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Chile

Daten & Analysen zum Hochschul- und


Wissenschaftsstandort | 2017
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis von Kennzahlen und Diagrammen 3

1. Bevölkerungsentwicklung 4

2. Wirtschaftliche Entwicklung 6

3. Hochschul- und Bildungswesen 12


a. Historische Entwicklung 12
b. Rolle des Staates / Autonomie 13
c. Hochschulen und Wirtschaft 13
d. Relevante Institutionen 13
e. Gesamtzahl der tertiären Bildungseinrichtungen, Hochschullisten, Datenbanken 15
f. Merkmale und Unterschiede von Hochschultypen 17
g. Akademische Schwerpunkte 18
h. Finanzierung der Hochschulen 18
i. Der Lehrkörper 24
j. Hochschulzugang 24
k. Aufbau und Struktur des Studiensystems 25
l. Akademische Abschlüsse und Promotion 30
m. Forschung 31
n. Qualitätssicherung und Steigerung 34

4. Internationalisierung und Bildungskooperation 36


a. Kennzahlen der Internationalisierung 36
b. Internationalisierung des Hochschulsystems 39
c. Bildungskooperationen und Partnerorganisationen 39
d. Deutschlandinteresse 47

5. Deutsche Sprachkenntnisse 48

6. Hochschulzugang in Deutschland 49

7. Herausforderungen und Empfehlungen für deutsche Hochschulen 50


a. Aktuelle Entwicklungen in der Bildungs- und Wissenschaftslandschaft 50
b. Hochschulkooperationen – FAQ 54
c. Marketing-Tipps 54

8. Länderinformationen und praktische Hinweise 56


a. Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis 56
b. Lebenshaltungskosten 56
c. Unterkunft 60
d. Sicherheitslage 60
e. Adressen 61
f. Linktipps zur weiteren Recherche 62
g. Publikationen 62

Impressum 64

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Chile

Verzeichnis von Kennzahlen und Diagrammen

Kennzahlen

Kennzahl 1: Bevölkerungszahl absolut 4


Kennzahl 2: BIP 6
Kennzahl 3: BIP pro Kopf in KKP 7
Kennzahl 4: Wirtschaftswachstum 7
Kennzahl 5: Inflation 7
Kennzahl 6: Export / Import 7
Kennzahl 7: Rang des Landes beim Außenhandel mit Deutschland 7
Kennzahl 8: Gini-Koeffizient 8
Kennzahl 9: Bildungsausgaben 19
Kennzahl 10: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden 26
Kennzahl 11: Anzahl der Doktoranden 26
Kennzahl 12: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) 27
Kennzahl 13: Quote der Erstzulassung zu tertiärer Bildung 28
Kennzahl 14: Absolventen BA und MA 28
Kennzahl 15: Absolventen PhD 29
Kennzahl 16: Anteil der Forschungsausgaben am BIP 32
Kennzahl 17: Anzahl der Patente in Naturwissenschaft und Technik (Residents) 32
Kennzahl 18: Anzahl wissenschaftlicher Publikationen 32
Kennzahl 19: Knowledge Economy Index (KEI) 32
Kennzahl 20: Anteil ausländischer Studierender 36
Kennzahl 21: Die wichtigsten 5 Herkunftsländer ausländischer Studierender 36
Kennzahl 21: Im Ausland Studierende (Anzahl) 37
Kennzahl 22: Im Ausland Studierende (Prozent) 38
Kennzahl 23: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland 38
Kennzahl 24: Die fünf beliebtesten Zielländer für Studierende 38

Diagramme

Diagramm 1: Bevölkerungsentwicklung 4
Diagramm 2: Prognose der Bevölkerungsentwicklung 4
Diagramm 3: Entwicklung des BIP 6
Diagramm 4: Entwicklung des BIP pro Kopf in KKP 6
Diagramm 5: Bildungsausgaben 18
Diagramm 6: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden 25
Diagramm 7: Anzahl der Doktoranden 26
Diagramm 8: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) 27
Diagramm 9: Quote der Erstzulassung zu tertiärer Bildung 27
Diagramm 10: Absolventen BA und MA 28
Diagramm 11: Absolventen PhD 29
Diagramm 12: Anteil der Forschungsausgaben am BIP 31
Diagramm 13: Anteil ausländischer Studierender 36
Diagramm 14: Im Ausland Studierende (Anzahl) 37
Diagramm 15: Im Ausland Studierende (Prozent) 37
Diagramm 16: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland 38

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1. Bevölkerungsentwicklung

Diagramm 1: Bevölkerungsentwicklung

Gesamtbevölkerung
15- bis 24-jährige

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 1: Bevölkerungszahl absolut

Chile (2015) 17.948.141


Im Vergleich: Deutschland (2015) 80.688.545
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 2: Prognose der Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN Population Division

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Die Einwohnerzahl Chiles ist im Verlauf der vergangenen 15 Jahre um circa zwei Millionen
gestiegen. Derzeit leben etwa 18 Millionen Menschen in Chile. Die Gesamtbevölkerung wird
kontinuierlich weiterwachsen und den Prognosen zufolge zwischen 2030 und 2035 die 20-Millionen-
Marke überschritten haben. Insgesamt verflacht die Bevölkerungskurve jedoch. Vergleichbar starke
Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahrzehnten sind nicht mehr zu erwarten, da das Land
Mitglied der OECD und seit mehreren Jahren ein Upper-Middle-Income-Land ist. Mit steigendem
Einkommen und Bildungsgrad nimmt die Geburtenrate in aller Regel ab. Folglich ist die Gruppe der
15- bis 24-jährigen Chilenen für die nächsten zehn Jahre schon minimal rückläufig. Aufgrund der
geringen Veränderung und der immer noch wachsenden Teilnahme an tertiärer Bildung wird die
demographische Entwicklung jedoch keine größeren Einbrüche für die Teilnahme an
Hochschulbildung zur Folge haben. Darüber hinaus wirkt dem geringfügigen Rücklauf der
Studieninteressierten eine durch die studentischen Proteste seit 2011 hervorgerufene erhöhte
staatliche Investition in den Bildungsbereich entgegen. Augenblicklich nehmen etwa 40
Prozent eines Jahrgangs an tertiärer Bildung teil, wobei die in Chile zur tertiären Bildung gehörige
Berufsausbildung mit eingeschlossen ist. Ohne sie wären es etwa 20 Prozent eines Jahrgangs. Es
ist folglich mit einer sich weiter erhöhenden Zahl von Studieninteressierten zu rechnen.

Da die chilenische Regierung seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsidentin Michelle Bachelet
eine umfassende Hochschulreform beschlossen hat, deren letztliche parlamentarische
Verabschiedung allerdings noch ungewiss ist, gibt es seit 2013 eine große Unsicherheit bezüglich
der finanziellen Rahmenbedingungen der Hochschulen. Während die chilenischen Universitäten in
der Vergangenheit versucht haben, sich auf die finanziellen Möglichkeiten gewisser studentischer
Zielgruppen zu spezialisieren, wird augenblicklich abgewartet, wie sich die zukünftige gesetzliche
Lage und das staatliche Finanzierungsumfeld entwickelt. Die Bereitschaft für neue Investitionen ist
entsprechend gering. Auf der anderen Seite versucht man jedoch, sich durch verstärkte
Internationalisierung und Kooperation mit ausländischen Partnern in eine für die erwarteten
Akkreditierungsanforderungen positive Ausgangslage zu bringen, was gute Kooperationschancen
für deutsche Hochschulen eröffnet.

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2. Wirtschaftliche Entwicklung

Diagramm 3: Entwicklung des BIP US-Dollar, in Milliarden

Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 2: BIP US-Dollar, in Milliarden

Chile (2015) 240


Im Vergleich: Deutschland (2015) 3.355
Quelle: The World Bank. Data

Diagramm 4: Entwicklung des BIP pro Kopf in KKP US-Dollar

Quelle: The World Bank. Data

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Kennzahl 3: BIP pro Kopf in KKP US-Dollar

Chile (2015) 22.316


Im Vergleich: Deutschland (2015) 47.268
Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 4: Wirtschaftswachstum in Prozent

Chile (2014) 1,88


Im Vergleich: Deutschland (2014) 1,60
Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 5: Inflation in Prozent

Chile (2014) 4,40


Im Vergleich: Deutschland (2014) 0,91
Quelle: The World Bank. Data

Kennzahl 6: Export / Import US-Dollar, in Milliarden

Export (2015) 63
Im Vergleich: Deutschland (2015) 1.331
Import (2015) 63
Im Vergleich: Deutschland (2015) 1.056
Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

Kennzahl 7: Rang des Landes beim Außenhandel mit Deutschland

Rang des Landes bei deutschen Exporten (2015) 51


Rang des Landes bei Importen nach Deutschland (2015) 56
Quelle: Statistisches Bundesamt. Genesis-Online

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Kennzahl 8: Gini-Koeffizient

Chile (2013) 50
Im Vergleich: Deutschland (2013) 29
Quelle: The World Bank. Data

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chiles hat sich in den letzten 14 Jahren fast verdreifacht. Chile
liegt mit einem pro Kopf Einkommen von 22.333 US-Dollar inzwischen an der Spitze des Pro-Kopf-
Einkommens in Lateinamerika und erreicht damit etwa die Hälfte des Durchschnittsein​kommens in
Deutschland. Die Zahlen relativieren sich allerdings erheblich, wenn man be​denkt, dass die
Einkommensungleichheit in Chile außerordentlich hoch ist und der monatliche Mindestlohn 2017
264.000 chilenische Pesos, also etwa 355 Euro, betrug. Chile ist Mitglied aller wichtigen
internationalen Wirtschaftsorganisationen wie World Trade Organization (WTO), Internationaler
Währungsfond (IWF) und Weltbank und wurde 2010 das zweite OECD-Land in Lateinamerika (nach
Mexiko). Die Wachstumszahlen in Chile sind weiterhin - allerdings auf niedrigerem Niveau - stabil
und gehörten im Durchschnitt der letzten 20 Jahre zu den höchsten weltweit. Hinzu kommen eine im
Vergleich geringe Brutto-Staatsverschuldung von 25 Prozent des BIP 2017 und eine Netto-
Staatsver​schuldung (unter Einberechnung von Staatsbesitz) von 2,3 Prozent des BIP, hohe
Währungsreserven, für die nächsten Jahrzehnte relativ sichere Exportprodukte im Rohstoffsektor
und vergleichsweise verlässliche institutionelle Rahmenbedingungen (Quelle: La Tercera: Deuda
fiscal llegará a 25,2% del PIB en 2017, su mayor nivel en 24 años. 04.10.2016).

Kritisch zu bemerken ist jedoch, dass die Staatseinahmen Chiles zu 20 Prozent von
Rohstoffausfuhren abhängen und schon der für die Staatseinnahmen zweitwichtigste Sektor der
Nahrungsmittelproduktion mit 2,6 Prozent etwa achtmal kleiner ist. Kurz, die chilenische Wirtschaft
und besonders der Exportsektor sind extrem rohstoffabhängig, wenig diversifiziert und von
Oligopolen geprägt. Besonders abhängig ist Chile als weltweit größter Kupferexporteur vom
Kupferpreis. Nach Angaben der Comisión Chilena del Cobre (Cochilco) ist dieser von
durchschnittlich 3,1 US-Dollar/lb im Jahr 2014 zunächst auf 2,5 US-Dollar/lb im Jahr 2015 und
Anfang 2016 dann auf 2,04 US-Dollar/lb gefallen, so dass der Internationale Währungsfond
(IWF) aufgrund des Kuperpreisverfalls an den Weltmärkten seine Wachstumsprognose für Chile
2016 deutlich nach unten korrigierte (von 3,1 Prozent im Juli 2015 auf nunmehr 2,1 Prozent im
Januar 2016) und der chilenische Staatshaushalt immer stärker unter Druck geriet. Daraufhin hat
der chilenische Finanzminister Rodrigo Valdés erste Ausgabenkürzungen in einer Größenordnung
von über 540 Mio. US-Dollar angekündigt, davon etwa 70 Prozent bei laufenden Kosten wie
Personal, und 30 Prozent bei öffentlichen Investitionen. Die Verschuldungsquote des Landes betrug
nach Daten des IWF 18,1 Prozent und laut chilenischem Finanzministerium etwa 17,1 Prozent und
wird sich voraussichtlich leicht erhöhen. Zum Ausgleich hat die chilenische Regierung die
strategische Bedeutung eines anderen Rohstoffes, nämlich Lithium, erkannt. In Argentinien, Bolivien
und Chile befinden sich bislang die größten Lithiumvorkommen weltweit und der Lithiumpreis steigt
immer noch weiter. Staatspräsidentin Michelle Bachelet hat angekündigt, dass es für
Lithiumvorkommen vorerst keine private Konzessionsvergabe geben wird und der Abbau dieser
Vorkommen vor allem in den Händen des staatlichen Bergbauunternehmens Codelco liegen soll.
Dabei ist allerdings eine gewisse Skepsis angebracht, denn die heutigen Erlöse aus dem
Lithiumanbau betragen weniger als ein Hundertstel der Erlöse aus dem Kupferbergbau.

Obwohl Chile in der Armutsbekämpfung Fortschritte macht, ist die Einkommensungleich​heit nach
wie vor hoch. Der Gini-Koeffizient von 0,465 im Jahr 2014 hat sich nur leicht verbessert und bleibt
damit zusammen mit dem Mexikos zwar der höchste in der OECD, liegt im lateinamerikanischen
Vergleich aber eher im Durchschnitt: Argentinien (2014: 0,427), Brasilien (2014: 0,515), Kolumbien
(2014: 0,535) Peru (2014: 0,441) und Mexiko (2014: 0,459, alle Zahlen nach Weltbank), während er
in Deutschland bei 30,1 lag. Gleichwohl konnte die Armut und die extreme Armut in den letzten
Jahren deutlich reduziert werden. So galten im Jahr 2013 nur noch 7,8 Prozent der
Gesamtbevölkerung als arm und 3,2 Prozent als extrem arm. Das ist ein starker Rückgang im
Vergleich zu 2006 mit 13,7 Prozent und zu 1990 mit 38,6 Prozent von armer Gesamtbevölkerung
(Quelle: UNDP / PNUD, Larrañaga, Osvaldo y Rodríguez, Maria Eugenia (2015): Desigualdad de

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Ingresos y Pobreza en Chile 1990 a 2013, S. 37). Die K4D-Werte für Chile wiederum liegen deutlich
über dem lateinamerikanischen Durchschnitt.

Das Studium in Deutschland ist finanziell wie auch akademisch sehr attraktiv, da an allen
Hochschulen in Chile noch Studiengebühren verlangt werden. Mitte 2016 wurden allerdings die
Studiengebühren für die 50 Prozent einkommensärmeren Studierenden an etwas mehr als der
Hälfte der chilenischen Universitäten abgeschafft. Bisher haben sich neben den 27 staatlichen und
privaten Universitäten der chilenische Rektorenkonferenz noch die fünf Universitäten Diego Portales,
Cató​lica Silva Henríquez, Autónoma, Finis Terrae und Alberto Hurtado daran beteiligt, drohen aber
zum Teil damit, sich wegen erheblicher Finanzierungsschwierigkeiten ihrer universitären Aufgaben
aus dem System der Studiengebührenfreiheit wieder zurückzuziehen (Quelle: Ministerio de
Educación).

Das chilenische Hochschulsystem beinhaltet erstens die chilenische Hochschulrektorenkonferenz


(CRUCH), ein Kollegium des öffentlichen Rechts, das im Jahre 1954 gesetzlich gegründet wurde
und 25 Universitäten vertritt: 18 staatliche und neun private, traditionelle Universitäten mit öffentlicher
Orientierung und Funktion. Daneben gibt es auch noch eine Vertretung von 17 privaten
Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz namens Corporación de Universidades Privadas
(CUP, www.cupchile.cl).

Der Begriff der öffentlichen Funktion stammt in der chilenischen und internationalen Diskussion von
der UNESCO, nach der Hochschulbildung ‘öffentliche Güter’ produziert. Auf diese Aufgabe
öffentliche bereitzustellen, erheben neben den staatlichen auch viele der privaten Universitäten
Anspruch.

Von 1981 an öffnete und deregulierte die Militärdiktatur das Hochschulsystem, indem es die
Gründung nichttraditioneller (also erst nach 1981 entstandener) privater Universitäten erlaubte.
Eines der kontroversesten Themen bezüglich dieser Universitäten ist die Frage, ob sie in Bezug auf
ihre Besitzer gewinnorientiert waren oder nicht. In Chile ist es gesetzlich verboten, mit Universitäten
Gewinne zu erzielen. Gleichwohl bestand der Verdacht, dass einige der über dreißig neuen
nichttraditionellen privaten Universitäten mithilfe von Immobiliengeschäften und Verkäufen, die ihre
privaten Eigentümer mit Dritten abwickelten, Gewinne erzielten, welche Privatpersonen zugute
kamen und nicht wieder in die Universitäten reinvestiert wurden. Im Gegensatz dazu verfolgen die
Universitäten der Rektorenkonferenz kein privates Gewinnstreben und wurden entweder vom Staat,
wie die Universidad de Chile, von der Kirche, wie die katholischen Universitäten, von lokalen
Gemeinschaften, wie die Universidad de Concepción, oder von Stiftungen, wie die Universidad
Austral de Chile oder die Universidad Técnica Federico Santa María de Valparaíso, gegründet.
Obwohl die Gründungsakte, auf die sich diese Universitäten zurückführen, verschiedene Ursprünge
aufweisen, wurden sie alle per Gesetz (Dekret) geschaffen und erfüllen allgemeingesellschaftliche
Aufgaben wie die Bereitstellung professioneller Ausbildungen, Forschung, Technologietransfer,
sowie die Übernahme sozialer und kultureller Aufgaben für die Kommunen, in denen sie angesiedelt
sind.

Seitdem die Regierung Bachelet den Erhalt von öffentlichen Mitteln – besonders im Zusammenhang
der Befreiung von Studiengebühren im grundständigen Studium – verstärkt an hochschulpolitische
und administrative Bedingungen knüpft, wird innerhalb der nichttraditionellen privaten Universitäten
diskutiert, ob sie für den Erhalt ihrer akademischen und administrativen Freiheit auf die staatlich
finanzierte Studiengebührenbefreiung verzichten und damit die dadurch erhöhte Segregation ihrer
Studierenden in Kauf nehmen sollten oder nicht.

Einige der nichttraditionellen privaten Universitäten sind sowohl dem Hochschulzugangs​system


(Sistema Único de Admisión, SUA) wie auch dem System der Studiengebührenbefreiung
beigetreten und streben an, langfristig in die Rektorenkonferenz CRUCH aufgenommen zu werden,
woran sie aber – wie die Universidad Autónoma, die Universidad San Sebastían oder die
Universidad Bernardo O’Higgins – von der Rektorenkonferenz aktiv gehindert werden. Zum Teil
musste gerichtlich eingeschritten werden, damit Insitutionen außerhalb der Rektorenkonferenz der
Zugang erlaubt wurde. Andere Institutionen sind vor allem in der Lehre aktiv, forschen wenig und
bieten auch kaum Möglichkeiten zur Promotion. Da nicht alle dieser Institutionen finanziell und
administrativ nachhaltig sind, haben in den letzten Jahren auch einige Universitäten aufgegeben

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bzw. wurden unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt (Universidad Iberoamericana) oder


geschlossen (Universidad del Mar, Universidad Arcis).

Begünstigt wurde die wenig regulierte Gründung vieler nichttraditioneller Privatuniversitäten durch
ein neu geschaffenes Kreditsystem namens "Crédito con aval del Estado" (CAE), das durch
Verschuldung von Studierenden und ihren Familien ein Studium ermöglichte. Für diese Kredite
waren bis vor wenigen Jahren 6 Prozent Zinsen zu zahlen (seit 2011 nur noch 2 Prozent), was nach
Ansicht der meisten Beobachter für die kreditstellenden Banken ein sehr gutes Geschäft war. In
diesen und anderen Mängeln wurzelt auch die massive Studentenbewegung seit dem Jahr 2011, die
in Gesellschaft und Politik sowie auch international großen Wider​hall fand. Sie stellt vor allem die
zunehmende Privatisierung des Hochschulsystems in Frage und fordert Studiengebührenfreiheit
sowie Qualitätsverbesserungen im universitären und berufsbildenden Sektor. Das
Regierungsprogramm der zweiten Regierung Bachelet hat diese Forderungen aufgegriffen und sich
aufgemacht, eine umfassende Gebührenbefreiung im öffentlich geförderten Bildungssektor
umzusetzen. Man begann mit der Schulbildung und versprach in der Hochschulbildung während der
vierjährigen Regierungszeit 70 Prozent der Studierenden von Studiengebühren zu befreien,
beginnend mit den untersten Einkommensschich​ten. Das wären insgesamt etwa 250.000
Studierende gewesen. Die Umsetzung der Reform ist allerdings inzwischen mit zahlreichen
Problemen konfrontiert. Neben massiven Protesten von Personen​gruppen, die entweder eigene
ökonomische Interessen verfolgen oder generell ein dere​gu​lierteres Hochschulsystem bevorzugen
(wofür es ebenso Gründe gibt) stehen vor allem Fragen der hohen Haushaltsbelastung im
Vordergrund, da der für den Staatshaushalt ent​schei​dende Kupferpreis massiv gesunken ist. Die
Regierung sah sich folglich gezwungen, die Zahl der von Gebührenbefreiung begünstigten
Studierenden auf 50 Prozent zu senken. Trotz vielfältiger Kritik wegen einer administrativ wenig
sorgfältigen und umsichtigen Umsetzung wird die Gebührenbefreiung grundsätzlich begrüßt und
zwar sowohl von den betroffenen Studierenden und ihren Familien als auch von der chilenischen
Rektorenkonferenz und jenen neun nichttraditionellen privaten Universitäten, die sich dem System
angeschlossen haben.

Mit der Veröffentlichung einer ersten Vorlage für eine neue Hochschulrahmen​ge​setz​ge​bung im Juli
2016 begann eine intensive und kontroverse Diskussion, die auch Mitte 2017 noch nicht
abgeschlossen ist, so dass fraglich bleibt, ob es in dieser Legislaturperiode überhaupt noch zu einer
Änderung der Hochschulrahmengesetz​ge​bung kommen wird.

Die durchschnittlichen jährlichen Studiengebühren liegen je nach Universitätstyp 2016 zwischen


2.300.000 Pesos für die privaten Universitäten und 3.800.000 Pesos für die privaten Universitäten,
die am Zulassungssystem PSU teilnehmen (also umgerechnet zwischen 3.100 und 5.100 Euro).
Letztere sind jene Universitäten, die ihrer Studentenschaft aus den funktionalen Eliten Chiles auch
noch zukünftige berufliche Netzwerke zur Verfügung stellen. Die staatlichen CRUCH-Universitäten
wiederum erheben durchschnittlich etwa 2.400.000 Pesos bzw. im Falle der privaten CRUCH-
Universitäten 2.700.000 Pesos jährlich an Studiengebühren. Günstige Studiengänge – wie etwa
Design – könnten etwa 1.500.000 Pesos (2.300 Euro) kosten und die teuersten
Medizinstudiengänge bis 7.000.000 Pesos (9.000 Euro) jährlich. (Quelle: Análisis del Proyecto de
Ley sobre Reforma a la Educación Superior. Unidad de Estudios, Consorcio de Universidades del
Estado de Chile, Santiago, September 2016, S. 28)

Deutschlands Attraktivität wird auch dadurch erhöht, dass chilenische Schulabgänger als die ein​‐
zigen Schulabgänger Lateinamerikas mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten in der
chilenischen Hochschulzugangsprüfung PSU gleichzeitig auch die Zugangsberechtigung zu deut​‐
schen Hochschulen erwerben, eine Punktzahl, die etwa 17 Prozent aller Studierenden, die die Hoch​‐
schulzugangsprüfung in Chile ablegen, erreichen. Bemerkenswert ist auch, dass Chile schon heute
das lateinamerikanische Land mit der im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zweithöchsten Anzahl von
Studierenden an deutschen Universitäten ist, was sich einerseits mit dem relativ hohen
Durchschnittseinkommen der chilenischen Mittelklasse und andererseits mit den hohen
Studiengebühren in Chile, aber auch mit einem selbst in Lateinamerika außergewöhnlich positiven
Deutschlandbild erklären lässt.

