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Kanton (Schweiz)

Die 26 Kantone
(französisch cantons,
italienisch cantoni,
rätoromanisch chantuns,
in der Deutschschweiz
traditionell auch Stand,
im Plural Stände,
beziehungsweise in der
Romandie auch état
genannt) sind die
Gliedstaaten der
Schweizerischen
Eidgenossenschaft. Der
Begriff Kanton wird
erstmals 1475 in einer
Freiburger Akte
verwendet.[1]

Die 26 Schweizer Kantone

Inhaltsverzeichnis
Politisches System
Geschichte
Wortherkunft und weitere Bezeichnungen
Alte Eidgenossenschaft
Helvetik
Mediation, Restauration, Regeneration
Bundesstaat 1848
Aufnahme neuer Kantone
Gliederung
Anzahl
Reihenfolge
Tabellen und Listen
Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten
Kantonsnamen in den Schweizer Amtssprachen und im Dialekt
Ehemalige Kantone
1798–1803
1831–1833
Umgangssprachliche Verwendung
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Politisches System
Jeder Kanton hat seine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle
Kantone besitzen ein Einkammer-Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament; siehe auch:
Kantonsparlament). Dieses hat je nach Kanton 49 bis 180 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat,
Regierung, Staatsrat, Standeskommission) besteht je nach Kanton aus fünf oder sieben Mitgliedern. In jedem Kanton
existiert ein zweistufiges Gerichtssystem (erste Instanz: Bezirksgericht, Amtsgericht, Kantonsgericht, Kreisgericht,
Landgericht, Regionalgericht, Strafgericht, Zivilgericht; zweite Instanz: Obergericht, Kantonsgericht,
Appellationsgericht), dem eine Schlichtungsbehörde (Friedensrichteramt, Vermittleramt) vorangestellt ist.

Alle staatlichen Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem
Bundesgesetz geregelt werden, gehören in die Kompetenz der Kantone, beispielsweise kantonales Staats- und
Verwaltungsorganisationsrecht, Schulwesen, Sozialhilfe, Baurecht, Polizeiwesen, Notariatswesen, kantonales und
kommunales Steuerrecht, zu grossen Teilen auch Gesundheitswesen, Planungsrecht, Gerichtsverfassung und anderes. In
vielen Bereichen verfügen sowohl der Bund als auch die Kantone über Kompetenzen. Kantone sind wie die deutschen
Länder derivative Völkerrechtssubjekte und können innerhalb ihrer Kompetenzen Staatsverträge untereinander
(sogenannte Konkordate) oder mit fremden Staaten schliessen.

Die Kantone ihrerseits gewähren ihren Gemeinden eine gewisse Autonomie. Diese ist in der östlichen Schweiz
tendenziell grösser als in der westlichen.

In zwei Kantonen – Glarus und Appenzell Innerrhoden – erlässt das Volk die kantonalen Gesetze an einer Versammlung
aller Bürger, der Landsgemeinde. Im Kanton Appenzell Innerrhoden werden an der Landsgemeinde überdies die
Mitglieder der kantonalen Regierung und der kantonalen Gerichte gewählt. In allen anderen Kantonen finden Wahlen
und Abstimmungen an der Urne statt.

Siehe auch: Politisches System der Schweiz und Föderalismus in der Schweiz

Geschichte

Wortherkunft und weitere Bezeichnungen

Die Bezeichnung «Kanton» für ein Glied der Eidgenossenschaft findet sich erstmals 1475[2] oder 1467[3] aus Freiburg
belegt. Da cantone in Oberitalien seit dem 11. Jahrhundert für «Landesteil» steht, nimmt Walther von Wartburg an, das
Wort sei von lombardischen Kaufleuten in die heutige Westschweiz gebracht worden, wo es dann als Kanton ins
Deutsche und als canton ins Französische übernommen wurde. Italienisch cantone ist eine Vergrösserungsform von
canto, was «Ecke, Rand, Winkel, Stück, Teil» bedeutet. Canto wiederum stammt von lateinisch canthus «eiserner
Radreifen», das seinerseits ursprünglich vielleicht ein keltisches Wort war.[4]

