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BausteinMerkheft_18 Titel-2010_RZ 31.05.

2010 15:45 Uhr Seite 3

Baustein-Merkheft

Abbrucharbeiten

BGI 665
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite u2

Abbruch-
arbeiten

Sicher arbeiten – gesund bleiben

Impressum:

Herausgeber:
Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft
Hildegardstraße 29 /30
10715 Berlin
Internet: www.bgbau.de

Konzeption und Gestaltung:


COMMON WORKS
Gesellschaft für Kommunikation
und Öffentlichkeitsarbeit mbH,
60486 Frankfurt
Internet: www.common.de
E-Mail: info@common.de

Druck:

© Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft

überarbeitete Auflage
07/2010

Abruf-Nr. BGI 665


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Vorschriften- und Regelwerk Inhalt

Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (BGV)


(auch: Unfallverhütungsvorschrift)
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften legen Schutzziele fest und
formulieren Forderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.Sie sind
rechtsverbindlich.

Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und


Gesundheitsschutz bei der Arbeit (BGR)
Bei den berufsgenossenschaftlichen Regeln handelt es sich um allgemein
anerkannte Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz.Sie beschreiben Allgemeines
jeweils den aktuellen Stand des Arbeitsschutzes und dienen der praktischen
Umsetzung von Forderungen aus den Vorschriften.
Baustein-Nr. Baustein-Titel Seitei

Berufsgenossenschaftliche Informationen (BGI) Gefährdungsbeurteilungen


In den berufsgenossenschaftlichen Informationen werden spezielle Hinweise A 209 7
und Empfehlungen für bestimmte Branchen, Tätigkeiten, Arbeitsmittel oder
Zielgruppen zusammengefasst. Gefahrstoffe
A7 Kennzeichnung/Beschäftigungsbeschränkungen
9
Staatliche Gesetze und Verordnungen
Arbeitschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung u.a. Gefahrstoffe
A 181 Grundanforderungen/Maßnahmen
11
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit geben dem Stand der Technik, Schimmelpilze bei der Gebäudesanierung
Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechende Regeln und sonstige gesicherte
A 211 13

arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Bereitstellung und Benutzung


von Arbeitsmitteln sowie für den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen Verunreinigung durch Tauben
A 212 15
wieder.

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) Lagerung von Druckgasflaschen im Freien 17


Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe geben den Stand der Technik,
A 174
Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte wissenschaft-
liche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Ein-
stufung und Kennzeichnung, wieder.
Arbeitsmittel
Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)
Die Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe geben den Stand der
Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite
sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswis-
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- 19
senschaftlichen Anforderungen zu Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen B 10 und Montagestellen
wieder.
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Gleichwertigkeitsklausel B 11 Wiederholungsprüfungen
21
Die in diesen Bausteinen enthaltenen technischen Lösungen und Beispiele
schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch
Handtrennschleifmaschinen
in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder B 20 23
anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschafts-
raum ihren Niederschlag gefunden haben können. Schlagbohr- und Stemmgeräte
B 21 25

Bagger
B 72 27
07/2010
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Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite

Lader/Muldenfahrzeuge/Planiergeräte
Arbeitsverfahren
B 73 29

Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite


Seilsägen
B 188 31
D 75 Abbrucharbeiten 53

Flüssiggasanlagen
B 39 33
D 76 Abbruch mit Großgeräten 55

Absturzsicherungen auf Baustellen


B8 Seitenschutz/Absperrungen
35
D 77 Abbruch von Hand/Demontieren 57

Fanggerüste
B9 37
D 78 Abbruch durch Sprengen 59

Anlegeleitern
B 22 39
D 79 Thermisches Trennen mit Sauerstoffkernlanzen 61

Fassadengerüste
B 45 41
D 155 Bohren und Sägen von Beton und Asphalt 63

Bockgerüste
B 105 43
D 71 Abbruch von Türmen, Schornsteinen und Silos 65

Schutzdächer
B 46 45
D 31 Gasschweißen/Brennschneiden/Hartlöten 67

Arbeitskörbe/Arbeitssitze/Arbeitsbühnen
B 68 47
D 34 Transport von Druckgasflaschen 69

Schuttrutschen
B 83 49
D 74 Transport von Baumaschinen 71

Arbeiten am Wasser 73
D 196
Persönliche Schutzausrüstungen
Asbestzementprodukte 75
D 37 Abbruch, Sanierung
Baustein-Nr. Baustein-Titel Seite

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz


C 43 51
D 80 Schwach gebundene Asbestprodukte 77

Mineralwolle-Dämmstoffe 79
D 234 Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle

Alte Mineralwolle-Dämmstoffe 81
D 235 Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen Eigenschaften

Brandschadensanierung 83
D 239
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Mögliche Gefährdungen 2
Gefährdungsbeurteilungen A 209
Mechanische Elektrische Schall Schwingungen Gefahrstoffe Brand/
Gefährdungen Gefährdungen Explosion

• Absturz • Stromschlag • Lärm • Hand-Arm- • Asbestfasern • bei Verwendung


• stolpern, rutschen • gefährliche Schwingung, • Lösemittel von Flüssiggas
stürzen Körperströme z.B. durch • Isocyanate • Funkenflug,
Gefährdungsbeurteilung – Vorgehensweise (Handlungsschritte) 1 • erfasst/getroffen • elektrostatische Abbruchhammer • Säuren, Laugen z.B. bei Schweiss-
werden Aufladungen • Ganzkörper- • PAK, PCB arbeiten
• unkontrolliert Schwingung, • Benzol • Staubexplosionen
Festlegen und Abgrenzen bewegte Teile z.B. bei Fahrer- • Dieselmotor-
der Arbeitsbereiche und • umstürzende/ plätzen (Stapler Emissionen
Tätigkeiten
kippende Teile u.a.) • ....
Wirksamkeit der • schneiden in Form von
Gefährdungen
Schutzmaßnahmen • stechen - Flüssigkeiten
ermitteln
überprüfen, ggf. anpassen - Gasen
Ziel:
Sicheres und - Dämpfen
- Stäuben
gesundheitsgerechtes
Festgelegte Arbeiten Gefährdungen
Schutzmaßnahmen durch- beurteilen, Risiken
und umsetzen bewerten Biologische Körperliche Klima Strahlung Psychosoziale Organisation
Arbeitsstoffe Überlastungen Belastungen
Geeignete
Schutzmaßnahmen • Infektionen durch • Heben und • Hitze • Elektromagne- • Überforderung • Arbeitsablauf
auswählen und festsetzen Keime, z.B. bei Tragen • Kälte tische Felder, • Unterforderung • Arbeitszeit
Kanalarbeiten, • Zwangs- • Zugluft z.B. Nähe zu • Stress • Qualifikation
Krankenhaus- haltungen • Luftfeuch- Funkmasten • Soziale • Unterweisung
reinigung tigkeit • Infrarot-/UV- Beziehungen, • Verantwortung
(Nieder- Strahlung, z.B. z.B. Mobbing
Die Beurteilung von Gefährdun- ● Beurteilen der Gefährdungen, Durchführung schläge) Sonneneinstrah-
gen ist die Voraussetzung von z.B. Risiko eines Absturzes, • Ozon lung, Lichtbogen, Sonstige
wirksamen und betriebsbezoge- Risiko verschüttet zu werden ● Bei gleichartigen Tätigkeiten beim Schweißen Gefährdungen
nen Arbeitschutzmaßnahmen. Sie ● Abschätzen und bewerten des oder Arbeitsplätzen (z.B. in Werk-
• Laserstrahlung,
ist Pflicht für jeden Unternehmer. Risikos anhand vorgegebener statt, Büro) nur eine Tätigkeit
z.B. bei der Arbeiten in
Schutzziele, z.B. in Vorschriften bzw. Arbeitsplatz musterhaft
Vermessung Über- und Unter-
und Regeln, bzw. nach Ermittlung beurteilen.
Vorgehensweise  mit geeigneten Methoden. ● Bei wechselnden Arbeitsbe- druck, in feuchtem
● Geeignete Schutzmaßnahmen dingungen und Arbeitsabläufen Milieu, mit heißen
● Festlegen/Abgrenzen der zu auswählen und festlegen, (z.B. auf einer Baustelle) die Medien/Ober-
untersuchenden Arbeitsbereiche, wo erforderlich/notwendig, musterhafte Anwendung prüfen flächen u.a.
z.B. Betriebsorganisation, Objekt, z.B. Seitenschutz, Verbau, PSA. und ggf. Gefährdungen für die
Baustelle, Werkstatt, und der dort ● Festgelegte Schutzmaßnahmen jeweilige Baustelle ermitteln und
auszuführenden Tätigkeiten. durch- und umsetzen, z.B. Anbrin- beurteilen. Dokumentation Unterstützung
● Ermitteln von Gefährdungen  gen des Seitenschutzes, Einbau
– objekt-/baustellenunabhängig, von Grabenverbauelementen, ● Ergebnis der Gefährdungs- ● Sicherheitsfachkraft, Sicher-
z.B. Einsatz nicht regelmäßig Bestimmen des Verantwortlichen, Wiederholung beurteilung, festgelegte Schutz- heitsbeauftragten, Betriebsarzt
geprüfter elektrischer Betriebs- Benutzen der persönlichen maßnahmen und Überprüfung und/oder Betriebsrat bei der Weitere Informationen:
mittel, unzureichende Unter- Schutzausrüstungen. ● bei Änderungen im Betriebs- schriftlich dokumentieren. Durchführung der Gefährdungs-
beurteilung hinzuziehen. BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
weisung der Beschäftigten. ● Wirksamkeit der Schutz - ablauf, BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
– objekt-/baustellenspezifisch maßnahmen überprüfen und ● bei neuen Arbeitsverfahren, ● Handlungshilfen der BG BAU BGI/GUV-I 5080
(systematisch) nach Gewerken ggf. anpassen. ● nach Unfällen und Beinahe- verwenden, z.B. CD-ROMs zur Arbeitsschutzgesetz
Gefährdungsbeurteilung. Betriebssicherheitsverordnung
und Tätigkeit, z.B. Mauer- unfällen. TRBS 1111 „Gefährdungsbeurteilung und
arbeiten, Erdbauarbeiten, sicherheitstechnische Bewertung“
Reinigungsarbeiten. ➭ Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
(GefStoffV)

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Symbolanwendung – Auszug Neue Kennzeichnung


Gefahrstoffe A7 Gefahren-
symbol
Kenn-
buch-
Gefahren-
bezeichnung
Begriffsbestimmung ● Die Verordnung zur
Kennzeichnung stabe (Eigenschaften)
nach Gefahrstoffverordnung Einstufung, Kennzeichnung und
Verpackung von Stoffen und
Beschäftigungsbeschränkung Gemischen (GHS-Verordnung)
äußerst schwere, akute oder chroni- löst die bisherigen Einstufungs-
T+ sehr giftig sche Gesundheitsschäden
und Kennzeichnungsregeln ab.
oder Tod
Für einige Stoffe gilt eine Über-
Ermittlungspflicht Verwendungsverbote gangszeit. Hersteller haben die
erhebliche akute oder chronische
T giftig
Gesundheitsschäden oder Tod Möglichkeit, die neuen Vorschrif-
1 ● Es muss festgestellt werden, ● Für bestimmte Stoffe gibt ten ab sofort anzuwenden.
ob es sich um einen Gefahrstoff es Verwendungsverbote oder ● Durch die GHS-Verordnung
im Sinne der Gefahrstoffver- -beschränkungen: gesundheits- akute oder chronische
2 Xn schädlich Gesundheitsschäden oder Tod
ändern sich die Kennzeichnungs-
ordnung handelt: Gefahrstoffe – Benzol elemente:
3 verfügen über bestimmte Eigen- – Asbest – Gefahrensymbole und Gefah-
schaften (Tabelle). – quarzhaltige Strahlmittel bewirkt in Berührung mit lebendem renbezeichnungen werden
– Teer C ätzend
Gewebe dessen Zerstörung durch Gefahrenpiktogramme
4
5 und Signalwörter ersetzt.
Kennzeichnung bewirkt Entzündung bei Berührung mit – R-Sätze werden durch H-Sätze
Beschäftigungs- Xi reizend
Haut und Schleimhäuten ersetzt.
● Gebinde oder Verpackungen beschränkungen – S-Sätze werden durch P-Sätze
müssen eine Kennzeichnung tra- ersetzt.
explosions-
gen, bestehend aus: ● Jugendliche dürfen Gefahrstof- E gefährlich
Explosionsgefahr ohne Luftsauerstoff
– Bezeichnung des Stoffes oder fen nur ausgesetzt sein, wenn
der Zubereitung  – dies zur Erreichung des Ausbil-
a) schnellerer Abbrand brennbarer
– Gefahrensymbol  und zuge- dungszieles erforderlich ist, Stoffe durch Sauerstoff-Abgabe
hörige Gefahrenbezeichnung – die Aufsicht eines Fachkundi- O brandfördernd
– Gefahrenhinweisen  gen gewährleistet ist, b) organische Peroxide
– Sicherheitsratschlägen  – der Arbeitsplatzgrenzwert
flüssig
– Hersteller, Einführer (Impor- unterschritten ist,
teur) oder Lieferant  – betriebsärztliche oder sicher-
F+ hochentzündlich Flammpunkt < 0° C
Siedepunkt < 35° C
● Gefährliche Stoffe und Zube- heitstechnische Betreuung
reitungen nur in zugelassenen sichergestellt ist. flüssig
Behältnissen aufbewahren und ● Werdende oder stillende F Flammpunkt < 21° C
lagern. Mütter dürfen mit Gefahrstoffen
● Beim Umfüllen von Original- nur Umgang haben, wenn der fest
gebinden in andere Behälter Arbeitsplatzgrenzwert unter- F nach kurzzeitiger Einwirkung einer
schritten ist. Zündquelle leicht entzündlich

leicht entzündlich
müssen diese wie das Original-
gebinde gekennzeichnet sein. ● Gebärfähige Arbeitnehmerin-
selbstentzündlich
nen dürfen mit Blei oder Quek- F Selbsterhitzung an Luft
ksilber nur Umgang haben, wenn und Entzündung
Sicherheitsdatenblatt der Arbeitsplatzgrenzwert einge-
halten wird. bei Berührung mit Wasser oder feuch-
● Das Sicherheitsdatenblatt ent- ● Werdende Mütter dürfen krebs- F ter Luft, Bildung hochentzündlicher
Weitere Informationen:
Gase
hält weitere Angaben zu erzeugenden, fruchtschädigen-
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
– Erster Hilfe, den oder erbgutverändernden flüssig BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
– Schutzmaßnahmen, Stoffen nicht ausgesetzt sein. entzündlich Flammpunkt Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
– Verhalten bei Störfällen u.a. 21…55° C Vorsorge
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
● Das Sicherheitsdatenblatt Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
umwelt- Veränderung der Beschaffenheit
muss auf der Baustelle vorhanden Vorsorgeuntersuchungen N gefährlich des Naturhaushaltes
(GefStoffV)
sein. Verordnung über die Einstufung, Kenn-
zeichnung und Verpackung von Stoffen
● Arbeitsmedizinische Vorsor- und Gemischen (GHS-Verordnung)
Quelle: Kühn-Birett
geuntersuchungen nach Ergebnis Info-Flyer Abr.Nr. 682
der Gefährdungsbeurteilung ver- Gesetz zum Schutz der arbeitenden
Jugend (J-Arb.Sch.G)
anlassen (Pflichtuntersuchung) Betriebssicherheitsverordnung
oder anbieten (Angebotsuntersu- Techn. Regeln Gefahrstoffe (TRGS)
chung). Hierzu Beratung durch Verordnung zum Schutz der Mütter am

den Betriebsarzt. ➭ Arbeitsplatz

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Gefahrstoffe A 181 Betriebsanweisung Nr.


Gem. §14 GEFSTOFFV
Baustelle/Tätigkeit:
Betrieb: MUSTER

Druckdatum:
Grundanforderungen/Maßnahmen
Stark lösemittelhaltige Verlegewerkstoffe,
toluolhaltig
GISCODE: S 6

Während der Arbeit


Gefahren für Mensch und Umwelt
● Nicht essen, trinken, rauchen. Einatmen oder Aufnahme durch die Haut kann zu Gesundheitsschäden führen. Kann die Atemwege,
● Hautkontakt vermeiden. Augen, Haut reizen. Vorübergehende Beschwerden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Konzentra-
● Beim Umfüllen in kleinere tionsstörungen, Appetitlosigkeit) möglich. Kann Rausch, Herzrhythmusstörung, Leberschaden, Nieren-
schaden, Augenschaden, Nervenschaden, Hirnleistungsstörung verursachen. Bei höheren Konzentratio-
Gebinde nur bruchfeste und nen Atem- und Herz-Kreislaufstillstand möglich. Toluol kann das Kind im Mutterleib schädigen! Das Pro-
beständige Behältnisse, z. B. dukt ist leichtentzündlich. Erhöhte Entzündungsgefahr bei durchtränktem Material (z.B. Kleidung, Putz-
Kunststoffbehälter, benutzen lappen). Vorsicht mit leeren Gebinden, bei Entzündung Explosionsgefahr!

r
und diese wie das Originalge- Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation vermeiden!
binde kennzeichnen.

te
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
● Spritzer beim Umfüllen ver-
meiden (z. B. durch Heber oder Arbeiten bei Frischluftzufuhr, vor allem im Bodenbereich! Bei Dämpfen mit Absaugung
Pumpen). Körperschutzmittel arbeiten! Nur ex-geschützte Be-/ Entlüftungsgeräte verwenden! Auf keinen Fall rauchen!

s
Von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Ex-Schutz) fernhalten, offene Flammen
benutzen. vermeiden, kriechende Dämpfe können auch in größerer Entfernung zur Entzündung führen!
● Benetzte Kleidungsstücke Schlag und Reibung vermeiden! Elektrische Geräte z.B. Nachtstromspeicheröfen abschalten;

u
sofort ausziehen. Kühlschränke und Schwachstromanlagen z.B. Klingeln abstellen! Arbeitsbereich abgrenzen.
● Verschmutzte Arbeitskleidung Schilder (Verbot offener Flammen, Ex-Gefahr) aufstellen! Vorratsmenge auf einen Schichtbe-
einschließlich des Schuhwerks darf beschränken! Gefäße nicht offen stehen lassen! Berührung mit Augen, Haut und
Kleidung vermeiden! Produktreste von der Haut entfernen! Nach Arbeitsende und vor jeder

M
muss getrennt von Straßen-
Pause Hände gründlich reinigen! Hautpflegemittel verwenden! Verunreinigte Kleidung wech-
kleidung aufbewahrt und regel- seln! Nach Arbeitsende Kleidung wechseln! Beschäftigungsbeschränkungen beachten!
mäßig gereinigt werden. Augenschutz: Bei Spritzgefahr: Gestellbrille!
● Hautschutz beachten: Handschutz: Handschuhe aus Butylkautschuk.
Vor der Arbeit und nach den Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert!
Pausen gezielter Hautschutz, Atemschutz: Ausschließlich umgebungsluftunabhängiges Atemschutzgerät verwenden!
Hautschutz: Für alle unbedeckten Körperteile fettfreie oder fettarme Hautschutzsalbe verwenden.
nach der Arbeit und vor den
Pausen richtige Hautreinigung, Verhalten im Gefahrenfall
nach der Reinigung und am
Arbeitsende Hautpflegemittel Mit Spachtel aufnehmen, aushärten lassen und entsorgen! Reste z.B. mit Sand abstreuen und mecha-
nisch entfernen. Produkt ist brennbar, geeignete Löschmittel: Kohlendioxid, Löschpulver, Schaum oder
verwenden. Wasser im Sprühstrahl (kein Vollstrahl)! Bei Brand in der Umgebung Behälter mit Sprühwasser kühlen!
Zuständiger Arzt:
Unfalltelefon:
Vorsorgeuntersuchungen Erste Hilfe
Vor der Arbeit Hinweise zu den Gefahren und
Schutzmaßnahmen zu erfragen.
● Arbeitsmedizinische Vorsor- Bei jeder Erste-Hilfe-Maßnahme: Selbstschutz beachten und umgehend Arzt verständigen.
● Feststellen, ob es sich um Beispiel: Wenn der Gefahrstoff Nach Augenkontakt: 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern spülen oder Augen-
geuntersuchungen nach Ergebnis
einen Gefahrstoff handelt und unter speziellen Bedingungen spüllösung nehmen. Immer Augenarzt aufsuchen!
der Gefährdungsbeurteilung ver-
prüfen, ob ein anderer, gesund - vom Verwender eingesetzt wird. Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidung sofort ausziehen. Mit viel Wasser und Seife reinigen.
anlassen (Pflichtuntersuchungen) Keine Verdünner!
heitlich ungefährlicherer Stoff ● Betriebsanweisung erstellen
oder anbieten (Angebotsunter- Nach Einatmen: Frischluft! Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten (Zahnprothesen,
verwendet werden kann. (Infor- (Muster einer Betriebsanweisung
suchungen). Hierzu Beratung Erbrochenes entfernen, stabile Seitenlagerung), Atmung und Puls überwachen.
mationen beim Hersteller oder siehe Rückseite). Hierbei ist Ihre Bei Atem- oder Herzstillstand: künstliche Beatmung und Herzdruckmassage.
durch den Betriebsarzt.
Fachhandel einholen.) Berufsgenossenschaft behilflich.
● Falls ein Gefahrstoff verwen- ● Beschäftigte anhand der
➭ Nach Verschlucken: Kein Erbrechen auslösen, nichts zu trinken geben.
Ersthelfer:
det werden muss, Produktinfor- Betriebsanweisung vor Arbeits- Weitere Informationen:
mation und Sicherheitsdaten- einsatz, mindestens jedoch Sachgerechte Entsorgung
blatt beim Hersteller, Lieferan- einmal jährlich und vor Einsatz BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ Nicht in Ausguss oder Mülltonne schütten!
BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
ten oder Importeur anfordern. eines neuen Produktes, über die Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Zur Entsorgung sammeln in:
● Enthält das Sicherheitsdaten- Gefahren unterweisen. Vorsorge Nicht ausgehärtete Produktreste:
blatt nur unzureichende Angaben, ● Beschäftigte über Erste-Hilfe- BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ Ausgehärtete Produktreste:
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen Restentleerte Gebinde:
sind beim Hersteller ergänzende Maßnahmen unterrichten. (GefStoffV) Gebinde mit nicht ausgehärteten Produktresten:
Technische Regeln Gefahrstoffe (TRGS)

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Sporen- und Staubkonzentration