Die Jugendarbeitslosigkeit (Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren) ist in den letzten Jahren
rückläufig und lag bei 15,4 Prozent. Die allgemeine Arbeitslosigkeit lag dagegen nur bei 5,8 Prozent

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(Quelle: Expansión - Datosmacro.com: El desempleo en Chile. 2017 ). Vor allem Bewerber mit keiner
ter​tiären Ausbildung oder einer niederwertigen beziehungsweise nicht akkreditierten Ausbildung
haben Probleme am Arbeitsmarkt. (Im Jahr 2015 waren nach Auskunft des chilenischen Bildungsm​‐
ini​steriums 76 Prozent aller tertiären Studiengänge in Chile nicht akkreditiert.)

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3. Hochschul- und Bildungswesen

a. Historische Entwicklung

Chile ist seit vielen Jahrzehnten eines der wichtigsten Partnerländer des DAAD in Lateinamerika
und rangiert bezüglich der an deutschen Hochschulen eingeschrieben lateinamerikanischen
Studierenden aktuell an fünfter Stelle. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Santiago im Januar 2013
besucht und die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern bekräftigt. Beide Seiten beschlossen
unter anderem, die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Rohstoffe zu vertiefen.
Staatspräsidentin Michelle Bachelet besuchte Deutschland im Oktober 2014, und im Juli 2016
stattete auch der damalige Bundespräsident Joachim Gauck Chile einen Besuch ab.

Bis zum Jahr 1980 gab es in Chile nur einen Hochschultyp, nämlich die Universitäten. Im Jahr
1980/1981 wurde unter der Militärdiktatur eine neue Hochschulrahmengesetzgebung geschaffen,
durch die mittels Abspaltung von regionalen Zweigstellen (vor allem von der Universidad de Chile,
der Universidad de Santiago und der Pontificia Universidad Católica) aus den bis dahin bestehenden
acht Universitäten 17 wurden. Bis 1980 waren alle Universitäten – gleichgültig ob ihre Rechtsform
öffentlich oder privat war – staatlich finanziert. Seit 1980 ist die staatliche Finanzierung der
Hochschulen der Rektorenkonferenz CRUCH kontinuierlich verringert worden, steigt aber durch die
aktuelle Einführung eine Studiengebührenbefreiung inzwischen wieder an.

Außerdem schuf die Hochschulrahmengesetzgebung von 1980/1981 zwei neue Typen von tertiären
Bildungsinstitutionen, nämlich die Centros de Formación Técnica (CFT) und die Institutos
Profesionales (IP). Zudem erlaubte sie die einfache Gründung von neuen Universitäten mit einer
minimalen Aufsicht durch Notariatsakte, während die 27 CRUCH-Universitäten alle auf präsidiale
Erlasse (Dekrete) bzw. Initiativen des Vatikans zurückgehen.

Chile wurde durch die Hochschulrahmengesetzgebung der Militärdiktatur eines der Länder mit der
weltweit höchsten Segregation und mit den höchsten privaten Kosten in der OECD im
Bildungsbereich (Quelle: OCDE: Chile es el tercer país en gastos familiares en educación superior.
Diario Uchile, 24 November 2015).

Eine der Hauptaufgaben, die sich die Regierung von Staatspräsidentin Michelle Bachelet zu Beginn
ihrer Amtszeit im März 2014 stellte, war es daher, umfassende Reformen anzustoßen, um den
Bildungszugang und -erfolg zu verbessern und gleichzeitig die Qualität von Schule, Ausbildung und
Hochschulen zu steigern. Im Bereich der Hochschulen sollen Studiengebühren in öffentlich
geförderten tertiären Bildungseinrichtungen abgeschafft und der generelle Zugang zu tertiärer
Bildung gesichert werden. Das private Abschöpfen von Gewinnen aus mit öffentlichen Mitteln
geförderten Institutionen soll abgestellt werden. Die Hochschulen werden in rein staatliche, in
gemischt öffentlich-private und in rein private Hochschulen aufgeteilt, die jeweils unterschiedlichen
Regeln und Verpflichtungen unterliegen. Rein private Universitäten und möglicherweise auch die
privaten Universitäten innerhalb der Rektorenkonferenz sollen zukünftig keinerlei an die Institutionen
gerichtete öffentliche Mittel mehr erhalten. Dieser Punkt ist besonders umstritten und hängt mit der
Abschaffung des "Aporte fiscal indirecto" (AFI) zusammen. Wegen dieser Abschaffung hat die
Pontificia Universidad Católica inzwischen den chilenischen Staat verklagt. Es handelt sich beim AFI
um eine nachfragorientierte staatliche Hochschulfinanzierung, die an die
Hochschulaufnahmeprüfung "Prueba de Selección Universitaria" (PSU) geknüpft ist: Hochschulen –
unabhängig davon, ob sie formal öffentlich, halböffentlich oder rein privat sind – erhalten für jeden
leistungsstarken Studienanfänger Subventionseinheiten, die vom PSU-Wert abhängen. Diese
Subventionseinheiten werden für die ersten 27.500 Studierenden mit den besten PSU-Werten eines
jeden Jahrgangs vergeben. Der AFI wurde im Jahr 2016 um 50 Prozent gekürzt, wobei die CRUCH-
Universitäten einen staatlichen Ausgleich dafür erhalten haben. Im Jahr 2018 soll der AFI
ganz wegfallen, was vor allem die privaten Universitäten innerhalb und außerhalb des CRUCH
benachteiligt.

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b. Rolle des Staates / Autonomie

Chile ist ein Zentralstaat und die staatliche Finanzierung der Hochschulen kommt aus dem
nationalen Bildungsministerium, das mit einer Subdirektion für tertiäre Bildung (educación superior)
zuständig ist. Die Rolle des Staates war mit den Hochschulrahmengesetzgebungen der Diktatur
1981 und der Ley Orgánica Constitucional de Enseñanza (LOCE) von 1990 auf ein Minimum
beschränkt worden.

Seit 2009 übernimmt der Consejo Nacional de Educación (CNE) die Lizenzierung einer Institution,
die Universität werden möchte, allerdings nur für private Universitäten außerhalb der chilenischen
Rektorenkonferenz und nicht zum Beispiel für die beiden 2015 neu geschaffenen staatlichen
Universitäten in den Regionen Aysén und O’Higgins. Die Lizenzierung ist ein jährlicher Prozess von
mindestens sechs Jahren nach Beginn des Lehrbetriebs an einer neuen Institution und kann einmal
um fünf Jahre verlängert werden. Am Ende des Prozesses steht entweder die Autonomie der neuen
Institution oder ihre Schließung.

Der CNE dient auch als Berufungsinstanz, wenn eine Universität eine Entscheidung der 2006
geschaffenen Comisión Nacional de Acreditación (CNA) bezüglich institutioneller Akkreditierung
(freiwillig) und der Akkreditierung einzelner Studiengänge (freiwillig) anfechten möchte.

c. Hochschulen und Wirtschaft

Die Verbindung von Hochschule und Wirtschaft ist in Chile eher schwach ausgeprägt. Es gibt einige
Hochschulen der funktionalen Eliten, die Spenden erhalten. Das sind vor allem in absteigender
Reihenfolge die Pontificia Universidad Católica, die Universidad de los Andes, die Universidad de
Antofagasta, die Universidad Católica del Norte und die Universidad de Chile, aber auch dieses
Spendenaufkommen ist sein fünf Jahren konstant rückläufig. Es gibt also grundsätzlich wenig
Verständnis für die Wichtigkeit privatwirtschaftlicher Mitfinanzierung von hochschulbasierter
Forschung und Entwicklung. Chiles immer noch stark rohstoffbasierte Wirtschaft kauft sich lieber
Know-how als selbst langfristig in eine wissensgestützte Gesellschaft zu investieren, indem zum
Beispiel verstärkt Auftragsforschung an chilenische Universitäten vergeben würde.

Mitte 2017 hat allerdings der Consejo Nacional de Innovación para el Desarrollo (CNID) einige
Vorschläge vorlegt, wie sich das ändern könnte. So wird zum Beispiel angeregt, dass große
Unternehmen eine Steuer auf ihre Verkäufe abzuführen hätten, die in einen Fond geht und von den
Unternehmen nur zurückgewonnen werden könne, indem sie diese Mittel für Forschung,
Entwicklung und Innovation ausgeben.

Außerdem gibt es selbstverständlich Universitäten, von denen die wirtschaftliche und politische
Führungselite bevorzugt Absolventen rekrutiert. Das sind die Pontificia Universidad Católica und die
Universidad de Chile, die Universidad de los Andes, die Universidad Finis Terrae, die Universidad
Alberto Hurtado, die Universidad de Desarrollo, die Universidad Adolfo Ibáñez und in der
Bergbauregion im Norden die Universidad Católica del Norte.

d. Relevante Institutionen

Ministerio de Educación (www.mineduc.cl)

Das chilenische Bildungsministerium hat eine Abteilung, die für Bildung an Schulen und
Hochschulen zuständig ist. Eine zweite Abteilung ist allein für Vorschulerziehung zuständig. In der
Abteilung für Schulen und Hochschulen gibt es wiederum eine Unterabteilung, die für den
Hochschulbereich verantwortlich ist und folglich auch für die gerade stattfindende Hochschulreform.

Ministerio de Educación - Departamento de Financiamiento Institucional, MECESUP

Ziel des Programms MECESUP 3 ist es, Qualität und Relevanz der chilenischen Hochschulbildung
durch ergebnisbasierte Finanzierungsinstrumente zu erweitern. Es geht also darum, tertiären

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Bildungseinrichtungen zu mehr Exzellenz zu verhelfen. Dies bedeutet, dass eine Institution nach
Auffassung des Programms einerseits exzellent sein kann, weil sie Abgänger ausbildet, die durch
ihre Studium fundiertes Wissen und Kompetenzen erworben haben. Darüber hinaus können tertiäre
Bildungseinrichtungen, vor allem die mit postgradualen Programmen, auch dadurch
Exzellenz belegen, dass sie Forschung und Wissenschaft stärken. Ziel von MECESUP ist es,
Finanzierungsinstrumente für mehr ausbildungs- und forschungsorientierte Institutionen anzubieten,
deren Qualität zu verbessern und dies über Vereinbarungen mit konkreten Zielen und Zeiträumen zu
erreichen.

Chilenische Hochschulrektorenkonferenz CRUCH (www.consejoderectores.cl)

Der 1954 gegründeten chilenischen Hochschulrektorenkonferenz (CRUCH) gehören 27


Universitäten an, davon sind 18 staatlich und neun privat. Bislang gibt es kein Verfahren, mit dem
die etwas über 30 Unive​r​sitäten außerhalb der CRUCH der Rektorenkonferenz beitreten könnten. Es
soll allerdings in der geplanten neuen Hochschulrahmengesetzgebung möglich werden, dass neue
Universitäten aufgenommen werden können und zwar, wenn sie

mindestens 15 Jahre alt sind,


am offiziellen Hochschulzugangssystem (Sistema Unico de Admisón) teilnehmen,
mindestens fünf Jahre (von maximal sieben Jahren) akkreditiert sind,
interne Verfahren der Beteiligung von Studenten und Angestellten an der
Hochschulverwaltung aufweisen und
an der Studiengebührenbefreiung teilnehmen.

Die Rektorenkonferenz muss dann innerhalb von 90 Tagen nach Einreichung des Antrags über den
Beitritt entscheiden. Eine Hochschule gilt als aufgenommen, wenn sowohl das
Erziehungsministerium als auch mindestens 70 Prozent der CRUCH-Mitglieder zustimmen.

Die Rektorenkon​ferenz ist zusammen mit der Universidad de Chile auch für die
Hochschulzulassungsprüfung, die Prueba de Selección Universitaria (PSU), verantwortlich. Dieser
landesweit einheitliche Test besteht aus vier Einzelprüfungen und fragt im Wesentlichen Wissen ab.
Von den über 30 Universitäten außerhalb der CRUCH knüpfen acht die Aufnahme ebenfalls an die
PSU.

Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica - CONICYT (www.conicyt.cl) /


Becas Chile (www.becaschile.cl)

Die beiden wichtigsten Förderinstrumente von CONICYT sind der "Fondo Nacional de Desarrollo
Científico y Tecnológico" (Fondecyt) und der "Fondo de Financiamiento de Centros de Investigación
en Áreas Prioritarias" (Fondap).

Über die Ausschreibung von Fondecyt werden Forschungsprojekte im Bereich von Grundlagen-
und angewandter Forschung finanziert, die zu neuen Erkenntnissen oder Anwendungen führen und
zwei bis vier Jahre dauern können. Die zur Verfügung stehenden maximalen jährlichen Mittel
betragen 57.000.000 US-Dollar - (etwa 75 000 Euro). Zusätzlich erhalten die Institutionen, an denen
Fondecyt-Wissenschaftler arbeiten, noch Verwaltungsmittel sowie Mittel für die
Forschungsinfrastruktur. CONICYT hat 2013 insgesamt 631 Fondecyt-Projekte gefördert, 2015 noch
581 und im Jahr 2017 waren es nur noch 517. (Quelle: CONICYT, 2017)

Die Zielsetzung des 1997 gegründeten Fondap lautet, schon etablierte und erfolgreiche
Forschungsgruppen in für das Land wichtigen Forschungsfeldern zu verstärken, indem ihnen für fünf
Jahre (mit der Möglichkeit einer einmaligen weiteren fünfjährigen Förderung) jährliche Mittel von bis
zu 900.000.000 Pesos (etwa 1.180.000 Euro) zur Verfügung gestellt werden. Seit Beginn des
Programms wurden bis heute 18 Fondap-Zentren gefördert. Das Programm entspricht am ehesten
einem deutschen Sonderforschungsbereich.

Im Jahr 2008 hatte Staatspräsidentin Michelle Bachelet das nationale Stipendienprogramm Becas
Chile initiiert. Das Besondere und Neue an diesem Programm war und ist nicht nur seine gute
finanzielle Ausstattung, sondern auch die Tatsache, dass es sich an Interessierte aller

14
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Fachrichtungen und Gesellschaftsschichten wendet, um einer signifikant höheren Zahl von


Graduierten, Wissenschaftlern und Forschern einen Studien- oder Forschungsaufenthalt im Ausland
zu ermöglichen. Es werden sowohl Stipendien für Master- als auch für Promotionsstudien vergeben.

Im Mai 2013 unterzeichnete der DAAD nach 2009 zum zweiten Mal ein kofinanziertes
Stipendienprogramm mit Becas Chile, das dann Anfang März 2014 nach vier Jahren Pause erneut
gemeinsam ausgeschrieben wurde. Seitdem haben drei Auswahlrunden stattgefunden, in denen pro
Jahr zwischen 20 und 27 Kandidaten zur Förderung vorgeschlagen wurden.

e. Gesamtzahl der tertiären Bildungseinrichtungen, Hochschullisten, Datenbanken

Das chileniche Hochschulsystem verfügt augenblicklich über 61 Universitäten, von denen allerdings
nur 46 institutionell akkreditiert sind und drei sich im Prozess der Schließung befinden (Universidad
del Mar, UCINF und Universidad Arcis). Das heißt, man sollte real von 58 Universitäten ausgehen.
Etwa 64 Prozent aller chilenischen Studierenden an den 46 akkreditierten Universitäten befinden
sich im Großraum Santiago, Valparaíso, Viña del Mar, in dem 44 Prozent der Bevölkerung leben.
Weitere 26 Prozent studieren im südlich von Santiago gelegenen Teil Chiles und nur etwa knapp
10 Prozent im chilenischen Norden.

Es gibt eine Webseite, die regelmäßig über Rankings informiert, in denen chilenische Universitäten
gemessen werden: www.orientachile.cl/index.php/category/rankings/
und eine weitere Webseite mit statistischen Informationen zum chilenischen
Hochschulsystem: www.mifuturo.cl/index.php/academicos-einvestigadores

Die Zeitschrift Qué pasa verfasst ein Hochschulranking, welches Studienanfängern Orientierung
für die Studienwahl bieten soll. Es bewertet die nationalen Hochschulen nach verschiedenen
Kriterien und stellt darüber hinaus für zehn ausgewählte Studiengänge die besten zehn
Universitäten vor.

Laut diesem Ranking sind 2016 die 15 besten chilenischen Universitäten (in der aufgeführten
Reihenfolge:

1. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)


2. Universidad de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)
5. Universidad Adolfo Ibáñez
6. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
7. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)
8. Universidad de los Andes
9. Universidad Austral de Chile (CRUCH)
10. Universidad de Talca (CRUCH)
11. Universidad Diego Portales
12. Universidad de Valparaíso (CRUCH)
13. Universidad de la Frontera (CRUCH)
14. Universidad de Desarrollo
15. Universidad Católica del Norte (CRUCH)

Außerdem existiert ein Ranking der Zeitschrift América Economía. Dort sind 2016 die 15 besten
chilenischen Universitäten in dieser Reihenfolge:

1. Universidad de Chile (CRUCH)


2. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)
5. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
6. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

7. Universidad Austral de Chile (CRUCH)


8. Universidad de Talca
9. Universidad Diego Portales
10. Universidad Adolfo Ibañez
11. Universidad de la Frontera (CRUCH)
12. Universidad de los Andes
13. Universidad Católica del Norte (CRUCH)
14. Universidad de Valparaíso (CRUCH)
15. Universidad Andrés Bello

Nicht zuletzt gibt es auch noch das Ranking der Grupo de Estudios Avanzados Universitas vom
Jahr 2016. Es handelt sich dabei um einen interessanten Ansatz, da es ein Qualitätsranking der
Lehre im grundständigen Bereich bietet und eine Klassifizierung der chilenischen Universitäten nach
vier Gruppen vornimmt, die dann innerhalb einer Gruppe gerankt werden:

1. ohne Promotion (sin doctorados) – reine Lehruniversitäten


2. ohne Promotion (sin doctorados) – Lehruniversitäten mit einzelnen Forschungsinteressen
3. mit Promotion (con doctorados) – Forschungsuniversität mit Promotion in einigen Bereichen
(weniger als sieben Promotionsprogramme in weniger als drei Wissensgebieten)
4. mit Promotion (con doctorados) – Forschungsuniversität mit Promotion (mehr als sieben
Promotionsprogramme in mehr als drei Wissensgebieten)

Nach diesem Ranking sind die Gruppe 4 und 3 (also die beiden besten Gruppen) folgendermaßen
mit chilenischen Universitäten besetzt:

Forschungsuniversitäten mit Promotion (mehr als sieben Promotionsprogramme in mehr als drei
Wissensgebieten)

1. Pontificia Universidad Católica de Chile (CRUCH)


2. Universidad de Chile (CRUCH)
3. Universidad de Concepción (CRUCH)
4. Universidad Austral de Chile (CRUCH)
5. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso (CRUCH)
6. Universidad de Santiago de Chile (CRUCH)

Forschungsuniversitäten mit Promotion in einigen Bereichen (weniger als sieben


Promotionsprogramme in weniger als drei Wissensgebieten)

7. Universidad Técnica Federico Santa María (CRUCH)


8. Universidad de la Frontera (CRUCH)
9. Universidad de Talca (CRUCH)
10. Universidad Adolfo Ibañez
11. Universidad Católica del Norte (CRUCH)
12. Universidad de los Andes
13. Universidad del Bío-Bío (CRUCH)
14. Universidad Diego Portales
15. Universidad de Valparaíso (CRUCH)
16. Universidad de Tarapaca (CRUCH)
17. Universidad de la Serena (CRUCH)
18. Universidad de Antofagasta (CRUCH)
19. Universidad de Alberto Hurtado (Jesuiten)
20. Universidad Andrés Bello
21. Universidad Católica de Temuco (CRUCH)
22. Universidad de los Lagos (CRUCH)

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

f. Merkmale und Unterschiede von Hochschultypen

Als tertiäre Bildungseinrichtungen in Chile zählen Universitäten (staatliche und private,


formal insgesamt 61, real 58), Berufsschulen (IP – Institutos Profesionales, insgesamt 43) und
technische Berufsschulen (CFT – Centros de Formación Técnica, insgesamt 49). Die technischen
Berufsschulen gelten als wenig attraktiv und werden als Notlösung für den Nachwuchs betrachtet
(oft aus finanziellen Gründen, da die hohen Studiengebühren der Universitäten nicht finanziert
werden können), wenngleich die Regierung gerade in diesem Sektor besonderen Reform- und
Aufwertungsbedarf sieht.

Von den heute bestehenden insgesamt 58 chilenischen Universitäten zählen 27 zur Gruppe der
CRUCH, davon sind 18 staatlich und neun privat (Gruppe der sogenannten „traditionellen“ privaten
Universitäten G 9; dazu zählt zum Beispiel die katholische Pontifcia Universidad Católica oder
auch die regionalen Universitäten UTFSM, Concepcón und Austral). Alle zusammen bezeichnen
sich selbst als am Gemeinwohl orientierte „universidades públicas“. Die rein privaten Universitäten –
augenblicklich 31 – die seit 1981/1982 in der Phase des Übergangs vom Pinochet-Regime zur
Demokratie gegründet wurden, haben von 1981 bis 2013 immer nur an Bedeutung gewonnen und
fallen erst seit der erzwungenen Schließung dreier dieser Universitäten (Universidad del Mar,
Universidad UCINF und Universidad Arcis) etwas zurück. Noch 2013 entfielen 58,6 Prozent aller
Matrikel auf diese Universitäten, während die CRUCH-Universitäten die verbleibenden Matrikel von
41,4 Prozent hielten. Inzwischen im Jahr 2016 halten die Nicht-CRUCH-Universitäten nur noch
52,8 Prozent aller Matrikel und die CRUCH-Universitäten die verbleibende Matrikel von
47,2 Prozent.

Hier einige Daten für das Jahr 2016 in der Übersicht:

insgesamt eingeschriebene Studierende: 1.161.222

Hochschulbildung:

innerhalb CRUCH (27)

staatliche Universitäten (18): 167.578 Studierende (14,4 Prozent)


private Universitäten G9 (9): 137.047 Studierende (11,8 Prozent)
gesamt: 304.625 Studierende (26,2 Prozent)

außerhalb CRUCH (34)

private Universitäten SUA (Anm. 1): 119.351 Studierende (10,3 Prozent)


private Universitäten: 221.358 Studierende (19,1 Prozent)
gesamt: 340.709 Studierende (29,4 Prozent)

Berufsausbildung:

IPs (43): 377.910 Studierende (32,5 Prozent)


CFTs (49): 137.978 Studierende (11,9 Prozent)
515.888 Studierende (44,4 Prozent) (Anm. 2)

Die Bewerber werden entsprechend ihrem Ranking in der PSU aufgenommen (faktischer Numerus
Clausus). Von den 31 Universitäten außerhalb der CRUCH knüpfen acht Universitäten die
Aufnahme ebenfalls an die PSU. Die anderen Universitäten akzeptieren auch Studienbewerber, die
die PSU nicht abgelegt haben bzw. fordern keine Mindestpunktzahl.

Anm. 1: Sistema único de admisión (SUA), private Universitäten, die am Aufnahmesystem durch die
PSU partizipieren sind: Universidad Diego Portales, Universidad Mayor, Universidad Finis Terrae,
Universidad Andrés Bello, Universidad Adolfo Ibáñez, Universidad de los Andes, Universidad del
Desarrollo und Universidad Alberto Hurtado

Anm. 2: Quellen: www.cned.cl sowie für Zahlen von Universitäten, IPs und CFTs: www.mifuturo.cl

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

g. Akademische Schwerpunkte

Am stärksten nachgefragt am DAAD-Informationszentrum Santiago de Chile war in den Jahren 2013


bis 2015 der Fächerbereich Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften mit 36,9 Prozent – im
Einzelnen: Ingenieurwissenschaften (18,6 Prozent), Mathematik und Naturwissenschaften (11,9
Prozent) sowie Architektur und Bau (6,4 Prozent).

Besonderes Interesse galt ebenfalls der Fächergruppe der Kunst- und Geisteswissenschaften mit
29,1 Prozent – unter anderem: Kunst und Musik (17,7 Prozent), Sprach- und Kulturwissenschaften
(9,3 Prozent), Germanistik (0,3 Prozent).

