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Königreich Preußen

Königreich Preußen bezeichnet den preußischen Staat zur Zeit der Herrschaft der preußischen Könige zwischen Königreich Preußen
1701 und 1918. Wappen Flagge

Das Königreich Preußen entstand aus den brandenburgisch-preußischen Gebieten, nachdem sich Kurfürst
Friedrich III. von Brandenburg zum König in Preußen gekrönt hatte (→ Königskrönung Friedrichs III. von
Brandenburg). Das Königreich bestand aus Brandenburg, das zum Heiligen Römischen Reich gehörte, und dem
Herzogtum Preußen, das als polnisches Lehen aus dem Ordensstaat hervorgegangen war. Der ursprünglich
preußische Teil erhielt den Namen Ostpreußen.[1]

Im 18. Jahrhundert stieg Preußen zu einer der fünf europäischen Großmächte auf und wurde die zweite deutsche
Großmacht nach Österreich. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts trieb es die Schaffung eines deutschen
Nationalstaates entscheidend voran und war ab 1867 der dominierende Gliedstaat des Norddeutschen Bundes. Lage im Deutschen Reich
1871 wurde dieser Bund zum Deutschen Kaiserreich erweitert und der König von Preußen übernahm das Amt des
Deutschen Kaisers. Mit der Abdankung des letzten Kaisers und Königs, Wilhelms II., infolge der
Novemberrevolution 1918 wurde die Monarchie abgeschafft. Das Königreich ging im neu geschaffenen Freistaat
Preußen auf.

Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Rangerhöhung unter König Friedrich I. (1701–1713)
Der neue preußische Staat
Korruption, Pest, Hungersnot und höfische Prachtentfaltung
Preußen 1866–1918 (blau),
Innere Konsolidierung unter König Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) Deutsches Reich 1871–1918 (blau und gelb)
Ausbau der Armee, Kürzung der Kultur Landeshauptstadt Berlin
Verwaltungsreformen, Manufakturen und Staatseinnahmen Regierungsform absolute Monarchie
(1701–1848),
Außenpolitik konstitutionelle
Hallescher Pietismus, Sozialdisziplinierung, Peuplierung Monarchie (1848–1918)
Aufstieg zur europäischen Großmacht unter König Friedrich II. (1740–1786) Staatsoberhaupt König (1701–1918)
Schlesische Kriege Dynastie Hohenzollern (1415–
1918)
Aufgeklärter Absolutismus, Gesellschaftspolitische Reformen Bestehen 1701–1918
Retablissement, Bayerischer Erbfolgekrieg, Fürstenbund und Erste Polnische Teilung Fläche 348.780 km² (1910)
Hybris und Nemesis (1786–1807) Einwohner 40.016.000 (1910)
Auswirkungen der Französischen Revolution Bevölkerungsdichte 115 Einwohner pro km²
Teilungen Polens, Beendigung des Dualismus mit Österreich, Frieden mit Frankreich Entstanden aus Brandenburg-Preußen
Aufgegangen in Freistaat Preußen,
Norddeutsche Neutralitätszone, Auflösung des Heiligen Römischen Reichs
Saargebiet, Freie Stadt
Vierter Koalitionskrieg mit Frankreich Danzig
Staatsreformen und Befreiungskriege (1807–1815) Stimmen im 26
Reichsrat
Restauration und Reaktion, Vormärz und Märzrevolution (1815–1848)
Stimmen im 17
Wiener Kongress, Metternichsches System, Deutscher Bund Bundesrat
Konservative Wende Kfz-Kennzeichen IA, IB … IZ
Zollverein
Vormärz
Konflikt um den Vereinigten Landtag
Deutsche Revolution von 1848/1849
Als Konstitutionelle Monarchie bis zur Reichsgründung (1849–1871)
Von der Reaktionsära bis zur Neuen Ära
Erster Einigungskrieg: Deutsch-Dänischer Krieg
Zweiter Einigungskrieg: Krieg gegen Österreich
Dritter Einigungskrieg: Deutsch-Französischer Krieg
Als Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich (1871–1918)
Reichsverfassung
Außenpolitik, Innenpolitik Das brandenburgische Kurfürstenpaar (Friedrich
Wilhelm (Brandenburg) und Luise Henriette von
Hochindustrialisierung Oranien) bei der Kartoffelernte 1659 in
Imperialismus und Deutschnationalismus Oranienburg (siehe auch Kulturgeschichte der
Beantwortung der Sozialen Frage Kartoffel)
Ende der Monarchie in Preußen
Wirtschaft
Nationaleinkommen
Wirtschaftssektoren
Landwirtschaft
Tertiärer Sektor: Handel, Banken und Dienstleistungen
Wirtschaftsgeschichte
Wirtschaftliche Expansion unter König Friedrich-Wilhelm I. (1713–1740)
Kriegswirtschaft, Krisen und wirtschaftliche Genesung (1740–1806)
Wirtschaftsreformen, Technisierung, industrielle Revolution (1807–1871)
Wirtschaft im Deutschen Kaiserreich (1871–1918)
Gesellschaft
Repräsentative (feudale) und bürgerliche Öffentlichkeiten
Preußische Agrarverfassung
Von der Ständegesellschaft zur Klassengesellschaft
Feudal-kapitalistische Herrenkaste
Gesellschaftspolitische Bewegungen
Nationalliberalismus, Preußischer Patriotismus, Deutscher Nationalismus
Arbeiterbewegung Kurfürst Friedrich Wilhelm mit seinen Generälen,
Bildung 1670er Jahre. Die Schlacht bei Fehrbellin 1675
Kultur prägte das preußische Sendungsbewusstsein und
Begriffsbestimmung erzeugte den Gründungsmythos des preußischen
Staats.
Entwicklung
Staat
Charakteristiken und Merkmale
Staatsform und Staatsoberhaupt
Symbole und Leitsätze
Gesetze und Verordnungen
Kampf um die Verfassung
Staatshaushalt
Staatliche Aufgaben
Innere Sicherheit
Stadt- und Raumplanung und -ordnung
Währungspolitik und Münzregal
Königliche Post
Föderale Gliederung
Oberste Staatsbehörden und Provinzverwaltung
Rechtsstaat
Auswärtiges
Staatsbeziehungen
Diplomatisches Korps
Historische Geografie
Überblick
Staatsgebiet
Bevölkerung
Städte
Flüsse
Gebirge
Vegetation, Böden und Landschaften
Seen, Buchten und Inseln
Klima
Historiografie
Erinnerungskultur
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Geschichte
Die Geschichte des Königreichs Preußen und seiner preußischen Staaten umfasst zwei markante Abschnitte: Die erste Hälfte von 1701 bis 1806, bekannt als die
Zeit der altpreußischen Monarchie, und die „Neupreußische Monarchie“ von 1807 bis 1918. Die Jahre von 1806 bis 1809 führten zur Erneuerung sämtlicher
Staatsinstitutionen in einem veränderten Staatsterritorium, altpreußische Traditionslinien und Strukturen wurden fallengelassen und es begann eine neue
Zeitrechnung. Im Zuge der preußischen Reformen entstand der „Neupreußische Staat“.

Rangerhöhung unter König Friedrich I. (1701–1713)

Der neue preußische Staat

Die Länder der Hohenzollerndynastie mit ihrem herrschaftlichen Schwerpunkt in der Mark Brandenburg waren 1700 nach europäischen Maßstäben eine
Mittelmacht. Als Kurfürsten von Brandenburg hatten die Hohenzollern seit dem 15. Jahrhundert eine herausgehobene Stellung als Reichsstand im Heiligen
Römischen Reich inne. Das Kaiserreich konnte sich nach 1648 noch einmal konsolidieren, doch war die politische Stellung der Reichsfürsten mit dem
Westfälischen Frieden erheblich gestärkt worden. Mit ihrer Lage im Nordosten des Reichs war die Bindung der Hohenzollerngebiete an den Kaiser lockerer als in
den zentralen Gebieten am Rhein und in Süddeutschland.[2] Bereits in den vorangegangenen Jahrhunderten hatten die brandenburgischen Kurfürsten, im Zuge der
Reformationsauswirkungen und Glaubenskriege, im Ringen zwischen unitarischer
Kaisermacht und polyzentrischer Fürstenmacht im Reich, auch zusammen mit den
sächsischen Kurfürsten, zeitweise einen regionalen Gegenpol zur Kaisermacht
gebildet.

Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren um 1700 wichtige politische
Faktoren. Kurfürst Friedrich III., die Zeichen der Zeit erkennend, strebte nach dem
Königstitel. Damit suchte er vor allem die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von
Sachsen, der zugleich König von Polen war, und mit dem Kurfürsten von
Krönung Kurfürst Friedrichs III. von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war. Mit dem Einverständnis
Brandenburg zum König Friedrich I. Kaiser Leopolds I. krönte er sich schließlich selbst am 18. Januar 1701 als
in Preußen, Königsberg 1701 Friedrich I. in Königsberg zum „König in Preußen“. Im Gegenzug trat die
Königlich-Preußische Armee im Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten des Kaisers
gegen Frankreich an. Während des zeitgleich an der nordöstlichen Grenze Das seit 1525 bestehende
ausgebrochenen Großen Nordischen Kriegs, gelang es Friedrich, sein Land von den Herzogtum Preußen wurde 1701
Auseinandersetzungen frei zu halten. zum Königreich erhoben.

Das einschränkende „in Preußen“ blieb erhalten, weil die Bezeichnung „König von
Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf ganz Preußen, also auch auf den seit 1466 zu Polen gehörenden westlichen Teil des
Deutschordensstaats, verstanden worden wäre. Mit der Titelbezeichnung „in“ wurden auch mögliche polnische Ansprüche
auf Ostpreußen abgewendet, obwohl damit in der damaligen europäischen Diplomatie ein geringerer Status verbunden
war.[3] Im Hohenzollernstaat galt weiterhin die Ständeordnung der einzelnen Landesteile, von denen die Mark
Die Flagge des neugegründeten Brandenburg gefolgt von der Provinz Ostpreußen die herausragenden waren; das Herzogtum Magdeburg, Hinterpommern
Königreichs 1701 und das Fürstentum Halberstadt bildeten die mittleren Provinzen. Die kleineren westlichen Landesteile erhielten zunächst
eine nachgeordnete Rolle. Sämtliche Behörden, staatliche Institutionen und Amtsträger trugen fortan den königlich-
preußischen Titel, abweichend von der geltenden Verfassung.[4]

Die Jahrhundertwende markiert die beginnende Hochzeit des europäischen Absolutismus, in der die Landesfürsten nach den bereits im 16. Jahrhundert erfolgten
Säkularisierungen des Kirchenbesitzes auch die Macht der immediaten Städte und des landsässigen Adels erheblich zurückdrängen konnten. Im Zuge der
Machtzunahme der Hohenzollern wurde Berlin zum politischen Zentrum, auf Kosten der einst politisch autonomen Städte und der untertänigen Bauern. Neu
gegründete landesherrliche Institutionen begannen, überkommene Ständestrukturen Schritt für Schritt zu verdrängen. Die stark erweiterte kurbrandenburgische
Armee gewann eine zentrale und für den König machtsichernde Rolle.[5]

In den östlichen Gebieten des Königreichs hatte sich im 17. Jahrhundert die Gutsherrschaft des Landadels durchgesetzt, die aus ehemals freien Bauern Hörige
machte; die westlichen Provinzen waren davon nicht betroffen, auch weil dort andere Gewerbe dominierten. Die Besiedlungsdichte nahm zum Osten hin ab; die
größten Städte waren Berlin und Königsberg, die mit mehr als 10.000 Einwohnern auch zu den 30 größten Städten des Reichs gehörten.

Korruption, Pest, Hungersnot und höfische Prachtentfaltung

Der König regierte im Kabinett und es bildete sich durch das häufige indirekt agierende Regierungshandeln ein Günstlingssystem mit Seilschaften um den König.
Es gab über ihn hinaus weitere einflussreiche Amtsträger am Hofe, die die Regierung maßgeblich gestalteten. In den 1700er Jahren war es vor allem das Drei-
Grafen-Kabinett, das die eigentliche Staatspolitik Preußens bestimmte. Dadurch entstand ein erhebliches Maß an Korruption, die von den höchsten Staatsämtern
ausging. Die Staatsfinanzen wurden dadurch erheblich belastet.[6] Dies vollzog sich in einer Krisenzeit, als die Große Pest von 1708 bis 1714 das Königreich
Preußen heimsuchte, wo viele Tausend Menschen umkamen. Zusätzlich führte der Jahrtausendwinter von 1708/09 zu einer Hungersnot.

Friedrich I. konzentrierte sich auf eine aufwändige Hofhaltung nach


französischem Vorbild. Dies und die allgemeine staatliche Misswirtschaft
brachte den preußischen Feudalstaat an den Rand des finanziellen Ruins. Nur
durch Vermietung weiterer preußischer Soldaten an die Allianz im Spanischen
Erbfolgekrieg konnte der König die kostspieligen Aufwendungen für den
Prunk am Hof bestreiten. So erhielt Preußen während seiner Amtszeit 14
Millionen Taler an Subsidienzahlungen von den Alliierten. Der Staatshaushalt
betrug 1712 rund vier Millionen Taler, von denen allein 561.000 ausschließlich
der Hofhaltung zugeführt wurden. Die Einnahmen bestanden nur zum Teil aus
Das Berliner Stadtschloss erhielt um 1700
Steuern. Die Subsidienzahlungen der Alliierten hingen vom Kriegsverlauf ab,
einen großformatigen Umbau in eines der
bildeten also keine verlässlichen Einnahmen. In der Amtszeit Friedrichs I. fand
größten Barockschlösser Europas unter
ein bedeutender Anstieg der reinen Steuereinnahmen nicht statt.
Leitung von Andreas Schlüter
Trotzdem leistete sich der König eine aufwendige barocke Hofhaltung mit
dem Bau neuer Schlösser (Schloss Charlottenburg, Schloss Monbijou) und
Jagdhäuser im Umland von Berlin. Der, gegenüber anderen Fürstentümern,
wahrgenommene Zivilisationsrückstand des traditionellen Agrarstaats sollte
durch ein ambitioniertes höfisches Ausbauprogramm innerhalb weniger Jahre
aufgeholt werden. Das Kunstgewerbe wurde über vermehrte Aufträge
besonders gefördert. Erstmals in der Geschichte Brandenburg-Preußens
wirkten auch international bedeutende Künstler und Architekten wie Andreas
Schlüter zu dieser Zeit in Preußen. Der gesamte Hofstaat Friedrichs befand
sich fortwährend innerhalb der Berliner Residenzenlandschaft in Bewegung.
Bauprojekte und Infrastrukturmaßnahmen wurden angeschoben, wodurch die Modellansicht des Berliner Stadtschlosses
Mark Brandenburg von Berlin aus stärker eingebunden und erschlossen
wurde.[7] Ein glänzender Höhepunkt in dieser Zeit war das Dreikönigstreffen
1709 im Caputher Schloss. Hier konnte Friedrich I. die seit 1701 gestiegene Bedeutung des preußischen Staates darstellen. Durch die Einwanderung der
Hugenotten wenige Jahre zuvor gab es inzwischen hauptsächlich im Berliner Raum eine gebildete und wirtschaftlich aktive Bürgerschicht, die die Basis für die
sich nun vergrößernde gesellschaftliche Differenzierung bildete. Die Nachfrage des Berliner Hofstaats führte zur Gründung neuer Gewerbebranchen und
Manufakturen. Auch in die Landwirtschaft brachten die Hugenotten Innovationen ein, wie den Tabakanbau in der Uckermark. Auch die Residenz Berlin wurde
erheblich ausgebaut und durch Vorstädte (Friedrichstadt, Dorotheenstadt) erweitert. Die Zahl der Einwohner der preußischen Hauptstadt stieg beträchtlich.[8] Die
Gründung der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin aber auch die neu gegründete Universität Halle verbesserten das höhere
Bildungsangebot.
Innere Konsolidierung unter König Friedrich Wilhelm I. (1713–1740)

Ausbau der Armee, Kürzung der Kultur

Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I., war nicht


prunkliebend wie sein Vater, sondern vielmehr sparsam und
praktisch veranlagt. Folglich kürzte er, eben aus dem
Sterbezimmer des Vaters kommend, die Ausgaben für die
Hofhaltung und entließ nach der Beerdigung die meisten
Höflinge. Alles, was dem höfischen Luxus diente, wurde
entweder abgeschafft oder anderen Nutzungen zugeführt. Alle
Sparmaßnahmen des Königs zielten auf den Ausbau eines starken
stehenden Heeres, in dem der König die Grundlage seiner Macht Richard Knötel: Friedrich Wilhelm I.
Die territoriale Entwicklung Brandenburg-Preußens im im Lustgarten inspiziert das
18. Jahrhundert: Gebietszuwächse während der nach innen und außen sah. Von den jährlichen Staatseinnahmen
Potsdamer Infanterieregiment Lange
Herrschaft Friedrichs I. in violetter, Friedrich Wilhelms I. verwendete er 73 % für die laufenden Militärkosten, während Hof
Kerls
in roter, Friedrichs II. in grüner, Friedrich Wilhelms II. in und Verwaltung mit 14 % auskommen mussten. In seiner
blauer Darstellung. Amtszeit baute er die preußische Armee zu einer der
schlagkräftigsten Armeen in ganz Europa aus, was ihm den
Beinamen „der Soldatenkönig“ verschaffte. Angesichts der Größe der preußischen Armee im Verhältnis
zur Gesamtbevölkerung, 83.000 Soldaten zu 2,5 Millionen Einwohnern im Jahre 1740, schrieb Georg Heinrich von Berenhorst später: „Die preußische Monarchie
bleibt immer – nicht ein Land, das eine Armee, sondern eine Armee, die ein Land hat, in welchem sie gleichsam nur einquarti[e]rt steht.“[9]

Kurz nach Regierungsantritt endete der Spanische Erbfolgekrieg, in dem preußische Hilfstruppen gegen Subsidien jahrelang fernab des eigenen Territoriums
kämpften. Preußen hatte in dem Krieg keine selbständige Rolle gespielt; trotz dieser schwachen Position erhielt es aber in den Friedensverhandlungen die zuvor
eroberten Gebiete um Geldern, Neuchâtel und Lingen aus der oranischen Erbschaft zugesprochen. Der Friedensschluss von 1714 ermöglichte es dem König, sich
dem noch nicht beendeten nordeuropäischen Konflikt zuzuwenden. Zwei Jahre später führte er den mehrmonatigen Pommernfeldzug, der Preußens Besitz um
einen Teil von Schwedisch-Vorpommern einschließlich des Oderdeltas mit der wichtigen Hafenstadt Stettin vermehrte. Es folgte in Europa eine längere
Friedenszeit, die es Preußen ermöglichte, sich der inneren Entwicklung zu widmen.[10]

Friedrich Wilhelm gelang es in seiner Regierungszeit, die im Verhältnis zu seinen Ressourcen überdimensionierte Armee über Jahrzehnte hinweg zu finanzieren
und einsatzbereit zu halten. In der Folge von Massendesertionen kam es, zum Erhalt der Mannsollstärken, zu ausufernden Zwangswerbungen. Mit der Einführung
einer vor allem die niederen Stände betreffenden Wehrpflicht, dem Kantonsreglement, sowie einer effektiven Administration und der Einbindung aller
gesellschaftlichen Kräfte, auch des Adels, unter die Ziele des Königs gelang es, den preußischen Militärstaat zu festigen. Weitere außenpolitische Ziele wurden
dabei zunächst nicht verfolgt.[11]

Verwaltungsreformen, Manufakturen und Staatseinnahmen

Der von Kurfürst Friedrich Wilhelm begonnene Staatsumbau zugunsten der fürstlichen Macht und zulasten der Stände
und der autonomen Städte, wurde unter seinem Enkel König Friedrich Wilhelm I. im Wesentlichen bis 1740 vollendet.
Die Transformation des staatlichen Überbaus vollzog sich unter dem Einfluss des in Europa vorherrschenden
Absolutismus, der seinen Höhepunkt in Preußen zur Mitte des 18. Jahrhunderts erreichte. Insbesondere König Friedrich
Wilhelm I. und sein Sohn und Nachfolger Friedrich II. „regierten durch“ mittels Einzelverfügungen selbst in
Nebenangelegenheiten.[12] Daraus ergab sich in der älteren Geschichtsschreibung eine stark personalisierte Darstellung
der preußischen Geschichte, bis hin zu einer Legenden- und Mythenbildung, die sich um die großen preußischen
Herrscher dieser Epoche bildete.
Tabakskollegium Friedrich Wilhelms I. in
Mit der Gründung eines Generaldirektoriums wurde die zunächst rein fürstliche Verwaltung auf allgemeine Belange des Königs Wusterhausen, um 1737
Gemeinwesen ausgeweitet, wodurch eine einheitliche gesamtstaatliche Hierarchie mit eindeutigen Zuständigkeiten
entstand. Ständische Einflüsse des Adels wurden durch die patriarchische Herrschaftsführung Friedrich Wilhelms I.
zurückgedrängt.[13] Mit der auf die Person des Monarchen ausgerichteten Zentralverwaltung, die ein einheitliches königliches Beamtentum beinhaltete[14] und mit
dem forcierten Ausbau des stehenden Heeres wurden Institutionen geschaffen, die das geografisch weiterhin zersplitterte Land vereinten.[12]

Mit einem ausgedehnten Domänenbesitz und der Akzise war den Verwaltungsorganen eine weit über das fiskalische Interesse hinausgehende Sorge für die
Entwicklung der Landwirtschaft gegeben. Es folgte eine spezielle auf Ertragszuwächse ausgerichtete Reform der königlichen Domänenbewirtschaftung, deren
jährliche Erlöse sich zwischen 1714 mit 1,9 Millionen Talern und 1740 3,5 Millionen Talern fast verdoppelten.[15] Durch ein verbreitertes Besteuerungssystem mit
einer einheitlichen Grundsteuer, die Bauern- und Adelsgüter gleichermaßen umfasste, steigerten sich die Einnahmen. Eine merkantilistische Wirtschaftspolitik,[16]
die Förderung von Handel und Gewerbe sowie die Steuerreform halfen, die jährlichen Staatseinnahmen von 3,4 auf 7 Millionen Taler zu verdoppeln. Die
Maßnahmen insgesamt führten in der Zeit von 1713 bis 1740 zu einer Periode großen staatlichen Fortschritts.

Außenpolitik

Außenpolitisch agierte der König nicht immer glücklich. Seine spartanische Auffassung von Repräsentation wich von der
dominierenden französischen Kulturvorstellung erheblich ab. An den ausländischen Höfen war der preußische König als
Sergeant verschrien. Im höfischen Ränkespiel war die Meinung verbreitet, man könne den König „wie einen Tanzbären auf
dem diplomatischen Parkett herumführen“. Insgesamt gab sich der König zeitwährend „kaiserlich“ loyal. Dynastische
Bindungen bestanden zu Hannover, das wiederum mit Großbritannien dynastisch verbunden war. Der Konflikt mit dem
Thronfolger, 1730 in der versuchten Flucht Friedrichs II. gipfelnd, entwickelte sich zu einem diplomatischen Skandal. Mit
Sachsen führte Friedrich Wilhelm I. eine rege Diplomatie; abwechselnd in Konkurrenz und Kooperation zueinander
stehend, ergaben sich mehrere bedeutende Staatsbesuche, Handelsvereinbarungen oder auch das Zeithainer Lustlager. Mit
Russland wurden bedeutende Allianzverträge geschlossen, die sich vor allem gegen Polen richteten.
Gemälde vom Gegenbesuch
Augusts in Berlin 1729, das die
Hallescher Pietismus, Sozialdisziplinierung, Peuplierung preußische Königsfamilie zeigt

Mit abnehmendem Einfluss der evangelischen Kirche, übernahm der sich unter Friedrich Wilhelms I. aktivem Einwirken
ausformende Staat mit Hilfe eines ethischen Beamtentums immer mehr soziale Aufgaben, wozu Sozialreform, Armenfürsorge und Bildung gehörten. Der fromme
König förderte in seiner Regierungszeit den Halleschen Pietismus, der zur staatsbestimmenden geistigen Grundlage in Preußen wurde, womit nach der These des
Historikers Gerhard Oestreich eine Sozialdisziplinierung beziehungsweise „Fundamentaldisziplinierung“ erreicht werden
sollte.[17] Die mit den Mitteln eines im 18. Jahrhundert entwickelten, für Preußen charakteristischen Menschenbilds mit
ausgedehnten Prügelstrafen umgesetzte Sozialdisziplinierung verbreitete sich auch europaweit über staatliche
Reformprogramme. Die Formung der Bevölkerung war langfristiges Ziel einer staatlich gelenkten Wirtschaftspolitik und
des Aufbaus eines stehenden Heeres. Dank einer an Regeln, Normen, übergeordnete Standards und Pflichten gewöhnten
Bevölkerung, konnten gesellschaftliche Institutionen geschaffen werden, die weite Teile des Staates einschlossen.[18] Die
Universität Halle wurde zur wichtigsten Schule des aufgeklärten Beamtentums. Vernunft wie Glaube sollten Umsetzung in
das staatliche Handeln finden. Ein staatspolitischer „preußischer Stil“ entstand mit gewissen rechtlichen und sozialen Die bedeutendsten Gelehrten und
Gleichheitsvorstellungen. Neben dem „Recht der Gesetze“ berücksichtigte die Verwaltung in gewissem Umfang nun auch Pädagogen Preußens bis 1750:
das „Recht der Verhältnisse“, also die sozialpolitischen Auswirkungen des Rechts. Für die Erfüllung des Thomasius, Francke und Wolff
Ausgleichsgedankens wurden dabei auch Abstriche beim Recht in Kauf genommen.[19] Erste Ansätze einer Sozialpolitik
entstanden; einzelne Einrichtungen wie das Potsdamer Militärwaisenhaus oder die Franckeschen Stiftungen in Halle
wurden gegründet. Um die nötigen Fachkräfte zu gewinnen, führte man die allgemeine Schulpflicht ein und errichtete
volkswirtschaftliche Lehrstühle an preußischen Universitäten; sie waren die ersten ihrer Art in Europa. Gab es zu
Beginn der Regentschaft des Soldatenkönigs im Jahre 1717 erst 320 Dorfschulen so waren es im Jahre 1740 schon 1480
Schulen.

Im Zuge einer massiv betriebenen Peuplierungspolitik ließ er Menschen aus ganz Europa ansiedeln; so holte er mehr als
17.000 protestantische Salzburger Exulanten und andere Glaubensflüchtlinge ins dünn besiedelte Ostpreußen.

Als Friedrich Wilhelm I. 1740 starb, hinterließ er ein wirtschaftlich und finanziell gefestigtes Land. Er hatte Preußens
Fläche um 8000 km² auf 119.000 km² vergrößert, und es gilt als sein Verdienst, dass sich die Bevölkerungszahl, die
1688 noch 1,5 Mio. Einwohner betragen hatte, bis 1740 auf 2,4 Mio. erhöhte. Eine Schattenseite seiner Amtszeit war Konstantin Cretius: Empfang der
allerdings die starke Militarisierung des Lebens in Preußen.[20] Salzburger Protestanten durch König
Friedrich Wilhelm I. in Berlin am
Leipziger Tor am 30. April 1732,
Aufstieg zur europäischen Großmacht unter König Friedrich II. (1740–1786) Ölgemälde um 1860

Schlesische Kriege

Am 31. Mai 1740 bestieg sein Sohn Friedrich II. – später auch „Friedrich der Große“ genannt – den Thron.[21] Anders als
sein Vater, dachte er daran das aufgebaute militärische und finanzielle Potential zur eigenen Machtausdehnung einzusetzen.
Zwar war der König als Kronprinz der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, doch die pazifistisch anmutende
Grundhaltung wirkte sich nicht spürbar auf sein Regierungshandeln aus. Noch in seinem ersten Regierungsjahr ließ er die
preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. Dabei setzte sich
Preußen gegen seinen südlichen Nachbarn, das Kurfürstentum Sachsen durch, das ebenso Ansprüche auf Schlesien
angemeldet hatte, wodurch die beiderseitigen Beziehungen nachhaltig belastet wurden. Der Erwerb Schlesiens stärkte die
kriegswirtschaftliche Infrastruktur Preußens erheblich. In den drei Schlesischen Kriegen (1740–1763) gelang es ihm, die Seydlitz Kavallerieattacke in der
Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763), sogar gegen eine Koalition Schlacht bei Roßbach 1757. Die
aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des Schlacht brachte im Nachgang
publizistisch einen bedeutenden
preußisch-österreichischen Dualismus im Reich. Bereits 1744 war die Grafschaft Ostfriesland, mit der seit 1683
Anerkennungsschub für Preußen im
Handelsbeziehungen bestanden, nach Aussterben des dortigen Fürstengeschlechts der Cirksena, an Preußen gefallen.
Reich.

Aufgeklärter Absolutismus, Gesellschaftspolitische Reformen

Mit Friedrich II. begann das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus. Dies äußerte sich in Reformen und Maßnahmen, mit
denen der König den staatlichen Einfluss auf nahezu alle Bereiche ausdehnte.[22] Die Folter wurde abgeschafft und die
Zensur gelockert. Mit der Begründung des allgemeinen preußischen Landrechts und der Gewährung völliger
Glaubensfreiheit lockte er weitere Exulanten ins Land. Nach seiner Auffassung sollte in Preußen „jeder nach seiner Façon
selig werden“. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang auch sein Ausspruch: „Alle Religionen seindt gleich und gut,
wan nuhr die leute, so sie profesieren, Ehrlige leute seindt, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land
pöplieren, so wollten wir sie Mosqueen und Kirchen bauen lassen“. In den späten Jahren seiner bis 1786 währenden
Herrschaft förderte Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates“ verstand,[23] besonders die Landesentwicklung.
Die Peuplierung der dünn besiedelten Gebiete östlich der Elbe, so etwa des Oderbruchs, stand auf seiner politischen
Agenda an vorderster Stelle.

