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RHEINZINK® - ARBEITSANLEITUNG

WEICHLÖTEN
3. aktualisierte Auflage
inhalt

1. Einleitung S. 7

2. Vorteile des Weichlötens S. 8

3. Werkstoff RHEINZINK®
3.1 Legierung, Qualität und S. 9
Umweltverträglichkeit
3.2 Kennzeichnung S. 10
3.3 Werkstoffeigenschaften S. 11
3.4 Oberflächen S. 12
3.4.1 RHEINZINK®-walzblank S. 12
3.4.2 RHEINZINK®-
„vorbewittert pro blaugrau”/
„vorbewittert pro schiefergrau” S. 12

4. Begriffsbestimmung und
technische Vorschriften
4.1 Löten S. 14
4.2 Weichlöten – Hartlöten S. 14
4.3 Forderung an eine
fachgerechte Lötnaht S. 15
4.3.1 Sicherheitsvorschriften S. 16
inhalt inhalt

5. Lötstoffe, Werkzeuge 6. Lötvorbereitung S. 37


und Arbeitsmittel S. 18 6.1 Säuberung der zu verbindenden
5.1 Lötkolben S. 20 Teile S. 37
5.1.1 Lötkolbenpflege S. 22 6.2 Verbinden der Werkteile: Über-
5.2 Zinnlote S. 22 lappung und Lötspalt herstellen S. 38
5.2.1 Forderungen der DIN EN 29453
„Weichlote – Chemische Zusam- 7. Weichlötverfahren S. 39
mensetzung und Lieferformen” S. 26 7.1 Auftragen des Flussmittels S. 39
5.2.2 Eigenschaften antimonarmes 7.2 Heften S. 39
Zinnlot S. 28 7.3 Lötprozess S. 40
5.2.3 Bedeutung des Zinnanteils S. 29 7.3.1 Führung des Lötkolbens S. 42
5.2.4 Schmelzbereich Zinnlot / 7.3.2 Mögliche Fehlerquellen S. 43
Arbeitstemperatur S. 30 7.4 Legierungsbildung im Lötspalt S. 45
5.3 Flussmittel S. 31 7.4.1 Lötnahtfestigkeit S. 46
5.3.1 Forderungen der DIN EN 29454 7.5 Nachbehandlung Lötnaht S. 47
„Flussmittel zum Weichlöten – 7.6 Eigenschaften Lötnaht S. 47
Einteilungen und Anforderungen – 7.7 Löten von Steignähten S. 48
Teil 1: Einteilung, Kennzeichnung 7.8 Vorverzinnen S. 48
und Verpackung“ S. 33
5.3.2 Wirkungstemperatur Flussmittel S. 36
5.4 Salmiakstein S. 36
Einleitung

8. Längenänderungsverhalten S. 49 1. Einleitung Mit der Umstellung von unle­gier-


8.1 Ausbildung der temperaturbe- tem auf legiertes Zink (Titanzink)
dingten Längenänderungen von Diese Arbeitsanleitung informiert Mitte der sechziger Jahre ge­wann
Bauprofilen S. 49 ausführlich über die Ver­bin­dungs­ die Verbindungstechnik Löten ne-
8.2 Maximale Abstände für tech­nik Weichlöten im Zusam­men­­­­ ben dem Falzen an Bedeutung.
Bewegungsausgleicher S. 50 hang mit dem Werkstoff RHEIN­ ­Insbesondere im Bereich der
ZINK®. Gerade dem jungen Dach­entwässerung und Verwah-
9. Geltende Normen S. 51 Hand­­­­­­­werker werden tiefe Ein­ rung hat sich das Weichlöten zur
blicke in das Weich­löt­ver­fah­ren Erstel­lung ei­ner stoffschlüssigen
KONTAKT S. 53 ge­­­­geben, Sinn und Hintergrund und was­­ser­dichten Ver­­­bindung
er­­­läutert. eu­ro­pa­­weit durchgesetzt.
Ne­ben Begriffsbestimmungen und Die hier vorgestellten Arbeitsmetho­­­­­­
der Vorstellung notwendi­ger Werk­­­ den gelten für alle RHEINZINK®-
zeuge werden die Arbeits­vorbe­rei­­ Oberflächenqualitäten, d.h. walz­­­­­
tung sowie das Weichlöt­ver­fah­ren blank, „vorbe­wit­tertpro blaugrau”
detailliert beschrieben. Dabei wer­- und „vorbe­­wit­tertpro schiefergrau”.
­den die Forderungen von Re­gel­ Alle Komponenten (Lot, Fluss­mit­tel,
werken be­rück­­sichtigt. Werkzeuge etc.), die das Weich­­
lö­ten als komplexen Arbeits­­schritt
definieren, müssen un­be­dingt auf­
einander abgestimmt sein.

