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Die Erste Eslarner Zeitung

Informationsmedium für die Marktgemeinde Eslarn und die bayerisch­tschechische Grenzregion.


08. Jahrgang | 1. Ausgabe 2011 www.eslarn­net.de kostenlos

Sonderausgabe im Rahmen der Materialsammlung für "GRENZ­ERFAHRUNGEN".

Als Eslarn (beinahe)


einmal touristisch war.
Einblicke in den aufkeimenden „Eslarn­
Tourismus“ der 1970er und 1980er Jahre.

Ja, wirklich! Die Marktge­


meinde Eslarn gab sich
schon einmal (grössere)
Mühe ein touristisch attrak­
tiv zu wirken. Ganz ohne
„Grenzöffnung“,
„Bockl(rad)weg“, aber mit
jeder Menge noch existieren­
der Gastwirtschaften und La­
dengeschäfte. Wir haben ein­
mal das Firmenarchiv des
„Kaufhaus Zach“ in Eslarn
durchstöbert, bzw. eben
einmal diejenigen Unterla­
gen gesichtet, welche wir
hier vor Jahren dank des
akribischen
Ordnungsstrebens unseres
Gross­/ meines Schwieger­
vaters bis zur Firmengrün­
dung in Eslarn im Jahr 1932
auf dem Dachboden des Es­
larner Anwesens auffinden
konnten.
Da wird sichtbar, was die
Marktgemeinde Eslarn im liches dürfte sich wohl auch denken, Stocknägel, mit
Laufe der Zeit so alles erlebt aus den Firmenunterlagen all Ortsansichten versehene
haben musste. Es zeigt sich derjenigen Eslarner Unter­ Schmuck­ und/ oder Ge­
aber auch, dass der Begriff nehmen ergeben, welche brauchsartikel in ihr Ange­
„Tourismus“ für die Markt­ ebenfalls seit Jahrzehnten botsportfolio aufgenommen
gemeinde Eslarn bestenfalls nicht nur „Dinge des täg­ hatten.
ab Ende der 1960er Jahre, lichen Bedarfs“, sondern mit
deutlicher noch von der dem damals aufkeimenden
Mitte der 1970er bis Mitte Tourismus auch spezielle
der 1980er Jahre Verwen­ touristische Artikel wie An­
dung finden konnte. Ähn­

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Die Erste Eslarner Zeitung
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Das „Heckermühlbad“ ­ Beginn


des Badetourismus in Eslarn.

