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der Bearbeitung von Netzplänen ist die Aktualisierung der Termine und der Bearbeitungszustände für

laufende und abgeschlossene Vorgänge sowie für geänderte Bereitstellungen und neu erkannte
Abhängigkeiten.

Ziele der Netzplantechnik


Grundlage für die Netzplanung kann ein Projektstrukturplan sein.

Ziel der Netzplanung ist die Planung der logischen Beziehungen zwischen den Vorgängen und der zeitlichen
Lage der Vorgänge. Der Netzplan stellt die Basis für die Erstellung von Kommunikationsinstrumenten, wie
z. B. Meilensteine, Balkenplan oder vernetzter Balkenplan dar.

Der Einsatz der Netzplantechnik soll vier wichtige Fragen beantworten:

Wie lange wird das ganze Projekt dauern? Welche Risiken treten dabei auf?
Welche kritischen Aktivitäten können das gesamte Projekt verzögern, wenn sie nicht
rechtzeitig fertig werden?
Ist das Projekt im Zeitplan, wird es früher oder später fertig?
Wenn es früher fertig werden soll, was ist am besten zu tun, wie kann eine Beschleunigung mit
den geringsten Kosten erreicht werden?

Das Konzept der Netzplantechnik beruht auf der Erfahrung, dass wenige Aktivitäten, die den längsten Pfad
durch das Netzwerk bilden, den Verlauf des gesamten Projektes bestimmen. Wenn diese kritischen
Aktivitäten (=kritischer Pfad) frühzeitig erkannt werden, können frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen
werden. Das Management kann sich auf die kritischen Aktivitäten konzentrieren. Unkritische Aktivitäten
können umgeplant werden, ohne das gesamte Projekt zu beeinflussen.

Zwecke der Netzplantechnik


Die logischen Zusammenhänge eines Projektes vom Anfang bis zum Abschluss können
übersichtlich dargestellt werden.
Für alle Vorgänge des Projektes kann mit Hilfe der Netzplantechnik ein Zeitplan entwickelt
werden.
Ein kritischer Pfad und Ressourcenengpässe, welche die Einhaltung des Endtermins
gefährden können, lassen sich leicht identifizieren.
Netzpläne bilden die Basis für die laufende Projektkontrolle und Terminüberwachung.

Bei der Netzplantechnik unterscheidet man entsprechend vier Teilaufgaben:

Kapazitätsplanung: Planung der erforderlichen Produktionsmittel


Kostenplanung
Strukturplanung
Zeitplanung: Vorgängen werden Zeitwerte zugeordnet (Zeitfenster).

Die Technik wird Netzplantechnik genannt, weil die graphische Darstellung von Kreisen und Pfeilen in
diesen Plänen, bei Projekten mit vielen Vorgängen, wie ein Netz aussieht. Vor der weiten Verbreitung von
Computern wurden Netzpläne noch mit dem Bleistift gezeichnet oder sie wurden mit Hilfe von lackierten
Stahlblechen und Magneten angefertigt. Diese hatten den Vorteil, dass man Veränderungen des Projektes für
damalige Verhältnisse schnell in die Projektplanung übernehmen konnte, ohne den Projektplan erneut
zeichnen zu müssen.
Grundbegriffe

Definition in der Normung

Der Begriff Netzplantechnik umfasst nach DIN 69900-1 „alle Verfahren zur Analyse, Beschreibung,
Planung, Steuerung und Überwachung von Abläufen auf der Grundlage der Graphentheorie, wobei Zeit,
Kosten, Einsatzmittel bzw. Ressourcen berücksichtigt werden können. Ein Netzplan ist die graphische oder
tabellarische Darstellung von Abläufen und deren Abhängigkeiten“.

Vorgang

Ein Vorgang ist im Rahmen der Netzplantechnik eine abgegrenzte Arbeitseinheit, die zu einem bestimmten
Zeitpunkt begonnen und einem bestimmten späteren Zeitpunkt beendet wird. Allgemeiner ausgedrückt: „Ein
Vorgang ist ein Ablaufelement, welches ein bestimmtes Geschehen beschreibt.“[6]

In der Netzplantechnik wird von „Vorgang“ gesprochen, im Gegensatz zur Terminologie des
Projektmanagements, die die Bezeichnung „Arbeitspaket“ als Planungseinheit bevorzugt.

Vorgänge sind in der Regel Abschnitte des Projektablaufs; beim Ausnahmefall des Wartevorgangs findet
jedoch kein Ablauf statt. Ein Vorgang kann mit anderen Vorgängen verknüpft sein: Beispielsweise müsste
ein Vorgang Socken anziehen beendet sein, bevor ein Vorgang „Schuhe anziehen“ begonnen werden kann.
Auf diese Abhängigkeiten wird weiter unten detailliert eingegangen.

Ein solcher Vorgang besitzt eine wesentliche Eigenschaft, seine Dauer. Aufgabe der Netzplantechnik ist,
unter Berücksichtigung der Dauer der einzelnen Vorgänge und unter Berücksichtigung ihrer Abhängigkeiten
zu ermitteln, wann die jeweiligen Vorgänge stattfinden. Der Rechenprozess beginnt je nach Bedarf entweder
bei den Startvorgängen, und setzt von diesen ausgehend den frühestmöglichen Starttermin der
nachfolgenden Vorgänge fest (Vorwärtsplanung), oder bei den letzten Vorgängen des Netzes (die keinen
Nachfolger mehr haben), und setzt dann die spätesten Fertigstellungstermine der jeweils vorgelagerten
Vorgänge fest (Rückwärtsplanung). Durch Kombination beider Methoden, ausgehend von einem definierten
Start- und einem definierten Endtermin, ergeben sich dadurch für jeden Vorgang neben der Dauer folgende
vier weitere wichtige Eigenschaften:

Frühester Anfangszeitpunkt (FAZ) (aus Vorwärtsplanung)


Frühester Endzeitpunkt (FEZ) (aus Vorwärtsplanung und jeweiliger Dauer)
Spätester Endzeitpunkt (SEZ) (aus Rückwärtsplanung)
Spätester Anfangszeitpunkt (SAZ) (aus Rückwärtsplanung und jeweiliger Dauer)

Termine eines Vorgangs :

: Frühester Anfangszeitpunkt eines Vorgangs

: Frühester Endzeitpunkt eines Vorgangs

: Spätester Endzeitpunkt eines Vorgangs (unter Einhaltung des Projektendtermins)

: Spätester Anfangszeitpunkt eines Vorgangs (unter Einhaltung des


Projektendtermins)