Zuletzt gibt es auch immer viele Anfragen nach den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
mit 18,8 Prozent.

Im Bereich der Life-Sciences verzeichnete der DAAD in Chile einen Anteil von 12,9 Prozent der
Anfragen: Humanmedzin / Gesundheitswissenschaften (8,0 Prozent), Agrar-, Forst und
Ernährungswissenschaften, Ökologie (3,7 Prozent) und Veterinärmedizin (0,7 Prozent). Auf die
Sportwissenschaften entfielen 0,5 Prozent der Anfragen.

(Quelle: Interne Statistik DAAD- Informationszentrum Santiago de Chile)

h. Finanzierung der Hochschulen

Diagramm 5: Bildungsausgaben in Prozent

Gesamtgesellschaftliche Bildungsausgaben (öffentlich) in Prozent des BIP


Anteil der jährlichen Bildungsausgaben in Prozent der Regierungsausgaben insgesamt
Anteil der jährlichen Ausgaben für tertiäre Bildung in Prozent der Regierungsausgaben für Bildung insgesamt

Quellen: The World Bank. Data, UNESCO Institute of Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Kennzahl 9: Bildungsausgaben in Prozent

Gesamtgesellschaftliche Bildungsausgaben (öffentlich) in


Prozent des BIP (2013) 4,56
Anteil der jährlichen Bildungsausgaben in Prozent der
Regierungsausgaben insgesamt (2013) 19,07
Anteil der jährlichen Ausgaben für tertiäre Bildung in
Prozent der Regierungsausgaben für Bildung insgesamt
(2013) 25,61
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Nach OECD-Daten beliefen sich die öffentlichen Ausgaben für den tertiären Bildungssektor in Chile
im Jahr 2010 nur auf 22,1 Prozent, während diese im OECD-Vergleich im Mittel bei
68,4 Prozent lagen. Der "Educaction Policy Outlook Chile" (2013) der OECD stellt darüber hinaus
fest, dass in Chile der Anteil der direkten öffentlichen Finanzierung des tertiären Bereichs nur
59,6 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben für den tertiären Sektor ausmachte. Dieser Anteil
lag im OECD-Vergleich im Durchschnitt bei 78,3 Prozent. Von den indirekten öffentlichen Ausgaben
für den tertiären Sektor entfielen 15,5 Prozent auf Stipendien und 20,3 Prozent auf Kredite, während
das im OECD-Vergleich 11,4 bzw. 9,8 Prozent waren.
Seit 2010 und besonders seit der Einführung einer Studiengebührenbefreiung für Studierende der
unteren Einkommensdezile unternimmt Chile jedoch vermehrt Anstrengungen, den Anteil der
öffentlichen Ausgaben für den tertiären Sektor deutlich zu erhöhen.

Die letzten verfügbaren Zahlen bezüglich des staatlichen Anteils an der Finanzierung von
Hochschulbildung stammen aus dem Jahr 2015 - also noch aus der Zeit vor der Einführung der
Studiengebührenbefreiung für 32 von 58 Universitäten. Es muss grundsätzlich unterschieden
werden einerseits zwischen einer staatlichen Finanzierung der Studierenden und einer
Finanzierung der Institutionen und andererseits zwischen den drei unterschiedlichen Gruppen von
Universitäten, wobei sehr deutlich wird, dass die privaten Universitäten außerhalb der
Rektorenkonferenz am wenigsten Mittel erhalten:

1. staatliche Universitäten in der Rektorenkonferenz

durchschnittlich 16,3 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Studierenden
durchschnittlich 17,2 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Institution
zusammen: 33,5 Prozent

2. private Universitäten in der Rektorenkonferenz

durchschnittlich 14,0 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Studierenden
durchschnittlich 12,4 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Institution
zusammen: 26,6 Prozent

3. private Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz

durchschnittlich 23,5 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Studierenden
durchschnittlich 1,2 Prozent ihrer Einnahmen stammen aus einer staatlichen Finanzierung
der Institution
zusammen: 24,7 Prozent

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

(Quelle: Chilenischer Rechnungshof / Contraloria: Financiamiento Fiscal a la Educación Superior )

Präsidentin Bachelet hat allerdings im Juni 2017 ein neues Gesetzesvorhaben, das nur die
staatlichen Universitäten betrifft, unterzeichnet. Falls dieses Gesetz im parlamentarischen Verfahren
Erfolg haben sollte, würden zwei neue Fonds nur für öffentliche Hochschulen geschaffen – also für
die Institutionen, die auch heute schon die meisten staatlichen Gelder erhalten. Einer der Fonds soll
unbegrenzt wirksam sein und ein zweiter für eine Dauer von zehn Jahren, so dass damit zu rechnen
ist, dass der öffentliche Finanzierungsanteil des Haushaltes der staatlichen Universitäten steigt.

Die staatlichen Bildungsausgaben in Chile sind durch die große öffentliche Aufmerksamkeit für das
Thema seit 2010 stark gestiegen und steigen weiter. Besonders wichtig für die öffentliche Meinung
waren ein von Staatspräsidentin Bachelet in ihrer ersten Amtszeit angeforderter OECD-Bericht zur
Situation der Bildung in Chile aus dem Jahr 2009 und die massiven studentischen Proteste seit
2011. Michelle Bachelet hat in der Folge zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit im Mai 2014 einen
Gesetzesentwurf unterzeichnet, der einen historischen Kurswechsel in der Bildungspolitik einleitete.
Sie begann im ersten Halbjahr ihrer aktuellen Amtszeit mit grundlegenden Reformen in der Primar-
und Sekundarschulbildung, die erstens die Aufnahmebedingungen an den Schulen regulieren
(Bekämpfung der Selektion zugunsten von Schülern mit hohem Bildungskapital aus dem
Elternhaus), zweitens die Kofinanzierung durch die Eltern abbauen und drittens das Abschöpfen von
Gewinnen in mit öffentlichen Mitteln geförderten privaten und staatlichen Schulen unterbinden soll.
Im zweiten Halbjahr 2014 sollte die Reform des Hochschulsektors angegangen werden. Allerdings
beschäftigte die Schulreform die chilenische Regierung durch das ganze Jahr 2014 und schaffte erst
im Januar 2015 den Weg durch beide Kammern, so dass die Hochschulreform zurückstehen
musste. Seit Mitte 2015 ist nun das Thema Reform der Hochschulrahmengesetzgebung Hauptthema
der bildungspolitischen Debatte. Schwierigkeiten bereitet neben heftigem Widerstand von Seiten der
Opposition und eines Teils der Studierenden, dass auch innerhalb der Regierungskoalition vor allem
bei den Christdemokraten erhebliche Vorbehalte gegenüber Teilen der Reformpläne bestehen.

Noch ist die Situation so, dass die chilenische Rektorenkonferenz CRUCH, also 27 der insgesamt 61
(bzw. real 58) chilenischen Universitäten, etwa 47 Prozent der Studierenden repräsentiert, die
Hochschulzugangsprüfung für 33 chilenische Hochschulen bestimmt und Zugang zu exklusiven
staatlichen Zuwendungen garantiert. In der Rektorenkonferenz sind 18 staatliche und neun private
Hochschulen zusammengefasst und zwar alle, die schon vor der Hochschulgesetzgebung von 1981
existierten. 31 weitere Hochschulen, die nach 1981 gegründet wurden, bleiben ausgeschlossen, da
es bislang keinen Verfahren gibt, das es erlauben würde, weitere Universitäten in die
Rektorenkonferenz aufzunehmen. Das sollte sich mit der geplanten Reform ändern, fiel 2017 aber
dem Lobbying der Rektoren vor allem der staatlichen Universitäten zum Opfer. Damit haben die
Universitäten innerhalb der Rektorenkonferenz bessere Finanzierungsmöglichkeiten, denn sie haben
Zugang zum "Aporte fiscal directo" (AFD), einer staatlichen Grundfinanzierung, und zum "Fondo
solidario de crédito universitario", einem Kreditsystem nur für Studierende der CRUCH-
Universitäten. Die privaten Universitäten außerhalb der CRUCH haben diese
Finanzierungsmöglichkeiten nicht.

Erschwerend kommt für die privaten, nicht der Rektorenkonferenz angehörenden


Universitäten hinzu, dass der "Aporte fiscal indirecto" (AFI) 2017 stark reduziert wurde und
2018 abgeschaffen werden soll. Es handelt sich dabei um eine vom Staat geleistete,
nachfrageorientierte Hochschulfinanzierung, die an die Hochschulaufnahmeprüfung PSU geknüpft
war: Hochschulen – unabhängig davon, ob sie formal öffentlich, halböffentlich oder rein privat sind –
erhalten für jeden leistungsstarken Studienanfänger Subventionseinheiten, die vom PSU-Wert
abhängen. Diese Subventionseinheiten werden für die ersten 27.500 Studierenden mit den besten
PSU-Werten eines jeden Jahrgangs vergeben.

Im Bereich der Hochschulen soll die Reform ebenfalls die Qualität der Bildung erhöhen,
Studiengebühren in öffentlich geförderten tertiären Bildungseinrichtungen abschaffen und den
generellen Zugang zur Bildung sichern. Wie im Schulsektor soll zudem das private Abschöpfen von
Gewinnen aus mit öffentlichen Mitteln geförderten Institutionen abgestellt werden.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Seitdem im Juli 2015 das Dokument „Grundlagen einer Reform des Nationalen Hochschulsystems“
(Bases para la reforma al Sistema Nacional de Educación Superior) veröffentlicht wurde, sind die
Grundzüge der geplanten Reform bekannt.

Bei dieser Reform handelt es sich um:

1. eine neue Rahmengesetzgebung


2. ein reformiertes allgemeines System des Hochschulzugangs
3. ein reformiertes Qualitätssicherungssystem
4. ein neues System der Grundfinanzierung der Hochschulen
5. eine neue Aufsichtsbehörde für Hochschulbildung.

Die Hochschulen werden in rein öffentliche, in gemischt öffentlich-private und in rein private
Hochschulen aufgeteilt, die jeweils unterschiedlichen Regeln und Verpflichtungen unterliegen. Rein
private Universitäten sollen zukünftig keinerlei öffentliche Mittel mehr erhalten. Dieser Punkt ist
besonders umstritten. Es bleibt abzuwarten, ob eine größere Anzahl von privaten Universitäten
außerhalb der Rektorenkonferenz CRUCH bereit sein wird, sich einer sehr viel stärkeren staatlichen
Regulierung zu unterwerfen, um weitere staatliche Mittel zu erhalten oder ob sie für den Erhalt von
Autonomie den Weg wählen, auf staatliche Mittel ganz zu verzichten. Einige angesehene
Universitäten haben schon angekündigt, dass sie unter den augenblicklichen Bedingungen seitens
der Regierung dem System der Studiengebührenbefreiung nicht beitreten. Es haben sich bisher
auch nur fünf der 33 privaten Universitäten zum Beitritt entschlossen und zwei (Universidad Diego
Portales und Universidad Alberto Hurtado) erwägen schon wieder den Austritt. Es besteht ebenfalls
die Forderung, dass neben der geplanten Studiengebührenbefreiung ein parallel existierendes
staatliches Stipendien- und Kreditsystem für die Universitäten erhalten bleibt, die an der
Abschaffung der Studiengebühren nicht teilnehmen wollen oder können, da immerhin 53 Prozent der
chilenischen Studierenden nicht an Universitäten der Rektorenkonferenz CRUCH studieren.

Studiengebühren

An allen Hochschulen in Chile werden Studiengebühren verlangt. In der OECD war Chile bislang –
nach Japan und Südkorea – sogar das Land mit den höchsten privaten Kosten für eine tertiäre
Ausbildung. Die jährlichen Studiengebühren lagen je nach Studiengang zwischen etwa 2.500 Euro
(BWL als günstiger Studiengang) und rund 10.000 Euro (die teuersten Medizinstudiengänge). Dabei
gab es bis Mitte 2016 keine wesentlichen Unterschiede zwischen den nichttraditionellen privaten
Universitäten, sowie den traditionellen privaten Universitäten und den staatlichen Universitäten
innerhalb der Rektorenkonferenz CRUCH. Wichtiger waren regionale Unterschiede: so lagen die
Studiengebühren in der Metropolenregion Santiago bei durchschnittlich 4.500 Euro pro Jahr und in
der armen Region Aysén bei 2.100 Euro. Die Regierung hat sich allerdings seit 2014 auf den Weg
gemacht, Studiengebühren an Universitäten, die staatliche Mittel erhalten wollen (also nicht nur an
öffentlichen Hochschulen), schrittweise abzuschaffen. Dabei wird ein System der
Einkommensdezile, die sozioökonomischen Sektoren entsprechen, zugrunde gelegt. Sie werden
bestimmt, indem das Familieneinkommen zusammengerechnet und durch die Anzahl der Personen
geteilt wird. Das Dezil 1 bis zu 48.750 Pesos pro Person repräsentiert den ärmsten und das Dezil
10, also über 611.729 Pesos, pro Person den reichsten Sektor.

Mit der seit Mitte 2016 eingeführten Studiengebührenbefreiung für 32 von 61 (bzw. real 58)
Universitäten, die sich dem System angeschlossen haben, geht eine staatliche Festlegung und
Finanzierung von Studiengebühren je nach Studiengang einher. Eine komplementäre Finanzierung
durch Studienbeiträge ist verboten. Die Kosten eines Studiengangs unterliegen damit einer
bürokratischen Deckelung, womit die Autonomie und eine kostendeckende Finanzierung der
Hochschulen gefährdet sind. Außerdem wird kritisiert, dass das parallele System von
Studiengebührenfreiheit für die Dezile 1 bis 5 sowie von ebenfalls staatlich festgelegten
Referenzstudiengebühren +20 Prozent oder +60 Prozent zusätzlicher Studiengebühren für die
Dezile 6 bis 9 und völliger Freiheit bei der Höhe der Studiengebühren für das höchste
Einkommensdezil 10 nur schwer vermittelbar sei und unter Studierenden zu
Diskriminierungsgefühlen und weiterer Segregation führe.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Referenzstudiengebühren

Der chilenische Staat legt für alle von der nationalen Akkreditierungskommission (CNA)
akkreditieren Studiengänge eine Referenzstudiengebühr (arancel de referencia) fest, die den
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert (return of investment) und die Kosten des betreffenden
Studiengangs berücksichtigt. Bei großen staatlich gestützten Kreditsystemen (Fondo solidario und
CAE, siehe unten) werden immer nur maximal 100 Prozent dieser Referenzstudiengebühren
übernommen, während die realen Studiengebühren an den CRUCH-Universitäten im Durchschnitt
um 700.000 Pesos höher liegen.

Stipendien

Die meisten Stipendienprogramme sind an bestimmte sozioökonomische Voraussetzungen


gebunden, die von den Einkommensverhältnissen der Eltern abhängen. Die Klassifikation basiert
auf einem System von 20 Prozent-Schritten (sogenannten Quintilen). Es sind im Allgemeinen
entweder die niedrigsten drei oder die niedrigsten vier Fünftel der Einkommensklassen zur
Stipendienbewerbung zugelassen, also eine ziemlich breite Bevölkerungsgruppe. Dabei wird zur
Bestimmung das gesamte verfügbare Familieneinkommen zusammengerechnet und durch die Zahl
der Familienmitglieder geteilt (im Einzelnen siehe: Universia - Chile, 2015).

Es gibt in Chile aktuell zwölf verschiedene nationale Stipendienprogramme:

zwei dieser Programme verfolgen das Ziel, mehr und bessere Schulabgänger zum
Lehramtsstudium zu bewegen. Mit einem Ergebnis ab 600 Punkten in der
Hochschulzulassungsprüfung PSU werden die realen Studiengebühren und
die Immatrikulationsgebühren vollständig vom Staat übernommen (becas vocación de
profesor). Zwei Besonderheiten charakterisieren diese Stipendienprogramme: erstens gibt es
ab 700 Punkten in der PSU auch ein Teilstipendium für die Lebenshaltungskosten und
zweitens können sich Schulabgänger aller Einkommensklassen bewerben, es gibt also keine
sozioökonomischen Zugangsbeschränkungen. – Darüber hinaus existieren:
ein Stipendienprogramm für Kinder von Schullehrern aus den ersten vier
Einkommensgruppen mit wenigstens 500 Punkten in der PSU und einem Notendurchschnitt
von mindestens 5,5 (aus einer Skala von 1 bis 7, wobei 7 die Bestnote darstellt) in der
Sekundarstufe
zwei Stipendienprogramme für die ersten vier Einkommensgruppen mit besonders guten
PSU-Ergebnissen: eine Maximalübernahme von Studiengebühren bis zu 1.150.000 Pesos
(augenblicklich circa 1.600 Euro)
ein Stipendienprogramm für Studienanfänger an CRUCH-Universitäten aus den ersten drei
Einkommensgruppen bei Erreichen von mindestens 500 (Quintil I), 525 (Quintil II) bzw. 550
(Quintil III) Punkten in der PSU
ein Programm zur Übernahme der Referenzstudiengebühren für die ersten drei
Einkommensgruppen bei Erreichen von mindestens 500 (Quintil I), 525 (Quintil II) bzw. 550
(Quintil III) Punkten in der PSU
drei Stipendienprogramme für technische Studiengänge (Quintil I-III)
ein Stipendienprogramm (100 Plätze) für Studierende aus anderen lateinamerikanischen
Ländern und der Karibik aus den ersten drei Einkommensstufen
ein Stipendienprogramm für Studierende mit körperlicher Behinderung aus den ersten drei
Einkommensklassen und einem PSU-Ergebnis von mindestens 5,0
ein Stipendienprogramm (Vollstipendium) für Opfer/Kinder von Opfern der Militärdiktatur
(‘Beca reparación’).

Kredite

Fondo solidario de crédito universitario:


Der Fondo solidario de crédito universitario ist ein 1981 während der Militärdiktatur geschaffener
Studienkredit, der nur Studierenden der 27 CRUCH-Universitäten zusteht, die wenigstens 475

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Punkte in der staatlichen Hochschulzugangsprüfung PSU erreicht haben. Er wird mit 2 Prozent
verzinst.

Crédito con aval del Estado (CAE):


Seit 2005 können alle chilenischen Studierenden an allen vom Consejo Nacional de Educación
anerkannten Hochschulen einen Studienkredit ab 200.000 Pesos bis zu einem Maximum, nämlich
den staatlich festgelegten Referenzstudiengebühren, erhalten. Er wurde bis 2011 mit 5,8 Prozent
verzinst und seitdem mit 2 Prozent. Der CAE soll abgeschafft und durch ein Kreditsystem ohne
Bankenbeteiligung ersetzt werden, es ist allerdings unklar, ob dieser Plan durchgesetzt werden
kann.

Aporte fiscal indirecto (AFI)

Ein Teil der vom Staat geleisteten Hochschulfinanzierung ist „nachfrageorientiert“ und an die PSU-
Ergebnisse geknüpft: Hochschulen – unabhängig davon, ob sie formal "öffentlich", "halböffentlich"
oder rein privat und (zum Teil verdeckt) gewinnorientiert sind – erhalten für jeden leistungsstarken
Studienanfänger Subventionseinheiten namens 'Aporte fiscal indirecto', die vom PSU-Wert
abhängen. Diese Subventionseinheiten werden für die ersten 27.500 Studierenden mit den besten
PSU-Ergebnissen eines jeden Jahrgangs vergeben. Bewerber mit hoher PSU-Zahl erhalten in der
Regel Gebührennachlässe von ihren Universitäten, da diese vom Staat für jeden dieser
Studienbewerber ihrerseits Subventionen erhalten. 2015 gehen über 75 Prozent dieser Mittel an
zehn Universitäten (mehrheitlich CRUCH-Universitäten: Universidad de Chile, Pontificia Universidad
Católica, Universidad de Concepción, Universidad Técnica Federico Santa María, Universidad
Adolfo Ibáñez, Universidad de Santiago de Chile, Universidad Católica de Valparaiso, Universidad
de los Andes, Universidad Diego Portales, Universidad Andrés Bello). 52 Prozent an vier weitere
Universitäten. (Quelle: La Tercera, 2015)

Aporte fiscal directo (AFD)

Nur die CRUCH-Universitäten haben zusätzlich noch Zugang zu direkter staatlicher


Finanzierung (Aporte fiscal directo), die zu 95 Prozent nach einem historischen Schlüssel und zu nur
5 Prozent nach kompetitiven Kriterien (wie zum Beispiel Ratio Studierende : Professoren, Anzahl der
Dozenten mit postgradualen Titeln, Anzahl der Forschungsprojekte und Promotionsprogramme,
Forschungsleistungen) ausgeschrieben werden. Daher erklärt sich auch ein gewisser
Monopolcharakter der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH, die kein Interesse daran hatte,
weitere Universitäten in ihre Reihen aufzunehmen. Dabei erhalten von den insgesamt etwa 274 Mio.
Euro ungefähr fünf der 25 CRUCH-Universitäten knapp 50 Prozent dieser Mittel.

Spenden

Eine weitere potentielle Einnahmequelle der chilenischen Universitäten sind Spenden von zum
Beispiel ehemaligen Schülern, Unternehmen oder Stiftungen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt
knapp 16,8 Mrd. Pesos (etwa 23 Mio. Euro) gespendet, wobei 80 Prozent dieser Gelder an
zehn Universitäten gingen. Das Hochschulspendenaufkommen ist seit fünf Jahren rückläufig.

Private Universitäten:
5.550 Mio. Pesos (ca. 7,5 Millionen Euro) = 33 Prozent

G 9:
7.735 Mio. Pesos = 46 Prozent

Staatliche Universitäten:
3.509 Mio. Pesos = 21 Prozent

56,7 Prozent der Gesamtsumme der Spenden entfiel im Jahr 2016 auf nur drei Universitäten:

Universidad Católica (CRUCH, privat G 9):


5.461 Mio. Pesos (ca. 7,5 Mio. Euro) = 32,5 Prozent

23
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Universidad de los Andes (privat):


2.899 Mio. Pesos (ca. 3,9 Mio. Euro) = 17,2 Prozent
Universidad de Antofagsta (CRUCH, staatlich):
1.170 Miio. Pesos (ca. 1,6 Mio. Euro) = 7,0 Prozent
Universidad Católica del Norte (CRUCH, privat G 9):
971 Mio. Pesos (ca. 1,3 Mio. Euro) = 5,7 Prozent
Universidad de Chile (CRUCH, staatlich):
964 Mio. Pesos (ca. 1,3 Mio. Euro) = 5,7 Prozent
Universidad Alberto Hurtado (privat):
572 Mio. Pesos (ca. 0,8 Mio. Euro) = 3,4 Prozent
Universidad del Desarollo (privat):
501 Mio. Pesos (ca. 0,7 Mio. Euro) = 3,0 Prozent
Universidad Federico Santa Maria (CRUCH, privat G 9):
448 Mio. Pesos (ca. 0,6 Mio. Euro) = 2,7 Prozent
I. Escuela Marina Mercante:
350 Mio. Pesos (ca. 0,5 Mio. Euro) = 2,1 Prozent
Universidad Adolfo Ibañez:
288 Mio. Pesos (ca. 0,4 Mio. Euro) = 1,7 Prozent
alle weiteren Universitäten:
20 Prozent

(Quelle: El Mercurio, 02.05.2017, Seite C6)

Es gibt keinen Unterschied der Studiengebühren für In- oder Ausländer.

i. Der Lehrkörper

Das akademische Personal hat seit der großen Reform des Hochschulsektors durch die
Militärregierung 1980 keinen Beamtenstatus mehr. An den meisten Universitäten gibt es heute
sowohl Hochschullehrer mit Dauerstellen als auch Hochschullehrer mit befristeten Verträgen. Die
Karrierestufen für Hochschullehrer auf Dauerstellen sind „Instructor“, „Profesor Asistente“, „Profesor
Asociado“ und als höchste Stufe der „Profesor Titular“. Im Durchschnitt verfügt rund ein Drittel der
Hochschullehrer über einen Magisterabschluss oder ist promoviert. Da die Universitäten ihre
Forschungsaktivitäten ausbauen wollen, stellt die Weiterqualifika​tion ihres Personals eine wichtige
Zukunftsaufgabe dar, die jedoch durch rückkehrende Stipendiaten von Becas Chile und
internationale Ausschreibungen ohne größere Probleme gemeistert wird.

