit haben, konnten die Option „mehr als


12% 25%
24 Monate“ wählen.
Prozentuale Verteilung

10%
20%
67,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs haben eine
8%
finanzielle Planungssicherheit von maximal ei- 15%
6%
nem Jahr73. 45,8% sogar nur von maximal 6 Mo-
10%
4% naten. 17,9% hatten eine finanzielle Planungssi-
2%
cherheit von maximal drei Monaten. Betrachtet 5%

man nur DSEM-Social-Entrepreneurs, die bis ein-


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schließlich 2016 gegründet haben, ergibt sich ein
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ähnliches Bild74. Das Alter der Organisation kann


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cherheit in der finanziellen Planung sein.


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Abb. 23: Wie hoch sind die durchschnittlichen Abb. 24: Wie viele Monate finanzielle
monetären Einnahmen in Euro (z.B. aus dem Verkauf Planungssicherheit haben Sie aktuell?
von Produkten/Dienstleistungen oder durch Spenden)
je Monat in Ihrer Organisation?

73 Zu beachten ist: 1,4% machten keine Angabe.


74 62,6% finanzielle Planungssicherheit von maximal einem Jahr.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 49


DSEM-Social-Entrepreneurs erhalten nur zu einem sehr geringen Anteil Unterstützung
des Staates durch das Förderprogramm EXIST. Viele greifen auf Förderprogramme
zurück, die eigens zur Unterstützung von Social Entrepreneurship initiiert wurden.
Förderprogramme Factory, 0,5% durch Impact Collective und weitere 12% der EXIST-geförderten Startups dem Bereich
0,5% durch den High-Tech Gründerfonds. 0,5% der Social Entrepreneurship zuzuordnen76. Dieses
Um einen besseren Überblick über die Nutzung
DSEM-Social-Entrepreneurs machten keine An- Verhältnis kann als Indiz für die strukturelle Be-
von Förderangeboten und Förderpartner*innen
gaben. nachteiligung von Social Entrepreneurs in der öf-
der DSEM-Social-Entrepreneurs zu bekommen,
fentlichen Förderlandschaft gewertet werden.
wurden diese darüber befragt, an welchen Förder- In Summe haben 18,4% der DSEM-Social-Entre-
programmen der verschiedenen Organisationen preneurs an mehr als einem der genannten (ohne
zur Unterstützung von Social Entrepreneurship „Andere“) Förderprogram- 90

(siehe Abb. 25) sie teilgenommen haben. Ganze me teilgenommen. Das heißt
80
50,5% der DSEM-Social-Entrepreneurs gaben da- von allen DSEM-Social-Entre-
bei an, an keinem Programm der genannten Orga- preneurs, die an mindestens 70
nisationen teilgenommen zu haben. 43,4% äußer- einem der genannten Förder-
ten dies durch die Antwortmöglichkeit „Keine“.

Anzahl der Antworten


programmen teilgenommen 60
Andere nutzten die Antwortmöglichkeit „Andere“ haben (49,5%), haben 37,1%
und gaben weitere Programme/Organisationen mindestens zwei dieser Förder- 50

an. Insgesamt wählten 13,7% der DSEM-Social- programme in Anspruch ge-


40
Entrepreneurs die Option „Andere“ aus. nommen.
30
22,2% der DSEM-Social-Entrepreneurs nutzten Insgesamt lässt sich beobach-
ein Förderprogramm eines Social Impact Labs ten, dass DSEM-Social-Entre-
20
und 15,1% von Ashoka. 12,3% ließen sich durch preneurs nur zu einem sehr
startsocial unterstützen und 8,0% durch Project- geringen Anteil Unterstützung 10
Together. 4,2% verwendeten die Ressourcen eines des Staates über das Förder-
Impact Hubs und 3,8% nutzten das Angebot der programm EXIST erhalten. 0

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Social Entrepreneurship Akademie. 2,8% wur- Während sich im Deutschen

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den durch den Climate-KIC gefördert, 2,4% durch Startup Monitor inzwischen

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EXIST, 1,4% durch Grünhof, 0,9% durch die Impact 41,9% der Startups dem Thema

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75 Kollmann et al. 2019 S. 38 nen75, sind bislang erst knapp Abb. 25: Haben Sie an einem Förderprogramm der folgenden Organisationen
76 „Der Bereich Soziales Unternehmertum besitzt bereits jetzt
mit knapp 12 Prozent der geförderten Vorhaben einen signifikanten teilgenommen? Wenn ja, an welchem? (Mehrfachauswahl möglich)
Stellenwert im EXIST-Programm” (Bundesregierung 2019 S.7).

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 50


2

Social Entrepreneurs, ihre


Teams und Mitarbeitende
2.1 Social Entrepreneurs als Gründer*innen

Im folgenden Kapitel beziehen sich alle Zahlen 46,7% der DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen fühlen sich
und Abbildungen auf solche DSEM-Social-Entre-
preneurs, die angaben Gründer*in zu sein. Dies er- dem weiblichen Geschlecht zugehörig und 48,9% fühlen sich
gibt 180 DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*in-
nen. dem männlichen Geschlecht zugehörig.
Alter der Social Entrepreneurs im DSEM 2018, wobei die prozentualen Anteile der In der deutschen Startup-Welt sind Gründerin-
Betrachtet man das Alter der DSEM-Social-Entre- älteren Personen leicht gestiegen und der Anteil nen noch immer die Minderheit.77 78 Diese Unter-
preneur-Gründer*innen fällt auf, dass viele von der jüngeren leicht gesunken ist. repräsentanz der Frauen scheint jedoch weniger
ihnen Anfang bis Mitte 30 sind. Insgesamt ist auf die DSEM-Social-Entrepreneur-Gründerinnen
Geschlecht der Social Entrepreneurs
mehr als jede*r dritte (38,9%) der DSEM-Social- zuzutreffen. In einer repräsentativen Studie der
Entrepreneur-Gründer*innen zwischen 30 und Die Geschlechterverteilung der DSEM-Social-Ent- KfW79 sind die jungen Sozialunternehmerinnen
36 Jahren alt. 1,1% sind zwischen 18 und 24, 38,3% repreneur-Gründer*innen nach Alter zeigt, dass sogar leicht in der Mehrzahl gegenüber den jun-
zwischen 25 und 34, 27,2% zwischen 35 und 44, das Verhältnis von Männern und Frauen durch die gen Sozialunternehmern.
21,1% zwischen 45 und 54 Jahre alt und 9,4% sind Altersklassen hinweg relativ ausgeglichen bleibt.
älter als 54 Jahre. Zu 2,8% fehlen entsprechende Frauen- und Männeranteil liegen beide in jeder
Angaben. Damit ergibt sich ein ähnliches Bild wie Altersklasse über 35%. Für die Summe der DSEM-
Social-Entrepreneur-Gründer*innen gilt eine ent-
sprechend ausgeglichene Verteilung. 48,9% da-
Männlich
18 bis 24 Jahre von fühlen sich dem männlichen Geschlecht und 46.7 % 48.9 % Weiblich
25 bis 34 Jahre 46,7% dem weiblichen Geschlecht zugehörig. 0,6% Keine Angabe
35 bis 44 Jahre
45 bis 54 Jahre zählen sich zu Sonstiges. Weitere 3,9% wollten Sonstiges
Über 54 Jahre
Keine Angabe
keine Angaben zu ihrem Geschlecht machen.
1.1 38.3 27.2 21.1 9.4 2.8

3.9 %
0.6 %

0% 20% 40% 60% 80% 100%


Abb. 27: Welchem Geschlecht fühlen Sie sich zugehörig?
Prozentuale Verteilung

77 Kollmann et al. 2019 S.13


78 Hirschfeld et al. 2019 S.15
Abb. 26: In welchem Jahr sind Sie geboren? 79 Metzger 2019 S.3

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 52


Seriengründung

Rund jede*r zweite der DSEM-Social-Entrepre-


neur-Gründer*innen (48,9%) ist Neugründer*in.
Dieser Wert liegt unter dem der Startups (60,2%) 22.8 %

aus dem Deutschen Startup Monitor 201980. 22,8%


Keine
der DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen 1
48.9 %
dagegen haben bereits eine Organisation gegrün- 2
3
det, 16,7% haben zwei Organisationen gegründet, 16.7 %
Mehr als 3
3,3% haben drei Organisationen gegründet und Keine Angabe

7,8% sogar mehr als drei. 0,6% machten keine An-


gabe. 7.8 %
3.3 %
Insgesamt gaben 41,8% der DSEM-Social-Entre- 0.6 %
preneur-Gründer*innen mit Gründungserfahrung
(über die aktuelle Gründung hinaus, n=91) an, Abb. 28: Wie viele Organisationen haben Sie vor der
ausschließlich soziale Organisationen gegrün- jetzigen (mit-)gegründet?
det zu haben. Dagegen gründeten 29,7% sowohl
soziale als auch konventionelle Organisationen. Jede*r zweite (50,6%) der DSEM-Social-Entrepreneur-
Weitere 25,3% gaben an, zuvor nur konventionelle
Organisationen gegründet zu haben und zu 3,3% Gründer*innen verfügt über Gründungserfahrung
liegen keine weiteren Angaben vor.
über die aktuelle Gründung hinaus.

80 Kollmann et al. 2019 S.34

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 53


Weitere Demografische Merkmale d.h. neben der Gründung wurden
140
keine anderen Tätigkeiten ver-
Vier von fünf (80,0%) DSEM-Social-Entrepreneur-
folgt. 8,3% studierten und arbei-
Gründer*innen haben einen Fachhochschul- oder
teten nebenberuflich während 120
Universitätsabschluss. 13,3% gaben als höchsten
der Gründung ihrer Organisa-
Abschluss eine Fachhochschul- oder Hochschul-
tion, wohingegen 7,2% studier-
reife an und 2,2% einen Realschulabschluss. Wei- 100
ten und gründeten. Weitere 2,8%
tere 1,7% erreichten einen Hauptschulabschluss.

Anzahl der Antworten


der DSEM-Social-Entrepreneur-
Darüber hinaus gaben 2,2% andere Auswahlmög-
Gründer*innen nahmen die Op- 80
lichkeiten an. Darunter fallen Promotionen, aber
tion „Anderes“ in Anspruch und
auch andere Abschlüsse. 0,6% machten keine An-
1,1% machten keine Angabe.
gabe. 60

Die DSEM-Social-Entrepreneur-
Diese Verteilung entspricht im Wesentlichen den
Gründer*innen wurden des Wei-
Ergebnissen aus dem DSEM 2018 und bestätigt ei- 40
teren nach ihrer Nationalität
nen hohen Anteil studierter Social Entrepreneurs.
und ihrem höchsten Bildungs-
Neben dem Bildungsabschluss wollten wir wis- abschluss befragt. 92,2% gaben 20

sen, ob Gründer*innen im Bereich Social Entre- Deutsch als Nationalität an. Wei-
preneurship nebenberuflich aktiv sind während tere 3,3% kommen aus der EU
0
der Gründung. Die DSEM-Social-Entrepreneur- (nicht aus Deutschland), 1,1% aus

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Nordamerika und jeweils 0,6%

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Gründer*innen gaben zu 39,4% an, hauptberuf-

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aus Afrika und Südamerika. Zu-

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lich während der Gründung gearbeitet zu haben.