Die Friedrichs aufgeklärter Staatsauffassung folgenden Maßnahmen führten zu verbesserter Rechtsstaatlichkeit. Obwohl
die Rechtspflege zu seinen Hoheitsrechten als absoluter Herrscher gehörte, verzichtete Friedrich II. für mehr Gerechtigkeit
weitgehend darauf. 1781 führte Friedrich eine Gesetzgebungskommission ein, die seine erlassenen Gesetze gutachterlich
bewerten sollte. Er hob damit Rechtsprechung und Gesetzgebung aus seiner rein subjektiven Machtsphäre heraus, ohne Adolph von Menzel: König Friedrichs
seine fürstlichen Hoheitsrechte verfassungsrechtlich zu beschränken. In dem Bestreben, die bis dahin gültige religiös- II. Tafelrunde in Sanssouci mit
patriarchalische Staatsauffassung (Gottesgnadentum, Gott mit uns) zugunsten eines rationaleren Staatswesens zu Voltaire (links) und den führenden
Köpfen der Berliner Akademie,
verdrängen, das auf einem immateriellen Gesellschafts- und Unterwerfungsvertrag (Leviathan (Thomas Hobbes)) beruhte,
Ölgemälde von 1850
entschied sich Friedrich für die Wohlfahrt der Gesellschaft und gegen ordnungspolitische Willkür. Er verkörperte nicht
mehr den Staat, sondern war selbst nur eine Institution im Dienste des Staates; die Staatsdiener hatten das Recht und die
Sicherheit innerhalb der staatlichen Gemeinschaft zu bewahren.[24]

Der Wille des Königs wurde dennoch weiterhin durch Dekrete, Ordern, geheime Dienstinstruktionen, Verordnungen oder Patente autokratisch durchgesetzt. Der
Verwaltung mangelte es an rechtlicher und formaler Systematik, mit der Folge häufiger Umorganisation, Kompetenzstreitigkeiten sowie Ziellosigkeit des
behördlichen Handelns. Der König konterkarierte deren Arbeit, indem er über sie hinweg entschied, die Verwaltung reagierte mit geschönten und verfälschten
Berichten. Die schwerfällige Staatsverwaltung um 1750 ermöglichte dennoch eine relativ dichte Herrschaftsintensität. Ein modernes Berufsbeamtentum, das nach
dem Ressortprinzip arbeitete, war noch nicht vorhanden; zur Verbesserung wurde deshalb für die Rekrutierung von höheren Staatsdienern und Beamten ein
erfolgreich absolviertes Universitätsstudium als Voraussetzung eingeführt.[25] Mit zunehmendem Alter fiel es dem König immer schwerer, die Fäden in der Hand
zu behalten und die Bürokratie entwickelte zunehmend Eigeninteressen, womit der persönlich aufgeklärte Absolutismus Friedrichs in einen bürokratischen
Staatsabsolutismus überging.[26]
Friedrich II. ordnete alles politische Handeln der Staatsräson unter. Das führte zu einem Staatszentrismus, der
Opferbereitschaft und Unterordnung jedes Einwohners als folgsamer Untertan vorsah («Hunde, wollt ihr ewig leben»). Die
Gesellschaft als aktive politische Größe sah Friedrich II. nicht vor, Gesellschaft und Wirtschaft blieben seinem
Herrschaftsanspruch unterworfen.[27] Bis 1806 dominierte der Adel die Leitungsstellen der Verwaltung und des Militärs,
Bürgerlichen war der Zugang zur höheren Ministerialbürokratie und zum höheren Militärdienst verschlossen. Trotzdem
entfaltete sich mit königlicher Protektion in den Gewerbe- und Handelszentren ein Wirtschaftsbürgertum.[28] Die feudale
Standesordnung zu erhalten, war Ziel der Sozialpolitik Friedrichs II. womit er eine soziale Mobilität verhinderte.[29] Der
Erhalt des politischen und sozialen Status quo wurde zum traditionellen Grundpfeiler der preußischen Innenpolitik. Indem
alle sozialen Schichten innerhalb der ihnen vom Staat zugewiesenen Schranken verblieben, nutzten sie dem Staat und
seiner Armee im Sinn einer expansiven Außenpolitik. Finanzpolitisch blieben Einnahmesteigerung und Begrenzung der
Ausgaben zum Erhalt der hohen Wehrhaftigkeit ein fortwährendes staatspolitisches Ziel mit hoher Priorität; die
Wirtschaftspolitik war der Finanzpolitik und der Verteidigungspolitik untergeordnet.[30]

Retablissement, Bayerischer Erbfolgekrieg, Fürstenbund und Erste Polnische Teilung


Georg Schöbel: Friedrich der Grosse
Nach den hohen Kriegsverlusten Preußens, Schätzungen gehen für den Siebenjährigen Krieg von 360.000 Zivilisten und
und Voltaire in der Galerie des
180.000 gefallenen Soldaten aus,[31][32] widmete sich Friedrich II. nach 1763 dem Wiederaufbau des Landes im Rahmen Schlosses Sanssouci, 1740er Jahre
eines Gesamtplans, der als langfristiges Ziel die Hebung der Volksbildung, die Verbesserung der Lage der Bauern und die
Schaffung von Manufakturen vorsah. Dazu bediente er sich
merkantilistischer Methoden mit staatlichen Subventionen für
Unternehmungen sowie Aus- und Einfuhrverboten weiteren
Maßnahmen zur Marktregulierung. Gegen große innere Widerstände
führte er die französische Regie ein und verpachtete die Akzise an
Marcus Antonius de la Haye de Launay. Den polnischen
Getreidehandel auf der Weichsel beschränkte er 1772 durch einen
ungleichen Handelsvertrag. Ein Münzdekret mit Währungsabwertung
um 33 bis 50 Prozent brachte dem Staat 1764 Erleichterung bei den
Robert Warthmüller: Der König Staatsfinanzen. Die Hungerjahre von 1771 und 1772 gingen damit an
überall, Ölgemälde von 1886. – Preußen vorbei. Mit Sachsen und Österreich lieferte sich Preußen
König Friedrich II. begutachtet den Blick vom Schlossplatz in die Königstraße, Das
Handelskriege.[33] Hunderte neue Kolonistendörfer entstanden in stets präsente preußische Militär exerziert auf dem
Kartoffelanbau in Preußen. Die
Flussniederungen auf zuvor trocken gelegten Sumpfgebieten Platz, 1788, Stadtmuseum Berlin, Gemälde Öl auf
Weichzeichnung zeigt Friedrich als
den „guten Landesvater“, der sich
(Friederidzianische Kolonisation). Leinwand von Carl Traugott Fechhelm
aufopfernd um das Wohl seiner
Bauern, volksnah kümmert.
Die preußische Außenpolitik blieb auch nach
1763 vom instabilen europäischen
Mächtesystem geprägt. Krisen drohten sich zu
kontinentalen Krisen auszuweiten, doch waren Preußen aber auch Österreich und
Frankreich nach 1763 zu erschöpft für neue Waffengänge. Der Antagonismus zwischen
Österreich und Preußen setzte sich fort, zugespitzt im Bayerischen Erbfolgekrieg. Die
preußische Politik eigener staatlicher Souveränität gegenüber dem Reich blieb
bestimmend.[34] Mit der Gründung des Fürstenbunds gerierte sich Friedrich II.
zeitweise als Beschützer des Reichs. Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb
Friedrich die Teilung Polens. Bei der ersten Teilung 1772 fielen Polnisch-Preußen, der
Netzedistrikt und das Fürstbistum Ermland an Brandenburg-Preußen. Die für Friedrich
II. wichtige Landverbindung zwischen Pommern und dem außerhalb des Reichsgebiets
liegenden Königreich Preußen war damit hergestellt. Nun befanden sich „beide
Preußen“ in seinem Besitz und er konnte sich „König von Preußen“ nennen. Blick vom Klausberg auf das Neue Palais.
Verwaltungstechnisch bestand dieses Königreich aus den Provinzen Westpreußen und Das Bild zeigt die Ankunft einer Gesellschaft am Neuen Palais im Juli 1775.
Ostpreußen sowie dem Netzedistrikt. Die sechsspännigen Kutschen sind am Schloss Sanssouci vorbeigefahren
und fahren weiter zum Neuen Palais. In den beiden 6-spännigen Kutschen
Der König vergrößerte sein Territorium während seiner Herrschaft um 76.000 km² auf sitzen verschiedene württembergische und hessische Prinzen und
195.000 km² (1786). Während dieser Zeit wuchs die Bevölkerungszahl Preußens von Prinzessinnen. Auf einem Schimmel ist der König Friedrich II. zu erkennen.
etwa 2,4 Millionen auf 5,629 Millionen Einwohner, trotz des Verlustes von etwa Hintergrund: Friedrich hatte viele Geschwister und hatte dadurch auch viele
500.000 Menschen während des Siebenjährigen Krieges. Die Zahl der Einwanderer angeheiratete Verwandte, mit deren Kindern und Enkelkindern er als Onkel in
nach Preußen in der Zeit von 1740 bis 1786 wird auf 284.500 geschätzt.[35] Trotz abgestuften Graden verwandt war, und die über ganz Europa verstreut
zeitweiliger Zerrüttung der Wirtschaft durch die langandauernden Kriege in seiner lebten. Sie leisteten Dienst in seiner Armee und sie kamen auch zu ihrem
Herrschaftszeit stiegen die Staatseinnahmen von 7 Millionen Taler im Jahr 1740 auf 20 königlichen Verwandten nach Berlin und Potsdam zu Besuch. Einmal im Jahr
Millionen im Jahr 1786. Friedrich der Große starb am 17. August 1786 im Schloss lud Friedrich alle diese Verwandten für drei Wochen zu sich nach Potsdam
Sanssouci. ein – in das Neue Palais.

Hybris und Nemesis (1786–1807)

Auswirkungen der Französischen Revolution

Mit dem Tod Friedrichs II. endete die Phase der preußischen Monarchie, in der der König als politischer Akteur
selbständig eigene programmatische Ziele aufstellen, in Maßnahmenpaketen definieren und anordnen konnte. Der stetig
auf Inspektionsreisen befindliche Friedrich II. versuchte noch mit seinem ausgeprägten Dienstethos die zunehmenden
Aufgaben zu bewältigen, woraus sich die Legende vom „König überall“ bildete. Der Staatsapparat war aber inzwischen
auf eine Größe angewachsen, die es ihm nicht mehr ermöglichte, die politischen Geschäfte selbst nur der obersten Berlin vom Tempelhofer Berg aus
Staatsebene zu überblicken und zu kontrollieren. Spätestens um 1800 war das Königreich schon zu groß geworden und die gesehen Johann Friedrich Fechhelm
Gesellschaftsentwicklung zu weit fortgeschritten. Seine Nachfolger beschränkten sich im Regierungsgeschäft auf einen 1781, Die Stadt entwickelte sich zu
weniger zeitintensiven Herrschaftsstil. Der stetig vergrößerte Unterbau der Staatsadministration übernahm nun die dieser Zeit zur zweitgrößten Stadt
Problemdefinition und die Lösungserarbeitung, die der König als höchste Instanz nur noch bewilligen musste. des Heiligen Römischen Reichs.
1786 wurde Friedrichs Neffe, Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) neuer preußischer König. Aufgrund seiner mangelnden Fähigkeiten geriet das monarchische
System in eine Schieflage und es etablierte sich ein Hofstaat mit Mätressen und Günstlingen.[36] Seine berühmteste Mätresse war Wilhelmine Enke, die er mit
dem Titel einer Gräfin Lichtenau adelte. Berlin wuchs in den 1790er Jahren zu einer ansehnlichen Residenzstadt heran. Im Jahr 1791 wurde das Brandenburger
Tor vom Architekten Carl Gotthard Langhans fertiggestellt. Andere klassizistische Bauten folgten.

Die Aufklärungsbewegung unter Friedrich II. hatte zu einer stetig größer werdenden Gesellschaft mündiger, selbstbewusster und eigenständiger Individuen
geführt, deren politisches Sendungsbewusstsein sich in Mitbestimmungsforderungen und kritischen Debatten in den vorhandenen Medien und öffentlichen Zirkeln
widerspiegelte. Der Sturz der absoluten Monarchie in Frankreich führte bei den deutschen Fürsten zu Ängsten, dass sich die Ideen der französischen Revolution
auch in ihren eigenen Ländern mit Hilfe des aufgeklärten Bürgertums ausbreiten könnten. Friedrich Wilhelm II. stand daher schon früh unter dem Einfluss
gegenaufklärerischer Bestrebungen, vertreten von Johann Christoph Wöllner und Johann Rudolf von Bischoffwerder. Die aufklärerische Berliner
Mittwochsgesellschaft musste deshalb im Geheimen tagen; Mitglieder waren unter anderem die Verfasser des Allgemeinen Landrechts Carl Gottlieb Svarez und
Ernst Ferdinand Klein, die Herausgeber der Berlinischen Monatsschrift Gedike und Biester, der Verleger Friedrich Nicolai und als Ehrenmitglied Moses
Mendelssohn. Allerdings wurden Personen, die sich revolutionär und abfällig über die preußische Regierung äußerten, seit 1790 entweder für mehrere Wochen
festgesetzt und auch ausgewiesen, andere emigrierten freiwillig. Im Jahre 1794 wurde das bereits unter Friedrich II. begonnene Allgemeine Landrecht für die
Preußischen Staaten eingeführt. Das umfassende Gesetzeswerk verlor während der Herrschaft Friedrich Wilhelms II. zwar seinen aufgeklärten Charakter, stellte
aber dennoch eine allgemeingültige Rechtsgrundlage für alle preußischen Provinzen dar.[37]

Teilungen Polens, Beendigung des Dualismus mit Österreich, Frieden mit Frankreich

Die Teilungspolitik gegenüber Polen wurde von Friedrich Wilhelm II. sowie von Russland und Österreich fortgesetzt. Bei der zweiten und der dritten Teilung
Polens (1793 und 1795) sicherte sich Preußen weitere Gebiete bis nach Warschau. Durch diese Gebietszuwächse vergrößerte sich auch die Bevölkerung um 2,5
Millionen Polen und man stand vor der schwierigen Aufgabe, diese in den Staat zu integrieren. Ob dies letztendlich gelungen wäre, lässt sich nicht abschließend
sagen, da die Gebiete der beiden letzten Teilungen Polens zunächst unter der Herrschaft Napoléons für Preußen wieder verloren gingen.

Preußen war außenpolitisch vor allem daran interessiert, die


Stärke und den Einfluss Österreichs in Deutschland zu verringern.
In den 1780er Jahren hatten sich die Spannungen zwischen den
beiden Großmächten erheblich verschärft. So unterstützte Preußen
Revolten gegen die österreichische Herrschaft in Belgien und
Ungarn. Dies veranlasste den Kaiser und österreichischen König
Leopold II. sich Preußen während der Zeit der Französischen
Revolution anzunähern. Mit der Konvention von Reichenbach
vom 27. Juli 1790 war die Ära des erbitterten preußisch- Anzeichen von Hybris vor dem Fall,
österreichischen Dualismus, die seit 1740 die Politik des Heiligen preußische Offiziere schärfen ihre
Gebietsverluste (violett, grün) und -gewinne (rot, gelb)
des preußischen Staates in der Zeit des Untergangs des
Römischen Reichs geprägt hatte, vorbei. Beide Mächte verfolgten Säbel vor der französischen
Heiligen Römischen Reichs bis 1806. Infolge der fortan ihre Interessen gemeinsam.[38] Ein erstes Zusammentreffen Botschaft in Berlin
Verluste durch den Frieden von Tilsit 1807 verblieb das zwischen Leopold II. und Friedrich Wilhelm II. am 27. August
braun dargestellte Territorium bei Preußen. 1791 mündete auf Einwirken des Grafen von Artois, des späteren
französischen Königs Karl X., in der Pillnitzer Deklaration. Darin erklärten sie ihre Solidarität mit dem
französischen Königtum und drohten mit militärischen Aktionen, allerdings unter dem Vorbehalt, dass die
anderen europäischen Mächte einem solchen Schritt zustimmen würden. Weitergehend wurde am 7. Februar 1792 ein Verteidigungsbündnis, der Berliner Vertrag,
zwischen Österreich und Preußen geschlossen. Das revolutionäre Frankreich erklärte daraufhin am 20. April 1792 Österreich und somit auch Preußen den Krieg.
Der Vormarsch des preußisch-österreichischen Heeres kam am 20. September 1792 nach der erfolglosen Kanonade von Valmy zum Erliegen, so dass französische
Truppen wiederum bis in das Rheinland vorstoßen konnten. In diesem kräfteverzehrenden ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich suchte Preußen schließlich den
Ausgleich. Die beiden Mächte einigten sich im preußisch-französischen Sonderfrieden von Basel von 1795. Preußen erkannte die linksrheinischen Eroberungen
Frankreichs an und erzielte eine bis nach Franken reichende norddeutsche Neutralitätszone. Damit durchzog Deutschland eine Demarkationslinie, die die
Einflusszonen der drei Großmächte Frankreich, Österreich und Preußen definierte und zum Frieden im deutschen Norden führte, während der Süden Deutschlands
Kriegsschauplatz blieb.

Norddeutsche Neutralitätszone, Auflösung des Heiligen Römischen Reichs

Der preußische Alleingang bewirkte, dass die anderen europäischen Mächte dem preußischen König misstrauten, so dass er in den Folgejahren isoliert war. Mit
seinem einseitigen Ausscheren aus der Kriegskoalition zeigte Preußen seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des Reiches.[39] Österreich, alleine zu
schwach, gab ebenfalls auf und räumte damit das Ende der preußisch-österreichischen Großmachtpolitik in Europa ein. Während die Reichspublizistik Preußen für
den ungezwungenen Frieden mit Frankreich scharf verurteilte, blieben die anderen Reichsstände zurückhaltend. Mit den Berliner Verträgen vom 5. August 1796
kam Preußen in den Besitz der Bistümer Münster, Würzburg und Bamberg. Für den Norden bildete der Hildesheimer Kongress eine Art Gegenreichstag;
Zahlungen der norddeutschen Reichsstände gingen nun nicht mehr an den Kaiser, sondern an die preußische Kasse. Die Umgestaltung des europäischen
Staatensystems vollendete Frankreich mit der geschäftsmäßigen Liquidation des Kaiserreichs.[40] Am 16. November 1797 starb Friedrich Wilhelm II., sein Sohn
Friedrich Wilhelm III. (1797–1840) wurde sein Nachfolger. Dem persönlichen Charakter des neuen Königs entsprechend, wurde die preußische Staatsführung im
Inneren wie nach außen schwankender, bedächtiger und hinhaltender. Der König herrschte zwar um 1800 formell noch immer absolut, doch hatte die
Staatsverwaltung in vielen Bereichen die politische Initiative übernommen, während der König nur reagierte, ohne programmatisch aktiv und gestaltend wirken zu
können.[41]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss konnte Preußen 1802/1803 die im Frieden von Basel beschlossenen erheblichen Zugewinne an Land und Menschen
realisieren und verleibte sich mit der Säkularisation die vormals geistlichen Herrschaftsgebiete des Hochstifts Hildesheim, des Hochstifts Paderborn (Fürstentum
Paderborn), des Hochstifts Münster (Erbfürstentum Münster), die Reichsstifte Quedlinburg, Elten, Essen, Werden und Cappenberg sowie kurmainzische
Besitzungen in Thüringen ein; außerdem erhielt es die vormaligen Reichsstädte Mühlhausen, Nordhausen und Goslar.

Der Beginn des 19. Jahrhunderts vollendete eine über hundert Jahre anhaltende Wachstums- und Expansionsphase. Als ursprüngliche europäische Mittelmacht,
hatte Preußen bis 1800 zu den vorderen Rängen aufgeschlossen. Unter den fünf Großmächten des zur damaligen Zeit wirtschaftlich, gesellschaftlich,
technologisch und militärisch fortschrittlichsten Kontinents, war Preußen aber immer noch die mit Abstand kleinste, bezogen auf seine Wirtschaftskraft, seine
Bevölkerungsdichte und selbst hinsichtlich seiner Armee von 240.000 Mann. Seine politische Reputation zehrte um 1800 vor allem von symbolischen Faktoren
aus den vergangenen Ruhmeszeiten der Schlesischen Kriege. Dies führte unter den damaligen nationalen Konkurrenten zu Fehlwahrnehmungen bezüglich ihrer
realen eigenen Kräfte.
Statistischer Kennzahlenvergleich der größten europäischen Staaten 1804[42]
Rang Fläche Einwohner Staatseinkommen Staatseinkommen
Staat Einwohner Armeegröße
nach EW in km² je km² in Gulden in Gulden pro Kopf
1 (europäisches) Russisches Kaiserreich 36.385.000 4.356.336 8,4 510.000 110.000.000 25
2 Erstes Kaiserreich 32.359.000 642.365 50,4 600.949 252.300.000 393
3 Kaisertum Österreich 25.588.000 670.513 38,2 356.000 120.000.000 179
4 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 15.024.000 315.093 47,7 200.000 260.000.000 825
5 (europäisches) Osmanisches Reich 11.040.000 670.208 16,5 100.000 54.000.000 81
6 Spanien 10.730.000 506.996 21,2 76.000 75.000.000 148
7 Königreich Preußen 9.851.000 316.287 31,1 240.000 60.000.000 190
Europa 182.599.000 9.598.225 19,0 2.549.686 1.173.730.000 122

Vierter Koalitionskrieg mit Frankreich

Preußens wankelmütige Neutralitätspolitik bewirkte vor allem in Frankreich seine politische Abwertung. In den zeitgenössischen Analysen, Diskursen und
Berichten forderten französische Stimmen von Preußen, auf Ansprüche zu verzichten, «die nur dem Genie des großen Friedrich für dreißig Jahre zu verdanken
gewesen wären, die aber nicht mit der Stärke der anderen Mächte übereinstimmten» (Conrad Malte-Brun, 1803). Stattdessen sollte es sich Frankreich, ebenso wie
die anderen deutschen Staaten, als Verbündeter unterwerfen, ohne eine Sonderstellung zu erwarten.[43]

Die Überlegenheit der französischen Armee stellte eine neuartige und existenzielle Bedrohung dar. Napoleon I. war auch
nicht gewillt, die französische Expansion zu begrenzen, und ließ deshalb internationale Verträge und Abkommen
unbeachtet. Dadurch stand die preußische Regierung vor einer Zerreißprobe. 1806 beging Preußen nach etlichen
Provokationen den folgenschweren Fehler, sich mit Frankreich militärisch zu messen, ohne sich vorher der Unterstützung
der anderen Großmächte zu versichern.[44] In der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlitt das Königreich eine vernichtende
Niederlage gegen die Truppen Napoleons. König Friedrich Wilhelm III. und seine Familie mussten vorübergehend nach
Memel fliehen, und für Preußen begann die sogenannte „Franzosenzeit“. Im Frieden von Tilsit gab es 1807 etwa die Hälfte
seines Staatsgebietes, darunter alle Gebiete westlich der Elbe sowie die Landgewinne aus der zweiten und dritten Teilung
Polens ab, die nun an das neue, von Napoléon etablierte Herzogtum Warschau fielen.
Napoleons Einzug in Berlin durch
Staatsreformen und Befreiungskriege (1807–1815) das Brandenburger Tor, 1806

Die Staatslehre Christian Wolffs (Wolffianismus) wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts von Immanuel Kant in seinen
staatstheoretischen Entwürfen weiterentwickelt; für ein gutes Zusammenleben der Menschen des Staates sollte Grundlage
allen Rechts die Freiheit des Einzelnen sein. Damit stützte er sich auf Ideen von Adam Smith, Rousseau und Montesquieu und
besonders auf die Idee der Gewaltenteilung und des Volonté générale. Die Erfahrung der Amerikanischen und der
Französischen Revolution beförderte Ideale, die mit den vorhandenen politischen Bedingungen einer beharrenden absoluten
Monarchie inkompatibel waren. Der Reformbedarf war nach dem Tod Friedrichs II. zwar groß, doch blieben die
Reformansätze zunächst zaghaft und begrenzt.[45] Für die Verwirklichung späterer Reformen waren diese Ideen maßgeblich,
doch war dafür zuerst ein Totalabsturz des bestehenden politischen Systems notwendig.[46]
Kant und seine Tischgenossen,
Gemälde von Emil Doerstling
Preußen musste 1807 die französische Besatzung erdulden, die fremden Truppen versorgen und große
(1892/93). Preußische
Kontributionszahlungen an Frankreich leisten. Diese einschränkenden Friedensbedingungen bewirkten wiederum seine Philosophen wie Wolff, Kant und
staatspolitische Erneuerung mit dem Ziel, die Grundlagen für den Befreiungskampf zu bereiten. Mit den Stein- später Hegel belebten den
Hardenbergschen Reformen unter Leitung von Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Hardenberg wurde das Bildungswesen staatspolitischen Diskurs und
neu gestaltet,[47] die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben und 1808 die Selbstverwaltung der Städte sowie 1810 die lieferten die Grundlage für
Gewerbefreiheit eingeführt. Die Heeresreform wurde 1813 mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gesellschaftliche Reformen.
abgeschlossen.[48]

Nach der Niederlage der „Grande Armee“ in Russland wurde am 30. Dezember 1812 bei Tauroggen der Waffenstillstand
von dem preußischen Generalleutnant Graf Yorck und für das Russische Kaiserreich von General Hans von Diebitsch
unterzeichnet. In der Konvention von Tauroggen, die York zunächst in Eigeninitiative ohne Mitwirkung des Königs
vereinbarte, wurde beschlossen, die preußischen Truppen aus der Allianz mit der französischen Armee herauszulösen; das
war der Beginn des Aufstands gegen die französische Fremdherrschaft. Bereits Anfang Februar 1813 war die gesamte
Provinz Ostpreußen dem Zugriff des preußischen Königs entzogen, die Autorität übte der Freiherr vom Stein als
Bevollmächtigter der russischen Regierung aus. In dieser Lage ging auch die Berliner Regierung langsam auf Distanz zum
französischen Bündnispartner. Mitte Februar hatte sich die aufrührerische Stimmung bereits über die Oder bis in die
Neumark ausgeweitet und es gab erste Anzeichen einer Revolution. Berater des Königs verdeutlichten ihm, dass der Krieg
gegen Frankreich mit ihm an der Spitze oder notfalls auch ohne ihn stattfinden werde. Nach einer Phase der
Unentschlossenheit beschloss der König schließlich Ende Februar mit Russland zusammenzugehen; der Vertrag von
Kalisch wurde als ein antinapoleonisches Bündnis geschlossen und Absprachen über den zukünftigen Besitz von
Territorien der Nachbarländer getroffen.[49]

Als der König am 17. März 1813 mit der Parole „An Mein Volk“ zum Befreiungskampf aufrief, standen aufgrund der
allgemeinen Wehrpflicht 300.000 preußische Soldaten (6 Prozent der Gesamtbevölkerung) bereit. Preußen wurde erneut
zum Kriegsgebiet. Die Hauptkämpfe entlang der preußisch-sächsischen Grenzzone endeten für Preußen und seine Beginn des Aufrufs An Mein Volk
Alliierten mit dem Sieg über die Reste der französischen Truppen. Nach der entscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig,
bei der 16.033 Preußen getötet oder verwundet wurden, war das Ende der Vorherrschaft Napoleons über Deutschland in
greifbare Nähe gerückt. Mit dem Herbstfeldzug 1813 und dem Winterfeldzug 1814 wurden Napoleons Truppen weiter entscheidend geschwächt. Preußen sah sich
nach der demütigenden Niederlage von 1807 rehabilitiert und wieder auf einer Stufe mit dem Kaisertum Österreich.[50] Unter dem Marschall Blücher gelang den
preußischen Truppen gemeinsam mit ihren Alliierten in der Schlacht von Waterloo 1815 der endgültige Sieg über Napoleon.
Restauration und Reaktion, Vormärz und Märzrevolution (1815–1848)

Wiener Kongress, Metternichsches System, Deutscher Bund

Nach dem Ende des Revolutionszeitalters setzten unter den Siegergroßmächten die Verhandlungen einer stabilen
Nachkriegsordnung in Europa ein, die zu einer konservativen Wende und der Etablierung des Metternichschen Systems
führte. Mit der Heiligen Allianz, die Friedrich Wilhelm III. gemeinsam mit dem Kaiser von Russland und dem Kaiser von
Österreich ins Leben rief, sollten die Demokratiebestrebungen in ganz Europa unterdrückt und das absolute monarchische
System wiederhergestellt werden. Die Rückkehr der Quadriga des
Brandenburger Tores 1814
Beim Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen einen Teil seines alten Staatsgebietes zurück. Neu hinzu kamen Schwedisch-
Pommern, der nördliche Teil des Königreichs Sachsen, die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz. Preußen erhielt zwar
die zuvor polnische Provinz Posen zurück, nicht jedoch die Gebiete der zweiten und der dritten polnischen Teilung, die an
Russland gingen. Preußen bestand seitdem aus zwei großen, aber räumlich getrennten Länderblöcken in Ost- und
Westdeutschland. Die neugewonnenen Provinzen besaßen tradierte Raumstrukturen und Bindungen, die nun wegfielen.
Der Begriff Musspreuße bezeichnet den schwierigen und emotional belastenden Übergang der damaligen Bewohner in den
neuen Staat. Die Bevölkerung vornehmlich der Rheinprovinz brachte mit ihrer großen und selbstbewussten städtischen
Mittelschicht eine konstante Unruhe in das Königreich.[51]

Machtpolitisch konnte sich Preußen auf dem Wiener Kongress nicht durchsetzen; die zukünftige Gestaltung der deutschen
Staaten konnte es nicht entscheidend beeinflussen und Sachsen blieb als Staat erhalten. Die preußische Delegation
wünschte sich ein Deutschland mit starken und zentralen Regierungsfunktionen unter eigener Führung. In der Schlussakte
am 8. Juni 1815 zur Deutschen Bundesakte setzte sich aber die österreichische Konzeption durch.[52] Damit wurde
Das Gebiet Preußens nach dem
Preußen Mitglied des Deutschen Bundes, eines losen Verbandes der deutschen Staaten unter österreichischer Führung, der
Wiener Kongress 1815 (dunkelblau)
von 1815 bis 1866 existierte. Zwar hatte Preußen damit formell keine Machtbefugnis über Norddeutschland doch es blieb
genügend Spielraum, um eine begrenzte de-facto Hegemonialstellung auszuüben.[53]

Die neue, auf Defensive setzende außenpolitische Ordnung in Europa führte zu einem Aufleben des Festungsbaus. In den
neuen Provinzen im Westen entstanden in Koblenz, Köln und Minden mächtige Festungen, gebaut nach der
neupreußischen Befestigungsmanier. Preußen blieb nach 1815 von den europäischen Großmächten mit Abstand die
Kleinste. Aufgrund seines begrenzten außenpolitischen Spielraums war Preußen streng genommen weder Großmacht, noch
gehörte es zu den Kleinstaaten, sondern es lag zwischen diesen beiden Ebenen.[54] Für Preußen begann damit eine lange
Phase außenpolitischer Passivität während der es versuchte, sich aus allen Konflikten herauszuhalten und sich möglichst
mit allen Mächten gut zu stellen. Einem Konflikt mit Österreich wich Preußen aus. Auch zu Russland unterhielt es
weitgehend gute Beziehungen, indem es die russische Hegemonie über größere Teile Europas akzeptierte.[55]
Russisch-preußische Revue von
Konservative Wende Kalisch 1835

Mit dem Mord am Theaterdichter und russischen Gesandten August von Kotzebue in Mannheim durch den Studenten Karl
Ludwig Sand zeigte sich die Radikalität der nationalen Einigungsbewegungen.[56] Mit den Karlsbader Beschlüssen vom August 1819 wurden schärfere Zensur-
und Überwachungsmaßnahmen erlassen, die am 20. September 1819 vom Bundestag in Frankfurt am Main einstimmig gebilligt wurden. Die konservativen
Ratgeber um den Hugenotten Jean Pierre Frédéric Ancillon, die während der französischen Besatzung Einfluss auf den König Friedrich Wilhelm III. gewonnen
hatten, veranlassten eine als Demagogenverfolgung bezeichnete Verhaftungswelle.[57] Die königliche Kabinettsregierung, vornehmlich aus dem Trio Sophie Marie
von Voß, Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein und Ancillon bestehend, widersetzte sich dem Kanzler Hardenberg, von dem der König abhängig geworden
war.[58] Intrigen und ein insgesamt konservativeres politisches Klima in Europa führte zu einer konservativen Wende. Eine vergiftete politische Atmosphäre, die
jeden, der sich nicht streng linientreu verhielt, verdächtigte, führte Ende 1819 zur Entlassung so bedeutender Reformer wie Humboldt, Beyme und von Boyen;
zuletzt gingen auch Heinrich Dietrich von Grolman und August Neidhardt von Gneisenau.[59] Das während der Freiheitskriege gegebene Versprechen, dem Land
eine Verfassung zu geben, löste Friedrich Wilhelm III. nie ein.[60] An Stelle einer zentralen Volksvertretung wie in anderen deutschen Staaten gab es in Preußen ab
1823 nur die Provinziallandtage, die nach ständischen Gesichtspunkten gewählt und organisiert wurden und langjährigen Grundbesitz für die Abgeordneten
voraussetzten. Durch Quoten war zunächst gewährleistet, dass der einheimische Adel zunächst ein Übergewicht hatte. Wegen einer strukturellen wirtschaftlichen
Krise sah sich der preußische Landadel zunehmend gezwungen Grundbesitz an bürgerliche Schichten zu veräußern. In der Provinz Ostpreußen sank damit der
Anteil des Adels am Grundbesitz von 75,6 Prozent im Jahr 1806 auf 48,3 Prozent im Jahr 1829.[61] In der Folge gelangten die Provinzialstände immer mehr unter
die Kontrolle von Plutokraten.

Die Provinzialstände hatten keine legislativen oder steuerlichen Vollmachten, sondern waren vor allem beratende Gremien.[62] Die Konservativen hatten sich
durchgesetzt, ohne dadurch echte politische Stabilität zu erzeugen. Einerseits hatten die Reformer bleibende Veränderungen im Denken der politischen Klasse
bewirkt und die Konservativen hatten selbst viele der Reformideen bereits übernommen. Dazu gehörte die gewandelte Auffassung vom preußischen Staat als alle
Bewohner einbeziehende und organisch gewachsene Nation. Beträchtliche Machtzentren blieben aber bei der Regierung, vor allem in den Ressorts Finanzen,
Außenpolitik, Bildung, Religion und Gesundheit.[63] Letztlich entwickelten sich die Provinzialstände zu wichtigen Brennpunkten des politischen Wandels. Immer
stärker trachteten die Landtage danach, die ihnen zugewiesene Rolle auszuweiten und erhöhten in den Provinzen allmählich den liberalen politischen Druck.[61]
Als politische Foren forderten sie von der Regierung eine Generalständeversammlung und die Erfüllung des Verfassungsversprechens. Ihre Einbettung in die
provinzielle Öffentlichkeit über die Provinzpresse und politische Kreise der städtischen Gesellschaft, wie den Club Aachener Casino, führten zur zunehmenden
Verbreitung der an sich geheimen Landtagsdebatten. Durch diese von der Regierung eher unerwünschte Beteiligung des politischen Hinterlands stieg der Einfluss
der öffentlichen Meinung auf die Rolle der Landtage. Mit vielen Petitionen breiter Bevölkerungsschichten wurden von der Berliner Regierung erweiterte
Beschlussrechte gefordert.[64]

Zollverein

Aufgrund der Zweiteilung seines Staatsgebiets lag die wirtschaftliche Einigung Deutschlands in Preußens ureigenem Interesse. Dem Bestreben der königlichen
Regierung, Liberalismus, Demokratie und die Idee der Einigung Deutschlands zu bekämpfen, standen damit starke ökonomische Zwänge entgegen.[65]
Wirtschaftliche Deregulierung und Zollharmonisierung wurden mit dem Zollgesetz vom 26. Mai 1818 beschlossen; es entstand das erste homogene und
landesweite Zollsystem. Mit der 1834 erfolgten Gründung des Deutschen Zollvereins unter preußischer Schirmherrschaft gelang eine Harmonisierung über
Preußens Grenzen hinaus.[66][67] Damit setzten auch außerhalb des Landes immer mehr Befürworter auf eine deutsche Einigung; insbesondere die Protestanten
hofften darauf, dass Preußen Österreich als Führungsmacht des Deutschen Bundes ablöst. Die Regierung wollte von „Preußens deutscher Sendung“ für die
politische Einigung Deutschlands jedoch nichts wissen und widersetzte sich immer noch dem lauter werdenden Ruf nach einer Verfassung und einem Parlament
selbst im eigenen Land.

Vormärz

Die Phase des sogenannten Vormärz, die in Frankreich 1830 mit dem Sturz des Bourbonenkönigs Karl X. begann und Metternichs außenpolitisches System der
Restauration zerstörte, machte sich in Preußen ab 1840 verstärkt bemerkbar. Die Restaurationspolitik hatte es nicht vermocht, die dynamischen Kräfte der
bürgerlichen Bewegung und des politischen Fortschritts auf Dauer zu unterdrücken. In den 1830er Jahren waren die herrschenden konservativen Kräfte Preußens
noch stark genug gewesen, um die hier und da aufflammenden liberalen Kräfte zu unterdrücken und damit zu verhindern, dass ihre Bedeutung zunahm. Kollektive
Protestaktionen und Ausbrüche des Unmuts gegen die staatliche Gängelung blieben kurzlebige Erscheinungen und klangen nach ihrer Niederschlagung ohne
nennenswerte politische Folgen wieder ab. Bekanntgeworden sind Protesthandlungen wie die Berliner Schneiderrevolution vom 16.-20. September 1830, so wie
Tumulte in Köln, Elberfeld, Jülich und Aachen.[68] Auch im Osten wurde Preußen indirekt von einer Revolutionswelle getroffen. In der polnisch geprägten
Provinz Posen, musste ein Übergreifen der Aufstandsbewegung aus Kongresspolen verhindert werden. Mit einer Germanisierungspolitik versuchte man der durch
den polnischen Aufstand von 1830 ausgelösten Begeisterungswelle Herr zu werden, in deren Folge tausende Posener die Grenze überschritten, um für die
polnische Nation zu kämpfen.[69]

Stärker waren die deutschen Kleinst- und Mittelstaaten von der von Frankreich ausgehenden Julirevolution von 1830 betroffen. In vier Staaten erzwangen soziale
Proteste den Übergang zu moderneren konstitutionellen Formen. Die verfassungslosen Großmächte Preußen und Österreich bereiteten dagegen in
Geheimgesprächen neue Unterdrückungsmaßnahmen vor, die 1832 von der Bundesversammlung für den Deutschen Bund beschlossen wurden.[70]

Der alternde König Friedrich Wilhelm III. starb am 7. Juni 1840, der neue König Friedrich Wilhelm IV. wurde von den liberalen Kräften hoffnungsvoll
erwartet.[71] Zu den mit dem Regierungswechsel verbundenen Neuerungen gehörte eine im Dezember 1841 verfügte Lockerung der Zensur. Es folgte eine
überschäumende politische Publizistik, so dass im Februar 1843 neue Zensurbestimmungen eingeführt wurden. Mit der Kabinettsorder vom 4. Oktober 1840
distanzierte sich der neue König, wie bereits sein Vorgänger 1815, ausdrücklich von dem gegebenen Verfassungsversprechen.[72]

Konflikt um den Vereinigten Landtag


→ Hauptartikel: Erster Vereinigter Landtag

Die Hoffnungen, die der Regierungsantritt Friedrich Wilhelm IV. (1840–1861) bei Liberalen und Anhängern der deutschen Einigung zunächst geweckt hatte,
wurden bald enttäuscht. Auch der neue König machte aus seiner Abneigung gegen eine Verfassung und einen gesamtpreußischen Landtag keinen Hehl. Zur
notwendigen Bewilligung der Mittel für den Bau der von den Militärs geforderten Ostbahn ließ der König einen ständischen Ausschuss zusammentreten, dem
Vertreter aller Provinziallandtage angehörten. Als dieser Ausschuss sich für nicht zuständig erklärte und aufgrund des wachsenden öffentlichen Drucks fand sich
Friedrich Wilhelm IV. im Frühjahr 1847 schließlich bereit, einen seit langem geforderten vereinigten Landtag einzuberufen.