7
Vorteile des Weichlötens WERKSTOFF RHEINZINK®

2. Vorteile der Weichlötver- Das Weichlöten wird in der was­ 3. Werkstoff RHEINZINK® RHEINZINK® ist ein natürlicher
bindung mit RHEINZINK® serführenden Ebene eingesetzt, Werkstoff, der die heutigen stren-
dort wo das Falzen die Sicherheit 3.1 Legierung, Qualität und gen ökologischen Anforderungen
schnelle und einfache vor Wassereindrang nicht mehr Umweltverträglichkeit in vielen Bereichen schon im­mer er­­­­
Arbeitsmethode erfüllen kann. Durch diese wich­- füllt hat. Hierfür stehen modernste
nur ein Arbeitsgang tige Funktion in genau definierten RHEINZINK® ist Titanzink nach Produktionsanlagen, eine durch-
erforderlich Bereichen erhält das Löten seine DIN EN 988. Die RHEINZINK®- dachte Lo­­gistik und die güns­tigen
zusätzliches Nieten nicht besondere Berechtigung. Legierung besteht aus Elektro­­­­­­­l­yt- Verar­beitungsei­gen­schaf­­ten.
erforderlich Feinzink nach DIN EN 1179.
dauerhaft wasserdicht Sie hat ei­nen Reinheitsgrad von Entsprechend der gesamtheit­li­chen
durch hohe Rekristallisation Bleibende Werte 99,995 % mit exakt bestimmten Bewertung des DIBU ist RHEIN­­
keine Grobkornbildung ­Anteilen von Kupfer und Titan. ZINK® als umweltverträgliches Bau­-
(= keine Versprödung im Über die gesetzli­che Haftung hin­ RHEINZINK®-Produkte sind zerti­ ­­­­­­­­­produkt deklariert. Die Prüfung­
Bereich der Lötnaht), d.h. aus geben wir Ihnen eine Garan- fiziert nach DIN EN ISO 9001: der Umwelt- und Gesundheitsver­
gleichbleibende Festigkeit tie auf unseren Werkstoff RHEIN- 2000 und un­terliegen der frei­ träg­lich­keitskrite­rien umfasst dabei
die richtig ausgeführte ZINK®. willigen Prüfung durch die TÜV den gesamten Lebenszyklus der
Weichlötverbindung Rheinland Group nach dem stren- RHEINZINK®-Produkte, von der
erreicht die Festigkeit Die Garantiezeit beträgt beruhi- gen „QUALITY ZINC“ Kriterienka- Roh­stoffgewinnung über die Ver-
des Grundwerkstoffes gende 30 Jahre – die maximale talog (bitte anfordern). arbeitung und Nutzung bis hin zu
RHEINZINK® Garantiezeit, die uns der Gesetz- Recycling/Entsorgung (Zertifikat
niedrige Arbeitstemperatur geber er­laubt. Das schafft Sicher- bitte anfordern).
heit.
Der Arbeitsschritt Löten wird be­
vorzugt im Bereich der Dach­­­ent­
wässerung, Abde­ckungen und Ver­­
wah­rungen eingesetzt, um Was­
ser­­eindrang in die Konstruktion
aus­zu­schließen. Mit dieser Funk-
tion trägt das Löten ent­­­scheidend
zum Schutz und zur Le­­­bensdauer
an­de­rer Ge­­bäu­de­teile bei.

* Fachbuch RHEINZINK® – Anwendung i. d. Architektur Kap. I. 2.2

8 9
WERKSTOFF RHEINZINK® WERKSTOFF RHEINZINK®

RHEINZINK

1.1 3.2 Kennzeichnung Metalldicke, Nenngröße (Zuschnitte)


mm
1.1 RHEINZINK®-Tafeln und 1000 670 600 500 400 333 280 250 200
RHEINZINK
-Bänder: fortlaufende Stem-
DE EN 612 Zn DN 100 0,7
MADE IN GERMANY HSF pelung an der Metallunter- 1,00 7,20 4,82 4,32 3,60 2,88 2,40 2,02 1,80 1,44
seite als Farb­stempelung. 0,80 5,76 3,86 3,46 2,88 2,30 1,92 1,61 1,44 1,15
1.2
0,70 5,04 3,38 3,02 2,52 2,02 1,68 1,41 1,26 1,01
1.2 Dachrinnen und Regenfall-
rohre: fortlaufende Stempe- 3.3 Werkstoffeigenschaften Tabelle 1: Gewichtstabelle
lung als Prägestempel. für übliche Nenngrößen und
Dichte (Spez. Gewicht) Metalldicken in kg/m
RHEINZINK

333 1.3 Zubehör für Dachent­wässe- 7,2 g/cm3


run­gen: als Prägestempel. Schmelzpunkt 418 °C
Rekristallisationsgrenze
1.3
1.4 Paletten mit Dachent­wässe­- > 300 °C
rungs­produkten: Aufkleber Ausdehnungskoeffizient in
auf der Verpackung mit Walz - Längsrichtung*
RHEINZINK

0,70 RHEINZINK
entsprechenden Pro­dukt- 2,2 mm/m · 100 K
daten. Metalldicke
1.4
RHEINZINK
RHEINZINK

* Fachbuch RHEINZINK® – Anwendung i. d. Architektur Kap. I. 2.2.5/I. 3.4

10 11
WERKSTOFF RHEINZINK® WERKSTOFF RHEINZINK®

1.7.1 RHEINZINK®-walzblank dunkel und weist, wie bei Schiefer, gehend gegen Verarbeitungsspu­
Anwendung für alle Klempnerar­ im Regelfall einen leichten Grün- ren wie Fingerabdrücke geschützt.
beiten in Falz- und Löttechnik. Die Grauschimmer auf. Bei diesem Beiz­ Auch wird ein verbesser­ter Schutz
natürliche Patina bildet sich je­ prozess allerdings bleiben die na- bei Lagerung und Transport erzielt.
nach Anwendung, Dachneigung türlichen Ober­­flächeneigen­schaf­ten Für die Verarbeitung in Rollform-
etc. zeitlich unterschiedlich. erhalten – die Ober­fläche bleibt Profiliermaschinen bedeutet dieser
ohne Vorbehandlung lötbar und Schutz­­­film eine ölfreie Umformung.
1.7.2 RHEINZINK®-„vorbewit- patiniert entsprechend der natür-
Bild 1: RHEINZINK -  Oberflächen
® tert    pro blaugrau“/ lichen Gegebenheiten. Das sicht- Hinweis:
walzblank, „vorbewittert    pro blaugrau“ „vorbewittert    pro schiefer- bare „Altern in Würde” wird also Generell sollte objektbezogen eine
und „vorbewittert    pro schiefergrau“ grau“ nicht behindert und hat sich über char­­genweise Bestellung erfolgen,
Speziell zur Anwendung in Berei- viele Jahrzehnte in der Praxis be- um eventuell optisch auftretende
chen, bei denen ein „fertiges“ Bild währt. Beeinträchtigungen auszuschließen.
1.7 Oberflächen der RHEINZINK®-Oberfläche be- Das Material reduziert weitestge- Oberflächige Beeinträch­tigungen
reits bei Schlüsselübergabe ge- hend für Dünnblech typische Re- sind rein optischer Natur und glei­
Die Oberflächen der Ober- und wünscht wird, wurde vor vielen flektionen der Oberfläche (Wellen­ chen sich in der Regel im Zuge der
­Unterseiten von RHEINZINK® un- Jahren von RHEINZINK die Quali- erscheinung). 1988 wurde eine Patinabildung sukzessiv an.
terscheiden sich optisch aus walz­ tät „vorbewittert pro blaugrau“ und Großanlage in Betrieb genommen, Zum Schutz der Oberfläche wäh-
technischen Gründen. Bänder und seit 2003 die Qualität „vorbewit- in der bis zu 1000 mm (blau­grau) rend der Montage, des Transports
Tafeln sind an der Metallunterseite tert pro schiefergrau“ entwickelt. und 700 mm (schiefergrau) breite und der Lagerung und zum Schutz
mit einem fortlaufenden Stempel Das von RHEINZINK eingesetzte, Bänder nach einem Säuberungs- vor negativen Einflüssen während
gekennzeichnet, die Walz­richtung weltweit einmalige Vorbewitte- vorgang einer Beizung unterzogen der Bauphase werden die Fassa-
deutlich erkennbar. rungsverfahren hat zwei entschei- werden. Diese Beizung ergibt eine den-Systeme foliert.
Bei der Verarbeitung beachten: dende Vorteile: Die Beize gibt der gleichmäßige Farbgebung, die je­ Diese Folierung ist eine werkseitig
 Oberseite grundsätzlich im Oberfläche die Optik einer Patina, doch nicht mit einem RAL-Farbton aufgebrachte, einseitig selbstkle-
Sichtbereich anordnen wie sie sonst erst nach längerer verglichen werden kann. bende Schutzfolie, die nach der
 bei Scharlängen ≤ 1,0 m Zeit durch natürliche Einflüsse ein­ Das 100 % recyclefähige Material Montage, am Ende jeden Arbeits-
einheitliche Walzrichtung bei tritt. Die RHEINZINK®-Qualität „vor­ ist ­durch eine neue organische tages, direkt zu entfernen ist.
Herstellung/Montage einhalten bewittert pro schiefergrau“ ist sehr Oberflächenbehandlung weitest-

