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extra

sep/18

Das Mobilitätsmagazin des ÖAMTC

EXPERTENBERICHT
MOBILITÄT &
KLIMASCHUTZ
2030
Dossier

Dr. Gottfried Wanitschek,


ÖAMTC-Präsident

Gestern wie heute


in unserem Fokus:
die Mobilität von morgen
D
er öamtc ist mit seinen fast 2,2 sein, dass diese mit einem E-Auto oder auf
Millionen Mitgliedern der größte e­ inem E-Bike kommen. Inhalt
­Mobilitätsclub des Landes. Mobilität
Folge 1
ist heute für Menschen ein Grundbedürfnis – dass unsere pannenhelfer auch für
Seite 03 Das geht uns alle an!
und sie wird in Zukunft noch wichtiger wer- den Einsatz an Elektroautos geschult werden,
Seite 04 ÖAMTC-Präsident Gottfried
den. Die Förderung der Mobilität unter be- liegt auf der Hand. Dass unsere Clubmitglie- ­Wanitschek und ÖAMTC-
sonderer Bedachtnahme auf eine Schonung der in S­ achen E-Mobilität stets up to date Direktor Oliver Schmerold
der Ressourcen und der Ausgleich von gegen- sind, dafür sorgt in erster Linie das öamtc - über machbare und
sätzlichen Interessen zwischen individueller Mobilitätsmagazin auto touring. Deshalb tes- leistbare Mobilität.
Mobilität und Umweltschutz stehen in unse- ten unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Seite 06 Fragen & Antworten
ren Statuten festgeschrieben. Der öamtc be- Redaktion alle E-Autos und elektrisch betrie- zu Mobilität und Klimaschutz.
kennt sich zu einer umwelt- und klimafreund- benen Motorräder, die auf den Markt kom- Seite 08 Lebenszyklus-Analyse: Antriebs-
arten auf dem Öko-Prüfstand.
lichen Mobilität mit allen Verkehrsmitteln, men, und geben die dabei gewonnenen Erfah-
Seite 10 Einige der be­teiligten Experten.
nicht nur mit Autos, wie wir sie heute kennen. rungen an unsere Clubmitglieder weiter. Sie
Er steht für eine intelligente Mobilitätszu- setzen aber auch Maßstäbe: Sie waren die ers-
Folge 2
kunft, die Maß nimmt an der Umwelt, der ten, die E­ -Autos zwölf Monate langen Dauer-
Seite 11 Es geht auch anders.
Technologie und an den Konsumenten. tests unterzogen oder über eine Fahrt mit
Seite 12 Was uns in Zukunft bewegt
Schließlich soll man sich diese Mobilität auch einem elektrisch angetriebenen Fahrzeug zum – unterschiedliche Antriebs­
leisten können. Autosalon nach Paris berichteten. Darüber systeme.
hin­aus analysieren sie ­regelmäßig Zukunfts- Seite 14 So wird sich der Fahrzeug­
mobilität war und ist für den Men- technologien und beantworten Fragen wie bestand 2030 zusammensetzen.
schen nicht nur Mittel zum Zweck, sie kann ­etwa jene, welche Vorteile Pedelecs im Ver- Seite 16 Alternative Kraft­stoffe – was
und soll auch Spaß machen. Wäre das nicht gleich zum Fahrrad bringen. sind „E-Fuels“?
so, gäbe es weder den Red Bull Ring noch die Seite 18 Einige der be­teiligten Experten.
E-Mobility Play Days. Der öamtc unter- öster r eichs r egierung h at eine
stützt diese Veranstaltung, weil das, was hier ­Mobilitätswende ausgerufen, die Entschei- Folge 3
gezeigt wird und ausprobiert werden kann, dungen dafür werden jetzt gerade getroffen. Seite 19 Mobilität muss leistbar bleiben.
schon immer zu seinen Inhalten gehörte. Ich Welcher Maßnahmen es bedarf, dass sich Seite 20 Welche Maßnahmen
darf an dieser Stelle an die Austro Solar erin- die Menschen ihre Mobilität weiter leisten zur Diskussion stehen.
nern, eine Rallye mit Elektrofahrzeugen, die können, haben Top-Experten aus den Berei- Seite 22 Wen diese Maßnahmen
­besonders treffen würden.
der Club in den späten 1980 er-Jahren mit­ chen Wissenschaft, Technologie, Umwelt
Seite 24 Mögliche negative Konsequen-
organisierte. Oder an das allererste Exemplar und Wirtschaft auf Einladung des öamtc zen einer Verteuerung der
eines modernen Großserien-Elektroautos in analysiert. In diesem auto touring extra Mobilität für ganz Österreich.
Österreich, das der öamtc in seinen Fuhr- lesen Sie i­hre Expertisen in Kurzform. Den Seite 26 Wie es weiter­gehen soll.
park integrierte. Zurzeit sind in diesem, neben voll­
s tän­
d igen Bericht können Sie auf
www.oeamtc.at/mobilitaet 2030 abrufen.
ÖAMTC/Lorenz

immer mehr E-Autos, auch solche vertreten,


die von Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrie-
ben werden. Wenn heute jemand eine Panne ich wünsche ihnen eine gute und siche-
hat und die Gelben Engel ruft, dann kann es re Fahrt in die Zukunft!

auto touring extra 02 september 2018


ÖAMTC DOSSIER Mobilität & Klimaschutz

MOBILITAT 2030
FOLGE 1: Worum es geht und was wirklich etwas bringt.

Das geht uns alle an!


E
Österreich muss s ist klar, dass sich etwas ändern muss. Angesichts der
laufenden klimapolitischen Debatte entsteht der Eindruck, dass
bis 2030 seine Autofahrer die Klimasünder der Nation sind. Dabei entfallen nur
co2-Emissionen rund 15 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf Pkw.
um mehr als ein Diese Debatte geht dabei so weit, dass manche Kräfte eine radikale „Mo-
bilitätswende“ fordern und den Verbrennungsmotor – oder am besten
Drittel senken. Das gleich das Auto – aus dem Verkehr ziehen wollen. So sieht bereits der 2017
soll vor allem mit vom Verkehrsministerium (bmvit) veröffentlichte „Aktionsplan für saube-
Einschränkungen ren Verkehr“ vor, dass neu zugelassene Pkw ab 2030 komplett emissionsfrei
beim Pkw-Verkehr sein sollen. Bis 2050 soll der gesamte Verkehrssektor in Österreich weit­
gehend klimaneutral sein.
erreicht werden. Mit welchen Kraftstoffen
Doch braucht es und Antriebstechnologien

dazu wirklich Jetzt werden Entscheidungen getroffen wir in Zukunft


unterwegs sein werden,
solche Radikal- Bis 24 . September wird die Regierung für den Bereich Verkehr (und nur für ist noch offen.
diesen!) Maßnahmen wie Zulassungsverbote für Benziner und Diesel, eine
maßnahmen? Er­höhung der Mineralölsteuer oder Tempo 100 auf Autobahnen auflisten
Top-Experten aus und bewerten. Dann entscheidet sie, was davon kommt.
Technologie, Umwelt Aber braucht besserer Klimaschutz wirklich mehr Verbote für Autofah-
und Wirtschaft rer? Und massive Verteuerungen? Oder steckt in Verbrennungsmotoren
nicht noch genug Potenzial für technologische Verbesserungen? Was ist mit
haben für den den neuen Kraftstoffen, an denen die Forscher arbeiten? Gibt es nicht besse-
öamtc analysiert, re Wege, wie Konsumenten zum Klimaschutz beitragen können?
wie unsere Mobilität Ihrem Club ist eine klimafreundliche Mobilitätszukunft wichtig – sie
auch künftig ge- muss aber technisch machbar und für die Konsumenten leistbar sein.
sichert werden kann.
Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030
Der öamtc hat Österreichs Top-Experten rund um Technologie, Umwelt
und Wirtschaft gebeten, in einer fundierten Studie unbeeinflusst zu analy-
sieren, was mit einer „Mobilitätswende“ verbunden wäre und wie unsere
Mobilität auch künftig gesichert werden kann. Dabei geht es allerdings
nicht um die aktuelle Diskussion um nox und Diesel-Schummeleien (diese
Themen sind technologisch bereits geklärt, meinen die Experten), sondern
um Treibhausgase und Klimaschutz.
Lesen Sie in diesem ersten von drei Teilen, warum der öamtc als Inter-
essenvertretung von ca. 2,7 Millionen Verkehrsteilnehmern bei der politi-
schen Diskussion um die Mobilität der Zukunft auf diese Fakten setzt und
Shutterstock (1)

welche co2-Bilanz die einzelnen Antriebstechnologien im gesamten Lebens­


zyklus tatsächlich aufweisen. Die Folgen 2 und 3 beschäftigen sich mit alter-
nativen Antriebsarten und mit leistbarer Mobilität für die Zukunft.

auto touring extra 03 september 2018


Dossier

Die Mobilität
der Zukunft muss
leistbar sein
öamtc-Präsident Gottfried Wanitschek und
öamtc-Direktor Oliver Schmerold im Interview:
Warum die geplante „Mobilitätswende“ nicht an den
Verkehrsteilnehmern vorbei betrieben werden darf und
worin die Zukunft klimafreundlicher Mobilität liegt.

D
er öamtc lässt experten beleuchten, wel- Für uns ist wichtig: Die Mobilität der Zukunft muss so-
che Potenziale zur Vermeidung von co2 in den wohl machbar als auch leistbar sein.
verschiedenen Antriebstechnologien stecken und
welche Konsequenzen ein gänzlicher Ausschluss von Ver- —— Wird also über die Autofahrer „drübergefahren“?
brennungsmotoren auf unsere Mobilität hätte. Es geht da- schmerold: So würde ich das nicht ausdrücken. Aber
rum, der Politik seriös erhobene Fakten zur Verfügung zu für uns ist wichtig, dass die Politik Anliegen und Interes-
stellen, ehe sie weitreichende Entscheidungen trifft. sen derer berücksichtigt, die Gegenstand der politischen
Maßnahmen sein werden: die Konsumenten. Unsere
—— Ist Österreichs Politik zu streng mit den Autofahrern? Mitglieder sind bereits durch den Diesel-Abgasskandal in
gottfried wanitschek : Wir sind sehr für wirk­ höchstem Maß verunsichert. Wir fordern, dass die
samen Klimaschutz. Entscheidend ist dabei, dass notwen- ­„Mobilitätswende“ in jedem Fall eine Weiterfahr- bzw.
dige co2-Einsparungen grundsätzlich dort erfolgen, wo Weiterverkaufsgarantie für Bestandsfahrzeuge umfasst.
die Kosten für Verbraucher und Staat am niedrigsten sind. Sonst wäre ein Milliardenschaden für die Autofahrer vor-
Es kann nicht sein, dass die Autofahrer etwa enorme In- programmiert.
vestitionen in Elektro-Autos tätigen müssen, der Klima­
effekt aber vergleichsweise gering ist, während in anderen —— Politiker und ngos fordern zum besseren Klima-
ÖAMTC-Präsident
Bereichen mit viel weniger Kosten für den Einzelnen viel schutz eine „Verhaltensänderung“ der Menschen ein. Was
Gottfried mehr für den Klimaschutz erreicht werden könnte. Der sagen Sie dazu?
Wanitschek, öamtc will in dieser Debatte die Stimme der Vernunft schmerold: Verhaltensänderungen werden ja in den
ÖAMTC-Direktor sein. Extreme Positionen gibt es schon genug. unterschiedlichsten Bereichen gefordert. Funktioniert hat
Oliver Schmerold oliver schmerold: Wir haben Österreichs Top-Fach- das aber noch nie. Eine Änderung des Mobilitätsverhal-
leute für Mobilität und Technologie gebeten, in einem tens ist nur möglich, wenn es Alternativen gibt. Wie erklä-
„Expertenbericht Mobilität 2030“ zu analysieren, ob eine ren Sie einem Pendler, der seinen 50 Kilometer entfernten
„Mobilitätswende“ mit 100 Prozent emissionsfreien Neu- Arbeitsplatz nur mit dem Auto erreichen kann, dass er
zulassungen im Jahr 2030 realistisch ist. Außerdem zeigen jetzt sein „Verhalten“ ändern muss? Man könnte Men-
die Wissenschafter auf, welche Chancen die Weiterent- schen nur durch Verbote zwingen, ihr Verhalten zu ­ändern
wicklung von Verbrennungsmotoren – Benzin und Diesel – und dagegen sprechen wir uns klar aus.
– für den Klimaschutz bieten. Auf dieser Basis kann man
dann seriös beurteilen, wie wir die Klimaziele erreichen. —— Was sind die absoluten No-Gos für die Politik?