Schon in seiner Eröffnungsrede machte der König unmissverständlich deutlich, dass er den Landtag nur als Instrument der Geldbewilligung ansehe und dass er
grundsätzlich keine Verfassungsfragen erörtert sehen wolle; er werde nicht zulassen, „daß sich zwischen unseren Herrgott im Himmel und dieses Land ein
beschriebenes Blatt gleichsam als zweite Vorsehung eindränge“. Da die Mehrheit des Landtags von Beginn an nicht nur das Etatbewilligungsrecht, sondern auch
eine parlamentarische Kontrolle der Staatsfinanzen und eine Verfassung forderte, wurde das Gremium schon nach kurzer Zeit wieder aufgelöst. Damit offenbarte
sich ein Verfassungskonflikt, der schließlich in die Märzrevolution mündete.

Deutsche Revolution von 1848/1849


→ Hauptartikel: Märzrevolution 1848 in Berlin
→ Hauptartikel: Dreiklassenwahlrecht
→ Hauptartikel: Erfurter Union

Nach den Volkserhebungen in Südwestdeutschland erreichte die Revolution am 18. März 1848 schließlich auch Berlin.
Friedrich Wilhelm IV., der zunächst noch auf die Aufständischen hatte schießen lassen, ließ die Truppen aus der Stadt
zurückziehen und schien sich nun den Forderungen der Revolutionäre zu beugen. Der Vereinigte Landtag trat noch einmal
zusammen, um die Einberufung einer preußischen Nationalversammlung zu beschließen. Gleichzeitig mit den Wahlen zur
preußischen fanden die zur gesamtdeutschen Nationalversammlung statt, die in Frankfurt am Main zusammentreten sollte.

Der preußischen Nationalversammlung war von der Krone die Aufgabe zugedacht worden, mit ihr gemeinsam eine
Verfassung auszuarbeiten. Die Versammlung, in der weniger gemäßigte Kräfte saßen als noch im Vereinigten Landtag,
stimmte dem Regierungsentwurf für eine Verfassung jedoch nicht zu, sondern arbeitete mit der „Charte Waldeck“ einen
eigenen Entwurf aus. Die vom König nach scheinbaren Zugeständnissen verordnete Gegenrevolution führte schließlich zur Jubelnde Revolutionäre nach
Auflösung der Nationalversammlung und zur Einführung einer oktroyierten Preußischen Verfassung von 1848/1850. Diese Barrikadenkämpfen am 18. März
behielt zwar einige Punkte der Charte bei, stellte aber andererseits zentrale Vorrechte der Krone wieder her. Ein aus zwei 1848, Breite Straße in Berlin, im
Kammern bestehendes Ständeparlament für ganz Preußen wurde geschaffen. Vor allem das Dreiklassenwahlrecht hat die Hintergrund das Stadtschloss
politische Kultur Preußens bis 1918 entscheidend geprägt. Österreichisches Gegenstück zur oktroyierten Verfassung
Preußens war die kurzlebige, 1849 von Kaiser Franz Joseph I. oktroyierte Märzverfassung, die mit dem Silvesterpatent von
1851 wieder abgeschafft wurde.

In der Frankfurter Nationalversammlung ging man zunächst von einer großdeutschen Lösung aus: Zum entstehenden
Deutschen Reich sollte wie selbstverständlich derjenige Teil Österreichs gehören, der bereits dem Bund angehört hatte. Da
Österreich aber nicht bereit war, in seinen nichtdeutschen Landesteilen eine getrennte Verwaltung und Verfassung
einzurichten, wurde schließlich die so genannte kleindeutsche Lösung beschlossen, d. h. eine Einigung unter Preußens
Führung. Demokratie und deutsche Einheit scheiterten aber im April 1849, als Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone
ablehnte, die ihm die Nationalversammlung angetragen hatte. Die Revolution wurde in Südwestdeutschland mit Hilfe
preußischer Truppen endgültig niedergeschlagen.
Gewaltsame Auflösung der
Nach Preußens gescheiterter Politik, mit der Erfurter Union (1849/1850) einen konservativeren aber konstitutionellen preußischen Nationalversammlung
Nationalstaat zu gründen, erzwang Österreich in der Olmützer Punktation die Wiederherstellung der vorrevolutionären
Verhältnisse im Deutschen Bund. Während der folgenden Reaktionsära arbeitete Preußen eng mit Österreich zusammen,
um die liberale und nationale Bewegung und vor allem die Demokraten zu bekämpfen.

Als Konstitutionelle Monarchie bis zur Reichsgründung (1849–1871)


Von der Reaktionsära bis zur Neuen Ära
→ Hauptartikel: Reaktionsära
→ Hauptartikel: Neue Ära

Die Industrialisierung brachte eine Neustrukturierung der sozialen Schichten mit sich. In Preußen zeigte sich ein schnelles
Wachstum der Bevölkerung. In der Struktur der Beschäftigten folgte ein noch schnelleres Anwachsen des Fabrikproletariats,
ausgelöst durch die Landflucht. Das städtische Proletariat lebte in der Regel am Existenzminimum. Es entstand eine neue soziale
Schicht, die, getrieben durch ihre missliche Lage, sich fortan politisch in den Vordergrund drückte. Der Eisenbahnbau kurbelte den
Bergbau und das Hüttenwesen im Ruhrgebiet an.[73]

Das Wertsystem des vormärzlichen Liberalismus verlor nach der gescheiterten Revolution von 1848 an Bedeutung. Zwar war dem
Bürgertum die politische Mitsprache verwehrt geblieben, doch blieb ihm weiterhin das Betätigungsfeld in der Wirtschaft. Durch
die Akkumulation von Kapital und Produktionsmitteln gelangten so die Fähigsten unter ihnen in dem Adel vergleichbare
gesellschaftliche Spitzenpositionen. Der Herausbildung wirtschaftlicher Klassen und Klassengegensätze folgte der Bruch der Karikatur zur Ablehnung der
Einheit von Bildung und Besitz. Die bürgerlichen Gruppen, die bis dahin die Idee von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit Kaiserkrone der Frankfurter
hochgehalten hatten, erlahmten in ihrem Kampf um eine gerechte liberale Ordnung. In der Besitzelite schwand das Interesse an Nationalversammlung durch
umfassenden politischen Reformen, je mehr sich ihre wirtschaftliche und soziale Position festigte. Auch die bürgerliche König Friedrich Wilhelm IV.
Bildungselite war nach den Erfahrungen der 1848er Revolution in ihrem Glauben an die politischen Wirkungsmöglichkeiten
schwankend geworden. Die Arbeiterklasse übernahm in Konkurrenz zu den bürgerlichen Institutionen einen Teil der progressiven
Programmatik für ihre eigene sich neu formierende Arbeiterbewegung. Letztere war nicht bereit, als Hilfstruppe für einen von Bildung und Besitz beherrschten
deutschen Nationalstaat zu kämpfen, die Oppositionsbewegung gegen das staatliche Regime war fortan geteilt. Nur die Idee von der deutschen Einheit hatte für
das Bürgertum, allen Enttäuschungen zum Trotz, ihren Glanz behalten. Die politische Entwicklung in den 1850er und 1860er Jahren gab der bürgerlichen
Nationalbewegung einen mächtigen Auftrieb.[74]

Wilhelm I., der schon 1858 die Regentschaft für seinen nach mehreren Schlaganfällen regierungsunfähigen Bruder Friedrich Wilhelm IV. übernommen hatte,
übernahm 1861 den Königstitel und begründete eine Phase der „Neuen Ära“; damit schien die Zeit der politischen Reaktion vorüber.[75] Mit Kriegsminister Roon
strebte er eine Heeresreform an, die längere Dienstzeiten und eine Aufrüstung der preußischen Armee vorsah. Die liberale Mehrheit des Preußischen Landtags,
dem das Budgetrecht zustand, wollte die dafür nötigen Gelder jedoch nicht bewilligen. Es kam zu einem Verfassungskonflikt, in dessen Verlauf der König die
Abdankung in Erwägung zog. Als letzten Ausweg entschloss er sich 1862, Otto von Bismarck als Ministerpräsidenten zu berufen. Dieser war ein vehementer
Befürworter des königlichen Alleinherrschaftsanspruchs und regierte jahrelang gegen Verfassung und Parlament und ohne gesetzlichen Haushalt. Das liberale
Parlament und auch Bismarck machten sich gegenseitig mehrere Vorschläge des Ausgleichs, lehnten diese aber beide immer wieder ab. So kam es, dass Bismarck
1866, nach dem gewonnenen Krieg gegen Österreich, als Schadloserklärung das Indemnitätsgesetz vorlegte, in der die unbewilligten Budgets nachträglich
bewilligt wurden.

In der Annahme, dass die preußische Krone nur dann Rückhalt im Volk gewinnen könne, wenn sie sich an die Spitze der deutschen Einigungsbewegung setzte,
führte Bismarck Preußen in drei Kriege, die König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone einbrachten.

Erster Einigungskrieg: Deutsch-Dänischer Krieg

Der König von Dänemark war in Personalunion Herzog der Herzogtümer Schleswig und Holstein, über die es im Vertrag von Ripen 1460 heißt, dass diese „op
ewig ungedeelt“ („auf ewig ungeteilt“) bleiben sollten. Obschon es in Folge mehrmals zu Landesteilungen innerhalb der Herzogtümer kam, beriefen sich die
deutschen Nationalliberalen im 19. Jahrhundert auf ebendiese Aussage des Ripener Vertrages, um ihre Forderung nach einer Anbindung Schleswigs an Holstein
und den Deutschen Bund zu rechtfertigen. Staatsrechtlich gehörte nur das Herzogtum Holstein als früheres römisch-deutsches Lehen zum Deutschen Bund,
während Schleswig ein dänisches Lehen war (siehe auch: Dänischer Gesamtstaat). Der Beschluss der Kopenhagener Regierung nach der Ablehnung der
vorherigen Gesamtstaatsverfassung durch den Dt. Bund mit der Novemberverfassung eine Verfassung allein für Schleswig und Dänemark zu verabschieden, führte
im Dezember 1863 zunächst zu einer Bundesexekution gegen das bundesangehörige Holstein und ab Februar 1864 schließlich unter Protest des Deutschen
Bundes[76] zum Deutsch-Dänischen Krieg und der Besetzung Schleswigs und weiter Teile Norderjütlands durch Preußen und Österreich. Nach dem preußisch-
österreichischen Sieg musste die dänische Krone im Frieden von Wien auf die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg verzichten. Die Herzogtümer
wurden zunächst gemeinsam in einem preußisch-österreichischen Kondominium verwaltet. Nach der Gasteiner Konvention von 1865 fiel Schleswig unter
preußische, Holstein zunächst unter österreichische Verwaltung, während Österreich seine Rechte am Herzogtum Lauenburg an die preußische Krone verkaufte.
1866 wurden Schleswig, das zuvor annektierte Holstein und Lauenburg zu der neuen preußischen Provinz Schleswig-Holstein vereinigt.

Zweiter Einigungskrieg: Krieg gegen Österreich

Bald nach Ende des Kriegs mit Dänemark brach zwischen Österreich und Preußen Streit um die Verwaltung und die Zukunft Schleswig-Holsteins aus. Dessen
tiefere Ursache war jedoch das Ringen um die Vorherrschaft im Deutschen Bund. Es gelang Bismarck, den aus Gründen der Loyalität gegenüber Österreich lange
zögernden König Wilhelm zu einer kriegerischen Lösung zu überreden. Preußen hatte zuvor bereits ein geheimes Militärbündnis mit dem Königreich Sardinien-
Piemont abgeschlossen, das u. a. Gebietsabtretungen Österreichs vorsah. Österreich wiederum hatte Frankreich in einem Geheimvertrag die Errichtung eines
„Rheinstaates“ auf Kosten Preußens zugesichert. Dies waren klare Rechtsbrüche, da die Bundesakte von 1815 Mitgliedern des Deutschen Bundes untersagte,
Bündnisse gegen andere Mitgliedsstaaten einzugehen.

Nach dem preußischen Einmarsch in das unter österreichischer Verwaltung stehende Holstein beschloss der Frankfurter Bundestag die Bundesexekution gegen
Preußen. Preußen erklärte seinerseits den Deutschen Bund als erloschen und besetzte die Königreiche Sachsen und Hannover sowie Kurhessen. Auf der Seite
Österreichs standen auch die übrigen deutschen Königreiche und weitere, vor allem südwest- und mitteldeutsche Staaten. Die Freie Stadt Frankfurt als Sitz des
Bundestages neigte der österreichischen Seite zu, verhielt sich aber offiziell neutral. Auf Seiten Preußens trat neben einigen norddeutschen und thüringischen
Kleinstaaten auch das Königreich Italien in den Krieg ein (→ Schlacht bei Custozza und Seeschlacht von Lissa).

Im Deutschen Krieg errang Preußens Armee unter General Helmuth von Moltke am 3. Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz den entscheidenden Sieg. Mit
dem Prager Frieden vom 23. August 1866 wurde der Deutsche Bund, der faktisch schon durch den Krieg zerfallen war, auch formell aufgelöst und Österreich
musste aus der deutschen Politik ausscheiden. Durch die Annexionen der gegnerischen Staaten Königreich Hannover, des Kurfürstentum Hessen, Herzogtum
Nassau und der Freien Stadt Frankfurt konnte Preußen fast alle seine Territorien miteinander verbinden. Aus den gewonnenen Gebieten bildete es die Provinzen
Hannover, Hessen-Nassau und Schleswig-Holstein.

Bereits fünf Tage vor dem Friedensschluss hatte Preußen zusammen mit den Ländern nördlich der Mainlinie den Norddeutschen Bund gegründet. Anfangs ein
Militärbündnis, gaben ihm die Vertragsparteien 1867 eine Verfassung, die ihn zu einem von Preußen dominierten, aber dem Föderalismus in Deutschland gerecht
gewordenen Bundesstaat machte. Dessen von Bismarck entworfene Verfassung nahm in wesentlichen Punkten die des Deutschen Kaiserreiches vorweg. Der
König von Preußen war Inhaber des Bundespräsidiums und ernannte den preußischen Ministerpräsidenten Bismarck zum Bundeskanzler. Die süddeutschen
Staaten blieben außerhalb des Norddeutschen Bundes, gingen aber „Schutz- und Trutzbündnisse“ mit Preußen ein.
Die durch den militärischen Erfolg gestiegene Popularität Bismarcks hatte diesen im Vorfeld der Gründung des Norddeutschen
Bundes dazu bewogen, den preußischen Landtag nachträglich um Straffreiheit für die budgetlose Regierungszeit zu ersuchen. Die
Annahme dieser Indemnitätsvorlage führte zur Spaltung des Liberalismus in einen obrigkeitshörigen (Nationalliberale Partei) und
einen weiterhin oppositionellen Teil (Deutsche Fortschrittspartei als Rumpfpartei). Das 1867 durch Bismarcks zähe
Verhandlungsführung und auf Druck der Wirtschaft eingerichtete Deutsche Zollparlament brachte die Einbeziehung süddeutscher
Vertreter in eine preußisch bzw. norddeutsch dominierte Institution mit sich. Mehrheitsbeschlüsse ersetzten das im Deutschen
Zollverein bisher bestehende Vetorecht der Einzelstaaten. Bayerische und württembergische Patrioten reagierten ebenso besorgt
wie der französische Kaiser Napoléon III. Als dieser jedoch als Gegenleistung für Frankreichs Stillhaltepolitik gegenüber Preußen
einen territorialen Ausgleich verlangte, schürte er damit ungewollt das Misstrauen der Öffentlichkeit in den süddeutschen Staaten.
Dies wiederum stärkte deren Bindungen an Preußen.

Otto von Bismarck, seit


Dritter Einigungskrieg: Deutsch-Französischer Krieg
1862 preußischer
Ministerpräsident, seit 1867
Mit vagen Versprechungen, Luxemburg eventuell Frankreich zu überlassen, hatte Bismarck Napoléon III. dazu gebracht, seine
norddeutscher
Politik gegenüber Österreich zu dulden. Nun sah sich Frankreich einem erstarkten Preußen gegenüber, das von den früheren
Bundeskanzler
territorialen Zusagen nichts mehr wissen wollte. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern verschlechterten sich zusehends.
Schließlich spitzte Bismarck den Streit um die spanische Thronkandidatur des katholischen Hohenzollernprinzen Leopold von
Hohenzollern-Sigmaringen in der Affäre der Emser Depesche bewusst so weit zu, dass die französische
Regierung Preußen den Krieg erklärte. Dies stellte für die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden
und das südlich der Mainlinie noch unabhängige Hessen-Darmstadt den Bündnisfall dar.

Nach dem raschen deutschen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg und der darauf folgenden nationalen
Begeisterung in ganz Deutschland sahen sich nun auch die süddeutschen Fürsten gedrängt, dem
Norddeutschen Bund beizutreten. Bismarck kaufte König Ludwig II. von Bayern mit Geldern aus dem so
genannten Welfenfonds die Bereitschaft ab, König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone anzutragen. Das
Deutsche Reich wurde als kleindeutscher einheitlicher Nationalstaat gegründet, was schon als
Einigungsmodell von der Nationalversammlung 1848/49 vorgesehen war. Im Spiegelsaal von Versailles wurde
Wilhelm I. am 18. Januar 1871 – am 170. Jahrestag der Königskrönung Friedrichs I. – zum Deutschen Kaiser
proklamiert.
Die Proklamation des Deutschen Kaiserreiches
(18. Januar 1871), zweite Fassung des Gemäldes
Als Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich (1871–1918)
für das Berliner Zeughaus von Anton von Werner,
1882. Das Gründungsereignis des neuen Staats
geriet entsprechend der großen Bedeutung seiner
Reichsverfassung
Geburtshelfer zu einem Ereignis in Uniform. Selbst
zivile Politiker wie Bismarck zeigen sich in
Mit der Reichsgründung hörten die deutschen Einzelstaaten auf,
militärischer Tracht. Menetekel der preußischen
Völkerrechtssubjekte und souveräne Mitglieder des europäischen
Staatskultur war der stets dominierende
Staatensystems zu sein. Sie wurden innerhalb der internationalen
Militarismus
Staatengesellschaft nun durch das Deutsche Reich vertreten. Noch
1848 war sich die preußische Elite sich selbst genug und standen der
Nationalbewegung ablehnend gegenüber. Zur Zeit der Reichsgründung
trat der preußische Partikularismus nicht mehr so deutlich hervor. Es blieben aber Befürchtungen seitens der
Preußen im Deutschen Reich 1871 Führungsschicht, dass Preußen gänzlich hinter das Reich zurücktreten würde.[77]
(dunkelblau)
Von 1871 an ging Preußen ebenso sehr im deutschen Reich auf, wie das Deutsche Reich preußischen Charakter
annahm.[78] Die Führungsrolle Preußens war verfassungsrechtlich in Artikel 11 verankert, der dem König von Preußen das
Präsidium des Reiches mit dem Titel Deutscher Kaiser zuerkannte. Aus der Personalunion von König und Kaiser ergab sich faktisch auch die Personalunion der
Ämter von preußischem Ministerpräsident und Reichskanzler, die allerdings in der Verfassung nicht vorgeschrieben war. Der Ministerpräsident und Kanzler
musste aber nicht unbedingt Preuße sein, wie die Ernennung von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst zeigt. Insgesamt gab es drei solche kurze
Unterbrechungen, die sich alle nicht bewährten. Der Reichskanzler brauchte für die Reichspolitik den Machtrückhalt, den ihm der Vorsitz im preußischen
Staatsministerium gab.[79] Die Bezeichnung „Deutscher Kaiser“ und nicht „Kaiser von Deutschland“ bedeutete hierarchisch eine Geringerwertung des
Kaisertitels. Dieser geschaffene Titel war in der Stellung zu den anderen Souveränen im Reich als Primus inter pares gedacht. Eine direkte Herrschaft des
preußischen Königs als deutscher Kaiser über nicht-preußisches Gebiet war verfassungsrechtlich nicht möglich.[80]

Die preußische Hegemonie im Reich gründete auf seine reale Macht in Deutschland. Etwa 2/3 der Staatsfläche war preußisches Territorium. Etwa 60 Prozent der
Bevölkerung waren preußische Staatsbürger. Preußen war mit seiner bewährten Armee die militärische Vormacht. Von 36 vorhandenen Divisionen des
Reichsheeres 1871 waren 25 preußisch. Ebenso war Preußen die wirtschaftliche Vormacht Deutschlands. Es besaß in Deutschland die größte Industrie und die
meisten Lagerstätten nutzbarer Mineralien. Auch die Braunkohle- und Steinkohlevorkommen befanden sich fast ausschließlich auf preußischem Gebiet. Die
großen fruchtbaren Agrargebiete lagen ebenso auf preußischen Territorium.[81]

Die Ausarbeitung von Reichsgesetzentwürfen und die Erfüllung anderer Reichsaufgaben durch preußische Minister und Behörden bedeutete, dass das Reich
anfangs von Preußen regiert und verwaltet wurde. Verstärkt wurde diese Übermacht noch durch den Umstand, das das Reich in den ersten Jahren nur über wenige
eigene Behörden verfügte und für die Führung der Amtsgeschäfte auf die preußischen Behörden zurückgreifen musste. Um die verfassungsmäßigen Aufgaben des
Reichs zu gewährleisten, gab Preußen in den 1870er Jahren mehrere Ministerien und weitere zentrale Behörden an das Reich ab. Dazu gehörte das Auswärtige
Amt, die Zentralnotenbank Preußens, das Generalpostamt, das Marineministerium.[82]

Durch diese gestaffelte Institutionenübergabe von Preußen an das Reich wandelte sich das Bild der preußischen Dominanz mit der Zeit. Dies wurde auch durch die
Clausula antiborussica strukturell gefördert. Einerseits erhielt Preußen nur 17 von 58 Stimmen im Bundesrat, dem zentralen föderalen Staatsorgan des Reiches.
Damit konnte es von den anderen deutschen Staaten bei Beschlüssen überstimmt werden, auch wenn dies nur selten vorkam. Dafür hatte Preußen ein Vetorecht
gegen Änderungen der Militärverfassung, der Zollgesetze und der Reichsverfassung (Art. 5, 35, 37 und 78 der Reichsverfassung).[83]

Insgesamt emanzipierten sich die Reichsbehörden mit der Zeit von Preußen und das frühere Verhältnis zwischen Preußen und Reich kehrte sich um. Die
Staatssekretäre der Reichsämter drängten nun in die preußischen Spitzenämter. Damit traten die Interessen der Reichspolitik über die Interessen Preußens.[84]

Außenpolitik, Innenpolitik
Die Außenpolitik des neuen Reichs wurde in Berlin betrieben, von größtenteils preußischem Personal unter Leitung von Preußens Außenminister Bismarck, der
zugleich Reichskanzler war. Die außenpolitischen Kontinuitäten der preußischen Außenpolitik blieben auch nach der Staatsgründung erhalten. Das deutsche
Kaiserreich, das vom Wesen her ein vergrößertes Preußen darstellte, war weiterhin geopolitisch zwischen Russland und Frankreich eingezwängt und konnte durch
eine Koalition der beiden Großmächte in eine existenzielle Gefährdungslage geraten. Durch die Fortführung der traditionellen Ost-Allianz mit Russland sollte der
Status quo gesichert werden. Das Deutsche Reich konnte wie schon zuvor Preußen auch zwischen den Mächten lavieren um eine breite Anti-deutsche Koalition
der europäischen Großmächte zu verhindern.[85]

Zwischen 1871 und 1887 führte Bismarck in Preußen den sogenannten Kulturkampf, der den Einfluss des politischen Katholizismus zurückdrängen sollte.
Widerstände der katholischen Bevölkerungsteile und des Klerus, insbesondere im Rheinland und in den ehemals polnischen Gebieten, zwangen Bismarck aber
dazu, die Auseinandersetzung ergebnislos zu beenden.[86] In den mehrheitlich von Polen bewohnten Landesteilen ging der Kulturkampf mit dem Versuch einer
Germanisierungspolitik einher. Die preußische Ansiedlungskommission etwa versuchte mit beschränktem Erfolg polnisches Land für deutsche Neusiedler zu
erwerben. Nach Bismarcks Entlassung wurde die Germanisierungspolitik vom Deutschen Ostmarkenverein fortgeführt, der 1894 in Posen gegründet wurde.

Auf Wilhelm I. folgte im März 1888 der bereits schwer kranke Friedrich III., der nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb. Im Juni des „Drei-Kaiser-
Jahres“ bestieg Wilhelm II. den Thron. Er entließ 1890 Bismarck und versuchte fortan, in spätbyzantinischer Manier, in der obersten Politik des Landes
mitzubestimmen. Der Hofstaat und das Hofzeremoniell quoll noch mal in aller Pracht auf. Der Kaiser bemühte sich, seine Stellung und Funktion als bedeutender
Amtsträger zu erhalten oder zumindest in der Repräsentation den Eindruck zu erwecken, als wäre er, der König weiterhin die wichtigste Figur in der Politik.

Hochindustrialisierung

Die Zeit der Hochindustrialisierung brachte für Preußen einen umfassenden Modernisierungsschub, auf dessen Höhepunkt um
1910 der Bundesstaat Preußen und das Deutsche Kaiserreich zur Gruppe der politischen, wirtschaftlichen und technologisch
führenden Staaten der Erde gehörte. Die Städte wuchsen sprunghaft an und Berlin entwickelte sich zu einer der größten
Metropolen der Welt. Auch das Ruhrgebiet und das Rheinland erfuhren ein beispielloses Wachstum. Binnen weniger Jahre wurden
dort aus unbedeutenden Provinzstädtchen pulsierende Großstädte hochgezogen. Insbesondere die Landflucht aber auch die
Bewohner aus den östlichen Gebieten Preußens trugen zu diesem Bevölkerungswachstum am Rhein und Ruhr bei. Die
Demographie trug Züge einer Bevölkerungsexplosion. Großfamilien waren die Norm. Damit verbunden waren Seuchenausbrüche
wie die Cholera aber auch Pauperismus weit verbreitet. Der Gründerboom brachte einen wirtschaftlichen Entwicklungsschub.

Innovation, Fortschrittsgeist und Spitzenleistungen fanden in Preußen gehäuft in den Dekaden um 1900 statt. Die
Verwissenschaftlichung der Wirtschaft erfolgte vor allem in der Elektroindustrie, der Chemieindustrie, bei Maschinen- und Der erste U-Bahnzug Berlins
Schiffbau und auch in der Großlandwirtschaft. Diese Entwicklung setzte in Preußen früher und stärker ein als in den anderen 1902
deutschen Staaten. In Verbindung mit wirtschaftlichen Interessen kam es zu zahlreichen Gründungen von regional oder lokal
begrenzten wissenschaftsfördernden Gesellschaften, Akademien, Stiftungen und Vereinen. Dadurch
wurden Berlin, das Ruhrgebiet, Oberschlesien und das Rheinland zu global bedeutenden
Innovationscluster. Als zentrale Netzwerkträgergesellschaft bildete sich die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
zur Förderung der Wissenschaften aus.[87]

Imperialismus und Deutschnationalismus

Der herrschende Imperialismus führte zu einer Übersteigerung der Selbstwahrnehmung, die


größenwahnhafte Züge entwickelte und alle Bevölkerungsschichten erfasste. Kriegstreiberei,
Deutschtümelei und maskulines Aggressionsgebaren («Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in Die KWI für Chemie sowie physikalische Chemie und
der Welt») gewannen im Vorfeld des Ersten Weltkriegs den Charakter einer verbreiteten kulturell Elektrochemie 1912
akzeptierten Massenerscheinung. Das preußisch-patriarchische Gesellschaftsmodell und das herrische
Auftreten der Staatseliten ahmten nun auch die hierarchisch unten stehenden Männer in ihrem direkten
Umfeld auf der Arbeit, in ihren Familien, auf der Straße, in den Vereinen nach. Die preußische Männlichkeitskultur (z. B. Burschenschafter, Wehrdienstleistende)
dieser Zeit führte dazu, dass die überwiegende Mehrheit der Männer sich eine unnatürliche Härte aber auch heteronormative Zwangsvorstellungen abtrotzte, um so
nach außen dem gesellschaftlich geforderten Typus eines „(echten) Deutschen Mannes“ zu entsprechen. Dies wiederum prägte ein strukturelles gesellschaftliches
Gewaltpotential und förderte die militaristische Haltung der meisten Männer dieser Zeit. Die Fehlausprägung in der Erziehungs- und Sozialisierungskultur zeigte
sich musterhaft bei Wilhelm II., der seine körperliche Behinderung unbedingt verhindern wollte. Durch Unterdrückung der individuellen Persönlichkeit und
dadurch hervorgerufene Gefühlsabspaltungen verbreitete sich in Preußen ein Menschentyp mit autoritärer Persönlichkeit, der diese selbst einschränkenden
Sozialformen dann auch an die nächste Generation übertrug und damit als „psychologische Basis“ die Verfehlungen der deutschen Geschichte zwischen 1933 und
1945 mit verursachte.[89]

Beantwortung der Sozialen Frage

Parallel dazu war aber auch von 1850 bis 1914 der Lebensstandard der gesamten Gesellschaft deutlich angestiegen. Es bildete sich eine breitere bürgerliche
Mittelschicht aus und der Leistungsspitzen der Bürgerklasse schafften den Aufstieg in die High Society. Damit gab es genügend Integrationsanreize und -angebote
durch die (Staats-)Eliten für die Vertreter der bürgerlichen Klasse, so dass sich diese mit den herrschenden politischen Verhältnissen abfanden und arrangierten.
Der Charakter der Staatseliten wandelte sich von Feudalaristokratisch zu Plutokratisch. Damit einher ging auch eine Wandlung der Selbstdarstellung der neuen
Eliten. Der faktische Elitenumbau in Preußen seit 1850 bewirkte eine Zunahme der Steuerungskompetenzen der Elitenschicht, die nun sowohl staatliche
Amtsträger aber auch die besitzenden Kräfte aus der Wirtschaft umfasste. Es kamen in einem zunehmenden Maße auch weichere Herrschaftsmethoden (Soft
Power) zum Einsatz, die den Charakter des bis dahin eher autoritären, väterlichen Staates mit veränderten. Dieser gewann damit eine Fürsorgliche, quasi
mütterliche Komponente dazu, die das autoritäre Muster des staatlichen Überbaus ergänzte ohne es zu verdrängen. Der Staat behandelte zu dieser Zeit demnach
seine Bürger eher wie bei einem Eltern-Kind Verhältnis. Die Staatsbürger wurden durch den Staat noch nicht als mündige und selbständige Personen betrachtet.

Gesellschaftliche Neuerungen fanden nach 1848 folglich nicht mehr im Bereich politische Teilhabe und demokratische Mitbestimmung statt, sondern vorwiegend
im Sozial(fürsorge)bereich. Die Beantwortung der durch die Kämpfe der Arbeiterklasse aufgeworfenen Sozialen Frage durch den Staat, führte zu neuen
staatlichen Fürsorgeverpflichtungen, die sich einer beginnenden Sozialgesetzgebung äußerte. Es war der Versuch, nachdem die Bürgerliche Klasse nach 1848 in
die staatlichen Institutionen stärker Berücksichtigung fanden und damit „Agenten des monarchischen Systems“ wurden, auch die Arbeiter an das herrschaftliche
System zu binden und deren Radikalität und Revolutionsgedanken zu neutralisieren. Es entstanden Sozialversicherungen und ein breiteres Netz an
Sozialeinrichtungen. Damit sollten die Missstände wie Kinderarbeit, Lohndumping, slumähnliche Wohnverhältnisse bekämpft werden, die im Zuge der
Hochindustrialisierung etwa 30 bis 35 Prozent der Bevölkerung erfasst hatten.[90]
Das Verdienst der Arbeiterklasse war es, den Schwerpunkt der
gesellschaftlichen Entwicklung verschoben zu haben. Zuvor drehte diese sich
unter der bürgerlichen Reformern um eine elitenähnliche Debatte um eine
hypothetische Mitbestimmung auf theoretischen und abstrakten Niveau, von
denen die Masse des Volkes kaum spürbar profitierte. Nun ging es im
gesellschaftlichen Diskurs um ganz konkrete und praktische Fragestellungen,
die sich um die Befriedigung von individuellen Grundbedürfnissen drehte
(genügend zu Essen, Arbeitsrechte, eingeschränkte Arbeitszeiten, Absicherung
bei Notlagen, Bildung, medizinische Versorgung, Sicherheit, Hygiene,
Wohnraum).[91]

Die gesellschaftliche Ausgangslage, auf deren Basis sich die


Gesellschaftsentwicklung vollzog, war um 1850 noch gering. So war die
Masse der Menschen im 18. Jahrhundert im sozialen Leben noch stärkeren
Zwangslagen ausgesetzt und rechtlich mit einem noch geringeren Schutz
versehen (Menschen auf der Stufe von Gegenständen ohne Grundrechte).
Insofern trugen alle Probleme aber auch Verbesserungen bereits Zeichen einer
fortgeschritteneren Zivilisation mit höheren Kulturstandards als zuvor.