12 13
Begriffsbestimmung und Begriffsbestimmung und
technische Vorschriften technische Vorschriften

4. Begriffsbestimmung und 4.2 Weichlöten – Hartlöten 4.3 Forderung an eine Lötspalt


technische Vorschriften fachgerechte Lötnaht in allen Bereichen ≤ 0,5 mm
Diese Verfahren unterscheiden sich
4.1 Löten durch die Löttemperatur: Nach den Fachregeln des ZVSHK (Kap. 6.2 „Verbinden der Werk-
(Zentralverband Sanitär, Heizung, teile: Überlappung und Lötspalt”)
Löten bezeichnet allgemein das Weichlöten: Klima), des ZVDH (Zentralverband
dichte und feste Verbinden metal­ Löttemperatur ca. 250 °C, Dachdecker-Handwerk) und RHEIN­­
li­s cher Werkstoffe durch das geeignet für RHEINZINK®, ZINK-Empfehlung:
Schmel­­­zen von Zusatzmetallen, da sein Schmelzpunkt bei
dem Lot, wobei die zu verbinden­ 418 °C liegt Überlappungsbreite = gebundene,
den Grund­­werkstoffe im festen Hartlöten: durchgelötete Lötnahtbreite
Zu­stand verbleiben, sich aber in Löttemperatur > 450 °C,
ge­ringem Um­­fang an der Ober- für RHEINZINK® ungeeignet Anwendungsbereiche
fläche mit dem Lot verbinden. empfohlene Überlappung
Die Schmelztempe­ratur des Lotes­ (Kap. 2 „Vorteile der Weichlöt­ver­­ ≥ 10 mm - ca. 15 mm
muss unterhalb des Schmelz­ bindung mit RHEINZINK®“)
punktes der Grundwerkstoffe
liegen.

Lote bestehen aus Metall-Legie­-


run­gen, die in einem bestimmten
Schmelzbereich flüssig werden.

14 15
Begriffsbestimmung und Begriffsbestimmung und
technische Vorschriften technische Vorschriften

4.3.1 Sicherheitsvorschriften Weichlot/Zinnlot Flussmittel Salmiakstein


Personen: während des Ar- Personen: Berührung mit Personen: reizt Schleim-
Der Arbeitsgang Löten unterliegt beitens eine gute Raumbe- den Augen und der Haut – haut/Augen; Ar­beiten da-
durch den Einsatz der notwendi­­- lüf­tung sicherstellen. Ein Löt- besonders bei Haut­wunden her in be­lüfteten Räumen
gen Arbeitsmittel gemäß Kap. 5 arbeitsplatz im geschlosse- – vermeiden (Fluss­mittel sind ausführen.
strengen Anforderungen an die nen Raum muss je nach Be- ätzend, Werkstatt oder Lagerung: trocken, nicht mit
­Si­cherheit. Dies gilt nicht nur wäh­ lastung der Raumluft mit Arbeitsplatz hinreichend Oxida­tions­mitteln, Nitriten,
rend des Arbeitens für den Men- freigesetzten, gesundheits- lüften). Nitraten lagern, vor alka-
schen, sondern auch für die Lage­­ schädlichen Stoffen zusätz- Lagerung: kühl lagern und lisch reagierenden Substan-
rung und bei der Entsorgung. lich mit einer Absaugvor- für ausreichende Lüftung zen schützen.
richtung ausgestattet sein. sorgen; nicht zusammen Entsorgung: empfohlen
Die wichtigsten Hinweise, die Es gelten die Grenzwerte der mit Laugen lagern. wird unter Beachtung der
den Umgang mit den von RHEIN- Gefahrenstoffverordnung/ Entsorgung: empfohlen örtlich gesetzlichen Vor-
ZINK empfohlenen Hilfsmitteln Arbeitsstättenverord­nung. wird unter Beachtung der schriften eine geeignete,
betref­fen, fassen wir wie folgt Lagerung: trockene Lage- örtlichen gesetzlichen Vor- zugelassene Deponie.
zusam­men: rung; keine Zu­sammenla- schriften eine geeignete,
gerung mit Salpetersäure zugelassene Deponie. Löten mit Propangas
und organischen Säu­ren. Propangas ist ein handelsübliches
Entsorgung: Kontamination Produkt. Es gelten die entsprechen­
von Boden und Gewässer den Sicherheitshinweise bzw. Si­­­
mit Blei und seinen Verbin- cher­heitsdatenblätter des jewei­­li­­­
dungen strikt vermeiden. gen Herstellers.

