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Franz Morath • Bohr- und Druckluftwerkzeuge MORATH

Betriebsanleitung
für

Bohrraupe Typ Br 5000

FRANZ MORATH
Bohr- und Druckluftwerkzeuge
Am Riedbach 7
79774 Albbruck-Birndorf

Tel. 07753/9396-0
Fax 07753/9396-69

@1999 Franz Morath B204 Stand 12/99


Konformitätserklärung
Im Sinne der EG-Richtlinie 89/392/EWG, Anhang II A

Hiermit erkläre wir, daß die nachstehend beschriebene Maschine

Bauart: Fahrbare Bohrraupe Fabrikat: MORATH


Typ: BR5000 Baujahr: 1999
Serien-Nr.:

in der gelieferten Ausführung folgenden Bestimmungen entspricht:

89/392/EWG - EG-Richtlinie Maschinen

Folgende harmonisierte Normen wurden angewendet:


DIN EN 292, Teil 1 / Teil 2 Sicherheit von Maschinen
DIN EN 791 Bohrgeräte - Sicherheit
DIN EN 982 Hydraulik
DIN EN 983 Pneumatik
EN ISO 3457 Schutzeinrichtungen
ISO 4872 Messung der Schallemision

Folgende nationale technische Normen wurden angewendet:


Gerätesicherheitsgesetz
Verordnungen zum Gerätesicherheitsgesetz

Diese EG-Konformitätserklärung verliert ihre Gültigkeit, wenn die Maschine ohne unsere Zustimmung
umgebaut oder verändert wird.

Albbruck-Birndorf, den 21.12.1999 Franz Morath

Franz Morath Bohr- u. Druckluftwerkzeuge, Am Riedbach, 79774 Albbruck-Birndorf


Telefon 07753 / 9396-0 Telefax 07753 / 9396-69
Handelsregister beim Amtsgericht Waldshut, Reg. Nr. HRA 792
Inhaltsverzeichnis: Seite:

1. Benutzerhinweise
1.1 Personal 4
1.2 Bestimmungsgemäßer Gebrauch 4
1.3 Bestimmungswidriger Gebrauch 4

2. Sicherheitshinweise
2.1 Symbol-Hinweiserklärung 5
2.2 Warn- und Hinweisschilder am Bohrgerät 6
2.3 Sicherheitsvorschriften 7-9
2.4 Standsicherheit 10
2.4.1 Standsicherheitsgrenze 10
2.4.2 Max. Steigungswinkel beim Fahren 10
2.4.3 Max. Steigungswinkel beim Bohren und Umsetzen 11

3. Aufbau
3.1 Gesamtaufbau 12
3.2 Aufbau Bohrturm 13
3.3 Aufbau Power-Pack (Hydraulikaggregat)
3.3.1 Beschreibung 14
3.3.2 Belüftung und Abgasluft 14
3.3.3 Aufbau 15
3.4 Aufbau Kabelfernbedienung
3.4.1 Übersicht der Funktionen 16
3.4.2 Aufbau 16
3.4.3 Beschreibung 17
3.5 Aufbau Handsteuerung
3.5.1 Übersicht der Funktionen 18
3.5.2 Aufbau 18
3.6 Not-Aus Sicherheitseinrichtung 19

4. Transport
4.1 Verladen und Transportieren 20-22
4.2 Abschleppen 22

5. Inbetriebnahme
5.1 Erstinbetriebnahme 23
5.2 Inbetriebnahme 23
5.2.1 Kontrolltätigkeiten vor dem Betrieb 23

6. Betrieb - Bohrraupe positionieren


6.1 Allgemeines-Sicherheit 24
6.2 Motor starten 25
6.3 Motor abstellen 25
6.4 Fahren 26
6.5 Abstützung (am Fahrwerk) 27
6.6 Oberwagen 28
6.7 Unter- und Oberarm 29
6.8 Bohrturm Neigen 30
6.9 Bohrturm Drehen 31
6.10 Verschiebezylinder 32
6.11 Brechanlage 33-35
6.11.1 Spannbacken ausechseln 34
6.11.2 Zentrierung 35
6.12 Bohrbetrieb-Allgemeines 36
6.13 Vorschub 36
6.14 Hammer (Schlagwerk) 37
2
Inhaltsverzeichnis: Seite:

6.15 Spülluft 38
6.16 Drehen 39

7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer


7.1 Beschreibung 40
7.2 Sicherheitshinweise 41
7.3 Hydr. Hammer montieren 41
7.4 Hydr. Hammer demontieren 42
7.5 Bedienung des Hydr. Hammers 43
7.6 Schmiergerät 44
7.7 Vorlauffilter mit Verschmutzungsanzeige 45
7.8 Nach Beenden der Arbeit 46
7.9 Getriebeöl auswechseln 47
7.10 Schlagwerk 48
7.11 Druckspeicher mit Gas füllen 49

8. Wartung am Power-Pack
8.1 Kraftstoff 50
8.2 Hydraulik - Ölstand und Öltemperaturanzeige 51
8.3 Hydraulik - Ölrücklauffilter 52-53
8.4 Hydraulik - Ölfilter-Verschmutzungsanzeige 53
8.5 Thermoschalter für Ölkühler 54
8.6 Hydraulik - Ölkühlerrippen mit Luft säubern 55
8.7 Hydrauliköl auswechseln 56-57
8.8 Wasserabscheider mit Kraftstoffilter 58-59
8.9 Batteriepflege 60

8. Wartung am Bohrturm
8.10 Lafette reinigen 61
8.11 Reinigung bei Bohrung von Injektionsanker 61
8.12 Kette der Lafette
8.12.1 Kette reinigen 62
8.12.2 Kettenspannung kontrollieren 62
8.12.3 Verschleiß der Kette kontrollieren 62

8. Wartung
8.13 Fahrwerk (Unterwagen) 63
8.13.1 Fahrwerkgetriebe (Antrieb) 63
8.13.2 Fahrkette 64
8.14 Schmierung 65
8.14.1 Schmierstellen am Oberwagen 65-66
8.14.2 Schmierstellen am Bohrturm 67
8.14.3 Schmierplan 68
8.15 Wartungsplan 69-70
8.16 Wartungsplan für den Motor, 71
Abbildung von der Motor-Betriebsanleitung
8.17 Betriebsstoffe 72

9. Techn. Daten 73-74

10 Anhang - Verzeichnis der Wartungsarbeiten 75

3
1. Benutzerhinweise

1.1 Personal
Diese Betriebsanleitung richtet sich an das eingewiesene Fachpersonal und dem Betreiber
dieser Morath-Bohrraupe.

Diese Bohrraupe darf nur durch Fachpersonal betrieben werden, die in der Handhabung
eingewiesen wurden.

Die Erstinbetriebnahme der Bohrraupe und die Unterweisung des Fachpersonals erfolgt
durch die Firma Morath.

1.2 Bestimmungsgemäßer Gebrauch


Die Bohrraupe ist für Sprenglochbohrungen und Injektionsankerbohrungen bis 100 mm
Bohrdurchmesser einsetzbar.
Sie darf nicht zum Heben von Lasten verwendet werden.
Die Bohrraupe ist nur bei Tageslicht mit mind. 100 Lux Lichtstärke einsetzbar.

1.3 Bestimmungswidriger Gebrauch


Die Bohrraupe ist nur für den bestimmungsgemäßen Gebrauch zu benutzen.
Jeder andere Gebrauch ist gefährlich uns schließt Haftungsansprüche an die Firma MORATH
aus.

4
2. Sicherheitsvorschriften

2.1 Symbol-Hinweiserklärung (in dieser Betriebsanleitung)

Beachten Sie die aufgeführten Sicherheitshinweise zu Ihrer Sicherheit.

Die Sicherheitshinweise zeigen Ihnen mögliche Gefahren auf. Gleichzeitig enthalten sie Hinweise,
wie Sie durch Ihr richtiges Verhalten Gefahren abwenden können.

Sie finden Sicherheitshinweise immer an der Stelle, wo eine Gefährdung auftreten kann.

Folgende Symbole werden in dieser Betriebsanleitung verwendet:

Gefahr!
Das sind Hinweise auf Gefahren für Menschen, welche schwere oder tödliche
Verletzungen verursachen können.

Achtung! Das sind Hinweise auf Gefahren für Gerät und Maschine.

F Dieses Zeichen weist auf die vom Benutzer auszuführenden Tätigkeiten


hin.

l Dieser Punkt kennzeichnet Aufzählungen.

Schutzhandschuhe tragen!

Schutzhelm tragen!

Schutzschuhe tragen!

Schutzbrille tragen!

Gehörschutz tragen!

Staubmaske tragen, Mindestanforderung P2!

Dieses Symbol kennzeichnet Maßnahmen für den Umweltschutz.

5
2. Sicherheitsvorschriften

2.2 Warn- und Hinweisschilder am Bohrgerät

Beachten Sie die am Bohrgerät angebrachten Warn- und Hinweisschilder zu Ihrer Sicherheit.
Beschädigte Schilder ersetzen.
Folgende Warn- und Hinweisschilder sind an der Bohrraupe angebracht:

Vor Inbetriebnahme Betriebsanleitung und Sicherheitsvorschriften lesen.

Warnung vor heißer Oberfläche. Abstand halten.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Ausreichend Abstand zu elektrischen Hochspannungsleitungen halten.

Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten Motor abstellen und Schlüssel


abziehen. Betriebs- oder Wartungsanleitung lesen.

Vorsicht bei austretender Hochdruckflüssigkeit.


Unter hohem Druck austretende Flüssigkeiten (Kraftstoff, Hydrauliköl)
können die Haut durchdringen und schwere Gesundheitsschäden
verursachen. Bei Verletzungen sofort Arzt aufsuchen, da schwere Infektion
entstehen kann.

Gefahr durch drehende Maschinenteile.

Gefahr durch drehende Maschinenteile.

Während des Betriebs müssen alle Klappen und Türen geschlossen sein.

Zutritt für Unbefugte verboten!

6
2. Sicherheitshinweise

2.3 Sicherheitsvorschriften

Die nachstehend aufgeführten Sicherheitsvorschriften weisen auf Risiken und Gefahren hin, die
bei den verschiedenen Abläufen der Bedienung und Wartung der Geräte auftreten können.

Jede Person, die sich mit der Bedienung und/oder Wartung der Bohrausrüstung befaßt, muß
diese Betriebsinstruktion gründlich lesen und verstehen, bevor die Bohrraupe montiert,
betrieben oder demontiert wird. In jeder Situation muß die Devise

"Sicherheit zuerst"

Vorrang haben. Da die nachstehenden Sicherheitsvorschriften nicht jede mögliche Situation


abdecken können, muß während der Arbeit mit, an oder in der Nähe von Bohrausrüstungen
immer Vernunft und gesunder Menschenverstand angewendet werden.

Allgemeines

1. Arbeiten an dieser Bohrraupe sind nur vom unterwiesenen Fachpersonal durchzuführen.

2. Vor jeder Inbetriebnahme Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise lesen und beachten.

3. Machen Sie sich vor Arbeitsbeginn mit allen Einrichtungen und Betätigungselementen sowie
mit deren Funktion vertraut. Während des Arbeitseinsatzes ist es dazu zu spät.

4. Schutzhelm, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe sind immer


zu tragen.

Beim Bohren ist zusätzlich eine Schutzbrille und Gehörschutz zu


benutzen.

Je nach Staubentwicklung ist auch eine Staubmaske


(Mindestanforderung P2) zu tragen.

5. Tragen Sie sichere Arbeitskleidung.


Schmuckstücke wie Ringe, Armbanduhren oder ähnliches, sowie Schals, offene Jacken etc.
Dürfen beim Arbeiten nicht getragen werden (siehe Unfallverhütungsvorschrift VBG 1).
Verletzungsgefahr durch Hängenbleiben.
Locker getragene Kleidung vermeiden.

6. Beim Baustellenleiter nach besonderen Sicherheitsvorschriften für die Baustelle erkundigen.

7. Vergewissern Sie sich nach dem Standort und der Bedienung des Feuerlöschers.

8. Beachten Sie alle Warn- und Hinweisschilder.


Bei Beschädigung oder Verlust Schilder ersetzen.

für Transport: (siehe Kapitel 4.)

9. Geräte auf dem Transportfahrzeug gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) und


Unfallverhütungsvorschrift (UVV, VBG 1, VBG 40) sichern.