Um 1900 gab es zeitgleich ein heterogenes Vereinsbezogenes


gesellschaftliches Leben in Sport, Kultur, Freizeit. Tourismus wurde
zunehmend bedeutender. Der Meinungspluralismus trat immer deutlicher Max Koner: Kaiser Wilhelm II. (1890). Ein
hervor. französischer General kommentierte diese
Pose mit den Worten: „Das ist kein
Im Ergebnis ist die gesamtgesellschaftliche Entwicklung positiv, auch wenn Porträt, sondern eine Kriegserklärung!“[88]
aufgrund des geringen Ausgangsentwicklungsniveaus zur Kaiserzeit die
Probleme und Konfliktfelder in der Gesellschaft groß blieben. Exakte
Messdaten zur Verhältnisbestimmung fehlen (bis auf die politischen
Wahlergebnisse), jedoch ist die Annahme plausibel, von einem annähernd
ausgeglichenen Verhältnis zwischen liberal-progressiven-demokratischen und
sozial-progressiven, teilweise politisch radikalisierten Kräften auf der einen
Seite und den rückwärtsgewandten, aggressiv gebärdenden national-
reaktionären Kräften auf der anderen Seite in der Gesellschaft Preußens vor
dem Ersten Weltkrieg auszugehen. Beide Seiten hielten sich in etwa die
Waage.

Durch die deutsche militaristische Bedrohungskultur, die sich in einer


überbordenden Aufrüstung äußerte, isolierte sich das Kaiserreich international
zunehmend. Der Funke für den Ausbruch des Großen Kriegs 1914 beendete Vielfaches abgekupfertes Verhalten unter
das vorangegangene Zeitalter, in dem das Königreich mit unterging. den Untertanen seiner Majestät:
männliche Untertanen als „kleine Kaiser“,
hier: Diederich Heßling bedient alle
Ende der Monarchie in Preußen Klischees des männlichen Kleinbürgers
(Spießbürger) dieser Zeit. Heßling ist
Das Königreich Preußen war ein ökonomisches, militärisches, kulturelles und obrigkeitshörig, feige und ohne
Zivilcourage. Er ist ein Mitläufer und
wissenschaftliches Schwergewicht in der Welt. Einerseits global führend in
Konformist.
diversen Bereichen, blieb das politisches System Preußens, ungeachtet der
erstrittenen Fortschritte im 19. Jahrhundert, im Vergleich zur
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, die ja nicht stillstand,
sondern stetig an Fahrt aufnahm, strukturell zu rückständig und nicht
anpassungsfähig genug.

Neue Sozialformen mit Massenanhang (Gewerkschaften, Parteien) hatten sich


seit der Hochindustrialisierung gebildet und forderten auf breiter Linie
Partizipation. Den alten Eliten Preußens, die als eine Kombination von
junkeradelig dominiertem Militär und der Beamtenschaft als Agenten der
inneren Staatsbildung bestanden, gelang es in den letzten Dekaden der
Monarchie nicht mehr, die mobilisierte Gesellschaft integrativ zu steuern und
zusammen zu halten. Staat und Gesellschaft gerieten bis 1918 in ungelöste An der Ostsee.- Heringsdorf, Badeleben,
Gegensätze, die preußischen Leitmaximen die sich in einem immateriellen 1909
Gesellschaftsvertrag der damaligen bürgerlichen, monarchischen und adeligen
Eliten manifestierten und die den Aufstieg Preußens im 17. und 18.
Jahrhundert beförderten, wirkten unter den grundlegend gewandelten
Bedingungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nicht mehr.

Die staatlichen Kräfte, unfähig außenstehende Gesellschaftsteile in das


politisch-administrative System zu integrieren, vertieften die politisch-
strukturelle Rückständigkeit insoweit,[92] dass sich aufgrund eines
gesellschaftspolitischen Reformstaus bedeutende sozialpolitische Kräfte in
Preußen wie in anderen ebenso politisch-rückständigen Staaten Mittel- Ost-
und Südeuropas außerhalb der staatlichen Macht kumulierten und in der
Krisensituation des Ersten Weltkriegs dann explosionsartig entluden («Das alte Potsdam, Frühjahrsparade vor
Morsche ist zusammengebrochen; der Militarismus ist erledigt»). Stadtschloss, 1910

Am 9. November 1918, als Folge der Novemberrevolution, kam es in Berlin


zur Ausrufung der Republik. Wilhelm II. dankte als König von Preußen und als Deutscher Kaiser ab. Der preußische Staat wurde mit einer republikanischen
Verfassung als Freistaat Preußen ein Land des Deutschen Reiches. Die preußische Königskrone wird heute auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen verwahrt.

Wirtschaft
Nationaleinkommen

Nach zeitgenössischen Schätzungen lag das Nationaleinkommen Preußens 1804 bei 248 Millionen RT. Davon wurden 41
Millionen RT. im manufakturgeprägten Gewerbesektor (unter Ausschluss des Handwerks) erwirtschaftet und weitere 43
Millionen RT in der zunftgeprägten Bierbrauerei und Branntweinbrennerei.[93]

Das Nationaleinkommen Preußens wuchs zwischen 1871 bis 1914 viermal stärker als die Bevölkerung dieser Zeit,
wodurch sich das durchschnittliche Nettosozialeinkommen pro Kopf deutlich erhöhte. 1913 wiesen im Reich lediglich
Hamburg und Sachsen noch höhere pro Kopf Einkommenswerte auf als Preußen.[94]
Großstadtleben in Berlin 1912, auf
Wirtschaftssektoren der Höhe der Zeit

Landwirtschaft

Preußens Wirtschaftsstruktur wies um 1800 typische Charakteristiken eines Agrarstaats auf. Es dominierte der Anbau von
Getreide, besonders Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Ebenso wurden um 1800 Hülsenfrüchte, Flachs, Färberkrapp und
Tabak angebaut. Auch eine intensive Holzwirtschaft wurde betrieben. Daneben betrieb die Landbevölkerung ausgedehnte
Viehwirtschaft. 10,2 Millionen Schafe der Schafzucht generierte im Jahr 1.000 Tonnen Wolle, die zur Textilherstellung
weiterverarbeitet wurde.[95] Der Gesamtbestand von 5,06 Millionen Rindtieren, 2,48 Millionen Schweinen nebst Kleinvieh
diente unter anderem der Fleischproduktion. 1,6 Millionen Pferde wurden für die Wirtschaft und die Armee gehalten. Es
gab insgesamt drei königliche Gestüte in Trakehnen, Neustadt an der Dosse und Triesdorf. Allgemeine Stimmungslage in
Preußen vor dem Sterben
Die 1769 gegründete Emder Heringsfischerei-Gesellschaft betrieb Loggerfischerei und setzte um 1800 über 50 Büsen Jeder Schuß – ein Russ’! Jeder Stoß
nebst zwei Jagdschiffen ein. – ein Franzos’! (Ergänzung: Jeder
Tritt ein Brit!) Nun woll’n wir sie mal
dreschen!
Produktion von Getreidesorten 1804[96]
Sorte Ernte in t Eigenverbrauch in t
Weizen 400.000 280.000
Roggen 2.000.000 1.900.000
Gerste 1.100.000 1.020.000
Hafer 1.300.000 1.200.000

Die Getreideüberschüsse wurden zumeist nach Westeuropa exportiert. Zusammengenommen produzierte Preußen um 1800 eine Gesamtmenge von rund 4,8
Millionen Tonnen Getreide. Das rund neunmal bevölkerungsreichere Deutschland produzierte 2016 45,3 Millionen Tonnen an Getreide auf einer ähnlich großen
Staatsfläche.[97]

Die Umstände der Durchsetzung des Kartoffelanbaus in Preußen wurden zu einer historischen Legende stilisiert und halten im kollektiven Erinnerungsgedächtnis
der heutigen Bewohner an.

An natürlichen Ressourcen verfügte Preußen über Salz, das 1800 in 14 Salzbergwerken gefördert wurde. Daneben wurde Alaun gefördert. Steinkohle wurde um
1800 hauptsächlich in Westfalen (50 Prozent der Gesamterzeugung) in 135 Zechen und in Schlesien (33 Prozent der Gesamterzeugung) gewonnen.[98]

An Baumaterialien wurden Ummendorfer Sandstein, Bebertaler Sandstein, Rüdersdorfer Kalkstein, Prieborner Marmor, Groß-Kunzendorfer Marmor und weitere
gefördert.

Tertiärer Sektor: Handel, Banken und Dienstleistungen

In den ersten Jahrzehnten des Königreichs stand der preußische Handel auf einem niedrigen Entwicklungsniveau. Einen überregional bedeutenden Großhandel gab
es nur in den wenigen Kapitalen des Königreichs, vornehmlich Berlin, Königsberg und Magdeburg. Der Landtransit zwischen Westen und Osten war bedeutender
als der Austausch über Seehäfen. Eine eigene Seeschifffahrt von übergeordneter Bedeutung existierte noch nicht. Die staatliche Handelspolitik begann eine
Schutzzoll- und Privilegienpolitik (Monopolrechte) zur Förderung des einheimischen Gewerbes.[99]

Die Geldwirtschaft entwickelte sich erst langsam. Weite Teile des ländlichen Königreichs waren im 18. Jahrhundert noch
nicht an die wenigen geldwirtschaftlichen großstädtischen Zentren angeschlossen, sondern betrieben weiterhin ihre eigene
extensive naturalwirtschaftliche Ackerbau-, Weide- und Waldwirtschaften.[100]

Bereits in den 1670er und 1680er Jahren hatte Brandenburg-Preußen mit der Brandenburgisch-Afrikanischen Kompanie
versucht am Dreieckshandel mit Sklaven im Atlantik teilzunehmen, war aber auf Dauer dem europäischen
Konkurrenzdruck nicht gewachsen. Friedrich II. versuchte in den 1740ern Handelsverträge mit Spanien und Frankreich zur
Förderung des schlesischen Leinenexports zu schließen, hatte damit aber keinen Erfolg. In dieser Situation ließ er die
Asiatische Kompanie in Emden gründen, die den Handel mit China aufnahm. Vier nach Kanton entsendete Schiffe kehrten
Die „König von Preußen“, das erste
mit Ladungen an Seide, Tee und Porzellan zurück. Der 1755 ausbrechende Seekrieg beendete aber nach wenigen Jahren
Schiff der Königlich Preußisch-
die Aktivitäten der Überhandelsgesellschaft aus Mangel am Schutz durch eine eigene Seekriegsflotte, die sich die
Asiatischen Compagnie von Emden
Landmacht Preußen nicht leisten konnte.[101]

Die Hofbankiers das Bank- und Handelshaus Splitgerber & Daum und die (Berliner) Juden beherrschten die
Finanzgeschäfte Preußens im 18. Jahrhundert. Die jüdische Gemeinde zu Berlin bestand um 1750 aus 2200 Personen in 320 Familienhaushalten. 78 Prozent der
meist reichen jüdischen Haushaltsvorstände Berlins waren im Handelsgeschäft aktiv. 119 Vorstände arbeiteten im Großhandel als Geldverleiher, Geldhändler,
Wechsler, Münzlieferanten, Bankiers, 42 arbeiteten als Pfandleiher und 28 als Kommissionswaren-, Messe- und Weinhändler. Bedeutender Finanzier war Veitel
Heine Ephraim und Daniel Itzig.[102] Staatliche Aktivitäten im öffentlichen Finanzwesen fanden zunächst überhaupt nicht statt.

Wirtschaftsgeschichte
Wirtschaftliche Expansion unter König Friedrich-Wilhelm I. (1713–1740)

In der Regierungszeit des Soldatenkönigs stand das „Plusmachen“, also das Streben nach dauerndem wirtschaftlichen Gewinn, im Mittelpunkt der
Wirtschaftspolitik. In seiner Herrschaftszeit erreichte Preußen ökonomische Stabilität und Prosperität. Erst die Grundlage eines geordneten Staatshaushalts
ermöglichte den Aufstieg zu einer der Wirtschaftsmächte Deutschlands im 18. Jahrhundert und ließ die militärische Expansion seines Sohnes, Friedrich II., in den
darauffolgenden Jahrzehnten denkbar werden.

Ein Motor der positiven Entwicklung der zentralisierten Wirtschaft war die preußische Armee, welche versorgt werden musste.
1713 gründete Friedrich Wilhelm I. in Berlin mit dem Königlichen Lagerhaus eine Tuchmanufaktur, die 1738 4.730 Menschen
beschäftigte. 1717 wurde durch die Ansiedlung von Webern in Luckenwalde der Grundstein für die dortige Textilindustrie gesetzt.
Mit einem Ausfuhrverbot für die heimische Wolle im Jahre 1718 sicherte der König die Weiterverarbeitung in seinen Landen.

In Spandau und Potsdam entstand ab 1722 eine Gewehrmanufaktur. Die benötigten Facharbeiter wurden vor allem in Lüttich,
einem Zentrum der Waffenherstellung, angeworben. Für den Nachwuchs sorgte unter anderem das im selben Jahr gegründete
Große Militärwaisenhaus in Potsdam.[103] Betreiber der Gewehrfabrik war das mit königlichen Privilegien ausgestattete
Handelshaus Splitgerber & Daum, das weitere metallverarbeitende Manufakturen pachtete und zum größten Waffenproduzenten
Preußens wurde. Abnehmer der Waffen war überwiegend die preußische Armee. Für den zivilen Bedarf produzierte das
Handelshaus Kupferbleche (Dacheindeckung), Kupferkessel (Brauereien, Siedereien), Messingteile (Behälter, Beschläge,
Scharniere) und Eisen- und Stahlerzeugnisse (Bohrer, Scheren, Messer).

Ab 1716 nahm die königliche Deichkommission für die Oder ihre Arbeit auf. Die Entwässerung von Havelländischem und
Rhinluch (nordwestlich von Nauen) brachte guten Gewinn an relativ ertragreichem Boden. Glaubensflüchtlingen aus dem
Franken- und Schwabenland wurden Siedlungsplätze in menschenarmen Gegenden in der Uckermark zugewiesen, um diese urbar Königliches Verbot, im
zu machen. Ausland hergestellte
Textilien zu tragen, Berlin
Um die Gewerbetätigkeit zu kontrollieren, wurde 1733 seitens des Königs eine Handwerksordnung erlassen, die alle Zünfte der 1719
Staatsaufsicht unterstellte, ihre Rechte stutzte, die Verbindung zu Nachbarstaaten untersagte und das Wandern der Gesellen
kontrollierte.

Der wirtschaftliche Aufschwung war anhaltend, denn die Förderung beschränkte sich nicht mehr in erster Linie auf die hofzentrierten Wirtschaftszweige – wie
unter Friedrich I. –, sondern weit über den Radius der Residenzen hinaus, und konzentrierte sich im militärischen Bereich, der fast überall im altpreußischen Staat
vorhanden war.

Kriegswirtschaft, Krisen und wirtschaftliche Genesung (1740–1806)

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Friedrich II. erfuhr die Wirtschaft des Landes durch die mehrjährigen und auch kostspieligen Kriege (1740–1742,
1744–1745, 1756–1763) eine ziemliche Zerrüttung. Andererseits gelangten durch die Eroberung Schlesiens auch neue, wirtschaftlich bedeutsame Regionen
(Textilgewerbe, Bodenschätze) in das preußische Herrschaftsgebiet.[104] Im Bereich der landeskulturellen Arbeiten wurden unter Friedrich II. große
wirtschaftliche Fortschritte erreicht. Insbesondere gelang dies durch die Trockenlegung und Urbarmachung des Oderbruchs, des Netzebruchs und des
Warthebruchs und die Kolonisation dieser Gebiete durch die Ansiedlung einer großen Zahl von Bauern und Handwerkern.[105]

Der König förderte auch den Ausbau von Wasserstraßen, Beispiele sind die Verbindung Berlins mit Stettin durch den Finowkanal, der Bromberger Kanal, die
Regulierung der Netze und im Westen die Ruhrkanalisierung. Das Straßennetz allerdings wurde nicht gefördert und blieb somit in einem schlechten Zustand. Dies
lag an den hohen Kosten, sodass der Bau von festen Straßen erst nach dem Tod Friedrich des Großen vorgenommen wurde. Durch eine intensiv betriebene
Getreideversorgungspolitik und die systematische Anlegung von Getreidemagazinen gelang es dem preußischen Staat, die Getreidepreise auch in Notzeiten zu
kontrollieren.

In der Gewerbepolitik förderte Friedrich der Große besonders die Seidenindustrie. Dazu wurden zahlreiche Fabrikanten, Facharbeiter und Spezialisten nach
Preußen geholt und inländische Arbeiter und Hilfskräfte ausgebildet. Die dabei angewendeten Mittel waren: Geschenke, Vorschüsse, Privilegien, Stuhlprämien,
Exportprämien, Lehrlingsgelder, Abgabenfreiheit für Rohmaterialien, Hochimposten, Einfuhrverbot ausländischer Produkte. Durch diese intensive
Wirtschaftspolitik gelang es, die Seidenindustrie so hoch zu bringen, dass sie den eigenen Landesbedarf deckte und eine ansehnliche Ausfuhr erreichte. Daneben
wurde vor allem die Baumwollindustrie gefördert, die noch unter König Friedrich Wilhelm (1713–1740) verboten war, um die eigene Wollweberei nicht zu
gefährden. 1742 entstand die erste Baumwollfabrik, 1763 gab es in Berlin bereits zehn Baumwollfabriken. Im Gegensatz zur Seidenindustrie kam dieser
Wirtschaftszweig fast ohne staatliche Unterstützung aus. 1763 wurde die Berliner Porzellanmanufaktur KPM vom preußischen Staat gekauft. Der König ließ auch
mehrere Fabrikanlagen, für die private Unternehmer das Wagnis nicht eingehen wollten, auf eigene Kosten errichten:

Uhrenfabrik zu Berlin und Friedrichsthal (1781 für 141.235 Taler)


Papierfabrik in Spechthausen (1781 für 56.000 Taler)
Berliner Lackierfabrik (56.000 Taler)
Garnfärberei in Caputh (1765 für 30.000 Taler)

Mit den im Land hergestellten Manufaktur- und Handwerkswaren konnte nahezu die gesamte inländische Nachfrage befriedigt und außerdem ein größerer Export
erzielt werden, womit die notwendige Rohstoffeinfuhr fiskalisch mehr als ausgeglichen werden konnte. Die Handelsbilanz – 1740 noch mit einer halben Million
Talern im Defizit, 1786 mit drei Mio. Talern im Überschuss – wurde unter Friedrich dem Großen erstmals positiv gestaltet.

In der Zeit nach dem Tod von Friedrich II., von 1786 bis 1806, gab es Auseinandersetzungen in Preußen zwischen den Befürwortern des herrschenden
Merkantilsystems und den Verfechtern der neu aufkommenden liberalen Strömungen. Unter Friedrich Wilhelm II. begnügte man sich damit, einige der
protektionistischen Schranken und Verbote abzubauen:

Beseitigung von Monopolen (Tabaksadministration, Kaffeebrenn-Monopol, Zuckersiederei-Monopol) und gleichzeitiges Verbot neuer Monopole
Aufhebung von Zöllen und Akzisen (Seide, Baumwolle, Garn, Häute)
Beseitigung der verhassten französischen Regie (eine mit französischen Beamten besetzte Behörde der Finanzverwaltung, die in der
Bevölkerung sehr unbeliebt war)

Unter diesem gemilderten Protektionismus erlebte die preußische Wirtschaft einen, im Zuge einer guten äußeren Konjunktur, bedeutenden Aufschwung. Preußen
hatte in den eineinhalb Jahrhunderten zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 und dem Beginn der Napoleonischen Kriege 1806 deutliche
wirtschaftliche Fortschritte erreicht. Der modernste Staat des 17. und 18. Jahrhunderts gehörte um 1800 auch ökonomisch zu den am stärksten entwickelten
Staaten Europas. Gleichwohl arbeitete um 1800 immer noch die Mehrheit der erwerbstätigen Menschen in Preußen in der Landwirtschaft.
Wirtschaftsreformen, Technisierung, industrielle Revolution (1807–1871)

Die Katastrophe der napoleonischen Besetzung 1807 brachte Preußen auch wirtschaftlich an den Rand des
Zusammenbruchs. Insofern waren die Reformgesetze der Zeit nach 1806, was ihre wirtschaftlichen Bereiche und Folgen
betraf notwendig, um den Staat wirtschaftlich und finanziell am Leben zu erhalten und um einen späteren Befreiungskrieg
möglich zu machen. Die preußische Wirtschaftsreform nach 1806 gehörte zu den erfolgreicheren Neuerungsmaßnahmen
der preußischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die nominelle Bauernbefreiung war die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwungs der nächsten Jahrzehnte in
Preußen. Gleiches galt für die Gewährung der vollständigen Gewerbefreiheit, da diese überhaupt erst die Mobilität großer
Lokomotivfabrik von August Borsig,
Menschenmassen, die Bewegung der ländlichen Bewohner Preußens in die wachsenden Industriestädte des Landes
Berlin um 1847
möglich gemacht hatte. Die preußische Staatsverwaltung ihrerseits erreichte mit einigen wichtigen Maßnahmen, der zu
diesem Zeitpunkt darniederliegenden Wirtschaft des Landes auf die Beine zu helfen. Preußen verwirklichte mit dem
Handels- und Zollgesetz vom 26. Mai 1818 ein eigenes einheitliches Zollgebiet ohne Binnenzölle.[106]

Nachdem alle innerstaatlichen Handelsschranken in Preußen gefallen waren, wurde auf Initiative Preußens 1834 der
Deutsche Zollverein gegründet. Preußen hatte – unter anderem wegen seines zersplitterten Staatsgebiets – ein
Eigeninteresse daran, die Zollgrenzen im Deutschen Bund abzuschaffen. Diese Maßnahme beflügelte den innerdeutschen
Handel und trug zum Wirtschaftswachstum der folgenden Dekaden maßgeblich bei.

Im Zuge der Industrialisierung wurde eine Anzahl von Land-, Wasserwegen und Kanälen gebaut, welche quer durch
Deutschland den Westen mit dem Osten verbanden. Im Oberland West- und Ostpreußens entstand der Oberländische Das Gemälde Eisenwalzwerk
Kanal, der die Ostsee und Elbing im Norden mit Masuren im Süden verband. Mit der 1865 erfolgten Gründung der (Moderne Cyklopen) zeigt eine
Königlich Preußischen Elbstrom-Bauverwaltung wurde die Elbe in sechs Kreise eingeteilt, die den Brücken- und Fabrikhalle in Deutschland während
Kanalbau, die Fähren, Mühlen, Hafenanlagen und Deiche zu überwachen hatten. Vormals unbedeutende Regionen der Hochindustrialisierung, um 1875
(Ruhrgebiet, Saargebiet und Oberschlesisches Industriegebiet) entwickelten sich in der Zeit nach 1815, durch die
Ausbeutung von Kohlevorkommen und den späteren Eisenbahnbau zu prosperierenden Zentren von Montanindustrie und
Maschinenbau. Damit wuchs das wirtschaftliche Gewicht Preußens gegenüber Österreich im Deutschen Bund.

Im Eisenbahnbau hinkte Preußen lange Zeit international hinterher. Dies hatte auch für seine Wirtschaft Folgen. So kam es, dass amerikanisches Getreide,
englische und belgische Kohle und Roheisen und andere Artikel preiswerter als die heimischen Erzeugnisse waren. Dies lag daran, dass es in England, Belgien
und in den USA bereits effiziente Eisenbahnnetze für den Massengütertransport gab. Erste größere private Eisenbahnen wurden daher 1837 mit der Rheinischen
Eisenbahn-Gesellschaft (Köln – Aachen – belgische Grenze) und 1843 mit der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft vom Rheinland bis zu den schiffbaren
Häfen in Minden (mit Zugang zu den bremischen Häfen) angelegt. Der Staat Preußen selbst wurde im Eisenbahnbau 1850 mit der Königlich-Westfälischen
Eisenbahn-Gesellschaft und der Preußischen Ostbahn sowie 1875 mit der Berliner Nordbahn tätig. In der Folge wurden zunehmend private Eisenbahnen durch
finanzielle Unterstützung, durch Aufkauf oder durch Enteignung (nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866) der staatlichen Regie unterworfen.

Obwohl Preußen in wirtschaftlicher Hinsicht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Großmacht aufstieg, war der Hohenzollernstaat bis weit in das 19.
Jahrhundert hinein agrarisch geprägt.

Produktionszahlen wichtiger Industriegüter und Entwicklung des Eisenbahnstreckennetzes in


Preußen (1815–1913)[107]
Jahr Steinkohle Roheisen Stahl Eisenbahnnetz
1815 998.000 t – – –
1825 1.292.000 t 40.837 t – –
1835 1.709.000 t 65.591 t – –
1845 3.564.000 t 85.100 t – 845 km
1850 4.419.000 t 135.000 t 149.300 t 3.144 km
1855 8.670.000 t 301.400 t 317.400 t 4.353 km
1865 18.592.000 t 772.000 t 611.000 t 7.647 km
1875 33.520.000 t 1.393.000 t 1.346.000 t 13.703 km
1885 52.977.000 t 2.664.000 t 2.348.000 t 22.201 km
1895 72.751.000 t 3.778.000 t 4.346.000 t 26.700 km
1905 113.188.000 t 7.106.000 t 8.557.000 t 32.367 km
1913 180.057.000 t 12.260.000 t 11.860.000 t 36.032 km

Wirtschaft im Deutschen Kaiserreich (1871–1918)

Obwohl die politische Bedeutung Preußens im neugegründeten Deutschen Kaiserreich seit 1871 sank, stellte Preußen immer noch das wirtschaftlich mächtigste
Land des Kaiserreiches dar. Das in Preußen gelegene Rheinland, Berlin sowie Schlesien, die Provinz Sachsen und die Rhein-Main-Region waren denn auch die
wichtigsten Wirtschaftszentren des Reiches. Die Industrialisierung in Preußen nahm auch im Kaiserreich nach 1871 stetig zu. Dies zeigte der Anstieg des
Erwerbstätigenanteils, die in der Industrie, Handwerk und Bergbau beschäftigt waren. So stieg dieser Erwerbstätigenanteil im Sekundärsektor und Bergbau
zwischen 1871 und 1907 von 30,4 % auf 42,8 % an.

Allerdings verlief dieser Prozess regional unterschiedlich: In der Provinz Ostpreußen nahm der Anteil des Sekundärsektors und des Bergbaus von 1871 bis 1907
nur von 16,1 % auf 20,4 %, in der Rheinprovinz dagegen von 41,3 % auf 54,5 % zu. Allerdings lag der Industrialisierungsgrad Gesamt-Preußens lange Zeit noch
unter dem Reichsdurchschnitt.

Im Jahre 1913 wurde in Preußen 62 % des Nettonationaleinkommens des Deutschen Reiches erwirtschaftet. Die Zahl entsprach genau dem Anteil der preußischen
Bevölkerung an der gesamten Reichsbevölkerung.

Ab 1880 bis 1888 erfolgte die Verstaatlichung der meisten Privatbahnen. Am Ende des Ersten Weltkrieges bildeten die staatlichen preußischen Eisenbahnen ein
37.500 km großes Eisenbahnnetz. Die regelmäßigen Mehreinnahmen der Preußischen Staatseisenbahnen dienten auch dazu, den Staatshaushalt
auszubalancieren.[108]
Gesellschaft
Die Gesellschaft als Gesamtheit aller Individuen und Gruppen auf dem Territorium des preußischen Staats bildete keine einheitliche in sich abgeschlossene oberste
Leitkategorie aus, wie sie seit dem 19. Jahrhundert unter dem Begriff Nation zusammengefasst wurde. Es bildete sich weder eine homogene gesellschaftliche
Einheit oder eine Kulturnation aus. Auf dem Gebiet Preußens bestanden dagegen stets unterschiedliche regionale, kulturelle und soziale Welten. Die
Nationswerdung unter der Titulatur Preußen vollzog sich nach 1815 lediglich rudimentär und hauptsächlich auf die Altpreußischen Provinzen beschränkt, unter
Ausschluss der Neupreußischen Gebiete am Rhein und in Westfalen.[109]

Repräsentative (feudale) und bürgerliche Öffentlichkeiten

Noch in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts bestanden in Preußen und anderen europäischen Staaten nahezu ausschließlich repräsentative
Öffentlichkeiten. Deren systemimanente Merkmale trennten nicht ausreichend zwischen Privaten und Öffentlichen Charakter, sondern nur zwischen Gemeinen
und Besonderen. Träger der repräsentativen Öffentlichkeit war das Hofzeremoniell, also der preußische Hofstaat, das höfische Leben im Allgemeinen. Dies
bedeutete den Ausschluss des Volkes von der Öffentlichkeit. Alles nichhöfische war demnach Kulisse und in einer passiven zuschauenden Rolle eingezwängt,
während das Höfische die Bühne repräsentierte, auf die sich die Untertanen auszurichten hatten.[110]

Nach dem in der Fachliteratur zu dem Thema häufig wiedergegebenen Urteil des angesehenen Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas zersetzten sich aber im
weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts die feudalen Gewalten, Kirche, Fürstentum und Herrenstand, an denen die repräsentative Öffentlichkeit haftete, in eine
öffentliche und private Sphäre, nachdem seit dem Ende des 17. Jahrhunderts der Nachrichtenverkehr in Mitteleuropa allgemein zugänglich wurde und damit einen
öffentlichen Charakter gewann. Die Printmedien erhielten damit die Rolle von Türöffnern für die eingezwängte bürgerliche Schicht auf ihrem Weg zur eigenen
Mündigkeit. Zu den bedeutenden Periodika der Aufklärung zählte die Berlinische Monatsschrift. Der publizistische Stil enthielt in der Mehrzahl der Beiträge
einen diskursiven, dialogähnlichen Charakter.[111] Weitere namhafte Zeitungen waren die Schlesische Zeitung, Schlesische Provinzialblätter, Spenersche Zeitung,
die Vossische Zeitung (seit 1785: Königlich Privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen).

Aus der neu gewonnenen privaten Sphäre, die neben der staatlich-repräsentativen Öffentlichkeit entstanden war, entwickelte sich die Vorform der bürgerlichen
Öffentlichkeit. Dies war zunächst die literarische Öffentlichkeit. Die Grundlagen hierfür bildete die im 18. Jahrhundert in Europa und den Amerikas wirkende
Geistesströmung der Aufklärung. Diese förderte die Entstehung einer mündigen Schicht von Bewohnern, die sich nicht mehr nur als folgsame Untertanen mit
dinglichen, automatenhaften Grundzügen verstanden, sondern als selbstbewusste Individuen mit angeborenen Naturrechten. Da die Leserschaft eine genuine
Gruppe aus der sozialen Elite war, die sich selbstaufklärerisch fotbildete, entstand so eine neue soziale Kategorisierung, gemeinhin als das spätere
Bildungsbürgertum charakterisiert.

Die damit einhergehende wachsende Selbständigkeit dieser „Staatsbürger“ förderte die Bildung von autonomen gesellschaftlichen Netzwerken, die nicht mehr
durch monarchisch-staatliche Regelungen beeinflusst wurden. Die Netzwerke aus Vereinen und Gesellschaften funktionierten wie Foren als gedachte
Volksversammlungen mit freiem Rederecht. Sie sollten der privaten Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten, über sich selbst und die wichtigsten Fragen der Zeit
nachzudenken. Dies förderte die Entstehung von Lesegesellschaften. Einige Zirkel und Kreise trafen sich informell. Auch Buchhandlungen waren wichtige
Treffpunkte für die neugebildete Öffentlichkeit. Neben Lesegesellschaften, Logen und patriotisch-gemeinnützigen Gesellschaften gab es noch zahlreiche
literarische und philosophische Vereinigungen und Gruppen von Gelehrten, die sich auf Naturwissenschaft, Medizin oder Sprachen spezialisierten. Zu den
Praktikern dieser entstehenden Zivilgesellschaft gehörten in Preußen zur Mitte des 18. Jahrhunderts Schriftsteller, Dichter, Verleger, Club-, Gesellschafts- und
Logenmitglieder, Leser und Abonnenten. Diese intellektuellen Gruppen beschäftigten sich mit den großen Fragen der Zeit, literarischen ebenso wie
wissenschaftlichen und politischen. Bedeutende Persönlichkeiten der Zeit in Preußen waren beispielsweise Karl Wilhelm Ramler oder der Verleger Friedrich
Nicolai.

Im Ergebnis entstand aus der einstmals sehr stillen und lethargisch wirkenden preußischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts eine laute, lebendige und vielfältige
Öffentlichkeit mit offenen Diskursen.[112]

Die literarische Öffentlichkeit wandelte sich später weiter zu einer politischen Öffentlichkeit, die sich ausgehend von der obrigkeitlich reglementierten
Öffentlichkeit als Kritik an der öffentlichen Gewalt insgesamt etablierte. Förderlich war die, in Europa einmalige, zunächst aufgehobene Zensur nach
Herrschaftsantritt Friedrichs II. 1740. Kritik am politischen System und an den Monarchen war damit erstmals möglich geworden.

Dieser fundamentale Formierungsprozess wird auch als Berliner Aufklärung bezeichnet.

Grundsätzlich bestanden die feudalen und bürgerlichen Öffentlichkeiten bis zum Ende der Monarchie 1918 nebeneinander stehend fort, wenn auch ein stetiger
Substanz- und Bedeutungsverlust der monarchischen, adeligen Öffentlichkeitskultur erkennbar war.

Preußische Agrarverfassung
→ Hauptartikel: Preußische Agrarverfassung

Im 17. Jahrhundert hatten sich in den ostelbischen Gebieten des damaligen Brandenburg-Preußens die Gutsherrschaft durchgesetzt, die zu einer Entrechtung des
Bauernstandes führte. Frondienste und Schollenbindung prägte die persönlich Unfreie Schicht der Landbevölkerung fortan. Der preußische Staat wiederum
verfügte ab der Kreisebene abwärts nur über geringe Gestaltungskompetenzen. Wesentliche Befugnisse lagen in den Händen der adeligen Guts- und
Grundbesitzer, den Junkern in den verschiedenen Provinzen, fernab der Regierungszentrale in Berlin. Die Schicht der Gutsbesitzer zerfiel wiederum in eine sehr
kleine Anzahl von sehr wohlhabenden und Landvermögenden Adelsfamilien, die fast die gesamte Provinzpolitik kontrollieren konnten und einer größeren Zahl an
minderbedeutenden Gutsbesitzern, die nur geringen Einfluss auf die Provinz-, Kreis-, und lokale Politik nehmen konnten.

