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Berufsbildungszentrum Multimediaelektroniker/in EFZ HK 3

Wirtschaft, Informatik und Technik


Sursee HK 3.1 CE-Geräte verstehen und dem Kunden erklären

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Inhalt
Schallwandler .........................................................................................................................3
Aufbau von Mikorfonen .......................................................................................................3
Dynamische Mikrofone ....................................................................................................3
Tauschspulmikrofon ........................................................................................................3
Bändchenmikrofon ..........................................................................................................3
Elektrostatische Mikrofone ..............................................................................................4
Kondensatormikrofon. .....................................................................................................4
Elektretmikrofon ..............................................................................................................5
Kristallmikrofon ................................................................................................................6
Kenngrössen von Mikrofonen .............................................................................................6
Anschluss von Mirkofonen ..................................................................................................8
Aufbau von Lautsprechern ..................................................................................................9
Dynamische Lautsprecher ...............................................................................................9
Konuslautsprecher .................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert.
Kalottenlautsprecher ................................................. Fehler! Textmarke nicht definiert.
Druckkammerlautsprecher ............................................................................................10
Bändchenlautsprecher ..................................................................................................10
Elektrostatische Lautsprecher .......................................................................................11
Piezoelektrischer Lautsprecher .....................................................................................11
Kenngrössen von Lautsprechern ......................................................................................11
Übertragungskoeffizient.................................................................................................11
Übertragungskurve ........................................................................................................12
Nennbelastbarkeit .........................................................................................................12
Musikbelastbarkeit.........................................................................................................12
Nennscheinwiderstand ..................................................................................................12
Betriebsleistung .............................................................................................................13
Wirkungsgrad ................................................................................................................13
Richtcharakteristik .........................................................................................................13
Zusammenschaltung von Lautsprechern ..........................................................................14
Akustischer Kurzschluss................................................................................................14
Lautsprechergehäuse ....................................................................................................14
Lautsprecherkombinationen ..............................................................................................16
Spannungsanpassung ......................................................................................................18
Dolby Surround .................................................................................................................19

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Schallwandler

Aufbau von Mikrofonen


Mikrofone setzen Schallenergie in elektrische Einergie um. Die Umsetzung erfolgt z.B.
elektrodynamisch (griech. dynamisch = bewegt) beim Tauchspulmikrofon und beim
Bändchenmikrofon, elektrostatisch beim Kondensatormikrofon und beim Elektretmikrofon
und durch den reziproken (umgekehrten) piezoelektrischen Effekt beim Kristallmikrofon.

Dynamische Mikrofone

Die dynamischen Mikrofone arbeiten nach dem Induktionsgesetz. Ein Leiter oder eine Spule
bewegt sich unter dem Einfluss der Schallwelle in einem Magnetfeld. Die induzierte
Spannung ist proportional der Geschwindigkeit des Leiters im Magnetfeld.

Tauchspulmikrofon

Eine kleine Spule ist an einer leichten Kunstroffmembran (lat. membrana = Haut) befestigt.
Gelangen Schallwellen auf die Membran, so schwingt die Spule im ringförmigen Luftspalt
eines kräftigen Dauermagneten. In der Tauchspule wird eine Spannung indiziert.

In der Tauchspule indizierte


Störspannungen werden durch eine
Kompensationsspule unterdrückt, die sich
nicht bewegt und die zur Tauchspule
gegensinnig in Reihe geschaltet ist. Gegen
elektrische Störfelder sind das
Tauchspulmikrofon und sine
Anschlussleitungen unempfindlich, weil
elektrische Störspannungen durch den
kleinen Widerstand der Tauchspule
kurzgeschlossen werden.

Tauchspulmikrofone sind mechanisch unempfindlich. Sie sind die häufigsten dynamischen


Mikrofone und werden als Nahbesprechungsmikrofone in Telefonen, zur Schallaufnahme in
Diktiergeräten und Tonbandgeräten, aber auch für hochwertige Musikaufnahmen mit
Studioqualität verwendet. In Wechselsprechanlagen dient das Tauchspulmikrofon sowohl als
Mikrofon wie auch als Lautsprecher.

Bändchenmikrofon

Beim Bändchenmikrofon ist ein schmales,


nur wenige μm dickes, gewelltes
Aluminiumbändchen zwischen die
Polschuhe eines Dauermagneten
gespannt. Das Bändchen ist Membran
und Leiter zugleich. Bei der Bewegung im
magnetischen Feld entsteht im Bändchen
eine den Schallschwingungen
proportionale Induktionsspannung.

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Diese induzierte Spannung ist jedoch niedriger als beim Tauchspulmikrofon, da das
Bändchen nur eine Windung darstellt. Sein Widerstand ist sehr klein und wird durch einen
Übertrager auf etwa 200  hochtransformiert.

