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Vortrag – Meine Musik Datum: 21.03.2017 Semester 6

Filmmusik ist das emotionale Bindeglied zwischen dem bewegten Bild ((Spielfilm,
Dokumentation, Werbung etc.) nachfolgend Film genannt)) und dessen Betrachter. Sie
unterstützt die Handlung des Filmes, verdeutlicht Gefühle/Emotionen und kann einzelne
Szenenwechsel andeuten.

1. Musikstil

Filmmusik ist so vielseitig wie die dazugehörigen Filme selbst und kann deshalb keinem
konkreten Musikstil zugeordnet werden. Bei einer Kampfszene im Actionfilm bedarf es
einer stilistisch anderen Musik als auf einer Gondelfahrt in Venedig in der Liebeskomödie.
Auch unterscheiden sich die Charaktere der Musik in einer Dokumentation über
Pandabären und der einer TV-Werbung für das neuste Waschmittel.
Die Musik im Film wird entweder speziell für den Film komponiert oder es wird bereits auf
bestehende Musik zurückgegriffen. Dabei bedient sich der Komponist an einer Palette
von verschiedensten Musik-Genres, aus denen er dann die passende Musik komponiert
oder auswählt. Dies geht von Jazz, Funk, Rock, Pop zu klassischer Musik, von Weltmusik
bis zur modernen, computergenerierten Elektromusik.
Auch bei der Instrumentierung werden dem Komponisten keine Grenzen gesetzt. Je nach
Ansprüchen kann ein ganzer Film nur mit dem Klavier begleitet werden oder mit einem
120-köpfigen Symphonieorchester. Viele Komponisten verwenden auch zum Film
passende Spezialinstrumente (z. B: Dudelsack, verschiedenste Flöteninstrumente oder
eine Vielzahl von Perkussionsinstrumenten.)

2. Entwicklungsgeschichte

Die ersten Filme, die 1895 von den Gebrüdern Lumière entwickelt wurden, sind damals
schon von einem Pianisten, Flötisten oder (Dreh)-Organisten live untermalt worden. Der
Begriff „Stummfilm“ als solches ist deshalb falsch, da schon die ersten Filme ihre
musikalische Begleitung hatten. Damals wurden zur Untermalung Werke verwendet, die
aus Operetten oder Opern bekannt waren. Es wurden Sammlungen angefertigt,
sogenannte Kinotheken, welche einzelne, zum Film passende Musikstücke enthielten.
Eigens für den Film komponierte Musik kam erst später auf. Das dazugehörige
Notenmaterial wurde verkauften oder vermieteten Film beigelegt. Der erste
Filmsoundtrack wurde 1908 von Camille Saint-Sains für den Film L’Assassinat du duc de
Guise komponiert. Die Musik damals sollte nicht nur die Handlung unterstützen, sondern
hatte auch eine, den damaligen Begebenheiten angepasste Funktion:

• Sie sollte das Rattern des Filmprojektors übertönen.


• Die Dunkelheit in den Sälen wurden von vielen Betrachtern als störend empfunden.
Die Musik sollte eine behagliche Atmosphäre schaffen.
• Die Tonlosigkeit der Filme wurde als störend empfunden.
Als vor dem 1. Weltkrieg (um 1914) die Film-Vorstellungen in die grossen Säle verlegt
wurden, wuchsen auch die Filmorchester. Bis zu 80 Musiker wohnten einer Aufführung
bei. Die grosse Schwierigkeit war damals, eine Synchronität zwischen dem Film und der
Musik herzustellen. Musiker und Dirigenten waren stets gefordert und mussten schnell
reagieren. In diversen Sälen gab es auch sogenannte Kinoorgeln die neben
verschiedensten Klangfarben, auch Geräusche (z. B: Wind, Donner etc.) wiedergeben
konnten.

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1927 wurde das Orchester dann vom Kinosaal in das Tonstudio verlegt, als die Gebrüder
Warner (Warner Bros.) die ersten Tonfilm „The Jazz-Singer“ entwickelten. Die Arbeit im
Tonstudio hatte den Vorteil, dass die Musik gezielter und präziser auf den Film
abgestimmt werden konnte. Aus dieser Zeit stammen die hollywood-typischen
Soundtracks, welche sich an der damaligen Orchestermusik orientierte. Berühmte
Komponisten aus dieser Zeit waren Max Steiner (Casablanca, Vom Winde verweht), Erich
Wolfgang Korngold (Robin Hood, König der Vagabunden) oder Bernhard Kaun
(Frankenstein).