Soziale Mobilität war, solange es die Erbuntertänigkeit gab, nicht vorhanden. Erst mit der Bauernbefreiung Anfang des 19. Jahrhunderts änderte sich dies. Es
setzte durch die Freisetzung großer Landbevölkerungsteile eine regelrechte Landflucht in die großen Städte des Staates ein, wodurch eine der
Grundvoraussetzungen der einsetzenden industriellen Revolution, viele und billige Arbeitskräfte, erfüllt wurden.

Auch wenn die Macht der adeligen Gutsbesitzer abnahm, bildete diese erzkonservative und reaktionäre (Eliten)Schicht bis zum Ende des Königreichs einen
wesentlichen Grundpfeiler des preußischen Gesellschaftsvertrags.

Von der Ständegesellschaft zur Klassengesellschaft

In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts erlebte die ständisch geprägte Gesellschaft tiefgreifende Veränderungen. Diese waren in den Städten stärker als auf
dem Land. Die städtische Lebenswelt wurde vom Bürgertum geprägt. Diese soziale Klasse bestand traditionell aus dem zunftgeprägten Handwerkertum und
einigen Patriziern, die gleichzeitig die städtische Oberschicht in den Stadträten stellten. Durch das Aufkommen der Aufklärung und dem Merkantilismus um 1700
erfuhr diese soziale Schicht eine Zergliederung und Differenzierung, in deren Folge die kleinbürgerlichen Handwerker an den Rand gedrückt wurden. Stattdessen
formte eine kleine aber einflussreiche Schicht von Großbürgern, bestehend aus Manufakturbesitzern, Großkaufleuten und
Geldwechselbankiers die bürgerliche Oberschicht. Sie existierte in den größten Städten des Königreichs und besaßen
Geschäfts- und Wohnhäuser.[100] Bedeutende Vertreter der preußischen Oberschicht im 18. Jahrhundert wurden Johann
Ernst Gotzkowsky, Wilhelm Kaspar Wegely, Johann Jacob Schickler, Friedrich Heinrich Berendes. Auch die
Beamtenschaft des preußischen Staates bildete eine zunehmende prägnante städtische Gruppierung aus. Die im 18.
Jahrhundert häufig noch einquartierte Militärbevölkerung bestehend aus dienenden Soldaten, Invaliden und Soldatenfrauen
samt Kindern formten im 18. Jahrhundert eine rechtlich gesonderte Zwischenschicht zur Zivilgesellschaft.[113]

Auf dem Land existierte in den ostelbischen Gebieten eine ausgeprägte Junkergeprägte Gutsherrschaft fort. Die dortige
Gesellschaftskultur wurde in der Geschichtsschreibung oft mit „ökonomische Rückständigkeit“, „Junkerwillkür“ und
Der späte Schlafbursche von
Untertanengeist plakatiert. Beispielsweise gehörte Prügel zu einem verbreiteten Disziplinierungsmittel der Gutsherren. Die
Heinrich Zille
einfache Landbevölkerung gab sich königstreu und glaubte an die Legende vom „gerechten König“. Der Staat selbst
untersagte gröbere Bauernmisshandlungen stützte aber auch gleichzeitig die Gutsbesitzerschicht, da Frondienste und
Schollenpflicht lange Zeit durch den Staat geduldet waren. Gegen Bauernrevolten, die es mehrfach in Schlesien von 1765
bis 1793, 1811 und 1848 gegeben hat, setzte der Staat Militär ein. Bauernbefreiung, Ablösung, Landflucht und die langsame
Durchsetzung der Lohnarbeit führten zu einer langsamen Veränderung der ländlichen Verhältnisse.[114]

Im 19. Jahrhundert veränderten sich die Segregationskriterien der Gesellschaft von den bis dahin üblichen Geburtsständen zu
Erwerbsklassen, definiert durch die Position in der sich nach Adam Smith geprägten formierenden Wirtschaftsordnung des
Manchesterkapitalismus. Übriggeblieben ständische Überreste und staatliche Eingriffe prägten die Gesellschaftsentwicklung im
19. Jahrhundert mit. Aufgrund der hohen sozialen Ungleichheit in den gesellschaftlichen Strukturen mit starken
Einkommensunterschieden, formte sich in den Städten eine prägnante ökonomische Unterschicht aus. Diese bestand aus
Manufakturarbeitern, die erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts als eigene soziale Schicht eine selbstbewusste Ausformung erfuhr.
Tagelöhner, Bettler formten erhebliche Anteile an der Zivilgesellschaft Preußens im 18. und 19. Jahrhundert. Die unteren
(groß)städtischen Schichten lebten häufig als Schlafgänger an der Grenze zur Obdachlosigkeit.
Heinrich Zille:
Die Klassengesellschaft erodierte nur langsam durch Bildungsentwicklung und berufliche Ausdifferenzierung, Standesunterschiede auch
Wohlstandszunahme und Interventionen des Staates. beim Sitzen. (Comtor für
Comte, frz. Graf)

Feudal-kapitalistische Herrenkaste

Preußens Herrschaftssystem basierte auf die Königsherrschaft. Der König sicherte seine Macht auf dem Land durch den
Landadel und in den Städten durch seine Garnisonen und die staatliche Bürokratie. Das städtische Bürgertum als
politischer Akteur blieb zunächst nur in der lokalen städtische Selbstverwaltung erhalten. Die Aufklärung förderte das
Aufkommen einer neuen Zwischenbürgerlichen Schicht von Bildungsbürgern, die neue Ideen und Konzepte zur Teilhabe
entwickelten und sich Mitsprache einforderten. Die Feudalklasse geriet dadurch erstmals zwischen 1789 und 1815 in die
Defensive, konnte sich aber wieder konsolidieren, bis es zum zweiten Mal seit dem Vormärz erneut von der weiter
erstarkten bürgerlichen Klasse herausgefordert wurde.

Das (politische) Bürgertum hatte sich nach der verunglückten Revolution von 1848 erneut zurückgezogen und sich wieder
auf seine wirtschaftlichen Kernkompetenzen reduziert. Die politische Macht überließ es wieder den „alten Eliten“. Die
Transformation von der Agrar- zur Industriegesellschaft führte zwar nicht zu einem Wandel der feudalistisch geprägten
politischen Machtstrukturen, dafür aber zu tiefgreifenden Änderungen in der Zusammensetzung der Sozialstrukturen.

Entlang neuer sozioökonomischer Konfliktlinien entstanden neue Interessengruppen. Diese besaßen zwar keine politische
Unterschiede eines Junkers und
Macht, hatten aber auf Grundlage ihrer Verfügungshoheit über Kapital, Produktion und Arbeit bedeutende Machtmittel, die
eines Arbeiters in Preußen um 1900
ihnen großen Einfluss auf die staatliche Politik gewährte. Sie repräsentierten neue Eliten, die zu den alten Feudaleliten seit
1850 aufschlossen. Die neuen Eliten sammelten sich in freien Unternehmerverbänden jenseits der schon länger
bestehenden öffentlichen Industrie- und Handelskammern. Im Staat selber behielten die alten Feudaleliten mit
einem Anteil von einem bis zwei Dritteln ihre tonangebende Stellung. Diese sozial etablierte und uniformierte
Schicht stammte überwiegend aus den mittleren und östlichen Provinzen Preußens und hatten eine ländliche
Prägung, protestantisch, männlich und adelig. Sie nahmen für sich in Anspruch, das Gemeinwohl zu
verkörpern. Ihre Ausformung und ihr Habitus entsprach dem Entwicklungsstand des politischen Systems in
Preußen, mit seiner unfertigen Verfassung, wonach sich der monarchisch-bürokratische autoritäre Staat in
einer Mischung aus Bevormundung und Fürsorge seine unmündigen Halbbürger und ehemaligen Untertanen
beherrschte.

„Er werde sich zunächst einige Jahre mit der rekrutendressierenden Fuchtelklinge amüsieren. Nach
der Militärzeit werde er ein Weib nehmen, einige Kinder zeugen und auf dem väterlichen Gut das
Land bebauen. (...) In zehn Jahren (...) werde er ein fettgemästeter schnurrbärtiger Gutsherr sein, der
eine (...) Abscheu vor Juden und Franzosen hegt und Hunde und Bedienstete auf das Brutalste
prügelt, wenn er von seiner Frau tyrannisiert wurde. Zu des Königs Geburtstag werde er sich
besaufen, 'Vivat' schreien und ansonsten über Pferde fachsimpeln.“
– LEBENSWEGPLANUNG EINES TYPISCHEN OSTELBISCHEN JUNKERS, NACH BISMARCK[115]

Allerdings verlor der Adel durch die Industrialisierung seine auf Grundbesitz und Landwirtschaft beruhende „Sie kommen nächstes Jahr nicht wieder nach
ökonomische Vorrangstellung an die Bourgeoisie. Was sie behielten, war das Renommee und ihr Europa Miss Astor?“ - „Nein, Papa verträgt so
gesellschaftlicher hoher Rang, das den Großbürgern in Preußen vorenthielten blieb. Dem schwer den Armeleutgeruch der europäischen
Wirtschaftsbürgertum fehlte anders als in dem Angloamerikanischen Kulturraum – ein eigenständiges Finanzwelt.“
Klassenbewusstsein in Preußen. Stattdessen biederten sich die bürgerlichen Eliten den alten Feudaleliten an.
Erläuterung: Blick auf die USA / American way of
Als Verzicht für die Teilhabe an der politischen Macht erhielten sie vom Adel Aufnahme in die Adelsklasse
life
(Verheiratung, Nobilitierung). Dadurch erhielten sie den gleichen Rang und die Reputation in der preußischen
die neue preußische Elite: Die oberen
Gesellschaft. Auch sonst kopierten die „Neureichen“ den Lebensstil des Adels und kauften und bezogen zum
Zehntausend / Adel und Geldadel 1908 in Preußen
Beispiel Rittergüter. Es kam zu einer quasi-Verschmelzung einer Feudal-kapitalistischen Herrenschicht in
Preußen[116].

Gesellschaftspolitische Bewegungen
Die Differenzierung der sich ausprägenden staatsfernen Zivilgesellschaft nahm im 19. Jahrhundert an Fahrt auf. Sowohl die bürgerliche Klasse als auch die
Arbeiterklasse bildeten weitere eigene Unterschichten aus, die sich ebenso in verschiedene gesellschaftliche Richtungen heterogenisierten und entfalteten.

Nationalliberalismus, Preußischer Patriotismus, Deutscher Nationalismus

Aus den Erschütterungen der französischen Revolution ergaben sich in Deutschland Einigungsbestrebungen, die vor allem von der aufgeklärten, städtisch
geprägten bürgerlichen Klasse getragen wurde. Nach Jena gründete sich der Tugendbund in Königsberg 1808. Dieser galt dem König als die erste revolutionäre
Zelle, einer Bewegung, die es in Wirklichkeit als geschlossene Formation gar nicht gab.[117] Als intellektuelle Anführer galten Ernst Moritz Arndt, Friedrich
Schleiermacher und Johann Gottlieb Fichte.

Die Anhänger der deutschen Einigungsbestrebungen gehörten in den Befreiungskriegen überproportional oft zu den Kriegsfreiwilligen in Preußen. Bürgerwehren
und Freiwilligenverbände waren Ergebnisse der Patriotismuswelle. Insgesamt 30.000 Mann der preußischen Streitkräfte, rund 12,5 Prozent der Gesamtstärke
machten diese Freikorps aus, von denen die Lützowschen Jäger die Berühmtesten waren. Es handelte sich hier um eigenständige, zudem bewaffnete
Gruppierungen außerhalb der monarchischen Strukturen. Der emotionale Patriotismus der auch mit potenziell subversiven Visionen versehenen Freiwilligen war,
von der Vorstellung einer idealen politischen Ordnung für Deutschland und Preußen durchdrungen. Sie leisteten ihren Eid nicht auf den König, sondern nur auf
das deutsche Vaterland. Sie begriffen den Krieg gegen Frankreich als Aufstand des Volkes.[118] Die gemeinsame Schnittmenge politischer Inhalte zum
monarchischen System war damit denkbar klein.

Die deutsche Nationalbewegung war in dieser Phase eng mit dem Liberalismus verbunden. Gerade dessen linker Flügel zielte auf eine nationale Demokratie ab:
Die als anachronistisch und reaktionär empfundene Kleinstaaterei sollte durch einen liberalen Nationalstaat gleichberechtigter Staatsbürger abgelöst werden.

Aus der jugendlichen politischen Unzufriedenheit nach dem Ende der Befreiungskriege, die das Ende der nationalen Hoffnungen bedeuteten,[119] bildeten sich die
vor allem für Preußen wichtige Turnerbewegung und die burschenschaftlichen Gemeinschaften als quasi-politische Zentren heraus. Die Bewegung breitete sich
rasch auf andere Universitäten aus.[120] Nach dem Wartburgfest wurden beide Bewegungen aus Angst vor einem Wiederaufflammen des Jakobinismus verboten.
Die nationale und liberale Bewegung wurde dadurch organisatorisch schwer getroffen und in ihrer Entfaltung für 20 Jahre zurückgeworfen. Die deutsche
Nationalbewegung unter Führung von Barthold Georg Niebuhr, Friedrich Ludwig Jahn, Karl Theodor Welcker, Joseph Görres zählte bis dahin rund 40.000
Anhänger.[121]

Der eingetretenen konservativen Wende in Preußen begegneten viele aus dem Bürgertum durch einen Rückzug ins Häusliche. Ein apolitischer, auf Behaglichkeit
und Beschaulichkeit ausgerichteter Wohn- und Lebensstil mit einem ausgeprägten geselligen Leben mit starken Anleihen bei der Romantik setzte sich bei den
besser gestellten bürgerlichen Kreisen durch. Der Begriff Biedermeier veranschaulicht den durch die reaktionäre Politik erzwungenen Rückzug ins private
Häusliche.[122] Trotz Restauration der monarchischen Ordnung wurde vor allem im Bürgertum und an den Universitäten weiterhin für liberale und nationale Ideen
geworben.

Die staatlichen Akteure lernten auf lange Sicht, das Mobilisationspotenzial der Idee von der Nationalen Einigung für sich nutzbar zu machen. Es entstand eine
Synthese, in der populäre und dynastische Elemente als komplementäre Bestandteile angesehen wurden. trotz aller Widersprüche und Gegensätzlichkeiten wurde
der preußische Krieg gegen Napoleon letztlich zu einem nationalen Befreiungskrieg umgewidmet und die Nationalliberale Bewegung wurde damit staatlicherseits
eingehegt.[123]

Arbeiterbewegung

Die Arbeiterbewegung war die größte demokratische Emanzipationsbewegung Preußens.[124] Sie bildete einen Teil des europäischen gesellschaftlichen
Emanzipationsprozesses zwischen 1789 und 1918. Der Bedarf ergab sich einmal aus den sozialen Folgen (soziale Frage) der Industrialisierung,
Bevölkerungsexlposion und Landflucht, die eine breite Schicht verarmter und besitzloser Tagelöhner und rechtloser Lohnarbeiter erzeugt hatte (Pauperismus).

Zudem hatte das Bürgertum in Preußen erkennbare Mühe, seine Interessen gegenüber den traditionellen Führungsschichten durchzusetzen. Politisch war die
Bürgerliche Klasse nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 nachhaltig geschwächt worden und akzeptierte die von oben vorgegebenen Strukturen und
fügte sich fortan darin ein. Die damit ausgefallene Rolle als Erneuerungskraft und Reformationsgruppierung übernahm fortan die Arbeiterschaft.[125]

Die Prologereignisse zur Gründung der Arbeiterbewegung, formiert in Arbeitervereinen, der Sozialdemokratischen Partei und Gewerkschaften, bildete die
Revolution von 1848. Ihre formative Phase vollzog sich in den 1860er und 1870er Jahren. Zunächst entstand aber im April 1848 in Berlin das Central-Comité der
Arbeiter unter Führung von Stephan Born, der für den 23. August einen Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Kongress nach Berlin einberief. Dort gründete sich die
Allgemeine Deutsche Arbeiterverbrüderung.[126] Mit der Neuen Ära in Preußen beeinflusst entstand eine neue Nationalbewegung und mit ihr, teilweise auch
rekursiv beeinflusst, entstanden neue Arbeitervereine. Diese strebten nach Autonomie von der bürgerlich-liberalen Bevormundung und forderten seit 1862
unabhängige Arbeitervereine. Daraus ergab sich die Formierung des ADAV, dessen Wirkungsbereich die Kerngebiete Preußens umfasste. Insgesamt war die
Arbeiterbewegung gesamtdeutsch organisiert, wie die Gründung der SPD, 1869 zunächst als SDAP in Eisenach zeigte. Ihr organisatorisches und
Netzwerkbezogenes Zentrum bildete fortan Leipzig.

Die Sozialdemokratie stand der Bismarckschen Politik kritisch gegenüber und wurde zur systemablehnenden Oppositionspartei. Dieser reagierte mit den
Sozialistengesetz und begann eine Verfolgungswelle.[127]

Bildung

Im Zuge der Frühaufklärung und des Wirkens des Halleschen Pietismus im preußischen Staat erfolgte 1717 durch
königlichen Edikt die Einführung der allgemeinen Schulpflicht in den preußischen Staaten. Die damalige nur gering
ausgeprägte Staatsverwaltung verfügte nicht über die Möglichkeiten, den Schulbesuch zu kontrollieren. Auch mangelte es
an den nötigen Finanzen, um ein flächendeckendes und professionelles Schulsystem zu etablieren. Die entstehenden
Dorfschulen vom Niveau einfacher Klippschulen wurden weiterhin von Küstern geleitet. Das Edikt von Friedrich Wilhelm
I. zeigte in der Praxis wenig Wirkung, bildete aber die Grundlage für das Generallandschulreglement, das Friedrich II.
1763 erließ. Gesetzlich wurde damit noch einmal die Schulpflicht bestätigt und vertieft. Es sah eine Schulpflicht von acht
Friedrich Wilhelm I. in der Schule
statt sechs Jahren vor. Der Unterricht sollte regelmäßig je drei Stunden vor- und nachmittags stattfinden, nach einem festen Gemälde von Adolph Menzel
Lehrplan und mit ordentlich ausgebildeten Lehrer. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts gingen nur knapp 60 Prozent der
Kinder regelmäßig zum Unterricht. Das änderte sich erst, als die Kinderarbeit gesetzlich verboten wurde.[128]

1804 gab es auf dem Territorium des preußischen Staats acht Universitäten.[129]
Universität Studenten Stand
Universität Halle 634 1802
Universität Königsberg 300 1802
(Universität Erlangen) 300 1801
Universität Breslau 239 1803
(Talmudschule) Fürth 200 1797
Brandenburgische Universität Frankfurt 180
Alte Universität Duisburg 67 1804
(Universität Erfurt) 50

Zusätzlich gab es die Preußische Akademie der Künste und die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin, die als akademische Gelehrte
Gesellschaften um 1700 in Berlin gegründet wurden und ein großes Renommee im internationalen Künstler und Wissenschaftsgefüge aufbauten.

Im Zuge der Preußischen Reformen kam es auch zur Reform des Bildungssystems, zu dem Wilhelm von Humboldt beauftragt wurde. Dieser legte ein liberales
Reformprogramm vor, das die Bildung in Preußen völlig umkrempelte. Das Königreich erhielt ein einheitliches, standardisiertes öffentliches Bildungssystem, das
die aktuellen pädagogischen Entwicklungen aufnahm (Pestalozzis Pädagogik). Neben der Vermittlung von Fach- und technischen Fähigkeiten sollte vor allem die
geistige Selbständigkeit der Schüler gefördert werden. Es entstand eine zentrale Abteilung auf Ministerialebene, die für die Erstellung von Lehrplänen,
Lehrbüchern und Lernhilfen Zuständigkeit erhielt. Lehrerkollegien wurden gegründet, um für die chaotischen Grundschulen geeignetes Personal auszubilden. Es
entstand ein standardisiertes System staatlicher Prüfungen und Inspektionen.[130]

1810 folgte die Gründung der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin, als Friedrich-Wilhelms Universität. Diese erlangte bald danach eine vorherrschende
Stellung unter den protestantischen deutschen Staaten.[131]

Die Ausweitung und Professionalisierung der Lehrerausbildung machte nach 1815 rasche Fortschritte. In den 1840er Jahren besuchten mehr als 80 Prozent der
Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren eine Grundschule. Eine ähnlich hohe Quote erreichten zu der Zeit lediglich noch Sachsen und Neuengland.
Entsprechend niedrig war auch die Analphabetenquote.

Preußens Bildungssystem und die Wissenschaftsförderung wurden seit dem frühen 19. Jahrhundert auch international als vorbildlich angesehen.[132] Bewundert
wurden die Effektivität, die breiten Zugangsmöglichkeiten und der liberale Ton der Einrichtungen. Den Kindern wurde bereits zu dieser Zeit beigebracht, ihre
geistigen Fähigkeiten selbst einzusetzen, durch Lehrer, die sich dabei nicht mehr der klassisch-autoritären Mittel (Prügel) bedienten. Bestrafungen von
Fehlverhalten oder Mittel der Angsterzeugung gehörten nicht mehr zum damaligen Erziehungsrepertoir des Lehrpersonals. Im zeitgenössischen Urteil
internationaler Zeugen aus fortschrittlichen Gesellschaften überwog die Verwunderung über die zeitgleiche Existenz eines so fortschrittlichen pädagogischen
Systems innerhalb eines despotischen Staatswesens.[133]

Kultur

Begriffsbestimmung

Zur preußischen Kultur werden die Kernbereiche Staatskultur (Gebäude, Denkmäler, Feiern), Kulturstaatlichkeit
(Staatliche Förderung und Aufsicht in Schulen, Hochschulen, Museen, Theater usw.) und die staatsferne Zivilgesellschaft
(Freie Kunstszene, Großstadtleben, Arbeiterbewegung) aber auch im weiteren Sinne die Bereiche Bildung, Wissenschaft
sowie die christlichen Kirchen mit einbezogen.

Die Kultur im Königreich Preußen umfasste die geistigen und gesellschaftlichen Lebensformen, materiell wie immateriell.
Der Kulturbereich war mehrfach untergliedert. Den Kern bildete der Hochkulturbereich, wozu die bildenden Künste
(Malerei, Bildhauerei, Architektur) zählen. Ergänzend kommen Musik, Literatur sowie die Gesamtkunstgenres Theater,
Oper dazu. Bildungs- und Wissenschaftsdisziplinen, Religion und Staatskultur (Gedenktage, Denkmäler, Rituale)
vervollständigten den erweiterten Kulturbegriff.

Die Kultur Preußens gliederte sich in den Jahrhunderten in die europäisch dominierten Kunstepochen (Barock, Die Ankunft der Lustjacht „Friedrich“
Klassizismus, Sturm und Drang, Romantik, Biedermeier, Impressionismus, Historismus, Gründerzeit, Jugendstil, am 8. März 1708 in Berlin war ein
Expressionismus) aber auch nach regionalen Gesichtspunkten. Kultur und Kunst sollte Ausdruck und Weltdeutung vielbeachtetes
schaffen und den Staat, Kirche oder soziale Gruppen repräsentieren.[135] öffentlichkeitswirksames Ereignis.
Die Jacht war eine von drei
Lustjachten des Königs und soll
Entwicklung 100.000 RT gekostet haben. Sie
diente vor allem der Verherrlichung
Das preußische Gebiet galt im 17. Jahrhundert als kulturell zurückgeblieben gegenüber den anderen Reichsterritorien. Bis des preußischen Königtums, in
die Bürgerliche Klasse formiert war, gingen vornehmlich von der kleinen Schicht des Hochadels Kulturförderungen dessen Dienste die Kulturwerke
aus.[136] Unter Friedrich Wilhelm von Brandenburg wurden bedeutende kulturelle Fortschritte erzielt, die sein Nachfolger dieser Zeit gestellt wurden[134]
Friedrich III./I. intensivierte. In der Bildnismalerei wirkte sich die Berufung von Antoine Pesne 1710 nach Berlin als
Hofmaler entscheidend aus, da dieser in seiner 46-jährigen Wirkzeit zahlreiche Schüler ausbildete und überregional
wirkte.[137] Das erste öffentliche Denkmal Berlins, das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten wurde zu einem Hauptwerk der Barock-Plastik.

Nach der ersten kulturellen Blüte zur Anfangszeit des preußischen Königreichs unter Friedrich I. erfolgte 1713 unter dem Nachfolger Friedrich Wilhelm I. ein
abrupter Einschlag allen kulturellen Lebens, der bis 1740 anhielt. Militärisches drang in das gesamte kulturelle Leben ein. Die Bildnismalerei in Preußen
entwickelte sich stark zurück. Die Mittelmäßigkeit der Kunstwerke des Hofmalers Dismar Degen waren stilprägend für den gesamten Kunstsektor Preußens dieser
Zeit. Mit Herrschaftsantritt Friedrichs II. entfaltete sich wieder eine höhere Kultur im preußischen Staat. Friedrich II. forcierte den Auftrag des Staates zur Hebung
der Landeskultur und bediente gleichzeitig das eigene monarchische Repräsentationsbedürfnis. In den 1740er Jahren entstand die erste Oper Preußens, die
Königliche Hofoper zu Berlin, später ergänzt um eine königliche Bibliothek als Bestandteil des Forum Fridericianum in Berlin. Die Pläne für den Platz wurden
bereits Bestandteil umfangreicher Diskussionen in der sich formierenden preußischen Öffentlichkeit über Publikationen in den Berliner Zeitungen und Gesprächen
der Salons. Der zentralste Platz Preußens wurde ein Residenzplatz ohne eine Residenz, wodurch es sich von allen anderen europäischen Schlossplätzen
unterschied. Mit dieser heraugehobenen stadtplanerischen Anlage verdeutlichten die Macher, das die Repräsentation des Staates von der der preußischen Dynastie
entkoppelt war.[138]
In der Herrschaftszeit Friedrichs II. entstand eine regionale Ausprägung der übergeordneten Bau- und Kunstform des
Rokokos, das als Friderizianisches Rokoko bezeichnet wird. Der Dekorationsstil ist im Vergleich zu anderen
Ausprägungen dieser Zeit meist zurückhaltender, zierlicher und eleganter. Der Stil ist eng mit den Arbeiten des Stuckateurs
und Bildhauers Johann August Nahl der Ältere und des Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff verbunden.[139]

Der Staat Preußen unterhielt fortan eine Hofkapelle auf dem finanziellen Niveau einer mittelgroßen Macht. Der Gemälde eines preußischen
Residenzenausbau im Berliner Raum wurde intensiviert. Es entstanden dutzende neue auf Repräsentation und Hofmalers: „Sauhetze während einer
Prachtentfaltung ausgerichtete adelige Stadtpalais in Berlin. Neue Theatergebäude wie kurzzeitig das Französisches Jagd Friedrich Wilhelms I. im Süden
von Potsdam oder bei Wusterhausen
Komödienhaus oder das Königliches Schauspielhaus in Potsdam entstanden und boten die Bühne für das sich entwickelnde
im Herbst in den 1730ern“;
Theaterwesen Preußens.
Grobheit, Unbeholfenheit und
Ungerichtetheit kennzeichnen das
Beginnend mit den Friedensjahrzehnten die nach 1763 folgten begann in Preußen eine kulturelle Blüte. Sie setzte sich
frühe Entwicklungsstadium der
unter Förderung der folgenden Könige tendenziell verstärkend auch nach 1800 fort. Berlin wurde neben Weimar und als
preußischen Kunst, in einem Staat,
dessen Nachfolge wichtigstes geistig-kulturelles Zentrum Deutschlands.
der seinen Klimax noch nicht erreicht
hatte
Andreas Schlüter eröffnete, die Hofbaumeister Johann Friedrich Grael und Philipp Gerlach prägten, Carl Gotthard
Langhans und Friedrich Gilly vollendeten den preußischen Stil.[140] Die Einflüsse des preußischen Staats durch die
Regierungspolitik auf die Gesellschaft formten die Ausprägungen und Bildung kultureller Formen mit. Dementsprechend
wirkte sich auch der Militarismus, das preußische Beamtentum mit seinen postulierten Tugenden und Kants Philosophie
auf die Ausprägung des preußischen Stils aus. Darin drückte auch der maskuline Charakter des preußischen Staats,
verstanden als Vaterland aus.

Für die Gesamtheit der kulturellen Erscheinungen in Preußen für die Zeit des Klassizismus gilt der Begriff Preußische
Klassik. Das Entstehen der Preußischen Klassik hing zeitlich eng mit der politischen Expansion des Machtstaats Preußen
zusammen. Diese generierte die Mittel aber auch den zunehmenden Bedarf und Anspruch auf eine angemessene kulturelle
Ausdrucksform der hinzugewonnenen Möglichkeiten und des erhöhten Status. Nach der einflussreichen Programmschrift
des Kunsthistorikers Arthur Moeller „Der Preußische Stil (1916)“ war für ihn die Preußische Klassik subsummierter
Gemälde von Adolph Menzel:
Anspruch (der herrschenden Eliten), aus der Idee einer «vornehm-spartanischen Lebensart», künstlerische
Kronprinz Friedrich besucht den
Ausdrucksformen zu entwickeln. Daraus entstanden beispielsweise die in der Kunstwelt sowohl als «geschmackvoll» aber preußischen Hofmaler Pesne
auch «karg» (oder „edelkalte“ Formen) geltenden Landschlösser und Herrenhäuser der Mark Brandenburg.

Architekturgeschichtlich gipfelte der sowohl politisch als auch kulturell zu verstehende Anspruch der Preußischen Klassik
in der Nachahmung einer neuen Dorischen Ordnung ähnlich dem Antiken Vorbild.[141] Die Nordgriechischen Dorer galten ähnlich wie der preußische Staat in
ihrer zivilisatorischen Frühphase ebenso in kultureller Hinsicht der übrigen griechischen Welt unterlegen und setzten eher auf harte, kriegerische Politikmittel, die
ihnen die Eroberung des Antiken Griechenlands ermöglichte. Die angenommenen historischen Parallelen zwischen Dorern und Altpreußischem Staat, die
kurzgefasst nach zeitgenössischer (preußischen) Erklärungsmustern, «mit wenig mehr als unfruchtbaren Boden, Willenskraft und Organisationstalent eine
Großmacht formten», führte zu spiegelbildlichen Wiedererkennungswirkungen zeitgenössischer Akteure in kulturellen Bereichen Preußens. Die so
versinnbildlichte Vorbildwirkung Dorischer Kunst führte zu intensiven künstlerischen Bezugnahmen und Nachahmungen in den künstlerischen Werken in
Preußen.[142]

In der Bildhauerei entstand 1785 die Strömung der Berliner Bildhauerschule. In der Literatur taucht für diese Phase der Begriff Berliner Romantik auf. Bedeutende
Einzelpersönlichkeiten auf kulturellem-gesellschaftlichem Gebiet in Preußen wurden u. a. Karl Friedrich Schinkel, Albert Dietrich Schadow, Wilhelm und
Alexander von Humboldt, Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Carl von Savigny, Heinrich von Kleist, Christian Friedrich Tieck,
E.T.A. Hoffmann (Berliner Romantik). Die vielfach gebrauchte Bezeichnung von Spree-Athen für Berlin beschreibt den damaligen in Preußen herrschenden
kulturellen Geist.[143]

Staat

→ Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Preußens

Charakteristiken und Merkmale

Die Entwicklung des preußischen Staats war eingebettet in die europäische Gesellschaftsentwicklung. Das bedeutet, das jede Entwicklung die sich in Preußen
vollzog stets zeitgleich oder zumindest verzögert die Strömungen von außen aufnahm und auf die spezifisch preußischen Bedürfnisse anpasste. Eine autonome
Eigenentwicklung aus sich heraus fand folglich nicht statt, sondern der Staat und die Gesellschaft wandelte sich nach isomorphischen Gesichtspunkten nach den
Vorgaben der gesellschaftlichen Vorreiter aus den Niederlanden, Frankreich und England.

Der Beginn der modernen europäischen Staatenentwicklung in der Frühen Neuzeit führte zunächst über die Säkularisierung öffentlicher Macht unter
Hinausdrängung der Katholischen Kirche aus allen weltlichen Machtbereichen im Zeitalter der Renaissance. Nachdem dieser Prozess abgeschlossen war, gingen
die so gestärkten weltlichen Territorialfürsten daran, sich einen eigenen Unterbau zu schaffen, der die vorhandenen ständisch geprägten Verwaltungsstrukturen
überformte.[145] Dieser Prozess begann im 17. Jahrhundert, maßgeblich programmatisch definiert im Leviathan und war um 1750 in Preußen abgeschlossen. Bis
zu diesem Zeitpunkt war der preußische Staat ein Schwacher Staat. Die schwach entwickelte Staatlichkeit galt gleichermaßen für alle damaligen Staaten weltweit.
Bereits zu dieser Zeit entwickelte sich in Preußen eine prägnante Ausformung eines Rechtsstaats, die zu dieser Zeit als vorbildlich galt (vgl. Müller-Arnold-Fall).
Getragen wurde der Staat vornehmlich von seiner professionalisierten Beamtenschaft. Der preußische Staat trug daher Züge eines typisierten Beamtenstaats mit
ausgeprägter Bürokratie, was eine geregelte Aktenführung, Schriftlichkeit, Unbestechlichkeit und weitere Merkmale nach Max Webers Modell einbezog. Da die
Amtsträger ihr Handeln unzureichend legitimieren mussten, galt der preußische Staat zeitwährend auch als Obrigkeitsstaat.[146]

Danach führte das Wirken neuer geistiger Strömungen dazu, das weitere bürgerliche Einflussgruppen in das Zentrum der Macht drängten und Mitsprache
forderten. Daraus ergab sich nach langwierigen innenpolitischen Kämpfen zwischen den monarchischen Kräften und Reformern im Zeitraum von 1790 bis 1850
der preußische Verfassungsstaat.[147]

Der Staatscharakter wandelte sich in dem Zeitraum nicht nur politisch, sondern auch durch seinen stetigen Aufgaben-, Ausgaben- und Personalaufwuchs
institutionell. Zunächst war der Staat aber nicht viel mehr als ein Privatinstrument des Landesfürsten zur Sicherung seiner Machtstellung nach innen und außen. In
Preußen wurden zeitweise 90 Prozent der Staatsmittel nur für die Armee verwendet. Während bereits mehr als 100.000 Mitglieder als quasi-öffentliche Mitarbeiter
im Armeedienst ihren Dienst verrichteten, bestand die Verwaltung um 1750 aus weniger als 1000 Personen. Dieses Missverhältnis bedingte, das der preußische
Staat zeitwährend und auch in der Nachbetrachtung als Militärstaat oder auch Militärmonarchie eingestuft wurde.
Später erweiterten sich die Funktionen dieses Ordnungsstaats, je stärker die Gesellschaft sich
entwickelte. Neue Standards, Technologien bedingten neue Aufgabenfelder, die vom Staat unter
Leitung der Administration erschlossen wurden.