auto touring extra 04 september 2018


Dossier

Eine intelligente Mobilitätszukunft


nimmt Maß an Umwelt, Technologie
und Konsumenten. EXPERTENBERICHT
MOBILITÄT &
Gottfried Wanitschek, ÖAMTC Präsident KLIMASCHUTZ
2030

Daten und
Oliver Schmerold (links) und Gottfried
Wanitschek stehen für eine klimafreund-
Fakten:
liche Mobilitätszukunft, die sowohl Experten-
machbar als auch leistbar sein muss. bericht
des ÖAMTC
schmerold: Zulassungsverbote von Fahrzeugen mit stunde Strom in einem Elektroauto zu speichern, werden
Im „Expertenbericht
Verbrennungsmotoren ab einem politisch gesetzten Da- sinken. Demgegenüber werden die Reichweiten durch Mobilität & Klima-
tum, Fahrverbote oder Steuererhöhungen für Verbrenner, größere Batterien steigen. schutz 2030“ un-
um einen Umstieg auf alternative Antriebe zu erzwingen, Aus Sicht des öamtc braucht es einen Mix an An- terziehen namhafte
lehnen wir jedenfalls klar ab. Das entspricht auch der triebstechnologien. Und da setzen wir – wie in vielen an- Wissenschafter und
Meinung unserer Mitglieder. Knapp drei Viertel von deren gesellschaftlichen Bereichen – auf Forschung und Fachleute auf Ein-
ladung des ÖAMTC
­ihnen finden den Vorschlag, 2030 keine Verbrennungs­ Innovation. die bisherigen
motoren mehr einzusetzen, unrealistisch. Und man muss Die Möglichkeit, den co2-Ausstoß mit sogenannten politischen Ansätze
auch ganz offen sagen: Gesetzliche Verbote für die Weiter- alternativen Kraftstoffen (biogenen und synthetischen) zu und Ziele für eine
benutzung eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor wür- senken, ist ein wichtiges Zukunftsthema. Für uns Konsu- „Mobilitätswende“
den ja besonders sozial schwächere Schichten, Pendler menten hätte es den Vorteil, dass wir weiterhin den be- einem wissenschaft-
lich und fachlich fun-
und Familien treffen. währten Verbrennungsmotor nutzen, aber eben umwelt- dierten Faktencheck.
freundliche Kraftstoffe tanken können. In unserem Ex- Sie berechnen unter
—— Klimaschutz muss man sich also erst leisten können? pertenbericht spielen daher alternative Kraftstoffe eine anderem, welche
schmerold: Die sogenannte Energie- bzw. Mobilitäts- große Rolle. Emissionsreduktio-
wende ist sicher auch ein soziales Thema. Unsere Studien Entscheidend ist, dass die Mobilitätspolitik der Zu- nen und Mobilitäts-
Szenarien bis 2030
zeigen: Wer einer niedrigeren sozialen Schicht angehört, kunft technologieneutral ist. Technologien wie den Diesel realistisch sind. Sie
ist häufiger vom Pkw abhängig, hat eher einen Gebraucht- oder gleich alle Verbrennungsmotoren zu verbieten, wäre zeigen auch auf,
wagen – mehrheitlich mit Abgasklassen bis Euro 4 – und der falsche Weg, weil man dann ja auch die Weiterent- welche Konse-
möchte diesen auch „ausfahren“. Das ist ein legitimes An- wicklung dieser Antriebstechnologien verhindert. quenzen politische
liegen – und das muss die Politik auch berücksichtigen. Steuerungsmaß-
nahmen (z.B. durch
—— Wann ist aus Sicht des öamtc die von der Regie-
Kurt Pinter (2), ÖAMTC/Mikes (1)

Verteuerungen ein-
—— Liegt die Zukunft der klimafreundlichen Mobilität rung ausgerufene „Mobilitätswende“ ein Erfolg? zelner Antriebe) für
in der Elektromobilität? wanitschek : Wenn alternative Antriebe und Kraftstof- Konsumenten und
schmerold: Die Elektromobilität wird ein wichtiger fe technisch und von den Kosten her ohne Förderungen Wirtschaft haben.
Teil der Zukunft der Mobilität im städtischen Bereich wettbewerbsfähig sind, dann sind die Ziele der viel zitier-
sein. Hier stellt sich natürlich die Frage der Ladeinfra- ten „Mobilitätswende“ erreichbar. Eine intelligente Mobi- Weitere Infos unter
struktur. Es wird nicht an jedem Parkplatz eine Lademög- litätszukunft nimmt Maß an Umwelt, Technologie und www.oeamtc.at/
lichkeit geben können. Die Kosten, um eine Kilowatt- Konsumenten. mobilitaet2030

auto touring extra 05 september 2018


Dossier

Welchen Anteil an klima­ Werden Diesel- oder Wie viele Elektroautos


schädlichen Emissionen hat Benzin­fahrzeuge in gibt es in Österreich?
eigentlich der Kfz-Verkehr? Österreich bald verboten?

D D E
er kfz-verkehr spielt in der De- er 2017 veröffentlichte nde 2017 waren rund 15.000
batte über die Energiewende zur Er- „Aktionsplan für sauberen Verkehr“ Elektro­fahrzeuge in Österreich zuge-
reichung der Pariser Klimaziele im des bmvit sieht vor, dass 2030 alle lassen. Ihre Zahl steigt zwar mit hohen
Vergleich zu anderen Verursachern eine über- neu zugelassenen Pkw komplett emissions- Zuwachsraten, ist aber nach wie vor gering.
große Rolle. Der Anteil des Pkw-Verkehrs in frei sein sollen. Das würde auch das Ende für Ihr Anteil liegt bei gerade 0,3 Prozent der ös-
Österreich an den Treibhausgas- (thg -) ­Hybridfahrzeuge bedeuten. Die Umstellung terreichischen Pkw-Flotte. Die Zukunft der
Emissionen lag aber laut Umweltbundesamt soll auf freiwilliger Basis erfolgen, der Ver- Elektromobilität hängt u.a. von der Entwick-
2015 nur bei rund 15 Prozent. Der Anteil kehrssektor in Österreich bis 2050 weitge- lung der Akku-Technologie, dem Ausbau der
des gesamten Verkehrsbereichs betrug 28 %. hend klimaneutral sein. Ladeinfrastruktur und der Versorgung mit
Weil große Teile der Industrie die Mög- Doch es gibt derzeit keinen vollwertigen Strom aus erneuerbaren Energien ab.
lichkeit haben, am internationalen Emissi- Ersatz für Fahrzeuge mit Verbrennungs­ Im Sinn des Klimaschutzes darf der
onshandel teilzunehmen, wird ihr Anteil an motor. Außerdem können sich erhebliche Strom für E-Mobilität nicht aus fossilen
den thg -Emissionen in manchen Verglei- Teile der Bevölkerung kein emissionsfreies Quellen gewonnen werden, sondern muss
chen wesentlich kleiner dargestellt (7,9 %) Neufahrzeug leisten. aus erneuerbaren Energien stammen. Weil
als er faktisch ist (45,3 %). Seriöse Vergleiche Nicht übersehen darf man zudem: Auch die Potenziale der Wasserkraft in Österreich
berücksichtigen daher in der Darstellung bei der Produktion und der Entsorgung die- aufgrund ihrer bereits starken Nutzung be-
sämtliche thg -Emissionen, egal ob sie dem ser Fahrzeuge entstehen co2-Emissionen grenzt sind, sind Windkraft und Solarkraft
Emissionshandel unterliegen oder nicht. (siehe nächste Seite). mögliche Alternativen.
Im weltweiten Vergleich beträgt der An- Das Ende des Verbrennungsmotors aus- Wie erneuerbare Energien gespeichert
teil Europas an den von Menschen verur- zurufen, wäre der falsche Weg. Aufgrund ih- werden können, ist aber noch zu großen Tei-
sachten thg -Emissionen zehn Prozent. Da- rer hohen Energiedichte ermöglichen Benzin len ungeklärt. Der Betrieb eines Elektroautos
von entfällt etwa ein Fünftel auf den Verkehr. und Diesel große Reichweiten, die derzeit würde den Strombedarf eines durchschnittli-
Somit ist der europäische Pkw-Verkehr für mit anderen Antriebsarten zu vertretbaren chen Haushalts jedenfalls verdoppeln.
etwa 1 % des weltweiten thg -Ausstoßes ver- Kosten nicht erreichbar sind. Zudem wer-
antwortlich, der Pkw-Verkehr in Österreich den Verbrennungsmotoren stetig weiterent-
für 0,3 Promille. Wenn in Österreich nie- wickelt und deutliche Effizienzsteigerungen
mand mehr Auto fährt, wäre der Effekt für vorhergesagt. Die aktuell diskutierten no x-
das weltweite Klima somit nicht messbar. Probleme beim Diesel sind technologisch
durch die scr-Technik („AdBlue“) gelöst.

Emissionen Österreich Emissionen global E-Autos in Österreich


PKW EU PKW AT E-Autos
0,8% 0,03% 14.618

Fluorierte
Abfallwirt. Gase EU
Landwirt.
PKW 8,8%
14,8% je
Benziner Diesel
USA tausend
Gebäude LKW 15
restliche 12
Länder
Industrie China 9
und Energie
6

2008 ’09 ’10 ’11 ’12 ’13 ’14 ’15 ’16 ’17

2015 stammten 14,8 Prozent der Treibhaus- Treibhausgas-Emissionen sind ein weltweites Trotz hoher Zuwachsraten ist die Anzahl
gas-Emissionen in Österreich vom Pkw- Problem: 2015 betrug der Anteil des Pkw- der Stromer noch gering. 14.618 E-Autos
Verkehr. In der medialen und öffentlichen Verkehrs in der EU 0,8 Prozent, Österreichs machen gerade einmal 0,3 Prozent des
Debatte wird der Individualverkehr jedoch Pkw waren für 0,28 Promille verantwortlich. gesamten Pkw-Bestands aus.
als Hauptverursacher dargestellt.
Quelle: UBA Quellen: UNFCCC, EPA, EEA Quelle: Statistik Austria

auto touring extra 06 september 2018


Dossier

Was würde ein Ende des Lassen sich die Und was sagen die Club-
Verbrennungsmotors für die CO2-Emissionen von mitglieder zur geplanten
Arbeitsplätze bedeuten? Verbrennungsmotoren „Mobilitätswende“?
weiter senken?

