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Das Leistungsmotiv („need for achievement“ = n Ach)

Die individuell gemessene Stärke des Leistungsmotivs gibt an, welche Bedeutung die Person
der Planung und dem Hinarbeiten auf ein bestimmtes persönliches Ziel beimisst.

Personen mit hohem n-Ach-Wert


• haben eine größere aufwärtsgerichtete Mobilität; d.h. sie sind beruflich und sozial
erfolgreicher als Personen mit niedrigem n-Ach-Wert; beziehen z.B. schon mit 31
Jahren höhere Gehälter als die anderen mit 41.
• geben bei Aufgaben, die ihnen als schwierig vorgestellt wurden, …………….. auf.
Sie haben ein hohes Bedürfnis an Effizienz = sie wollen mit weniger Aufwand das
gleiche Ziel erreichen.
• legen Wert auf ein konkretes Feedback über ihre Leistung; z.B. Gehalt, Position…

Wie entsteht ein starkes Bedürfnis nach Leistung?


• genetische Faktoren: Körperbau, Gesundheit …
• Erziehung (z.B. Ernährungsgewohnheiten und Reinlichkeitserziehung): Je höher der
erfahrene Leistungsdruck durch die Eltern, umso ……………………. das
Leistungsmotiv im mittleren Erwachsenenalter. Es wurde festgestellt (1988), dass
diese Menschen jährlich $ 10.000 im Jahr …………….. verdienen als die, die diesem
Leistungsdruck nicht so sehr ausgesetzt waren.

Attribution von Erfolg und Misserfolg


• Kontrollüberzeugung ist die Annahme, dass die Ergebnisse unseres Handelns auf
innere oder äußere Bedingungen zurückzuführen sind (= internale / externale
Kontrollüberzeugung)
• Ursachenzuschreibungen = Kausal-Attributionen sind Urteile über die Ursachen
von Verhaltensresultaten.

Beispiel: schulische Leistungen der Freunde A und B.

Stabilität eines Ursachenfaktors


• Ein Ursachenfaktor kann über lange Zeit hinweg stabil bleiben, oder er kann im Laufe
der Zeit instabil = variabel werden.
• Ein Ursachenfaktor kann spezifisch nur auf eine bestimmte Situation angewendet
werden oder global auf eine Vielzahl von Situationen.

Je stabiler ein Ursachenfaktor ist, desto eher entwickelt sich ein Attributionsstil heraus, der
eventuell ein ganzes Leben lang anhält. Durch den Attributionsstil wird eine Person massiv
geprägt: Motivation, Stimmung, Leistungsfähigkeit, Selbstvertrauen…
• pessimistischer Attributionsstil: Ursache für Misserfolg wird immer in internen
Faktoren gesehen = „Es wird sich nie ändern; der Rückschlag wird sich auf alles
andere auswirken.“
• optimistischer Attributionsstil: Ursache für Misserfolg liegt immer in externen
Faktoren = „Mit mehr Anstrengung klappt es beim nächsten Mal besser; dieser
Rückschlag sagt nichts über meine zukünftigen Chancen aus.“
• Mein Attributionsstil beeinflusst auch meine Motivation für künftige Leistungen.
• Mein Attributionsstil kann geändert werden, indem ich nicht akzeptiere, dass die
Ursachenfaktoren global sind, also immer gelten. Ursachen für ein Scheitern in
einer bestimmten Situation sollen nur in dieser Situation gesucht werden.
Beispiel: Attribution - Erfolg / Misserfolg - Studienanfänger
emotionale Reaktionen
Attribution Erfolg Misserfolg
Fähigkeit Kompetenz Inkompetenz
Vertrauen Resignation
Stolz Niedergeschlagenheit
Anstrengung Erleichterung Schuld
Zufriedenheit Scham
Entspannung Furcht
Aktivitäten anderer Personen Dankbarkeit Verärgerung
Wut
Glück Überraschung Überraschung
Schuld Erstaunen

Beispiel: Experiment mit Studierenden im 2. Semester, die um ihre akademischen


Leistungen besorgt waren.

Experimentalgruppe Kontrollgruppe
Information über die Entwicklung der Noten keine Information zu dieser Tendenz
im Verlauf des Studiums: 62% der Noten
verbessern sich im Laufe des Studiums
deutlich.
Videoaufnahmen von Interviews mit keine Erfahrungsberichte über Video
Studierenden vor dem Examen, die diese
Information durch eigene Erfahrungsberichte
bestätigen.
eine Woche später: Test zum Leseverständnis
gute Ergebnisse deutlich schlechtere Ergebnisse
zwei Semester später
5 % Studienabbrecher 25 % Studienabbrecher
Notendurchschnitte gegen Studienende
deutlich bessere Durchschnitte etwas schlechtere Durchschnitte

„Die meisten Studienanfänger haben zu „Die meisten Studienanfänger haben diese


Beginn Probleme – das ist normal“ Probleme nicht – ich bin wahrscheinlich
nicht klug genug.“
erhöhte Motivation = höhere Anstrengungs- verminderte Motivation = schwindende
bereitschaft = bessere Leistungen Anstrengungsbereitschaft= schlechtere
Leistungen