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Das Gebet nimmt vier Stellungen ein. In jeder Stellung spricht man etws anderes.

Überblick der Grundstellung von Gebetshaltungen.

Das Gebet ist eines von den fünf Säulen des Islam und kann nur in ganz seltenen Fällen ausgelassen
werden. Was heute von einigen Muslimen praktiziert wird, entspricht nicht der islamischen Lehre,
wie sie der Prophet Muhammed (salla-llahu alaihi veselam) Friede sei auf den Propheten, verkündet
hat.

Um ein Gebet verrichten zu können, bedarf es der rituellen Reinheit. Diese Reinheit erlangt man
durch eine Gebetswachung. Hat man diese Gebetswaschung vollzogen, kann man mit dem Gebet
beginnen.

Wie bei allen gottesdienstlichen Handlungen (Ibadet) äußere ich mich erst in der Absicht, was ich
überhaupt vorhabe. Dies nennen die Muslime Niyet. Der Muslim sagt also, bevor er mit dem Gebet
beginnen will, sein Niyet was in etwa lauten könnte: Zum Wohlgefallen Allahs, möchte ich nun das
Frühgebet mit dem Farzteil (Pflichtgebet) verrichten.

Es gibt einige Pflichten bei den Muslimen, die wie militärische Disziplinen ausschauen. Dazu zählt
auch das Gebet. Es werden nämlich nur Texte aus dem arabischen Qur’an gelesen. Jeder Muslim
verbeugt sich auf die gleiche Art, und verrichtet man das Gebet in der Gemeinschaft, so steht man
dicht aneinander gereiht neben einander. Und zu guter letzt, verbeugen sich alle Muslime, egal auf
welchen Erdteil sie sich befinden in Richtung der Kaba, die in Saudi Arabien steht. Nicht die Kaba
wird angebetet, sondern die Richtung dorthin wird eingehalten.

Stellt der Muslim sich also zum Gebet hin, so muss er erst
einmal die Richtung zur Kaba einnehmen. Hat er sich in
die Gebetsrichtung hingestellt, spricht er sein Niyet.

Die männlichen Muslime heben ihre Hände zum Kopf hoch (Ohren Höhe) während die weiblichen
Muslime die Hände bis zu den Schultern hochheben und nun folgendes Sprechen:

Allahu akber
(Gott ist am größten, es gibt
nichts größeres außer Gott)

Während des Gesagten, nimmt mna die Hände nach vorne und verschränkt sie.

Die männlichen Muslime in Bauchnabelhöhe


und die weiblichen Muslime in Brusthöhe.

Sind die Arme verschrenkt, spricht man eine Lobpreisungs-Dua.


Subhanekel-lahumme ve bi-hamdike ve tebarekesmüke ve
teala ceddüke ve la ilahe gyyruk.

zu Deutsch: Preis sei Dir, o Allah und Lob sei Dir und gesegnet ist
DEIN Name und hoch erhaben ist DEINE Herrschaft und es gibt
keinen Gott außer DIR.

Nachfolgenden spricht man nun die Schutzformel vor dem Schaytan (Teufel)

E'uzu billahi'mi-nesch-schäyta'nir-raciym. bismillahir-rahmanir-rahim.

zu Deutsch: Ich nehme Zuflucht vor dem verdammten Teufel. Im Namen Allahs des Erbarmers des Barmherzigen.

Jetzt wird die erste Sure aus dem Qur'an "Fatiha" (Eröffnende) rezitiert.

Elhamdu lillahi rabbil-alemin. Errahmanir-rahim.Maliki yevmiddiyn. Iyake


nabudu ve iyyake neste'iyn- Ihdinessiratal-mustakim. Siratal-leziyne enamte
aleyhim, garill-magdubi aleyhim ve leddalliyn. Amin.
zu Deutsch:
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alle Lobpreisung gebührt Allah, dem Herrn der Welten,
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dem Herrscher am Tage des Gerichts. DIR alleine dienen wir und DICH
alleine flehen wir um Hilfe an. Leite uns den rechten Weg, den Weg derer, denen DU gnädig bist, nicht derer,
denen DU zürnst und nicht derer, die in die Irre gehen. Amin

Nach dieser Sure El-Fatiha spricht man nun noch eine weitere Sure aus dem Qur'an. Während die El-
Fatiher Sure immer gesprochen werden muss im ersten Teil des Gebetes, kann man sich nun eine
beliebige Sure aus dem Qur'an heraus suchen. Meistens nimmt man die Sure aus dem letzten Teil des
Qur'ans, weil sie sehr kurz sind, und man diese Suen als Kind auswendig lernt. In unseren Fall
nehmen wir die Sure 108 "Kevser".