Schimmelpilze A 211 1

bei der Schwach


z.B. Fugen,
Mittel
z.B. Putzfräse
Stark
z.B. Abstemmen

Gebäudesanierung Dichtungen, Tapeten


entfernen
mit Absaugung,
Entrümpelung

Dauer der Tätigkeit

< 2 Stunden > 2 Stunden

Ohne Gefährdungs- Gefährdungs- Gefährdungs-


besondere klasse 1 klasse 2 klasse 3
Gefährdung

● Schwarz-Weiß-Trennung: – Gefährdungsklasse 2 und 3:


– Gefährdungsklasse 1: Partikeldichte, luftdurchlässige
Getrennte Aufbewahrung von Einwegschutzkleidung der
Arbeits- und Straßenkleidung. Kategorie III, Typ 5 mit Kapuze
– Gefährdungsklasse 2: tragen. In Einzelfällen wasser-
Abdichtung des Übergangs dichte Schutzkleidung.
vom Schwarz- in den Weiß- ● Handschutz:
bereich, Kennzeichnung des Bei Feuchtarbeit flüssigkeits-
kontaminierten Bereichs, Reini- dichte Handschuhe tragen.
gung z.B. von Werkzeugen im
Schwarzbereich.
– Gefährdungsklasse 3: Vorsorgeuntersuchungen
Allgemeine Hinweise – Entzündliche Rötung der Haut ● Fachkundige Beratung ist Ein- oder Mehrkammer-
● Viele Schimmelpilze bilden toxi- nötig, wenn keine erforderlichen Schleuse. Arbeitsmedizinische Vorsorgeun-
● Schimmelpilze, besonders deren sche (giftige) Stoffe, so genannte Kenntnisse vorliegen. ● Atemschutz: tersuchungen nach Ergebnis der
Sporen, können bei Aufräum-, Mykotoxine. – Gefährdungsklasse 1: P2-Filter Gefährdungsbeurteilung veranlas-
Abbruch- und Sanierungsarbeiten ● Toxine können sich auch in den (Empfehlung: TM2P). sen (Pflichtuntersuchungen) oder
freigesetzt werden und in die Baustoffen anreichern und bei Allgemeine – Gefährdungsklasse 2: anbieten (Angebotsuntersuchun-
Atemluft gelangen. staubintensiver Bearbeitung (z.B. Schutzmaßnahmen P2-Filter (Empfehlung: P2 mit gen). Hierzu Beratung durch den
● Schimmelpilze zählen entspre- Schleifen, Fräsen) freigesetzt Gebläse TH2P). Betriebsarzt.
chend der Biostoffverordnung zu werden. Sie können z.B. Nieren, ● Grundsätzlich sind in allen – Gefährdungsklasse 3:
den Biologischen Arbeitsstoffen. Leber, Blut, das Nerven- oder das Gefährdungsklassen die Mindest- TM3P und staubdichte Schutz-
Immunsystem schädigen. anforderungen der Allgemeinen brille oder Vollmaske.
● Das Infektionsrisiko spielt bei Hygienemaßnahmen durchzuführen. ● Augenschutz:
Gefährdung Schimmelpilzen eine untergeord- – Gefährdungsklasse 1 und 2:
nete Rolle. Nur bei Spritzwasserbildung
● Aufnahmepfade: Technische und organisato- oder Arbeit über Kopf.
– Atemwege rische Schutzmaßnahmen – Gefährdungsklasse 3: Augen-
– Mund Gefährdungsbeurteilung schutz immer erforderlich.
– Haut/Schleimhäute ● Vermeidung der Verschleppung ● Schutzkleidung:
● Schimmelpilze können sensi- ● Die Gefährdung ist abhängig z.B. durch Abdeckung von Mobi- – Gefährdungsklasse 1:
bilisierend wirken und in der Folge von der Staub- und Sporenkon- liar, staubdichte Abtrennung des Empfehlung: Partikeldichte, Weitere Informationen:
allergische Reaktionen auslösen. zentration sowie von der Tätig- Arbeitsbereiches. luftdurchlässige Einwegschutz-
Biostoffverordnung
Symptome einer Allergie sind: keitsdauer . Entsprechend der ● Entsprechende Betriebsanwei- kleidung der Kategorie III, TRBA 500 „Allgemeine Hygiene:
– Augenjucken und -tränen zu erwartenden Gefährdung sung erstellen und Beschäftigte Typ 5 mit Kapuze. Mindestanforderungen“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
– Fließschnupfen erfolgt eine Einstufung in vier unterweisen. Vorsorge
– trockener Husten Gefährdungsklassen, aus denen ● Belüftung: Bei Gefährdungs- BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
BGI 858: „Gesundheitsgefährdung
– Atemnot sich entsprechende Schutzmaß- klasse 3 technische Be- und Ent- durch biologische Arbeitsstoffe bei der
nahmen ergeben. lüftung. ➭ Gebäudesanierung“

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Verunreinigung A 212

durch Tauben

Allgemeine Hinweise

● Verwilderte Tauben leben in leer


stehenden Gebäuden, Dachböden,
Mauervorsprüngen, Fensternischen,
Brücken und Industrieanlagen.
● Verunreinigungen bestehen aus
dem ausgeschiedenen Kot, Nest-
resten, Federn und verendeten
Tieren.
● Verunreinigungen können ver-
schiedene Infektionen verursachen:
– Lungenentzündungen,
z.B. Papageienkrankheit
– Durchfallserkrankungen.
● Bei Reinigungs-, Wartungs-
und Reparaturarbeiten können
Beschäftigte mit diesen gesund-
heitsschädlichen Verunreinigun- ● Vor Pausen und nach Beendi- ● In abgeschlossenen Räumen,
gen in Kontakt kommen. gung der Tätigkeiten Hände z.B. Brückenkästen, kann auch
waschen. umgebungsluftunabhängiger
● Maßnahmen zur Vermeidung Atemschutz notwendig sein.
Gefährdungsbeurteilung oder Reduktion von Aerosolen, ● Entsprechende Betriebsanwei-
Stäuben und Nebel ergreifen. sung erstellen und die Beschäf-
● Infektionen über verschiedene tigten unterweisen.
Aufnahmewege:
– Mund Technische und organisato-
– Atemluft (Infektionserreger in rische Schutzmaßnahmen Vorsorgeuntersuchungen
Stäuben)
– Haut oder Schleimhäute ● Je nach Größe der Sanierung Arbeitsmedizinische Vorsorgeun-
● Mögliche allergisierende oder Schwarz/Weiß-Anlage mit Schleuse. tersuchungen nach Ergebnis der
toxische Wirkungen durch: ● Wasch-, Umkleide- und Aufent- Gefährdungsbeurteilung veranlas-
– Parasiten (Taubenzecken haltsmöglichkeiten bereitstellen. sen (Pflichtuntersuchungen) oder
und -milben) ● Nicht mit dem Besen reinigen. anbieten (Angebotsuntersuchun-
-– Staub (Ausscheidungen, Haut- ● Zur Reinigung verunreinigter gen). Hierzu Beratung durch den
bestandteile, Federpartikel, Flächen Industriesauger mit Filter- Betriebsarzt.
Schimmelpilze) patronen der Kategorie H ent-
● Ätzende Wirkung des sprechend DIN EN 60335-2-65
Taubenkots. oder vergleichbare Geräte ver-
● Fachkundige Beratung ist wenden.
nötig, wenn keine erforderlichen ● Um keinen Staub freizusetzen,
Kenntnisse vorliegen. Taubenkot vor dem Absaugen Weitere Informationen:

anfeuchten, wenn er vom Unter- BGV A1 „Grundsätze der Prävention


grund gelöst werden muss. BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
Biostoffverordnung
Allgemeine Schutzmaßnahmen ● Bei Tätigkeiten mit Spritz- Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
wasserbildung gebläseunter- Vorsorge
● Waschgelegenheiten zur Verfü- stützte Vollmasken verwenden. BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
TRBA 500 „Allgemeine Hygiene:
gung stellen. ● Bei erhöhter Exposition Mindestanforderungen“
Vollmaske der Schutzstufe TM3P BGI 892 „Gesundheitsgefährdung durch
einsetzen. Taubenkot“

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Lagerung von A 174 Abmessungen der Schutzbereiche für


brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien
mit 2

Druckgasflaschen
im Freien h ≥ 1,00 m
Gase, leichter als Luft
r
≥ 1,00 m

Abmessungen der Schutzbereiche für Druckgasflaschen mit 3


brennbaren Gasen bei der Lagerung im Freien

Gase, schwerer als Luft


h ≥ 0,50 m r
≥ 1,00 m

● Unzulässig ist die Lagerung in: Ausnahme: Flüssiggasflaschen ● Bei Druckgasflaschen mit
– engen Höfen müssen stehend gelagert wer- brennbaren Gasen dürfen sich im
– Durchgängen und Durchfahrten den. Schutzbereich   keine Zünd-
– in der Nähe von Gruben Kanä- ● Stehende Druckgasflaschen quellen, Gruben, Kanäle, Boden-
len, Abflüssen und tiefer lie- gegen Umfallen und Herabfallen abläufe, Kellerniedergänge befin-
genden Räumen sichern. den.
● Betreten des Lagers durch Un- ● Ventile mit Schutzkappen und ● Der Schutzbereich darf sich
befugte ist untersagt. Ein entspre- ggf. Verschlussmuttern sichern. nicht auf Nachbargrundstücke
chendes Hinweisschild ist am Zu- ● Das Umfüllen von Druckgasen und öffentliche Verkehrsflächen
gang zum Lager anzubringen . in Lägern ist unzulässig. erstrecken.
● Es muss ein Feuerlöscher ● Läger auf nicht umfriedeten ● Schutzbereich nur an max.
leicht erreichbar vorhanden sein. Grundstücken im Freien sind ein- zwei Seiten durch mindestens
● Druckgasflaschen möglichst zuzäunen. 2,00 m hohe öffnungslose
stehend lagern. Bei liegender ● Sicherheitsabstand ≥ 5,00 m Schutzwände aus nicht brenn-
Lagerung Flaschen gegen Fort- zu benachbarten Anlagen und barem Material einengen. Weitere Informationen:
rollen sichern. Einrichtungen einhalten, wenn
Technische Regeln Druckgase TRG 280
● Druckgasflaschen vor Sonnen- hiervon Gefahren, z.B. gefährli- DVS*-Merkblatt 0212
einstrahlung geschützt lagern. che Erwärmungen, ausgehen * DVS = Deutscher Verband für Schwei-
können. ßen und verwandte Verfahren

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Diese Einrichtungen dürfen auch Fehlerstrom-Schutzeinrichtun- Leuchten


Elektrische Anlagen B 10 über Steckvorrichtungen in Haus-
installationen betrieben werden.
gen (Typ B) mit I N 500 mA
oder über einen Trenntransfor- ● Bauleuchten müssen mindes-
und Betriebsmittel auf matoren betrieben werden,
– frequenzgesteuerte Betriebs-
tens sprühwassergeschützt aus-
geführt sein. Sie sollen für rauen
Bau- und Montagestellen Schutzmaßnahmen bei
indirektem Berühren
mittel durch Festanschluss
oder über Sondersteckvorrich-
Betrieb geeignet sein.
● Hand-/Bodenleuchten, ausge-
tungen angewendet werden, nommen solche für Schutzklein-
● TT-System und TN-S-System die Abschaltbedingungen ein- spannung, müssen schutzisoliert
1 – Stromkreise mit Steckvorrich- gehalten sind und und strahlwassergeschützt aus-
tungen AC 32 A über Fehler- nachgeschaltete Stromkreise geführt sein.
strom-Schutzeinrichtungen (RCD) keine Steckvorrichtungen ent-
mit einem Bemessungsfehler- halten,
strom I N 30 mA betreiben. – Stromkreisen mit allstromsen- Symbole auf elektrischen
– Andere Stromkreise mit Steck- sitiven Fehlerstrom-Schutzein- Betriebsmitteln
vorrichtungen über Fehlerstrom- richtungen (Typ B) keine puls- Gefährliche
Schutzeinrichtungen (RCD) mit stromsensitiven Schutzeinrich- elektrische Spannung
einem Bemessungsfehlerstrom tungen (Typ A) vorgeschaltet
I N 500 mA betreiben. sind. Schutzisoliert
● IT-Systeme nur mit Isolations- (Schutzklasse II)
überwachung betreiben.
● Weitere Schutzmaßnahmen: Elektrische Leitungen Schutzkleinspannung
Als Schutzmaßnahme hinter Spei- (Schutzklasse III)
sepunkten ist auch zulässig: ● Als bewegliche Leitungen sind
– Schutzkleinspannung (SELV) Gummischlauchleitungen HO7RN-
– Schutztrennung F oder gleichwertige Bauarten zu Trenntransformator
(Schutztrennung)
– Betrieb von Ersatzstromversor- verwenden.
gungsanlagen ● Anschlussleitungen bis 4 m
Explosionsgeschützte,
Länge von handgeführten baumustergeprüfte Betriebs-
Elektrowerkzeugen sind auch in mittel
Zusätzliche Hinweise der Bauart HO5RN-F zulässig.
Für rauen Betrieb
für frequenzgesteuerte ● Leitungen, die mechanisch
Betriebsmittel besonders beansprucht werden,
sind geschützt zu verlegen, Staubgeschützt
● Frequenzgesteuerte Betriebs- z.B. unter festen Abdeckungen.
mittel können Schutzmaßnahmen ● Leitungsroller sollen aus Iso-
beeinträchtigen oder unwirksam lierstoff bestehen. Sie müssen Regengeschützt
machen. Dies kann verhindert (Sprühwassergeschützt)
eine Überhitzungs-Schutzeinrich-
werden, wenn: tung haben. Die Steckdosen
Errichtung – regelmäßig entsprechend den ● Steckdosen in Hausinstalla- – frequenzgesteuerte einphasige müssen spritzwassergeschützt Spritzwassergeschützt
und Instandsetzung Prüffristen. tionen dürfen nicht verwendet Betriebsmittel AC 230 V/16 A, ausgeführt sein.
werden. z.B. Rüttler, HF-Werkzeuge,
● Elektrische Anlagen und über pulsstromsensitive Fehler- Strahlwasser-
strom-Schutzeinrichtungen (Typ Installationsmaterial geschützt
Betriebsmittel dürfen nur von Speisepunkte
Elektrofachkräften oder von elek- Speisepunkt für kleine A) mit I N 30 mA betrieben
trotechnisch unterwiesenen Per- ● Elektrische Betriebsmittel Baustellen werden, ● Steckvorrichtungen sind nur
sonen unter Leitung und Aufsicht müssen von besonderen Speise- – frequenzgesteuerte Betriebs- mit Isolierstoffgehäuse und nach
Weitere Informationen:
von Elektrofachkräften errichtet, punkten aus mit Strom versorgt ● Werden elektrische Betriebs- mittel mit Steckvorrichtungen folgenden Bauarten zulässig:
verändert und instand gehalten werden. Als besondere Speise - mittel nur einzeln benutzt bzw. AC 400 V mit I N 32 A nur – Steckvorrichtungen, zweipolig BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebs-
werden punkte gelten z.B.: sind die Bauarbeiten geringen über allstromsensitive Fehler- mit Schutzkontakt mittel“ mit Durchführungsanweisungen
BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer
– Baustromverteiler  Umfangs, dürfen als Speise- strom-Schutzeinrichtungen (Typ – CEE-Steckvorrichtungen, Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und
– der Baustelle zugeordnete Ab - punkte auch B) mit I N 30 mA oder über 5-polig Montagestellen“
einen Trenntransformator be- ● Schalter und Steckvorrichtun- BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsver-
Prüfung zweige ortsfester elektrischer – Kleinstbaustromverteiler, änderlicher elektrischer Betriebsmittel“
Anlagen – Schutzverteiler, trieben werden, gen müssen mindestens spritz- BGI 594 „Einsatz von elektrischen
● Elektrische Anlagen und – Transformatoren mit getrenn- – ortsveränderliche Schutzein- – frequenzgesteuerte Betriebs- wassergeschützt ausgeführt sein Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer
mittel, die über Steckvorrich- und eine ausreichende mechani- Gefährdung“
Betriebsmittel sind zu prüfen ten Wicklungen richtungen Elektrotechnische Regeln (DIN VDE-Bestim-
– nach Errichtung, Veränderung – Ersatzstromversorgungs- verwendet werden. tungen AC 400 V mit IN > 32 A sche Festigkeit besitzen. mungen)
und Instandsetzung, anlagen bis 63 A angeschlossen Betriebssicherheitsverordnung
➭ werden, über allstromsensitive TRBS 2131 „Elektrische Gefährdungen“
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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 21

Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Ortsveränderliche


Elektrische Anlagen B 11 Betriebsmittel nach Tabelle 1B, BGV A3 elektrische Betriebsmittel

und Betriebsmittel Anlage/Betriebsmittel Prüffrist


Richt- und Maximal-
werte
Art der Prüfung Prüfer
Ortsveränderliche elektrische
Betriebsmittel sind solche, die
Wiederholungsprüfungen während des Betriebes bewegt
ortsveränderliche elek- Richtwert 6 Monate, auf ordnungs- Befähigte Person werden oder die leicht von ei-
trische Betriebsmittel auf Baustellen gemäßen (Elektrofachkraft)
nem Platz zum anderen gebracht
(soweit benutzt) 3 Monate 4). Zustand
Wird bei Prüfungen werden können, während sie
Elektrische Anlagen und Betriebs- Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen an dem Versorgungsstromkreis
Verlängerungs- eine Fehlerquote
mittel sind regelmäßig gemäß und Betriebsmittel nach Tabelle 1A, BGV A3
und Geräteanschluss- < 2 % erreicht, kann angeschlossen sind.
Betriebssicherheitsverordnung leitungen mit Steck- die Prüffrist entspre-
durch befähigte Personen Anlage/Betriebsmittel Prüffrist Art der Prüfung Prüfer vorrichtung chend verlängert
(Elektrofachkräfte) zu überprüfen Elektrische Anlagen und 4 Jahre auf ordnungs- Elektrofachkraft 3) werden.
und durch Prüfetikett, Banderole ortsfeste Betriebsmittel gemäßen Anschlussleitungen mit Maximalwert:
Stecker Auf Baustellen, in
o. Ä. zu kennzeichnen. Die Prüfun- Zustand
Fertigungsstätten
gen sind nachzuweisen. bewegliche Leitungen oder unter ähnlichen
Elektrische Anlagen und 1 Jahr
ortsfeste elektrische Be- mit Stecker und Festan- Bedingungen 1 Jahr.
triebsmittel in „Betriebs- schluss In Büros oder unter
Ortsfeste elektrische stätten, Räumen und Anla- ähnlichen Bedingun-
gen 2 Jahre.
Anlagen und Betriebsmittel gen besonderer Art“, z.B.
Baustellen
4) Unternehmer, die diese variable Regelung nicht in Anspruch nehmen wollen, erfüllen die Anforde-
Ortsfeste elektrische Betriebs- Schutzmaßnahmen mit 1 Monat auf Elektrofachkraft rungen auch, wenn die Prüffristen in der nachfolgenden Tabelle eingehalten werden.
mittel sind fest angebrachte Be- Fehlerstrom-Schutzein- Wirksamkeit oder elektrotech-
triebsmittel oder Betriebsmittel, richtungen in nichtsta- nisch unterwiesene
die keine Tragevorrichtung tionären Anlagen 2) Person bei Verwen- Betriebsspezifische Wiederholungsprüfungen
haben und deren Masse so groß dung geeigneter ortsveränderlicher Betriebsmittel auf Baustellen nach BGI 608
Mess- und Prüf-
ist, dass sie nicht leicht bewegt geräte 3) Betriebsbedingungen Beispiele/Baustelle Frist
werden können. Dazu gehören
auch elektrische Betriebsmittel, Fehlerstrom-, Differenz- auf einwand- Benutzer Betriebsmittel, Schleifen von Metallen (Aluminium, wöchentlich
die vorübergehend fest ange- strom und Fehlerspan- freie Funktion die sehr hohen Bean- Magnesium und gefetteten Blechen),
nungs-Schutzschalter durch Betätigen spruchungen unterlie- Verwendung in Bereichen mit leit-
bracht sind und über bewegliche – in stationären Anlagen 1) der Prüfein- gen fähigen Stäuben
Anschlussleitungen betrieben – in nichtstationären Anla- 6 Monate richtung
werden. gen 2) arbeitstäglich Nassschleifen von nichtleitenden Mate- 3 Monate
Für Festlegungen hinsichtlich rialien,
Prüffrist und Prüfer ortsfester Kernbohren,
elektrischer Anlagen und 1) Stationäre Anlagen sind solche, die mit ihrer Umgebung fest verbunden sind, z.B. Installationen Stahlbau,
in Gebäuden, Baustellenwagen, Containern und auf Fahrzeugen. Tunnel- und Stollenbau
Betriebsmittel kann sich der 2) Nichtstationäre Anlagen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie entsprechend ihrem bestimmungs-
Unternehmer an der Tabelle 1A gemäßen Gebrauch nach dem Einsatz wieder abgebaut (zerlegt) und am neuen Einsatzort wieder normaler Betrieb Hochbau, 6 Monate
aufgebaut (zusammengeschaltet) werden. Hierzu gehören z.B. Anlagen auf Bau- und Montagestel-
(BGV A3) orientieren. len, fliegende Bauten. Innenausbau,
allgemeiner Tiefbau,
3) Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen obliegt einer Elektro-
fachkraft. Stehen für die Mess- und Prüfaufgaben geeignete Mess- und Prüfgeräte zur Verfügung, Elektroinstallation,
dürfen auch elektrotechnisch unterwiesene Personen unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofach- Sanitär- und
kraft Teilprüfungen durchführen. Heizungsinstallation,
Holzausbau

Als Kriterium zur Festlegung der Weitere Informationen:


Prüffristen gilt TRBS 1201 Punkt
3.5. Zur Orientierung kann aber BGV A3 „Elektrische Anlagen und Betriebs-
mittel“ mit Durchführungsanweisungen
auch die Tabelle 1B der Durchfüh- BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer
rungsanweisung zur BGV A3 ver- Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und
wendet werden. Montagestellen“
BGI 600 „Auswahl und Betrieb ortsver-
änderlicher elektrischer Betriebsmittel“
Elektrotechnische Regeln (DIN VDE-Bestim-
mungen)
Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln“
TRBS 1203 Teil 1 „Befähigte Personen –
Besondere Anforderungen – Elektrische
➭ Gefährdungen“

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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 23

Vorsorgeuntersuchungen
Handtrenn- B 20 7
● Arbeitsmedizinische Vorsor-
schleifmaschinen geuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung ver-
anlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsunter-
suchungen). Hierzu Beratung
5 durch den Betriebsarzt.
Kennzeichnung von Schleif-
körpern für erhöhte Arbeits-
1 höchstgeschwindigkeiten

Hersteller, Lieferer, 2 Arbeitshöchst- Farbstreifen


Einführer oder deren gesetzl. geschwindig- (Anzahl und
geschütztes Warenzeichen keiten (m/s) Kennfarbe)
6
Benennung: 50 blau
63 gelb
Abmessungen: Prüfzeichen
80 rot
oder Nummer
Bindung: der Konformitäts- 100 grün
erklärung
125 blau + gelb
Härte: ...........m/s= 140 blau + rot
Korn: 160 blau + grün
.............U/min. 3
180 gelb + rot
bei...........................mm Ø
200 gelb + grün
Raum für zusätzl. vorgeschriebene 225 rot + grün
Eintragung z. B. Verwendungs-
einschränkungen (VE) 250 2 x blau
280 2 x gelb
320 2 x rot
360 2 x grün

Betrieb

● Zum Aufspannen nur gleich


4 Spannflansch große, zur Maschine gehörende
Spannflansche verwenden und mit
Spezialschlüssel aufspannen .
Empfehlung: mindestens 41 mm
Durchmesser ! Vor dem Aufspan-
1 Trennscheibe 4 Flanschmutter nen Klangprobe durchführen. 5
● Handtrennschleifmaschinen
Ordnungsgemäß aufgespannte Trennscheibe bis 230 mm müssen mit Schutzhauben aus-
Außendurchmesser gerüstet sein . 4
● Werkstücke vor dem Bear-
Kennzeichnung ● Drehzahl der Schleifmaschine beiten sicher festlegen. Beim
mit zulässiger Umdrehungszahl Arbeiten sicheren Standplatz
● Nur gekennzeichnete Schleif- der Trennscheibe vergleichen. einnehmen .
maschinen und Trennscheiben Sie darf nicht höher sein als die ● Maschine stets beidhändig
verwenden . der Trennscheibe . führen – nicht verkanten !
● Kennzeichnung für erhöhte ● Schleifwerkzeuge, die nicht für ● Trennscheiben nicht zum 6
Umfangsgeschwindigkeit beach- alle Einsatzzwecke geeignet Seitenschleifen verwenden.
ten: sind, müssen mit entsprechenden ● Schutzbrille  und Gehör-
Weitere Informationen:
Zusätzliche Farbstreifen . Verwendungseinschränkungen schutz benutzen.
● Richtige Trennscheibe ent- (VE) gekennzeichnet sein. ● Wenn gesundheitsgefähr- BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
dende Stäube entstehen, Atem- Betriebssicherheitsverordnung
sprechend der auszuführenden Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Arbeit auswählen. schutz verwenden. Vorsorge
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“

07/2010 23 24
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 25

Schlagbohr- und B 21
Stemmgeräte

● Gerät erst nach völligem


Stillstand ablegen.
4 5

Persönliche Schutzaus-
rüstungen
3
● Gehörschutz verwenden .
● Bei Gefährdung durch ab-
springende Teile Augenschutz
tragen .
● Bei Gefährdung durch
gesundheitsgefährlichen Staub
geeigneten Atemschutz tragen
(Partikelfilter P2 oder P3).

