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DIN EN 14492-2:2010-05

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 2010-05-01.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Sie beinhaltet die Deutsche Fassung der von der Produkt-Arbeitsgruppe 17 „Krane – Kraftbetrieben Winden
und Hubgeräte“ [früher: CEN/TC 147 WGP 7; seit 2009: CEN/TC 147/WG 17] des Technischen Komitees
CEN/TC 147 „Krane — Sicherheit“ (Sekretariat: BSI, Vereinigtes Königreich) des Europäischen Komitees für
Normung (CEN) ausgearbeiteten EN 14492-2:2006 A1:2009.

Die nationalen Interessen bei der Erarbeitung wurden vom Lenkungskreis „CEN/TC 147 — ISO/TC 96 —
Krane“ des Normenausschusses Maschinenbau (NAM) im DIN wahrgenommen.

Diese Norm konkretisiert einschlägige Anforderungen von Anhang I der EG-Maschinenrichtlinie 98/37/EG
(gültig bis 28. Dezember 2009) sowie mit Wirkung vom 29. Dezember 2009 der neuen EG-Maschinenrichtlinie
2006/42/EG an erstmals im EWR in Verkehr gebrachte Maschinen, um den Nachweis der Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen zu erleichtern.

Ab dem Zeitpunkt ihrer Bezeichnung als harmonisierte Norm im Amtsblatt der Europäischen Union kann der
Hersteller bei der Anwendung der EN 14492-2:2006 A1:2009 davon ausgehen, dass er die von der Norm
behandelten Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten hat (so genannte Vermutungswirkung).

Die Definition des Begriffes Kran schließt alle Maschinen zum zyklischen Heben oder zum zyklischen Heben
und Bewegen von an Haken oder anderen Lastaufnahmeeinrichtungen hängende Lasten ein, das heißt auch
Winden, die diese Definition erfüllen.

Die im Abschnitt 2 und den Literaturhinweisen zitierten Europäischen Normen sind als DIN-EN- bzw.
DIN-EN-ISO-Normen mit gleicher Zählnummer veröffentlicht.

2
DIN EN 14492-2:2010-05

Änderungen

Gegenüber der DIN EN 14492-2:2007-04 sind folgende Änderungen vorgenommen worden:

a) Anpassung der Normativen Verweise;

b) Anforderung an die Kennzeichnung der Steuerungseinrichtungen ergänzt, Abschnitt 5.2.1;

c) Anforderung an Verfügbarkeit der Not-Halt-Funktion ergänzt, 5.2.3;

d) Anforderungen an sicherheitsbezogene Funktionen von Steuerungen der EN ISO 13849-1 angepasst,


5.2.5;

e) Anforderung an die Prüfung von Rutschkupplungen modifiziert, Tabelle 5;

f) Anforderungen an die Benutzerinformation bezüglich des Schalldruckpegels und der Kennzeichnung


angepasst , Abschnitt 7.2 und 7.3;

g) Anforderungen an Hilfshubwerke beim Transport feuerflüssiger Massen ergänzt, Anhang B;

h) Modifikationen in den Anhängen F „Tragfähigkeit“ und K „Lärmprüfung“;

i) Korrekturen in Formeln in Anhang J.2.5;

j) Aufnahme des informativen Anhangs ZC über den Zusammenhang dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Frühere Ausgaben

DIN EN 14492: 2007-04

3
DIN EN 14492-2:2010-05

— Leerseite —

4
EUROPÄISCHE NORM EN 14492-2:2006+A1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE September 2009

ICS 53.020.20 Ersatz für EN 14492-2:2006

Deutsche Fassung

Krane —
Kraftgetriebene Winden und Hubwerke —
Teil 2: Kraftgetriebene Hubwerke

Cranes — Appareils de levage à charge suspendue —


Power driven winches and hoists — Treuils et palans motorisés —
Part 2: Power driven hoists Partie 2: Palans motorisés

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 11. Oktober 2006 angenommen und schließt Änderung 1 ein, die am 6. August 2009 vom
CEN angenommen wurde.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2009 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 14492-2:2006+A1:2009 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Inhalt
Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................7
Einleitung.............................................................................................................................................................8
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................9
2 Normative Verweisungen ......................................................................................................................9
3 Begriffe .................................................................................................................................................11
4 Liste der signifikanten Gefährdungen ...............................................................................................15
5 Sicherheitsanforderungen und/oder Schutzmaßnahmen ...............................................................21
5.1 Allgemeines..........................................................................................................................................21
5.2 Einrichtungen.......................................................................................................................................21
5.3 Kupplungen ..........................................................................................................................................28
5.4 Bremsen für Hub- und Senkbewegungen .........................................................................................28
5.5 Getriebe ................................................................................................................................................29
5.6 Lasthaken .............................................................................................................................................29
5.7 Seiltriebe...............................................................................................................................................29
5.8 Kettentriebe ..........................................................................................................................................33
5.9 Bandtriebe ............................................................................................................................................33
5.10 Pneumatische Ausrüstung .................................................................................................................35
5.11 Hydraulische Ausrüstung ...................................................................................................................37
5.12 Fahrwerke .............................................................................................................................................41
5.13 Elektrische Ausrüstung von Hubwerken und ihren Fahrwerken....................................................42
5.14 Geräuschreduzierung durch Konstruktion .......................................................................................46
5.15 Hubwerke für den Einsatz in explosionsfähigen Atmosphären .....................................................47
6 Feststellung der Übereinstimmung mit den Sicherheitsanforderungen und/oder
Schutzmaßnahmen ..............................................................................................................................47
6.1 Seriengefertigte Hubwerke .................................................................................................................47
6.2 Einzelgefertigte Hubwerke..................................................................................................................48
7 Benutzerinformationen .......................................................................................................................56
7.1 Allgemeines..........................................................................................................................................56
7.2 Besondere Anforderungen .................................................................................................................56
7.3 Kennzeichnung ....................................................................................................................................58
Anhang A (informativ) Beispiele für kraftgetriebene Hubwerke...................................................................60
A.1 Seilzug ..................................................................................................................................................60
A.2 Kettenzug..............................................................................................................................................61
A.3 Bandzug................................................................................................................................................62
A.4 Offenes Hubwerk .................................................................................................................................63
A.5 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten — NGL Building hoists — Treuil potence de
chantier .................................................................................................................................................64
Anhang B (normativ) Zusätzliche Anforderungen beim Transport feuerflüssiger Massen ......................65
Anhang C (informativ) Zusätzliche Anforderungen für Hubwerke für den Einsatz in
explosionsfähigen Atmosphären .......................................................................................................68
C.1 Einleitung..............................................................................................................................................68
C.2 Allgemeines..........................................................................................................................................68
C.3 Gefahrenquellen in explosionsgefährdeten Bereichen ...................................................................69
C.3.1 Elektrisch erzeugte Gefahren .............................................................................................................69
C.3.2 Mechanisch erzeugte Gefahren..........................................................................................................69
C.3.3 Gefahren durch Umweltbedingungen................................................................................................69
C.3.4 Maßnahmen zur Beseitigung von Gefahren in explosionsgefährdeten Bereichen ......................70
C.3.5 Kennzeichnung ....................................................................................................................................70
C.4 Benutzerinformationen .......................................................................................................................70

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Seite

Anhang D (informativ) Zusätzliche Anforderungen für den Einsatz in aggressiver Umgebung und
im Freien...............................................................................................................................................71
D.1 Allgemeines .........................................................................................................................................71
D.2 Seile und Ketten ..................................................................................................................................71
Anhang E (informativ) Zusätzliche Anforderungen bei Tieftemperatur-Einsatz ........................................73
Anhang F (normativ) Tragkonstruktionen für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten...............................74
F.1 Allgemeines .........................................................................................................................................74
F.2 Begriffe .................................................................................................................................................74
F.3 Klassifizierung .....................................................................................................................................75
F.4 Konstruktionsmerkmale .....................................................................................................................77
F.4.1 Allgemeine Anforderungen ................................................................................................................77
F.4.2 Austauschbarkeit von Teilen und Modularität untereinander ........................................................78
F.4.3 Transporterleichterung .......................................................................................................................79
F.5 Berechnungen .....................................................................................................................................81
F.5.1 Allgemeines .........................................................................................................................................81
F.5.2 Zu berücksichtigende Kräfte- und Lastkombinationen ...................................................................81
F.5.3 Stabilität................................................................................................................................................82
F.5.4 Konstruktionsprüfung.........................................................................................................................82
F.5.5 Berechnungen übertragener Belastungen .......................................................................................83
F.6 Anleitungen ..........................................................................................................................................83
F.6.1 Informationen zu übertragenen Kräften/Momenten.........................................................................83
F.6.2 Kennzeichnungen................................................................................................................................85
F.6.3 Benutzerinformationen .......................................................................................................................85
F.7 Überprüfungen.....................................................................................................................................87
Anhang G (normativ) Kraftgetriebene Serienhubwerke — Prüfverfahren für die Überprüfung der
Klassifizierung .....................................................................................................................................88
G.1 Einleitung .............................................................................................................................................88
G.2 Anwendungsbereich ...........................................................................................................................88
G.3 Durchführung der Prüfung .................................................................................................................88
G.3.1 Rahmenbedingungen..........................................................................................................................88
G.3.2 Konfigurationen ...................................................................................................................................89
G.3.3 Prüfprogramm......................................................................................................................................89
G.4 Annahmekriterien ................................................................................................................................90
G.5 Berechnung und Bilder.......................................................................................................................90
Anhang H (informativ) Dokumente für Haken ................................................................................................95
Anhang I (informativ) Werte von IAL, DAL für verschiedene Typen von Überlastsicherungen ............96
I.1 Berechnung von Überlastsicherungen .............................................................................................96
Anhang J (normativ) Motorauswahl................................................................................................................98
J.1 Allgemeines .........................................................................................................................................98
J.2 Kriterien für die Motorauswahl (EN 60034-1)....................................................................................98
J.2.1 Allgemeines .........................................................................................................................................98
J.2.2 Bemerkungen zur Motorauswahl.......................................................................................................99
J.2.3 Schutzart nach EN 60034-5.................................................................................................................99
J.2.4 Thermische Auslegung des Motors ................................................................................................100
J.2.5 Käfigläufermotoren ...........................................................................................................................102
J.2.6 Korrekturwerte in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der Aufstellhöhe ..........103
J.2.7 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde....................................................................105
J.3 Motoren für Vertikalbewegungen ....................................................................................................105
J.3.1 Bestimmung der notwendigen Drehmomente................................................................................105
J.3.2 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde....................................................................106
J.4 Motoren für Horizontalbewegungen................................................................................................107
J.4.1 Allgemeines .......................................................................................................................................107
J.4.2 Bestimmung der notwendigen Drehmomente................................................................................108
J.4.3 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde....................................................................110

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Seite
J.4.4 Drehbewegung ...................................................................................................................................110
J.4.5 Änderung der Ausladung..................................................................................................................110
Anhang K (normativ) Lärmprüfung ...............................................................................................................112
K.1 Anwendungsbereich .........................................................................................................................112
K.2 In diesem Anhang angewandte Normen .........................................................................................112
K.3 Beschreibung der Maschinenfamilie ...............................................................................................112
K.4 Bestimmung des Emissions-Schalldruckpegels am Bedienerstandort durch Messung...........113
K.4.1 Allgemeines........................................................................................................................................113
K.4.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten................................................................113
K.5 Ermittlung des Schallleistungspegels.............................................................................................113
K.5.1 Allgemeines........................................................................................................................................113
K.5.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten................................................................113
K.5.3 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten .............................................................................................114
K.6 Bedingungen für Montage und Betrieb ...........................................................................................116
K.6.1 Allgemeines........................................................................................................................................116
K.6.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten................................................................116
K.6.3 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten .............................................................................................116
K.7 Messunsicherheiten ..........................................................................................................................117
K.8 Aufzuzeichnende Informationen ......................................................................................................117
K.9 Anzugebende Informationen ............................................................................................................117
K.10 Erklärung und Überprüfung der Geräuschemissionswerte ..........................................................117
Anhang L (informativ) Auswahl von für eine bestimmte Anwendung geeigneten Normen für Krane ...118
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 98/37/EG .........................................................119
Anhang ZB (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 94/9/EG ...........................................................120
Anhang ZC (informativ) !Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 2006/42/EG .....................................................121
Literaturhinweise ............................................................................................................................................122

Bilder

Bild 1 — Seilablenkungswinkel .......................................................................................................................12


Bild A.1.1 — Seilzug — Rope hoist — Palan à cable ....................................................................................60
Bild A.1.2 — Fahrwerke (Hubwerk angebaut) — Travel carriages (Hoist mounted) — Chariots
(Palan monté) .......................................................................................................................................60
Bild A.2.1 — Kettenzug — Chain hoist — Palan à chaîne ............................................................................61
Bild A.2.2 — Fahrwerke (Hubwerk angebaut) — Travel carriages (Hoist mounted) — Chariots
(Palan monté) .......................................................................................................................................61
Bild A.3.1 — Bandzug — Belt hoist — Palan à sangle..................................................................................62
Bild A.3.2 — Einschienenuntergurtfahrwerk — Monorail trolley — Chariot monorail ..............................62
Bild A.4 — Offenes Hubwerk — Open type hoist — Treuil ouvert...............................................................63
Bild A.5.1 — Auslegerhubwerk mit paralleler Trommel — Jib hoist with parallel drum — Treuil
potence à tambour parallèle ...............................................................................................................64
Bild A.5.2 — Auslegerhubwerk mit axialer Trommel — Jib hoist with axial drum — Treuil potence
à tambour axial.....................................................................................................................................64
Bild A.5.3 — Hubwerk mit Fahrwerk — Hoist with trolley — Treuil potence pour chariot........................64
Bild A.5.4 — Aufgehängtes Hubwerk —Suspended hoist — Treuil potence suspendu ...........................64

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

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Bild A.5.5 — Gerüstwinde — Scaffold hoist — Treuil d’échafaudage ........................................................64


Bild F.1 — Dreibock — Column support — Support — colonne ...............................................................76
Bild F.2 — Zwischenrahmen — Jib-extension — Extension de potence ..................................................76
Bild F.3 — Geschossstütze — Prop support — Chandelle .........................................................................76
Bild F.4 — Fensterwinkel — Window support — Support fenêtre ..............................................................76
Bild F.5 — Gerüsthalterung oder -befestigung — Scaffold support — Support pour échafaudage .......76
Bild F.6 — Doppelrahmenstütze mit Ausleger — Gantry support — Chevalet..........................................77
Bild F.7 — Schwenkarm — Up-Jib — Flèche potence ..................................................................................77
Bild F.8 — Verbindungseinrichtung für das Gerüst mit T-Bolzen...............................................................79
Bild F.9 — Beispiel einer Drehbefestigung mit Schutzeinrichtung gegen Herausziehen ........................79
Bild F.10 — Verbindungseinrichtungen für Gegengewicht und Handgeländerposition...........................79
Bild F.11 — Beispiel für Ausleger-Positioniereinrichtung und Rollenschutz ............................................79
Bild F.12 — Beispiel für eine Ausleger-Positioniereinrichtung mit Handhebel .........................................79
Bild F.13 — Selbsthaltender Feststellgriff .....................................................................................................79
Bild F.14 — Schienenpuffer.............................................................................................................................80
Bild F.15 — Fußschutz und Körperschutz für Doppelrahmenstütze mit Ausleger ...................................80
Bild F.16 — Kopf-/Längenverhältnis der Stütze ............................................................................................80
Bild F.17 — Hubstellung des Fensterwinkels................................................................................................80
Bild F.18 — Von der Geschossstütze übertragene Belastungen ................................................................84
Bild F.19 — Von der Gerüsthalterung übertragene Belastungen................................................................84
Bild F.20 — Vom Schwenkarm übertragene Belastungen ...........................................................................84
Bild F.21 — Vom Fensterwinkel übertragene Belastungen .........................................................................84
Bild F.22 — Vom Dreibock übertragene Belastungen ..................................................................................85
Bild F.23 — Von der Doppelrahmenstütze mit Ausleger übertragene Belastungen .................................85
Bild G.1 — Gegenläufiges Wickeln .................................................................................................................92
Bild G.2 — Symmetrischer Seilablauf zur Trommelmitte.............................................................................92
Bild G.3 — Normaler Hubbetrieb während der Prüfung (Zyklus I) ..............................................................93
Bild G.4 — Bei jedem 4. Hubvorgang Aufnahme der Last vom Boden (Zyklus II).....................................93
Bild G.5 — Bei jeder 4. Aufnahme von Boden, wenn möglich mit Haupthubgeschwindigkeit
(Zyklus III) .............................................................................................................................................94
Bild J.1 — Momentenverlauf für 2 verschiedene Lastzyklen.....................................................................101
Bild J.2 — Korrekturwerte in Abhängigkeit von Umgebungstemperatur und Aufstellhöhe ..................104
Bild K.1 — Mikrophonstandorte auf der Halbkugel ....................................................................................115

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

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Tabellen
Tabelle 1 — Liste der signifikanten Gefährdungen und damit verbundenen Anforderungen..................15
v
Tabelle 2 — Werte für h für die Bestimmung von IAL ...............................................................................25
Tabelle 3 — Grenzgeschwindigkeit für dreiphasige Schleifringläufer-Motoren ........................................44
Tabelle 4 — Kippmomente für dreiphasige Schleifringläufer-Motoren mit Schützensteuerung..............44
Tabelle 5 — Methoden zur Überprüfung der Konformität mit den Sicherheitsanforderungen
und/oder Maßnahmen .........................................................................................................................49
Tabelle B.1 — Zusätzliche Anforderungen für den Transport feuerflüssiger Massen ..............................67
Tabelle F.1 — Stabilitäts-Sicherheitsfaktor S0 für verschiedene Kräfte.....................................................82
Tabelle F.2 — Sicherheitskoeffizienten für Tragkonstruktionen aus Stahl ...............................................82
Tabelle F.3 — Lastfälle .....................................................................................................................................82
Tabelle F.4 — Überprüfung der Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen ..................................87
Tabelle I.1 — Beispiele für Werte ....................................................................................................................96
Tabelle J.1 — Typischer Momentenverlauf für 2 verschiedene Lastzyklen .............................................102
Tabelle J.2 — Hinweise für die Zahl der Lastspiele je Stunde und der Einschaltdauer für
Vertikalbewegungen ..........................................................................................................................106
Tabelle J.3 — Hinweise für die Zahl der Lastspiele je Stunde und der Einschaltdauer für
Horizontalbewegungen .....................................................................................................................111
Tabelle K.1 — Koordinaten der 6 Mikrophon-Standorte.............................................................................114

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Vorwort

Dieses Dokument (EN 14492-2:2006 A1:2009) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 147 „Krane —
Sicherheit“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis März 2010, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis März 2010 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Dieses Dokument enthält Änderung 1, welche von CEN am 2009-08-06 angenommen wurde.

Dieses Dokument ersetzt EN 14492-2:2006.

Beginn und Ende des eingefügten oder geänderten Textes der Änderung ist durch die Textmarkierungen
!" gekennzeichnet.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EG-Richtlinien.

!Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informative Anhänge ZA, ZB und ZC, die Bestandteil dieses
Dokumentes sind."

Dies ist der zweite Teil der Norm Krane — Kraftgetriebene Winden und Hubwerke. Die Teile der Norm sind:

! Teil 1: Kraftgetriebene Winden

! Teil 2: Kraftgetriebene Hubwerke

Zusammenhang mit anderen Europäischen Normen für Krane siehe Anhang L.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Einleitung
!Diese europäische Norm ist eine harmonisierte Norm zur Herstellung der Übereinstimmung von
kraftgetriebenen Hubwerken mit den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der
Maschinenrichtlinie 98/37/EG und der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG."

Die betroffenen Maschinen und der Umfang, in dem Gefährdungen, Gefährdungssituationen und Gefahr
bringende Ereignisse erfasst sind, sind im Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm angegeben.

Diese Europäische Norm ist eine Typ C-Norm, wie in EN ISO 12100-1 angegeben.

Wenn Vorkehrungen dieser Typ C-Norm sich von Vorkehrungen in Typ A-Normen oder Typ B-Normen
unterscheiden, so haben die Vorkehrungen dieser Typ C-Norm Vorrang vor den Vorkehrungen der anderen
Normen für Maschinen, die nach den Vorkehrungen dieser Typ C-Norm konstruiert und gebaut wurden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm gilt für die Konstruktion, Betriebsanleitung, Wartung und Prüfung von kraftge-
triebenen Hubwerken mit oder ohne Fahrwerke, deren Hauptantriebselement ein elektrischer, hydraulischer
oder pneumatischer Motor ist. Sie sind für das Heben und Senken von an Haken oder anderen
Lastaufnahmemitteln hängenden Lasten konstruiert. Hubwerke können entweder in Kranen, in anderen
Maschinen, z. B. Regalbediengeräten, Einschienenbahnen oder für sich selbst verwendet werden.

Diese Europäische Norm gilt für die folgenden Hubwerkstypen:

a) Seilzug;

b) Kettenzug;

c) Bandzug, ausgenommen Bandzüge mit Stahlbändern als Tragmittel;

d) offenes Hubwerk;

e) Bauaufzüge für nicht geführte Lasten einschließlich Tragkonstruktionen.

Diese Europäische Norm umfasst nicht die folgenden Gefährdungen:

i) diese Europäische Norm erfasst nicht Gefährdungen durch Bauaufzüge für den Transport von
Gütern wie in 2000/14/EG definiert;

ii) diese Europäische Norm erfasst nicht Gefährdungen beim Heben von Personen.

ANMERKUNG Die Verwendung von Hubwerken für das Heben von Personen kann spezifischen nationalen
Vorschriften unterliegen.

Diese Europäische Norm spezifiziert keine zusätzlichen Anforderungen für Gefährdungen hinsichtlich des
Einsatzes von Hubwerken in explosionsfähigen Atmosphären im Bergbau.

Die von dieser Europäischen Norm erfassten signifikanten Gefährdungen sind in Abschnitt 4 identifiziert.

Dieses Dokument gilt nicht für kraftgetriebene Hubwerke, die vor dem Datum der Veröffentlichung dieses
Dokuments durch CEN gebaut wurden.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 418:1992, Sicherheit von Maschinen — Not-Aus-Einrichtung, funktionelle Aspekte — Gestaltungsleitsätze

EN 818-1:1996, Kurzgliedrige Rundstahlketten für Hebezwecke — Sicherheit — Teil 1: Allgemeine Abnahme-


bedingungen

EN 818-7:2002, Kurzgliedrige Rundstahlketten für Hebezwecke — Sicherheit — Teil 7: Feintolerierte Hebe-


zeugketten, Güteklasse T (Ausführung T, DAT und DT)

!gestrichener Text"

EN 982:1996, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen


und deren Bauteile — Hydraulik

9
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

EN 983:1996, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen


und deren Bauteile — Pneumatik

EN 1127-1:1997, Explosionsfähige Atmosphären — Explosionsschutz — Teil 1: Grundlagen und Methodik

EN 12077-2:1998, Sicherheit von Kranen — Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen — Teil 2: Begren-


zungs- und Anzeigeeinrichtungen

EN 12644-2:2000, Krane — Anforderungen für die Nutzung und Prüfung — Teil 2: Kennzeichnung

EN 13001-2:2004, Krane — Konstruktion allgemein — Teil 2: Lasteinwirkungen

EN 13411-3:2004, Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht — Sicherheit — Teil 3: Pressklemmen und
Verpressen

EN 13411-4:2002, Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht — Sicherheit — Teil 4: Vergießen mit
Metall oder Kunstharz

EN 13411-6:2004, Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht — Sicherheit — Teil 6: Asymmetrische


Seilschlösser

EN 13411-7:2003, Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht — Sicherheit — Teil 7: Symmetrische


Seilschlösser

EN 13463-1:2001, Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen — Teil 1:


Grundlagen und Anforderungen

EN 13463-5:2003, Nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen — Teil 5:


Schutz durch Konstruktive Sicherheit „c“

EN 13557:2003, Krane — Stellteile und Steuerstände

EN 50020:2002, Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche — Eigensicherheit „i“

EN 60034-1:2004, Drehende elektrische Maschinen — Teil 1: Bemessung und Betriebsverhalten


(IEC 60034-1:2004)

EN 60034-5:2000, Drehende elektrische Maschinen — Teil 5: Schutzarten aufgrund der Gesamtkonstruktion


von drehenden elektrischen Maschinen (IP-Code) Einteilung (IEC 60034-5:2000)

EN 60079-0:2004, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 0: Allgemeine


Anforderungen (IEC 60079-0:2004)

EN 60079-1:2004, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 1: Druckfeste


Kapselung „d” (IEC 60079-1:2003)

EN 60079-7:2003, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 7: Erhöhte


Sicherheit „e“ (IEC 60079-7:2001)

EN 60204-32:1998, Sicherheit von Maschinen — Elektrische Ausrüstung von Maschinen — Teil 32: Anforde-
rungen für Hebezeuge (IEC 60204-32:1998)

EN 60529:1991, Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code) (IEC 60529:1989)

EN ISO 3744:1995, Akustik — Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquellen aus Schalldruck-
messungen — Hüllflächenverfahren der Genauigkeitsklasse 2 für ein im Wesentlichen freies Schallfeld über
einer reflektierenden Ebene (ISO 3744:1994)

EN ISO 4871:1996, Akustik — Angabe und Nachprüfung von Geräuschemissionswerten von Maschinen und
Geräten (ISO 4871:1996)

10
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

EN ISO 11201:1995, Akustik — Geräuschabstrahlung von Maschinen und Geräten — Messung von
Emissions-Schalldruckpegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten — Verfahren der Genauig-
keitsklasse 2 für ein im Wesentlichen freies Schallfeld über einer reflektierenden Ebene (ISO 11201:1995)

EN ISO 12100-1:2003, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 1:


Grundsätzliche Terminologie, Methodologie (ISO 12100-1:2003)

EN ISO 12100-2:2003, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 2:


Technische Leitsätze (ISO 12100-2:2003)

EN ISO 13732-1:2006, Ergonomie der thermischen Umgebung — Bewertungsverfahren für menschliche


Reaktionen bei Kontakt mit Oberflächen — Teil 1: Heiße Oberflächen (ISO 13732-1:2006)

!EN ISO 13849-1, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen — Teil 1:
Allgemeine Gestaltungsleitsätze (ISO 13849-1:2006)"

ISO 606:2004, Short-pitch transmission precision roller and bush chains — attachments and associated chain
sprockets (Kurzgliedrige Präzisions-Rollen- und Buchsenketten — Befestigungslaschen und zugehörige
Kettenräder)

ISO 4301-1:1986, Cranes and lifting appliances — Classification — Part 1: General (Krane und Hebezeuge —
Einteilung in Klassen — Teil 1: Allgemeines

ISO 4308-1:2003, Cranes and lifting appliances — Selection of wire ropes — Part 1: General (Krane und
Hebezeuge — Auswahl der Drahtseile — Teil 1: Allgemeines)

ISO 12482-1:1995, Cranes — Condition monitoring — Part 1: General (Krane — Zustandsüberwachung —


Teil 1: Allgemeines)

IEC 60072-1:1991, Dimensions and output series for rotating electrical machines — Part 1: frame numbers 56
to 400 and flange numbers 55 to 1 080 (Maße und Leistungsreihen für umlaufende elektrische Maschinen —
Teil 1: Gehäusegrößen 56 bis 400 und Flanschgrößen 55 bis 1 080)

FEM 1.001:1998, Berechnungsgrundlagen für Krane, Hefte 1, 2, 3, 4, 5, 8 und 9

FEM 9.901:1991, Serienhebezeuge — Berechnungsgrundlagen für Serienhebezeuge und Krane mit Serien-
hebezeugen

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN ISO 12100-1:2003 und die folgenden
Begriffe.

3.1
Aufhängung
vollständige Einrichtung zur Befestigung des Tragmittels an einem festen Punkt

3.2
Bandtrieb
System von Bändern, Bandrollen, Bandtrommeln und Bandbefestigungen

3.3
Kippmoment (eines Wechselstrommotors)
maximales statisches asynchrones Moment, welches der Motor bei Versorgung mit Nennspannung und
Nennfrequenz ohne abrupten Geschwindigkeitsabfall erzeugt

11
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

3.4
Kettentrieb
System von feintolerierten Rundstahlketten, Rollenketten, angetriebenen und nicht angetriebenen Ketten-
rädern und Kettenbefestigungen

3.5
Betriebskoeffizient für Seile, Ketten und Bänder
Verhältnis zwischen Mindestbruchkraft und der statischen Nennzugkraft

3.6
Direktsteuerung
Hauptenergiekreis wird direkt durch das handgesteuerte Bedienteil gesteuert, ohne zusätzliche Einrichtungen
zwischen Bedienteil und Hauptenergiekreis

3.7
Seilablenkungswinkel
Winkel oder ! " oder # ", siehe folgendes Bild

Legende
$ Ablenkungswinkel an der Umlenkrolle
! " oder # " $ Ablenkungswinkel an der Trommel
" $ Winkel der Trommelrillen

Bild 1 — Seilablenkungswinkel

Bei rillenlosen Trommeln ist der Seilablenkungswinkel der Winkel zwischen der Seilachse und einer senkrecht
zur Trommelachse gezogenen Linie.

3.8
Kraftübertragung
zwei oder mehr verbundene Teile, welche Kräfte übertragen

3.9
Hubwerk
Maschinen zum Heben und Senken hängender Lasten über vorher festgelegte Entfernungen, mit oder ohne
Fahrwerke, mit verschiedenen Tragmitteln

ANMERKUNG Beispiele siehe Anhang A.

3.10
Hubwerksbelastung
mH
Belastung, die alle Massen einer Last gleich der Tragfähigkeit des Hubwerkes, des Tragmittels und der fest
eingescherten Lastaufnahmemittel, z. B. Haken, Greifer, Magnete, Hebebalken, Vakuumheber, einschließt

3.11
Tragmittel
Teil des Hubwerkes, entweder Seil, Band, Stahlgliederkette oder Rollenkette

12
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

3.12
Hydraulikkomponenten
miteinander verbundene und ein funktionsfähiges hydraulisches System bildende Bauteile (z. B. Schalter,
Ventile, Filter usw.)

3.13
hydraulischer Überdruck
den Nenndruck oder den dynamischen Druck übersteigender Druck

3.14
hydraulische Systeme
es gilt die Definition in ISO 5598

3.15
Nenndruck
Druck in hydraulischen oder pneumatischen Systemen, unter welchem das Bauteil für eine Anzahl von
Wiederholungen arbeiten soll, welche ausreichend sind, eine angemessene Betriebsdauer zu gewährleisten

3.16
hydraulische Übertragung (Energie und Signal)
Versorgung, Steuerung und Verteilung von Energie durch druckbeaufschlagte Flüssigkeit

3.17
indirekte Steuerung
der Hauptenergiekreis wird durch zusätzliche Mittel zwischen dem handbetätigten Bedienteil und dem
Hauptenergiekreis gesteuert

3.18
maximale Geschwindigkeit
jeweils höchste Geschwindigkeit in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung

ANMERKUNG Bei frequenzumrichtergesteuerten Hubwerken kann diese Geschwindigkeit bei der Maximalfrequenz,
jedoch mit einer geringeren Last als der Tragfähigkeit des Hubwerkes auftreten.

3.19
Bauaufzug für nicht geführte Lasten
(Bauaufzug für Nicht Geführte Last (NGL))
Hubwerk mit Seiltrommel mit mehrlagiger Wicklung mit einer Tragfähigkeit von bis zu 500 kg, charakterisiert
durch häufige, zeitlich begrenzte Aufstellung auf der Baustelle durch einen Satz untereinander austausch-
barer, auf den Hubwerksrahmen abgestimmter Tragkonstruktionen

3.20
Energiequelle
Energie zum Antrieb des Hauptantriebes eines Hubwerks, z. B.: elektrisch, hydraulisch, pneumatisch

3.21
Tragfähigkeit
a) bei Kranen:
Last(en), die der Kran seiner Konstruktion entsprechend unter einer bestimmten Betriebsbedingung
anheben kann (z. B. Konfiguration, Laststellung);
b) bei Hubwerken:
Last, die das Hubwerk seiner Konstruktion entsprechend anheben kann.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

3.22
Überlastsicherung
Einrichtung, welche unter Berücksichtigung der dynamischen Auswirkungen während des Normalbetriebs
automatisch verhindert, dass das Hubwerk Lasten bewegt, welche seine Tragfähigkeit überschreiten. Dies
kann durch Begrenzung des Kraftflusses (direkt wirkende Überlastsicherung) oder durch Abschalten der
Energieversorgung zum Hubantrieb und Anhalten der Hubbewegung erreicht werden (indirekt wirkende
Überlastsicherung)

3.23
Nennhubgeschwindigkeit
lineare Lastgeschwindigkeit beim Anheben der Tragfähigkeit des Hubwerkes:
bei Elektromotoren mit der auf dem Typenschild angegebenen Nennspannung und Nennfrequenz;
bei hydraulischen Motoren mit der auf dem Typenschild angegebenen Nenn-Durchflussmenge;
bei pneumatischen Motoren mit dem auf dem Typenschild angegebenen Nenndruck;
Bei Seilhubwerken die Geschwindigkeit in der ersten Seilwicklung auf der Trommel.
Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten die durchschnittliche Hubgeschwindigkeit für den festgelegten
vertikalen Hubweg.

3.24
Nennsenkgeschwindigkeit
lineare Lastgeschwindigkeit beim Absenken der Tragfähigkeit des Hubwerkes:
bei Elektromotoren mit der auf dem Typenschild angegebenen Nennspannung und Nennfrequenz;
bei hydraulischen Motoren mit der auf dem Typenschild angegebenen Nenn-Durchflussmenge;
bei pneumatischen Motoren mit dem auf dem Typenschild angegebenen Nenndruck.
Bei Seilhubwerken die Geschwindigkeit in der ersten Seilwicklung auf der Trommel.
Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten die durchschnittliche Senkgeschwindigkeit für den festgelegten
vertikalen Hubweg

3.25
Seilaufhängung
Vorrichtung aus den Teilen, die die Seilendbefestigung mit den Last tragenden Haupt-Teilen verbinden, z. B.
Stifte, Bolzen, Ausgleichshebel, Spannstangen

ANMERKUNG Hierzu gehört nicht die Seilbefestigung auf der Seiltrommel.