A D
utomobilität und Antriebs- ie aktuelle am.puls -Umfrage

A
technologien beschäftigen in der hei- llein das Energieeffizienz­steige­ zum Thema „Ende der Verbren-
mischen Industrie rund 450.000 rungs­­potenzial durch motorische nungsmotoren“ des öamtc zeigt:
Personen, das sind knapp 11 Prozent der un- Maßnahmen bei Pkw liegt bei 15 bis —— Rund drei Viertel (71 %) halten den
selbstständig Erwerbstätigen in Österreich. 25 Prozent. Darüber hinaus sind durch den Vorschlag, „keine Verbrennungsmotoren ab
Ein Ende des Verbrennungsmotors hätte gra- Einsatz biogener oder nachhaltig erzeugter 2030 zuzulassen“ für nicht realistisch.
vierende Auswirkungen auf Wirtschaft und Kraftstoffe deutliche Reduktionen der co2- —— 68 Prozent können sich jedoch vorstel-
Arbeitsplätze. Allein beim steirischen Auto- Emissionen möglich. Denn alle Kraftstoffe, len, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt
cluster ac styria stehen nach Schätzungen bei deren Herstellung bereits vorhandenes realisierbar ist. Für 81 Prozent der Befragten,
derzeit 10.000 Arbeitsplätze und eine Milli- co2 gebunden wird und die nicht aus fossi- die einen späteren Zeitpunkt für realistisch
arde ­Euro Umsatz mit Verbrennungsmoto- len Quellen stammen, verbessern die Treibh- halten, liegt dieser rund um 2050.
ren in Zusammenhang. Bei ktm hängen ausgas-Bilanz. —— Knapp die Hälfte (45 %) findet, dass
nach Angaben des Unternehmens 95 Pro- Die bisherige Entwicklung zeigt jeden- für das Ende von Verbrennungsmotoren kei-
zent der ­Arbeitsplätze und 95 Prozent des falls: Die Bedeutung des Pkw-Verkehrs als ne Jahreszahl festgelegt werden soll. 35 Pro-
Umsatzes am Verbrennungsmotor. Verursacher für Luftverschmutzung ist in zent würden sich bei einer Beschränkung auf
Laut einer Studie des deutschen ifo-Insti- den vergangenen Jahren erheblich gesunken. die Beurteilung von Experten verlassen.
tuts (2017) wären in Deutschland vor allem Vor allem das Euroklassen-System mit im- —— Eine Auswirkung der aktuellen Dis-
kleine und mittlere Unternehmen von einem mer niedrigeren Schadstoffgrenzwerten ist kussion auf den Wiederverkaufswert von
Ende des Verbrennungsmotors betroffen. eine Erfolgsgeschichte. In technologischer Pkw mit Verbrennungsmotoren erwarten
Besonders für diese ist es sehr schwer, neben Hinsicht hat vor allem die Mikroelektronik zwei Drittel der Befragten (66 %). Jene, die
der Verbrennungsmotortechnologie noch mit Lambda-Regelung und Benzin-Ein- negative Auswirkungen erwarten, schätzen
andere Kompetenzfelder aufzubauen. Ob spritzanlage eine erhebliche Steigerung der den Verlust für das eigene Auto mehrheitlich
bei einer Umstellung von Verbrennern auf Qualität der Motorensteuerung ermöglicht. (60 %) zwischen 10 % und 30 % ein.
E-Autos die Produktion in Europa auf dem Das ist übrigens eine Disziplin, in der öster- —— In den Bereichen Industrie (48 %)
bisherigen Niveau weitergeführt werden reichisches Know-how eine besondere Rolle und Lkw-Verkehr (46 %) könnte am leich-
könnte, ist nach den Befunden der Wirt- spielt. testen co2 eingespart werden, meinen die
schaftsforscher fraglich. Dies liegt daran, dass Befragten.
Autocluster und Vorleistungsketten in Euro-
pa erst aufgebaut werden müssten.

Auto-Arbeitsplätze CO2-Ziele der EU ÖAMTC-Umfrage


finde ich realistisch
170
NEFZ WLTP
22 %
150
Automotiver
Sektor
450.000
130
Beschäftigte finde ich nicht realistisch
Österreich gesamt
4.260.500
110 78 %

90 von den 78 % zu einem späteren Zeitpunkt

ja 68 % nein 32 %
70
2004 ’07 ’10 ’13 ’16 2021 2025 2030

Knapp 11 Prozent der österreichischen Be- CO2-Rückgang bei Neuwagen: Nach dem Die ÖAMTC-Umfrage zum Thema Verbren-
schäftigten sind im automotiven Bereich tä- Auslaufen des „95-Gramm-Zieles“ für 2020 nungsmotoren zeigt: Die Österreicher sind
tig. Mit einem Aus für den Verbrennungsmo- will die EU den Autoherstellern bis 2030 eine skeptisch, was die geplante „Mobilitätswen-
tor würden Tausende Arbeitsplätze wackeln. Reduktion um 30 Prozent verordnen. de“ betrifft.

Quellen: IV, Statistik Austria Quelle: EU Quelle: ÖAMTC AM.PULS

auto touring extra 07 september 2018


Dossier

Ganz CO2-frei gibt’s nicht


Wie klimafreundlich sind die einzelnen Antriebe wirklich? Eine wissenschaftliche
Analyse über den gesamten Lebenszyklus hinweg zeigt, dass es das co2-freie Auto nicht
gibt. Alle Antriebe verursachen Treibhausgas-Emissionen.

S
chöne neue auto-welt: wenn wir alle mit Elektrofahrzeugen unterwegs sind, Die Treibhausgas-
gibt es keine klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen mehr. Aber stimmt das auch? Emissionen von
Antriebssystemen in
Der öamtc lud den österreichischen Top-Experten auf diesem Gebiet zum Öko-Check
der Lebenszyklus-
ein: Dipl.-Ing. Dr. techn. Gerfried Jungmeier von der Forschungsgruppe „Zukunftsfähige Analyse: Nicht nur
Energiesysteme und Lebensstile“ der Joanneum Research Forschungsgesellschaft in Graz ist auf Verbrennungs­
komplexe Sachverhalte rund um Antriebs- und Transportsysteme spezialisiert. motoren mit Benzin,
Diesel oder Erdgas
verursachen Treib-
Emissionen auch bei Produktion und Entsorgung hausgase. Auch
Elektrofahrzeuge
Er macht auf etwas aufmerksam, das in der öffentlichen Diskussion oft übersehen wird: Ein mit Strom- oder
Kraftfahrzeug verursacht nicht nur im Fahrbetrieb Emissionen. Man muss sich auch dessen Brennstoffzellen-
Produktion, seine Entsorgung und die Kraftstoff- bzw. Energieversorgungskette ansehen. Antrieb produzieren
solche Emissionen
„Transportsysteme weisen je nach Antriebssystem und Kraftstoff unterschiedliche Treib­
– bei Produktion
hausgas-Emissionen und einen unterschiedlichen Primärenergieverbrauch auf, die an unter- und Entsorgung
schiedlichen Orten und in unterschiedlichen zeitlichen Phasen im Lebenszyklus der Transport- sogar deutlich
systeme auftreten. So tritt bei konventionellen fossilen Transportsystemen ein Großteil der mehr. In der Frage
co2-Emis­sionen im Fahrbetrieb auf, bei elektrisch betriebenen Transportsystemen erfolgt dies der Entsorgung der
Akkus von E-Fahr-
jedoch in der Bereitstellungskette der Stromerzeugung“, sagt Jungmeier.
zeugen rechnet
Studienautor
Jungmeier mittel-
Bei konventionellen fossilen Transportsystemen tritt fristig mit einer
Recycling-Lösung.
ein Großteil der CO2-Emissionen im Fahrbetrieb auf,
bei elektrisch betriebenen Transportsystemen
in der Bereitstellungskette der Stromerzeugung.
Gerfried Jungmeier

Analyse „von der Wiege bis zur Bahre“


Für den großen „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ des öamtc erstellte der
Forscher mit seinem Team daher eine Lebenszyklus-Analyse für unterschiedliche Antriebe
­eines Pkw der Kompaktklasse – vom Benzin- bis zum Wasserstoffantrieb. Erst dank einer sol-
chen Analyse können die Umweltauswirkungen von Herstellung, Betrieb und Entsorgung
bzw. Verwertung eines Antriebssystems seriös untersucht und bewertet werden. Die wissen-
schaftliche Analyse unterschiedlicher Systeme „von der Wiege bis zur Bahre“ ergibt ein diffe-
renziertes Bild – mit einem klaren Ergebnis: Kein Auto-Antrieb ist in Sachen Treibhausgase
emissionsfrei (siehe Grafiken rechts). Auch bei Elektroautos fallen relevante Treibhausgas-Emis-
sionen an. Und: Je nach Kraftstoff liefert auch der vielgescholtene Verbrennungsmotor höchst
unterschiedliche Ergebnisse bei den Treibhausgas-Emissionen. Fazit: Bei den Treibhausgasen
sollte auch die Politik genauer hinschauen, bevor sie hauptsächlich auf für die Konsumenten
teure neue Antriebe setzt.

auto touring extra 08 september 2018


Dossier

Treibhausgas-Bilanz ausgewählter Antriebe im Lebenszyklus


50

Produktion

Betrieb

Entsorgung / Verwertung
Bei einer Kilometerleistung Benziner
von 13.000 km und 15 Jahren
Betriebsdauer ergibt sich Erdgas
ein überraschendes Bild: Die
40
wenigsten Treibhausgase Diesel
verursacht ein Dieselmotor,
angetrieben mit synthetischem
Kraftstoff (aus Hackgut), gefolgt
von E-Autos (je nach Strommix)
30 und Brennstoffzelle.
Basisannahmen
Brennstoffzelle (AT)
Fahrleistung:
13.000 km pro Jahr E-Auto (EU)
für alle Antriebe

Betriebsdauer:
20 E-Auto (AT)
15 Jahre (+1 Jahr Produktion
+1 Jahr Entsorgung/
Verwertung)

Batteriekapazität:
35 kWh 10

Batterielebensdauer: Synthetischer Diesel (Hackgut)


150.000 km,
danach Austausch eines
Drittels der Elemente. Angabe in
Das Recycling von Batterien t CO2-Äq.
wird am Ende ihrer Lebens- 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17
zeit als gelöst angenommen. Zeit (Jahre)

Treibhausgas-Emissionen unterschiedlicher Antriebe umgelegt auf Gramm pro Kilometer


Benziner
Auch eine Darstellung der im Gesamt-Lebenszyklus
Erdgas anfallenden Treibhausgase, umgerechnet auf gefah-
rene Kilometer, zeigt: Synthetische und Biokraftstoffe
Hybrid/Benziner
haben hinsichtlich der CO2-Reduktion ein ähnliches
Diesel Potenzial wie Elektro­antriebe.

Biokraftstoff Hackgut

Hybrid/Diesel

Plug-In-Benziner

Brennstoffzelle (AT)

Plug-In-Diesel

E-Auto (Strommix EU)

Biodiesel (Rohstoffmix AT)

Biogas Maissilage

E-Auto (Strommix AT)

Biokraftstoff Stroh

Biokraftstoff Holz

E-Auto (Wasserkraft)

Synthetischer Diesel (Hackgut) Angabe in g CO2-Äq./km


Grafik: ÖAMTC

0 50 100 150 200 250

n synthetisch und biogen n elektrisch n hybrid n fossil

auto touring extra 09 september 2018


Dossier

Die Experten
für Österreichs Mobilität
Für den „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ bat der öamtc
Österreichs führende Persönlichkeiten in den Bereichen Antriebstechnologien,
Automobiltechnik und Energieforschung um ihre Beiträge.
Hier stellen wir einige von ihnen vor.