Vorsorgeuntersuchungen

● Arbeitsmedizinische Vorsor-
geuntersuchungen nach Ergebnis
der Gefährdungsbeurteilung ver-
anlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsunter-
suchungen). Hierzu Beratung
durch den Betriebsarzt.

1
2

● Möglichst nur rückstoßarme ● Vor dem Trennen der Verbin-


und schallgedämpfte Geräte dungen von Druckluftleitungen
verwenden . diese drucklos machen.
● Stumpfe Meißel oder abgebro- ● Immer einen sicheren Stand-
chene Werkzeuge auswechseln. platz wählen. Stemmarbeiten
● Bewegliche Anschlussleitun- nicht von Leitern und Hubarbeits-
Weitere Informationen:
gen gegen mechanische Beschä- bühnen ausführen.
digung schützen. ● Zusatzgriffe benutzen . BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
● Schlauchverbindungen ● Verdeckte Leitungen vor dem BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
Betriebssicherheitsverordnung
(Kupplungen) bei Druckluftgeräten Bohren mit Magnet- und Leitungs- Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
gegen unbeabsichtigtes Lösen suchgerät orten. Vorsorge
sichern . ● Schalterarretierung nur BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverord-
bei Arbeiten mit Bohrgestellen nung (LärmVibrations-ArbSchV)
betätigen. BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“

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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 27

– die für den Einsatz von Bag- ● Bei Wartungs-, Umrüst- und
Bagger B 72 gern erforderlichen Vorschrif-
ten, Regeln und Informationen
Instandsetzungsarbeiten Arbeits-
einrichtungen, z.B. Tieflöffel, ge-
4

(Betriebsanleitung des Herstel- gen unbeabsichtigtes Bewegen


lers) zur Verfügung zu stellen sichern.
und verständlich zu vermitteln, ● Beim Wechsel von Anbauge-
– sich vom Maschinenführer die räten mit Schnellwechseleinrich-
Befähigung zum Führen und tung muss die Verriegelung über-
Warten von Baggern nachwei- prüft werden
1 2 sen zu lassen.
4
● Der Maschinenführer muss
– die Betriebsanleitung kennen Prüfungen
und diese am Fahrerplatz oder
an der Verwendungsstelle ● Art, Umfang und Fristen erfor-
leicht zugänglich aufbewahren, derlicher Prüfungen festlegen
– den Bagger bestimmungsge- (Gefährdungsbeurteilung) und
Gefahrbereich mäß benutzen und einhalten, z.B.
– festgestellte Mängel dem Auf- – vor Beginn jeder Arbeitsschicht sicherung eingesetzt werden,
>
= 0,50 m sichtführenden mitteilen. auf augenfällige Mängel durch wenn der Hersteller diesen
● Zur Vermeidung von Quetsch- den Baggerführer, Einsatz als bestimmungsgemäß
gefahren Sicherheitsabstand von – vor der ersten Inbetriebnahme erklärt hat.
mindestens 0,50 m zwischen und nach Bedarf, mind. 1 x ● Seilbagger müssen folgende
sich bewegenden Teilen des jährlich durch eine befähigte Sicherheitseinrichtungen haben:
Baggers und festen Teilen der Person (z.B. Sachkundiger). – Sicherungen gegen unbeab-
Umgebung einhalten . ● Ergebnisse dokumentieren. sichtigtes Zurücklaufen der
Erdbaumaschinen, die ab 2009 ● Vor Beginn von Aushubarbei-
3 Last
erstmals in Verkehr gebracht ten Art und Lage von Ver- und – Notendhalteinrichtungen für die
wurden (z.B. Kamera-/Monitor- Entsorgungsleitungen feststellen. Vorsorgeuntersuchungen Aufwärtsbewegung der Hub-
systeme ).
und Auslegereinziehwerke
– organisatorisch: Einsatz von ● Beim Führen von Baggern – Lastmomentbegrenzer
Einweisern oder Sicherungs- wird eine arbeitsmedizinische Vor-
posten, Absperrung des sorgeuntersuchung empfohlen.
Gefahrbereiches
Zusätzliche Hinweise für
– ergänzend personenbezogen:
Bagger bei Abbrucharbeiten
Tragen von Warnwesten Zusätzliche Hinweise für
1,50 m ● Der Maschinenführer hat bei Bagger im Hebezeugeinsatz ● Fahrerplatz gegen herab-
Gefahr für Personen die Gefahr
fallende Gegenstände sichern,
bringende Bewegung zu stoppen ● Last nicht über Personen hin-
1m z.B. durch normgerechte Schutz-
und Warnzeichen zu geben. wegführen. aufbauten (Schutzdach und
● Für Personen im Umfeld des ● Angeschlagene Lasten mit Frontschutz).
Baggers gilt: Leitseilen/Leitstangen führen.
● Personen dürfen sich grund- lage einer Gefährdungsbeur - ● Nur Abbruchgeräte mit aus-
– festgelegte Maßnahmen beach- ● Begleitpersonen zum Führen
sätzlich nicht im Fahr- oder teilung Maßnahmen festgelegt reichender Reichhöhe einsetzen.
ten der Last und Anschläger müssen
Schwenkbereich (Gefahrbereich) hat (Betriebsanweisung). ● Tragfähigkeit des Untergrun-
– vor Betreten des Gefahrberei- sich im Sichtbereich des Maschi-
aufhalten . ● Sichtfeld überprüfen: ches Kontakt mit Maschinen-
des feststellen, z.B. bei Arbeiten
● Sicherheitsabstand zu Graben- nenführers außerhalb des Fahr- auf Geschossdecken.
● Nicht unter die angehobene – der Fahrer muss einen leicht führer aufnehmen kanten einhalten. weges aufhalten. ● Sicherheitsabstände zwischen
Arbeitseinrichtung oder die ge - gebückten Menschen – Arbeitsweise miteinander ● Bei geböschten Baugruben ● Hydraulikbagger müssen mit Geräten und abzubrechenden
hobene Last treten. (ca. 1,50 m hoch), der im abstimmen und Gräben folgende Sicherheits- Überlastwarneinrichtung und am Bauteilen einhalten.
● Der Maschinenführer darf mit Abstand von einem Meter zur ● Maschinenführer müssen min- abstände einhalten: Auslegerzylinder mit Leitungs-
dem Bagger nur Arbeiten aus - Baumaschine arbeitet, sehen. destens 18 Jahre alt, zuverlässig – bis 12,0 t Gesamtgewicht bruchsicherung ausgestattet sein.
führen, wenn sich keine Perso- Ist das nicht der Fall, müssen sowie körperlich und geistig
nen im Gefahrbereich aufhalten  1,00 m ● Die Überlastwarneinrichtung Weitere Informationen:
für diese Maschinen geeignet sein. – über 12,0 t bis 40 t Gesamtge- muss im Hebezeugbetrieb ein-
und er den Fahrweg einsehen besondere Schutzmaßnahmen ● Der Unternehmer hat: Betriebssicherheitsverordnung
wicht  2,00 m geschaltet sein.
kann. ergriffen werden . – den Maschinenführer zu beauf- BGV C22 „Bauarbeiten“
● Sicherheitsabstand zu elek- ● Hydraulikbagger mit einer zu- BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
● Ausnahmen möglich, wenn ● Geeignete Maßnahmen können tragen, trischen Freileitungen einhalten. lässigen Traglast kleiner 1000 kg BGI 872 „Arbeitsplattformen an Hydraulik-
– aus betrieblichen Gründen beispielsweise sein: – ihn über Gefährdungen und er- baggern und Ladern“
● Alle Mitarbeiter unterweisen, bzw. einem Kippmoment kleiner DIN 4124
unvermeidbar und – technisch: zusätzliche Einrich- forderliche Schutzmaßnahmen was zu tun ist, falls es zu Kon- 40000 Nm dürfen im Hebezeug- DIN EN 474
– der Unternehmer auf Grund - tungen zur Verbesserung der beim Einsatz von Baggern zu takt mit elektrischen Leitungen betrieb auch ohne Überlastwarn- Merkblatt „Erdarbeiten in der Nähe erd-
Sicht – in der Regel Pflicht für unterweisen (Dokumentation), ➭ verlegter Kabel“
kommt. einrichtung und Leitungsbruch-
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Lader B 73 4

Muldenfahrzeuge
Planiergeräte 3

Einweisern oder Sicherungs- 3


1 posten, Absperrung des
Gefahrbereiches
– ergänzend personenbezogen:
Tragen von Warnwesten.
● Der Maschinenführer hat bei
Gefahr für Personen die Gefahr 5
bringende Bewegung zu stop- Maschinenführer,
pen und Warnzeichen zu geben. – vor der ersten Inbetriebnahme
● Für Personen im Umfeld der und nach Bedarf, mind. 1 x
Erdbaumaschine gilt: jährlich durch eine befähigte
– festgelegte Maßnahmen Person (z.B. Sachkundiger).
beachten ● Ergebnisse dokumentieren.
– vor Betreten des Gefahrberei-
ches Kontakt mit Maschinen-
führer aufnehmen Vorsorgeuntersuchungen
– Arbeitsweise miteinander
2
abstimmen ● Beim Führen von Fahrzeugen
● Maschinenführer müssen min- wird eine arbeitsmedizinische Vor-
destens 18 Jahre alt, zuverläs- ● Bei Geräten mit aufsitzendem gesetzt, darf die Wandhöhe die
sorgeuntersuchung empfohlen.
sig sowie körperlich und Maschinenführer und einem Reichhöhe des Gerätes um nicht
geistig geeignet sein. Maschinengewicht von mehr als mehr als 1,00 m überschreiten.
● Der Unternehmer hat: 700 kg ist in der Regel ein norm- ● Bei Betriebsende Arbeitsein-
Zusätzliche Hinweise für
– den Maschinenführer zu gerechter Überrollschutz sowie richtung absetzen und Bremsen
Lader bei Abbrucharbeiten
1,50 m beauftragen, ein Sicherheitsgurt erforderlich. einlegen bzw. Unterlegkeile ver-
– ihn über Gefährdungen und Beim Betrieb ist dieser Gurt wenden.
● Fahrerplatz gegen herabfallen-
erforderliche Schutzmaß- anzulegen. ● Bei Wartungs-, Umrüst- und
de Gegenstände sichern, z.B.
1m nahmen beim von Erdbau - ● Bei Gefahr durch herabfallen- Instandsetzungsarbeiten die
durch normgerechtes Schutzdach.
maschinen zu unterweisen de Gegenstände müssen Geräte Arbeitseinrichtungen von Erdbau-
● Werden Abbrucharbeiten mit
(Dokumentation), mit normengerechtem Schutz- maschinen gegen unbeabsich-
Ladern ausgeführt, muss deren
● Personen dürfen sich nicht im ● Sichtfeld überprüfen: – die für den Einsatz von Erd- dach eingesetzt werden . tigtes Bewegen sichern, z.B.
Bauart für die Abbruchmethode
Fahrbereich (Gefahrbereich) auf- – der Fahrer muss einen leicht baumaschinen erforderlichen ● Die Mitfahrt auf der Maschine durch Abstützböcke, Manschetten
geeignet sein. Die Reichhöhe
halten. gebückten Menschen Vorschriften, Regeln und In- ist nur auf den dafür vorgese- an Kolbenstangen 
ihrer Arbeitseinrichtung muss min-
● Nicht unter die angehobene (ca. 1,50 m hoch), der im formationen (Betriebsanlei- henen Fahrer- und Mitfahrersitzen – beim Wechsel von Anbauge-
destens gleich der Höhe des
Arbeitseinrichtung (z.B. Schaufel, Abstand von einem Meter zur tung des Herstellers) zur Ver- zulässig. Vorhandene Sicher- räten mit Schnellwechselein-
abzubrechenden Bauteils oder
Mulde, Schild) oder die gehobene Baumaschine arbeitet, sehen. fügung zu stellen und verstän- heitsgurte sind anzulegen. richtung muss die Verriegelung
Bauwerks sein.
Last treten. Ist das nicht der Fall, müssen dlich zu vermitteln, ● Am Hang die Last möglichst überprüft werden.
● Tragfähigkeit des Untergrundes
● Der Maschinenführer darf mit für diese Maschinen besondere – sich vom Maschinenführer die bergseitig führen . – bei Knickgelenk-Maschinen ist
feststellen, z.B. bei Arbeiten auf
der Erdbaumaschine nur Arbeiten Schutzmaßnahmen ergriffen Befähigung zum Führen und ● Beim Verfahren von Ladege- das Knickgelenk ebenfalls fest-
Geschossdecken.
ausführen, wenn sich keine Per- werden . Warten von Erdbaumaschinen räten die Arbeitseinrichtung nahe zulegen.
● Sicherheitsabstände zwischen
sonen im Gefahrbereich aufhalten ● Geeignete Maßnahmen können nachweisen zu lassen. über dem Boden halten. Geräten und abzubrechenden
und er den Fahrweg einsehen kann. beispielsweise sein: ● Der Maschinenführer muss ● Sicherheitsabstände im Bauteilen einhalten.
● Ausnahmen möglich, wenn – technisch: feste Absperrung, – die Betriebsanleitung kennen Bereich von Böschungs- und Prüfungen
– aus betrieblichen Gründen zusätzliche Einrichtungen zur und diese am Fahrerplatz oder Baugrubenwänden einhalten.
Weitere Informationen:
unvermeidbar und Verbesserung der Sicht – in der an der Verwendungsstelle leicht Kippstellen durch Anfahr- ● Art, Umfang und Fristen erfor-
– Unternehmer auf Grundlage Regel Pflicht für Erdbaumaschi- zugänglich aufbewahren, schwellen sichern. derlicher Prüfungen festlegen Betriebssicherheitsverordnung
● Sicherheitsabstand zu elek- (Gefährdungsbeurteilung) und BGV C22 „Bauarbeiten“
einer Gefährdungsbeurteilung nen, die ab 2009 erstmals in – die Erdbaumaschine bestim- BGV C11 „Steinbrüche, Gräbereien und
Maßnahmen festgelegt hat Verkehr gebracht wurden (z.B. mungsgemäß benutzen und trischen Freileitungen einhalten. einhalten, z.B. Halden“
(Betriebsanweisung) Kamera-/Monitorsysteme ). – festgestellte Mängel dem Auf- ● Werden Lader als Abbauge- – vor jeder Arbeitsschicht auf BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
augenfällige Mängel durch den DIN EN 474
sichtführenden mitteilen. räte vor einer Abbauwand ein-
– organisatorisch: Einsatz von ➭
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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 31

Seilsägen B 188 1
2 x freie
1,5 x freie
Seillänge
Seillänge
2 x freie
1,5 x freie
Seillänge
Seillänge
Fern-
bedienung

1,5
2 xxfreie
freie
Seillänge
Seillänge

..
D 188

. . ...
Freie
Seil-
länge
Seilschutz

.... .
..
Gefahren- Freie Seillänge
bereich

Gefahrenbereich

Gefahrenbereich beim Horizontalsägen

Fernbedienung
2

0,5
1,5 xx freie
freie
Seillänge
Seillänge Gefahren-
Gefahren- bereich
bereich

2 x freie
1,5 2 x freie
1,5
Seillänge Freie Seillänge Seillänge

Gefahrenbereich beim Vertikalsägen


● Der Aufenthalt von Personen ● Umlenkrollen, Führungsschie- ● Werkzeuge vor Arbeitsbeginn
im Gefahrbereich   während nen und Grundplatten von An- überprüfen. Fehlerhafte Diamant- ● Achtung: ● Sägeverfahren in angemesse-
des Sägebetriebes ist verboten. triebsmaschinen sicher befesti- seile, z. B. mit abgefahrenen Dia- Peitscheneffekt bei Seilriss. Feste nen Zeitabständen unterbrechen,
● Abzutrennende Bauteile durch gen. mantröllchen oder schadhaf- Schutzeinrichtungen, z. B. Schutz- um Sägespalt hinter dem schnei-
Unterstützung, Aufhängung oder ● Fahrrollen oder Räder von ten Schraubverbindungen, sowie wand oder Abdeckungen aus denden Seil kraftschlüssig auf-
Abspannung sichern. Statisches Antriebsmaschinen auf frei ste - Umlenkrollen und sonstige Werk- Holz, anordnen. zukeilen bzw. bei Mauertrocken-
System und Lage der Beweh- hendem Wagen sicher feststellen. zeuge mit Rissen, Fehlstellungen ● Die Steuerung muss aus siche- legung wieder zu verschließen.
rung beachten. ● Bei Arbeiten in geschlossenen oder Beschädigungen ausson- rer Entfernung erfolgen. Sicher-
● Gefahrbereiche, in die abge- Räumen ausschließlich Maschinen dern und kennzeichnen. heitsabstände einhalten.
trennte Teile fallen können, fest mit Elektro- oder Hydraulikantrieb ● Funktion der Wasserfangein- ● Vor Schneidbeginn das Seil Vorsorgeuntersuchungen
absperren, wenn nicht möglich, verwenden. Vergiftungsgefahr richtung regelmäßig überprüfen. Weitere Informationen:
ohne Vorschubbewegung der
durch Warnposten sichern. durch Abgase! ● Unterschiedlich stark abge- Antriebsrolle leer laufen lassen. ● Arbeitsmedizinische Vorsor- BGV A3 „Elektrische Anlagen und
● Elektrisch betriebene Maschi- ● Beim Einfädeln des Seils in nutzte Seile nicht miteinander ver- Erst bei laufendem Seil Vorschub- geuntersuchungen nach Ergebnis
Betriebsmittel“
Betriebssicherheitsverordnung
nen und Geräte nur über einen die Eckbohrungen darauf achten, binden. bewegung einleiten. der Gefährdungsbeurteilung ver- BGV C22 „Bauarbeiten“
besonderen Speisepunkt mit dass das „Männchen“ der Schraub - ● Seile nicht auf bzw. um scharfe ● Gehörschutz, gegebenenfalls anlassen (Pflichtuntersuchungen) BGR 190 „Benutzung von Atemschutz-
Schutzmaßnahme anschließen, verbindung in Laufrichtung vor Kanten führen. Kanten vor dem Augenschutz und Atemschutz oder anbieten (Angebotsuntersu-
geräten“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
z. B. Baustromverteiler mit dem Diamantröllchen liegt. Sägen abrunden. benutzen. chungen). Hierzu Beratung durch Vorsorge
FI-Schutzeinrichtung. ● Drehzahl der Antriebsmaschine ● Seile vor dem Verbinden ein- den Betriebsarzt. BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
● Bei Arbeiten über Bodenhöhe entsprechend Herstellerangabe drehen, um einseitigen Verschleiß BGR 192 „Benutzung von Augen- und
Gesichtsschutz“
geräumige und tragfähige Stand- einstellen und einhalten. zu verhindern. BGR 194 „Benutzung von Gehörschutz“
und Aufstellflächen schaffen, ggf. BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer
Absturzsicherungen anbringen. Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und
Montagestellen“