3.26
Seiltrieb
System von Drahtseilen, welche auf Seiltrommeln und über Seilrollen, Ausgleichsrollen und Seilbefestigungs-
teilen laufen

3.27
Ausgleichsrolle
Rolle, die in einem System mit einem Einseilsystem die Funktion des Ausgleichshebels ausführt. Das Ausmaß
des Ausgleichs wird nicht durch die Bewegung der Rolle begrenzt

3.28
Seilendverbindung
Vorrichtung, die in direktem Kontakt mit dem Seil steht, um die Verbindung z. B. mit Seilaufhängung und
Haken zu ermöglichen

3.29
Seilbefestigung auf der Seiltrommel
alle Teile, mit denen das Seil auf der Seiltrommel befestigt ist

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

4 Liste der signifikanten Gefährdungen


Tabelle 1 enthält eine Liste von signifikanten Gefährdungen, Gefahrensituationen und Gefahr bringenden
Ereignissen, welche zu Gefährdungen von Personen während der bestimmungsgemäßen Verwendung und
des vorhersehbaren Missbrauchs führen könnten. Sie enthält darüber hinaus die relevanten Abschnitte in
dieser Norm, welche zur Verringerung oder Beseitigung der mit diesen Gefährdungen verbundenen Risiken
erforderlich sind.

Die signifikanten Gefährdungen basieren auf EN 1050.

Tabelle 1 — Liste der signifikanten Gefährdungen und damit verbundenen Anforderungen

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
ANMERKUNG 1 Die Benummerung der Gefährdungen folgt
EN 1050:1996, Anhang A.
ANMERKUNG 2 n. z.: in der Gefährdungsanalyse
berücksichtigt und als nicht signifikant betrachtet.
1 Mechanische Gefährdungen:
— erzeugt durch Maschinenteile oder Werkstücke;
verursacht z. B. durch deren
a) Form; 5.1, 5.12.3
b) relative Anordnung; n. z.
c) Masse und Standfestigkeit (potentielle Energie
5.1, F.5
von Elementen, die sich unter dem Einfluss der
Schwerkraft bewegen können);
d) Masse und Geschwindigkeit (kinetische Energie
von Elementen in kontrollierter oder unkontrollier- 5.4, 5.12.2, 5.12.4
ter Bewegung);
e) unzureichende mechanische Festigkeit 5.1, 5.2, 5.3, 5.4, 5.5, 5.7, 5.8,
5.9, F.5
— Ansammlung von Energie im Inneren der Maschine,
verursacht z. B. durch:
a) elastische Elemente (Federn); 5.4
b) Flüssigkeiten und Gase unter Druck; 5.10, 5.11
— Unterdruck 5.11.4.3
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1, 5.7.2, 5.7.4, 5.12.3, F.4.1
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1, F.4.1
1.3 Gefährdung durch Schneiden oder Abschneiden 5.1, 5.8.3, F.4.1
1.4 Gefährdung durch Erfassen oder Aufwickeln 5.1, 5.7.2, 5.7.4, 5.8.3

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 1 (fortgesetzt)

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
1.5 Gefährdung durch Einziehen oder Fangen 5.1, 5.7.2, 5.7.4, 5.8.3
1.6 Gefährdung durch Stoß 5.1, 5.8.2, F.1
1.7 Gefährdung durch Durchstich oder Einstich 5.1, F.4.1
1.8 Gefährdung durch Reibung oder Abrieb 5.1, 5.7.2, 5.7.4, 5.8.1
1.9 Gefährdung durch Eindringen oder Herausspritzen von 5.11.4.2, 5.11.5, 5.11.6.3
Flüssigkeiten unter hohem Druck
2 Elektrische Gefährdungen durch:
2.1 Direkte Berührung von Personen mit unter Spannung 5.2.1, 5.13, 5.13.4
stehenden Teilen
2.2 Berührung von Personen mit Teilen, die durch Fehlzustände 5.2.1, 5.13, 5.13.4
spannungsführend geworden sind (indirekte Berührung)
2.3 Annäherung an unter Hochspannung stehende Teile 5.13.1
2.4 Elektrostatische Vorgänge 5.13
2.5 Thermische Strahlung oder Vorgänge wie 5.13
Herausschleudern geschmolzener Teilchen oder chemische
Vorgänge bei Kurzschlüssen, Überlastungen usw.
3 Thermische Gefährdungen mit der Folge von:
3.1 Verbrennungen und Verbrühungen durch den Kontakt von 5.1, 5.11.6.5
Personen mit Gegenständen oder Werkstoffen sehr hoher 5.11.6.6, 5.15
Temperatur, durch Flammen oder Explosionen und auch
durch die Strahlung von Wärmequellen
3.2 Schädigungen der Gesundheit durch heiße oder kalte n. z.
Arbeitsumgebung
4 Gefährdungen durch Lärm mit der Folge von:
4.1 Gehörverlust (Taubheit), anderen physiologischen Beein- 5.14, 7.2, Anhang K
trächtigungen (z. B. Gleichgewichtsverlust, Nachlassen der
Aufmerksamkeit)
4.2 Störung der Sprachkommunikation, Störung akustischer 5.14, Anhang K
Signale usw.
5 Gefährdungen durch Vibration:
5.1 Verwendung handgeführter Werkzeuge mit dem Ergebnis n. z.
von Nerven- und Gefäßstörungen
5.2 Ganzkörpervibration, speziell in Verbindung mit n. z.
Zwangshaltungen
6 Gefährdungen durch Strahlung:
6.1 Strahlung mit Niederfrequenz, Funkfrequenz, Mikrowellen n. z.
6.2 Infrarotes, sichtbares und ultraviolettes Licht n. z.
6.3 Röntgen- und Gammastrahlen n. z.
6.4 Alphastrahlen, Betastrahlen, Elektronen- oder n. z.
Ionenstrahlen, Neutronenstrahlen
6.5 Laserstrahlen n. z.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 1 (fortgesetzt)

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
7 Gefährdungen durch Werkstoffe und andere Stoffe, die
von Maschinen und ihren Bestandteilen verarbeitet oder
verwendet werden:
7.1 Gefährdungen durch Kontakt mit oder Einatmung von 5.9.2
gefährlichen Flüssigkeiten, Gasen, Nebeln, Dämpfen und
Stäuben
7.2 Gefährdung durch Feuer oder Explosion Anhang B, 5.11.6.5, 5.11.6.6,
5.15, Anhang C
7.3 Biologische oder mikrobiologische Gefährdungen (durch n. z.
Viren oder Bakterien)
8 Gefährdungen durch die Vernachlässigung ergo-
nomischer Grundsätze bei der Gestaltung der Maschine
wie z. B. Gefährdungen durch:
8.1 Ungesunde Körperhaltung oder besondere Anstrengung 5.2.1, F.4.3
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von n. z.
Hand/Arm oder Fuß/Bein
8.3 Nachlässiger Gebrauch persönlicher Schutzausrüstungen n. z.
8.4 Unangepasste örtliche Beleuchtung 7
8.5 Mentale Überbelastung und Unterforderung, Stress n. z.
8.6 Menschliches Fehlverhalten, menschliches Verhalten 5.2.1
8.7 Ungeeignete Konstruktion, Platzierung oder Kenntlich- 5.2.1, 5.13
machung von Handsteuerungen
8.8 Ungeeignete Konstruktion oder Platzierung von 5.2.1, 5.13
Sichtanzeigen
9 Kombinationen von Gefährdungen
10 Unerwarteter Anlauf, unerwartetes Durchdrehen/Über-
drehen (oder jede vergleichbare Fehlfunktion) durch:
10.1 Ausfall/Störung des Steuerungssystems 5.2.1, 5.2.3, 5.2.5, 5.4, 5.10.3,
5.10.4, 5.10.5.1, 5.11.6.1,
5.11.6.2, 5.12.2, 5.13.4, 5.13.7,
5.13.8.2
10.2 Wiederherstellung der Energiezuführung nach einer 5.2.1, 5.2.3, 5.10.5.1, 5.13
Unterbrechung
10.3 Äußere Einflüsse auf elektrische Betriebsmittel 5.12.2, 5.13
10.4 Andere äußere Einflüsse (Schwerkraft, Wind usw.) 5.4, 5.12.4, F.5
10.5 Softwarefehler 5.2.5, 5.13
10.6 Bedienungsfehler (zurückzuführen auf unzureichende n. z.
Anpassung der Maschine an menschliche Eigenschaften
und Fähigkeiten, siehe 8.6)
11 Fehlende Möglichkeit, die Maschine unter optimalen 5.2.1, 5.2.3, 5.10.5.1, 5.10.5.2,
Bedingungen stillzusetzen 5.11.6.1, 5.12.2, 5.13.4, 5.13.7
12 Änderungen der Umdrehungsgeschwindigkeit von n. z.
Werkzeugen
13 Ausfall der Energieversorgung 5.4, 5.10.2.2, 5.11.6.2, 5.12.2,
5.13

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 1 (fortgesetzt)

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
14 Ausfall des Steuer- bzw. Regelkreises 5.2.1, 5.2.3, 5.2.5, 5.4, 5.10.3,
5.10.5.1, 5.11.5, 5.11.6.1,
5.12.2, 5.13
15 Fehlerhafte Montage 5.12.4, 5.13, 7, F.4.1, F.4.2,
F.6
16 Bruch beim Betrieb 5.1, 5.4, 5.5, 5.7.9, 5.8.4, 5.9.2
17 Herabfallende oder herausgeworfene Gegenstände oder 5.12.4, F.4.1
Flüssigkeiten
18 Verlust der Standfestigkeit/Umkippen der Maschine F.4.1, F.5
19 Ausgleiten, Stolpern oder Fall von Personen (im F.4.1
Zusammenhang mit Maschinen)
Zusätzliche Gefährdungen, Gefährdungssituationen und Gefährdungsereignisse aufgrund von
Bewegungen
20 Im Zusammenhang mit der Fortbewegung der
Maschine:
20.1 Fortbewegung beim Starten der Maschine n. z.
20.2 Fortbewegung, ohne dass sich der Fahrer auf dem 5.2.1
Fahrersitz befindet
20.3 Fortbewegung, ohne dass alle Teile gesichert sind 5.2.1
20.4 Zu hohe Geschwindigkeit einer durch Fußgänger geführten n. z.
Maschine
20.5 Zu starke Schwingungen bei der Fortbewegung n. z.
20.6 Ungenügende Möglichkeit, die Maschine zu verlangsamen, 5.2.1, 5.2.3, 5.10.3, 5.11.5
stillzusetzen und unbeweglich zu machen
21 In Verbindung mit dem Arbeitsplatz (einschließlich
Fahrerkabine) auf der Maschine:
21.1 Fall von Personen beim Zugang zum oder vom Arbeitsplatz n. z.
21.2 Abgase/Sauerstoffmangel am Arbeitsplatz n. z.
21.3 Feuer (Entflammbarkeit der Kabine, Mangel an n. z.
Feuerlöscheinrichtungen)
21.4 Mechanische Gefährdungen am Arbeitsplatz: n. z.
a) Berührung der Räder;
b) Überrollen;
c) Herabfallen von Gegenständen, Durchdringen durch
Gegenstände;
d) Abbrechen von mit hoher Geschwindigkeit rotierenden
Teilen;
e) Berührung von Personen mit Maschinenteilen oder
Werkzeugen (bei durch Fußgänger geführten
Maschinen)
21.5 Ungenügende Sichtbarkeit aus der Arbeitsposition n. z.
21.6 Ungeeignete Beleuchtung n. z.
21.7 Ungeeigneter Sitz n. z.

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DIN EN 14492-2:2010-05
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Tabelle 1 (fortgesetzt)

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
21.8 Lärm am Arbeitsplatz 5.14, Anhang K
21.9 Vibration am Arbeitsplatz n. z.
21.10 Unzureichende Evakuierungsmöglichkeiten/Notausgänge n. z.
22 Zurückzuführen auf das Steuerungssystem:
22.1 Ungeeignete Positionierung der Steuerungen/ 5.2.1, 5.13
Steuerungseinrichtungen
22.2 Ungeeignete Konstruktion der Steuerungseinrichtungen 5.2.1, 5.10.3, 5.10.4, 5.11.5,
und ihre Betriebsweisen 5.11.6.1, 5.13
23 Durch Arbeiten an der Maschine (Stabilitätsverlust) 5.1
24 Zurückzuführen auf die Energiequelle und
Energieübertragung:
24.1 Gefährdung durch Motor und Batterien n. z.
24.2 Gefährdungen durch die Energieübertragung zwischen n. z.
Maschinen
24.3 Gefährdungen durch Kupplungen und Seilzüge n. z.
25 Durch/für dritte Personen:
25.1 Unerlaubtes Starten/Benutzen 5.2.1
25.2 Bewegung eines Maschinenteils über seine Halteposition 5.12.2
hinaus
25.3 Fehlen oder mangelnde Eignung von optischen oder n. z.
akustischen Warneinrichtungen
26 Unzureichende Anweisungen für den Fahrer/Bediener 7
Zusätzliche Gefährdungen und Gefährdungsereignisse aufgrund von Hebevorgängen
27 Mechanische Gefährdungen und
Gefährdungsereignisse:
27.1 Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen
der Maschinen wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1, F.4.1, F.5
27.1.2 Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der 5.2.2, 5.11.3, F.1, F.4.1
Kippmomente
27.1.3 Unkontrollierten Bewegungsausschlägen 5.2.1, 5.2.4, 5.4, 5.13.8.2, F.4
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Ladungsbewegungen 5.2.1, 5.2.2.3, 5.4, 5.10.2.2,
5.11.3, 5.11.6.2, 5.13.8.2,
F.4.1
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.1, 5.6, 5.7.6, 5.7.9, 5.8.4,
5.9.4, 5.9.5, F.4.1
27.1.6 Zusammenstoß von mehreren Maschinen n. z.
27.2 Durch Zugang von Personen zu Lastträgern n. z.
27.3 Durch Entgleisen 5.12.4, F.4.1
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von 5.1, 5.2, 5.3, 5.4, 5.5, 5.7, 5.8,
Bauteilen 5.9, 5.11.4.1, 5.11.4.2, 5.12.1,
F.5

19
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 1 (fortgesetzt)

Relevante Abschnitt(e) in
Gefährdungen
dieser Europäischen Norm
27.5 Durch ungeeignete Konstruktion von Scheiben und 5.7.1, 5.7.2, 5.7.4, 5.7.5, 5.7.6,
Trommeln 5.9.1, 5.9.3, 5.9.4
27.6 Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen, Hub und 5.7, 5.8, 5.9
Zubehörteilen und ihrem mangelhaften Einbau in die
Maschine
27.7 Durch Herablassen der Last mit Reibungsbremse 5.4
27.8 Durch abnormale Bedingungen für Montage/Prüfung/ 7, F.4.1
Nutzung/Instandhaltung
27.9 Durch Einwirkung der Last auf Personen (Stoß durch 5.2.1, 5.12.2, 7, F.4.1
Last/Gegengewicht)
28 Elektrische Gefährdungen
28.1 Durch Blitzschlag 5.13
29 Gefährdungen durch die Vernachlässigung n. z.
ergonomischer Grundsätze
29.1 Ungenügende Sichtbarkeit aus der Fahrerposition 7
Zusätzliche Gefährdungen, Gefährdungssituationen und Gefährdungsereignisse aufgrund von
Arbeiten unter Tage
30 Mechanische Gefährdungen und
Gefährdungsereignisse aufgrund von:
30.1 Mangelnde Stabilität von Schreitaufbauten n. z.
30.2 Ausfall der Antriebs- oder Bremssteuerung bei 5.2.1, 5.12.2
schienengebundenen Hebezeugen
30.3 Ausfall oder Fehlen von Totmannschaltern bei 5.2.1, 5.2.3, 5.3, 5.10.4
schienengebundenen Maschinen
31 Eingeschränkte Bewegung von Personen n. z.
32 Feuer und Explosion n. z.
33 Emission von Staub, Gasen usw. n. z.
Zusätzliche Gefährdungen, Gefährdungssituationen und Gefährdungsereignisse aufgrund von
Hebe- beziehungsweise Fortbewegungsvorgängen für Personen
34 Mechanische Gefährdungen und
Gefährdungsereignisse aufgrund von:
34.1 Ungeeignete mechanische Festigkeit — ungeeignete n. z.
Arbeitskennziffern
34.2 Ausfall der Ladesteuerung n. z.
34.3 Ausfall der Steuerung in Personentransporteinrichtungen n. z.
(Funktion, Priorität)
34.4 Zu hohe Geschwindigkeit bei Personentransport- n. z.
einrichtungen
35 Fall von Personen von Personentransporteinrichtungen n. z.
36 Umkippen oder Überschlagen der Personentransport- n. z.
einrichtungen
37 Menschliches Fehlverhalten, menschliches Verhalten n. z.

20
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5 Sicherheitsanforderungen und/oder Schutzmaßnahmen

5.1 Allgemeines
Maschinen müssen den Sicherheitsanforderungen und/oder Schutzmaßnahmen in diesem Abschnitt ent-
sprechen. Zusätzlich müssen Maschinen entsprechend den Grundsätzen von EN ISO 12100 für relevante,
jedoch nicht signifikante Gefährdungen konstruiert sein, welche in dieser Europäischen Norm nicht behandelt
werden. Hubwerke müssen in Triebwerksgruppen nach ISO 4301-1 je nach betrieblichen Anforderungen und
Anwendungsbedingungen klassifiziert sein.

Hubwerke müssen nach FEM 1.001, Heft 1, 2, 3, 4, 5, 8 und 9, und FEM 9.901 konstruiert sein.

ANMERKUNG Für die Berechnung sind Europäische Normen in Vorbereitung, insbesondere EN 13001-1, EN 13001-2
und CEN/TS 13001-3-1. Nach ihrer Veröffentlichung als EN wird CEN/TC 147/WGP 7 umgehend die Möglichkeit einer
Aktualisierung dieser Europäischen Norm und eines Verweises auf diese Europäischen Normen prüfen.

Das Prüfverfahren für die Verifizierung der Klassifizierung von kraftgetriebenen Serienhubwerken muss
Anhang G entsprechen. Hubwerke und Fahrwerke müssen unter Berücksichtigung der statischen und
dynamischen Kräfte, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung auftreten können, konstruiert sein. Kräfte, die
durch das Wirksamwerden der Überlastsicherung und der Not-Aus-Einrichtung auftreten, sind zu berück-
sichtigen. Zugängliche Teile dürfen keine scharfen Kanten, scharfen Winkel oder hervorstehenden Teile
besitzen, welche Verletzungen verursachen können. Dies kann durch z. B. Entgraten, Bördeln, Beschneiden
oder Sandstrahlen erreicht werden.

Verbindungen und einzelne Bauteile von Hubwerken müssen Merkmale beinhalten, die ein Selbstlösen
verhindern.

Die Konstruktion, Anbringung oder Absicherung von bewegten Teilen im Kraftfluss (Wellen, Ventilatoren,
Räder, Zahnräder, Bänder, Kupplungen) muss Schutz vor den Gefährdungen durch möglichen Kontakt von
exponierten Personen während der bestimmungsgemäßen Verwendung bieten.

Die Gefährdung einer Verbrennung während eines Hubvorgangs durch Kontakt der Haut des Bedieners mit
heißen Oberflächen des Hubwerkes muss entsprechend den Grundsätzen von EN ISO 13732-1 verringert
sein.

Zusätzliche Anforderungen für bestimmte Anwendungen sind wie folgt:

a) Beim Transport feuerflüssiger Massen müssen Hubwerke Anhang B entsprechen.

b) Tragkonstruktionen für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten müssen Anhang F entsprechen.

Informationen für bestimmte Anwendungen sind enthalten in:

c) Beim Betrieb in aggressiven Umgebungen und beim Betrieb im Freien sollten Hubwerke Anhang D
entsprechen.

d) Bei Betrieb bei niedrigen Temperaturen sollten Hubwerke Anhang E entsprechen.

5.2 Einrichtungen

5.2.1 Steuereinrichtungen

Einrichtungen zum Ingangsetzen und Anhalten von handgesteuerten Hubwerken müssen mit Befehls-
einrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung versehen sein, so dass die Antriebsenergie bei Loslassen der
Bedienteile unterbrochen wird.

Bedienteile von Steuereinrichtungen müssen Merkmale beinhalten, die unbeabsichtigte Betätigung oder
unerwünschte Lastbewegungen verhindern (siehe EN 13557:2003, 5.2.3.1.2) verhindern. !Bedienteile von
Steuereinrichtungen müssen Merkmale beinhalten und so angebracht und gekennzeichnet sein, dass
Zuordnung, Bewegungsrichtung und Schaltzustand unmissverständlich erkennbar sind; wenn geeignet, sind
Piktogramme (Symbole) zu verwenden."

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.2.2 Überlastsicherungen und Anzeiger

5.2.2.1 Allgemeines

Hubwerke mit einer Tragfähigkeit von 1 000 kg oder mehr müssen mit einer Überlastsicherung versehen sein.

Die Überlastsicherung muss eine Überbelastung des Hubwerkes und des Fahrwerkes verhindern. Sie muss
auch die auf die Tragkonstruktion übertragenen Kräfte begrenzen, die vom Hersteller anzugeben sind
(siehe 7.2). Überbelastung bedeutet das Überschreiten der konstruktiv festgelegten Betriebskräfte.

ANMERKUNG Eine Überlastsicherung kann auch in der Tragkonstruktion vorhanden sein, in die ein Hubwerk
eingebaut wird.

Überlastsicherungen müssen EN 12077-2 entsprechen.

Überlastsicherungen müssen die Steuerungen des Krans wie in EN 12077-2:1998, 5.4.2.1, festgelegt,
überlagern. Diese Anforderung kann entweder durch direkt wirkende Überlastsicherungen oder durch indirekt
wirkende Überlastsicherungen erfüllt werden.

Bei Hubwerken, deren Tragfähigkeit sich nicht mit der Laststellung ändert, zeigt die Risikobewertung, dass
nach Auslösung der Überlastsicherung keine Gefährdung durch die Last besteht. Diese Hubwerke erfordern
daher keine Tragfähigkeitsanzeige wie in EN 12077-2 definiert.

5.2.2.2 Einstellung

5.2.2.2.1 Allgemeines

Die Überlastsicherung muss die Kräfte auf ein Niveau gleich oder kleiner als die konstruktiv festgelegten
Betriebskräfte begrenzen (wie in EN 12077-2:1998, 5.4.1.2, definiert).

5.2.2.2.2 Direkt wirkende Überlastsicherungen

Die Einstellung muss so erfolgen, dass eine Last gleich 110 % der Tragfähigkeit zur Durchführung der
dynamischen Überlastprüfung, siehe Abschnitt 6, gehoben werden kann, ohne dass die Einstellung der
Überlastsicherung geändert wird. Mit dieser Einstellung darf eine Last von ( mRC multipliziert mit DAL ) nicht
gehoben werden. Diese Last darf 160 % der Tragfähigkeit des Hubwerkes nicht überschreiten.

ANMERKUNG DAL und mRC siehe 5.2.2.3.2.

5.2.2.2.3 Indirekt wirkende Überlastsicherungen

Die Einstellung muss so erfolgen, dass eine Last von mehr als der Tragfähigkeit des Hubwerkes multipliziert
mit dem Auslösefaktor die Überlastsicherung auslösen muss (Last ! # " mRC ). Der Auslösefaktor muss kleiner
oder gleich 1,25 sein ( # $ 1,25). Eine Last von mehr als 125 % der Tragfähigkeit darf nicht über eine Strecke
von mehr als der maximalen Nennhubgeschwindigkeit multipliziert mit 1 s gehoben werden.

ANMERKUNG Der Auslösefaktor entspricht # , 5.2.2.3.3.

5.2.2.3 Maximale Kraft

5.2.2.3.1 Allgemeines

Die maximale Kraft Fmax,L tritt auf, wenn die Überlastsicherung wirkt und die Last sich noch am Boden
befindet.

Die maximale Kraft, welche bei Wirken der Überlastsicherung auf Hubwerk und Fahrwerk wirkt, muss wie folgt
berechnet werden:

Fmax,L * % L ' mRC ) %mH ( mRC && ' g (1)

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Dabei ist

Fmax,L maximale Kraft [N];

L Kraftbegrenzungsfaktor [-];
mH Hubwerksbelastung [kg];
mRC Tragfähigkeit des Hubwerkes [kg];
g Erdbeschleunigung (9,81) [m/s2].

Der Kraftbegrenzungsfaktor L hängt vom Typ der Überlastsicherung ab:

L ! DAL bei direkt wirkender Überlastsicherung (siehe 5.2.2.3.2);

L ! IAL bei indirekt wirkender Überlastsicherung (siehe 5.2.2.3.3).

Die maximale Kraft Fmax,L ist für das Hubwerk der Lastkombination C 1, EN 13001-2:2004, Tabelle 10,
zuzuordnen.

In diesem Zusammenhang muss eine Berechnung durchgeführt werden, um festzustellen, ob diese


Auswirkungen oder die Bedingungen der Lastkombination C 1 nach EN 13001-2:2004, Tabelle 3, signifikant
sind.

Die Masse des Tragmittels kann vernachlässigt werden, wenn sie weniger als 5 % der Tragfähigkeit plus der
Masse der fest eingescherten Lastaufnahmemittel beträgt.

5.2.2.3.2 Direkt wirkende Überlastsicherungen

Direkt wirkende Überlastsicherungen wirken direkt im Kraftfluss und begrenzen die übertragene Kraft. Diese
Überlastsicherungen sind beispielsweise Rutschkupplungen und Druckbegrenzungsventile. Direkt wirkende
Überlastsicherungen haben im Allgemeinen keine Ansprechverzögerung und erfordern keinen Bremsweg.

Die am häufigsten verwendeten Überlastsicherungen für die direkte Begrenzung sind Rutschkupplungen, die
auf die folgende Kraftgrenze eingestellt sind:

FLim ! " DAL $ mRC & mH % mRC # $ g (2)

Dabei ist

FLim Kraftgrenze [N];

DAL Kraftbegrenzungsfaktor für direkt wirkende Überlastsicherungen [-];


mRC Tragfähigkeit des Hubwerkes [kg];
mH Hubwerksbelastung [kg];
g Erdbeschleunigung (9,81) [m/s2]

Bei Rutschkupplungen muss der Faktor DAL 'kleiner oder gleich 1,6 sein.

Bei hydraulisch wirkenden Überlastsicherungen (z. B. Druckbegrenzungsventilen) muss der Faktor


DAL 'kleiner oder gleich 1,4 sein. Bei pneumatisch wirkenden Überlastsicherungen muss der Faktor
DAL 'kleiner oder gleich 1,6 sein.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Bei direkt wirkenden Überlastsicherungen ist die maximale Kraft Fmax,L wie in Gleichung (1) definiert gleich
der Kraftgrenze FLim in Gleichung (2):

Fmax,L FLim (3)

Dabei ist

Fmax,L maximale Kraft [N];

FLim Kraftgrenze [N].

5.2.2.3.3 Indirekt wirkende Überlastsicherungen

Indirekt wirkende Überlastsicherungen messen die übertragene Kraft mit Hilfe eines Sensors und schalten die
Energieversorgung für den Hubvorgang ab und lösen, sofern erforderlich, das Bremsmoment aus. Die Kraft
beim Wirksamwerden der Überlastsicherung wird Auslösekraft genannt. Die Auswertung dieser Kraft und die
Filterung von Interferenzsignalen erfordern Zeit und wirken als Abschaltverzögerung. Diese Verzögerung wird
Ansprechzeit genannt. Nach der Ansprechzeit schaltet die Überlastsicherung die Energieversorgung ab.

Die Berechnung der Auslösekraft muss wie nachstehend beschrieben erfolgen:

Ftrig !& # mRC % !mH $ mRC "" # g (4)

Dabei ist

Ftrig Auslösekraft [N];


& Auslösefaktor [-];
mRC Tragfähigkeit des Hubwerkes [kg];
mH Hubwerksbelastung [kg];
g Erdbeschleunigung (9,81) [m/s2].

Der Auslösefaktor schließt die maximale, aus Konstruktion und Bau resultierende Toleranz der Überlast-
sicherung mit ein.

Die Berechnung des Faktors 'IAL für indirekt wirkende Überlastsicherungen muss wie nachstehend
beschrieben erfolgen:

- - t **
++ C #. h + tIAL % bt ( ((
, 2 ))
'IAL &%, (5)
mRC # g

Dabei ist

'IAL Kraftbegrenzungsfaktor für indirekt wirkende Überlastsicherungen [-];


vh Hubgeschwindigkeit [m/s]. Die zutreffende Geschwindigkeit ist aus Tabelle 2 auszuwählen;
mRC Tragfähigkeit des Hubwerkes [kg];
C Steifigkeit des Hubwerkes, Tragmittels und der Tragkonstruktion [N/m];
tIAL Zeit nach Erreichen des Lastniveaus & / mRC bis zum eigentlichen Beginn des Abbremsens der
Bewegung [s];
tbt Von der Kombination aus der Tragmittelspannung und dem Bremsmoment beeinflusste Zeit für
das Abbremsen der Bewegung [s];
g Erdbeschleunigung (9,81) [m/s2].

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Wenn die Steifigkeit der Tragkonstruktion während der Planungsphase des Hubwerkes unbekannt ist, ist die
Tragkonstruktion als starr vorauszusetzen.

Die Berechnung der Steifigkeit des Tragmittels kann mit der folgenden Gleichung erfolgen:

Crm n
Cmed ! (6)
lh

Dabei ist

Cmed Steifigkeit des Tragmittels [N/m];

C rm Steifigkeit je Meter Seil, bzw. Kette, bzw. Band [N];

n Anzahl der Last tragenden Seile, Ketten, Bänder [-];

lH Hakenweg [m].

Bei indirekt wirkenden Überlastsicherungen ist die maximale Kraft Fmax,L , wie in Gleichung (1) definiert, nicht
gleich der Auslösekraft Ftrig in Gleichung (4).

Die maximale Kraft Fmax,L , wie in Gleichung (1) definiert, muss wie folgt berechnet werden

Fmax,L ! "'IAL & mRC % mH $ mRC # g (7)

Dabei ist

Fmax,L maximale Kraft [N];

'IAL Kraftbegrenzungsfaktor für indirekt wirkende Überlastsicherungen;

mRC Tragfähigkeit des Hubwerkes [kg];

mH Hubwerksbelastung [kg];

g Erdbeschleunigung (9,81) [m/s2].

Tabelle 2 — Werte für vh für die Bestimmung von 'IAL

Hubwerksantriebstyp und seine Betriebsweise


Hubgeschwindigkeit
HD 1 HD 2 HD 3 HD 4 HD 5

vh vh,r vh,r vh, cs vh,r vh,pc

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Dabei ist

HD 1 der Hubwerksantrieb kann nicht mit Feinhubgeschwindigkeit betrieben werden;

HD 2 eine konstante Feinhubgeschwindigkeit des Hubwerksantriebes kann vom Kranführer gewählt


werden;

HD 3 die Steuerung des Hubwerksantriebes gewährleistet die Anwendung einer konstanten


Feinhubgeschwindigkeit, bis die Last vom Boden abgehoben worden ist;

HD 4 eine stufenlose Geschwindigkeitssteuerung kann vom Kranführer vorgenommen werden;

HD 5 unabhängig vom Kranführer wird nach dem Straffen des Tragmittels vom Antriebssteuerungs-
system eine stufenlos verstellbare Geschwindigkeitssteuerung vorgesehen;

vh,r die Nennhubgeschwindigkeit bei HD 1, HD 2 und HD 4;

vh,cs die konstante Feinhubgeschwindigkeit bei HD 3;

vh,pc minimale Feinhubgeschwindigkeit bei HD 5.

Beispielhafte Werte von L für verschiedene Typen von Überlastsicherungen sind in Anhang I angegeben.

5.2.2.4 Besondere Anforderungen für Rutschkupplungen

Als Überlastsicherung eingesetzte Rutschkupplungen müssen so beschaffen sein, dass bei ihrer Auslösung
das Moment, welches übertragen werden kann, den vom Hersteller spezifizierten Maximalwert über eine
Dauer von 60 s nicht überschreitet; die Hubkraft muss ausreichend sein, um eine Last, die der Tragfähigkeit
des Hubwerkes entspricht, in der Hubbewegung und bei Stillstand des Motors zu halten. Nach dieser Dauer
von 60 s ist ein Senken der Tragfähigkeit mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von höchstens der Hälfte der
Nennsenkgeschwindigkeit zulässig, während der Motor in Aufwärtsrichtung arbeitet; hierbei wird diese
Geschwindigkeit über eine Strecke von mindestens 3 m bestimmt.

5.2.3 Not-Halt-Funktion

Hubwerke müssen mit einer Not-Halt-Funktion ausgerüstet sein. !Die Not-Halt-Funktion muss unabhängig
von der Betriebsart jederzeit verfügbar und betriebsbereit sein."

Elektrisch angetriebene Hubwerke müssen 5.13.7 entsprechen, pneumatisch angetriebene Hubwerke müssen
5.10.5.1 und hydraulisch angetriebene Hubwerke müssen 5.11.6.1 entsprechen.

5.2.4 Hub- und Senkbegrenzer

5.2.4.1 Allgemeines

Hubwerke müssen mit Hub- und Senkbegrenzern nach EN 12077-2:1998, 5.6.1, versehen sein.

ANMERKUNG Zu Hub- und Senkbegrenzern zählen beispielsweise elektrische Grenzschalter, einstellbare Rutsch-
kupplungen, Druckbegrenzungsventile.

Als Hub- und Senkbegrenzer eingesetzte Rutschkupplungen müssen die Anforderungen von 5.2.2.4 erfüllen.

Die folgenden Bestimmungen gelten zusätzlich zu den Bestimmungen in EN 12077-2.