Eine Habilitationsordnung existiert nicht. Den Titel „Profesor Titular“ erlangt man über Dauer der
Anstellung und Anzahl von Publikationen wie Qualität von Forschungsprojekten.

Eine Hochschulkarriere ist an den 27 Hochschulen der Rektorenkonferenz und an den maximal
etwa zehn qualitativ hochwertigen Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz sozial angesehen
und auch finanziell attraktiv.

j. Hochschulzugang

Schule

In Chile bestehen acht Jahre Schulpflicht; eine Aufgliederung in verschiedene Schultypen existiert
nicht. Es gibt allerdings eine Unterscheidung nach der Finanzierung: die rein staatlich finanzierten
Schulen (Colegios municipales: 34,8 Prozent der Schüler), die staatlich subventionierten
Privatschulen (Colegios subvencionados particulares: 53,7 Prozent der Schüler) sowie die gänzlich
privat finanzierten Schulen (Colegios privados: 10,4 Prozent der Schüler). Zwischen diesen Schulen
besteht ein deutliches Qualitätsgefälle. (Quelle: La Tercera, 2016).

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Hochschulzugang

Nach zwölf Jahren Schule – und eventuell einem vorbereitenden Jahr im „Pre-universitario“ –
können die Schüler die Prueba de Selección Universitaria (= PSU) ablegen. Dabei handelt es sich
um einen landesweit einheitlichen Hochschulzulassungstest, der aus vier Einzelprüfungen
besteht(zwei dieser Prüfungen sind obligatorisch und zwei fakultativ). Im Wesentlichen fragt
dieser Test Wissen ab und zielt nicht so sehr auf Transferleistungen ab. Die erfolgreich absolvierte
PSU gilt als Hochschulzugangsberechtigung; sie gilt als bestanden, wenn mindestens 450 (von
maximal 850) Punkten erzielt wurden. Chilenische Studierende erwerben als einzige Studierende
Lateinamerikas mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten gleichzeitig auch die
Zugangsberechtigung zu deutschen Hochschulen.

An den 27 CRUCH-Universitäten werden die Bewerber entsprechend ihrem Ranking in der PSU
aufgenommen (faktischer Numerus Clausus). Von den 31 Universitäten außerhalb der CRUCH
knüpfen acht die Aufnahme ebenfalls an die PSU-Ergebnisse bzw. an das Sistema Único de
Admisión (SUA). Es handelt sich dabei um die Universidad Diego Portales, die Universidad Mayor,
Universidad Finis Terrae, Universidad Andrés Bello, Universidad Adolfo Ibáñez, Universidad de los
Andes, Universidad del Desarrollo und die Universidad Alberto Hurtado. Die anderen Universitäten
akzeptieren auch Studienbewerber, die die PSU nicht abgelegt haben bzw. fordern keine
Mindestpunktzahl.

2016 traten 258.535 Kandidaten zur PSU an, davon bestanden 67,2 Prozent die Prüfung. Es
existiert jedoch ein immenser Leistungsunterschied hinsichtlich der Ergebnisse von Schülern
öffentlicher bzw. privater Schulen: die Prüflinge an rein privaten Schulen erreichen zu etwa 92
Prozent Ergebnisse über 450 Punkten, an staatlich subventionierten Privatschulen immer noch zu
etwa 70 Prozent, wohingegen Schüler an rein öffentlichen Schulen nur in 56 Prozent der Fälle diese
Punktzahl erreichen. Privatschulen und staatlich subventionierte Privatschulen erreichen also in der
Regel bessere Ergebnisse bei den landesweiten Schulrankings als öffentliche Schulen. Dies ist laut
Studien darauf zurückzuführen, dass die Privatschulen einen deutlich höheren Prozentsatz an
Schülern aus bildungsnahen, wirtschaftlich stabilen Elternhäusern unterrichten und nicht etwa auf
bessere pädagogische Leistungen.

k. Aufbau und Struktur des Studiensystems

Diagramm 6: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Kennzahl 10: Anzahl der eingeschriebenen Studierenden

Chile (2014) 1.205.182


Im Vergleich: Deutschland (2014) 2.698.910
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 7: Anzahl der Doktoranden

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 11: Anzahl der Doktoranden

Chile (2014) 4.775


Im Vergleich: Deutschland (2014) 214.700
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Diagramm 8: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) in Prozent

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 12: Frauenanteil an Studierenden (alle Studienstufen) in Prozent

Chile (2014) 51,96


Im Vergleich: Deutschland (2014) 47,80
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 9: Quote der Erstzulassung zu tertiärer Bildung in Prozent

Quelle: The World Bank. Data

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Kennzahl 13: Quote der Erstzulassung zu tertiärer Bildung in Prozent

Chile (2014) 86,63


Im Vergleich: Deutschland (2014) 65,47
Quelle: The World Bank. Data

Diagramm 10: Absolventen BA und MA

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 14: Absolventen BA und MA

Chile (2014) 191.141


Im Vergleich: Deutschland (2014) 480.161
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Diagramm 11: Absolventen PhD

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 15: Absolventen PhD

Chile (2014) 605


Im Vergleich: Deutschland (2014) 28.147
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Anzahl der Studierenden in Chile von 302.000 auf 655.000 im Jahr
2016 mehr als verdoppelt (Quelle: Studie der Körberstiftung: Altbach, Philip G.; Reisber, Liz; de Witt,
Hans (2017): Responding to Massifcation, Hamburg, S. 145). Der Frauenanteil liegt bei etwa der
Hälfte; die Anzahl der Doktoranden hat sich vervierfacht und lag 2013 bei etwa 4.500. Die Zahl der
Erstzulassungen ist wenig aussagekräftig, da in Chile etwa 28 Prozent der Studierenden des
tertiären Sektors schon im ersten Semester das Studium abbrechen; von den Studenten an den
Hochschulen brechen immer noch 23 Prozent ihr Studium ab. (Quelle: mifuturo.cl).

Das chilenische Studiensystem orientiert sich nicht am Bologna-Modell. Das grundständige Studium
schließt nach vier bis sieben Jahren mit dem Titel "Licenciado" ab, auf den dann ein Master sowie
gegebenenfalls eine Promotion folgen können.

Studienjahr

Das Studienjahr beginnt Anfang März mit einem ersten Semester bis Ende Juni. Im Juli gibt es eine
etwa einmonatige Pause, in der Nachprüfungen abgelegt oder versäumte Stunden nachgeholt
werden. Das zweite Semester beginnt Anfang August und geht bis etwa Mitte Dezember. Auch im
Januar können noch Nachprüfungen abgelegt oder versäumte Stunden nachgeholt werden. In der
Woche um Weihnachten ist generell vorlesungsfrei. Februar ist der Haupturlaubsmonat
(Sommerferien) im ganzen Land und die meisten Universitäten sind während dieser Zeit komplett
geschlossen. Im Juli finden an den meisten Hochschulen zwei- bis vierwöchige Winterferien
statt. Zumeist findet um und während des Nationalfeiertags (18./19. September) ebenfalls kein
Unterricht statt.

Veranstaltungsformate

Die Lehre an chilenischen Hochschulen findet in Form von Seminaren und bisweilen auch
Vorlesungen statt. An der Universidad de Chile oder an der Universidad de Talca sind beispielsweise

29
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

die ersten vier Semester zu etwa 80 Prozent durchorganisiert. Wahlfreiheit gibt es nur in marginalen
Disziplinen wie Sport und allgemeinen kulturellen Einführungen. In den letzten zwei Jahren können
die Studierenden sich innerhalb ihrer Disziplin auf die Bereiche spezialisieren, in denen sie die
Abschlussarbeit anfertigen wollen.

Verhältnis Hochschullehrer / Studierende

Das Verhältnis zwischen Hochschullehrern und Studierenden ist respektvoll, in vielen Fachkulturen
und an den weniger entwickelten Universitäten im Land überwiegt allerdings immer noch der
Frontalunterricht. Auswendiglernen ist oft wichtiger als selbständiges Arbeiten. Das Thema Plagiate
wird bisher an den wenigsten Universitäten systematisch behandelt, indem zum Beispiel Arbeiten
der Studierenden standardmäßig mit entsprechender Software getestet werden. Die Fakultät
Philosophie und Geisteswissenschaften der Universidad de Chile hat gerade eine Studienreform
durchgeführt, nach der die Kompetenzen und nicht die Lehrinhalte im Zentrum der Bewertung
stehen sollen. Dadurch wird zukünftig deutlich mehr Wert auf selbstständiges Lernen gelegt und der
gesteigerte Einsatz von Medien (PowerPoint etc.) lässt den Unterricht nicht mehr so
dozentenorientiert erscheinen.

Vieles ist vom jeweiligen Hochschulehrer abhängig. Strikte Vorgaben gibt es nicht. Die Dozenten
werden aber in vielen Universitäten regelmäßig von den Studierenden evaluiert. Gehäufte schlechte
Evaluationen können die Karriere negativ beeinflussen.

Plagiate

In einem neuen "reglamento" der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universidad de Chile – also
einer der zwei führenden Universitäten des Landes – ist inzwischen explizit ein Paragraph gegen
Plagiate aufgeführt. Eine speziell zur Aufdeckung von Plagiaten entwickelte Software wird zwar
noch nicht verwendet, aber die gesamte Problematik wird den chilenischen Universitäten langsam
bewusster.

l. Akademische Abschlüsse und Promotion

Die chilenischen Universitäten bieten folgende Abschlüsse an:

Licenciado

Die vier- bis siebenjährigen Licenciatura-Studiengänge an Universitäten (vereinzelt auch an


Institutos Profesionales de Educación Superior) bieten eine Ausbildung in allen wesentlichen
Aspekten eines Wissensgebiets oder einer Disziplin. Studiengänge mit einer Dauer von acht
Semestern werden mit einer Abschlussarbeit beendet und führen zum akademischen Grad
„Licenciado“, nicht jedoch zum „Título Profesional (con Licenciatura)“. Studiengänge mit einer Dauer
von zehn Semestern führen nach vier Jahren zum akademischen Grad „Licenciado“ und nach dem
fünften Jahr, nach Abgabe und Verteidigung der Abschlussarbeit, zum „Título Profesional (con
Licenciatura)“. Dieser Titel ist ein Ausbildungsnachweis für geschützte Berufe, die einen
Lizenziatsabschluss voraussetzen. Beispiele sind unter anderem: Lehrer, Rechtsanwalt, Architekt,
Journalist, Ingenieur, Arzt (allerdings mit mehr Semestern).

Man kann auch nur einen Licenciado (ohne Título Profesional) erwerben, womit man zwar nicht zur
Berufsausübung berechtigt ist, aber dazu, ein Postgraduiertenstudium (Magíster oder Doctorado)
anzuschließen und eine wissenschaftliche Karriere anzustreben.

Magister

Der zweijährige Magisterstudiengang an der Universität setzt einen Lizenziatabschluss oder einen
gleichwertigen Berufsabschluss („Título Profesional“) voraus. Das Magisterstudium ist eine
Vertiefung in ein oder zwei Disziplinen und wird in der Regel mit einer Magisterabschlussarbeit, die
meist auch verteidigt werden muss, beendet. Der Magister ist oft, aber nicht immer Voraussetzung
für ein Promotionsstudium. Die Zahl der in Chile eingeschriebenen Studierenden in

30
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Magisterstudiengängen ist von 2005 mit 13.698 Studierenden bis 2014 auf 41.814 Studierende
gestiegen und die Zahl der angebotenen Magisterprogramme in demselben Zeitraum von 500 im
Jahr 2005 auf 1.103 im Jahr 2014 (Quelle: Consejo Nacional de Educación ).

Berufsaussichten

Die Berufsaussichten chilenischer Hochschulabsolventen hängen stark davon ab, an welcher


Universität sie ihren Titel erworben haben. Zudem stellen einige ausgewählte Einrichtungen neben
der fachlichen Ausbildung auch Netzwerke zur Verfügung, indem ihre Studierenden großenteils aus
Familien kommen, die Schlüsselpositionen in der chilenischen Wirtschaft und Verwaltung
einnehmen. Grundsätzlich sind die Berufsaussichten gut, wenn man – von einigen Ausnahmen
abgesehen – Abgänger einer der CRUCH-Universitäten ist oder von einer der rund zehn ebenfalls
herausragenden Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz.

Doctorado

Der Doktorgrad ist der höchste in Chile zu erlangende akademische Grad und kann nur von einer
Universität verliehen werden. In Chile sind die meisten Promotionsstudiengänge strukturiert, weisen
in der Regel eine Dauer von drei bis fünf Jahren auf und werden mit einer Doktorarbeit beendet.

An der Universidad de Chile zum Beispiel – einer der zwei besten Universitäten Chiles – ist die
Promotionsdauer auf fünf Jahre festgelegt. Der Promotionsprozess ist streng durchstrukturiert
(Anzahl der zu belegenden Seminare; „examen de calificación“ nach maximal vier Semestern;
Vorlage des Promotionsprojektes nach maximal fünf Semestern; Präsentation der
Zwischenergebnisse vor einer Kommission nach maximal acht Semestern; Abschluss der Promotion
nach maximal zehn Semestern). Alle diese Verfahren werden von Kommissionen durchgeführt, in
denen der Promotionsbetreuer („guía“ oder „profesor tutor“ del doctorado) nur ein Akademiker unter
vier oder fünf Kollegen ist. Das heißt der Promotionsprozess ist wesentlich weniger
personenbezogen als es in Deutschland häufig noch der Fall ist. Oftmals sind diese Promotionen in
Forschungsprojekte (Fondecyt) der Betreuer eingebunden, wofür zusätzliche Stipendien zur
Verfügung stehen.

Ausländische Studierende sind zu den chilenischen Promotionsstudiengängen zugelassen und


können Stipendien bei CONICYT beantragen.

m. Forschung

Diagramm 12: Anteil der Forschungsausgaben am BIP in Prozent

Quelle: OECD. Statistics

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Kennzahl 16: Anteil der Forschungsausgaben am BIP in Prozent

Chile (2014) 0,38


Im Vergleich: Deutschland (2014) 2,90
Quelle: OECD. Statistics

Kennzahl 17: Anzahl der Patente in Naturwissenschaft und Technik


(Residents)

Chile (2014) 452


Im Vergleich: Deutschland (2014) 48.154
Quelle: The World Bank. World Development Indicators

Kennzahl 18: Anzahl wissenschaftlicher Publikationen

Chile (2015) 10.347


Im Vergleich: Deutschland (2015) 149.773
Quelle: SCImago Journal & Country Rank

Kennzahl 19: Knowledge Economy Index (KEI)

Chile (2012) 40
Im Vergleich: Deutschland (2012) 8
Quelle: The World Bank. Knowledge Economy Index

Forschung an den Universitäten

An circa 40 der 61 (bzw. real 58) chilenischen Universitäten findet auch Forschung statt, in etwa
zehn bis 20 davon je nach Fach auch auf hohem und höchstem Niveau. Die staatlichen Ausgaben
für Forschung liegen mit 0,38 Prozent des BIP jedoch immer noch weit unter dem
lateinamerikanischen Durchschnitt. Brasilien wendet zum Beispiel 1,15 Prozent und Argentinien
0,58 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung auf (Quelle: UNESCO; Wikipedia). Es besteht
allerdings Aussicht auf Besserung, denn Anfang 2016 hat Staatspräsidentin Bachelet die Schaffung
eines Forschungsministeriums angekündigt und es ist zu hoffen, dass die Forschung – zukünftig am
Kabinettstisch vertreten – höhere Mittel erstreiten kann.

Publikationen

Trotzdem liegt Chile beispielsweise im Nature-Index 2016, der 68 Wissenschaftsmagazine auf


höchstem Niveau vertritt, auf Platz 2 in Lateinamerika – nach Brasilien und weit vor Argentinien,
Mexiko und Kolumbien.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Patente

In Bezug auf die Registrierung von Patenten beim Instituto Nacional de la Propiedad Industrial
(INAPI) ragten in den Jahren 2014 und 2015 drei chilenische Universitäten heraus: 1. Pontificia
Universidad Católica, 2. Universidad de Santiago de Chile (USACH), 3. Universidad de Concepción.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Chile

Besonders erwähnenswert ist die Gründung eines Fraunhofer Instituts in Chile, das inzwischen –
nach nur fünf Jahren – schon etwa 90 Wissenschaftler und Mitarbeiter beschäftigt und in den
Bereichen Biotechnologie, pharmazeutische Forschung und Solarenergie wächst. Chile bietet nicht
nur für Astronomen im Norden fast unübertroffen günstige Bedingungen, sondern ist weltweit das
Spitzenland, was Solareinstrahlung betrifft, die in der Atacama-Wüste fast den Werten außerhalb der
Erdatmosphäre entspricht.

Auch die Max Planck-Gesellschaft (MPG) ist inzwischen verstärkt in Chile tätig. Im Sommer 2013
vereinbarte sie mit der chilenischen Seite die Förderung deutsch-chilenischer Forschungsprojekte
(sogenannte Tandemprojekte). Zudem wurde der Grundstein für eine ständige Max-Planck-
Forschungsgruppe in Chile gelegt (Centro Interdisciplinario de Neurociencia der Universität
Valparaíso).

Von der DFG wurde ein Schwerpunktprogramm in der Geoumweltforschung bewilligt und es laufen
augenblicklich zwei Anträge auf International Research Training Groups.

Weiterhin sind die Helmholtz-Gemeinschaft, insbesondere das Helmholtz-Zentrum Potsdam, das


Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Chile aktiv. Gemeinsam mit der
Bundesanstalt für Kartographie und Geodäsie (BKG), dem Alfred Wegener Institut und
chilenischen Partnern baut das DLR seine Forschungstätigkeit in der Antarktis mit der Satelliten-
Empfangsstation GARS O’Higgins weiter aus. Zudem bereitet es mit Unterstützung der
Bundesregierung eine Kooperation mit Chile zur Entwicklung eines Multi-Hazard-Früh​warnsystems
vor. Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren unterhält gemeinsam mit dem
chilenischen Forschungsrat CONICYT Förderprogramme für deutsch-chile​‐
nische Wissenschaftsprojekte.

Neue Kooperationsvereinbarungen gibt es zudem zwischen dem Humboldt- Institut für Internet
der Humboldt-Universität zu Berlin und dem chilenischen Wirtschaftsministerium. Ziel ist es, Chile
als Plattform für Internetanwendungen in der Region zu stärken. Zum anderen haben Ärzte aus
Viña del Mar mit der Medizinischen Hochschule in Hannover eine Kooperation bei
Kunstherzimplantationen nach Hannoveraner minimal-invasiver Methode initiiert.

Auch die chilenische Forschungsförderungsorganisation CONICYT hat im Jahr 2015 zum ersten Mal
eine Ausschreibung veröffentlicht, über die einheimische Forscher Anträge für
Forschungskooperationen ausschließlich mit den USA und Deutschland stellen können (Dotierung:
bis zu 35 Mio. chilenische Pesos, also etwa 50.000 Euro jährlich für einen Zeitraum von drei Jahren).

Darüber hinaus gibt es 17 chilenische Exzellenzzentren und außerdem weitere staatliche


Forschungsinstitute, so zum Beispiel ein Antarktik-Forschungszen​trum oder
auch Forschungsinstitute zu wichtigen für Chiles Wirtschaft wichtigen Sektoren wie Wald,
Ressourcen, Bergbau, Fischfang, Landwirtschaft etc.

Zukunftsträchtige Kooperationsbereiche

Gebiete, in denen die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und


Chile permanent ausgebaut wird, sind Astronomie, Biologie und Life Siences, Erneuerbare
Energien, Forst- und Agrarwissenschaften, Luft- und Raumfahrt (zum Beispiel Fernerkundung und
Erdbeobachtung durch Satelliten mit besonders günstigen Bedingungen im Süden Chiles), Medizin
unter extremen Umweltbedingungen, Meeres- und Polarforschung, Neuro-
Sciences, Nanotechnologien, Paläontologie und Geowissenschaften/Bergbau.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Im Süden Chiles gibt es zum Beispiel außergewöhnlich günstige Bedingungen für satellitale
Fernerkundung. Die Region Magallanes bietet dafür einige einzigartige Vorteile im Vergleich zu
anderen Regionen der Welt und könnte damit auch zu einem entscheidenden Faktor für die
technologische und wirtschaftliche Entwicklung der Region werden. Gerade die entwickelten Länder
im Norden der Welt, die schon länger Erfahrung mit Satelliten-Fernerkundung haben und inzwischen
auf technische Grenzen der Nutzung von Satelliten treffen, zeigen großes Interesse an der
Südhalbkugel und speziell an der Region Magallanes, um einerseits ungenutzte Zeitfenster zur
Kommunikation mit Satelliten zu nutzen und andererseits der Überlastung von
Übertragungsbandbreiten in der Nordhalbkugel auszuweichen. Im Süden des lateinamerikanischen
Kontinents steht für Satelliten mit einem Orbit um die Pole der Erde sehr viel mehr Verbindungszeit
zwischen den terrestrischen Stationen und den Satelliten zu Verfügung und zwar sowohl zur
Kontrolle der Satellitenbahnen als auch zum Herunterladen von Daten. Damit kann sich die Anzahl
der Nutzer solcher Daten auf diesem Kontinent signifikant erhöhen, denn viele der Daten dienen zum
Beispiel für Anwendungen im Umweltbereich. In Verbindung mit lokalen Messungen erlauben sie
auch die Entwicklung von Simulationen, kli​matischen Vorhersagen, geographischen
Informationssystemen, sowie von Expertensystemen, die helfen, die Nutzung von Georessourcen
und Wasserressourcen zu optimieren, Veränderungen in der Vegetation zu beobachten, Ernten
vorherzusagen, Gletscherentwicklung zu verfolgen, maritime und terrestrische Frühwarnsysteme zu
schaffen oder auch regionale Planung und Kataster zu optimieren.

In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass die Verlegung eines
Unterseekabels von Puerto Montt nach Punta Arenas in Angriff genommen wurde, so dass bald
auch eine Glasfaserverbindung bis nach Punta Arenas zur Verfügung stehen wird.

n. Qualitätssicherung und Steigerung

Es gibt drei nationale Rankings; hier eine Webseite, die alle Rankings aufführt, in denen chilenische
Universitäten gemessen werden: www.orientachile.cl/index.php/rankings.

Im Hochschulbereich existieren keine Qualitätswettbewerbe, die der deutschen Exzellenzinitiative


vergleichbar wären. Das einzige, was in die Richtung Qualitätswettbewerb geht, sind zwei
Instrumente der staatlichen Mittelvergabe:

AFI: Hochschulen erhalten für jeden leistungsstarken Studienanfänger Subventionseinheiten, die


vom Ergebnis der Hochschulzugangsprüfung (PSU-Wert) abhängen. Diese Subventionseinheiten
werden für die ersten 27.500 Studierenden mit den besten PSU-Werten eines jeden Jahrgangs
vergeben.

AFD: Nur die 25 CRUCH-Universitäten haben zusätzlich noch Zugang zu direkter staatlicher
Finanzierung, die zu 95 Prozent nach einem historischen Schlüssel und zu 5 Prozent nach
kompetitiven Kriterien (wie zum Beispiel Ratio Studierende : Professoren, Anzahl der Dozenten mit
postgradualen Titeln, Anzahl der Forschungsprojekte und Promotionsprogramme,
Forschungsleistungen) ausgeschrieben werden.

Zur Qualitätssicherung gibt es die 2006 geschaffene Comisión Nacional de Acreditación (CNA).
Allerdings ist sowohl die institutionelle Akkreditierung, als auch die Akkreditierung einzelner
Studiengänge jeweils freiwillig. Falls eine Institution die Akkreditierung anfechten möchte, kann sie
das beim Consejo Nacional de Educación (CNE) reklamieren. Immerhin sind 46 der 61 Universitäten
in mindestens zwei der fünf möglichen Akkreditierungsbereiche – nämlich „Verwaltung“ und
„grundständige Lehre“ – institutionell akkreditiert. In allen fünf Akkreditierungsbereichen – neben
„Verwaltung“ und „grundständiger Lehre“ noch „postgraduale Lehre“, „Forschung“ und
„gesellschaftliche Verantwortung“ – sind es dann nur noch 13 Universitäten, also etwa 21 Prozent
der chilenischen Universitäten.

