Sie sind auf Seite 1von 6

Langtext

recherchiert von: autologin UK am 04.11.2007

Gericht: VG Karlsruhe 6. Quelle:


Kammer
Entscheidungsdatum: 02.06.2005 Normen: § 15 Abs 1 VersammlG, § 118
Aktenzeichen: 6 K 1058/05 OWiG
Dokumenttyp: Beschluss

Nacktradel-Aktion als Versammlung; Ordnungswidrigkeit;


Belästigung

Leitsatz

Ein Aufzug in Form einer " Nacktradel -Aktion" kann auf der Grundlage des
Versammlungsgesetzes verboten werden, weil unbekleidetes Fahrradfahren auf
öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen, in denen die Begegnung mit
nackten Menschen nicht zu erwarten ist, eine Ordnungswidrigkeit in Gestalt einer
Belästigung der Allgemeinheit und damit einen Verstoß gegen die öffentliche
Sicherheit darstellt.

Fundstellen
NZV 2005, 607-608 (Leitsatz und Gründe)
NJW 2005, 3658-3659 (Leitsatz und Gründe)

weitere Fundstellen
NVwZ 2006, 241 (Leitsatz)
DVP 2006, 259 (red. Leitsatz)

Diese Entscheidung wird zitiert

Literaturnachweise
Jürgen Vahle, DVP 2006, 259 (Anmerkung)

Tenor

1. Der Antrag wird abgelehnt.

2. Der Antragsteller trägt die Kosten des Verfahrens.

3. Der Streitwert für das Verfahren wird auf 5.000,00 € festgesetzt.

Gründe

1
I. Der Antragsteller begehrt vorläufigen Rechtsschutz gegen eine mit Sofortvollzug
versehene Verfügung, mit der ihm eine „Nacktradel-Aktion“ entlang des Rheins im
Landkreis Rastatt untersagt wurde.

2 Am 23.04.2005 meldete der Antragsteller beim Landratsamt Rastatt die dargestellte


Veranstaltung für den 11.06.2005 an; nach seinen Angaben beabsichtigen 3 bis 12
Teilnehmer, im Rahmen des „Weltnacktradeltags“ in der Zeit von 13.00 bis 17.30
Uhr ab der Staustufe Iffezheim in Richtung Süden bis zur Landkreisgrenze und
wieder zurück zum Ausgangspunkt nackt zu radeln. Ziel der Aktion ist, „für
Nacktheit als zweckdienliche und gesellschaftsfähige Kleidung und gegen das
Verstecken von Körpern in blickdichten und gebührenpflichtigen Ghettos
einzutreten“.

3 Nach Anhörung des Antragstellers verbot das Landratsamt Rastatt unter dem
09.05.2005 die angemeldete „Nacktradel-Aktion“ sowie jede Form einer
Ersatzveranstaltung; die sofortige Vollziehung der Verfügung wurde angeordnet. Zur
Begründung gab das Landratsamt unter anderem Folgendes an: Aus der
Terminierung, der Auswahl der Fahrstrecke und den Äußerungen des Antragstellers
ergebe sich, dass eine große Anzahl fremder Menschen ungewollt mit der Nacktheit
der Teilnehmer des Aufzugs konfrontiert werden solle. Das „Nacktfahrradfahren“ in
der Öffentlichkeit stelle eine Belästigung bzw. eine Gefährdung der öffentlichen
Ordnung dar. Denn das unbekleidete Präsentieren eines menschlichen Körpers auf
öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen stehe nach wie vor regelmäßig im
Gegensatz zu den allgemein anerkannten Regeln der ungeschriebenen
Gemeinschaftsordnung; hier sei das Scham- und Anstandsgefühl der sich ungewollt
mit fremder Nacktheit konfrontierten Menschen nachhaltig tangiert. Ein milderes
Mittel als das Verbot des Aufzugs - etwa in Form der Auflage, bekleidet Rad zu
fahren - sei nicht ersichtlich, weil die Teilnehmer die Veranstaltung ihrem Zweck
nach in jedem Fall nackt durchführen wollten. Schließlich sei die Anordnung des
Sofortvollzugs geboten, ansonsten bestünde die begründete Gefahr irreparabler
Verletzungen elementarer Rechtsgüter Dritter.