Ab der Nachkriegszeit hielten auch Elemente aus der Jazz- und Unterhaltungsmusik
Einzug in die Filmscores. Zusätzlich wurde der Wiedererkennungswert ein wichtiges
Kriterium der Musik. Bekannte Vertreter aus dieser Zeit waren John Barry (James Bond,
Der mit dem Wolf tanzt) und Henry Mancini (Pink Panther, Frühstück bei Tiffany).

Um 1950 gewannen Einflüsse aus Pop, Rock und Jazz immer mehr an Bedeutung und
wurden in verschiedensten Scores verarbeitet. Mitte der Fünfzigerjahre wurden als
zusätzliche Einnahmequelle auch Titelmelodien in Auftrag gegeben. Berühmtes Beispiel
dazu ist Henry Mancini’s „Moon River“, aus dem Film Frühstück bei Tiffany.
Besonders im Hinblick, Jugendliche für die Filmwelt zu faszinieren, wich um 1960 die
orchestrale Musik der moderneren Popularmusik. Oft wurde nicht neu komponiert,
sondern Musik aktueller Interpreten verwendet (z. B: Easy Rider).
In den Siebzigerjahren wurde in Hollywood wieder vermehrt mit grossen
Symphonieorchestern gearbeitet. Besonders John Williams läutete mit seinen
Kompositionen zu Blockbustern wie Star Wars, E.T oder Indiana Jones wieder eine Ära
der gross-orchestralen, symphonischen Filmmusik ein, welche bis heute anhält.
Im Laufe der Zeit wurde auch die elektronische Musik Bestandteil der Filmmusik und viele
Komponisten bedienen sich der unendlich grossen Klangpalette, die mit modernsten
Rechnern erzeugt werden kann.

3. Entstehungsprozess eines Soundtracks

Der Komponist beginnt üblicherweise mit dem Komponieren, wenn der Film schon im
Rohschnitt ist. Er bespricht mit dem Regisseur, an welchen Sequenzen er sich Musik
vorstellt und markiert diese auf sogenannten „Cue-Sheets“. Nach diesen Cue’s passt der
Komponist dann seine Arbeit an. Häufig werden in dieser Produktionsphase auch schon
bestehende Soundtracks verwendet.
Die Kompositionstechniken variieren von Komponist zu Komponist. Viele arbeiten mit
dem Klavier und Papier, während andere auf den Computer zurückgreifen. Manche
fertigen ein Particell an, in denen sie Melodien und zu verwendende Instrumente
aufschreiben und übergeben dieses dann einem Orchestrator, der eine Partitur anfertigt
und die einzelnen Stimmen an das jeweilige Register verteilt. Ist das Werk komplettiert,
wird die Musik von einem Orchester im Studio aufgenommen. Oft dirigiert der Komponist
gleich selbst. Abschliessend wird die Musik abgemischt und auf Dialoge, Geräusche etc.
im Film abgestimmt.
Nicht selten stellt die Filmmusik neben dem Film ein kommerzieller Erfolg dar, was sich in
CD-Verkäufen in hoher Zahl und auch Chart-Stürmungen äussert.

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4. Musikalische Formen/Merkmale

Filmsoundtracks können in drei Formen unterteilt werden:

Leitmotiv-Technik:
Diese Technik wurden schon von Richard Wagner in dessen Opern angewandt. Dabei
wird für jede wichtige Person, Handlung oder Ortschaft ein bestimmtes Motiv
geschrieben, dass im Laufe des Filmes immer wieder auftritt und die Person, Handlung
oder Ortschaft repräsentieren. Das Motiv kann in Tempo, Instrumentation und Dynamik
variieren. Mit Hilfe dieser Technik können Rückschlüsse auf bestimmte Protagonisten
oder Geschehnisse geführt werden, die visuell nicht wiedergeben werden können.

Bekannte Beispiele hierzu sind die Soundtracks von John Williams zu Star Wars und die
von Howard Shore zur Heer der Ringe-Trilogie.