Bändchenmikrofone sind wie Tauchspulmikrofone unempfindlich gegen Temperaturschwan-


kungen, jedoch sehr stossempfindlich. Sie werden für hochwertige Sprachaufnahmen und
Musikaufnahmen verwendet.

Elektrostatische Mikrofone

Kondensatormikrofon.

Beim Kondensatormikrofon ist eine 1 bis


10  starke Membrane aus Metall oder
metallisiertem Kunststoff in geringem
Abstand von einer durchlöcherten
Gegenelektrode angeordnet. Die
auftreffenden Schallwellen bewegen die
Membrane und verändern die Kapazität
des Luftkondensators. Rückstellkraft und
Dämpfungen der Membrane werden durch
das Luftpolster zwischen den Elektroden des Kondensators bestimmt.

Bei der Niederfrequenzschaltung wird die Kapazität des Mikrofons ( etwas 100 pF ) über
einen grossen Lastwiderstand von 400 M auf eine Gleichspannung von 40 V bis 200 V
aufgeladen. Die in Mikrofon gespeicherte Ladung bleibt infolge der grossen Zeitkonstanten
von 40 ms bei einer Kapazitätsänderung fast konstant. Die Spannung am Mikrofon U = Q/C
hängt deshalb nur von der Kapazitätsänderung ab.

Die grosse Impedanz des


Kondensatormikrofons in
Niederfrequenzschaltung erfordert einen
Impedanzwandler. Der erforderliche grosse
Eingangswiderstand des Impedanzwandlers
lässt sich z.B. mit Feldeffekttransistoren
verwirklichen. Mikrofon und
Impedanzwandler sind in einem Gehäuse
vereinigt.

In der Hochfrequenzschaltung liegt das


Kondensatormikrofon grundsätzlich als
Kondensator in einem Schwingkreis und ändert dessen Resonanzfrequenz. Dadurch wird die
hochfrequente Wechselspannung eines Oszillators frequenzmoduliert bzw. phasenmoduliert
oder ein Demodulator wird verstimmt. An den Elektroden des Mikrofons liegt anstelle der
hohen Gleichspannung nur eine hochfrequente Spannung von einigen Volt. Nach
demodulation des HF-Signals und anschliessender NF-Verstärkung steht die
niederfrequente Wechselspannung am Mikrofonausgang zur Verfügung. Die Anschlüsse
sind zur Sicherheit mit HF-Siebgliedern versehen.

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Kondensatormikrofone in Hochfreequenzschaltung sind gegenüber solchen in


Niederfrequenzschaltungen unempfindlicher, insbesondere gegen elektrische und
magnetische Störfelder.

Infolge der guten Eigenschaften werden


Kondensatormikrofone für hochwertige
Studioaufnahmen und für
Präzisionsmessungen als Schallfühler, z.B.
in Schallmessgeräten bevorzugt. Für
Amateuraufnahmen finden sie wenig
Verwendung da sie teuer sind.

Elektretmikrofon

Das Elektretmikrofon ist grundsätzlich wie das Kondensatormikrofon aufgebaut. im


Dielektrikum des Elektretmikorfons sind, ähnlich wie die Elementarmagnete bei
Dauermagneten, die Dipole fest ausgerichtet (polarisiert). Elektretmikrofone sind deshalb
dauernd geladen und benötigen keine Hilfsspannung.

Der Elektret ist ein Isolierstoff, der dauernd eletrisch geladen ist.

Der Elektret ist einseitig metallbedampft


und als Membran ausgebildet. In kleinem
Abstand darunter befindet sich die
metallische Gegenelektrode. Zwischen
Elektret und Gegenelektrode ist ein
hochohmiger Widerstand RG geschaltet.

Trifft auf die Membran Schalldruck, so


ändert sich der Abstand zwischen Membran
und Gegenelektrode und damit die
Kapazität. Da die Ladung konstant bleibt,
folgt nach der Gelichung ΔU = Q/ΔC eine
Spannungsänderung. Diese
Spannungsänderung steuert einen im Mikrofongehäuse eingebauten Impedanzwandler an,
der selbstverständlich mit Betriebsspannung versorgt werden muss.

Das Elektretmikrofon ist billig, hat sehr kleine Abmessungen und wird als Ansteckmikrofon
als eingebautes Mikrofon in Magnetbandgeräten, für Filmtonaufnahmen und als
Richtmikrofon verwendet.