16 17
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

5. Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel

 Propan-Regler mit 0,425 kg


Montageflasche (Bild 2)
 Lötkolben einschließlich
Hochdruckschlauch (Bild 3)
 Flussmittel: Lötwasser Firma
Felder „ZD-pro“
Hinweis: Für RHEINZINK®-
walzblank kann darüber
hinaus auch weiterhin
„Z-04-S“, Firma Chemet,
verwandt werden. Bild 2 Bild 3 Bild 4
 Entgrater (Bild 5)
 Zinnlot im Bunde (Bild 6)
 Blechschere (Bild 7)

 Putzlappen
 Schaber/Reinigungs­-
schwamm (Pad)
 Schmirgel (280 Körnung)
 Oberflächenfinish ROTOL®
Formula A2

Bild 5 Bild 6 Bild 7

18 19
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

5.1 Lötkolben

~15
Entsprechend dem Einsatzbereich
Lötkolben > 350 g,
wird unterschieden in besser 500 g
Hammerkolben:
für bauübliche Überlappungen

~100
Spitzkolben:
nur für Hammerkolben unzu­-
gäng­liche Stelle

~35
(schlechte Wärmequelle)
Sonderformen:
für Ornamentarbeiten etc.

Bild 8: Hammerkolben Lötkolben (Hammerkolben) mit ei­ ~30 ~25 >6


nem Gewicht von > 350 g, bes­ser ~21
500 g, gewährleistet eine ausrei- Skizze 1: Lötkolben;
chende Wärmespeiche­rung ohne Maße, Daten und Formen
Überhitzung. Eine breite Auf­lager­
fläche sichert den schnellen und
gleichmäßigen Wärmeübergang
auf die Lötstelle. Die Wärme muss
dem gesamten Überlap­pungs­be­
reich zugeführt werden.

Hinweis:
Das Lot fließt nur dorthin, wo die ent­
sprechende Wärme aufgegeben
wird.

20 21
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

5.1.1 Lötkolbenpflege 5.2 Zinnlote

In zeitlichen Abständen zur Sicher­ Aufgabe:


stellung der richtigen Form des Vollständige Ausbreitung
Löt­kolbens und guten Wärme­leit­ des Lotes auf dem Grund-

~35
fähig­keit: werkstoff
Lötkolben neu schmieden Dauerhafte Vereinigung
seitliche Flächen und Finne des Lotes mit dem Grund-
durch Feilen glätten werkstoff

Zur Verringerung von Oberflä­ Zur Erfüllung dieser Aufgaben müs­


chen­­oxidationen regelmäßige sen Lot und Grundwerkstoff auf­ ~30 Finne
>6
Säu­­berung des verunreinig­ten einander abgestimmt sein. Fläche
Lötkolbens: ~21
seitliche Fläche und Finne
ver­zinnen: der auf Arbeitstem­- Skizze 2: seitliche Fläche und Finne optimal verzinnen
peratur erwärmte Kolben wird
unter Hinzufügen von Zinnlot
über einen Salmiakstein ge­zo­-
gen, wobei sich die Kontakt-
flächen mit Zinnlot überziehen
(Kap. 5.4 „Salmiakstein” und
Kap. 7.3 „Lötprozess”)

Hinweis:
Eine richtig verzinnte Finne er­leich­
tert den Lötprozess erheblich und
ist eine we­sentliche Voraussetzung
für eine fachgerechte Lötnaht.

22 23
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

Lötkolbenpflege
Arbeitsschritte

 Pflegebedürftiger Lötkolben
(Bild 9)
 Lötkolben schmieden
(Bild 10)
 Lötkolben feilen
(Bild 11)
 Fläche und Finne verzinnen
(Bild 12)
 Lötkolben nach Pflege
(Bild 13)
Bild 9 Bild 10 Bild 11

Bild 12 Bild 13

24 25
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

Verunreinigun-
5.2.1 Forderungen der Handelsübliche Herstellerkenn- Entspricht in der chemischen

Summe aller

Sb, Bi u.Cu
gen ausser
zeichnung Zusammensetzung der Kenn-
DIN EN ISO 9453

0,08

0,08
zeichnung nach DIN EN ISO 9453
„Weichlote – Chemische
Zusammensetzung und L - PbSn40(Sb) S - Pb60Sn40 (Legierungs - Nr.:1)

S-Pb60Sn40 183-235 39,5-40,5 Rest 0,50 0,005 0,001 0,001 0,25 0,03 0,02 0,08

S-Pb50Sn50 183-215 49,5-50,5 Rest 0,12 0,002 0,001 0,001 0,10 0,03 0,02 0,05
Cu
Lieferformen“

Anmerkung: Legierungsnummer 1 ist das in Eu­ropa handelsübliche Zinnlot zum Weichlöten von RHEINZINK®.
L -Sn50Pb(Sb) [50/50*] S - Pb50Sn50 (Legierungs - Nr.:2)

Fe

Legierungsnummer 2 ist z.B. in Schweden und der Schweiz insbesondere für Werk­stattarbeiten üblich.
Diese Norm ersetzt die DIN 1707. Erläuterung: Siehe unten Erläuterung: Ohne Antimon (Sb) - Angabe

As
im Legierungszeichen, wenn 0,5 Gew. %
Enthalten sind in Ta­belle 2 (s.u.)
Legierungsanteil nicht überschritten wird.

Bi
Forderungen für die chemische
Zu­­sammensetzung bestimmter * bevorzugt für Werkstatt/Ornamentarbeiten

Al
Legierungs- Schmelz- Chemische Zusammensetzung % (m/m)
Grup­­pen von Weich­lo­ten wie z.B.