Noch lange bevor es in


Eslarn das „Freizeit­
zentrum“ am Atzmannsee
gab, bestand in Eslarn
bereits das sog. „Hecker­
mühlbad“. Gefliest, mit um­
laufender Liegewiese ein
Anziehungspunkt für Ein­
heimische wie Urlaubs­
gäste, welche sich seit An­
fang der 1970er Jahre nach Kleinod“ dürfte in die Mitte welche im Hinblick auf nur
Eslarn verirrten. Gem. Fir­ der 1970er Jahre zu datieren diese eine Eslarner Firma,
menaufzeichnungen auch ein sein, als im Staatsforst am bzw. deren Grosshandelsein­
klein wenig „Wirtschaftsfak­
tor“, denn ab diesem Zeit­ Stückberg eine grössere Flä­ käufe in Sachen „Holmen­
punkt führte das „Kaufhaus che eingezäunt, in Nähe der kol­Wachs“, Ski­Accessoires
Michael Zach“ erstmals im Staatsstrasse nach Schönsee wie die berühmten
grösseren Umgang Badearti­ mit einer Fütterungsstelle „UVEX®­Skibrillen etc.
kel, Schwimmhilfen, sowie versehen, plötzlich zum nahezu auf ein kleines „St.
eine grössere Auswahl an „Wildpark“, sowie mit dem Moritz“ hinweisen. Es war
Süsswaren und Speiseeis, sog. „Lindauer Waldhaus“ „was los“ in Eslarn, vor
welches die vom Ortszen­ gastronomisch wie touris­ allem als dann mit dem
trum durch die Ludwig­ tisch wertvoll, ein weiteres „OWV­Turm“ am Stück­
Müller­Strasse in Richtung Eslarner Ausflugsziel dar­ stein auch noch die Berg­
„Heckermühlbad“ ziehenden stellte. wanderer auf deren Kosten
Freizeithungrigen benötig­ kommen sollten.
ten. Der Skilift am Stückstein Eslarn mauserte sich ab
Was die Verantwortlichen Mitte der 1970er Jahre also
dazu trieb, diesen Badebe­ Das „Bergerl“, welches das langsam zum „touristischen
trieb nicht auch weiterhin zu sog. „Schönseer Land“ von Kleinod“, wobei man natür­
untersützen, und stattdessen Eslarn trennt, heisst eigent­ lich nicht verschweigen
nur nur die „Freizeitanlage lich geografisch richtig kann und darf, dass hier er­
Atzmannsee“ im Blick zu „Stückstein“. In den 1970er hebliche „Zonenrandgebiets­
haben, entzieht sich unserer Jahren, als man das „Lin­ “Fördermittel geflossen wa­
Kenntnis. dauer Waldhaus“ als gastro­ ren, denn wäre der Ort
Jedenfalls wurde die „Frei­ nomischen Betrieb einrich­ jemals selbst so „reich“ ge­
zeitanlage Atzmannsee“ un­ tete, den Wildpark „erschuf“, wesen, man hätte wohl von
ter tatkräftiger, sowie ma­ dachte man natürlich auch selbst bereits Mitte der 1960
schineller Unterstützung der daran dieses „Bergerl“ in Jahre erste Anstrengungen in
US­Army gebaut, und Richtung Staatsstrasse mit Richtung „Tourismus“ unter­
zugleich das „Heckermühl­ einem Ski­Schlepplift zu nommen.
bad“ nicht weiter beachtet. versehen. Auch dies können
wir an den Firmenunterlagen „Essensmarken“ und
Der „Wildpark Stückberg“ des „Kaufhaus Zach“ fest­ „Ruhrgebiets­Fantasien“
machen, denn aus dieser Zeit
Ja, auch dieses „touristische stammen diverse Unterlagen, Mitte der 1970er Jahre be­