Vor und neben dem Wort Kanton – dieses wurde in der Deutschschweiz ab dem 17. Jahrhundert immer populärer und
1798 offiziell – gab und gibt es mehrere weitere Bezeichnungen für die Glieder der Schweizerischen
Eidgenossenschaft.[5]

Die früheste offizielle Bezeichnung war «Stett und Lender». Land hat sich bis heute in einigen Kantonen
in «Landsgemeinde», «Landrat», «Landammann», «Land(es)statthalter», «Landschreiber»,
«Landgericht», «Landesarchiv» oder «Landesbibliothek» erhalten.
«Ort», ein zusammenfassender Begriff für die «Städte» und «Länder», findet sich erstmals 1426 in einem
Zürcher Ratsbeschluss. Er lebt in den historischen Begriffen «achtörtige» und «dreizehnörtige
Eidgenossenschaft» weiter.
«Stand»[6] (französisch État) kam als ebenfalls neutraler Begriff für «Stadt» und «Land» im 16.
Jahrhundert auf und erreichte im 18. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Verwendung. In der heutigen Zeit
klingt das Wort archaisch, findet sich aber in Zusammensetzungen wie «Ständemehr» und «Ständerat»
auf Bundesebene sowie in der «Standeskommission», der «Standeskanzlei», dem «Standespräsidenten»
und dem «Standesweibel» in der amtlichen Sprache gewisser Kantone.
«Staat»[7] (französisch ebenfalls État) ist das lateinischstämmige Pendant zu Stand. Für die Kantone
wurde es erst nach 1800 breiter angewendet und ist heute in zahlreichen Begriffen wie «Staatsanwalt»,
«Staatsarchiv», «Staatsbeitrag», «Staatskanzlei», «Staatspersonal», «Staatsrat», «Staatsschreiber»,
«Staatssteuer», «Staatsstrasse» oder «Staatsweibel» üblich.

Alte Eidgenossenschaft

Die sogenannten Urkantone, welche 1291 die Eidgenossenschaft begründet haben sollen, sind die Waldstätte Uri,
Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone oft Orte genannt. Deshalb spricht man in
Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der
achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft
waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet. Die Vollmitglieder und erst recht die zugewandten Orte der
Eidgenossenschaft waren noch eigenständige Staatengebilde.

Helvetik

Mit der Helvetischen Republik (1798–1803) bekam die Bezeichnung Kanton eine gewichtigere Verwendung. Im neu
geschaffenen Einheitsstaat waren die Kantone jedoch blosse Verwaltungsbezirke ohne Autonomierechte. Die
Grenzziehung wurde geändert, um annähernd gleich grosse Kantone zu schaffen und die alte Ordnung zu zerschlagen.
Dabei entstanden auch die kurzlebigen Kantone Säntis, Linth, Waldstätte, Oberland, Baden, Lugano und Bellinzona, ab
1802 für ein Jahr auch noch der Kanton Fricktal.

Mediation, Restauration, Regeneration

Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf
22. Zugewandte Orte wie zum Beispiel die Republik Gersau, das Gebiet der Abtei Engelberg und Weitere wurden
teilweise gegen ihren Willen einzelnen Kantonen zugeschlagen. 1833 spaltete sich der Kanton Basel-Landschaft in
einem bewaffneten Konflikt vom Kanton Basel-Stadt ab, in der gleichen Zeit auch der Kanton Ausserschwyz von
Schwyzer Zentrum (was aber nicht Bestand hatte). Die bislang letzten Spuren der Gebietszuteilungen des Wiener
Kongresses wurden 1979 mit der Gründung des Kantons Jura und 1994 mit dem Übertritt des bernischen Amtsbezirks
Laufen zum Kanton Basel-Landschaft, beides Abspaltungen vom Kanton Bern, auf demokratischem Weg bereinigt; die
Zukunft des Berner Juras könnte nochmal zu Veränderungen führen.

