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Testbericht

Iron Claw Easy Gear Bag Thomas Abicht


Testsituation:

Drei Monate (Oktober bis Dezember,


ca. 2-3 Tage/ Woche), Spinfischen mit
Ködern aller Kaliber, Vertikalangeln
vom Boot, Ansitz mit Köderfisch,
Fliegenfischen, Eisangeln an mittlere
Kiesseen zwi. 5 und 15 ha, Stausseen
und kleineren Fließen.

Ein erster Eindruck

Diese Tasche sollte man gesehen haben – vor dem Kauf! An dieser Stelle werden nur die
Optik und das Zusammenspiel von Tasche und Boxen beurteilt. Bezugspunkte sind die
Iron Claw-Range als ganze sowie die zugehörigen Begleittexte aus dem Katalog 2010.
Rein äußerlich gehört die Easy Gear Bag ganz klar zur Iron Claw-Serie. Wer also auf
Einheitlichkeit in dezentem Design bedacht ist, kann damit jeder Zeit auf ein
umfangreiches und kombinationstaugliches Sortiment zurückgreifen. Die Proportionen
und kleinen Details der Easy Gear Bag erscheinen ausgewogen und schnittig. Nur die
aufgesetzten Seitentaschen widerstreben dem. Laut Herstellerangaben werden fünf
Boxen (25x18x4cm) mitgeliefert. Tatsächlich sind es sechs. Schade, dass auch diese
nicht ausreichen, um die Tasche formstabil zu halten. Bei horizontaler Ausrichtung der
Boxen verbleibt an den Seiten zu viel Luft. Anscheinend ist die Tasche für die „Standard-
Boxen“ ausgelegt. Glücklicherweise lassen sich die kleineren Sortierhilfen auch vertikal
aufstellen – dann müssten derer jedoch mindesten sieben, eher aber acht mitgeliefert
werden. Nachteilig ist auch das veränderte Format der Boxen; wer hier gern darauf
zurückgriff, seine Tasche boxenweise zu packen, wird nun mitunter die einzelnen Boxen
Köder für Köder je neu bestücken dürfen. Damit behält die Produktbeschreibung Recht:
„Der Clou ist das an der Frontseite befestigte Hardcase für die Polarisationsbrille“ – Ein
ohnehin unabdingbares Etui, das es für lau bei jedem Optiker gibt, ist flexibler. Solche
Features sind „nett“, haben aber den gleichen Stellenwert wie ein Feuerzeug mit
integriertem Flaschenöffner.
Wer die Range schätzt, wird mitunter enttäuscht sein – Teilnote: 4.
Zum Staurraum

Was die Tasche zunächst sehr schlaksig wirken lässt, kommt dem Angeln nun insofern
zugute, als sie sich hier als wahres Raumwunder entpuppt. Auch sperriges Gerät,
zusätzliche Boxen für Kleinteile und weitere Köder, die Gerätschaften zur Versorgung
des Fanges, verschiedene Vorfachmaterialien, fertige Rigs, E-Spulen, Kopflampe,
Hakenschärfer, Polbrille, Multitool, und ein kleines Handtuch, sogar leichte Bekleidung
und die Angelpapiere finden in der Easy Gear Bag einen sicheren Platz. Mit einen
Karabiner versehen lassen sich außen sogar noch der Unterfangkescher und ein kleiner
Flaschenhalter praktisch fixieren – Teilnote: 1.
Dennoch bleibt das beklommene Gefühl, man müsse sich, allein weil es die Boxen trotz
der Längstaufteilung nicht hergeben, einschränken. Wenn man viele verschiedene Köder
fischt, sollte man sich auf weitere Schachteln oder Blister einstellen – Teilnote: 4.

