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Netzplantechnik

Die Netzplantechnik verwendet Netzpläne, die eine temporale und finale Verkettung von Aktionen
beschreiben. Sie findet ihre Anwendung insbesondere in der Terminplanung von Projekten. Netzpläne
wiederum sind die grafischen Abbildungen von Vorgangsketten. Da eine Aktivität mehrere Vorgänger- und
ggf. auch Nachfolgeaktivitäten haben kann, entsteht so das Bild eines Netzes von Vorgängen, von dem sich
die Bezeichnung ableitet.

Eine Netzplanung wendet Konzepte der Graphentheorie an. Meist besteht der Netzplan aus einem planaren
Graphen mit Knoten und Kanten als Elementen. Die Kanten sind beim Netzplan gerichtet und nicht
zyklisch. Es gibt die beiden grundsätzlichen und dualen Varianten

Vorgangsknoten-Netzplan[1] (VKN): Bei einem Vorgangsknotennetzplan werden Vorgänge als


Knoten dargestellt, aus den Pfeilen sind Anordnungs- und Reihenfolgebeziehungen ersichtlich
(Beispiel: Metra-Potenzial-Methode, MPM) und
Vorgangspfeil-Netzplan[2] (VPN): Bei einem Vorgangspfeilnetzplan werden Vorgänge als Pfeile
dargestellt, die logische Reihenfolge geht aus der Anordnung der Knoten (Beginn/Ende der
Vorgänge) hervor (Beispiel: Methode des kritischen Pfades, CPM).

Heute wird im Bauwesen und in Projekten des Anlagenbaus hauptsächlich der Vorgangsknotennetzplan
verwendet, in dem die Vorgänge durch die Knoten repräsentiert werden, die durch Kanten verbunden sind.
Die Grundlage für diese Darstellungsform war die Metra-Potenzial-Methode. Die Kanten beschreiben
verschiedene Anordnungsbeziehungen: Ende-Anfang-, Anfang-Anfang-, Ende-Ende- und Anfang-Ende-
Beziehungen. Außerdem gibt es die Darstellungsform des Vorgangspfeilnetzplans, auch bekannt unter der
Methode des kritischen Pfades.

Inhaltsverzeichnis
Weitere Arten
Anwendungsempfehlung
Bearbeitung von Netzplänen
Ziele der Netzplantechnik
Zwecke der Netzplantechnik
Grundbegriffe
Definition in der Normung
Vorgang
Kantenschlupf
Pufferzeit
Kritischer Pfad
Weitere Begriffe
Plandarstellung
Beispiel eines Netzplans
Vorteile der Netzplantechnik
Nachteile der Netzplantechnik
Sekundärliteratur
Weblinks
Einzelnachweise

Weitere Arten
Es gibt noch weitere Varianten von Netzplänen:

Entscheidungsbaum-Plan[3] (ENP): Entscheidungs-Baumpläne basieren auf der


Vorgangspfeil-Netzplantechnik und enthalten als logisches Element zusätzlich
Entscheidungsknoten mit wahlweise benutzbaren Aus- und Eingängen. An den Ausgängen
können den weiterführenden Wegen Wahrscheinlichkeitswerte zugeordnet werden. Solche
Pläne werden in der Regel als reine Baumstrukturen ausgeführt.
Ereignisknoten-Netzplan[4] (EKN): Bei einem Ereignisknotennetzplan werden Ereignisse
(Zustände) als Knoten und die zeitlichen Abhängigkeiten als Pfeile dargestellt (Beispiel:
Program evaluation and review technique, PERT).
Graphical Evaluation and Review Technique[5] (GERT): Methode aus der Netzwerkanalyse,
die im Projektmanagement angewendet wird. Sie erlaubt es Schätzungen, sowohl aus der
Netzwerklogik als auch aus vergangener Vorgangsdauer, zu berücksichtigen. Mittlerweile wird
GERT allerdings nicht mehr als allgemeingültig betrachtet und sehr selten verwendet. Daher
wird sie auch von der amerikanischen Organisation Project Management Institute (PMI) nicht
mehr empfohlen.

Anwendungsempfehlung

Vorgangspfeil-Netzpläne, z. B. CPM, können dann zur Anwendung kommen, wenn das Projekt einfache
Anordnungsbeziehungen besitzt, die selten geändert werden müssen. CPM-Netzpläne sind weniger geeignet
für Kosten- und Einsatzmittelplanung. Vorgangsknoten-Netzpläne, z. B. MPM, haben den Vorteil, dass den
Vorgangsknoten viele unterschiedliche Informationen zugeordnet werden können. Ein weiterer Vorteil ist,
dass sie sich relativ schnell ändern lassen. Ereignis-Knoten-Netzpläne wie PERT sollten bei Projekten
verwendet werden, bei denen die Vorgänge entweder zeitlich oder strukturell nicht genau vordefiniert
werden können (stochastische Netzplanmethode).

Aufgrund ihrer relativ einfachen Handhabung sind CPM und MPM am weitesten verbreitet.

Bearbeitung von Netzplänen

In gegenwärtig verfügbarer Software zur Netzplantechnik sind die ursprünglichen Methoden kombiniert und
nicht mehr zu trennen. Das Aufstellen von Netzplänen erfolgt mit geeigneter Software inkrementell und
iterativ. Um die Übersicht zu halten, sind die grafischen Darstellungen hilfreich. Die Detailbearbeitung
erfolgt jedoch in der Regel für jeden einzelnen Vorgang, die für jeden Vorgang und für jede Folgebedingung
und für Zeitbedingung entsprechende Erfassungsfelder in einer Benutzeroberfläche anbietet.

Die Überprüfung der logischen Fehlerfreiheit (keine Schleifen, keine negativen Dauern etc.) erfolgt durch
einen Parser als automatischer Prozess bei der Erfassung und bei der Berechnung von Terminen. Die
Verfeinerung erfolgt bei beliebigem Erfordernis durch Zerlegen komplexer Vorgänge in weitere einzelne
Vorgänge und durch Einführen weiterer Beziehungen zwischen den Vorgängen. Eine wesentliche Aufgabe