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Antennentechnik

Zum Einbau des Motors und der notwen-


Portabler Antennenrotor digen Halterungen habe ich kein passen-
des kommerzielles Gehäuse gefunden, so-
für leichte UHF/VHF-Antennen dass ich selbst eines bauen musste. Seine
Größe richtet sich nach dem verwendeten
WOLFGANG DAUB – DK3KD Motor und dem als Drehgeber eingesetz-
ten, mit unterzubringenden Potenziometer.
Gerade wer portabel unterwegs ist, möchte zum Drehen kleiner UHF/ Bei mir passte alles in ein Gehäuse von 120
VHF-Antennen keinen großen Rotor einsetzen. Oft wird daher die Rich- mm ¥ 60 mm ¥ 80 mm. Seine Aluminium-
tung per Hand eingestellt. Der Beitrag zeigt hingegen einen kleinen An- winkel und Platten werden auf Maß ge-
tennenrotor, der mit minimalem Materialaufwand auskommt. schnitten sowie die Befestigungslöcher
und ein Durchbruch für die Getriebeachse
Die bei diversen Fachhändlern erhältlichen Der Rotor kommt ansonsten mit den in je- gebohrt. Der zur Befestigung erforderli-
Antennenrotoren sind entsprechend ihres dem Baumarkt und Elektronikladen erhält- chen Winkel für den Motor lässt sich an
Verwendungszwecks leistungsstark, aber lichen Bauteilen aus. Die Kosten betragen der oberen und seitlichen Platte verkleben
auch groß und schwer. Bei einer festen In- für das Material (ohne Antenne und Mag- und anschließend mit Blechschrauben ver-
stallation am heimischen Shack fällt dies netfuß) etwa 40 €. binden oder nieten.
Die nach unten ragende Getriebewelle ist
seitlich mit einem 3-mm-Bohrer anzuboh-
Bild 1:
Steuereinheit,
ren, damit sich über ein Kupplungsstück
Motorgehäuse und 4 mm/6 mm das Zehngang-Potenziometer
Steuerkabel. befestigen lässt. Nach dem Einbau des Ge-
Die Displayplatine triebemotors werden seine Anschlüsse und
wurde hinter der
Front der Steuer-
die des Potenziometers an die bereits mon-
einheit befestigt. tierte Einbaubuchse gelötet. Die Durchfüh-
Die Taster sitzen rung der Getriebeachse ist unbedingt mit
auf einer kleinen einer passenden Gummidurchführung oder
separaten Platine -dichtung zu versehen.
darunter.
Fotos: DK3KD ■ Mast und Standfuß
nicht weiter auf. Zum Drehen einer kleinen ■ Motor und Gehäuse Als Mast nutze ich ein 500 mm langes Alu-
Antenne, wie der von mir gerne beim Por- Herzstück des Rotors ist der Getriebemo- miniumrohr 18 mm ¥ 2 mm. Es erhält an
tabelbetrieb verwendeten Zweielement- tor. Ich verwendete ein kleines Exemplar, seinem unteren, zum Rotor zeigenden Ende
Duoband-Antenne für 2 m/70 cm, ist so das aus einem Gleichstrommotor mit seit- eine Querbohrung von 3 mm und ein M3-
ein Rotor jedoch überdimensioniert. Dafür lich angesetztem Getriebe besteht. Doch es Gewinde. Durch die eingedrehte Schraube
reicht schon ein wesentlich kleineres Ex- muss nicht genau diese Ausführung sein. wird der an diesem Ende eingesetzte Alu-
emplar. Bei Conrad Electronic (www.conrad.de) miniumadapter von 6 mm auf 14 mm fest-
Ziel meiner Konstruktion war es, eine klei- sind z. B. diverse Motoren unterschiedli- gehalten, der die Verbindung zwischen dem
ne Antenne sicher zu halten und horizontal cher Leistungsklasse erhältlich. Auch auf Rohr und der Getriebewelle bildet.
zu drehen. Dabei sollten keine aufwendig Flohmärkten erstandene Stücke sind ver- Als Verlängerung dient am oberen Ende des
herzustellenden Teile zum Einsatz kom- wendbar, wenn die Motorwicklung und das Aluminiumrohrs ein Hartholz-/Buchenstab
men. Einzig die beiden Reduzierstücke sind Getriebe in Ordnung sind und die Achse mit 400 mm Länge und 13 mm Durchmes-
z. B. in einer Dreherei herstellen zu lassen. auf beiden Seiten herausragt. ser. Er wird in das Rohr eingedrückt. Am

R1
S1 links VD4
27/2W S3 1N4002
15
VD2 R2 Anode
M Motor 1N4148 Beleuchtung R3
4,7k 1 13 10k
14 DB7 2
S2 rechts Reset D7 VD
7 12 13
im Rotor VCC D6 DB6
11 12 DB5
VD3 D5 R4
Tasterplatine 1N4148 6 11 DB4 3
D4 VDD 10k
5 6 Helligkeit
D3 E
Fi1 4 4
IC2 20 D2 RS
+ AVCC LCD
78S05 Displaytech 162
1A
UB 12V 16
K
VD1 C1 C2 C3 C4 IC1
– 100n
1N4148 100µ 100n 10µ ATmega8 10
R5 DB3
10k
9
DB2
28
PC5
8 8
C6 DB1
im Rotor 100n 21 7
AREF DB0 5
R/W
Bild 2: C5
100n 22 1
Gesamtschaltung des Antennenrotors. VSS
Die Taster, VD2 und VD3 sowie R1 sind
auf der separaten Tasterplatine aufgelötet. Hauptplatine myAVR LCD V2.3