Elektrische Begrenzer müssen ein zwangsöffnendes System besitzen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Nach Auslösung eines Begrenzers muss gewährleistet sein, dass der Begrenzer nicht in seine Ausgangs-
stellung zurückkehrt, bis der entsprechende begrenzte Bereich von dem auslösenden Teil verlassen wurde.

Der Senkbegrenzer muss gewährleisten, dass der Mindesteingriff des Tragmittels zu jeder Zeit während des
Betriebs aufrechterhalten bleibt. Der Senkbegrenzer muss auch die Bewegung anhalten, um unerwünschtes
Aufwickeln in der entgegengesetzten Richtung zu verhindern.

5.2.4.2 Zweiter Begrenzer (Back-up-Begrenzer) für Hubbewegungen

Für den Normalbetrieb ist ein zweiter Begrenzer wie in EN 12077-2:1998, 5.6.1.4, definiert, nicht erforderlich.

Eine auf der jeweiligen Anwendung basierende Risikobewertung kann zu dem Ergebnis führen, dass für
bestimmte Bewegungen ein zweiter Begrenzer erforderlich ist. Eine Annäherung an diesen zweiten Begrenzer
darf während des Normalbetriebs nicht erfolgen; eine Annäherung an den ersten Begrenzer ist während des
Normalbetriebs zulässig.

ANMERKUNG Auf der Grundlage der Risikobeurteilung kann ein zweiter Begrenzer erforderlich sein, z. B. wenn der
Hubbegrenzer regelmäßig ausgelöst wird und dieser Begrenzer nicht für regelmäßige Auslösung konstruiert ist.

Nach Ansprechen des zweiten Begrenzers darf ein Neustart nur durch eine Rückstellaktion möglich sein, z. B.
durch Schlüsselschalter ohne Selbsthaltung am Steuerstand, manueller Rückstelltaster am Hubwerk. Der
Ausfall des ersten Begrenzers wird, wie in EN 12077-2:1998, 5.6.1.4, gefordert, dadurch angezeigt, dass nach
Auslösen des zweiten Begrenzers eine Rückstellaktion erforderlich ist.

Nach Ansprechen des zweiten Begrenzers darf ein Neustart nur in die entgegengesetzte Richtung möglich
sein. Anzeige und Rückstellaktion sind nicht erforderlich, wenn der zweite Begrenzer eine Rutschkupplung ist,
die dafür konstruiert ist, die Bewegungsenergie aufzunehmen.

5.2.5 !Sicherheitsbezogene Funktionen

Alle sicherheitsbezogenen Funktionen von Steuerungen müssen mindestens die folgenden Anforderungen
nach EN ISO 13849-1 erfüllen:

Steuerkreise, die mit elektromechanischen, hydraulischen und pneumatischen Bauteilen aufgebaut sind:
mindestens Performance Level c und mindestens Kategorie 1;

ANMERKUNG 1 Die Forderung nach mindestens Kategorie 1 schließt eine Struktur der Kategorie B aus.

Steuerkreise, die mit elektronischen bzw. programmierbaren Bauteilen aufgebaut sind: mindestens
Performance Level c und mindestens Kategorie 2.

ANMERKUNG 2 Die Forderung nach mindestens Kategorie 2 schließt eine Struktur der Kategorie B oder 1 aus.

Sicherheitsbezogene Funktionen der Steuerungen sind z. B.:

Überlastsicherungen, siehe 5.2.2;

Not-Halt-Einrichtung, siehe 5.2.3;

Hub- und Senkbegrenzer, siehe 5.2.4;

Schutzmaßnahmen (pneumatisch), siehe 5.10.5;

Schutzmaßnahmen (hydraulisch), siehe 5.11.6;

Geräte zum Trennen und Schalten der Einspeisung, siehe 5.13.4.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

In den nachstehenden aufgeführten beiden Fällen müssen alle sicherheitsbezogenen Funktionen von
Steuerungen, ausgenommen Geräte zum Trennen und Schalten der Einspeisung (siehe 5.13.4), mindestens
Performance Level d und mindestens Kategorie 3 entsprechen:

ANMERKUNG 3 Die Forderung nach mindestens Kategorie 3 schließt eine Struktur der Kategorie B, 1 oder 2 aus.

Heben oberhalb von Rohrleitungen, bei deren Zerstörung durch eine herabfallende Last brennbare Gase
oder Flüssigkeiten entweichen können,

Heben, Senken und Fahren von feuerflüssigen Massen oder anderen Gütern mit vergleichbaren Gefähr-
dungen wie in Anhang B definiert.

ANMERKUNG 4 Die Forderung nach mindestens Kategorie 3 schließt eine Struktur der Kategorie B, 1 oder 2 aus.

Sicherheitsbezogene Funktionen von Steuereinrichtungen, -einheiten und -systemen wie in 5.2.1, 5.10.3,
5.10.4 und 5.11.5 definiert, müssen mindestens Performance Level b und mindestens Kategorie 1 erfüllen.

ANMERKUNG 5 Die Forderung nach mindestens Kategorie 1 schließt eine Struktur der Kategorie B aus.

Stopp-Funktionen in kabellosen Steuerungssystemen wie in EN 13557:2003, Anhang C, C.3.1 aufgeführt:


mindestens Performance Level c und mindestens Kategorie 3.

ANMERKUNG 6 Die Forderung nach mindestens Kategorie 3 schließt eine Struktur der Kategorie B, 1 oder 2 aus."

5.3 Kupplungen

Im Kraftfluss liegende Kupplungen für Hubwerke, ausgenommen Rutschkupplungen nach 5.2.2.4, müssen so
konstruiert sein, dass bei einem Ausfall von Kunststoffteilen oder Gummiteilen ein Formschluss erhalten
bleibt, z. B. durch Metallteile.

5.4 Bremsen für Hub- und Senkbewegungen

Hubwerke müssen so konstruiert sein, dass Bewegungen verlangsamt und die Last gehalten werden kann
und unbeabsichtigte Bewegungen verhindert sind. Zusätzlich müssen die Schwungmassen, die Auslöse-
grenze der Überlastsicherung und die Maximalgeschwindigkeit, z. B. im Falle eines Phasenausfalls,
berücksichtigt sein.

In den folgenden Fällen müssen automatisch Bremsen einfallen:

a) bei Rückkehr der Steuereinrichtung in ihre Neutralstellung;

b) bei Auslösung der Not-Halt-Funktion;

c) bei Unterbrechung der externen Energieversorgung der Bremse;

d) bei Unterbrechung oder Abschaltung der Energieversorgung des entsprechenden Antriebs (! Motor).

Zusätzlich zu den Buchstaben a) bis d) müssen bei Dreiphasenmotoren automatisch Bremsen einfallen, wenn

e) zwei Phasen der Energieversorgung des entsprechenden Antriebs (! Motor) unterbrochen sind.

ANMERKUNG Bei Ausfall von nur einer Phase siehe 5.13.8.2.

Siehe auch 5.13.8.2.

Bei federbelasteten Bremsen müssen die Bremsfedern Druckfedern sein. Sie müssen geführt sein. Im Falle
eines Bruches dürfen die Windungen von Schraubenfedern sich nicht ineinander verdrehen, damit die
Vorspannung der Feder sich nicht unzulässig verringert.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Wenn die Bremskraft durch vorgespannte Federn aufgebracht wird, darf durch den Ausfall einer einzigen
Feder im Bremssystem das verfügbare Bremsmoment um nicht mehr als 20 % verringert werden. Dies kann
erreicht werden durch z. B.:

Verwendung von mindestens 5 Federn;

Bei Verwendung von weniger als 5 Schraubenfedern müssen diese so bemessen sein, dass der
Drahtdurchmesser größer als der Abstand zwischen den Windungen in der Einbaulage ist, um ein
Ineinanderschrauben der beiden Federteile im Falle eines Drahtbruches zu verhindern.

Für Haltebremsen ist die Anforderung „ ... darf durch den Ausfall einer einzigen Feder im Bremssystem das
verfügbare Bremsmoment um nicht mehr als 20 % verringert werden“ (siehe oben) nicht relevant. Wenn
Bremsen ausschließlich als Haltebremsen wirken (auch bei Auftreten eines Fehlers), muss die Tragfähigkeit
des Hubwerkes auch im Falle des Bruches einer Feder gehalten werden.

Bremsbeläge müssen aus asbestfreiem Material bestehen. Der Verschleiß der Bremsbeläge muss
überprüfbar sein.

Die Überprüfung, Einstellung und der Austausch von Bremsen oder den Bremsbelägen muss möglich sein,
sofern dies im Benutzerhandbuch gefordert ist. Die Verbindung zwischen Bremsbelag und Bremsbe-
laghalterung darf kein unbeabsichtigtes Lösen ermöglichen.

5.5 Getriebe

Getriebe müssen entsprechend den Hubwerksbelastungen und Klassifikationen in Triebwerksgruppen


bemessen sein. Die Bemessung kann beispielsweise nach FEM 9.901 oder ISO 6336-1 und ISO 6336-2 und
ISO 6336-5 erfolgen. Die Verbindungsart darf keine unzulässigen Belastungen für die Zahnräder erzeugen.

Das Getriebe muss so befestigt und so mit den antreibenden und angetriebenen Mechanismen verbunden
sein, dass keine unzulässigen und unkontrollierten Belastungen oder Deformierungen in den Zahnrädern und
Lagern erzeugt werden.

5.6 Lasthaken
Haken müssen entsprechend dem Stand der Technik konstruiert sein.

ANMERKUNG Informationen sind in Anhang H angegeben.

Haken müssen so beschaffen sein, dass ein unbeabsichtigtes Lösen der Last verhindert ist. Dies kann durch

eine Sicherheitseinrichtung oder

die Hakenform

erreicht werden.

Lasthaken mit einer Hakenmaulsicherung erfüllen diese Anforderungen.

5.7 Seiltriebe

5.7.1 Allgemeines

Seiltriebe müssen nach ISO 4308-1 klassifiziert und dimensioniert sein.

ANMERKUNG 1 Für die Berechnung von Seiltrieben ist die Europäische Norm CEN/TS 13001-3-2 in Vorbereitung.
Nach Veröffentlichung dieser Norm als EN wird CEN/TC 147/WGP 7 die Möglichkeit einer Aktualisierung der vorliegenden
Europäischen Norm und eines Verweises auf diese Europäische Norm prüfen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Bei der Ermittlung der Seilkräfte mehrsträngiger Einscherungen ist der Höchstwert der einzelnen Seilwinkel in
der höchsten Hakenstellung zugrunde zu legen. Zusatz-Seilkräfte können bei mehrsträngigen Einscherungen
unberücksichtigt bleiben, wenn alle Winkel zwischen den Seilen und der Vertikalen 22,5° nicht überschreiten.

Bei Seilrollen und Rillentrommeln sollte der Seilablenkungswinkel 4° für alle Seile und 2° für drehungsarme
Seile nicht überschreiten.

ANMERKUNG 2 Dies bezieht sich auf ISO DIS 4308-1 und auch auf EN 13135-2.

Die seitliche Ablenkung von Seilen aus der Rillenrichtung an Trommeln und Seilrollen muss so bemessen
sein, dass das ablaufende Seil nicht mit der Spitze des Rillenbereiches der Trommel in Kontakt kommen
kann.

Bei Trommeln mit Rillen für einlagige Wicklung darf das ablaufende Seil nicht mit danebenliegenden
Wicklungen in Kontakt kommen.

Bei Seilrollen darf die Ablenkung nur so groß sein, dass das Seil nicht mit der Kante des Rillenbereiches in
Kontakt kommen kann.

5.7.2 Seiltrommeln

Seile dürfen nicht seitlich von der Trommel ablaufen können.

ANMERKUNG Geeignete Maßnahmen an Trommeln sind beispielsweise Bordscheiben, Rahmen/Gehäuse oder


Seilführungen.

Bordscheiben müssen mit mindestens dem 1,5-Fachen des Seilnenndurchmessers über die letzte Wicklung
des auf die Trommel aufgewickelten Seils hinausragen.

Einlagig wickelnde Trommeln müssen mit Rillen versehen sein. Die Rillen müssen glatt sein; ihre Oberfläche
muss frei von Fehlern sein, die das Seil beschädigen können. Die Kanten müssen abgerundet sein. Diese
Rillen müssen einen Radius von (0,525 bis 0,56) Seilnenndurchmesser besitzen. Die Seilrillentiefe muss
zwischen 0,28 und 0,45 des Seilnenndurchmessers betragen. Der Abstand zwischen den Seilrillen muss so
gewählt sein, dass unter Berücksichtigung der Seiltoleranz genügend Abstand zwischen den einzelnen
Seilwindungen auf der Trommel bleibt.

Die Befestigungsstelle des Seils muss für Wartung und Austausch des Seils leicht zugänglich sein.

Seilauflaufstellen in der normalen Arbeitsposition des Bedienungspersonals und im Verkehrsbereich müssen


gesichert sein, um ein zufälliges Hineingeraten von Teilen des menschlichen Körpers zu verhindern.

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten mit mehr als einer Seilwicklung auf der Trommel und einem
Seilnenndurchmesser von ! 8 mm ist eine Trommel mit Rillen nicht erforderlich.

5.7.3 Seile

Als Tragmittel in Seiltrieben eingesetzte Seile müssen entsprechend den jeweiligen Einsatzbedingungen
ausgewählt und aus geeigneten Werkstoffen hergestellt sein, damit sie den zulässigen Belastungen
standhalten; sie müssen für eine Betriebsdauer ausgelegt sein, welche die vom Hersteller spezifizierten
Prüfintervalle überschreitet.

Bei einer an einem einzigen Seil hängenden, nicht geführten Last müssen drehungsarme Seile verwendet
sein.

Ablegekriterien müssen äußerlich erkennbar sein. Ablegekriterien sind in ISO 4309 beschrieben.

Seilenden müssen so beschaffen sein, dass das Seilgefüge nicht locker wird.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten mit mehrlagiger Wicklung und einem Seilnenndurchmesser von
8 mm muss der Betriebskoeffizient mindestens 5 betragen.

Seile aus anderen Werkstoffen als Stahl dürfen nur verwendet werden, wenn die Verschleißbedingungen
bekannt sind und Ablegekriterien erkennbar sind; in diesem Fall sind mindestens die folgenden Sicherheits-
anforderungen im Zusammenhang mit der besonderen Anwendung zu berücksichtigen:

! Ermüdung;
! Umgebung;
! Seilgefüge;
! Seilendverbindungen;
! Elastizität und Plastizität des Seils;
! Seiltrommel;
! Seilrollen;
! Führungen/Seilverläufe;
! Befestigung;
! Seilaufhängung.

Der Betriebskoeffizient für Seile aus anderen Werkstoffen als Stahl muss mindestens 7 betragen.

5.7.4 Seilrollen

Seilrollen müssen mit einem geeigneten Schutz gegen Herausspringen der Seile aus den Rillen versehen
sein (z. B. bei Schlaffseil).

Der Abstand zwischen dem Rand der Rollen und den Schutzeinrichtungen muss weniger als 0,5 " Seilnenn-
durchmesser betragen.

Beim Bruch von Seilrollen darf das Seil nicht von der Rollenachse abgleiten.

Seilrillen von Seilrollen müssen mit einem Rillenradius von (0,52 bis 0,56) " Seilnenndurchmesser ausgeführt
sein. Der Öffnungswinkel der Seilrille muss symmetrisch sein und zwischen 30° und 60° liegen. Die Tiefe der
Rillen darf nicht geringer sein als 1,4 " Seilnenndurchmesser.

Im Arbeits- und Transportbereich müssen Seilauflaufstellen an Unterflaschen, soweit technisch möglich,


Merkmale aufweisen, um ein zufälliges Hineingeraten von Körperteilen zu verhindern.

ANMERKUNG Merkmale können z. B. Handgriffe, greifbare Unregelmäßigkeiten (Wülste), Verkleidungen sein.

5.7.5 Seilführungen/Seilverläufe

Seiltriebe müssen so angeordnet sein, dass eine Beschädigung der Seile durch Berühren untereinander und
mit festen und bewegten Konstruktionen verhindert ist.

Es muss verhindert sein, dass sich bei bestimmungsgemäßem Betrieb Seile durch Schlaffseilbildung von dem
Seilverband abheben und gefährliche Zustände verursachen können.

ANMERKUNG Schlaffseilbildung durch Aufsetzen der Last auf dem Erdboden und gleichzeitigem Weiterfahren in
Richtung Senken ist kein bestimmungsgemäßer Betrieb.

Bei maximaler Seilablenkung darf das abwickelnde Seil unter Berücksichtigung der Richtung der Rillen auf
der Trommel, der Rillenform und der Seilkonstruktion (drehungsfrei, nicht drehungsfrei) nicht in Berührung mit
dem danebenliegenden Seil der vollständig aufgewickelten Trommelseite kommen oder auf die Rillenkante an
der leeren Trommelseite stoßen.

31
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.7.6 Seilbefestigung an der Seiltrommel

Seilbefestigungen an der Seiltrommel müssen so ausgeführt sein, dass bei Aufbringen der Tragfähigkeit des
Hubwerkes auf das Hubwerk und unter Berücksichtigung der Reibung der Windungen auf der Trommel
mindestens das 2,5-Fache der verbleibenden statischen Kraft von der Befestigungseinrichtung aufgenommen
wird. Der Reibungskoeffizient zwischen Drahtseil und Kontaktfläche ist mit ! 0,1 anzusetzen.

Vor der Endbefestigung des Seils müssen noch mindestens zwei Seilwindungen auf der Trommel verbleiben.

Die Befestigungselemente der Endbefestigung sind unter Berücksichtigung der Seil- und Trommelkonturen
auszuwählen. Das Seil darf nicht über Kanten geführt werden.

5.7.7 Seilaufhängungen

Seilaufhängungen sind so zu gestalten, dass ein Abknicken und sonstige Zusatzbeanspruchungen des Draht-
seils vermieden werden.

Die Seilaufhängung muss bei nicht-drehungsarmen Drahtseilen so beschaffen sein, dass Drehungen des
Drahtseiles um seine Längsachse nicht möglich sind.

Seilaufhängungen müssen die 2,5-fache statische Seilzugkraft, die sich aus der Tragfähigkeit des Hubwerkes
ergibt, ohne bleibende Verformung aufnehmen können.

5.7.8 Ausgleichshebel

Wird an Stelle einer Ausgleichsrolle ein Ausgleichshebel eingesetzt, dann müssen die Ausgleichwege so
bemessen sein, dass die Längendifferenz der beiden Seile im Seiltrieb bei unzulässiger Schiefstellung des
Hebels nachgestellt werden kann.

Der Ausgleichshebel muss mit einer Wegbegrenzungseinrichtung versehen sein.

Bei redundanten Seiltrieben muss der Ausgleichshebel mit Dämpfungseinrichtungen versehen sein, die bei
Seilbruch die Stoßkräfte dämpfen.

5.7.9 Seilendverbindungen

Die folgenden Vorrichtungen müssen als Seilendverbindungen verwendet werden:

a) asymmetrische Seilschlösser. Diese Einrichtung muss EN 13411-6 entsprechen;

b) symmetrische Seilschlösser. Diese Art der Verbindung darf nur für Seildurchmesser bis 8 mm verwendet
werden. Sie muss EN 13411-7 entsprechen;

c) Metallvergüsse und Kunstharzvergüsse. Diese Einrichtung muss EN 13411-4 entsprechen;

d) Pressklemmen und Verpressung nach EN 13411-3.

Sofern in den oben genannten EN-Normen nicht anders angegeben, müssen die Seilendverbindungen eine
Kraft von mindestens 85 % der Mindestbruchkraft des Seils ohne Bruch aufnehmen können.

Drahtseilklemmen und Seilkauschen in Verbindung mit Drahtseilklemmen dürfen nicht als Seilendver-
bindungen verwendet werden.

32
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.8 Kettentriebe

5.8.1 Allgemeines

Die Berechnung für Kettentriebe mit kurzgliedrigen Rundstahlketten muss in Übereinstimmung mit EN 818-1
und mit EN 818-7 erfolgen.

Die Bestandteile des Kettentriebes (d. h. Kette, Kettenantriebsräder, Kettenumlenkräder und Ketten-
führungen) müssen hinsichtlich der Abmessungen und Werkstoffe aufeinander abgestimmt sein. Die Ketten
müssen bei der vom Hersteller vorgesehenen Schmierung die verschleißbedingte Ablegereife ohne
Ermüdungsbruch erreichen.

Kettenantriebsräder müssen aus einem oder zwei Stück(en) gefertigt sein; bei aus zwei Stücken gefertigten
Rädern muss die Verbindung der beiden Hälften mittels Formschluss erfolgen.

5.8.2 Ketten

Kurzgliedrige Rundstahlketten müssen EN 818-7 entsprechen.

Bei Rollenketten müssen die Identifizierungsmarken zum Zwecke der Rückverfolgbarkeit mindestens auf
jedem 80. Kettenglied angebracht sein.

Die Geometrie von Rollenketten muss ISO 606 entsprechen. Der Betriebskoeffizient für Rollenketten muss
mindestens 6 betragen.

5.8.3 Kettenführungen

Kettentriebe müssen mit einer Einrichtung versehen sein, die einen geordneten Lauf der Kette über Ketten-
antriebsräder und Kettenführungsräder sicherstellen und das Herausspringen, Verdrehen und Verklemmen
der Kette verhindern.

Im Arbeits- und Verkehrsbereich müssen Einlaufstellen der Kette an Kettenantriebsrädern und Kettenum-
lenkrädern (für Rundstahl- und Rollenketten) Merkmale beinhalten, welche ein Hineingreifen mit der Hand
verhindern.

5.8.4 Kettenaufhängungen

Kettenaufhängungen müssen das 4-Fache der statischen Kettenzugkraft, die sich aus der Tragfähigkeit
ergibt, ohne Bruch aufnehmen können.

Gewindeverbindungen an Kettenaufhängungseinrichtungen müssen gesichert sein, um ein Selbstlösen zu


verhindern. Der Zustand der Befestigung muss nachprüfbar sein.

5.8.5 Sicherung gegen Ablaufen der Kette

Das unbelastete Kettenende muss gegen Ablaufen der Kette vom Kettenrad gesichert sein. Diese
Sicherungseinrichtung muss die bei Annäherung an die Endstellung auftretenden Kräfte aufnehmen können.

5.9 Bandtriebe

5.9.1 Allgemeines

Der Antrieb muss so konstruiert sein, dass das Band unter Lastwirkung über seine gesamte Breite
gleichmäßig belastet wird.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.9.2 Band

Bänder, die als Tragmittel in Hubwerken eingesetzt werden, müssen entsprechend den jeweiligen Einsatz-
bedingungen ausgewählt und aus geeigneten Werkstoffen hergestellt sein, damit sie den zulässigen
Belastungen standhalten und eine Aufliegezeit aufweisen, die die vom Hersteller vorgeschriebene Aufliegezeit
überschreitet. Ablegekriterien müssen äußerlich erkennbar sein. Zwischen Ablegereife und Bruch muss eine
ausreichende Aufliegezeit vorhanden sein.

Die Werkstoffe des Bandes müssen von einer Art sein, dass

a) durch Umwelteinflüsse kein vorzeitiger Ausfall hervorgerufen wird;

b) Beschädigungen durch scharfe Kanten oder Temperatureinflüsse nicht zum überraschenden Ausfall des
Bandes führen;

c) keine Verletzungsgefahr durch die Art des Bandes bei Berührung besteht.

Der Betriebskoeffizient muss bei Bändern mit metallischer Einlage mindestens 5 und bei Bändern ohne
metallische Einlage mindestens 7 betragen.

5.9.3 Bandführung/Bandrollen/Bandtrommel

Das Verhältnis von Durchmesser der Bandrollen und Bandtrommel zur Nenndicke des Bandes muss
mindestens 18 (D/s 18) betragen.

Wenn Schlaffband möglich ist, müssen Vorkehrungen getroffen sein, die ein straffes Aufwickeln des Bandes
gewährleisten. Es muss sichergestellt sein, dass das Band nicht seitlich von der Rolle oder Trommel ablaufen
kann. Borde müssen so konstruiert sein, dass sie das anlaufende Band nicht beschädigen.

Falls Schrägzug möglich ist, müssen Maßnahmen getroffen sein, die eine zu hohe Belastung in den
Randzonen vermeiden, z. B. bewegliche Aufhängung des Hebezeuges.

5.9.4 Befestigung auf der Trommel

Bandtrommeln müssen so ausgeführt sein, dass die Bänder an ihnen sicher und ohne Beschädigung oder
Abknickung befestigt werden können.

Die Befestigung auf der Bandtrommel muss bei Aufbringen der Tragfähigkeit auf das Hubwerk und unter
Berücksichtigung der Reibwirkung der Wicklungen auf der Trommel eine Kraft von mindestens dem
2,5-Fachen der verbleibenden statischen Kraft an der Befestigungseinrichtung aufnehmen. Für die
Berechnung des Reibmomentes müssen die spezifischen Reibwerte des jeweiligen Materials berücksichtigt
werden. Es ist dabei anzunehmen, dass Schmiermittel an den Materialien vorhanden ist.

Mindestens 2 Restwindungen müssen auf der Trommel verbleiben und ein Aufspulen des Bandes auf die
Trommel in der falschen Drehrichtung darf nicht möglich sein.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.9.5 Bandaufhängungen

Bandaufhängungen müssen das 4-Fache der statischen Bandzugkraft bei Tragfähigkeit des Hubwerkes ohne
Zerstörung der Aufhängung und ihrer Befestigungselemente aufnehmen können.

Gewindeverbindungen an Bandaufhängungseinrichtungen müssen gesichert sein, um ein Selbstlösen zu


verhindern. Der Zustand der Aufhängung muss überprüfbar sein.

5.10 Pneumatische Ausrüstung

5.10.1 Allgemeines

Die pneumatische Ausrüstung muss EN 983 entsprechen.

Alle Komponenten und Werkstoffe der Ausrüstung müssen kompatibel und für die vorhergesehenen
Umgebungsverhältnisse geeignet sein.

Bei allen Betriebsarten muss an allen Stellen der Ausrüstung ein ausreichender Luftdruck zur Erfüllung aller
Funktionen vorhanden sein. Ein Druckverlust darf nicht zu Gefährdungen führen.

ANMERKUNG Durch den pneumatischen Antrieb können signifikante Unterschiede in der Senk- und Hubgeschwin-
digkeit von Hubwerken bestehen.

5.10.2 Energieumformer

5.10.2.1 Motoren

Motoren dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen durch Aufheizen oder Vereisen verursachen.

5.10.2.2 Bremsen

Hubwerke, in denen pneumatisch gelüftete Bremsen verwendet sind, müssen so beschaffen sein, dass ein
unerwartetes Lastabsenken verhindert ist.

ANMERKUNG Diese Anforderung ist z. B. erfüllt, wenn die Bremse erst lüftet, nachdem der Motor ein ausreichend
hohes Drehmoment zum Halten der Last oder zur kontrollierten Lastbewegung aufbringt.

5.10.3 Steuereinrichtungen/Steuerungen

Steuereinrichtungen müssen so ausgewählt sein, dass keine Druck- und Durchflussstörungen auftreten
können und dass ihr Leistungsniveau beibehalten wird.

Steuereinrichtungen müssen so im Steuerungssystem angeordnet sein, dass keine unerwünschten


Bewegungen auftreten können.

Steuereinrichtungen in Steuerungssystemen müssen so ausgewählt und angeordnet sein, dass bei einem
Energieausfall die Schaltstellungen automatisch durch Federkraft erreicht werden und dadurch die Steuer-
einrichtung in eine Neutralstellung gebracht wird. Bei direkt gesteuerten Hubwerken gilt diese Anforderung nur
dann, wenn die Stellteile losgelassen werden.

Steuerungseinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass stärkeres (schwächeres) Verschieben der


Stellteile eine Erhöhung (Verringerung) der Geschwindigkeit der Last bewirkt.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.10.4 Steuerungseinheiten/Steuerungssysteme

Ansprechzeiten des Systems als eine Funktion der Länge der Steuerungsleitungen müssen auf ein Minimum
reduziert sein.

Die Auslösung von Maschinenbewegungen durch Entlüften von Steuerungsleitungen ist nicht zulässig.

Die Steuerungseinrichtung für den Start von pneumatisch angetriebenen Hubwerken muss nach dem
Loslassen automatisch in die Ausgangsstellung zurückkehren.

Um eine Störung der Bremse zu verhindern, müssen Druckventile in der Neutralstellung ausreichende
Entlüftungsquerschnitte aufweisen.

5.10.5 Schutzmaßnahmen

5.10.5.1 Not-Halt-Funktion

Die Not-Halt-Funktion muss EN 418 entsprechen, mit den folgenden Abweichungen.

Die Not-Halt-Funktion muss der Stopp-Kategorie 0 nach EN 418:1992, 4.1.5, entsprechen.

Die Anforderung in EN 418:1992, 4.1.12, der zufolge die Rückstellung des „Not-Halt“ nicht den Wiederanlauf
einleiten darf, gilt nicht für handgesteuerte Hubwerke nach 5.2.1 dieser Europäischen Norm.

ANMERKUNG Wiederanlauf nach Rückstellung des „Not-Halt“ ist durch die automatische Zurückstellung der
Bedienelemente ausgeschlossen. Im besonderen Fall eines internen Fehlers tritt keine Gefährdung ein, da das Hubwerk
handgesteuert ist.

Bei indirekter Steuerung muss eine der beiden folgenden Anforderungen erfüllt sein:

a) die Not-Halt-Funktion muss den Hauptluftkreis über ein zusätzliches Hauptluftventil unterbrechen; dieses
Ventil muss so konstruiert sein, dass ein Hängenbleiben des Kolbens verhindert ist, oder;

b) durch Auswahl des Hauptluftventils und eine zusammen mit dem Hubwerk gelieferte Einrichtung zur
Bereitstellung der erforderlichen Luftqualität (zulässiger Staubgehalt, zulässiger Wassergehalt, Ölgehalt)
ist gewährleistet, dass ein Hängenbleiben des Hauptluftventils verhindert ist.

ANMERKUNG Eine solche Einrichtung besteht im Normalfall aus Filter, Druckregler und Öler.

Bei Direktsteuerung muss eine der beiden folgenden Anforderungen erfüllt sein:

c) die Not-Halt-Funktion muss den Hauptluftkreis direkt unterbrechen oder

d) die Bedienelemente und der energieschaltende Teil der Handsteuerung müssen formschlüssig mitein-
ander verbunden sein. Die formschlüssige Verbindung muss so konstruiert sein, dass der energie-
schaltende Teil von Hand in eine stabile Neutralstellung zurückgestellt werden kann.

Die Verwendung von Zugkordelsteuerungen ist zulässig, sofern diese die oben genannte Anforderung
erfüllen.

Darüber hinaus sind keine weiteren Not-Halt-Einrichtungen erforderlich.

5.10.5.2 Pneumatische Schutzmaßnahmen

Abtrennung von der Druckluftversorgung darf nicht zum Absinken der Last führen.

5.10.5.3 Mechanische Schutzmaßnahmen

Bewegte Elemente (z. B. Zylinder) müssen so angeordnet und/oder abgedeckt sein, dass Gefährdungen für
Personen oder Gegenstände ausgeschlossen sind.

36
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.10.5.4 Einstellbare Sicherheitseinrichtungen

Einstellbare Sicherheitseinrichtungen, die eine gefährliche Situation hervorrufen können, falls ihre vorher
eingestellten Werte verändert werden, müssen Mittel zur Verhinderung ihrer Verstellung durch unbefugte
Personen besitzen. Externe Geräte müssen sichtbare Sicherungen besitzen, wie z. B.:

a) Plomben;

b) Abdeckungen;

c) Kappen;

die vor Neueinstellungen zerstört werden müssen.

Sichtbare Sicherungen sind nicht erforderlich, falls für die Neueinstellung Spezialwerkzeuge, die vom
Hersteller der einstellbaren Sicherheitseinrichtung festgelegt werden, erforderlich sind.

5.11 Hydraulische Ausrüstung

5.11.1 Allgemeines

Die hydraulische Ausrüstung muss EN 982 entsprechen.

Hydraulische Systeme müssen so beschaffen sein, dass nur Bauteile und Hilfsstoffe verwendet werden,
welche miteinander verträglich sind und die korrekte Funktion unter den angenommenen Umgebungs-
verhältnissen (Temperatur, Feuchtigkeit) gewährleisten.

5.11.2 Werkstoffe und Hilfsstoffe

Die verwendeten Werkstoffe, z. B. Metalle, Elastostoffe (z. B. Druckflüssigkeiten, Fette, Kühlmittel) müssen
miteinander verträglich sein.

Druckflüssigkeiten müssen so ausgewählt sein, dass unter den gegebenen Betriebsverhältnissen Leckagen
und ihre Auswirkungen minimiert sind.

Die Zusammensetzung der Flüssigkeiten darf nicht zu einer Gefährdung des Betriebspersonals des
Hubwerkes führen.

Wenn die Möglichkeit besteht, dass Fett mit der Druckflüssigkeit in Berührung kommt, dann muss dieses mit
der Druckflüssigkeit verträglich sein.

Werkstoffe aus Elastomeren, Polyamid, Kautschuk werden für statische und dynamische Dichtungen, flexible
und semiflexible Leitungen und für die Beschichtung verschiedener Komponenten (Behälter, Tanks)
verwendet. Diese Werkstoffe müssen mit den anderen Werkstoffen von Komponenten und Systemen
verträglich sein und den Systemdrücken standhalten.

5.11.3 Energieumformer

5.11.3.1 Zylinder

Der Kolben und die Kolbenstange müssen so miteinander verbunden sein, dass sie sich während des
Betriebs nicht voneinander lösen können.

Bei Teleskopzylindern mit zwei oder mehr Teleskopstücken müssen diese so konstruiert sein, dass die
Kolben nicht aus den Zylindern fahren können.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Die Zusammensetzung der Dichtungen muss so gewählt sein, dass sie mit der chemischen Zusammen-
setzung der verwendeten Flüssigkeiten verträglich sind und der vorgesehenen Betriebstemperatur, dem
Nenndruck und der Nenngeschwindigkeit dauerhaft und ohne unzulässige Undichtigkeiten oder Extrusions-
erscheinungen standhalten.