Inna atayna kel-kevser. Fesalli li-rabbike ven har. Inne schani'eke hüvel
ebter.
zu Deutsch:
Wahrlich Wir haben dir Überfluss gegeben, darum bete zu deinem Herrn und Opfere. Seihe, deine Hasser sollen
ohne Erfolg sein.

Dies waren nun die Texte die man im Stehen mit verschränkten Armen spricht. Mit den Worten "Allahu akber",
geht man in die Verbeugung (Ruku) über und spricht dreimal folgende Wörter.

Subhane rabbiyel aziym


zu Deutsch: Preis sei meinem Herren, dem Erhabenen
Während des aufrichten, also wenn man sich wieder gerade hinstellen will, spricht man dabei
folgendes:

Semiallahul'imen Hamideh rabbena lekel hamd

zu Deutsch: Allah hört den, der IHN preist, unser Herr, Lob sei DIR

Mit den Worten "Allahu akber" geht man nun zu Boden. Die schönste Art dabei ist, wenn man zuerst die Knie auf
den Boden bringt, dann die beiden Handflächen und dazwischen den Kopf. Der Kopf sollte so aufgelegt werden,
dass die Stirn und die Nase den Boden berühren. In der Niederwerfung spricht man dreimal hintereinander:

Subhane rabbiyel ala.


zu Deutsch: Alles Lob gebührt
meinen Herrn

Mit den Worten "Allahu akber" sitzt man sich auf die Knie.

Und wieder geht man mit den Worten

"Allahu akber"

in die Secde (Niederwerfung)


In der Secde-Stellung spricht man wieder 3mal

"Subhane rabbiyel ala"


Mit den Worten "Allahu akber" richtet man sich zum Stehen auf! Dabei stellt man sich gleich mit
verschlossenen Armen hin und rezitiert die Al-Fatiha Sure

Elhamdu lillahi rabbil-alemin. Errahmanir-rahim. Maliki


yevmiddiyn. Iyake nabudu ve iyyake neste'iyn-
Ihdinessiratal-mustakim. Siratal-leziyne enamte aleyhim,
garill-magdubi aleyhim ve leddalliyn. Amin.

Anschließend kann nun wieder Wahlweise irgendeine Sure aus dem Qur'an ausgewählt werden. In
unseren Fall ist es die Sure 112 Ihlas.

Kul huvallahu ehad. Allahussamed. Lem yelid ve lem yuled, ve lem yekul-
lehu kufuven ehad.
zu Deutsch:
Sprich: ER ist der Allah, der Eine Allah der Immerwährende, ER zeugt nicht und ist nicht gezeugt und nichts ist
ihn gleich.
Mit den Worten "Allahu ekber" geht man nun wieder in die Verbeugung (Ruku) über wie beim ersten
mal. Alles wird nun genauso wiederholt wie bei der ersten Verbeugung mit Niederwerfung.

Subhane rabbiyel aziym

Subhane rabbiyel ala.

ca. 3 Sekunden warten

Subhane rabbiyel ala

Nun richtet man sich mit den Worten "Allahu akber" zum sitzen auf. Es bleibt man auf den Füßen
sitzen und spricht folgendes:

Ettehiyyatu lillahi ves-salevatu vet-tayyibatu, esselamu aleyke


eyyühen-nebiyyu ve rahmetullahi ve berekatuh, es-selamu aleyna
ve ala ibadillahis-salihiyn eschhedu enla ilahe illallah, ve eschdedu
enne muhammeden abduhu ve rasuluh.

zu Deutsch:
Ehre sei Allah und Anbetung und Heiligkeit. Freide sei mit dir, o Prophet
und die Barmherzigkeit Allahs und Seine Segnungen. Friede sei mit uns
und den frommen Dienern Allahs. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt
außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammed Sein Diener und Gesandter
ist.

Wenn das Gebet aus mehr wie 2 Rakat besteht, spricht man nun noch folgendes, ansonsten steht man
jetzt wieder auf und macht das gleiche wie in den ersten zwei Rakat.