„Durch die „Bei der ökologischen


Hybridisierung haben Bewertung von Antriebs­
Verbrennungs­motoren technologien muss man
noch enormes Potenzial, sich vor Pauschalurteilen
den CO2-Ausstoß des Pkw hüten. Alles hängt
zu senken: von gut 10 % von den jeweiligen
beim einfachen 48-Volt- Univ.-Prof.
Dipl.-Ing. Dr. techn. G
Dipl.-Ing. Dr. techn.
­ erfried Jungmeier
Randbedingungen und
Hybrid bis weit über 50 % Bernhard Geringer Forschungsgruppe Fragestellungen ab.“
beim steckdosen-geladenen Vorstand des Instituts für
Fahrzeugantriebe und Auto-
„Zukunftsfähige Energie-
systeme und Lebensstile“,
Plug-in-Hybrid.“ mobiltechnik, TU Wien Joanneum Research For-
schungsgesellschaft mbH

„Der Verbrennungs- „Bevor man


motor ist auch ein Motor ausschließlich auf
für Wertschöpfung Batterie-Elektro­mobilität
und Beschäftigung in setzt, müssen die Rohstoff-
Österreich.“ und die Recycling-Frage
geklärt sein.“
Dipl.-Ing. Stefan Pierer Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Vorstandsvorsitzender Dr. techn. Dr. h.c.

Wilke (1), fotofurgler (1), KTM (1), foto-freisinger (1), TU Wien (1), Muik (1)
KTM AG Wilfried Eichlseder
Rektor der Montan­
universität Leoben

„Synthetische und „Für die Zukunft der


alternative Kraftstoffe Elektromobilität braucht
haben ein Potenzial für es einen massiven Zuwachs
die Zukunft unserer nachhaltig erzeugter
Mobilität.“ elektrischer Energie.“
Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Ing. Peter Traupmann
Hermann Hofbauer Geschäftsführer Österrei-
Studiendekan Verfahrens- chische Energieagentur
technik, TU Wien

auto touring extra 10 september 2018


ÖAMTC DOSSIER Mobilität & Klimaschutz

MOBILITAT 2030
FOLGE 2: Was technisch machbar ist und welche Chancen E-Fuels bieten.

Es geht auch anders


E
Braucht es für ine pflicht zum umstieg auf Elektro-Autos? Deutlich höhere
Tarife bei Mineralölsteuer, Nova und motorbezogener Versicherungs-
klimafreundliche steuer? Road Pricing auf dem gesamten Straßennetz? Fahrverbote
Mobilität wirklich für Verbrennungsmotoren in der Stadt? Tempolimits von 30 km/h im
Einschränkungen, Orts­gebiet und 80 km/h auf der Autobahn? Sieht so die Zukunft der Mobi-
lität im Jahr 2030 aus?
Verbote und höhere
Kosten für die
Nutzer? Führende Technologische Evolution nutzen
Fachleute setzen Weniger Treibhausgas-Emissionen lassen sich nicht nur durch Verbote er­
reichen, sondern viel intelligenter durch das Nutzen der technologischen
stattdessen auf Entwicklung. „Viele übersehen die große Dynamik beim Fahrzeugbau und Verbrennungsmotoren
die technologische bei der Weiterentwicklung der Antriebstechnologien“, erläutert öamtc- verbieten? Für Experten
Entwicklung von Direktor Oliver Schmerold. ist das der falsche Weg in
eine klimafreundliche Zu-
Antriebsarten und Bei Verbrennungsmotoren stehen nicht nur weitere umweltfreundliche kunft. Moderne, vielfältige
Verbesserungen durch motorische Maßnahmen auf dem Programm (siehe
Kraftstoffen. Seite 12). Parallel zum reinen Elek­troantrieb leisten Hybrid-Lösungen einen
Antriebe und alternative
Kraftstoffe ermöglichen
wesentlichen Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität. eine emissionsärmere
Im „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ zeigen Österreichs Zukunft der Mobilität.
führende Köpfe zum Thema Mobilität auf, dass eine sinnvolle und mach­
bare „Mobilitätswende“ offen sein muss für alle Technologien, Konzepte
und wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Neue Kraftstoffe
Die wissenschaftliche Analyse zeigt: Die Zukunft der Mobilität wird durch
einen Mix unterschiedlicher Antriebstechnologien geprägt sein. Auch die
Energiequellen, die zur Fortbewegung genutzt werden, werden vielfältiger:
Neben dem Ausbau nachhaltiger Stromquellen und einer nachhaltigen Was-
serstoffproduktion ist hier auf das große Potenzial von sogenannten „alterna-
tiven Kraftstoffen“, also biogenen Kraftstoffen der zweiten und dritten
­Generation und „E-Fuels“, zu verweisen (siehe Seite 16 ).
Notwendig ist auch mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Die Klimafreund-
lichkeit unterschiedlicher Antriebssysteme muss über den gesamten Lebens-
zyklus hinweg beurteilt werden – und nicht nur während des Fahrbetriebs.
Denn über Produktion, Betrieb und Entsorgung betrachtet, hat jede An-
triebsform relevante Treibhausgas-Emissionen.
Umso wichtiger ist die umfassende Analyse der Antriebe der Zukunft,
wie sie der „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ zur Verfügung
stellt. Zukunft kommt nicht vom Verbieten, sondern vom Erforschen und
Verbessern. So bleiben wir auch in Zukunft in Bewegung.

auto touring extra 11 september 2018


Dossier

Was uns in
Verbrennungsmotor:
Immer besser

Zukunft bewegt
Egal, ob Diesel, Benzin oder Erdgas (cng):
Der Verbrennungsmotor hat nach den Be-
funden der Experten aus technologischer
Sicht jedenfalls Zukunft. Durch die Verbren-
nung zündfähiger Kraftstoffgemische setzt er
Neue technologische Entwicklungen bringen spannende und Wärmeenergie unmittelbar in mechanische
Energie um. Das Prinzip bleibt gleich, aber
vielseitige Antriebe. Die Elektrifizierung ist auf dem Vormarsch, der Verbrennungsmotor erfindet sich neu:
aber auch der Verbrennungsmotor hat noch Zukunft. Ein Die Motoren des Jahres 2030 werden sich
wesentlicher Schritt ist die Einführung des 48-Volt-Bordnetzes. von den heutigen modernen Motoren in
­Sachen Emissionen und Effizienz noch ein-
mal deutlich unterscheiden.
Dafür sorgen einerseits motorische Ver-
besserungsmaßnahmen – wie bessere Ventil-
steuerung, Aufladung oder Verdichtung. An-
dererseits werden wir in Zukunft nicht nur
mit Benzin oder Diesel, sondern auch mit
­alternativen Kraftstoffen wie Bio-Kraftstof-
fen und nachhaltig erzeugten synthetischen
Kraftstoffen (siehe Seite 16) unterwegs sein.
cng -Fahrzeuge stoßen nahezu keine
Schadstoffe (Partikel, no x) aus und haben
überdies niedrigere co 2-Werte als Benziner.
Werden sie mit Biogas oder E-Gas („Grünes
Gas“) betrieben, ist die co 2-Bilanz nahezu
null. Sie sind daher auch künftig eine Alter-
native zur E-Mobilität.

Mild-Hybrid-Antrieb: Zarte Impulse


Bei sogenannten Mild-Hybrid-Fahrzeugen springt der Elektromotor dem Verbrenner unter-
stützend bei. Er sorgt damit für etwas mehr Durchzugsvermögen. Mild-Hybride nützen meis-
tens die 48-Volt-Technologie, die effizientere Energienutzung und höheres elektrisches An-
triebspotenzial als die übliche Niedrigspannung von 12 Volt bietet. Der 48v-Startergenerator
startet einerseits den Motor und wirkt andererseits als Dynamo, der Drehenergie in elektrische
Energie umsetzen kann. Bei Bremsvorgängen wandelt er die Bewegungsenergie in elektrische
Energie um, bei Beschleunigungsvorgängen kann er den Verbrennungsmotor unterstützen.

Voll-Hybrid-Antrieb: Bremsen bringt’s!


Bei den so genannten Voll-Hybrid-Fahrzeugen leistet der Elektromotor einen kräftigen Beitrag
zum Vorankommen. Das bedeutet: Das Fahrzeug kommt, zumindest auf kurzen Strecken,
auch allein mit der Kraft des Elektromotors weiter. Der Akku wird durch Bremsenergie-Rück-
gewinnung („Rekuperation“) oder den Antrieb durch den Verbrennungsmotor („Auflasten“)
aufgeladen.

Plug-in-Hybrid: Anstecken, aufladen, abfahren


Der sogenannte Plug-in-Hybrid (phev) ist eine Variante des Voll-Hybrid-Konzepts. Sein Vor-
teil: Der Stromspeicher kann auch via Steckdose geladen werden. Mit der Kapazität des Akkus
steigt die elektrische Reichweite, sodass Plug-in-Fahrzeuge nicht nur kurze, sondern auch län-
gere Distanzen – typischerweise etwa 50 km – ausschließlich mit elektrischem Antrieb zu-
rücklegen können. Dazu braucht man natürlich eine entwickelte Lade-Infrastruktur.

auto touring extra 12 september 2018


Dossier

Radikalmaßnahmen?
Unnötig!
28 Prozent weniger CO2 beim
Pkw – alleine durch Weiterentwicklung
der Antriebe!

Was unabhängige Experten, gestützt auf


Prognosen der Technischen Universitäten
in Wien und Graz, berechnet haben, ist
ein wesentlicher Meilenstein beim Thema
Klimaschutz und Auto. Denn bisher war –
auch ohne fachliche Grundlage – allzu oft
nur von Einschränkungen und Verboten die
Rede. Damit keine Zweifel aufkommen: Ja,
wir brauchen auch weiterhin den Ausbau
und dichtere Takte bei Bahn, Bus und
U-Bahnen. Ebenso wie die Förderung von
E-Mobilität und des Radfahrens sowie
Anreize zur Hebung des Pkw-Besetzungs-
grades. Auch die Schaffung eines Marktes
Brennstoffzelle: Gib (Wasser-)Stoff, Baby! für neue Mobilitäts-Angebote dürfen wir
nicht abblasen.
Bei Brennstoffzellen-Fahrzeugen (fcev, „Fuel Cell Electric Vehicle“) wird die elektrische Ener- Aber klar ist: Mit der natürlichen technolo-
gie aus Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Das Fahrzeug hat einen Wasserstoff-Tank, der Sau- gischen Evolution und den beschriebenen
erstoff kommt aus der Luft. Die Energie entsteht durch eine elektrochemische Reaktion in der Begleitmaßnahmen ist das CO2-Einspa-
Brennstoffzelle und wird durch den Elektromotor direkt in Bewegung umgewandelt oder in rungsziel von 36 Prozent beim Pkw bis
einer Batterie zwischengespeichert. Der große Vorteil dieses Antriebs: Im Vergleich zum batte- 2030 in greifbarer Nähe. Und wenn wir
rieelektrischen Fahrzeug läuft der Tankvorgang mit Wasserstoff wesentlich schneller ab. endlich die vollen Potenziale von Bio- und
Er ist ähnlich kurz wie bei Benzin- und Dieselfahrzeugen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die E-Kraftstoffen nutzen, können wir die Kli-
Reichweite der Fahrzeuge hoch ist. Derzeit steckt dieser Antrieb aber noch in den Startlöchern. maziele beim Pkw sogar übertreffen! Den-
noch wird es bald Kritik geben. „Es müssen
harte Maßnahmen her“, wird es heißen.
„Nur Steuererhöhungen, Road Pricing und
City-Mauten können Abhilfe schaffen.“
Batterieelektrisches Fahrzeug: Auch Fahrverbote, strengere Tempolimits
Lautlos durch die Stadt oder die Abschaffung der großen Pendler-
pauschale werden gefordert werden.
Ein batterieelektrisches Fahrzeug (bev) wird von einem Dann wird offensichtlich: Wer diese Forde-
oder mehreren Elektromotoren angetrieben. Die Spei- rungen erhebt, dem geht es eigentlich nicht
cherung der elektrischen Energie erfolgt in einer Batte- um den Schutz unseres Klimas. Der will
rie. Für dieses Antriebskonzept ist es unverzichtbar, Verkehrspolitik gegen das Auto machen.
dass ausreichend Lade-In­ frastruktur vorhanden ist,
und auch, dass die Batterie eine zufriedenstellende
Reichweite zur Verfügung stellen kann. Für Exper-
ten sind batterieelektrische Fahrzeuge
künftig vor allem in Städten ein
Thema.
Renault (1), Toyota (1), Hyundai (1)

Bernhard Wiesinger,
Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung

auto touring extra 13 september 2018


Dossier

Klimaschutz durch
technische Evolution
Für den „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“
zeigen führende Fachleute auf, wie unsere Fahrzeug-Flotte künftig aussehen wird –
und was das für unser Klima bedeutet.