Der Staat im Sinne eines heute üblichen Sozialstaats oder auch Wohlfahrtstaats begann sich erst in den
letzten Dekaden um 1900 in Ansätzen zu entwickeln. Bis dahin waren ordoliberale Vorstellungen im
Staatsbereich vorherrschend.

Ausgehend von einem angesammelten monarchischen Territorienkonglomerat (Composite Monarchy),


entwickelte sich der Zentralstaat erst nach und nach. Die preußischen Staaten des 18. Jahrhunderts
hatten sämtlich eigene überkommene innere Verwaltungsstrukturen gebildet, die seit dem
Spätmittelalter und der Ausbildung des Ständewesens entstanden waren. Die lokalen und regionalen
(ständischen) Akteure dieser Strukturen wie zum Beispiel die Kreisorganisationen, Kreisausschüsse
oder Kreistage innerhalb eigener Landschaften bestanden bis zu Beginn der preußischen Reformen
fort. Auch die immediatären Städte, die Güter des landsässigen Adels mit allen darauf befindlichen
Dörfern, Vorwerken und Menschen und die Ämter der Domänengüter des Königs bildeten zusammen Kaiser Wilhelm II. bei einer Militärparade am 9. Februar
die örtliche und überörtliche Verwaltungsebene unter dem sich ausprägenden Gesamtstaat und seinen 1894 im Lustgarten in Potsdam.
Farblithografie von Carl Röchling (1855–1920);
eigenen Provinzialinstitutionen. Die häufige Kleinteiligkeit dieser organisch verwachsenen Strukturen
Redeauszug des Deutschen Kaisers Wilhelm II. in Potsdam
und auch deren tradierte und fortwährende Erhaltungsbestrebungen durch ihre Mitglieder im
am 23. November 1891 bei einer Rekrutenvereidigung:
Austausch mit den zentralen Staatsstrukturen lähmten den politischen Prozess. Neuerungen und
Veränderungen vollzogen sich langsam und mühselig. Um 1800 führte dies zu allmählichen
„Rekruten! Ihr habt jetzt vor dem
fundamentalen Veränderungbestrebungen, die von der Staatsspitze aus angeschoben wurden.
geweihten Diener Gottes und
angesichts dieses Altars Mir die
Die preußischen Landesteile wurden 1815–1818 im Zuge der Verwaltungsreformen nach den
Treue geschworen. Ihr seid noch
gewonnenen Freiheitskriegen gegen Napoleon und den Territorialgewinnen im Zuge des Wiener
Kongresses 1815 in eine moderne Organisation aus Provinzen, Regierungsbezirken und Landkreisen zu jung, um die wahre Bedeutung
des eben Gesprochenen zu
überführt.
verstehen, aber befleißigt euch
Der Staat Preußen gliederte sich ähnlich wie die Staaten heute auch in eine Gesamtstaatliche Ebene, zunächst, dass ihr die gegebenen
eine Länderebene (Provinzen) und eine kommunale Ebene mit örtlichen und überörtlichen Vorschriften und Lehren immer
Aufgabenbezügen. befolgt. Ihr habt Mir die Treue
geschworen, das – Kinder Meiner
Garde – heisst, ihr seid jetzt
Staatsform und Staatsoberhaupt Meine Soldaten, ihr habt euch Mir
mit Leib und Seele ergeben. Es
Die Preußische Monarchie war von 1701 bis 1848 eine absolute Monarchie. Staatsoberhaupt war der gibt für euch nur einen Feind, und
preußische König, der seinen Anspruch auf das Königsamt als Erbrecht der Dynastie der Hohenzollern das ist Mein Feind. Bei den
von Geburt an innehatte. Das fürstliche Haus bildete den Kern der Staatlichkeit, ehe im Bürgerlichen jetzigen sozialistischen Umtrieben
Zeitalter europaweit der moderne Anstaltstaat die Monarchie aus dem Zentrum des Staats verdrängte. kann es vorkommen, dass ich
Die auffälligste Abweichung der Monarchie zu einem modernen Staat war die Rolle die der preußische euch befehle, eure eigenen
Hofstaat im Regierungsgefüge innehatte. Das dort angesiedelte Kabinett des Königs, von dem aus Verwandten, Brüder, ja Eltern
dieser mittels Ministervorträgen und schriftlichen Berichten regierte, hatte aufgrund seiner Machtfülle niederzuschießen – was ja Gott
eine Sonderstellung inne, die zwischen öffentlichem und privaten Raum stand und damit noch aus verhüten möge –, aber auch dann
staatsrechtlicher Perspektive als vormodern gilt. müsst ihr Meine Befehle ohne
Murren befolgen.[144]“
Der eigentliche Verdrängungsprozess der Monarchie aus den staatlichen Institutionen begann in
Preußen mit den erfolglosen Abwehrversuchen gegen die Auswüchse der Französischen Revolution,
die mit der Pillnitzer Deklaration begann und in der Schlacht bei Jena und Auerstedt einen für die Erläuterung: Den Oberbefehl über das Heer hatte nach der
Monarchie ersten negativen Höhepunkt erlebte. Der Restaurierung absoluter Königsmacht nach 1815 Verfassung der König.
folgten Vormärz und die 1848er Revolution, die der Königsmacht nun auch konstitutionell verankert
die Schranken wies.

Von 1848 bis 1918 war der Staat eine Konstitutionelle Monarchie. Formell blieb der König im Staat ranghöchste
Institution. Seine Rolle im gelebten Policyprozess entsprach in der Praxis aber nicht mehr die gleiche zentrale Rolle.
Spätestens mit Bismarcks Regierung lag die staatliche und politische Kontrolle bei der Ministerregierung und nicht mehr
beim König. Im 19. Jahrhundert nahm hier die Bedeutung des Königs im gleichen Maß ab, wie die Größe und der
Aufgabenumfang des bürokratischen Staats zunahm. Das Amt entwickelte in der Ausgestaltung eine repräsentativere
Bedeutung, was einem Bedeutungsverlust gleichkommt.

Der preußische Thron, ein formelles


Symbole und Leitsätze verortetes Zentrum der Monarchie,
befand sich im Weißen Saal des
Das Preußenlied, Borussia und Heil dir im Siegerkranz waren Volks- beziehungsweise Nationalhymnen Preußens. Die Berliner Stadtschlosses
Flagge Preußens zeigte einen schwarzen Adler auf weißem Grund, der auch auf dem preußischen Wappen zu sehen war. In
einer Reihe von Abzeichen wurde das Eiserne Kreuz zu einem identitären Symbol in Bezug zum preußischen Königreich.

Die Monarchie wurde durch die Preußischen Kronjuwelen symbolisiert.

Der preußische Wahlspruch Suum cuique war die Hausordensdevise des 1701 von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens. Der Spruch machte das
Bestreben der preußischen Könige deutlich, Recht und Gerechtigkeit zu üben.[148] Auf den Koppelschlössern der Soldaten stand der gebräuchliche Schlachtruf
Gott mit uns.

Da es sich bei dem Königreich Preußen um einen Monarchenstaat und nicht um einen Volksstaat handelte, spielten die politischen Ideen von Volk, Freiheit oder
materiellem Wohlstand für das Selbstverständnis des Staates keine Rolle.[149]

Gesetze und Verordnungen

Schriftliches Regierungshandeln mündete zur Umsetzung von Programmen oder Handlungen final in die Erstellung eines Dokuments, das die Regeln oder
Handlungsanweisungen fest bestimmte. Deren Publikation und Verbreitung bildete den Grundstock für die erfolgreiche Umsetzung der getroffenen Maßnahmen.
Die preußischen Gesetze und Verordnungen wurden in der Preußischen Gesetzessammlung veröffentlicht und damit
vergegenwärtigt. Diese wurden ab 1810 fortlaufend nummeriert. Während die so genannten Kabinettsordren als
Verwaltungsanordnung mit Gesetzstatut aufzufassen sind, hatten Verordnungen einen allgemeinbestimmenden Charakter.

Die Schriftdokumente hatten einen Anordnungscharakter, die in einzelnen Artikeln und Abschnitten untergliedert wurden und
darin Einzelbestimmungen mit teilweisen Erläuterungs- und Beschreibungscharakter aufwiesen. Die Länge eines Gesetzes
differierte je nach Subjekt von wenigen Seiten bis zu mehreren Dutzend. Die Schriftform des Dokuments eröffnete bei den nach
außen gerichteten Staatsgesetzen in der Regel mit einer persönlichen Bezugnahme des Königs (Wir Name des Königs, von Gottes
Gnaden, König von Preußen thun kund und fügen hiermit zu wissen Inhalt). Der Schluss eines Gesetzesdokuments bildete die
Nennung des Königsnamens samt Orts- und Datumsangabe.

Die Dokumentenbezeichnungen im 19. Jahrhundert unterlagen einem Wandel der Nomenklatur und waren abhängig vom
Bestimmungskreis (nach innen oder an das Volk) und gliederten sich hauptsächlich nach: Ein Eisernes Kreuz aus dem
Jahr 1813 – Revers, das
Allerhöchste Kabinettsordre (Staatsinterner Bestimmungskreis) Avers ist glatt
Allerhöchste Verordnung, Staatsvertrag mit einem anderen Rechtsobjekt

Nicht als Gesetz wurden im 19. Jahrhundert Privilegien oder Allerhöchste Erlasse bezeichnet, die
Regelungen mit Einzelfallcharakter trafen. Im 18. Jahrhundert waren die Gesetzesdokumente als Reskript,
Reglement, Circulare, Edikt, Patent, Declaration benannt.

Die Zahl der Gesetze nahm bis 1870 bedingt durch eine allgemeine Zunahme der staatlichen Aufgaben zu.
Mehr und mehr Teilaspekte von Gesellschaft und Lebensverhältnissen mussten normiert und geregelt
werden.[150] Danach wandelte sich die Formenstruktur der Anordnungen in eine striktere Aufteilung von
Für Wilhelm II.
Dokumenten mit Gesetzescharakter und Normenblätter unterhalb der Gesetzesebene, so dass die Zahl der
angefertigte preußische
Gesetze abnahm, nicht aber die Regelungsdichte als solche. Königskrone

vom 1. Januar 1800 – 31. Dezember 1809 wurden 567 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1810 – 31. Dezember 1819 wurden 613 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1820 – 31. Dezember 1829 wurden 661 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1830 – 31. Dezember 1839 wurden 842 Gesetze erlassen
Preußisches
vom 1. Januar 1840 – 31. Dezember 1849 wurden 1124 Gesetze erlassen Koppelschloss aus dem
vom 1. Januar 1850 – 31. Dezember 1859 wurden 1960 Gesetze erlassen Jahr 1847
vom 1. Januar 1860 – 31. Dezember 1869 wurden 2404 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1870 – 31. Dezember 1879 wurden 1103 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1880 – 31. Dezember 1889 wurden 696 Gesetze erlassen
vom 1. Januar 1890 – 31. Dezember 1899 wurden 795 Gesetze erlassen

Kampf um die Verfassung

Die politischen Auseinandersetzungen um die Einführung einer Verfassung knüpften an einen politischen
Evolutionsprozess an, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts an Fahrt aufnahm. Das zu der Zeit etablierte frideridzianische
Herrschaftssystem des aufgeklärten Absolutismus trug den Anspruch in sich, als Monarch nur «ein erster Diener des
Staates zu sein», womit dieser sich gegenüber der Institution Staat zunächst trennte und dann in einem zweiten Schritt sich
selbst im Verhältnis zueinander herabsetzte, womit der Monarch nicht mehr allumfassende Verfügungshoheit gegenüber
den Staat stellen konnte. Um 1740 war dies noch ein bedeutender gesellschaftlicher Fortschritt, galt bis dahin der
monarchische Ausspruch, L’état, c’est moi in Kontinentaleuropa als weiterhin zulässig. Der Ausspruch Ludwigs XIV.
bedeutete die Selbsterhöhung des Königs über den Staat, in sich vereint. Im Ergebnis dieses in Europa zwischen 1650 und
1750 real existierenden politischen Systemanspruchs war der Staat eine rechtlich unselbständige Organisation ohne
Rechtspersönlichkeit, die als Privatschatulle als quasi-überdimensioniertes Privatgrundstück des Königs fungierte. Diese
erste in Preußen in den 1740er Jahren vollzogene Systemtransformation sollte in einem allgemeinen Gesetzeswerk Preußische Gesetzsammlung 1907
festgehalten und verbindlich gemacht werden.

Entsprechend der Kräfteverteilung im preußischen politisch-administrativen System überwogen lange Zeit die reaktionären Kräfte gegenüber den progressiven
Fraktionen. Zwar wurde seit den 1780er Jahren das Gesetzeswerk erarbeitet und es gewann einen Grundgesetzcharakter. Nach Verabschiedung des fertigen
Allgemeinen Landrechts war dieses aber schon wieder veraltet. Es kodifizierte lediglich die bereits bestehenden Verhältnisse, war also folglich nur eine Abbildung
des Status quo der herrschenden Machtverhältnisse ohne einen neuen Systemansatz zu verwirklichen. Aufgrund seiner veralteten Systemkonstruktion blieben von
dem Gesetzeswerk letztlich für eine echte Verfassung unzureichend, nur Nebenaspekte bedeutend. Dazu gehörte, das es als oberstes Gesetzeswerk des Absoluten
Monarchenstaates diesem eine umfassende Rechtsordnung verlieh, die für alle Provinzen gleichermaßen galt. An eine Beteiligung der Staatsbürger am politischen
Prozess war dagegen nicht gedacht worden. In der Historiografie wurde das noch lange fortbestehende Gesetzeswerk als wichtige Grundvoraussetzung für die
nachfolgenden Reformansätze gewertet.[151]

Mit dem Erstarken der bürgerlichen Kräfte in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts und den zeitgleichen globalen Entwicklungen (Erklärung der Virginia
Declaration of Rights 1776 und die französische Revolution von 1789), dem Wirken der aufklärerischen Schriften Rousseaus und Montesquieus, die die Bildung
einer Volkssouveränität auf Basis einer verankerten Gewaltenteilung forderten, gewannen nach 1800 die politischen Auseinandersetzungen im preußischen Staat
zwischen den verschiedenen Strömungen an Kontur und Intensität.[152]

Die monarchische Gewalt geriet dabei erheblich unter Druck und versuchte unter dem Einsatz von taktischen Verzögerungen, Lavieren, Hinhalten und losen
Versprechungen dem Druck der vornehmlich bürgerlichen und idealistisch denkenden Staatsreformern auszuweichen. Dies gelang dem Königtum letztlich mit
Erfolg. Mehrfach, einmal nach 1815 und auch 1848 gelang es den Monarchen, ihre politische Stellung im politischen System zu restaurieren und sich im Zentrum
des Staates als oberste politische Instanz zu halten.

Das änderte auch (noch) nicht die letztlich am 6. Februar 1850 eingeführte Verfassung Preußens. Zumindest mit dem in Artikel 3 bis 42 verfassten
Grundrechtskatalog fanden Begriffe und Ziele der liberalen Bewegung und der 1848er Revolution Eingang in den Text. Mit der deklarierten Gleichheit aller
Staatsbürger vor dem Gesetz (§4) waren die Rechtsinstitutionen der geburtsständischen Gesellschaftsordnung aufgehoben. Damit war das Grundprinzip der
modernen bürgerlichen Gesellschaft deklariert worden. Persönliche Freiheit des religiösen Bekenntnisses, der Wissenschaft und der Presse, Unverletzlichkeit von
Wohnung und Eigentum, Vereins- und Versammlungsfreiheit waren ebenso festgelegt. Allgemeine Schulpflicht und Allgemeine Wehrpflicht bildeten weitere
Säulen des Staates.[153]

Der Monarch blieb aber Herrscher aus eigenem Recht, während Volk und Volksvertreter ihre Rechte aus der Verfassungsurkunde ableiteten. Infolgedessen war der
Monarch unverletzlich und trug für die Regierung keine Verantwortung. Dem König allein lag die vollziehende Gewalt zu. Er führte den Oberbefehl über das
Heer, erklärte Krieg und Frieden und schloss völkerrechtliche Verträge.[154]

Mit der Einführung der Verfassung glich sich das politische System Preußens den internationalen Entwicklungen und Standards an, beziehungsweise folgte diesen
nach. Diese Entwicklung bedeutete die Beendigung eines überlebten und aus verfassungsrechtlicher Perspektive gesehenen „quasi-despotischen“
Herrschaftsregime und die Nachfolge durch den Verfassungsstaat. Legitimation und Herrschaftsfolge standen damit auf einer breiteren Basis als zuvor.

Der erreichte Entwicklungsstand bildete allerdings nur die erste Hälfte des Weges zu einer echten demokratisch legitimierten Volksouveränität, wie sie erstmals
mit der Weimarer Republik Wirklichkeit werden sollte.

Staatshaushalt

Staatsausgaben und Staatseinnahmen[155], einschließlich Rücklagen und Schulden in Reichstaler


Überschrift 1688 1713 1740 1786 1796 1800 1820 1830 1848

Einnahmen 1.553.795 3.400.000[156] 7.400.000 27.000.000 30.000.000 35.000.000

Ausgaben 6.850.000[157]

Staatsschatz - - 8.700.000 60.000.000 - 4.000.000[158] 18.000.000[159] 19.000.000[158]

Staatsschulden - - - - 30.000.000[160]

Die Staatseinnahmen setzten sich zu Anfang des Königreichs vor allem aus den (privaten königlichen) Dominaleinkommen zusammen. Dazu gehörten die
Einnahmen aus den Domänenämtern bzw. -gütern, die Regalieneinnahmen aus Münze, Post, Zölle, Salzmonopol, sowie die Chargensteuer (eine Art
Einkommenssteuer für Staatsbedienstete). Um 1700 betrugen diese Einnahmen rund 1,9 bis 2,0 Millionen RT. Davon gehörten 700.000 Rt zum Privatvermögen
des Königs (Schatullkasse, vgl. Schatullrechnungen Friedrichs des Großen). Vom Rest wurde der Hofstaat und Löhne und Gehälter beglichen. Die Diskrepanzen
in der Verwendung der Staatsmittel zeigten sich besonders im Pestjahr 1711, als für die gebeutelte Provinz in Ostpreußen mit vielen Tausenden Opfern lediglich
100.000 RT verwendet wurden.[161]

Seit der Zeit des Großen Kurfürsten wurde eine indirekte Verbrauchssteuer auf Konsumwaren, die Akzise an den Stadtein- und Ausgängen erhoben. Diese wurde
von den Steuer- und Kriegskommissaren erhoben.[162]

Durch stetige Reformmaßnahmen stiegen die Einnahmen aus den Domänengütern zwischen 1713 und 1740 von 1,8 Millionen RT auf 3,3 Millionen RT an. Auch
die Einnahmen aus den Grundsteuern erhöhten sich in dem Zeitraum. Dazu gehörte der zwischen 1716 und 1720 eingeführte Generalhufenschoß auf Bodenbesitz,
der erstmals auch den Grundbesitzenden Adel miteinbezog.[163] Die Einführung einer Ablöseabgabe für den überkommenen Lehnskanon führte zu erbitterten
Auseinandersetzungen mit dem einheimischen Adel, wurde aber vom König durchgesetzt. Bauern hatten Kontributionen (Grundsteuer) an den Staat zu leisten, der
40 Prozent des Reinertrags ausmachte. Danach waren von den verbliebenen 60 Prozent noch die Ansprüche der Gutsbesitzers zu bedienen.[164]

Die Staatseinnahmen setzten sich 1740 aus folgenden Einnahmequellen zusammen: Domänengüter 2,6 Millionen RT, Kontributionen 2,4 Millionen RT, Akzise 1,4
Millionen RT, Postregal 0,5 Millionen RT, Salzregal 0,2 Millionen RT. Davon wurden sechs Millionen RT für den Unterhalt des Heeres verwendet. 0,65 Millionen
RT wurden dem Staatsschatz zugeführt. Der Aufbau eines Staatsschatzes in Form von Münz- und Silberwaren die in Truhen im Berliner Stadtschloss lagerten,
führte zu wirtschaftlich schädlichen Deflationstendenzen, da diese volkswirtschaftlich bedeutenden Mittel dem Geldumlauf entzogen wurden und nicht in neue
Aktivitäten gebunden wurden. Der Wirtschaftskreislauf wurde durch das staatliche Horten geschädigt. Der Hof erhielt 740.000 RT für seine Ausgaben. Von den
höfischen Ausgaben entfielen die meisten Ausgaben auf Lohnkosten, Handwerker- und Manufakturaufträge.[157] Im Zeitraum von 1713 bis 1740 entstanden
folgende Investitionsaufwendungen:

5 Millionen RT für den Erwerb von Domänengütern


2,5 Millionen RT für den Festungsbau
2 Millionen RT für den zivilen Bau
6 Millionen RT für das Rétablissement in Ostpreußen
2 Millionen RT für die Erwerbung Schwedisch-Pommerns bis zur Peene
12 Millionen RT für die Soldatenwerbung im Ausland

1785, ein Jahr vor dem Tod Friedrichs II. betrugen die Einnahmen für den Staatshaushalt 27 Millionen RT. Der preußische Hofstaat kostete in dem Jahr 1,2
Millionen RT, die preußische Armee hatte ein Budget von 12,5 Millionen RT, das diplomatische Korps verfügte über 80.000 RT, Pensionen machten einen Etat
von 130.000 RT aus, die sonstigen Ausgaben betrugen fünf Millionen RT. 1797 wurde vom Gesamthaushalt von 20,5 Millionen RT 14,6 Millionen RT für die
preußische Armee, 4,3 Millionen RT für Hof- und Zivilverwaltung und 1,5 Millionen RT für Schuldentilgung und den Zinsdienst aufgewendet.[165]

1740 im Jahr der Amtsübernahme Friedrichs II. hatte der Staatsschatz einen Umfang von sieben Millionen RT erreicht. 1786 betrugen die Staatsrücklagen 60 bis
70 Millionen RT. Der preußische Staat war durch seine finanzielle Autarkie machtpolitisch unabhängig geworden. In wenigen Jahren danach wurden diese
Rücklagen unter der Ägide von Friedrich Wilhelm II. komplett aufgebraucht und Staatsschulden aufgenommen, und Preußen wieder auf dem Weg zur
Schuldenwirtschaft und Subsidienabhängigkeit. Unter dem nachfolgenden König Friedrich Wilhelm III. wurden die Schulden wieder abgetragen.

Staatliche Aufgaben

Innere Sicherheit

Charakteristisch für die Sicherheitsordnung auf dem Land bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Übereignung staatlicher Gewalt an private
Gruppen. Der besitzende Landadel hatte noch um 1800 vor der Bauernbefreiung auf seinen Gütern die Hoheitsbefugnisse über rund 75 bis 80 Prozent der darauf
lebenden ländlichen Bevölkerung. Neben der Gerichtsbarkeit gehörte auch die Wahrnehmung von Polizeiaufgaben dazu. Angesichts der hohen Präsenz des
Militärs in den Städten gab es kaum Platz für weitere Sicherheitsorganisationen.[166]
Reine Exekutivbeamte mit sicherheitspolitischen Aufgaben hat es zu Anfang des 18. Jahrhunderts noch nicht gegeben. Die Handhabung der Polizei lag immer
noch in den Händen der von den Magistraten beauftragten Ratmannen, denen als Hilfsorgane Stadtdiener zur Verfügung standen. Eine besondere Polizeiabteilung
in den Stadtverwaltungen bestand ebenfalls noch nicht.

Die ersten Polizisten mit Sicherheitsaufgaben wurden 1735 eingestellt, insgesamt acht Polizisten.[167] Berlin wurde 1742 in 18 polizeiliche Bezirke eingeteilt,
denen ein nebenberuflicher Kommissar vorstand. Um die Jahrhundertmitte bestanden die nichtmilitärischen Sicherheitsinstitutionen in Berlin aus diesen 18
Kommissaren, acht Polizisten und 40 Nachtwächtern. Diese Struktur blieb so bis 1800 bestehen. Die eher nachrangige Bedeutung der nichtmilitärischen
Sicherheitsinstitutionen war auch in den anderen Städten gegeben, auf die das Berliner Polizeisystem übertragen wurde. Das Militär hatte überall die
beherrschende Stellung inne.[168]

Auch zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Polizeitdichte in den großen Städten Preußens noch gering. In Berlin kamen 1848 auf gut 400.000 Einwohner nur 204
Polizisten.[169]

Stadt- und Raumplanung und -ordnung

Bis ins 18. Jahrhundert hinein domininierte in Europa die Vorstellung von der
Unveränderlichkeit der Naturgewalten. Die Einstellung beruhte auf religiös geprägten
Werturteilen, wonach nur die Allmacht Gottes die Natur und Umwelt prägen kann (oder darf).
Neben dieser Schicksalsergebenheit waren der gering differenzierte und unentwickelte Zustand
der Gesellschaft und der geringe technische Entwicklungsstand Hauptursachen für die nur
wenigen gesamtstaatlichen Gestaltungsprogramme zur Formung der Natur und Landschaft.
Dies änderte sich im 18. Jahrhundert, mit der Zunahme der Bedeutung der Naturforschung und
des gesamten Wissenschaftssektors im Allgemeinen. Selbstbewusste Gelehrte und Fachleute
begannen mit zunehmender Intensität und Reichweite die Natur den menschlichen
Anforderungen entsprechend umzuformen.

Es setzten europaweit größere Stadtbauprojekte ein, die sich nach systematischen Kriterien
zunächst des Barocks richteten. Wesentlicher Treiber dieser zentralstaatlichen
Ausbauprogramme waren auch verteidigungspolitische Aspekte. So dominierten zunächst
militärische Funktionalbauten und Einrichtungen neben den Wohnbauprogrammen die
staatlichen Aktivitäten.
Das abgebildete Gemälde findet sich in vielen Büchern und
Preußen lief im 18. Jahrhundert einigen dieser raumplanerischen Entwicklungen hinterher. Zeitschriften wieder. Es zeigt den Bau eines Straßenzugs in der
Dazu gehörte zum Beispiel die erst spät durchgeführte Landesvermessung und die Erstellung Vorstadt Friedrichstadt in Berlin in der Phase der Pfahlgründung als
geeigneter Kartenwerke der Monarchie. Auch der Verkehrswegeausbau und die dazugehörige Fundamentsetzung. Das Stadtgebiet Berlins wurde unter Friedrich
Infrastruktur wie Wegeleitsysteme wurden in Preußen später als in anderen deutschen Staaten Wilhelm I. erheblich vergrößert. Die südliche Friedrichstadt, der
eingeführt. Oftmals bildeten Verteidigungspolitische Erwägungen des Monarchen die wichtigste neue Stadtteil Berlins, erhielt seit 1735 eine geschlossene
Bebauung mit zwei(voll-)geschossigen Typenhäusern unter
entscheidende Vetostimme, die ambitionierte Vorhaben stoppten und verzögerten. Es wurde
durchlaufenden Mansarddächern. Überwacht wurde der Ausbau von
befürchtet, das ein gut ausgebautes Wege- und Leitsystem oder auch öffentlich im Umgang
Oberst Christian Reinhold von Derschau. Die meisten Bauten
befindliche exaktes Kartenwerke einem potenziellen Gegner die Möglichkeit eines
entstanden erst, nachdem preußische Offizielle oder der König
militärischen Sieges eröffnen würde.
selbst entsprechenden Druck auf die (unfreiwilligen) privaten
Bauherren ausgeübt hatten.[170] In der Friedrichstadt wurden von
Davon unberührt blieben die Erneuerungen der Städte, die im 18. Jahrhundert noch nicht den
1721 bis 1737 beinahe 1000 neue Häuser errichtet (Ganz Berlin
heute üblichen Anspruch von Wachstum und Expansion hatten, sondern altes durch neues in
1711: 4100 Häuser, 1740: 5400 Häuser). Der schlechte Baugrund
ähnlicher Größenordnung ersetzen oder umformen sollte. Anlässe dafür bildeten zum Beispiel
machte aufwendige Pfahlgründungen notwendig. Um die
zerstörte Städte durch Stadtbrände (zwei von 100 Städten brannten jedes Jahr in Preußen ab), Fertigstellung des Viertels auf kostensparende Weise und in
Kriegszerstörungen oder Naturgewalten. Stadt- und Raumplanung verfolgten hauptsächlich kürzester Zeit zu ermöglichen, wurde der Einsatz von Soldaten
den Erhalt und Wiederaufbau der Städte. angeordnet.[171]

Gebündelt wurden solche Aktivitäten im Oberbau-Departement des Generaldirektoriums.

Der Staat investierte seit dem 18. Jahrhundert in zunehmenden Maße bedeutende Finanzsummen für die Errichtung von zivilen und militärischen Baustrukturen.
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Kasernen errichtet, so zwischen 1763 bis 1767 zwei Artillerie- und fünf Infanteriekasernen mit Ställen und Magazinen,
denen fortan weitere folgten. In Berlin wurden zwischen 1769 und 1777 149 Bürgerhäuser auf Staatskosten errichtet. Zwischen 1780 und 1785 wurden aus
königlichen Mitteln insgesamt 1,2 Millionen RT für die Errichtung von Kasernen, Kirchen, die königliche Bibliothek, 91 große Wohnhäuser, das Palais des
Prinzen Heinrich und zahlreichen Manufakturen ausgegeben. In und um Potsdam investierte der König zwischen 1740 und 1786 insgesamt 3,5 Millionen RT für
die Errichtung von 720 Wohn- und Kolonistenhäusern. Zusätzlich kamen Ausgaben von 216.000 RT für Fabriken, 450.000 RT für Militärgebäude und 1,1
Millionen RT für das Große Militärwaisenhaus, Kirchen und Stadttore dazu. Insgesamt 10,5 Millionen RT investierte Friedrich II. für den Ausbau Potsdams. Für
die sonstige Kurmark wurden in dem Zeitraum von 1740 bis 1786 9,2 Millionen RT für die Errichtung von Wohn- und Fabrikbauten und die Hebung der
Landeskultur eingesetzt.[172]

Währungspolitik und Münzregal


→ Hauptartikel: Preußische Münzgeschichte

Der Preußische Reichstaler war die Währung Preußens bis 1857.

Formell galt für das Heilige Römische Reich die in den Münzedikten von 1551, 1559 und 1566 geschaffene Reichsmünzordnung
auch im 17. Jahrhundert bestehen. Die Normen wurden allerdings nicht beachtet, so dass der brandenburgische Kurfürst
zusammen mit dem sächsischen Kurfürsten eine eigene Münzkonvention erließ. Seit 1667 galt für Brandenburg-Preußen die
Münzkonvention von Zinna. Der preußisch-österreichische Dualismus führte zu währungspolitischen Umwälzungen, die das
Gebiet des Heiligen Römischen Reiches in zwei Währungsgebiete aufteilte. 1750 führte Friedrich II. nach dem Plan seines
Münzdirektors Johann Philipp Graumann eine Münzreform durch. Durch die Graumann'sche Münzreform wurde der 14-Talerfuß
in Preußen eingeführt. Außerdem gab Preußen die etwas leichtere Reichstaler und Goldmünzen, die Friedrich d’or aus. Durch die Ein Reichs Thaler Friedrich
Reform wurde Preußen währungspolitisch unabhängig vom Ausland. 1821 Im Rahmen einer Münzreform wurde der preußische II 1777
Taler in 30 Silbergroschen zu je 12 Pfennigen eingeteilt.[173]
Bis dahin wurde der Taler in 24 Groschen, die jeweils 12 Pfennige wert waren, unterteilt. Daneben existierten in den östlichen Landesprovinzen weitere
Unterteilungen. Preußens Währung wurde im Jahre 1821 vereinheitlicht, wodurch diese Unterteilungen wegfielen. Im Jahr 1857 wurde der preußische Taler durch
den Vereinstaler ersetzt.

Königliche Post
→ Hauptartikel: Postorganisation#Preußen
→ Hauptartikel: Preußisches Postwesen

Die Königliche Preußische Post bildete bis zur Etablierung eines dichten Eisenbahnstreckennetzes das erste öffentlich betriebene
Verkehrsnetz, das alle Provinzen und Landesteile Preußens verband und damit eine zentrale Integrationsfunktion für das
Zusammenwachsen des preußischen Staates innehatte.

1786 gab es 760 Postanstalten in Preußen, vier Oberpostämter in Berlin, Breslau, Königsberg und Stolzenberg, 246 Postämter
sowie 510 Postwärterämter, die als nicht eigenständige Postanstalten dem nächstgelegenen Postamt zugeteilt waren. Oberste
Dienststelle war das 1741 zur selbständigen Behörde erhobene Generalpostamt. Der Generalpostmeister bekleidete den Rang eines
Staatsministers und stand zugleich dem Fabrik-, Handels- und Salzdepartement des Generaldirektoriums vor. Später folgte dann
die Eingliederung in das neu geschaffene Innenministerium.