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Kristallmikrofon

In manchen natürlichen Kristallen sowie in


Piezoxiden (piezoelektrische kermaische
Werkstoffe) tritt bei Druck oder Biegung
eine Ladungsverschiebung auf. Stellt ein
solcher Werkstoff das Dielektrikum eines
Kondensators dar, so kann zwischen den
Metallplatten bei Druckeinwirkung eine
Spannung abgegriffen werden.
Schallwellen die über die Membran und
den Verbindungssteg den Kristall in
Schwingung versetzen, erzeugen dadurch eine Wechselspannung.
Das Kristallsystem ist sehr hochohmig und muss über eine kurze, abgeschirmte Leitung mit
einem Impedanzwandler verbunden werden, damit das Mikrofon störspannungsunempfind-
lich wird. Das Mikrofon ist sehr empfindlich gegen Wärme und Feuchtigkeit. Für
Qualitätsaufnahmen ist das Kristallmikrofon weniger geeignet. Da es aber leicht, klein und
verhältnismässig billig ist, wird es als Kleinstmikrofon verwendet.

Kenngrössen von Mikrofonen

Der Übertragungskoeffizient T gibt an, welche effektive Wechselspannung ein Mikrofon


abgibt, wenn es einem Schalldruck von 1 Pa ausgesetzt ist. Man gibt ihn in V/Pa und meist
für eine Frequenz von 1'000 Hz an. Er wird im freien Schallfeld bei Leerlauf des Mikrofons
gemessen.

Die Übertragungskurve zeigt den Verlauf des


Übertragungsmasses 20* lg(T/T0) eines
Mikrofons in Abhängigkeit von der Frequenz
(Bezugsübertragungskoeffizient) T0 = 1
V/Pa). Im Übertragungsbereich, dem
ausnutzbaren Frequenzbereich, soll das
Übertragungsmass konstant bleiben.
Konstruktiv bedingte Grössen, wie
Eigenresonanz und Messträgheit der Membran sowie der Membrandurchmesser
beeinflussen die Übertragungskurve.

Als Grenzschalldruck oder Aussteuerungsgrenze wird der Schalldruck bezeichnet, bei


dessen Überschreiten der Klirrfaktor den Wert 0,5% erreicht.

Der Geräuschspannungsabstand ist das Verhältnis der Spannung, die das Mikrofon bei
einem Schalldruck von 1 Pa und der Frequenz 1 kHz abgibt, zur Geräuschspannung des
Mikrofons. Die Geräuschspannung entsteht durch das Wärmerauschen in den
Wirkwiderständen und durch mechanische Erschütterungen.

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Die Nennabschlussimpedanz ist der


Scheinwiderstand z.B. der
Eingangswiderstand eines Verstärkers, mit
dem ein Mikrofon belastet werden soll. Da
Mikrofone möglichst im Leerlauf betrieben
werden sollen, muss die
Nennabschlussimpedanz wesentlich grösser
sein als die Impedanz des Mikrofons.

Richtcharakteristik. Der
Übertragungskoeffizient eines Mikrofons
hängt von der Richtung der
Schalleinwirkung ab. Diese
Richtungsabhängigkeit wird vom
mechanischen Aufbau des Mikrofons
beeinflusst und wird durch seine
Richtcharakteristik (Richtdiagramm)
dargestellt.

In der Richtcharakteristik ist der Richtungsfaktor bzw. das Richtungsmass für die
verschiedenen Winkel gegen die Bezugsachse in Polarkoordinaten aufgetragen.
Polarkoordinaten dienen zur Bestimmung eines Punktes mittels einer Strecke und eines
Winkels.

Der Richtungsfaktor ist das Verhältnis der unter einem Winkel zur Bezugsachse vom
Mikrofon erzeugten Spannung U zu der in der Vorzugsrichtung (Bezugsrichtung) erzeugten
Spannung U v bei einer bestimmten Frequenz (meistens 1000 Hz). Das Richtungsmass ist
der 20fache Zehnerlogarithmus des Richtungsfaktors.

Annähernd kugelförmige Charakteristik haben Mikrofone mit abgeschlossenem Innerraum,


bei denen der Schalldruck nur von aussen auf die Membran einwirkt und demzufolge die
Schallwellen aus allen Richtungen nahezu gleichmässig gut empfangen werden
(Druckempfänger).

Bei den Richtmikrofonen gelangen die


Schallwellen nicht nur von vorn auf die
Membran, sondern auch von hinten durch
eine Öffnung im Mikrofongehäuse. Diese
Mikrofone sprechen dadurch auf den
Druckunterschied den
Schalldruckgradienten, (Gradient = Gefälle
von lat. gradiens = schreitend) an und
bevorzugen so bestimmte Richtungen
(Gradientenempfänger).

Die Richtcharakteristiken haben meist


Kugelformen, Achterform, Keulenform,
Nierenform, 2 (Kardioide = griech. Kardia =
Herz) oder die Form einer Superkardioide.

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Alle Mikrofone, welche bestimmte Richtungen bevorzugen, bezeichnet man als


Richtmikrofone.