Zn
Zinn-­Blei, mit und ohne Antimon, wel- Kennzeichnung S - Pb 60 Sn 40
che zum Löten von RHEINZINK® RHEINZINK empfiehlt als Weich-
Cd

maß­geblich sind. lotlegierung aus baupraktischen L = Lot


Pb Sb

Die Zinn-Blei-Legierung mit dem Gründen Lotstangen mit folgender Pb = Plumbum = Blei
Kurzzeichen S-Pb60 Sn40 (DIN Kennzeichnung. Füllsubstanz

EN ISO 9453) ist identisch mit 60 Gew. % Legierungsanteil


Blei
dem in Deutschland z. Z. noch
Sn

handelsüblichen L – PbSn40(Sb). Sn = Stannum = Zinn


bewirkt den Lötvorgang
rungs-Nr. Kurzzeichen Tempe-
ratur

40 Gew. % Legierungsanteil Zinn


Legie-

Tabelle 2: Chemische Zusam-


mensetzung von Zinn-Blei-Weich­
legierungen
Zinn-Blei-

lotlegierungen, Auszug aus


Gruppe

DIN EN ISO 9453, Tabelle 1

26 27
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

Lieferform 5.2.2 Eigenschaften 5.2.3 Bedeutung des Je höher der Zinnanteil umso
z.B. Stange oder Stab antimonarmes Zinnlot Zinnanteils niedriger der Schmelzbe-
reich, d.h. das Lot fließt
Produkteinheit Zum Weichlöten von RHEIN- Wesentlich für den Lötvorgang schneller
einzelne Stange oder Stab ZINK® ist antimonarmes Zinnlot ist der Zinnanteil, der weitest­ge­ heller und optisch an-
zu ver­-wen­den. Denn zuviel Anti- hend in hochreinem Zustand, spruchsvoller erscheint die
Bunde mon bil­det grüt­zige Legierungen ­d.h. ohne verunreinigende Metal­ Lötnaht
Die Summe von einer oder meh- mit hoher Schmelz­tempe­ra­tur, die le (Kap. 5.2.1, Forderungen der Größerer Bleianteil als 60 % macht
reren Produkteinheiten aus einer den Löt­fluss be­hin­­dern, die Lötver­ DIN EN ISO 9453, Tab.1) vorlie- die Löt­naht dunkler und unsauber.
Schmelze. bin­dung spröde macht und zu gen muss.
gerin­ger Lötnahtfestigkeit führt. Der Bleianteil ist beim Lot aufgrund
Sicherheitshinweise seiner Eigenschaften nur Füllsub­
Alle Produkte müssen auch mit stanz.
­ent­­­sprechenden Hinweisen für 40 % Zinnanteil ermöglicht die
­Ar­­­­beits- und Gesundheitsschutz sehr guten Fließ- und Fes­tig­keits­
­ver­se­hen sein, die durch ent­spre­ be­dingungen für die Lötver­bin­dun­­
chen­­­de Bestimmungen oder Ge- gen in der Bau­klemp­­ne­rei.
setz des Herstellerlandes vorge-
schrieben sind, oder im Auf­­trag
aufgeführt werden.

28 29
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

5.2.4 Schmelzbereich Zinnlot/ Hinweis: 5.3 Flussmittel


Arbeitstemperatur Innerhalb dieses Temperaturbe­
reiches ist das Lot noch eine dick­ Aufgaben Flussmittel
Der Schmelzbereich eines Lotes flüs­sige Masse, erst ab 235 °C ist vorhandene Oxidreste
liegt zwischen der sogenannten es vollständig flüssig. Zur Sicher- sowie Reste der Walz­-
Solidus- und der Liquidus-Tempe- stellung des vollständig flüssigen emulsion des Werkstoffes
ratur. Solidus (fest) bezeichnet den Zustandes während des gesamten RHEINZINK®-walzblank
unteren Schmelzpunkt des Lo­tes; Lötprozesses beträgt die Ar­ werden gelöst; vorhandener
Liquidus (flüssig) bezeichnet den beitstemperatur beim Löten von organischer, werkseitiger
oberen Schmelzpunkt des Lotes. RHEINZINK® ca. 250 °C. Nur so Oberflächenschutz bei den
wird eine durchgehend, fachlich Oberflächen „vorbewittert pro“
Der Schmelzbereich des ein­w and­freie Lötnaht gemäß wird entfernt
S-Pb60Sn40 liegt bei: RHEIN­­ZINK-Empfehlungen her­ge­ das Fließen des Lotes wird
Solidus – Temperatur: stellt. gefördert, nicht behindert Bild 14: Auftragen
ca. 183 °C (ca. 456,15 K) durch vollflächiges Auftra- des Flussmittels
Liquidus – Temperatur: gen wird vor erneuter Oxi-
ca. 235 °C (ca. 508,15 K) dation geschützt

Eine feste und dauerhafte Legie­


rungsbildung des Zinnlotes mit
dem Grundwerkstoff RHEINZINK®
kann nur durch ein Fluss­mit­tel er-
reicht werden, das in sei­nen Be­
standteilen, in Struktur und Gefü­
ge auf den Lötprozess des Werk-
stoffes RHEINZINK® abgestimmt
ist.

30 31
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

Hinweise für das Löten von Einhaltung der technischen 5.3.1 Forderungen der DIN EN Kein Fluss­mittel ist für sämtliche
RHEINZINK-„vorbewittert pro“ Vorgaben, der richtigen Ar- 29454 „Flussmittel zum Grundwerkstoffe und Lotle­gie­run­
Die erzielten Ergebnisse in der Pra­ beitsmittel, der erforderlichen Weichlöten – Einteilun- gen sowie alle in Frage kommen­
xis haben gezeigt, dass die Löt­ Löttemperatur und der Fluss- gen und Anforderungen“ – den Arbeitsweisen verwendbar.
tech­nik bei RHEINZINK®-„vorbe- mittelmenge. Je nach Technik Teil 1: Einteilung, Kenn- Eigenschaften und damit zusam-
wittert pro blaugrau“ und -„vorbe- zwei- bis dreimal die Oberflä- zeichnung und Verpack- menhängende Zusammensetzun­
wittert pro schiefergrau“ nur gering­ che einstreichen ung gen der Flussmittel müssen des-
fü­gig von der bisherigen jahrzehn­ das etwas andere Löten von halb angepasst werden.
te­langen Praxis abweicht. RHEINZINK®-„vorbewittert pro Diese Norm ersetzt DIN 8511 Um den Übergang auf die neuen
Bei der Oberfläche RHEINZINK®- blaugrau“ sowie RHEINZINK®- Teil 2. Abweichend werden die Typ - Kurzzeichen zu erleichtern,
„vorbewittert pro schiefergrau“ wird „vorbewittert pro schiefergrau” Fluss­mittel gemäß dem Gruppenauf­­ sind die bisher festgelegten Fluss­
zusätzlich zum Lötwasser ZD-pro wird nach kurzer Ein­gewöh­- bau nach den chemischen Haupt­­ mittel zum Weichlöten denen nach
das Felder-Lösemittel empfohlen. nungszeit zum Alltag bestandteilen aufgeteilt (Ta­belle DIN EN 29454 -Teil 1 gegenüber­
Durch das Lösemittel wird der Lötvorgang etwas langsamer 3). Die bisherige Einteilung der gestellt, wobei die Angabe der
temporäre, werkseitige Oberflä- als bisher durchführen, um die Flussmittel ließ eine größere Aus- Fluss­­mittelart (flüssig, fest, Paste)
chenschutz (pro-Schicht) gelöst. Übertragung der Löttempera- wahlmöglichkeit zu. unbe­rücksichtigt bleibt.
Eine oft verwendete Lösung ist das tur zu gewährleisten
mechanische Entfernen des orga- bei Abdeckungen, falls not-
nischen Oberflächenfinishes durch wendig, das Lötwasser auch
Reinigungsschwämme (Pads). bei den aufeinanderliegen-
Nach die­ser Reinigung ist das den Oberflächen aufbringen
Material herkömmlich lötbar.