10. Beim Be- und Entladen nie unter schwebenden Lasten stehen.

7
2. Sicherheitshinweise
11. Rampenwinkel zur Ladefläche des LKW max. 15°.

für Inbetriebnahme (siehe Kapitel 5.)

12. Alle Klappen und Türen schließen.

13. Vergewissern Sie sich, wo die Not-Aus Schalter sind (siehe Kapitel 3.6).

14. Stellen Sie keine Bohrwerkzeuge oder Anker an die Bohrausrüstung. Sie könnten umgestoßen
werden und herabstürzen.

15. Überprüfen Sie vor Beginn der Bohrarbeiten, daß keine Elektro-, Gas-, Wasser-,
Telefonleitungen oder Kanäle im Bohrbereich vorhanden sind.

16. Bei Arbeiten im Bereich von elektrischen Freileitungen ist wegen den Sicherheitsabständen eine
Absprache mit dem Leitungsbetreiber (Energieversorgungsunternehmen) in jedem Fall
erforderlich.

17. Lösen Sie keine Verbindungen die unter Druck stehen.

18. Standfestigkeit bzw. Standsicherheit der Bohrausrüstung


überprüfen.
Gerät nur in Betrieb nehmen, wenn es sich in sicherer
Arbeitsposition befindet (siehe Kapitel 2.4).

19. Schläuche und Schlauchanschlüsse auf Dichtheit überprüfen.


l Austretendes Hydrauliköl kann die Haut durchdringen und
schwere Gesundheitsschäden verursachen. Bei Verletzungen
sofort Arzt aufsuchen, da schwere Infektion entstehen kann.
l Ein loser oder beschädigter Schlauch kann sich lösen,
herumpeitschen und den Bedienungsmann sowie
Umstehende verletzten.
l Beschädigte Schläuche auswechseln.

20. Druckluft ist gefährlich! Richten Sie einen angeschlossenen Druckluftschlauch nie auf eine
andere Person oder sich selbst. Vermeiden Sie die Unsitte, Ihre Kleidung mit Druckluft zu
entstauben.

21. Das Bedienungspersonal sollte Handzeichen untereinander absprechen.

22. Setzen Sie die Bohrausrüstung nur mit einem geeigneten, fachgerecht eingesetzten
Bohrgestänge in Betrieb.
Arbeiten Sie mit genügend Andruck, vermeiden Sie Leerschläge.
Zum Auswechseln der Bohrwerkzeuge und Auffüllen des Ölers muß das Gerät ausgeschaltet
werden.

23. Den Bedienungshebel des Steuerstandes erst einschalten, wenn Sie die Bohrausrüstung
tatsächlich in Betrieb nehmen wollen.

24. Neugierige Personen durch Absperrungen fernhalten.

25. Bohrraupe niemals in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen betreiben. Vorsicht:
Motorabgase sind giftig.

26. Vor dem Tanken Motor abstellen, nicht Rauchen, Feuer und offenes Licht fernhalten.

8
2. Sicherheitshinweise

für Betrieb (siehe Kapitel 6-7.)

27. Standsicherheit und max. Schräglagen beachten.


Vor dem Fahren und Umsetzen der Bohrraupe die maximal zulässigen Neigungswinkel
beachten (siehe Kapitel 2.4.2-3).

28. Lassen Sie sich beim Bohreinsatz nicht ablenken - Unfallgefahr.

29. Vor dem Starten alle Steuerhebel und Schalter in Neutrale Stellung bringen.

30. Setzen Sie die Bohrausrüstung nur mit einem geeigneten, fachgerecht eingesetzten
Bohrgestänge in Betrieb.
Arbeiten Sie mit genügend Andruck, vermeiden Sie Leerschläge.
Zum Auswechseln der Bohrwerkzeuge und Auffüllen des Ölers muß das Gerät ausgeschaltet
werden.

31. Halten Sie genügend Abstand zu Böschungen, Kanten, Überhängen.

32. Achten Sie darauf, daß sich keine Personen im Gefahrenbereich befinden.

33. Lassen Sie sich beim Bohreinsatz nicht ablenken - Unfallgefahr.


Der Maschinist darf während der Bohrarbeit nicht abgelenkt werden.

34. Stellen Sie sich nie unter den laufenden Bohrturm.

35. Wenn Sie beim Bohreinsatz auf einen unbekannten Gegenstand stoßen, setzen Sie das Gerät
sofort außer Betrieb. Vergewissern Sie sich, um was für einen Gegenstand es sich handelt.

36. Bei einem elektr. Stromschlag (z.B. Erdkabel) Kette der Lafette auf ihre Funktion überprüfen
(siehe Kapitel 8.12.3).

für die Wartung (siehe Kapitel 8.)

37. Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten Motor abstellen und Schlüssel abziehen.
Bei Arbeiten unter dem Gerät ist zusätzlich ein Warnschild NICHT STARTEN am Zündschloß
anzubringen.

38. Alle Leitungen, Schläuche und Verschraubungen wöchentlich auf Undichtigkeiten und äußerlich
erkennbare Beschädigungen überprüfen. Beschädigungen Teile sofort auswechseln.

39. Reinigen Sie die Maschine nur an einem vorschriftsmäßigen Waschplatz.

40. Lösungsmittel zur Reinigung können Gummi- oder Metallteile angreifen.


Reinigungsmittel müssen den gültigen Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften entsprechen
und sollten nur an einem gut belüfteten Ort eingesetzt werden.
Ferner sind die gültigen Entsorgungsvorschriften einzuhalten.
Achten Sie bei arbeiten mit Reinigungsmitteln auf Ihre Gesundheit. Beachten Sie
unbedingt die gültigen Unfallverhütungsvorschriften.

41. Bei elektrischen Arbeiten immer zuerst Minuspol und dann Pluspol an der Batterie abklemmen.
Beim Wiedereinschalten in umgekehrter Reihenfolge vorgehen.

42. Vorsicht beim Umgang mit Batteriesäure, sie ist giftig und ätzend (siehe Kapitel 8.9).

9
2. Sicherheitsvorschriften

2.4 Standsicherheit

Zum Fahren, Bohren und Umsetzen gilt immer:


1. Bohrturm in Transportstellung bringen.
2. Anfahren bis zur Bohrposition in Transportstellung
3. Abstützung bis zum Boden absenken.
Dabei auf festen Untergrund achten.
4. Bohrturm (Auslegerarme) ausfahren.
5. Bohren.

2.4.1 Standsicherheitsgrenze

Winkel quer X= max. 10°


X

Winkel längs Y= max. 20°


Y

2.4.2 Max. Steigungswinkel beim Fahren

max.
Darstellung Bemerkung
Steigungswinkel

20°

Bergauf
Abstützung in Richtung Bergab (Talwärts)
Bohrturm in Transportstellung

20°

Bergab
Abstützung in Richtung Bergab (Talwärts)
Bohrturm in Transportstellung

10
2. Sicherheitsvorschriften

10°

Quer zum Hang


Abstützung in Fahrtrichtung
Bohrturm in Transportstellung

2.4.3 Max. Steigungswinkel beim Bohren und Umsetzen

Darstellung max. Bemerkung


Steigungswinkel

20°

Bergauf
Abstützung in Richtung Bergab (Talwärts)
und auf den Boden gesenkt.

20°

Bergab
Abstützung in Richtung Bergab (Talwärts)
und auf den Boden gesenkt.

10°

Quer zum Hang


Abstützung in Fahrtrichtung und auf den
Boden gesenkt.

10°

Quer zum Hang


Abstützung in Fahrtrichtung und auf den
Boden gesenkt.

Abstand A Bohrachse-Mitte Drehkranz


A max. 2200 mm.

11
3.1 Gesamtaufbau

1 2 3 4 5 6

16 8

10

15 14 13 12 11

1 Abstützfuß 11 Oberwagen
2 Brechanlage 12 Steuerkasten Oberwagen
3 Fangseil für Not-Aus Abschaltung 13 Fahrwerk (Unterwagen)
4 Bohrhammer 14 Abstützung
5 Schlauchwagen 15 Kabelfernbedienung
6 Lafette 16 Schneckengetriebe
7 Steuerkasten Haltebalken (Pos. 1-6 wird als Bohrturm bezeichnet)
8 Dieselmotor
9 Oberarm
10 Unterarm

- Die fahrbare Bohrraupe ist mit einem Power-Pack (Hydraulikaggregat) ausgerüstet, welches
Energie für das Fahrwerk, Auslegerarme und den Bohrturm liefert.
- Gesteuert wird die Bohrraupe mittels der Kabelfernbedienung oder vom Steuerkasten aus.
- Die Hydraulikschläuche zur Versorgung des Bohrturms werden über einen Schlauchwagen
geführt, um ein einhängen, abreißen und Beschädigung zu vermeiden.
- Durch die Auslegerarme kann der Bohrturm von waagrecht bis senkrecht gestellt werden, und
durch ein Schneckengetriebe noch zusätzlich um 360° gedreht werden.
- Durch absenken der Abstützung am Fahrwerk wird die Standfestigkeit der Bohrraupe
verbessert.

12
3.2 Aufbau Bohrturm

Beschreibung

Die Lafette ist am Haltebalken so angebracht, daß durch den Verschiebezylinder die Lafette Vor- oder
Rückwärts verschiebt werden kann.
Die Hydraulikschläuche zum Bohrturm bzw.zum Bohrhammer werden über den Schlauchwagen
geführt.
Mittels einer Kette wird der Bohrhammer mit Schlauchwagen Vor- oder Rückwärts bewegt, im ganzen
auch als Vorschub bezeichnet.
An der Lafette ist eine Hydr. Klemmvorrichtung (Brechanlage) installiert.
Die Brechanlage besitzt zwei Spannbacken, welche hydr. zusammenfahren. Dadurch können
Bohrrohre sicher und einfach voneinander gelöst oder zusammengeschraubt werden.
An der Brechanlage befindet sich noch eine Zentrierung um das Bohrrohr in der Bohrmitte zu fixieren
und ein „verlaufen“ des Bohrlochs zu verhindern.
Die Sicherheitseinrichtung „Fangseil mit Not-Aus Abschaltung“ dient zur Sicherheit.

Aufbau

1 2 3 4 5 6 4 7

10 9 8

1 Kettenspanner
2 Kette
3 Lafettenkörper
4 Fangseil für Not-Aus Abschaltung
5 Schlauchwagen
6 Bohrhammer
7 Brechanlage mit Zentrierung
8 Haltebalken
9 Steuerkasten (Haltebalken)
10 Verschiebezylinder

13
3.3 Aufbau Power-Pack (Hydraulikaggregat)
Die nachfolgenden Bilder und Texte werden aus verschiedenen Ansichten beschrieben. Die Ansichten sind immer
vom Dieselmotor in Richtung Bohrturm gedacht. (Entsprechend wie die Fahrtrichtung in einem PKW.)

3.3.1 Beschreibung

Das Power-Pack (Hydraulikaggregat) wird durch einen Dieselmotor angetrieben.


An den Dieselmotor sind drei Hydraulikpumpen (20, 21) gekuppelt, welche zum Aufbau der hydraulischen
Leistung für die gesamte Bohrraupe benötigt wird.
Für die genügende Ölmenge im Hydraulikkreislauf sorgt ein Öltank (29). Der Öltank befindet sich an der
Rechten Seite.
Der Dieselmotor wird vom Kraftstofftank (23) aus mit Dieselkraftstoff versorgt. Der Kraftstofftank ist auf
der Rechten Seite.
Die Motorendrehzahl kann durch den Gashebel (36) stufenlos reguliert werden.
Zum Starten und Überwachen des Aggregats dient die Bedienungstafel.