Man sucht Mikrofone nach ihren Kenngrössen aus, insbesondere auch nach ihren
Richtcharakteristiken.

Mikrofoneigenschaften
Dynamische Mikrofone Kondensatormikrofon
Elektret- Kristall-
Bauart
Mikrofon Mikrofon
Tauchspul- Bändchen- in NF- in HF-
Mikrofon Mirkofon Schaltung Schaltung

Übertragungs-
2 mV/Pa 1 mV/Pa 20 mV/Pa 20 mV/Pa 20 mV/Pa 10 mV/Pa
koeffizient

Übertragungs- 30 Hz bis 50 Hz bis 20 Hz bis 20 Hz bis 50 Hz bis 30 Hz bis


bereich 20 kHz 18 kHz 20 kHz 20 kHz 15 kHz 10 kHz

0,1 ;
Impedanz 1 k mit 2 M bis
200  200  mit 50 M 10 
bei 1 kHz Verstärker 5 M
Transform.
Klirrfaktor
1% 0,5 % 0,1 % 0,1 % 0,1 % 2%

Liegt z.B. eine Störschallquelle ausschliesslich hinter dem Mikrofon, so wird man ein
Mikrofon mit Nierencharakteristik einsetzen, das bei 180° einen Richtungsfaktor von fast 0
aufweist.

Bei Störschallquellen aus anderen Richtungen wird man Mikrofone mit z.B. grösster
Auslöschung bei 90° (Achterform) bzw. 120° Superkardiode anwenden.

Anschluss von Mirkofonen


Beim Anschluss von Mikrofonen muss eine
kleine Störempfindlichkeit und eine richtige
Anpassung erreicht werden. Die Anschlüsse
sind genormt.

Bei der symmetrischen Schaltung sind die


beiden Adern gegebüber dem
Mikrofongehäuse und der Abschirmung
gleichwertig und dürfen vertauscht werden.

Auf die Leitung einwirkende Störfelder


bleiben unwirksam, da sie gleich stark auf
beide Leiter einwirken und entstehende
Störspannungen gegeneinander geschaltet
sind, sodass sie sich aufheben.

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Hochohmige Mikrofone werden unsymmetrisch angeschlossen. Eine zweiadrige,


abgeschirmte Leitung überträgt das elektrische Signal. Bei kleinen Leitungslängen sind die
unsymmetrischen Schaltungen noch genügend störungsfrei. Diese Mikrofone können an
symmetrischen Eingängen von Verstärkern angeschlossen werden.

Bei der Anpassung eines Mikrofons an Verstärker muss die Kapazität und der
Wirkwiderstand der Leitung berücksichtigt werden. Die Kapazität der Leitung bildet mit der
Impedanz des Mikrofons einen Tiefpass, der Wirkwiderstand der Leitung mit der
Eingangsimpedanz des Verstärkers einen Spannungsteiler. Kapazität und Wirkwiderstand
dämpfen zusammen mit den Impfedanzen des Mikrofons und des Verstärkers das
Nutzsignal. Deshalb wird die Impedanz von Mikrofonen auf etwa 200  bis 1 k
transformiert und damit die Dämpfung verringert.

Aufbau von Lautsprechern

Lautsprecher setzten elektrische Energie in Schallenergie um.

Dynamische Lautsprecher

Die Wirkungsweise der dynamischen Lautsprecher beruht auf der Kraftausübung auf
stromdurchflossene Leiter, meist Spulen, in einem Magnetfeld

Das Magnetfeld wird durch einen


Dauermagneten, z.B. aus Ferrit, AINiCo oder
Ticonal, erzeugt. Ein durch die Schwingspule
fliessender Wechselstrom erzeugt ein
magnetisches Wechselfeld und des
permanenten Magnetfeldes schwingt die
Spule im Luftspalt des Dauermagneten, der
und treibt eine Membran an. Die Kraft, mit
der die Membran angetrieben wird, hängt
von der Stärke des Signalstroms, der
Flussdichte des Dauermagneten, der
Ausführung der Schwingspule in der Mitte
des Luftspalts.

Konus Lautsprecher

Die Membran ist konisch (von lat. conus = Kegel, Kegelstumpf) geformt und besteht z.B. aus
Konus Papier, Kunststoff, Aluminium, Styropor oder Polypropylen (siehe Bild).Es können je
nach Membrandurchmesser hohe, mittlere oder tiefe Frequenzen übertragen werden. Der
Korb wird bei hochwertigen Lautsprechern aus Aluminium oder Magnesium gegossen. Er ist
dann verwindungssteif und resonanzarm.