Bundesstaat 1848

Als 1848 ein Bundesstaat gegründet wurde, wurde die Souveränität der Kantone eingeschränkt, und Bereiche wie
Aussenpolitik, Zölle, Währung und Postwesen gingen an die Bundesgewalt über. Mit Industrialisierung und
Wirtschaftswachstum wurde das staatliche Leben zunehmend komplexer, was weitere Zentralisierungen erforderlich
machte und in Gebieten wie Zivilrecht, Strafrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht zu einer Vereinheitlichung des
materiellen Rechts führte. Heute sind die Bereiche, in denen die Kantone wirklich noch autonom legiferieren können,
ziemlich begrenzt. Es wird zunehmend von «Vollzugsföderalismus» gesprochen.

Aufnahme neuer Kantone

Die Vergrösserung der Schweiz durch die Aufnahme weiterer Gebiete als Kantone endete 1815, es gab seither nur noch
Gebietsveränderungen zwischen den Kantonen sowie 1978 die Gründung des Kantons Jura durch eine Abspaltung vom
Kanton Bern.

Nach dem Ende der Habsburgermonarchie gab es Bestrebungen, das österreichische Bundesland Vorarlberg als Kanton
in die Schweiz aufzunehmen. Die Volksabstimmung 1919 in Vorarlberg ergab, dass eine Mehrheit von gut 80 Prozent der
Vorarlberger den Beitritt zur Schweiz befürwortete. Das Vorhaben scheiterte jedoch an der zögerlichen Politik der
(provisorischen) Vorarlberger Landesversammlung und am Schweizer Bundesrat, der das sorgsam austarierte Verhältnis
zwischen den Sprachen der Schweiz und den Konfessionen in der Schweiz nicht durch einen zusätzlichen Kanton mit
deutschsprachigen Katholiken ins Ungleichgewicht bringen wollte, sowie an den Friedensverträgen mit der Entente.
2010 forderte Dominique Baettig, ein Abgeordneter der rechtsbürgerlichen Schweizerischen Volkspartei (SVP) im
Nationalrat, einen gesetzlichen Rahmen, um an die Schweiz angrenzende Regionen als weitere Kantone in die Schweiz
aufnehmen zu können.[8] Der Bundesrat lehnte dies ab, da ein solcher Erlass einen unfreundlichen politischen Akt
darstellen würde, den die Nachbarstaaten als Provokation auffassen könnten.[9]

Gliederung

Anzahl

Heute wird die Zahl der Kantone mit 26, manchmal noch mit 23 angegeben. Der Grund ist, dass sechs Kantone
(Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Basel-Landschaft) aus
historischen Gründen gelegentlich noch als Halbkantone bezeichnet werden. Seit der Totalrevision der Bundesverfassung
von 1999 gelten sie als Kantone mit halber Standesstimme.[10] Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des
Ständerates und beim Ständemehr relevant und hat keinen Einfluss auf die innere Autonomie.

Reihenfolge

Die offizielle Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste), wie sie auch in Artikel 1 der Bundesverfassung
vorkommt,[11] geht auf die Zeit vor der Gründung des Bundesstaates zurück. Genannt werden zunächst die drei Vororte
der Zeit zwischen 1815 und 1848,[12] gefolgt von den weiteren Kantonen in der Reihenfolge ihres Beitritts.

Tabellen und Listen

Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten


Ein‐
Kantons- Bei‐ Ein‐ Fläche
Abk. Kanton Hauptort wohner- Amtssprache
nummer tritt wohner1 (km²)
dichte4

ZH Zürich 01 1351 Zürich 1'520'968 1'729 880 Deutsch

BE Bern 02 1353 Bern 1'034'977 5'959 174 Deutsch, Französisch

LU Luzern 03 1332 Luzern 409'557 1'493 274 Deutsch

7
UR Uri 04 Altdorf 36'433 1'077 34 Deutsch
1291
7
SZ Schwyz 05 Schwyz 159'165 908 175 Deutsch
1291
7
OW Obwalden 06 Sarnen 37'841 491 77 Deutsch
1291
7
NW Nidwalden 07 Stans 43'223 276 157 Deutsch
1291