Underscoring

Beim Underscoring unterstützt die Musik synchron die Handlung des Filmes. Die Musik
sollte Emotionen des Filmes hervorheben und die Gefühle des Betrachters verstärken. Oft
wird beim Underscoring auf bestimmte Klischees zurückgegriffen:

Eine extreme Form des Underscoring ist das Mickey Mousing. Wie der Name schon sagt,
stammt diese Form aus Cartoon-Verfilmungen. Bewegungen (z.B: auf und ab, fallen)
werden musikalisch charakterisiert.

Mood-Technik:

Die Mood-Technik wird bei Szenen angewandt, bei denen aktuelle Gefühlslage
hervorgehebt werden muss, die visuell nicht dargestellt werden kann. So können Gefühle
und Emotionen eines Protagonisten verdeutlicht werden. Unter Mood-Technik kann man
auch das Unterlegen einer Szene mit einem Song verstehen.

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In der Mood-Technik wird vorallem mit Lautstärke, Tonhöhe und Klangfarbe gearbeitet,
wobei auf den Charakter unterschiedlichster Instrumente zurückgegriffen wird:

Akkorde und dessen Emotionen

Jeder Komponist arbeitet mit verschiedensten Akkorden, die unterschiedlichste


Emotionen auslösen:

Dur Moll 7 Maj7 Min7 9 Dim. sus4 7♭ 9 ♭5


warm traurig nervös ruhig launisch offen Angst Spannung Grusel sphärisch
fröhlich mysteriös wild romantisch jazzig opti- Schock Angst himmlisch
hell dunkel frech jazzig unheilvoll mistisch dunkel

Natürlich werden eine Vielzahl weiterer Akkorde verwendet, je nach Belieben des
Komponisten.

5. Berühmte Filmmusik-Komponisten

Die Liste der Komponisten ist unendlich lang. Hier werden die bekanntesten aufgeführt:

Schon verstorben:

- Max Steiner (Casablanca, Vom Winde verweht, King Kong)


- Erich Wolfgang Korngold (Der Seewolf, Kings Row, Frankenstein)
- Henry Mancini (Pink Panther, Frühstück bei Tiffany, Baby Elephant Walk)
- Alfred Newman (20th Century Fox Fanfare, Auf Messers Schneide)
- Alex North (Spartacus, Unchained Melody)
- Elmer Bernstein (Die glorreichen Sieben)
- James Horner (Braveheart, Titanic, Apollo 13)

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Lebend:

- John Williams (Star Wars, E.T, Harry Potter 1-3)


- Hans Zimmer (Interstellar, Inception, The Dark Knight)
- Alan Silvestri (Forrest Gump, Back to the Future, Polarexpress)
- Howard Shore (Herr der Ringe, Der Hobbit, Aviator)
- Jerry Goldsmith (Star Trek, Rambo, Die Mumie)
- Michael Giacchino (Oben, Star Trek, The Incredibles)
- John Powell (How to train your Dragon, Shrek, Die Bourne Identität)

6. Mein persönlicher Bezug

Ich kam als Kind relativ früh zur (klassischen) Musik und hörte deshalb auch schon
aufmerksam den Soundtracks in Filmen zu. Mit sieben Jahren begann dann ich mit dem
Trompetenspiel. Da die Trompete in vielen Soundtracks einen wesentlichen Bestandteil
einnimmt, fing mir die symphonische Filmmusik noch mehr an zu gefallen.
Mittlerweile spiel ich aktiv in einem Symphonieorchster mit, dass mehrheitlich nur
Filmmusik aufführt. Die heroischen, pompösen und anspruchsvollen Trompetenstimmen
in den Soundtracks bereiten mir besonders viel Spass beim Spielen, da ich dort mein
ganzes Können unter Beweis stellen kann. (Was mir manchmal auch gelingt).

6. Gefällt mir besonders, weil...

...das Leben ohne Musik für mich nicht vorstellbar wäre. Genauso verhält es sich mit
Filmen. Kein Film wäre ohne Musik (mit speziellen Ausnahmen) vorstellbar. Die Musik
drückt aus, was das Auge nicht sehen und nicht mit 1000 Worten beschrieben werden
kann.
Zudem gefallen besonders die Soundtracks von John Willams und James Horner sehr.
Sie sind zum Teil mächtig, heroisch und episch und im Gegensatz dazu wieder ruhig,
romantisch und gefühlvoll sind.
Für mich stellen solche Soundtracks die moderne klassische Musik dar.

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