Im Jahre 1850 beschäftigte die preußische Post insgesamt 14.356 Bedienstete in 1.723 Postanstalten.[174] Die Postverwaltung
unterhielt 6.534 Postwagen und 12.551 Pferde. Über 2,1 Millionen Reisende wurden befördert.
Preußisches Posthausschild

Föderale Gliederung

Die „Staaten des Königs von Preußen“, für deren Gesamtheit sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts der Name „Preußen“
einbürgerte, bestanden Anfang des 18. Jahrhunderts aus den Landesteilen Königreich Preußen, Markgrafschaft
Brandenburg, Herzogtum Pommern, Geldern, Kleve, Moers, Tecklenburg, Lingen, Minden, Mark, Ravensberg, Lippstadt,
Herzogtum Magdeburg, Halberstadt, dem souveränen Fürstentum Neuenburg und der souveränen Grafschaft Valangin.
1713 wurden die Landesteile in folgende Provinzen gegliedert: Mittel-, Ucker- und Altmark, Neumark-Pommern-
Kassuben, Preußen, Geldern-Kleve, Minden-Mark-Ravensberg, Magdeburg-Halberstadt, Neuenburg (Land) und Valangin
(Land). 1740 wurden die Provinzialbehörden in Kriegs- und Domänenkammern überführt oder neu gegliedert. Auch deren
Gestalt änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrmals, als weitere Gebiete, darunter Schlesien als souveräner
Besitz, zu Preußen kamen.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preußen mit der Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der
Provinzialbehörden vom 30. April 1815 in zehn Provinzen eingeteilt, die mit Ausnahme von Ostpreußen, Westpreußen und
Posen als Verwaltungseinheiten Preußens zum Territorium des Deutschen Bundes zählten. Nach der bereits 1822 erfolgten
Fusion der beiden rheinischen Provinzen waren dies neun Provinzen (in Klammern die Hauptstadt):

1. Provinz Brandenburg (Potsdam)


Verwaltungsgliederung am 1. Januar
2. Provinz Ostpreußen (Königsberg) 1900
3. Provinz Westpreußen (Danzig)
4. Provinz Pommern (Stettin)
5. Provinz Schlesien (Breslau)
6. Provinz Posen (Posen)
7. Rheinprovinz (Koblenz), 1822 entstanden aus
1. Provinz Jülich-Kleve-Berg (Köln)
2. Provinz Großherzogtum Niederrhein (Koblenz)
8. Provinz Westfalen (Münster)
9. Provinz Sachsen (Magdeburg)

1829–1878 waren Ost- und Westpreußen zur Provinz Preußen (Hauptstadt Königsberg) vereinigt.

Nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau, die Herzogtümer
Schleswig und Holstein sowie die Freie Stadt Frankfurt. Aus diesen Gebieten wurden drei Provinzen gebildet:

1. Provinz Hannover (Hannover)


2. Provinz Hessen-Nassau (Kassel)
3. Provinz Schleswig-Holstein (Kiel, 1879–1917 Schleswig)

Preußen umfasste damit zwölf Provinzen. Diese Einteilung blieb bis zum Inkrafttreten des Versailler Vertrags im Jahre 1920 bestehen.

Oberste Staatsbehörden und Provinzverwaltung

Die preußischen Könige regierten „im Kabinett“, das zu Zeiten Friedrichs II. aus zwei bis drei Geheimen Kabinettsräten und mehreren Kabinettssekretären
bestand, was bedeutete, das der König vor allem schriftlich mit seinen Ministern kommunizierte. Seine Anweisungen, die berühmten Kabinettsordren, kamen
Gesetzen gleich. Die Kabinetts-, Justiz- und Staatsminister sowie ranghohe Diplomaten gehörten zugleich dem ursprünglich zentralen Geheimen Rat an, der aber
zunehmend an Bedeutung verlor. Die eigentliche Zentralverwaltung übernahmen im späten 18. Jahrhundert das Justiz- und das Kabinettsministerium sowie das
Generaldirektorium. Das Kabinettsministerium, das den König außenpolitisch beriet, bestand aus ein bis zwei Ministern und fünf bis sechs Geheime
Legationsräten. Seit 1723 war das Generaldirektorium zuständig für die Finanz-, innere und Militärverwaltung Preußens. In den Provinzen gab es im Jahr 1772
insgesamt 12 so genannte Kriegs- und Domänenkammern, die für die Finanz-, Polizei-, und Militärverwaltung zuständig waren. Ihnen stand ein adeliger
Kammerpräsident vor, dem ein bis zwei Direktoren assistierten. Sie verfügten über mehrere Oberforstmeister, einen Baudirektor sowie, je nach Größe und
Bedeutung der Provinz, zwischen fünf und 20 Kriegsräte und auch Steuerräte, die mit lokaler Überwachung in Polizei-, Handels-, Gewerbe- und Akzisefragen
betreut waren. Dazu kamen noch die adeligen Landräte, die den Landkreisen der Provinzen vorstanden; diese waren königliche Gefolgsleute und zugleich, als
gewählte Repräsentanten der Kreistage, Vertreter der Landstände. Es gab auch eine Oberrechenkammer, die mit 25 Räten und 13 Sekretären eine Art
Rechnungsprüfungskammer war. In enger Verbindung mit dem Generaldirektorium standen die Königliche Hauptbank, die Seehandlungssozietät und die General-
Salz-Administration, die von jeweils einem eigenen Finanzminister geleitet wurden. Jeder Abteilung des Generaldirektoriums stand ein Minister vor. Bis 1806
erweiterte sich der Zuständigkeitsbereich dieses „Superministeriums“ durch Gründung neuer Abteilungen. 1806 gab es sieben Ressortchefs, die Zahl der Räte
betrug 52, die Zahl der Sekretäre betrug 73. Neben dem Generaldirektorium stand das Schlesische Finanzdepartement mit Sitz in Breslau. Diese Behörde besaß
eine eigene Zuständigkeit für die beiden Kriegs- und Domänenkammern in Breslau und Glogau. Damit nahmen im 18. Jahrhundert die Fürstentümer Schlesiens in
Preußen eine Sonderstellung ein.[175] Das Justizministerium wurde von vier Ministern und sieben Räten geführt. Es war zugleich zuständig für
Religionsangelegenheiten. Ihm unterstanden die „Regierungen“ sowie Hof- und Obergerichte, die die Rechtsprechung vertraten; diese verwalteten zudem
Hoheits-, Grenz-, Lehens-, Kirchen- und Schulangelegenheiten.[176]
KURFÜRST VON BRANDENBURG
KÖNIG VON/IN PREUSSEN
Hofkanzlei
‘’Gerichtsbarkeit und Verwaltung’’

1516
Kammergericht
1537 Rentkammer
Ratsstube
1543 1540
Kurmärkisches Kammergericht
Konsistorium (Neuorganisation)
1604
Geheimer Rat

Kultus Justiz Auswärtiges Finanzen


1685
Collegium
Medicum
1689
Geheime Hofkammer

1713 1713
Generalfinanzdirektorium Generalkriegskommissariat
(Domänen, Regalien) (Steuern)

Gene

1725 1728 1723


Obercollegium Kabinettsministerium Generaldirektorium
Medicum
1737
Justizministerium
1750 1747-1751
Oberkonsistorium Justizreform
Instanzenzug

Oberr
1799
Obercollegium
Medicum et
Sanitatis
1808
Gerichte 1., 2. 1808 1808 Ministerium der 1808
und 3. Instanz Justizministerium Staatsministerium Auswärtigen Kriegsministerium
Angelegenheiten

1817
Ministerium der
geistlichen, Unterrichts-
und
Medizinalangelegenheiten
Provinzialkonsistorien
Oberr

Rechtsstaat

Die seit Friedrich Wilhelm I. gesamtstaatlich ausgerichtete Organisation der Verwaltungsbehörden führte dazu, dass auch im Bereich der Justizverfassung ein
zentralstaatlicher Gerichtsaufbau etabliert wurde. Dieser sollte die bis dahin unverbundenen, für die verschiedenen Landesteile zuständigen Spitzengerichte
vereinigen. Als zentralstaatliches höchstes Gericht wurde 1748 das sogenannte Große Friedrichs Kollegium errichtet, in welchem das Kammergericht und die in
Berlin befindlichen Oberappellationsgerichte zusammengeschlossen wurden. Eine organische Justizorganisation mit einer einheitlichen für alle preußischen
Staaten zuständigen Spitze wurde erst 1782 verwirklicht, als das mit dem Kammergericht verbundene Obertribunal selbständig wurde und fortan als Geheimes
Obertribunal höchste Instanz für die gesamte Monarchie wurde. Als Mittelinstanzen in den Provinzen fungierten fortan das brandenburgische Kammergericht, das
ostpreußische Tribunal, die schlesischen Oberamtsregierungen und in den anderen Landesteilen die so genannten „Regierungen“.[177]

Die wesentliche Ausformung des preußischen Rechtssystems im 18. Jahrhundert wurden von Samuel von Cocceji und Johann Heinrich von Carmer erarbeitet und
geleitet.

Auswärtiges

Staatsbeziehungen

Mit seiner Machtpolitik, baute Preußen seine Stellung im internationalen Gefüge des europäischen Mächtegleichgewichts aus. Es galt als aufstrebende
Militärmacht und wurde deshalb von den europäischen Großmächten bis 1740 als Auxiliarmacht umworben. Ohne natürliche Grenzen hatte Preußen keine
Sicherheitszone, was eine zunehmende Bedenkenlosigkeit bei der Wahl seiner außenpolitischen Mittel nach sich zog und ihm den Vorwurf der Unzuverlässigkeit
einbrachte.[178]
Preußens Außenpolitik war daher wechselhaft und richtete sich stets nach den eigenen Erfordernissen; daraus ergab sich
bisweilen eine „Schaukelpolitik“. Bündnisse wurden mit kurzfristiger Laufzeit und auf die Erreichung von Einzelzielen hin
geschlossen, die Treue zu internationalen Verträgen war „lax“. Daraus ergaben sich Unberechenbarkeit und Unsicherheit
für seine Nachbarn.[179]

Direkte und enge Beziehungen unterhielt Preußen zum Kaiserreich Russland, mit dem es im 18. und 19. Jahrhundert
diverse Allianzverträge geschlossen hatte. Zu Schweden, das als niedergehender Hegemon im Kampf um das Dominium
maris Baltici lange Zeit aggressive Tendenzen gegenüber seinen südlichen Nachbarn unterhielt, hatte Preußen ein
konfrontatives, häufig kriegerisches Verhältnis. Zwischen 1630 und 1763 führte es insgesamt fünf Kriege gegen Schweden.
Das Königreich Dänemark war für Preußen dagegen ein natürlicher Bündnispartner und wichtige Bezugs- und Einzug der Kurfürsten 1612 in
Orientierungsmacht. Ähnlich positiv gestaltete sich das Verhältnis zu den Niederlanden, deren Bedeutung für den Frankfurt am Main. Entsprechend der
Frühpreußischen Staat und seine Eliten vor allem in kultureller Adaption, Bezugnahme und Referenzialität bestand. Zur Bildbeschriftung(„..., Brandenburg
Weltmacht Großbritannien überwog ein positiver gegenseitiger Austausch. Zur kontinentalen Führungsmacht Frankreich schlecht“), galt Brandenburg (und
stand Preußen mehrfach und anhaltend in Konflikt. Von 1674 bis 1807 ergaben sich insgesamt sechs kriegerische damit auch Preußen) in der
Auseinandersetzungen mit Frankreich. Die im 18. Jahrhundert stagnierende ehemalige Großmacht Polen wurde zum Opfer Reichsöffentlichkeit/ Reichsmeinung
der preußisch-russisch-österreichischen Teilungspolitik. bis Ende des 17. Jahrhunderts als
„schlechtestes“ der Kurfürstentümer
Die preußische Politik gegenüber dem Heiligen Römischen Reich führte im 18. Jahrhundert zu einer erheblichen im Reichsgefüge und die
Schwächung des Reichszusammenhalts. Zum einen war der Einmarsch preußischer Truppen in Schlesien Ende 1740 ein Hohenzollern als „arme
eklatanter Verstoß gegen die Rechtsordnung des Reiches. Außerdem war Preußen darauf bedacht, seine Autonomie als Emporkömmlinge“
Königreich gegenüber dem Reich auszubauen. Damit positionierte es sich vor allem gegen die primäre Reichsmacht
Österreich, das für die Erhaltung des Reichs eintrat. Daraus entwickelte sich der bis 1866 anhaltende deutsche
Dualismus.[180]

Mit den sonstigen deutschen Staaten gab es einen vielfältigen und dichten Austausch. Preußen übernahm im Verlauf
des 18. Jahrhunderts die Führungsrolle als erster protestantischer Reichsstand vor Sachsen. Ab 1763 hatte Preußen mit
der Bildung des Fürstenbunds unter seiner Führung großen Einfluss auf die deutsche Innenpolitik .

Diplomatisches Korps
No. 8 & No. 9 Carlton House Terrace, The
Seit 1700 entstanden überall in Europa ständige Gesandtschaften, die die temporären Missionsgesandtschaften, die bis Mall (ehemals Preußische Gesandtschaft
dahin in der europäischen Diplomatie üblich waren, verdrängten. Im Westfälischen Frieden 1648 hatten alle und Deutsche Botschaft bis 1955), siehe
Reichsfürsten auch formell das Bündnisrecht und damit auch das Recht auf eine eigenständige Außenpolitik erhalten. auch: Liste der preußischen Gesandten im
Vereinigten Königreich
In der Folge baute auch Preußen ein europaweites Gesandtschaftswesen an den europäischen Herrscherhöfen auf. Als
die 1728 als „Departement der Auswärtigen Affären“ eingerichtete Behörde 1867 zunächst als Auswärtiges Amt an
den Norddeutschen Bund und dann ab 1871 zum Deutschen Kaiserreich übertragen wurde, bestand das diplomatische Korps der ehemals preußischen Behörde aus
insgesamt 60 Etatstellen. Die Behörde unterhielt insgesamt vier Botschaften in London, Paris, Petersburg und Wien, 16 Gesandtschaften, acht Gesandtschaften
innerhalb des Reichs, acht Ministerresidenturen, sieben Generalkonsulate mit diplomatischen Status, 33 Berufskonsulate und vier Berufsvizekonsulate.[181]

Historische Geografie
Territoriale Veränderungen Preußens zwischen 1415 und 1803
Überblick

Die einzelnen Landesteile Preußens waren landschaftlich, gesellschaftlich und


strukturell sehr unterschiedlich. Zwischen der östlichsten preußischen Stadt
Memel und der westlichsten preußischen Stadt Geldern lagen 1080 Kilometer
Luftlinie. Memel war gleichzeitig auch die nördlichste und das schlesische Pless
um 1800 die südlichste Stadt; in Luftlinie betrug dir Entfernung 655 Kilometer.
Die bedeutendsten Nachbarstaaten im Osten waren Polen-Litauen und ab 1720
das russische Kaiserreich. Bis 1815 hatte Preußen eine Landgrenze mit
Schweden, mit Dänemark war es ab 1866 benachbart. Zum Kaisertum
Österreich gab es über Schlesien eine direkte Landverbindung. Im Westen hatte
Preußen eine direkte Grenze zu den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und
Frankreich. Die westlichen preußischen Provinzen waren eher gewerblich und
städtisch geprägt, die östlichen Provinzen dagegen agrarisch mit
minderprivilegierter, bäuerlicher Bevölkerung. In der strukturschwachen
östlichen Region waren städtische Zentren selten. Wirtschaftliche Kernregionen
waren der Berliner Raum, Schlesien als gewerbezentrierte Region und seit 1850 Die Mark Brandenburg 1415
stark anwachsend das Rhein- und Ruhrgebiet. Bedeutende Rohstofflager gab es
im Ruhrgebiet und im Schlesischen Montanrevier.

Geografisch ist der überwiegende Teil des Staatsgebiets der Norddeutschen


Tiefebene zuzuordnen. Die Ostsee bildete für den preußischen Staat eine
bedeutende und lange maritime Nordgrenze. Die Teilnahme am Ostseehandel
aber auch am kontinentalen Ost-West Handel (u. a. über die Via Regia,
Leipziger Messe, Messe Frankfurt an der Oder) war für den preußischen Staat
von grundlegendem wirtschaftlichen Interesse.

Das Territorium zerfiel einerseits in mehrere voneinander isolierte


Gebietsblöcke und war zeitlich von einer starken Veränderungsdynamik
geprägt. Viele spätere Territorien Preußens wechselten ihre Staatsangehörigkeit
im Zuge von Kriegsniederlagen fremder Mächte oder der Übertragung von
Erbschaftsansprüchen, Kauf oder im diplomatischen Tausch gegen andere
Territorien in den Besitz Preußens.
Vier wesentliche geografische Blöcke mit ähnlichen soziokulturellen
Zusammenhängen formten die altpreußische Monarchie bis 1806. Dies war
zunächst das Kerngebiet Preußens mit den mittleren Provinzen um die Mark
Brandenburg, dann die östlichen Provinzen mit ihren idellen Zentrum in
Königsberg, der Nordwesten mit verschiedenen kleineren Landesteilen kam seit
Anfang des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Hohenzollerndynastie. Die
südlichen Provinzen bildeten eine kurz währende Ausnahmeerscheinung des
preußischen Staatsgebiets. Diese Territorien wurden bereits 1805 im Tausch
gegen Kurhannover wieder abgetreten, das ebenso binnen Jahresfrist wegen der
Kriegsniederlage gegen Frankreich abgetreten wurde.

Erwerbungen von 1415 bis 1618

Erwerbungen von 1618 bis 1648

Erwerbungen von 1648 bis 1740

Erwerbungen von 1740 bis 1786


Erwerbungen von 1786 bis 1803

Das norddeutsche Tiefland ist ein


Teilbereich des mitteleuropäischen
Tieflandes (grüne Flächensignatur),
das sich von Belgien im Westen bis
nach Polen im Osten erstreckt
Provinzen des altpreußischen Staats bis 1806 mit Angabe von statistischen Kennzahlen[182]
Städte
Städte Städte
2.000–
Provinzgruppe Nummer Provinz Anfall Abgang km² EW EW/km² Städte >5.000 <2.000
5.000
EW EW
EW
Ost 1. 176.596 4.104.000 23,24 525 18 73 434

1.1 (Alt-)Ostpreußen 1618 1945 39.424 990.000 25,11 67 6 25 36

1.2 Neuostpreußen 1795 1807 51.240 877.000 17,12 129 0 8 121


1.3 Westpreußen 1772/76 1920/45 32.256 817.000 25,33 94 6 18 70
1.4 Südpreußen 1793 z. T. 1807 53.676 1.420.000 26,46 235 6 22 207
Zentral 2. 109.310 4.203.400 38,45 380 33 104 243

2.1 Herzogtum Schlesien 1741 1945 40.656 2.047.000 50,35 147 11 43 93

2.2 Mark Brandenburg 1415 z. T. 1945 35.728 1.177.000 32,94 123 13 34 76

1648,
2.3 Herzogtum Pommern z. T. 1945 24.761 518.000 20,92 56 3 14 39
1721

(z. T.
Herzogtum Magdeburg mit 1648,
2.4 1807– 6.093 320.000 52,52 36 3 5 28
Grafschaft Mansfeld 1680
1813)

Grafschaft Hohnstein, Fürstentum 1807–


2.5 1648 2.072 141.400 68,24 18 3 8 7
Halberstadt, Quedlinburg 1813
2.6 Fürstentum Erfurt und Eichsfeld 1802 1806 2.716 158.000 58,17 9 3 3 3
Nord-West 3. 17.645 873.000 49,48 104 8 21 75
Grafschaft Kleve und Grafschaft 1801/07–
3.1 1612 4.004 202.000 50,45 36 3 10 23
Mark 1815
Fürstentum Minden und Grafschaft 1807–
3.2 1648 1.951 166.000 85,08 14 1 2 11
Ravensberg 1815
Grafschaft Lingen und Grafschaft 1807–
3.3 1702 728 46.000 63,19 8 0 0 8
Tecklenburg 1815
1807–
3.4 Fürstentum Münster 1802 2.744 127.000 46,28 9 1 1 7
1815
1807–
3.5 Fürstentum Paderborn 1802 2.800 98.500 35,18 23 0 2 21
1815
1807–
3.6 Fürstentum Hildesheim 1802 2.240 114.000 50,89 9 2 3 4
1866
1807–
3.7 Fürstentum Ostfriesland 1744 3.178 119.500 37,60 5 1 3 1
1866
Süd 4. 7.658 540.600 70,59 48 8 8 32
4.1 Fürstentum Ansbach 1791 1806 3.514 270.000 76,84 25 5 3 17
4.2 Fürstentum Bayreuth 1791 1807 3.220 223.000 69,25 18 3 3 12
4.3 Fürstentum Neufchatel 1707 1806 924 47.600 51,52 5 0 2 3
Preußische Monarchie 311.209 9.721.000 31,24 1057 67 206 784

Staatsgebiet
Die Entwicklung der Staatsfläche Preußens zwischen 1701 und 1939 zeigt eine stark steigende Tendenz:[183] Von 1608, kurz vor den ersten
außerbrandenburgischen Territorialerwerbungen der Hohenzollern bis zum Zusammenbruch des altpreußischen Staats knapp 200 Jahre später, expandierte das
feudale Staatswesen um nahezu das zehnfache seiner Ursprungsgröße. Ausgehend von der Bevölkerungsentwicklung betrug der Wachstumsfaktor in diesem
Zeitraum 1:23,6.

Die Hohenzollernherrscher betrieben seit dem 16. Jahrhundert eine konsequente (dynastische) Expansionspolitik. Zunächst war die Dynastie zeitgemäß auf die
Einheiratung und Übernahme von Erbschaftsansprüchen interessiert. Die Erbschaftspolitik gelang mit dem Anfall des Herzogtums Preußen, dem späteren
Herzogtum Magdeburg und einigen süddeutschen Fürstentümern. Im Westen hielten die Hohenzollern Ansprüche auf einige kleinere Gebiete aufrecht. Im Zuge
des Clevischen Erbfolgestreit gelang es diesen, sich auf einer europaweiten Konfliktebene durchzusetzen. Auch auf Pommern hielten die Hohenzollern längere
Zeit Erbschaftsansprüche aufrecht, bis diesen 1648 Hinterpommern zugestanden wurde.

1715 kam Schwedisch-Pommern bis zur Peene zum preußischen Staat dazu. Durch Erbschaft gelangte Ostfriesland zu den
preußischen Staaten. 1742 wurden die Fürstentümer Schlesiens als Provinz für Preußen erobert und gehalten. 1776 kam die Jahr Bevölkerung Fläche[129]
Provinz Westpreußen zum preußischen Staat dazu. Von 1790 bis 1806 kamen durch die territoriale Neugliederung des 1608 0,41 Mio. 35.728 km²
zusammenfallenden Heiligen Römischen Reiches und des zeitgleichen ausgreifenden Französischen Empires große Gebiete
im Nordwesten Deutschlands und in Franken zum Königreich Preußen dazu. Auch die vollendete Aufteilung Polens 1640 k. A. 80.826 km²
brachten noch einmal große territoriale Zugewinne für Preußen. Der Staatscharakter Preußens war dadurch in wenigen 1686 <1,5 Mio.[184] 109.830 km²
Jahren völlig verändert worden. Die Neupreußischen Territorien im Westen Deutschlands und im altpolnischen
1713 1,6 Mio. 111.574 km²
Siedlungsraum hatten keinerlei preußisch-(deutsche) Traditionen, wiesen ganz eigene oder andere Raumbindungsgefüge auf
und gingen durch die Bestimmungen des Friedens von Tilsit 1807 wieder verloren. Preußen erhielt jedoch im Zuge des 1740 2,4 Mio. 117.928 km²
Wiener Kongresses im Jahre 1815 seine ungefähre frühere Größe zurück. Die bisher vereinzelten preußischen Provinzen am 1786 5,4 Mio. 190.223 km²
Rhein wurden nun in einen Gesamtrheinisch-westfälischen Territorialkomplex zusammengefasst. Das war eine britische
1797 8,7 Mio. 307.785 km²
Idee und keine preußische, deren Akteure lieber das gesamte Sachsen erhalten hätten. Stattdessen sollte nach Britischem
Willen Preußen als Ersatz für das ausgeschiedene Habsburg die Rolle des „Wächters am Rhein“ gegenüber Frankreich 1804 9,7 Mio. 316.232 km²
übernehmen.[52] Diese neue Gebietseinheit veränderte den preußischen Staat nach 1815 erheblich. Die bis dahin dominanten 1807 4,94 Mio. 158.000 km²
mittleren Provinzen Preußens verloren bis 1918 einen Teil ihrer Bedeutung zugunsten der rheinischen Provinzen. Das
1816 10,3 Mio. 280.000 km²
außenpolitische Streben der preußischen Regierung nach 1815 zielte insgeheim darauf ab, die beiden großen geografisch
durch eine 40 Kilometer breite Lücke getrennten Gebiete im Westen und in „Altpreußen“ zu vereinen. Die dazwischen 1840 15 Mio. 280.000 km²
liegenden Fürstentümer wie das Königreich Hannover wurden dadurch, wie zuvor schon bei der Reduktion des Königreichs 1861 18,5 Mio. 280.000 km²
Sachsen erfolgt, zu einer territorialen Verfügungsgröße Preußens in dessen außenpolitischen Ambitionen. Da nur ein Teil
der ehemals polnischen Erwerbungen aus der dritten Teilung Polens erneut Preußen zugeschlagen wurde, erhielt der 1871 24,6 Mio. 348.780 km²
Gesamtstaat Preußen wieder eine eher Gesamtdeutsche Position.[53] 1880 27 Mio. 348.780 km²
1910 40,16 Mio. 348.780 km²

Bevölkerung

Der Anstieg der Bevölkerungszahl im 17. und 18. Jahrhundert beruhte auf Gebietsgewinnen und einer intensiv betriebenen Peuplierungspolitik. Die gezielte
Werbung und Ansiedlung von ausländischen Kolonisten, häufig Exulanten und Glaubensflüchtlinge aus habsburgischen Ländern, in den eher bevölkerungsarmen
östlichen Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Neumark und Hinterpommern beförderte den Landesausbau, der auch die Kultivierung und Urbarmachung von
Sumpfgebieten einbezog. In den menschenleeren Gebieten entlang der regulierten Ströme Warthe und Oder entstanden im 18. Jahrhundert viele hundert
Kolonistendörfer. Typenbildende Ortsgründungen bildeten die Webersiedlungen Nowawes und Zinna. Weiterer Bevölkerungszugewinn erfolgte über
Gebietserweiterungen infolge der Einigungskriege und beruhte auch auf einem hohen natürlichen Bevölkerungswachstum im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Um 1800 galten knapp 43 Prozent der Bevölkerung als Slawen. Darunter zählten vorwiegend Polen, Sorben, Litauer, Kaschuben, Kuren und Letten. Eine weitere
Minorität waren die im 17. Jahrhundert eingewanderten französischen Hugenotten, die, Nachkommen eingeschlossen, eine Gesamtheit von 65.000 Personen
umfasste. Insgesamt 250.000 Juden wurden von den damaligen Erhebungen als „Ethnie“ eingestuft und erfasst.

50,6 Prozent der Bewohner waren lutherisch, 44,1 Prozent katholisch, der Rest waren Reformierte, Mennoniten, Griechisch-orthodoxe und Hussiten.[185]

Die Bevölkerung setzte sich 1804 aus folgenden soziale Schichten zusammen:

328.000 Personen von adeligem Stand, in den überwiegend polnisch geprägten Provinzen Neuostpreußen und Südpreußen war der polnische
Kleinadel, Szlachta, mit 34.000 von insgesamt 54.000 Personen vertreten.
2,7 Millionen Personen wurden dem Bürgerstand zugerechnet.
6,828 Millionen Personen waren Landbewohner und zum Teil unfreie Bauern.
Der Klerus war mit 40.000 Personen vertreten.[185]

Städte
Die größten neupreußischen Städte mit Zugehörigkeit zum preußischen Staatsgebiet ab 1815/1866 (m.A. von Duisburg)
Rangfolge
unter den Rangfolge in
Stadt Einwohner 1850 Einwohner 1875 Einwohner 1910[188]
neupreußischen Gesamtpreußen 1910
Städten
1 2 Köln 97.000 135.371 516.527
2 4 Frankfurt am Main - 103.136 414.576
3 5 Düsseldorf 27.000 80.695 358.728
4 7 Hannover - 106.677 302.375
5 8 Essen - 54.790 294.653
6 12 Duisburg - 37.380 229.438
7 13 Dortmund - 57.742 214.226
8 14 Kiel - 37.246 211.627
Die
Städtedichte Die größten altpreußischen Städte (ohne Warschau)
nahm von Rangfolge 1804 Rangfolge 1910 Stadt Einwohner 1804[186] Einwohner 1850[187] Einwohner 1875 Einwohner 1910[188]
Westen nach
1 1 Berlin 178.308 419.000 966.859 2.071.257
Osten hin ab.
Die Stadt 2 3 Breslau 60.950 114.000 239.050 512.105
Berlin 3 10 Königsberg 60.690 76.000 122.636 245.994
durchlief von
1700 bis 1918 4 16 Danzig 46.213 - 97.931 170.337
ein 5 9 Magdeburg 37.451 72.000 87.925 279.629
6 - Potsdam 26.980 - 45.003 62.243
7 11 Stettin 22.335 49.000 80.972 236.113
8 15 Halle (Saale) 21.350 - 60.503 180.843
9 - Elbing 18.805 - 33.520 55.000
10 17 Posen 15.253 45.000 60.998 156.691
11 - Frankfurt an der Oder 17.501 29.969 47.180 68.277
12 - Halberstadt 13.816 20.395 - 46.481
13 - Brandenburg an der Havel 12.499 21.000 27.776 68.277
14 - Quedlinburg 10.023 13.886 18.437 27.233
15 - Emden 10.416 zu Hannover 13.400 24.500
6 Charlottenburg - - 25.847 305.978

außergewöhnlich starkes Wachstum und besaß am Ende der Monarchie die größte Stadtregion. Mit Berlin bildeten die Städte Brandenburg an der Havel (Gericht
und frühe Hauptstadt), Potsdam (Residenz) und Frankfurt an der Oder (Messe, Universität) den traditionellen Kern des expandierenden preußischen Staats. Die
Städte der preußischen Rheinprovinzen erlangten erst im 19. Jahrhundert eine gesteigerte Bedeutung. Die Städte im heutigen Sachsen-Anhalt, Magdeburg, Halle,
Quedlinburg und Halberstadt, waren aufgrund ihrer zentralen Lage strategisch bedeutsam und deshalb lange zwischen Sachsen und Brandenburg umstritten. Die
östlichen Metropolen Danzig und Königsberg bildeten dominante Monozentren in ihren jeweiligen Provinzen.

Die Liste von 1804 der einwohnerstärksten preußischen Städte weicht in der Zusammensetzung erheblich von der für das Jahr 1910 ab. Das 19. Jahrhundert war
insgesamt ein Jahrhundert der Verstädterung und der Landflucht in Europa, so dass nach dem eher stagnierenden Verlauf der Frühen Neuzeit, die Städte an
Einwohnern zulegten. Da zeitgleich eine große Migrationsbewegung aus den östlichen Provinzen Preußens in die wirtschaftlich boomenden Rheinprovinzen
einsetzte, wuchsen zwischen 1850 und 1910 die Städte im Rhein- und Ruhrgebiet schneller als diejenigen im zentralen und östlichen Staatsgebiet.

Flüsse

Als Handelswege bedeutsam waren die Flüsse Havel, Spree, Elbe, Oder und später der Rhein. Spree, Havel, Oder und Elbe wurden durch den Bau künstlicher
Wasserstraßen ab dem 17. Jahrhundert miteinander verbunden und bildeten ein gemeinsames Flusswegenetz, über das ein erheblicher Anteil des preußischen
Getreidexports aber auch anderer Güter (z. B. Kalksteine von Rüdersdorf nach Berlin) zu den Häfen an Ost- und Nordsee transportiert wurden.

Gebirge

Preußen bestand zu großen Teilen aus Ebenen oder wies einen flachwelligen Charakter auf, nur im südlichen Staatsgebiet gab es markante Erhebungen. Das seit
1741 zu Preußen gehörende Schlesien war mit dem Riesengebirge als Teil der Sudeten seine gebirgigste Provinz. Daneben war der Harz das nächstbedeutende
Gebirge, auf das Preußen seit Ende des 18. Jahrhunderts zumindest zum Teil Zugriff erhielt und diesen dann nach den Gebietserwerbungen von 1866 komplett in
sein Staatsterritorium einschloss.

Mit der Vergrößerung des preußischen Territoriums seit 1815 um große Teile des deutschen Rheinlandes, gehörten dazu auch die kleinflächigeren Mittelgebirge
Hunsrück, Westerwald und Eifel. Auch Westfalens Mittelgebirge, das Rothaargebirge und das Weserbergland, gehörten ab dann zum Königreich Preußen.

Der höchste preußische Berg war die Schneekoppe mit 1.603 Metern Höhe, gefolgt vom Reifträger mit 1.362 Metern Höhe, der Brocken mit 1.141 Metern Höhe
und der Ochsenberg mit 1.033 Metern Höhe.

Vegetation, Böden und Landschaften

Größere Anteile des Staatsgebiets waren im 18. und 19. Jahrhundert von Sümpfen, Heiden und Dünen geprägt gewesen. Menschliche Eingriffe haben diese
Naturlandschaften im 20. Jahrhundert größtenteils den Zivilisationsbedürfnissen zugunsten von Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen angepasst und die
ursprünglichen Erscheinungsformen erheblich zurückgedrängt, .

Die Güte der Böden variierte erheblich je nach Region. Es gab sehr nährstoffreiche und ertragreiche Böden wie in der Magdeburger Börde, in Südpreußen oder
dem westlichen Schlesien. Weite Teile der mittleren Provinzen oder auch Ostpreußen hatten dagegen nährstoffarme Sandböden.

Mit neu errichteten Deiche, Flussbegradigungen und Kanalbauten wurden tausende Quadratkilometer Sumpfland dauerhaft trockengelegt. Die Erschließung
landwirtschaftlicher Flächen war ein bedeutender Teil staatlicher Politik. 21,5 Prozent der Landesfläche war 1804 bewaldet, das größte Waldgebiet bildeten die
Johannisburger Heide und die Rominter Heide in Ostpreußen. Die Provinz Westfalen war im Vergleich eher waldarm.

Seen, Buchten und Inseln

Die zu den verschiedenen Zeitpunkten zu Preußen gehörenden Küstenabschnitte wiesen insgesamt eine starke Gliederung auf. Markante Buchten bildeten das
Stettiner Haff, das Frische Haff und das Kurische Haff mit seiner Kurischen Nehrung. Die bedeutendsten altpreußischen Inseln waren Usedom und Swinemünde,
seit 1815 auch Rügen, nach 1866 kamen auch die Inselketten Niedersachsens und Schleswig-Holsteins dazu.