3.3.2 Aufbau

22 23 24 25 26 26 27 28 29

21

20

20 Hydraulikpumpe Nr.1
21 Hydraulikpumpe Nr. 2+3
22 Ölkühler
23 Dieseltank
24 Diesel-Einfüllstutzen
25 Hydrauliköl-Rücklaufsammler
26 Hydrauliköl-Rücklauffilter
27 Hydraulik-Ölstand und Öltemperaturanzeige
28 Hydrauliköl-Stutzen für Druckausgleich
29 Hydraulik-Öltank

14
3.3 Aufbau Power-Pack (Hydraulikaggregat)

3.3.3 Motor
Der Dieselmotor befindet sich hinten am Oberwagen. Neben dem Motor ist die Bedienungstafel
angebracht.
30 31 32 33 34 35 36

30 Betriebsstundenzähler
31 Kontrolleuchte-Luftfilter
Bedienungstafel Motor 32 Schlüsselschalter-Anlasser
33 Batterie-Ladekontrolleuchte
34 Motor-Ölmeßstab
35 Motor-Ölfilter
36 Motor-Gashebel

3.3.4 Belüftung und Abgasluft

Motor Ölkühler
Abgas-Austritt Kühlluft-Eintritt

Ölkühler
Kühlluft-Austritt

Motor Motor
Kühlluft-Eintritt Kühlluft-Eintritt

Bohrraupe nicht in geschlossenen Räumen betreiben, da sonst


Vergiftungsgefahr durch Motorabgase besteht.

15
3.4 Aufbau Kabelfernbedienung
3.4.1 Übersicht der Funktionen
Umschalter Pos.7
Fahren Fahren- Fahren
Einrichten

Einrichten Einrichten

Anwahl Anwahl
Links Rechts

Abstützung-Vorne Brechanlage
Oberwagen Verschiebezylinder
Unterarm Bohrturm-Neigen
Oberarm Bohrturm-Drehen
Rollover Oberarm (Oberarm-drehen)
3.4.2 Aufbau

14 1

13
2
12

3
11

4
10
5

9 8 7 6

1 Drehschalter Vorschub/Anpreßdruck
Linke Seite Rechte Seite 2 Rechter Wippschalter für Spülluft
Seite 3 Rechter Hebelschalter
4 Kontrollampen
5 Drehschalter für Geschwindigkeit
der jeweiligen Funktionen
6 Rechter Wahlschalter
7 Umschalter Fahren-Einrichten
18 8 Schalter Not-Aus
9 Linker Wahlschalter
15 19 10 Drehschalter für Geschwindigkeit
der jeweiligen Funktionen
11 Taster Fangseil quittieren
16 20 12 Linker Hebelschalter
13 Linker Wippschalter (Bohrhammer)
17 21 14 Drehschalter Schlaggkraft
15 Sicherung Fahren/Einrichten (6,3A)
16 Sicherung Drehen (6,3A)
17 Sicherung Hydraulikhammer (6,3A)
18 Hupe
19 Sicherung Fahren/Einrichten (6,3A)
20 Sicherung Vorschub (6,3A)
21 Sicherung (Anpreßdruck 6,3A)
16
3.4 Aufbau Kabelfernbedienung

3.4.3 Beschreibung

Pos. Typ Beschreibung


1 Drehschalter Stufenlose Regulierung des Anpreßdrucks des Vorschubs
2 Wippschalter Spüluft Ein-Aus
3 Hebelschalter Vorschub Vor-Zurück (stufenlos)
4 Kontrollampen
- Stufenlose Regulierung der Geschwindigkeit
5 Drehschalter (die am Wahlschalter eingestellte Funktion)
- Regulierung der Fahrgeschwindigkeit
Schalter Links-Rechts stellen: Anwählen der Funktion
- Brechanlage
- Verschiebezylinder
- Bohrturm-Neigen
6 Wahlschalter
- Bohrturm-Drehen
Schalter Oben-Unten stellen: Ausführen (Einrichten) der angewählten
Funktion
Je nach Schalterstellung leuchtet die entsprechende Kontrollampe auf.
Schaltstellung Fahren: Bohrraupe Vor- und Rückwärtsfahren.
Umschalter (Dabei sind alle anderen Funktionen blockiert)
7
Fahren - Einrichten Schaltstellung Einrichten: Anwählen bzw. Einrichten der einzelnen
Funktionen.
Nach dem Betätigen muß der Not-Aus-Schalter von Hand wieder
8 Not-Aus-Schalter
zurückgestellt werden.
Schalter Links-Rechts stellen: Anwählen der Funktion
- Abstützung
- Oberwagen
- Unterarm
9 Wahlschalter
- Oberarm
Schalter Oben-Unten stellen: Ausführen (Einrichten) der angewählten
Funktion
Je nach Schalterstellung leuchtet die entsprechende Kontrollampe auf.
- Stufenlose Regulierung der Geschwindigkeit
10 Drehschalter (die am Wahlschalter eingestellte Funktion)
- Regulierung der Fahrgeschwindigkeit

Taster
11 Nach dem Betätigen des Fangseils muß der Taster betätigt werden
Fangseil quitttieren
12 Hebelschalter Bohrhammer Drehen (stufenlos)
13 Wippschalter Bohrhammer Ein-Ausschalten
14 Drehschalter Stufenlose Regulierung der Schlagkraft des Bohrhammers.
15-21 Sicherungen
18 Taster Hupe

17
3.5 Aufbau Handsteuerung
3.5.1 Übersicht der Funktionen

Fahren Fahren- Fahren


Einrichten

Einrichten Einrichten

Anwahl Anwahl
Links Rechts

Abstützung-Vorne Verschiebezylinder
Oberwagen Bohrturm-Neigen
Unterarm Bohrturm-Drehen
Oberarm Brechanlage

3.5.2 Aufbau 1 2 3 4
Steuerkasten-
Haltebalken
Steuerkasten-Haltebalken
1 Hebel Bohrhammer Drehen
2 Hebel Einrichten (Rechts)
3 Hebel Bohrhammer Vorschub
5
4 Lafette
5 Haltebalken

Steuerkasten-
Oberwagen

8
12
9
11
10

Steuerkasten-Oberwagen
6 Deckel
7 Not-Aus Taster
8 Hebel Fahren (Linkes Fahrwerk) 13
9 Hebel Fahren (Rechtes Fahrwerk)
10 Hebel Einrichten (Links) 14
11 Türe vom Steuerkasten Oberwagen
12 Steckanschluß für Kabelfernbedienung
13 Taster Handsteuerung Oberwagen (Platine Links)
14 Taster Handsteuerung Haltebalken (Platine Rechts)

F Beim Öffnen des Deckels (6) wird automatisch auf Handsteuerung umgeschaltet.
F Die Handsteuerung erfolgt dann vom Steuerkasten Oberwagen und Steuerkasten Haltebalken aus.
F Mit den Tastern Handsteuerung Platine Links-Rechts (13+14) wird auf den jeweiligen Steuerkasten
umgeschaltet.
18
3.6 Not-Aus Sicherheitseinrichtungen
Zur Sicherheit von Mensch und Maschine sind folgende Sicherheitseinrichtungen eingebaut:

1. Fangseil mit Not-Aus Abschaltung an der Lafette.


2. Not-Aus Taster an der Kabelfernbedienung.
3. Not-Aus Taster am Steuerkasten.

Die Not-Aus Taster müssen nach der Betätigung von Hand wieder zurückgestellt
werden.
Nach Abschaltung durch das Fangseil muß an der Kabelfernbedienung die Taste
Fangseil-quittieren gedrückt werden.
Fangseil
1. Fangseil mit Not-Aus Abschaltung an der Lafette.

2. Not-Aus Taster an der Kabelfernbedienung

Taster
Fangseil-quittieren

Not-Aus Taster

3. Not-Aus Taster am Steuerkasten

Not-Aus Taster

19
4. Transport
Beim Verladen und Transportieren ist die Bohrraupe gegen unbeabsichtigtes Bewegen zu sichern.
Straßenverkehrsordnung (StVO) und Unfallverhütungsvorschrift (VBG 40) beachten.

Achtung! Benutzen Sie beim Verladen die Hilfe eines Einweisers.


Zwischen Bediener und Einweiser sollten vorher Signale miteinander vereinbart werden.
Einweiser immer im Blickfeld des Bedieners aufhalten.

Zur Bedienung der Bohrraupe siehe Kapitel 6-Betrieb.

4.1 Verladen auf Transportfahrzeug


F Gesamtgewicht der Bohrraupe beachten (siehe Kapitel 9).
F Sicherstellen, daß am Transportfahrzeug die Feststellbremsen betätigt und die Räder
blockiert sind.
F Bei einem Anhänger darauf achten, daß beim Fahren der Bohrraupe auf den Anhänger
dieser nicht umkippt.
Deshalb Abstützungen am Hänger herausfahren
und Deichsel an den Lastwagen anhängen.

Auffahrrampe
F Sicherstellen, daß die Auffahrrampe die richtige Länge, Breite und das Gewicht der
Bohrraupe aufnehmen kann (Gesamtgewicht der Bohrraupe siehe Kapitel 9).
F Auffahrrampe mit einer Holzbohle versehen, bevor sie mit der Bohrraupe befahren wird.
Holzbohle gut befestigen. ( Eisen auf Eisen birgt große Rutschgefahr.)
F Auffahrrampe gegen Abrutschen sichern, z.B. durch Arretierung, Steckbolzen, Klinken.
(Formschlüssige Festlegung.)

Achtung! Rampenwinkel zur Ladefläche des LKW max. 15°.

15°

Bohrraupe fahren
F Schmutz, Schlamm, Schnee, Eis und lose Teile von der Auffahrrampe und von der Fahrkette
der Bohrraupe entfernen, so daß sie ohne Rutschgefahr befahren werden kann.
Besonders im Herbst und Winter auf Laub, Schnee oder Eis achten.
F Bohrturm in Transportstellung bringen.

Transportstellung

20
4. Transport

F Vor dem Fahren auf die Rampe Kettenfahrrichtung bestimmen.


Das Antriebsrad des Fahrwerks muß Talwärts (Bergab) sein.

Antriebsrad

F Bohrraupe nun langsam auf den Hänger fahren.


F Nach dem Aufladen Bohrturm nach unten absenken, so daß er nach Möglichkeit am
LKW-Boden aufliegt.
F Abstützungen der Bohrraupe ebenfalls absenken.
F Motor ausschalten und Zündschlüssel abziehen.

Bohrraupe befestigen (verzurren)

Achtung! Nur Ketten, Seile oder Spanngurte nach DIN verwenden. Tragfähigkeit
beachten.

F Unterlegkeile Vorne und Hinten unter die Fahrkette schieben.


F Die Bohrraupe mit Ketten, Seile oder Spanngurten auf dem Transportfahrzeug befestigen.
Befestigungspunkte an der Bohrraupe sind z.B. die Abstützung, Rahmen des Oberwagens,
Bohrturm als ganzes.
F Bei Spanngurten darauf achten, daß keine scharfen Kanten am Gurt anliegen.

Bohrturm

Rahmen

Abstützung

21
4. Transport

F Verzurrungswinkel der Ketten oder Spanngurte beachten.


Max. Winkel 20-60°, ideal sind 45°.

20-60°
Verzurrungswinkel 20 - 60°. Empfehlenswert sind 45°.

F Hat das Transportfahrzeug einen Metallboden, so ist die Bohrraupe auf eine Holzbohle zu
stellen.
Ebenso muß dann unter die Abstützung und den abgesenkten Bohrturm Holz unterlegt
werden. Denn Eisen auf Eisen birgt große Rutschgefahr.

Beispiel: Verladen der Bohrraupe

Antriebsrad Holzbohle

4.2 Abschleppen

Die intrigierte Lamellenbremse am Fahrwerk wird durch Druckfedern ständig geschlossen


gehalten.
Durch Zufuhr von Öl wird die Bremse geöffnet.
Deshalb kann das Fahrwerk nur bei laufendem Motor gefahren werden und ein Abschleppen ist
nicht möglich.

Die Bohrraupe darf nicht abgeschleppt werden.

22
5. Inbetriebnahme

5.1 Erstinbetriebnahme
Die Erste Inbetriebnahme der Bohrraupe und die Unterweisung des Fachpersonals erfolgt durch
die Fa. Morath.

5.2 Inbetriebnahme

Vor dem Betrieb muß der Maschinenführer die Bohrraupe auf ihren ordnungsgemäßen
Zustand überprüfen.

Sicherheitsbestimmungen (Kapitel 2.3) vorher durchlesen und befolgen.