4 Gegen die Verfügung des Landratsamts Rastatt vom 09.05.2005 erhob der
Antragsteller unter dem 16.05.2005 Widerspruch, über den noch nicht entschieden
worden ist. Zur Begründung gab er unter anderem an, an allen Nebengewässern an
der Strecke entlang des Rheins sei das Nacktbaden inzwischen üblich. Die Mehrheit
der Bürger wolle nicht, dass sie vor dem Anblick nackter Menschen beschützt würde,
zumal man heutzutage mit Nacktheit täglich im Fernsehen und sonstigen Medien
konfrontiert werde. Das Interesse vereinzelter Bürger, die sich durch einen Aufzug
unbekleideter Radfahrer auf dem Rheindamm in ihren Lebensvorstellungen
beeinträchtigt fühlten, müsse hinter dem Recht der Meinungsfreiheit bzw. der
Versammlungsfreiheit zurücktreten. Im Übrigen sei die ganze Aktion in Sekunden
vorbei, wer nicht hinsehen wollte, müsse dies auch nicht tun. Da beim Nacktradeln
die inkriminierten Körperteile ohnehin nur wenig hervorträten, könne man nicht von
einer „Schampräsentation“ sprechen.

5 Mit seinem am 18.05.2005 bei Gericht eingegangenen Antrag beantragt der


Antragsteller sinngemäß,

6 die aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs gegen die Verbotsverfügung des


Landratsamts Rastatt vom 09.05.2005 wiederherzustellen.

7 Der Antragsgegner beantragt,

8 den Antrag abzulehnen.

9 Wegen des Vorbringens der Beteiligten im Übrigen wird auf die gewechselten
Schriftsätze, wegen der sonstigen Einzelheiten auf die vom Antragsgegner
vorgelegte Akte (1 Band) verwiesen.

10 II. Der auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des vom Antragsteller
erhobenen Widerspruchs gegen das kraft behördlicher Anordnung (§ 80 Abs.2 Satz 1
Nr.4 VwGO) sofort vollziehbare Versammlungsverbot gerichtete Antrag nach § 80
Abs.5 Satz 1 VwGO ist statthaft und auch ansonsten zulässig.

11 Der Antrag ist jedoch unbegründet.

12 Der Antragsgegner hat die sofortige Vollziehung der angegriffenen Verfügung formell
ordnungsgemäß angeordnet (vgl. § 80 Abs.3 VwGO). Die von der Behörde gegebene
Begründung genügt auch den Anforderungen an ein besonderes Vollzugsinteresse,
weil bei der Durchführung der „Nacktradel-Aktion“ am 11.06.2005 die Begehung
einer Ordnungswidrigkeit zu erwarten ist und damit die besondere Eilbedürftigkeit
außer Frage steht.

13 Sind die formellen Voraussetzungen für die Anordnung der sofortigen Vollziehung
erfüllt, so ergibt die bei einer Entscheidung nach § 80 Abs.5 VwGO vorzunehmende
Interessenabwägung, dass das öffentliche Interesse am Sofortvollzug der
streitgegenständlichen Verbotsverfügung das entgegenstehende Interesse des
Antragstellers an der Aussetzung der Entscheidung überwiegt, weil das
Versammlungsverbot bei summarischer Prüfung rechtlichen Bedenken nicht
unterliegt.

14 Rechtsgrundlage für die vom Antragsteller angemeldete Versammlung bzw. den von
ihm angemeldeten Aufzug in Form einer „Nacktradel-Aktion“ ist § 15 Abs.1
VersammlungsG. Zunächst ist festzuhalten, dass das Versammlungsgesetz auf die
Veranstaltung des Antragstellers anwendbar ist. Es handelt sich um eine
Versammlung, nämlich eine Personenmehrheit mit einem verbindenden Zweck, in
Form eines Aufzugs. Die Aktion ist durch gemeinschaftliche Kommunikation geprägt
und zielt auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinung ab. Unerheblich ist, ob die
Teilnehmer der Veranstaltung etwa Plakate mitführen oder sich in Form von Parolen
zu ihren Zielen bekennen. Durch die vom Antragsteller beabsichtigte
Bekanntmachung der Veranstaltung und die Darbietung der „nackten Körper“ der
Veranstaltungsteilnehmer wird nach außen ausreichend deutlich, dass für
„öffentliche Nacktheit“ als Lebensform und gegen „Nacktheit ausschließlich in
abgetrennten Bereichen“ geworben wird. Da sich die Versammlung „auf dem
Fahrrad“ unter freiem Himmel fortbewegt, handelt es sich um einen Aufzug im Sinne
des Versammlungsgesetzes. Durch Ortswechsel soll ein größerer Personenkreis mit
der demonstrativen Aussage der Teilnehmer konfrontiert werden; Art, Ort und
Geschwindigkeit der Fortbewegung eines Aufzugs sind unerheblich. Vor diesem
Hintergrund stellt das Versammlungsgesetz eine abschließende Regelung dar, die
einen Rückgriff auf das allgemeine Polizeirecht als Ermächtigungsgrundlage
ausschließt (vgl. Dietel/Gintzel/Kniesel, Demonstrations- und Versammlungsfreiheit,
13.Aufl., § 15 Rd.Nr.4).