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gannen auch die ersten grös­ von einer Anerkennung als Musikkapelle, welche in
seren „Tourismus­Ströme“ „Luftkurort“ träumen. Nah und Fern den „Gruss
nach Eslarn „einzufallen“. Eines aber darf man in ganz aus Eslarn“ überbrachte. Das
Was die jetzt 40­ und positiver Weise nicht ver­ „Fotostudio Erich Zimmer­
50jährigen als Kinder und gessen, nämlich dass das mann“ dokumentierte auch
Jugendliche damals wohl „Verkehrsamt Eslarn“, dieje­ Eslarns Musikgeschichte
sehr wundern musste, war nige Stelle der Markt­ über Jahrzehnte in Form von
ebenfalls der „Grenzland­ gemeindeverwaltung, welche eigens für den Markt und
förderung“ geschuldet. Die sich um die gesamte Indivi­ hier vorhandene Geschäfte
überwiegende Zahl der dualabwicklung des aufkei­ angefertige Ansichtskarten.
„Touristen“ kamen aus dem menden „Eslarn Tourismus“ So kam übrigens auch das
Ruhrpott, letztlich von zwei zu kümmern hatte, mit sehr „Kaufhaus Michael Zach“
bis vier Unternehmen, wel­ umgänglichen, äusserst auf mehrere dieser Ansichts­
che diesendie Erholungsauf­ freundlichen und jederzeit
enthalt im bayerisch­tsche­ ansprechbarem Personal ver­
chischen Grenzgebiet, am sehen war.
„Eisernen Vorhang“, wohl Ein Albin Karl, wie auch ein
besonders „staatlich geför­ Egid Strigl kümmerten sich
dert“ finanzierten. Darauf um die Feriengäste so, als
weisen diejenigen Firmenun­ wären es deren persönlichen
terlagen hin, welche sich Gäste. Diese fuhren u. W.
wohl gar nicht in den Un­ auch zu diversen Tourismus­
terlagen eines nicht gestro­ Messen, um Eslarn auch von
nomisch tätigen Unterneh­ gemeindlicher Seite als
mens befinden dürften: „touristisch attraktiv“ zu
Essensmarken, welche die präsentieren.
Urlaubsgäste von/ durch die
Gemeindeverwaltung Eslarn Der „Eslarn Tourismus“ und
erhielten, und welche dann die Musik karten, weil es eben mit
nicht vollständig in „Essen­ einer passablen Schaufens­
srationen“, sondern in Ge­ Wer die Heimatausstellung terfront an prädestiniertem
brauchsartikel wie Schuhe, anlässlich des letztjährigen Platz wirkliches „Aushänge­
Bekleidung, aber auch An­ Heimatfestes besuchte, der schild“ für die Marktge­
denken eingetauscht wurden. konnte es ein wenig erahnen, meinde Eslarn sein konnte
Daran kann man erkennen, was Eslarn Mitte der 1970er und wohl auch sollte.
dass der „Eslarner Touris­ bis Mitte der 1980er Jahre
mus“ zur damaligen Zeit, auch in musikalischer Hin­ Nicht vergessen darf man
also ab Mitte der 1970er sicht unternommem hatte. aber auch die Bemühungen
Jahre kaum vollends „frei­ Nahezu vollständig aus der eines Hugo Reißig sen.,
willig“ ins Laufen kam, vom ehem. Diözesanmusik­ welcher zu Anfang der
sondern massiv „befördert“, direktor Georg Zimmermann 1980er Jahre als Inhaber des
und so manches „Auge zu­ (+ 1984) gegründeten und „Grenzlandhotels“ in der
gedrückt“ wurde. geleiteten „Sing­ und Spiel­ Eslarner „Oberen Bach­
So lange also Touristen ins schule Eslarn“ hervorgegan­ gasse“ damit begann, die
Grenzgebiet geködert wur­ gen, waren plötzlich mehrere sog.
den, man diesen sogar das Eslarner Musikkapellen vor­ „Grenzlandmusikschule“ zu
tägliche Essen „schmack­ handen. Von der „Original gründen, und neben einer
haft“ machte, könnte der Eslarner Blasmusik“ ausge­ damit verbundenen Tätigkeit
Grenzort Eslarn aufblühen, hend, über die „Loisbach­ als Musiklehrer auch die,
vom kleinen Markt zum taler“ und die „Schlossberg­ sich aus Musikschülerinnen
grösseren „Erholungsort“ kapelle Eslarn“, war es vor und ­schülern rekrutierte
avancieren, und wollte sogar allem die erstgenannte „Grenzlandmusikkapelle“