5.2.1 Kontrolltätigkeiten vor dem Betrieb:

l Am Power-Pack (Hydraulikaggregat)
F Motor-Ölstand überprüfen (siehe Motoranleitung Kapitel 5.2.1).
F Motor-Ansaug-und Kühlluftbereich auf Verschmutzung kontrollieren
(siehe Motoranleitung Kapitel 5.2.2 und 5.2.3).
F Dieselkraftstoff-Füllanzeige kontrollieren (siehe Kapitel 8.1).
F Hydraulikölstand kontrollieren (siehe Kapitel 8.1).
F Hauben und Türen schließen

l An der Bohrraupe gesamt:


F Standfestigkeit der gesamten Bohrraupe überprüfen. (siehe Kapitel 2.4).
F Kettenspannung an der Lafette Prüfen (siehe Kapitel 8.12).
F Sicherheitsfangseil auf Beschädigung kontrollieren (siehe Kapitel 3.6).
F Schläuche und Leitungen auf äußerliche Beschädigungen überprüfen.
F Wartungs- und Schmierplan durcharbeiten (siehe Kapitel 8.15 und 8.14.3)
F Bohrraupe auf beschädigte Aufkleber prüfen, bei Bedarf ersetzen.
F Brennbares Material (Laub, Papier u.s.w.) entfernen.

l Nur bei Imloch- oder Außenlochhammer:


F Ölstand im Tropföler 2 x täglich kontrollieren (siehe Kapitel 7.6).
F Druckluftzufuhr (Kompressor) überprüfen.

l Vor dem Bohren


F Auf richtigen und festen Sitz des Bohrgestänges achten
F Bohrstangengröße, Spannbackengröße und Zentrierbüchsengröße miteinander
vergleichen (siehe Kapitel 6.10.1 und 6.10.2)
F Größe von Bohrhammer, Brechanlage und Zentrierung auf die vorgegebene Bohrarbeit
prüfen bzw. abstimmen.

23
6. Betrieb - Allgemeines

6.1 Allgemeines-Sicherheit

Gemäß den Unfallverhütungsvorschriften sind


Schutzhelm, Schutzhandschuhe und
Schutzschuhe immer zu tragen.

Während dem Betrieb ist zusätzlich ein


Gehörschutz zu tragen.
(Der Lärmschutzpegel an der Bedienposition ist
größer als 85 db(A), deshalb Gehörschutz tragen.)
Beim Bohren ist zusätzlich eine Schutzbrille und
je nach Staubentwicklung auch eine Staubmaske
(Mindestanforderung P2) zu tragen.

Die Sicherheitsbestimmungen vorher durchlesen und befolgen.

Im Gefahrenbereich der Bohrraupe dürfen sich keine Personen aufhalten.

Der Maschinenführer muß bei Gefahr für Personen Warnzeichen geben.

Bohrraupe niemals in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen laufen lassen.


Vorsicht: Motorabgase sind giftig.

Während dem Betrieb müssen alle Klappen und Türen geschlossen sein.
Achtung!
Zu Kontrollarbeiten dürfen die Türen für kurze Zeit geöffnet werden.

Standsicherheitsgrenze
und
Max. Steigungswinkel beim Fahren und Bohren
beachten

24
6. Betrieb - Allgemeines

6.2 Motor starten.


F Alle Not-Aus Taster müssen entriegelt sein.
F Alle Bedienungshebel müssen in neutraler Stellung sein.
F Motor-Gashebel auf ½ Startstellung (5) bringen.
F Zündschlüssel ins Zündschloß (2) stecken.
ð Auf Stellung 1 drehen. Ladekontrollampe leuchtet auf.
ð Zum Vorglühen auf Stellung 2 weiterdrehen und ca. 1 Minute festhalten.
ð Nach dem Vorglühen auf Stellung 3 weiterdrehen. Motor läuft an.
Sobald der Motor läuft, Zündschlüssel loslassen.
ð Alle Kontrolleuchten müssen erlöschen. Trifft dies nicht zu, Motor abstellen und Störung
beseitigen.

Siehe auch Betriebsanleitung für den Motor.

1
2

4 1 Betriebsstundenzähler
2 Zündschloß
5 3 Batterie-Ladekontrollampe
4 Kontrolleuchte für
6 Luftfilter-Verschmutzung
5 Gashebel max.
6 Gashebel min. (Stop)

6.3 Motor abstellen

Vor dem Abstellen des Motors muß der Bohrturm auf den Boden oder in
Achtung! Transportstellung (Kapitel 4) abgesenkt werden.
Abstützung ebenfalls absenken.

F Alle Bedienungshebel in neutrale Stellung bringen.


F Motor-Gashebel auf Minimum (6) stellen.
F Zündschlüssel (2) auf Stellung 0 zurückdrehen ð Motor stellt ab.
F Zündschlüssel abziehen.

25
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.4 Fahren

Sicherheitsvorschriften (Kapitel 2.3) beachten.

In steilem Gelände Standsicherheit bzw. max. Schräglagen beachten (Kapitel 2.4).

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Achtung Überprüfen, daß der Bohrturm und die Abstützung genügend Bodenfreiheit haben.
Bohrturm am besten in Transportstellung bringen.

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Fahren schalten.


F Steuerhebel (2 und 13) in Pfeilrichtung betätigen.
F Mit den Drehschaltern (5 und 10) kann die Fahrgeschwindigkeit stufenlos reguliert

13 7 2

10 5

Transportstellung

26
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.5 Abstützung (am Fahrwerk)

Die Abstützung am Fahrwerk dient zum Sicheren Abstützen und dadurch zur besseren
Standfestigkeit der Bohrraupe.
Beim Bohren immer die Abstützung absenken.

Abstützung

Auf festen Untergrund achten.

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Steuerhebel (9) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Abstützung wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (9) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Die Abstützung bewegt sich nun nach oben oder unten.
F Mit dem Drehschalter (10) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4 7

10

27
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.6 Oberwagen Oberwagen A

In steilem Gelände Standsicherheit bzw. max. Schräglagen beachten.

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Ausreichend Abstand zu elektrischen Hochspannungsleitungen halten.

Achtung Vor dem Drehen Arretierungshebel entfernen (siehe Bild oben).

F Arretierungshebel lösen (A).


F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.
F Steuerhebel (9) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Oberwagen wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (9) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Der Oberwagen dreht sich.
F Mit dem Drehschalter (10) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4
7

10

28
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.7 Unter- und Oberarm

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

Oberarm

Unterarm

F Schalter Fahren- Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Steuerhebel (9) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Unter- oder Oberarm wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (9) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Der Unter- oder Oberarm bewegt sich.
F Mit dem Drehschalter (10) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4
7

10

29
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.8 Bohrturm Neigen

Die Funktion „Bohrturm Neigen“ bewirkt das Bewegen des Neigungszylinders.


Der gesamte Bohrturm neigt sich.

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Ausreichend Abstand zu elektrischen Hochspannungsleitungen halten.

Neigungszylinder

F Schalter Fahren-Einrichten (7) auf Einrichten schalten.


F Steuerhebel (6) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Bohrturm Neigen wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (6) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Der Bohrturm neigt sich entsprechend.
F Mit dem Drehschalter (5) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4
7
5

30
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.9 Bohrturm Drehen

Die Funktion „Bohrturm Drehen“ bewirkt das Drehen des Bohrturms.

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Ausreichend Abstand zu elektrischen Hochspannungsleitungen halten.

Drehgetriebe

F Schalter Fahren-Einrichten (7) auf Einrichten schalten.


F Steuerhebel (6) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Bohrturm Drehen wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (6) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Der Bohrturm dreht sich entsprechend.
F Mit dem Drehschalter (5) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4
7
5

31
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren

6.10 Verschiebezylinder

Mit dem Verschiebezylinder kann die Lafette Vor- und Zurück gefahren werden.

Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist verboten.


Nicht unter dem Bohrturm aufhalten.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

Verschiebezylinder

F Schalter Fahren-Einrichten (7) auf Einrichten schalten.

F Steuerhebel (6) nach Links oder Rechts betätigen.


Die Funktion Verschiebezylinder wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (6) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Der Verschiebezylinder bewegt sich entsprechend.
F Mit dem Drehschalter (5) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

32
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren
6.11 Hydr. Brechanlage

Durch die Brechanlage können Bohrrohre sicher und einfach miteinander verschraubt oder
gelöst werden.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

Gefahr durch drehende Maschinenteile.

32

31 33

30 Brechanlage
31 Zentrierung
32 Auswechselbare
30 Spannbacken
33 Bohrlafette

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Steuerhebel (6) nach Links oder Rechts betätigen.
Die Funktion Brechanlage wird damit angewählt.
Dabei leuchtet die entsprechende Kontrollampe (4) auf.
F Steuerhebel (6) nun nach Oben oder Unten betätigen.
Die Spannbacken (32) der Brechanlage öffnen bzw. schließen sich.
F Mit dem Drehschalter (5) kann die Geschwindigkeit stufenlos reguliert werden.

4
7
5

33
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren
6.11.1 Spannbacken auswechseln

Bohrstangengröße und Spannbackengröße müssen miteinander übereinstimmen.


Bei Wechsel der Bohrstangengröße muß deshalb auch die Spannbackengröße dazu passen.
Greifen die Spannbacken (32) an den äußeren Enden (35) nicht mehr auf das Bohrrohr, so
sind sie abgenützt und müssen ausgewechselt werden.
Die Spannbacken sind mit der Kennzeichnung -TOP- (36) versehen, welche beim Einbauen
immer oben sein muß.

32

34 Kennzeichnung
TOP
(36)

34 Spannbackenschraube
35 Äußere Enden
36 Kennzeichnung TOP
Äußere Enden
(35)

Vor dem Auswechseln der Spannbacken Bohrraupe ausschalten.

F Spannbackenschrauben (34) lösen und Spannbacken (32) herausnehmen.


F Vor dem Einsetzen der neuen Spannbacken Brechanlage dort reinigen wo die
Spannbacken wieder eingebaut werden.
Es darf kein Schmutz im Sitz der Spannbacken sein.
F Spannbacken (32) mit der Kennzeichnung -TOP- (36) nach oben einsetzen.
F Spannbackenschrauben (34) wieder fest anziehen.

34
6. Betrieb - Bohrraupe positionieren
6.11.2 Zentrierung

An die Brechanlage ist eine Zentrierung (31) angebaut. Sie fixiert das Bohrrohr in der Mitte
und verhindert somit ein „Verlaufen“ des Bohrrohrs.
Bohrstangengröße und Zentrierbüchsengröße müssen miteinander übereinstimmen.
Bei Wechsel der Bohrstangengröße muß deshalb auch die Zentrierbüchse (39) dazu passen.
Sind die Zentrierbüchsen abgenützt, müssen sie ausgewechselt werden.
Zum öffnen Spannhebel (38) aufdrehen.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

37 Sechskantmutter
37 38 Spannhebel
39 Zentrierbüchse
38

39

F Spannhebel (38) aufdrehen und Zentrierung (31) aufklappen.


F Sechskantmutter (37) aufschrauben und Zentrierbüchsen (39) entfernen.
F Neue Zentrierbüchsen (39) einsetzen und mit Sechskantmutter (37) befestigen.

35
6. Betrieb - Bohren

6.12 Bohrbetrieb-Allgemeines

Ist die Bohrraupe in der genauen Bohrposition, kann mit dem Bohren begonnen werden.

Niemals in den Quetschbereich greifen.

Gefahr durch drehende Maschinenteile.

Beim Bohren ist zusätzlich eine Schutzbrille und je


nach Staubentwicklung auch eine Staubmaske
(Mindestanforderung P2) zu tragen.

6.13 Vorschub

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Steuerhebel (3) nach Oben oder Unten betätigen.
Der Vorschub bzw. Bohrhammer bewegt sich.
Die Geschwindigkeit ist von der Bewegung des Steuerhebels (3) abhängig.
F Mit dem Drehschalter (1) kann der Anpreßdruck des Vorschubs stufenlos reguliert
werden.

36
6. Betrieb - Bohren

6.14 Hammer (Schlagwerk)


Schlagwerk

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Wippschalter Hammer (13) betätigen.
Das Schlagwerk des Bohrhammers ist nun in Betrieb. Die Kontrollampe (4) leuchtet auf.
F Mit dem Drehschalter (14) kann die Schlagkraft des Bohrhammers stufenlos reguliert
werden.

14

13

37
6. Betrieb - Bohren

6.15 Spülluft

C
Spülluft-Anschluss
am Hydr. Hammer

B
Ventil für Spülluft

A
Spülluft-Anschluss
(Eingang)

F Schlauch für Spülluft am Anschluß (A) anschließen.


