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Indirekte Rede

1. Wann wird die indirekte Rede verwendet?


Vor allem in journalistischen Texten - aber auch in
anderen Texten - wird häufig die indirekte Rede benutzt.
Sie dient dazu, dass sich ein Journalist von den
Aussagen (z.B. eines Politikers) distanziert. Um den
Politiker nicht immer in der direkten Rede zu zitieren
und um deutlich zu machen, dass man die
Meinung/Haltung des Politikers wiedergibt, benutzt man
die indirekte Rede. Damit zeigt der Journalist, dass er
keine Garantie für den Inhalt der Worte übernimmt.
Die indirekte Rede gibt es vorwiegend in der 3. Person.
Man zitiert sich ja in der Regel nicht selbst (1. Person)
und gibt auch selten wieder, was der direkte
Gesprächspartner (2. Person) gerade eben gesagt hat.

 Äußerung eines
anderen wiedergeben
 keine Garantie für den
Inhalt
 Distanzierungsmöglich
keit
+ meist nur in der 3. Person

2. KI oder KII benutzen?


Es gibt zwei verschiedene Konjunktivformen. In erster
Linie wird der KI benutzt und nur dann wird auf den KII
ausgewichen, wenn KI und Indikativform identisch sind.
Beispiel: 3. Person Plural von „kommen“
Präsens Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II
sie kommen sie kommen sie kämen
 zuerst immer KI
versuchen
 KII nur, wenn KI mit
Indikativ formengleich ist

3a. Formenbildung KI
Der KI wird abgeleitet vom Präsensstamm.
Verb: machen - Stamm: mach-
ich du er, sie, es wir ihr sie, Sie
-e -est -e -en -et -en
mache machest mache machen machet machen
Beachten Sie, dass die 1. Person Singular sowie die 1. und 3. Person
Plural mit dem Indikativ Präsens identisch sind. Das ist bei allen
regelmäßigen Verben der Fall!
Wenn es im Präsensstamm einen Umlaut gibt, bleibt
dieser Umlaut im Konjunktiv I erhalten:
Vergleich: 3. Person Singular, Präsens Indikativ und KI

Verben mit Umlaut im Infinitiv


Infinitiv 3. Person Präsens Indikativ Konjunktiv I
führen er führt er führe
aufklären er klärt auf er kläre auf
müssen er muss er müsse

Verben ohne Umlaut im Infinitiv


fahren er fährt er fahre
schlagen er schlägt er schlage

Wenn - wie bei „fahren“ und „schlagen“ - im


Präsensstamm kein Umlaut vorhanden ist, aber in der
unregelmäßigen 3. Person Präsens Indikativ, dann fällt
der Umlaut im Konjunktiv fort!
Vergleichen Sie diese K I-Formen unregelmäßiger Verben mit
dem Präsens Indikativ.!
sein haben fahren
ich bin sei habe habe fahre fahre
du bist seiest hast habest fährst fahrest
er ist sei hat habe fährt fahre
wir sind seien haben haben fahren fahren m
ihr seid seiet habt habet fahrt fahret
sie, sind seien haben haben fahren fahren m
Sie

3b. K I mit Modalverben


Auch Modalverben können in die indirekte Rede umgewandelt
werden.
Beispiel:
direkte Rede: „Ich kann das leider nicht machen."
indirekte Er sagt, er könne das leider nicht machen.
Rede: Er sagt, dass er das leider nicht machen könne.

Der K I der Modalverben wird natürlich auch vom Präsensstamm des


Indikativs abgeleitet:
Stamm könn- müss- soll- woll- mög- dürf-
Indikativ er kann er muss er soll er will er mag er darf
Präsens
KI er er er solle er wolle er möge er dürfe
könne müsse

4a. Formenbildung KII


Der KII wird vom Präteritum Indikativ abgeleitet. Nur die
unregelmäßigen Verben werden umgelautet.

3. Person
Konjunktiv
Infinitiv Präteritum
II
Indikativ
regelmäßiges Verb: machen er machte er machte
unregelmäßiges Verb: fahren er fuhr er führe

Vollständige Tabelle mit drei unregelmäßigen Verben und dem


regelmäßigen Verb "machen".
sein haben fahren
ich war wäre hatte hätte fuhr führe
du warst wärest hattest hättest fuhrst führest m
er war wäre hatte hätte fuhr führe
wir waren wären hatten hätten fuhren führen m
ihr wart wäret hattet hättet fuhrt führet
sie, waren wäre hatten hätten fuhren führen m
Sie
Beachten Sie: Bei regelmäßigen Verben (Beispiel: "machen") sind alle Formen von
Präteritum Indikativ und Konjunktiv II identisch.

Formen für die indirekte Rede


In dieser Tabelle geben wir Ihnen eine Übersicht, wann K I und
Präsens Indikativ formengleich sind und daher in der indirekten Rede
der K II verwendet werden muss. Bei fast allen Verben wird das
Konditional <würde + Infinitiv> als Ersatzform für K II verwendet.
Ausnahme: die Hilfsverben + Modalverben + wenige wichtige
unregelmäßige Verben.

sein haben fahren müssen


ich sei habe hätte fahre führe müsse
du seiest habest fahrest müssest
er sei habe fahre müsse
wir seien haben hätten fahren führen müssen müsste
ihr seiet habet fahret müsset
sie, Sie seien haben hätten fahren führen müssen müsste

 KI: Ableitung vom Präsens-Stamm


 KII: Ableitung vom Präteritum-Stamm
Achtung: Umlaut im KII bei unregelmäßigen
Verben auf ‘a’, ‘o’ und ‘u’