Die Akkreditierung von Studiengängen ist im Jahr 2017 an den CRUCH-Universitäten zu 48


Prozent erfolgt; an den privaten Universitäten außerhalb der CRUCH zu 34 Prozent. An den
Institutos Profesionales sind 21 Prozent und an den Centros de Formación Tecnica nur 13 Prozent
akkreditiert. Betrachtet man also das gesamte Hochschulsystem, dann sind nur 34 Prozent der

34
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

grundständigen Studiengänge akkreditiert.


(Quelle: La Tercera, 11.05.2017, S. 18)

Die hohe Rate von immerhin 75 Prozent der Universitäten mit institutioneller Akkreditierung ergibt
sich daraus, dass eine Universität nur mit institutioneller Akkreditierung öffentliche Mittel erhalten
kann. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Möglichkeit, Studierende mit staatlichen Stipendien
oder staatlich garantierten Krediten aufzunehmen, die nur an institutionell akkreditierten
Universitäten studieren können. Vergleichbare Anreize für die Akkreditierung von Studiengängen
existieren nicht.

35
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

4. Internationalisierung und Bildungskooperation

a. Kennzahlen der Internationalisierung

Diagramm 13: Anteil ausländischer Studierender in Prozent

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 20: Anteil ausländischer Studierender in Prozent

Chile (2013) 0,26


Im Vergleich: Deutschland (2013) 11,30

Kennzahl 21: Die wichtigsten 5 Herkunftsländer ausländischer


Studierender

1. Peru
2. Kolumbien
3. Ecuador
4. Bolivien
5. Argentinien

20. Deutschland

Quelle: UNESCO Institute of Statistics (2015)

36
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Diagramm 14: Im Ausland Studierende (Anzahl)

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Kennzahl 21: Im Ausland Studierende (Anzahl)

Chile (2013) 8.937


Im Vergleich: Deutschland (2013) 119.123

Diagramm 15: Im Ausland Studierende (Prozent) in Prozent

Quelle: UNESCO Institute of Statistics

37
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Kennzahl 22: Im Ausland Studierende (Prozent) in Prozent

Chile (2013) 0,76


Im Vergleich: Deutschland (2013) 4,35
Quelle: UNESCO Institute of Statistics

Diagramm 16: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland

Quelle: Wissenschaft Weltoffen

Kennzahl 23: Anzahl der Bildungsausländer in Deutschland

Chile (WS 2015/16) 890


Im Vergleich: Deutschland (WS 2015/16) k.A.
Quelle: Wissenschaft Weltoffen

Kennzahl 24: Die fünf beliebtesten Zielländer für Studierende

1. USA
2. Spanien
3. GB
4. Frankreich
5. Deutschland

5. Deutschland

Quelle: UNESCO Institute of Statistics (2015)

38
DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

b. Internationalisierung des Hochschulsystems

Das Statistische Bundesamt registriert in seiner Aufstellung der Bildungsausländer im


Wintersemester 2015/2016 nach angestrebtem Bildungsabschluss und Herkunftsland insgesamt
941 an deutschen Hochschulen eingeschriebene chilenische Studierende.

Drei Akteure befassen sich in Chile mit Hochschulinternationalisierung:

Das 1998 mit Weltbank-Geldern gegründete Programm MECESUP (www.mecesup.cl),


strebt Qualitätsverbesserungen im chilenischen Hochschulsystem durch "performance-based
agreements" an.
Ein Konsortium von 21 chilenischen Universitäten namens LearnChile (www.learnchile.cl),
vermarktet Chile als Zielland für internationale Studierende und präsentiert die
Universitäten des Konsortiums jährlich gemeinsam auf der NAFSA. Die Mittel für LearnChile
kommen von ProChile, einer Institution, die vom chilenischen Außenministerium abhängt
und finanziert wird, um Chile im Ausland zu vermarkten.
Die Rektorenkonferenz CRUCH (www.consejoderectores.cl) wiederum arbeitet mit den
Auslandsämtern der Universitäten zusammen und versucht mit eher geringen eigenen Mitteln
und wenig Personal, diese bei ihren Internationalisierungsbemühungen zu unterstützen.

Zwei der Institutionen - CRUCH und Learn Chile - haben auch gute Webseiten (auf Spanisch und
Englisch) und präsentieren jeweils die unter ihrem Dach versammelten chilenischen Master- bzw.
PhD-Programme und damit das, was circa 70 Prozent der chilenischen Universitäten in diesem
Bereich anbieten.

Führend bezüglich der Internationalisierungsstrategien sind nach Einschätzung des DAAD-


Informationszentrums Santiago die Pontificia Universidad Católica de Chile, die Pontificia
Universidad Católica de Valparaíso, die Universidad Técnica Federico Santa María, die Universidad
de Talca, die Universidad de Concepción und die Universidad Austral de Chile sowie bei den
privaten außerhalb von CRUCH die Universidad Diego Portales, die Universidad Adolfo Ibañez und
die Universidad Andres Bello. Es gibt jedoch auch immer noch viele Universitäten bei denen das
Verständnis für Sinn und Notwendigkeit einer Internationalisierungsstrategie eher schwach
entwickelt ist.

Chiles Rolle im weltweiten Bildungsmarkt ist bislang vor allem auf Lateinamerika beschränkt. Trotz
hoher Studiengebühren zieht Chile Studierende aus ganz Lateinamerika an und gilt auf dem
Subkontinent als ein Benchmark für Hochschulqualität. Die 1843 gegründete Universidad de Chile
hatte schon im 19. Jahrhundert Kooperationsvereinbarungen mit dem Smithonian Institute und dem
damaligen College of Harvard, was sie für Studierende aus der Region besonders attraktiv machte.
Chile ist überhaupt eines der wenigen lateinamerikanischen Länder, das bei der UNESCO
regelmäßig statistische Zahlen angibt (die allerdings wahrscheinlich nur einen begrenzten Teil der
ausländischen Studierenden erfassen), selbst umfassend Zahlen und Daten erhebt und das
konsistente und von empirischer Forschung begleitete Bemühungen zur stetigen
Qualitätsverbesserung unternimmt.

c. Bildungskooperationen und Partnerorganisationen

>> Alumninetzwerk

Red INVECA (www.redinveca.de)

Das Netzwerk Red INVECA e.V. wurde im November 2012 mit einem ersten jährlichen Treffen an
der Technischen Universität Berlin gegründet, bei welchem 80 chilenische Forscherinnen und
Forscher, die in Deutschland studieren oder arbeiten, anwesend waren. Red INVECA ist eine
Vereinigung bestehend aus einer Gruppe chilenischer Forscher in Chile und Deutschland, die die
Interaktion zwischen den verschiedenen Akteuren, die in Zusammenhang mit der Entwicklung in
verschiedenen Wissensbereichen stehen, fördern, um den Einfluss auf die wissenschaftliche
Entwicklung und Bildung durch die Zusammenarbeit zwischen Chile und Deutschland zu verstärken.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Die Ziele von Red INVECA e.V. sind:

die Schaffung eines einheitlichen Netzwerks von chilenischen Forschern in Deutschland, das
eine Plattform zur Stärkung der Zusammenarbeit, Unterstützung, Information und Diskussion
zwischen seinen Mitgliedern bereitstellt;
die Förderung des Wissens- und Erfahrungstransfers unter den Forschern;
die Leistung eines Beitrags zur Entwicklung von Forschung und ihrer Reichweite in den
entsprechenden Wissensbereichen.

>> Ausländische Partnerorganisationen

British Council (www.britishcouncil.cl)

Die Schwerpunkte der Arbeit des British Council in Chile sind Sprachvermittlung, Sprachprüfungen,
Werbung für den Studienstandort Großbritannien, Regierungsberatung und in geringerem Umfang
auch Kulturveranstaltungen. Der British Council bietet keine eigenen Stipendien in Chile an, jährlich
erhalten aber etwa 500 Chilenen ein Stipendium von BecasChile, um in Großbritannien zu
studieren, und damit ist Großbritannien das attraktivste Zielland im
chilenischen Regierungsstipendienprogramm BecasChile. Der British Council arbeitet mit Chiles
Consejo Nacional de las Artes y la Cultura an einem Dialog zu Themen der Kreativindustrie. 2014
hat der British Council erstmals eine eigene Messe namens "Education UK Exhibition" veranstaltet,
auf der 25 britische Universitäten vertreten waren.

Campus France (www.chili.campusfrance.org)

Campus France ist eine staatliche Agentur, die dem Außenministerium und dem Ministerium für
Hochschule und Forschung untersteht und in Chile direkt von der französischen Botschaft abhängig
ist. Es gibt etwa 300 Austauschprogramme zwischen Chile und Frankreich und acht gemeinsame
chilenisch-französische Labore in den Bereichen Mathematik, Meeresbiologie, Seismologie,
organische Chemie und tropische Paläoklimatologie sowie das Programm DISCOH (Dynamics of
the Humboldt current system).

Neben dem Institut Français in Santiago, in dem sich auch das Büro von Campus France befindet,
ist Frankreich mit elf Vertretungen der Alliance Française in den Regionen Chiles präsent. Das
Campus France-Team setzt sich aus drei Personen zusammen: einer verantwortlichen Leiterin,
deren Stellvertreterin und einer Halbzeit-Assistentin. Ebenso beschäftigen sie fünf Vertreter in den
Zweigstellen in der Alliance Française in Antofagasta, La Serena, Viña-Valparaíso, Concepción und
Valdivia.

Die Aufgaben von Campus France sind verschiedenartig:

Werbung für das Hochschulstudium in Frankreich mittels Bildungsmessen (zum


Beispiel ExpoEstudiante und EuroPosgrados zusammen mit den europäischen Partnern
DAAD und British Council), Vorträgen in den Universitäten und in den fünf französischen
Schulen in Chile, Diffusion über die Webseite und soziale Netzwerke, Kontakte mit den
Leitungen für internationale Beziehungen (RRII) der chilenischen Universitäten;
persönliche Beratung und Herausgabe von Informationen über das Universitätsstudium und
das Leben in Frankreich (Campus France empfängt die Studierenden auch in persönlichen
Beratungsgesprächen);
Information über die existierenden Stipendien
Bereitstellung einer Online-Bewerbungsplattform mit mehr als 200 registrierten Einrichtungen
(die chilenischen Studierenden können sich für bis zu 15 Master-Studiengänge an
französischen Hochschulen mit nur einem Antrag bewerben);
Hilfestellung bei der Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen für das Studentenvisum;
Entwicklung der chilenischen Plattform von France Alumni, ein Projekt das im November
2014 durch das Außenministerium initiiert wurde mit dem Ziel, den ehemaligen
Auslandsstudenten eine fortdauernde Verbindung zu Frankreich zu bieten und in Kontakt zu
bleiben.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Die durchschnittliche Anzahl chilenischer Studierender in Frankreich beträgt 450 pro Jahr, alle
Studienarten inbegriffen (Master, Austausch, Doppeldiplom, Französisch-Spracherwerb). Es
existieren 450 bilaterale Abkommen im Hinblick auf Austauschprogramme und Doppeldiplome (ohne
„Cotutelle de Thèse“).

Der Dienst der wissenschaftlichen und universitären Zusammenarbeit („Servicio de Cooperación


Científica y Universitaria“) der französischen Botschaft verwaltet die Stipendien und Stipendiaten.
Die Priorität der wissenschaftlichen und universitären Zusammenarbeit der französischen Botschaft
im Jahr 2016 ist die Förderung der Doktorandenmobilität, vor allem in Hinblick auf „Cotutelles“.

Der DAAD veranstaltet seit vielen Jahr mit British Council und Campus France zusammen eine
große Bildungsmesse namens EuroPosgrados, die neuerdings nur noch alle zwei Jahre stattfinden
wird.

Fulbright (www.fulbright.cl)

Fulbright hat sein erstes Büro in Lateinamerika im Jahr 1955 in Chile eröffnet. Bis heute sind etwa
3.100 Chilenen für postgraduale Studien mit Fulbright-Stipendien in die USA gegangen und etwa
1.500 US-amerikanische Akademiker, Forscher und Studierende haben mit Fulbright Chile
kennengelernt (Quelle: Fulbright Chile, 2016).

>> Repräsentanz deutscher Hochschulen

Heidelberg-Center Lateinamerika (www.heidelberg-center.uni.hd.de)

Die Universität Heidelberg unterhält seit 2002 in Santiago de Chile das Heidelberg Center
Lateinamerika, das seit Herbst 2009 auch ein DAAD-gefördertes Exzellenzzentrum ist und sechs
Doppelabschlussprogramme mit der Universidad de Chile und der Pontificia Universidad Católica
anbietet. Gemeinsam mit diesen beiden bedeutendsten chilenischen Universitäten hat das
Heidelberg-Center ein international orientiertes Ausbildungsangebot in den Fächern Medizinische
Physik, Medizinische Informatik, Astronomie sowie Geo- und Umweltwissenschaften aufgebaut, das
sich auch an Studierende und Graduierte anderer lateinamerikanischer Länder richtet. Der am
Heidelberg Center angebotene LL.M in Internationalem Recht wurde von der Zeitschrift América
Economía (dem lateinamerikanischen Pendant des englischen Economist) in einem weltweiten
Ranking von LL.M-Studiengängen mit Schwerpunkt auf internationalem Handelsrecht auf Rang 2
platziert. Der Studiengang hat in den elf Jahren seines Bestehens weit über 200 Absolventen aus
mehr als 30 Ländern hervorgebracht. Das Promotionsprogramm im Fach Psychotherapie mit dem
Rahmenthema „Ätiologie der Depression“ verzeichnet bisher nahezu 30 Absolventen. Derzeit laufen
die Vorbereitungen für einen Antrag bei der DFG für ein Internationales Graduiertenkolleg.

Deutsches Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humboldt, LBI (www.lbi.cl)

Das LBI ist eine 1988 mit Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland
gegründete private deutsche Pädagogische Hochschule. Bis heute wird sie von den deutschen
Schulen und von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) personell, finanziell und ideell
gefördert. Aufgrund eines Vertrags mit der Universidad de Talca, der im Juli 2015 zwischen den
beiden Institutionen geschlossen wurde, ist das LBI eine universitäre Einrichtung geworden. Das
LBI hat bis heute etwa 300 Pädagoginnen und Pädagogen ausgebildet und mehr als 20.000 Lehrer
fortgebildet; darüber hinaus unterhält das LBI Kooperationsabkommen
und Austauschprogramme mit zehn Hochschulen in Europa (Pädagogische Hochschulen:
Heidelberg, Weingarten, Freiburg, Kärnten/Österreich, Zug/Schweiz; Universitäten: LMU München,
Zürich, Flensburg, Bayreuth und Alice Salomon Hochschule Berlin). Seit dem Jahr 2015 unterstützt
der DAAD das LBI auch durch eine Sprachassistenz.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

>> Parteienstiftungen

Friedrich-Ebert-Stiftung (www.fes.cl)

Das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Chile nahm 1967 seine Arbeit in Chile auf. Während
und als Konsequenz der Militärdiktatur musste die FES Chile ihre Tätigkeit im Land zwischen 1974
und 1991 unterbrechen. Augenblicklich konzentriert sich die Stiftung auf die
Bereiche Gewerkschaften und Arbeitsbeziehungen, politischer Dialog mit Chile, internationale
Politik, Geschlechter, Jugend, Kommunikation und Zivilgesellschaft.

Konrad-Adenauer-Stiftung (www.kas.de/chile)

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nimmt Chile


seit über 50 Jahren eine herausragende Stellung ein, da der Andenstaat zusammen mit Venezuela
das erste Land war, wo die Stiftung im Jahr 1962 ihr internationales Engagement initiierte. Die KAS
hat sich in diesem Zeitraum stets für die Verbreitung der Ideale von Freiheit, Gerechtigkeit und
Demokratie eingesetzt.

Zu Beginn der Kooperation in den sechziger Jahren unterstützte die Stiftung die Reformpolitik der
Regierung von Präsident Frei Montalva. Nach dem Staatsstreich im September 1973 bis zur
Rückkehr zur Demokratie 1989 trug die KAS durch vielfältige Maßnahmen dazu bei, die
demokratischen Strukturen im Lande zu erhalten und auszubauen. Gleichzeitig setzte sie sich für
eine Annäherung der demokratischen Oppositionskräfte ein und wirkte an der Vorbereitung des
schwierigen Übergangs zu demokratischen Verhältnissen mit.
Obwohl nach dem Ende der Militärdiktatur die Rückkehr zur Demokratie heute in vielen Bereichen
erfolgreich abgeschlossen ist, gibt es immer noch eine Reihe von Defiziten, wodurch die
Demokratieförderung und Stärkung der demokratischen Institutionen auch weiterhin im Mittelpunkt
der Arbeit der Stiftung in Chile steht.

Eine fundamentale Voraussetzung für die demokratische Konsolidierung Chiles ist die Verbesserung
der allgemeinen politischen, gesellschaftlichen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen im
Lande. In diesem Hinblick setzt sich die Stiftung für (1) die Modernisierung des Staates, (2) die
Förderung der Sozialen Marktwirtschaft, (3) die Stärkung von Dezentralisierung und kommunaler
Selbstverwaltung, (4) die Förderung des Themas Umwelt, Klima und Energie sowie (5) die
Intensivierung des Erfahrungsaustausches zu internationalen und außenpolitischen Themen ein.

Hanns-Seidel-Stiftung (www.hss.de/americalatina/es/chile.html)

Die Hanns-Seidel Stiftung ist seit 1983 in Chile tätig. Ihre Projektarbeit zielt darauf ab, einen Beitrag
zur nachhaltigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chiles zu leisten. Zur
Zielerreichung dienen folgende Instrumente:

Seminare und Publikationen zu Schlüsselthemen der Politik (Wirtschafts-, Bildungs-, Sozial-,


Umwelt-, Energie-, Außen- und Sicherheitspolitik);
Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie verwaltungstechnische Beratung für
Entscheidungsträger und Bedienstete der Regional- und Kommunalebene;
Seminare, Workshops, Konferenzen, Foren zur politischen Aus- und Weiterbildung für die
Jugend (Schüler, Studierende und junge Fachkräfte).

Heinrich-Böll-Stiftung (www.cl.boell.org)

Das Regionalbüro der Heinrich-Böll-Stiftung ist seit 2008 mit einem eigenen Sitz in Chile tätig. Das
Büro in Santiago ist für die Koordination der Projekte in den vier Partnerländern (Chile, Argentinien,
Paraguay und Uruguay zuständig) und verfügt über einen Mitarbeiterstab von etwa zehn Personen
(drei Stellen für die Programmkoordination).

Eine der beiden Themenachsen ist die sozial-ökologische Transformation mit einem Schwerpunkt

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

auf erneuerbaren Energien, Kritik am extraktivistischen Wirtschaftsmodell (Agroindustrie, Bergbau


und Forstbetriebe) und Agroökologie/Ernährungssouvernität.
Die zweite Themenachse bearbeitet Projekte zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten,
einschließlich sozialer und ökologischer Rechte.

Die Heinrich-Böll-Stiftung arbeitet in Chile seit 2012 mit der Generation der Studentenrevolte von
2011 zusammen, unter anderem mit der Fundación Nodo XXI der Izquierda Autónoma. Das Team
von Nodo XXI hat in Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro der Böll-Stiftung die Bildungsreform
kritisch begleitet, einen runden Tisch aus Rektor/innen, Studierendenvertretern, Gewerkschaften aus
dem Bildungsbereich und Bildungsexpert/innen ins Leben gerufen und Studien erarbeitet, die
sowohl der öffentlichen Debatte dienen als auch eine Grundlage der Lobbyarbeit im Parlament über
die Fraktion der unabhängigen jungen Abgeordneten darstellen.

Daneben konzentriert sich die bildungspolitische Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung vor allem auf die
Erarbeitung von Materialien, die Geschlechterclichés im Bildungssystem dekonstruieren und
Vorschläge für bessere Schulbücher und -bildung machen (dies in Zusammenarbeit mit der Red
Chilena contra la Violencia hacia las Mujeres).

>> Weitere deutsche und deutsch-chilenische Einrichtungen

Deutsche Auslandshandelskammer in Chile (www.chile.ahk.de)

Die Außenhandelskammer (AHK) in Chile – vor Ort auch als CAMCHAL bekannt – wurde im Jahr
1916 in der Hafenstadt Valparaíso von deutschen Unternehmern gegründet. Damit ist sie nicht nur
weltweit eine der ältesten Außenhandelskammern Deutschlands, sondern mit 640 Mitgliedern heute
auch die größte binationale Kammer in Chile. Als Teil des weltweiten Kammernetzwerks mit mehr
als 130 Büros in 90 Ländern bietet die AHK Chile Mitgliedern und Kunden in Deutschland und Chile
standardisierte Dienstleistungen verbunden mit umfassenden Kenntnissen zum lokalen Markt.

Neben Themenfeldern wie Innovation und Technologietransfer, Umwelt und Energie, Bergbau und
Rohstoffe widmet sich die AHK Chile auch diversen Initiativen im Bereich der beruflichen Aus- und
Weiterbildung.

Die AHK Chile arbeitet mit ihrem " Bildungszentrum" in verschiedenen Projekten daran,
Qualitätselemente des deutschen dualen Berufsbildungssystems an die chilenische Realität
anzupassen und gemeinsam mit den lokalen Akteuren vor Ort nachhaltig umzusetzen. Dies tut sie
in enger Kooperation mit Ministerien, Verbänden, staatlichen Berufsschulen und dem Privatsektor.

Daneben bietet die AHK eine Vielzahl von Kursen und längeren Schulungsprogrammen an, die von
Unternehmen im Land wahrgenommen werden.

Deutsche Schulen

An 21 aus Deutschland geförderten PASCH-Schulen lernen insgesamt rund 20.000 Schüler


Deutsch (Deutsche Auslandsschulen, DSD- und Fit-Schulen). Weitere sechs Schulen bieten
Deutsch an oder sind zum Beispiel als Schweizer Schule deutschsprachig und gehören zum Pasch-
Netzwerk. Damit ist diese Schulform in keinem anderen lateinamerikanischen Land auch nur
annähernd gleich stark vertreten. An der Deutschen Schule in Santiago findet außerdem einmal
jährlich eine Messe deutscher Hochschulen statt.

Alexander von Humboldt-Stiftung (www.humboldt-foundation.de)

Die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine von der Bundesrepublik Deutschland gegründete
Stiftung des privaten Rechts. Jährlich ermöglicht sie über 2.000 Forscherinnen und Forschern aus
aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von
weltweit mehr als 27.000 Humboldtianerinnen und Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140
Ländern – unter ihnen 52 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger. Gefördert wird die Alexander

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

von Humboldt- Stiftung vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung,
dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie von weiteren
nationalen und internationalen Partnern.