F Kontrollieren, daß am Bohrhammer der Spülluftschlauch (C) angeschlossen ist.
F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.
F Wippschalter Spülluft (2) betätigen. Die Kontrollampe (4) leuchtet auf.
Das Ventil Spülluft (B) öffnet sich.

38
6. Betrieb - Bohren

6.16 Drehen

Gefahr durch drehende Maschinenteile.

F Schalter Fahren-Bohren (7) auf Bohren schalten.


F Steuerhebel (13) nach Oben oder Unten betätigen.
Der Bohrhammer bzw. das Bohrrohr dreht sich.
Die Geschwindigkeit ist von der Bewegung des Steuerhebels (13) abhängig.
Die Kontrollampe (4) leuchtet auf.

13

39
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.1 Beschreibung des Hydraulik-Bohrhammers

Der Hydr. Bohrhammer besteht aus einem Getriebe (4) einem Schlagwerk (7) und einem
hydr. Antriebsmotor (11).
Am Getriebe ist das Ablagerungsgehäuse (2) mit integriertem Einsteckende für
Selbstbohranker angebaut.
Der Anschluß für die Suspension (Mörtel, Spülluft, Wasser) befindet sich seitlich (15) am
Ablagerungsgehäuse.
Im Schlagwerk (7) ist ein Nieder- und Hochdruckspeicher eingebaut, welche unter Druck mit
Stickstoff gefüllt sind.
Die Schmierung des Einsteckendes erfolgt durch ein separates Schmiergerät, das auf dem
Trägergerät montiert ist.
In der P-Leitung zum Schlagwerk ist ein Vorlauffilter zwischengebaut.

Beim Einsatz des Hydr. Bohrhammers wird automatisch das Schmiergerät in Betrieb
genommen. (Beschreibung des Schmiergeräts siehe Kapitel 7.6)

1 2 3 4 5 6

15 14 13 10 9

1 Einsteckende
2 Ablagerungsgehäuse für Einsteckende
3 Typenschild
12 11 4 Getriebe
5 P-Leitung
6 T-Leitung
7 Schlagwerk
8 Schmierölverteiler (falls vorhanden)
9 Schlauchfestpunkt
10 Hydr. Antriebsmotor
11 Zuleitung B-Drehen
12 Zuleitung A-Drehen
13 Befestigungswinkel
14 Schmierleitung
15 Mörtel- / Spülluftschlauch

40
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer

Anm.: An der Unterseite am Gehäuse befindet sich eine Entlastungsnut, aus der manchmal
etwas Fett austreten kann.

7.2 Sicherheitshinweise

Vorsicht bei austretender Hochdruckflüssigkeit.


Unter hohem Druck austretende Flüssigkeiten (Kraftstoff, Hydrauliköl) können
die Haut durchdringen und schwere Gesundheitsschäden verursachen.
Bei Verletzungen sofort Arzt aufsuchen, da schwere Infektion entstehen kann.

Hydr. Leitungen können unter Druck stehen.


Vor der Montage oder Demontage ist folgendes unbedingt zu beachten:

Zum Entlasten des Drucks in den Leitungen zum Hydr. Hammer :


F Dieselmotor abstellen und Zündung eingeschaltet lassen.
F An der Fernsteuerung Hebelschalter bzw. Wippschalter Hammer und Drehen kurz
betätigen.
F Zündung abschalten und Zündschlüssel abziehen.
F Am Hydr. Öltank Deckel oder Druckentlastungsstutzen öffnen.
F Externe Geräte wie z.B. Mörtelpumpe oder Kompressor abschalten, gegen
Wiedereinschalten sichern und ebenfalls den Druck entlasten.

Vor Montage oder Demontage Hydr. Hammer gegen herabfallen sichern.


(z.B. mit einer Hebevorrichtung und/oder Spanngurten.)

7.3 Hydr.-Hammer montieren

F Lafette waagrecht stellen und Rollensattel nach vorne (in den Bereich der Brechanlage)
stellen.
F Hydr.-Hammer mit Befestigungswinkeln (13) am Rollensattel festschrauben.
F Schmierleitungen (14) anschließen.
F Zuleitungen A und B -Drehen (11 und 12) am Antriebsmotor (10) anschließen.
Am Antriebsmotor auf die Anschlüsse A und B achten.
F Tankleitung (5) und Druckleitung (6) am Schlagwerk anschließen.
Am Schlagwerk auf die Anschlüsse P und T achten.
F Luft- bzw. Mörtelschlauch (15) anschließen.
F Anschlüsse der Leitungen und Befestigung des Hammers am Rollensattel nochmals
prüfen.

Achtung! Bei falscher Drehrichtung des Antriebmotors können die beiden Zuleitungen
A und B-Drehen (11 und 12) auch miteinander vertauscht werden.
41
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.4 Hydr.-Hammer demontieren

F Lafette waagrecht und nach Möglichkeit über der Höhe des Hydr.Tanks stellen.
F Rollensattel nach vorne (in den Bereich der Brechanlage) fahren.
F Dieselmotor abschalten und Zündschlüssel abziehen.
F Alle Leitungen vom Druck entlasten. Siehe Sicherheitshinweise in Kapitel 7.2.
Erst nachdem die Leitungen drucklos sind dürfen sie abmontiert werden.
Dabei sollte man die Verbindung nur gering lösen um zu prüfen, ob wirklich kein Druck
vorhanden ist. Erst danach die Verbindung vorsichtig ganz lösen.
F Leitungen am Hydr. Hammer abschrauben.
F Nach dem Abschrauben die Anschlüsse und Leitungsenden mit einem Blindstopfen
verschließen, damit kein Schmutz eindringen kann.

Vor der Demontage den Hydr. Hammer gegen Herabfallen sichern.


F Befestigungswinkel (13) abschrauben und Hydr. Hammer vom Rollensattel lösen.
F Restliche Schläuche am Hydr. Hammer befestigen.

Eventuell austretendes Öl aus den Leitungen mit einem geeignetem Behälter


auffangen und vorschriftsmäßig entsorgen.

Transport Stutzen für Druckentlastung

42
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.5 Bedienung des Hydr.-Hammers

14 1

13
2
12

Schalterfunktionen:

Funktion Schalter-Pos. Beschreibung


Hammer Ein - Aus Wippschalter 13 Kontrollampe Hydr. Hammer leuchtet auf.
Je mehr der Hebel betätigt wird, desto
Drehen Links-Rechts Hebelschalter 12
schneller dreht sich der Hammer.
Je mehr der Hebel betätigt wird, desto
Vorschub Vor - Zurück Hebelschalter 3
schneller bewegt sich der Vorschub.
Spülluft Ein - Aus Wippschalter 2 Kontrollampe Spülluft leuchtet auf
Schlagkraft vom Hydr. Hammer Drehschalter 14 Stufenlose Regulierung der Schlagkraft
Vorschub Anpreßdruck Drehschalter 1 Stufenlose Regulierung des Anpreßdrucks

Genaue Beschreibung der Funktionen siehe unter Kapitel 6.12-16 Bohrbetrieb.

F Schalter Fahren-Bohren (1) auf Bohren schalten.


F Mit dem entsprechendem Schalter , siehe Tabelle und Bild oben, den Hydr. Hammer
bedienen.

43
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.6 Schmiergerät
Das Schmiergerät wird beim Betrieb des Hydr. Hammers automatisch in Betrieb genommen.
Es dient zum Schmieren des im Getriebe befindlichen Einsteckende für den Anker.
Als Schmiermittel wird ein Gemisch von Öl und Fett benötigt (Mischverhältnis: Öl=1/3 Fett=2/3).
Öl- und Fettsorte siehe unter Betriebsstoffe.

Täglich muß das Öl/Fett-Gemisch auf seinen Stand im Schauglas (Pos.3) kontrolliert werden.
Alle 200 Betriebsstunden muß das Pumpenelement (Pos.4) auf seine Funktion geprüft
werden.
Bei Inbetriebnahme auf Drehrichtung achten.

1
1 Einfüllstutzen
2 2 Überlauf
3 Schauglas für Ölstand
8 3 4 Pumpenelement
(mit Abgang für Hdr. Leitung)
5 Elektrostecker
6 Elektromotor
7 Anschluß für weiteres
7 4 Pumpenelement
8 Drehrichtungsanzeige
6

Öl/Fett-Gemisch einfüllen
F Zum Einfüllen des Öl/Fett-Gemisches Einfüllstutzen aufschrauben.
F Öl/Fett Gemisch bis zum oberen Ende des Schauglases einfüllen und Deckel wieder
zuschrauben.

Pumpenelement auf Funktion überprüfen

l Vor dem überprüfen muß der Behälter des Schmiergeräts leer sein.
l Beim Lösen der Hydr. Leitung darauf achten, daß kein Druck vorhanden ist.
(Zum Entlasten des Drucks siehe Kapitel 7.2 Sicherheitshinweise)
F Auffangbehälter unter das Schmiergerät stellen, damit eventuell auslaufendes Gemisch
aufgefangen werden kann.
F Hydr. Leitungen vorsichtig lösen (dabei prüfen, daß kein Druck vorhanden ist) und dann
ganz abschrauben.
F Pumpenelement herausdrehen.
Beim Herausnehmen darauf achten, daß die Feder und der Kolben mitgeht.
F Feder kontrollieren. Die Feder darf nicht gebrochen sein.
Feder und Kolben durch Fingerdruck auf ihre Beweglichkeit und Gängigkeit prüfen.
F Pumpenelement säubern und in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen und
einschrauben.
F Hydr. Leitung wieder anschließen.
F Schmiergerät auf Dichtheit überprüfen.
Pumpenelement
44
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer

7.7 Vorlauffilter mit Verschmutzungsanzeige

Im Hydr. Kreislauf für das Schlagwerk ist der Vorlauffilter eingebaut.


Er ist mit einer Ölfilter-Verschmutzungsanzeige und einer Filterpatrone ausgestattet.
Der Vorlauffilter ist am Hydrauliköltank neben dem Schmiergerät angebaut.

1 Ölfilter-
Verschmutzungsanzeige
2 2 Filterpatrone
3 Filtergehäuse-Unterteil

Alle 8-10 Betriebsstunden sollte die Ölfilter-Verschmutzungsanzeige kontrolliert werden.


Wenn sie ROT anzeigt, oder spätestens nach 500 Betriebsstunden, ist die Filterpatrone
auszuwechseln.

Vorsicht! Hydrauliköl kann sehr heiß werden.

Deshalb vorher:
F Motor abschalten.
F Warten bis Motor und Hydrauliköl abgekühlt sind (mind. Handwarm).

Ausbau

Vor dem Filterwechsel darauf achten, daß kein Druck vorhanden ist.
(Zum Entlasten des Drucks siehe Kapitel 7.2 Sicherheitshinweise)
F Filtergehäuse nach links aufschrauben, Dichtungsring (O-Ring) und Filterpatrone
herausnehmen.

Einbau
F Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
Dichtungsring jedoch vorher säubern.
F Anlage auf Dichtheit überprüfen.

Die verbrauchte Filterpatrone nur nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen


entsorgen.

45
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.8 Nach Beenden der Arbeit.

Achtung! Nach der Injektionsarbeit und bei relativ großen Pausen muß der
Hydr. Bohrhammer mit einem Dampfstrahlgerät gereinigt werden, um ein
Aushärten des Mörtels im Einsteckende und am Bohrgerät zu verhindern.

Einsteckende

Schlauchanschluß
Spülung
Wasser-Luft

F Durch den Mörtelschlauch Wasser durchlaufen lassen, bis am Einsteckende klares


Wasser austritt.
Dabei den Hammer drehen lassen.
F Mörtelschlauch abschrauben.
F Wasserstrahl in den Mörtelschlauchanschluß und ins Einsteckende richten und
nochmals durchspülen.
F Hydr. Hammer allgemein von Schmutz reinigen.

46
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.9 Getriebeöl auswechseln.

Sicherheitshinweise Kapitel 2.3 und 7.2 beachten.

20
21

23

24

22
20 Entlüftungsstopfen
21 Entlüftungsschraube
22 Ölablaßschraube (Magnetschraube)
23 Ölstandsauge Maximal
24 Ölstandsauge Minimal

Alle 6 Monate ist das Getriebeöl zu wechseln.


F Hydr. Bohrhammer abmontieren (siehe Kapitel 7.4).

F Behälter zum Auffangen des Öl bereitstellen.