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Antennentechnik
Holzstab selbst ist letztlich die Antenne mit
der fabrikatsabhängigen Halterung zu be-
festigen.
Die komplette Konstruktion aus Motorge-
häuse, Aluminiumrohr, Holzstab und An-
tenne wird auf einen kräftigen Magnetfuß
mit PL-Buchse montiert. Letzterer ist neu
für etwa 30 € erhältlich. Dazu erhält das
Motorgehäuse auf der Unterseite ebenfalls
eine SO239(PL)-Buchse. Als Zwischen-
stück dient ein kurzer, starrer Adapter mit Bild 4: Motor und Achskupplung 4/6 mm zum Bild 7: Metallwinkel für das Potenziometer
Befestigen des Potenziometers und die montierte Achskupplung
beidseitigen PL259-Steckern.
Das am Magnetfuß vorhandene Koaxial-
kabel dient nur für den Betrieb mit einer
aufgesteckten VHF/UHF-Antenne, die kei-
ne Richtungsänderung erfordert. Ein separat
zum Transceiver geführtes Koaxialkabel
sollte mit je einem Kabelbinder am Alumi-
niumrohr und am Antennenfuß befestigt
werden. Zwischen beiden Punkten ist das
Koaxialkabel in einer Schlaufe zu führen,
damit sich die Antenne um 360° drehen Bild 5: Auf dem Display werden die einge- Bild 8: Auf der Rückfront der Steuereinheit
kann. stellte Antennenposition und die bei Ände- befinden sich Sicherung, Spannungsbuchse
rungen ermittelte Drehrichtung angezeigt. und die Buchse für das Verbindungskabel.
■ Steuereinheit wand sind Durchbrüche für den Schalter Die Schaltung habe ich mit dem myAVR-
Die Steuereinheit basiert auf einem Mikro- S3, die Sicherung, die fünfpolige Einbau- Board entworfen und später auf die Loch-
controller und lässt sich bequem auf einer buchse und eine Hohlsteckerbuchse für die rasterplatine umgesetzt. Die Hex-Datei für
160 mm ¥ 100 mm großen Universalplatine Stromversorgung herzustellen. Auf der den Mikrocontroller erhalten Interessenten
aufbauen. Die beiden Taster zur Drehrich- Frontseite sind Durchbrüche für das Dis- auf Nachfrage per E-Mail. Zur Program-
tungswahl befinden sich auf einer schmalen play und die beiden Taster sowie Befesti- mierung eignen sich das myAVR-Board mit
Platine, die unterhalb des Displays hinter gungsbohrungen erforderlich. aufgelöteter ISP-Schnittstelle und passen-
der Front verschraubt ist. Für das Display Die Drehrichtung der Antenne wird durch dem ISP-Programmiergerät, z. B. von [2].
selbst verwendete ich die im myAVR Board die über mit den Tastern S1 und S2 wech- Ich bedanke mich ausdrücklich bei Joachim
MK2 Plus [1] enthaltene Platine myAVR selseitig zugeführte Spannung am Motor Mueller, DF1JM, für die freundliche Un-
LCD Add-On. Sie umfasst das LC-Display erreicht. Am Schleifer des mit dem Motor terstützung während der Elektronikentwick-
sowie die Hintergrundbeleuchtung und ei- gekoppelten Potenziometers ist richtungs- lung und bei Dietmar Krause, DK7JQ, für
nige Umschaltmöglichkeiten. Alternativ las- abhängig eine Spannung von 0 V bis 5 V das Herstellen der Reduzierstücke. Ich wün-
sen sich die wenigen darauf befindlichen vorhanden, die der Mikrocontroller aus- sche viel Erfolg beim Nachbau und stehe
Bauteile auch wie der Rest der Schaltung wertet und als entsprechende Gradangabe für Rückfragen und Verbesserungsvor-
auf der Lochrasterplatine unterbringen. und Drehrichtung auf dem Display ausgibt. schläge per E-Mail zur Verfügung.
Die Haupt- und die angesteckte Displaypla- Durch die eindeutige Anordnung der Taster
tine werden in ein 60 mm hohes Alumini- konnte ich auf eine Beschriftung der Front- Bezugsquellen
umgehäuse eingeschoben. In dessen Rück- platte verzichten. [1] Laser & Co. Solutions: myAVR Board MK2 Plus.
http://shop.myavr.de → Bausätze und Platinen
[2] Laser & Co. Solutions: mySmartUSB MK2.
http://shop.myavr.de → Programmer und Bridges

Nachlese
■ Begrenzte Fernsehzeit im Kinder-
zimmer FA 9/12, S. 918–921
Die Diode VD9 im „Stromsensor“ des Bilds 2
muss in entgegengesetzter Polarität parallel zu
VD6 bis VD8 und nicht in der zweiten Netz-
leitung liegen. Der Bestückungsplan ist korrekt
dargestellt.

VD6 VD7 VD8

VD9
1N5404 (BY226)

Schaltungsauszug
Bild 3: Magnetfuß mit dem aufgesetzten, Bild 6: Getriebemotor mit dem angesetzten mit „Stromsensor“
selbst hergestellten Rotor Aluminiumrohr und dem Potenziometer

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