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anführte. In hellblauen Seite dürften diese kaum von Einkehr. So langsam be­
„Musikkorps“­Uniformen, Bedeutung gewesen sein. gannen aber dann die För­
welche schon bei der durch Andererseits zeigt dies aber dermittel zu fliessen, und
Diözesanmusikdirektor a. D. wiederum, dass es kein sog. sowohl Landwirte wie auch
Georg Zimmermann weit „freiwilliger“, an den Be­ EinwohnerInnen gingen da­
vorher gegründeten „Sing­ mühungen einer Kommune zu über Wohnungen aus­
und Spielschule Eslarn“ in selbst orientierter Tourismus zubauen, ursprüngliche
ähnlicher Weise Verwen­ gewesen sein kann, denn Wohnimmobilien für touris­
dung fanden, zog diese „Ju­ dies hätte bei der damalig tische Übernachtungszwecke
gendmusikkapelle“ nicht nur besseren Akzeptanz anderer umzubauen und sich selbst
bei Festivitäten durch den Ferienregionen im Süden neue Anwesen zu erstellen.
Ort, sie trat auch im Bayerns, aber auch in Italien, Damit waren dann – mit­
innereuropäischen Ausland weitaus grösserer Werbe­ unter einzig und mit ent­
auf, und bewog auf diese aktivitäten bedurft, wie diese sprechendem Verwendungs­
Weise andere Musikkapellen von uns bislang im Rück­ zwang versehen – Ferien­
dazu, auch einmal Eslarn zu blick festgestellt werden quartiere modernerer Prä­
besuchen. konnten. gung entstanden. Wir er­
So kam die kleine, aber Sehen wir es einfach als innern aber noch die
Mitte der 1980er Jahre „Chance“, welche unserer Aussage eines zu dieser Zeit
immer noch „touristisch am­ Region, dem Marktflecken im „Eslarner Tourismusge­
bitionierte“ Marktgemeinde Eslarn zur damaligen Zeit schäft“ Tätigen, welcher
Eslarn zu dieser Zeit sehr gewährt wurde, welche aber seine liebe Not hatte, man­
häufig in den Genuss „gast­ leider nicht so weitergeführt chen Quartiergebern die
spielender Musikgruppen“ wurde, wie man sich dies an Notwendigkeit eines mo­
aus dem innereuropäischen berufener Stelle wohl vor­ dernen Umbaus schmackhaft
Ausland. gestellt hatte. zu machen. Scheinbar woll­
ten Einige selbst moderner
Der „Eslarn Tourismus“ und Der „Eslarn Tourismus“, die wohnen, ohne dies auch den
die touristische Werbung Quartiergeber und das künftigen Touristen ermög­
touristische Angebot lichen zu können.
Ein Kuriosum ist die Tat­ Nachteil dieser „zweckge­
sache, dass die Marktge­ Mitte der 1970er Jahre be­ bundenen Fördermittel“ war
meinde Eslarn von Mitte der fand man sich in Eslarn und ist es, dass damit letzt­
1970er bis Mitte der 1980er direkt am sog. „Eisernen lich jede Form von „Eigen­
Jahre zwar regelmässig Fe­ Vorhang“, die Strasse zur initiative“ ausgehebelt wur­
riengäste beherbergen konn­ Tillyschanze war eine „Sack­ de und wird. Wer „eigenes
te, aber eigentlich nie so gasse“, welche vor allem Geld“ investiert, der küm­
richtig mit grosser „Werb­ deshalb auffiel, weil sich in mert sich sehr frühzeitig da­
emaschinerie“ an die Öffent­ ihr regelmässigem Abstand rum, dass er diese Finanz­
lichkeit getreten ist. Da Sprengschächte befanden, mittel in absehbarer Zeit mit
waren die bereits genannten die bei Bedarf über einen Profit wiedererlangen kann.
Musikgruppen, die in Eslarn Zugang vom Bankett aus Wer alles „gefördert“ be­
zu dieser Zeit dank eines hätten mit Sprengsätzen be­ kommt, der kommt mitunter
„Fotostudio Erich Zimme­ schickt werden können. auf die etwas „ungute Idee“,
rmann“ zuhauf vorhandenen Direkt am Schlagbaum eta­ dass man ab Fertigstellung
Ansichtskarten, aber touris­ blierte sich so langsam ein der nicht selbst finanzierten
tische Prospekte liessen sich gastronomischer Freisitz, Dinge unfreiwillig unter
in unseren Unterlagen nicht und etwas fern von der Zwang geraten ist, die
finden. Dies heisst zwar Strasse bot das Gasthaus geförderten Angelegenheiten
nicht, dass es solche nicht „Hanakam“ über vier Kilo­ nun auch dem Förderzweck
vielleicht sogar gegeben hat, meter vom Ortskern Eslarns entsprechend verwenden zu
aber von unternehmerischer entfernt, die Möglichkeit zur müssen.