F Entlüftungsstopfen (20) und Entlüftungsschraube (21) aufschrauben.

F Ölablaßschraube (22) aufschrauben und Öl ablassen.

F Ölablaßschraube (22) wieder fest anschrauben.


Dabei auf Sitz der Dichtung achten.
F Öl in die Öffnung der Entlüftungsschraube einfüllen.
Ölstandsauge (24) = Ölstand Minimal,
Ölstandsauge (23) = Ölstand Maximal.
F Beide Entlüftungsschraube (21) und Entlüftungsstopfen wieder zuschrauben.
Dabei auf Sitz der Dichtung achten.

Der Entlüftungsstopfen (20) hat eine Bohrung im Sechskant.


Achtung!
Die Bohrung (Öffnung) darf nicht verstopft sein.

Altöl vorschriftsmäßig entsorgen.

47
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.10 Schlagwerk
Das Schlagwerk ist am Getriebe neben dem Antriebsmotor (Ölmotor) angebaut.

31 30

30 Niederdruckspeicher
31 Hochdruckspeicher

Speicher sind mit Stickstoff gefüllt und stehen unter hohem Druck.
Arbeiten am Speicher dürfen nur von geschultem Personal durchgeführt
werden.
Füllen der Speicher nur mit Stickstoff. Es darf kein anderes Gas verwendet
werden.

Speicherbetriebsdruck:

bei Öldruck Niederdruckspeicher Hochdruckspeicher


140 bar 5 bar 70 bar
160 bar 5 bar 80 bar
180 bar 5 bar 90 bar

Speicherdruck alle 6 Monate kontrollieren.

1 Ventil des Stickstoffbehälters


2 Handgriff
3 Füllgerät
4 Manometer
5 Auslaßventil
6 Rückschlagventil
7 Schlauch ca. 3 m
8 Reduktionsnippel
9 Füllschraube
10 Deckel des Speichers
11 Membrane
12 Speichergehäuse
13 Dichtungsring

48
7. Betrieb mit Hydraulik-Hammer
7.11 Druckspeicher mit Gas füllen.

Demontage
F Druck in den Hydraulikleitungen zum Schlagwerk entlasten (siehe dazu Kapitel 7.2).
P- und T-Leitungen am Schlagwerk vorsichtig abschrauben.
F Die Schutzkappe über der Füllschraube des Speichers (9) abnehmen. Die Schraube muß
absolut sauber sein.

Der Speicher ist mit Stickstoff gefüllt und steht unter hohem Druck - dieser
Achtung!
Druck muß unbedingt vor der Demontage entlastet werden.
F Die Füllschraube oben im Speicher lösen (max. 2 Drehungen) . Vor der Demontage des
Speichers muß der Druck völlig ausgeglichen sein.
F Den Deckel des Speichers (10) abschrauben; die Membrane (11) abmontieren und sie
auf Undichtheiten und Beschädigungen untersuchen.
F Teile reinigen, kontrollieren und beschädigte Teile ersetzen.

Montage
F Die Dichtungsflächen des Speichergehäuses (12) und des Speicherdeckels (10) müssen
öl und fettfrei sein.
F Die beiden Seiten der Membrane (11) mit Silikon einschmieren. Die Membrane mit dem
Wulst nach unten anbringen, so daß sie in die Riffelung des Speichergehäuses (12) paßt.
F Füllschraube abschrauben und den Dichtungsring (13) ersetzen.
F Gewinde des Speicherdeckels (10) mit Mehrzweckfett einschmieren und auf ca. 300 Nm
spannen.

Füllung von Stickstoff


F Die Füllschraube andrehen.
F Das Füllgerät am Füllstutzen des Speicherdeckels montieren und ein wenig zudrehen.
Den Handgriff (2) gleichzeitig hin und her drehen, so daß das Sechseck in die
Füllschraube hineinfedert.
F Das Auslaßventil (5) schließen (im Uhrzeigersinn drehen).
F Den Schlauch (7) mit den Rückschlagventil (6) und Fülleinrichtung (3) verbinden.
F Den Druck am Manometer ablesen. Das Ventil des Stickstoffbehälters (1) vorsichtig und
kurzzeitig öffnen. In Schritten den Speicher befüllen, bis der Druck etwa 20% über dem
gewünschten Druck liegt (siehe Tabelle). Das Ventil des Stickstoffbehälters schließen.
F Zeigt das Manometer (4) einen zu hohen Stickstoffdruck , das Auslaßvenlil (5) öffnen, bis
der gewünschte Druck erreicht wird.
F Die Füllschraube (9) des Speichers schließen und den Handgriff (2) im Uhrzeigersinn
drehen.
F Den Stickstoffschlauch (7) entlasten durch die Öffnung des Auslaßventils (5).
F Das Füllgerät abmontieren und die Füllschraube (9) auf Dichtheit untersuchen (mittels ein
paar Tropfen Öl).
F Die Schutzkappe auf die Füllschraube des Speichers montieren.

49
8. Wartung am Power-Pack

Sicherheitsbestimmungen (Kapitel 2.3) vorher durchlesen und befolgen.

8.1 Kraftstoff

Der Kraftstofftank befindet sich auf der rechten Seite neben dem Hydr. Öltank.
Achten Sie darauf daß der Kraftstofftank nicht bis zum Minimum leergefahren wird. Luft kann in
das Kraftstoffsystem eindringen.

3 1 Kraftstofftankdeckel
2
2 Kraftstoff-Füllanzeige
3 Kraftstofftank
4 Kraftstoff-Zulaufleitung
5 Kraftstoff-Rücklaufleitung

Vorsicht!
l Dieselkraftstoff darf nicht mit Benzin oder Alkohol gemischt werden.
l Nur bei abgeschaltetem Motor tanken.
l Auf Sauberkeit achten.
l Keinen Kraftstoff verschütten.
l Offenes Feuer und Licht fernhalten.
l Nicht im Grundwasserbereich tanken.

Kraftstoffstand kontrollieren
F Kraftstoffstand anhand der Kraftstoff-Füllanzeige (2) überprüfen.

Kraftstoff tanken
Verwenden Sie nur Marken-Dieselkraftstoff.
Bei Minustemperaturen Winterdiesel verwenden.
F Motor abstellen.
F Tankdeckel (1) öffnen und Kraftstoff einfüllen.
F Tankdeckel wieder sorgfältig verschließen.

Weitere Angaben zum Kraftstoff und den dazugehörigen Arbeiten am Motor finden Sie in
der Betriebsanleitung für den Motor.

50
8. Wartung am Power-Pack

8.2 Ölstand und Öltemperaturanzeige

Der Hydrauliköltank ist auf der rechten Seite neben dem Kraftstofftank angebracht.

Ölstand-
und
Öltemperturanzeigesanzeige

Hydraulik-Öltank

Ölablaßschraube
(von unten aufschrauben)

Achtung!
Bei Kontrollarbeiten am eingeschalteten Aggregat Sicherheitsvorschriften
beachten.

Warnung vor heißer Oberfläche.

Ölstand kontrollieren.
F Motor abschalten.
F Ölstand täglich kontrollieren.
Er muß im Schauglas zwischen Minimum- und Maximum sichtbar sein.

Bei mangelndem Ölstand Öl nachfüllen. Siehe dazu Abschnitt Hydrauliköl auswechseln.

Öltemperatur kontrollieren.

Die Öltemperatur ist nach 100 Betriebsstunden beim eingeschaltetem bzw. laufendem
Aggregat zu kontrollieren. Sie kann an der Öltemperaturanzeige abgelesen werden.

Achtung! Die Öltemperatur darf 90°C nicht überschreiten.

F Aggregat warmlaufen lassen.


F Öltemperatur überprüfen.

51
8. Wartung am Power-Pack

8.3 Ölrücklauffilter

Der Ölrücklauffilter ist oben am Öltank eingebaut.


Er ist mit einer Öl-Filterverschmutzungsanzeige und einer Filterpatrone ausgestattet.

Filterdeckel

Ölfilter-
verschmutzungs-
anzeige

Wenn die Ölfilterverschmutzungsanzeige ROT anzeigt, oder spätestens nach


500 Betriebsstunden, ist die Filterpatrone auszuwechseln.

Achtung! Hydrauliköl kann sehr heiß werden.

Vor dem Filterwechsel darauf achten, daß kein Druck vorhanden ist.
(Zum entlasten des Drucks siehe Kapitel 7.2 Sicherheitshinweise)

Deshalb vorher:
F Motor abschalten.
F Warten bis Motor und Hydrauliköl abgekühlt sind (mind. Handwarm).
F Minuskabel der Batterie abklemmen.
F Hydraulik-Öldruck entlasten.

Ausbau
F Filterdeckel nach links aufschrauben, Dichtungsring (O-Ring) und
Filterpatrone (mit Dichtung und angeschraubtem Auslaßstutzen) herausnehmen.
F Auslaßstutzen von der Filterpatrone abschrauben (Bajonetverschluß) und am neuen Filter
wieder anschrauben.

Einbau
F Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
Dichtungsring jedoch vorher säubern.
F Anlage auf Dichtheit überprüfen.

Die verbrauchte Filterpatrone nur nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen


entsorgen.

Achtung! Ölfilterwechsel nur auf einem geeignetem Platz durchführen.


52
8. Wartung am Power-Pack

Ölrücklauffilter-Zeichnung

Filterdeckel

Dichtungsring

Filterpatrone
mit Dichtung

Auslaßstutzen
mit
Bajonetverschluß

8.4 Ölfilter-Verschmutzungsanzeige

Die Ölfilter-Verschmutzungsanzeige ist am Ölrücklauffilter angebaut und sollte spätestens nach


100 Betriebsstunden auf ihre Anzeige hin kontrolliert werden.

Die Ölfilter-Verschmutzungsanzeige funktioniert nur bei


eingeschaltenem bzw. laufendem Aggregat und warmem Öl.
Warmlauzeit ca. 15 Minuten.

Ist der Zeiger im roten Bereich, Filterpatrone des Ölrücklauffilters sofort auswechseln.

Roter
Bereich

53
8. Wartung am Power-Pack

8.5 Thermoschalter für Ölkühler


Rücklaufölsammler
(für Hydrauliköl)

Thermoschalter

Kraftstofftank Hydrauliköltank

Der Thermoschalter für den Ölkühler befindet sich seitlich am Rücklaufölsammler zwischen
Hydrauliköltank und Kraftstofftank.
Er muß alle 80-100 Betriebsstunden auf seine Funktion hin überprüft werden.

Funktionsweise: Der Lüfter des Ölkühlers muß bei einer Hydraulioköltemperatur


größer als 45 °C eingeschaltet sein.

Bei Kontrollarbeiten am eingeschalteten Aggregat Sicherheitsvorschriften


beachten.

Warnung vor heißer Oberfläche.

Gefahr durch sich drehende Maschinenteile.

F Aggregat weiter laufen lassen.


F Öltemperatur am Hydrauliköltank ablesen und Funktion des Lüfters am Ölkühler
beobachten (siehe Funktionsweise in diesem Kapitel).

54
8. Wartung am Power-Pack

8.6 Ölkühlerrippen mit Luft säubern

ò
Blasluftrichtung

Elektromotor

Ölkühler

Hydraulikölkühler spätestens nach 100 Betriebsstunden auf äußere Verschmutzung


überprüfen.

Starke Verschmutzung kann zu erhöhter Öltemperatur führen.

l Kühlerrippen nur mit Luft ausblasen.


(Der Wasserstrahl kann die Kühlerrippen und den Elektromotor des Ölkühlers beschädigen.)

Achtung
Druckluft darf nie auf Personen gerichtet werden.

Schutzhandschuhe tragen! Schutzbrille tragen! Gehörschutz tragen! Mundschutz


tragen!

F Aggregat abschalten.
F Batterie abklemmen (zuerst Minuspol).
F Kühlerlamellen entgegen der Luft-Ansaugung des Kühlers mit Druckluft reinigen.
Dabei etwa 0,3 Meter Abstand halten.
F Batterie wieder anklemmen (zuerst Pluspol).

55
8. Wartung am Power-Pack

8.7 Hydrauliköl auswechseln

1 Stutzen für Druckausgleich 4 Ölablaßschraube


2 Ölstandsanzeige (von unten aufschrauben)
3 Hydrauliköltank 5 Entlüftungsschraube der Hydraulikpumpe

Nach 1000 Betriebsstunden oder nach einem Jahr sollte das Hydrauliköl ausgewechselt
werden.
Der Ölwechsel muß in betriebswarmen Zustand des Hydrauliköls vorgenommen werden.