Allahumme salli ala muhammedin ve ala ali muhammdin, kema saleyte ala
ibrahime ve ala ali ibrahime inneke hamiydün meciyd. Allahumme barik ala
muhammedin ve ala ali muhammedin, kema barekte ala ibrahimye ve ala ali
ibrahime inneke haiydün meciyd. Rabbena atina fiddünya haseneten ve fil
ahireti haseten, ve kina azabenar. (birahmetike ya erhamerrahimin).
Rabbenagfirli veli valideyye velil-muniniyne yevme yekumul-hisab.
zu Deutsch:
O Allah, segne Muhammed und seine Nachfolger wie Du Ibrahim und seine Nachfolger gesegnet hast. Wahrlich,
Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche. O Allah, segne Muhammed und sein Nachfolger wie Du Ibrahim und
seine Nachfolger gesegnet hast. Wahrlich Du bist der zu Lobende, der Ruhmreiche.

Nun dreht man den Kopf nach rechts und spricht die folgenden Worten:
esselamu aleykum ve
rahmetulah
danach dreht man den Kopf nach links
uns spricht das gleiche nochmal:

esselamu aleykum ve
rahmetulah

Zum Schluss spricht man noch die Worte:

Allahumme entesselamu ve min kes-selam, tebarekte ya zel-celali vela


ikram.
Mit den beiden Handflächen fährt man sich nach den genannten Worten übers Gesicht.

Dies war nun ein Gebet mit 2 Rakat. Besteht das Gebet aus drei, vier Rekat, so verhält es sich
genauso wie bei den beschriebenen zwei Rekat.

Das Gebet stellt die älteste Form der Gottesanbetung dar. Von Urzeiten her, werden verschiedene Arten von Gebetsverrichtungen
überliefert.
Das Gebet kommt im Islam eine besondere Stellung zu. In keiner anderen Religion, wird das direkte Wort Gottes verwendet. Texte aus
dem Qur’an, welche die direkten Worte Allahs sind, verwendet der Muslim für seine Gebete. Er spricht die gleichen Worte und die
gleiche Wortwahl, wie sie Allah SEINEN Propheten Muhammed (Allahs Friede und Segen sei auf ihn) offenbart hat.
Allah hat den Qur’an zwei Arten von Aussagen geben. Die eine ist die äußere Aussage. Damit weiß der Muslim, was Allah von ihn will
und wie er sich verhalten soll. Die zweite Aussage ist die innere. Diese Erfahrung kann man nur gewinnen, wenn man den Aufruf zum
Gebet nachkommt.
Das beten mit den Texten aus dem Qur’an, ist ein Heilmittel für die Menschen. Eine Medizin, die den Menschen ein Menschsein werden
lässt. Wir Menschen sind von verschiedenen Einflüssen umgeben. Dinge die wir nicht wahrnehmen, versuchen unseren Tagesablauf zu
beeinflussen. Das Gebet stellt ein Schutz gegen die äußeren Einflüsse dar. Zum anderen bekommt man von Allah eine Kraft (eine
Stärkung der Seele), die man eben nur mit dem Gebet erreichen kann. Und zu guter Letzt, bekommt man durch das Gebet ein Wissen,
welches man ebenfalls nur durch das Gebet erreichen kann.
Zusammenfassend gesagt:
Das Gebet gibt uns Schutz, Stärke und Wissen. Und diese Dinge erreichen wir aber nur mit dem Gebet.
Allah verpflichtet uns, fünf mal am Tag zu beten, obwohl ER davon nichts hat. SEINE Macht wird durch unser Gebet nicht stärker.
Genauso verringert sich SEINE Macht nicht, wenn wir das Gebet nicht verrichten. Alle Gebote, die uns Allah auferlegt hat, sind für uns
selber gedacht. Nur wir Menschen selber haben Nutzen davon. Dennoch sollen wir Menschen die Gebote erst einmal akzeptieren und
befolgen. Und wenn wir die Möglichkeit haben, dann können wir nach dem Warum forschen. Jedoch soll es nicht so sein, dass wir erst
den Sinn des Gebotes verstehen sollen und dann die Ausübung folgen lassen.
Der Gehorsam Allahs steht über alles. Wir sollen die Gebote praktizieren, nicht weil wir über die Nützlichkeit der Gebote
bescheid wissen, sondern weil wir den Gehorsam unseres Schöpfers nachkommen sollten.