Wenn die Kolbenhübe durch mechanische Endanschläge begrenzt sind, müssen diese allen während des
Betriebs auftretenden Kräften standhalten können.

5.11.3.2 Motoren

Wenn bei Motoren eine innere Leckage nicht vermieden werden kann, müssen Einrichtungen vorgesehen
sein, die gewährleisten, dass eine Lastbewegung durch innere Leckagen nicht auftritt. Diese Anforderung
kann beispielsweise durch mechanische Federdruckbremsen oder selbsthemmende Getriebe erfüllt werden.

Unter allen Umständen darf der Druck zum Motor nicht weniger als 1 bar betragen, um ein Vakuum im Motor
zu vermeiden.

5.11.4 Verbindungselemente und Zusatzeinrichtungen

5.11.4.1 Leitungen

Leitungen müssen so abgesichert sein, dass unzulässige zusätzliche Belastungen (Druck, Biegung,
Temperatur) während des Betriebs nicht auftreten und dass Verschleiß und Korrosion vermieden sind.

Die Verbindung zu den Energieumformern muss so beschaffen sein, dass die Übertragung von Vibrationen
und Lärm minimiert ist.

5.11.4.2 Schlauchleitungen

Schlauchleitungen müssen so angebracht sein, dass während des Zusammenbaus keine Torsionsbelastung
auftritt. Der vom Schlauchleitungshersteller angegebene zulässige Biegeradius muss eingehalten werden.

Zur Vermeidung der Gefahr eines Ermüdungsbruches von Schlauchleitungen müssen die Einbauan-
forderungen des Schlauchleitungsherstellers erfüllt werden.

5.11.4.3 Tank

Der Tank muss mit einem Flüssigkeitsstandanzeiger versehen sein. Die Tankgröße muss so ausgewählt sein,
dass die Flüssigkeit bei allen Betriebszuständen nicht überlaufen kann.

Der Tank muss so in der Anlage angebracht sein, dass der erforderliche Zufluss zur Pumpe gewährleistet ist.

Die Tankgröße muss so gewählt sein, dass bei allen Betriebszuständen eine ausreichende Flüssigkeitsmenge
innerhalb des zulässigen Temperaturbereiches zur Verfügung steht.

Es muss eine Belüftung des Tanks vorgesehen sein, um unzulässigen Unterdruck oder Überdruck zu
vermeiden.

5.11.4.4 Kühlung/Heizung

Wenn der zulässige Oberwert der Betriebstemperatur im Kreislauf nicht vom Tank gehalten werden kann,
muss eine Kühlung vorgesehen sein. Wenn die Umgebungstemperatur niedriger ist als die niedrigste
Betriebstemperatur, muss der Hersteller Mittel vorsehen, mit denen die Flüssigkeit auf die erforderliche
Temperatur aufgeheizt werden kann.

ANMERKUNG Dies kann z. B. durch Aufheizen des Systems ohne Last oder durch Anbringen einer Heizung erreicht
werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.11.4.5 Druckspeicher

Druckspeicher werden für die Speicherung von hydraulischer Energie, z. B. mittels komprimiertem Gas,
verwendet. In diesem Fall müssen Flüssigkeit und Gas durch geeignete separate Elemente voneinander
getrennt sein. Als Gas sollten Stickstoff oder andere Inertgase verwendet werden.

Falls erforderlich, muss ein Absperren des Druckspeichers durch ein Ventil zur Abtrennung der Druck-
versorgung von der Anlage möglich sein.

5.11.4.6 Filter

In Kreisläufen mit ständig auftretenden Verunreinigungen müssen Filter vorgesehen sein.

Filter müssen mit einem Bypass für bestimmte Öffnungsdrücke versehen sein, um die Betriebsfähigkeit der
Anlage im Falle eines Zusetzens zu erhalten. Eine Ausnahme ist in EN 982:1996, 5.3.7, für Steuerungs-
systeme mit Servoventilen oder Proportional-Druckminderventilen angegeben. Der Durchfluss durch den
Bypass muss durch ein Signal angezeigt werden.

5.11.5 Steuereinrichtungen/Steuerungen

Steuereinrichtungen müssen so ausgewählt sein, dass keine Druck- und Durchflussstörungen auftreten
können und dass ihr Leistungsniveau beibehalten wird.

Steuereinrichtungen müssen so im Steuerungssystem angeordnet sein, dass keine unerwünschten


Funktionen der Systeme (durch Reaktion oder Ähnliches) auftreten können.

Steuereinrichtungen in Steuerungssystemen müssen so ausgewählt und angeordnet sein, dass im Falle eines
Ausfalls der Energieversorgung die Schaltstellungen automatisch erreicht werden, wodurch die Anlage zum
Stillstand gebracht wird.

Die Betriebsgeschwindigkeit der Zylinder und Motoren muss proportional zum Steuerbereich der Steuerung
sein.

Hydraulikzylinder für Hubbewegungen müssen zur Verhinderung des Absenkens im Falle eines Druckabfalls
mit Lasthalteventilen versehen sein. Die Lasthalteventile müssen mit dem Zylinder direkt mit ausschließlich
aus Metall bestehenden Verbindungselementen verbunden sein. Hydraulikverbindungen zwischen dem
Lasthalteventil und dem Zylinder oder Motor müssen aus Stahlrohrleitungen bestehen; flexible
Schlauchleitungen dürfen nicht verwendet werden.

5.11.6 Schutzmaßnahmen

5.11.6.1 Not-Halt-Funktion

Die Not-Halt-Funktion muss EN 418 entsprechen, zusammen mit den folgenden Abweichungen.

Die Not-Halt-Funktion muss Stopp-Kategorie 0 nach EN 418:1992, 4.1.5, entsprechen.

Die Anforderung in EN 418:1992, 4.1.12, der zufolge die Rückstellung des „Not-Halt“ nicht den Wiederanlauf
einleiten darf, gilt nicht für handgesteuerte Hubwerke nach 5.2.1 dieser Europäischen Norm.

ANMERKUNG Der Wiederanlauf nach Rückstellung des „Not-Halt“ ist durch die automatisch zurückgestellten Bedien-
elemente ausgeschlossen. Im besonderen Fall eines internen Fehlers tritt keine Gefährdung ein, da das Hubwerk
handgesteuert ist.

Bei indirekter Steuerung muss die Not-Halt-Funktion den Haupt-Hydraulikkreis über ein zusätzliches Haupt-
Hydraulikventil unterbrechen, welches so konstruiert ist, dass ein Hängenbleiben des Kolbens nicht eintritt.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Bei direkter Steuerung muss eine der beiden folgenden Anforderungen erfüllt sein:

a) Die Not-Halt-Funktion muss den Haupt-Hydraulikkreis direkt unterbrechen oder

b) die Bedienelemente und der energieschaltende Teil der Handsteuerung müssen formschlüssig
verbunden sein. Die formschlüssige Verbindung muss so konstruiert sein, dass der energieschaltende
Teil von Hand in eine stabile Neutralstellung zurückgebracht werden kann.

Darüber hinaus sind keine weiteren Not-Halt-Einrichtungen erforderlich.

5.11.6.2 Hydraulische Schutzmaßnahmen

Hydrauliksysteme müssen gegen Überdruck der Flüssigkeit und gegen Übergeschwindigkeit der Last abge-
sichert sein. Diese Schutzeinrichtungen müssen auf die Hydraulikkreise und Elemente so wirken, dass
Durchflussrate und Druck auf zulässige Werte begrenzt werden. Im Falle eines Ausfalls der Energie-
versorgung müssen alle Bewegungen stillgesetzt werden.

5.11.6.3 Mechanische Schutzmaßnahmen

Bewegte Elemente (z. B. Zylinder) müssen so angeordnet und/oder abgedeckt sein, dass Gefährdungen für
Personen oder Gegenstände ausgeschlossen sind.

5.11.6.4 Einstellbare Sicherheitseinrichtung

Diejenigen einstellbaren Sicherheitseinrichtungen, die eine gefährliche Situation hervorrufen können, falls ihre
voreingestellten Werte verändert werden, müssen gegen ein unbefugtes Verstellen gesichert sein.

Externe Einrichtungen müssen sichtbare Sicherungen wie z. B.:

a) Plomben;

b) Abdeckungen;

c) Kappen

besitzen, die vor Neueinstellungen zerstört werden müssen.

Sichtbare Sicherungen sind nicht erforderlich, falls für die Neueinstellung Spezialwerkzeuge (d. h. nicht im
freien Handel erhältlich), die vom Hersteller der einstellbaren Sicherheitseinrichtung festgelegt werden,
erforderlich sind.

5.11.6.5 Feuer

Hydraulische Systeme müssen so beschaffen sein, dass durch austretende Flüssigkeiten kein Feuer
verursacht werden kann. Einrichtungen, welche während des Betriebs höhere Temperaturen erreichen
(ebenso elektrische Ausrüstung durch Funken oder Kurzschluss), müssen von Öl führenden Einrichtungen
durch ein geeignetes Gehäuse thermisch getrennt sein, um eine Entzündung zu verhindern. Unter diesen
Umständen muss eine schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeit verwendet werden.

5.11.6.6 Explosionsgefahren

Hydraulische Systeme mit Kammern oder Hohlräumen müssen mit einer Belüftungseinrichtung versehen sein,
um eine Explosionsgefahr zu verhindern. Wenn hydraulische Systeme in einer explosionsgefährdeten
Umgebung verwendet werden, dürfen nur schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten verwendet werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.12 Fahrwerke

5.12.1 Allgemeines

Fahrwerke können entweder als integraler Bestandteil eines Hubwerkes oder als unabhängige Einrichtung
zum Anhängen der Last oder des Hubwerkes konstruiert sein.

Bewegungsbegrenzer müssen EN 12077-2 und gegebenenfalls den produktspezifischen Normen für die
einzelnen Kranarten entsprechen.

5.12.2 Bremsen

Fahrwerke, die auch einen Höhenunterschied überwinden, müssen zu jeder Zeit von einem Bremssystem
kontrolliert sein.

Kraftgetriebene Fahrwerke müssen zu jeder Zeit von einem Bremssystem kontrolliert werden. Das Brems-
system muss so beschaffen sein, dass es möglich ist, Bewegungen abzubremsen, das Fahrwerk zu halten
und dass unbeabsichtigte Bewegungen vermieden sind.

Bremsen müssen in den folgenden Fällen automatisch einfallen, wenn:

a) die Steuereinrichtung in die Neutralstellung zurückkehrt;

b) die Not-Halt-Funktion wirksam wird;

c) die externe Energieversorgung für die Bremse unterbrochen wird;

d) die Energieversorgung für den entsprechenden Antrieb ( Motor) unterbrochen und/oder abgeschaltet
wird.

Zusätzlich zu den Buchstaben a) bis d) müssen bei dreiphasigen Motoren Bremsen automatisch einfallen,
wenn:

e) zwei Phasen der Stromversorgung des entsprechenden Antriebs ( Motor) unterbrochen sind.

ANMERKUNG Bei Ausfall von nur einer Phase siehe 5.13.8.2.

Die Anforderungen a) bis e) werden erfüllt z. B. durch:

f) selbsthemmende Antriebe;

g) automatische Bremsen;

h) Einrichtungen in hydraulischen oder pneumatischen Systemen, die Bewegungen des Fahrwerks


verhindern.

Bremsbeläge dürfen kein Asbest enthalten.

Wenn die Betriebsverhältnisse es nicht erfordern, ist das Anbringen eines Bremssystems an von Hand
bewegten Fahrwerken nicht erforderlich.

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten muss das Fahrwerk, sofern es als unabhängiger oder integraler
Bestandteil des Hubwerks vorgesehen ist, mit einer von Hand lüftbaren Bremse versehen sein, welche zur
Vermeidung von unerwünschten horizontalen Bewegungen automatisch auf die Schiene wirkt. Alle
verwendeten Werkstoffe müssen den Bedingungen im Freien und der Temperatur standhalten.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.12.3 Bedienketten (Handkette)

Die Bedienkette von mechanisch angetriebenen Fahrwerken muss so geführt sein, dass ein Ablaufen der
Kette verhindert ist.

5.12.4 Sicherheitsvorrichtung gegen Entgleisen

Fahrwerke müssen so beschaffen sein, dass ein Entgleisen oder Abstürzen verhindert ist. Diese Anforderung
kann durch die Verwendung von Führungsrollen und/oder Spurkränzen erfüllt werden.

Es müssen Mittel vorgesehen sein, durch die ein Herunterfallen oder Umkippen des Fahrwerkes im Falle des
Ausfalls eines einzelnen Rades verhindert ist.

ANMERKUNG Geeignete Maßnahmen sind unter anderem konstruktionsmäßig integrierte Fahrwerksabsturz-


sicherungen oder Entgleisungsschutz durch Geometrie der Radbolzen.

Bei Einschienenfahrwerken muss ein Aufklettern des Spurkranzes auf die Schiene verhindert sein. Bei
anderen Fahrwerkstypen muss ein Aufklettern des Spurkranzes oder die Verlagerung des Fahrwerkes so
verhindert sein, dass das Fahrwerk nicht abstürzen kann. Dies kann beispielsweise durch geeignete
Konstruktion der Fahrwerkskomponenten erreicht werden.

Gefährdungen durch herunterfallende Bauteile im Falle eines Ausfalls einer Führung oder eines Fahr-
elementes müssen verhindert sein. Dies wird beispielsweise durch die Auswahl geeigneter Werkstoffe und
ausreichende Dimensionierung der Bauteile unter Berücksichtigung der beabsichtigten Verwendung erreicht.

5.13 Elektrische Ausrüstung von Hubwerken und ihren Fahrwerken

5.13.1 Allgemeines

Die elektrische Ausrüstung von Hubwerken und ihren Fahrwerken muss EN 60204-32 entsprechen,
zusammen mit den folgenden Abweichungen.

5.13.2 Elektrische Versorgung

Zusätzlich zu EN 60204-32:1998, 4.3.1, gilt das Folgende:

Das Hubwerk muss so konstruiert sein, dass es im Falle eines Spannungsabfalls am Hubwerk von bis zu 5 %
zwischen Betrieb ohne Last und dem Spitzenstrom des größten Motors zuverlässig arbeitet.

5.13.3 Umgebungs- und Betriebsbedingungen

5.13.3.1 Elektromagnetische Verträglichkeit

Hubwerke müssen EN 60204-32:1998, 4.4.2, entsprechen.

5.13.3.2 Schutzart von Gehäusen für den Betrieb im Freien

Die Gehäuse für elektrische Ausrüstung, mit Ausnahme des Motors, müssen eine Schutzart von mindestens
IP 55 nach EN 60529 aufweisen.

Das Motorgehäuse muss eine Schutzart von mindestens IP 54 aufweisen.

Eine geeignete Öffnung kann am Boden von Gehäusen vorgesehen werden, so dass durch Kondensation
entstandene Feuchtigkeit ablaufen kann.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.13.4 Geräte zum Trennen und Schalten der Einspeisung

Bemerkung hinsichtlich der Anwendung von EN 60204-32:1998, 5.3. Die elektrische Ausrüstung eines
Hubwerkes muss Einrichtungen für die folgenden Funktionen enthalten:

a) Trennung der elektrischen Ausrüstung von der Hauptstromversorgung, so dass Arbeiten ohne
Gefährdung durch elektrischen Schlag oder Verbrennung durchgeführt werden können;

b) Abschalten im Falle eines Stromausfalls oder Not-Halt.

ANMERKUNG Die Funktion a) „Trennen“ kann durch einen Krantrennschalter, einen Netzanschlussschalter, einen
Kranschalter oder durch eine Stecker-/Steckdosenkombination wie in EN 60204-32:1998, 5.3.2 d), beschrieben erfüllt
werden.

Der Krantrennschalter muss die Anforderungen von EN 60204-32:1998, 5.3.2 bis 5.3.4, erfüllen.

Der Netzanschlussschalter oder Kranschalter muss die Anforderungen von EN 60204-32:1998, 5.3.2 bis
5.3.4, für die Funktion „Trennen“ erfüllen.

Die Funktion b) „Abschalten“ kann durch einen Kranschalter nach EN 60204-32:1998, 5.3.7, erfüllt werden.

5.13.5 Überlastschutz von Motoren

Hubwerksmotoren, die entsprechend 5.13.8 ausgelegt sind, benötigen keine Schutzmaßnahmen nach
EN 60204-32:1998, 7.3.

5.13.6 Steuerstromkreise und Steuerfunktionen

Unter Berücksichtigung von EN 60204-32:1998, 9.2.2, dürfen bestimmte Steuerungssysteme (z. B. für
Umformer) vor der Abschaltung der Versorgungsenergie eine kurze Zeitverzögerung aufweisen, um
sicherzustellen, dass keine zusätzliche Gefährdung auftritt.

5.13.7 Not-Halt-Funktion

Hubwerke müssen mit einer Not-Halt-Funktion nach EN 60204-32 versehen sein.

Für kabellose Steuerungen siehe EN 60204-32:1998, 9.2.7.3.

Die Anforderung in EN 60204-32:1998, 9.2.5.4.2, der zufolge die Rückstellung des „Not-Halt“ nicht den
Wiederanlauf einleiten darf, gilt nicht für handgesteuerte Hubwerke nach 5.2.1 dieser Europäischen Norm.

ANMERKUNG Wiederanlauf nach Rückstellung des „Not-Halt“ ist durch die automatisch zurückgestellten Bedien-
elemente ausgeschlossen. Im besonderen Fall eines internen Fehlers tritt keine Gefährdung auf, da das Hubwerk
handgesteuert ist.

Eine Stecker-/Steckdosenverbindung darf nicht als Not-Halt-Funktion betrachtet werden.

5.13.8 Elektrische Motoren

5.13.8.1 Allgemeines

Motoren müssen in Übereinstimmung mit Anhang J ausgewählt sein; einphasige Motoren sind hiervon
ausgenommen.

Für einphasige Motoren sind die zutreffenden Berechnungsmethoden anzuwenden. Die Auswahl muss in
Übereinstimmung mit EN 60034-1 erfolgen.

43
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.13.8.2 Ausfall der Stromversorgung

Elektrische Hubwerke müssen so beschaffen sein, dass:

a) die Last im Falle des Ausfalls einer Phase nicht unkontrolliert absinken kann,
b) die Last im Falle des Ausfalls einer Phase nicht fallen kann.

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten sind diese Anforderungen erfüllt, wenn das Folgende zutrifft:

c) wenn der Bediener den Aufwärts-Taster der Steuerung betätigt, darf die Last sich nicht abwärts bewegen;
d) wenn der Bediener den Abwärts-Taster der Steuerung betätigt, darf die Senkgeschwindigkeit das
1,1-Fache der Maximalgeschwindigkeit nicht überschreiten; bei Loslassen des Tasters muss die
Bewegung stillgesetzt und die Last gehalten werden.

5.13.8.3 Mechanische Grenzgeschwindigkeit, maximal zulässige Betriebsgeschwindigkeit

5.13.8.3.1 Hubwerksmotoren

Ein Motor muss so ausgewählt sein, dass im Falle eines Stromausfalls die mechanische Grenzge-
schwindigkeit innerhalb der vorhersehbaren Totzeit der Bremse nicht erreicht wird. Ein Motor für Antrieb mit
variabler Geschwindigkeit muss so ausgewählt sein, dass im Falle einer Abschaltung durch einen
Übergeschwindigkeitsschutz während des Absenkens mit Maximalgeschwindigkeit und der zugehörigen Last
oder im Falle einer Fehlfunktion des Stromrichters die mechanische Grenzgeschwindigkeit nicht überschritten
wird.

5.13.8.3.2 Dreiphasige Schleifringläufer-Motoren

Die mechanische Grenzgeschwindigkeit muss mindestens den Werten in Tabelle 3 entsprechen (bei 50 Hz):

Tabelle 3 — Grenzgeschwindigkeit für dreiphasige Schleifringläufer-Motoren

Synchrone Geschwindigkeit min 1 3 000 1 500 1 000 750 600


Mechanische Grenzgeschwindigkeit min 1 4 500 3 000 2 000 1 500 1 200
Empfohlene mechanische Grenzgeschwindigkeit min 1 2 500 1 875 1 500

5.13.8.4 Mindest-Kippmoment des Motors für Hubbewegungen

5.13.8.4.1 Dreiphasige Schleifringläufer-Motoren

Das Kippmoment für dreiphasige Schleifringläufer-Motoren mit Schützensteuerung muss, bezogen auf das
Nennmoment des Hubwerksmotors Mn bei S3 40 % (siehe EN 60034-1), die in Tabelle 4 angegebenen Werte
erreichen:

Tabelle 4 — Kippmomente für dreiphasige Schleifringläufer-Motoren mit Schützensteuerung

Kippmoment des Motors bei


Motorgröße nach IEC 60072-1 und Geschwindigkeiten
Aussetzbetrieb S3 40 %
Für Motorgrößen 100 bis 160, bei 3 000 min 1, 1 500 min 1 und mindestens 2,2 ! Mn
1 000 min 1
Für Motorgrößen 180 bis 225, bei 1 000 min 1 und 750 min 1 mindestens 2,2 ! Mn

Für Motorgrößen 250 bis 400, bei 600 min 1 mindestens 2,2 ! Mn
Für alle anderen Motorgrößen und Geschwindigkeiten mindestens 2,5 ! Mn

44
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.13.8.4.2 Andere Motortypen

Das Mindest-Kippmoment des Motors muss den Fall der Last verhindern.

5.13.8.5 Schleifringläufer-Motoren

Insbesondere unter den nachfolgend genannten Bedingungen ist bei Schleifringläufer-Motoren ein
unkontrolliertes Absinken der Last möglich:

a) Absichtlicher oder unabsichtlicher Betrieb mit einer für die abzusenkende Last ungeeigneten
Gegenstromkennlinie;

b) Betrieb des Motors mit offenem Läufer oder unbeabsichtigter Unterbrechung des Läuferstromkreises; in
diesem Fall wird die Stromversorgung nicht sofort unterbrochen und die Bremsen fallen folglich nicht ein.

Wenn diese Möglichkeiten nicht ausgeschlossen werden können, muss die Ausrüstung des Hubwerkes
Folgendes enthalten:

c) entweder Einrichtungen, die eine Bewegung der Last verhindern oder die Bewegung sofort stillsetzen,
sobald der mögliche Grund für das unkontrollierte Absenken entdeckt wurde, oder

d) Einrichtungen, die die Kranbewegung stillsetzen, bevor die Senkgeschwindigkeit die maximal zulässige
Grenzgeschwindigkeit nach 5.13.8.3.2, Tabelle 3, erreicht.

Siehe auch die Vorkehrungen von EN 60204-32:1998, 7.6 und 9.5.

5.13.9 Elektrische Bewegungsbegrenzer

5.13.9.1 Allgemeines

Elektrische Bewegungsbegrenzer müssen elektromechanisch mit zwangsöffnender Funktion ausgeführt sein


(Definition nach EN 60204-32:1998, 3.46), oder eine vergleichbare Sicherheit besitzen !gestrichener
Text".

5.13.9.2 Zweiter Begrenzer ( Backup-Begrenzer)

Wenn für das Abschalten einer Bewegung ein zweiter Begrenzer hinter dem ersten vorgesehen ist, sollte ein
solcher Begrenzer einen anderen Abschaltkreis als der erste besitzen und eine Stopp-Funktion der
Kategorie 0 nach EN 60204-32:1998, 9.2.2, einleiten.

Die Anforderungen nach 5.13.9.1 gelten dabei nur für den zweiten Begrenzer. Wenn für Prüfzwecke eine
Überbrückungseinrichtung für den ersten Begrenzer vorgesehen ist, darf diese nur eine Befehlseinrichtung mit
selbsttätiger Rückstellung sein. Für die zweiten Begrenzer dürfen keine Überbrückungseinrichtungen
vorgesehen sein.

5.13.10 Temperatur

Es gelten die Festlegungen von EN 60204-32:1998, 4.4.3, sofern zwischen Benutzer und Lieferant nichts
anderes vereinbart wurde.

ANMERKUNG Über den in EN 60204-32:1998, 4.4.3, angegebenen Temperaturbereich (0 °C bis 40 °C) hinaus kann
für Krane für den Betrieb im Freien ein größerer Temperaturbereich erforderlich sein, wie z. B. !20 °C bis 55 °C.

45
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.14 Geräuschreduzierung durch Konstruktion

5.14.1 Allgemeines

Lärm ist in solchen Fällen eine signifikante Gefährdung, in denen sich der Bedienerstandort in der Nähe eines
oder mehrerer der in 5.14.2 aufgeführten Geräuschquellen befindet und diese:

a) ein hohes Energieniveau und/oder

b) eine hohe Betriebsgeschwindigkeit


besitzen.

Wenn Lärm eine signifikante Gefährdung darstellt, muss die Konstruktion ein niedriges Geräuschniveau
vorsehen. In diesem Fall sind die empfohlenen Vorgehensweisen für die Konstruktion von lärmarmen
Maschinen und Ausrüstungen in EN ISO 11688-1 zu berücksichtigen.

ANMERKUNG In EN ISO 11688-2 sind nützliche Informationen zur Geräuscherzeugung in Maschinen enthalten.

5.14.2 Hauptgeräuschquellen an Hubwerken

Hauptgeräuschquellen sind:

a) Hubwerkselemente (Motor, Getriebe, Bremse, Ketten- oder Seiltriebe);

b) Fahrwerke (Motor, Getriebe, Bremse);

c) Steuerschränke;

d) externe Einrichtungen, z. B. Motorventilatoren;

e) hydraulische Pumpen;

f) pneumatische Antriebe.

5.14.3 Maßnahmen zur Geräuschreduzierung an der Quelle

Typische Maßnahmen zur Geräuschreduzierung sind:

a) Auswahl geräuscharmer Komponenten;

b) Verwendung flexibler Befestigungen, die die Übertragung von Körperschall zwischen den Komponenten
und der Konstruktion verhindern.

Andere Maßnahmen mit gleicher oder höherer Wirksamkeit können angewandt werden.

5.14.4 Schutzmaßnahmen

Eine typische Maßnahme ist die Verwendung von Geräusch reduzierenden Gehäusen für Komponenten mit
hohem Geräuschniveau.

5.14.5 Informationen zu Lärm

Informationen zu Restrisiken sind dem Benutzer anzugeben, siehe 7.2.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

5.15 Hubwerke für den Einsatz in explosionsfähigen Atmosphären

5.15.1 Allgemeines

Hubwerke, die für den Einsatz in explosionsfähigen Atmosphären vorgesehen sind, müssen entsprechend
bewährter Praxis und in Übereinstimmung mit den erforderlichen Kategorien für Ausrüstung der Gruppe II von
EN 13463-1 konstruiert und gebaut sein, um die Vermeidung aller Zündquellen wie in EN 1127-1 aufgeführt
zu gewährleisten. Zur Klassifizierung der Kategorie der nicht elektrischen Ausrüstung des Hubwerkes ist diese
einer Beurteilung der Zündgefährdung nach EN 13463-1:2001, 5.2, zu unterziehen.

Die folgenden Anforderungen müssen erfüllt sein; zusätzliche Informationen sind in Anhang C enthalten.

5.15.2 Elektrische Ausrüstung von Hubwerken

Die elektrische Ausrüstung von Hubwerken, die für den Einsatz in Zone 1 vorgesehen sind, muss mindestens
Kategorie 2 (siehe EN 1127-1:1997, Anhang B) erfüllen und den Anforderungen von EN 60079-0
entsprechen. Sofern zutreffend, kann EN 60079-0 gegebenenfalls durch die folgenden Europäischen Normen
ergänzt oder geändert werden: EN 50015, EN 60079-2, EN 50017, EN 60079-1, EN 60079-7 und EN 50020,
EN 60079-18, prEN 50039.

Die elektrische Ausrüstung von Hubwerken, die für den Einsatz in Zone 2 vorgesehen sind, muss mindestens
Kategorie 3 (siehe EN 1127-1:1997, Anhang B) erfüllen und den Anforderungen von EN 60079-0 und
EN 60079-7 entsprechen.

5.15.3 Nicht-elektrische Ausrüstung von Hubwerken

Die nicht-elektrische Ausrüstung von Hubwerken, die für den Einsatz in explosionsfähigen Atmosphären
vorgesehen sind, muss die Anforderungen von EN 13463-1 und EN 13463-5 erfüllen und, sofern zutreffend,
die ausgewählte Europäische Norm für die spezifische Art von Zündschutz.

Eine Ausrüstung der Kategorie 3 für den Einsatz in Zone 2 darf im Normalbetrieb keine wirksame Zündquelle
enthalten.

Eine Ausrüstung der Kategorie 2 für den Einsatz in Zone 1 darf während vorhersehbarer Fehlfunktionen oder
seltener Fehlfunktionen keine wirksame Zündquelle enthalten.

5.15.4 Elektrostatische Entladung

Unerwünschte elektrostatische Entladungen müssen durch Erdung und Verbindung aller metallischen
Komponenten von elektrischer und nicht-elektrischer Ausrüstung und umgebenden Metallteilen vermieden
sein (siehe EN 13463-1:2001, 7.4).

ANMERKUNG Weitere Informationen zu diesem Thema sind im CENELEC-Bericht R044-001 „Sicherheit von
Maschinen — Leitlinien und Empfehlungen zur Vermeidung von Gefährdungen durch statische Elektrizität“ enthalten,
welcher von CLC/TC 44x erstellt wurde.

6 Feststellung der Übereinstimmung mit den Sicherheitsanforderungen und/oder


Schutzmaßnahmen

6.1 Seriengefertigte Hubwerke

Die Übereinstimmung mit jeder Sicherheitsanforderung und/oder Maßnahme (in Abschnitt 5 angegeben)
muss für das erste Baumuster einer Serie von Hubwerken desselben Typs durch eine Baumusterprüfung
(Spalte 3 von Tabelle 5) und für jedes Hubwerk der Serie durch eine Einzelprüfung (Spalte 4 von Tabelle 5)
überprüft werden. Die Einzelprüfung muss entweder während Herstellung, Zusammenbau oder Inbetrieb-
nahme durchgeführt werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

6.2 Einzelgefertigte Hubwerke

Die Übereinstimmung mit jeder Sicherheitsanforderung und/oder Maßnahme (in Abschnitt 5 angegeben)
muss für jedes einzelgefertigte Hubwerk durch die in Spalte 3 von Tabelle 5 angegebene Methode der
Baumusterprüfung, ausgenommen die Prüfung der Klassifizierung, überprüft werden. Die Überprüfung muss
entweder während Herstellung, Zusammenbau oder Inbetriebnahme durchgeführt werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 — Methoden zur Überprüfung der Konformität mit den Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.1 Allgemeines Prüfung der Berechnung; Dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit
des Hubwerkes und statische Prüfung mit dem 1,25-Fachen
Test zum Nachweis der Klassifizierung (siehe Anhang G).
der Tragfähigkeit des Hubwerkes zur Prüfung der
Dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit mechanischen Festigkeit.
des Hubwerkes und statische Prüfung mit dem 1,25-Fachen
der Tragfähigkeit des Hubwerkes zur Prüfung der
mechanischen Festigkeit und Prüfung der Berechnung.
5.2.1 Steuereinrichtungen Funktionsprüfung. Funktionsprüfung, Sichtprüfung.
Sichtprüfung.
5.2.2.1 Überlastsicherungen — Prüfung durch Erzeugen eines Überlastzustandes am Prüfung durch Erzeugen eines Überlastzustandes am
Allgemeines Hubwerk und Nachprüfung, dass die Steuerung überlagert Hubwerk und Nachprüfung, dass die Steuerung überlagert
wurde (siehe EN 12077-2:1998, Abschnitt 6). wurde (siehe EN 12077-2:1998, Abschnitt 6).
5.2.2.2 Einstellung Prüfung durch Erhöhung der Last zur Bestätigung, dass bei Prüfung durch Erhöhung der Last zur Bestätigung, dass bei
jeder vom Hersteller angegebenen Geschwindigkeit die jeder vom Hersteller angegebenen Geschwindigkeit die
Faktoren 2,DAL oder ! der Überlastsicherung innerhalb der Faktoren 2,DAL oder ! der Überlastsicherung innerhalb der
vom Hersteller angegebenen Toleranz liegen und nicht vom Hersteller angegebenen Toleranz liegen und nicht
außerhalb des Maximalwertes nach 5.2.2.2.2 oder 5.2.2.2.3. außerhalb des Maximalwertes nach 5.2.2.2.2 oder 5.2.2.2.3.
!5.2.2.4 Besondere Anforderungen Prüfung mit Tragfähigkeit des Hubwerkes zur Bestätigung, Siehe 5.2.2.2."
für Rutschkupplungen dass die Rutschkupplung nach Anhalten der Hubbewegung
durch das Hubwerksgehäuse die Anforderungen erfüllt.
5.2.3 Not-Halt-Funktion Funktionsprüfung. Funktionsprüfung, Sichtprüfung.
Sichtprüfung.
5.2.4 Hub- und Senkbegrenzer Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.

49
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.2.5 Steuerungskategorien Prüfung der Konstruktion. Funktionsprüfung.
Prüfung der technischen Unterlagen.
Funktionsprüfung.
5.3 Kupplungen Sichtprüfung. –
5.4 Bremsen für Hub- und Dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit Dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit
Senkbewegungen des Hubwerkes. des Hubwerkes.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.5 Getriebe Siehe 5.1. –
5.6 Lasthaken Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.7.1 Seiltriebe — Allgemeines Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Prüfung der Berechnung.
5.7.2 Seiltrommel Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Messung.
5.7.3 Seile Prüfung der Prüfbescheinigung. Prüfung der Prüfbescheinigung.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.7.4 Seilrollen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Messung.
5.7.5 Seilführungen/ Seilverläufe Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.7.6 Seilbefestigung an der Prüfung der Berechnung. Sichtprüfung.
Seiltrommel
Sichtprüfung.
5.7.7 Seilaufhängungen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Prüfung der Berechnung.
5.7.8 Ausgleichshebel Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.7.9 Seilendbefestigungen Sichtprüfung. Sichtprüfung.