Hydrauliköl wird heiß, Verbrennungsgefahr!

Warnung vor heißer Oberfläche.

Vorsicht bei austretender Hochdruckflüssigkeit.


Unter hohem Druck austretende Flüssigkeiten (Kraftstoff, Hydrauliköl) können
die Haut durchdringen und schwere Gesundheitsschäden verursachen.
Bei Verletzungen sofort Arzt aufsuchen, da schwere Infektion entstehen kann.

Öl ablassen:
F Motor abschalten und Batterie abklemmen (zuerst Minuspol).
F Auffangbehälter zum Auffangen des Altöls unter die Hydrauliköl-Ablaßschraube (4)
stellen.
F Zur Druckentlastung Stutzen für Druckausgleich (1) am Öltank (3) öffnen.
F Ablaßschraube (4) öffnen, Öl ablassen.
F Nachdem das Öl abgeflossen ist Entlüftungsschaube (5) der Hydraulikölpumpe öffnen.
Es fließt nun das restliche Öl heraus.
F Ölablaßschraube des Öltanks (4) und Entlüftungsschaube (5) der Hydraulikpumpe wieder
fest eindrehen. (Vorher Schrauben säubern.)

56
8. Wartung am Power-Pack
Öl auffüllen:
F Neues Hydrauliköl bis zur Maximalmarke an der Ölstandsanzeige (2) auffüllen.
(Ölsorte siehe Ölempfehlung)
F Zum Entlüften die Ölablaßschraube der Hydraulikölpumpe ca. 1-3 Umdrehungen öffnen,
bis die Luft entwichen ist und Öl am Gewinde der Schraube heraus kommt.
Ölablaßschraube nun fest anziehen.
F Auf Dichtheit überprüfen.

Ölwechsel nur an einem geeignetem Platz vornehmen.


Altöl vorschriftsmäßig, nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen
entsorgen.

57
8. Wartung am Power-Pack

8.8 Wasserabscheider mit Kraftstoffilter


Der Wasserabscheider mit integriertem Filter ist in die Saugleitung des Kraftstoffsystems
eingebaut.

l Täglich sollte im Schauglas (5) auf Wasser und Schmutzreste kontrolliert werden.
l Filtereinsatz nur dann auswechseln, wenn der Ansaugwiderstand zu hoch ist und der Motor
Leistungsabfall zeigt.
l Filter nur wechseln, wenn das Niveau im Kraftstofftank über dem Wasserabscheider liegt.

1 3
4
2
1 Kraftstoff-Saugleitung
2 Kraftstoffleitung
3 Entlüftungsschraube
4 Deckel
5 5 Schauglas
6 Ablaßhahn

200 mm Das Kraftstoff-Niveau liegt


Niveau
mindestens 200mm höher
im
als der Wasserabscheider
Kraftstoff-
tank

Wasser-
abscheider

Achtung
Vor Arbeiten am Wasserabscheider Motor abstellen

Wasser ablassen
F Motor abstellen.
F Auffangbehälter unter den Ablaßhahn (6) stellen.
F Entlüftungsschraube (3) und Ablaßhahn (6) öffnen, Wasser und Schmutzreste ablaufen
lassen.
F Ablaßhahn (6) und Entlüftungsschraube (3) wieder schließen.
F Motor starten.

58
8. Wartung am Power-Pack
Filter wechseln
F Motor abstellen.
F Auffangbehälter unter den Ablaßhahn (6) stellen.
F Saugleitung (1) am Kraftstofftank abschrauben und Entlüftungsschraube (3) öffnen.
F Deckelschrauben lösen und Deckel (4) abnehmen.
F Federgehäuse herausnehmen.
F Filtereinsatz herausnehmen und neuen einlegen.
F Federgehäuse auf den Filtereinsatz legen.
F Deckeldichtung im Deckel bei Bedarf säubern, auf Beschädigung und richtigen Sitz
überprüfen.
F Deckel (4) wieder anschrauben. Dabei auf richtigen Sitz achten.
F Saugleitung (1) am Kraftstofftank anschrauben und Entlüftungsschraube (3) zuschrauben.
F Kraftstoffsystem am Motor entlüften.
Dazu mit Handhebelpumpe • an der Kraftstoffpumpe so
lange pumpen, bis der Kraftstoff hörbar über die
Rücklaufleitung (2) in den Kraftstofftank zurückfließt.
Zugangsdeckel wieder in die Seitenwand einsetzen.
Siehe auch in der Motor-Betriebsanleitung Seite 8.
F Entlüftungsschraube (3) etwas öffnen bis der Kraftstoff
herausfließt und dann Entlüftungsschraube wieder
zudrehen.
F Motor starten und Anlage auf Dichtheit überprüfen.

59
8. Wartung am Power-Pack

8.9 Batteriepflege.
Die Batterie sauber und trocken halten.

Achtung
Bei Arbeiten an der Batterie sind folgende Punkte zu beachten:

1. Die von der Batterie abgegebenen Gase sind explosiv.


2. Funkenbildung und offenes Feuer in der Nähe der Batterie vermeiden,
nicht rauchen.
3. Säure nicht auf Hände oder Kleidung kommen lassen, Verätzungsgefahr.
4. Schutzbrille wegen Verätzungsgefahr tragen.
5. Bei ungeschützten Polen (+-) keine Werkzeuge auf die Batterie legen, da
dadurch Kurzschluß entstehen und die Batterie zerstören kann (Berstgefahr).

Verschmutzte oder korrodierte Anschlußklemmen.


F Zuerst Minuspol und dann Pluspol abklemmen, Batteriepole reinigen und mit einem
säurefesten und säurebeständigem Fett einfetten.

Beim Zusammenbau auf guten Kontakt der Klemmenanschlüsse achten.


Klemmschrauben handfest anziehen.

Batterie-Flüssigkeitsstand prüfen / auffüllen.


Der Flüssigkeitsstand in der Batterie ist von außen erkennbar. Er muß immer zwischen
der Minimum- und Maximummarkierung liegen.

F Der Flüssigkeitsstand in der Batterie ist täglich zu kontrollieren.


F Nur mit destilliertem Wasser nachfüllen.

Batterieausbau:

Vorsicht

l Immer zuerst Minuspol und dann Pluspol der Batterie abklemmen.


Beim wiederanschließen in umgekehrter Reihenfolge vorgehen.

l Batterie niemals kurzschließen (Berstgefahr).

l Bei laufendem Motor Batterie nicht abklemmen, da sonst elektrische Bauteile zerstört
werden können.

Entsorgung der alten Batterie nur nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen.

60
8. Wartung am Bohrturm
8.10 Lafette reinigen (Schmutz und Bohrgut aus der Lafette entfernen)

Je nach Beschaffenheit des Bohrgutes muß die Lafette des öfteren vom Bohrgut (Schmutz)
befreit werden.
F Bohrturm bzw. Lafette in Schrägstellung bringen.
F Mit Dampfstrahlgerät oder Wasserstrahl vorne und hinten an den Umlenkrollen in die
Lafette hineinsprühen, bis unten an der Brechanlage kein Schmutz mehr herauskommt.
F Anschließend Lafette mit Öl (Schalungsöl) einsprühen oder einpinseln.

Beim Umgang mit Dampfstrahlgerät Sicherheitsvorschriften des Herstellers beachten.


Wasserstrahl nicht auf Mensch oder Tier richten.

8.11 Reinigung bei Bohrungen von Injektionsanker

Achtung! Bei Bohrungen von Injektionsanker Lafette sofort nach der Arbeit säubern,
um ein aushärten des Mörtels zu vermeiden.
Anschließend mit Öl (Schalungsöl) einsprühen oder einpinseln.
Arbeitsvorgang wie unter Kapitel 8.10 Lafette reinigen.

61
8. Wartung am Bohrturm
8.12 Kette der Lafette

8.12.1 Kette reinigen

Um einem zu großen Verschleiß der Kette vozubeugen, muß die Kette 1 x täglich (bei grober
Verschmutzung öfter) gereinigt und anschließend mit Öl eingesprüht oder eingepinselt werden.

Achtung! Beim Reinigen den Bohrhammer mit dem Steuerhebel Vorschub bewegen, damit
die Kette überall gereinigt werden kann (siehe Kapitel 6.13-Vorschub).
Sicherheitsvorschriften beachten.
F Kette mit Dampfstrahlgerät oder ähnlichem abstrahlen.

F Mit Öl einsprühen oder einpinseln.

8.12.2 Kettenspannung kontrollieren.

Vor dem Betrieb, oder 1 x täglich, muß die Kettenspannung an der Lafette überprüft
werden. Die Lafette hat insgesamt drei Ketten. Davon sind zwei Ketten am Rollensattel des
Bohrhammers befestigt, die dritte Kette ist hinten an der Lafette.

Prüfen der Kettenspannung durch Daumendruck. Kette muß straff sein.

F Rollensattel des Bohrhammers etwa in der Mitte der Lafette positionieren.


F Durch Daumendruck Kettenspannung prüfen.
F Bei Bedarf Kette mit der Kettenspannmutter spannen.
F Nach dem Spannen der Ketten Vorschub betätigen (Rollensattel Vor- und
Zurückfahren) und nochmals Kettenspannung prüfen.

Kette Rollensattel
Kettenspannmutter
für
Kette Rollensattel

Kettenspannmutter
für
Kette HINTEN
Kette HINTEN

8.12.3 Verschleiß der Kette kontrollieren

Alle 8-10 Betriebsstunden oder 1 x täglich ist die Kette auf Anzeichen von Verschleiß oder
Korrosion zu kontrollieren.

Nach Berührung mit elektrischen Strom (z.B. Hochspannungsleitung,


Erdkabel) muß die Kette auf Beschädigung geprüft werden.

62
8. Wartung

8.13 Fahrwerk (Unterwagen)

Bei Arbeiten am Fahrwerk die Bohrraupe auf flachen und ebenen Untergrund abstellen.

Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten Motor abstellen und Schlüssel


abziehen.
Betriebsanleitung und Sicherheitsvorschriften für Wartungsarbeiten lesen.

8.13.1 Fahrgetriebe

l Nach 100 Betriebsstunden sollte der Ölstand überprüft werden, und


l nach 1000 Betriebsstunden oder nach einem Jahr muß das Öl ausgewechselt werden.

Ölstand überprüfen (Alle 100 Betriebsstunden)


Der Ölstand muß bis zur unteren Kante der Schraubenöffnung reichen.
F Verschlußschrauben in horizontale Stellung bringen (Bild A) und Schrauben
herausdrehen.
Ist der Ölstand unterhalb der Schraubenöffnung, muß Getriebeöl nachgefüllt werden.
(Öltyp siehe Schmiermittelempfehlung)

Öl ablassen
F Verschlußschrauben in vertikale Stellung bringen (Bild B)
F Ölauffangwanne unterstellen.
F Untere und obere Verschlußschrauben herausdrehen und Öl ablassen.

Öl auffüllen
F Verschlußschrauben in horizontale Stellung bringen (Bild A) und Schrauben
herausdrehen.
F Getriebeöl einfüllen, bis der Ölstand unterhalb der Schraubenöffnung ist.
(Öltyp siehe Schmiermittelempfehlung)
F Beide Verschlußschrauben wieder einschrauben.

Altöl nur nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen entsorgen.

Die hier beschriebenen Wartungsarbeiten auf der anderen Seite des Fahrwerks wiederholen.

63
8. Wartung

8.13.2 Fahrkette
l Alle 8-10 Betriebsstunden ist die Fahrkette auf Abnutzung und Schmutz zu überprüfen.
l Alle 40 Betriebsstunden ist die Kettenspannung zu prüfen.

Kettenspannung prüfen

Auf einer Länge von 1-1,5 m


muß ein Durchhang von 20-30 mm
sein.

Antriebsrad

Leitrad

Zu lose gespannte Ketten liegen auf


den Leiträdern nicht auf und rutschen
dadurch beim Vor- und Zurückfahren.

Zu stramm gespannte Ketten


erhöhen den Verschleiß der Kette
und den Lagern.