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dem gaben 2,2% mehr als eine

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20,6% arbeiteten nebenberuflich während der

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Gründung. Ebenfalls 20,6% gründeten in Vollzeit, Nationalität an.
Abb. 29: Welches ist Ihr höchster erworbener Bildungsabschluss?

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 54


96,7% der DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen möchten
eine gesellschaftliche Herausforderung lösen. 73,3% sehen in der
Gründung die Chance, ihre Stärken sinnvoll einzusetzen.
Gründungsmotivation Bemerkenswert ist, dass
82,8% der DSEM-Social 90%
Um den Motiven der DSEM-Social-Entrepreneur-
Entrepreneur-Grün-
Gründer*innen tiefer nachzuspüren, fragten wir 80%
der*innen mehr als eine
nach ihrer Hauptmotivation zur Gründung ihrer
Hauptmotivation angibt. 70%
aktuellen Organisation. 96,7% der DSEM-Social-
Entrepreneurs-Gründer*innen möchten eine ge- Insgesamt wird deutlich,

Prozentuale Verteilung
60%
sellschaftliche Herausforderung lösen, die ent- dass für die meisten
50%
weder sie selbst (33,9%), Familie und Bekannte DSEM-Social-Entrepre-
(20,6%) oder die Gesellschaft als solche (91,1%) neur-Gründer*innen, die 40%
betrifft. Viele DSEM-Social Entrepreneur-Grün- gesellschaftliche Rele-
der*innen sehen in der Gründung einer Organi- vanz eine große Moti- 30%

sation aber auch die Chance, ihre Stärken sinn- vation ist. Auch Selbst-
20%
voll einzusetzen (73,3%). Selbstverwirklichung ist verwirklichung ist ein
mit 46,1% ebenfalls eine wichtige Motivation beim wichtiger Aspekt. Gleich- 10%

Gründen. Immerhin 35,0% der DSEM-Social Entre- zeitig sind aber auch der
0%
preneur-Gründer*innen gaben an, eine Geschäfts- Einsatz von Stärken und

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idee umsetzen zu wollen.81 Zudem gaben 2,8% der Geschäftsideen relevant.

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DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen an, An dieser Stelle spiegelt

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dass sie reich werden möchten und 2,2% möch- sich die für Social Entre-

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ten als Person bekannt werden. 4,4% der DSEM- preneurship typische
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Social-Entrepreneur-Gründer*innen gaben ande- Vereinigung von Gesell-
re Motivationen zur Gründung an. schaft und Unterneh- Abb. 30: Was war /ist Ihre Hauptmotivation zur Gründung
mertum wieder. der jetzigen Organisation? (Mehrfachauswahl möglich)

81 Einen Vergleich der Gründungsmotivation zwischen jungen


Social Entrepreneurs und anderen jungen Unternehmer*innen
finden Sie unter: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/
Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/
Fokus-2019/Fokus-Nr.-238-Januar-2019-Sozialunternehmer.pdf.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 55


2.2 Mitarbeitende und Ehrenamt

21,2% der DSEM-Social- on (17,9%) bereits in der frühen oder späten Um- Entrepreneurs der gleichen Organisation angehö-
setzungs- und Wachstumsphase befinden. 0,5% ren.
Entrepreneurs beschäftigten 10 der DSEM-Social-Entrepreneurs machten keine
Ehrenamtlich Mitarbeitende
Angaben zu der Anzahl ihrer Mitarbeiter*innen.
Mitarbeiter*innen oder mehr. In Summe ergeben sich für die 212 DSEM-Soci- Mehr als 4 Vollzeitäquivalente an ehrenamtlichen
al-Entrepreneurs 3609,15 angegebene Mitarbei- Mitarbeiter*innen nutzen 17,0% (5 bis 9 ehren-
Mitarbeiter*innen ter*innen in Vollzeitäquivalent. Zu Beachten ist amtliche Mitarbeiter*innen: 4,7%, 10 bis 49 eh-
bei der Interpretation dieser Zahl, dass nicht aus- renamtliche Mitarbeiter*innen: 8,0%, mehr als
Die Anzahl der Mitarbeiter*innen der DSEM-Social-
zuschließen ist, dass verschiedene DSEM-Social- 49 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen: 4,2%) der
Entrepreneurs unterscheidet sich zwischen den
Organisationen. 6,6% der DSEM-Social-Entrepre-
90 90
neurs beschäftigen 50 und mehr Mitarbeiter*in-
nen82, darunter die 1,4% der DSEM-Social-Entrepre- 80 80

neurs, die mehr als 250 Mitarbeiter*innen haben. 70 70

Anzahl der Antworten


Anzahl der Antworten

Weitere 14,6% der DSEM-Social-Entrepreneurs be-


60 60
schäftigen zwischen 10 und 49 Mitarbeiter*innen.
50 50
Weitere 61,8% bis zu neun Mitarbeiter*innen und
16,5% haben keine Mitarbeiter*innen. 40 40

30 30
Insgesamt lässt sich beobachten, dass 81,6% der
DSEM-Social-Entrepreneurs 10 oder weniger (bis 20 20

gar keine) Mitarbeiter*innen haben. Hier fallen die 10 10

vielen jungen Organisationen, vgl. Kapitel 1.2, ins- 0 0


besondere Gründungen aus 2018 und 2019 (41,6%
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4

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derjenigen die 10 oder weniger Mitarbeiter*innen

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auch, dass sich DSEM-Social-Entrepreneurs mit

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mehr als 10 Mitarbeiter*innen in der Organisati-

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82 Alle Angaben zu Mitarbeiter*innenstellen Abb. 31: Wie viele Personen beschäftigt Ihre Abb. 32: Wie viele Personen beschäftigt
beziehen sich auf Vollzeitäquivalente.
83 Alle Angaben zu ehrenamtlichen Mitarbeiter*innenstellen Organisation aktuell mit Arbeitsvertrag Ihre Organisation aktuell im Ehrenamt
beziehen sich auf Vollzeitäquivalente. (Vollzeitäquivalent)? (Vollzeitäquivalent)?
Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 56
DSEM-Social-Entrepreneurs. 1 bis 4 ehrenamt- 53,3% der DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen
liche Mitarbeiter*innen83 werden von 35,4% der
DSEM-Social-Entrepreneurs engagiert. Weitere gründeten zu zweit oder dritt.
8,0% nutzen zwar ehrenamtliche Mitarbeiter*in-
nen, jedoch in sehr geringem Maße, d.h. unter Gründungsmitglieder
einer Vollzeitstelle. 39,2% der DSEM-Social-Entre-
preneurs gaben an, ihre Organisation komplett Circa jede*r fünfte DSEM-Social-Entrepre-
ohne ehrenamtliche Arbeit zu führen. 0,5% mach- neur-Gründer*in gründete alleine (21,7%),
ten keine Angabe zu ihren ehrenamtlichen Mit- was den Ergebnissen des DSEM 2018 ent- 21.7 %

arbeiter*innen. In Summe ergeben sich für die spricht. 53,3% gründeten zu zweit oder dritt. 31.7 %
9,4% der DSEM-Social-Entrepreneur-Grün- 0.6 %
212 DSEM-Social-Entrepreneurs 1540,25 angege- 0.6 %
bene ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in Vollzeit- der*innen gründeten zu siebt oder mit mehr
äquivalent. Zu Beachten ist bei der Interpretation als sieben Personen, von denen die Mehr- 7.8 %

dieser Zahl, dass nicht auszuschließen ist, dass heit (82,4%) die Rechtsform des eingetrage-
nen Vereins84 angaben. 1,1% gaben keine An- 1.7 1
verschiedene DSEM-Social-Entrepreneurs der %
2.2
% 2
gleichen Organisation angehören. zahl an Gründer*innen an, wobei die Hälfte
21.7 % 3
davon sich unter „Anderes” einordnete. 4.4 %
4
7.8 % 5
6
7
Mehr als 7
Andere
Keine Angabe

Abb. 33: Wie viele Personen waren/ sind unmittelbar an der


Gründung beteiligt (Gründungsteam)?

84 Mindestanzahl zur Eintragung in das Vereinsregister


sind 7 Mitglieder (Bundesministerium der Justiz und für
Verbraucherschutz 2016 S.14, §59 Absatz 3 BGB).

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 57


2.3 Governance-Strukturen

84,2% der antwortenden DSEM-Social-Entrepreneurs binden ihre Mitarbeiter*innen in


strategische Entscheidungen ein oder binden sie eher ein. Fast zwei von drei (63,5%) der
antwortenden DSEM-Social-Entrepreneurs kommunizieren ihre Gehälter offen oder eher offen.
Als eine der drei Dimensionen der Social Entre- gegenüber Mitarbeiter*innen in Bezug auf
preneurship-Definition85 ist Governance ein wich- Gehälter, Einstellungen und Kündigungen, 100
tiges Thema. Prinzipiell vermeiden Regelungen sowie Beförderungen und Abmahnungen er-
und Strukturen, die im Sinne der Governance folgt.91
etabliert werden, dass die Organisation langfris- 80
Partizipation
tig einen Mission Drift erlebt, und stärken somit

Anzahl der Antworten


die Wertestruktur der Organisation. Teile der Go- Insgesamt bestätigten 49,1% der DSEM-So-
vernance wären daher bspw. die Nutzung einer cial-Entrepreneurs die Einbindung ihrer Mit- 60

Gemeinwohlbilanz87, die Umsetzung von Verant- arbeiter*innen in strategische Entscheidun-


wortungseigentum88, das Reinvestieren von Ge- gen, wobei 7,5% sich nicht zur Frage äußerten,
40
winnen, aber auch ein gerechter, partizipativer bzw. die Frage für sich als unzutreffend ein-
und transparenter Umgang mit Mitarbeiter*in- ordneten. Von den 92,5%, die die Frage be-
nen und Stakeholdern89. Meir et al.90 nennen eben- antworteten, gaben 53,1% an, ihre Mitarbei- 20
falls Rechtsformen, Transparenz und Reportings ter*innen in strategische Entscheidungen
als wesentliche Governance-Formen. einzubinden und 31,1% gaben an, ihre Mit-
arbeiter*innen in strategische Entscheidun-
In diesem Kontext fragten wir die Teilnehmer*in- 0
gen eher einzubinden. 7,1% stimmten weder

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nen des DSEM, inwieweit Mitarbeiter*innen in

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zu noch lehnten sie ab; äußerten sich also

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ihre strategischen Entscheidungen eingebunden

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neutral. 6,1% binden ihre Mitarbeiter*innen

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werden und eine transparente Kommunikation

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85 Osbelt 2019 91 Dabei lag eine Skala von 0 bis 100 zu Grunde, welche in
86 Vgl. Ebrahim et al. 2014 zwanziger Schritten den Kategorien „Trifft zu” bis „Trifft nicht Abb. 34: Wie wird der Prozess zur strategischen
87 Informationen zur Gemeinwohlbilanz finden Sie hier: zu” zugeordnet wurden. Zudem gab es bei Beantwortung der Entscheidungsfindung in Ihrem Projekt/ Organisation
https://www.ecogood.org/de/unsere-arbeit/gemeinwohl-bilanz. Fragen die Option „Trifft nicht zu” als Ausweichmöglichkeit,
88 Canon et al. 2018 d.h. die Frage trifft auf die Organisation nicht zu, daher ist gestaltet? Mitarbeiter*innen werden bei strategischen
89 Osbelt 2019 S.4 eine Beantwortung nicht möglich. Dies ist insbesondere Entscheidungen ...
90 Meir et al. 2017 für z.B. Organisationen ohne Mitarbeiter*innen relevant.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 58


eher nicht und 2,6% binden ihre Mitarbeiter*in- den feststellen. Bezüglich der offenen Kommu-
nen nicht in strategische Entscheidungen ein. nikation von Gehältern gibt immer noch jede*r
Zweite der Antwortenden an, diese intern offen zu
Transparenz
kommunizieren.
85,4% der DSEM-Social-Entrepreneurs beantwor- 90
teten die Frage, ob Gehälter intern offen kommu-
niziert werden. 12,7% davon kommunizieren die 80
Gehälter eher offen und 50,8% offen. 7,2% der Ant-
worten sammelten sich im mittleren Bereich der 70
Skala. 18,2% der DSEM-Social-Entrepreneurs, die
diese Frage beantworteten, halten Gehälter ge-

Anzahl der Antworten


60

heim und 11,0% eher geheim.