Zur Praxistauglichkeit einzelner Fächer und deren Unterteilung

Das gute Verstauen von Utensilien ist das Eine, das Andere ist, auch an sie heran
zukommen. In dieser Hinsicht verbucht die Easy Gear Bag Abstriche. Wer viel movet
oder seine Köder zügig wechselt, wird des ständigen Öffnens und Schließens der Tasche
Leid sein. Dies lässt sich jedoch nicht vermeiden(, weil die Tasche geschlossen
transportiert werden muss), nur etwas dezimieren, wenn man eine kleine Box mit Ködern
erster Wahl im Frontbereich verstaut. Wozu die aufgesetzte Tasche im hinteren Bereich
hätte sein sollen, entzog sich jedoch meiner Kreativität; sie ist m.E. sinnlos, da Papiere
und dergleichen, die dort vom Packmaß her hineinpassen, stets den
Witterungsverhältnissen ausgeliefert wären. Überhaupt hat man den Eindruck, man
würde das zuerst griffbereit haben, was man am seltensten braucht – Teilnote: 3.

Zum Gewicht

Was das Gewicht angeht, so zählt die Easy Gear Bag nicht zur Leichtgewichtsklasse,
dennoch war sie auch beim Flugangeln gut händelbar, wie gerne ich sie auch abgesetzt
hätte. – Teilnote: 3.

Zur Qualität der Reißverschlüsse, Tragegurte und der Verarbeitung insgesamt

Keine Beanstandungen können in puncto Qualität und Verarbeitung der Tasche gemacht
werden. Die relativ großen Reißverschlüsse sind robust und lassen sich selbst mit
klammen Fingern bei feucht-kaltem Wetter leicht bedienen – Teilnote: 1.
Auch Tragegurt und Trageschlaufe können überzeugen. Sie sind komfortabel gepolstert
und verhindern so ein Einschneiden in Hände oder Schultern. Ihren Anbringung an der
Tasche jedoch ist nicht so glücklich, da einerseits, selbst wenn die Tasche verschlossen
ist, die Zuglast (vom Griff) auf den Hauptreißverschluss übertragen wird, andererseits
die Plastikösen (des Gurtes) sich permanent verdrehen – Teilnote: 2.
Die gute Verarbeitung setzt sich auch bei der Tasche insgesamt durch, zwar könnten die
aufgesetzten Komponenten besser vernäht werden, doch hat alles gehalten ohne
Verschleißerscheinungen zu zeitigen – Teilnote: 1.
Zu den Kunststoffboxen

Endlich Boxen mit Längstaufteillung und einem verbesserten Verschluss. Schade nur,
dass die Sortierhilfen leider zu klein sind. Nach dem Bestücken der
stoßfesten,twisterresistenten Boxen blieb ein kleiner Berg grüner Trennplätten über –
Teilnote: 4.

Ein Fazit

Ich bin von der Iron Claw-Taschenserie prinzipiell überzeugt, und vielleicht liegt es
hieran, dass manche Teilnoten den ersten Eindruck bestätigen. Aber das Konzept der
Easy Gear Bags bleibt in meinen Augen leider nicht durch- und zu Ende gedacht; schon
gar nicht bietet sie das, was „modernes Raubfischangeln“ ausmacht. Als Zweittasche
insbesondere unter den Bootsanglern wird die Easy Gear Bag mit Sicherheit ihre
Liebhaber finden, denn sie ermöglicht neben der Aufnahme von Kleinstködern auch ein
wohlgeordnetes Verstauen allen möglichen Beirats. Nur der Preis von 88 € (realiter 55 €)
könnte abschrecken; ich jedenfalls würde sicher auf eine andere Tasche zurückgreifen.
Wünschenswert wäre das alte Format der Boxen bei beihaltener Längstausrichtung der
Fächer; wenn möglich sollte auch überlegt werden, ob es nicht in einer Tasche Boxen
unterschiedlicher Tiefen geben könnte. Überdacht werden sollte auch die Verbindung
Tasche-Gurt; zuletzt wäre um eine kleine und unscheinbare Möglichkeit (z.B. Klettband)
zu bitten, mit deren Hilfe die Ruten zwischendurch an der Tasche fixiert werden könnten,
damit der Blank nicht im Schmutz liegen braucht. Gesamtnote: 3.

+ Tolles Design

+ Gute Verarbeitung
+ Viel Platz für
Zubehör
+ Tragekomfort
+ Komponenten
in gewünschter
Qualität
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