GL Glarus 08 1352 Glarus 40'403 685 59 Deutsch

ZG Zug 09 1352 Zug 126'837 239 531 Deutsch

FR Freiburg 10 1481 Freiburg 318'714 1'671 191 Französisch, Deutsch

SO Solothurn 11 1481 Solothurn 273'194 791 345 Deutsch

BS Basel-Stadt 12 1501 Basel 194'766 37 5264 Deutsch

BL Basel-Landschaft 13 1501 Liestal 288'132 518 556 Deutsch

SH Schaffhausen 14 1501 Schaffhausen 81'991 298 275 Deutsch

Herisau,
AR 15 1513 55'234 243 227 Deutsch
Appenzell Ausserrhoden Trogen5

AI 16 1513 Appenzell 16'145 173 93 Deutsch


Appenzell Innerrhoden

SG St. Gallen 17 1803 St. Gallen 507'697 2'026 251 Deutsch

Deutsch,
GR Graubünden 18 1803 Chur 198'379 7'105 28 Rätoromanisch,
Italienisch

AG Aargau 19 1803 Aarau 685'424 1'404 488 Deutsch

TG Thurgau 20 1803 Frauenfeld 276'472 991 279 Deutsch

TI Tessin 21 1803 Bellinzona 353'343 2'812 126 Italienisch

VD Waadt 22 1803 Lausanne 799'145 3'212 249 Französisch

VS Wallis 23 1815 Sitten 343'955 5'224 66 Französisch, Deutsch

NE Neuenburg 24 1815 Neuenburg 176'850 803 220 Französisch

GE Genf 25 1815 Genf 499'480 282 1771 Französisch

JU Jura 26 1979 Delsberg 73'419 838 88 Französisch

CH 7 Bern 8'039'060 41'285 195 Deutsch (63,7 %),


Schweizerische
1291 (Bundesstadt) Französisch (20,4 %),
Eidgenossenschaft
Italienisch (6,5 %),
Rätoromanisch (0,5 %)

1 Einwohnerzahl mit verschiedenen Daten (zugrunde liegen Daten sowohl von den Kantonen als auch vom Bund)
2 gemeldete Ausländer ohne Schweizer Bürgerrecht in Prozent gemäss Staatssekretariat für Migration SEM (Stand: 2015-12-31)[13]
3 Arbeitslosenquote gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft SECO (Stand: 2015-12-31)[14]
4 Einwohner pro Quadratkilometer (Einwohnerdichte)
5 Die Kantonsverfassung definiert keinen Hauptort. Der Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden
befindet sich in Herisau; Sitz von Justiz und Polizei ist Trogen.
6 Die Anzahl der Gemeindebestände basiert auf mehreren Daten.
7 Beitritt der Urkantone im Jahr 1291, sofern der Bundesbrief von 1291 als Gründung der Schweiz angenommen wird.

Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen (Siglen) sind verbreitet, sie sind unter anderem für die Fahrzeug-
Kontrollschilder vorgeschrieben[15] und werden in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix «CH-», zum Beispiel
CH-SZ für den Kanton Schwyz).

Kantonsnamen in den Schweizer Amtssprachen und im Dialekt

Die Kantonsnamen werden in der Schreibweise und der offiziellen Reihenfolge wiedergegeben, wie sie in Artikel 1 der
Bundesverfassung[11] zu finden sind. Hervorgehoben sind die Bezeichnungen in den jeweiligen Amtssprachen in der
amtlichen Vollnamensform. Die Bezeichnungen im Schweizerdeutschen sind nicht bindend, da es für sie keine offizielle
Rechtschreibung gibt. Im Folgenden wird für ganz oder teilweise deutschsprachige Kantone diejenige Dialektlautung
angegeben, die in der jeweiligen Regionalmundart gilt.
Kantons-
ISO Deutsch Französisch Italienisch Rätoromanisch Schweizerdeutsch
nummer
ZH 1 Kanton Zürich Zurich Zurigo Turitg Züri
BE 2 Kanton Bern Canton de Berne Berna Berna Bärn
LU 3 Kanton Luzern Lucerne Lucerna Lucerna Lozäärn
UR 4 Kanton Uri Uri Uri Uri Üüri, Ürnerland