50
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.8.1 Kettentriebe — Allgemeines Prüfung der Berechnung. Sichtprüfung.
Sichtprüfung.
5.8.2 Ketten Prüfung der Prüfbescheinigung. Prüfung der Prüfbescheinigung.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.8.3 Kettenführungen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.8.4 Kettenaufhängungen Prüfung der Berechnung. Sichtprüfung.
Sichtprüfung.
5.8.5 Sicherung der Kette gegen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Ablaufen
Dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit
des Hubwerkes.
5.9.1 Bandtriebe — Allgemeines Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.9.2 Band Prüfung der Prüfbescheinigung. Prüfung der Prüfbescheinigung.
5.9.3 Bandführungen/Band- Prüfung der Berechnung. –
rollen/Bandtrommel
Messung.
5.9.4 Befestigung auf der Trommel Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Prüfung der Berechnung.
5.9.5 Bandaufhängungen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Prüfung der Berechnung.
5.10.1 Pneumatische Ausrüstung — Prüfung der technischen Unterlagen und der Berechnung, –
Allgemeines Sichtprüfung.
Konstruktion der Ausrüstung
in Übereinstimmung mit
EN 983

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.10.1 Luftdruck Prüfung, dass das Hubwerk bei Start mit –
90 %
80 %
70 %
60 %
des Nenndruckes jederzeit eine hängende Last gleich der
Tragfähigkeit halten kann.
5.10.2.1 Energieumformer — Motoren Funktionsprüfung. –
5.10.2.2 Bremsen Prüfung wie in 5.10.1. –
5.10.3 Steuereinrichtungen/ Prüfung der technischen Unterlagen. Funktionsprüfung.
Steuerungen
Funktionsprüfung.
5.10.4 Steuereinheiten/ Prüfung der technischen Unterlagen. Funktionsprüfung.
Steuersysteme
Funktionsprüfung.
Sichtprüfung.
5.10.5.1 Schutzmaßnahme — Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.
Not-Halt-Funktion
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.10.5.2 Pneumatische Funktionsprüfung. –
Schutzmaßnahmen
5.10.5.3 Mechanische Funktionsprüfung. Sichtprüfung.
Schutzmaßnahmen
5.10.5.4 Einstellbare Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Sicherheitseinrichtungen
5.11 Hydraulische Prüfung der technischen Unterlagen und Berechnung. Sichtprüfung.
Ausrüstung — Allgemeines
Sichtprüfung.
5.11.2 Werkstoffe und Hilfsstoffe Prüfung der technischen Unterlagen und Berechnung. Sichtprüfung.
Sichtprüfung.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.11.3 Energieumformer Dynamische Lastprüfung mit dem 1,1-Fachen der Funktionsprüfung.
Tragfähigkeit des Hubwerkes bei maximalem zulässigem
Sichtprüfung.
hydraulischem Druck.
Funktionsprüfung.
Sichtprüfung.
5.11.4 Verbindungselemente und Prüfung der technischen Unterlagen. Sichtprüfung.
Zusatzvorrichtungen
Funktionsprüfung.
Sichtprüfung.
5.11.5 Steuereinrichtungen/ Prüfung der Konstruktion. Funktionsprüfung.
Steuerungen
Funktionsprüfung.
5.11.6.1 Not-Halt-Funktion Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.11.6.2 Hydraulische Prüfung des Flussdiagramms. Funktionsprüfung.
Schutzmaßnahmen
5.11.6.3 Mechanische Prüfung der technischen Unterlagen. Sichtprüfung.
Schutzmaßnahmen
5.11.6.4 Einstellbare Funktionsprüfung. –
Sicherheitseinrichtung
5.11.6.5 Feuer Sichtprüfung. –
5.11.6.6 Explosionsgefahren Prüfung der technischen Unterlagen. –
Sichtprüfung.
5.12.1 Fahrwerke — Allgemeines Prüfung der Zuordnung des Fahrwerks zum Hubwerk. Prüfung der Zuordnung des Fahrwerks zum Hubwerk.
Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
5.12.2 Bremsen Dynamische Überlastprüfung mit dem 1,1-Fachen der Dynamische Überlastprüfung mit dem 1,1-Fachen der
Tragfähigkeit des Hubwerkes. Tragfähigkeit des Hubwerkes.
Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.
5.12.3 Bedienketten (Handketten) Funktionsprüfung. Funktionsprüfung.
5.12.4 Sicherheitsvorrichtung gegen Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Entgleisen
Prüfung der technischen Unterlagen und der Berechnung. Prüfung der technischen Unterlagen und der Berechnung.
5.13.1 Elektrische Ausrüstung von Sichtprüfung. Sichtprüfung.
Hubwerken und ihren
Überprüfung der Übereinstimmung der elektrischen Kontinuität des Schutzleiterkreises (siehe
Fahrwerken — Allgemeines
Ausrüstung mit den technischen Unterlagen. EN 60204-32:1998, 19.2).
Kontinuität des Schutzleiterkreises (siehe Isolations-Widerstands-Prüfungen (siehe
EN 60204-32:1998, 19.2). EN 60204-32:1998, 19.3).
Isolations-Widerstands-Prüfungen (siehe Funktionsprüfungen (siehe EN 60204-32:1998, 19.4).
EN 60204-32:1998, 19.3).
Funktionsprüfungen (siehe EN 60204-32:1998, 19.4).
5.13.2 Elektrische Versorgung Prüfung: Start des Hubwerksmotors für die Hubbewegung –
mit Tragfähigkeit bei 0,85 der Nennspannung.
5.13.3.1 Umgebungs- und Entweder Prüfung: Sichtprüfung.
Betriebsbedingungen —
— Interferenzfestigkeit nach EN 61000-6-2 und Emissionen EMV-Konformitätserklärung.
Elektromagnetische nach EN 61000-6-4 oder den vorgesehenen
Verträglichkeit Betriebsbedingungen (z. B. EN 61000-6-3)
oder:
— Prüfung der technischen Unterlagen für Hubwerke, die
nur mit EMV-zertifizierten elektrischen und elektronischen
Bauteilen konstruiert sind.
5.13.3.2 Schutzgrad von Gehäusen EN 60529. EN 60529.
für den Betrieb im Freien
5.13.4 Geräte zum Trennen und Prüfung der Schaltpläne und Auswahl der Ausrüstung. Sichtprüfung der elektrischen Schaltpläne und Ausrüstung

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle 5 (fortgesetzt)

Abschnitt
Anforderung Methode der Baumusterprüfung Methode der Einzelprüfung
Nr.
Schalten der Einspeisung des Hubwerksmechanismus.
5.13.5 Überlastschutz von Motoren Prüfung der Berechnung in Übereinstimmung mit den –
Vorkehrungen des Anhangs J.
5.13.6 Steuerkreise und Prüfung der Konstruktion. Funktionsprüfung.
Steuerfunktionen
Prüfung der technischen Unterlagen.
Funktionsprüfung.
5.13.7 Not-Halt-Funktion Funktionsprüfung. Funktionsprüfung siehe auch Prüfung für 5.2.3.
Sichtprüfung. Sichtprüfung.
5.13.8 Elektromotoren Prüfung der Berechnung in Übereinstimmung mit den –
Vorkehrungen des Anhangs J.
5.13.8.2 Ausfall der Stromversorgung Prüfung mit Tragfähigkeit des Hubwerkes durch –
Unterbrechung einer Phase.
5.13.9 Elektrische Prüfung der technischen Unterlagen. Funktionsprüfung.
Bewegungsbegrenzer
Funktionsprüfung.
5.13.10 Temperatur Prüfung der technischen Unterlagen. –
5.14 Geräuschverminderung Prüfung der technischen Unterlagen. –
durch Konstruktion
Messungen in Übereinstimmung mit Anhang K.
5.15 Hubwerke für den Einsatz in Prüfung der Berechnung. –
explosionsfähigen
Atmosphären

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

7 Benutzerinformationen

7.1 Allgemeines

Der Hersteller muss eine Betriebsanleitung mit Informationen und Anweisungen für Inbetriebnahme, Ver-
wendung, regelmäßige Prüfungen und Inspektionen sowie Wartung des Hubwerkes liefern. Die Betriebs-
anleitung ist in Übereinstimmung mit EN ISO 12100-2:2003, Abschnitt 6, zu liefern.

!Verkaufsprospekte, in denen das Hubwerk beschrieben wird, dürfen in Bezug auf die Gesundheits- und
Sicherheitsaspekte nicht der Betriebsanleitung widersprechen. Verkaufsprospekte, in denen die Leistungs-
merkmale des Hubwerkes beschrieben werden, müssen die gleichen Angaben zu Emissionen enthalten wie
die Betriebsanleitung."

7.2 Besondere Anforderungen

Die Betriebsanleitung muss den Typ des Hubwerkes so beschreiben, dass eine eindeutige Zuordnung zum
vorliegenden Hubwerk sichergestellt ist.

!Die bestimmungsgemäße Verwendung des Hubwerkes muss deutlich beschrieben werden. Warnhinweise
in Bezug auf Fehlanwendungen des Hubwerkes, zu denen es erfahrungsgemäß kommen kann, müssen
vorhanden sein." Dies beinhaltet ebenfalls Auslegungsgrenzen, z. B. die theoretische Nutzungsdauer. In
Übereinstimmung mit ISO 12482-1 müssen die erforderlichen Maßnahmen für den Fall beschrieben werden,
dass das Hubwerk das Ende seiner theoretischen Nutzungsdauer erreicht hat.

Es müssen Informationen zur Benutzung des Hub- und Senkbegrenzers während des Normalbetriebs und der
regelmäßigen Wartung gegeben werden.

Optionale Einrichtungen des Hubwerkes, z. B. zum Absenken der Last im Fall eines Energieausfalls, müssen
beschrieben werden.

Wenn nach 5.2.4.2 ein zweiter Begrenzer gefordert ist und es sich bei diesem Begrenzer um eine Rutsch-
kupplung handelt, dann muss die Prüfung der Funktion des ersten Begrenzers im Handbuch beschrieben
sein.

Folgende Anweisungen müssen immer in der Betriebsanleitung stehen:

1) Alle notwendigen Unterweisungen für das Bedienungspersonal müssen beschrieben sein.

2) Der Betreiber muss für die notwendige Unterweisung des Bedienungspersonals sorgen.

3) Der Bediener muss immer in Übereinstimmung mit der Betriebsanleitung arbeiten.

4) Der Betreiber muss die Last mit der kleinsten verfügbaren Hubgeschwindigkeit des Hubwerkes vom
Boden anheben. Das Seil (die Kette, das Band) ist erst zu spannen und darf bei Abheben der Last
vom Boden nicht schlaff sein.

5) Es ist verboten, Lasten oberhalb der Tragfähigkeit anzuheben.

6) Es ist unzulässig, festsitzende oder verklemmte Lasten anzuheben.

7) Es ist unzulässig, Lasten schräg zu ziehen.

8) Übermäßiger Tippbetrieb (z. B. dem Motor kurze Impulse geben) ist zu vermeiden.

9) Es ist verboten, Personen zu transportieren.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Alle zur sicheren Funktion des Hubwerkes erforderlichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten müssen
beschrieben werden, z. B.:

i) Schmieren von Seilen, Ketten, Getrieben, Lagern, Haken usw.;

ii) Prüfung von Verschleißteilen wie Seilen, Ketten, Haken, Bändern und Bremsbelägen; Vorgabe
von Prüf- und Inspektionsintervallen und Ablegekriterien;

iii) Funktionsweise von Sicherheitseinrichtungen und Anforderungen beim Ansprechen dieser


Einrichtungen, z. B. Rückstellung der Not-Halt-Einrichtung;

iv) die korrekte Handhabung von Anschlagpunkten zur Vermeidung von Gefährdungen bei
schweren Fahrwerken beim Wechseln von Rädern oder Führungsrollen;

v) es müssen Informationen über die Prüfung der korrekten Funktion der Begrenzer angegeben
sein;

vi) Maßnahmen zur Vermeidung möglicher Beschädigung des Hubwerkes im Falle einer
unkorrekten Phasenfolge.

Sofern erforderlich, müssen die folgenden Informationen angegeben sein:

Betriebseinschränkungen, z. B. Absetzen der Last in der Nähe der oberen Lasthakenstellung.

Bei pneumatischen und hydraulischen Hubwerken müssen die folgenden Angaben zur Versorgung mit
druckbeaufschlagter Luft bzw. Flüssigkeit in der Betriebsanleitung enthalten sein:

Druck;

Durchfluss;

Qualität.

!Zur Luftschallemission sind die folgenden Informationen a) bis f) anzugeben:

a) der A-bewertete Emissionsschalldruckpegel am Bedienerstandort, sofern er 70 dB(A) übersteigt; ist


dieser Pegel kleiner oder gleich 70 dB(A), so ist dies anzugeben;

b) der Höchstwert des momentanen C-bewerteten Emissionsschalldruckpegels an den Arbeitsplätzen,


sofern er 63 Pa (130 dB bezogen auf 20 µPa) übersteigt;

c) der A-bewertete Schallleistungspegel, wenn der A-bewertete Emissionsschalldruckpegel am Bediener-


standort 80 dB(A) übersteigt;

d) bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten ist der A-bewertete Schallleistungspegel stets anzugeben;

e) Messverfahren und detaillierte Betriebsbedingungen während der Lärmemissionsmessungen sind


anzugeben;

f) die Empfehlung, dass Bediener und Wartungspersonal Gehörschutz tragen, wenn das Hubwerk in einer
lärmintensiven Umgebung betrieben wird oder der A-bewertete Emissions-Schalldruckpegel am
Bedienerstandort durch das Hubwerk hoch ist.

ANMERKUNG Informationen zur Lärmemission sollten auch in den Verkaufsprospekten angegeben sein.

Diese Werte müssen entweder an dem betreffenden Hubwerk tatsächlich gemessen oder durch Messung an
einem technisch vergleichbaren, für die Fertigung repräsentativen Hubwerk ermittelt worden sein."

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Der Hersteller muss Informationen zur Einstellung und Prüfung der Überlastsicherung bereitstellen. Die
Einstellung und Prüfung der Überlastsicherung darf nur nach den Anweisungen des Herstellers durch
Fachpersonal durchgeführt werden. Er muss verlangen, dass das Prüfergebnis von diesem Fachpersonal in
das Prüfbuch des Hubwerkes eingetragen wird.

Wenn das Hubwerk nicht mit einem Tragfähigkeitsanzeiger ausgestattet ist, muss der Hersteller den Betreiber
darüber informieren, dass das Hubwerk nur in solchen Anwendungen eingesetzt werden darf, in denen sich
die Tragfähigkeit nicht mit der Laststellung ändert.

Für Einbau und Verwendung des Hubwerkes in einer Tragkonstruktion muss der Hersteller die Informationen
angeben, mit denen die beim Ansprechen der Überlastsicherung des Hubwerkes auftretenden statischen und
dynamischen Kräfte bei der Auslegung der Tragkonstruktion berücksichtigt werden können. Folgende
Informationen sind bereitzustellen (siehe 5.2.2).

Bei direkt wirkenden Überlastsicherungen:

DAL Kraftbegrenzungsfaktor.

Bei indirekt wirkenden Überlastsicherungen:

! Auslösefaktor;

Cmed Steifigkeit des Tragmittels (Seil oder Kette oder Band);

"tIAL Zeitverzögerung nach dem Erreichen des Lastniveaus ! # mRC bis zum eigentlichen Beginn des
Abbremsens der Bewegung (s);

"tbt Von der Kombination aus Tragmittelspannung und Bremsmoment beeinflusste Bremszeit (s).

Auch Fmax,L nach 5.2.2.3 ist anzugeben.

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten, bei denen die Möglichkeit einer fehlerhaften Phasenfolge der
dreiphasigen Versorgung leicht kontrolliert werden kann, müssen zur Vermeidung eines möglichen Schadens
am Hubwerk oder einer gefährlichen Situation Installationsanweisungen bereitgestellt sein.

!Der Betriebsanleitung ist gegebenenfalls ein Prüfbericht, in dem die vom Hersteller oder seinem Bevoll-
mächtigten oder für diese durchgeführten statischen und dynamischen Prüfungen im Einzelnen beschrieben
sind, beizufügen."

7.3 Kennzeichnung

Die Kennzeichnung muss in Übereinstimmung mit EN 12644-2 erfolgen.

Jedes Hubwerk muss dauerhaft und gut lesbar auf einem nicht entfernbaren Teil mit den folgenden
Informationen versehen sein:

1) !Firmenname und vollständige Anschrift des Herstellers und gegebenenfalls Informationen über seinen
Bevollmächtigten;"

2) Bezeichnung der Maschine;"

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

3) vorgeschriebene Kennzeichnung1);

4) Typbezeichnung;

5) !Baujahr, d. h. das Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde. Es ist untersagt, bei
der Anbringung der CE-Kennzeichnung das Baujahr des Hubwerkes vor- oder nachzudatieren;"

6) Gegebenenfalls Explosionsklasse;

7) Tragfähigkeit; die Tragfähigkeit muss auch an der Unterflasche bzw. dem Hakengeschirr angegeben
sein;

8) Triebwerksgruppe;

9) Seil/Kette: Kennnummer des Herstellers oder Informationen zu den Last tragenden Mitteln, d. h.
für Seile: Mindestbruchkraft, Durchmesser und Konstruktion;

für Ketten; Durchmesser, Teilung und Festigkeit;

10) Anschlussbedingungen für die Energieversorgung;

11) Nennhubgeschwindigkeit.

Bei Bandzügen müssen die folgenden Daten angegeben sein:

a) Werkstoff/Werkstoffe;

b) Zugfestigkeit (Bruchkraft);

c) Abmessungen;

d) Grenzwerte für Betriebstemperaturen.

1) Für Maschinen und deren zugehörige Produkte, die vorgesehen sind, im EWR auf den Markt gebracht zu werden,
CE-Kennzeichnung nach den zutreffenden europäischen Richtlinien, z. B. Maschinenrichtlinie, Niederspannungs-
richtlinie.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang A
(informativ)

Beispiele für kraftgetriebene Hubwerke

A.1 Seilzug

Bild A.1.1 — Seilzug — Rope hoist — Palan à cable

Legende
A Motor und Bremse A Motor and brake A Moteur et frein
B Getriebe B Gear box B Réducteur
C Seilführung C Rope guide C Guidage de câble
D Trommel D Drum D Tambour
E Seilfestpunkt E Rope anchorage E Ancrage du câble
F Umlenkrolle F Sheave F Noix de moufle
G Lasthaken G Load hook G Crochet de levage
H Kettenspeicher H Chain box H Bac à chaîne
I Laufrad I Wheels I Galet
J Fahrmotor J Travel motor J Moteur de direction
K Fahrschiene K Runway K Chemin de roulement
Bild A.1.2.1 — Bild A.1.2.2 — Bild A.1.2.3 —
Einschienenuntergurtfahrwerk, Einschienenuntergurtfahrwerk, Zweischienenobergurtfahrwerk —
„normale Bauhöhe“ — „kurze Bauhöhe“ — Crab —
Monorail trolley, „standard Monorail trolley, „short Chariot birail
headroom“ — headroom“ —
Chariot monorail, „hauteur Chariot monorail, „hauteur
perdue normale“ perdue réduite“

Bild A.1.2 — Fahrwerke (Hubwerk angebaut) — Travel carriages (Hoist mounted) —


Chariots (Palan monté)

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

A.2 Kettenzug

Bild A.2.1 — Kettenzug — Chain hoist — Palan à chaîne

Legende
A Motor und Bremse A Motor and brake A Moteur et frein
B Getriebe B Gear box B Réducteur
C Rutschkupplung C Friction torque limiter C Limiteur de couple á friction
D Kettenantriebsrad D Chain drive sprocket D Noix de chaîne
E Kettenfestpunkt E Chain anchorage E Ancrage du chaîne
F Kettenumlenkrad F Chain wheel F Noix de moufle
G Lasthaken G Load hook G Crochet de levage
H Kettenspeicher H Chain box H Bac à chaîne
J Laufrollen J Wheels J Galets
K Fahrmotor K Travel motor K Moteur de direction
L Fahrschiene L Runway L Chemin de roulement
Bild A.2.2.1 — Bild A.2.2.2 — Bild A.2.2.3 —
Einschienenuntergurtfahrwer Einschienenuntergurtfahrwerk, Zweischienenobergurtfahrwerk —
k, „normale Bauhöhe“ — „kurze Bauhöhe“ — Crab —
Monorail trolley, „standard Monorail trolley, „short Chariot birail
headroom“ — headroom“ —
Chariot monorail, „hauteur Chariot monorail, „hauteur
perdue normale“ perdue réduite“

Bild A.2.2 — Fahrwerke (Hubwerk angebaut) — Travel carriages (Hoist mounted) —


Chariots (Palan monté)

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

A.3 Bandzug

Bild A.3.1 — Bandzug — Belt hoist — Palan à sangle

Legende
A Motor and brake A Moteur et frein
A Motor und Bremse
B Gear box B Réducteur
B Getriebe
C Slipping clutch C Accouplement glissant
C Rutschkupplung
D Belt sheave (belt wound in several D Poulie de sangle (sangle enroulé
D Bandrolle (mehrlagige
layers) en plusieurs couches)
Bandwicklung)
E Load hook E Crochet de levage
E Lasthaken
F Wheels F Galets
F Laufrollen
G Travel motor G Moteur de direction
G Fahrmotor
H Runway H Chemin de roulement
H Laufschiene

Bild A.3.2 — Einschienenuntergurtfahrwerk — Monorail trolley — Chariot monorail

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A.4 Offenes Hubwerk

Legende
A Hubmotor A Hoist motor A Moteur du palan
B Kupplung B Coupling B Embrayage
C Bremse C Brake C Frein
D Getriebe D Gearbox D Réducteur
E Trommellager E Drum bearings E Paliers à tambour
F Trommel F Drum F Tambour
G Unterflasche G Bottom block G Moufle inférieure
H Fahrwerk H Crab H Chariot
J Laufräder J Wheels J Galets

Bild A.4 — Offenes Hubwerk — Open type hoist — Treuil ouvert

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A.5 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten — NGL Building hoists — Treuil potence
de chantier

Bild A.5.1 — Bild A.5.2 —


Auslegerhubwerk mit paralleler Trommel — Auslegerhubwerk mit axialer Trommel —
Jib hoist with parallel drum — Jib hoist with axial drum —
Treuil potence à tambour parallèle Treuil potence à tambour axial

Bild A.5.3 — Hubwerk mit Fahrwerk — Bild A.5.4 — Aufgehängtes Hubwerk —


Hoist with trolley — Suspended hoist —
Treuil potence pour chariot Treuil potence suspendu

Legende
A Motor und Bremse — Motor and brake —
Moteur et frein
B Getriebe — Gear box — Réducteur
D Seiltrommel (mehrlagig) — Rope drum
(multilayer ) — Tambour (multicouches)
E Elektrogehäuse — Electric panel — Coffret
électrique
F Umlenkrolle am Ausleger — Rope up-jib
pulley — Poulie de renvoi
G Lasthaken — Load Hook — Crochet de
charge
H Laufrad — Wheel — Galet
S Integrierte Aufhängung — Integrated
supporting device — Dispositif support intégré
UL Hubbegrenzer — Hoisting limiter — Limiteur
de course
Bild A.5.5 — Gerüstwinde — Scaffold hoist —
Treuil d’échafaudage

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Anhang B
(normativ)

Zusätzliche Anforderungen beim Transport feuerflüssiger Massen

Hubwerke, die für den Transport feuerflüssiger Massen bestimmt sind, müssen so konstruiert sein, dass beim
Ausfall eines im Kraftfluss liegenden Bauteils der Absturz der Last verhindert ist.

Diese Anforderung kann entweder durch a) oder b) erfüllt werden:

a) redundante Ausführung des Hubwerkes (Haken nicht eingeschlossen).

Dies gilt nicht für Anwendungen bis zu 5 t Tragfähigkeit, vorausgesetzt, dass das gesamte Hubwerk für
eine Last ausgelegt ist, die um mindestens 50 % höher als die Tragfähigkeit ist.

b) Not-Stopp-Bremse an der Seiltrommel oder am Kettentaschenrad in Verbindung mit redundantem Seil-


oder Kettentrieb.

Die Forderung nach Redundanz des Seil- oder Kettentriebes gilt nicht für Seilzüge mit bis zu 40 t
Tragfähigkeit oder Kettenzüge mit bis zu 5 t Tragfähigkeit, sofern der Seiltrieb oder Kettentrieb für eine
Last ausgelegt ist, die um mindestens 50 % höher als die Tragfähigkeit ist.

In beiden Fällen a) und b) muss der Haken

redundant oder

als Lamellenhaken oder

für eine Last, die um mindestens 50 % höher als die eigentliche zu hebende Last ist,

ausgelegt sein.

In beiden Fällen a) und b) muss der Betriebskoeffizient des Seil- bzw. des Kettentriebes, sofern diese nicht
redundant sind, betragen:

mindestens 5,6 für Seiltriebe.

ANMERKUNG 1 Dies entspricht ISO 4308-1, Gruppe M6.

mindestens 6,3 für Kettentriebe.

ANMERKUNG 2 Dies entspricht EN 818-7, Gruppe M5.

!Abweichend von den oben angeführten Bestimmungen können Hilfs-Hubwerke, die zum Kippen von Gieß-
pfannen vorgesehen sind, für eine Last ausgelegt sein, die um mindestens 50 % höher als ihre Tragfähigkeit
ist. Der Betriebskoeffizient des Seiltriebes muss mindestens 5,6 bzw. des Kettentriebes mindestens 6,3
betragen."

Bei redundanten Seiltrieben und redundanten Kettentrieben sind Ausgleichsrollen nicht zulässig. Ausgleichs-
hebel müssen mit Dämpfungseinrichtungen versehen sein, die beim Bruch eines Seils oder einer Kette die
Kräfte aus dem Umlagerungsstoß minimieren.

Bei einer Tragfähigkeit von mehr als 20 t sollte die Verwendung von Lamellenhaken in Betracht gezogen
werden.

ANMERKUNG 3 Informationen sind in Anhang H gegeben.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

ANMERKUNG 4 Eine Zusammenfassung der oben genannten Anforderungen, beginnend mit a), ist in Tabelle B.1
enthalten.

Sofern im Falle eines Lastabsturzes eine Gefährdung mit erhöhtem Ausmaß wie bei für den Transport
feuerflüssiger Massen verwendeten Hubwerken vorliegt, so sind diese Maßnahmen ebenfalls anzuwenden.

Dazu gehören z. B.

Heben oberhalb von Leitungen, bei deren Zerstörung durch herabfallende Last brennbare Gase oder
Flüssigkeiten entweichen können;

beim Transport von Gütern mit vergleichbarer Gefährdung wie Säuren, Laugen.

Ein Not-Stopp-Bremssystem besteht aus den folgenden Systembauteilen:

Bruchüberwachung und/oder Geschwindigkeitsüberwachung;

Bremseinrichtung für den Not-Stopp und funktionsfähige Haltebremsen.

Fest eingescherte Lastaufnahmemittel für den Transport feuerflüssiger Massen müssen aus alterungsun-
empfindlichem Material hergestellt sein.

Bei Umgebungstemperaturen über 80 °C müssen Seile Stahleinlagen oder andere temperaturfeste Einlagen
besitzen.

Wenn Schutzmaßnahmen nicht möglich sind, sind Seile mit besonderer Konstruktion erforderlich.

Unterflaschen, Traversen, Seiltrommeln und Seilrollen, Kettentaschen, Getriebe, Bremsen, Motoren und
elektrische Ausrüstung müssen vor direkter thermischer Strahlung der feuerflüssigen Massen geschützt sein.

Wenn für den Transport feuerflüssiger Massen vorgesehene Hubwerke auch in einer anderen Betriebsart mit
einer höheren Tragfähigkeit betrieben werden, muss jede Betriebsart der Hubwerke gesondert berücksichtigt
sein. Die Hubwerke müssen die Anforderungen dieser Norm für die jeweilige Betriebsart erfüllen. Zusätzlich
müssen die vorgesehenen Tragfähigkeiten für die vorgesehenen Betriebsarten deutlich am Kran vermerkt
sein. Es muss möglich sein, die Überlastsicherung mit Hilfe eines Betriebsartenwahlschalters auf die jeweilige
Betriebsart umzuschalten.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle B.1 — Zusätzliche Anforderungen für den Transport feuerflüssiger Massen

Hubwerk Not-Stop-Bremse Antrieb


Ketten-
Zeilen-Nr. Hubwerksbelastung Seilzug (Motor, Bremse, (auf Seiltrommel (Seiltrieb oder Haken
zug
Trommel, Getriebe) oder Kettenrad) Kettentrieb)
1 Alle Lasten Ja Ja Redundant Nein Redundanta c

Keine zusätzlichen
2 Alle Lasten Ja Ja Ja Redundanta c
Anforderungen
Keine zusätzlichen
3 40 t Ja Nein Ja DL 50b, d c
Anforderungen
Keine zusätzlichen
4 5t Ja Ja Ja DL 50b, d c
Anforderungen
5 5t Ja Ja DL 50d Nein DL 50b, d c

a Ausgleichsrollen sind nicht zulässig. Es müssen Ausgleichshebel benutzt werden.


b Betriebskoeffizient von Seilen mindestens 5,6. Betriebskoeffizient von Ketten mindestens 6,3.
c Haken sind entweder redundant oder als Lamellenhaken oder mit einer Auslegung DL 50 auszuführen.
d DL 50: Für eine Last ausgelegt, die mindestens um 50 % über der Tragfähigkeit liegt.

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Anhang C
(informativ)

Zusätzliche Anforderungen für Hubwerke für den Einsatz in


explosionsfähigen Atmosphären

C.1 Einleitung
Explosionsgefährdungen können auftreten, wenn die Konzentration entzündlicher Substanzen in der Luft die
untere Explosionsgrenze überschreitet und eine wirksame Zündquelle vorhanden ist.

Beispiele für entzündliche Substanzen, bei denen eine Konzentration oberhalb der Normalwerte entstehen
kann:

Lösungsmitteldämpfe aus dem Verdunstungsprozess;

Gase von Treibstoffen und/oder Produkten durch die Verbrennung im Heizsystem;

Gase aus Ablagerungen;

entzündliche Heizgase;

Lösungsmitteldämpfe aus Leckagen von geborstenen Rohren oder Anschlüssen;

Reinigungsflüssigkeiten;

Lösungsmitteldämpfe aus dem Kreislauf.

Beispiele für Zündquellen sind:

heiße Oberflächen z. B. von Heizsystemen und elektrischer Ausrüstung;

Schlagfunken durch mechanisch übertragene Energie, z. B. Lüfter, Förderbänder;

elektrostatische Entladung;

elektrische Funken;

Schweißen und andere, während Wartung und Reinigung verwendete Quellen thermischer Energie.

C.2 Allgemeines
Wenn Hubwerke für den Einsatz in Gefahrbereichen vorgesehen sind, gibt EN 1127-1 Methoden für die
Identifikation von Gefährdungssituationen an, die zu einer Explosion führen können. Sie detailliert die ge-
staltungstechnischen und konstruktiven Maßnahmen zur Erzielung der erforderlichen Sicherheit. Sie beinhaltet
den Bezug zwischen Kategorien und Zonen und die geeignete Ausrüstung in den verschiedenen Zonen.

Informationen zu Kontrolle und Klassifizierung von Gefahrstellen für Gase und Dämpfe durch Einsatz von
Lüftung sind in EN 60079-10 enthalten.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

C.3 Gefahrenquellen in explosionsgefährdeten Bereichen

C.3.1 Elektrisch erzeugte Gefahren

a) Vermeidung von Gefahren durch elektrische Funken, z. B. bei Verbindungsteilen, Installationen,


Schaltgeräten, Potentialausgleich (siehe hierzu auch EN 60079-0, EN 60079-1, EN 60079-7).

b) Vermeidung von Gefahr bringender elektrostatischer Aufladung, z. B. bei Gehäusen aus Kunststoff,
Isoliermaterial, Potentialausgleich (siehe hierzu auch EN 60079-0, EN 60079-7).

c) Vermeidung von Gefährdungen durch elektrostatische Aufladung, z. B. bei Lüftern aus Kunststoff, Kunst-
stoffbauteilen mit drehenden oder gleitenden Bewegungen (siehe hierzu auch EN 60079-0).

C.3.2 Mechanisch erzeugte Gefahren

a) Vermeidung der Gefahren durch mechanisch erzeugte Funken, z. B. durch pendelnde Lastaufnahmemittel;
energiereiche Reibvorgänge an Rollen, Rädern, Kupplungen, Bremsen; Stoßvorgänge; Schlagfunken bei
Wartungsarbeiten; Schlagfunken bei Lüftern (siehe hierzu auch EN 60079-0, EN 1127-1 sowie Hinweise
von sachverständigen Stellen). Gefährdungen können durch die Auswahl von geeigneten Werkstoffen
verringert werden. Weiche Werkstoffe, die zum Fließen neigen, sind günstig. Kupfer, Berylliumbronze und
nicht rostende Stähle (z. B. V4A) werden bevorzugt. Harte Stähle, Aluminium und Magnesium sowie
rostende Bauteile sollten vermieden werden. Bremsen und Kupplungen sollten einen geeigneten
Reibbelagstoff besitzen und/oder in geeigneter Weise gesichert sein. Anschlagen oder Schleifen von
rotierenden Teilen an ruhenden Teilen sollte durch einen geeigneten Sicherheitsabstand verhindert sein.

b) Vermeidung der Gefahren durch heiße Oberflächen, z. B. durch Lagerstellen wie Wälzlager und Gleitlager;
Führungen, Reibvorgänge an Rollen, Rädern, Kupplungen und Bremsen. (Siehe hierzu auch EN 1127-1
sowie Empfehlungen von sachverständigen Stellen.) Zusätzlich zur reibungsarmen konstruktiven
Gestaltung sollten auch Maßnahmen durch Auswahl geeigneter Werkstoffe und Zündschutzarten getroffen
werden, und das Schleifen von rotierenden Teilen an ruhenden Teilen sollte vermieden werden.

c) Vermeidung von Gefährdungen durch elektrostatische Aufladung, z. B. bei Lüftern aus Kunststoff,
Kunststoffbauteilen mit drehenden oder gleitenden Bewegungen (siehe hierzu auch EN 60079-0).
Zusätzlich zum maximal zulässigen Oberflächenwiderstand von 1 G sollte noch die Größe und
Formgebung von Teilen beachtet werden sowie eine maximale Umfangsgeschwindigkeit von kleiner
50 m/s, z. B. bei Lüftern.