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Zwanzig, dreißig Jahre sind ja weiter, weil hierfür ja ein kommen“ zu lassen, und
hier eine lange Zeit, die man wenig Prospektmaterial und damit mögliche Skandale zu
ohne entsprechendes eige­ eine Quartiergeberliste ge­ verhindern, so ist die Chance
nes, risikoreiches Engage­ nügte, um bei „höheren des „Vertuschens“ durch das
ment mitunter als „Zwangs­ Stellen“ Gelder locker WWW ziemlich schwierig
vorgabe“ empfinden musste. machen zu können. geworden. Mal ehrlich: Wer
Im Laufe dieser Zeit kamen Ausserdem gab es noch kein denkt sich denn heute etwas
nämlich meist Kinder, die „WordWideWeb“! Das sog. dabei, ein Bild von einer
ebenfalls eine Unterkunft „Internet“ brachte unserer Veranstaltung zu veröffent­
brauchten. Die „Ferienquar­ Region, vor allem aber der lichen? Schliesslich will
tiere“ durfte man aber Marktgemeinde Eslarn nicht man solche Veranstaltungen
offiziell nicht für diese viel Glück. Nicht nur, dass ggf. touristisch nutzen und
eigenen Zwecke verwenden, man sich um das Jahr 2000, deshalb auch für einen
so dass dies wohl meist als man in unserer Gegend, Zeitraum im Voraus be­
„unter der Hand“ und damit im Gegensatz zu anderen werben.
die jeweilige Feriensaison Regionen, erstmals vom Dumm nur, wenn es sich –
gemäss, ohne ehrliches, „Internet“ Kenntnis erlangte, wie neulich erfahren – z. B.
richtiges Interesse an einer gleich daran machte Bürge­ um Bildmaterial handelt,
(anderweitigen) rinnen und Bürger durch die welches nicht bedacht, Aus­
Ferienvermietung geschah. Inhaberschaft von Domain­ sagen über nicht einge­
Solche „Zwangsansichten“ namen wegen Namensver­ haltene hygienische Bestim­
können ansteckend sein, wie letzungen zu verklagen, man mung etc. machen kann.
man an der Marktgemeinde bedachte zu wenig, dass man Spätestens beim nächsten
Eslarn auch bemerken über das „Internet“ bald auch solchen Fest ist in der
konnte. Eine ganze Zeit­ tatsächlich in jeden Winkel heutigen „Internet­Zeit“ mit
spanne war die sog. „Ritter­ der Welt sehen, und touris­ einem Besuch der zustän­
klause“ eines Inhabers tische Aktivitäten nahezu digen staatlichen Stellen zu
„Wenzl Kleber“ die konti­ live miterleben, oder aber rechnen, wobei mittlerweile
nuierlich für Ferienquartiere auch sog. „vorgegebene Ak­ auch Finanzbeamte Gefallen
genutzte Einrichtung, welche tivitäten“ entlarven konnte. an Internetrecherchen gefun­
sich aber „etwas ausserhalb den haben sollen.
vom Ortskern“ befand. Bleiben wir aber einfach
Aus den bereits genannten Google® und das investigative beim Tourismus und den
Firmenunterlagen geht her­ Tourismusverhalten Touristen, bzw. den „touris­
vor, dass sich von dort auch tisch interessierten“ Perso­
diverse Feriengäste Produkte Zugegeben, in unserer Ge­ nen. Wer mittels „Street­
ins Ferienquartier bringen gend glauben immer noch View™“ von Google®
liessen, dass hier sogar ein Einige, das sich das sog. Grosstädte nahezu „live“
klein wenig „Versandhandel“ „Internet“ auf Dauer nicht erleben kann, der fordert
in Mode kam, bevor mit dem durchsetzen wird. Andere ähnliche Offenheit auch von
Wegbleiben „geförderter Fe­ (vor allem Institutionen) sonstigen touristisch ambi­
riengäste aus dem Ruhrge­ konnten einen Teil des tionierten Gemeinden.
biet“ der „Eslarn Tourismus“ WWW näher erleben, und Wer hier in gedruckten
Ende der 1980er Jahre fürchten sich zusehends vor Prospekten für das avisierte
nahezu vollständig zum Er­ den Möglichkeiten schneller, Tourismusgebiet nur „Wald“
liegen kommen musste. effektiver und vor allem sieht, der wähnt sich „im
Stimmt nicht? auch investigativer Kom­ Wald“, und wird auf mehr
Möglicherweise empfinden munikation. Gelang es be­ Information pochen. Be­
es einige Eslarnerinnen und stimmten Kreisen noch vor kommt er diese nicht zu­
Eslarner anders, denn die wenigen Jahren bestimmte gleich mitgesandt/ geliefert,
speziellen Dinge einfach bei einer Re­ dann holt er sich diese
Tourismusfördermittel liefen gionalzeitung nicht „auf­ möglicherweise aus dem