15 Nach § 15 Abs.1 VersammlG kann die zuständige Behörde - hier das Landratsamt
Rastatt als Kreispolizeibehörde - den Aufzug verbieten oder von bestimmten
Auflagen abhängig machen, wenn nach den zur Zeit des Erlasses der Verfügung
erkennbaren Umständen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung bei Durchführung
des Aufzugs unmittelbar gefährdet ist. Schutzgut der öffentlichen Sicherheit sind
subjektive Rechtsgüter und Rechte des Einzelnen, die Einrichtungen und
Veranstaltungen des Staates und sonstiger Träger von Hoheitsgewalt sowie die
Durchsetzung der in der objektiven Rechtsordnung begründeten Verhaltenspflichten.
Dazu gehört vor allem die Verhütung und vorbeugende Bekämpfung von Straftaten
und Ordnungswidrigkeiten. Denn die Ausübung der Versammlungsfreiheit gibt keine
Rechtfertigung für strafbares oder ordnungswidriges Verhalten.

16 Gemessen daran ist hier das Schutzgut der öffentlichen Sicherheit betroffen, weil
durch die „Nacktradel-Aktion“ des Antragstellers die Begehung von
Ordnungswidrigkeiten - hier Belästigung der Allgemeinheit nach § 118 OWiG - droht.
Wer sich unbekleidet auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen, in denen
die Begegnung mit nackten Menschen nicht zu erwarten ist, in einer Weise aufhält,
dass er anderen Benutzern den Anblick seines nackten Körpers aufdrängt, handelt
ordnungswidrig im Sinne von § 118 OWiG (vgl. zum Nacktjoggen als Belästigung der
Allgemeinheit: OLG Karlsruhe, Senat für Bußgeldsachen, Beschl. v. 04.05.2000 - 2
Ss 166/99 -, NStZ-RR 2000, 309). Im Einzelnen:

17 Nach § 118 Abs.1 OWiG handelt ordnungswidrig, wer eine grob ungehörige
Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu
gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen. Eine grob ungehörige
Handlung liegt dann vor, wenn die Handlung in einem so deutlichen Widerspruch zur
Gemeinschaftsordnung steht, dass sie jeder billig denkende Bürger als eine grobe
Rücksichtslosigkeit gegenüber jedem Mitbürger ansehen würde, sie sich also
gleichsam als eine Missachtung der durch die Gemeinschaftsordnung geschützten
Interessen darstellt. Solch ein schutzwürdiges Interesse ist auch das Schamgefühl.
In der Schamhaftigkeit offenbart sich vor allem die Scheu des Menschen, die eigene
Nacktheit unberufenen fremden Blicken auszusetzen, ihr kann es aber auch
widerstreben, mit nackten fremden Menschen konfrontiert zu werden. Die
Anschauungen darüber, ob das Schamgefühl der Allgemeinheit in diesem Sinne
tangiert wird, sind freilich zeitbedingt und damit dem Wandel unterworfen. Die
Rechtsprechung hat sich bei dieser Beurteilung weder nach den Auffassungen
besonders prüder noch ungewöhnlich liberaler Kreise zu richten. Allerdings sind
tiefgreifende und nachhaltige Änderungen der sittlichen Wertvorstellungen der
Allgemeinheit, die von einer gegenüber früheren Zeiten unbefangeneren und
freieren Auffassung hinsichtlich der Konfrontation mit menschlicher Nacktheit
gekennzeichnet sind, zu berücksichtigen; entscheidend sind jeweils die Umstände
des Einzelfalles (vgl. zum Ganzen OLG Karlsruhe, aaO.).