C.3.3 Gefahren durch Umweltbedingungen

a) Gehäuse sollten einen ausreichenden Schutz gegen das Eindringen von Gefahr bringenden Mengen von
Stäuben und Wasser aufweisen (siehe hierzu auch EN 60079-0, EN 60079-7).

b) Bauteile, die dem Explosionsschutz dienen, sollten durch einen ausreichenden Korrosionsschutz vor
Schäden durch Korrosion geschützt werden (z. B. durch Einfetten mit säurefreiem Fett, durch
Abdeckmaßnahmen zum Schutz vor Stäuben und Feuchtigkeit, durch Auswahl geeigneter Werkstoffe).

c) Bei unzulässig hohen oder tiefen Umgebungstemperaturen sollten Maßnahmen zur Vermeidung von
Gefährdungen getroffen werden. Die zulässigen Umgebungstemperaturen sollten auf dem Typenschild
angegeben sein. Hohe Temperaturen können durch Abschirmmaßnahmen und vorschriftsmäßige
Temperaturüberwachungsmaßnahmen abgesichert werden. Niedrige Temperaturen (kleiner 20 °C)
können durch Heizung, z. B. mit Widerständen, vermieden werden. Es ist darauf zu achten, dass die
Konstruktion den Explosionsschutznormen in Abschnitt C.2 entspricht.

d) Die zulässige Aufstellhöhe über dem Meeresspiegel ist auf 1 000 m begrenzt. Bei größeren Höhen sollte
eine Reduzierung des Grenzwertes der Übertemperatur an den Bauteilen vorgenommen werden oder die
maximal zulässige Umgebungstemperatur muss reduziert werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

C.3.4 Maßnahmen zur Beseitigung von Gefahren in explosionsgefährdeten Bereichen

Gefährdungen sollten durch konstruktive Gestaltung und Auswahl von Materialien beseitigt werden. Hierzu sind
die bestehenden CEN-Normen heranzuziehen und Empfehlungen von Prüfstellen und sachverständigen Stellen
zu beachten. Da nicht für alle Gefahrenklassen eine Prüf- und Inspektionspflicht besteht, ist der Hersteller zu
großer Sorgfalt angehalten.

Für die Zoneneinteilung (Zone 0, Zone 1, Zone 2 oder Zone 20, Zone 21, Zone 22) und die richtige Auswahl der
Geräte (Temperaturklasse, Gasgruppe, Gerätekategorie) ist der Eigentümer zuständig. Er kann sich durch
Dritte beraten lassen (Hersteller von Explosionsschutzausrüstung, Behörden).

C.3.5 Kennzeichnung

Zusätzlich zu 7.3 gelten die folgenden Kennzeichnungen:

Angabe der Prüfstelle;

Angabe der Prüfnummer;

Angaben zum Explosionsschutz (Schutzarten, Temperaturklassen, Explosionsgruppe);

Name des Herstellers, Prüfzeichen sowie Datum;

Seriennummer;

„Ex“-Symbol.

C.4 Benutzerinformationen
Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten, regelmäßige Inspektionen sowie die Bedienung von Hubwerken
müssen von Fachpersonal und/oder Experten durchgeführt werden.

Schäden durch Umwelteinflüsse, ungünstige Betriebsbedingungen und Störungen müssen unverzüglich


behoben werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang D
(informativ)

Zusätzliche Anforderungen für den Einsatz


in aggressiver Umgebung und im Freien

D.1 Allgemeines
Berücksichtigt werden sollte die Definition und Klassifizierung der aggressiven Umgebung nach ISO 9223.

Bei Fragen zu Problemen bezüglich des Betriebs in aggressiver Umgebung und im Freien können folgende
Normen für besondere Anforderungen oder Anwendungen herangezogen werden:

EN ISO 8044:1999, Korrosion von Metallen und Legierungen — Grundbegriffe und Definitionen
(ISO 8044:1999)

EN ISO 8565:1995, Metalle und Legierungen — Korrosionsprüfung in der Atmosphäre — Allgemeine Anforde-
rungen für Naturversuche (ISO 8565:1992)

ISO 8407:1991, Corrosion of metals and alloys — Removal of corrosion products from corrosion test specimens
(Korrosion von Metallen und Legierungen — Entfernen von Korrosionsprodukten von Probekörpern)

ISO 9223:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Classification (Korrosion von
Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Klassifizierung)

ISO 9224:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Guiding values for the
corrosivity categories (Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Anhalts-
werte für die Korrosionsraten)

ISO 9225:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Measurement of pollution
(Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Messung der Luftverunreinigung)

ISO 9226:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Determination of corrosion rate
of standard specimens for the evaluation of corrosivity (Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität
von Atmosphären — Bestimmung der Korrosionsrate von Standardproben zur Ermittlung der Korrosivität)

D.2 Seile und Ketten


Auf Anforderung sollten die Hersteller von Seilen und Ketten alle Informationen für Auswahl, Schutz, Prüfung,
Wartung und Ablegereife bei Einsatz von Seilen und Ketten in spezifischer aggressiver Umgebung und im
Freien angeben.

Für bestimmte Bereiche sind allgemeine Überlegungen erforderlich: tragende Bauteile, elektrische Ausrüstung
und Motoren, Elektrokabel, Kupferanschlüsse usw.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Als mögliche Beispiele von Korrosion für verschiedene Situationen in aggressiver Umgebung werden folgende
aufgezeigt:

a) Tragende Bauteile:

Materialauswahl in Bezug auf Temperaturen;

besondere Anforderungen bei Anwendung in Meeresumgebung.

b) Elektrische Ausrüstung und Motoren:

Bei tropischen Klimabedingungen mit empfindlicher Feuchtigkeit sollte eine Sonderbehandlung gegen
Feuchtigkeit und Pilzbefall vorgesehen sein.

Verschiedene Beschichtungen können für den Korrosionsschutz, zur Isolation usw. verwendet werden.

Motorschutz kann auch Schutz gegen Tropfwasser, Klasse „F“ für Mindestisolation, Anti-Kondens-
wasserheizung (Motor ! 1 kW) und mindestens mechanische Schutzart IP 55 nach EN 60529
beinhalten.

c) Elektrokabel:

Die Umgebungsbedingungen haben einen wesentlichen Einfluss bei der Auswahl von Elektrokabeln,
besonders bei der Art der Abschirmung. Besonders berücksichtigt werden müssen auch die
Kabelwege.

d) Aderendhülsen aus Kupfer und andere ähnliche elektrische Ausrüstungsteile benötigen einen
Sonderschutz bei Einsatz in einer Umgebung mit Ammoniak und Acetylen.

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Anhang E
(informativ)

Zusätzliche Anforderungen bei Tieftemperatur-Einsatz

Bei Hubwerken, die für den Tieftemperatureinsatz vorgesehen sind, wird z. B. auf Folgendes hingewiesen:

Eignung der Werkstoffe für tragende Bauteile;

Eignung der Schmierstoffe;

Eignung der Schweißverfahren;

Vereisung der Motoren, Bremsen und Schaltgeräte;

Versprödung der Dichtungen;

Versprödung der Kabel und Isolationen;

Versprödung der Kunststoffe;

Korrosion durch Betauung;

Eignung von Seilen, Ketten und Bändern;

Beachtung einschlägiger Normen und Vorschriften;

gegebenenfalls Prüfung des kompletten Serienhubwerkes unter den vorgegebenen Einsatzbedingungen.

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Anhang F
(normativ)

Tragkonstruktionen für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

F.1 Allgemeines
Dieser Anhang legt Anforderungen an Tragkonstruktionen für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten mit den
folgenden Einschränkungen fest:

a) Größe:

für Schwenkstützen, Schwenkradius ! 2,00 m;

vertikale Länge der Geschossstütze ! 3,50 m;

für Doppelrahmenstützen, Länge der Schiene ! 5,00 m.

b) Tragfähigkeit:

für Doppelrahmenstützen, ! 500 kg;

für Schwenkstützen, ! 200 kg.

c) Nennhubgeschwindigkeit ! 1,2 m/s;

d) Hubhöhe ! 50 m.

Diese Tragkonstruktionen werden zur vorübergehenden Installation bei Arbeiten auf Baustellen verwendet.

F.2 Begriffe
Für die Anwendung dieses Anhangs gelten die folgenden Begriffe.

F.2.1
Tragkonstruktion
verschiedene Typen von Verbindungen, die für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten verwendet werden. Die
verschiedenen Teile können für unterschiedliche Aufbaumöglichkeiten und schnellen Auf- und Abbau
austauschbar oder im selben Hubwerk integriert sein. Gewicht und Größe jedes einzelnen Teils ermöglichen
den Transport von Hand

F.2.2
Tragfähigkeit der Tragkonstruktion
Last entsprechend der maximalen statischen Kraft, für die die Tragkonstruktion verwendet werden soll

F.2.3
Fachkraft
eine benannte, in geeigneter Weise ausgebildete, durch Kenntnisse und praktische Erfahrung qualifizierte und
mit den zur Durchführung der erforderlichen Verfahren notwendigen Anweisungen ausgestattete Person

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

F.3 Klassifizierung
Die verschiedenen Tragkonstruktionen werden unter Berücksichtigung ihrer Anwendung oder Konfiguration
klassifiziert:

F.3.1
Dreibock
2)
freie, selbststehende Tragkonstruktion mit Angeln für schwenkendes Auslegerhubwerk , mit Einrichtungen zur
Stützung durch Gegengewichtssystem versehen (siehe Bild F.1)

F.3.2
Geschossstütze
Tragkonstruktion mit Angeln zum Schwenken des Auslegerhubwerks, mit Einrichtungen zur Befestigung
zwischen zwei Geschossen (siehe Bild F.3)

F.3.3
Fensterwinkel
Tragkonstruktion mit Angeln zum Schwenken des Auslegerhubwerks, versehen mit Klammern zur Befestigung
an einer Säule oder Wand (siehe Bild F.4)

F.3.4
Gerüsthalterung oder -befestigung
Tragkonstruktion mit Angeln zum Schwenken des Auslegerhubwerks, versehen mit Klammervorrichtungen zur
Befestigung an der Gerüststruktur (siehe Bild F.5)

F.3.5
Doppelrahmenstütze mit Ausleger
leichtes, abbaubares, selbststehendes Doppelgerüst, welches durch ein Gegengewichtssystem stabilisiert wird
und eine Schiene stützt, auf dem das Fahrwerk des Bauaufzuges für nicht geführte Lasten läuft (siehe Bild F.6)

F.3.6
Schwenkarm
Schwenkausleger; am oberen Punkt der Hubbewegung befindet sich die an der Hubwerksvertikale befestigte
obere Rolle (siehe Bild F.7)

F.3.7
Zwischenrahmen
kleines Zwischenrahmengestell, oftmals zusammen mit Tragkonstruktionen des Typs a) und des Typs b) für
einfache Be- und Entladevorgänge am oberen Punkt eingesetzt (siehe Bild F.2)

2) Kombination eines Bauaufzuges für nicht geführte Lasten und einem der verschiedenen Tragkonstruktions-Typen. Der
Ausleger eines schwenkenden „Auslegerhubwerkes“ oder das für eine Doppelrahmenstütze mit Ausleger verwendete
„Fahrwerk“ können teilweise oder vollständig in dieselbe Struktur eines Bauaufzuges für nicht geführte Lasten integriert
sein (siehe Anhang A.5: Auslegerhubwerk und Hubwerk mit Fahrwerk).

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Bild F.1 — Dreibock — Bild F.2 — Zwischenrahmen — Bild F.3 — Geschossstütze —


Column support — Jib-extension — Prop support —
Support — colonne Extension de potence Chandelle

Bild F.4 — Fensterwinkel — Bild F.5 — Gerüsthalterung oder –


Window support — befestigung — Scaffold support —
Support fenêtre Support pour échafaudage

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Bild F.6 — Doppelrahmenstütze mit Ausleger — Bild F.7 — Schwenkarm —


Gantry support — Chevalet Up-Jib — Flèche potence

F.4 Konstruktionsmerkmale

F.4.1 Allgemeine Anforderungen


a) Teile von Tragkonstruktionen müssen zur Vermeidung von Korrosion oder Alterung widerstandsfähig
gegenüber den externen Umgebungseinflüssen sein.

b) Bei der konstruktiven Gestaltung aller während des Aufbaus zu handhabenden Bauteile muss das
zulässige Gewicht unter Einbeziehung der Stabilitätsaspekte aufgrund der Aufbaustellung berücksichtigt
sein.
c) Die Bauteile müssen in kompakter Bauweise ausgeführt und vor mechanischer Beschädigung geschützt
sein; bei ihrer konstruktiven Gestaltung muss die Möglichkeit von Erschütterungen und Quetschen während
des Transports berücksichtigt sein.
d) Die Oberflächen von Teilen dürfen keine scharfen Kanten, spitzen Winkel oder hervorstehenden Teile
aufweisen, die zu Verletzungen führen können.
e) Durch Geometrie und Formgebung von Tragkonstruktionen darf während Be- und Entladevorgängen und
während der Bewegungen des mit dem Hubwerk arbeitenden Bedieners nicht die Möglichkeit des
Einziehens oder Fangens entstehen.
f) Die Verbindung zwischen Auslegerhubwerk oder Hubwerk mit Fahrwerk und den Stützen, an denen dieses
angebracht ist, muss zur Vermeidung des Lösens während jeder möglichen Arbeitsbewegung durch
mechanische Feststelleinrichtungen abgesichert sein (siehe Bild F.9 und Bild F.13).
g) Alle kleinen Sonderteile, die während des Transports entfernt werden müssen, sind durch eine permanente
Verbindung an dem entsprechenden Gestell zu befestigen; dies ist nicht erforderlich, wenn das Hubwerk
ohne dieses entfernbare Teil nicht verwendet werden kann, oder wenn es sich um ein allgemein
gebräuchliches Teil wie z. B. Schraube oder Mutter handelt (siehe Bild F.8 und Bild F.9 ).
h) Während der Aufwärts- und Abwärtsbewegungen der Last muss die Hubwerksausrüstung (Ausleger-
hubwerk, Hubwerk mit Fahrwerk oder Schwenkarm) durch eine selbsttätig einrückende Einrichtung in der
„Hub“-Stellung gehalten werden. Diese Einrichtung darf nur durch eine gesonderte Handlung gelöst
werden. Diese Einrichtung muss allen aus den Lastbewegungen resultierenden Lastbedingungen
standhalten; eine Entfernung dieser Einrichtung während des Abbaus zu Transportzwecken darf nicht
erforderlich sein (siehe Bild F.11 und Bild F.12.

i) Sofern horizontal ausfahrende Teleskopteile verwendet werden, müssen diese allen aus den Last-
bewegungen resultierenden Lastbedingungen standhalten. Es muss möglich sein, diese während
Hubbewegungen festzustellen; die Teile müssen eine maximale Ausfahrlänge aufweisen (siehe Bild F.13).

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j) Die Einrichtungen für die Verbindung der Tragkonstruktionen mit dem Gebäude dürfen nicht allein auf
Reibung beruhen und müssen für die Übertragung aller vom Hubwerk erzeugten Kräfte geeignet sein
(siehe Bild F.16 und Bild F.17). Durch die konstruktive Gestaltung muss ein Ablösen durch die Elastizität
der Teile vermieden sein. Bei Verwendung einer Positioniereinrichtung mit Gewinde (siehe Bild F.16 und
Bild F.17) muss dieses mit einer Klammerung versehen sein; Gewindegeometrie und -steigung müssen
das Festziehen von Hand und die Beibehaltung der erforderlichen Sicherung während der Hubvorgänge
ohne Selbstlockern ermöglichen.

k) Wenn die Stabilität des Hubwerks durch Gegengewichte hergestellt wird, darf das Mittel zur Befestigung
des Rahmens am Boden (z. B. Dehnbolzen) in der Stabilitätsberechnung nicht berücksichtigt werden.

l) Zur Vermeidung von Abstürzen des Bedieners bei Einsatz der Stützen in der Nähe einer Bodenkante
müssen an Dreiböcken und Doppelrahmenstützen mit Ausleger ein Handlauf und Fußschutz angebracht
sein. Eine für den Seildurchlauf ausreichende Lücke im Handlauf und die Möglichkeit, den Handlauf für den
Durchlauf der Last zu öffnen, sind zulässig. Handläufe müssen so ausgelegt sein, dass bewegliche Teile
automatisch in die geschlossene Stellung zurückkehren und eine horizontale Kraft von 300 N sowie eine
vertikale Kraft von 500 N aufgenommen werden können (siehe Bild F.10 und Bild F.15).

F.4.2 Austauschbarkeit von Teilen und Modularität untereinander

F.4.2.1 Allgemeines

Jede Tragkonstruktion sollte als ein austauschbares Bauteil eines Hubwerkssystems betrachtet werden. Die
Konstruktion muss alle Konfigurationsmöglichkeiten berücksichtigen.

Zur Vermeidung von Missbrauch des „Zwischenrahmens“ darf dieser nur mit der vorgesehenen Trag-
konstruktion verbunden werden können; eine Verbindung mit einem anderen „Zwischenrahmen“ darf nicht
möglich sein.

F.4.2.2 Gegengewicht

a) Die durch ein Gegengewicht stabilisierte Tragkonstruktion muss mit den Einzelheiten des beweglichen
Gegengewichts, welche zur Angabe der Tragfähigkeit erforderlich sind, dauerhaft gekennzeichnet sein.

b) Gegengewichte müssen so am Rahmengestell befestigt sein, dass sie sich nicht unbeabsichtigt verlagern
können (siehe Bild F.10 und Bild F.15). Bestehen die Gegengewichte aus einer festen Konstruktion, so
muss jedes Teil dauerhaft mit seinem Eigengewicht mit maximal 25 kg gekennzeichnet und fest am
Rahmen angebracht sein.

c) Sofern mit Sand oder Kies gefüllte Behälter verwendet werden, ist das Behältervolumen unter Berück-
sichtigung einer Dichte von weniger als 1 300 kg/m3 zu berechnen. Die Verwendung von flüssigem
Füllmaterial ist nicht zulässig. Behälter müssen mit der für Sand geeigneten Füllhöhe gekennzeichnet und
mit einem abschließbaren Deckel versehen sein.

F.4.2.3 Schrauben für Rahmenverbindungen

Sofern Schrauben oder Bolzen für die Verbindung der verschiedenen Tragkonstruktionsteile verwendet werden
und der Rahmen zur Erleichterung des Transports demontiert wird, darf nur ein Schrauben- oder Bolzentyp, je
nach der erforderlichen höheren Festigkeit, verwendet werden.

F.4.2.4 Schienenendanschlag

Doppelrahmenstützen mit Ausleger müssen an jedem Schienenende mit Puffern versehen sein, um ein
Anhalten des Fahrwerks ohne Entgleisung zu ermöglichen (siehe Bild F.14).

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F.4.3 Transporterleichterung
Bei Teilen, die über 2 oder mehr Stockwerke transportiert werden müssen, sind die folgenden Gewichtsgrenz-
werte zu beachten.

Teile, die von einer Person getragen werden sollen, dürfen ein Gewicht von maximal 25 kg haben.

Teile, die von zwei Personen getragen werden sollen, dürfen ein Gewicht von maximal 50 kg haben.

Teile, die nur mit einer Hand angebracht werden sollen und mit dem Körper im Gleichgewicht gehalten werden,
dürfen ein Gewicht von maximal 15 kg haben.

Bild F.8 — Verbindungseinrichtung für das Bild F.9 — Beispiel einer Drehbefestigung mit
Gerüst mit T-Bolzen Schutzeinrichtung gegen Herausziehen

Bild F.10 — Verbindungseinrichtungen für Bild F.11 — Beispiel für Ausleger-


Gegengewicht und Handgeländerposition Positioniereinrichtung und Rollenschutz

Bild F.12 — Beispiel für eine Ausleger- Bild F.13 — Selbsthaltender Feststellgriff

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Positioniereinrichtung mit Handhebel

Legende
1 Gegengewicht

Bild F.14 — Schienenpuffer Bild F.15 — Fußschutz und Körperschutz für


Doppelrahmenstütze mit Ausleger

Bild F.16 — Kopf-/Längenverhältnis der Stütze Bild F.17 — Hubstellung des Fensterwinkels
H max A " Dmax
R
12 (zur Sicherstellung des Gleichgewichtes
(R ! Innenradius des Kopfes) des Kippmoments)

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F.5 Berechnungen

F.5.1 Allgemeines
Die Berechnungen für die Tragkonstruktionen sind Teil der Berechnungen des gesamten Hubwerkssystems;
hierbei muss Folgendes berücksichtigt sein:

a) verschiedene Stellungen der hängenden Last und Kombinationen von Lasten und Kräften;

b) Stabilität;

c) Strukturanalyse durch Bewertung der einzelnen Lasten und Kräfte in den Stellungen, Richtungen und
Kombinationen, welche zu den ungünstigsten Belastungen in den verschiedenen Tragekomponenten
führen;

d) Das Hubwerk ist in Übereinstimmung mit ISO 4301-1 entsprechend den betriebstechnischen Anforde-
rungen und den Benutzungsbedingungen zu klassifizieren. Bei der Konstruktion der Tragkonstruktionen
sind FEM 1.001, Hefte 1, 2, 3, 4, 8 und 9, und FEM 9.901 zu berücksichtigen.

ANMERKUNG Für die Berechnung sind Europäische Normen in Vorbereitung, insbesondere EN 13001-1, EN 13001-2
und CEN/TS 13001-3.1. Nach deren Veröffentlichung als EN wird CEN/TC 147/WGP 7 umgehend Möglichkeiten der
Aktualisierung dieser Europäischen Norm und der Verweisung auf diese Europäischen Normen prüfen.

F.5.2 Zu berücksichtigende Kräfte- und Lastkombinationen


Die Struktur der Tragkonstruktionen muss für alle beabsichtigten Betriebsbedingungen, einschließlich Aufstel-
lung, Abbau und umgebungsbedingte Auswirkungen eine ausreichende Festigkeit besitzen. Die Konstruktion
der gesamten Tragkonstruktion und ihrer einzelnen Teile muss auf den Auswirkungen jeder möglichen
Lastkombination, wie in diesem Abschnitt spezifiziert, beruhen.

Verbindungseinrichtungen zwischen Hubwerk und Tragkonstruktion sind als Teil des Hubwerks zu betrachten.

Bei der Berechnung des gesamten Hubwerks und jedes dazugehörigen Bauteils sind die folgenden Kräfte und
Lasten zu berücksichtigen:

a) Die Bestimmung der Auswirkung bewegter Lasten ist durch Multiplikation des Gewichtes aller eigentlichen
Lasten (Tragfähigkeit, Zusatzeinrichtungen, Drahtseile usw.) mit einem dynamischen Koeffizienten
! (1 " 0,3 # v) wobei v die Nenngeschwindigkeit in m/s ist, zu bestimmen. Alternative Faktoren können
verwendet werden, sofern diese sich als genauer erweisen;

b) Die von dem Bauaufzug für nicht geführte Lasten bei Nennspannung aufgebrachte maximale statische
Zugkraft3) ist bei der Konstruktion der Tragkonstruktionen und ihrer Gegengewichte zu berücksichtigen.
!Ist dieser Wert niedriger als die Kraft entsprechend einer Last von 80 kg plus der Tragfähigkeit, so muss
mindestens die Kraft entsprechend der Tragfähigkeit plus 80 kg berücksichtigt werden."

c) Ungeachtet der Höhe muss der Mindestwert für den Winddruck q ! 125 N/m2 betragen; dies entspricht
einer Windgeschwindigkeit von Ws ! 14 m/s unter Annahme einer Oberfläche von mindestens 1 m2 für die
Last.

3) Die „maximale statische Zugkraft“ ist die Kraft, die dem Moment des festgebremsten Läufers des Elektromotors an der
ersten Wicklung auf der Trommel entspricht.

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F.5.3 Stabilität
Das komplette Hubwerk ist dann als hinreichend stabil zu betrachten, wenn am ungünstigsten Hebelpunkt das
Stabilitätsmoment gleich oder größer als das Kippmoment ist; hierbei sind mindestens die in Tabelle F.1
aufgeführten Lasten und Kräfte multipliziert mit S0 zu berücksichtigen.

Alle stabilisierenden Kräfte sind mit dem Faktor 1,0 einzusetzen.

Tabelle F.1 — Stabilitäts-Sicherheitsfaktor S0 für verschiedene Kräfte

Lasten oder Kräfte Sicherheitsfaktor S0


Totlasten 1,2
Tragfähigkeit 1,5
Maximale statische Zugkraft 1,2
Windkräfte während des Betriebs 1,2
300 N horizontal zum Handgeländer 1,2

! Stabilisierende Momente " ! Kippmomente multipliziert mit S0

F.5.4 Konstruktionsprüfung
Die Berechnung der Konstruktion muss nach FEM 1.001, Heft 3, unter Verwendung der folgenden Parameter
durchgeführt werden:

a) Die Sicherheitskoeffizienten müssen mindestens gleich oder entsprechend den in Tabelle F.2 aufgeführten
Werten sein;

Tabelle F.2 — Sicherheitskoeffizienten für


Tragkonstruktionen aus Stahl

Lastfall Koeffizient (#E)


I 1,5
II 1,33
III 1,1

b) Die vier verschiedenen in Tabelle F.3 aufgeführten Kombinationen von Lasten und Kräften sind für die
Berechnung zu berücksichtigen.

Tabelle F.3 — Lastfälle

Lastfall für: Kräfte und Auswirkungen


Normaler Einsatz während Hubvorgängen bis ($%a & Tragfähigkeit) ' Totlasten I
zur maximalen Abwärtsgeschwindigkeit.
Außergewöhnliche Kräfte: während der ($%a & 1,1& Tragfähigkeit)b oder III
statischen oder dynamischen Prüfungen. (1,25 & Tragfähigkeit) ' Totlasten
Außergewöhnliche Krafteinwirkungen: maximale (80 kg ' Tragfähigkeit)b oder maximale statische III
statische Zugkraft. Zugkraft des vorgesehenen Hubwerks ' Totlasten
Gelegentliche Bedingungen: Bremse, oberer $%a Tragfähigkeit ' Windkraft ' Totlasten II
Endanschlag, Wind.
a $ % dynamischer Koeffizient nach FEM 1.001, Heft 2, 2.2.2.1.1.
b Es sind die ungünstigsten Bedingungen anzunehmen.

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Die Berechnung der Klassifizierung muss nach FEM 1.001, Heft 2, durchgeführt werden, wobei Folgendes zu
berücksichtigen ist:

Klasse der Gesamt-Arbeitszyklen (Nutzungsklasse) ! U2.

Die Anzahl von Lastzyklen eines Bauaufzuges für nicht geführte Lasten beträgt normalerweise 6 " 104 bei
intermittierendem Betrieb (z. B. 10 Jahre, 40 Wochen im Jahr, 30 Stunden in der Woche, 5 Zyklen in der
Stunde).

Bei der Tragfähigkeit kann 0,75 als Faktor für das Lastspektrum und Q4 als Lastspektrumsklasse
angenommen werden.

F.5.5 Berechnungen übertragener Belastungen

Bei Berechnungen von Belastungen, die auf das Gebäude oder die Gerüststrukturen übertragen werden, mit
bzw. an denen die Tragkonstruktionen der Bauaufzüge verbunden bzw. angebracht sind, müssen mindestens
die folgenden Auswirkungen berücksichtigt werden:

a) mögliche Stellungen der hängenden Last;

b) dynamische Auswirkungen durch die Lastbewegung;

c) Last des Gegengewichtes;

d) Gewicht der Tragkonstruktion und des Hubwerks;

e) vom Seil auf die Rollen übertragene Kräfte;

f) vom Bauaufzug für nicht geführte Lasten aufgebrachte maximale Kraft.

F.6 Anleitungen

F.6.1 Informationen zu übertragenen Kräften/Momenten

Die für die verschiedenen in Betracht gezogenen Tragwerkstypen möglichen Werte und die vorhersehbaren
übertragenen Belastungen müssen für die korrekte Anbringung des Hubwerkssystems angegeben werden.

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Legende Legende
F1 und F2 sind vertikale Kräfte F1 horizontale Kräfte durch das Moment, abhängig
R horizontaler Abstand zwischen F1 von der Schwenkstellung des Auslegers
und F2 F2 vertikale Kraft

Bild F.18 — Von der Geschossstütze Bild F.19 — Von der Gerüsthalterung
übertragene Belastungen übertragene Belastungen

Legende Legende
F1 horizontale Kräfte durch das Moment, abhängig F1 horizontale Kräfte durch das Moment,
von der Schwenkstellung des Auslegers abhängig von der Schwenkstellung des
F2 vertikale Kraft Auslegers
F2 und F3 vertikale Kräfte, abhängig von der
Schwenkstellung des Auslegers

Bild F.20 — Vom Schwenkarm Bild F.21 — Vom Fensterwinkel


übertragene Belastungen übertragene Belastungen

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende Legende
F1 und F2 vertikale Kräfte, abhängig sowohl von F1 und F2 vertikale Kräfte abhängig sowohl vom
der Schwenkstellung des Auslegers Gegengewicht als auch von der Stellung
als auch vom Gegengewicht des Fahrwerks
Bild F.22 — Vom Dreibock Bild F.23 — Von der Doppelrahmenstütze
übertragene Belastungen mit Ausleger übertragene Belastungen

F.6.2 Kennzeichnungen

Der Hersteller muss die folgenden Informationen auf einem oder mehreren, an erhöhter Stelle der
Tragkonstruktionen für Bauaufzüge für nicht geführte Lasten dauerhaft angebrachten Schildern oder Plaketten
in der Sprache des Landes, in welchem die Tragkonstruktion in Verkehr gebracht wird, angeben:
a) Name und Anschrift des Herstellers oder seines bevollmächtigten Vertreters;
b) Typbezeichnung und -identifikation des Bauaufzuges für nicht geführte Lasten, welcher zur Benutzung mit
der Tragkonstruktion vorgesehen ist;
c) Seriennummer;
d) Baujahr;
e) Tragfähigkeit nach Montage mit dem vorgesehenen Hubwerk.

F.6.3 Benutzerinformationen

Zu jeder Tragkonstruktion muss eine Betriebsanleitung mitgeliefert sein. Diese muss Abschnitt 6 von
EN ISO 12100-2:2003 entsprechen und Folgendes enthalten:
a) Allgemeine Informationen:

1) Liste und Beschreibung der Bauteile, Abmessungen und Gewichte;

2) Name und Anschrift des Herstellers oder seines bevollmächtigten Vertreters;

3) Typbezeichnung und Seriennummer oder Reihe der abgedeckten Seriennummern;

4) Identifizierung des Bauaufzuges für nicht geführte Lasten, mit welchem die Tragkonstruktion
verwendet werden soll und die relevante Tragfähigkeit.

b) Kompetenz der für die Installation des Hubwerkes verantwortlichen Person;

c) Abbau und erneuter Aufbau:

1) Die während des Betriebs auf die Tragkonstruktion übertragenen Kräfte müssen durch ein Diagramm
mit den Verbindungen, Kräften, Momenten und deren Richtungen angegeben sein.

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2) Das Gerüst für das Hubwerk muss in geeigneter Weise vorbereitet und in der Lage sein, allen
resultierenden Belastungen standzuhalten; die Abstützung seiner Tragkonstruktion muss alle
Belastungen und Momente wie in der Benutzerinformation beschrieben aufnehmen können.

3) Mindestbedarf an Platz für die Installation.

4) Verfahren für den Auf- und Abbau mit zusätzlichen Sicherheitsanweisungen zur Minimierung der
Gefahr des Herabfallens von Hubwerksteilen oder des Absturzes des Bedieners.

d) Prüfung nach der Installation:

1) Nach jeder Installation mit dem relevanten Bauaufzug für nicht geführte Lasten muss das gesamte,
betriebsbereite Hubwerkssystem vor der Inbetriebnahme mit der Höchstlast geprüft werden. Das
Verfahren muss dem in der Betriebsanleitung zum Bauaufzug für nicht geführte Lasten angegebenen
Verfahren entsprechen.

2) Die Prüfungen müssen durch eine Fachkraft durchgeführt werden.

e) Empfehlungen für den Transport;

f) Informationen zur zulässigen Verwendung gemeinsam mit anderen Tragkonstruktionen;

g) Wartungsanweisungen mit durchzuführenden, regelmäßigen Inspektionen und Wartungsarbeiten.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

F.7 Überprüfungen

Tabelle F.4 — Überprüfung der Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen

Abschnitt Sicherheitsanforderungen Typ-Prüfung Einzelprüfung


F.7 Konstruktionstechnische Zeichnungen und
Merkmale Berechnungen
Aufbau und Abbau Sichtprüfung Sichtprüfung

F.8 Stabilität Berechnungen Prüfung nach Installation

Dynamische und statische


Prüfung
Übertragene Belastung Berechnungen Prüfung nach Installation
Materialien und Berechnungen Herstellungsbegleitende
Verbindungen Kontrolle
Dynamische und statische
Prüfung Prüfung nach Installation

Die Übereinstimmung mit jeder Sicherheitsanforderung und/oder Maßnahme (in F.7 und F.8 angegeben) muss
durch Typ-Prüfung am ersten Baumuster einer Serie von Tragkonstruktionen desselben Typs und durch
Einzelprüfung jeder Tragkonstruktion der Serie mit den in Tabelle F.4 angegebenen Methoden durchgeführt
werden.