W
ird auf österreichs strassen im Jahr 2030 alles FCEV - Wasserstoff
so sein wie heute? Oder bringt die technologische Ent- BEV - Strom
PHEV - Diesel
wicklung eine ganz andere Zusammensetzung der Fahr-
PHEV - Benzin
zeug-Flotte? Und was bedeutet das fürs Klima? Der öamtc wollte es
HEV - Diesel
für seinen „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ genau HEV - Benzin
wissen und lud Österreichs führende Fahrzeugtechnik-Wissenschafter VKM - Diesel
ein, ihre Prognose über die künftige Antriebs-Szene vorzulegen: Univ.- VKM - Benzin *
Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts
*) Erdgas (CNG) und
für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik (ifa) an der tu Wien, Flüssiggas (LPG)
und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Helmut Eichlseder, Leiter des können wegen der
Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik technologischen
(ivt) an der tu Graz, lieferten mit ihren Teams eine umfassende Un- Ähnlichkeit der
tersuchung – mit bemerkenswerten Erkenntnissen. Die wichtigsten Antriebe beim
Benzinmotor mitbe-
Ergebnisse auf einen Blick: rücksichtigt werden.

—— Alleine durch die technologische Entwicklung wird bereits bis


zum Jahr 2025 der Anteil an Hybridfahrzeugen bei Neuzulassungen
stark steigen – auf 45 Prozent. 2030 werden sie den überwiegenden
Teil der Antriebe bilden, so die Wissenschafter: 51 %. Ein wesentlicher
Grund dafür ist die breite Anwendung der 48-Volt-Technologie, die
eine höhere Bordversorgung als die übliche Niedrigspannung von
12 Volt bietet. Die 48-Volt-Technologie wird 2030 auch in kleineren
Fahrzeugklassen kostenverträglich verfügbar sein, so die Prognose der
Experten. Die meisten dieser Fahrzeuge werden sogenannte Mild-­
Hybrid-Fahrzeuge sein (siehe Seite i2).

—— Der Neuzulassungs-Anteil an Voll-Hybrid-Fahrzeugen wird


jedoch vergleichsweise gering sein. Für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge
(siehe Seite i2) gehen die Wissenschafter von einem Anteil von 20 %
im Jahr 2030 aus. „Diese Fahrzeuge werden vor allem in den größeren
Fahrzeugklassen ein fixes Angebot im Technologiesegment bilden“,
sind sich Eichlseder und Geringer einig.

—— Aufwärts geht es auch mit batterieelektrischen Fahrzeugen


(bev). Sie werden 2030 ein Viertel der Neuzulassungen ausmachen –
und uns in kleiner Stückzahl als suv oder prestigeträchtiges Hoch­
leistungsfahrzeug begegnen. Deutlich stärker werden sie jedoch als
Kleinautos in der Stadt sichtbar sein, sofern es dort eine ausreichende
Lade-Infrastruktur geben wird. Ein wichtiger Faktor für die Zukunft

auto touring extra 14 september 2018


Dossier

dieser Fahrzeuge ist die Entwicklung neuer


Neuzulassungen nach Antriebsart Batterien – allen voran die Lithium-Feststoff-
Batterie.
350.000 Und natürlich ist für die Experten klar:
Sinn ergeben batteriebetriebene Fahrzeuge
serstoff aus Sicht des Klimaschutzes nur dann, wenn
m der Strom dafür aus erneuerbaren Energie-
300.000
el
quellen stammt. Sonst ist es fürs Klima ein
zin
el
Verlustgeschäft.
n 250.000
el —— Zurückhaltend fällt die wissenschaftli-
in che Prognose für die Brennstoffzellen-Fahr-
200.000 zeuge aus. Trotz ihrer großen Potenziale, so
die Wissenschafter, werden diese vor allem
aus Kosten- und Infrastrukturgründen wei-
150.000 terhin einen geringen Anteil an den neu zu-
gelassenen Pkw ausmachen. Größere Chan-
cen für den Brennstoffzellenantrieb sehen
100.000
Eichlseder und Geringer im Langstrecken-
und Güterverkehr.
50.000
—— Klares Ergebnis ihrer Untersuchungen:
Der Verbrennungsmotor wird auch bis
2030 zentraler Antrieb für unsere Fahrzeuge
0
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
sein. Die Wissenschafter prognostizieren,
dass dann noch bei 72 % der neu zugelasse-
nen Fahrzeuge ein Verbrennungsmotor im
Entwicklung der Neuzulassungen bis 2030: Künftig werden mehrheitlich Hybrid-
Autos auf unseren Straßen unterwegs sein. Der Verbrennungsmotor bleibt auch Einsatz sein wird – in Plug-in-Hybriden,
für sie unverzichtbar. ­Hybriden und als alleiniger Antrieb.
Für Langstrecken- und Vielfahrer wird
2030 nach wie vor der Dieselmotor – zu-
meist in einem Voll- oder Plug-in-Hybrid-
Fahrzeug – mit einem Neuzulassungs-Anteil
von etwa 25 % ein wesentlicher Antrieb sein
Pkw-CO2-Emissionen nach Technologie und vorwiegend in Mittel- und Oberklasse-
fahrzeugen zum Einsatz kommen.
9.000
8.452 - 28%
8.000 Technologische
7.000
Entwicklung reduziert CO2
6.084 um 28 Prozent
6.000
Für das Klima bringen der technologische
5.000
Wandel und die geänderte Zusammenset-
in kt

4.000
zung der Auto-Flotte des Jahres 2030 gute
Nachrichten: Die co 2-Emissionen sinken
3.000 um beachtliche 28 Prozent. Das co 2-Ein-
sparungsziel beim Pkw rückt damit in greif-
2.000
bare Nähe (siehe Kommentar Seite i3).
Nützt Österreich das Potenzial der alter-
1.000
nativen Kraftstoffe (siehe Seite 16) für Ver-
0 brennungsmotoren, lassen sich weitere co 2-
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Reduktionen erzielen. Das wäre der beste
Weg in die Zukunft für Österreichs Auto­
Grafiken: ÖAMTC

fahrer: Sie könnten ohne hohe Umstiegskos-


Die technologische Entwicklung macht’s möglich: Die CO2-Emissionen
unserer Fahrzeugflotte werden bis 2030 um beachtliche 28 % sinken. Das
ten weiter eine bewährte Antriebstechnolo-
Einsparungsziel von 36 % rückt damit in greifbare Nähe. Die Einsparungs­ gie (den Verbrennungsmotor) nutzen – und
potenziale alternativer Kraftstoffe sind da noch gar nicht berücksichtigt. der co 2-Ausstoß sinkt trotzdem massiv.

auto touring extra 15 september 2018


Dossier

Alternativen im Tank
Für immer mehr Experten sind sie der Schlüssel für individuelle Mobilität
und Klimaschutz: Alternative Kraftstoffe und „E-Fuels“ können einen
entscheidenden Beitrag zur Senkung von co2-Emissionen leisten.
auto touring sprach dazu mit einem der Top-Experten, univ.-prof.
dr. hermann hofbauer von der Technischen Universität Wien.

—— Herr Professor, welche Vorteile haben Technolog. Evolution


alternative Kraftstoffe bzw. „E-Fuels“? Konservativ & technolog. Evolution
hermann hofbauer: Sie können einen Ambitioniert & technolog. Evolution

wesentlichen Beitrag zur co 2-Reduktion bei Visionär & technolog. Evolution

konsumentenfreundlicher Weiternutzung
des Verbrennungsmotors leisten. Wir haben
für den „Expertenbericht Mobilität & Kli-
maschutz 2030“ des öamtc eine Potenzial-
abschätzung dieser Kraftstoffe bis 2030 vor-
genommen, die zeigt, dass mit E-Fuels in
Zukunft einiges möglich ist.

—— Was haben Ihre Berechnungen ergeben?


Wir haben ermittelt, welcher Anteil fossiler
Kraftstoffe im Pkw-Bereich in den Jahren
2017 bis 2030 durch alternative Kraftstoffe
Kraftstoff-Experte Univ.-Prof. Dr.
Hermann Hofbauer von der TU Wien: ersetzt werden kann. In einer konservativen
„Alternative Kraftstoffe sind eine attraktive Variante lassen sich damit, zusätzlich zu den
Perspektive für die Zukunft der Mobilität.“ co 2-Einsparungen durch die technologische
Entwicklung, 482 Kilotonnen co 2-Äquiva-
lent einsparen, was einer gesamten co 2-Re-
duktion gegenüber 2017 von rund 34 %
entsprechen würde. In einer ambitionierte-
ren Variante könnten durch alternative
Kraftstoffe weitere 2.670 kt co 2-Äquivalent
eingespart werden, was zusammen mit der
prognostizierten Bestandsentwicklung einer
Reduktion gegenüber 2017 von rund 60 %

Prognos-Studie: Benzin und Diesel bis 2050 fast klimaneutral


Kräftigen Rückenwind für E-Fuels liefert auch eine Studie der scher. Man müsse jedoch umgehend damit beginnen, entsprechende
deutschen Prognos AG gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aufzubauen. Die Studie
Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) sowie dem betont auch den großen Vorteil von E-Fuels: Die Infrastruktur aus
Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) im Auftrag der Pipelines, Tanklagern, Heizöltanks, Tankstellen und die bestehende
deutschen Mineralölwirtschaft (Status und Perspektiven flüssiger Flotte könnten weiter genutzt werden. Aus heutiger Sicht könnten die
Energieträger in der Energiewende, 2018). Die Umstellung von Treib- synthetischen Kraftstoffe zu Kosten zwischen 70 Cent und 1,30 Euro
und Kraftstoffen auf erneuerbare Energie ist zu vertretbaren Kosten je Liter erzeugt werden. „Voraussetzung ist ein großindustrieller Ein-
und wettbewerbsfähigen Preisen bis 2050 möglich, zeigen die For- stieg in die Technologie“, so Experte Jens Hobohm von Prognos.

auto touring extra 16 september 2018


Dossier

CO2-Einsparungspotenzial durch alternative Kraftstoffe Von Biosprit bis E-Fuels


9.000 Die Experten unterscheiden zwischen
verschiedenen alternativen Kraftstoffen:
8.000
Technologische Evolution
7.000 -34%
6.000
kt CO2 -Äq.