07/2010 31 32
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 33

Flüssiggasanlagen B 39

1
3
6
1,00 m in Räumen

0,50 m im Freien

2,00 m in Räumen

1,00 m im Freien

● Vereisungen an Flüssiggasfla- ● Zwischen Flaschenventil und Zusätzliche Hinweise für das


schen niemals mit Feuer, Strah- Druckregler nur Hochdruck- Arbeiten mit Flüssiggas auf
● Versorgungsanlagen (Flüssig- fernen der Versorgungsanlage Lichtschächten, Bodenabläufen, lern u.a. beseitigen! schläuche (Druckklasse 30) ver- Baustellen
gasflaschen oder Fässer) aus bei längeren Arbeitspausen. Kanaleinläufen sowie Zündquellen ● Jedes angeschlossene Gerät wenden. Hinter dem Druckregler
ortsbeweglichen Behältern dür- ● Das Aufstellen von Flüssiggas- zu halten ist . (z. B. Handbrenner, Flächentrock- können auch Schläuche für be- ● Bei Schlauchlängen von mehr
fen maximal 8 Flaschen oder flaschen in Durchgängen, Durch- ● Ortsbewegliche Behälter müs- ner) muss für sich einzeln absperr- sondere mechanische Beanspru- als 40 cm sind Leckgassicherun-
2 Fässer umfassen. fahrten, Treppenräumen, Haus- sen so aufgestellt und aufbe- bar sein. chung (Druckklasse 6 mit ver- gen  erforderlich, die unmittel-
● Versorgungsanlagen einschließ- und Stockwerksfluren, engen wahrt sein, dass die Behälter und ● Nicht angeschlossene Flüssig- stärkter Wanddicke) verwendet bar hinter dem Druckregler anzu-
lich der leeren Behälter sind nur Höfen usw. ist nur für vorüberge- ihre Armaturen gegen mechani- gasflasche mit der Schutzkappe werden. bringen sind.
 und der Verschlussmutter  ● Schlauchverbindungen müs- ● Über Erdgleiche dürfen statt
im Freien oder in unmittelbar vom hend dort auszuführende Arbei- sche Beschädigungen geschützt
Freien aus zugänglichen, ausrei- ten zulässig, wenn gleichzeitig sind. sichern. Dies gilt auch für entleer- sen fabrikmäßig fest eingebunde- Leckgassicherungen auch
chend be- und entlüfteten Räu- besondere Schutzmaßnahmen ● Flüssiggasflaschen bei Ent- te Flaschen. ne Schraubanschlüsse haben. Schlauchbruchsicherungen 
men zu errichten. (Absperrung, Sicherung des leerung senkrecht und stand- ● Hinter dem Flaschenventil ist ● Flüssiggasflaschen dürfen nur verwendet werden.
● In Räumen unter Erdgleiche Fluchtweges, Lüftung) getroffen sicher aufstellen. zur Erhaltung eines gleichmäßi- in speziellen Füllanlagen gefüllt
dürfen Versorgungsanlagen nicht sind. ● Undichte Flüssiggasflaschen gen Druckes ein normgerechter werden. Ausnahme: Füllen von
vorhanden sein. Ausnahme: Bei ● Um Versorgungsanlagen be- unverzüglich ins Freie bringen, Druckregler anzuordnen . Kleinstflaschen (0,425 kg) in Füll-
Weitere Informationen:
fachkundiger Überwachung, aus- steht ein Schutzbereich, der frei an gut gelüfteter Stelle abstellen Besonders zweckmäßig: Regler ständern .
reichender Belüftung und bei Ent- von Kelleröffnungen, Luft- und und für das Füllwerk kennzeich- mit einstellbarem Ausgangs- BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“
druck. TRG 280 „Technische Regeln Druckgase“
nen. ➭
07/2008 33 34
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 35

Absturzsicherungen
Absturzsicherungen B8
● An Arbeitsplätzen und
4

auf Baustellen Verkehrswegen auf Flächen mit


nicht mehr als 20 Grad Neigung
씱  2,00 m 씰

Seitenschutz/Absperrungen kann auf Seitenschutz an der


Absturzkante verzichtet werden,
wenn in mindestens 2,00 m Absturzkante


Abstand von der Absturzkante
eine feste Absperrung
1 2
angebracht ist, z.B. mit Gelän-

> 2,00 m
der, Ketten, Seilen, jedoch keine
Flatterleinen .


● Auf Seitenschutz bzw. Absper- > 60°

씱 씰
0,47 m rungen kann nur verzichtet wer-

1m


den, wenn sie aus arbeitstechni-


0,47 m schen Gründen, z.B. Arbeiten an

 0,15 m
der Absturzkante, nicht möglich


und stattdessen Auffangeinrich-


tungen (Fanggerüste/Dachfang-

> 1,00 m
Abmessungen Seitenschutz
gerüste/Auffangnetze/Schutz-
wände) vorhanden sind. Nur
Geländer- und Zwischenholm sind


wenn auch Auffangeinrichtungen
gegen unbeabsichtigtes Lösen,
unzweckmäßig sind, darf Anseil-
Seitenschutz – Absperrungen das Bordbrett ist gegen Kippen
schutz verwendet werden.
3 zu sichern. Ohne statischen
● Der Vorgesetzte hat die
Absturzsicherungen durch Sei- Nachweis dürfen als Geländer-
Anschlageinrichtungen festzu-
tenschutz bzw. Absperrungen und Zwischenholm verwendet
legen und dafür zu sorgen, dass
sind erforderlich z.B. an: werden:
die Sicherheitsgeschirre benutzt
– Arbeitsplätzen an oder über – Bei einem Pfostenabstand
werden.
bis 2,00 m Bretter mit Min-
Wasser oder anderen festen ● Bei Öffnungen 9,00 m2 und
destquerschnitt 15 x 3 cm
oder flüssigen Stoffen, in Kantenlängen 3,00 m und Ver-
denen man versinken kann, – Bei einem Pfostenabstand bis
tiefungen kann auf Seitenschutz
unabhängig von der Absturz- 3,00 m Bretter mit Mindest-
an der Absturzkante verzichtet
höhe , querschnitt 20 x 4 cm oder
werden, wenn diese mit begeh-
– Verkehrswegen über Wasser Stahlrohre Ø 48,3 x 3,2 mm
baren und unverschiebbar ange-
oder anderen festen oder flüs- bzw. Aluminiumrohre
brachten Abdeckungen versehen
sigen Stoffen, in denen man Ø 48,3 x 4 mm. Bordbretter
sind.
versinken kann, unabhängig müssen den Belag um min-
von der Absturzhöhe , destens 15 cm überragen.
– frei liegenden Treppenläufen Mindestdicke 3 cm.
und Treppenabsätzen, Wand-
öffnungen sowie an
Bedienungsständen für
Maschinen und deren Zugän-
gen bei mehr als 1,00 m
Absturzhöhe ,
– Arbeitsplätzen und Verkehrs-
wegen auf Dächern bei mehr
als 3,00 m Absturzhöhe,
– allen übrigen Arbeitsplätzen
und Verkehrswegen bei mehr
als 2,00 m Absturzhöhe , Weitere Informationen:

– Öffnungen in Böden, Decken BGV C22 „Bauarbeiten“


und Dachflächen 9,00 m2 BGI 807 „Sicherheit von Seitenschutz,
Randsicherungen und Dachschutzwänden
und Kantenlängen 3,00 m als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“
sowie Vertiefungen. DIN EN 13374
Betriebssicherheitsverordnung

07/2008 35 36
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 37

Fanggerüste B9
Absturzkante
b1 ⭌ 0,90

b1 ⭌ 0,90
Absturzkante

h ⬉ 2,0


Absturzhöhe h bis 2,0 m bis 3,0 m b ⭌ 0,50 h ⬉ 2,00
1,00
Mindestabstand b1 0,90 m 1,30 m ⫾0,05

Absturzkante 1,00
씱 ⫾0,05

h ≤ 3,00 m
b ⭌ 0,90


씱 b1 씰
1m

씱 b ≥ 0,90 씰



Größte zulässige Stützweite von Gerüstbrettern oder -bohlen aus Holz als Belagteile
in Fanggerüsten
Bohlen- Absturz-
Größte zulässige Stützweite (m)
breite höhe

für doppelt gelegte Bretter oder für einfach gelegte Bretter oder
Bohlen mit einer Dicke von Bohlen mit einer Dicke von

cm m 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm 3,5 cm 4,0 cm 4,5 cm 5,0 cm

1,0 1,5 1,8 2,1 2,6 - 1,1 1,2 1,4


1,5 1,3 1,6 1,9 2,2 - 1,0 1,1 1,3
1 20 2,0 1,2 1,5 1,7 2,0 - - 1,0 1,2
2,5 1,2 1,4 1,6 1,8 - - 1,0 1,1
3,0 1,1 1,3 1,5 1,7 - - - 1,1
Wenn aus arbeitstechnischen ● Zur Reduzierung der Gefähr-
1,0 1,7 2,1 2,5 2,7 1,0 1,2 1,4 1,6
Gründen, z.B. Arbeiten an der dung den Höhenunterschied zwi-
1,5 1,5 1,8 2,2 2,5 - 1,1 1,2 1,4
Absturzkante einer Fläche mit schen Absturzkante und Gerüst-
24 2,0 1,4 1,6 2,0 2,2 - 1,0 1,2 1,3
nicht mehr als 20 Grad Neigung, belag möglichst minimieren.
2,5 1,3 1,5 1,9 2,1 - 1,0 1,1 1,2
kein Seitenschutz verwendet ● Der max. Höhenunterschied
3,0 1,2 1,4 1,8 1,9 - - 1,0 1,2
werden kann, müssen statt - zwischen Absturzkante und
dessen z.B. Fanggerüste an- Gerüstbelag darf bei Ausleger-,
1,0 1,9 1,9 2,7 2,7 1,1 1,3 1,5 1,7
gebracht werden, die ein Auf - Konsol- und Hängegerüsten
1,5 1,7 2,0 2,5 2,7 1,0 1,2 1,4 1,6
fangen abstürzender Personen nicht mehr als 3,0 m betragen.
28 2,0 1,5 1,8 2,2 2,5 1,0 1,1 1,3 1,4
gewährleisten. Bei allen sonstigen Fanggerüs -
2,5 1,4 1,7 2,0 2,3 - 1,0 1,2 1,4
ten nicht mehr als 2,0 m.
3,0 1,3 1,6 2,0 2,1 - 1,0 1,1 1,3
● Die Belagbreite richtet sich
nach der möglichen
Absturzhöhe, sie muss jedoch
mindestens 0,90 m betragen
.
Weitere Informationen:

BGV C22 „Bauarbeiten“


DIN 4420-1
DIN EN 12811-1
Betriebssicherheitsverordnung

07/2008 37 38
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 39

– das Gewicht des mitzuführen-


Anlegeleitern B 22 5 den Werkzeuges und Materials
10 kg nicht überschreiten,
– die Windangriffsfläche von mit-
geführten Gegenständen nicht
mehr als 1,00 m2 betragen.
● Von Anlegeleitern darf nicht
gearbeitet werden, wenn
– von vorhandenen oder benutz-
ten Stoffen und Arbeitsverfah-
3 ren zusätzliche Gefahren aus-
gehen, z. B. Arbeiten mit
Säuren, Laugen, Heißbitumen,
– Maschinen und Geräte mit
beiden Händen bedient werden
1m müssen, z. B. Handmaschinen,
Hochdruckreinigungsgeräte.
● Der Beschäftigte muss mit
beiden Füßen auf einer Sprosse
stehen.

4 Zusätzliche Hinweise für


Leitern als Verkehrswege

1 ● Leitern als Aufstiege nur ein-


2
setzen
– bei einem zu überbrückenden
Höhenunterschied ≤ 5,00 m,
– für kurzzeitige Bauarbeiten,
– als Gerüstinnenleiter zum Ver-
binden von max. zwei Gerüst-
lagen,
– als Gerüstaußenleiter bei
Belaghöhen ≤ 5,00 m.
– auf augenscheinliche Mängel Zusätzliche Hinweise für Ausnahme:
vor jeder Benutzung, Gebäudereinigerleitern Der Einbau von Treppen in
– regelmäßig durch eine beauf- Schächten und Gerüstinnen-
tragte Person. ● Leiter nur bis zu der vom leitern ist nicht möglich.
● Ergebnisse dokumentieren Hersteller angegebenen Länge
650--750
= 65 --75
0 0
(Leiterkontrollbuch). zusammenstecken.
● Auf sichere Verbindung der
Leiter-Steckanschlüsse achten.
Zusätzliche Hinweise für ● Kopfpolster bzw. Anlegeklotz
● Schadhafte Leitern nicht be- ● Richtigen Anlegewinkel ein - dem Untergrund angepasste mehrteilige Anlegeleitern nur an sichere Stützpunkte an-
nutzen, z. B. angebrochene Hol- halten . Leiterfüße, Einhängevorrichtun- lehnen .
me und Sprossen von Holzlei- Er beträgt bei gen, Anbinden des Leiterkopfes. ● Leiter nur bis zu der vom Her-
tern, verbogene und angeknickte – Sprossenanlegeleitern 65–75°, ● Leitern im Verkehrsbereich steller angegebenen Länge zu-
Metallleitern. Angebrochene Hol- – Stufenanlegeleitern 60–70°. durch Absperrungen sichern. sammenstecken oder ausziehen. Zusätzliche Hinweise für
me und Sprossen von Holzleitern ● Leitern nur an sichere Stütz- Gegen Durchbiegen sichern, z. B. Arbeitsplätze auf
nicht flicken. punkte anlehnen. Mindestens 1 m durch Stützstangen. Anlegeleitern
● Holzleitern gegen Witterungs- über die Austrittsstelle hinaus- Prüfungen ● Bei Schiebeleitern auf freie Be-
und Temperatureinflüsse ge- ragen lassen . weglichkeit der Abweiser sowie ● Bei Bauarbeiten darf
Weitere Informationen:
schützt lagern. ● Anlegeleitern gegen Aus- ● Art, Umfang und Fristen erfor- auf Einrasten der Feststelleinrich- – kein höherer Standplatz als
● Keine deckenden Anstriche gleiten, Umfallen, Umkanten, derlicher Prüfungen festlegen tungen achten . 7,00 m eingenommen werden, BGV D36 „Leitern und Tritte“
– bei einer Standhöhe von mehr BGV C22 „Bauarbeiten“
verwenden. Abrutschen und Einsinken sichern, (Gefährdungsbeurteilung) und DIN EN 131–1 und 2
z.B. durch Fußverbreiterungen , einhalten, z.B. ➭ als 2,00 m nicht länger als Betriebssicherheitsverordnung
2 Stunden gearbeitet werden, TRBS 2121, Teil 2

07/2010 39 40
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 41

● Verankerungen in der Prüfung Lastklassen


Fassadengerüste B 45 Nähe der Gerüstknotenpunkte
anordnen. ● Prüfung des Gerüstes durch
der Arbeitsgerüste
Last- Gleichmäßig verteilte
eine „befähigte Person“ des
klasse Last kN/m2
Gerüsterstellers nach Fertigstel-
Belag lung und vor Übergabe an den 1 0,75
Benutzer, um den ordnungsge- 2 1,50
● Jede benutzte Gerüstlage mäßen Zustand festzustellen. 3 2,00
muss voll ausgelegt und über ● Prüfung des Gerüstes durch 4 3,00
einen sicheren Zugang, z.B. eine „befähigte Person“ des 5 4,50
Stirnseitenschutz Gerüstfeld Treppe oder inneren Leitergang, jeweiligen Benutzers vor Arbeits- 6 6,00
erreichbar sein. aufnahme, um die sichere Funk-
Geländerholm ● Bei umlaufender Einrüstung tion festzustellen.
einer Bauwerksecke den Gerüst- Breitenklasse/Breite w
Zwischenholm der Gerüstlage in m
belag in voller Breite um die
Bordbrett Ecke herumführen. Benutzung
W 06 0,6 < w < 0,9
Belagtafeln ● Bei Bohlenbelägen genügend
große Überdeckungen im ● Für die betriebssichere Her- W 09 0,9 < w < 1,2
Verankerung Bereich der Riegel vorsehen. stellung und den Abbau ist der W 1,2 1,2 < w < 1,5
● Der Belag darf nicht wippen Unternehmer der Gerüstbauar- W 1,5 1,5 < w < 1,8
Längsverstrebung (Diagonalen)
oder ausweichen. beiten, für die Erhaltung und W 1,8 1,8 < w < 2,1
Spindelfüße ● An der Innenseite des Gerü- sichere Verwendung ist der W 2,1 2,1 < w < 2,4
stes den Abstand zwischen Benutzer verantwortlich.
Längsriegel W 2,4 2,4 < w
Belag und Bauwerk so gering – Keine konstruktiven Änderun-
Vertikalrahmen wie möglich halten. gen am Gerüst vornehmen
(z.B. entfernen von Veranke-
Unterlagsbohlen rungen, Diagonalen).
Seitenschutz ● Gerüste nur nach dem Plan
für die Benutzung (Kennzeich-
● An der Außenseite des Gerü- nung) belasten.
Allgemeines stes Seitenschutz aus Geländer- – Innerhalb eines Gerüstfeldes
Arbeitsgerüst nach EN 12811-1 holm, Zwischenholm und Bord- darf nur eine Gerüstlage mit
Unterschieden werden: Breitenklasse W 06 brett an jeder benutzten Gerüst- der zulässigen Last belastet
- Systemgerüste aus vor- Lastklasse 3 lage montieren. werden.
gefertigten Bauteilen (Regel- Gleichmäßig verteilte Last max. 2,00 kN/m2 ● An der Innenseite des Gerü- – Überlastung durch Anhäufung
ausführung nach allgemeiner Datum der Prüfung stes Seitenschutz montieren von z.B. Mörtelkübel, Steine,
bauaufsichtlicher Zulassung) wenn zwischen Belag und Bau- Geräte vermeiden.
Abweichungen von der Regel- Gerüstbaubetrieb Jedermann werk Absturzgefahr besteht. – einen ausreichend breiten
ausführung sind zu beurteilen 12345 Irgendwo Tel. 1234 123456 ● Abhängig von der Art der freien Durchgang belassen,
und ggf. zu berechnen. auszuführenden Arbeiten hat in der Praxis hat sich eine
– Stahlrohrkupplungsgerüste und auf der Baustelle vorhalten. kennzeichnen und den Zugang sich in der Praxis ein Abstand Mindestbreite von 20 cm
(Regelausführung nach Die Montageanweisung enthält zur Gefahrenzone absperren. zwischen Belag und Bauwerk bewährt.
DIN 4420-3) mindestens: ● Fertiggestellte Gerüste/Berei- von bis zu 0,30 m bewährt. ● Für das Absetzen von Lasten
● Abhängig von den durchzufüh- – Aufbau- und Verwendungsan- che kennzeichnen (Plan für die ● Bei innen liegenden Leiter- mit Hebezeugen ist ein Gerüst
renden Arbeiten Lastklasse und leitung des Herstellers/Regel- Benutzung). gängen muss im Bereich des ab Lastklasse 4 erforderlich.
Breitenklasse wählen sowie ausführung Verkehrsweges auch in nicht – Montage von zusätzlichen
Ständer-und Riegelabstände und – Ergänzende Detailangaben benutzten Gerüstlagen der Einrichtungen, wie z.B. Schutt-
Belagstärke festlegen. bei Abweichungen Verankerung Seitenschutz vorhanden sein. rutschen, Aufzügen nur in
– Festgelegte Maßnahmen Absprache mit dem Gerüster-
zur sicheren Montage, z.B. ● Bei Gerüsten sind Anordnung steller.
Montage Montagesicherheitsgeländer (Anzahl und Höchstabstände) ● Klappen in Duchstiegsbelägen
(MSG) und Verankerungsart der Mon- geschlossen halten. Weitere Informationen:
● Gerüstbau nur unter Aufsicht ● Beschädigte Gerüstbauteile tageanweisung zu entnehmen.
einer befähigten Person und von nicht verwenden. ● Gerüst fortlaufend mit dem Betriebssicherheitsverordnung
TRBS 1203 „Befähigte Person“
fachlich geeigneten Beschäftig- ● Nicht einsatzbereite Gerüste/ Aufbau zug- und druckfest an BGI 663 „Handlungsanleitung für den
ten ausführen lassen. Bereiche mit tragfähigen Bauteilen der Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“
● Plan für Auf- und Abbau Verbotszeichen Fassade verankern. BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420-1 und 3
(Montageanweisung) erstellen „Zutritt verboten“ ➭ DIN EN 12811-1

07/2008 41 42
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 43

Tabelle 2:
Bockgerüste B 105 Mindestabmessungen von Gerüstbrettern/-bohlen bei
Arbeitsgerüsten
Lastklasse Brett- oder Bohlenbreite Brett- oder Bohlendicke cm
cm
3,0 3,5 4,0 4,5 5,0
6
zulässige Stützweite in m
7
1, 2, 3 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50
24 und 28 1,25 1,75 2,25 2,50 2,75

5 ≤ 1,00 m 4 20 1,25 1,50 1,75 2,25 2,50


24 und 28 1,25 1,75 2,00 2,25 2,50
5 20, 24, 28 1,25 1,25 1,50 1,75 2,00
6 20, 24, 28 1,00 1,25 1,25 1,50 1,75

Tabelle 3:
Erforderliche Tragfähigkeit in kg1) der Gerüstböcke in
Abhängigkeit von der Lastklasse, der Belagbreite und dem
4 ● Bei Gerüstböcken aus Stahl Abstand der Gerüstböcke
nur Original-Absteckdorne ver-
▲ ▲ ▲ Gerüstbohlen als Mehrfeldträger
g

wenden .
bun

1
re
st

● Bei Gerüstböcken mit Zahn- Last- Belag- Abstand der Gerüstböcke


r
Ve

3 stangen und Winden ist auf die klasse breite


m 0,80 1,00 1,25 1,50 1,75 2,00 2,25 2,50 2,75
Funktion der Rücklaufsperre zu
achten . m m m m m m m m m
1-3 0,60 138 173 216 259 302 345 388 431 474
Tabelle 1: 1-3 0,90 207 259 323 288 453 518 582 647 712
2 Lastklassen der Arbeitsgerüste 4 297 371 464 557 650 743 835 928 1021
Gerüstbock 5 432 540 675 810 945 1080 1215 1350 1485
Lastklasse Gleichmäßig verteilte Last 6 567 709 886 1063 1240 1418 1595 1772 1949
m
,75 kN/m2
≤2
1-3 1,00 230 288 359 431 503 575 647 719 791
≥ 0,20 m
씱 씰씱 씰
1 0,75 4 330 413 516 619 722 825 928 1031 1134
2 1,50 5 480 600 750 900 1050 1200 1350 1500 1650
3 2,00 6 630 788 984 1181 1378 1575 1772 1969 2166
4 3,00
1-3 1,20 276 345 431 518 604 690 776 863 949
● Nur stählerne  oder zimmer-
5 4,50
● Der Belag darf nicht wippen Geländer- und Zwischenholm sind gegen 4 396 495 619 743 866 990 1114 1238 1361
unbeabsichtigtes Lösen, das Bordbrett ist 6 6,00
mannsgemäß abgebundene Ge- oder ausweichen. Er darf nicht 5 576 720 900 1080 1260 1440 1620 1800 1980
gegen Kippen zu sichern. Ohne statischen
mehr als 0,30 m über das letzte 6 756 945 1181 1418 1654 1890 2126 2363 2599
rüstböcke verwenden. Nachweis dürfen als Geländer- und Zwi-
● Gerüstböcke nur auf trag- Auflager hinausragen. schenholm verwendet werden:
– bei einem Pfostenabstand bis 2,00 m
1-3 1,50 345 431 539 647 755 863 970 1078 1186
fähiger Unterlage aufstellen. ● Genügend große Überdeckun- Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt 4 495 619 774 929 1083 1238 1393 1548 1702
● Gerüstböcke so aufstellen, gen im Bereich der Stöße vor - 15 x 3 cm 5 720 900 1125 1350 1575 1800 2025 2250 2475
6 945 1181 1477 1772 2067 2363 2658 2953 3248
dass sich die Rücklaufsperre  sehen . – bei einem Pfostenabstand bis 3,00 m
Gerüstbretter mit Mindestquerschnitt
an der frei zugänglichen Seite ● Bei Materiallagerung einen 20 x 4 cm oder 1) Berechnungsformel
befindet. ausreichend breiten freien Durch- Stahlrohre Ø ≥ 48,3 x 3,2 mm bzw. erforderliche Tragfähigkeit eines Gerüstbockes:
gang belassen. Aluminiumrohre Ø 48,3 x 4 mm.
● Belastung und Aussteifung von Bordbretter müssen den Belag um mindes-
Bockabstand x Bockbreite x (Nutzgewicht + Bohlengewicht) x Durchlauffaktor
Nutzgewicht siehe Tabelle 1;
Gerüstböcken nach Herstelleran- ● Gerüste mit Belaghöhen von tens 15 cm überragen. Mindestdicke 3 cm. Bohlengewicht 30 kg/m2;
gabe. mehr als 2,00 m nach Aufbau- Durchlauffaktor 1,25.
● Belagstärke nach Lastklasse und Verwendungsanleitung ver- (100 kg 1 kN)
und Bockabstand auswählen streben .
(Tabelle 2). ● Gerüstzugang nur über An -
● Belastung und Abstände der legeleitern .
Gerüstböcke berechnen und mit ● Seitenschutz aus Geländer-
der zul. Tragfähigkeit vergleichen holm, Zwischenholm und Bord- Weitere Informationen:
(Tabelle 1, 2 und 3). Geringere brett vorsehen, wenn nach der
Abstände wählen. Gefährdungsbeurteilung eine Ab - BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420-1
sturzsicherung erforderlich ist . DIN EN 12811-1
Betriebssicherheitsverordnung

10/2006 43 44
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 45

Schutzdächer B 46

Schutznetze

● Schutznetze unmittelbar unter


dem Arbeitsplatz anordnen.
● Maschenweite der Schutz-
netze höchstens 2,0 cm.