Seriengefertigte Tragkonstruktionen werden durch Baumusterprüfung der Tragkonstruktionen zusammen mit


dem Bauaufzug für nicht geführte Lasten, der zusammen mit der Tragkonstruktion verwendet werden soll,
geprüft, sowohl durch dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Tragfähigkeit als auch durch statische
Prüfung mit dem 1,25-Fachen der Tragfähigkeit. Die Einzelprüfung muss durch Inspektionsverfahren und
Prüfungen der Teile sowie während des Herstellungsprozesses durchgeführt werden, um zu gewährleisten,
dass jedes Gerät der Serie mit dem geprüften Baumuster übereinstimmt.

Die Einzelprüfungen nach der Installation müssen durch eine Fachkraft in Übereinstimmung mit der
Betriebsanleitung durchgeführt werden.

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Anhang G
(normativ)

Kraftgetriebene Serienhubwerke —
Prüfverfahren für die Überprüfung der Klassifizierung

G.1 Einleitung
Die berechnete Klassifizierung von Serienhubwerken erfolgt nach ISO 4301-1. Die konstruktionstechnischen
Anforderungen an Serienhubwerke, Tabelle A.1 von ISO 12482-1:1995 basieren gleichfalls auf ISO 4301-1. Der
Nachweis der Dimensionierung und Klassifizierung von Serienhubwerken nach den genannten Regeln wird vom
Hersteller mit rechnerischen Methoden und Prüfungen durchgeführt. Da in ISO 4301-1 jedoch neben
Lastkollektiv und Zeit keine weiteren Angaben zu anderen Einflussgrößen des Schädigungsgeschehens
enthalten sind, wird in diesem Anhang ein „Prüfverfahren“ (im Folgenden „Prüfung“ genannt) definiert, das die
Mindestanforderungen festlegt.

G.2 Anwendungsbereich
Dieser Anhang gilt für kraftgetriebene Serienhubwerke. Die eingesetzten Tragmittel (Seile, Ketten, Bänder) sind
nicht Gegenstand dieses Anhangs.

Die Prüfung erfolgt in der niedrigsten Triebwerksgruppe, in der das Serienhubwerk angeboten wird. Der
Nachweis der Klassifizierung in höhere Triebwerksgruppen muss ausgehend von den Prüfergebnissen der
niedrigsten Gruppe rechnerisch nach ISO 4301-1 erfolgen.

ANMERKUNG Die Lebensdauertests dürfen zusätzlich zur Gewinnung, zur Absicherung und zum Nachweis technischer
Daten genutzt werden.

BEISPIEL

Motordaten: Erwärmung, Übertemperatur, Stromaufnahme, Drehzahlkurven


Bremsdaten: Verschleiß, Nachstellintervalle
Geräuschdaten:
Getriebedaten: Verschleiß, Schmierung
Trommeldaten: Verschleiß der Rillung, Spulverhalten
Kettenraddaten: Verschleiß, Laufmerkmale

G.3 Durchführung der Prüfung

G.3.1 Rahmenbedingungen
Die Prüfung darf in geschlossenen, nicht klimatisierten Räumen durchgeführt werden. Die Umgebungs-
temperatur muss 20 °C 10 °C betragen.

Diese Prüfung schließt Umwelteinflüsse (z. B. Feuchtigkeit/Regen/Schnee/Temperatur) nicht ein. Sofern solche
Einflüsse auf die Funktionstüchtigkeit sicherheitsrelevanter Teile (z. B. Bremsen) zu erwarten sind, sollten mit
dem kompletten Serienhubwerk oder diesen Teilen separate Nachweise erfolgen.

Das Hubwerk ist mechanisch starr zu lagern mit der zulässigen Toleranz für die Auflagenfläche. Werden
bauartbedingt im Hubwerk in bestimmten Konfigurationen Zusatzbeanspruchungen erzeugt (z. B. im Rahmen
oder Trommellager), so ist die ungünstigste Lagerung im Versuch nachzubilden.

Die hängende Last darf in Schlitten geführt sein.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

G.3.2 Konfigurationen

Die Prüfung wird mit vollständig montiertem Hubwerk ausgeführt. Als Einscherung des Tragmittels ist bevorzugt
diejenige zu wählen, die die höchste angebotene Hubgeschwindigkeit bewirkt. Wird mit höherer Einscherung
geprüft, so ist die Last zu erhöhen, um die größeren starrkörperkinetischen Schnittgrößen in der
Triebwerkskette während der Beschleunigungszeiten zu berücksichtigen. An Stelle einer genauen Berechnung
(siehe G.5) darf je Halbierung der Hubgeschwindigkeit als Lasterhöhung der Faktor 1,1 (siehe G.5) gewählt
werden. Dabei sind 10 % der Laufzeit mit erhöhter Last nachzuweisen.

Alternativ darf die Laufzeit mit erhöhter Last in eine verlängerte Gesamtlaufzeit umgerechnet werden
(siehe G.5) und mit dieser der Nachweis geführt werden. Wird mit einer höheren als der höchsten angebotenen
Hubgeschwindigkeit geprüft, darf aus den gleichen Gründen die Last abgemindert werden. Hier ist jedoch die
genaue Berechnungsmethode aus dem Anhang zu wählen.

Es ist zulässig, (insbesondere zur Prüfung mehrlagig wickelnder Hubwerke) gleichzeitig zwei Hubwerke durch
gegenläufiges Auf- und Abwickeln zu prüfen (siehe Bild G.1). In diesem Fall muss die Prüflast die Summe der
Tragfähigkeiten der beiden einzelnen Hubwerke sein.

Für Seilzüge gilt: Bei Trommeln mit Seilführung und einlagigem Wickeln muss sich der Seilablauf symmetrisch
um die Trommelmitte bewegen (siehe Bild G.2).

Wird das Serienhubwerk mit unterschiedlichen Antrieben und Steuerungen angeboten, (z. B. Kurzschlussläufer,
Frequenzumrichter, Gleichstrom, Hydraulik, Pneumatik), so ist von den serienmäßigen Antrieben derjenige für
den Test zu wählen, der den ungünstigsten Momentenstoß bewirkt.

Zusatzkomponenten, die als Option möglich sind oder die je nach Einscherung oder gewähltem Antrieb möglich
sind, dürfen getrennt vom Test des vollständig montierten Serienhubwerkes geprüft werden (z. B.
Schaltelemente der Steuerung, Unterflaschen, zweite Bremse, Überlastschutz).

G.3.3 Prüfprogramm

G.3.3.1 Last

Die gesamte Prüfung wird mit voller Last (Lastkollektivbeiwert 1) durchgeführt. Je nach Einscherung oder bei
gegenläufigem Wickeln ist die Last zu erhöhen oder die Prüfdauer entsprechend zu verlängern (siehe G.3.2).

G.3.3.2 Zeitlicher Ablauf

Die Prüfung wird mit den vom Hersteller genannten zulässigen Werten für Einschaltdauer und Schalthäufigkeit
des Antriebs durchgeführt. Die Einschaltdauer darf innerhalb eines 2-Minuten-Zyklus zu einem Zeitblock
zusammengefasst werden. Zur Erzielung der Schalthäufigkeit sind gegebenenfalls zusätzliche Anhaltepunkte
im Hubweg vorzusehen.

Es ist zulässig, nach Erreichen der Beharrungstemperatur die Prüfung bei Beharrungstemperatur mit geregelter
Fremdkühlung mit erhöhter Einschaltdauer und erhöhter Schalthäufigkeit zu betreiben, um die Prüfzeiten
abzukürzen.

G.3.3.3 Wege, Zyklen

Bei 1/1-Einscherungen und Hubgeschwindigkeiten bis zu 12,5 m/min dürfen die Lastwege je Einschaltung beim
Tragmittel Seil 6 m und beim Tragmittel Kette 4 m nicht überschreiten. Bei höheren Hubgeschwindigkeiten
dürfen die Lastwege je Einschaltung beim Tragmittel Seil 10 m und beim Tragmittel Kette 6 m nicht über-
schreiten.

ANMERKUNG Bei Prüfung mit gegenläufigem Wickeln gelten diese Werte für die Wickelwege und Wickelge-
schwindigkeiten.

Bei 2/1-Einscherungen sind jeweils die halben Werte für Lastwege und Lastgeschwindigkeiten zulässig.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Die Last ist mindestens bei jedem 4. Anhub (Zwischenstopps zur Erzielung der Schalthäufigkeit nicht
mitgezählt) vom Boden aufzunehmen. Liegt der Berechnung von Seiltrieb und Antrieb ein Anlauf über
Feingangmotor oder Polschaltung zugrunde, so ist dann, wenn es die Steuerung nicht verhindert, jeder 4. der
Anhübe vom Boden (d. h. jeder 16. Anhub ohne Zwischenstopps zur Erzielung der Schalthäufigkeit) nur über
den Haupthubmotor auszuführen (siehe Abschnitt G.5).

Bei Prüfungen mit gegenläufigem Wickeln darf das senkende (abwickelnde) Hubwerk erst dann anlaufen,
nachdem das hebende (aufwickelnde) Hubwerk mit Beharrungsgeschwindigkeit hebt. Im senkenden Hubwerk
darf erst dann die Bremse einfallen, wenn das hebende Hubwerk steht.

G.3.3.4 Wartung

Alle vom Hersteller oder den einschlägigen Bestimmungen hinsichtlich der Nutzungsdauer vorgeschriebenen
Wartungsarbeiten sind auszuführen.

G.4 Annahmekriterien
Die Prüfungen sind als abgeschlossen anzusehen, wenn das Serienhubwerk noch funktionstüchtig ist, aber
durch erkennbare Schädigung die unmittelbare Gefahr eines Ausfalls besteht. Die bis dahin erzielte Zeit zählt
als erreichte Lebensdauer in Volllaststunden.

Die Prüfung zählt als erfolgreich bestanden, wenn:

a) bei Durchführung von mindestens drei Versuchen der Mittelwert der erreichten Lebensdauer größer ist als
die für die geprüfte Triebwerksgruppe erforderliche Volllaststundenzahl und die geringste erzielte
Lebensdauer den Wert der Triebwerksgruppe nicht um mehr als 10 % unterschreitet, oder

b) bei der Durchführung eines Versuches die erreichte Lebensdauer in Volllaststunden mindestens 20 %
größer ist als die für die Triebwerksgruppe erforderliche Volllaststundenzahl.

G.5 Berechnung und Bilder


a) Lasterhöhung bei Prüfung mit höherer Einscherung durch konstanten Faktor

BEISPIEL

Kleinste angebotene Einscherung 1/1;

geprüfte Einscherung 2/1 oder 4/2: Lasterhöhungsfaktor ! 1,1;

geprüfte Einscherung 4/1 oder 8/2: Lasterhöhungsfaktor ! 1,12 ! 1,21;

geprüfte Einscherung 8/1: Lasterhöhungsfaktor ! 1,13 ! 1,331.

90
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

b) Starrkörperkinetische Schnittgröße während der Beschleunigung:

Einscherung n/k:

Dabei ist

F Auf Hubweg reduzierte Antriebskraft [N];


X n/k Beschleunigung der Last [m/s2];
mR Auf Hubweg reduzierte Drehmassen von Motor, Bremse, Getriebe, Trommel bzw. Kettenrad
[mR] ! kg;
m Masse der Last, [m] ! kg;
Sn/k Schnittgröße Seil- bzw. Kettenkraft, [Sn/k] ! N.
Sn/k ! F " mR X n/k
n
mR
m k
Sn/k ! F # mg
n n
mR # m mR # m
k k

Berechnung der Seilkräfte für die kleinste angebotene Einscherung Sang und für die geprüfte Einscherung
S test .

Rechnerisch erforderlicher starrkörperkinetischer Laständerungsfaktor:

Sang
fLast !
S test

BEISPIEL F ! 1,6 mg ; mR ! m

kleinste angebotene Einscherung: 1/1

geprüfte Einscherung: 2/1

S ang S 1/ 1
f Last ! ! ! 1,083
S test S2 / 1

Berechnung der Laufzeitveränderung in Abhängigkeit des Laständerungsfaktors und des Anteils von
Beschleunigungs- und Verzögerungszeiten.

& 3
Dtest ! Dvor 1 # pLast fLast "1 $ %'
Tbv
pLast !
T

Dabei ist

Dtest Dauer der verlängerten Prüfzeit in Stunden &Dtest ' ! h ;


Dvor Volllaststundenzahl, die nach FEM-Triebwerksgruppe für eine Klassifizierung notwendig ist;
&Dvor ' h;
Tbv Summe der Beschleunigungs- und Verzögerungszeiten während eines Hubspiels; &Tbv ' ! s ;
T Dauer eines Hubspiels; &T '! s .

91
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende
2m Summe der zugehörigen Tragfähigkeiten der beiden Einzelhubwerke Nummer 1 und 2
1 senkendes Hubwerk
2 hebendes Hubwerk

Bild G.1 — Gegenläufiges Wickeln

Legende
1 oberste Laststellung
2 unterste Laststellung

Bild G.2 — Symmetrischer Seilablauf zur Trommelmitte

92
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende
1 Feinhub
2 Halt zum Erreichen der Schalthäufigkeit
3 Feinhub

Bild G.3 — Normaler Hubbetrieb während der Prüfung (Zyklus I)

Legende
1 Feinhub
2 Halt zum Erreichen der Schalthäufigkeit
3 Feinhub

Bild G.4 — Bei jedem 4. Hubvorgang Aufnahme der Last vom Boden (Zyklus II)

93
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende
1 Halt zum Erreichen der Schalthäufigkeit

Bild G.5 — Bei jeder 4. Aufnahme von Boden, wenn möglich mit Haupthubgeschwindigkeit (Zyklus III)

Prüfverfahren:

3 Zyklus I; Zyklus II;

3 Zyklus I; Zyklus II;

3 Zyklus I; Zyklus II;

3 Zyklus I; Zyklus III, wenn möglich; andernfalls Zyklus II wiederholen

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang H
(informativ)

Dokumente für Haken

Zu berücksichtigende Dokumente

a) Konstruktionssystem 1:

DIN 15400, Lasthaken für Hebezeuge — Mechanische Eigenschaften — Werkstoffe, Tragfähigkeiten und
vorhandene Spannungen

oder

b) Konstruktionssystem 2:

UNI 9465, Lasthaken für Hebezeuge — Mechanische Eigenschaften — Tragfähigkeiten, Spannungen und
Werkstoffe

ANMERKUNG Anhang H ist zwar ein informativer Anhang, die Normen der 2 Systeme sollten jedoch nicht vermischt
werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang I
(informativ)
Werte von IAL, DAL für verschiedene Typen von Überlastsicherungen

I.1 Berechnung von Überlastsicherungen

Bei der Auswahl des Typs der Überlastsicherung sollten Berechnungen für IAL oder DAL in Übereinstimmung mit 5.2.2.3 durchgeführt werden. Tabelle I.1 zeigt das
Berechnungsergebnis für einen Seilzug und einen Kettenzug. Die in Beispiel 3 genannte Überlastsicherung sollte nicht für den Kettenzug verwendet werden, da der Faktor
IAL zu hoch wird.
Tabelle I.1 — Beispiele für Werte

Beispiel 1 Beispiel 2 Beispiel 3 Beispiel 4


Hubwerkstyp Seilzug Seilzug Kettenzug Kettenzug
Hubwerksbelastung mH [kg] 8 000 8 000 3 200 3 200

Tragfähigkeit mRC [kg] 7 000 7 000 2 700 2 700

Anzahl der lasttragenden Seile oder Ketten n [—] 4 4 2 2


Steifigkeit von Seil/Kette je 1 m Länge Crm [N] 5 600 000 5 600 000 5 200 000 5 200 000

Hakenweg lH [m] 10 10 4 4
Hubwerksdaten
Nennhubgeschwindigkeit Vh,r [m/min] 3,1 3,1 6,3 6,3

Konstante Kriechgeschwindigkeit beim Heben Vh,cs [m/min] 0,5 0,5 1,5 1,5

Bremszeit nach Nennhubgeschwindigkeit Vh,r tbt [s] 0,2 0,2 0,11 0,11

Bremszeit nach konstanter Kriechgeschwindigkeit Vh,cs tbt [s] 0,05 0,05 0,03 0,03

Typ des Hubwerksantriebes und seine Betriebsweise


– – HD 2 HD 3 HD 2 HD 2
(Tabelle 2)

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle I.1 (fortgesetzt)

Beispiel 1 Beispiel 2 Beispiel 3 Beispiel 4


Indirekt
indirekt wirkend indirekt wirkend direkt wirkend
Typ der Überlastsicherung – – wirkend
(5.2.2.3.3) (5.2.2.3.3) (5.2.2.3.2)
(5.2.2.3.3)

Daten für die Auslösefaktor – 1,1 1,1 1,1 –


Überlast-
sicherung Kraftbegrenzungsfaktor !DAL – – – – 1,6

Ansprechzeit bei Nennhubgeschwindigkeit "tIAL [s] 0,33 0,33 0,33 –

Ansprechzeit bei konstanter Kriechhubgeschwindigkeit "tIAL [s] 0,083 0,083 0,083 –

Berechnete Steifigkeit des Tragmittels (5.2.2.3.3, Gleichung (6)) Cmed [N/m] 2 240 000 2 240 000 2 600 000 2 600 000
nicht bekannt nicht bekannt nicht bekannt nicht bekannt
Berechnung
der Steifigkeit der Tragkonstruktion – [N/m] daher: daher: daher: daher:
Steifigkeit als starr als starr als starr als starr
angenommen angenommen angenommen angenommen
Steifigkeit des Hubwerkes einschließlich Tragmittel C [N/m] 2 240 000 2 240 000 2 600 000 2 600 000
Gewählte Geschwindigkeit nach Typ Vh Vh,r # 3,1 Vh,cs # 0,5 Vh,r # 6,3 Vh,r # 6,3
[m/min]
des Hubwerksantriebes und seiner Betriebsweise

Gewählte Ansprechzeit nach gewählter Geschwindigkeit Vh "tIAL [s] 0,33 0,083 0,33 –
Berechnung
des Kraft- Gewählte Bremszeit nach gewählter Geschwindigkeit Vh "tbt [s] 0,2 0,05 0,11 –
begrenzungs-
faktors Berechneter Kraftbegrenzungsfaktor für indirekt wirkende !IAL – !IAL # 1,9 !IAL # 1,1 !IAL # 4,0 –
Überlastsicherung
Gegebener Kraftbegrenzungsfaktor für direkt wirkende !DAL !DAL # 1,6
– – – –
Überlastsicherung

97
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang J
(normativ)

Motorauswahl

J.1 Allgemeines
Zur Vereinfachung für den Anwender ist dieser Anhang mit Genehmigung durch die FEM eine Reproduktion
von FEM 1.001, Heft 5 (3. Ausgabe 1998-10-01 — Überarbeitung 1992-10-01) Abschnitt 5.8 (Seiten 5.18
bis 5.30); ausgenommen sind Abschnittsnummerierung, Tabellennummerierung und Seitennummerierung,
welche diesem Anhang angepasst wurden, sowie einige Änderungen zur Einhaltung der CEN-Vorschriften.

Anhang J ist in drei Teile aufgeteilt:

1. Teil J.2: Allgemeine Festlegungen für die Auswahl und Dimensionierung von Motoren nach thermischen
Gesichtspunkten; dies gilt üblicherweise für alle Antriebstypen in intermittierendem Betrieb.

J 2.4 „Käfigläufermotor“ enthält eine für asynchrone Käfigläufermotoren geeignete Berechnungsmethode.


Diese auf Versuchen basierende Methode ist zu überprüfen.

2. Teil J.3: Besondere Festlegungen für die Dimensionierung von Motoren entsprechend dem für
Hubbewegungen erforderlichen maximalen Moment und entsprechend Daten über während des Einsatzes
dieser Antriebe auftretende Belastungen.

3. Teil J.4: Wie im 2. Teil; dieser Teil gilt jedoch für Motoren für HORIZONTALE Bewegungen.

J.2 Kriterien für die Motorauswahl (EN 60034-1)

J.2.1 Allgemeines

Erforderliche Leistungen — bei diesen erforderlichen Leistungen ist die thermische Leistung mit
enthalten;

maximales Nenndrehmoment und maximales Beschleunigungsmoment;

Einschaltdauer;

Zahl der Lastspiele/Stunde;

Art der Steuerung (Art der Bremsung); } Antriebssysteme

Geschwindigkeitsregelung; } Antriebssysteme

Art der Einspeisung; } Antriebssysteme

Schutzart, (Umweltbedingungen); } Antriebssysteme

Umgebungstemperatur;

Aufstellungshöhe.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Für die Motordimensionierung ist Folgendes zu berücksichtigen:

die thermische Auslegung nach J.2.4;

das erforderliche Maximalmoment:


für Hubwerke nach J.3.1;

für Horizontalbewegungen nach J.4.1.

Der Motor muss beide Anforderungen erfüllen.

Liegen die für die Ermittlung des Effektivmomentes (nach J.2.4.1) erforderlichen Momentendiagramme nicht
vor, so können diese mit Hilfe der Tabellen J.1 und J.2 abgeschätzt werden.

J.2.2 Bemerkungen zur Motorauswahl

Die Motorauswahl sollte in Vereinbarung mit dem Hersteller getroffen werden, unter Berücksichtigung der in
den nachfolgenden Abschnitten berechneten Drehmomente und Leistungen sowie der wirklichen Betriebs-
bedingungen des Motors.

Im Falle einer elektronisch gesteuerten Einspeisung ist die Motorauswahl in Zusammenarbeit mit dem
Hersteller unter Berücksichtigung des Kühlsystems und des Drehzahlbereiches durchzuführen.

J.2.3 Schutzart nach EN 60034-5

J.2.3.1 Betrieb in Innenräumen

Bei Betrieb in Innenräumen müssen die Motoren bei normalen Umweltbedingungen mindestens der Schutzart
IP 23 entsprechen.

Bei erhöhtem Staubanfall müssen die Motoren mindestens der Schutzart IP 44 entsprechen.

J.2.3.2 Betrieb im Freien

Bei Betrieb im Freien müssen die Motoren mindestens der Schutzart IP 54 entsprechen.

Bei Gefahr von Kondenswasserbildung ist auf offene Kondenswasserlöcher zu achten.

J.2.3.3 Sonderbetrieb

Die Motoren dürfen einer niedrigeren Schutzart entsprechen, wenn sie in geeigneter Weise geschützt oder
entsprechend ihrem Einsatz durch äußere Maßnahmen geschützt sind.

J.2.3.4 Explosionsgefährdete Umgebung

In explosionsgefährdeter Umgebung müssen die Motoren nach EN 60079-0 und EN 50020 explosions-
geschützt sein.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

J.2.4 Thermische Auslegung des Motors

J.2.4.1 Effektivmoment

Für die thermische Auslegung ist das Effektivmoment entsprechend den erforderlichen Momenten während
der Lastspiele nach der folgenden Gleichung zu ermitteln:

M 12 t1 M 22 t2 M 32 t3 ... M n2 tn
M med !
t1 t2 t3 ... tn

Dabei sind

t1, t2, t3, " tn Laufzeiten, bei denen die verschiedenen Momente erzeugt werden; die Ruhe-
zeiten sind nicht berücksichtigt;

M1, M2, M3, " Mn berechnete Momente, wobei in allen Trägheitsmomenten auch das Trägheits-
moment der Schwungmasse des Motorrotors berücksichtigt ist.

Im Falle von wechselnden Lasten muss für die Vordimensionierung des Motors von mindestens 10
aufeinander folgenden Lastspielen ausgegangen werden (Definition siehe 2.1.2.2 von FEM 1.001, Heft 2).

Das Bild J.1 zeigt ein Beispiel des Momentenverlaufes für 2 verschiedene Lastspiele.

J.2.4.2 Effektivleistung

Aus dem Effektivmoment wird die Effektivleistung Pmed in kW nach der folgenden Gleichung ermittelt:

M med # n
Pmed !
9 550

Dabei ist

Mmed Effektivmoment in Nm ;

n Motordrehzahl in 1/min.

Der nach dieser Formel ermittelte Motor kann für die Betriebsart S3 ausgewählt werden, wenn ein einzelner
Bewegungsvorgang nicht länger als 10 min dauert. Ist dies nicht der Fall, muss eine spezielle Untersuchung
durchgeführt werden.

Für Käfigläufermotoren muss die Vordimensionierung nach den Angaben nach J.2.5 durchgeführt werden.

Bei der Wahl von Motoren muss die Effektivleistung Pmed abhängig von der Aufstellhöhe, wenn diese 1 000 m
überschreitet und abhängig von der Umgebungstemperatur, wenn diese von 40 °C abweicht, korrigiert werden
(siehe J.2.6).

100
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende
1 Zyklus 1, Tragfähigkeit 10 Senken mit Teillast
2 Heben mit Tragfähigkeit 11 Heben ohne Last
3 Senken mit Tragfähigkeit 12 Senken ohne Last
4 Heben ohne Last 13 Fahren mit Teillast und Gegenwind
5 Senken ohne Last 14 Fahren ohne Last und mit Rückenwind
6 Fahren mit Tragfähigkeit und Gegenwind
X Zeit
7 Fahren ohne Last und mit Rückenwind
Y1 Hubmoment, Hubbewegung
8 Zyklus 2, Teillast
Y2 Fahrmoment, horizontale Bewegung
9 Heben mit Teillast

Bild J.1 — Momentenverlauf für 2 verschiedene Lastzyklen

101
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle J.1 — Typischer Momentenverlauf für 2 verschiedene Lastzyklen

Hubbewegung/ Fahrbewegung/
Moment Moment
tr: Ruhezeiten tr: Ruhezeiten

M1, M4, M7, M10 Beschleunigungsmoment M1, M4 Beschleunigungsmoment


M2, M8 Moment beim Heben M2 Moment mit Last gegen Wind
M3, M6, M9, M12 Bremsmoment M3, M6 Bremsmoment
M5, M11 Moment beim Senken M5 Moment ohne Last mit Wind

J.2.5 Käfigläufermotoren

Für eine Vordimensionierung der Käfigläufermotoren muss die folgende Ungleichung geprüft werden:

' 2
J ( nmoy ( 10 )3 $
! ( PN ( T + !
1 ) moy ( Pmoy ( tN * % PN ( D ( tE )
I "
ˤ

CK ( 1 ) N % IN 180 "
& #

Dabei ist

1 ) N ! PN ( T
ˤ

Verlustenergie des Motors bei Nennleistung (S1) während der Zeit T;

! ( Pmoy ( tN
ˤ

1) moy Verlustenergie des Motors während der Zeit tn (konstante Geschwin-


digkeit) in einem Zyklus;

' 2 )3 $
% P ( I D ( t ) J ( nmoy ( 10 " Verlustenergie des Motors während der Anlauf- und Bremsvorgänge;
% N
IN
E
180 "
& #

CK Korrekturfaktor, abhängig vom Motortyp;

PN Nennleistung des Motors in KW bei kontinuierlichem Betrieb (S1);

,N Wirkungsgrad des Motors bei der Leistung PN;

M moy ( nmoy
! PN - "
9 550

nmoy Drehzahl des Motors bei der Leistung Pmoy in 1/min;

Mmoy mittleres Lastmoment in Nm, berechnet nach der gleichen Methode wie
Mmed, jedoch ohne Anlauf- und Bremsvorgänge;

,moy Wirkungsgrad des Motors bei der Leistung Pmoy;

T gesamte Zykluszeit in s;

tN * tE ED
T - tN * tE * t stop -
T 100

102
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

tN Zeit bei konstanter Geschwindigkeit in s während eines Zyklus;

tE Ersatzzeit für die Summe der Anlauf- und Bremszeiten während eines
Zyklus in s;

! tE $
%
30
# nmoy #
J
M acc
!
# d ccy " 0,5 d icy " 3 f cy "

J Gesamtes Trägheitsmoment in kg m2 aller bewegten Massen, bezogen


auf die Motorwelle;

dccy Anzahl der vollen Anläufe in einem Zyklus;

dicy Anzahl der Tippschaltungen in einem Zyklus;

fcy Anzahl der elektrischen Bremsungen in einem Zyklus;

Macc mittleres Beschleunigungsmoment in Nm.

M acc $ M D moy & M moy

MD moy mittleres Hochlaufmoment des Motors in Nm.

Die folgenden Daten sind vom Motorhersteller anzugeben:

PN Nennleistung (kW) des Motors bei kontinuierlichem Betrieb (S1);

'N Wirkungsgrad bei Nennleistung;

!'1/4 ( 5/4 Wirkungsgrad des Motors für ¼ PN … 5/4 PN;"

JM Trägheitsmoment des Motors in kg m2;

n 1/4 ... 5/4 Drehzahl des Motors in 1/min bei 1/4 PN … 5/4 PN;

M Dmoy mittleres Hochlaufmoment des Motors in Nm;

ID/IN Verhältnis von Anlaufstrom zum Strom bei Leistung PN;

CK Korrekturfaktor abhängig zum Motor.

Wenn der Faktor CK im Herstellerkatalog nicht angegeben ist, muss CK gleich 1 gesetzt werden für Motoren
mit Polzahl gleich oder größer 4.

J.2.6 Korrekturwerte in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der Aufstellhöhe


Diese Korrekturwerte hängen von der Motorart, der Kühlungsmethode und der Isolationsklasse ab.

Die genaue Berechnung kann nur vom Motorhersteller durchgeführt werden, indem man ihm folgende
Angaben zur Verfügung stellt:

) Pmed ohne Korrekturwert;

) Umgebungstemperaturwerte;

) die Aufstellhöhe.

103
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Die Vordimensionierung kann sich an den Werten des Diagramms J.2 orientieren; die Gleichung lautet:

Pmed
P'med
k

Pmoy
oder P'moy für Käfigläufermotoren.
k

P'moy oder P'med die erforderliche Motornennleistung in Abhängigkeit von der Aufstellhöhe und der
Umgebungstemperatur.

Legende
X Umgebungstemperatur (°C) 1 Höhe ! 1 000 m
Y Korrekturfaktor K 2 Höhe ! 2 000 m
3 Höhe ! 3 000 m
4 Höhe ! 4 000 m

Bild J.2 — Korrekturwerte in Abhängigkeit von Umgebungstemperatur und Aufstellhöhe

Koeffizientwerte K " 1 (gepunktete Linie) müssen zwischen Motorhersteller und Hubwerkshersteller ausdrück-
lich vereinbart werden.

Für Aufstellhöhen über 1 000 m ü.NN muss die Umgebungstemperatur angegeben werden.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

J.2.7 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde


Die Einschaltdauer wird nach der folgenden Gleichung angegeben:

Einschaltdauer
ED $ " 100 %!
Einschaltdauer # Stillstandszeit

Die Einschaltdauer und die Zahl der Lastspiele je Stunde der Motoren sowie die Zahl der Lastspiele des
Kranes sind eine wichtige Grundlage für die thermische Auslegung der Motoren, die zwischen Betreiber und
Kranhersteller abgestimmt werden sollte. Können hierüber keine eindeutigen Angaben gemacht werden, sollte
auf die Tabellen J.2 und J.3 verwiesen werden.

J.3 Motoren für Vertikalbewegungen

J.3.1 Bestimmung der notwendigen Drehmomente


Für einen Hubmotor wird die erforderliche Leistung in kW zum Heben der max. Nennlast (PN max) bei
entsprechender Getriebeübersetzung und Seileinscherung nach folgender Gleichung ermittelt:

L " VL
PN max $ 10 %3
ˤ

Dabei ist

L die maximal zulässige Nennhubkraft in N;

VL die Hubgeschwindigkeit in m/s;

& der Wirkungsgrad des Triebwerkes;

Daraus ergibt sich das zum Heben der maximalen Nennlast erforderliche Drehmoment:

PN max " 9 550


M N max $
n

Dabei ist

n die Motordrehzahl in 1/min.

Zur Deckung der Drehmomente, die zur Beschleunigung, zum Anheben der Prüflast oder für Spannungs- und
Frequenztoleranzen erforderlich sind, muss das vom Motor aufgebrachte Moment mindestens folgenden Wert
haben:

' Für Kurzschlussläufermotoren mit direkter Einschaltung:

M min
( 1,6
M N max

Dabei ist

Mmin das minimale Moment des Motors während des Anlaufens.

' Für Schleifringläufermotoren:

M max
( 1,9
M N max

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Dabei ist

Mmax das maximale Moment des Motors.

Für alle Motorenarten, die mit veränderlicher Spannung und/oder Frequenz betrieben werden:

M max
1,4
M N max

Das mechanische Bremsmoment MF, bezogen auf die Motorwelle, sollte mindestens den folgenden Wert
haben:

2
Statisch: MF 2 MN max !

2
Dynamisch: MF 1,5 M N max !

Definition des Bremsmoments:

" Statisch: das erforderliche Minimalmoment, das ein Durchrutschen der Bremse aus dem Ruhezustand
verhindert;

" Dynamisch: das Bremsmoment, das von der Bremse während der gesamten Bremsdauer erzeugt wird.

Eine vorhandene elektrische Bremse muss in der Lage sein, die Last sicher zu verzögern.

J.3.2 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde


In den Fällen, wo keine genauen Angaben vorhanden sind, können die Werte aus Tabelle J.2 entnommen
werden.