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Internet, und gelangt zu dem Unterlagen“ eines "Kaufhaus Konkurrenz" gelten müsste.
Schluss, dass es sich kaum Michael Zach" durch, dann Wenn man aber einige der
um einen besuchenswerten ist sehr leicht zu erkennen, kleineren Geschäfte dazu bringen
Ort handelt, weil offiziell dass es ein solche würde, deren Ladengeschäfte zu
nichts geboten wird. „homogenes Gesamtkon­ schlies­sen, etwa weil man diesen
Vertragsangebote, denen zept“ bislang nur im anderweitig etwas "verspricht",
durchaus auch touristische Hinblick auf ausgeschüttete könnte eine "zentrale Förder­
Angebote zuzurechnen sind, Fördermittel gegeben hat, mittelgabe" für ein Grossprojekt
.

zeichnen sich dadurch aus, welche von einige Kom­ näher rücken.
dass das angebotene Produkt munen sinnvoll, von anderen Nur beweisbar ­ dies hat uns je­
auch die angegebenen Merk­ Gemeinden weniger sinnvoll mand gesagt, der sich damit aus­
male aufweist. So wissen nur in einige wenige be­ kennt ­ sollte dies letztlich nicht
mittlerweile viele Touris­ stimmte „Äusserlichkeiten“ sein, denn so etwas würde vor
mus­Gemeinden, dass investiert wurden. allem kurz vor einer Förder­
falsche Versprechen nicht mittelgewährung als höchst frag­
nur konzerneigene Reise­ würdig gewertet werden können,
büros in die Gefahr von Alles nur ein Fördermittel­ und vielleicht sogar diverse Be­
Schadensersatzklagen brin­ "Trugbild"? hörden auf den Plan rufen
gen können. müssen.
In Zeiten, in denen fast Also zeitweise muss einem
Jede/r über eine (kosten­ in unserer Gegend, vor allem Tourismuskonzepte für das
günstige) Rechtsschutzver­ aber in der Marktgemeinde aktuelle Jahrtausend
sicherung verfügt, wollen Eslarn schon der Versdacht
einige Personen nur deren kommen, dass sogar der Ja, die Marktgemeinde Es­
„Recht“, andere Zeitgenoss­ "Fördermittel­Empfang" larn bietet u. E. sogar für
Innen aber könnten es durch­ über lange Jahre geplant diese Überschrift genügend
aus auch auf einen sehr wird. Betrachtet man vergan­ „Material“, denn in Eslarn
„kostengünstigen Urlaub“ gene wie aktuelle Gescheh­ lässt sich erkennen, dass
abgesehen haben, den man nisse, dann "schliessen" ge­ man sich zukünftig eine Art
sich durch Auffinden un­ nau dann immer bestimmte „Seniorentourismus“
möglicher Zustände auch Geschäfte (natürlich nur) vorstellen könnte, welche zu
sehr leicht verschaffen deren Ladenlokale, wenn dauerhaften Wohnsitznah­
könnte. anderweitig "Grösseres" ge­ men älterer Leute, zu einer
plant ist, welches nur dann späteren Ganztagsbetreuung,
Kurz und gut: Es wird zu­ (natürlich wieder nur nahezu also einen „touristisch be­
künftig wohl auch für die vollständig mit Fördermit­ treuten Lebensabend“ führen
Marktgemeinde Eslarn da­ teln) realisierbar ist, wenn könnte.
rum gehen, sich entweder ein entsprechender Bedarf Die sprichwörtlichen „Zei­
ernsthaft „touristisch“ zu be­ besteht. chen der Zeit“ stehen hier
tätigen, oder dem Tourismus, Ein Beispiel: So lange in einem aber mittlerweile nahezu
samt „kostenintensiven An­ Ort(skern) sowohl mehrere Bäk­ „auf Sturm“, denn eine
hang“ Adieu zu sagen. Es ist ker, wie auch Metzger vorhanden Selbstverständlichkeit ist es
für jede Kommune auch eine sind, hat ein Supermarkt als Voll­ nicht, dass sich jemand nach
Verpflichtung gegenüber an­ sortimenter "schlechte Karten", einem Kurzurlaub in dieser
deren Gemeinden und einer und ein mögliches Städtebau­ Region dazu entschliesst,
ganzen Region, denn „Elf konzept muss "kleinteilig", also auch seinen restlichen Le­
Freunde“ können nur dann dem traditionellen Ortskern bensabend hier zu ver­
sinnvoll touristisch zusam­ gemäss realisiert werden. Förder­ bringen.
menwirken, wenn ein sog. mittel bekommen hier also bes­ Selbstverständlich würde
„homogenes Gesamtkon­ tenfalls die jeweils vorhandenen dies die Einwohnerzahlen
zept“ existiert. Sehen wir Einzelgeschäfte, jedoch kein "Su­ und damit auch die künf­
uns die nahezu „historischen permarkt", der als "unzulässige tigen Transferzahlungen