5.000
-60%
4.000

3.000

2.000 -89%
1.000

0
Jahr 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 ■■ Bio-Kraftstoffe der ersten Generation
Technolog.Einsatz Konservativ & technolog.
Evolution von alternativen Ambitioniert &im
Evolutionim Pkw-Bereich
Kraftstoffen technolog. 2017 bisVisionär
Evolution
Zeitraum 2030& technolog. Evolution (conventional biofuels) sind aus landwirt-
nach Varianten: Zusätzlich zu Einsparungen durch die technologische Entwicklung bei schaftlichen Roh- oder Reststoffen (Zu-
Antrieben können E-Fuels je nach Umsetzung weitere CO2-Reduktionen bringen.
cker, Stärke, Raps, Sonnenblumen etc.)
hergestellte Bio-Kraftstoffe, etwa Bio-
entsprechen würde. Und in einer visionären biogenen Brennstoffen basieren, sind einer- ethanol oder Biodiesel. Diese Kraftstoffe
Variante können, neben den Einsparungspo- seits sehr stark von den Kosten dieser bioge- werden bereits jetzt zu 5 Volumsprozent
tenzialen der technologischen Entwicklung, nen Brennstoffe und andererseits von der (Bioethanol) und 7 Volumsprozent (Bio-
zusätzlich 5.175 kt co 2-Äquivalent einge- Komplexität der Prozesskette abhängig. diesel) beigemischt.
spart werden. Das entspräche einer Gesamt- Die Produktionskosten für alternative ■■ Bio-Kraftstoffe der zweiten und dritten
Reduktion gegenüber 2017 von rund 89 %. Kraftstoffe liegen in der Regel über den Generation (advanced biofuels) sind aus
­Netto-Kosten der derzeit im Verkauf befind­ ligno-zellulosen Materialien – das sind
—— Wie kommt die Forschung voran, um lichen Kraftstoffe. Es ist daher sinnvoll und z.B. Holz- und Pflanzenabfälle – herge-
diese Einsparungseffekte für das Klima nützen legitim, entsprechende steuerliche Begünsti- stellte Bio-Kraftstoffe, die im Gegensatz
zu können? gungen zu setzen… zur ersten Generation nicht in Konkurrenz
Derzeit leider nur sehr zögerlich. Von 2005 zu Lebens- bzw. Futtermitteln stehen.
bis 2015 waren die Bedingungen sehr gut, es —— …wie es sie ja schon gegeben hat. Dabei handelt es sich um über Syn-
wurden Forschungsaktivitäten zur Bio-Kraft- Genau, bei der Einführung der Bio-Bei­ thesen hergestellten Kraftstoffe (z.B.
stoff-Herstellung gefördert und auch erhebli- mischung im Jahr 2005 für Bio-Diesel und Fischer-Tropsch-Kraftstoffe, gemischte
che Fortschritte erzielt. So wurden die 2007 für Bio-Ethanol. Mit solchen Anreizen Alkohole, Synthetic Natural Gas/SNG),
Grundlagen für die Bio-Kraftstoff-Herstel- lassen sich die alternativen Kraftstoffe ver- Bioethanol aus ligno-zellulosen Materiali-
lung der zweiten und dritten Generation ent- mehrt einsetzen, ohne dabei die Konsumen- en und hydrierte Pflanzenöle (HVO).
wickelt, die nicht mehr in Konkurrenz zu ten finanziell zu belasten. Bio-Kraftstoffe der dritten Generation
­Lebensmitteln oder Futtermitteln stehen. sind Bio-Kraftstoffe, die z.B. aus Algen
Hier ist Österreich bei einigen Technolo­ —— Was ist Ihre Zukunftserwartung? hergestellt werden.
gien, wie zum Beispiel der Herstellung von Alternative Kraftstoffe sind eine attraktive ■■ E-Fuels sind Kraftstoffe, bei denen mit-
synthetischen Kraftstoffen, weltweit mit Perspektive für die Zukunft der Mobilität. Sie tels Strom durch Elektrolyse aus Wasser
feder­führend. Nun wäre der nächste Schritt ermöglichen den Konsumenten einerseits die zunächst Wasserstoff und durch Syn-
zu machen, diese Erkenntnisse und dieses weitere Nutzung von Verbrennungsmotoren these mit CO2 „Grünes Gas“ hergestellt
Wissen in Pilot- und Demonstrationsanlagen und bieten andererseits trotzdem erhebliche werden (Power-to-Gas oder Power-to-
umzusetzen und anschließend die ersten in- Einsparungs-Chancen bei den co 2-Emissio- Liquid). Wenn der Strom aus erneuer-
Helmut Eckler, (1), BP (1) Grafik: ÖAMTC

dustriellen Anlagen zu realisieren. Hier stockt nen. Das ist eine echte Win-win-Situation. baren Energieträgern stammt und das
es allerdings in Österreich zurzeit. Pilot- und CO2 der Atmosphäre entnommen wird
Demo-Anlagen mit österreichischem Know- —— Was soll die Politik jetzt tun? bzw. aus Biomasse stammt, lassen sich
how wurden allerdings schon in Schweden, Damit wir die Potenziale alternativer Kraft- Verbrennungsmotoren damit klimaneutral
Japan und den usa errichtet. stoffe nützen können, sind neben den ange- betreiben.
sprochenen steuerlichen Anreizen gezielte In-
—— Wer zahlt die Mehrkosten, die durch vestitionen in die Forschung notwendig.
E-Fuels entstehen können? ­Diese Forschung zahlt sich für Klima und
Die Kosten der Bio-Kraftstoffe, die auf festen Konsumenten aus.

auto touring extra 17 september 2018


Dossier

Die Experten
für Österreichs Mobilität
Für den „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ bat der öamtc
Österreichs führende Persönlichkeiten in den Bereichen Antriebstechnologien,
Automobiltechnik und Energieforschung um ihre Beiträge.
Hier stellen wir einige von ihnen vor.

„Im Jahr 2030 werden wir „Für den Staat bringt


bei den Neuzulassungen ein Aus für den
eine ganz andere Verbrennungsmotor
Zusammen­setzung bei 2030 ohne steuerliche
den Antriebstechnologien Anpassungen um
sehen als heute.“ 36 Prozent weniger
Univ.-Prof. Dipl.-Ing.
Dr. techn.
Dr. Christian Helmenstein
Leiter Economica Institut für
Einnahmen aus
Helmut Eichlseder Wirtschaftsforschung verkehrsabhängigen
Vorstand Institut für Ver-
brennungskraftmaschinen
Steuern und Abgaben.“
und Thermodynamik,
TU Graz

Helmut Lunghammer (1), Karl Michalski (1), Peter Riedler (1), Gerry Mayer-Rohrmoser (1), Klaus Ranger (1), Andrea Leindl (1)
„Für den Automotiv- „Eine ,Total Cost of
Sektor in Österreich stellt Ownership‘-Analyse
die Mobilitätswende für den VW Golf zeigt
hinsichtlich Standort aus Nutzerperspektive
und Arbeitsplätze eine Annäherung der
eine erhebliche Kosten für Diesel- und
Herausforderung dar.“ Dipl.-Ing. Martin Novak Elektro-Version.“
Wolfgang Vlasaty Country Manager
Geschäftsführer ACstyria Eurotax Österreich

„Die Pkw-Antriebe werden „Durch die Annahmen im


sich in den nächsten Szenario ,Technologische
zehn Jahren sehr vielfältig Evolution‘ kommt es bis
darstellen. Neben einem 2030 in der Pkw-Flotte
weiter stark steigenden zu einer CO2-Reduktion
Anteil an rein elektrischen von 28 Prozent.“
Pkw werden wir zahlreiche DI Dr. Werner Tober
Gesamt­fahrzeuganalyse,
Dipl.-Ing. Günter Pauritsch
Leiter Center Energie-
Varianten elektrifizierter Institut für Fahrzeugantriebe wirtschaft, Infrastruktur und
Otto- und Diesel-Pkw und Automobilktechnik,
TU Wien
Energiepartnerschaften,
Österreichische
vorfinden.“ Energieagentur

auto touring extra 18 september 2018


ÖAMTC DOSSIER Mobilität & Klimaschutz

MOBILITAT 2030
FOLGE 3: Wen es treffen wird, wie viel es kosten wird.

Mobilität
muss leistbar bleiben
C
Experten haben itymaut, road pricing auf allen strassen, Erhöhung
der Mineralöl- und der Kfz-Steuern, Senkung des Pendlerpauschales:
aufgezeigt: Derartige Ideen schwirren schon lange in der politischen Debatte
Klimafreundliche ­herum. Ging es bisher meist darum, noch mehr Geld von Autofahrern für
und leistbare den Staatshaushalt zu lukrieren, ist das Motiv nun offiziell ein anderes: Zum
Schutz des Klimas soll Autofahren verteuert werden. Damit den Menschen
Mobilität sind gar nichts anderes übrig bleibt, als darauf zu verzichten.
kein Widerspruch, In den nächsten Wochen will die Regierung entscheiden, welche Maß-
wenn wir den nahmen zur Reduktion der co2-Emissionen im Verkehrsbereich tatsächlich
technologischen gesetzt werden sollen.
Fortschritt richtig
nützen. Was Neue Wege statt alte Hüte
derzeit zum Thema Im „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ haben Österreichs
„Klimaschutz & führende Mobilitätsexperten deutlich gemacht, dass es bei der weiteren
Verkehr“ diskutiert co2-Reduktion im Verkehr in erster Linie um die technologische Weiterent-
wicklung gehen sollte. Allein die Weiterführung der bisherigen technischen
wird, ist oft die Entwicklung bringt uns bis 2030 eine co2-Reduktion beim Verkehr um
Neuauflage alter 28 Prozent. Gemeinsam mit sinnvollen Anreizen für einen höheren Pkw-
Belastungs-Ideen Besetzungsgrad und innovativen Mobilitäts-Dienstleistungen kommt damit
das co2-Einsparungsziel von 36 Prozent, zu dem Österreich sich internatio-
für Autofahrer. nal verpflichtet hat, in greifbare Nähe.
Zusätzliche massive co2-Einsparungspotenziale lässt der Einsatz alter­
nativer, nachhaltig erzeugter Kraftstoffe (z.B. Biokraftstoffe, „E-Fuels“) er-
warten. Ihr großer Vorteil: Wir können sowohl bisherige Fahrzeuge als auch
die Tank­infrastruktur nutzen – und sind nicht von massiven Umstellungs-
kosten betroffen. Würde man hingegen die Konsumenten auf den Umstieg
auf andere Antriebe zwingen, würde diese „Mobilitätswende“ 16 Milliarden
Euro Mehrkosten verursachen.
Vor diesem Hintergrund zeigt die dritte Ausgabe unseres Dossiers
­„Mobilität & Klimaschutz“ auf, welche Konsequenzen zusätzliche Belastun-
gen und eine erzwungene Umstellung für Österreichs Bevölkerung und den
Wirtschaftsstandort wirklich hätten. n

auto touring extra 19 september 2018


Dossier

Was alles auf uns


zukommen könnte
Unter dem Titel „Klimaschutz“ werden derzeit unterschiedliche Ideen diskutiert,
um Autofahren teurer und unattraktiver zu machen. Entschieden ist noch nichts, doch
schon im Herbst könnten manche dieser Maßnahmen beschlossen werden.

