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Gedicht 1

Gedicht 3
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, Seltsam, im Nebel zu wandern!
auch ohne Füße kann ich zu dir gehen, Einsam ist jeder Busch und Stein,
auch ohne Mund kann ich dich beschwören. Kein Baum sieht den andern,
Brich mir die Arme ab, ich fasse dich Jeder ist allein.
mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, Voll Freunden war mir die Welt,
und wirfst du in mein Hirn den Brand, Als noch mein Leben licht war;
so werd ich dich auf meinem Blute tragen. Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Gedicht 2 Wahrlich, keiner ist weise,


Der nicht das Dunkel kennt,
Ich hab’ einen Hass, einen grimmigen Hass
Das unentrinnbar und leise
Und weiß doch selbst nicht recht auf was.
Von allen ihn trennt.
Ich bin so elend, so träge und faul
Wie ’n abgeschundner Ackergaul.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Ich hab’ einen bösen Zug im Gesicht.
Leben ist Einsamsein.
Mir ist niemand Freund, ich will es auch nicht.
Kein Mensch kennt den andern,
Ich hab’ eine Wut auf die ganze Welt.
Jeder ist allein.
In der mir nicht mal mehr das Laster gefällt.
Und schimpfe und fluche, ich oller Tor
Und komme mir sehr dämonisch vor.

Gedicht 1
Gedicht 3
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, Seltsam, im Nebel zu wandern!
auch ohne Füße kann ich zu dir gehen, Einsam ist jeder Busch und Stein,
auch ohne Mund kann ich dich beschwören. Kein Baum sieht den andern,
Brich mir die Arme ab, ich fasse dich Jeder ist allein.
mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, Voll Freunden war mir die Welt,
und wirfst du in mein Hirn den Brand, Als noch mein Leben licht war;
so werd ich dich auf meinem Blute tragen. Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Gedicht 2 Wahrlich, keiner ist weise,


Der nicht das Dunkel kennt,
Ich hab’ einen Hass, einen grimmigen Hass
Das unentrinnbar und leise
Und weiß doch selbst nicht recht auf was.
Von allen ihn trennt.
Ich bin so elend, so träge und faul
Wie ’n abgeschundner Ackergaul.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Ich hab’ einen bösen Zug im Gesicht.
Leben ist Einsamsein.
Mir ist niemand Freund, ich will es auch nicht.
Kein Mensch kennt den andern,
Ich hab’ eine Wut auf die ganze Welt.
Jeder ist allein.
In der mir nicht mal mehr das Laster gefällt.
Und schimpfe und fluche, ich oller Tor
Und komme mir sehr dämonisch vor.
Im Nebel, Hermann Hesse:
Gedicht geschrieben im Jahr 1908 im Alter von 31 Jahren.
Lösch mir die Augen aus, Rainer Maria Rilke:
Gedicht geschrieben im Jahr 1897 im Alter von 22 Jahren.
Die Wehmut, Alfred Lichtenstein:
Gedicht geschrieben im Jahr 1911 im Alter von 22 Jahren.
Fragen und Aufgaben zum
Erschließen des Gedichts

1. Wie fühlt sich der Autor / die Autorin des Gedichts?


Woran, an welchem Wort, an welchen Wörtern erkennst du das?

2. Was denkt der Autor / die Autorin über sich selbst?


Woran, an welchem Wort, an welchen Wörtern erkennst du das?

3. Was denkt der Autor / die Autorin über andere Menschen?


Woran, an welchem Wort, an welchen Wörtern erkennst du das?

4. Ist der Schreiber des Gedichts eine Frau oder ein Mann?
Womit begründest du deine Vermutung?

5. Was glaubst du, wie alt ist der Autor / die Autorin, als das Gedicht geschrieben
wurde? Womit begründest du deine Entscheidung?

6. Was müsste in deinem Leben passieren, dass du dich so fühlst, wie der Autor / die
Autorin des Gedichts? Beschreibe genau!

7. Finde eine Überschrift für das Gedicht. Erfinde einen passenden Namen für den
Autor / die Autorin des Gedichts.

8. Erstelle einen Steckbrief für den Schreiber / die Schreiberin des Gedichts: Der
Steckbrief soll zehn Informationen über den vermeintlichen Autor beinhalten.

9. Schreibe nun einen erfundenen Tagebucheintrag des Autors / der Autorin deines
Gedichts. Der Eintrag stammt von dem Tag, an dem das Gedicht geschrieben wurde.

10. Schreibe ein Gedicht im gleichen Stil wie dieser Autor.