Tabelle J.2 — Hinweise für die Zahl der Lastspiele je Stunde und
der Einschaltdauer für Vertikalbewegungen

Kranart Angaben zur Anzahl von Einschaltdauer für drei Triebwerkstypen


Art der Lastspielen
Ziffer Bezeichnung Nutzunga je Stunde Hubwerk Einziehwerk Wippwerk

1 Kran mit Handbetrieb


2 Montagekrane 2 bis 25 25 bis 40 25
3 Montage- und Demontagekrane 2 bis 15 15 bis 40
für Kraftwerke, Maschinen-
häuser, ...
4 Haken 20 bis 60 40 S2 15 bis
Verladebrücken
30 minb
5 Greifer oder 25 bis 80 60 bis 100 S2 15 bis
Verladebrücken
Magnet 30 minb
6 Werkstattkrane 10 bis 50 25 bis 40
7 Laufkrane, Fallwerkkrane, Greifer oder 40 bis 120 40 bis 100
Magnet
Schrottplatzkrane 60

106
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Tabelle J.2 (fortgesetzt)

Kranart Angaben zur Anzahl von Einschaltdauer für drei Triebwerkstypen


Art der Lastspielen
Ziffer Bezeichnung Nutzunga je Stunde Hubwerk Einziehwerk Wippwerk

8 Gießkrane 3 bis 10 40 bis 60


9 Tiefofenkrane 30 bis 60 40 bis 60
10 Stripperkrane, 30 60
Chargierkrane 10 60
11 Schmiedekrane 6 40
12.a Entladebrücken, Container- Haken oder S2 15 bis
20 bis 60 40 bis 60
Portalkrane Spreader 30 min
12.b Andere Portalkrane (mit Katze S2 15 bis
Haken 20 bis 60 40 bis 60
und/oder Drehwerk) 30 minb

13 Entladebrücken, Portalkrane Greifer oder 40 bis 100 S2 15 bis


20 bis 80
(mit Katze und/oder Drehwerk) Magnet 60 30 minb

14 Werftkrane, Demontagekrane Haken 20 bis 50 40 40


15 Hafenkrane (drehbar, auf 40
Portal…), Schwimmkrane und Haken 40 bis 60 40 bis 60
Schwimmscherenkrane 20

16 Hafenkrane (drehbar, auf


Greifer oder
Portal…), Schwimmkrane und 25 bis 60 60 bis 100 40 bis 60
Magnet
Schwimmscherenkrane
17 Schwimmkrane und
Schwimmscherenkrane für S1 oder S2 15 bis
2 bis 10
große Lasten (gewöhnlich über S2 30 minb 30 minb
100 t)
18 Bordkrane Haken 30 bis 60 40 40
19 Greifer oder
Bordkrane 30 bis 80 60 60
Magnet
20 Turmkrane für Baustellen 20 40 bis 60 25 bis 40
21 S1 oder
Derrick-Krane 10 S2 30 minb
S2 30 minb
22 In Zügen zugelassene
10 40
Eisenbahnkrane
a In dieser Spalte sind nur als Hinweis einige typische Nutzungsarten angegeben.
b Für S1 und S2 empfiehlt sich eine Dimensionierung nach EN 60034-1.

J.4 Motoren für Horizontalbewegungen

J.4.1 Allgemeines

Zur richtigen Auswahl der Fahrmotoren sind alle erforderlichen Drehmomente (oder Leistungen) unter
Berücksichtigung der Anlaufzeit, der Anzahl der Spiele je Stunde sowie der Einschaltdauer zu bestimmen.
Das maximal übertragbare Drehmoment der Fahrmotoren wird durch die Adhäsion der angetriebenen
Laufräder auf der Fahrbahn begrenzt.

107
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

J.4.2 Bestimmung der notwendigen Drehmomente


Das erforderliche maximale Drehmoment wird aus den in Heft 2 von FEM 1.001 angegebenen Belastungen
ohne Berücksichtigung des Koeffizienten m bestimmt.

! Fall I für Krane, die nicht dem Wind ausgesetzt sind;

! Fall II für Krane, die dem Wind ausgesetzt sind;

! Fall IIIa für Krane mit außergewöhnlichen Belastungen (für die Bemessung der Bremsen).

Die Fahrmotoren müssen das notwendige Beschleunigungsmoment und Beharrungsmoment aufbringen.

Beharrungsmoment

Zur Bestimmung des Beharrungsmomentes muss die Summe der Kräfte (w) berücksichtigt werden, die sich
der Fahrbewegung entgegenstellen und die eine Funktion aus dem Eigengewicht, aus der Last und aus den
Betriebsbedingungen sind, wie z. B.:

! die Deformierung der Laufoberfläche;

! die Reibung auf den Rädern auf Geraden und in Kurven;

! die Windkräfte;

! die Fahrbahnsteigungen;

! der Zug der Energiezuführungsleitung.

Beschleunigungsmoment (Hochlaufen bis zur Geschwindigkeit)

Für das Beschleunigungsmoment muss die Summe der Kräfte berücksichtigt werden, die von der
Beschleunigung der Nutzlast und der anderen Massen herrühren, die in Bewegung gesetzt werden.

Beschleunigungswerte siehe Tabelle T 2.2.3.1.1 (FEM 1.001, Heft 2).

Die erforderlichen Drehmomente können nach folgender Gleichung errechnet werden (siehe Bild J.1).

Belastungsfall I:

M 1 ... M n (
$a "m ' mL # ' w0 % v & 60
2) & n &

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Belastungsfall II:

Es muss der höchste Wert berücksichtigt werden, der sich aus der folgenden Gleichung ergibt:

M 1 ... M n '
"a m & mL ! & w8 # $ v $ 60 und
2 %$ n$

w25 $ v $ 60
M 1 ... M n '
2%$ n$

Dabei ist

a Beschleunigung in m/s2 (bei konstanter Geschwindigkeit a ' 0);

mL Masse der Nutzlast in kg;

w0 , w8 , w25 Summe aller Fahrwiderstände in N (in bestimmten Betriebsfällen kann w negativ


werden);
w0 bei Wind Null;
w8 bei Wind 80 N/m2;
w25 bei Wind 250 /N/m2

v Fahrgeschwindigkeit in m/s;
n Motordrehzahl in 1/min;
( mechanischer Gesamtwirkungsgrad;
m Ersatzmasse in kg aller Teile, die in Bewegung gesetzt werden, mit Ausnahme der
Last, unter der Annahme, dass die Ersatzmasse im Aufhängepunkt der Last
konzentriert ist;
ˤ

m ' m0 & mrot $

m0 Masse in kg aller Teile, mit Ausnahme der Last, die derselben Horizontalbewegung
unterliegt, wie der Aufhängepunkt der Last;
mrot Ersatzmasse der rotierenden Teil in kg, auf lineare Bewegung umgerechnet.

Die Trägheitsmomente der rotierenden Massen werden mit folgender Gleichung auf lineare Bewegung
umgerechnet:

1 / n 2,
mrot '
91,2 ) -J x *
- v2 *
. +

Dabei ist
nx Geschwindigkeit der rotierenden Massen in 1/min;
J Trägheitsmoment aller rotierenden Massen in kg m2.

Für die Bestimmung des maximalen Motordrehmomentes müssen die Höchstwerte des berechneten
Drehmomentes berücksichtigt werden.

Für Fahrbewegungen sind bei Schleifringläufermotoren die Anfahrwiderstände so auszulegen, dass die vom
Motor abgegebenen minimalen Momente das 1,2-Fache des Beharrungsmomentes zu keinem Zeitpunkt
unterschreiten.

109
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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

J.4.3 Einschaltdauer und Anzahl der Lastspiele je Stunde

In den Fällen, wo keine genauen Angaben vorhanden sind, können die Werte aus Tabelle J.3 entnommen
werden.

J.4.4 Drehbewegung

Die Berechnungen werden ähnlich wie in J.4.1 angegeben durchgeführt, jedoch werden an Stelle von linearen
Geschwindigkeiten Winkelgeschwindigkeiten eingesetzt.

J.4.5 Änderung der Ausladung

Wenn die Änderung der Ausladung bei Wippwerken zu einer Lageänderung des Schwerpunktes der
bewegten Massen führt, kann die Berechnung entsprechend J.4 durchgeführt werden, wobei dann in den
Faktor (w) die notwendigen Kräfte zur vertikalen Verlagerung des Schwerpunktes mit berücksichtigt werden
müssen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
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Tabelle J.3 — Hinweise für die Zahl der Lastspiele je Stunde und
der Einschaltdauer für Horizontalbewegungen

Einschaltdauer für drei


Kranart Angaben zur
Lastspiele Triebwerkstypen
Art der
je Stunde Dreh- Katz- Kran-
Ziffer Bezeichnung Nutzunga
bewegung fahrwerk fahrwerk
1 Kran mit Handbetrieb
2 Montagekrane 2 bis 25 25 25 bis 40 25 bis 40
3 Montage- und Demontage-
krane für Kraftwerke, 2 bis 15 25 25
Maschinenhäuser, ...
4 Verladebrücken Haken 20 bis 60 15 bis 40 40 bis 60 25 bis 40
5 Verladebrücken Greifer oder
25 bis 60 40 60 15 bis 40
Magnet
6 Werkstattkrane 10 bis 50 25 bis 40 25 bis 40
7 Laufkrane, Fallwerkkrane Greifer oder 60 bis
40 bis 120 40 bis 60
Schrottplatzkrane Magnet 100
8 Gießkrane 3 bis 10 40 bis 60 40 bis 60
9 Tiefofenkrane 30 bis 60 40 40 bis 60 40 bis 60
10 Stripperkrane, Chargierkrane 30 40 60
10 40 40
11 Schmiedekrane 6 100 25 25
12.a Entladebrücken,
Haken oder
Brückenkrane (mit Katze 20 bis 60 15 bis 40
Spreader
und/oder Drehwerk)
12.b Andere Brückenkrane (mit
Haken 20 bis 60 25 bis 40 40 bis 60 25 bis 40
Katze und/oder Drehwerk)
13 Entladebrücken,
Greifer oder
Brückenkrane (mit Katze 20 bis 80 40 40 bis 100 15 bis 60
Magnet
und/oder Drehwerk)
14 Werftkrane, Demontagekrane Haken 20 bis 50 25 bis 40 40 15 bis 25
15 Hafenkrane (drehbar, auf 40
Portal…), Schwimmkrane Haken 40 bis 60 25 bis 40
und Schwimmscherenkrane 20
16 Hafenkrane (drehbar, auf
Greifer oder
Portal…), Schwimmkrane 25 bis 60 15 bis 40
Magnet
und Schwimmscherenkrane
17 Schwimmkrane und
Schwimmscherenkrane für
2 bis 10
große Lasten (gewöhnlich
über > 100 t)
18 Bordkrane Haken 30 bis 60 40
19 Bordkrane Greifer oder
30 bis 80 60
Magnet
20 Turmkrane für Baustellen 20 40 bis 60 25 15 bis 40
21 Derrick-Krane 10 25
22 In Zügen zugelassene
10 25
Eisenbahnkrane
a In dieser Spalte sind nur als Hinweis einige typische Nutzungsarten angegeben.

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EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang K
(normativ)

Lärmprüfung

K.1 Anwendungsbereich
Dieser Anhang für Lärmprüfungen spezifiziert die vollständigen Informationen, die zur effizienten und unter
genormten Bedingungen ablaufenden Bestimmung, Angabe und Prüfung von Lärmemissionscharakteristika
von kraftgetriebenen Hubwerken erforderlich ist.

Zu den Lärmemissionscharakteristika gehören Emissions-Schalldruckpegel und der Schallleistungspegel. Die


Bestimmung dieser Werte ist erforderlich für:

Hersteller zur Angabe des emittierten Lärms;

den Vergleich des von Maschinen der betreffenden Familie emittierten Lärms;

Zwecke der Geräuschkontrolle an der Quelle in der Konstruktionsphase.

Die Anwendung dieser Lärmprüfnorm gewährleistet die Reproduzierbarkeit der Bestimmung der Lärm-
emissionscharakteristika innerhalb spezifizierter, vom Genauigkeitsgrad der angewandten grundlegenden
Lärmmess-Methode bestimmter Grenzen. Die von dieser Europäischen Norm zugelassenen Lärmmess-
Methoden sind technische Methoden (Genauigkeitsklasse 2).

Die C-gewichteten Emissions-Schalldruckpegel von Hubwerken besitzen üblicherweise so geringe Werte,


dass eine Messung und Angabe nicht erforderlich ist.

!Der Pegel der Lärmemission darf mit Bezug auf Vergleichsdaten für ähnliche Hubwerke ermittelt
werden."

K.2 In diesem Anhang angewandte Normen


prEN 15011, Krane — Brücken- und Portalkrane

EN ISO 3744, Akustik — Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquellen aus Schalldruck-
messungen — Hüllflächenverfahren der Genauigkeitsklasse 2 für ein im Wesentlichen freies Schallfeld über
einer reflektierenden Ebene (ISO 3744:1994).

EN ISO 4871, Akustik — Angabe und Nachprüfung von Geräuschemissionswerten von Maschinen und
Geräten (ISO 4871:1996)

EN ISO 11201, Akustik — Geräuschabstrahlung von Maschinen und Geräten — Messung von Emissions-
Schalldruckpegeln am Arbeitsplatz und an anderen festgelegten Orten, Hüllflächenverfahren der Genauig-
keitsklasse 2 für ein im Wesentlichen freies Schallfeld über einer reflektierenden Ebene (ISO 11201:1995).

K.3 Beschreibung der Maschinenfamilie


Dieser Anhang gilt für Hubwerke, die unter den Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm fallen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

K.4 Bestimmung des Emissions-Schalldruckpegels am Bedienerstandort durch


Messung

K.4.1 Allgemeines

Die Messung der A-bewerteten Emissions-Schalldruckpegel muss nach EN ISO 11201 erfolgen.

Die Prüfzyklen und Messungen sind mindestens dreimal zu wiederholen; das Prüfergebnis ist der
arithmetische Mittelwert. Dieser Mittelwert ist der A-bewertete Emissions-Schalldruckpegel, der zusammen mit
dem Messort anzugeben ist, welcher in einer Entfernung von 1 m liegt.

K.4.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

ANMERKUNG 1 Dies sind Hubwerke im Sinne des Anwendungsbereiches dieser Europäischen Norm, mit Ausnahme
von Bauaufzügen für nicht geführte Lasten.

Hubwerke sind hauptsächlich in Kranen eingebaut. Daher ist bei der Herstellung des Hubwerkes der
Bedienerstandort unbekannt. Aus diesem Grunde muss die Messung des A-bewerteten Emissions-
Schalldruckpegels in einem Abstand von 1 m von der Hauptlärmquelle des Hubwerkes erfolgen.

ANMERKUNG 2 Die Hauptlärmquelle ist üblicherweise der Hubwerksantrieb.

ANMERKUNG 3 Die Bestimmung des Emissions-Schalldruckpegels am Bedienerstandort in einem Abstand von


normalerweise mehr als 1 m kann nach der folgenden Gleichung erfolgen, nachdem das Hubwerk in die Installation
eingebaut worden ist, welche in einem Gebäude von üblicher konstruktiver Gestaltung betrieben wird:

%d "
LPr ' LP1 & 10 lg ## r (K.1)
$ d1 !

Dabei ist

LP1 Schalldruckpegel in einem Abstand von d1 ' 1 m von der Schallquelle gemessen;

LPr Schalldruckpegel in einem Abstand von dr von der Schallquelle zu ermitteln.

Die oben stehende Gleichung führt zu einer Verringerung des A-bewerteten Schalldruckpegels um 3 dB bei doppeltem
Abstand. Dieser empirische Wert berücksichtigt strukturelle Einflüsse für normale umschlossene Bereiche, z. B. von
Wänden zurückgeworfene Schallwellen.

K.5 Ermittlung des Schallleistungspegels

K.5.1 Allgemeines

EN ISO 3744 ist als Grund-Lärmemissionsmessnorm anzuwenden, mit Ausnahme der Mikrophonstandorte.

K.5.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

ANMERKUNG 1 Dies sind Hubwerke im Sinne des Anwendungsbereiches dieser Europäischen Norm, mit Ausnahme
von Bauaufzügen für nicht geführte Lasten.

Der A-bewertete Emissions-Schalldruckpegel am Bedienerstandort liegt üblicherweise unterhalb !80 dB".


Daher behandelt diese Lärmprüfnorm nicht die Ermittlung der Schallleistungspegel für andere Hubwerke als
Bauaufzüge für nicht geführte Lasten.

113
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Wenn dennoch eine Ermittlung des Schallleistungspegels erforderlich ist, muss dies nach EN ISO 3744
erfolgen:

% 2 & r2 "
LW ( Lpf ' 10 lg # (K.2)
# S0
$ !

Dabei ist

LW der Schallleistungspegel [dB];

Lpf der durchschnittliche A-bewertete Emissions-Schalldruckpegel auf der Messoberfläche (Halbkugel)


[dB];

S0 1 [m2];

r der Radius der Halbkugel (der Abstand des Mikrophons von der Haupt-Geräuschquelle des
Hubwerkes, siehe K.4.1) [m].

ANMERKUNG 2 Die Angabe des Schallleistungspegels kann erforderlich sein, wenn der Schalldruckpegel am
Bedienerstandort für die gesamte Anlage, in welche das Hubwerk eingebaut ist, ermittelt wird. Dies ist z. B. der Fall in
prEN 15011:2004.

K.5.3 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

ANMERKUNG Bauaufzüge für nicht geführte Lasten gehören der Gruppe der Bauwinden an, wie in Richtlinie
2000/14/EG, Artikel 13: „Bauwinden (mit Elektromotor), Definition: Anhang I, Punkt 12“ definiert.

Bei Bauaufzügen für nicht geführte Lasten ist die größte Abmessung kleiner als 8 m. Daher muss die
Messoberfläche der Mikrophonstandorte eine Halbkugel sein, und es müssen sechs Mikrophonstandorte
vorgesehen sein.

Die Positionen der auf der Oberfläche einer Halbkugel mit dem Radius r verteilten 6 Mikrophonstandorte sind
in Form von Kartesischen Koordinaten in Tabelle K.1 aufgeführt. Der Radius r der Halbkugel muss gleich oder
größer als das Zweifache der größten Abmessung des Bezugs-Parallelepipeds sein. Das Bezugs-
Parallelepiped ist definiert als das kleinstmögliche rechteckige Parallelepiped, welches gerade eben den
Bauaufzug für nicht geführte Lasten umfasst und auf der Bezugsebene endet. Der Radius der Halbkugel
muss auf den nächst höheren Wert der folgenden Werte gerundet sein: 4 m oder 8 m.

Tabelle K.1 — Koordinaten der 6 Mikrophon-Standorte

z
Nummer des Mikrophons x/r y/r
m
1 '0,70 '0,70 1,50
2 )0,70 '0,70 1,50
3 )0,70 )0,70 1,50
4 '0,70 )0,70 1,50
5 )0,27 '0,65 0,71 r
6 '0,27 )0,65 0,71 r

114
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Legende
r Radius der Halbkugel

Bild K.1 — Mikrophonstandorte auf der Halbkugel

Der Einfluss der Umgebung ist durch folgende Gleichung zu korrigieren:

K2 A 0 (K.3)

Dabei ist

K2A der Umgebungs-Korrekturbeiwert (siehe EN ISO 3744:1995, 8.4) [dB].

Der Oberflächen-Schalldruckpegel ist mindestens drei Mal zu ermitteln. Wenn mindestens zwei der ermittelten
Werte um höchstens 1 dB voneinander abweichen, sind weitere Messungen nicht erforderlich; andernfalls
sind die Messungen fortzuführen, bis zwei um höchstens 1 dB voneinander abweichende Werte erzielt
werden. Der für die Berechnung des Schallleistungspegels anzuwendende, A-bewertete Oberflächen-
schalldruckpegel ist der arithmetische Mittelwert der beiden höchsten Werte, die um höchstens 1 dB
voneinander abweichen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

K.6 Bedingungen für Montage und Betrieb

K.6.1 Allgemeines

Die Montage- und Betriebsbedingungen müssen für die Ermittlung sowohl des Schalldruckpegels als auch
des Schallleistungspegels dieselben sein.

ANMERKUNG Für verschiedene Hubwerkstypen können die Montage- und Betriebsbedingungen verschieden sein.

Für diese Messungen sind die Hubwerke in Übereinstimmung mit den Anweisungen aufzuwärmen. Die
Sicherheitsanforderungen sind zu beachten.

K.6.2 Hubwerke außer Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

Die Testzyklen während der Messung müssen die normale Anwendung wiedergeben, d. h. gleichzeitiges
Anheben der Last und Verfahren des Fahrwerkes bei für die hängende Last in geeigneter Weise festgelegter
Zeit und Höchstgeschwindigkeit. Diese Testbedingungen beinhalten alle relevanten Lärmquellen des
Hubwerkes.

Hubwerk und Fahrwerk müssen auf Schienen unter den spezifizierten Benutzungsbedingungen installiert
sein. Der vertikale Abstand zwischen den Schienen und der Bodenfläche muss das Heben und Senken einer
Last während eines Testzyklus ermöglichen.

Für die Ermittlung des Emissions-Schalldruckpegels am Bedienerstandort ist es zur Minimierung des
Testaufwandes ausreichend, den Lärm an einem einzigen Mikrophonstandort zu messen. Für die Messung
des Lärmpegels während des Verfahrens des Fahrwerkes muss das Mikrophon entweder mit dem fahrenden
Fahrwerk verbunden sein oder separat von dem bewegten Fahrwerk ortsfest am Boden angebracht sein.

Die während der Testzyklen gehandhabte Last muss nahe bei der Tragfähigkeit liegen, mit der folgenden
Ausnahme. Bei Hubwerken mit einer Einscherung (z. B. 2/1, 4/1 usw.), darf die Messung mit einer kleineren
Einscherung und einer entsprechend kleineren Last anstelle der für die Tragfähigkeit vorgesehenen
Einscherung durchgeführt werden. Dies bedeutet beispielsweise, dass bei einer Tragfähigkeit von 40 t mit
einer 4/1-Einscherung die Messung auch mit einer Last von 10 t und einer 1/1-Einscherung durchgeführt
werden darf.

Bei offenen Hubwerken ist ein Verfahren des Fahrwerkes nicht erforderlich, wenn der Motor für die
Fahrbewegung mindestens um zwei Größen kleiner als der Hubwerksmotor ist. Statt des Verfahrens ist dem
beim Heben der Last gemessenen Lärmwert ein Wert von 1 dB hinzuzuaddieren.

K.6.3 Bauaufzüge für nicht geführte Lasten

Der Test ist mit einem ortsfesten Bauaufzug für nicht geführte Lasten ohne Betrieb des Fahrtriebs
durchzuführen. Für den Test darf die Hubgeschwindigkeit nicht geringer sein als die Nennhubgeschwindigkeit
und die Senkgeschwindigkeit darf nicht geringer sein als die Nennsenkgeschwindigkeit.

Das Hubwerk ist auf einer reflektierenden Fläche von Beton oder nichtporösem Asphalt aufzustellen. Die
geometrische Mitte des Hubwerks ist über der Mitte der Halbkugel zu positionieren; das Hubwerk ist zu
verbinden, es ist jedoch keine Last aufzubringen.

Die Frequenz des vom Hersteller für den Motor spezifizierten Versorgungsstroms muss bei plus oder minus
1 Hz stabil sein.

Die Betriebsbedingungen während des Tests müssen eine Betätigung der Trommelbewegung im und gegen
den Uhrzeigersinn mit der vom Hersteller vorgesehenen höheren Geschwindigkeit beinhalten; der Haken darf
keine Last tragen. Die Beobachtungsdauer muss mindestens 15 s betragen.

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

K.7 Messunsicherheiten
Derzeit liegen keine technischen Daten zur Ermittlung der Standardabweichung der Reproduzierbarkeit für die
Maschinenfamilie vor, die von diesem Anhang für Lärmprüfungen abgedeckt ist. Daher können die in den
Lärmemissions-Grundnormen spezifizierten Werte als Obergrenze betrachtet werden, die zur Ermittlung der
Messunsicherheit K bei der Erstellung des Geräusch-Zertifikates verwendet werden darf. Es sind Unter-
suchungen unter Mitwirkung aller Hersteller erforderlich, um mögliche geringere Werte für die Standard-
abweichung der Reproduzierbarkeit zu ermitteln, die zu niedrigeren Werten bei der Messunsicherheit K führt.
Die Ergebnisse solcher Untersuchungen werden in späteren Überarbeitungen dieser Europäischen Norm
wiedergegeben.

K.8 Aufzuzeichnende Informationen


Die Messwerte sind nach EN ISO 11201:1995, Abschnitt 12, und, sofern der Schallleistungspegel erforderlich
ist, nach EN ISO 3744:1995, Abschnitt 9, aufzuzeichnen.

Es sind Einzelheiten der Betriebsbedingungen während der Ermittlung der Lärmemission einschließlich der
verwendeten Geschwindigkeit und der entsprechenden Netzleistung aufzuzeichnen.

K.9 Anzugebende Informationen


Die im Messbericht anzugebenden Messwerte sind nach EN ISO 11201:1995, Abschnitt 13, und, sofern der
Schallleistungspegel erforderlich ist, nach EN ISO 3744:1995, Abschnitt 10, anzugeben.

Es sind Einzelheiten der Betriebsbedingungen während der Ermittlung der Lärmemission einschließlich der
verwendeten Geschwindigkeit und der entsprechenden Netzleistung anzugeben.

K.10 Erklärung und Überprüfung der Geräuschemissionswerte


Die anzugebenden Lärm-Emissionswerte sind in Abschnitt 7 aufgelistet.

Lärmemissionswerte sind in Übereinstimmung mit EN ISO 4871 anzugeben.

Die Erklärung muss einstellig angegeben sein (siehe EN ISO 4871), d. h. die nach K.4 und K.5 gemessenen
Werte und die Unsicherheit K nach Beschreibung in K.7 sind separat anzugeben.

Wenn eine Verifizierung durchgeführt wird, so hat diese unter denselben Testbedingungen zu erfolgen, wie für
die ursprüngliche Prüfung.

117
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang L
(informativ)

Auswahl von für eine bestimmte Anwendung


geeigneten Normen für Krane

Enthält die folgende Liste eine für die Anwendung geeignete Produktnorm?

EN 13000:2004 Krane — Fahrzeugkrane


!EN 14439:2006" Krane — Turmdrehkrane
!EN 14985:2007" Krane — Ausleger-Drehkrane
prEN 15011:2004 Krane — Brücken- und Portalkrane
EN 13852-1:2004 Krane — Offshore-Krane — Teil 1: Offshore-Krane für allgemeine Verwendung
EN 13852-2:2004 Krane — Offshore-Krane — Teil 2: Schwimmkrane
!EN 14492-1:2006" Krane — Kraftgetriebene Winden und Hubwerke — Teil 1: Kraftgetriebene Winden
!EN 14492-2:2006" Krane — Kraftgetriebene Winden und Hubwerke — Teil 2: Kraftgetriebene Hubwerke
EN 12999:2002 Krane — Ladekrane
EN 13157:2004 Krane — Handbetriebene Krane
EN 13155:2003 Krane — Lose Lastaufnahmemittel
EN 14238:2004 Krane — Handgeführte Manipulatoren

JA NEIN

Direkte Anwendung, plus


die Normen, auf die
verwiesen wird

Anwendung der folgenden Normen:


EN 13001-1:2004 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 1: Allgemeine Prinzipien und Anforderungen
EN 13001-2:2004 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 2: Lasteinwirkungen
!prEN 13001-3-1:2008" Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.1: Grenzzustände und Sicherheitsnachweise von
Stahltragwerken
CEN/TS 13001-3-2:2004 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.2: Grenzzustände und Sicherheitsnachweise von
Drahtseilen in Seiltrieben
prCEN/TS 13001-3-3 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.3: Grenzzustände und Sicherheitsnachweise von
Laufrad-/Schiene-Kontakt
EN 13135-1:2003 Krane — Sicherheit – Konstruktion – Anforderungen an die Ausrüstungen — Teil 1:
Elektrotechnische Ausrüstung
EN 13135-2:2004 Krane — Anforderungen an die Ausrüstungen — Teil 2: Nicht elektrotechnische Ausrüstung
EN 13557:2003 Krane — Stellteile und Steuerstände
EN 12077-2:1998 Sicherheit von Kranen — Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen — Teil 2: Begrenzungs-
und Anzeigeeinrichtungen
EN 13586:2004 Krane — Zugang
EN 14502-1:2005 Krane — Einrichtung zum Heben von Personen — Teil 1: Hängende Personenaufnahmemittel
EN 14502-2:2005 Krane — Einrichtung zum Heben von Personen — Teil 2: Höhenverstellbare Steuerstände
EN 12644-1:2001 Krane — Informationen für die Nutzung und Prüfung — Teil 1: Betriebsanleitungen
EN 12644-2:2000 Krane — Informationen für die Nutzung und Prüfung — Teil 2: Kennzeichnung

118
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 98/37/EG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption 98/37/EG geändert durch 98/79/EG,
bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit den normativen Abschnitten dieser Norm innerhalb der Grenzen des Anwendungs-
bereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden grundlegenden
Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

119
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang ZB
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 94/9/EG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption ATEX 94/9/EG bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit dem normativen Abschnitt 5.15 dieser Norm innerhalb der Grenzen des
Anwendungsbereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

120
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Anhang ZC
(informativ)

!Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 2006/42/EG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption 2006/42/EG bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit den normativen Abschnitten dieser Norm innerhalb der Grenzen des
Anwendungsbereiches dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

WARNHINWEIS Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein."

121
DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 13135-2:2004, Krane — Ausrüstungen — Teil 2: Nicht-elektrotechnische Ausrüstungen

[2] prEN 15011:2004, Krane — Brücken- und Portalkrane

[3] EN 60079-10, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 10: Einteilung
der explosionsgefährdeten Bereiche (IEC 60079-10:2002)

[4] CEN/TS 13001-3-1:2004, Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3-1: Grenzzustände und Sicher-
heitsnachweis von Stahltragwerken

[5] EN ISO 8044:1999, Korrosion von Metallen und Legierungen — Grundbegriffe und Definitionen
(ISO 8044:1999)

[6] EN ISO 8565:1995, Metalle und Legierungen — Korrosionsversuche in der Atmosphäre — Allgemeine
Anforderungen an Freibewitterungsversuche (ISO 8565:1992)

[7] EN ISO 11688-2:2000, Akustik — Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer Maschinen und Geräte —
Teil 2: Einführung in die Physik der Lärmminderung durch konstruktive Maßnahmen
(ISO/TR 11688-2:1998)

[8] ISO 4309:1990, Cranes — Wire ropes — Care, maintenance, installation, examination and discard
(Krane — Drahtseile — Richtlinie für die Überwachung und das Ablegen)

[9] ISO 5598:1985, Fluid power systems and components — Vocabulary (Anlagen und Bauteile der
Fluidtechnik — Begriffe)

[10] ISO 6336-1:1996, Calculation of load capacity of spur and helical gears — Part 1: Basic prinicples,
introduction and general influence factors (Tragfähigkeitsberechnung von gerad- und schräg-
verzahnten Stirnrädern — Teil 1: Grundnorm, Einführung und allgemeine Einflussfaktoren)

[11] ISO 6336-2:1996, Calculation of load capacity of spur and helical gears — Part 2: Calculation of
surface durability (pittings) (Tragfähigkeitsberechnung von gerad- und schrägverzahnten
Stirnrädern — Teil 2: Berechnung der Oberflächentragfähigkeit (Grübchenbildung))

[12] ISO 6336-5:2003, Calculation of load capacity of spur and helical gears — Part 5: Strength and quality
of materials (Tragfähigkeitsberechnung von gerad- und schrägverzahnten Stirnrädern — Teil 5:
Festigkeit und Werkstoffqualitäten)

[13] ISO 8407:1991, Corrosion of metals and alloys — Removal of corrosion products from corrosion test
specimens (Korrosion von Metallen und Legierungen — Entfernen von Korrosionsprodukten von
Probekörpern)

[14] ISO 9223:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Classification
(Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Klassifizierung)

[15] ISO 9224:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Guiding values for
the corrosivity categories (Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären
— Anhaltswerte für die Korrosionsraten)

[16] ISO 9225:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Measurement of
pollution (Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Messung der
Luftverunreinigung)

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DIN EN 14492-2:2010-05
EN 14492-2:2006+A1:2009 (D)

[17] ISO 9226:1992, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Determination of
corrosion rate of standard specimens for the evaluation of corrosivity (Korrosion von Metallen und
Legierungen — Korrosivität von Atmosphären — Bestimmung der Korrosionsrate von Standardproben
zur Ermittlung der Korrosivität)

[18] BS 2903, Specification for higher tensile steel hooks for chains, slings, blocks and general engineering
purposes (Spezifikation für hochfeste Stahlhaken für Ketten, Schlingen, Flaschenzüge und den
allgemeinen Maschinenbau)

[19] DIN 15400, Lasthaken für Hebezeuge — Mechanische Eigenschaften — Werkstoffe, Tragfähigkeiten
und vorhandene Spannungen

[20] UNI 9465, Lifting hooks for lifting appliances — Mechanical properties — Load capacities, stresses
and materials (Lasthaken für Hebezeuge — Mechanische Eigenschaften — Werkstoffe, Tragfähig-
keiten und vorhandene Spannungen)

[21] CLC/R044-001, Safety of machinery — Guidance and recommendations for the avoidance of hazards
due to static electricity

[22] Richtlinie Maschinen 98/37/EG geändert durch 98/79/EG

[23] Richtlinie ATEX 94/9/EG

[24] Richtlinie Lärm 2000/14/EG

[25] EN 1050:1996, Sicherheit von Maschinen — Leitsätze zur Risikobeurteilung

[26] EN 13001-1:2004, Krane — Konstruktion allgemein — Teil 1: Allgemeine Prinzipien und Anforde-
rungen

[27] EN 50015:2000, Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche — Ölkapselung „o“

[28] EN 50017:1998, Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche — Sandkapselung „p“

[29] prEN 50039:2001, Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche — Eigensichere


elektrische Systeme „ i “ — Systeme der Gruppe II für Gas-Atmosphären

[30] EN 60079-18:2004, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 18:


Konstruktion, Prüfung und Kennzeichnung elektrischer Betriebsmittel mit der Schutzart Verguss-
kapselung „m“ (IEC 60079-18:2004)

[31] EN 60079-2:2004, Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche — Teil 2: Über-


druckkapselung „p“ (IEC 60079-2:2001)

[32] EN 61000-6-2:2005, Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) — Teil 6-2: Fachgrundnormen —


Störfestigkeit und Industriebereich (IEC 61000-6-2:2005)

[33] EN 61000-6-4:2001, Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) — Teil 6-4: Fachgrundnormen —


Fachgrundnorm Störaussendung; Industriebereich (IEC 61000-6-4:1997, modifiziert)

[34] EN ISO 11688-1:1998, Akustik — Richtlinien für die Konstruktion lärmarmer Maschinen und Anlagen
— Teil 1: Planung (ISO/TR 11688-1:1995)

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