18 An diesem Maßstab orientiert steht das unbekleidete Präsentieren eines


menschlichen Körpers auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen nach wie
vor regelmäßig im Gegensatz zu den allgemein anerkannten Regeln der
ungeschriebenen Gemeinschaftsordnung. Denn das Verhalten des Antragstellers und
der übrigen Teilnehmer ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass sie Benutzern
öffentlicher Straßen und Wege den Anblick ihrer nackten Körper aufdrängen, ohne
dass diese frei entscheiden könnten, ob sie mit deren Anblick konfrontiert werden
wollen oder nicht. Gerade die unfreiwillige Konfrontation an Orten, an denen die
Begegnung mit nackten Menschen nicht zu erwarten ist, berührt aber auch nach
heute noch allgemein vorherrschender Vorstellung das Schamgefühl in besonderer
Weise (vgl. zum Ganzen: OLG Karlsruhe, aaO.). Zwar ist dem Antragsteller
zuzugeben, dass gegenüber früheren Zeiten eine unbefangenere und freiere
Einstellung hinsichtlich nackten Badens an Stränden oder in Schwimmbädern - in
Schwimmbädern dürfte allerdings nur „oben ohne“ üblicher geworden sein -, auch
wenn es sich nicht um ein abgeschlossenes FKK-Areal handelt, breiten Raum
gewonnen hat; insbesondere an den Baggerseen und Nebenarmen des Rheines mag
in bestimmten Bereichen Nacktbaden üblich sein. Der Bevölkerung sind diese
Verhaltensweisen in bestimmten Bereichen aber durchaus geläufig, jeder kann sein
Verhalten durch die Wahl seines Badeortes danach ausrichten. Anders liegt der Fall
hier. Dem Antragsteller geht es gerade darum, jedermann entlang des Rheines auf
seiner Fahrtstrecke - sei es auf öffentlichen Straßen, Liegewiesen, Campingplätzen,
Gaststätten oder Spazierwegen -, also ganz überwiegend an Orten, an denen man
„völlige Nacktheit“ nicht erwartet, mit seiner Lebenseinstellung zu konfrontieren.
Dass die Betroffenen das Ganze übersehen oder wegschauen können, stellt die
unfreiwillige Konfrontation nicht in Frage. Gleiches gilt für die Angabe des
Antragstellers, auf dem Fahrrad seien die Schamteile kaum einsehbar; die Nacktheit
der Teilnehmer des Aufzugs ist jedenfalls für jedermann erkennbar, zumal sie als
größere Gruppe massiv auftreten.

19 Die grobe Ungehörigkeit der Handlungen des Antragstellers ist auch geeignet,
gerade die Allgemeinheit, d.h. eine unbestimmte, nicht individuell abgegrenzte
Mehrheit von Personen, zu belästigen. Rechtlich ohne Belang ist in diesem
Zusammenhang, ob ein Teil der betroffenen Bürger eine Begegnung mit den
unbekleideten Radlern billigend, gleichgültig oder belustigend hinnehmen würde. Bei
der Frage, ob die Handlungen des Antragstellers geeignet sind, die Allgemeinheit zu
belästigen, kommt es nur auf das Werturteil an, das die Gesamtheit des an der
Verkehrssitte interessierten Publikums über den Vorgang fällt. Der vom Antragsteller
angeführte Gesichtspunkt des Minderheitenschutzes - insbesondere die
grundrechtlich geschützte Verhaltensfreiheit - darf zwar nicht „zu kurz kommen“,
d.h. eine extreme Sexualmoral darf nicht zum Maß aller Dinge erhoben werden, die
Interessen des Antragstellers müssen aber dann zurücktreten, wenn - wie hier - das
fragliche Verhalten von einer Mehrheit missbilligt wird.

20 Schließlich ist - vor dem Hintergrund des bisher Dargelegten - die Eignung der
Aktion des Antragstellers zur Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung zu bejahen;
die einzelnen Merkmale des Tatbestandes des § 118 Abs.1 OWiG überschneiden sich
insoweit (vgl. Senge in Erbs-Kohlhaas, Strafrechtliche Nebengesetze OWiG § 118
Rd.Nr.4).

21 Vor diesem Hintergrund durfte die Versammlungsbehörde nach § 15 Abs.1


VersammlG diejenigen Maßnahmen ergreifen, die ihr nach pflichtgemäßem
Ermessen erforderlich erschienen, um der Begehung von Ordnungswidrigkeiten und
damit Gefahren für die öffentliche Sicherheit vorzubeugen. Das vollständige Verbot
des Aufzugs entspricht auch dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, weil mildere
Maßnahmen nicht ersichtlich sind. So scheidet insbesondere etwa eine behördliche
Auflage „nicht vollständig nackt Rad zu fahren“ schon deshalb aus, weil es dem
Antragsteller entsprechend der Zielsetzung der Veranstaltung gerade auf die
Nacktheit ankommt.
Die Kostenentscheidung folgt aus den §§ 161 Abs.1, 154 Abs.1 VwGO.