50
In Bezug auf die transparente Kommunikation ist
zudem festzuhalten, dass 81,4% der antworten- 40
den92 DSEM-Social-Entrepreneurs ihre Mitarbei-
ter*innen transparent (13,0% eher transparent) 30
über Einstellungen und Kündigungen informie-
ren und 67,3% der antwortenden93 DSEM-Social- 20
Entrepreneurs ihre Mitarbeiter*innen transpa-
rent (15,4% eher transparent) über Beförderungen 10

und Abmahnungen informieren.


0
Insgesamt lässt sich folglich für Informationen
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zu Einstellungen und Kündigungen, sowie Beför-

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derungen und Abmahnungen, ein relativ hohes

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Transparenzniveau von über 2/3 der Antworten-


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92 Für 16,5% der DSEM-Social-Entrepreneurs war die Abb. 35: Wie transparent werden Personalfragen in
Frage nach der Kommunikation über Einstellungen Ihrer Organisation intern kommuniziert? - Gehälter
und Kündigungen nicht zu beantworten. werden offen kommuniziert.
93 Diese Frage wurde von 73,6% der DSEM-
Social-Entrepreneurs beantwortet.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 59


81,6% investieren ihre Gewinne schwerpunktmäßig oder
größtenteils bis ausschließlich für den Zweck der Organisation.
Reinvestition von Gewinnen
70%

Zudem beantworteten die DSEM-Social-Entrepre-


neurs, inwieweit sie in ihrer Organisationspraxis 60%
dazu tendieren, ihre Gewinne für den Zweck der
eigenen Organisation einzusetzen, zu spenden 50%
oder ihre Gewinne für private Zwecke auszu-

Prozentuale Verteilung
schütten. Dabei gaben 66,5% der DSEM-Social-
40%
Entrepreneurs an, ihre Gewinne größtenteils bis
ausschließlich für den Zweck der Organisation zu
30%
nutzen. Im Vergleich dazu reinvestieren weltweit
um die 52% der Social Entrepreneurs im „Special
20%
Report on Social Entrepreneurship” des Global
Entrepreneurship Monitors 2015 ihre Gewinne im
Sinne des Organisationszwecks94. 10%

15,1% der DSEM-Social-Entrepreneurs investieren


0%
ihre Gewinne schwerpunktmäßig für den Zweck

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der Organisation. Dagegen schütten 5,2% ihre Ge-

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winne größtenteils bis ausschließlich und weitere

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3,3% schwerpunktmäßig für private Zwecke aus.
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8,5% setzen ihre Gewinne teils privat, teils für den

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Zweck der Organisation ein. 1,4% machten keine
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Abb. 36: Bitte geben Sie für die folgenden Gegensätze an, zu welcher
Seite Sie in Ihrer Organisationspraxis tendieren.
94 Bosma et al. 2016 S.16

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 60


Governance im Vergleich formances verteilen sich von keiner bis starker Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse:
Bedeutsamkeit der finanziellen Rendite. In den
Betrachtet man alle Governance-Kriterien 1. die Heterogenität der DSEM-Social-Entre-
Abbildungen 37 und 38 kann man sehen, dass
gleichzeitig95, lässt sich feststellen, dass eine preneurs in Bezug auf den Stellenwert der
gesellschaftliche Wirkung und Governance
hohe Governance und eine hohe Bedeutsam- finanziellen Rendite und
für die DSEM-Social-Entrepreneurs auch in
keit von gesellschaftlicher Wirkung häufig
Kombination relevant sind. Die Orientierung 2. die gemeinsame Orientierung hin zu ge-
zusammen fallen. Auffallend ist, dass hohe
in Richtung finanzieller Rendite variiert dabei sellschaftlicher Wirkung innerhalb und
Governance-Werte aber keine Aussage über
stark (vgl. auch Abbildung 15). Rechtsformen außerhalb der Organisation.
die Bedeutsamkeit von finanzieller Rendite
geben allerdings nur wenig Aufschluss über
machen, denn verschiedene Governance-Per-
die Bedeutsamkeit der finanziellen Rendite.
GOVERNANCE INDEX

GOVERNANCE INDEX
100 100

80 80

60 60

40 40

20 20

0 0
0 1 2 3 4 5 6 0 1 2 3 4 5 6
GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG FINANZIELLE RENDITE

Abb. 37: Governance-Index und die Bedeutsamkeit gesellschaftlicher Wirkung Abb. 38: Governance-Index und die Bedeutsamkeit finanzieller Rendite

95 Der Governance-Index wurde berechnet als arithmetisches Mittel der Governance-Kriterien Partizipation, Reinvestition von Gewinnen und
Transparenz, wobei letztere sich durch den Durchschnitt der drei Transparenzkriterien ergibt. Fehlende Angaben wurden bei der Berechnung ausgelassen.
Diese Kriterien sind hinführend aber nicht ausreichend um die Governance-Dimension abschließend zu beantworten. In den nächsten Jahren werden
wir weiter darauf hinarbeiten die Kriterien zur Messung der Governance zu verbessern. In den Abbildungen 37 und 38 wurde der Governance-Index
aus Gründen der Übersichtlichkeit in drei Cluster geteilt. Zahlen von 0 bis unter 50, 50 bis unter 75 und 75 bis 100 wurden zusammengefasst und
deren Durchschnittswert gegen die Bedeutsamkeit der gesellschaftlichen Wirkung und der finanziellen Rendite abgetragen. Die Größe der Kreise
spiegelt die Anzahl der DSEM-Social-Entrepreneurs, die sich in dem jeweiligen Cluster mit der jeweiligen Bedeutsamkeit befinden, wieder.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 61


„ Unternehmensprofile

Nachhaltigkeit nach innen und nach außen leben


einhorn products GmbH
SEND: Einhorn ist bekannt für nachhaltige und zige richtige Weg ist. Was wir dabei z.B. merken
faire Produkte. Aber auch intern seid Ihr anders ist, dass bei uns eine sehr hohe Identifikation mit
aufgestellt als die meisten anderen Organisa- den Projekten gegeben ist, da alle involviert sind.
tionen.
SEND: Aber die Gründer sind bei Euch noch Ei-
Elisa: Ja, bei uns gehören diese gesamten The- gentümer, oder?
men zusammen. Zum Beispiel gibt es bei uns in-
tern keine Titel. Auch gibt es keine Chefs, sondern Elisa: Früher waren jeweils 50% bei den beiden
wir versuchen in unterschiedlichen, kleineren Gründern. Jetzt haben wir 1% der Firma an die Pur-
Teams, uns jeweils eigene Strukturen zu erarbei- pose Stiftung gegeben. 99% der Shares sind in-
ten. All das geht einher mit unserem Verständnis nerhalb in Einhorn und die Firma gehört sich da-
für nachhaltiges Wirtschaften. mit selbst. Dadurch kann die Firma nie verkauft
werden und niemand darf Gewinne herausziehen.
Durch diesen anderen Umgang mit Eigentum –
Wir verstehen uns als
t
nd
Bra
und unserem Fokus auf Nachhaltigkeit – wollen e na
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wir als Role Model agieren. di
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Versuchslabor, für wie die Fo


toC
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Interview mit Elisa Naranjo,


Wirtschaft eigentlich sein head of fairstainability, einhorn products GmbH

> www.einhorn.my
sollte.

SEND: Führt das Fehlen von klaren Hierarchien


nicht zu Problemen?

Elisa: Der Austausch untereinander ist natür-


lich viel Arbeit. In dieser Art des gemeinsamen
Arbeitens muss man lernen, gut miteinander zu
kommunizieren und Konflikte gemeinsam aus-
zuhandeln. Aber wir glauben, dass das der ein-
Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 62
„ Unternehmensprofile

Was es bedeutet, selbstorganisiert und kompetenzbasiert zu arbeiten


betterplace lab (gut.org gemeinnützige AG)

D as Berliner Social Enterprise betterplace


stärkt seit 12 Jahren die Zivilgesellschaft in
einer digitalen Welt. Das betterplace lab, Think-
sind, nach persönlicher Kompetenz im Team ver-
teilen. Alle Arbeitsstände und Informationen über
unsere Projekte sind daher für jeden im Team
and-Do-Tank Deutschlands größter Spenden- immer zugänglich. Auch unsere Gehälter sind im
plattform betterplace.org, hat sich vor fünf Jah- Team transparent. Darüber hinaus spielen Struk-
ren aufgemacht, ein neues, selbstorganisiertes turen und Prozesse eine wichtige Rolle. Sind sie
Arbeitsmodell à la „New Work” zu schaffen. Das gut formuliert und akzeptiert, hat jeder im Team
Ziel war, jeder Person im Team Raum und Flexibi- Klarheit, wie Entscheidungen zustande kommen
lität zu geben, den Interessen und Kompetenzen und wann man selbst über Möglichkeiten der
entsprechend zu arbeiten und zu wirken. Einflussnahme verfügt. Zudem legen wir Wert auf
eine gute Konfliktkultur. Ein intensiver Feedback-
prozess zwischen allen Kolleg*innen ersetzt z.B.
Neben vielen das Jahresgespräch mit der vorgesetzten Person.

organisatorischen Vorteilen Neben vielen organisatorischen Vorteilen erleben


wir, dass diese Arbeitsweise uns selbst unter-
erleben wir, dass diese stützt, menschlicher zu sein: Empathischer, ehr-
licher, kooperativer. Im betterplace lab setzen
Arbeitsweise uns selbst wir uns für mehr Menschlichkeit in einer Welt
im Wandel ein. Mit New Work fangen wir bei uns
unterstützt, menschlicher zu selbst an.