„Road Pricing“ für Pkw Reality-Check hält diese These aber nicht stand: Pkw-Fahrten
auf allen Straßen erfolgen nicht zum Spaß – und in vielen Regionen Österreichs
gibt es keine echten öffentlichen Verkehrsalternativen. Außer-
Laut eu-Kommission sollen alle Länder ab 2026 pro gefah­ dem würde eine höhere Mineralöl-Steuer den Tanktourismus
renem Kilometer Autobahn-Maut kassieren. Unsere Vignette zum Erliegen bringen. Der Finanzminister müsste sich andere
wäre dann Geschichte. Einnahmequellen überlegen.
Studien zeigen, dass sich eine kilometerabhängige Bemau- Schon deshalb ist die Hoffnung, dass zum Ausgleich einer
tung erst ab 5 Cent pro Kilometer rechnet. Um den durch höheren Mineralölsteuer die motorbezogene Versicherungs-
„Road Pricing“ entstehenden Ausweichverkehr zu bekämpfen, steuer oder die Nova gesenkt werden könnten, illusorisch.
wollen die Befürworter in Österreich die Mautpflicht gleich auf
das gesamte Straßennetz ausdehnen.
„Ökologisierung“ des Pendlerpauschales
Wer weit zum Arbeitsplatz fahren muss, erhält dafür mit dem
Fahrverbote in Landes­hauptstädten Absetzbetrag des „kleinen“ oder „großen“ Pendlerpauschales
Nicht nur in Wien, sondern auch in den Landeshauptstädten eine Abgeltung. Sie soll künftig „ökologisiert“ werden.
könnte die Einfahrt für Diesel und Benziner verboten werden. Das heißt konkret: Das große Pendlerpauschale, das aus­
Als Begründung dafür wird das „Weißbuch Verkehr“ der eu- bezahlt wird, wenn man mit Öffis mehr als eine Stunde pro
Kommission herangezogen. Dieses enthält aber lediglich die Wegstrecke unterwegs wäre und darüber hinaus weitere Rah-
unverbindliche Empfehlung eines künftig vollständigen Ver- menbedingungen erfüllt, soll gestrichen werden, weil es einen
zichts auf „mit konventionellem Kraftstoff betriebene Pkw“ im Anreiz zur Pkw-Nutzung und Zersiedelung darstelle.
Stadtverkehr. Das wifo will gar jegliche Pendler-Unterstützung als „um-
Die sozialen Folgen wären enorm: Wer auf das Auto ange- weltschädliche Subvention“ abschaffen. Wo Menschen in
wiesen ist und sich einen raschen Umstieg auf teure E-Autos strukturschwachen Gebieten Arbeit finden sollen, sagen die
nicht leisten kann, muss draußen bleiben. Experten leider nicht.

City-Maut in Landeshauptstädten Senkung der Tempolimits für Pkw


Erst jüngst hat die Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou Statt 130 km/h auf Autobahnen, 100 auf Landstraßen und
eine City-Maut bereits ab der Stadtgrenze zur „Pendler-Ab- 50 im Ortsgebiet sollen die Tempolimits künftig 100, 80 und
wehr“ vorgeschlagen. Wegen immenser Kosten für die Über­ 30 km/h betragen. Befürworter sehen darin eine „weiche Maß-
wachung ist diese Idee wenig realistisch. Trotzdem regt das Um- nahme“, weil Autos ja immer noch fahren dürften – und man
weltbundesamt ähnliche Konzepte auch für andere Innenstädte pro Weg lediglich „ein bisschen länger“ braucht.
an. Betroffen wären all jene, die in den Stadtzentren arbeiten, Abgesehen davon, dass Tempo 30 im Ortsgebiet laut Stu­
sich dort aber keine Wohnung leisten können. Kurz gesagt: dien nicht niedrigere, sondern höhere Abgas-Emissionen
eine Zusatzsteuer für Geringverdienende. bringt, ist klar: Langsamer fahren kostet einfach mehr Zeit.
Wenn etwa ein Pkw-Pendler mit 35 Kilometer Anfahrt zum
Arbeitsplatz durch niedri­ gere Geschwindigkeitsbeschränkun-
Höhere Mineralölsteuer gen fünf Minuten pro Wegstrecke verliert, sitzt er über ein
Eine Erhöhung der Mineralölsteuer bringt weniger Pkw-Ver- ­Arbeitsjahr gerechnet fast eine ganze Arbeitswoche (37,5 Stun-
kehr und damit weniger Treibhausgase – so die Theorie. Einem den) mehr im Auto. n

auto touring extra 20 september 2018


Dossier

Um 7 Uhr früh muss ich


zum Bäcker, Semmeln für
die Gäste holen. Um 8 zum
Irmi und Tom Kindergarten. Mittags die
Pursch führen einen
Ferienhof im Pinz-
Kinder wieder abholen. Von
gau, hoch am Berg den Fahrten meines Mannes
bei Bruck an der
Glocknerstraße.
rede ich noch gar nicht.
Tom arbeitet in Steigende Benzinpreise tun
Hallein und pendelt
täglich 75 Kilometer uns richtig weh.
hin und zurück. Das Irmi Pursch, Salzburg
Ehepaar hat drei
Kinder, Nummer
vier ist unterwegs.
Ohne zwei Autos
wäre die Familie
aufgeschmissen.

In der Früh geht’s ja, da


brauche ich eine Stunde.
Christian Leeb und
seine Frau pendeln Abends doppelt so lang.
zu verschiedenen
Uhrzeiten von
Die Politik soll erst die
­Eisenstadt nach öffentlichen Verkehrsmittel
Wien – er mit dem
Bus, sie mit dem
ausbauen, bevor sie verlangt,
Auto. Christian dass die Leute umsteigen.
betreut oft bis spät-
Christian Leeb, Burgenland
abends Studenten
auf der Uni Wien,
der letzte Eilkurs
der Busverbindung
nach Eisenstadt
fährt aber schon um
18 Uhr. Danach gibt
es nur Busse, die
in jeder Ortschaft
anhalten.

An Tagen, an denen ich


Frühschicht habe, geht um
diese Zeit noch kein Bus.
Ich habe 27 Kilometer zur
Gerald Glanznig ist
Schichtarbeiter, Arbeit, die fahre ich auf der
der täglich von
Pörtschach am
Autobahn. Road Pricing statt
Wörthersee nach der Vignette wäre für mich
Villach pendelt.
Seine Schichten
eine Katastrophe.
beginnen entweder Gerald Glanznig, Kärnten
um 6 Uhr, um
14 Uhr oder um
Heinz Henninger (3)

22 Uhr, dadurch
kommen öffentliche
Verkehrsmittel an
den meisten Tagen
nicht in Betracht.

auto touring extra 21 september 2018


Dossier

Wen trifft’s?
Neue Belastungen für Autofahrer und hohe Umstiegskosten auf E-Mobilität würden
vor allem Familien, Menschen am Land und sozial Schwächere treffen.
Die wichtigsten Fragen & Antworten zu den Auswirkungen einer politisch motivierten
Verteuerung des Verkehrs.

Was zahlen die Autofahrer Wen treffen die Wer ist auf einen Pkw
heute an Steuern und Maßnahmen besonders? besonders angewiesen?
Abgaben?
Die Leidtragenden sind vor allem sozial Vor allem für Menschen, die am Land leben,
Der gesamte Straßenverkehr liefert bereits schwächere Mobilitätsteilnehmer. Sie kön- und für Familien ist der eigene Pkw unver-
heute mehr als 14 Milliarden Euro pro Jahr nen sich einen Wechsel zu teuren alternati- zichtbar. Die Daten im „Expertenbericht
an Steuern, Abgaben und Mauten an den ven Antriebsarten (z.B. Elektro-Auto) nicht Mobilität & Klimaschutz 2030“ liefern dazu
Fiskus ab. Die größten Brocken: die Mine- leisten. Der „Expertenbericht Mobilität & eindeutige Befunde:
ralölsteuer mit rund 4,2 Mrd., die Mehr- Klimaschutz 2030“ zeigt: Personen mit —— Je kleiner der Wohnort, desto stärker
wertsteuer auf Kraftstoffe, Neuwagenkäufe ­einem geringeren Einkommen erwerben zu ist man für die täglichen Wege vom Pkw ab-
und Reparaturen mit ca. 4,3 Mrd., die rund 52 Prozent ihren Pkw als Gebraucht- hängig – und desto seltener stehen öffentli-
­motorbezogene Versicherungssteuer mit 2,4 wagen. Fast ein Drittel der Autofahrer aus che Verkehrsmittel zur Verfügung. In Orten
Mrd. und Mauten und Vignetten mit 2,1 niedrigeren sozialen Schichten planen, ihren unter 5.000 Einwohnern ist für fast 60 Pro-
Mrd. Euro. Pkw „fertig zu fahren“. Autofahrer mit gerin- zent der Menschen ein Leben ohne Pkw
Der Straßenverkehr kommt damit nicht gem Einkommen bzw. aus einfachen sozia- nicht möglich.
nur selbst für die nötige Infrastruktur auf. len Schichten fahren tendenziell ältere Pkw —— Personen, die in einem Haushalt mit
Deren Bau und Erhaltung kosten pro Jahr in niedrigen Euro-Abgasklassen. Und 14 Kindern leben, haben zu 89 Prozent zumin-
rund 4 Milliarden. Er liefert zusätzlich einen Prozent der Geringverdiener können sich dest einen Pkw im Haushalt. Bei den allein
erheblichen Beitrag für die Finanz-Haushalte überhaupt keinen Austausch ihres Fahrzeu- lebenden Männern sind es nur 63 Prozent,
von Bund, Ländern und Gemeinden. Die ges leisten. bei den allein lebenden Frauen sogar nur
Autofahrer subventionieren damit andere 55  Prozent. Wer Kinder hat, kommt ohne
Bereiche kräftig mit. Pkw kaum weiter – und würde dafür mit
höheren Kosten noch zusätzlich belastet. n

Gibt es öffentliche Verkehrsmittel als zumutbare Alternative?


Zwei Drittel der
Österreicher leben
im ländlichen Raum.
Sie würden beson-
ders unter einer
Verteuerung des
Individualverkehrs
leiden. Öffi-Alter-
nativen gibt es für
viele erst gar nicht.

Welchen Pkw-Anschaffungspreis können Sie finanziell verkraften?

auto touring extra 22 september 2018


Dossier

Die Fahrt zur Arbeit kostet


viel Zeit, 50 Minuten pro
Strecke, wenn’s gut geht. Bei
noch schärferen Tempolimits
wird’s mühsam, die Lkw
fahren ja alle schon 90 km/h.
Pero Stokic wohnt Pero Stokic, Kärnten
in Klagenfurt. Er
arbeitet von 6 bis
16 Uhr in einer
Papierfabrik in
Frantschach und
fährt mit seinem
Fiat Doblò dorthin.
Öffentliche Ver-
kehrsmittel stehen
um diese Zeit nicht
zur Verfügung.

Mich ärgert, dass wir die


Fehler und Versäumnisse der
Politik ausbaden müssen. Da
Auch Alfred Gruber
laufen Planungen jahrelang
ist Pendler. Er schief und am Ende wird die
wohnt in Perg in
Oberösterreich und
finanzielle Keule gegen die
arbeitet bei einem Autofahrer geschwungen.
Unternehmen für
Alfred Gruber, Oberösterreich
Feuerwehr-Ausrüs-
tung in Leonding bei
Linz. Die schwierige
Verkehrssitua­
tion rund um Linz
bedeutet für ihn zu-
sätzliche Erschwer-
nis. Auch Grubers
Frau muss pendeln,
sie arbeitet in Linz.

Ich würde gern öffentlich


fahren, aber es geht nicht.
Wenn kilometerabhängiges
Road Pricing käme, wär’ das
ein echtes Problem für mich.
Günter Hofmann, Tirol

Günter Hofmann
Heinz Henninger (3), Grafiken: ÖAMTC

ist Fahrschullehrer
in Tirol. Von seiner
Wohnung in Zirl zur
Fahrschule in Imst
braucht er 20 Minu-
ten mit dem Auto,
mit öffentlichen Ver-
kehrsmitteln wäre
er zwei Stunden
unterwegs.

auto touring extra 23 september 2018


Dossier

Staat & Standort


zahlen drauf
Welche Konsequenzen hat eine Verteuerung der Mobilität für Einkommen und
Beschäftigung in Österreich? Der Ökonom christian helmenstein vom
Economica Institut für Wirtschaftsforschung hat dies wissenschaftlich untersucht.