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Kalotten Lautsprecher

Kalotten Lautsprecher (franz. Kalotte =


gekrümmte Fläche eines Kugelabschnitts),
haben eine halbkugelförmige Membran
(Kalotte) aus z.B. Konus Papier, Kunststoff,
Aluminium oder
Titan. Lautsprecherkorb und Konus
Membran fehlen. Der
Membrandurchmesser legt die Frequenz
fest, die abgestrahlt werden können

Druckkammerlautsprecher

Druckkammerlautsprecher bestehen aus einem Antriebssystem, z.B. einem


Kalottenlautsprecher und einem vorgesetzten Horn.

In der Druckkammer entsteht durch die sich


bewegende Membran ein Wechseldruck.
Dadurch schwingen in der engen
Halsöffnung des Horns die Luftteilchen mit
grösserer Schallschnelle v als in der
Druckkammer. Diese
Geschwindigkeitstransformation hat den
Vorteil, dass der Membran des
Kalottenlautsprechers ein höherer Strahlungswidertand entgegenwirkt und damit der
Wirkungsgrad des Lautsprechers erhöht wird. Die Länge des Horns, die Grösse der
Austrittsöffnung und die untere Grenzfrequenz des Antriebssystems bestimmen die
Grenzfrequenz des Druckkammerlautsprechers.

Bändchenlautsprecher

Bändchenlautsprecher sind ähnlich wie Bändchenmikrofone aufgebaut. Sie sind für die
Abstrahlung hoher Frequenzen geeignet, niederohmig und empfindlich gegen Überlastung.

Dynamische Lautsprecher sind die am häufigsten verwendeten Lautsprecher. Sie werden in


Rundfunkempfängern, Fernsehgeräten, in Verstärkeranlagen, in Wechselsprechanlagen
sowie als hochwertige Fernhörer und Kopfhörer verwendet.

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Elektrostatische Lautsprecher

Beim elektrostatischen Lautsprecher (Kondensatorlautsprecher) ist eine sehr dünne,


metallische Membran duch ein geeignetes Dielektrikum von einer feststehenden,
durchlöcherten Gegenelektrode getrennt.

Die Membran wird durch eine


Gegenspannung, der die Signalspannung
überlagert wird, vorgespannt und schwingt
im Rhythmus der Tonfrequenz. Ohne
Vorspannung würde die Membran bei jeder
Halbwelle von der Gegenelektrode
angezogen und ein Ton doppelter Frequenz
abstrahlen.

Der elektrostatische Lautsprecher strahlt das


Signal unverzerrt ab. Alle Teilschwingungen werden infolge der kleinen Masse bis etwa 100
kHz wiedergegeben. Für die Abstahlung tiefer Frequenzen muss eine grosse Membranfläche
vorgesehen werden. Die erforderliche hohe Vorspannung (etwa 1'000 V) und die
erforderliche hochohmige Ansteuerung verhindern den häufigen Einsatz.

Piezoelektrischer Lautsprecher

Piezoxide können bei der Herstellung durch elektrische Felder bleibend gestreckt oder
gekürzt werden. Man bezeichnet das als Polarisation.

Beim piezoelektrischen Lautsprecher (Kristall-Lautsprecher) werden zwei entgegengesetzt


polarisierte Piezoxid-Streifen (z.B. Blei-Zirkonat-Titanat) zu einem Biegeelement
zusammengeklebt.

Beim Anlegen einer Spannung dehnt sich durch das elektrische Feld ein Streifen in
Längsrichtung, der andere zieht sich zusammen. Wird an den Kristall eine Wechselspannung
angelegt, dann schwingt das freie Ende des Biegeelements mit kleiner Amplitude. Der Schall
strahl direkt von der Oberfläche ab oder wird von einer konischen Membran und auch einem
vorgebauten Horn verstärkt. Piezoelektrische Systeme werden nur in Hochtonlautsprechern
und Kopfhörern verwendet.

Kenngrössen von Lautsprechern


Übertragungskoeffizient

Der Übertragungskoeffizient eines Lautsprechers gibt das Verhältnis des abgegebenen


Schalldrucks zu der an den Lautsprecher angelegten Wechselspannung an. Er wird in Pa/V
und meist für eine Frequenz von 1 kHz angegeben.

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Übertragungskurve

Die Übertragungskurve gibt den Verlauf des Übertragungsmasses 20 * lg(T/T0) eines


Lautsprechers in Abhängigkeit von der Frequenz an (Bezugsübertragungskoeffizient T0 = 1
Pa/V). Untere und obere Grenzfrequenz liegen 8 dB unter einem Mittelwert der aus den
Übertragungsmassen zwischen 100 Hz und 4’000 Hz gebildet wird. Bei HiFi-Lautsprechern
liegt der Übertragungsbereich von 50 Hz bis 12'500 Hz.

