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Frontbann

Der Frontbann war eine Auffangorganisation für verschiedene


rechtsextreme Wehrverbände in der Weimarer Republik, die nach
dem fehlgeschlagenen Hitlerputsch verboten wurden. Die
Organisation als solche wurde von Ernst Röhm im Mai 1924
aufgezogen. Der Name „Frontbann“ als Bezeichnung für den
neuen Verband will Röhm seinen Memoiren zufolge am 31. Mai
1924 während einer Fahrt nach Landsberg eingefallen sein.[1] Im
September des Jahres soll die Organisation bereits über 30.000
Mitglieder verfügt haben.[2]

Organisatorisches Zentrum des Frontbanns war das


Oberkommando in München, wo zunächst Röhm und ab Mai
1925 Wolf-Heinrich von Helldorff die Organisation leitete.
Tatsächlich blieben die Mitgliederorganisationen aber vielfach Frontbann-Abzeichen, getragen bis 1934,
selbstständig.[2] Zu den angeschlossenen Organisationen auf dem Hakenkreuz hinter dem
gehörten unter anderem Altreichsflagge, Reichsadler, Stahlhelm der Wahlspruch „Wir wollen
Deutschvölkischer Offiziersbund, Bildungsverein Luitpoldhain, frei werden“
Völkischer Wehrring Nürnberg, Frontkämpferbund Ostpreußen,
die Jugendorganisation der Nationalsozialistischen
Freiheitspartei sowie Teile der Sturmabteilung, des Freikorps Oberland, des Freikorps Roßbach und des
Wehrwolfs.[3]

Schwerpunkt der Tätigkeit des Frontbanns war die militärische Ausbildung seiner Mitglieder; dabei war die
Vermittlung militärischer Tugenden wichtiger als die Ausbildung an der Waffe. Der Gründungsaufruf des
Frontbanns nannte als Zweck der Organisation die „Erhaltung des Wehrgedankens“ und die „innere
Säuberung Deutschlands“ von „Verbrechern und Landesverrätern“. Im Wahlkampf zur
Reichspräsidentenwahl 1925 unterstützte der Frontbann Erich Ludendorff.[2]

Ende 1924 wurde in Bayern ein Verfahren wegen Geheimbündelei gegen die Leitung des Frontbanns
eingeleitet, das aber im September 1925 wegen einer Amnestie eingestellt wurde. Das Verfahren hatte
jedoch zur Folge, dass die Gruppen- und Bezirkskommandos des Frontbanns von der Münchener Zentrale
abgetrennt wurden.[2]

Im April 1925 war ein Richtungsstreit im Frontbann ausgebrochen, gegnerische Lager waren dabei
einerseits das völkisch-nationalsozialistische um Ludendorff und andererseits eines um die Vereinigten
Vaterländischen Verbände wie Stahlhelm, Bund Wiking und Olympia. Im Oktober des Jahres wurden zudem
einige Führer des Frontbann-Nords wegen Geheimbündelei verhaftet.[2]

Nach der Neugründung der NSDAP im Februar 1925 begann der Verband sehr rasch wieder zu zerfallen.
Die Masse der Mitglieder strömte wieder zur NSDAP und SA. Reste gingen auch zum Tannenbergbund.[3]

Inhaltsverzeichnis
Organisation
Führer der Frontbann-Gruppen
Weblinks
Einzelnachweise

Organisation
An der Spitze des Frontbanns stand als Beauftragter der Führung ein Kommandeur.

Dem Oberkommando des Frontbanns unterstanden die Gruppenkommandos als Führungsorgane der
einzelnen regionalen Frontbann-Gruppen.

Den Gruppenkommandos unterstanden Landeskommandos und diesen wiederum Abschnittkommandos.

Den Abschnittkommandos waren Sturmtruppkommandeure und Bezirkskommandeure untersteht, wobei den


letzteren örtliche Kommandeure unterstellt waren.

Die örtlichen Kommandos waren wiederum nach ihrer Stärke in Gruppen, Züge, Kompanien, Bataillone
u. ä. gegliedert.

Führer der Frontbann-Gruppen


Gruppe Nord (Berlin) für Norddeutschland, Ostpreußen:
Kommandeur: Hauptmann a. D. Hans Peter von Heydebreck (später ersetzt durch Major
Robert Holtzmann[4] und dann durch Hauptmann a. D. Paul Röhrbein)
Stabschef: Leutnant von Winterfeld
Gruppe Mitte (Halle):
Kommandeur: Wolf-Heinrich von Helldorff
Stabschef: Leutnant a. D. Freiherr von Eberstein
Gruppe Süd (München)
Kommandeur Oberstleutnant von Kapff
Stabschef: Rittmeister a. D. Freiherr von Thüngen
Gruppe Ost (Salzburg)
Kommandeur: Hauptmann Brosche (später ersetzt durch Ingenieur Planchel)
Stabschef (Wien): Hermann Reschny

Weblinks
Bernhard Sauer: Goebbels »Rabauken«. Zur Geschichte der SA in Berlin-Brandenburg. (http://
www.bernhard-sauer-historiker.de/Bernhard_Sauer-Geschichte_der_SA_in_BerlinBrandenbur
g.pdf) (PDF, 6,5 MB) In: Jahrbuch des Landesarchivs Berlin, 2006

Einzelnachweise
1. Ernst Röhm: Geschichte eines Hochverräters, 2. Auflage, 1930, S. 292.
2. Martin Schuster: Die SA in der nationalsozialistischen «Machtergreifung» in Berlin und
Brandenburg 1926-1934. (http://nbn-resolving.de/urn%3Anbn%3Ade%3Akobv%3A83-opus-87
62) Technische Universität Berlin 2005, S. 31–36.
3. Kurt Finker: „Frontbann“, in: Dieter Fricke u. a. (Hg.): Die bürgerlichen Parteien in Deutschland.
Band II. Das Europäische Buch, Berlin 1968, S. 93–95.
4. zu dieser Gestalt, einem aktiven Ludendorffer, geb. 1883, sehr ausführlich Bundesarchiv
(Deutschland): Holtzmann (http://www.archivesportaleurope.net/ead-display/-/ead/pl/aicode/D
E-1958/type/hg/id/Best%C3%A4nde%C3%BCbersicht/unitid/N+1079/search/0/walter+hasencl
ever)

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