Schutzdach mit Bordwand Schutzdach mit Bordwand


Gefahrenbereiche in der Nähe ... innerhalb der Baustelle: Schutzdächer
turmartiger Bauwerke oder höher – über Arbeitsplätzen und Ver -
gelegener Arbeitsplätze so ab - kehrswegen (z. B. Bedienungs - ● Schutzdächer an Gerüsten  0,60 m  0,60 m
sperren, dass unbewusstes ständen von Maschinen, Auf- müssen mindestens 1,50 m breit
Betreten verhindert wird. Lässt zügen und unterhalb von Gerü- sein und die Außenseite des

 0,60 m
 0,60 m
sich der Gefahrenbereich nicht sten), Gerüstes um mindestens 0,60 m
absperren: Schutzdächer oder – bei gleichzeitig durchzuführen- überragen  .
Schutznetze vorsehen. Sie sind den Arbeiten an übereinander ● Bordwände von Schutzdächern
anzubringen ... gelegenen Arbeitsplätzen, müssen mindestens 0,60 m
... außerhalb der Baustelle: – bei turmartigen Bauwerken hoch sein .
– wenn sich der Gefahrenbereich (z. B. Schornsteinen, Türmen) ● Schutzdächer bei turmartigen
nicht abgrenzen lässt (z. B. im Gefahrenbereich. Bauwerken müssen aus kreuz-
zum Schutz des öffentlichen weise verlegten Bohlen 24 x 4 cm
Verkehrs, von Passanten) ; mit dazwischen liegender 10 cm
dicker Dämmschicht bestehen. Weitere Informationen

 1,50 m  1,50 m
BGV C22 „Bauarbeiten“
DIN 4420 – 1
BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“
2 3 Betriebssicherheitsverordnung

10/2006 45 46
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 47

Arbeitskörbe B 68 4 3

Arbeitssitze
Arbeitsbühnen

Im Gegensatz zu Fassadenbe- zusätzlichem Sicherungsseil auf- nen nicht überlasten und Last-
fahranlagen, die fest mit dem gehängt sein. anhäufungen vermeiden.
Gebäude verbunden sind, wer- ● Elektroschweißarbeiten von
den Arbeitskörbe, -sitze und Ausnahme: Bei Arbeitsbühnen isoliert aufgehängten Arbeits- – bei Arbeitskörben und -bühnen
-bühnen vorübergehend einge- mit mindestens sechs Aufhän- körben und Arbeitsbühnen aus mit Winden vor der Inbetrieb-
setzt, z. B. für Montagen. gungen in turmartigen Bauwer- durchführen. Mitgeführte Elek- 2
nahme am Aufstellort durch
● Jede Benutzung von Einrich- ken kann auf das Sicherungsseil trowerkzeuge müssen schutz- eine befähigte Person (z.B.
tungen bei der Berufsgenossen- verzichtet werden, wenn beim isoliert sein. Sachkundiger),
schaft vorher schriftlich anzeigen. Einsatz von Klemmbackengerä- ● Sicherheitsgeschirre als Ab- – bei Bedarf, mind. 1 x jährlich
● Kräfte sicher in bestehende ten (z. B. Greifzügen) als Hebe- sturzsicherung benutzen, wenn durch eine befähigte Person
Konstruktionsteile bzw. Bauteile zeuge zusätzlich Blockstopp - Arbeitskörbe oder Arbeitsbüh- (z.B. Sachkundiger).
einleiten (statischer Nachweis). geräte verwendet werden. nen sich verfangen oder kippen ● Ergebnisse dokumentieren.
● Auslegerkonstruktionen für die ● Nur Arbeitskörbe  und -büh- können.
Aufhängung von Einrichtungen nen  verwenden, die allseits ● Arbeitssitze bestimmungs-
entsprechend Betriebsanleitung mit einem mindestens 1,0 m gemäß benutzen; vorgesehene Zusätzliche Hinweise bei
oder statischem Nachweis auf - hohen Seitenschutz versehen Absturzsicherungen sorgfälig Turm- und Schornstein-
bauen, Gegengewicht aufbringen sind. schließen . bauarbeiten 5
und befestigen . ● Seile und Ketten mit Schäkeln
● Nur Hebezeuge (Winden,  oder festen Ösen, die nur mit
● Bei Umrüstarbeiten von Arbeits-
Krane) verwenden, die für den Werkzeug lösbar sind, befestigen. Prüfungen bühnen Anseilschutz benutzen. Weitere Informationen:
Personentransport geprüft sind. Keine Seilklemmen benutzen. ● Zur Rettung aus Gefahrensitua-
● Einrichtungen mit fest ange- ● Anschlagmittel nicht wechsel- ● Art, Umfang und Fristen erfor- tionen Abseilgeräte bereitstellen. Betriebssicherheitsverordung
bauten Winden müssen an jedem weise zum Anschlagen von derlicher Prüfungen festlegen BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“
● Für Verständigungsmöglich- BGV D6 „Krane“
Aufhängepunkt an zwei Tragsei- Lasten verwenden. (Gefährdungsbeurteilung) und keiten sorgen, z. B. durch Fern- BGR 159 „Hochziehbare Personenauf-
len oder an einem Tragseil mit ● Arbeitskörbe und Arbeitsbüh- einhalten, z.B. ➭ sprechgeräte. nahmemittel“
BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“

07/2010 47 48
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 49

Schuttrutschen B 83

1
6 4
2

Aufbau
Verwendung
● Beim Auf- und Abbau Aufbau-
und Verwendungsanleitungen der ● Zur Vermeidung von Verstop-
7 Hersteller beachten. fern und Schuttrohrabriss maxi-
● Nur durch unterwiesene Per- male Ablenkung nach Hersteller-
sonen auf- und abbauen lassen. angaben beachten.
● Ausschließlich die vom Her- ● Schuttrutschenaustrittsöffnung
steller vorgesehenen Aufhänge- ständig auf freien Austritt kontrol-
und Befestigungskonstruktio- lieren.
nen benutzen . ● Bei Beseitigung von Verstop-
● Gerüstkonstruktionen im Auf- fern nicht unterhalb der Schutt-
hängebereich der Schuttrutsche rohröffnung arbeiten oder das
zusätzlich verankern  und ver- Schuttrohr verziehen. Brüstungsbefestigung
streben . ● Nach Beseitigung einer Ver-
3 ● Bei Absturzhöhen von mehr ● Tragfähigkeit der Brüstung prü-
stopfung alle tragenden Teile auf
als 2,00 m Absturzsicherungen Verformung bzw. Schäden prü- fen und ggf. nachweisen.
vorsehen . fen und ggf. austauschen. ● Lastverteilende Unterlagen
● Ab 10,00 m Aufbauhöhe zu- verwenden.
sätzliche Verankerungen an-
bringen . Flachdachbefestigung
● Gefahrenbereiche festlegen
und absperren . ● Tragfähigkeit der Unterkon-
● Immer Einfülltrichter ver- struktion prüfen und ggf. nach-
wenden . weisen.
● In regelmäßigen Abständen ● Max. Auslegerüberstand ein-
und vor jedem Aufbau alle tragen- halten.
den Elemente und Verschleißteile ● Originalballastierung unver-
auf Beschädigung überprüfen. rückbar montieren.
Schrägdachbefestigung
Weitere Informationen:
5 ● Schrägdachbefestigung nur an
tragenden Teilen (Sparren/ Betriebssicherheitsverordnung
Schwellholz) vorsehen. Nie auf BGV C22 „Bauarbeiten“
BGV D8 „Winden, Hub- und Zuggeräte“
➭ die Dachlatten aufsetzen.
10/2006 49 50
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 51

● Nur Karabinerhaken benutzen,


Persönliche C 43 die eine Sicherung gegen unbe-
absichtigtes Öffnen haben .
6
Aufhängeöse

Schutzausrüstungen ● Auffanggurte benutzen, wenn


die Gefahr des Absturzes be-

gegen Absturz steht.


● Haltegurte nur dort verwen-
Gehäuse

den, wo Beschäftigte lediglich


gehalten oder gegen Abrutschen
gesichert werden müssen.
7 ● Steigschutzeinrichtungen nur
mit Auffanggurt mit vorderer
Steigschutzöse benutzen . Ein- und
● Auffangsysteme   mit ausziehbares
Geräten mit energieabsorbieren- Verbindungsmittel

4 der Funktion  oder Falldämpfer


 benutzen, wenn Maßnahmen Endverbindung
zum Auffangen Abstürzender
oder Abrutschender durchzu-
führen sind . Karabinerhaken
● Das Verbindungsmittel – Seil/
Band – bei Benutzung straff hal-
1 ten und Schlaffseilbildung durch
● Der Vorgesetzte hat geeignete
Einsatz einer Längeneinstellvor- 5 Verfahren zur Rettung (zB.
richtung vermeiden. Höhensiche-
Rettungskörbe, Abseilgeräte) von
rungsgeräte  halten das Verbin-
4 Beschäftigten festzulegen. Dabei
dungsmittel automatisch straff.
beachten, dass durch längeres
Hängen im Gurt Gesundheits-
gefahren entstehen können.
● Die richtige und sichere Benut-
zung der PSA und die Ausführung
der Rettung praktisch üben.

● PSA gegen Absturz vor jeder


Mitlaufendes Auffang- 2
Benutzung durch Inaugenschein-
gerät einschließlich nahme überprüfen.
beweglicher Führung
● Prüfung durch einen Sachkun-
digen nach Bedarf, mindestens
jedoch einmal jährlich. 3
Persönliche Schutzausrüstungen – an Gittermasten, ● PSA gegen Absturz möglichst ● Die Verbindungmittel (Seile/
(PSA) gegen Absturz sind zu be- – bei Montagearbeiten, oberhalb des Benutzers anschla- Bänder) nicht über scharfe Kanten
nutzen, wenn – in Verbindung mit Steigeinrich- gen. beanspruchen, nicht knoten und
– Absturzsicherungen (Seiten- tungen (Steigleitern, Steigeisen- ● PSA gegen Absturz nur an nicht behelfsmäßig verlängern.
schutz) aus arbeitstechnischen gänge). tragfähigen Bauteilen bzw. ● PSA gegen Absturz vor schädi-
Gründen nicht möglich und Dabei ist Folgendes zu beachten: Anschlageinrichtungen  befes- genden Einflüssen, z. B. Öl, Säure, Weitere Informationen:
– Auffangeinrichtungen (Fang - ● Nur CE-gekennzeichnete und tigen. Bauliche Einrichtungen Lauge, Putzmittel, Funkenflug,
BGV C22 „Bauarbeiten“
gerüste, Dachfanggerüste, Auf- EG-baumustergeprüfte Ausrüs- müssen – bei einem Benutzer – Erwärmung über 60°, schützen BGR 198 „Einsatz von persönlichen
fangnetze) unzweckmäßig sind. tungen  (Halte- oder Auffang- eine Stoßkraft (Auffangkraft) von und trocken lagern. Schutzausrüstungen gegen Absturz“
PSA gegen Absturz können be - 7,5 kN aufnehmen können. ● Beschädigte oder durch Absturz BGR 199 „Benutzung von persönlichen
gurte, Verbindungsmittel [Seile/ Schutzausrüstungen zum Retten aus
nutzt werden Bänder], Falldämpfer, Höhensi - ● Der Vorgesetzte hat die An- beanspruchte PSA gegen Absturz Höhen und Tiefen“
– bei Arbeiten geringen Umfanges, cherungsgeräte , mitlaufende schlageinrichtungen festzulegen nicht weiter verwenden. Sie sind BGI 870 „Haltegurte und Verbindungs-
z.B. in der Nähe von Flachdach- und dafür zu sorgen, dass die mittel für Haltegurte“
Auffanggeräte einschließlich Füh- der Benutzung zu entziehen, bis BGI 515 „Persönliche Schutzausrüstungen“
kanten, oder in der Nähe von rung ) benutzen. PSA gegen Absturz benutzt eine fachlich geeignete Person BGG 906 „Auswahl, Ausbildung und
Bodenöffnungen, werden. (z.B. Sachkundiger) der weiteren Befähigungsnachweis von Sachkundigen
für PSA gegen Absturz“
Benutzung zugestimmt hat.

07/2010 51 52
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 53

Abbrucharbeiten D 75
Muster einer Abbruchanweisung
Grundanforderungen/Maßnahmen
Abbruchbaustelle (Ort/Straße)___________________________________Beginn:__________________
Abbruchgenehmigung, Nr.:____________________
Auftraggeber:________________________________________________Ende:___________________

● Abbrucharbeiten dürfen nur fahren sofort Arbeiten einstellen. Aufsichtführender (Polier):_____________________________ Fachbauleiter:____________________
von erfahrenen und fachlich ● Bauteile niemals durch Unter- Bauleiter, LBO:______________________________________ Koordinator des
geeigneten Personen ausgeführt höhlen oder Schlitzen zum Ein-
Auftraggebers:____________________
werden. sturz bringen.
● Einsatz und Zusammenwirken Zuständige BG:______________________________________ Mitglieds-Nr.:_____________________
● Unternehmen müssen über
die erforderlichen Geräte und von Maschinen und Geräten Einsatz von Subunternehmern: ja  nein 
Einrichtungen verfügen. regeln. Wenn ja, für welchen Teilbereich:________________________________________________________
● Vor Beginn der Abbrucharbei- ● Gegenseitige Gefährdungen
ten ist durch den Unternehmer vermeiden.
eine baustellenbezogene Gefähr- ● Verkehrswege und Fluchtwege Kurzbeschreibung der baulichen Anlage*:_________________________________________________
dungsbeurteilung durchzuführen. von Abbruchmaterialien freihal- ___________________________________________________________________________________
● Abbrucharbeiten dürfen erst ten, Gefahrbereiche absperren ___________________________________________________________________________________
begonnen werden, wenn eine oder durch Warnposten sichern.
● Beim Befahren oder Arbeiten Konstruktive Besonderheiten:___________________________________________________________
Abbruchanweisung durch den
Unternehmer erteilt wurde. auf Decken mit Großgeräten,
● Schriftliche Abbruchanwei- z.B. Baggern, Raupen, zuvor Art und Lage verbleibender Ver- und Entsorgungsleitungen*:__________________________________
sungen sind z.B. erforderlich Tragfähigkeit vorhandener Dek-
Sicherung des öffentlichen Verkehrs durch:________________________________________________
bei Abbruch mit Großgeräten, ken und Wände überprüfen.
● Decken und tragende Bauteile Reihenfolge und Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte:__________________________________
Demontieren, Sprengen, Umgang
mit Gefahrstoffen und Gebäude- Abbruchanweisung nicht durch Schuttmassen über- ___________________________________________________________________________________
schadstoffen. lasten. __________________________________________________________________________________
● Diese muss u.a. Angaben ent- ● Abbruchmaterial nach abfall-
halten über: Vorgesehene Arbeitsabschnitte:_________________________________________________________
und umweltrechtlichen Bestim-
Vorbereitende Maßnahmen – konstruktive Besonderheiten mungen trennen, verwerten bzw. Gewählte Abbruchverfahren* (ggf. mehrere):_______________________________________________
– Art, Umfang und Reihenfolge entsorgen. Geplanter Maschinen- und Geräteeinsatz: ________________________________________________
● Vor Beginn der Abbrucharbei- der Arbeiten
Tragfähigkeit befahrbarer Decken, kN/qm:_________________________________________________
ten baulichen Zustand des abzu- – Abbruchverfahren
– Art und Anzahl der einzuset- Abbruchstatik: ja  nein 
brechenden Bauwerkes und an- Vorsorgeuntersuchungen
grenzender Bauteile in statischer zenden Geräte und Maschinen Schutz benachbarter Grundstücke durch:_________________________________________________
und konstruktiver Hinsicht unter- – Hilfskonstruktionen, erforder- ● Arbeitsmedizinische Vorsor- Besondere Sicherheitsleistung benachbarter Grundstücke/Anlagen:_____________________________
suchen. liche Gerüste und Aufstiege geuntersuchungen nach Ergebnis Abstützmaßnahmen am Gebäude:_______________________________________________________
● Art, Zustand und Lage vorhan- – Absturzsicherungen der Gefährdungsbeurteilung ver-
– Abbruchtiefen und mögliche Erforderliche Gerüste/Schutzdächer:_____________________________________________________
dener Ver- und Entsorgungslei- anlassen (Pflichtuntersuchungen)
tungen feststellen. Auswirkungen auf angrenzende oder anbieten (Angebotsuntersu- Zugänge zu den Arbeitsplätzen über:_____________________________________________________
● Abbruchverfahren nach örtli- Gebäude chungen). Hierzu Beratung durch Erforderliche Absturzsicherungen:_______________________________________________________
chen Gegebenheiten auswählen. – Sicherungsmaßnahmen, den Betriebsarzt.
Je nach Möglichkeiten kommen z.B. Absperren von Gefahr - ➭
bereichen Personenaufnahmemittel mit Kran/Bagger und Anzeige bei der BG erforderlich: ja  nein 
zur Anwendung: Stemmen, Weitere Informationen:
Demontieren, Abgreifen, – Schutzmaßnahmen gegen auf- Besondere Gefahrstoffe im Baustellenbereich:_____________________________________________
Einschlagen, Reißen, Eindrücken, tretende Gefahrstoffe BGV C22 „Bauarbeiten“ Erforderliche persönliche Schutzausrüstungen:_____________________________________________
Bauordnungen der Länder
Diamantbohren und -sägen, Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Sicherung des Grundstücks nach Beendigung der Arbeiten:___________________________________
Sprengen und Sonderverfahren. Vorsorge
● Überprüfen, ob gefährliche Durchführung der Arbeiten BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ Abfuhr umweltschädlicher Stoffe auf Sondermülldeponie:_____________________________________
BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“ Entsorgung Abbruchmaterial auf Siedlungsabfalldeponie:____________________________________
Stoffe, Gase, Dämpfe, Stäube, Technische Regeln Gefahrstoffe
Nebel oder andere Industrierück- ● Abbruchobjekt muss durch Auf- TRGS 524 „Sanierung und Arbeiten in
stände auftreten können. Arbeits- sichtführenden ständig beobach- kontaminierten Bereichen“
tet werden. Er darf nicht gleich- BGI 858 „Gesundheitsgefährdungen durch *Siehe ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten (DIN 18459)
anweisung aufstellen und entspre- biologische Abeitsstoffe bei der Gebäu-
chende Schutzmaßnahmen treffen. zeitig z.B. als Baggerführer tätig desanierung“
sein. BGI 892 „Gesundheitsgefährdungen durch Stempel/Datum/Unterschrift des Abbruchunternehmers
● Bei plötzlich auftretenden Ge- Taubenkot“