Nennbelastbarkeit

Die Nennbelastbarkeit von Lautsprechern ist die höchstzulässige Leistung, die bei
konstantem Eingangssignal im Dauerbetrieb nicht überschritten werden darf. Sie wird mit
einem Rauschsignal ermittelt.

Musikbelastbarkeit

Die Musikbelastbarkeit kann wegen der schwankenden Lautsärke fast doppelt so gross wie
die Nennbelastbarkeit sein, und gilt für eine Belastungszeit von 2 s. Die Musikbelastbarkeit
ist dann die Grösste, die der Lautsprecher verträgt, ohne dass ein Anstossen von
Schwingspule oder Membrane hörbar wird.

Nennscheinwiderstand

Der Nennscheinwiderstand ist der Wechselstromwiderstand des Lautsprechers für eine


bestimmte Frequenz (Tabelle 1). Für Tiefton-Lautsprecher wird er bei 400 Hz gemessen, bei
anderen Lautsprechern bei 1 kHz. Er ist für die Anpassung des Lautsprechers an den
Verstärkerausgang von Bedeutung.

Lautsprechereigenschaften
Dynamische Lautsprecher
elektrosta- piezo-
Bauart tische elektrische
Druck-
Konus- Kalotten- Lautspecher Lautsprecher
kammer-
lautsprecher lautsprecher
Lautsprecher

Nennschein-
100 pF bis
widerstand bzw. 2  - 16  4-8 4-8 1 nF bis 5 nF
500 pF
Kapazität

Übertragungs- 30 Hz bis 400 Hz bis 500 Hz bis 1000 Hz bis 1000 Hz bis
bereich 20 kHz 20 kHz 20 kHz 20 kHz 20 kHz

Nennbelastbarkeit bis 300 W bis 200 W bis 100 W bis 5 W bis 75 W

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Betriebsleistung

Die Betriebsleistung ist die Leistung die dem Lautsprecher zugeführt werden, muss damit im
Abstand von einem Meter in Hauptschallrichtung ein Schalldruckpegel von 96 dB herrscht.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist bei Lautsprechern sehr klein (2% bis 5%).
Richtungsmass und Richtungscharakteristik haben die entsprechende Bedeutung wie bei
Mikrofonen. Bei der Schallabstrahlung ist der Richtungsfaktor sehr stark von der Frequenz
des Schalldrucks und vom Abstrahlwinkel abhängig. Diese Abhängigkeit des
Richtungsfaktors bzw. des Richtungsmasses D vom Abstrahlwinkel a wird durch die
Richtcharakteristik dargestellt.

Richtcharakteristik

Die Richtcharakteristik zeigt, dass


Schallschwingungen mit tiefer Frequenz
nach allen Richtungen nahezu gleich
stark abgestrahlt werden. Schallwellen
mit höherer Frequenz werden dagegen
stärker gebündelt. Deshalb sind in
reflexionsarmen Räumen und im Freien
Töne mit hohen Frequenzen seitlich von
der Bezugsachse des Lautsprechers
kaum zu hören. Die Richtwirkung wird
durch den Bündelungsgrad
ausgedrückt.

Die Ausbreitung der Schallwellen erfolgt bei niedrigen Frequenzen fast


kugelförmig um den Lautsprecher, bei hohen Frequenzen dagegen
keulenförmig.

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Zusammenschaltung von Lautsprechern


Akustischer Kurzschluss

Werden Lautsprecher ohne Schallwand betrieben, so gleichen sich bei tiefen Frequenzen
Überdruck vor der Membran und Unterdruck hinter der Membran über den Lautsprecherrand
hinweg aus. Dadurch wird der Ton nicht abgestrahlt. Diesen Effekt bezeichnet man als
akustischen Kurzschluss. Eine Schallwand verhindert diesen akustischen Kurzschluss, wenn
der Durchmesser der Schallwand grösser als λ/2 der abzustrahlenden Schallwelle ist.

Lautsprechergehäuse

Ein luftdicht geschlossenes Lautsprechergehäuse verhindert ebenfalls den akustischen


Kurzschluss. Allerdings dämpft die eingeschlossene Luft die Membranbewegung in beide
Richtungen und verschlechtert die Wiedergabe tiefer Töne. Bei kleinem Gehäusevolumen ist
diese Federwirkung der eingeschlossenen Luft grösser als bei grossem Volumen.

Die Resonanzfrequenz des Lautsprechers steigt beim Einbau in ein Gehäuse an und das
Impulsverhalten wird schlechter.

Das Volumen eines Lautsprechergehäuses beeinflusst die


Übertragungseigenschaften des Lautsprechers

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Die Übertragungseigenschaften einer Lautsprecherbox werden verbessert, wenn der


Hohlraum des Gehäuses mit Mineralwolle gefüllt wird. Das dämmende Material dämpft u.a.
die Schwingungen des Gehäuses und setzt die Schallgeschwindigkeit im Gehäuse herab.
Die Verringerung der Schallwellen, was eine Zunahme des Gehäusevolumens
wirkt.????