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Die Erste Eslarner Zeitung
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(wieder) erhöhen. Es würde


auch (wieder) Arbeitsplätze
schaffen, und eine Kom­
mune wieder etwas besser in
den Mittelpunkt rücken.
Aber mal ehrlich: Es könnte
auch „gewaltig nach hinten
los gehen“, wenn man die
grössere Allgemeinheit wirk­
lich für eine solche neue
„Einkommensquelle“ be­
geistern, aber den letztlich
entscheidenden Willen der
dann tatsächlich betroffenen
„Feriengäste“ nicht beachten
würde.
„Schön und gut“, wenn man
ein solches „touristisches
Gesamtkonzept“ entwickeln
und auch realisieren will,
aber man sollte es – wenn
wirklich geplant – auch von
vorneherein in alle touris­
tisch relevanten Veröffent­
lichungen aufnehmen.
Keinesfalls kann und darf
wohl der Eindruck entstehen,
dass man sich am Lebens­
abend ursprünglich fremder,
hier nur für eine bestimmte
Zeit „urlaubender“ Personen
„gütlich“ halten möchte.
Diese Ausführungen nur
deshalb, weil wir über „Die
Erste Eslarner Zeitung“ nun Übrigens:
schon mehrfach entspre­
chende Hinweise, wie auch
Diese Veröffentlichung ist Bestandteil einer mehrbändigen Dar­
Bitten zur „Thematisierung“
stellung unter dem Haupttitel "GRENZ­ERFAHRUNGEN".
dieser Dinge erhalten haben.
Dies haben wir hiermit dann Noch sind nicht alle Bände fertiggestellt, doch bereits jetzt
auch einmal getan. können wir Ihnen verraten, dass der Inhalt vom Leben einer
Familie im Nördlichen Oberpfälzer Wald handelt. Dieses
Familienleben wird von verschiedenen Seiten her beleuchtet.
Weder soziologisch­gesellschaftliche, politische, wirtschaft­
liche, noch weltanschauliche Momente werden hier ausge­
spart, um den künftigen Leserinnen und Lesern einen Ge­
samteindruck der Region "Nordoberpfalz"/ "Nordoberpfälzer
Wald" vermitteln zu können.

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OBEN: Aus der "Heimatausstellung" zum "Heimatfest 2010": Übersicht über Eslarner Musikkapellen.
UNTEN: Schöne Deko­Idee zur "Heimatausstellung". Solche Dinge finden Sie sonst wirklich nur in
Großstädten.
Impressum

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