Franziska Kreische,
sein: Empathischer, ehrlicher, Trendforscherin

kooperativer. > www.betterplace-lab.org

Selbstorganisiert bedeutet, dass wir die Verant-


wortung und Entscheidungsgewalt, die sonst
oft bei einer oder wenigen Personen konzentriert

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 63


3

Rahmenbedingungen
und Herausforderungen

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 64


3.1 Unterstützung durch die Politik

Auf Bundesebene bekommt die Politik 1 - Sehr gut


2 - Gut

von den DSEM-Social-Entrepreneurs


3 - Befriedigend
4 - Ausreichend
5 - Mangelhaft
im Durchschnitt eine Note von 4,6. Note Gründungsstandort
6 - Ungenügend
Keine Angabe

Insgesamt konnte das Thema Social Entrepre- von 2018, fällt auf, dass sich die Durchschnittsno-
neurship bis jetzt in Koalitionsverträgen dreier te für Deutschland nicht verbessert hat. Wichtig
Länder96 97 98 und im Koalitionsvertrag der Bundes- scheint daher zu sein, dass die Politik konkrete
regierung99 festgehalten werden. Maßnahmen veranlasst, um bessere Rahmenbe- 6.1 17.9 18.9 34.4 21.7
dingungen für Social Entrepreneurship zu schaf-
Dass weiterer Handlungsbedarf besteht, zeigt
fen und das Potential der Vereinbarungen in den
sich deutlich an der Benotung, welche die Politik
Koalitionsverträgen zu nutzen und in der Praxis 0.5 0.5
für die Förderung von Social Entrepreneurship er-
Anwendung finden zu lassen. 0% 20% 40% 60% 80% 100%
hält. Für Deutschland ergibt sich ein Mittelwert Prozentuale Verteilung
von 4,6. Für den jeweiligen Gründungsstandort Vergleicht man die Rahmenbedingungen für So- Abb. 39: Welche Schulnote geben Sie der Politik
ein Durchschnitt von 4,5. cial Entrepreneurship mit anderen Ländern, stellt für die Förderung von Social Entrepreneurship an
sich heraus, dass Deutschland nur noch auf Platz Ihrem Gründungsstandort?
Betrachtet man die Bewertung des Gründungs-
21 (im Vergleich zu Rang 12 2016) des Rankings: Note Deutschland
standorts nach Bundesland, ergibt sich für Ber-
„The best countries to be a social entrepreneur"101
lin eine Durchschnittsnote von 4,3, für NRW eine
ist. Die Unterstützung durch die Politik liegt zu-
4,6, für Baden-Württemberg eine 4,3, für Bayern
dem auf Platz 34.102
eine 4,4, für Hessen eine 4,7 und für Hamburg eine
1.4 15.1 23.6 38.2 20.8
4,6.100

Vergleicht man diese Werte mit den Ergebnissen


0.5 0.5
96 CSU & Freie Wähler 2018 S.45 0% 20% 40% 60% 80% 100%
97 CDU Hessen & BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Hessen 2018 S.141
Prozentuale Verteilung
98 SPD Landesorganisation Bremen, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Landesverband Bremen & DIE LINKE Landesverband Bremen 2019 S.73 f. Abb. 40: Welche Schulnote geben Sie der Politik
99 CDU, CSU & SPD 2018 S.42
100 Die anderen Bundesländer werden jeweils durch weniger als 10 für die Förderung von Social Entrepreneurship
DSEM-Social-Entrepreneurs repräsentiert. Aufgrund der geringen Anzahl 101 Thomson Reuters Foundation 2019a in Deutschland?
wird hier auf die Berechnung einer Durchschnittsnote verzichtet. 102 Thomson Reuters Foundation 2019b

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 65


3.2 Aktuelle Herausforderungen für Social Entrepreneurship

Die bedeutsamsten Hürden für die Fehlender Zugang zum Finanzmarkt 7.5 11.8 13.2 24.1 32.1 11.3

DSEM-Social-Entrepreneurs sind: Eine Fehlende passende Rechtsformen für


14.6 9.4 10.4 18.9 32.5 14.2
Sozialunternehmen

schwache Lobby für Social Entrepreneurs Schwache Lobby für


4.2 7.1 14.2 25.9 39.6 9.0
Sozialunternehmer in der Politik
in der Politik (65,6%), zu wenig gezielte Fehlender Zugang zu Unterstützungsangeboten
für Sozialunternehmer 8.0 9.0 18.4 28.8 23.6 12.3

Anschlussfinanzierung für erfolgreiche Hinderliche Organisationskultur in


innovativen sozialen Organisationen 19.8 20.8 17.0 16.0 6.1 20.3
innovative Projekte und Organisationen (62,3%)
Unzureichende Managementfähigkeiten

und eine schwer nachvollziehbare Vergabe von in Sozialunternehmen 18.9 19.8 14.2 18.4 9.4 19.3

öffentlichen Finanzmitteln (60,8%).


Mangelndes qualifiziertes Personal
17.0 25.0 11.3 13.7 11.3 21.7
im sozialen Sektor

Keine Marktplätze für Imitatoren


17.0 17.5 19.8 11.3 8.5 25.9
Bei der Bewertung der einzelnen Hürden durch die von sozialen Innovationen

DSEM-Social-Entrepreneurs waren eine schwa- Mangelnde Kooperationsbereitschaft


16.0 18.4 18.9 15.1 11.3 20.3
che Lobby für Sozialunternehmer*innen in der Po- im sozialen Sektor

litik für 65,6%, zu wenig gezielte Anschlussfinan- Schwer nachvollziehbare Vergabe von
8.0 8.5 11.8 26.4 34.4 10.8
zierung für erfolgreiche innovative Projekte und öffentlichen Finanzmitteln

Organisation für 62,3% und eine schwer nach- Zu wenig gezielte Anschlussfinanzierung
für erfolgreiche innovative Projekte und 4.7 8.0 9.0 24.5 37.7 16.0
vollziehbare Vergabe von öffentlichen Finanzmit- Organisationen
teln für 60,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs be-
Startfinanzierung 9.4 13.2 11.3 23.1 28.8 14.2
deutsam oder sehr bedeutsam. Unbedeutend
Weniger bedeutsam
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Bedingt bedeutsam
Betrachtet man dabei nur solche DSEM-Social- Bedeutsam
Prozentuale Verteilung
Entrepreneurs, die sich zu den jeweiligen Hürden Sehr bedeutsam
Trifft nicht zu/ keine Angabe
äußerten, steigen die Prozentzahlen auf 72,0%,
74,2% und 68,3%.
Abb. 41: Wie bedeutsam sind die folgenden Hürden für Ihr Unternehmen?

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 66


2019 2018 ∆ in PP
Die Prozentsätze für die Gesamtheit der DSEM- die Personalfrage bei den Lobby 65,6% 73,1% -7,5PP
Social-Entrepreneurs befinden sich in Abb. 41 und betreffenden Unterneh-
Anschlussfinanzierung 62,3% 65,9% -3,6PP
Abb. 42. In Abb. 41 werden auch die Prozentsätze men vielleicht besonders
öffentliche Finanzierung 60,8% 65,2% -4,4PP
derjenigen, die sich nicht zu den jeweiligen Hür- aktuell ist. Im Vergleich zu
den geäußert haben, unter der Rubrik „Trifft nicht 2018104 ist es auch die ein- Finanzmarkt 56,1% 55,3% 0,8PP
zu/ keine Angabe” angegeben. zige Hürde, welche sowohl Unterstützung 52,4% 55,3% -2,9PP
in der Bewertung „sehr be- Startfinanzierung 51,9% 62,3% -10,4PP
56,1% sehen den fehlenden Zugang zum Finanz-
deutsam”, als auch in der Rechtsform 51,4% 46,1% 5,3PP
markt als sehr bedeutsame oder bedeutsame
Bewertung „bedeutsam”
Hürde und 52,4% den fehlenden Zugang zu Unter- Management 27,8% 28,4% -0,6PP
zugelegt hat. Insgesamt
stützungsangeboten für Sozialunternehmer*in- Kooperation 26,4% 34,8% -8,4PP
scheint die Bedeutung des
nen. Weitere Hürden sind zu wenig unternehme- Personal 25,0% 19,8% 5,2PP
mangelnden qualifizierten
risch verwendbare Formen von Startfinanzierung Organisationskultur 22,2% 28,4% -6,2PP
Personals, obwohl relativ
(Sehr bedeutsam/ bedeutsam 51,9%), das Fehlen
gesehen noch nicht die be- Imitatoren 19,8% 29,1% -9,3PP
einer passenden Rechtsform (Sehr bedeutsam/
deutendste, tendenziell zu
bedeutsam 51,4%), unzureichende Management- Abb. 42: Vergleich (in Prozentpunkten "PP") zwischen den Herausforderungen der
steigen. DSEM-Social-Entrepreneurs in 2019 und in 2018.
fähigkeiten in Sozialunternehmen (Sehr bedeut-
sam/ bedeutsam 27,8%) und mangelnde Ko- Eine hinderliche Organisa-
Kategorie „bedeutsam” wächst ohne die entstan-
operationsbereitschaft im sozialen Sektor (Sehr tionskultur wird von 22,2% als sehr bedeutsame
dene Differenz auszugleichen. „Sehr bedeutsam”
bedeutsam/ bedeutsam 26,4%).103 oder bedeutsame Herausforderung gesehen. Für
und „bedeutsam” sinken in Kombination nur für
19,8% ist das Fehlen von Marktplätzen für Imita-
Interessanterweise nehmen nur 25,0% den Man- fehlende Marktplätze für Imitator*innen von so-
tor*innen von sozialen Innovationen sehr bedeut-
gel an qualifiziertem Personal als sehr bedeut- zialen Innovationen, welches so den niedrigsten
sam oder bedeutsam.
same oder bedeutsame Hürde wahr. Dieser Wert Wert erhält. Steigende Prozentsätze und somit in
ist erstaunlich klein im Vergleich zur verhältnis- Im Vergleich zu 2018 sinkt der Prozentsatz der der Tendenz steigende Bedeutsamkeit erhalten
mäßig häufigen Nennung des Personals bei der Summe der Kategorien „bedeutsam” und „sehr der fehlende Zugang zum Finanzmarkt, das Feh-
offenen Frage nach den heute fehlenden Ressour- bedeutsam”, gemessen an allen DSEM-Social- len einer passenden Rechtsform und der Mangel
cen (siehe unten). Dies könnte daran liegen, dass Entrepreneurs, bei fast allen Hürden. Bei vielen an qualifiziertem Personal, wobei die ersten bei-
sinkt insbesondere der extremere Wert und die den in der Kategorie „bedeutsam” zulegen und
103 Relevante Hürden für Social Enterprises in Deutschland
werden auch in „Social enterprises and their ecosystems in letzteres in beiden Kategorien steigt.
Europe” (Göler von Ravensburg et al. 2018 S.104) aufgezeigt.
104 Vergleich siehe Abb. 42