SZ 5 Kanton Schwyz Schwyz (Schwytz*)) Svitto Sviz Schwyz

OW 6 Kanton Obwalden Obwald Obvaldo Sursilvania Obwaldä


Nidwaldä,
NW 7 Kanton Nidwalden Nidwald Nidvaldo Sutsilvania
Nidwaudä
GL 8 Kanton Glarus Glaris Glarona Glaruna Glaris, Glarnerland
ZG 9 Kanton Zug Zoug Zugo Zug Zùùg
FR 10 Staat Freiburg État de Fribourg Friburgo Friburg Frybùrg
SO 11 Kanton Solothurn Soleure Soletta Soloturn Soledùùrn
BS 12 Kanton Basel-Stadt Bâle-Ville Basilea Città Basilea-Citad Baaselstadt
Kanton Basel- Basilea-
BL 13 Bâle-Campagne Basilea Campagna Baaselbiet
Landschaft Champagna
Kanton
SH 14 Schaffhouse Sciaffusa Schaffusa Schafuuse
Schaffhausen
Kanton Appenzell Appenzell Rhodes- Appenzello Appenzell
AR 15 Appezäll Osserode
Ausserrhoden Extérieures Esterno Dadora
Kanton Appenzell Appenzell Rhodes- Appenzell
AI 16 Appenzello Interno Appezöll Innerode
Innerrhoden Intérieures Dadens
SG 17 Kanton St. Gallen Saint-Gall San Gallo Son Gagl Sanggale
Kanton Cantone dei Chantun Graubünda,
GR 18 Grisons
Graubünden Grigioni Grischun Bündnerland
Aargou, Aargau,
AG 19 Kanton Aargau Argovie Argovia Argovia
Aargöi
TG 20 Kanton Thurgau Thurgovie Turgovia Turgovia Tùùrgi, Tùùrgau
Repubblica e
TI 21 Kanton Tessin Tessin Tessin Tessin
Cantone Ticino
VD 22 Kanton Waadt Canton de Vaud Vaud Vad Wadt
VS 23 Kanton Wallis État du Valais Vallese Vallais Wallis
République et Nöieburg,
NE 24 Kanton Neuenburg Neuchâtel Neuchâtel
Canton de Neuchâtel Nüüeburg
République et
GE 25 Kanton Genf Ginevra Genevra Gämf, Gänf
Canton de Genève
République et
JU 26 Kanton Jura Giura Giura Jura
Canton du Jura

*) Die Schreibweise mit tz wird vom Guide du Typographe romand verwendet und ist dementsprechend häufig anzutreffen (damit das
«z» nicht als stimmhaftes s ohne anlautendes t ausgesprochen wird, wie es nach französischen Ausspracheregeln ohne t sein müsste).

Ehemalige Kantone

1798–1803
→ Hauptartikel: „Gebietseinteilung“ im Artikel Helvetische Republik
Baden
Bellinzona
Fricktal
Linth
Lugano
Oberland
Säntis
Waldstätte

1831–1833
Ausserschwyz und Innerschwyz (Halbkantone)

Umgangssprachliche Verwendung
Als Binnenkantone werden die Kantone bezeichnet, die nicht ans Ausland grenzen. Die Schweiz hat elf Binnenkantone:
Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Bern (seit dem Wechsel des bernischen Amtsbezirks Laufen zum
Kanton Basel-Landschaft im Jahre 1994), Freiburg, Glarus, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug. Nid-
und Obwalden werden ausschliesslich von Binnenkantonen umgeben.

Scherzhaft wird «Kanton» für weitere Länder und Organisationen verwendet.

Grosse Kanton steht für Deutschland.[16] Der Begriff stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
und nahm damals Bezug auf die starke Einwanderung aus Deutschland.[17] Er wurde unter anderem für
den Film Der grosse Kanton verwendet.
27. Kanton steht

nach ihrem eigenen Verständnis für die fahrende Bevölkerung (Jenische/Sinti);[18][19]


für das Land Kosovo.[20][21][22]

Siehe auch
Kantönligeist
Bezirk (Schweiz)
Föderalismus in der Schweiz
Liste der Wappen und Fahnen der Schweizer Kantone
Liste der amtierenden Mitglieder der Schweizer Kantonsregierungen
Liste der Schweizer Kantone nach Bruttoinlandsprodukt