23 Die Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 53 Abs.3 Nr.2, 52 Abs.1 GKG i.V.m. dem
Streitwertkatalog für die Verwaltungsgerichtsbarkeit in der Fassung vom Juli 2004
(vgl. VBlBW 2004, 474 unter Nr.45.4). Eine Halbierung des Auffangstreitwerts im
Hinblick auf den vorläufigen Charakter dieser Entscheidung kommt nicht in Betracht,
weil damit - angesichts der Festsetzung der Veranstaltung auf den 11.06.2005 - eine
Vorwegnahme der Hauptsache der Sache verbunden ist.

Sonstiger Langtext

24
Rechtsmittelbelehrung

25 Gegen diesen Beschluss kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung beim
Verwaltungsgericht Karlsruhe, Postfach 11 14 51, 76064 Karlsruhe, oder Nördliche
Hildapromenade 1, 76133 Karlsruhe Beschwerde eingelegt werden. Die
Beschwerdefrist ist auch gewahrt, wenn die Beschwerde innerhalb der Frist beim
Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingeht.

26 Innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses ist die Beschwerde zu
begründen. Die Begründung ist, sofern sie nicht zugleich mit der Einlegung der
Beschwerde erfolgt ist, beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg,
Schubertstraße 11, 68165 Mannheim, oder Postfach 10 32 64, 68032 Mannheim,
einzureichen. Die Begründung muss einen bestimmten Antrag enthalten sowie die
Gründe darlegen, aus denen die Entscheidung abzuändern oder aufzuheben ist, und
sich mit der angefochtenen Entscheidung auseinander setzen. Der
Verwaltungsgerichtshof prüft nur die dargelegten Gründe.

27 Vor dem Verwaltungsgerichtshof muss sich jeder Beteiligte, soweit er einen Antrag
stellt, durch einen Rechtsanwalt oder Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule
im Sinne des Hochschulrahmengesetzes mit Befähigung zum Richteramt als
Bevollmächtigten vertreten lassen. Dies gilt auch für die Einlegung der Beschwerde
beim Verwaltungsgericht.

28 Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Behörden können sich auch durch
Beamte oder Angestellte mit der Befähigung zum Richteramt sowie Diplomjuristen
im höheren Dienst, Gebietskörperschaften auch durch Beamte oder Angestellte mit
Befähigung zum Richteramt der zuständigen Aufsichtsbehörde oder des jeweiligen
kommunalen Spitzenverbandes des Landes, dem sie als Mitglied zugehören,
vertreten lassen.

29 In Angelegenheiten der Kriegsopferfürsorge und des Schwerbehindertenrechts sowie


der damit im Zusammenhang stehenden Angelegenheiten des Sozialhilferechts sind
vor dem Verwaltungsgerichtshof als Prozessbevollmächtigte auch Mitglieder und
Angestellte von Verbänden im Sinne des § 14 Abs. 3 Satz 2 des
Sozialgerichtsgesetzes und von Gewerkschaften zugelassen, sofern sie kraft Satzung
oder Vollmacht zur Prozessvertretung befugt sind.

30 In Abgabenangelegenheiten sind vor dem Verwaltungsgerichtshof als


Prozessbevollmächtigte auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zugelassen.

31 In Angelegenheiten, die Rechtsverhältnisse aus einem gegenwärtigen oder früheren


Beamten-, Richter-, Wehrpflicht-, Wehrdienst- oder Zivildienstverhältnis betreffen
und Streitigkeiten, die sich auf die Entstehung eines solchen Verhältnisses beziehen,
in Personalvertretungsangelegenheiten und in Angelegenheiten, die in einem
Zusammenhang mit einem gegenwärtigen oder früheren Arbeitsverhältnis von
Arbeitnehmern im Sinne des § 5 des Arbeitsgerichtsgesetzes stehen einschließlich
Prüfungsangelegenheiten, sind vor dem Verwaltungsgerichtshof als
Prozessbevollmächtigte auch Mitglieder und Angestellte von Gewerkschaften
zugelassen, sofern sie kraft Satzung oder Vollmacht zur Vertretung befugt sind.

32 Hinsichtlich der Beschwerdemöglichkeit gegen die Streitwertfestsetzung wird auf §


68 Abs. 1 Satz 1 und 3 GKG verwiesen.
© juris GmbH