Christian Helmen-
stein vom Economi-
ca Institut für Wirt-
—— Herr Dr. Helmenstein, Sie haben mit —— Das freut den Finanzminister wohl... schaftsforschung
Ihrem Forschungsteam die wirtschaftlichen ... sicher nicht. Denn nach unseren Berech- hat berechnet,
Konsequenzen einer politisch gewollten „Mo- nungen verursacht eine solche „Mobilitäts- was eine politisch
intendierte „Mobili-
bilitätswende 2030“ analysiert. Wie lautet wende“ ohne Gegenfinanzierung bis zum tätswende“ kosten
Ihr Befund? Jahr 2030 Einnahmenverluste aus verkehrs- würde. Nicht nur für
helmenstein: Wir haben in unserer Stu- abhängigen Steuern und Abgaben von rund die Autofahrer, auch
die die Auswirkungen einer forcierten „Mobi- 36 Prozent im Vergleich zu 2017. für den Standort
litätswende“ auf die Gesamtwirtschaft ebenso Kumuliert man die jährlichen Steuerrück- Österreich würde
dies teuer werden.
wie auf die privaten Haushalte und den gänge über den gesamten Betrachtungszeit-
­Fiskus untersucht. In jedem dieser Bereiche raum, ergeben sich Mindereinnahmen von
gibt es unterschiedliche Erkenntnisse, aber 7,3 Milliarden Euro.
der Gesamtbefund ist klar: Eine staatliche In- Wenn alternative Antriebe das Bild prä-
tervention verursacht aus ökonomischer Pers- gen, sinkt das Aufkommen aus motorbezo­
pektive zusätzliche Belastungen für Konsu- gener Versicherungs- und Mineralölsteuer
mentinnen und Konsumenten und geht zu- substanziell, jenes der Nova konvergiert
gleich mit geringeren Einnahmen für den schließlich gegen null. Das Ergebnis wäre
Staat einher. eine beachtliche Budgetlücke.

auto touring extra 24 september 2018


Dossier

—— Das heißt, die Republik müsste neue der natürlichen Marktentwicklung mit ohne-
Steuern erfinden, um dieses Loch zu stopfen? dies steigenden Belastungen der Fall wäre.
Daran würde kein Weg vorbeiführen, es sei
denn, die öffentlichen Ausgaben würden ent- —— Die Konsumenten wären also die Leid-
sprechend gekürzt, was der beabsichtigten tragenden. Würde der Umstieg auf andere
Ab­senkung der Abgabenquote in Österreich Antriebe zumindest den Standort Österreich
durchaus zuträglich wäre. weiterbringen? Würden Wachstum und Be­
Würde hingegen der Weg einer steuerli- schäfti­gung steigen?
chen Gegenfinanzierung begangen, könnte Nein. Zu den vorgenannten Belastungen von
eine Erhöhung der Energieabgabe auf Strom mehr als 13 Milliarden Euro kommen noch
einen Teil des Steuer­ausfalls auffangen. Eine 3 Milliarden Euro an Kosten hinzu, die au- Autoindustrie:
solche Erhöhung würde der Transformation ßerhalb der privaten Haushalte anfallen. Im
des Energiesystems in Richtung einer strom- Ergebnis sinkt unseren Modellrechnungen
Wert­schöpfung & Arbeits­
und/oder wasserstoffbasierten Wirtschaft zufolge das bip vorübergehend etwas, wäh- plätz­e auf dem Prüfstand
­allerdings zuwiderlaufen und daher die initia- rend die Inflationsrate geringfügig ansteigt. Automobilität und Antriebstechnologien sor-
le politische Zielsetzung konter­karieren. Per saldo fallen die ökonomischen Effekte gen nach den Befunden des „Expertenbe-
der „Mobilitätswende“ ohne Berücksichti- richts Mobilität & Klimaschutz 2030“ in der
—— Sie haben in Ihrer Studie auch unter- gung ökologischer Wirkungen negativ aus, da österreichischen Industrie mit rund 450.000
sucht, welche Kosten auf die Konsumenten zu- die Belastungen durch den Umstieg auf alter- Beschäftigten für einen erheblichen Wert-
kommen würden, wenn der Staat die „Mobili- native Antriebssysteme die zusätzlichen Im- schöpfungs- und Beschäftigungsanteil.
tätswende“ durch Eingriffe steuert, anstatt der pulse durch die notwendige Investitionstätig- Beim steirischen Autocluster (ACstyria)
technologischen Entwicklung ihren Lauf zu keit überwiegen. stehen nach Schätzungen derzeit eine Mil-
lassen. Was ist dabei herausgekommen? liarde Umsatz und 10.000 Arbeitsplätze mit
Bei der Berechnung der Umstellungskosten —— Steuerlücke, Kostenlawine, Standortpro- Verbrennungsmotoren in Zusammenhang.
für die privaten Haushalte ist eine Vielzahl an bleme: Ist eine politische „Mobilitätswende“ Ein anderes Beispiel ist KTM: Bei diesem
Positionen zu berücksichtigen. Die Bandbrei- ein Verlustgeschäft für Österreich? Unternehmen hängen 95 Prozent des Um-
te reicht von Such-, Neuanschaffungs- und Aus ökonomischer Sicht sind damit erhebli- satzes und 95 Prozent der Arbeitsplätze am
Finanzierungskosten bis zu zusätzlichen Kos- che Herausforderungen verbunden. Es hängt Verbrennungsmotor.
ten für die Ladeinfrastruktur etwa von batte- von den politischen Rahmenbedingungen Für Experten ist klar, dass der Automotiv-
rieelektrischen Fahrzeugen. Dazu kommen und Anreizsetzungen ab, welche Effekte die Sektor in Österreich bei veränderten Rah-
laufende Kosten für Wartung und Service, zweifellos notwendige Weiterentwicklung des menbedingungen seine bisherige Leistungs-
Werteinbußen im Fahrzeugbestand sowie ge- Verkehrssektors hin zu klimaneutralen Tech- kraft für Wertschöpfung und Beschäftigung
gebenenfalls zusätzliche Zeitopportunitäts- nologien tatsächlich haben wird. Die Wirt- nicht aufrechterhalten kann. Auch mit Blick
kosten, die beim Tank- oder Ladevorgang an- schaftsgeschichte zeigt: Staatliche Eingriffe auf den Wirtschafts- und Arbeitsstandort
fallen. Zusammengefasst lässt sich sagen: müssen in ihren Wirkungsmechanismen Österreich erscheint es zielführender, die
Auto­ fahren würde um insgesamt über 13 wohlüberlegt und aufeinander abgestimmt technologische Weiterentwicklung zu för-
Milliarden Euro – bzw. um 2.600 Euro pro sein, um unerwünschte Wirkungen zu ver- dern, statt diese durch politisch intendierte
Fahrzeughalter – teurer werden, als dies bei meiden. n Maßnahmen einzuschränken.

Gesamtwirtschaftliche Belastung einer politisch intendierten „Mobilitätswende“


26 25,7 26,2
34
Szenario 1 33,3
33,5
25
25,7
Szenario 1
33 Szenario 2 (steuerangepasst) 32,9 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027
beschreibt die
32,3
Tankstellen
Fortsetzung des
32 16 Mrd. Mehrkosten -
davon 13 Mrd. bei
Vermögensverluste
0,1% marktgetriebenen
Szenario 2 (steuerangepasst) 31,4 öffentliche
kumuliert 386 Mrd.
Konsumenten
Ladeinfrastruktur Umstiegs auf
8,0%
31
30,5 CO2-sparsamere
Tankstellen
Umsatzentgang Fahrzeuge.
Mrd. Euro

30 30,2 30,3 10,0%


29,6
29,9
30,1 Zeitkosten
2,8% Szenario 2 (steuer-
Karl Michalski, (1), Grafik: ÖAMTC

29,6
29 29,2
angepasst) den
28,7 Vermögensverluste
28,7
0,5% politisch intendierten
28 27,9
28,2 laufende Umstieg durch Er-
Szenario 1
27,2 27,6 kumuliert 369 Mrd.
Betriebskosten
13,9% höhung der Steuern
27
26,6 27,1 (Mineralöl- und
26,2 26,6 motorbezogene
Anschaffungskosten
26 25,7 26,2 64,8% Versicherungs-
25,7
steuer).
25
2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030

auto touring extra 25 september 2018


Dossier

So geht’s weiter
Im „Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030“ haben Österreichs führende
Fachleute aufgearbeitet, wie die Zukunft der Mobilität ohne unnötige Belastungen
aussehen kann. öamtc-direktor oliver schmerold sagt,
was der Club auf Basis dieser Erkenntnisse nun vorhat.

—— Ende September sollen die Maßnahmen —— Und was soll passieren, wenn die wissen-
festgelegt werden, die Österreichs Verkehr klima­ schaftlichen Erkenntnisse ignoriert werden?
freundlicher machen sollen. Was erwarten Sie? In diesem Fall würden wir im Interesse unse-
oliver schmerold: Wir erhoffen sinn- rer Mitglieder öffentlich sehr deutlich aufzei-
volle Maßnahmen, wie z.B. zur Anhebung gen, was der Unterschied zwischen Abkassie-
des Besetzungsgrads von Pkw. Wogegen wir ren der Autofahrer und sinnvollen Maßnah-
„Die Klimaziele des uns klar aussprechen, sind neue Belastungen, men für den Klimaschutz ist. Aber, wie ge-
Verkehrssektors die das Autofahren unnötig teurer machen sagt: Faktenorientierung und Vernunft sollten
sind auch ohne und sozial Schwächere, Familien und insbe- sich durchsetzen. n
harte Maßnahmen sondere auch größere Teile der Landbevölke-
erreichbar. Wir hof-
rung besonders treffen würden.
fen auf ein fakten-
basiertes Vorgehen Im „Expertenbericht Mobilität & Klima-
Kurt Pinter (1), VW (19; ÖAMTC/APA-Fotoservice/Hörmandinger (1)
der Politik“, sagt schutz 2030“ ist klar aufgezeigt, dass klima-
Oliver Schmerold, freundlicher Verkehr ohne neue Belastungen
ÖAMTC Direktor. möglich ist. Wir erwarten, dass die Regierung
das entsprechend berücksichtigt.

—— Was tut der öamtc , um die Erkennt-


nisse der Experten zu verbreiten?
Der Expertenbericht wurde in einer Konfe-
renz öffentlich präsentiert, er kann von jeder-
mann auf unserer Website heruntergeladen
Einige der beteiligten Experten (v.l.n.r.):
werden ( www.oeamtc.at/mobilitaet2030).
Martin Novak (Eurotax), Peter Traupmann (Österr. Energieagentur),
Wir haben ihn den Landesregierungen, Ab- Helmut Eichlseder (TU Graz), Hermann Hofbauer (TU Wien), Bernhard
geordneten und fast allen Bürgermeistern in Geringer (TU Wien), ­Gerfried Jungmeier (Joanneum Research), Chris-
Österreich zugeschickt und sind im inten­ tian Helmenstein (Economica Institut), Peter Martin (KTM Technolo-
siven Gespräch mit Politik und Verwaltung. gies), Helmut Antrekowitsch (Montanuniversität Leoben).

auto touring extra 26 september 2018


Ein gutes Gefühl.
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