07/2010 53 54
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 55

4
Abbruch mit Großgeräten D 76

2 3

● Schutz des Geräteführers vor


herabfallenden Gegenständen
durch Schutzgitter (FOPS) .
● Arbeitseinrichtungen (z. B.
Einziehhaken, Arbeitsstiele) an
Hydraulikbaggern mit Abweis-
blechen ausrüsten .
● Bauteile nicht durch Unter-
höhlen oder Einschlitzen zum Ein-
sturz bringen.
● Labile Bauteile vorab entfernen.
● Abbrucharbeiten nach Abbruch- höhe mindestens 0,50 m höher Betriebes ist verboten. Als ● Bauteile nicht von Hand, auch
anweisung durchführen. als die höchsten abzubrechenden Gefahrbereich gilt der jeweilige nicht mit Stangen und Zahnstan-
● Nur qualifizierte, erfahrene Bauteile sein. Sicherheitsabstand zuzüglich genwinden, zum Einsturz bringen.
und unterwiesene Geräteführer ● Sicherheitsabstände zwischen 4,00 m nach allen Seiten um ● Decken nur dann mit Geräten
einsetzen. Geräten und abzubrechenden das Abbruchgerät. befahren, wenn ausreichende
● Nur Abbruchgeräte mit aus- Bauteilen einhalten . Tragfähigkeit nachgewiesen ist.
reichender Reichhöhe einsetzen. ● Der Aufenthalt von Personen ● Schuttmassen kontinuierlich
Beim Abgreifen muss die Reich- im Gefahrbereich während des ➭ abräumen, damit Wände und Dek-
ken nicht überlastet werden.
 0,5 m
● Staubbekämpfung durch
1
Sprühdüse am Ausleger des
Abgreifen Eindrücken Einziehen Abbruchbaggers .
● Manuelle Staubbekämpfung
mittels C-Wasserschlauch, Stand-
ort des Bedieners außerhalb des
Gefahrenbereichs.
H H
Weitere Informationen:

Vorsorgeuntersuchungen BGV C22 „Bauarbeiten“


H BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
Beim Führen von Abbruchgeräten DIN 18007 Abbrucharbeiten
werden arbeitsmedizinische Vor- ATV Abbruch- und Rückbauarbeiten
 0,5 H  0,5 H  1,5 H
sorgeuntersuchungen empfohlen. (DIN 18459)
Betriebssicherheitsverordnung

07/2010 55 56
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 57

Zusätzliche Hinweise für


Abbruch von Hand/ D 77 Gerüste beim Abtragen von
Hand
Demontieren ● Gerüste für Abbrucharbeiten
müssen mindestens der Last-
klasse 3 entsprechen.
● Verankerungen unempfindlich
gegen Steinschlag ausbilden,
● Stürze und Träger nicht fallen z. B. durch zangenartige Ver-
lassen, sondern sichern und klammerungen hinter Gebäude-
1
abheben. teilen .
● Lasten vor dem Trennen ober- ● Gerüste nicht durch Bauschutt
halb des Schwerpunktes anschla- überlasten. Gerüstlagen regelmä-
gen, um gefährliche Horizontal- ßig reinigen. Auskragende Schutz-
kräfte zu vermeiden. Schwer- dächer möglichst vermeiden.
punktlage vorher ermitteln. ● Bei Planen- oder Netzverklei-
● Bauteile dürfen zum Anschla- 5 dungen Anordnung und Anzahl
gen nur begangen werden, wenn der Verankerungen statisch nach-
sie mindestens 20 cm breit sind. weisen.
● Verbindungen und Anschlüs- ● Beim Brennschneiden darauf auch Auffangeinrichtungen un- ● Fassadengerüste dem Ab-
se von Bauteilen erst lösen, achten, dass Personen durch zweckmäßig sind, darf geeignete bruchfortschritt entsprechend
3 wenn diese gegen Herabfallen herabfallende Schlacke nicht Schutzausrüstung gegen Absturz abbauen.
gefährdet werden und keine verwendet werden.
Brandgefahr besteht. Feuerlösch- ● PSA gegen Absturz  nur an
einrichtungen bereithalten. tragfähigen Bauteilen bzw. An-
schlageinrichtungen befestigen.
Sie müssen – bei einem Benut-
2 Arbeitsplätze zer – eine Stoßkraft (Auffang-
1 kraft) von 7,5 kN aufnehmen
● Einzelne Träger und Balken, können.
Türblätter oder flach gelegte ● Der Vorgesetzte hat die geeig-
Leitern nicht als Arbeitsplätze neten Anschlageinrichtungen
oder Verkehrswege benutzen. festzulegen und dafür zu sorgen,
● Abbrucharbeiten (Stemm- dass Anseilschutz benutzt wird.
arbeiten) nicht von Leitern und ● Staubarme Abbruchverfahren
4 Hubarbeitsbühnen ausführen. anwenden.
Ausnahme: z. B. Abbrennen von ● Staubentwicklung mit Wasser
Bewehrungseisen und Sicherungs- einschränken bzw. Atemschutz-
arbeiten. geräte benutzen, z. B. Filter-
● Nicht ungesichert auf Mauer- masken mindestens mit P2-Filter.
kronen arbeiten. ● Gehörschutz benutzen, wenn
● Bei nicht durchtrittsicheren lärmerzeugende Abbruchver-
Bauteilen sind Lauf- und Arbeits- fahren (z.B. mit Abbruch- oder
stege zu verwenden. Bohrhämmern) angewandt wer-
● Deckenöffnungen, Decken- den.
kanten und nicht benutzte Abwurf- Weitere Informationen:
● Treppenhäuser möglichst Sie dürfen nur an tragfähigen gesichert sind, z.B. durch An- schächte mit Absturzsicherungen
lange erhalten und von Bauschutt Bauteilen befestigt werden . schlagen am Hebezeug. versehen, z. B. Seitenschutz . Vorsorgeuntersuchungen
BGV C22 „Bauarbeiten“
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
freihalten. ● Zur Staubreduzierung Contai- ● Trennschnitte nur von siche- ● Öffnungen durchtrittsicher und Vorsorge
● Aufstiege nicht in die Nähe ner mit einer geschlossenen ren Standplätzen ausführen. unverschiebbar abdecken. ● Arbeitsmedizinische Vorsor- BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
von Abwurfplätzen legen. Plane abdecken . Abbruchanweisung beachten. ● Auf Absturzsicherungen kann geuntersuchungen nach Ergebnis
Lärm- und Vibrationsarbeitsschutz -
verordnung
● Decken und Wände nicht ● Bei Gewölben besondere ● Lärm- und vibrationsgemin- nur verzichtet werden, wenn sie der Gefährdungsbeurteilung ver- DIN 4420
durch Anhäufung von Bauschutt Maßnahmen treffen, um die derte Maschinen und Geräte aus arbeitstechnischen Gründen anlassen (Pflichtuntersuchungen) DIN EN 12811-1
BGR 190 „Benutzung von Atemschutz-
überlasten! Im Zweifelsfall abstüt- Schubkräfte sicher abzuleiten. verwenden. nicht möglich und stattdessen oder anbieten (Angebotsuntersu- geräten“
zen und verstreben. ● Bei Krag-Konstruktionen die Auffangeinrichtungen (Fangge- chungen). Hierzu Beratung durch BGR 194 „Benutzung von Gehörschutz“
● Geschlossene Rutschen bis Kippgefahr durch Wegfall der rüste/Dachfanggerüste/Auffang- den Betriebsarzt. BGR 198 „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen gegen Absturz“
zur Übergabestelle verwenden. Auflast oder der Einspannung netze) vorhanden sind. Nur wenn Betriebssicherheitsverordnung
berücksichtigen. ➭
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Abbruch durch Sprengen D 78

Vorbereitung der keine Schweiß-, Schneid- oder


Sprengarbeiten andere Funken reißende Arbeiten
ausführen.
● Anzeigen der Sprengarbeiten ● Sprengstellen, von denen Ge-
bei der zuständigen Behörde. fahren durch Steinflug ausgehen
● Durchführung von Lademen- können, müssen mit geeigneten
genberechnungen, Spreng- und Materialien abgedeckt werden,
Zündplänen, soweit es Größe z.B. Strohballen, Gummimatten.
und Lage der Sprengobjekte ● Den Gefahrbereich festlegen
erfordern. und absichern.
● Beachten von konstruktiven ● Alle Beteiligten sind über die
Besonderheiten. Bedeutung der Sprengsignale zu
● Hilfskonstruktionen, erforder- unterrichten:
liche Gerüste und Aufstiege – 1. Sprengsignal
z.B. für Bohrarbeiten vorsehen. = ein langer Ton
● Vorschwächungsarbeiten nur = sofort Sprengbereich ver-
soweit durchführen, dass die lassen/ in Deckung gehen
Standsicherheit des Bauwerks – 2. Sprengsignal
bzw. der Bauwerksteile nicht = zwei kurze Töne
gefährdet ist. = es wird gezündet
● Erschütterungsarm Bohren. – 3. Sprengsignal
= drei kurze Töne
= das Sprengen ist beendet
Planung der Sprengarbeiten Durchführen der oder die Sprengarbeit ist
Sprengarbeiten unterbrochen, und die Dek-
● Die Durchführung der Bau- kung darf verlassen
werkssprengungen ist ausführ- ● Sprengungen von Bauwerken werden
lich zu planen: und Bauwerksteilen dürfen nur ● Sprengsignale beachten.
– Umfang der Entkernung von Sprengberechtigten ausge- ● Die Sprengstelle erst nach
– Festlegungen zur notwendigen führt werden, die aufgrund eines Freigabe durch den Sprengbe-
Vorschwächung des Bauwerks Erlaubnis- oder Befähigungs- rechtigten betreten.
– Überlegungen zur Fallrichtung scheines nach Sprengstoffgesetz ● Nicht gezündete Sprengmit-
und des dazu erforderlichen dazu berechtigt sind. tel/Versager dürfen nur durch
Fallbettes ● Auf der Baustelle ist der den Sprengberechtigten besei-
– Maßnahmen zur Verhinderung Sprengberechtigte allein verant- tigt werden.
von Steinflug, Staub, Erschüt - wortlich und weisungsberechtigt. ● Gegebenenfalls ist ein Sach-
terungen ● Umgang mit Spreng- und verständiger erforderlich.
– Sprengberechtigter benötigt Zündmitteln ist nur dem Spreng-
für die jeweilige Sprengarbeit berechtigten und seinen von ihm
ausreichende Kenntnisse beaufsichtigten Sprenghelfern
● Gegebenenfalls ist ein geeig- gestattet.
neter Baustatiker in die Planung ● Beim Laden und Besetzen
einzubinden. sind Unbeteiligte fern zu halten
sowie die entsprechenden Berei-
che abzusperren.
● Beim Umgang mit Sprengstof-
fen und Zündmitteln im Abstand Weitere Informationen:
von weniger als 25 m Entfernung
nicht rauchen, kein offenes Licht BGV C24 „Sprengarbeiten“
Sprengstoffgesetz
oder Feuer verwenden sowie
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Thermisches Trennen mit D 79


Sauerstoffkernlanzen

Zusätzliche Hinweise für


den Brandschutz
4
● Bei Brandgefahr muss eine
Genehmigung des Verantwort-
lichen und eine Betriebsanwei-
3 sung des Arbeitgebers vorliegen.
● Alle brennbaren Teile aus der
gefährdeten Umgebung entfernen.
● Nicht entfernbare brennbare
2
Teile abdecken.
● Öffnungen abdichten.
● Geeignete Feuerlöschmittel
bereitstellen, z. B. Pulverlöscher,
unter Druck stehende Wasser-
schläuche.
1 ● Bis 24 Stunden nach Been-
digung der Arbeiten mehrfach
die Arbeitsstelle auf Brandnester
überprüfen (Brandwache gemäß
Betriebsanweisung).

● Bei Durchbrüchen in Räumen Persönliche Vorsorgeuntersuchungen


mit Brandgefahr: Schutz gegen Schutzausrüstungen
Funkenflug vorsehen. ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
● Zum Eindämmen des Funken- ● Spezielle persönliche Schutz- geuntersuchungen nach Ergebnis
fluges ggf. Prallwände einsetzen. ausrüstungen benutzen: der Gefährdungsbeurteilung ver-
● Gefahrbereiche hinter den zu – Sicherheitsschuhe mit Leder- anlassen (Pflichtuntersuchungen)
trennenden Bauteilen absperren. gamaschen  oder Schaft - oder anbieten (Angebotsuntersu-
Lavafluss (Brennschlacke) am Bo- stiefel chungen). Hierzu Beratung durch
den durch ein Sandbett auffangen. – Schutzanzug den Betriebsarzt.
● Vor Arbeitspausen glühende (spritzerabweisend, ungefüttert
Schlacke entfernen oder ab- und schwer entflammbar) 
löschen. – Stulpenhandschuhe (spritzerab-
● Für ausreichende Belüftung weisend und schwer entflamm-
und Rauchabführung sorgen. bar) 
Ggf. Ventilatoren einsetzen. – Schutzhelm mit umlaufender
● Griffstück der Sauerstoff- Krempe und Gesichtsschutz
kernlanze mit Prallscheiben oder mit Drahtgewebe 
Schutzschalen zusätzlich vor – Schweißerschutzfilter der Weitere Informationen:
Wärme schützen. Schutzstufe 4
● Alle Geräte und Betriebsmittel – Gehörschutz BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
öl- und fettfrei halten. – evtl. Atemschutz Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
DVS*-Merkblatt 2101 – „Umgang mit
Sauerstoffkernlanzen“
*DVS = Deutscher Verband für
Schweißtechnik

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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 63

Bohren und Sägen D 155


von Beton und Asphalt

● Bei frequenzgesteuerten messer und Einsatzbedingungen Vorsorgeuntersuchungen


Betriebsmitteln sind besondere (Nass- oder Trockenschnitt).
Maßnahmen, z.B. allstrom- ● Nassschnittverfahren anwen- ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
sensitive FI-Schutzeinrichtungen, den, ansonsten Staubabsaugung geuntersuchungen nach Ergebnis
erforderlich. oder Atemschutz verwenden. der Gefährdungsbeurteilung ver-
● Bei Nassschneid- und Bohr- ● Drehzahl der Maschine mit anlassen (Pflichtuntersuchungen)
arbeiten müssen handgeführte höchstzulässiger Umdrehungs- oder anbieten (Angebotsuntersu-
Maschinen und Geräte betrieben zahl des Werkzeuges vergleichen. chungen). Hierzu Beratung durch
werden mit: Die Umdrehungszahl der Maschi- den Betriebsarzt.
– Schutzkleinspannung ne darf nicht höher sein als die
( 50 V AC/ 120 V DC) oder des Werkzeuges.
– Schutztrennung ● Schutzhaube über Werkzeug
In nicht engen leitfähigen Räu- muss vorhanden und richtig ein- Weitere Informationen:
men ist FI-Schutzeinrichtung (RCD) gestellt sein.
mit I N 30 mA zulässig. ● Funktion der Wasserfangein- Betriebssicherheitsverordnung
BGV C22 „Bauarbeiten“
● Trenntransformator und richtung regelmäßig überprüfen. BGV A3 „Elektrische Anlagen und
Kleinspannungstransformator ● Werkzeuge vor Arbeitsbeginn Betriebsmittel“
grundsätzlich außerhalb des überprüfen. Fehlerhafte Werkzeu- Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
● Vor Beginn der Arbeiten ● Abzutrennende Bauteile durch ● Führungsschienen und Grund- Vorsorge
Nassbereiches aufstellen. ge mit Rissen, Brandflecken oder BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
Arbeitsbereich auf Vorhanden- Unterstützung, Aufhängung oder platten von Maschinen sicher
● Nur gekennzeichnete Werk- Beschädigungen aussondern. BGR 118 „Umgang mit beweglichen Stra-
sein und Verlauf von Leitungen, Abspannung sichern. Lage der befestigen. Biegebeanspruchung ßenbaumaschinen“
zeuge (Trennscheiben, Sägeblät- ● Vor Schneidbeginn Werkzeug
Kanälen und nicht tragfähigen Bewehrung und statisches von Befestigungsbolzen durch BGR 194 „Benutzung von Gehörschutz“
ter bzw. Bohrer) verwenden. An- leer laufen lassen. Nur laufendes BGR 190 „Benutzung von Atemschutz-
Bauteilen überprüfen. System beachten. winkelrechten Einbau der Dübel
gegeben sein müssen Hersteller Werkzeug auf das zu bearbeiten- geräten“
● Schutzmaßnahmen im Einver- ● Gefahrbereiche, in die abge- vermeiden. BGI 594 „Einsatz von elektrischen
oder Vertreiber, max. Umdre- de Material ansetzen.
nehmen mit Auftraggeber und trennte Teile fallen können, ab- ● Elektrisch betriebene Maschi- Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer
hungszahl, Laufrichtung, Durch- ● Gehörschutz benutzen, ggfs. Gefährdung“
ggfs. Eigentümer, Betreiber, zu- sperren oder durch Warnposten nen und Geräte nur über einen
auch Schutzbrille oder Schutz- BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektri-
ständigen Behörden festlegen. sichern. besonderen Speisepunkt mit scher Anlagen und Betriebsmittel auf Bau-
schirm und Atemschutz.
● Standsicherheit der Bauteile ● Bei Arbeiten über Bodenhöhe Schutzmaßnahme anschließen, und Montagestellen“
EN 500-1 Bewegliche Straßenbau-
jederzeit gewährleisten. geräumige und tragfähige Stand- z.B. Baustromverteiler mit maschinen, Sicherheit – Allgemeine Anfor-
flächen schaffen, ggfs. Absturz- Fl-Schutzeinrichtung. derungen
sicherungen anbringen. ➭
07/2010 63 64
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 65

Abbruch von Türmen, D 71 ● Der Blitzschutz muss in jeder


Abbruchphase wirksam bleiben.
Schornsteinen und Silos ● Hängegerüste nur zum Ab-
bruch des Innenfutters einsetzen.
Dabei müssen die Traversen
(Gerüstträger) auf dem äußeren
Schornsteinschaft aufliegen.
● Während des Abtragens
Mauerkrone nicht betreten.
 ● Im Mündungsbereich von in
Betrieb befindlichen Schornstei-
nen keine Abbrucharbeiten durch-
führen.
● Schornsteine nicht durch
Einziehen abbrechen.

● Gefahrbereich in Abhängigkeit Tabelle :


vom Abbruchverfahren festlegen, Radius des Gefahrbereichs um die jeweiligen Arbeitsplätze
absperren und durch Warnschilder
jeweilige Höhe h erforderlicher erforderlicher
kennzeichnen, gegebenenfalls
der baulichen Radius abhängig Mindestradius
mit Warnposten sichern.
Anlage (m) von h in m
● Geschlossene Rutschen bis
zur Übergabestelle benutzen. h bis 60 h/5 8,00
Rutschen nur an tragfähigen Bau-
h> 60 bis 100 h/5 12,50
teilen befestigen.
● Bei Entsorgung des Abbruch- h> 100 bis 150 h/6 20,00
materials abfallrechtliche Bestim- h> 150 bis 200 h/7 25,00
mungen sowie Umweltschutz- h> 200 h/8 30,00
bestimmungen beachten.
● Bei starker Staubentwicklung
● Vor Beginn der Abbrucharbei- ● Abbruchverfahren nach ört - – Sicherungsmaßnahmen, Atemschutzgeräte benutzen
ten baulichen Zustand des abzu- lichen Gegebenheiten auswählen. z.B. Absperrungen von Gefahr- Zusätzliche Hinweise für das
(z. B. Filtermasken mindestens
brechenden Bauwerkes in stati- Je nach Möglichkeiten kommen bereichen  Abtragen gemauerter
mit P2-Filter).
scher und konstruktiver Hinsicht zur Anwendung: Stemmen, Demon- ● Weitere notwendige Schutz- Schornsteine
untersuchen. tieren, Abgreifen, Einschlagen, maßnahmen veranlassen, z.B.
● Bauwerke auf Gefahrstoffe Reißen und Sprengen. Beseitigen von Gefahrstoffen. ● Nach innen, in den Schorn-
Vorsorgeuntersuchungen
und mikrobiologische Belastun- ● Abbruchanweisung ausarbei - ● Ablauf der Arbeiten durch stein abgeworfenes Material
gen prüfen. ten. Diese muss u.a. Angaben weisungsbefugten Aufsichtfüh- ständig entfernen, Lagerung
● Empfehlung arbeitsmedizini-
● Prüfen, ob beim Abbruch ge - enthalten über: renden überwachen lassen, der nicht höher als Oberkante Aus-
scher Vorsorgeuntersuchungen
fährliche Gase, Dämpfe, Stäube – Umfang und Reihenfolge des ständig an der Baustelle sein bruchöffnung.
nach Ergebnis der Gefährdungs-
oder Nebel auftreten können. Abbruchs muss. ● Ausbruchöffnung am Schorn-
beurteilung.
● Arbeitsmedizinische Vorsor - – Abbruchverfahren ● Verkehrswege und Fluchtwege steinfuß statisch nachweisen.
geuntersuchungen veranlassen. – erforderliche Gerüste und von Abbruchmaterial freihalten. ● Schornsteinbänder nur ent-
● Art, Zustand und Lage vorhan- Absturzsicherungen  ● Bauteile niemals durch Unter- sprechend dem Fortgang der
dener Ver- und Entsorgungsleitun- – Abbruchtiefen und mögliche höhlen oder Schlitzen zum Ein- Arbeiten entfernen. Unbeabsich- Weitere Informationen:

gen feststellen. Auswirkungen auf angrenzende sturz bringen. tigtes Ausbrechen durch das
BGV C22 „Bauarbeiten“
Gebäude Spannen zusätzlicher Drahtseile DIN 18459
➭ verhindern. BGI 778 „Turm- und Schornsteinbau“
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
07/2010 65 66
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 67

Gasschweißen D 31
Brennschneiden
Hartlöten

5
4
3

2
Lüftung in Räumen Zusätzliche Hinweise für den
Materialien Unlegierter und Hoch leg.Stahl, Schweißen Brandschutz
niedrig legierter NE-Werkstoffe an beschich-
Stahl, Alum.- (außer Alum.- tetem Stahl ● Bei Schweiß-, Schneid- und Löt -
Verfahren Werkstoff Werkstoff)
arbeiten in Bereichen mit Brand-
Gasschweißen und Explosionsgefahr muss eine
ortsgebunden F T T A T A Schweißerlaubnis vorliegen.
nicht ortsgebunden F T F A F A ● Alle brennbaren Teile aus
Brennschneiden der gefährdeten Umgebung ent-
ortsgebunden F T A A T T
fernen.
nicht ortsgebunden F T T A T T ● Sicherheitsmaßnahmen zur
Verhinderung einer Brandentste-
= kurzzeitig F = freie (natürliche) Lüftung
= länger dauernd T = technische (maschinelle) Lüftung, z. B. Ventilatoren, Gebläse hung in der Schweißerlaubnis
A = Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe festlegen, insbesondere
Als kurzzeitig gilt, wenn die Brenndauer der Flamme oder des Lichtbogens täglich nicht
– nicht entfernbare brennbare
mehr als eine halbe Stunde oder wöchentlich nicht mehr als zwei Stunden beträgt. Als Teile abdecken,
länger dauernd gilt, wenn die Brenndauer die vorgenannten Werte überschreitet. – Öffnungen abdichten.
● Brandwache und geeignete
● Acetylen-Einzelflaschenanla- ● Geeignete Schutzbrillen Feuerlöschmittel, z. B. Pulver-
gen, die sich während der Gas- (Schutzstufen 2–8) benutzen . löscher, während der schweiß-
entnahme nicht im Sichtbereich ● Auf sicheres Zünden des technischen Arbeiten bereit--
des Schweißers befinden, mit Brenners achten und bei Flamm- stellen .
Einzelflaschensicherungen  rückschlägen Brenner erst nach ● Nach Beendigung der Arbeiten
oder Gebrauchsstellenvorlagen Behebung der Störung erneut wiederholte Kontrolle der Arbeits-
6
ausrüsten. zünden. stelle auf Brandnester (Brand-
● Gasschläuche vor mechani- ● Für ausreichende Lüftung wache).
schen Beschädigungen und sorgen (Tabelle).
● Gasflaschen gegen Umstürzen ● Nur geprüfte und zugelassene gegen Anbrennen schützen und ● Bei Arbeitsunterbrechungen
1 sichern und nicht in Durchfahr- Druckminderer benutzen und so nicht über Armaturen an Flaschen Brenner nicht in Werkzeugkisten
ten, Durchgängen, Hausfluren, an die Gasflaschen anschließen, aufwickeln. und anderen Hohlkörpern ablegen. Weitere Informationen:

Treppenhäusern und in der Nähe dass beim Ansprechen der Sicher- ● Brenngas- und Sauerstoff- BGV D34 „Verwendung von Flüssiggas“
von Wärmequellen lagern und heitsventile Personen nicht ge- schläuche müssen mindestens BGI 692 „Sicherheitseinrichtungen gegen
3,00 m lang sein. Neue Gas- Zusätzliche Hinweise beim Gasrücktritt und Flammdurchschlag in
aufstellen. fährdet werden. Einzelflaschenanlagen“
● Auf Bau- und Montagestellen ● Flaschenventile nicht ruckartig schläuche vor dem erstmaligen Brennschneiden BGR 190 „Benutzung von Atemschutz-
möglichst Flaschengestelle oder öffnen. Vorher Einstellschraube Benutzen ausblasen. geräten“
● Nur sichere Schlauchverbin- ● Beim Brennschneiden schwer BGR 192 „Benutzung von Augen- und
-karren für den Transport ver- am Druckminderer bis zur Entlas- Gesichtsschutz“
wenden . tung der Feder zurückschrauben dungsmittel (Schlauchtüllen mit entflammbaren Schutzanzug BGR 133 „Ausrüstung von Arbeits-
. Schlauchschellen  oder Patent- oder Lederschürze, Schweißer- stätten mit Feuerlöschern“
kupplung) verwenden. schutzhandschuhe, evtl. auch Betriebssicherheitsverordnung
● Sauerstoffarmaturen öl- und BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
fettfrei halten. Gamaschen tragen und Gehör- TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“
➭ schutz benutzen.
07/2010 67 68
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 69

Bei der Zusammenladung unter- ● Zur Gasentnahme Druckgas-


Transport von D 34 schiedlicher Gefahrgüter auf
einem Fahrzeug oder Anhänger
3 flaschen aus dem Fahrzeug ent-
fernen und erst dann die Druck-
Druckgasflaschen sind die Nettomengen mit den
stoffspezifischen Faktoren zu
minderer anschließen.
Ausnahme: Besonders eingerich-
ermitteln. tete Werkstattwagen.
Die Summe der Produkte darf
die Zahl 1000 nicht überschreiten. Arbeiten im Werkstattwagen
Bei Überschreitung gelten alle
● Druckgasflaschen nur mit Vorschriften der Gefahrgut- ● Schweiß-, Löt- und Brenn-
1 geschlossenen Ventilen und auf- verordnung Straße, Eisenbahn schneidarbeiten dürfen nur dann
geschraubten Schutzkappen und Binnenschifffahrt (GGVSEB). in Werkstattwagen ausgeführt
transportieren. werden, wenn
● Fahrzeuge mit gefüllten Druck- – die Türen offen gehalten
gasflaschen nicht unbeaufsichtigt werden,
Beispiel:
auf öffentlichen Straßen und – Feuerlöscher (mind. 6 kg ABC-
Plätzen abstellen. Rohrleitungsbauer transportieren Pulverlöscher) in Greifnähe
auf der Ladefläche eines Doppel-
kabinen-Transporters vorhanden sind,
– zwischen Flaschendruckmin-
2 40 l Sauerstoff derern und Brenner Einzel-
(Klasse 2, Ziff. 1O) x 1 = 40 flaschensicherungen oder
8 kg Acetylen
(Klasse 2, Ziff. 4 F) x 3 = 24 Gebrauchsstellenvorlagen
33 kg Propan eingebaut sind,
(Klasse 2, Ziff. 2 F) x 3 = 99 – die Mindestschlauchlänge
–––––
163
3,00 m beträgt.
163 < 1000,
also Kleinmengenbeförderung.

● Gaflaschen dürfen nur mit ver-


schlossenen Ventilen und Schutz- Kleine Mengen und Faktoren für Stückgutbeförderung
kappen transportiert werden.
Stoffe/ Kleinmengen (kg netto bzw.
● Gasflaschen müssen mit Zubereitungen Fassungsvolumen der Gas-
Gefahrzetteln und UN-Nummern flasche) und Faktoren
gekennzeichnet sein. für Stückgutbeförderungen
● Feuerlöscher (2 kg Pulver)
Klasse Ziffer UN-Nr. Bezeichnung 333 1000
mitführen.
3 1
● Der Transport von Druckgas-
flaschen in Kombiwagen und Klasse 2 1O 1072 Sauerstoff ●
Pkw-Kofferräumen darf nur kurz- 1F 1049 Wasserstoff ●
fristig sein. Druckgasflaschen
2F 1965 Propan ●
nach dem Transport sofort
entladen. Kofferraumdeckel mit 2F 1965 Flüssiggas ●
Warnaufschrift „Achtung, keine 4F 1001 Acetylen ●
Belüftung! Vorsichtig öffnen!“
Transport allgemein ● Zum Transport von Einzel - Zusätzliche Hinweise für ● Ist keine Lüftungsöffnung
flaschen z. B. Flaschenkarren  den Transport von Druckgas- möglich, Ladetür mit Warnauf-
● Druckgasflaschen gegen oder Transportgestelle  ver- flaschen auf öffentlichen schrift „Achtung, keine Belüftung! ● Jede Lüftungsöffnung sollte
Stöße schützen. Flaschen nicht wenden. Straßen Vorsichtig öffnen!“ versehen. einen Querschnitt von mindestens
werfen oder fallen lassen, nicht ● Beim Transport auf Fahrzeu- ● Rauchen und Umgang mit 100 cm2 haben.
über den Boden rollen. gen Druckgasflaschen gegen ● Begrenzte Mengen gemäß offenem Feuer ist bei Ladear- ● Lüftungsöffnungen nicht Weitere Informationen:
● Der Transport von Druckgas- Verrutschen, Verrollen, Umfallen Gefahrgutverordnung Straße, beiten verboten. durch Ladegut verstellen oder
flaschen mit Magnetkranen ist und Herabfallen sichern, z. B. Eisenbahn und Binnenschifffahrt verschließen. Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn
● Druckgasflaschen in Fahrzeu- und Binnenschifffahrt (GGVSEB)
verboten. durch Verzurren. (GGVSEB) beachten. Bei Beförde- gen mit geschlossenen Aufbau- ● Flaschen gegen Umkippen und Gefahrgut – Ausnahmeverordnung (GGAV)
● Druckgasflaschen nicht ge- rung eines Stoffes oder Produk- ten nur transportieren, wenn Anstoßen beim Bremsen oder bei Technische Regeln Druckgase TRG 280
meinsam mit leicht entzündlichem tes darf die Höchstmenge nicht DVS*-Merkblätter 0211 + 0212
mindestens zwei Lüftungsöff- Kurvenfahrt sichern, z. B. durch Transport von Gefahrgütern (Abr.Nr. 659.5)
Ladegut transportieren. überschritten werden (Tabelle). nungen vorhanden sind. fest an die Wagenwände ange-
brachte Gestelle mit lösbaren *DVS = Deutscher Verband für Schweißen

➭ Bügeln oder Ketten . und verwandte Verfahren

07/2010 69 70
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 71

Transport D 74 3

von Baumaschinen α
β

2
● Zurrpunkte des Transport-
1 fahrzeuges nicht überlasten . α = Vertikalwinkel
gemessen zwischen der Ladefläche und
● Beim Auf- und Abladen klein- dem Zurrwinkel
sten Gang wählen und Schaltung
während der Fahrt nicht betätigen. β = Horizontalwinkel
gemessen zwischen der seitlichen
● Beim Befahren der Rampe Begrenzung und dem Zurrmittel
darf sich niemand neben und
hinter der Rampe aufhalten
(Kipp- und Abrollgefahr). ● Winkelbereiche der Zurrmittel
● Beim Befahren von schrägen einhalten 
Rampen und Auffahreinrichtun- α = 20° bis 65°
gen Einweiser einsetzen. Aufent- β = 6° bis 55°
halt des Einweisers außerhalb ● Reibbeiwert zwischen Ladung
des Gefahrbereiches und gut und Transportfläche ermitteln
sichtbar für den Baumaschinen- (bei unbekanntem Reibbeiwert
führer. Tabelle Einfachmethode Diagonalzurren µ = 0,2 annehmen).
● Arbeitseinrichtungen von ● Aus der Tabelle erforderliche
Gewicht der 4 Zurrmittel mit einer zulässigen Zugkraft im Zugkraft ablesen.
Baumaschinen festsetzen. Ladung in t direkten Strang von je (daN)
● Vor Beginn des Transportes Beispiel:
Schwenkwerksbremsen der zu Reibbeiwert Ladung Radlader 6 t
transportierenden Baumaschinen Reibbeiwert µ = 0,2
µ = 0,2 µ = 0,3 µ = 0,6 Winkelbereich der Zurrmittel
festsetzen. Arretierungsbolzen
einsetzen, um ein Verdrehen des 18.000 16.000 eingehalten
Oberwagens zu verhindern. 17.000 8.400 Aus Tabelle:
15.500 2.000 Erforderliche Zugkraft pro Strang
13.000 6.400 6.400 daN (kg)
● Transportwege vorher fest- ● Mindestachslast der Lenkachse 11.250 10.000
Zusätzliche Hinweise für
legen und Befahrbarkeit prüfen. nicht unterschreiten. 10.000 5.000
Transport durch Ankuppeln
● Auf- und Abladen von Bauma- ● Lastverteilungsplan des
und Abschleppen 9.300 8.400 4 1000 daN
schinen nur auf tragfähigem Unter- Fahrzeuges beim Beladen
8.000 4.000 30° min.
grund durchführen. Transportfahr- berücksichtigen.
● Beim Ankuppeln darf sich nie- 7.750 1.000
zeug horizontal ausrichten. ● Baumaschinen auf der Ladeflä-
mand zwischen Schleppfahrzeug 7.250 6.400
● Geeignete Auffahrrampen che befestigen, z.B. mit Seilen, 2000 daN
und Baumaschine aufhalten. Aus- 6.000 3.000
verwenden  Ketten , Feststellbremsen 30° min.
nahme: Der Kupplungsvorgang 5.800 750
● Ladegewicht ermitteln. anziehen.
ist vom Fahrer des heransetzen- 5.500 5.000
● Für den Transport nur geeig- ● Zurrmittel (Drahtseile, Ketten
den Fahrzeuges einzusehen. 5.000 2.500
nete und ausreichend tragfähige und Gurte) nach dem Gewicht
● Starre Zuggabeln vor dem 4.500 4.00
Fahrzeuge verwenden. der zu transportierenden
An- und Abkuppeln durch Stütz- 4.000 2.000 Zurrpunktschild nach DIN EN 12640
● Fahrwerk der zu ladenden Baumaschine bemessen und
rollen abstützen. (Mindestgröße 200/150 mm)
Baumaschinen vor dem Verladen auswählen. 3.850 500
● Ungebremste Fahrzeuge nur
von Schlamm, Schnee und Eis ● Zurrmittel prüfen 3.250 3.000
mit starren Abschleppstangen
reinigen. – vor jeder Benutzung auf 2.750 2.500
abschleppen.
● Ladungsschwerpunkt augenscheinliche Mängel, 2.250 2.000
● Fahrzeuggeschwindigkeit je
möglichst auf der Längsmittel - – i.d.R. einmal jährlich 2.000 1.000
nach Ladung auf Straßen- und
linie der Ladefläche des Trans- durch eine befähigte Person 1.900 250
Verkehrsverhältnisse abstimmen. Weitere Informationen:
portfahrzeuges ausrichten. (z.B. Sachkundiger). 1.500 750
● Zulässige Achslasten nicht ● Beim Diagonalzurren pro Lade- 1.000 1.000 500 Broschüre „Ladungssicherung auf
überschreiten. gut immer vier Zurrmittel verwen- Fahrzeugen der Bauwirtschaft“
den. Wenn in der Zeile mit dem Gewicht Ihrer Ladung kein Wert für die zul. Straßenverkehrsordnung
➭ Zugkraft angegeben ist, so ist der nächst höhere Wert anzunehmen.
Straßenverkehrszulassungsordnung
VDI-Richtlinie 2700

07/2010 71 72
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 73

Prüfung von
Arbeiten am Wasser D 196 Rettungsmitteln

● Vor jedem Anlegen einer Ret-


tungsweste ist ein Kurz-Check
durchzuführen:
– Patrone auf Unversehrtheit prü-
fen
– Patrone gefüllt und handfest
eingeschraubt?
– Automatik gespannt?
– Mundventil gesichert?
● Vorstehende Hinweise müssen
an der Rettungsweste gut lesbar
und erkennbar angebracht sein.
● Rettungsmittel sind bei Bedarf,
mindestens jedoch einmal jähr-
lich, von einer befähigten Person
(z.B. Sachkundigem) zu prüfen.
● Rettungswesten müssen unter
Berücksichtigung der Hersteller-
angaben in festen Zeitabständen
(i.d.R. im Abstand von 2 Jahren)
einer Wartungsmaßnahme zuge-
führt werden.
● Die abschließende Überprüfung
3
durch eine befähigte Person (z.B.
Sachkundigen) ist schriftlich zu
bestätigen.
1 2 ● Rettungsboote sind auf voll-
ständige Ausrüstung zu über-
prüfen:
– ein Satz Riemen
– Schöpfkelle
– Festmacher (Seil oder Draht)

● Arbeiten auf dem Wasser nur ● Anlegen von Rettungswesten ● Unabhängig von der Benutzung
von Wasserfahrzeugen, schwim- – bei allen Arbeiten bei denen ein von Rettungswesten sind Ret-
menden Geräten und Anlagen, Sturz ins Wasser möglich ist, tungsstangen und Rettungsringe
Pontons und Flößen ausführen. – bei allen Arbeiten an Deck, deutlich sichtbar und leicht zu-
● An Arbeitsplätzen am und über wenn keine Absturzsicherung gänglich bereitzuhalten .
dem Wasser Absturzsicherungen gemäß EN 711 vorhanden ist, ● Rettungsringe nach EN 14144
unabhängig von der Absturzhöhe – bei allen Arbeiten außenbords müssen mit einer schwimmfähigen
vorsehen. und bei Benutzung des Beiboo- Rettungsleine verbunden sein.
tes. ● Zusätzlich sind einsatzbereite
● Rettungswesten vor dem An - und geprüfte Beiboote als Ret-
Rettungsmittel legen auf Körpermaß einstellen tungsboote (gemäß EN 1914)
und immer über der Kleidung tra- bereitzuhalten .
● Nur geprüfte, automatisch auf- gen. ● Rettungsboote müssen bei
blasbare Rettungswesten benut- ● Bei Schweißarbeiten nur Ret- stark strömenden Gewässern
zen .
Weitere Informationen:
tungswesten mit Alu-bedampfter (v > 3,0 m/s) mit einem Motor-
● Genormte, dem notwendigen Oberfläche verwenden. antrieb ausgerüstet sein. BGV C22 „Bauarbeiten“
BGR 201 „Einsatz von PSA gegen Ertrin-
Auftrieb entsprechende Westen ● Rettungswesten gemäß Her - ➭ ken“
benutzen. stellerangaben säubern, pflegen EN 711
und lagern. EN 1914
EN 14144

07/2008 73 74
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 75

● Nach dem Entfernen der As-


Asbestzementprodukte D 37 bestzementprodukte Untergrund
gründlich absaugen oder feucht
4 6

Abbruch, Sanierung reinigen.


● Nur geprüfte Industriestaub-
sauger der Staubklasse H mit Eig-
nung für den Einsatz verwenden.
● Ausgebaute Asbestzement-
produkte nicht wieder verwenden.
– Schutzmaßnahmen, Verhaltens- ● Asbestabfälle nicht zerkleinern.
regeln und hygienische Maß-
nahmen
– Verhalten im Gefahrfall Vorsorgeuntersuchungen
– Erste Hilfe
– sachgerechte Entsorgung ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
● Beschäftigte anhand der Be- geuntersuchungen nach Ergebnis Beschäftigungsbeschränkungen
Persönliche und hygienische
triebsanweisung unterweisen. der Gefährdungsbeurteilung ver- Schutzmaßnahmen
1 3 ● Jugendliche dürfen auch für anlassen (Pflichtuntersuchungen) ● Beim Umgang mit Asbest-
Ausbildungszwecke nicht oder anbieten (Angebotsunter- ● Schutzanzug  und Atem- zementprodukten
beschäftigt werden. suchungen). Hierzu Beratung – dürfen Jugendliche sowie wer-
schutz mindestens mit Partikel-
● Arbeiten mit anderen Gewer- durch den Betriebsarzt. dende und stillende Mütter
filter P2 oder partikelfiltrierende
ken koordinieren, um zu vermei-
Halbmaske FFP2  verwenden. nicht beschäftigt werden,
den, dass Unbeteiligte gefährdet – ist eine leistungsabhängige
● Schutzkleidung bei Arbeits-
werden. Zusätzliche Hinweise für Entlohnung unzulässig.
2 unterbrechungen absaugen.
● Arbeitsbereiche abgrenzen Arbeiten auf Dächern ● Schutzkleidung und Atem-
und mit Warnschildern kennzeich-
schutz im Freien ablegen, um
nen . ● Bei Arbeiten auf Wellplatten- Verschmutzung der Unterkünfte 5
● Die Arbeiten sind unter Leitung dächern lastverteilende Beläge zu vermeiden.
eines sachkundigen Aufsicht- oder Laufstege benutzen. ● Einweganzüge nach Schicht-
führenden auszuführen (Sach- ● Bei einer Absturzhöhe von ende in besonders gekennzeich-
kundenachweis). Dieser muss mehr als 3,00 m Absturzsiche- neten Behältern sammeln.
während der Arbeiten ständig rungen vorsehen.
Von stark gebundenen Asbest- Technische und organisa- ● Straßenkleidung getrennt von
anwesend sein. ● Nach Arbeiten an Dächern
zementprodukten gehen im ein- torische Schutzmaßnahmen Arbeitskleidung aufbewahren.
● Unbeschichtete Asbest- Dachrinnen reinigen und anschlie-
gebauten Zustand in der Regel ● Bei Arbeitsunterbrechungen
zementprodukte an der bewitter- ßend spülen.
keine Gefahren aus. Werden ● Jeder Umgang mit Asbest- Hände sorgfältig reinigen, nach
ten Oberfläche mit staubbinden-
dagegen Asbestzementprodukte zementprodukten ist der Aufsichts- Arbeitsende gründlich duschen.
angebohrt, zerschlagen oder behörde und der Berufsgenossen-
den Mitteln besprühen oder mit
Wasser feucht halten .
● In Arbeitsbereichen nicht Zutritt verboten
unsachgemäß gereinigt, können schaft schriftlich mitzuteilen. Zusätzliche Hinweise für essen, trinken oder rauchen.
erhebliche Fasermengen frei- ● Gefährdungsbeurteilung mit
● Befestigungen sorgfältig lösen. Arbeiten in Innenräumen Asbestfasern !
Bauteile möglichst zerstörungs-
gesetzt werden. Die Bearbeitung Arbeitsplan aufstellen und
frei ausbauen und nicht aus ● Arbeitsräume geschlossen
von Asbesterzeugnissen mit zusammen mit der Anzeige der Abfallbehandlung
Überdeckungen oder über halten.
oberflächenabtragenden Geräten, zuständigen Behörde (z.B. Gewer-
Kanten ziehen. ● Nach Beendigung der Arbeiten ● Ausgebaute Asbestzement-
wie z.B. Abschleifen, Hoch- und beaufsichtsamt) vorlegen.
● Befestigungsmittel, Bruch- und sämtliche Oberflächen gründlich produkte in geeigneten Behältern
Niederdruckreinigen oder Ab- ● Angaben z.B. über:
Kleinteile, Dichtungsschnüre usw. absaugen und feucht wischen. wie reißfesten Kunststoffsäcken,
bürsten, ist deshalb unzulässig. – Art und Dauer der Arbeiten Weitere Informationen:
in Behältern sammeln. Behälter ● Vor Freigabe des Raumes Big-Bags, geschlossenen oder
Unzulässig ist auch das Reinigen – Arbeitsablauf und vorgesehene
kennzeichnen. einen mindestens 30-fachen Luft- mit Planen abgedeckten Con- BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
von unbeschichteten Asbest- technische Schutzmaßnahmen BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
● Keine Schuttrutschen ver- wechsel durchführen. tainern  sammeln, lagern und
zementdächern. – persönliche Schutzausrüstungen Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
wenden. Material nicht werfen, ● Können die Asbestzementpro- entsorgen. Vorsorge
Werden Außenwandflächen – Dekontamination der
sondern von Hand oder mit dukte nicht zerstörungsfrei aus- ● Behälter kennzeichnen 
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
abgewaschen, sind diese Beschäftigten BGV C22 „Bauarbeiten“
Hebezeug transportieren. gebaut werden, sind Raumab- und gegen den Zugriff Unbefugter
abschnittsweise mit drucklosem – Abfallbehandlung und BGR 190 „Benutzung von Atemschutz-
● Bei Arbeiten an Außenwand- schottung und Unterdruckhaltung sichern. geräten“
Wasserstrahl feucht zu halten Entsorgung Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
bekleidungen Planen oder Folien erforderlich. Außerdem ist eine ● Asbestzementabfälle nur auf
und mit entspanntem Wasser ● Betriebsanweisung aufstellen (GefStoffV)
zum Auffangen und Sammeln Einkammerschleuse als Verbin- dafür zugelassenen Deponien
und weich arbeitenden Geräten mit Angaben z.B. über: BGI 664 „Verfahren mit geringer Expo-
herabfallender Bruchstücke dung zum Arbeitsbereich zu staubfrei einlagern. sition gegenüber Asbest bei Abbruch-,
(z.B. Schwamm) zu reinigen. – Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“
auslegen. verwenden. ● Bei der Deponie Erkundigun-
Tätigkeit Technische Regeln Gefahrstoffe
– Gefahren für Mensch und ● Benutzte Arbeitsmittel, z.B. Ge- gen über weiter gehende Forde- TRGS 519 „Asbest: Abruch-, Sanierungs-
oder Instandhaltungsarbeiten“
Umwelt rüste, durch Absaugen reinigen. rungen einholen.