Dämm-Material in einer Lautsprecherbox verringert


Gehäuseschwingungen und senkt die untere Grenzfrequenz.

Die Schallleistung eines Lautsprechers wird beim Einbau in ein Gehäuse durch die
Dämpfung der Membranbewegung kleiner. Deshalb benötigen eingebaute Lautsprecher
mehr elektrische Leistung als frei montierte Lautsprecher.

Beim Bassreflexgehäuse wird die Wiedergabe


tiefer Töne durch die Bassreflexöffnung
verbessert. Die Federwirkung des Luftpolsters
und des Dämm-Materials bewirken eine
Verzögerung des Schallaustritts an der
Bassreflexöffnung. Entspricht die Verzögerung
der halben Periodendauer, so verstärkt sich
die Schallleistung vor der Box. Der
Wirkungsgrad ist höher als beim
geschlossenen Gehäuse.

Transmissionlinegehäuse führen den nach hinten abgestrahlten Schall durch eine


Schallumwegleitung nach vorne. Entspricht die Länge der Schallwegumleitung λ/2 oder
einem ungeraden Vielfachen von λ/2 / (3 λ/2, 5 λ/2 usw.) der abzustrahlenden Schwingung,
so werden direkt abgestrahlter Schall und Umwegschall gleichphasig abgestrahlt und
verstärken sich. Bei geradzahligen Vielfachen von λ/2 (λ, 2 λ, 4λ usw.) sind beide
Wellenzüge gegenphasig und löschen sich scheinbar aus. Durch geeignetes Dämm-Material
in der Box und unterschiedliche Wege, die die verschieden langen Schallwellen in der Box
zurücklegen, ergibt sich die gewünschte Verstärkung der Tiefen.

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Lautsprecherkombinationen
Die Wiedergabe aller Schwingungen des Hörbereichs kann mit enem Breitbandlautsprecher
(90 Hz bis 11,2 kHz) nicht erreicht werden. Man baut deshalb zwei oder mehrere
Lautsprecher mit verschiedenen Übertragungskurven zusammen in ein Gehäuse und
erreicht mit diesen Kombinationen über einen breiten Übertragungsbereich eine fast lineare
Übertragungskurve. Oft wird zusätzlich eine besondere Richtcharakteristik erzielt.

Lautsprecherkombinationen bestehen aus mehreren Lautsprechern mit


verschiedenen, sich überlappenden Übertragungskurven.

Frequenzweichen, die vor die Lautsprecher geschaltet werden, teilen das zu übertragende
Frequenzspektrum auf die Lautsprecher auf. In einer Zweiwegkombination werden dem
Tieftonlautsprecher z.B. der Frequenzbereich 40 Hz bis 2 kHz, dem Hochtonlautsprecher der
Bereich von 2 kHz bis 16 kHz zugeführt. Dreiwegboxen und Vierwegboxen teilen den
Hörbereich in entsprechend mehr Teilbereiche auf.

Die Frequenzweichen werden entsprechend ihrer Steilheit im Überlappungsgebiet in 6-dB-


Weichen, 12-dB-Weichen und 18-dB-Weichen unterteilt.

Ein Dämpfungsmass von 6 dB je Oktave (Filter 1. Ordnung) erzielt man mit einfachen
Tiefpässen und Hochpässen.

Wird die Grenze für den Arbeitsbereich bei A = 12 dB angesetzt, so überdecken sich die
Arbeitsbereiche der beiden Lautsprecher um vier Oktaven.

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Die Lautsprecher müssen deshalb bis zu zwei Oktaven über die Übernahmefrequenz fc
hinaus ihre Wiedergabeeigenschaften (z.B. Wirkungsgradm Übertragungsfaktor,
Richtcharakteristik) behalten.

Lautsprecher werden über Frequenzweichen zu einer


Lautsprecherkombination zusammengeschaltet.

Ein Dämpfungsmass von 12 dB je Oktave erzielt man mit einem Filter 2. Ordnung. Bei Filtern
2. Ordnung überlappen sich die Arbeitsbereiche der beiden Lautsprecher um zwei Oktaven,
wenn die Grenze für den Arbeitsbereich wieder bei A = 12 dB angesetzt wird.

Werden Filter mit noch höherer Ordnung verwendet, so ist der Überlappungsbereich und
damit der Arbeitsberich der Lautsprecher noch kleiner.

Bei der Aufteilung des Übertragungsbereichs auf drei oder vier Lautsprecher werden die
Arbeitsbereiche eines jeden Lautsprechers kleiner. Damit werden die nichtlinearen und
linearen Übertragungsfehler klein gehalten und mögliche Leistungsschwankungen verringert.