32 33
Lötstoffe, Werkzeuge Lötstoffe, Werkzeuge
und Arbeitsmittel und Arbeitsmittel

Typ-Kurzzeichen nach Flussmittel

DIN 8511 Teil 2 / 05.88 DIN EN ISO 9453 Teil 1 Typ Basis Aktivator Art

Flussmittel, deren Rückstände Korrosion hervorrufen* 1 Harz 1 Kolophonium (Harz) 1 ohne Aktivator A flüssig

F – SW –11 3.2.2** 2 ohne Kolophonium (Harz) 2 mit Halogen aktiviert *
F – SW –12 3.1.1
F – SW –13 3.2.1 2 Organisch 1 Wasserlöslich 3 ohne Halogene aktiviert B fest

Flussmittel, deren Rückstände bedingt korrodierend 2 nicht wasserlöslich


wirken können
3 Anorganisch 1 Salze 1 mit Ammoniumchlorid C Paste
F – SW -21 3.1.1 2 ohne Ammoniumchlorid
F – SW -22 3.1.2
2 Säuren 1 Phosphorsäure
etc. .. etc. .. 2 andere Säuren

* Daher müssen nach dem Lötprozess Flussmittelrückstände sorgfältig entfernt werden. 3 Alkalisch 1 Amine und/oder
** z.B. „ZD -pro“ der Firma Felder Ammoniak

* andere Aktivierungsmittel dürfen verwendet werden.


Tabelle 3: Gegenüberstellung der Typ - Kurzzeichen nach DIN 8511
Teil 2 und DIN EN ISO 9453 Teil 1
Tabelle 4: Einteilung von Weich­lötflussmitteln nach ihren
Hauptbestandteilen

34 35
Lötstoffe, Werkzeuge Arbeitsvorbereitung
und Arbeitsmittel

Kennzeichnung/Einteilung 5.3.2 Wirkungstemperatur 6 Lötvorbereitung Säuberung:


der Flussmittel Flussmittel RHEINZINK®-walzblank:
Flussmittel gemäß EN ISO 9454 - 6.1 Säubern der zu Die Oberfläche kann auch bei
Teil 1 sind nach ihren we­sent­li­chen Die Wirkungstemperatur des Fluss­­­­­ verbin­denden Teile korrekter Lagerung leichte Oxid-
Bestandteilen einzuteilen und nach mittels und die Arbeitstem­pe­ratur schichten bil­den.
Tabelle 3 zu kennzeichnen: des Lotes müssen aufeinander ab­­ Allgemeine Anforderungen:
gestimmt sein, dabei liegt die Wir­­ die zu lötenden Oberflächen Säuberung mechanisch:
Rheinzink empfiehlt als Fluss­mit­ kungstemperatur unterhalb der RHEINZINK® - walzblank und durch Schaben (Schaber)
­­tel: Lötwasser der Firmen Felder Arbeitstemperatur und ist während RHEINZINK® -„vorbewittert pro“ oder Schmir­geln (Edelstahl-
„ZD-pro“. Dieses entspricht nach des Lötprozesses (Kap.7.3 „Löt­ müssen sauber sein wolle)
DIN EN 29454 -Teil 1 bzw. EN pro­zess) zeitlich begrenzt. bei vorbewittert en Oberflä- Säuberung chemisch:
ISO 9454- Teil 1 dem Typ-Kurz­zei­ chen sollte das Lösemittel zum mehrfaches Auftragen der
chen 3.2.2.; also „ein anorgani­ Lötwasser ZD-pro, Fa. Felder, geeigneten Flussmittel, wo-
sches auf Säure ba­sierendes und 5.4 Salmiakstein verwendet werden bei nach einer kurzen Ein-
mit Säure aktiviertes Fluss­mittel”. wirkzeit jeweils die RHEIN-
(vor­mals F-SW-11 gemäß Kenn- Salmiak: Ammoniumchlo­rid (NH4Cl) ZINK®-Oberfläche vollstän-
zeichnung nach DIN 8511- Teil ist ein weisses Salz. Der Salmiak- dig blank ist. Erfahrungsge-
2). Die wichtigsten Sicherheitshin­ stein ist ein Block aus zu­sam­men­ mäß genügt eine zweima-
wei­­se sind in Kap. 4.3.1 zu­sam­ gepresstem Salmiakpul­ver. Er wird lige Behandlung.
men­ge­fasst. zur Lötkolbenpflege (5.1.1) benö-
Bei der Oberfläche RHEINZINK® - tigt. Die Sicherheitsempfehlungen Entfettung
„vorbewittert pro schie­fergrau “ wird während des Arbeitens sowie bei nicht erforderlich
zusätzlich zum Lötwasser ZD-pro der Lagerung und der Entsorgung
das Felder-Lösemittel empfohlen. müssen be­ach­tet werden (Kap. Hinweis:
Durch das Lösemittel wird der tem- 4.3.1 „Si­cherheitsvor­schrif­ten”). RHEINZINK® -Oberflächen müssen
poräre, werkseitige Oberflächen- grundsätzlich nicht entfettet wer-
schutz (pro-Schicht) gelöst. den!