Die größte Seenkette Preußens bildete die Masurische Seenplatte in Ostpreußen, darunter der Spirdingsee.
Klima

Während in den westlichen Provinzen, Westfalen und Rheinland, maritimes Übergangsklima vorherrscht, sind die östlichen Gebiete von kontinentalere geprägt.
Dies bedeutete für den Osten tendenziell kältere Winter bei wärmeren Sommern und für die Westgebiete ganzjährig geringere Temperaturschwankungen mit etwas
längerer Vegetationsperiode.

Im Bestehenszeitraum des Königreichs machte sich die durch die Industrialisierung bedingte und menschengemachte globale Erwärmung noch nicht bemerkbar.
In der Anfangszeit des Königreichs war die Kleine Eiszeit auf ihrem Höhepunkt, die Winter brachten in der Regel überall strenge und anhaltende Frostperioden
mit sich.

Historiografie
Die Geschichtsschreibung zur preußischen Monarchie ist äußerst umfangreich und thematisch facettenreich. Ihre inhaltliche Ausrichtung unterliegt
Zeitströmungseinflüssen und sich wandelnden Werturteilen. Forschungsschwerpunkte sind: Transnationalen Verflechtungen und Transferprozesse, strukturelle
Lage zwischen Ost und West, Akteure interner Staatsbildung, regionale Akteure, Militärsystem, Folgen staatlicher Wirtschaftspolitik, Wirkungsmacht von
Elitengruppen, Umgang mit Minderheiten, Bedeutung von Kultur, Wissenschaft, Bildung und Kirchen, Demokratisierung und Nationsbildung.[189]

Erst im 19. Jahrhundert bildeten sich einzelne fachhistorische Forschungsfelder zur preußischen Geschichte aus dem Hauptfeld der Ereignisgeschichte.[190] Dazu
gehörten die Agrargeschichte (Georg Friedrich Knapp), die Staatsstrukturgeschichte und die Verwaltungsgeschichte (z. B. Siegfried Isaacsohn).

Bis 1945 war die deutsche Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vorwiegend „borussophil“ geprägt. Die zwei wichtigsten Vertreter dieser
Periode waren Otto Hintze und Johann Gustav Droysen. Nachfolgend bedeutsam waren auch Heinrich von Sybel und Leopold von Ranke. Viele der damaligen
Geschichtsschreiber waren Oberlehrer und Juristen, mithin prägnante Typen des historisch interessierten preußischen Bildungsbürgertums.[191] Als umfassendstes
Werk dieser Periode erschien die von Gustav von Schmoller begründete Acta Borussica.

Der deutsche Nationalismus von 1871 bis 1945 prägte das Bild einer gesamtdeutschen Mission Preußens, der sich das Haus Hohenzollern von Anfang an
verschrieben haben soll.[192] Nach Wolfgang Neugebauer trifft hierfür der Begriff nationalteleologische Geschichtsschreibung zu.[190] Zudem herrschte eine
starke personenfixierte Geschichtsschreibung vor, die das Geschehen in der Zeit von 1640 bis 1786 auf das Wirken der Monarchen verkürzte, nach dem
wiederkehrenden Muster:

Friedrich I. war ein Verschwender auf dem Thron.


Der Große Kurfürst und der Soldatenkönig haben die Fundamente des preußischen Staats gesetzt.
Friedrich II. habe aus Preußen eine Großmacht gemacht.
Danach kehrte wieder Verschwendung, Unzucht und Müßiggang ein.
Die Niederlage von 1806 führte zu einem Wachstum neuer Kräfte und zu einer Erneuerung.
Mit erwachtem Nationalgeist und äußerster Kraftanstrengung befreite Preußen sich selbst und das deutsche Vaterland von den französischen
Besatzern.

Nach dem Ende des Dritten Reichs wurde Preußen aufgrund seiner starken Militarisierung und dem ausgeprägten Obrigkeitsdenken eine geistige Nähe zum
Faschismus unterstellt, die den Nährboden für die totalitäre NS-Diktatur geliefert haben soll (Kontinuitätsthese: Von Friedrich II. über Bismarck zu Hitler).[193]
Gordon A. Craig ist ein bedeutender Autor dieser Strömung.

Neuere Themenschwerpunkte bilden seit 1990 die Konstruktion und Dekonstruktion preußischer Geschichtsmythen und Erinnerungskultur, die sozialhistorische
Militärgeschichte, die mikrohistorische Rekonstruktion von Lebenswelten, die Geschlechtergeschichte sowie die internationale Verflechtung und der
transnationale Austausch in der preußischen Politik.[194]

Die DDR Historiographie brachte eine Reihe bekannterer Fachautoren hervor, darunter Erika Hertzfeld und Ingrid Mittenzwei. Thematisch stand die
klassenzentrierte Verlaufsgeschichte im Vordergrund, indem das Verhältnis von Feudalklasse, Bürgerklasse und Arbeiterklasse zueinander immer wieder nach
einem festen Ablaufschema und mit feststehendem Ergebnis analysiert wurde: Am Ende siegte die Arbeiterklasse und der feudale Adel befand sich fortdauernd in
einem verzweifelten Abwehrkampf. Zudem war die bourgeoise Elite im 19. Jahrhundert angeblich ein Bündnis mit dem adeligen Junkertum eingegangen, das
alles Fortschrittliche bekämpfte. Ein solches Bündnis wurde nie in Frage gestellt und sein Vorhandensein konnte auch nicht bewiesen werden, es wurde nur als
gegebene Tatsache im geschichtlichen Weltsystem der DDR-Historiker verankert.

Die Rückführung der wichtigsten Archivalien aus den Sammlungen der früheren DDR brachte für die Preußenforschung noch einmal einen zusätzlichen
Schub.[195] Als historiographische Standardwerke gelten das Handbuch der Preußischen Geschichte und die Moderne Preußische Geschichte 1648–1947. Die
Historische Kommission zu Berlin, die sich seit ihrer Gründung 1958 der preußischen Geschichte in Monographien, Aufsatzsammlungen, Editionen und
internationalen Fachtagungen angenommen hatte, verlor durch Beschluss des Senats von Berlin 1996 ihren Forschungauftrag, wodurch das Institut schließen
musste, aber als Gelehrtenvereinigung weiterbesteht.[196] Die am häufigsten zitierten aktuellen Autoren zur preußischen Geschichte sind Wolfgang Neugebauer,
Otto Büsch und Christopher Clark. Sie waren oder sind Mitglieder der Preußischen Historischen Kommission, die eine zentrale Schnittstelle für Forschungen zur
preußischen Geschichte ist. Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz verwahrt die wichtigsten Primärquellen, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz
verwaltet den kulturellen und dinglichen Nachlass der preußischen Monarchie.

Erinnerungskultur
Museale Erinnerung betreiben das Preußen-Museum Minden, das Preußen-Museum Wesel und das Brandenburg-Preußen Museum. Kriegerdenkmäler oder
Monarchische-Denkmäler wurden im Deutschen Kaiserreich an vielen Orten errichtet und werden auch heute noch gepflegt. Seit der Preußenausstellung Preußen
– Versuch einer Bilanz von 1981 hat sich der Umgang mit dem Thema Preußen insgesamt entspannt,[197] so dass man auch von einer Preußenrenaissance
spricht.[198]

Wesentlich getrieben wird die auch staatlich unterstützte Preußenerinnerung durch die Person Friedrich II. Das wiedervereinigte Deutschland machte
beispielsweise aus der Rückführung seiner Gebeine von der Burg Hohenzollern nach Potsdam 1991 einen förmlichen Staatsakt.

Medial ist das Königreich zudem präsent in öffentlichen Veranstaltungen wie dem Preußenjahr 2001 oder den Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag Friedrichs II.
Regelmäßig wiederkehrende anlassbezogene Sonderausgaben der Zeitschriften Geo, Der Spiegel und Stern sind auf eine große Leserschaft ausgerichtet. Auch
Fernseherien oder mehrteiliger Fernsehfilme wie Sachsens Glanz und Preußens Gloria und Der Thronfolger (1980) befassten sich mit dem Thema. Die
militärische Komponente Preußens findet heute in Vereinen zum Thema Reenactment Widerhall: Zu bestimmten Anlässen stellen Amateurdarsteller in
zeitgenössischen Uniformen Kriegsereignisse nach, wie beispielsweise die Potsdamer Langen Kerls.
Siehe auch
Geschichte Brandenburgs
Hohenzollern
Könige in Preußen
Könige von Preußen
Deutsches Kaiserreich
Freistaat Preußen
König von Preußen (Schiff) 10-Euro-Gedenkmünze der
Verpreußung Bundesrepublik
Deutschland, Friedrich II.,
Motivseite
Literatur
Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne preussische Geschichte: 1648–1947. 3 Bände, De Gruyter
Verlag, Berlin 1981, ISBN 3-11-008324-8.
Handbuch der preussischen Geschichte, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992–2001
Band 1, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Das 17. und 18. Jahrhundert und große Themen der Geschichte
Preußens
Band 2, Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens,
Handbuch der Preußischen Geschichte
Band 3, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußens
Ehrenwache am Grab Friedrich II.
Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008
aus Anlass des 300. Geburtstag
Ingrid Mittenzwei, Erika Herzfeld: Brandenburg-Preußen 1648–1789. 1. Auflage. Verlag der Nation, Berlin
1987, ISBN 3-373-00004-1.
Uwe A. Oster: Preußen. Geschichte eines Königreichs. München 2010, ISBN 978-3-492-05191-0.
Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-
1947, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019
Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984

Weblinks
Akademienvorhaben zur späten preußischen Monarchie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften (https://actaborussica.bbaw.de/index.xql)
Das beschmückte Grab Friedrichs II.
Reinhard Nelke: Darstellung der Geschichte Preußens (http://www.preußenweb.de/). Abgerufen am 2011, Bestandteil eines
7. Februar 2009. volkstümlichen und nachhallenden
Statistische und historische Informationen zu Preußen bei HGIS (http://hgisg.geoinform.fh-mainz.de/multi4/s Friedrichkkults
tartTempl.php?gliederung=1&gebiet=45&txtArea=Thema)
rbb online: Preußen – Chronik eines Deutschen Staats (http://www.preußenchronik.de/). Abgerufen am
7. Februar 2009.
Sammlung historischer Landkarten zur preußisch/deutsch-polnischen Geschichte (https://web.archive.org/w
eb/20070616044924/http://www.raether-buch.de/History_Maps.htm) (Memento vom 16. Juni 2007 im
Internet Archive)

Einzelnachweise
1. Dazu Clark (2006) in Iron Kingdom: “In due course, even the ancient and venerable name of Brandenburg
would be overshadowed by ‘Kingdom of Prussia’, the name increasingly used in the eighteenth century for Lange Kerls anlässlich des Besuchs
the totality of the northern Hohenzollern lands” (S. 65) und “The words ‘kingdom of Prussia’ were der Queen im Jahre 2004 auf
incorporated into the official denomination of every Hohenzollern province” (S. 77). Schloss Cecilienhof
2. Barbara Stollberg-Rilinger: Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation: Vom Ende des Mittelalters bis
1806, C.H.Beck Verlag, 5. Auflage, 2013, in: Kapitel V - Von der Konsolidierung zur Krise der
Reichsinstitutionen (1555–1618), S. 66–69
3. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947, Pantheon Verlag; Auflage: 1, 2008, S. 97
4. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947, Pantheon Verlag; Auflage: 1, 2008, S. 105
5. Peter-Michael Hahn: Fürstliche Territorialhoheit und lokale Adelsgewalt: Die herrschaftliche Durchdringung des ländlichen Raums zwischen
Elbe und Aller (1300–1700), Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 72, Walter de Gruyter (Verlag), Berlin - New York
1989, S. 1–10
6. Preußen 1701 - Eine europäische Geschichte, Band II - Essays, Hrsg. Deutsches Historisches Museum und SPSG, Ausstellungskatalog zur
gleichnamigen Ausstellung im Schloss Charlottenburg vom 6. Mai 2001 bis 5. August 2001, Henschel Verlag, S. 34
7. Ines Elsner: Friedrich III./I. von Brandenburg-Preußen (1688–1713) und die Berliner Residenzlandschaft: Studien zu einem frühneuzeitlichen
Hof auf Reisen- Ein Residenzhandbuch, Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2012, Zusammenfassung als Buchbesprechung in: Zeitschrift für
Historische Forschung 42 (2015) 2, S. 358f (https://www.recensio.net/rezensionen/zeitschriften/zeitschrift-fuer-historische-forschung/42-2015/2/
ReviewMonograph152426229)
8. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947, Pantheon Verlag; Auflage: 1, 2008, S. 99
9. Georg Heinrich von Berenhorst: Aus dem Nachlass, ed. E. v. Bülow I, Dessau 1845, S. 187.
10. Gerhild H. M. Komander: Der Wandel des "Sehepuncktes": die Geschichte Brandenburg-Preußens in der Graphik von 1648-1810, Lit Verlag,
Münster-Hamburg 1995, S. 113
11. Sven Externbrink: Friedrich der Große, Maria Theresia und das Alte Reich: Deutschlandbild und das alte Reich, Akademie Verlag, Berlin 2006,
S. 211
12. Michael Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte: Vom Alten Reich bis Weimar (1495 bis 1934), Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, S.
276
13. Hans Martin Sieg: Staatsdienst, Staatsdenken und Dienstgesinnung in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert (1713-1806): Studien zum
Verständnis des Absolutismus, Walter de Gruyter, Berlin 2003, S. 363f
14. Hans Rosenberg: The Formation and Transformation of the Bureaucratic Nobility during the 18th Century. In: Otto Büsch, Wolfgang
Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische Geschichte, Bd. 2, S. 649 ff.
15. Michael Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte: Vom Alten Reich bis Weimar (1495 bis 1934), Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, S.
274
16. Hugo Rachel: Der Merkantilismus in Brandenburg-Preußen. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische Geschichte,
Bd. 2, S. 951 ff.
17. Lorenz Friedrich Beck, Julius H. Schoeps, Thomas Gerber, Marco Zabel: Der Soldatenkönig: Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit, Verlag für
Berlin-Brandenburg, 2003, S. 53
18. Michael Maurer: Kirche, Staat und Gesellschaft im 17. und 18. Jahrhundert, Enzyklopädie Deutscher Geschichte Band 51, R. Oldenbourg
Verlag, München 1999, S. 93–97
19. Klaus Schubert, Nils C. Bandelow: Lehrbuch der Politikfeldanalys, 3. Auflage, de Gruyter Oldenbourg Verlag, München 2014, S. 36f
20. Auswirkungen beschreibt Klaus Schwieger: Militär und Bürgertum. Zur gesellschaftlichen Prägkraft des preußischen Militärsystems im 18.
Jahrhundert. In: Dirk Blasius (Hrsg.): Preußen in der deutschen Geschichte, Königstein/Ts. 1980, S. 179 ff.
21. Zu den Gesamtaspekten der Herrschaftszeit Friedrich II. siehe Wilhelm Treue (Hrsg.): Preußens großer König. Freiburg und Würzburg 1986.
22. Simone Schmon: Machtspruch und Gesetzesherrschaft: das Staatsverständnis in Heinrich von Kleists «Prinz Friedrich von Homburg», Böhlau
Verlag, Köln-Weimar-Wien 2007, S. 27
23. Einen Überblick zur friderizianischen Aufklärung gibt Henri Brunschwig: Aufklärung in Preußen. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.):
Moderne Preußische Geschichte, Bd. 3, S. 1307 ff.
24. Hermann Conrad: Rechtsstaatliche Bestrebungen im Absolutismus Preußens und Österreichs am Ende des 18. Jahrhunderts, Westdeutscher
Verlag, Köln und Opladen 1961, S. 14, 18f
25. Simone Schmon: Machtspruch und Gesetzesherrschaft: das Staatsverständnis in Heinrich von Kleists «Prinz Friedrich von Homburg», Böhlau
Verlag, Köln-Weimar-Wien 2007, S. 30–34
26. Bruno Gebhardt, Walter Demel: Handbuch der deutschen Geschichte: Reich, Reformen und sozialer Wandel, 1763-1806, Klett-Cotta Verlag,
10. Auflage, 12. Band, 2005, S. 228f
27. Peter Nitschke: Staatsräson kontra Utopie?: Von Thomas Müntzer bis zu Friedrich II. von Preussen, Verlag J.B. Metzler, Stuttgart 1995, S. 246f
28. Bruno Gebhardt, Walter Demel: Handbuch der deutschen Geschichte: Reich, Reformen und sozialer Wandel, 1763-1806, Klett-Cotta Verlag,
10. Auflage, 12. Band, 2005, S. 237
29. Alexander Ritter: J. G. Müller von Itzehoe und die deutsche Spätaufklärung: Studien zur Literatur u. Gesellschaft im 18. Jh. : [aus Anlass d. 150.
Todestages d. Schriftstellers Johann Gottwerth Müller am 23. Juni 1978], Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens, 1978, S. 215
30. Adelheid Simsch: Die Wirtschaftspolitik des preußischen Staates in der Provinz Südpreußen 1793-1806/7, Schriften zur Wirtschafts- und
Sozialgeschichte, Band 33, Duncker & Humblot, Berlin 1983, S. 40–42
31. Christopher Duffy: Friedrich der Große: Ein Soldatenleben. Weltbild, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-558-X, S. 329
32. František Stellner: Zu den Ergebnissen des siebenjährigen Kriegs in Europa. S. 86 (http://usd.ff.cuni.cz/?q=system/files/stellner%20200.pdf)
(PDF; 7,36 MB)
33. Martin Vogt: Deutsche Geschichte: Von den Anfängen bis zur Wiedervereinigung, Verlag J.B. Metzler, Stuttgart-Weimar 1994, S. 272
34. Bruno Gebhardt, Walter Demel: Handbuch der deutschen Geschichte: Reich, Reformen und sozialer Wandel, 1763-1806, Klett-Cotta Verlag,
10. Auflage, 12. Band, 2005, S. 264f
35. Hoffmann/Jander: Modernes Preußen im 18. Jahrhundert?, Herrman Schroedel Verlag KG, Hannover 1981, S. 100.
36. Hans Martin Sieg: Staatsdienst, Staatsdenken und Dienstgesinnung in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert (1713-1806): Studien zum
Verständnis des Absolutismus, Walter de Gruyter, Berlin 2003, S. 336
37. Hermann Conrad: Das Allgemeine Landrecht von 1794 als Grundgesetz des friderizianischen Staates. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer
(Hrsg.): Moderne Preußische Geschichte, Bd. 2, S. 598 ff.
38. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 335
39. Heinz Duchhardt: Altes Reich und europäische Staatenwelt 1648-1806, Enzyklopädie Deutscher Geschichte Band 4, R. Oldenbourg Verlag,
München 1990, S. 47f
40. Karl Otmar von Aretin: Vom Deutschen Reich zum Deutschen Bund, Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage, Göttingen 1993, S. 75–79
41. Hans Martin Sieg: Staatsdienst, Staatsdenken und Dienstgesinnung in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert (1713-1806): Studien zum
Verständnis des Absolutismus, Walter de Gruyter, Berlin 2003, S. 340
42. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 3f (http://www.digitali
s.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
43. Wilhelm Bringmann: Preußen im Jahr 1806, ibidem Verlag, Stuttgart 2019, S. 44
44. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 333
45. Hans Martin Sieg: Staatsdienst, Staatsdenken und Dienstgesinnung in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert (1713-1806): Studien zum
Verständnis des Absolutismus, Walter de Gruyter, Berlin 2003, S. 345
46. Hans Martin Sieg: Staatsdienst, Staatsdenken und Dienstgesinnung in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert (1713-1806): Studien zum
Verständnis des Absolutismus, Walter de Gruyter, Berlin 2003, S. 346
47. Georg Kotowski: Wilhelm von Humboldt und die deutsche Universität. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische
Geschichte, Bd. 3, S. 1346ff.
48. Gordon A. Craig: Stein, Scharnhorst und die Preußischen Reformen. In: Ders.: Die preußisch-deutsche Armee 1640–1945. Staat im Staate,
Düsseldorf 1960, S. 56–72; Jürgen Kloosterhuis/Sönke Neitzel Hgg., Krise, Reformen – und Militär. Preußen vor und nach der Katastrophe von
1806, Duncker & Humblot, Berlin 2009.
49. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 416–419
50. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 429f
51. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 467
52. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 449
53. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 451
54. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 458
55. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 459
56. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 460
57. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 462
58. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 463
59. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 465
60. Zur historischen Perspektive noch in der Kaiserzeit siehe Otto Hintze: Das monarchische Prinzip und die konstitutionelle Verfassung
(Erstpublikation 1911), in: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische Geschichte, Bd. 2, S. 731ff.
61. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 470
62. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 466
63. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 469
64. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 471. 474
65. Richard H. Tilly: Die politische Ökonomie der Finanzpolitik und die Industrialisierung Preußens, 1815–1866. In: Dirk Blasius (Hrsg.): Preußen in
der deutschen Geschichte, Königstein/Ts. 1980, S. 203ff.
66. William Otto Henderson: Prussia and the Founding of the German Zollverein. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne
Preußische Geschichte, Bd. 2, S. 1088 ff.
67. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 468
68. Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der preußischen Geschichte, Band 2, Walter
de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992-2001, S. 192
69. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 472f
70. Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der preußischen Geschichte, Band 2, Walter
de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992-2001, S. 195
71. Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der preußischen Geschichte, Band 2, Walter
de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992-2001, S. 199
72. Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der preußischen Geschichte, Band 2, Walter
de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992-2001, S. 202
73. Brigitte Beier: Die Chronik der Deutschen, Chronik Verlag, Gütersloh-München 2007, S. 230
74. Kurt Klotzbach: Das Eliteproblem im politischen Liberalismus: Ein Beitrag zum Staats- und Gesellschaftsbild des 19. Jahrhunderts, Springer
Fachmedien, Wiesbaden 1966, S. 67f
75. Brigitte Beier: Die Chronik der Deutschen, Chronik Verlag, Gütersloh-München 2007, S. 236
76. Jürgen Müller: Der Deutsche Bund 1815–1866. Oldenbourg, München 2006, ISBN 978-3-486-55028-3, S. 46–47.
77. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 36
78. Siegfried A. Kaehler: Das preußisch-deutsche Problem seit der Reichsgründung. In: Dirk Blasius (Hrsg.): Preußen in der deutschen Geschichte,
Königstein/Ts. 1980, S. 57 ff.
79. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 25
80. Hanno Kube, Rudolf Mellinghoff, Ulrich Palm: Leitgedanken des Rechts zu Staat und Verfassung: Studienausgabe, C.F. Müller, Heidelberg
2015, S. 121
81. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 26
82. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 27
83. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 29
84. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 34
85. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 39
86. Georg Franz-Willing: Der große Konflikt: Kulturkampf in Preußen. In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne Preußische
Geschichte, Bd. 3, S. 1395 ff.
87. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 568
88. Friedrich Hartau: Wilhelm II. 9. Auflage, rororo, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-50264-4, S. 42.
89. Alfred Lévy: Erich Fromm: Humanist zwischen Tradition und Utopie, Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, S. 151f
90. Peter Hammerschmidt, Juliane Sagebiel (Hrsg.): Die Soziale Frage zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Schriftenreihe Soziale Arbeit der Fakultät
für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München, 1. Auflage, Neu-Ulm 2011, S. 14
91. Jan Turowski:Sozialdemokratische Reformdiskurse, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1. Auflage, Wiesbaden 2010, S. 152
92. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 444
93. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 10 (http://www.digitali
s.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
94. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 67
95. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 12 (http://www.digitali
s.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
96. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 13 (http://www.digitali
s.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
97. FAO: Getreideproduktion nach Ländern Produktionsstatistik der FAO, aufgerufen am 29. April 2013 (http://faostat.fao.org/site/567/default.aspx#
ancor)
98. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 16 (http://www.digitali
s.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
99. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 13
00. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 40
01. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 64
02. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 77f
03. Zur Kinderarbeit in der Frühindustrialisierung siehe auch Jürgen Kuczynski: Geschichte des Alltags des deutschen Volkes. Band 3, Pahl-
Rugenstein, Köln 1981, S. 233–272.
04. Peter Baumgart: Schlesien in der Politik Friedrichs des Großen. In: Wilhelm Treue (Hrsg.): Preußens großer König, S. 161 ff.
05. Zum Folgenden vgl. Karl Heinrich Kaufhold: Wirtschaft, Gesellschaft und ökonomisches Denken. In: Wilhelm Treue (Hrsg.): Preußens großer
König, S. 101 ff.
06. Gustav von Schmoller (1898): Das preussische Handels- und Zollgesetz vom 26. Mai 1818 im Zusammenhang mit der Geschichte der Zeit,
ihrer Kämpfe und Ideen (https://archive.org/details/daspreussischeh00schmgoog)
07. Heinrich Kaufhold/ Bernd Sösemann: Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung in Preußen – Zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Preußen vom
18. bis zum 20. Jahrhundert. In: VSWG Beihefte. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07424-4, S. 97–107.
08. Acta Borussica – Protokolle des preußischen Staatsministeriums (PDF-Datei (http://preussenprotokolle.bbaw.de/bilder/Band%208-1.pdf))
09. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 445
10. Caroline Emmelius: Offen und Verborgen: Vorstellungen und Praktiken des Öffentlichen und Privaten in Mittelalter und Früher Neuzeit, Wallstein
Verlag, Göttingen 2004, S. 12
11. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 295
12. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 296f
13. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 109
14. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 110
15. Jan Friedmann: RESTAURATION UND REVOLUTION: MORSCHE MACHT. In: Spiegel Special vom 2007-08-21. Nr. 3, 2007, S. 124–127.
16. Christian Galonska: Die Wirtschaftselite im gesellschaftlichen Abseits: Von der Klasse an sich zur Klasse für sich, Springer Fachmedien,
Wiesbaden 2012, S. 96–99
17. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 192
18. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 439
19. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 180
20. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 181
21. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 182
22. Otto Büsch: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der Preußischen Geschichte Band 2, Walter de
Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 179
23. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 447
24. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019,
25. Bernd Faulenbach: Geschichte der SPD: Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag C.H. Beck, München 2012, S. 12
26. Bernd Faulenbach: Geschichte der SPD: Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag C.H. Beck, München 2012, S. 13
27. Bernd Faulenbach: Geschichte der SPD: Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Verlag C.H. Beck, München 2012, S. 19
28. Masashi Urabe: Funktion und Geschichte des deutschen Schulzeugnisses, Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009, S. 43
29. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 29–52 (http://www.dig
italis.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
30. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 385f
31. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 387
32. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 251
33. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 468f
34. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag,
2014, S. 148f
35. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 251f
36. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 253
37. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag,
2014, S. 340
38. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947, Pantheon Verlag; Auflage: 1, 2008, S. 286f
39. Autor: Michael Senf: Schloss Sanssouci, (Hrsg.) SPSG, Deutscher Kunstverlag, Berlin-München 2009, S. 10
40. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 38
41. Helmut Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz: Architektur des Untergangs, Promedia, 1998, S. 36
42. Barbara Stiewe: Der „Dritte Humanismus“: Aspekte deutscher Griechenrezeption vom George-Kreis bis zum Nationalsozialismus, De Gruyter
Verlag, Berlin-New-York 2011, S. 239
43. Ortstermine – Stationen Brandenburg-Preußens auf dem Weg in die moderne Welt. In: Museumsverband des Landes Brandenburg (Hrsg.):
Ausstellungskatalogs des Projektes „Kulturland Brandenburg 2001“. Verlag Henschel, 2001, S.XXIII
44. Hans Bentzien: Unterm Roten und Schwarzen Adler – Geschichte Brandenburg-Preußens für jedermann, Verlag Volk&Welt, Berlin 1992, S. 286
45. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 186
46. Allgemeine Einführung in das Thema: Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur
1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, S. 444–449
47. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 185
48. Jürgen Frölich, Esther-Beate Körber, Michael Rohrschneider: Preußen und Preußentum vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Berlin-Verlag
Spitz, 2002, S. 101
49. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 446
50. https://www.digizeitschriften.de/dms/toc/?PID=PPN78153061X
51. Otto Büsch: Handbuch der preussischen Geschichte, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 603–619
52. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 – 1947, Pantheon Verlag; Auflage: 1, 2008, S. 330
53. Otto Büsch: Handbuch der preussischen Geschichte, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 303
54. Otto Büsch: Handbuch der preussischen Geschichte, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 304
55. Hassel, Georg: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Braunschweig: Vieweg 1805, S. 26
56. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 25
57. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 49
58. Herbert Obenaus: Anfänge des Parlamentarismus in Preussen bis 1848, Droste Verlag, 1984, S. 257
59. David Justus Ludwig Hansemann: Preussen und Frankreich: staatswirthschaftlich und politisch, unter vorzüglicher Berücksichtigung der
Rheinprovinz, Brüggemanns Verlagsexpedition, Leipzig 1833, S. 241
60. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 162
61. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 6
62. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 12
63. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 29
64. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 30
65. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 160
66. Wolfgang Knöbl: Polizei und Herrschaft im Modernisierungsprozess: Staatsbildung und innere Sicherheit in Preußen, England und Amerika
1700-1914, Campus Verlag, Frankfurt am Main-New York 1998, S. 78
67. Wolfgang Knöbl: Polizei und Herrschaft im Modernisierungsprozess: Staatsbildung und innere Sicherheit in Preußen, England und Amerika
1700-1914, Campus Verlag, Frankfurt am Main-New York 1998, S. 79
68. Wolfgang Knöbl: Polizei und Herrschaft im Modernisierungsprozess: Staatsbildung und innere Sicherheit in Preußen, England und Amerika
1700-1914, Campus Verlag, Frankfurt am Main-New York 1998, S. 80
69. Otto Büsch (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Handbuch der preußischen Geschichte, Band 2, Walter
de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992-2001, S. 193
70. Werner Hegemann: Das steinerne Berlin: 1930 - Geschichte der größten Mietskasernenstadt der Welt, Verlag Ulstein, Berlin West 1963, S. 97f
71. Ger Spitzer, Waltraud Huber: Barock und Klassik: Kunstzentren des 18. Jahrhunderts in der Deutschen Demokratischen Republik ; 5. Mai - 14.
Oktober ; Schallaburg 1984, S. 176
72. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1984, S. 154f
73. Willi Albers, Anton Zottmann: Handworterbuch Der Wirtschaftswissenschaft (Hdww), Band 3, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1981, S. 368f
74. Eckart Schremmer (Hrsg.): Wirtschaftliche und soziale Integration in historischer Sicht: Arbeitstagung, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1996,
S. 131
75. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740-1806/15, Teil 1 - Biographien A-L, K.G. Saur
Verlag, München 2009, Seite XVIII
76. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740-1806/15, Teil 1 - Biographien A-L, K.G. Saur
Verlag, München 2009, Seite XIX
77. Otto Büsch: Handbuch der preussischen Geschichte, Band 2, de Gruyter Verlag, Berlin-New York 1992, S. 629f
78. (Hrsg.) Frank Göse, Winfried Müller, Kurt Winkler, Anne-Katrin Ziesak: Preußen und Sachsen – Szenen einer Nachbarschaft, Sandstein Verlag,
2014, S. 50
79. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 287
80. Christopher Clark: Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 bis 1947, Pantheon Verlag, 2008, S. 288
81. Klaus Schwabe: Das diplomatische Korps: 1871–1945, Deutsche Führungsschichten in der Frühen Neuzeit, Band 16, Harald Bold Verlag,
Boppard am Rhein 1985, S. 41f
82. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen (2 Teile). Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 29–52. (http://www.di
gitalis.uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
83. Siehe auch Kurt Hinze: Die Bevölkerung Preußens im 17. und 18. Jahrhundert (…). In: Otto Büsch, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Moderne
Preußische Geschichte, Bd. I, S. 282–315, und Wolfgang Köllmann: Demographische „Konsequenzen“ der Industrialisierung in Preußen, ebda,
S. 447–465.
84. Stanisław Salmonowicz: Preussen: Geschichte von Staat und Gesellschaft, Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek, 1995, S. 50
85. Georg Hassel: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Vieweg Verlag, Braunschweig 1805, S. 9 (http://www.digitalis.
uni-koeln.de/Hassel/hassel_index.html)
86. Hassel, Georg: Statistischer Umriss der sämtlichen europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung,
Finanz- und Militärverfassung und ihrer aussereuropäischen Besitzungen, 2 Teile, Braunschweig: Vieweg 1805, S. 28–52
87. Michel Hubert: Deutschland im Wandel: Geschichte der deutschen Bevölkerung seit 1815, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1998, S. 63
88. Hubert Kiesewetter: Industrielle Revolution in Deutschland: Regionen als Wachstumsmotoren, S. 135
89. Wolfgang Neugebauer: Preußische Geschichte als gesellschaftliche Veranstaltung: Historiographie vom Mittelalter bis zum Jahr 2000,
Ferdinand Schöningh Verlag, 2018, S. 17
90. Wolfgang Neugebauer: Preußische Geschichte als gesellschaftliche Veranstaltung: Historiographie vom Mittelalter bis zum Jahr 2000,
Ferdinand Schöningh Verlag, 2018, S. 303
91. Wolfgang Neugebauer: Preußische Geschichte als gesellschaftliche Veranstaltung: Historiographie vom Mittelalter bis zum Jahr 2000,
Ferdinand Schöningh Verlag, 2018, S. 309
92. Michael Stürmer (1981). IV. Preußen als Problem der Forschung. Moderne Preußische Geschichte 1648 - 1947, Band 1 : Eine Anthologie (pp.
74–102), S. 74.
93. Wolfgang Neugebauer: Preußische Geschichte als gesellschaftliche Veranstaltung: Historiographie vom Mittelalter bis zum Jahr 2000,
Ferdinand Schöningh Verlag, 2018, S. 578
94. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 7
95. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 2
96. Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Vom Kaiserreich zum 20. Jahrhundert und Große Themen der
Geschichte Preußen, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, Berlin-New York 2001, S. 3f
97. Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte: Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur 1648-1947, Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen 2019, S. 7f
98. Journal Article von Barbara Vogel, Review: Das alte Preußen in der modernen Geschichtswissenschaft, Vandenhoeck & Ruprecht, Geschichte
und Gesellschaft 11. Jahrg., H. 3, 1985, S.377-396, S. 377

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Diese Seite wurde zuletzt am 13. Mai 2020 um 17:18 Uhr bearbeitet.

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