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 67


Kontakte
Unterstützung
Fachkräfte
Beratung Kommunen

Mitarbeiter*innen
Um die Bedürfnisse der DSEM-Social-Entrepre-
neurs besser zu verstehen, fragten wir außerdem,

Zugang Kapital
welche Ressourcen für die jeweilige Organisation
Rechtsberatung personelle
essentiell sind. Vor allem Themen wie Finanzie-
rung, Unterstützung in verschiedensten Formen, Skalierung
Netzwerke und Mitarbeiter*innen sind relevant für nachhaltige

Ressourcen
viele DSEM-Social-Entrepreneurs.
Zeit
Politik qualifizierte Rechtliche langfristige

Von besonderem Interesse sind außerdem solche Expertise


Bereich

Geld
Ressourcen, die den DSEM-Social-Entrepreneurs

finanzielle
Qualifizierte
heute fehlen. In der Wordcloud (Abbildung 43) wird Langfristige
ersichtlich, dass insbesondere die Akquise von Ka-
pital105 106 und Personal als fehlende Ressource für Marketing öffentliche Ministerien
Finanzen
Unternehmen
die weitere Entwicklung der Organisation empfun-
den werden.
Personal
Personen Entscheidungsträgern

Finanzielle
Gelder Rechtssicherheit

Mittel

Finanzierung
Mitarbeiter
105 Vgl. im Green Startup Monitor erleben grüne Startups
häufiger als andere Startups Schwierigkeiten bei der
Social Impactinternational
Kapitalbeschaffung (vgl. Fichter, K., Olteanu, Y. 2019 S.40).
106 Ein Vorschlag zur Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten
für innovative Ideen, die gesellschaftliche Herausforderungen lösen,
finden Sie hier: https://www.send-ev.de/uploads/sif.pdf.
Abb. 43: Denken Sie an die weitere Entwicklung Ihrer
107 Die Wordcloud bezieht sich auf die abgegebenen Antworten der Organisation: Benötigen Sie Ressourcen, die Ihnen heute
DSEM-Social-Entrepreneurs. Insgesamt sind das n=178. Dargestellt fehlen? Wenn ja, welche?107
wurden Wörter, die mindestens dreimal genannt wurden.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 68


„ Unternehmensprofile

Social Entrepreneurs testen heute die Lösungen von morgen


ProjectTogether gUG (haftungsbeschränkt)
Das Impact Startup über 1.000 Mitgliedern. Als Social-Acceleration-
Plattform bündelt ProjectTogether Ressourcen
und baut Brücken in Politik, Wirtschaft und Ge-
Ökosystem ist fragmentiert sellschaft. Seit 2015 hat ProjectTogether bereits
über 850 soziale Initiativen und Impact Start-ups
und an vielen Stellen wenig mit über 500 Coaches gefördert und sechs the-
matische Kohorten zu gesellschaftlichen Heraus-
professionalisiert. forderungen durchgeführt. In den thematischen
Kohorten arbeitet ProjectTogether mit Multi-Sta-

S ocial Entrepreneurs verirren sich oftmals im keholder-Konsortien und hat somit die Kollabora-
Dschungel der Unterstützungsmöglichkei- tion und den Austausch zwischen Akteur*innen
ten. Obwohl immer mehr Individuen und Unter- aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft von Anfang
nehmen ihre Ressourcen und Zeit für Impact zur an im Produkt verankert. ProjectTogether baut
Verfügung stellen, werden diese nicht immer am somit die koordinierenden Prozesse und die Inf-
wirkungsvollsten eingesetzt. Auf Grund fehlender rastruktur, damit Social Entrepreneurs tausende
Grundfinanzierung gibt es bisher wenig Bünde- von konkreten Lösungen für gesellschaftlichen
lung und koordinierende Prozesse – insbesondere Wandel testen, validieren und skalieren können.
das Impact-Startup-Ökosystem ist fragmentiert So werden Social Entrepreneurs zum Forschungs-
und an vielen Stellen wenig professionalisiert. zentrum für eine zukunftsfähige Gesellschaft.
Unterstützungsprogramme bauen selten aufei-
nander auf, sind nicht bedarfsgerecht oder ver- Henrike Schlottmann,
stecken sich hinter langen Förderanträgen und Co-Geschäftsführerin ProjectTogether
Bewerbungen. Viele Akteur*innen wünschen sich
mehr Kollaboration und Austausch, aber in der > https://www.projecttogether.org
Umsetzung führt dies oftmals zu Herausforde-
rungen.

ProjectTogether bietet Social Entrepreneurs be-


darfsgerechte Unterstützung, ein Coaching-Pro-
gramm und eine aktive Gründercommunity mit

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 69


„ Unternehmensprofile

Eigentum neu denken!


Purpose

F ür Unternehmen, denen es primär um Sinn


und nicht um Gewinnmaximierung geht, exis-
tiert heute häufig kein passendes Rechtskleid.
1. Vermögensbindung: Das Unternehmensver-
mögen ist nicht privatisierbar, sondern dient
dem Zweck des Unternehmens (asset-lock).

Verantwortungseigentum 2. Selbstbestimmung: Die Gesellschafterfunk-


tion ist weder vererblich noch verkäuflich,
wirkt und funktioniert. sondern bleibt, wie bei einer Anwaltskanzlei,
bei den mit den Unternehmen verbundenen
Menschen.
Allerdings ist dieUmsetzung
Startups wie Ecosia oder soulbottles und etablier-
davon oft mit rechtlichen te Unternehmen wie Alnatura zeigen: Verantwor-
tungseigentum wirkt und funktioniert. Allerdings
Hürden verbunden. ist die Umsetzung davon oft mit rechtlichen Hür-
den verbunden. Purpose ist es zwar gelungen, die-
se deutlich zu senken und vielen Unternehmen
Während gewinnorientierten Unternehmen eine
die Umsetzung von Verantwortungseigentum zu
Vielzahl an Rechtsformen zur Auswahl stehen,
ermöglichen. Doch für echte Chancengleichheit
müssen sich sinnorientierte Unternehmen oft mit
braucht es eine eigene Unternehmensform für
umständlichen Konstruktionen aus Stiftungen, Adrian Hensen,
Gründer*innen, die in Verantwortungseigentum
Vereinen oder gGmbH’s abmühen. Kein Wunder Co-Gründer Purpose
gründen wollen. Wenn wir uns trauen, Eigentum
also, dass 51,4% der DSEM-Social-Entrepreneurs
in diesem Sinne neu zu denken, könnte Deutsch- > https://purpose-economy.org
dieses Jahr das Fehlen einer passenden Rechts-
land in Zeiten dringend benötigter systemischer
form als bedeutsame oder sehr bedeutsame
Innovationen zum globalen Vorbild einer Sinn-
Hürde sahen. Hier setzt unsere Mission an: Sinn-
orientierten Wirtschaft werden.
orientiertes unternehmerisches Handeln durch
Verantwortungseigentum zu unterstützen und
langfristig zu sichern. Verantwortungseigentum
basiert auf zwei rechtlich bindenden Prinzipien:

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 70


3.3 Social-Entrepreneurship-Gründerökosystem

Noch immer gibt es viele weiße Flecken auf Social Impact Lab Hamburg yooweedoo
startsocial
der Karte der Social-Entrepreneurship-Unter- Kiel talents4good
stützer in Deutschland. Auf dieser Karte sind Schleswig-
Holstein
Social Entrepreneurship
Netzwerk Deutschland
die wichtigsten Organisationen aufgelistet, bei Hilfswerft gGmbH Mecklenburg- good impact
Vorpommern phineo
denen Gründer*innen und etablierte Social Ent- Hamburg
Stiftung Bürgermut
Social Impact Lab Berlin
erprises Unterstützung erhalten können. Social Innovation Center Hannover
Bremen
Hamburg Entrepreneurs Pledge
tbd*
Bremen Brandenburg
Impact Hub Berlin
Die Online-Version der Karte ist via „Karte von GLS Bank Hauptsitz Nieder- Climate-KIC
Ketzin
sachsen
morgen” über den folgenden Link abrufbar: Impact Hub Ruhr
Hannover Potsdam
Unternehmensgrün
Social Impact gGmbH
Berlin
Impact Factory
> bit.ly/Ökosystem Duisburg
Nordrhein-
Sachsen-
Anhalt
Westfalen Zukunftswerft gUG
Social Reporting
Duisburg Bochum
Standard Leipzig
Essen Social Impact Lab
Colabor - Raum für Kaarst Sachsen Potsdam
Nachhaltigkeit Köln
Dasselbe in Grün Thüringen Dresden
Bonn Hessen
Koblenz Butzbach
Social Impact Lab Impact Hub Dresden
Bonn Wiesbaden Frankfurt a.M. Social Impact Lab Leipzig
ISSOlab Rheinland-
Pfalz Mainz
Social Startups
Media UG Saarland
Mannheim Bayern
The Grameen Creative Lab
Stuttgart
heimathafen Accelerator
Reflecta Network Tübingen

Social Impact Lab Frankfurt Baden- München Stifter Helfen


Triodos Bank N.V. Deutschland Württemberg Social Entrepreneurship
Impact Collective Freiburg Akademie
Yunus Social Business ProjectTogether gUG
Social Finance Academy
Ashoka Deutschland
S-HUB Financing Agency for Social
Entrepreneurship
Grünhof startsocial e.V.
BonVenture
Abb. 44: Karte der Unterstützungsorganisationen in Impact Hub Munich
World Citizen School Social Impact Lab Stuttgart
Deutschland (Eigene Darstellung, angelehnt an @Weltethos-Institut Social Entrepreneurship BW e.V. Social Impact Lab München
www.kartevonmorgen.org, #gründerökosystem) Wizemann.space Ananda Ventures

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 71


3.4 Sonderauswertung

DSEM-Teilnehmer*innen, die noch nicht gegründet haben, sind dung deutschlandweit, EU-weit oder weltweit
eine Marktneuheit aufweisen werden: Wirkungs-
in verschiedenen Bereichen innovativ. Sie haben bereits einen modell, Produkt/Dienstleistung, Geschäftsmo-
dell, Prozesse, Technologie, Lieferkette, Unterneh-
starken Fokus auf ihr gesellschaftliches Engagement, begegnen mensführung.