Die Werte für die Induktivitäten und Kapazitäten hängen von der Übernahmefrequenz und
der Resistanz des Lautsprechers ab. Die Kapazitäten können Werte bis 100 μF erreichen.
Da Wechselstrombetrieb vorliegt, müssen ungepolte Elektrolytkondensatoren oder
vorzugsweise MK-Kondensatoren (Kunststofffolien-Kondensatoren) verwendet werden. Für
die Induktivitäten sind Werte bis 10 mH notwendig. Man bevorzugt Luftspulen, um mögliche
Verzerrungen durch einen Eisenkern zu vermeiden. Die Luftspulen sind so anzuordnen oder
abzuschirmen, dass ein Übersprechen verhindert wird.

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Beim Zusammenschalten der Lautsprecher zu einer Lautsprecherkombination ist auf


gleichphasige Schallabstrahlung zu achten, d.h. bei allen Lautsprechern müssen die
Membranen in gleicher Richtung schwingen. Schwingen die Membranen gegenphasig, so
tritt zum Teil eine gegenseitige Auslöschung ein. Gleichartige Anschlüsse sind an den
Lautsprechern gekennzeichnet, z.B. durch Punkte.

Beim Zusammenschalten von Lautsprechern muss auf die Polung


geachtet werden.

Spannungsanpassung

Für grössere Lautsprecheranlagen verwendet man Verstärker mit Spannungsanpassung.


Dabei ist eine Ausgangsspannung von 100 V bei Nennleistung genormt. Infolge eines
kleinen Wechselstrom-Ausgangswiderstandes des Verstärkers bleibt die Ausgangsspannung
von 100 V nahezu belastungsunabhängig. Sie darf beim Wechsel von Volllast auf Leerlauf
höchstens auf das 1,3fache ansteigen.

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Bei dieser 100-V-Spannungsanpassung muss jeder Lautsprecher über einen Übertrager


angeschlossen werden. Alle Lautsprecher liegen parallel. Ihre Gesamtleistung darf nicht
grösser sein als die Nennleistung des Verstärkers.

Soll der Verstärker z.B. 100 W Nennleistung abgeben, so beträgt die Stromstärke bei 100 V
Ausgangsspannung nur 1 A. Diese Stromstärke erfordertselbst bei grossen Leitungslängen
nur kleine Leitungsquerschnitte. Damit werden die Leitungsverluste gering gehalten.

Infolge der Induktivitäten ist der übertragene Frequenzbereich auf den Sprachbereich
begrenzt. Beim Aufbau und Betrieb von 100-V-Lautsprecheranlagen sind die
Sicherheitsbestimmungen für Wechselspannungen über 50 V zu beachten.

Dolby Surround

Die Technik des Surround-Sounds wurde entwickelt, um einen optimalen Zusammenhang


zwischen optischen und akustischen Ereignissen herzustellen. Der Zuhörer soll möglichst ein
„Live-Ereignis“ wahrnehmen. Nur wenn optische und akustische Signale aus der „richtigen“
Richtung kommen, hat der Zuhörer das Gefühl, dass er sich mitten im Geschehen befindet.
Ursprünglich wurde diese Technik bei aufwendigen Kinofilmen eingesetzt. Heute wird der
Surround-Sound jedoch auch in der Unterhaltungselektronik eingesetzt. Verschiedene
Verfahren wurden inzwischen entwickelt. Trotz der Unterschiede werden die akustischen
Informationen grundsätzlich wie folgt aufgeteilt:

• Stereo-Signale (Links, Rechts)

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• Dialoge von vorne (Sprachkanal, im Zentrum)


• Hintergrundgeräusche von Hinten
• Nebengeräusche von der Seite

Erreicht wird dieses durch eine mehrkanalige Tonübertragung. Neben den bisherigen
Stereo-Signalen (L + R) werden Hintergrund- und Nebengeräusche (Raumklang, Surround,
SR und SL) gewonnen bzw. übertragen. Zusätzlich wird im Zentrum (Center, C) die
Mitteninformation wiedergegeben.

Das ursprüngliche Verfahren arbeitete analog (Dolby Surround) und ist heute weitgehend
abgelöst worden. Das Nachfolgesystem wird als Dolby Surround Pro Logic bezeichnet.
Zunächst erfolgt eine exakte Pegelanpassung der Kanäle. Danach gelangen die
Stereosignale in eine Matrix, in der die im Studio verschlüsselten Dolby Surround Pro Logic
Signale entschlüsselt werden. Die Surround-Signale werden danach verzögert, in der
Frequenz begrenzt und rauschvermindert den Lautsprechern zugeführt. Der Center-
Lautsprecher strahlt das Mono-Signal ab.

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