Literatur
Andreas Auer: Staatsrecht der schweizerischen Kantone. Stämpfli-Verlag, Bern 2016. ISBN 978-3-7272-
3217-6.
Andreas Kley: Kantone. (https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026414) In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Kurt Müller (Hrsg.): Bausteine der Schweiz. Porträts der 26 Kantone. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich
1987. ISBN 3-85823-178-9.
(Diverse Autoren:) Die Schweizer Kantone unter der Lupe. Behörden, Personal, Finanzen. Haupt Verlag,
Bern 2005. ISBN 978-3-258-06887-9.
Stefan Rieder, Thomas Widmer: Kantone im Wandel. Reformaktivitäten der Schweizer Kantone zwischen
1990 und 1999: Ursachen, Ausgestaltung und Konsequenzen (aus der Reihe: Public Management).
Haupt Verlag, Bern 2007. ISBN 978-3-258-07249-4.
Die Schweiz und ihre 26 Kantone. Eine (differenzierte) Landeskunde in Regionen, Traditionen und
Wappen. Verlag Bär, Niederuzwil 2007. ISBN 978-3-9523212-0-1 (Studienbuch) bzw. ISBN 978-3-
9523212-1-8 (Taschenbuch).
Weblinks
Wiktionary: Kanton – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Schweizer Kantone (http://www.gov.ch/govchde.nsf/fmCantonal)
Informationen über Schweizer Kantone (http://www.eye.ch/swissgen/kanton-m.htm) auf eye.ch
(viersprachig)