Die meisten chilenischen Humboldtianer sind an folgenden Universitäten tätig:


1. Universidad de Chile Santiago 31
2. Universidad de Concepción Concepción 18
3. Pontificia Universidad Católica de Chile Santiago 15
4. Pontificia Universidad Católica de Valparaíso Valparaíso 7
5. Universidad Austral de Chile Valdivia 4

Deutsche Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de)

Seit 2006 ist Frau Dr. Gudrun Kausel von der Universidad Austral de Chile
Vertrauenswissenschaftlerin und zentrale Ansprechpartnerin der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) in Chile. Die DFG hat seit 1991 ein Kooperationsabkommen mit der
Comisión Nacional de Ciencia y Tecnología (CONICYT). Im Jahr 2002 wurde das Abkommen mit
CONICYT modernisiert. Bis 2010 stand die gemeinsame Förderung von Mobilitätsprojekten im
Mittelpunkt. Im Jahr 2011 führte die DFG zum ersten Mal eine Ausschreibung für bilaterale
Forschungsprojekte mit CONICYT durch, in deren Rahmen drei größere Forschungsprojekte im
Bereich der Physik und der Zellbiologie gemeinsam gefördert wurden. Seit dem Jahr 2009 förderte
die DFG insgesamt 67 Forschungs- und Anbahnungsprojekte mit Chile, insbesondere in den
Lebens- und Geowissenschaften, aber auch in den Geistes-, Sozial-, Natur- und
Ingenieurwissenschaften. Insgesamt hat die von der DFG geförderte Kooperation mit Chile in den
letzten Jahren zugenommen. Interesse besteht zwischen einigen Forscherteams aus Deutschland
und Chile auch an den Internationalen Graduiertenkollegs.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (www.giz.de)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist ein weltweit tätiger
Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. Das Landesbüro der
GIZ in Chile besteht seit den 1990er Jahren und zeichnet sich durch die Beratung und Durchführung
von Projekten aus, die vorrangig vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) in Deutschland finanziert werden.
Derzeit beschäftigt die GIZ in Chile über 50 Mitarbeiter in Santiago, unter anderem bei der UN-
Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) und im chilenischen
Energieministerium. Das Portfolio deckt aktuell folgende Themenfelder ab:

• Umwelt
• Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
• Nachhaltiger Bergbau
• Berufliche Aus- und Weiterbildung
• Corporate Social Responsibility (CSR)
• Lokale Entwicklung
• Sektorspezifische Politiken

Folgende Aktivitäten führt die GIZ derzeit im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Chile
durch:

Im Rahmen des Programms Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) sind in
Chile zwei vom BMZ finanzierte Internationale Fachkräfte im Bereich der Berufsbildung engagiert.
Eine Fachkraft unterstützt die Deutsche Außenhandelskammer in Chile, ihre Rolle in der
chilenischen Bildungslandschaft zu stärken und die Berufsbildung nach deutschem Vorbild
voranzutreiben. Ein weiterer Experte arbeitet in der Stiftung der deutschen Ordensschwester
Karoline Mayer, Fundación Cristo Vive, insbesondere zum Thema Handwerkerausbildung im

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Bereich Elektrotechnik und Erneuerbare Energien.

Das vom BMUB finanzierte Projekt der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI)
„Förderung der Solarenergie in Chile “ beinhaltet ebenso eine Berufsbildungskomponente. Mit
Unterstützung der GIZ wurden Photovoltaik-Labore an sechs Bildungsstätten in Chile eingerichtet,
an denen bereits 160 Personen in der Installation von PV-Anlagen fortgebildet wurden. Auch für
dieses Jahr sind verschiedene Kurse für Mitarbeiter/innen des Energieministeriums und anderer
dem Ministerium untergeordneter Institutionen geplant, sowie eine Weiterführung der Fortbildung
von technischen Fachkräften. Im Rahmen des Projekts wurde außerdem eine Kooperation mit der
Universität in Antofagasta begonnen, um dort ein regionales Fort- und Weiterbildungszentrum für
„Concentrating Solar Power“ (CSP) und große PV-Anlagen aufzubauen. Die ersten Dozenten
wurden bereits ausgebildet. Im Zusammenhang mit der Förderung von Forschungsaktivitäten ist im
DKTI-Vorhaben die Unterstützung der wissenschaftlich-technischen Kooperation zu Aspekten der
CSP/CST-Technologie vorgesehen. Dabei soll fünf Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben
werden, sich vor Ort in deutschen und europäischen Forschungseinrichtungen auszutauschen.
Darüber hinaus wurden im selben Vorhaben – in Zusammenarbeit mit der Internationalen
Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris – in den vergangenen Jahren 100 regionale Fachkräfte auf
Ministerialebene in Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz fortgebildet. Für 2016 ist eine
weitere Fortbildung für 30 Experten geplant.

Ebenso sind in dem Vorhaben „Emissionsminderung durch den Einsatz von Kraft-
Wärmekopplungsanlagen (KWK) in Gewerbe und Industrie Chiles“ zukünftig Weiterbildungen in
verschiedenen Regionen Chiles geplant, unter anderem an den im Vorgängerprojekt zur KWK
eingerichteten Anlagen. Der Schwerpunkt liegt hier in dem Kompetenztransfer von Technologien zu
KWK an Techniker und Installateure.
„Técnicos para Chile“ ist ein Stipendienprogramm des chilenischen Bildungsministeriums, das zur
Erhöhung des nationalen Fachkräfteangebots mit höherer Bildung in für die chilenische
Wirtschaftsentwicklung wichtigen Sektoren beitragen soll. Mit der Durchführung der
Fortbildungsmaßnahmen in Deutschland hat das chilenische Bildungsministerium die GIZ
beauftragt. Das Programm bietet acht- bis zehnmonatige Weiterbildungskurse, sowohl an der
Bergakademie der Technischen Universität Freiberg als auch in dem Weiterbildungsinstitut
Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung (GNE) an. Im Anschluss an den theoretischen
Kompetenzerwerb in der jeweiligen Ausbildungsstätte wird den Stipendiaten ein praktischer
Kompetenzerwerb in einem ausgewählten Unternehmen in Deutschland ermöglicht.

Max-Planck-Gesellschaft (www.mpg.de)

Von Oktober bis Dezember 2009 wurde in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso der Science
Tunnel, eine einzigartige multimediale Wanderausstellung der Max-Planck-Gesellschaft, gezeigt. Die
Ausstellung empfing etwa 100.000 Besucher. Der Science Tunnel gab Einblicke in neueste
Wissensgebiete wie Nanotechnologie, Stammzellforschung oder Neuroelektronik, die unsere
Lebens- und Arbeitswelten in den kommenden Jahrzehnten tiefgreifend prägen werden. Das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trug 100.000 Euro zur Finanzierung bei. In
der zweiten Jahreshälfte 2016 war der Science Tunnel 3.0 erneut in Valparaíso.

Im Jahr 2013 vereinbarten die Max-Planck-Gesellschaft und die chilenische


Forschungsförderbehörde CONICYT die Zusammenarbeit von deutschen und chilenischen
Wissenschaftlern mit Tandemprojekten zu unterstützen. Zum dritten Treffen der Max-Planck-
Gesellschaft und der chilenischen Gesellschaft für Neurowissenschaften (CINV), das 2014 in
Valparaiso stattfand, reisten Dr. Jahn, Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische
Chemie, sowie insgesamt mehr als zehn Vertreter von Max-Planck-Instituten aus Deutschland und
der Direktor des Max-Planck-Verbindungsbüros für Lateinamerika in Buenos Aires, Dr. Trepte, an.
Der Leiter des CINV, Dr. Ramón Latorre, bekräftigte die enge Zusammenarbeit zwischen MPG und
dem CINV in den letzten Jahren und die Absicht, diese Kooperation vor allem im Bereich der
Neurowissenschaften und Bioinformatik zu konsolidieren und zu erweitern.

Im Januar 2016 fand im Parque Cultural Valparaíso ein Kooperationstreffen zwischen der Max-
Planck-Gesellschaft und der zum chilenischen Wirtschaftsministerium gehörenden

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Wissenschaftsinitiative „Iniciativa Científica Milenio“ statt. Die Veranstaltung diente der Vertiefung
der Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen und der Förderung des Wissensaustauschs
zwischen Spitzenforschern beider Länder. Außerdem wurden bei dieser Gelegenheit die Gewinner
eines internationalen Wettbewerbs, der vom Interdisziplinären Zentrum der Neurowissenschaften
der Universität Valparaíso ausgerufen und von der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt worden war,
bekannt gegeben. Der Preis ging an die Neurobiologen Chiayu Chiu und Rodrigo Suárez, die
nun ihre Forschungslabore auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in Valparaíso mit einer
Absicherung über fünf Jahre einrichten werden.

Fraunhofer Chile Research (www.fraunhofer.cl)

Besonders erwähnenswert ist die Gründung eines Fraunhofer Forschungszentrums in Chile, das
inzwischen – nach nur fünf Jahren – schon etwa 90 Wissenschaftler und Mitarbeiter beschäftigt.
Finanziert wird Fraunhofer Chile als eines von mehreren chilenischen Exzellenzzentren von
CORFO, dem chilenischen Verband für Wirtschaftsförderung, mittels einer langfristigen
Anschubfinanzierung von über 20 Mio. Euro. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums liegen in den
Bereichen Biotechnologie und Solarenergie.

Das neue Fraunhofer Center for Systems Biotechnology (CSB) in Santiago de Chile konzentriert
sich auf die Entwicklung und Optimierung neuer Technologien mit entscheidender Bedeutung für
Schlüsselbereiche der chilenischen Wirtschaft. Die Forschungsprojekte entstehen in
Zusammenarbeit von chilenischen und deutschen Forschern und konzentrieren sich momentan auf
Aquakultur, Landwirtschaft, Lebensmittel, Biomedizin, Nanotechnologie und Bio-Computing. Das
2010 gegründete Fraunhofer Center for Systems Biotechnology war das erste Forschungszentrum
unter dem Dach der Fundación Fraunhofer Chile Research (FCR) . Die Forschung am neuen
Fraunhofer-Zentrum profitiert vom Pioniergeist der chilenischen Wirtschaft und trägt seinerseits
langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Partner auf chilenischer Seite sind die
Universidad Católica de Valparaiso, die Universidad de Talca, die Universidad Andrés Bello und die
Stiftung für Unternehmensförderung Fundación Chile. Partner in Deutschland ist das Fraunhofer
Institute for Molecular Biology and Applied Ecology (IME) in Aachen, das eng mit der RWTH Aachen
zusammenarbeitet.

Eines unter vielen möglichen Beispielen ist eine kleine Forschungsgruppe die sich mit der
Entwicklung von neuen funktionellen Lebensmitteln aus lokalen Naturprodukten und Reststoffen der
Landwirtschaft beschäftigt. Ferner entwickelt sie in lokalen und internationalen Projekten
Bioraffinerie-Konzepte, die eine nachhaltige Nutzung von Rohstoffen ermöglichen. Allein diese
Gruppe am Fraunhofer Center hat bisher annähernd 2 Mio. Euro an öffentlichen und privaten
Geldern für lokale und internationale Projekte aufgebracht. Ihr Leiter, Dr. Lothar Driller, wurde im
Rahmen dieser Arbeit im letzten Jahr mit dem chilenischen Innovationspreis AVONNI für ein Projekt
ausgezeichnet, das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und
Verpackung in Freising, dem Max-Planck-Institut in Potsdam sowie dem Deutschen Biomasse-
Forschungs-Zentrum in Leipzig durchgeführt wurde und dessen Ziel es war, chilenische Abfallstoffe
aus der Industrie und Landwirtschaft in einen Biokraftstoff umzuwandeln.

Mit dem Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET) baut die
Fraunhofer-Gesellschaft ihr Engagement in Chile weiter aus. Einer der wichtigsten akademischen
Kooperationspartner und Gründungsmitglied des FCR-CSET ist die Pontificia Uni​versidad Católica
de Chile mit ihren Fakultäten für Ingenieurswissenschaften, Chemie und Geographie. Partner in
Deutschland ist das Fraunhofer Institut für Solarenergie (ISE) in Freiburg, das mit 1.300 Mitarbeitern
Europas größtes Forschungszentrum auf diesem Gebiet ist. Ziel des FCR-CSET ist es, durch den
Einsatz der umfangreichen Erfahrung des Fraunhofer ISE die Entwicklung einer nachhaltigen
Solarwirtschaft in Chile zu unterstützen. Schwerpunktthemen am FCR-CSET sollen die Gewinnung
von Strom und Prozesswärme und deren Speicherung sowie die Aufbereitung von Wasser mit Hilfe
von Solarenergie sein. Erste Projekte sind die Erfassung von zuverlässigen Strahlungsdaten für
zukünftige Solarkraftwerke und das Monitoring einer solaren Prozesswärmeanlage in einem
Weingut.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Forschung und Entwicklung in diesem Institut betreffen:

die spezifischen wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen


des Marktes für Solarenergie in Chile;
die Bildung und Ausbildung von Technikern, Fachleuten, Forschern, Managern und
Entscheidungsträgern in Planung, Bau, Betrieb, Wartung, Finanzierung und den Bau von
Systemen der solaren Energieumwandlung;
die Entwicklung von technischen Systemen, die den besonderen Bedingungen in Chile
angepasst wurden ("vom Labor auf den Markt");
die Unterstützung staatlicher Politik mit wissenschaftlichen Methoden, um den Einsatz von
Solarenergie in Chile zu erhöhen;
den Transfer zwischen akademischer Forschung sowie Industrie und Unternehmertum.

Chile ist aus mehreren Gründen ein interessanter Standort für Solarenergie: Es ist weltweit das
Land mit der höchsten direkten Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig stellt das dortige Klima hohe
Ansprüche an die Beständigkeit von Materialien und Komponenten. In beiden Punkten verfügt das
Fraunhofer ISE über umfangreiches Know-how. Die Wissenschaftler arbeiten dort seit vielen Jahren
an solarthermischen und konzentrierenden Anwendungen. Außerdem testen sie Materialien und
Komponenten unter extremen Witterungsbedingungen, um daraus z. B. Verfahren für die
Langzeitstabilität abzuleiten.

d. Deutschlandinteresse

Das Studium in Deutschland ist (finanziell) sehr attraktiv, da an allen Hochschulen Chiles noch
Studiengebühren verlangt werden. Seit 2016 werden allerdings den 50 Prozent ärmeren neu
eingeschriebenen Studierenden der 27 Universitäten der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH
(und fünf weiteren privaten Universitäten außerhalb der Rektorenkonferenz) die Studiengebühren
erlassen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das auf die Zahl der Studierenden, die nach Deutschland
gehen, auswirken wird.

Weiter trägt zur Attraktivität der deutschen Hochschulen bei, dass chilenische Studierende als
einzige Studierende Lateinamerikas mit einer Punktzahl von mehr als 600 Punkten in der
chilenischen Hochschulzugangsprüfung PSU auch die Zugangsberechtigung zu deutschen
Hochschulen erwerben. Diese Punktzahl erreichen etwa 17 Prozent aller Studierenden, die die
Hochschulzugangsprüfung in Chile ablegen (Quelle: La Tercera, 2016).

Chile ist im Übrigen schon heute das lateinamerikanische Land mit der im Verhältnis zur
Bevölkerungszahl zweithöchsten Anzahl von Studierenden an deutschen Universitäten. Dies erklärt
sich einerseits durch das relativ hohe Durchschnittseinkommen der chilenischen Mittelklasse und
andererseits durch die hohen Studiengebühren in Chile. Nicht zuletzt trägt aber auch das selbst für
lateinamerikanische Verhältnisse außergewöhnlich positive Deutschlandbild dazu bei.

Ein weiterer Grund für den intensiven Austausch mit Deutschland ist das staatliche
Stipendienprogramm Becas Chile, das es jährlich rund 750 Chilenen ermöglicht, ein Master- oder
ein Promotionsstudium im Ausland durchzuführen. Damit wird auch die Anzahl der Chilenen, die ihre
Aufbaustudien in Deutschland absolvieren können, erhöht.

Allgemeinere Gründe für Chile als interessanten Markt für deutsche Hochschulen wie auch als
Zielland für deutsche Studierende sind:

die hohe Sicherheit für ausländische Studierende,


ein Feld von etwa 10 bis 20 Universitäten, die in vielen Bereichen mit deutschen
Universitäten in Forschung und Lehre mithalten können und gelegentlich auch besser sind,
zukunftsträchtige Gebiete, in denen die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit
Deutschland permanent ausgebaut wird (wie Astronomie, Biologie, Forst- und
Agrarwissenschaften, Nanotechnologien, Erneuerbare Energien, Meeres- und
Polarforschung, Luft- und Raumfahrt, Paläontologie und Geowissenschaften / Bergbau),
das staatliche Stipendienprogramm Becas Chile (s.o.).

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

5. Deutsche Sprachkenntnisse

An den vom Goethe-Institut vertretenen Institutionen in Chile und an den Hochschulen des Landes
sind jährlich jeweils etwa 2.000 Deutschlerner eingeschrieben. In vielen Städten, vor allem in denen
des von deutschen Einwanderern stark besiedelten chilenischen Südens, führen deutsch-chilenische
Kulturinstitute Sprachkurse und Kulturprogramme durch. Neben dem Goethe-Institut in Santiago de
Chile gibt es weitere Goethe-Zentren in den Regionen (La Serena, Valparaíso und Concepción).
Sprachunterricht wird auch in dem vom DAAD geförderten Heidelberg Center für Lateinamerika und
in zahlreichen privaten Instituten angeboten.

An den 22 durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) aus Deutschland finanziell und
personell geförderten Deutschen Schulen in Chile lernen rund 20.000 Schüler Deutsch. Weitere fünf
vom Goethe-Institut betreute chilenische Schulen (sogenannte "Fit-Schulen") bieten Deutsch an. Die
von den ZfA-Schulen und die vom Goethe-Institut betreuten Schulen sind Teil des PASCH-
Netzwerkes. Damit sind diese Schulen in keinem anderen lateinamerikanischen Land auch nur
annähernd gleich stark vertreten. Die traditionsreichen Deutschen Schulen genießen in Chile einen
exzellenten Ruf. In der jährlich in ganz Chile durchgeführten Universitätszugangsprüfung (PSU)
zeichneten sich viele der Deutschen Schulen auch 2015 durch einen der vordersten Plätze im
informellen Schulranking aus. Alle fünf Deutschen Auslandsschulen wurden von der Bund-Länder-
Inspektion zertifiziert und erhielten im Ergebnis das vom Bundespräsidenten verliehene Gütesiegel
„Exzellente Deutsche Auslandsschule" (Oktober 2010: die Deutsche Schule Carlos Anwandter in
Valdivia, Mai 2011: die Deutschen Schulen in Valparaíso und Santiago, Oktober 2011: die Deutsche
Schule Concepción und 2012: die Thomas-Morus-Schule in Santiago). Die Deutsche Schule
Santiago ist die einzige Schule in Chile, die über einen durchgängig deutschsprachigen
Bildungsgang verfügt. Die Schule hat im Schuljahr 2012 zum ersten Mal die Deutsche Internationale
Abiturprüfung durchgeführt. Die vier weiteren Deutschen Auslandsschulen haben durch die
Einführung des Gemischtsprachigen Internationalen Baccalaureat ihr Deutschprofil gestärkt. Die
Schüler dieses Bildungsgangs werden in den Fächern Biologie und Geschichte in deutscher
Sprache unterrichtet. Die übrigen traditionellen Deutschen Schulen unterrichten Deutsch als
Ergänzungs- oder Fremdsprache und bieten Prüfungen zum deutschen Sprachdiplom an.

Deutschland unterhält zur Förderung dieser Schulen – einzigartig im spanischsprachigen


Lateinamerika – das Deutsche Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humboldt, das als "Escuela de
Pedagogías en Alemán" unter dem Dach der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universidad
de Talca angeschlossen ist.

Deutsch wird in Chile also insgesamt von mindestens 25.000 Schülern und Studierenden als
Fremdsprache gelernt. Durch diese hohe Zahl von Deutschlernern und in Verbindung mit den
Chilenen deutscher Abstammung (vor allem im Süden) ist es auf jeden Fall sinnvoll, auch für ein
Studium auf Deutsch in Deutschland zu werben.

Alle zwei Jahre führt das Informationszentrum des DAAD in Santiago im Rahmen der Premium-
Messe EuroPosgrados zusätzlich eine kleine Messe an den Deutschen Schulen in Santiago durch,
wobei sich Jahr für Jahr auch unter Schülern das große Interesse an deutschen Hochschulen zeigt.
Dies wird durch die hohen Bewerberzahlen für die DAAD-Stipendien für Hochschulwinter-
Sprachkurse in Deutschland bestätigt.

Nichtsdestotrotz sind englischsprachige oder zweisprachige Studiengänge sehr gefragt, da Chilenen


wie eigentlich alle Lateinamerikaner die deutsche Sprache auch als eine Hürde sehen und einen
eher allzu großen Respekt vor ihr haben. Das rührt auch daher, dass in Lateinamerika die Tendenz
vorherrscht, Englisch zur einzigen schulisch verpflichtenden Fremdsprache werden zu lassen, so
dass weitere Fremdsprachen ein Luxus oder Privileg besonders herausgehobener und teurer
Privatschulen geworden sind.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

6. Hochschulzugang in Deutschland

Eine Besonderheit Chiles im lateinamerikanischen Vergleich stellt die Tatsache dar, dass
chilenischen Schulabgängern mit einer Punktzahl von 600 in der chilenischen
Hochschulzugangsberechtigung (PSU) ein direkter Einstieg in ein grundständiges Studium in
Deutschland möglich ist (sofern sie die notwendigen Sprachkenntnisse mitbringen). Diese Punktzahl
haben im Jahr 2016 17 Prozent aller Schüler, die die Hochschulzugangsprüfung abgelegt haben,
erreicht.

Es gibt auch ein Rahmenabkommen zwischen der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH und der
HRK aus dem Jahr 1991, in welchem Vorschläge für die Anerkennung von Studienabschlüssen und
-leistungen festgelegt sind und das immerhin von 70 deutschen Hochschulen ratifiziert wurde.
Besonders wichtig ist die Regelung, dass ein chilenischer Licenciado-Titel in der Regel zur
Promotion in Deutschland berechtigen sollte.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

7. Herausforderungen und Empfehlungen für deutsche Hochschulen

a. Aktuelle Entwicklungen in der Bildungs- und Wissenschaftslandschaft

Es gibt aktuell drei große Reformprojekte im Hochschul- und Wissenschaftssystem:

I. Neue Hochschulrahmengesetzgebung

Seitdem im Juli 2015 das Dokument „Grundlagen einer Reform des Nationalen Hochschulsystems“
(Bases para la reforma al Sistema Nacional de Educación Superior) veröffentlicht wurde, sind
zumindest die Grundzüge der geplanten Reform der tertiären Bildung bekannt:

1. Ziele

Mit einer neuen Rahmengesetzgebung sollen die Anforderungen an Hochschulgründungen wie


auch an den Betrieb von Hochschulen steigen, was grundsätzlich begrüßenswert ist.
Hochschulbildung wird als ein soziales Recht definiert, das Inklusivität, Verbot von willkürlicher
Diskriminierung, Qualität, Lehrfreiheit, Diversität, Autonomie, Partizipation, Transparenz,
Respektierung und Förderung der Menschenrechte sowie Wissenserzeugung und -bereitstellung für
die Gesellschaft sichern soll. Zu diesem Zweck sollen ein nationales Hochschulsystem, ein
nationaler Rahmen für Bewertungen (Zeugnisse, Noten, etc.) sowie ein neues System der
Anerkennung von Hochschulen geschaffen werden. Das Betreiben von Hochschulen mit
Gewinnerzielungsabsicht – schon heute verboten – soll nochmals deutlich erschwert werden.

2. Allgemeines System des Hochschulzugangs

Der Hochschulzugang wird durch ein gemischtes System aus Selektion und Inklusion verbindlich
geregelt. Als selektive Elemente werden standardisierte Prüfungen, Schulnoten-Rankings, geregelte
Anerkennung von Vorkenntnissen und fachspezifische Prüfungen vorgeschlagen. Dieser
Zugangsweg wird mit inklusiven Elementen ergänzt, welche Vielfalt mit Bezug auf sozio-
ökonomische Benachteiligungen, die Abstammung von indigenen Völkern, Behinderungen oder
andere Benachteiligungen berücksichtigen sollen.

3. Verbindliches Qualitätssicherungssystem

Alle Hochschulen werden zu einer institutionellen Akkreditierung durch die Comisión Nacional de
Acreditación (CNA) verpflichtet. Hochschulen, die bisher noch nicht akkreditiert sind, müssen das
innerhalb einer bestimmten Frist nachholen. Diese institutionelle Akkreditierung soll künftig Lehre,
Verwaltung, interne Qualitätssicherung, "Third mission" und Forschung enthalten, wobei vor allem
Forschung hochumstritten ist. Die Gegner weisen nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass 95
Prozent aller Hochschulen weltweit keine Forschung betreiben und dass die Anforderung, alle
Hochschulen verpflichtend auch in Forschung zu akkreditieren, einigen Einrichtungen, die gute
Lehre aber kaum Forschung betreiben, das Leben unnötig erschwere. Weiter solle eine Institution,
die mit nur vier von sieben Jahren akkreditiert wird, die Zahl ihrer Studenten nicht mehr erhöhen,
keine neuen Studiengänge und Zweigstellen eröffnen und keine Promotionen anbieten können.

