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Die Barockgitarre

Kunst- oder Begleitinstrument ?

Stimmung und Besaitung


Chor und die Oktavsaite einzeln anschlagen.
Stimmung A Diese Stimmung wird u.a. von Corbetta, Robert
de Visée, Bartolotti und Santiago de Murcia
benutzt.
Stimmung C

Diese Stimmung beinhaltet Oktavzüge


im 4. und 5. Chor, welche meist als Bass
verwendet werden. Man findet sie nur selten
in Solostücken von z.B. Guerau, Foscarini
und Granata.
Hier gibt es keine Basstöne, sie eignet sich gut
Stimmung B für die, zuerst bei Sanz benannte Campanella-
Technik bei der z.B. Läufe möglichst über viele
oder leere Saiten nacheinander gespielt
werden, sodass sie ineinanderklingen, um
einen glockenartigen Effekt zu bekommen.
Komponisten wie Carré, Valdambrini und
Hier besitzt nur der 4.Chor ein „bourdon“. Stradivari Gaspar Sanz verwenden diese Stimmung.
weißt darauf hin, die tiefe, dickere Saite des 4. Sanz benutzt z.B. alle Stimmungen für das
Chores über der dünneren, also in Richtung des Continuospiel und bevorzugt Stimmung C für
3.Chores, anzubringen. So kann man den ganzen das Solospiel.

Chitarra battente

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde in Italien ein Instrument konstruiert, dass allein
für die akkordische Begleitung von Tanz- und Vokalmusik verwendet wurde. Die mit
einem Plektrum gespielte chitarra battente (Schlaggitarre) hat fünf Stahlsaitenpaare
und ihre Stimmung entspricht der Stimmung A (siehe oben). Die Saiten sind in einer
unterständigen Befestigung im relativ großen Korpus verankert und liegen auf einem
Steg auf. Um dem hohen Saitendruck auf die Decke zu begegnen, wird wie bei der
Mandoline durch einen Kerbschnitt an der Unterseite der Decke ein Knick direkt
hinter dem Steg erzeugt, der eine deutlich größere Festigkeit der Decke bewirkt.
Diese wird unter Spannung auf gewölbte Deckenbalken geleimt, welche weitere
Gegenkräfte in Querrichtung zur Holzmaserung aufbringen. Der leicht eingeflankte
Korpus wird zum Ende hin breiter und der Boden ist gewölbt. Der relativ kurze Hals
besitzt sieben bis acht Bünde die aus Metall, Knochen oder Elfenbein bestehen, da
Darm (wie bei der Barockgitarre) zu schnell durch die Stahlsaiten kaputt gehen
würde. Dieses durchaus lautere Instrument kann als Vorgängerin der heutigen
zwölfsaitigen Folkgitarre angesehen werden.
Chitarra battente
(venedig 1624)

Daniel Knoop

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