36 37
Arbeitsvorbereitung Weichlötverfahren

6.2 Verbinden der Blechteile: 7 Weichlötverfahren Einstreichen der


Überlappung und Lötspalt RHEINZINK® -Oberflächen
herstellen 7.1 Auftragen des Flussmittels
Saubere RHEINZINK®-Oberflächen

Die zu lötenden RHEINZINK®-Tei­ Flussmittel mit Pinsel voll-


le werden gemäß Kap. 4.3 „For- flächig und reichlich auf
derung an eine fachgerechte Löt- Lötspalt ~0,2 mm, max. 0,5 mm die Oberfläche der zu ver-
naht” überlappt. bindenden Teile auftragen 7.2 Heften
die Überlappungsbreite von (Kap. 5.3) Hinweis für
≥ 10 -15 mm im waagerech- RHEINZINK®-walzblank: Befestigen (Fixieren) der
ten und geneigten Bereich bei leichter Oxidschicht Überlappung durch Punktlöten.
ist optimal, um volle Durch- Überlappung Blechteile zwei- oder mehrmaliges
lötung zu erzielen. ≥10 -15 mm durchgelötet Einstreichen mit Flussmittel
Lötspalt keinesfalls größer (Kap. 6.1 „Säuberung der
0,5 mm: die Kapillarität Skizze 3: Überlappung zu verbindenden Teile”)
(= Haarröhrchen-Anzie- der Blechteile mit Lötspalt
hung) nimmt mit zuneh­- Hinweis:
mender Lötspaltöffnung ab. Alle zu verbin­den­­­­­den Teile sind
Die Folge: Flussmittel und Hinweis: be­­reits am Verlegetag zu löten,
Lot können nicht mehr aus- Je enger der Lötspalt bei optima­ da sonst das Risiko einer nicht
reichend in den Lötspalt ler Überlappungsbreite, umso bes­­­­­­ stoff­schlüs­sigen Löt­naht durch
eindringen. ser die Kapillarkraft, umso durch­ Schmutz-/Stau­beinwirkung sowie
Bei zu großem Lötspalt zwi- gehender die nachfolgende Legie­­ Feuchtigkeit besteht.
schen den legierten Grenz- rungsbildung (Kap. 7.4.1 „Löt­naht­
schichten liegt das normale ­festigkeit”) im Lötspalt.
Gussgefüge des Lotes mit
einer wesentlich geringeren
Festigkeit vor.

38 39
Weichlötverfahren Weichlötverfahren

7.3 Lötprozess Das Flussmittel erfüllt seit Errei- Lot fließt nur in
Richtung Wärme
chen seiner Wirkungstemperatur
Lötkolben auf die erforder- zu diesem Zeitpunkt seine Auf- Hammerkolben > 350 g,

Druck
liche Arbeitstemperatur gaben: besser 500 g
(ca. 250 °C) erhitzen vorhandene Oxidreste
mit vorverzinnter Finne sowie Reste der Walz­emul- ~250 °C

S-
Pb
(Kap. 5.1.1 „Lötkolben- sion des Werkstoffes RHEIN­-

60
Sn
pflege”) auf die vorbereite- ZINK®-walzblank werden

40
te Überlappung vollflächig gelöst und abgeführt Lot wird flüssig
aufsetzen, bis die zu ver- der Flüssigkeitsanteil des und in den Lötspalt vorverzinnte Finne
bindenden RHEINZINK®- Flussmittels verkocht, die da- eingesogen
Teile auf die Schmelztem- rin gelösten Salze Zink- und
peratur des Lotes gebracht Ammoniumchloride bilden Lötwasser verkocht
worden sind eine Schutzschicht gegen
das Lot wird am Lötkolben Oxidation 1/3 2/3
je nach Lotbedarf abge- verbliebene Flussmittelrück-
schmolzen stände müssen mit einem Skizze 4. Lötprozess
Zinnlot dringt mit kapilla- feuchten Tuch abgerieben
rem Fülldruck in den Löt- werden, damit die natürliche
spalt ein Bewitterung einsetzen kann Das einfließende Lot löst die Salz-
schmelze (Zinkammoniumchlo­rid)
und schiebt sie vor sich her, bis der
gesamte Lötspalt metallbin­dend
ausgefüllt ist.

40 41
Weichlötverfahren Weichlötverfahren

7.3.1 Führung des Lötkolbens 7.3.2 Mögliche Fehlerquellen Hinweis:


Wenn der Lötprozess aus irgend­
stetigen Druck mit Lötstange zu schnelles Löten: einem Grund nicht befriedigend
und Kolben ausüben, um  bedeutet ungenügende war, hilft kein Nachbessern. Wir
beim Lötprozess den Löt- Wärmezufuhr und damit em­pfehlen, den Lötprozess zu wie­­­­
spalt so gering wie möglich ungenügende Lötspaltfül- der­holen: Unbefriedigende Löt­
zu halten; bei unzugängli- lung; dies führt zu Lotnes- naht­­öffnen, säubern, überlappen
chen Stellen ggf. Hilfsmittel tern und Lunkern und zu etc...
verwenden (Andruckholz) einer mangelhaften Lot-
gleichmäßige Führung, d.h. bindung im Lötspalt;
in Abhängigkeit der Wär- das Ergebnis ist eine Löt-
mezufuhr und des Lotflusses naht mit ungenügender
Vorraussetzung zur optima- Festigkeit
len Wärmezufuhr: Bild 15: Führung des Lötkolbens
Anordnung des Lötkolbens überhitzte Kolben:
gemäß Skizze 4  überhitzte Kolben verzun-
dern (oxidieren) und rekris-
tallisieren sehr schnell, wo-
durch Wärmespeicherung
und damit der Wärmeüber-
gang erheblich verschlech-
tert werden
 leichtes Durchbrennen
der überlappenden Teile
(„Brandenburger”)

42 43
Weichlötverfahren Weichlötverfahren

Hammerkolben > 350 g, 7.4 Legierungsbildung Bei den Oberflächenqualitäten


besser 500 g im Lötspalt RHEINZINK®-„vorbewittert pro“ hat
das Flussmittel zusätzlich zum oben
~250 °C Beim Lötprozess überzieht das Lot beschriebenen Vorgang die Auf-
die – unter dem Mikroskop be­trach­ gabe, den organischen Ober­flä­
­tet – eher rauhe Metallober­fläche chen­­­schutz aufzulösen, um die
vollflächig, löst Teile ab und breitet Le­gierungsbil­dung im Spalt zu
S-
Pb
60

sich aus. Während das Lot schmilzt ermög­lichen.