aber oft finanzieller Unsicherheit. Fast jede*r fünfte (18,9%) der DSEM-Social-Entre-
preneurs in Gründung hat weniger als eine einmo-
DSEM-Social-Entrepreneurs in Gründung gründen alleine, 39,6% zu zweit und 32,1% zu dritt natige finanzielle Planungssicherheit. Insgesamt
oder mehr. 3,8% machten keine Angabe. Auch die haben 75,5%, also 3 von 4 DSEM-Social-Entrepre-
Mit einem Datensatz von n=53 kann an dieser neurs in Gründung, eine finanzielle Planungssi-
DSEM-Social-Entrepreneurs in Gründung sind
Stelle ein gesonderter Blick auf Social Entrepre- cherheit von maximal sechs Monaten.
insbesondere durch das Lösen einer Herausfor-
neurs in Gründung - d.h. eine Rechtsform wurde
derung, die die Gesellschaft betrifft (90,6%) und
noch nicht angemeldet/ anerkannt - geworfen Für die Benotung der Unterstützung durch die
durch die Chance, ihre Stärken sinnvoll einzuset-
werden. Diese Gruppe ist in den vorhergehenden Politik in Deutschland ergibt sich für die DSEM-
zen (66,0%) motiviert.
und folgenden Auswertungen dieser Publikation Social-Entrepreneurs in Gründung ein leicht
nicht enthalten. 69,8% der DSEM-Social-Entrepreneurs in Grün- verbessertes Bild gegenüber der Gruppe der Ge-
dung haben für ihre Organisation bereits Wir- gründeten. Mit einer Durchschnittsnote von 4,3
Neben einem halbwegs ausgeglichenen Ge- scheinen die DSEM-Social-Entrepreneurs in Grün-
kungsziele festgelegt. Weitere 28,3% planen, dies
schlechterverhältnis (56,6% Männer, 41,5% Frau- dung ein unwesentlich positiveres Urteil abzu-
zu tun. Betrachtet man darüber hinaus die Er-
en und 1,9% ohne Angabe) können wir eine eher geben als die Vergleichsgruppe mit einer Durch-
stellung einer Wirkungslogik und die Analyse der
ähnliche Verteilung der SDG-Wahl feststellen, schnittsnote von 4,6.
eigenen Wirkung, lässt sich feststellen, dass die
verglichen mit den DSEM-Social-Entrepreneurs,
Umsetzungsquote sinkt und die geplanten Aktivi-
die ihre Gründung bereits durchgeführt haben.
täten steigen. Diejenigen, welche die Analyse und
49,1% wirken auf „Nachhaltige/n Konsum und
Messung der eigenen Wirkung nicht in Betracht
Produktion", 37,7% auf „Hochwertige Bildung"
ziehen belaufen sich auf 13,2%.
und jeweils 35,8% auf „Menschenwürdige Arbeit
und Wirtschaftswachstum" und auf „Gesundheit 79,2% der DSEM-Social-Entrepreneurs in Grün-
und Wohlergehen". 45,3% haben bereits mindes- dung schätzen, dass sie in mindestens zwei der
tens eine andere Organisation gegründet. 24,5% folgenden Kategorien zum Zeitpunkt ihrer Grün-

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 72


Berlin
35
Da neben einer bundesweiten Auswertung von So-
cial Entrepreneurship in Deutschland auch eine
Betrachtung je Bundesland interessant ist, soll an 30

dieser Stelle für solche Bundesländer, die ein Mi-


nimum von 50 Teilnehmer*innen am DSEM 2019 25

stellen, eine Sonderauswertung erfolgen. Für den

Anzahl der Antworten


DSEM 2019 bedeutet dies konkret eine Sonderaus- 20
wertung für das Bundesland Berlin.

DSEM-Social-Entrepreneurs, die angaben, dass 15

der Hauptsitz ihrer Organisation in Berlin ist, bil-


den die Basis für die folgenden Ergebnisse. Insge- 10

samt haben wir für Berlin daher eine Menge von


n=61 DSEM-Social-Entrepreneurs. 5

Die Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs sind zu


54,1% männlich und zu 37,7% weiblich. Weitere 0
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8,2% machten keine Angabe. Der weibliche An-

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teil liegt in diesem Fall unter dem Bundesdurch-

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schnitt der DSEM-Social-Entrepreneurs.
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Ganze 45,9% der DSEM-Social-Entrepreneurs be-

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finden sich in der frühen Umsetzungs- und Wachs-

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tumsphase und 29,5% in der späten Umsetzungs-

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und Wachstumsphase. Diese Verteilung ist sehr

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ähnlich dem Bundesschnitt der DSEM-Social-Ent-


repreneurs. 23,0% der Berliner DSEM-Social-Ent-
repreneurs haben mehr als 10 Mitarbeiter*innen, Abb. 45: Auf welche der folgenden Sustainable Development Goals (SDGs) versuchen Sie mit
dies liegt leicht über dem Bundesschnitt. Ihrer Organisation positiv einzuwirken? (Auswertung Berlin) /Mehrfachauswahl möglich

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 73


57,4% der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs Euro ein, 21,3% nehmen bis unter 10.000
möchten mit ihrer Organisation auf das UN-Nach- Euro ein und 21,3% nehmen nichts ein. Regionale Marktneuheit
haltigkeitsziel der „Hochwertigen Bildung” ein- Deutschlandweite Marktneuheit
Betrachtet man die Governance-Dimen- EU-weite Marktneuheit
zahlen. Jeweils 47,5% verfolgen das Ziel „Weniger Weltweite Marktneuheit
sion der Berliner DSEM-Social-Entrepre-
Ungleichheiten” und „Menschenwürdige Arbeit
neurs, lässt sich feststellen, dass 78,7% 24.6
und Wirtschaftswachstum”. 44,3% sorgen sich 80%
ihre Gewinne größtenteils bis ausschließ-
außerdem um „Geschlechtergleichheit”. 27.9
lich für den Zweck der Organisation ver-
70%
Von allen DSEM-Social-Entrepreneurs, die das wenden. Dieser Wert liegt über dem bun-
SDG „Geschlechtergleichheit” angegeben haben, desweiten Wert. 47,3% der antwortenden111
60%
sitzen 40,9% in Berlin, die größte prozentuale Bal- Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs 13.1

Prozentuale Verteilung
lung108 eines SDGs in Berlin. 38,9% aller DSEM- kommunizieren Gehälter intern offen, 14.8
50%
Social-Entrepreneurs, die auf das „Leben unter 84,9% informieren ihre Mitarbeiter*innen 8.2 8.2
Wasser109” wirken wollen und 36,7% aller DSEM- transparent über Einstellungen und Kün- 36.1

Social-Entrepreneurs, die sich für „Sauberes Was- digungen und 72,9% über Beförderungen 40%
4.9 6.6
29.5

ser und Sanitäreinrichtungen110” einsetzen, haben und Abmahnungen. Jede*r zweite der Ber- 27.9 23.0
30%
ihren Sitz in Berlin. liner DSEM-Social-Entrepreneurs (52,5%) 8.2 4.9
beteiligt seine Mitarbeiter*innen an stra- 8.2 1.6
36,1% der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs 20% 11.5
tegischen Entscheidungen. 3.3
sind in ihrem Wirkungsmodell EU-weit oder welt- 3.3
16.4

weit innovativ unterwegs. 37,7% bieten Produkte/ Sieht man sich die Benotung der Politik 10%
11.5
11.5 11.5 11.5
9.8
Dienstleistungen an, die während der Gründung für Deutschland an, geben die Berliner
6.6
eine EU-weite oder weltweite Marktneuheit dar- DSEM-Social-Entrepreneurs eine Durch- 0% 1.6 1.6
stellen. schnittsnote von 4,7. Für den Gründungs-

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standort Berlin wird eine Note von 4,3 ver-

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14,8% der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs

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nehmen durchschnittlich im Monat 100.000 Euro

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und mehr ein, 23,0% 25.000 Euro bis unter 100.000

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Pr
111 Jeder der in diesem Abschnitt angegebenen
Euro, 19,7% nehmen 10.000 Euro bis unter 25.000 Prozentwerte repräsentiert die Zustimmung (Werte von
80 bis 100 auf einer Skala von 0 bis 100) zur jeweiligen Abb. 46: Bitte schätzen Sie ein, inwiefern es sich bei den
Frage im Verhältnis zur Gesamtheit der jeweils
108 Berechnet wurde der prozentuale Anteil der von den antwortenden Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs.
folgenden Punkten zum Zeitpunkt Ihrer Gründung um eine
Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs angegebenen SDGs an Die Antwortraten ergeben sich wie folgt: Reinvestition Marktneuheit handelte. (Auswertung Berlin)
den angegebenen SDGs aller DSEM-Social-Entrepreneurs. von Gewinnen 100%, Transparenz Gehälter: 90,2%,
109 Zu Beachten ist hier eine kleine Anzahl: n=18 Transparenz Einstellungen/Kündigungen 86,9%, Transparenz
DSEM-Social-Entrepreneurs für SDG 14. Beförderungen/Abmahnungen 78,7%, Partizipation 96,7%.
110 Zu Beachten ist hier eine kleine Anzahl: n=30 112 Beide Noten unterscheiden sich nur unwesentlich
DSEM-Social-Entrepreneurs für SDG 6. vom Bundesschnitt der DSEM-Social-Entrepreneurs.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 74


Unbedeutend
Fehlender Zugang zum Finanzmarkt 4.9 11.5 11.5 26.2 34.4 11.5 Weniger bedeutsam

Um die Bedürfnisse der Berliner DSEM-Social- Bedingt bedeutsam


Bedeutsam
Entrepreneurs besser zu verstehen, ist es wichtig, Fehlende passende Rechtsformen für
11.5 9.8 6.6 23.0 32.8 16.4
Sehr bedeutsam
Sozialunternehmen
Herausforderungen und Hürden nachzuvollzie- Trifft nicht zu/ keine Angabe

hen. 62,3% der Berliner DSEM-Social-Entrepre- Schwache Lobby für


6.6 4.9 19.7 31.1 27.9 9.8
neurs sehen eine Hürde in zu wenig gezielter An- Sozialunternehmer in der Politik

schlussfinanzierung für erfolgreiche innovative Fehlender Zugang zu


Projekte und Organisationen, 60,7% in einem feh- Unterstützungsangeboten für 4.9 11.5 16.4 31.1 19.7 16.4
Sozialunternehmer
lenden Zugang zum Finanzmarkt, 59,0% in einer
Hinderliche Organisationskultur in
schwachen Lobby für Sozialunternehmer*innen innovativen sozialen Organisationen 14.8 32.8 16.4 16.4 6.6 13.1
in der Politik, 55,7% in einer fehlenden passen-
den Rechtsform für Sozialunternehmen, 54,1% Unzureichende
Managementfähigkeiten in 18.0 24.6 11.5 14.8 13.1 18.0
in einer schwer nachvollziehbaren Vergabe von Sozialunternehmen

öffentlichen Finanzmitteln und 50,8% in einem


Mangelndes qualifiziertes Personal
13.1 24.6 16.4 11.5 14.8 19.7
fehlenden Zugang zu Unterstützungsangeboten im sozialen Sektor

für Sozialunternehmer*innen.113 Insgesamt unter-


Keine Marktplätze für Imitatoren
scheiden sich die Bewertungen der Hürden zu von sozialen Innovationen
18.0 19.7 18.0 8.2 9.8 26.2

Gesamtdeutschland nur in Tendenzen. Während


der fehlende Zugang zum Finanzmarkt und eine Mangelnde Kooperationsbereitschaft
14.8 23.0 18.0 18.0 6.6 19.7
im sozialen Sektor
fehlende passende Rechtsform für die Berliner
DSEM-Social-Entrepreneurs prozentual etwas Schwer nachvollziehbare Vergabe von
9.8 11.5 13.1 24.6 29.5 11.5
wichtiger sind, sind eine fehlende Lobby, eine öffentlichen Finanzmitteln

schwer nachvollziehbare Vergabe von öffentli- Zu wenig gezielte


Anschlussfinanzierung für
chen Finanzmitteln und der fehlende Zugang zu erfolgreiche innovative Projekte
4.9 11.5 8.2 26.2 36.1 13.1
und Organisation
Unterstützungsangeboten prozentual etwas we-
niger problematisch. Startfinanzierung 13.1 16.4 8.2 18.0 26.2 18.0