Die vielen neuen Aufgaben, die der Akkreditierungskommission übertragen werden sollen, und auch
die vielen Einschränkungen für Universitäten mit nur vier Jahren Akkreditierung werden vom
Präsidenten der CNA als schwere und unnötige Beeinträchtigung der Hochschulautonomie kritisiert.
Bei Ablehnung der Akkreditierung wird ein externer Verwalter eingesetzt und ein Sanierungsplan
erarbeitet. (Quellen: La Tercera, 09.05.2017, S. 21 und La Tercera, 23.03.2017)

4. Grundfinanzierung der Hochschulen

Das Bildungsministerium übernimmt die Finanzierung von grundständigen Studiengängen sowie


von Forschung und allgemeinen gesellschaftlichen Aufgaben der Universität ("Third mission"). Dazu
wird vom Ministerium zusammen mit Experten die erlaubte Höhe der Studiengebühren je nach

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Studiengang und Universität festgelegt. Um Zugang zu dieser Grundfinanzierung zu erhalten,


müssen die Universitäten folgende Voraussetzungen erfüllen:

sie dürfen keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen,


die Universität darf keine Handelsgesellschaften (sociedades comerciales) als Teilhaber
enthalten (über die in der Vergangenheit – so ist die allgemeine Vermutung – Gewinne erzielt
wurden, obwohl dies verboten war),
die Universität muss – wenigstens zu einem bestimmten Prozentsatz – Eigentümer der
Immobilien der Hochschule sein (auch das eine Regelung, die dazu dienen soll, die
Umgehung des Verbots der Gewinnerzielung zu erschweren).

Weiter müssen Chancengleichheit und kulturelle Diversität beim Hochschulzugang sowie


Beteiligung und Stimmberechtigung von Studenten und Angestellten bei den Organen der
Hochschulleitung gesichert sein.

5. Aufsichtsbehörde

Zur Kontrolle der Hochschulen soll im Erziehungsministerium eine neue Subsecretaría de Educación
Superior und als ausführende Regulierungsbehörde eine Superintendencia de Educación Superior
geschaffen werden.

Die Kritik der politischen Opposition und vieler Universitäten entzündet sich vor allem an den
folgenden Problembereichen:

Mit der staatlichen Festlegung und Finanzierung von Studiengebühren je nach Studiengang
wird eine komplementäre Finanzierung durch Studienbeiträge verboten. Die Kosten eines
Studiengangs unterliegen damit einer bürokratischen Deckelung, die von den Universitäten
selbst nicht mehr beeinflusst werden kann, womit die Autonomie der Hochschulen gefährdet
sei. Das Grundproblem hierbei sei, dass die privaten Universitäten innerhalb und vor
allem außerhalb der Rektorenkonferenz, kaum bzw. keine Grundfinanzierung erhalten und
folglich auch Forschung, Publikationsreihen, Kulturangebote etc. über ihre Einnahmen aus
Studiengebühren mitzufinanzieren hätten. Dies sei aber inzwischen nicht mehr in den
Zahlungen, die sie von Seiten des Staates für ihre Studenten aus den unteren fünf
Einkommensdezilen erhalten, nicht mehr eingerechnet.

Zudem werde die Selbstorganisation der Hochschulen in Bezug auf Akkreditierung und
Aufnahmekriterien erheblich eingeschränkt, indem diese nicht mehr einer unabhängigen
Organisation (CNA) bzw. der Regulierung durch ein Gremium der Hochschulselbstverwaltung
(CRUCH), sondern einer neuen Subsecretaría de Educación Superior unterstellt werden.

Weiterhin wird bemängelt, dass eine Stärkung der bisher vernachlässigten regionalen
Universitäten wie auch der technischen Berufsausbildung nicht vorgesehen sei.

Auch sollen keinerlei neue Mittel für Forschung, Innovation und Technologietransfer zur
Verfügung gestellt werden.

Nicht zuletzt seien die Belastungen für den Regierungshaushalt durch eine generelle
Befreiung von Studiengebühren bei gleichzeitiger Verringerung des Wirtschaftswachstums
und weltwirtschaftlichen Rezessionsaussichten viel zu hoch.

Der Zeitplan der Regierung sah ursprünglich vor, die Gesetzesvorhaben Anfang 2016 in die
parlamentarische Diskussion zu geben, um sie im Juli 2016 zu verabschieden. Allerdings konnte
dieser Zeitplan nicht eingehalten werden. Zurzeit (Mitte 2017) ist es nach wie vor ungewiss, ob ein
wesentlich geschrumpftes Reformprogramm überhaupt noch verabschiedet werden kann.

Neben einer erbitterten Gegnerschaft aus politischen Akteuren und dem größten Teil der

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Universitäten sind auch die nach Hochschulen organisierten Studentenverbände (Federaciones de


Estudiantes) entscheidende Akteure. Erfolg bzw. Misserfolg des Reformpaktes hängen
wahrscheinlich in hohem Maße auch davon ab, wie viel Druck diese Federaciones und die
sogenannte "Bancada estudiantil" (Palamentarier, die ehemals Studentenvertreter waren) sowie die
der Regierungskoalition angehörende, eher reformkritische Opposition der Christdemokraten
werden aufbauen können.

Die nach Hochschulen organisierten Studentenverbände spielen eine auch im internationalen


Vergleich herausragende Rolle in der chilenischen Hochschulpolitik. Seit dem Beginn der Proteste
2006 mussten die Erziehungsminister Yasna Provoste, Joaquín Lavin, Felipe Bulnes und Harald
Beyer sowie in der augenblicklichen Regierung Nicolas Eyzaguirre ihr Amt verlassen, was nicht
zuletzt auf die Proteste der Studentenverbände zurückzuführen ist. Ebenso trat 2012 der
Justizminister Teodoro Riberera nach massiven Protesten im Zusammenhang mit einer
Korruptionsaffäre der Nationalen Akkreditierungskommission zurück. Pressekonferenzen der
Präsidenten der wichtigsten Federaciones Estudiantiles werden von allen Medien des Landes
bedient und die Neuernennung einer Präsidentin oder eines Präsidenten in einer dieser
Vereinigungen sind nationale Ereignisse.

II. Geplantes neues Ministerium für Wissenschaft und Technologie

Die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet hat am 16. Januar 2017 ein Gesetzesvorhaben
zur Schaffung eines Ministeriums für Wissenschaft und Technologie auf den Weg gebracht. Das
Gesetzesvorhaben schlägt vor, den Nationalen Forschungsrat CONICYT als ausführende Einheit
dem neuen Ministerium zu unterstellen und in "Agencia de Investigación y Desarrollo" (AID)
umzubenennen. Weiter soll der seit 2016 wieder eingerichtete und aus sieben Personen bestehen​de
Consejo de la Comisión Nacional de Investigación Científica y Tecnológica als "Consejo Nacional
de Ciencia, Tecnología e Innovación" verstetigt werden. Dieser würde dann Strategieplanung
betreiben. Zudem wird ein interministerielles Komitee für Wissenschaft, Technologie und Innovation
einberufen (bestehend aus Vertretern der Ministerien für Wissenschaft und Technologie, Bildung,
Finanzen, Wirtschaft sowie für Wirtschaftsförderung und Tourismus), das die allgemeinen Linien der
Wissenschaftspolitik festlegt, um so gemeinsam das nationale System der Innovation durch
integriertes und artikuliertes Handeln mit strategischer Ausrichtung zu verstärken.

Das neue Wissenschafts- und Technologieministerium hätte nach Aussagen von Präsidentin
Bachelet die Aufgabe „den Präsidenten der Republik bei der Planung, Gestaltung, Koordination,
Umsetzung und Evaluierung von Politikentwürfen, Zielsetzungen und Programmen zur Stärkung von
Wissenschaft und Technologie zu beraten und zu unterstützen." (Quelle: CONICYT, 2017)

Die Programme und Förderinstrumente der aus dem CONICYT entstehenden neuen Agentur
werden vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie zusammen mit dem Consejo Nacional
de Ciencia, Tecnología e Innovación und dem Comité Interministerial de Tecnología e
Innovación entworfen. Die staatliche Agentur für Wirtschaftsförderung CORFO wird weiterhin dem
Wirtschaftsministerium unterstellt sein. Das bisher dort angesiedelte Millenium-Programm zur
Förderung der Forschung soll dann dem neuen Ministerium für Wissenschaft
und Technologie zugeordnet werden und zwar im Rahmen einer koordinierten Politik für
Forschungszentren.

Das Gesetzesvorhaben zur Einrichtung eines Ministeriums für Wissenschaft und Technologie wurde
im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens im Mai 2017 in den zuständigen Fachausschuss des Senats
gegeben, geht danach zu Beratungen über seinen Haushalt an das Finanzministerium, um dann in
der Abgeordnetenkammer möglichst bis vor der Konstituierung der nächsten chilenischen Regierung
am 11. März 2018 verabschiedet zu werden. Als eine Besonderheit des neuen Ministeriums ist
geplant, dass dessen regionale Repräsentanten nicht in jeder einzelnen der fünfzehn Regionen
vertreten sein werden, sondern überregional gewissermaßen mehrere Regionen zusammenfassend
bearbeiten sollen.

Nach allgemeiner Ansicht ist das augenblickliche chilenische System der Forschung, Wissenschaft

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

und Technologieförderung sehr vielfältig, ungeordnet und wenig artikuliert. Ziel des
Gesetzesvorhabens zur Schaffung des neuen Ministeriums wäre es, ein System zu schaffen, das
die Vielfalt bewahrt, aber eine sehr viel besser integrierte Förderlandschaft mit miteinander
verbundenen und aufeinander bezogenen Förderinstrumenten schafft. So sollen etwa die
sehr heterogenen Formen der Förderung von Forschungs- und Technologiezentren (Centros
Regionales, Basales, de Excelencia etc.) durch eine Politik der Forschungszentren (Política de
Centros) geordnet werden.

Weiter soll auch die Förderung des wissenschaftlich ausgebildeten Humankapitals (Política de
formación de capital humano avanzado) weiterentwickelt werden, zum Beispiel sollen zukünftig
verstärkte Anstrengungen unternommen werden, um die Integration von zurückkehrenden, im
Ausland promovierten Wissenschaftlern in Unternehmen und den öffentlichen Sektor Chiles zu
stärken. In diesem Zusammenhang wird auch darüber nachgedacht, den rückkehrenden
Wissenschaftlern Förderprogramme zur Verfügung zu stellen mit denen sie eigene
Forschungsgruppen schaffen bzw. sich in spezielle Forschungszentren eingliedern können.

III. Geseztgebungsprojekt "Vertrag mit den staatlichen Universitäten"

Ein neben der allgemeinen Reform der Hochschulrahmengesetzgebung weiteres


Gesetzgebungsprojekt der Regierung Bachelet, das eigens und ausschließlich die öffentlichen
Hochschulen betrifft, soll für eine neue und einheitliche, vom "New Public Management" beeinflusste
Governance​struktur dieser Universitäten sorgen.

Allgemein vorgegeben werden

1. Consejo Superior (Hochschulrat, Universitätsrat, Kuratorium, strategische Instanz)


2. Consejo Universitario (eine beratende Instanz, die auch Vorschläge machen kann)
3. Rector/a (Exekutivorgan)
4. Consejo Académico (Akademischer Senat als Legislativorgan)
5. Contraloria Universitaria (Verwaltung und Rechnungsprüfung)

Neu ist für die staatlichen Universitäten vor allem der neunköpfige Hochschulrat (Consejo Superior),
der die Aufgabe hätte, den Rektor zu beraten und langfristige strategische Entscheidungen zu
treffen. Er würde in der Mehrzahl aus der Universität fernen Personen bestehen. Drei der Vertreter
dieser Consejos Superiores sollen jeweils vom Staatspräsidenten, vertreten durch das
Erziehungsministerium, ernannt werden, drei weitere Vertreter kämen vom Consejo Académico,
weitere zwei externe Vertreter sollen die Region repräsentieren und sich durch eine besondere
berufliche Karriere auszeichnen. Schließlich soll auch der bzw. die Rektor/in Teil des Consejos sein,
so dass es zu einem Stimmenverhältnis von fünf externen gegenüber vier internen Mitgliedern des
Hochschulrates käme.

Ebenfalls neu ist der Consejo Universitario, der einer in Lateinamerika traditionell von linken
Gruppierungen erhobenen Forderung nach einem universitären "gobierno triestamental" Rechnung
tragen soll, in dem Dozenten, Studierende und Mitarbeiter vertreten sind. Der Gesetzesvorschlag
bestimmt allerdings, dass dieser Consejo zu mindestens zwei Dritteln aus akademischen Vertreter
bestehen muss. Von Kritikern wurde natürlich gleicht bemerkt, dass der neue Consejo so eher die
Aufgabe eines Feigenblattes einzunehmen scheint, der der Mitbestimmung von Studierenden und
nichtakademischen Mitarbeitern einen äußerst geringen Einfluss einräumt.

Ein weiteres neues Element wäre ein Koordinierungsrat der staatlichen Universitäten (Con​se​jo de
Coordinación de Universidades del Estado), der aus den Rektoren und Vertretern der Regierung
zusammengesetzt werden soll und in direkter Konkurrenz zur bisherigen Rektorenkonferenz
CRUCH stünde.

Entscheidend für die Rektoren der öffentlichen Universitäten sind weitere Mittel für die
Grundfinanzierung ihrer Einrichtungen (die allerdings heute schon den prozentual größten Anteil der
staatlichen Mittel für Bildungsausgaben erhalten). Eine der beiden neuen Finanzierungsquellen soll
aus einem Rahmenvertrag bestehen, der zeitlich unbegrenzt wäre und im Haushaltsgesetz

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

verankert würde. Dabei soll gesetzlich vorgeschrieben werden, dass die Ausgaben für die
öffentlichen Hochschulen nicht unter denen des Jahres 2016 liegen dürfen. Eine zweite
Finanzierungsquelle wäre als „Plan zur Finanzierung und Stärkung der Universitäten“ vorerst auf
eine Dauer von zehn Jahren begrenzt. Bei Verabschiedung dieses Gesetzes wäre also damit zu
rechnen, dass der öffentliche Finanzierungsanteil des Haushaltes der staatlichen Universitäten
erheblich steigt.

In einigen Artikeln des neuen Projektes wird den öffentlichen Universitäten auch eine
höhere unternehmerische Verantwortung zugebilligt: Künftig soll es ihnen erlaubt sein, selbstständig
Verträge zu schließen, Patente einzureichen, außerhalb des umständlichen, für staatliche
Institutionen vorgegebenen Systems Einkäufe zu tätigen und Dienstleistungen einzukaufen sowie
Kredite für die Erfüllung ihrer Aufgaben von Lehre, Forschung und Verwaltung aufzunehmen.

Von vielen Beobachtern wird allerdings angemerkt, dass es höchst fragwürdig sei, ein allgemeines
Gesetzgebungsprojekt zur Reform der Hochschulrahmengesetzgebung und daneben ein weiteres
Gesetzgebungsprojekt nur für die staatlichen Universitäten zu verfolgen. Erstens werde es nicht
ganz einfach sein, Widersprüche zwischen beiden Gesetzgebungsprojekten zu vermeiden bzw. das
Gesetz nur für die staatlichen Universitäten in das allgemeine Hochschulrahmengesetz organisch
einzupassen, und zweitens liege es natürlich vor allem von Seiten der privaten Universitäten nahe,
zu fragen, ob hier nicht auf Dauer eine staatliche Sonderbehandlung für eine Gruppe von
Universitäten geschaffen werden soll, die mit der fragwürdigen Begründung bevorzugt würde, dass
allein durch die staatlichen Universitäten Autonomie und Unabhängigkeit von Lehre und Forschung
garantiert seien. Ob die geplante Regierungsnähe dafür wirklich ein guter Rahmen sei, bleibe mit
guten Gründen zweifelhaft und es schade nicht, sich daran zu erinnern, dass es unter der Pinochet-
Diktatur in vielen Fällen gerade katholische Institutionen waren, die Verfolgten Arbeit, Zuflucht und
oft sogar das Exil ermöglichten.

b. Hochschulkooperationen – FAQ

Da es auch eine gewisse Anzahl chilenischer Universitäten minderer akademischer Qualität gibt, ist
es im Falle einer Kooperationsanbahnung ratsam, sich über das Prestige und die politische oder
religiöse Ausrichtung der Universität zu informieren bzw. sich in Einzelfällen von vornherein darüber
im Klaren zu sein, dass man möglicherweise auch Entwicklungsarbeit leisten muss. Auf der anderen
Seite gibt es jedoch auch Universitäten, die in vielerlei Hinsicht mit den besten deutschen
Universitäten mithalten können oder diese in bestimmten Fächern sogar übertreffen. In jedem Fall
ist ein Kontakt auf Augenhöhe empfehlenswert. Man sollte auf keinen Fall von vornherein davon
ausgehen, dass ein Studium in Chile in Vergleich zu einem Studium in Deutschland minderwertig sei
oder dass sich eine Kooperation mit bzw. ein Forschungsaufenthalt in Chile immer als
Entwicklungszusammenarbeit vollzieht. Zur Orientierung steht das DAAD-Informationszentrum in
Santiago de Chile jederzeit gerne zur Verfügung. Außerdem können auch die weiter oben
vorgestellten Rankings herangezogen werden.

Eine nicht unwesentliche Schwierigkeit bei der Kooperationsanbahnung besteht darin, dass die
chilenischen Universitäten seit der Militärdiktatur strukturell unterfinanziert sind und ihnen wenig freie
Mittel für die Kofinanzierung gemeinsamer Vorhaben zur Verfügung stehen. Kooperationsmittel
müssen meist bei der Forschungsförderorganisation CONICYT oder über das Programm MECESUP
eingeworben werden und unterliegen damit den sehr strikten Regeln des chilenischen
Rechnungshofs über Mittelverwendung. Die Herausforderung für deutsche Hochschulen oder
andere deutsche Partner ist, sich mit den chilenischen Hochschulen zusammenzusetzen und
herauszufinden, wie man unter Beachtung der Verwendungszwecke dieser Mittel gemeinsame
kofinanzierte Kooperationen und Programme auf den Weg bringt.

c. Marketing-Tipps

Deutschland genießt in Chile traditionell einen sehr guten Ruf, was historisch mit der Qualität von in
Lateinamerika eingeführten deutschen Produkten zu tun hat, mit der Bewunderung für den

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands nach der vernichtenden Niederlage im 2. Weltkrieg


sowie weiter damit, dass Deutschland in Lateinamerika und Chile nie als Kolonialmacht
wahrgenommen wurde. Nach der Eurokrise ab 2008 stieg das Ansehen Deutschlands nochmals,
und es verstärkte sich im öffentlichen Bewusstsein der Eindruck, dass Deutschland in ganz Europa
gewissermaßen "last man standing" sei. Schließlich ist auch die große Zahl deutscher Einwanderer
seit Mitte des 19. Jahrhunderts, die sich vor allem im Süden Chiles angesiedelt haben, für die hohe
Wertschätzung Deutschlands verantwortlich. Die deutsche Botschaft in Chile hat rund 25.000
Passdeutsche registriert, wobei es eine erheblich höhere Anzahl von Deutsch-Chilenen geben
dürfte, die zwar keinen deutschen Pass mehr haben, aber sich kulturell dieser Gruppe angehörig
fühlen.

Ein erfolgreiches Hochschulmarketing in Chile basiert daher erstens darauf, dass


deutsche Hochschulen, die sich in Chile präsentieren, bereit sind, chilenische Interessenten mit
einem in der Regel eher traditionellen Deutschlandbild dort abzuholen, wo sie sich befinden.
Deutschland ist für Chilenen durchweg äußerst positiv besetzt als Land von Ordnung,
Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, von Blasmusik, Lederhosen, Würstchen und Bier, von
wirtschaftlichen und technologischen Spitzenleistungen, leutselig, heimatliebend, gutmütig und
großmütig. Deutsche Selbstzweifel sind eher wenig populär…

Administrative Inkompetenz und Langsamkeit, ausbleibende Antworten, Granteligkeit und


mangelnde Höflichkeit wären Verhaltensformen, die dem Deutschlandbild der Chilenen
zuwiderlaufen. Selbstverständlich erwarten sie eine übersichtliche und englischsprachige Homepage
der Universität, auf der nicht nur die Hauptseiten in englischer Sprache zugänglich sind, sondern
auch genauere Details über die den Bewerber interessierenden Studiengänge auf Englisch
verfügbar sind. Da viele Chilenen großen Respekt vor der deutschen Sprache haben, sind
englischsprachige Studiengänge sehr gefragt. Sprachkursangebote sowie eine gute Betreuung der
ausländischen Studierenden vor Ort (evtl. auch Hilfe bei der Wohnungssuche) werden ebenfalls
sehr geschätzt.

Da die chilenischen Regierungsstipendien gezählt und mit der Verpflichtung zur Rückkehr nach
Chile verbunden sind, ist die Nachfrage nach nicht-chilenischen internationalen und/oder
universitätseigenen Stipendien hoch.

Bei einer Bewerbung um ein Stipendium im Rahmen des nationalen Stipendienprogramms 'Becas
Chile' wurde ursprünglich gefordert, dass die ausländische Zielhochschule unter den ersten 150
Bildungseinrichtungen der international einschlägigen Hochschulrankings (Shanghai, Times Higher
Education oder QS) platziert ist. Alternativ wurde auch eine ausführliche Begründung akzeptiert,
warum die Institution eine der 50 besten in der entsprechenden Disziplin ist. Inzwischen orientieren
sich die von 'Becas Chile' angewendeten Auswahlmethoden keineswegs mehr einfach am THE-
oder Shanghai-Ranking, sondern berücksichtigen vielfältige weitere Indikatoren (unter anderem
Thomson Reuters, wissenschaftliche Publikationen etc.). In jedem Fall sind Informationen über das
Prestige und die Platzierung in verschiedenen Rankings sowie besondere Auszeichnungen und
Besonderheiten der Hochschule für Interessenten an einem Studium in Deutschland von großer
Bedeutung.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

8. Länderinformationen und praktische Hinweise

a. Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Grundsätzlich ist Chile ein Land, das eine relativ liberale Visagesetzgebung aufweist. Für nicht-
touristische Aufenthalte und touristische Aufenthalte über 90 Tage muss vorab ein Visum beim
zuständigen chilenischen Konsulat in Deutschland beantragt werden (Botschaft in Berlin, Konsulate
in Frankfurt, München und Hamburg).

Für ein Studium an einer chilenischen Universität oder den Besuch einer chilenischen Schule kann
unter Vorlage von unter anderem der Zulassung oder Aufnahmebestätigung und eines
Finanzierungsnachweises ein Studierenden- oder Schülervisum beantragt werden.

Für ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst muss ein Visum für den befristeten Aufenthalt
beantragt werden. Hierfür ist der Aufenthaltszweck (Praktikumsbestätigung oder Ähnliches) und die
Finanzierung nachzuweisen .

Wissenschaftler, die an einer chilenischen Universität tätig werden möchten, können vorab ein
Arbeitsvisum unter Vorlage des entsprechenden notariellen Arbeitsvertrages beantragen. Ein
Arbeitsvertrag für Ausländer muss dem chilenischen Arbeitsrecht entsprechen und bestimmte
Klauseln unter anderem zur Finanzierung der Rückreise nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
enthalten. Ausführliche Informationen über das Antragsverfahren und vorzulegende Dokumente
können bei der chilenischen Botschaft in Berlin oder dem zuständigen Konsulat in Hamburg,
Frankfurt, München erfragt werden (www.echile.de/).

Nach der Einreise muss man sich im Regelfall zunächst bei der für den Aufenthaltsort zuständigen
chilenischen Polizei registrieren (Jefatura Nacional de Extranjería y Policía Internacional ) und
anschließend bei der zuständigen Ausländerbehörde (Departamento de Extranjería y Migración ) die
chilenische Identitätskarte für Ausländer beantragen (cédula de identidad para extranjeros).