Kette spannen
Die Feder im Kettenspannzylinder ist vorgespannt und steht somit unter Druck.
Verschlußschraube (2) deshalb nur langsam 1/4 bis 1/2 Umdrehung lösen.
Erdmaterialien vom Fahrwerk entfernen
F Schutzdeckel abnehmen (1).
F Verschlußschraube (2) langsam und vorsichtig um 1/4 bis 1/2 Umdrehung öffnen (SW11)
F Kette mittels einer Fettpresse (3) spannen.
F Verschlußschraube wieder fest anziehen.

Kette entspannen
F Schutzdeckel abnehmen (1).
F Verschlußschraube (2) langsam und vorsichtig um 1/4 bis 1/2 Umdrehung öffnen (SW11)
F Fett langsam austreten lassen, bis kein Druck mehr vorhanden ist.
64
8. Wartung

8.14 Schmierung der Bohrraupe

Die Bohrraupe muß entsprechend dem Wartungsplan regelmäßig geschmiert werden.


Zum Schmieren ein qualitativ gutes Mehrzweckfett verwenden.

F Vor dem Schmieren Schmiernippel säubern, damit kein Schmutz eindringen kann.
Mit der Fettpresse soviel Fett in die Schmiernippel eindrücken, bis überschüssiges Fett
austritt.

Bei starker Verschmutzung muß die Schmierung öfters als hier angegeben
Achtung! erfolgen (z.B. alle 4 Stunden).
Dies ist während des Bohrens vom jeweiligen Personal zu entscheiden.

Betriebsanleitung und Sicherheitsvorschriften für Wartungsarbeiten lesen.

Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten Bohrturm auf den Boden absenken,


Motor abstellen und Schlüssel abziehen.

8.14.1 Schmierstellen am Oberwagen

l Drehkranz (alle 40 Betriebsstunden)

Achtung! Während dem Schmieren des Drehkranzes den Oberwagen mind. 4 X um 90°
drehen, damit das Fett im innern gleichmäßig verteilt wird.

Schmierstelle

65
8. Wartung

l Unter- und Oberarm (alle 40 Betriebsstunden)

14 Schmierstellen

12 Schmierstellen

18 Schmierstellen

l Abstützung (alle 40 Betriebsstunden)

4 Schmierstellen

66
8. Wartung

8.14.2 Schmierstellen am Bohrturm

l Verschiebezylinder (alle 8-10 Betriebsstunden)

Schmierstelle

l Lafette und Brechanlage (alle 8-10 Betriebsstunden)

3 Schmierstellen

l Rollensattel und Schlauchwagen (alle 8-10 Betriebsstunden)

Schmierstellen Schmierstellen

Schmierstellen Schmierstellen

Insgesamt Insgesamt
6 Schmierstellen 7 Schmierstellen

67
8. Wartung
8.14.3 Schmierplan

1 2 3 4 5

Lfd. Beschreibung Anzahl Betriebsstunden


Nr. der Schmierstelle der
Schmierstellen 8-10 40
1 Brechanlage 1 X
2 Lafette Vorne 1 X
3 Rollensattel 6 X
4 Schlauchwagen 7 X
5 Lafette Hinten 1 X
6 Verschiebezylinder 1 X
7 Unter- und Oberarm 44 X
8 Drehkranz am Oberwagen 2 X
9 Abstützung 4 X

Zum Schmieren ein qualitativ gutes Mehrzweckfett verwenden.


F Vor dem Schmieren Schmiernippel säubern, damit kein Schmutz eindringen kann.
Mit der Fettpresse soviel Fett in die Schmiernippel eindrücken, bis überschüssiges Fett austritt.

Betriebsanleitung und Sicherheitsvorschriften für Wartungsarbeiten lesen.

Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten Bohrturm auf den Boden absenken,


Motor abstellen und Schlüssel abziehen.

Abbildungen der Schmierstellen finden Sie unter Kapitel 8.14.1-2

68
8.15 Wartungsplan für Bohrraupe Typ BR 5000

Betriebsstunden Beschreibung Hinweise und techn. Daten

8-10 40 100 200 500 1000 Siehe unter


oder oder oder Kapitel
6 Mon. jährl. jährl.
Power-Pack (Hydraulikaggregat)
X Krafststoffstand kontrollieren 8.1
X Hydraulik-Ölstandskontrolle 8.2
X Hydraulik-Öltemperatur überprüfen 8.2
X Hydraulik-Ölrücklauffilter auswechseln 8.3
X Ölfilterverschmutzungsanzeige kontrollieren 8.4 sofort auswechseln, wenn Anzeige auf ROT steht
X Thermoschalter für Ölkühler auf seine Funktion 8.5
prüfen
X Ölkühlerrippen mit Luft säubern 8.6
X Hydrauliköl auswechseln 8.7
X Wasserabscheider mit Kraftstoffilter überprüfen. 8.8 Nur auswechseln, wenn Motorleistung nachlässt
X Batteriesäurestand kontrollieren 8.9
Bohrturm
X Lafette reinigen 8.10 Je nach Verschmutzung reinigen
X Reinigung bei Bohrungen von Injektionsanker 8.11 sofort nach der Arbeit reinigen
X Kette reinigen 8.12.1
X Kettenspannung kontrollieren 8.12.2
X Verschleiß der Kette prüfen 8.12.3
X Hydraulik-Hammer Getriebeöl wechseln 7.9
X Hydraulik-Hammer Speicherdruck kontrollieren 7.10-11 Achtung! Nur vom Fachpersonal
Oberwagen
X Am Schmiergerät Stand vom Öl/Fett-Gemisch 7.6
prüfen
X Am Schmiergerät Pumpenelement auf Funktion 7.6
prüfen
X Vorlauffilter-Verschmutzungsanzeige kontrollieren 7.7 sofort auswechseln, wenn Anzeige auf ROT steht
X Vorlauffilter-Filterpatrone auswechseln 7.7

69
8.15 Wartungsplan für Bohrraupe Typ BR 5000

Betriebsstunden Beschreibung Hinweise und techn. Daten

8-10 40 100 200 500 1000 Siehe unter


oder oder oder Kapitel
6 Mon. jährl. jährl.

Unterwagen (Fahrwerk)
X Fahrkette-Ölstand überprüfen 8.13.1
X Fahrkette-Öl auswechseln 8.13.1
X Fahrkette-prüfen, 8.13.2
X Fahrkette-Kettenspannung kontrollieren 8.13.2

Sonstiges
X X Fettschmierstellen nach Schmierplan schmieren 8.14 Mehrzweckfett verwenden
X - Hydraulikschläuche und Leitungen auf - Auf Scheuerstellen, lose Teile oder fehlende
Beschädigungen und Dichtheit überprüfen. Schutzvorrichtungen achten.
- Schraubenverbindungen ebenfalls auf Dichtheit - Hydraulikverschraubungen nur bei Undichtigkeit
prüfen. nachziehen.
- Kraftstoffschläuche und Leitungen auf - Beim auswechseln beschädigter
Beschädigung und Dichtheit überprüfen. Hydraulikschläuche nur DIN zugelassene
Schläuche mit dem entsprechendem
Bertriebsdruck verwenden.

Bei allen Wartungsarbeiten sind die Sicherheitsvorschriften (siehe Kapitel 2) und die Unfallverhütungsvorschriften (besonders VBG40) zur Vermeidung von
Unfällen zu beachten. Die Entsorgung von Betriebsstoffen nur nach den geltenden Umweltschutzbestimmungen.

Der Wartungsplan für den Motor ist auf der nächsten Seite abgebildet. Siehe auch in der Betriebsanleitung für den Motor.

70
Wartung
8.16 Wartungsplan für den Motor, Abbildung von der Motor-Betriebsanleitung

71
8. Wartung
8.17 Betriebsstoffe

Baugruppe Füll- Produkt / Typ Hinweise


menge
Motor 13 Liter Siehe Abbildung unten Verwenden Sie nur gutes
mit Ölfilter oder Markenöl, welches den
in der Motor-Betriebsanleitung Anforderungen der
Viskositätsklasse entspricht.

Kraftstofftank ca. 120 Dieselkraftstoff nach Im Winter Winterdiesel


Liter DIN 51601-DK verwenden
BS 2869 A1/A2 (siehe Motor-Anleitung)
ASTM D 975-1D/2D

Hydraulik- ca. 160 Hydrauliköl SHELL Typ HV46


öltank Liter
Schmiergerät 1,5 - 2 Öl-Fett-Gemisch nur bei Firma MORATH zu
Liter (1/3 Öl und 2/3 Fett beziehen
Getriebe 0,4 - 0,5 Getriebeöl GP 85W50
Hydr.Hammer Liter
Schlagwerk Stickstoff N 2 (Füllgas) nur reinen Stickstoff verwenden
Achtung! Nur vom Fachpersonal
Fahrwerks- 0,4 - 0,5 Getriebeöl GP 85W50
getriebe Liter
Schmier- Mehrzweckfett, siehe Schmierplan Kapitel
stellen Lithiumverseift,
NLGI-Kasse 2,
Walkpenetrationszahl 265-295
Gewinde des Fett mit Graphitzusatz z.B. Molycot, Rocol
Bohrgestänge

Bei Verwendung von biologischem Öl oder Fett ist bei der Firma Morath nachzufragen.

Abbildung aus der Motor-Betriebsanleitung

72
9. Technische Daten

1.1 Im Transportzustand (siehe Bild Seite 74)


Gesamtlänge (Verschiebezylinder zurückgefahren) 5750 mm
Breite 1900 mm
Höhe 2600 mm
Gewicht mit Tankbefüllung 4900 kg

1.2 Hydrauliksystem
Öltank maximaler Inhalt 180 Liter
Maximaler Betriebsdruck 250 bar
Maximale Öltemperatur 90°C
Ölkühler Typ AKG Nr. 5202.201.00 12V
Ölrücklauffilter Typ UCC Nr. UC-6131
Vorlauffilter Typ UCC Nr. UC-R-63124
Hydraulikpumpe Nr.1 Förderleistung: 20 ltr./min Nr. ASP10L-OSA/10

Hydraulikpumpe Förderleistung: je 60 ltr./min Nr. A8VO 28 SR-60 R3


Nr.2+3 PZG 05
Hydraulikölsorte siehe Betriebsstoffe

1.3 Motor
Fabrikat / Typ Hatz 4L41C
Dauerleistung 40,8 KW
Drehzahl bei Dauerleistung 3000 U/min
Motor-Öl maximaler Inhalt mit Ölfilter 13 Liter
Motor-Ölsorte siehe Betriebsstoffe
Kraftstoff Dieselkraftstoff nach DIN/EN 590
Tankinhalt 145 Liter

1.4 Batterie
Spannung / Kapazität 12 V / 125 AH 420 A

1.5 Lafette
Typ AKS 35 mit Schlauchwagen
Vorschublänge 3500 mm
Lafettenlänge 5150 mm

1.6 Fahrwerk
Typ 5001RD mit Stahlkette
Fahrwerk-Ölsorte siehe Betriebsstoffe

1.7 Hydraulikbohrhammer
Typ HBL110
Drehmoment 1000 Nm
Drehzahl 0 - 230 U/min.
Schlagzahl bis 2000 / min
Ölmenge 60 L/min (bei 175 bar)
mögliche Einsteckenden 30/11 - 40/16 - 52/26 - R25 - R32 -
R38 - T38
Schlagwerk Typ LH110
Ölmotor MF 130
Spülkopfablagerung Ø 63

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9. Technische Daten

1.8 Umgebungsdaten
Start-Grenztemperatur -20°C
Dauerumgebungstemperatur max. 45°C
Meereshöhe max. 1500 m ü.N.

Beim Betrieb mit höherer Außentemperatur oder bei größerer Meereshöhe muß die
Dieseleinspritzmenge und der Hydraulikpumpendruck reduziert werden.
Dies darf jedoch nur mit Rücksprache der Fa. Morath erfolgen.

1.9 Schallemission
Schalleistungspegel nach ISO 4872 und DIN 45635 > 85 dB (A)

Beim Betrieb ist ein Gehörschutz zu tragen, da der Dauerschalldruckpegel größer als 85
dB(A) beträgt.

Länge

Höhe

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10. Anhang
10. Verzeichnis der Wartungsarbeiten
Über die Wartungsarbeiten empfehlen wir „Buch“ zu führen.

Typ:
Serien-Nr.:
Datum Beschreibung der Arbeit Betriebsstunden Unterschrift

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