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Prozentuale Verteilung

Abb. 47: Wie bedeutsam sind die folgenden Hürden für


Ihr Unternehmen? (Auswertung Berlin)
113 Prozentsätze beziehen sich auf die Summe der
Kategorien „bedeutsam“ und „sehr bedeutsam“.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 75


Berlin und Gesamtdeutschland

Berlin Deutschland Berlin Deutschland


n=61 n=212 n=61 n=212
inkl. Berlin inkl. Berlin
Weibliche DSEM-Social-Entrepreneurs 37,7% 46,2%
Reinvestition von Gewinnen 78,7% 67,5%
*restliche Prozente verteilen sich auf männliche DSEM-Social-Ent-
repreneurs, "Sonstige" und "keine Angabe" Transparenz Gehälter 47,3% 50,8%
Transparenz Einstellungen/ Kündigungen 84,9% 81,4%
Frühe Umsetzungs- und Wachstumsphase 45,9% 42,9%
Transparenz Beförderungen/ Abmahnungen 72,9% 67,3%
Späte Umsetzungs- und Wachstumsphase 29,5% 24,5%
Partizipation 52,5% 53,1%
*restliche Prozente verteilen sich auf Seed- und Startupphase
*Anteile repräsentieren jeweils eine Zustimmung von mindestens
80 auf einer Skala von 0 bis 100 im Verhältnis zu den je Frage
Mehr als 10 Mitarbeiter*innen 23,0% 17,9% antwortenden DSEM-Social-Entrepreneurs

Wirkungsfelder: Sustainable Development Goals: Durchschnittsnote Politik Deutschland 4,7 4,6


„Hochwertige Bildung“ 57,4% 46,2% Durchschnittsnote Gründungsstandort 4,3 4,5
„Weniger Ungleichheiten“ 47,5% 38,7%
Zu wenig gezielte Anschlussfinanzierung 62,3% 62,3%
„Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ 47,5% 43,4%
Fehlender Zugang zum Finanzmarkt 60,7% 56,1%
„Geschlechtergleichheit“ 44,3% 31,1%
Schwache Lobby für Sozialunternehmer 59,0% 65,6%
*Top 4 SDGs der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs
Fehlende passende Rechtsform 55,7% 51,4%
EU-weit oder weltweit innovative Produkte/Dienstleistungen 37,7% 39,6% Schwer nachvollziehbar Vergabe von öffentlichen 54,1% 60,8%
Finanzmitteln
EU-weit oder weltweit innovativ im Wirkungsmodell 36,1% 34,9%
*Top 2 Marktneuheiten der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs Fehlender Zugang zu Unterstützungsangeboten 50,8% 52,4%
*Top 6 Hürden der Berliner DSEM-Social-Entrepreneurs
Durchschnittliche monatliche Einnahmen:
>= 100.000 14,8% 12,3%
25.000 bis < 100.000 23,0% 14,2%
10.000 bis < 25.000 19,7% 18,4%
Abb. 48: Datenauszug, Berlin im Vergleich zu Gesamtdeutschland
>0 bis < 10.000 21,3% 37,3%
*Anteile berechnet an jeweils allen DSEM-Social-Entrepreneurs, falls nicht anderweitig gekenn-
0 21,3% 16,0% zeichnet

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 76


Konzeption des Deutschen
Social Entrepreneurship Monitors
Konzeption des DSEM

Die Aufgabe des Deutschen Social Entrepreneur- von Social Entrepreneurs direkt auf die Umfrage Durch eine grundlegende Datenbereinigung fie-
ship Monitors besteht darin, die Datenlage von aufmerksam zu machen und den Link zur Befra- len einzelne weitere Beobachtungen, aufgrund
Social Entrepreneurship in Deutschland zu ver- gung in ihren Social Media Kanälen zu verteilen. von zu vielen fehlenden Werten, aus dem Daten-
bessern. Die Ergebnisse sollen Entscheider*innen satz. Beobachtungen deren Gründungsjahr in der
Der DSEM ist aufgrund seiner Erhebungsform
aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft dabei Zukunft liegt oder die im Freitext angaben noch
nicht repräsentativ und erhebt auch keinen An-
helfen, das noch junge Ökosystem zu verstehen in Gründung zu sein, wurden zu den Personen in
spruch darauf. Im Vergleich zum DSEM 2018
und mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Gründung umgruppiert. Zudem wurden fehler-
wurden in 2019 einige Fragen überarbeitet und
hafte Angaben durch „keine Angabe” ersetzt und
Der DSEM baut bewusst auf bereits bestehende angepasst. Andere Fragen sind gleich geblieben;
einzelne Texte aus der Angabe „Andere” in die ent-
Forschungsergebnisse auf, welche einen ersten trotzdem ist ein direkter Vergleich aufgrund der
sprechenden Skalen einsortiert.
Einblick in das Social-Entrepreneurship-Ökosys- Nichtrepräsentativität nur eingeschränkt mög-
tem in Deutschland ermöglichen (z. B. SEFORÏS lich. Insgesamt ergaben sich daraus n=212 DSEM-So-
Forschungskonsortium, Global Entrepreneurship cial-Entrepreneurs (Gruppe der Gründer*innen
Alle Daten wurden anonym erhoben. Insgesamt
Monitor). In vielen Fällen ist aufgrund der spezi- und Personen in Leitungsfunktion) und n=53
haben 512 Teilnehmer*innen die Umfrage des
fischen Fragestellungen keine direkte Vergleich- DSEM-Social-Entrepreneurs in Gründung (Grup-
DSEM 2019 begonnen, wobei 307 Teilnehmer*in-
barkeit der Daten des DSEM und anderen beste- pe der Personen in Gründung). In Summe konn-
nen die Umfrage abgeschlossen haben. Ausge-
henden Publikationen gegeben – man kann aber ten im DSEM 2019 folglich n=265 Beobachtungen
wertet wurden alle Teilnehmer*innen, die folgen-
dennoch einige allgemeine Trends miteinander analysiert werden.
de Kriterien erfüllten:
vergleichen.
Beantwortung von mindestens 80% des Fra-
Die Befragung des Deutschen Social Entrepre-
gebogens
neurship Monitors 2019 erfolgte durch das digi-
tale Erhebungsportal der OvGU zwischen dem Gründer*innen, Personen in Leitungsfunktion
12. August 2019 und dem 22. September 2019. oder Personen in Gründung
Die Mitglieder und bekannte Organisationen im
Umfeld des Social Entrepreneurship Netzwerk Teilnehmer*innen geben bei der Frage „Ver-
Deutschland e.V. erhielten einen Link zur Befra- stehen Sie sich selbst als Social Entrepre-
gung. Außerdem wurden die Kooperationspart- neur/ Sozialunternehmer*in?” nicht die Ant-
ner*innen des DSEM (s. Anhang) aufgefordert, wortmöglichkeit „nein” an.
ihnen bekannte Gründer*innen und Leiter*innen

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 78


Anhang
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Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 82
Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Venn-Diagramm der drei Dimensionen von Abb. 11: Durch welche Kund*innen erwirtschaftet skalieren? – S. 43
Social Entrepreneurship – S. 11 Ihre Organisation seine Umsätze? – S. 29
Abb. 20: Wie viel Startkapital in Euro (aus
Abb. 2: Können Sie sich mit dieser Definition Abb. 12: Welche Art von Kundenbeziehung zu Eigenkapital, Bankkrediten, u.Ä.) wurden
identifizieren? – S. 12 (gewinnorientierten) Unternehmen dominiert Ihre aufgebracht, damit sich Ihre Organisation zu
Umsätze? – S. 30 Beginn finanzieren konnte? – S. 46
Abb. 3: Hauptsitz der Organisationen der DSEM-
Social-Entrepreneurs nach Bundesländern – S. 16 Abb. 13: Mit welchen Kooperationspartner*innen Abb. 21: Wie hat sich Ihre Organisation zu Beginn
arbeiten Sie in Ihrer Organisation dauerhaft und finanziert? – S. 47
Abb. 4: In welchem Jahr wurde Ihre jetzige
zielgerichtet zusammen? – S. 33
Organisation gegründet? – S. 17 Abb. 22: Wie leicht fiel Ihnen die Akquise, der von
Abb. 14: Welches der folgenden Aussagen trifft am Ihnen angegebenen Finanzierungsmittel? – S. 48
Abb. 5: In welcher Entwicklungsphase befindet sich
besten auf ihre Organisation zu? – S. 36
Ihre Organisation derzeit? – S. 18 Abb. 23: Wie hoch sind die durchschnittlichen
Abb. 15: Wie bedeutsam sind die folgenden Aspekte monetären Einnahmen in Euro (z.B. aus dem
Abb. 6: In welcher Branche ist Ihre Organisation mit
für Ihre Organisation? – S. 39 Verkauf von Produkten/Dienstleistungen oder
seinen Produkten und/oder Dienstleistungen tätig?
durch Spenden) je Monat in Ihrer Organisation?
– S. 19 Abb. 16: Haben Sie Wirkungsziele für Ihre
– S. 49
Organisation festgelegt?; Haben Sie eine
Abb. 7: Welche Rechtsform(en) hat Ihre
Wirkungslogik für Ihre Organisation entwickelt?; Abb. 24: Wie viele Monate finanzielle
Organisation? – S. 20
Analysieren Sie regelmäßig ob Sie Ihre Planungssicherheit haben Sie aktuell? – S. 49
Abb. 8: Bitte schätzen Sie ein, inwiefern es sich Wirkungsziele erreichen? – S. 40
Abb. 25: Haben Sie an einem Förderprogramm der
bei den folgenden Punkten zum Zeitpunkt Ihrer
Abb. 17: An welchen Stellen sind die sozialen folgenden Organisationen teilgenommen? Wenn ja,
Gründung um eine Marktneuheit handelte. – S. 24
Wirkungsziele Ihrer Organisation festgehalten? an welchem? – S. 50
Abb. 9: Wie hoch ist der Einfluss der Digitalisierung – S. 41
Abb. 26: In welchem Jahr sind Sie geboren? – S. 52
auf Ihr Geschäfts- oder Wirkungsmodell? – S. 25
Abb. 18: Auf welche der folgenden Sustainable
Abb. 27: Welchem Geschlecht fühlen Sie sich
Abb. 10: Welche Rolle spielen die folgenden Development Goals (SDGs) versuchen Sie mit Ihrer
zugehörig? – S. 52
digitalen Technologien für die Erbringung Organisation positiv einzuwirken? – S. 42
der sozialen Wirkung oder Ihres Produkts/ Abb. 28: Wie viele Organisationen haben Sie vor der
Abb. 19: Sind Sie bestrebt Ihre Organisation zu
Dienstleistung? – S. 26 jetzigen (mit-)gegründet? – S. 53