Für die chilenischen Behördengänge sollte man lange Wartezeiten einplanen und sich
gegebenenfalls vorab direkt bei der Behörde über vorzulegende Unterlagen und anfallende
Gebühren informieren.

b. Lebenshaltungskosten

Allgemeine Lebenshaltungskosten für deutsche Studierende im Vergleich zu Deutschland (unter


Berücksichtigung regionaler Unterschiede):

Die Lebenshaltungskosten in Chile entsprechen in etwa deutschem Niveau. Bei bescheidenen


Ansprüchen benötigt man für den monatlichen Unterhalt etwa 600 Euro bis 750 Euro. Zur
Orientierung einige Beispiele:

Miete für Zimmer / Bad in Untermiete:


ca. 170.000 Pesos monatlich
Appartment/möbliert:
ab 120.000 Pesos monatlich
Zimmer/Frühstückspension:
ca. 150.000 Pesos monatlich
Mittagessen:
ca. 3.500 Pesos
Metroticket in Santiago
ca. 600 Pesos pro Fahrt

Die Preise können in der Region auch wesentlich niedriger sein (vor allem im Süden) oder auch
höher liegen – wie zum Beispiel in der vom Bergbau geprägten Stadt Antofagasta.

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Vor allem Lebensmittel sind im Supermarkt teurer als in Deutschland. Es bietet sich alternativ an,
Gemüse, Obst und Ähnliches, was man frisch erwerben kann, um einiges günstiger auf dem
Zentralmarkt La Vega oder auf den Wochenendmärkten in den Stadtvierteln zu kaufen.

Kosten für den Nahverkehr: Alle wichtigen Informationen über das Metrosystem von Santiago findet
man unter: www.metrosantiago.cl. Eine Fahrt kostet nicht mehr als 1 Euro. Es ist recht leicht
verständlich und ermöglicht zumeist eine bessere Orientierung als das Bussystem. Grundsätzlich
muss für die Nutzung von Metro und Bus eine "tarjeta BIP" angeschafft werden. Diese Plastikkarte,
welche nach Belieben aufgeladen werden kann, bietet die einzige Möglichkeit, Metro- und
Busfahrten zu bezahlen. Aufladen kann man die Karte nur in den Metrostationen sowie an Puntos
BIP (zum Beispiel an Kiosken).
Auch der Busverkehr wurde im Rahmen des Modernisierungsplans 'Transantiago 2007' erheblich
verbessert. Die Stadt wurde in zehn verschiedene farblich markierte Bezirke aufgeteilt, innerhalb
derer jeweils Busse einer bestimmten Farbe und mit zweistelliger Nummer verkehren (servicios
locales). Ein Schild in der Frontscheibe gibt auch immer die wichtigsten Verkehrswege der
jeweiligen Linie an. Seit Juni 2012 wechselten die Busse zu verschiedenen Farben der Stadtteile
(comunas).

Die Farben dieser Comunas sind:

Orange: Ñuñoa, Macul, Peñalolén und La Reina


Blau: Huechuraba, San Ramón, La Pintana
Grün: Maipú, Cerrillos, Estación Central, San Miguel, San Joaquín, Pedro Aguirre Cerda, Lo
Espejo, La Florida und La Granja.
Türkisblau: Pudahuel, Lo Prado, Cerro Navia und Quinta Normal
Rot: Providencia, Las Condes, Vitacura, Lo Barnechea, Quilicura, Renca,
Independencia, Conchalí, Huechuraba y Recoleta
Gelb: Puente Alto und Verbindung nach San Bernardo, La Pintana, Metro Bellavista de
La Florida und Metro La Cisterna.

Während die Busse offiziell auch nachts in Betrieb sind (mit Einschränkungen und derzeit noch mit
erheblichen Kapazitätsproblemen), verkehren die sechs Linien des Metronetzes nur zwischen 6:00
und 23:00 Uhr.

Auch Taxifahrten sind empfehlenswert und kosten in der Regel nicht mehr als 5 bis 6 Euro
(mittellange Fahrten) in Santiago.

Bücher: Bücher sind in Chile zumeist teurer als in Deutschland (und als in anderen Ländern
Lateinamerikas).

Kommunikation: Es bietet sich für den längeren Aufenthalt in Chile auf jeden Fall an, eine
chilenische Handykarte (Prepaid) von Entel, Movistar, Claro oder WOM zu kaufen. In allen größeren
Kaufhäusern (wie Falabella, Paris etc.) lassen sich SIM-Karten dieser großen
Telefonanbieter erstehen. Die chilenischen Handynummern sind in der Regel achtstellig. Für den
Anruf aus dem Festnetz an ein Handy ist es notwendig, eine +56 9 vor der Nummer zu wählen. Ein
Handy-Paket kostet ca. 20 Euro, in denen ca. 17 Euro Gesprächsguthaben enthalten sind. Eine
einzelne Prepaid-Card kostet um die 5.000 Pesos. Man erhält sie in jedem größeren Kaufhaus oder
direkt in den Läden der Telefonanbieter, von denen es sehr viele gibt. Aufladen kann man die Karten
fast überall: an U-Bahnhöfen, am Kiosk, im Supermarkt, in Apotheken etc. (nur paradoxerweise nicht
in den Läden von Entel & Co. selbst). Für Anrufe und SMS nach Deutschland (bzw. ins Ausland
allgemein) muss man 123049 und die Nummer ohne die 0 der Vorwahl wählen. Eine SMS nach
Deutschland kostet ca. 150 Pesos.

Arzneimittel: Arzneimittel sind in Chile eher billiger als in Deutschland.

Theater/Kino/Konzerte/Museen: Theater sind in Santiago, Valparaíso, Concepción und


Valdivia sehr beliebt. Die Saison erreicht im Sommer ihren Höhepunkt, sei es auf Freilichtbühnen,
temporären oder festen Bühnen (z. B. Festival „Teatro a Mil“, „Dos por Uno“).

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DAAD-BILDUNGSSYSTEMANALYSE | 2017
Chile

Teatro Nacional Chileno


Morandé 25, Tel.: +56 (2) 2696 12 00
Teatro Universidad de Chile
Plaza Italia 043, Tel.: +56 (2) 2978 24 80
Teatro Universidad Católica
George Washington 26, Tel.: +56 (2) 2205 56 52
Corporación Cultural Providencia
Av. 11 de Septiembre 1995, Tel.: +56(2) 2784 86 00
Teatro El Conventillo
Bellavista 173, Tel.: +56 (2) 2777 41 64

Kinos und Kulturzentren mit Ausstellungen sind:

Centro Cultural La Moneda


Plaza de la Ciudadanía 26, Tel.: +56 (22) 3556500 (staatliches Kulturzentrum mit ständig
wechselnden Ausstellungen, Konzerten, Filmen etc., schönes Gebäude mit Souvenirläden,
Cafés und Restaurants)
Centro de Extensión der Universidad Católica
Alameda 390, Tel.: +56 (2) 2354 65 07 (Kulturzentrum der Pontificia Universidad Católica mit
ständig wechselnden Ausstellungen, Konzerten, Filmfestspielen etc., schönes Gebäude mit
Buchladen und Café)
Centro Cultural Matucana 100 (M100)
Av. Matucana N° 100 Estación Central, Santiago, Tel.: +56 (2) 2682 4502
Centro Cultural Estación Mapocho
Plaza de la Cultura s/n, Tel.: +56 (2) 2787 00 00 (bis in die 1980er Jahre ein Kopfbahnhof,
heute Ort für Theateraufführungen, Ausstellungen und Messen; Café, Restaurant und
Souvenir-Laden mit Kunsthandwerk)
Biblioteca Nacional
Alameda 651, Tel.: +56 (2) 2360 52 72, (1942 eröffnet, gehört diese Sammlung zu den
größten Bibliotheken Lateinamerikas; häufig kostenlose Konzerte und Veranstaltungen;
moderne Cafeteria)
Casa de la Cultura de la Municipalidad de Ñuñoa
Av. Irarrázaval 4055 (Ñuñoa), Tel.: +56 (2) 2223 74 50
Teatro Municipal
Agustinas 794, Tel.: +56 (2) 2463 8888, Tickets: 800 47 10000
(Opern, Konzerte, Ballett; schöne Caféecke).

Es gibt außer den großen Kinoketten (zum Beispiel Cine Hoyts, Cineplanet), die im Prinzip alle das
gleiche Programm bieten wie überall auf der Welt, auch kleinere Programmkinos. Diese zeigen
etwas anspruchsvollere Filme und sind oft sogar billiger.

Empfehlenswerte Programmkinos in Santiagode Chile:

Cine Normandie
Tarapacá 1181, Tel.: +56 (2) 2697 29 79
Centro Arte Alameda
Libertador B. O’Higgins 139, Tel.: +56 (2) 2664 88 21
Cine El Biógrafo
J.V.Lastarria 181, Tel.: +56 (2) 26334435
Centro de Extensión Universidad Católica
L.B. O’Higgins 390, Tel.: +56 (2) 23546507
Cineteca Nacional des Palacio La Moneda
Plaza de la Ciudadanía, Tel.: +56 (2) 23556500

Spielfilme werden sowohl im Kino als auch im Fernsehen häufig im Originalton (meist englisch) mit
spanischen Untertiteln gezeigt. Das Programm entnimmt man den Zeitungen (El Mercurio, La

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Chile

Tercera, La Segunda, Publimetro) oder dem Internet. Montag bis Mittwoch sind Kinotage, der Eintritt
ist billiger und dementsprechend füllen sich auch die Kinosäle.

Es gibt auch einige Museen zu besichtigen, zum Beispiel:

Museo Interactivo Mirador (MIM)


Museo Ralli
Museo Pedagógico de Chile
Museo Chileno de Arte Precolombino
Museo Histórico Nacional
Museo Nacional de Bellas Artes
Museo de Arte Contemporáneo (MAC)
Museo de la Solidaridad Salvador Allende
Museo de la Memoria y los Derechos Humanos

In Nationalparks und bestimmten Sehenswürdigkeiten können die Preise für Einheimische und
Ausländer mit festem Wohnsitz günstiger sein als für Ausländer ohne festen Wohnsitz.

Temperatur, Kosmetika, Strom


In Santiago herrscht im Sommer (Dezember bis Februar) eine trockene Hitze von oft über 30 Grad.
In den Übergangszeiten und im Winter ist auch gelegentlich mit Regen zu rechnen, so dass sich die
Mitnahme eines Regenmantels empfiehlt. Während des Winters (Juni bis August) herrschen
Temperaturen um die 10 Grad. Nachts fällt die Temperatur oft unter den Gefrierpunkt, was
angesichts der schlecht beheizbaren chilenischen Wohnungen die Mitnahme wärmender Kleidung
erforderlich macht. Wer im Sommer in Chile ist, aber gerne reisen möchte, braucht trotzdem warme
Kleidung, da es nachts und im Süden auch im Sommer kalt sein kann.
Wer bestimmte Hygiene- und Kosmetikprodukte braucht, sollte diese aus Deutschland mitbringen,
da sie in Santiago oft sehr viel teurer sind. Das gilt vor allem für Shampoo, Deo,
Zahnbürsten, Zahnpasta, aber auch für Sonnencreme und andere Artikel der Körperpflege.

In Chile herrscht die gleiche Stromspannung wie in Deutschland, folglich ist die Mitnahme von
elektrischen Geräten in der Regel kein Problem. Jedoch sollte beachtet werden, dass die
sogenannten flachen Eurostecker (schmal) fast alle in die chilenischen Steckdosen passen, die
Verwendung der runden Konturenstecker jedoch häufig Probleme aufwirft. Hier muss dann auf die
Verwendung eines Adapters zurückgegriffen werden.

Ankunft und Flughafentransfer


Der günstigste und einfachste Weg, um vom Flughafen in die Stadt zu kommen, ist der
Flughafenshuttle Centropuerto. Er fährt von 6:00 bis 23:30 Uhr für 1.600 Pesos pro Strecke die
Stationen Metro Estación Los Héroes, Estación Central, Metro Estación Universidad de Santiago,
Metro Estación Las Rejas und Metro Estación Pajaritos an. Von dort kann man ganz einfach per
Metro oder Bus seine Fahrt fortsetzen. Das empfiehlt sich sogar, wenn man nicht gleich ein Taxi
nimmt, da man auf diese Weise den Stau um die Zentrale Busstation umgeht.

Eine Alternative dazu sind die Shuttleservices TransVIP bzw. Transfer Delfos, die einen direkt bis
zur Wunschadresse bringen. Die Preise unterscheiden sich je nach Ziel und liegen bei der Fahrt ins
Stadtzentrum von Santiago bei um die 7.000 Pesos pro Person. In einem Minibus werden mehrere
Fahrgäste nacheinander an ihre Zieladresse befördert. Dies kann teilweise einige Zeit dauern,
schneller geht es mit einem Taxi. Hierbei liegen die Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Pesos. Ein
Taxi kann sich also ab einer Gruppe von zwei Personen lohnen. Außerdem gibt es zwei öffentliche
Busse, die den Flughafen von Santiago mit einigen Metrostationen in der Stadt verbinden. TurBus
fährt zwischen 6:00 und 24:00 Uhr für einen Preis von 1.700 Pesos pro Strecke zu den Haltestellen
Moneda Esquina San Martín, Metro Estación Universidad de Santiago, Metro Estación Las Rejas
und Metro Estación Pajaritos.

Aktuelle Informationen zu den Bussen finden sich hier und hier.

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Von fast allen Haltestellen des Flughafenbusses kann man auch mit der Metro weiter fahren, jedoch
werden die Haltestellen nicht wie in Deutschland im Bus angesagt. Daher empfiehlt es sich, den
Busfahrer um Hilfe zu bitten, oder einen Fahrgast zu fragen, ob er Bescheid sagen kann, wann man
aussteigen muss.

c. Unterkunft

Wohnungssuche: Die beste Internetadresse dafür ist www.compartodepto.cl. Dort kann man in den
verschiedenen Stadtteilen nach einem WG-Zimmer oder einer Unterkunft bei einer chilenischen
Familie suchen. Beliebte Viertel zum Wohnen in Santiago de Chile sind Providencia, Santiago
Centro, El Golf, Vitacura oder Las Condes. Etwas familiärer ist es in Ñuñoa. Man spürt dort die
Großstadt nicht so sehr, weil es weniger Hochhäuser gibt. Die Preise bewegen sich etwa zwischen
100.000 und 180.000 Pesos für ein WG-Zimmer, die Unterkunft bei einer Familie kann etwas
günstiger sein. Eine Wohnung für eine Familie wiederum kann durchaus zwischen 600.000 und
1.000.000 Pesos (zwischen 1.000 und 1.500 Euro) kosten. In der Provinz ist es deutlich günstiger. In
Talca zum Beispiel kann man ein Haus für weniger als 500.000 Pesos mieten. Wer auf der Suche
nach einer Wohnung ist, wird sicher unter www.portalinmobiliario.com fündig. Eine
weitere empfehlenswerte Seite ist www.homechile.cl/aleman/principal.asp.

Hostels: Wer kein Hotel buchen möchte, weil er länger in Santiago ist, sollte im Voraus ein Hostel
für die erste Zeit zu buchen. Hostels findet man im Internet zum Beispiel auf der Seite
www.booking.com. Sehr beliebt unter Backpackern ist La Casa Roja ( www.lacasaroja.cl) im Barrio
Brasil; auch zu empfehlen ist das Eco Hostel (www.ecohostel.cl) in Santiago Centro. Die meisten
Vertretungen deutscher Institutionen befinden sich im Stadtteil Providencia, so dass es
möglicherweise empfehlenswert ist, sich dort ein Hotel oder Hostel zu suchen.

Besonders günstige Bedingungen für deutsche Hochschulvertreter (auf vorherige Anfrage per E-
mail) bietet oft das Aparthotel Heidelberghaus (www.heidelberghaus.cl) des Heidelberg Centers für
Lateinamerika der Universität Heidelberg: www.heidelberg-center.uni-hd.de/deutsch.

d. Sicherheitslage

Chile ist wie fast alle Länder Lateinamerikas ein Land mit großen Einkommensunterschieden, so
dass mit Rucksack- und Taschendiebstählen, sowie Überfällen auf der Straße, in Parks, im Auto
oder zuhause immer zu rechnen ist. Insbesondere in Santiago ist die Kleinkriminalität weit verbreitet.
Taschendiebstähle sind vor allem im Stadtzentrum und im Ausgehviertel Bellavista alltäglich, obwohl
die Polizei (Carabineros) viel Präsenz zeigt. In Notsituationen bieten die Carabineros zwar
Unterstützung an, doch ist es meistens schwierig, sie telefonisch zu erreichen. Folglich ist zu
empfehlen, auf auffälligen Schmuck zu verzichten und immer auf seine persönliche Habe (Kameras)
zu achten. In den beliebten Küstenstädten Valparaiso und Viña del Mar gilt dies ebenfalls.

Im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern gibt es in Chile allerdings sehr viel weniger
bewaffnete Sicherheitskräfte im öffentlichen Raum. Autos werden auf den Straßen geparkt,
Smartphones überall offen konsultiert, es gibt viele Passanten und Fahrradfahrer und eine große
Gelassenheit auf den Straßen. Man sollte also vorsichtig sein, aber die Gefahren vor allem in den
Regionen und auf dem Land sowie in den kleinen Städten der Regionen auch nicht überschätzen.

Chile ist ein erdbebengefährdetes Land. Mit vulkanischen oder tektonischen Aktivitäten ist immer
zu rechnen. Das letzte ganz große Beben am 27. Februar 2010 hatte sein Epizentrum in der Nähe
der Stadt Concepción und erreichte eine Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala. Allerdings sind
Erdbeben dieser Stärke keinesfalls alltäglich und treten normalerweise in Abständen von 20 bis 30
Jahren auf. Kleinere Erdbeben können hingegen jederzeit vorkommen. Im Falle eines Erdbebens gilt
es, unbedingt Ruhe zu bewahren. Gebäude in Chile sind nach menschlichen Ermessen sehr
erdbebensicher gebaut. Auf keinen Fall empfiehlt es sich, panisch aus Gebäuden zu rennen, da

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Chile

dabei die meisten Personen verletzt werden. Es ist wichtig, die Nähe zu Fensterscheiben zu meiden
und – sollte man sich im Freien befinden – unbedingt von Gebäuden und Stromleitungen Abstand zu
halten. Meist dauern Erdbeben weniger als eine Minute. An der Küste muss man möglichen
Tsunamiwarnungen unbedingt Folge leisten. In Gebäuden sollte man sich vorsorglich gleich nach
dem Betreten über die Fluchttreppen informieren. Reisenden ist zu empfehlen, sich mit den
angemessenen Verhaltenshinweisen bei Erdbeben und den daraus resultierenden Tsunamis
vertraut zu machen. Bei dem letzten Beben wurden aufgrund der Tsunamiwarnung innerhalb
kürzester Zeit knapp eine Million Personen entlang der gesamten chilenischen Küste evakuiert.

Jeder deutsche Staatsangehörige, der – auch nur vorübergehend – im Ausland lebt, kann in eine
Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes aufgenommen werden.
Man registriert sich unter folgendem Link.

Den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts ist Folge zu leisten.

e. Adressen

DAAD-Informationszentrum in Santiago de Chile:


Calle La Concepción 81, Oficina 703
Providencia, Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2946 2636
Fax: +56 (2) 2946 2701
E-Mail: ic@daad.cl
www.daad.cl
www.facebook.com/DAAD.Chile

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Santiago de Chile:


Las Hualtatas 5677, Vitacura, Santiago/Chile
Tel.: + 56 (2) 2463 2500
www.santiago.diplo.de

Botschaft der Republik Chile in Berlin:


Mohrenstraße 42
10117 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 726 2035
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 09.00 - 13.00 Uhr
Amtsbezirk/Konsularbezirk: Bundesgebiet, Konsularischer Amtsbezirk: Länder Berlin, Brandenburg,
Sachsen und Sachsen-Anhalt
E-Mail: comunicaciones@echile.de
www.echile.de

Studium:

Chilenische Hochschulrektorenkonferenz / Consejo de Rectores de las Universidad de Chile


(CRUCH):
Alameda 1371, piso 4
Santiago de Chile
Tel.: +56 (2) 2426 8620
Fax: +56 (2) 2426 8626
E-mail: cruch@consejoderectores.cl
www.consejoderectores.cl

Corporación de universidades privadas (CUP):


Vereinigung von 17 privaten Universitäten Chiles
www.cupchile.cl

Informationen für internationale Studierende: http://postgrado.consejoderectores.cl/en/index.php

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Chile

http://learnchile.cl

Anerkennung:

Prorrectoría, Universidad de Chile


Av. Alameda 1058, Santiago - Chile
Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse

Wissenschaft und Forschung:

Ministerio de Educación:
Avda. Libertador Bernardo O’Higgins No 1371
Santiago - Chile
Tel: +56 (2) 2406 6000
www.mineduc.cl

CONICYT:
Moneda 1375
Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2365 4427
www.conicyt.cl

Becas Chile - Ministerio de Educación :


Av. Libertador Bernardo O'Higgins 1371
Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2406 6000
www.becaschile.cl

Sprachkurse:

Das Goethe-Institut bietet sehr gute Spanischsprachkurse für Ausländer an.


Holanda 100 (Providencia)
Santiago - Chile
Tel.: +56 (2) 2952 8000
www.goethe.de/santiago

f. Linktipps zur weiteren Recherche

Kooperation International - Chile


www.mifuturo.cl (statistische Daten zum chilenischen Hochschul- und Bildungssystem)
www.cnachile.cl (Nationale Akkreditierungkommission)
www.learnchile.cl (Internationale Plattform chilenischer Hochschulen)
www.consejoderectores.cl (Plattform der chilenischen Hochschulrektorenkonferenz)
www.nuevo.cned.cl/indices-educacion-superior (Daten zur Hochschulbildung)

g. Publikationen

Hochschulen und Bildungssystem:

Mönckeberg, Maria Olivia (2007): El negocio de las universidades en Chile. Santiago de


Chile: Random House Mondadori
Meller, Alan & Meller, Patricio (2007): Los dilemas de la educación superior. Santiago de
Chile: Aguilar Chilena de Ediciones S.A.
Waissbluth, Mario (2010): Se acabó el recreo. La desigualdad en la educación. Santiago de

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Chile

Chile: Random House Mondadori


Valle, Aldo / Lavanchy, Sergio / Sanhueza, Patricio (ed.) (2014): 60 años Consejo de
Rectores de las Universidades Chilenas.

Geschichte:

Rinke, Stefan (2007): Kleine Geschichte Chiles, München: C.H.Beck


de Ramon, Armando (2003): Historia de Chile, Santiago: Catalonia

Tourismus:

McCarthy, Carolyn / Carillet, Jean-Bernard / Gleeson, Bridget u.a. (2013): Chile &
Osterinseln, Ostfildern: Lonely Planet
Möginger, Robert (2010/2011): Chile, Osterinseln, Berlin und München: Langenscheidt
Asal, Susanne (2013): Chile, München Travel House Media GmbH

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Chile

Impressum

Herausgeber
Deutscher Akademischer Austauschdienst
German Academic Exchange Service
Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
www.daad.de
Referat S21 – Koordinierung Regionalwissen

Autor
Arpe Caspary, Leiter des DAAD-Informationszentrums Santiago de Chile

Redaktion
Christine Arndt

Datenquellen
Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Data: https://data.oecd.org

Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD). Statistics: http://stats.oecd.org

SCImago. (2007). SJR–SCImago Journal & Country Rank. Retrieved January 07, 2016, from
http://www.scimagojr.com

Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Genesis-Online. Datenlizenz by-2-0:


https://www.genesis.destatis.de

UNESCO Institute of Statistices (UIS): http://data.uis.unesco.org/

United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division, World Population
Prospects: http://esa.un.org/unpd/wpp/Download/Standard/Population/

Wissenschaft Weltoffen. Herkunft ausländischer, Bildungsausländer-, Bildungsinländer-Studierender


2014 nach Erdteilen, Regionen, Herkunftsstaaten: http://www.wissenschaftweltoffen.de/daten/1/2/1

The World Bank, Knowledge Economy Index: https://knoema.com/WBKEI2013/knowledge-


economy-index-world-bank-2012

The World Bank. Data: http://data.worldbank.org

The World Bank. World Development Indicators: http://wdi.worldbank.org/table/5.13#

Zur Erhebung der genutzten Daten wurde auf alle Datenquellen am 18.11.2016 zugegriffen.

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Auflage

Als digitale Publikation im Internet veröffentlicht.

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Diese Veröffentlichung wird aus Zuwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
an den DAAD finanziert.

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