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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 77

Schwach gebundene D 80 2 1

Asbestprodukte

Zutritt verboten
3
Asbestfasern!

● Spritzasbest direkt am Ent- leistungs-Vakuumsauggeräte – bei allen anderen Arbeiten


3
stehungsort absaugen. Nur ge- verwenden . Filtergeräte mit Partikelfilter P3
eignete und durch Messung oder ● Asbest- oder asbesthaltige in Verbindung mit Vollmasken
anerkannte Prüfbescheinigung Abfälle sowie verbrauchte Arbeits- und Gebläseunterstützung.
ausreichend filternde Sauggeräte mittel wie Einweganzüge in ● Nur einteilige Schutzanzüge
verwenden. gekennzeichneten Behältern verwenden .
● Ausgebaute und verpackte sammeln. ● Schutzanzüge nur innerhalb
Asbestprodukte nur über Mate- ● Abfälle auf zugelassenen De- der Personenschleuse auszie-
rialschleuse aus dem Arbeits- ponien so einlagern und abdecken, hen. Zuvor anhaftenden Staub
bereich heraustransportieren. dass keine Asbestfasern in die durch Abwaschen oder Absaugen
● Asbestmaterial nicht schred- Umwelt gelangen. vollständig entfernen. Dabei
dern oder anders mechanisch ● Bei der Deponie Erkundigungen Atemschutz nicht ablegen.
zerkleinern. über weiter gehende Forderungen ● In Arbeitsbereichen nicht
● Ausgebauten Spritzasbest einholen. essen, trinken oder rauchen.
mit Zement oder anderen hydrau-
lischen Bindemitteln in einem
geschlossenen Aufbereitungs- Vorsorgeuntersuchungen Beschäftigungs-
Von schwach gebundenen Asbest- ● Angaben z.B. über: dass Unbeteiligte gefährdet system verfestigen. beschränkungen
produkten können auch in einge- – Art und Dauer der Arbeiten werden. ● Verbleibende Asbestfaser- ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
bautem Zustand Gesundheitsge- – Arbeitsablauf und vorgesehene ● Arbeitsbereiche abgrenzen rückstände auf rauen Bauteil- geuntersuchungen nach Ergebnis ● Beim Umgang mit schwach
fahren ausgehen, z.B. bei Be- technische Schutzmaßnahmen und mit Warnschildern kenn- oberflächen durch Restfaser- der Gefährdungsbeurteilung ver- gebundenen Asbestprodukten
schädigung der Oberfläche. – persönliche Schutzausrüstungen zeichnen . bindemittel, Anstrich oder auf- anlassen (Pflichtuntersuchungen) – dürfen Jugendliche sowie
Durch Luftzirkulation können er- – Dekontamination der Beschäf- ● Die Arbeiten sind unter Leitung gesprühte Beschichtung binden. oder anbieten (Angebotsuntersu- werdende und stillende Mütter
hebliche Fasermengen freigesetzt tigten eines sachkundigen Aufsicht- ● Arbeitsbereiche nach Been- chungen). Hierzu Beratung durch nicht beschäftigt werden,
und dadurch auch benachbarte – Abfallbehandlung und führenden auszuführen. Dieser digung der Arbeiten reinigen. den Betriebsarzt. – ist eine leistungsabhängige
Räume kontaminiert werden. Entsorgung muss während der Arbeiten Die End- bzw. Feinreinigung erst Entlohnung unzulässig.
● Betriebsanweisung aufstellen- ständig anwesend sein. durchführen, wenn sich der Rest-
mit Angaben z.B. über: ● Arbeitsbereiche staubdicht staub in der Luft abgelagert hat, Persönliche und hygienische
Technische und organisato- – Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz, abschotten. Abgeschottete Be- frühestens jedoch nach 12 Schutzmaßnahmen Weitere Informationen:
rische Schutzmaßnahmen Tätigkeit reiche unter Unterdruck halten. Stunden. BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
– Gefahren für Mensch und Umwelt ● Arbeitsbereiche nur über Per- ● Personen- und Materialschleu- ● Bei sämtlichen Tätigkeiten, BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
● Jeder Umgang mit Asbest ist – Schutzmaßnahmen, Verhaltens- sonenschleusen mit ausreichen- sen nach Schichtende feucht einschließlich der Endreinigung, Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
Vorsorge
der Aufsichtsbehörde und der regeln und hygienische Maß- der Be- und Entlüftung sowie reinigen. und bei der Abfallbeseitigung BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
Berufsgenossenschaft schriftlich nahmen kontrollierter Unterdruckhaltung ● Für Reinigungsarbeiten nur zu- Atemschutzgeräte  benutzen. BGR 190 „Benutzung von Atemschutzge-
mitzuteilen. – Verhalten im Gefahrfall betreten bzw. verlassen. gelassene und geprüfte Industrie- Als Atemschutz kommen in räten“
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
● Gefährdungsbeurteilung mit – Erste Hilfe ● Abzubrechendes Asbest oder staubsauger der Staubklasse H Frage: (GefStoffV)
Arbeitsplan aufstellen und – sachgerechte Entsorgung asbesthaltige Materialien vor mit Eignung für den Einsatz – bei Arbeiten geringen Um- Technische Regeln Gefahrstoffe
zusammen mit der Mitteilung der verwenden. fanges oder bei Probenahmen TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungs-
● Beschäftigte anhand der dem Abtragen mit Wasser weit- oder Instandhaltungsarbeiten“
zuständigen Behörde (z.B. Beriebsanweisung unterweisen. gehend durchfeuchten. Gegebe- ● Beim Entfernen von Spritzas- Filtergeräte mindestens mit BGI 664 „Verfahren mit geringer Expo-
Gewerbeaufsichtsamt) vorlegen. ● Arbeiten mit anderen Gewerken nenfalls das Nässen mehrmals best in größerem Umfang Hoch- Partikelfilter P2 oder partikel- sition gegenüber Asbest bei Abbruch-,
koordinieren, um zu vermeiden, wiederholen. ➭ filtrierende Halbmasken FFP2, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten“

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D 234
Mineralwolle-Dämmstoffe
Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle

Beim Verschließen der Säcke die


Luft nicht herausdrücken.
● Eingebaute Dämmstoffe mög-
lichst zerstörungsfrei ausbauen.

Persönliche und hygienische


Schutzmaßnahmen

● Locker sitzende,
geschlossene Arbeitskleidung
und ggf. Handschuhe tragen.
● Bei starker Staubentwicklung
oder Überkopfarbeiten Schutz-
brille benützen. Zum Schutz vor
Atemwegsreizungen vorsorglich
Halbmaske mit P1-Filter oder
partikelfiltrierender Halbmaske
FFP 1 tragen.
● Bei empfindlicher Haut
Schutzcreme oder Schutzlotion
verwenden.
Seit 1996 werden Mineral-Wolle- ● Nach Beendigung der Arbeiten
Dämmstoffe hergestellt, die nicht Staub abwaschen.
als krebserzeugend gelten. Seit
dem 01.06.2000 dürfen in
Deutschland nur noch KMF-Dämm- Vorsorgeuntersuchungen
stoffe produziert und verarbeitet
werden, die nach der Gefahrstoff- ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
verordnung als unbedenklich (frei geuntersuchungen nach Ergebnis
von Krebsverdacht) gelten. der Gefährdungsbeurteilung ver-
anlassen (Pflichtuntersuchungen)
oder anbieten (Angebotsunter-
Technische und organisatori- suchungen). Hierzu Beratung
sche Schutzmaßnahmen durch den Betriebsarzt.
● Für gute Durchlüftung am
Auch beim Umgang mit neuen Arbeitsplatz sorgen. Das Auf-
Produkten kann es durch gröbere wirbeln von Staub vermeiden.
Fasern (Faserbruchstücke) zu ● Auf fester Unterlage mit
Haut-, Augen- oder Atemwegs - Messer und Schere schneiden. Weitere Informationen:
reizungen kommen. Es sind des- ● Keine schnell laufenden,
BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
halb folgende Mindestmaßnamen motorbetriebenen Sägen ohne BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
zu beachten: Absaugung verwenden. Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
● Vorkonfektionierte oder ● Arbeitsplatz sauber halten, Vorsorge (ArbmedVV)
BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
kaschierte Mineralwolle-Dämm- regelmäßig reinigen. Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
stoffe bevorzugen. Staubsaugen statt kehren. (GefStoffV)
● Verpackte Dämmstoffe erst ● Verschnitte und Abfälle in TRGS 500 Schutzmaßnahmen:
Mindeststandards
am Arbeitsplatz auspacken. geeigneten Behältnissen, Handlungsanleitung „Umgang mit
Material nicht werfen. z.B. Plastiksäcken, sammeln. Mineralwolle-Dämmstoffen“

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BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite 81

orientieren sich an der Höhe der ● Bei empfindlicher Haut nach ● Rauch-/Schnupfverbot am
D 235
Alte Mineralwolle-Dämmstoffe Faserstaubbelastungen am Arbeits-
platz sowie der Dauer und Häufig-
keit der Arbeiten. Die Maßnahmen
der Hautreinigung Hautpflege-
mittel verwenden.
● Betriebsanweisung erstellen.
Arbeitsplatz, Verbot der
Nahrungsaufnahme.
● Waschmöglichkeit vorsehen.
Glaswolle, Steinwolle mit krebsverdächtigen der jeweiligen Expositionskatego- ● Beschäftigte unterweisen.
Eigenschaften rie sind nachfolgend aufgeführt:
Expositionskategorie E3
Expositionskategorie E2
Expositionskategorie E1 für alle Tätigkeiten mit hoher
für Tätigkeiten mit geringer bis bis sehr hoher Staubexposition,
für Tätigkeiten mit keiner oder mittlerer Staubexposition, z.B. umfangreichere Sanierungs-
nur sehr geringer Staubexposi- z.B. Arbeiten an Wärmeverbund- maßnahmen mit Demontage des
tion, z.B. Arbeiten an Innenwän- systemen mit Freilegen des Dämmstoffes, Demontage von
den (Trennwänden, Vorsatzscha- Dämmstoffes, Demontage ther- thermisch belasteten Anlagen
len) ohne Demontage des Dämm- misch belasteter Anlagenteile im oder Anlagenteilen in engen,
stoffes, Öffnen einzelner Deck- Freien von nicht mehr als 20 m² schlecht belüfteten Räumen.
abschnitte von weniger als 3 m³,
Arbeiten an schwimmend verleg-
tem Estrich mit Demontage von Maßnahmen Maßnahmen
weniger als 3 m³ Dämmstoff.
● Alle Maßnahmen der Expo- ● Alle Maßnahmen der Ex-
sitionskategorie E1 ergreifen positonskategorie E1 und E2
Maßnahmen und zusätzlich: ergreifen und zusätzlich:
● Faserstäube direkt an der ● Beschäftigungsbeschränkung
● Material nicht reißen. Austritts- oder Entstehungsstelle für Jugendliche und Schwangere.
● Keine motorgetriebenen erfassen, soweit dies möglich ist ● Persönliche Schutzausrüstung
Sägen ohne Absaugung beim ● Für Reinigungsarbeiten muss getragen werden:
Ausbau verwenden. Industriestaubsauger (mindestens – Atemschutz:
● Ausgebautes Material nicht Staubklasse M) verwenden. • Halb-/Viertelmaske mit P2-
werfen. ● Entstauber bzw. Industrie- Filter oder
● Für gute Durchlüftung am staubsauger regelmässig warten • partikelfiltrierende Halbmaske
Arbeitsplatz sorgen. und instandhalten. FFP2 oder
● Aufwirbeln von Staub ● Begrenzung der Anzahl der • Filtergerät mit Gebläse TM 1P
vermeiden. Beschäftigten durch organisatori- – Schutzbrille insbesondere bei
● Arbeitsplatz sauber halten und sche Schutzmaßnahmen Überkopfarbeiten
regelmäßig reinigen. ● den Beschäftigten auf Wunsch – Schutzanzug Typ 5
● Stäube mit Industriestaub- persönliche Schutzausrüstung zur ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
sauger (mindestens Kategorie M) Verfügung stellen: geuntersuchungen veranlassen.
aufnehmen bzw. feucht reinigen, – Atemschutz: ● Schutzkleidung reinigen oder
nicht mit Druckluft abblasen oder • Halb-/Viertelmaske mit entsorgen.
trocken kehren. P2-Filter oder ● Getrennte Umkleideräume
● Abfälle am Entstehungsort • partikelfiltrierende für Straßen- und Arbeitskleidung,
möglichst staubdicht verpacken Halbmaske FFP2 oder Waschraum mit Duschen
und kennzeichnen. Für den Trans- • Filtergerät mit Gebläse (Schwarz-Weiß-Anlage) bereit-
port geschlossene Behältnisse TM 1P stellen.
(z.B. Tonnen, reißfeste Säcke, – Schutzbrille insbesondere bei
Big-Bags) verwenden. Überkopfarbeiten
„Alte“ Produkte Bei solchen Arbeiten besteht ● Tätigkeiten mit alten Dämm- ● Locker sitzende, geschlos- ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
grundsätzlich ein Krebsverdacht, stoffen in das Gefahrstoffver- sene Arbeitskleidung und z.B. geuntersuchung anbieten.
Seit dem 1.6.2000 dürfen „alte“ wenn die Mineralwolle-Produkte zeichnis aufnehmen (einmalig Schutzhandschuhe aus Leder ● Arbeitsbereiche abgrenzen Weitere Informationen:
Mineralwolledämmstoffe nicht vor dem Jahr 2000 eingebaut unternehmensbezogen). oder nitrilbeschichtete Baumwoll- und kennzeichnen. BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
mehr verwendet werden. Durch wurden. handschuhe tragen. ● Schwer zu reinigende Gegen- BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
das Verwendungsverbot darf es Die TRGS 521 liefert eine Auf- ● Nach Beendigung der Arbeit stände oder Einrichtungen mit Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
in Deutschland den Umgang ● Im Rahmen der Gefährdungs- listung von Tätigkeiten mit den Staub auf der Haut mit Wasser Folien abdecken
(GefStoffV)
Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
damit nur noch im Zuge von beurteilung ermitteln, ob es sich entsprechenden Expositions- abspülen. ● Abfälle am Entstehungsort Vorsorge (ArbmedVV)
Demontage-, Abbruch-, Instand- bei der in Frage stehenden Mineral- kategorien. Die erforderlichen staubdicht verpacken und kenn- TRGS 521 „Abbruch-, Sanierungs- und
haltungs- und Instandsetzungs- wolle um „alte“, also krebs- Schutzmaßnahmen bei diesen Instandhaltungsarbeiten mit alter
zeichnen. Mineralwolle“
arbeiten geben. verdächtige Produkte handelt. Tätigkeiten sind gestaffelt und ➭ Handlungsanleitung „Umgang mit
Mineralwolle-Dämmstoffen“

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Aufgaben des ausführenden ren und den Gebrauch der Vorsorgeuntersuchungen


Brandschadensanierung D 239 Unternehmens Schutzausrüstungen unterweisen.
● Erste Hilfe organisieren. ● Arbeitsmedizinische Vorsor-
● Sachkunde nach BGR 128 geuntersuchungen nach Ergebnis
erwerben. der Gefährdungsbeurteilung ver-
● Gefährdungsbeurteilung auf Schutzmaßnahmen anlassen (Pflichtuntersuchungen)
der Grundlage des A+S-Planes oder anbieten (Angebotsunter-
des Auftraggebers durchführen. ● Technische, organisatorische suchungen). Hierzu Beratung
● Arbeitsverfahren festlegen. und persönliche Schutzmaßnah- durch den Betriebsarzt.
● Schutzmaßnahmen und Aus- men entsprechend Gefährdungs- ● Biomonitoring mit Betriebsarzt
rüstungen bereitstellen. beurteilung und Einteilung in abstimmen.
● Tätigkeitsbezogene Betrieb- Gefahrenbereiche festlegen. Hilfe-
sanweisungen erstellen. stellungen zu Schutzmaßnahmen
● Beschäftigte vor Beginn der entsprechend VdS 2357 .
Arbeiten über besondere Gefah-

1 Meldung an den Versicherer, Sicherung der Schadensstelle

Erstbegehung

Einteilung der Schadensstelle in Gefahren- und Arbeitsbereiche

Gefahrenbereiche (GB)

GB 0 GB 1 GB 2 GB 3
Brandschadensanierung umfasst − Gefahrstoffe aus der Bau- ● Ab Gefahrenbereich 1 gehört
sämtliche Tätigkeiten auf der kal- substanz (z.B. Asbest, KMF) die Brandschadensanierung zu Sofortmaßnahmen
ten Brandstelle, die zur Beseiti- − biologische Arbeitsstoffe, die den Arbeiten in kontaminierten
gung der brandbedingten Schä- freigesetzt oder entstehen Bereichen gemäß BGR 128. Sanierungs- und Entsorgungskonzept
den an Gebäuden und Anlagen können einschließlich Arbeits- und Sicherheitsplan
auszuführen sind, inklusive aller ● Gefährdungsbeurteilung durch-
Vor- und Nacharbeiten, z.B.: führen. Dabei Arbeitsbereiche Aufgaben des Auftraggebers
− Begehungen zur Brand- gemäß VdS 2357  in Gefahren- Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen
ursachen- oder Schadens - bereiche einteilen: ● Sofortmaßnahmen ergreifen
ermittlung − Gefahrenbereich 0 umfasst ● Erstbegehung Schadenbeseitigung
− Sofortmaßnahmen zur Siche- Brände mit räumlich eng be - ● Einstufen der Schadensstelle
rung, Trocknung grenzter Ausdehnung (ca. 1 qm) in Gefahren- und Arbeitsbereiche
− Beseitigung von Brandschutt des brandverschmutzten Be- ● Erstellen eines Sanierungs- Abnahme und ggf. Ergebniskontrolle
oder belastetem Löschwasser reiches oder Brände von grö- und Entsorgungskonzeptes
− Beseitigung brandbedingter ßerer Ausdehnung, aber mini - ● Erarbeiten eines Arbeits-
Verschmutzung vom Abwischen und Sicherungsplanes (A+S-Plan) Entsorgung der Rückstände entsprechend
maler Brandverschmutzung. Hausmüll
bis Materialabtrag − Gefahrenbereiche 1 bis 3: gem. BGR 128 durch Sachkun- Entsorgungskonzept
− Rückbau betroffener Gebäude Festlegung anhand der Art des digen
(-teile) und Anlagen Brandgutes, des Brandbildes ● Sind Beschäftigte mehrerer Ablaufschema nach VdS 2357 Weitere Informationen:
● Brandfolgeprodukte sind und der Belastung der Arbeits- Unternehmen im kontaminierten
Stoffe, die durch einen Brand ent- bereiche durch Brandkonden- Bereich tätig, sachkundigen Auftraggeber BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
stehen oder freigesetzt werden Koordinator bestellen. BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
sate bzw. zusätzliche Gefahr- (Vertreten bzw. beraten durch Regulierer der BGR 128 „Kontaminierte Bereiche“
können: stoffe aus Produktion oder ● Koordinator mit Weisungs- Versicherung oder Gutachter) Verordnung zur Arbeitsmedizinischen
− Gefahrstoffe, die an Brand - Lagerung, Baustoffen oder bio- befugnis gegenüber allen Unter- Vorsorge (ArbmedVV)
kondensate und Ruß gebunden nehmern und deren Beschäftigten BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“
logischen Arbeitsstoffen (GB 3) Nach BGR 128 Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
sind ● Wenn keine Einstufung in ausstatten. sachkundiges Unternehmen (GefStoffV)
− Gefahrstoffe aus Produktions- Gefahrenbereiche erfolgt ist, TRGS 524
Biostoff-Verordnung
und Lagerbeständen Maßnahmen nach Gefahrenbe - VdS 2357 Richtlinien zur Brandschaden-
reich 3 vorsehen. ➭ sanierung
10/2009 83 84
BGI 665-korr.-janis:BGI 665 11.08.10 21:45 Seite u3

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft


Prävention
Service-Hotline: 01803 987001
(aus dem Festnetz 0,09 Euro/min., Mobilfunk maximal 0,42 Euro/min.)
Internet: www.bgbau.de

In dieser Reihe sind folgende Merkhefte erschienen:

Abbrucharbeiten Hochbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 665 Abruf-Nr. BGI 530

Arbeitssicherheit und Innenausbau und


Gesundheitsschutz am Bau Verputzarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5081 Abruf-Nr. BGI 5086

Betonerhaltungs-, Installationsarbeiten
Bautenschutz-, Abruf-Nr. BGI 531
Isolierarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5082 Maler- und Lackiererarbeiten
Abruf-Nr. BGI 639
Dacharbeiten
Abruf-Nr. BGI 656 Steinbearbeitung,
Steinverarbeitung
Feuerfestbauarbeiten Abruf-Nr. BGI 5087
Abruf-Nr. BGI 5083
Tiefbauarbeiten
Gebäudereinigungsarbeiten Abruf-Nr. BGI 5103
Abruf-Nr. BGI 659
Turm- und
Gerüstbauarbeiten Schornsteinbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5101 Abruf-Nr. BGI 525

Glaser- und Wand- und


Fensterbauarbeiten Bodenbelagarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5084 Abruf-Nr. BGI 5088

Hausschornsteinbau- und Zimmerer- und


Schornsteinfegerarbeiten Holzbauarbeiten
Abruf-Nr. BGI 5085 Abruf-Nr. BGI 5089
BausteinMerkheft_18 Titel-2010_RZ 31.05.2010 15:45 Uhr Seite 1

Berufsgenossenschaft
der Bauwirtschaft

Hildegardstraße 29/30
10715 Berlin
Tel.: 030 85781-0
Fax: 030 85781-500
www.bgbau.de
info@bgbau.de

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