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 83


Abb. 29: Welches ist Ihr höchster erworbener Abb. 39: Welche Schulnote geben Sie der Politik Abb. 47: Wie bedeutsam sind die folgenden Hürden
Bildungsabschluss? – S. 54 für die Förderung von Social Entrepreneurship an für Ihr Unternehmen? (Auswertung Berlin) – S. 75
Ihrem Gründungsstandort? – S. 65
Abb. 30: Was war /ist Ihre Hauptmotivation zur Abb. 48: Datenauszug, Berlin im Vergleich zu
Gründung der jetzigen Organisation? – S. 55 Abb. 40: Welche Schulnote geben Sie der Politik Gesamtdeutschland – S. 76
für die Förderung von Social Entrepreneurship in
Abb. 31: Wie viele Personen beschäftigt Ihre
Deutschland? – S. 65
Organisation aktuell mit Arbeitsvertrag
(Vollzeitäquivalent)? – S. 56 Abb. 41: Wie bedeutsam sind die folgenden Hürden
für Ihr Unternehmen? – S. 66
Abb. 32: Wie viele Personen beschäftigt
Ihre Organisation aktuell im Ehrenamt Abb. 42: Vergleich (in Prozentpunkten "PP")
(Vollzeitäquivalent)? – S. 56 zwischen den Herausforderungen der DSEM-Social-
Entrepreneurs in 2019 und in 2018. – S. 67
Abb. 33: Wie viele Personen waren/ sind
unmittelbar an der Gründung beteiligt Abb. 43: Denken Sie an die weitere Entwicklung
(Gründungsteam)? – S. 57 Ihrer Organisation: Benötigen Sie Ressourcen, die
Ihnen heute fehlen? Wenn ja, welche?; Zygomatic.
Abb. 34: Wie wird der Prozess zur strategischen
(2019). Wordclouds.com. Abruf: 28.11.2019. – S. 68
Entscheidungsfindung in Ihrem Projekt/
Organisation gestaltet? – S. 58 Abb. 44: Karte der Unterstützungsorganisationen
in Deutschland – S. 71
Abb. 35: Wie transparent werden Personalfragen in
Ihrer Organisation intern kommuniziert? – S. 59 Abb. 45: Auf welche der folgenden Sustainable
Development Goals (SDGs) versuchen Sie mit Ihrer
Abb. 36: Bitte geben Sie für die folgenden
Organisation positiv einzuwirken? (Auswertung
Gegensätze an, zu welcher Seite Sie in Ihrer
Berlin) – S. 73
Organisationspraxis tendieren. – S. 60
Abb. 46: Bitte schätzen Sie ein, inwiefern es
Abb. 37: Governance-Index und die Bedeutsamkeit
sich bei den folgenden Punkten zum Zeitpunkt
gesellschaftlicher Wirkung – S. 61
Ihrer Gründung um eine Marktneuheit handelte.
Abb. 38: Governance-Index und die Bedeutsamkeit (Auswertung Berlin) – S. 74
finanzieller Rendite – S. 61
Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 84
Vorwort gp Initiators
Akademischer Partner & Technische Unterstützung

Christian Schulze ist Softwareentwickler und


Datenanalyst. Während seines Physik-Studi-
ums beteiligte er sich an einem Projekt zur Ver-
besserung der Lehrqualität. Hierfür entwickel-
te er am Lehrstuhl für Entrepeneurship an der
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine
neuartige Plattform. Aktuell ist er bestrebt, die
Deutsche Bahn als Datenanalyst jeden Tag ein
Stückchen besser zu gestalten.

Prof. Dr. Matthias Raith ist seit 2000 Inhaber


des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der
Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ot-
to-von-Guericke-Universität Magdeburg. Zu
seinen Forschungsschwerpunkten gehören die
Analyse und Gestaltung von Entscheidungspro-
zessen, multidimensionale Wertschöpfungs-
ansätze sowie die Geschäftsmodellentwick-
lung von Sozialunternehmen. Seit 2016 leitet er
den Arbeitskreis Social Entrepreneurship des
FGF (Förderkreis Gründungsforschung) und
seit diesem Jahr ist er Vorsitzender der Stra-
tegic Interest Group Entrepreneurship sowie
der gewählte nationale Repräsentant Deutsch-
lands bei der European Academy of Manage-
ment (EURAM).

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 85


Herausgeber und Projektmanagement

Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e. V. (SEND) ist ein Zusammenschluss der Social
Enterprises in Deutschland. Im September 2016 unter dem Dach des Bundesverband Deutsche Startups
als Arbeitsgruppe zu Social Entrepreneurship gebildet, wurde der Verein im Juni 2017 offiziell ausge-
gründet. Im September 2017 folgte eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. Seither unterstützt SEND
Social Enterprises auf nationaler und kommunaler Ebene.

Michael Wunsch ist Initiator und Projektleiter des


DSEM. Er ist Gründungsmitglied des Social Entre-
preneurship Netzwerk Deutschland. Ursprünglich
studierte Michael Entwicklungszusammenarbeit Katharina Scharpe ist Referentin für Wissen-
und Projektmanagement. Während dieser Zeit schaftliche Kooperation beim Social Entrepre-
war er selbst bereits in einigen sozialen Grün- neurship Netzwerk Deutschland und Co-Autorin
dungsvorhaben aktiv, bevor er sich dann ganz der des DSEM. Sie studierte Volkswirtschaftslehre im
Unterstützung des Social-Entrepreneurship-Öko- Bachelor an der Universität Mannheim, sowie Be-
systems widmete. Er arbeitete zuerst als Projekt- triebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten
leiter bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Inklu- Marketing Analytics und Managerial Economics
sionsfirmen, bevor er mit seiner Kollegin, Birgit im Master an der Goethe Universität Frankfurt am
Heilig, Frühförderung für Sozialunternehmer*in- Main. Währenddessen eignete sich Katharina als
nen konzipierte und durchführte. Michael ist seit Werkstudentin praktisches Wissen in der Markt-
Anfang 2018 Co-Standortleiter des Social Impact forschung eines FMCG-Unternehmens an. In ihrer
Lab Frankfurt und verantwortet für das Social En- Masterarbeit forschte sie mit den Daten des So-
trepreneurship Netzwerk Deutschland den Aufga- zioökonomischen Panels des Deutschen Instituts
benbereich „Wissenschaftliche Kooperationen”. für Wirtschaftsforschung zum Thema Nachhal-
tigkeit von Überstunden.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 86


Förderer

SAP steht für die Überzeugung, dass unternehme- einstimmen. Neben der Arbeit an der Erweiterung tät Mannheim ging im Herbstsemester die erste
risches Engagement, gepaart mit sozialer Verant- des Netzwerkes hat sich SAP in Großbritannien Kohorte des Digital Social Innovation Labs an den
wortung, das Leben vieler Menschen verbessert. der dortigen Buy Social Corporate Challenge an- Start: Ziel ist es, Studenten dabei zu unterstützen,
Daher setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für geschlossen. Um möglichst viele Sozialunterneh- ihre sozialunternehmerische Idee zur Marktreife
die Bedürfnisse von Social Entrepreneurs welt- mer auf diese Möglichkeit vorzubereiten bietet zu führen. Aber auch innerhalb von SAP schaffen
weit ein. Ein Schwerpunkt dieses Engagements SAP seit Januar 2019 auf der freien Lernplattform wir Raum für sozialunternehmerische Ideen: Die
ist es, den Zugang zur Lieferkette traditioneller OpenSAP den Kurs „How Social Enterprises En- „One Billion Lives” Initiative richtet sich an die
Unternehmen zu ermöglichen. Für uns einer der hance Corporate Supply Chains“ an. rund 100.000 SAP-Kolleginnen und Kollegen, mit
Schlüssel, Wirtschaft integrativ, sozial und öko- ihrem Fachwissen sozialer „Intrapreneur” zu wer-
logisch zu gestalten. Gemeinsam mit unserem Partner Social Impact
den (#1blives).
gGmbH, gehörten wir ab 2011 zu den ersten Weg-
Mit SAP Ariba, dem weltweit größten Business- bereitern einer Infrastruktur für Social Start-Ups SAP sieht in Social Entrepreneurship und Social
Netzwerk verbinden wir rund 4,1 Millionen Unter- in Deutschland. Dank Co-Working Spaces (Labs) Intrapreneurship eine Strategie, die Zukunft öko-
nehmen mit einem Handelsvolumen von mehr und Mentoring durch SAP Mitarbeiter konnten logisch und sozial nachhaltig und ökonomisch
als 2,8 Milliarden US-Dollar. In den nächsten Jah- viele sozial innovative Ideen auf den Weg ge- erfolgreich zu gestalten.
ren sollen Unternehmen hier zunehmend auch bracht werden.
Produkte und Dienstleistungen von Sozialunter- Wir sind stolz, ein Teil der Geschichte von Soci-
nehmern finden und kaufen können, die nicht nur Seit 2018 unterstützen wir auch SEND e.V. in der al Entrepreneurship in Deutschland zu sein und
mit ihren Beschaffungsrichtlinien sondern auch Publikation des Deutschen Social Entrepreneur- freuen uns darauf, diesen Weg weiter mit zu be-
mit ihren sozialen und ökologischen Zielen über- ship Monitors. Mit SocEnt BW und der Universi- gleiten.

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Partner*innen des DSEM 2019

Wir bedanken uns herzlich bei den Netzwerkpart-


ner*innen des DSEM 2019. Durch ihre Reichweite
konnten wir unsere Umfrage und deren Ergebnis-
se in Deutschland verbreiten.

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Danksagung

Das Team des DSEM bedankt sich ganz herzlich Wir bedanken uns herzlich beim SEND-Partner-
bei der Unterstützung aller involvierten Personen netzwerk und unseren Kooperationspartnern für
und Organisationen. Ohne sie wäre diese Ausga- die Unterstützung unserer Arbeit
be dieser umfangreichen Publikation nicht mög-
lich gewesen. Im Speziellen geht Dank an

Birgit Heilig, Markus Sauerhammer und Katrin


Elsemann von SEND für die Korrektur der Texte,

Katharina Osbelt von SEND für die Erarbeitung


der Definition

Merlind Harms von SEND für die Unterstützung


bei der Kommunikation

Purpose für die Unterstützung bei der Frage zum


Thema Reinvestition von Gewinnen, bei der Frage
der Rechtsformen und für das Gegenlesen des
Fragebogens

Ingrid Schalke für die Produktion der Abbildun-


gen 16, 37 und 38

Das Social Impact Lab Frankfurt für die Bereit-


stellung von Räumlichkeiten.

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019 Seite 90


Impressum

Herausgeber

Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e. V.


im Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin
info@send-ev.de
https://www.send-ev.de

Gestaltung

Das Gute Ruft – Kreativagentur für Sozialunterneh-


men, NGOs und ökologische Projekte
hallo@dasguteruft.de
https://www.dasguteruft.de

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Deutscher
Social Entrepreneurship
Monitor 2019

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