Sn
40

und der Grundwerk­stoff erwärmt


ist, haben die betei­ligten Metall- Die gute Legierbarkeit von Zinn
atome eine so hohe Beweglich­keit, und dem Werkstoff RHEINZINK®
dass durch die oben vereinfacht ist die Ursache für die kraftschlüs­
beschriebenen Lösungsvorgänge sige, dichte und feste Weichlöt­ver­
der Grund­werk­­stoff RHEINZINK® bindung im Ge­gensatz zu ande­
Skizze 5: Führung des Lötkolbens (Überlappung durchgelötet) in das Lot diffundiert und umge- ren am Bau eingesetzten Metal­
kehrt. Durch die­se Löslichkeit ent­ len.
steht eine Ver­­­schmelzung, aber
nur an den Grenzflächen, mit dem
Ef­fekt einer Legierungsbildung hö­­
herer Festigkeit als das Lot selbst.

44 45
Weichlötverfahren Weichlötverfahren

Legierungsbildung 7.5 Nachbehandlung Lötnaht

Idealzustand Unmittelbar nach Fertigstellung


= Legierung durch- Lotüberzug der Lötnaht werden Flussmittel­­rück­
gehend stände unter Ausnutzung der Me­­
talltemperatur mit einem nassen
Lotgefüge Lappen entfernt:

Skizze 6: Legierungsbildung  S icherstellung der Oberflä-


chenqualität
 Vermeidung von Oberflä-
7.4.1 Lötnahtfestigkeit Hinweis: chenangriff
Nur das im Lötspalt gebundene
Bei einer fachgerecht ausgeführ­ Lot ist für die Lötnahtfestigkeit ver­ Hinweis: Bild 16: Nachbehandlung
ten Weichlötung von RHEINZINK®- antwortlich. Zinnlot außerhalb der Die Nachbehandlung der Löt­­näh­ der Lötnaht
Teilen wird die Festigkeit, d.h. die Überlappungsbreite ist Ver­schwen­­ te mit Pflegeöl erzielt ein optisch
stoffschlüssige, dichte Verbindung dung sauberes, ansprechendes Erschei­­­  dauerhaft wasserdicht sein
nicht durch eine Anhaftung (Ad- nungsbild.  eine Festigkeit entsprechend
häsion) vom Lot am Grundwerk­ der Werkstoff­fes­tig­keit auf-
stoff erreicht, sondern durch eine 7.6 Eigenschaften Lötnaht weisen
Legierungsbildung (Kap. 7.4) der  die temperaturbedingte
Werkstoffe Zinn und RHEINZINK® Eine fachgerecht ausgeführte Löt­ Längenänderungen des
an den Berührungsflä­chen. ­naht für den Werkstoff RHEIN- Bauprofils aufnehmen
ZINK® muss:  optisch ansprechend sein

46 47
Weichlötverfahren längenänderungsverhalten

7.8 Vorverzinnen 8. Längenänderungsverhalten

Das Vorverzinnen empfehlen wir Auch bei einer fachgerecht aus­-


beim Löten von Bauteilen mit gro­ ge­­führten Lötnaht muss die tem­pe­
ßem Zu­schnitt (z.B. Sheddachrin- ­­raturbedingte Längenände­rung
nen) und Metalldicken > 0,80 mm. der Bauprofile berücksichtigt wer­
den. Skizze 7: RHEINZINK®-
Arbeitsgang: UDS-Verbinder
 Lötzinn durch normales Auf- 8.1 Ausbildung der temperatur-
löten auf die Überlappung bedingten Längenänderung
aufbringen von Bauprofilen
 danach Naht nach Weich­-
lötverfahren fertigstellen Bei Profillängen ≥ 3 m sind Bewe­
Bild 17: Löten von Steignähten gungsausgleicher erforderlich.
Hinweis: Skizze 8: Flachschiebenaht mit
Beim abschließenden Lötvorgang Ausführungsarten: Abdeckkappe
7.7 Löten von Steignähten empfehlen wir einen größeren Löt­­­  Neoprene-Bewegungs-
kolben (> 350 g) und dass die zu ausgleicher
Geneigt bis senkrecht verlaufende verbindenden Teile durch genü-  Flachschiebenähte
Lötverbindungen werden zur Si- gend Wärmezufuhr auf richtige  Einfachfalze mit/ohne
cherstellung einer möglichst ge­ Löttemperatur erwärmt werden. Zusatzfalz
ringen Lötspaltöffnung durch An-  Stoßverbindungen bzw.
drücken am tiefsten Punkt geheftet durch UDS -Verbinder
und danach gemäß dem Arbeits-
ablauf einer waagerechten Löt-
naht gelötet.

48 49
längenänderungsverhalten geltende normen

8.2 Maximale Abstände für Bewegungsausgleicher 9. Geltende Normen

Dachrinnen, Nenngröße/ Max. Abstand Regelwerke/ DIN EN 29453 Weichlote – Chemische Zusammensetzung
Bauprofile Zuschnitt Bewegungs- Empfehlungen und Lieferformen (EN ISO 9453)
ausgleicher (m) Ersatz für DIN 1707 / 02.81

Dachrinnen ≤ 500 15,0 Fachregeln DIN EN 29454 Teil 1 Flussmittel zum Weichlöten –
vorgehängt ZVSHK, ZVDH Einteilung und Anforderungen;
Einteilung, Kennzeichnung und
Dachrinnen Verpackung (EN ISO 9454 -1)
Sonderformen:
Ersatz für DIN 8511 T2 /05.88
Viertelrinne ≤ 500 15,0 DK - NORM
Saumrinne > 500 8,0 Ö - NORM
DIN ISO 857-2 Löten metallischer Werkstoffe –
Auf-Dach-Rinne ≥ 400 8,0 RHEINZINK-
Begriffe, Benennungen
Empfehlung
DIN 8508 Lötgeräte mit flüssigen
Dachrinnen > 500 8,0 Fachregeln
innenliegend, rund,
Brennstoffen
kastenförmig

Shedrinnen > 800 6,0 RHEINZINK-


Empfehlung

Bauprofile alle 8,0 Fachregeln


indirekt befestigt Nenngrößen

Bauprofile alle 6,0 Fachregeln


eingeklebt Nenngrößen

Tabelle 5: Maximale Abstände für Bewe­gungsausgleicher

50 51
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