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Die erste Stufe Wandels von lat. -ct-, der nach Meyer-Lübke
des
bereits gallisch ist, liegt der gesamten galloromanischen Entwicklung

cs,
zugrunde und entspricht der Veränderung, durch

sc
die lat.
macht: der velare Verschlußlaut wird zum medio-palatalen Reibelaut.
Hier spaltet sich jedoch die Entwicklung Frankreich.? Wäh

in
sie
rend einem Teil des provenzalischen Gebietes bis zur palatal
in
alveolaren Affrikata führt, wird

im
Südwesten das medio-palatale

im
Reibegeräusch tönend und zum Halbvokal

j,
Westen des alten
Aquitaniens unter Aufgabe der Reibung

i.”
zu
Nordfrankreich, das diese Stufe bereits
In

in
früh-altfranzösischer
Zeit erreicht hatte, ist
sie längst überschritten.“
Ausserhalb Galliens zeigen die Entwicklung des lat. >jt, nord

ct

it
italienische Mundarten, wie das Piemontesische und Genuesische, ferner
das Sizilianische, das Portugiesische, Altspanische und Altkatalanische.“

-it
Der Atlas linguistique verzeichnet für den Roussillon die Stufe
nur auf den Karten cuit, huit, fruit und laitue.

Vgl. *ajo südwestgallisch je j'ai.

K.
83
2.

>

i
Die Isophone folgt zunächst
der Nordgrenze des Departements
Aude, umschließt 766, das Departement Tarn und 724, durch
P.

P.
im
quert die Departemente Lot und Tarn-et-Garonne Nordwesten der
Punkte 722, 731, 750, 659, kreuzt das Departement Lot-et-Garonne
De

im
zwischen den Punkten 648, 647 und 657, 656 und verläuft
partement Gironde nordöstlich der Punkte 645, 643, 641, 549, 548
zum Ozean.“

Meyer-Lübke, §462; Einführung? §220; Historische


I,

Roman.
Gram.
Grammatik der französischen Sprache? 166.
§

derselben Weise hat sich die Entwicklung auf der Iberischen Halbinsel
In
?

gespalten; vgl. span. mucho neben port. muito, span. leche neben port. leite.
ob
ist

zu

Es nicht mit Sicherheit erweisen, die heutige Beschränkung der


*

-it-Formen auf den Südwesten bereits altprovenzalischer Zeit bestand. Eine


in

Untersuchung über die Entwicklung von lat. -ct- im Provenzalischen der alten
und neuen Zeit fehlt noch. Liegt den modernen Reflexen, die 746 lait,
K.
B.
z.

zeigen, altes lait, fait oder latſ fatſ zugrunde? Ein Ver
K.

533fait mit la,


fa

zu

gleich der fait mit den altprovenzalischen Belegen führt keinem Ergebnis.
K.

Für die Gebiete, die Rydberg,


les
Le

langues
de

développement facere dans


Altprov. dem Typus fach zuspricht, erweist der
im

romanes, Paris 1893, 231,


S.

Atlas ling. meist fa; aber auch innerhalb des alten fait-Gebietes erscheint im
im

Norden der Provence heute fa. Darf man Südwesten Galliens die Entwick
lung von lat. -ctum und -ctam als gleichartig verlaufend ansetzen und von den
femininen Adjektiven stricta
K.

K.

524 étroite und directa 427 droite auf die


Maskulina, Gemeinprovenzalischen verstummt ist, zurück
im

deren Auslaut
im

zu
so

schließen, bestätigt sich die Annahme, -ct- sei nur geworden.


jt

Südwesten
Die Karten étroite, droite zeigen hier allein jto, -to, während im übrigen Süd
frankreich die palatal-alveolare Affrikata vorliegt.
Nach Meyer-Lübke (vgl. Rom. Gram.
ist
im
S.

462 388) Französischen


I,
§

die Entwicklung anders vor sich gegangen als


im

Südwestgallischen: der afrz.


-t-Stufe mit Verschlußlaut liege die Stufe mit medio-palataler Affrikata zugrunde.
Rom. Gram. ib., Ital. Gram. 221. Rydberg, loc. cit.
„Äyer-Lübke
§
S

j,

Einzelne Punkte des provenzalischen Gebietes zeigen oder mit Schwund


*

des zweiten Bestandteils des Diphthongen


e.