Einzelnachweise
1. Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder. In: Jahrbuch für
schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat (https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=s
zg-002:1916:41::84)), hier S. 78; danach Andreas Kley: Kantone. (https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/02641
4) In: Historisches Lexikon der Schweiz.
2. Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder. In: Jahrbuch für
schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat (https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=s
zg-002:1916:41::84)), hier S. 78.
3. Dictionnaire Suisse romand. Particularités lexicales du français contemporain, redigiert von André
Thibault, Carouge 1997, S. 197.
4. Walther von Wartburg: Französisches Etymologisches Wörterbuch, 2. Band. Leipzig/Berlin 1940, S. 227–
234; Manlio Cortelazzo, Paolo Zolli: Dizionario Etimologico della Lingua Italiana. Bologna 1999, S. 288;
Christoph Landolt: Kanton. (https://www.idiotikon.ch/wortgeschichten/kanton) Wortgeschichte vom
22. August 2019, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
5. Das Folgende nach Wilhelm Oechsli: Die Bezeichnungen der alten Eidgenossenschaft und ihrer Glieder.
In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 41, 1916, S. 51–230 (Digitalisat (https://www.e-periodica.ch/di
gbib/view?pid=szg-002:1916:41::84)); Christoph Landolt: Kanton. (https://www.idiotikon.ch/wortgeschichte
n/kanton) Wortgeschichte vom 22. August 2019, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
6. Zur Bedeutung von Stand im Sinne von ‚eidgenössischer Ort; Kanton‘ siehe Schweizerisches Idiotikon,
Band XI, Spalte 956 ff. Lemma, Stand (https://www.idiotikon.ch/Register/faksimile.php?band=11&spalte=9
56&lemma=Stand) bzw. direkt Sp. 965 Mitte Bedeutung 2cβ2 (http://www.idiotikon.ch/Register/faksimile.p
hp?band=11&spalte=965).
7. Zur Bedeutung von Staat im Sinne von ‚Kanton‘ siehe Schweizerisches Idiotikon, Band XI, Spalte 1661 ff.
Lemma, Stāt II (https://www.idiotikon.ch/Register/faksimile.php?band=11&spalte=1661&lemma=St%C4%
81t%20II) bzw. direkt Sp. 1672 unten Bedeutung 2 (https://www.idiotikon.ch/Register/faksimile.php?band=
11&spalte=1672).
8. SVP-Forderung: Vorarlberg soll Kanton werden. (http://derstandard.at/1276413676440/SVP-Forderung-V
orarlberg-soll-Kanton-werden) In: der Standard. Abgerufen am 26. April 2012.
9. Stellungnahme des Bundesrates (http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20
103215) parlament.ch, abgerufen am 26. April 2012.
10. Bundeskanzlei: Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft – Art. 142 Erforderliche
Mehrheiten, Abs. 4. (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a142) SR
101. In: Systematische Rechtssammlung SR. Bundesversammlung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, 18. April 1999, abgerufen am 26. März 2019 (Stand am 23. September 2018).
11. Bundeskanzlei: Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft – Art. 1 Schweizerische
Eidgenossenschaft. (https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a1) SR
101. In: Systematische Rechtssammlung SR. Bundesversammlung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, 18. April 1999, abgerufen am 26. März 2019 (Stand am 23. September 2018).
12. Martin Körner: Vorort. (https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010077) In: Historisches Lexikon der Schweiz.
13. Struktur der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen. (https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistik
en/bevoelkerung/migration-integration/auslaendische-bevoelkerung.assetdetail.80554.html) Bundesamt
für Statistik (BFS), 26. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2017.
14. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. (https://web.archive.org/web/20160112073128/http://
www.seco.admin.ch:80/themen/00374/00384/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042
l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCGeYB8fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--) (PDF; 807 kB)
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, archiviert vom Original (https://giftbot.toolfor
ge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fwww.seco.admin.ch%3A80%2Fthemen%2F00374%2F00384%2Fi
ndex.html%3Flang%3Dde%26download%3DNHzLpZeg7t%2Clnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Y
uq2Z6gpJCGeYB8fmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--) am 12. Januar 2016; abgerufen am 13. Januar
2016.
15. Bundeskanzlei: Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr
(Verkehrszulassungsverordnung VZV) – Art. 84 Nummerierungssystem. (https://www.admin.ch/opc/de/cla
ssified-compilation/19760247/index.html#a84) SR 741.51. In: Systematische Rechtssammlung SR.
Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 27. Oktober 1976, abgerufen am 26. März
2019 (Stand am 1. Februar 2019).
16. www.20minuten.ch, 20 Minuten, 20 Min, www.20min.ch: Der grosse Kanton ist gar nicht soooo gross. In:
20 Minuten. (20min.ch (http://www.20min.ch/ausland/news/story/Der-grosse-Kanton-ist-gar-nicht-soooo-gr
oss-15901519) [abgerufen am 26. Juni 2018]).
17. Schweizerisches Idiotikon, Band III, Spalte 374, Lemma Kanton (https://www.idiotikon.ch/Register/faksimil
e.php?band=3&spalte=374&lemma=Kanton).
18. Der 27. Kanton der Schweiz. In: Tages-Anzeiger. 29. April 2014 (tagesanzeiger.ch (https://blog.tagesanzei
ger.ch/datenblog/index.php/2120/der-27-kanton-der-schweiz) [abgerufen am 26. Juni 2018]).
19. Der 27. Kanton der Schweiz | Schweizer Fahrende – Geschichte und Gegenwart. (http://www.stiftung-fahr
ende.ch/geschichte-gegenwart/de/der-27-kanton-der-schweiz-0) Abgerufen am 26. Juni 2018.
20. Der 27. Kanton der Schweiz – nirgends sind wir so präsent wie im Kosovo. In: Aargauer Zeitung.
(aargauerzeitung.ch (https://www.aargauerzeitung.ch/blogs/der-27-kanton-der-schweiz-nirgends-sind-wir-
so-praesent-wie-im-kosovo-129445046) [abgerufen am 26. Juni 2018]).
21. Enver Robelli: Kanton Kosovo. In: Der Bund. 28. Mai 2018, ISSN 0774-6156 (https://zdb-katalog.de/list.xh
tml?t=iss%3D%220774-6156%22&key=cql) (derbund.ch (https://www.derbund.ch/ausland/europa/kanton-
kosovo/story/22354641) [abgerufen am 26. Juni 2018]).
22. «Manche sagen, Kosovo sei der 27. Kanton der Schweiz». (https://www.srf.ch/play/tv/news-clip/video/man
che-sagen-kosovo-sei-der-27--kanton-der-schweiz?id=77c77681-fc4c-4583-b25f-3bc1cc3ce31f&station=6
9e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7) SRF, abgerufen am 26. Juni 2018.

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