Übung 1: Indikativ Präsens mit Vollverb

4b. K II mit Modalverben


Die Form der dritten Person Singular unterscheidet sich im Indikativ
Präsens und im K I. Deshalb verwendet man dort immer den K I.
Anders ist es mit der 3. Person Plural Indikativ Präsens und dem K I;
diese Formen sind gleich!
Indikativ sie können sie müssen sie sollen sie wollen sie mögen sie
KI sie können sie müssen sie sollen sie wollen sie mögen sie
Aus diesem Grund wird hier zum Beispiel der K II verwendet,
obwohl die K II-Formen mit dem Indikativ Präteritum identisch sind:
Indikativ sie können sie müssen sie sollen sie wollen sie mögen sie
K II sie sie sie sollten sie wollten sie mochten sie
könnten müssten

Beispiel:

direkte Rede: „Sie können das leider nicht machen."


indirekte Er sagt, sie könnten das leider nicht machen.
Rede: Er sagt, dass sie das leider nicht machen könnten.
Übung 2: Indikativ Präsens mit Vollverb + Modalverb
Übung 3: Indikativ Präsens mit Vollverb oder mit Vollverb + Modalverb

5a. Vergangenheitsformen des Indikativs


Bei der Wahl des Tempus ist folgendes wichtig: Im
Konjunktiv gibt es keinen Unterschied zwischen K I und
KII als Gegenwarts- oder Vergangenheitsform. Wie oben
schon gesagt, versuchen wir, in erster Linie den K I zu
benutzen. Wenn der KI mit dem Indikativ Präsens
formengleich ist, dann verwenden wir den K II.
Alle Indikativformen, die auf Vergangenheitsformen
zurückgehen (also Präteritum, Perfekt und
Plusquamperfekt) werden im Konjunktiv mit einem
Hilfsverb im Konjunktiv verwendet.
Beispiel: „Er kam nach
Haus.“
„Er ist nach Hause gekommen.“
„Er war nach Hause gekommen.“
Übertragung in den Konjunktiv von allen drei
Beispielsätzen:
Er sagte, er sei nach Hause gekommen.
Diesselbe Regel gilt natürlich auch für alle Formen des
Futurs und alle Formen des Passivs.
Übung 4: Indikativ in der Vergangenheit mit Vollverb

5b. Vergangenheitsformen des Indikativs mit


Modalverben
Beachten Sie besonders, dass Sätze mit Modalverb +
Vollverb, die in einer Vergangenheitsform sind, kein
Partizip haben, sondern Hilfsverb + zwei Infinitivformen!
Martin: „Ich wollte ins Kino gehen.“
Martin erwähnte, er habe ins Kino gehen wollen.
Martin erwähnte, dass er ins Kino habe gehen wollen.
Übrigens:
Beachten Sie die ungewöhnliche Satzstellung in dem
Nebensatz mit Hilfsverb und zwei Infinitiven. Das
konjugierte Hilfsverb muss vor den beiden Infinitiven
stehen. (..., dass er ins Kino habe gehen wollen.)
Egal, ob man im Indikativ Präteritum, Perfekt oder Vergangenheit
hat: in der indirekten Rede gibt es nur eine Form: das Hilfsverb im
Konjunktiv plus zwei Infinitive (Vollverb und Modalverb).

 Indikativ Präsens: möglichst KI des


Vollverbs, nur ersatzweise KII
 alle Vergangenheitsformen des Indikativs:
Hilfsverb + Vollverb, möglichst Hilfsverb in
KI, nur ersatzweise KII; Vollverb als Partizip
 Indikativ Futur und Passiv: wie
Vergangenheit
 Doppelinfinitiv bei Vergangenheitsformen
mit zwei Verben (Modalverb + Vollverb)
Übung 5: Indikativ in der Vergangenheit mit Vollverb + Modalverb
Übung 6: Indikativ in der Vergangenheit mit Vollverb oder mit
Vollverb + Modalverb

6. Formengleichheit in KI und KII mit dem


Indikativ
Regelmäßige Verben sind z.B. in der 3. Person Plural
 im KI formengleich mit dem
Indikativ Präsens
 im KII formengleich mit dem
Indikativ Präteritum.
Beispiel: machen
sie
Indikativ Präsens
machen
sie
KI
machen

Indikativ sie
Präteritum machten
sie
K II
machten
In diesem Fall wird für Indikativ Präsens und Präteritum auf das
Hilfsverb "werden" im Konjunktiv zurückgegriffen.
Beispiel:
Anette sagt: „Wir machen/machten einen Ausflug.“
Anette sagt, sie würden einen Ausflug machen .

 Formengleichheit von KI und KII mit


Indikativ: "würde"-Formen

7. Syntaktische Hinweise
Sätze mit indirekter Rede werden häufig in dass-Sätzen
verwendet. Um aber in einer Folge mehrerer Sätze mit
indirekter Rede nicht immer „...dass ...dass ...dass“
sagen zu müssen, werden aus stilistischen Gründen oft
auch uneingeleitete Nebensätze verwendet, das heißt,
Sätze ohne Konjunktion.
Beispiel A: mehrere dass-Sätze
In seiner Rede sagte der Politiker, dass er seine Politik
nicht ändern werde. Er stellte klar, dass er
in der Vergangenheit alles richtig gemacht habe und dass
sicher nicht alles verstanden worden sei,
aber er unterstrich erneut, dass er sich von anderen
Kritikern nicht verrückt machen lassen werde.
eine stilistisch schlechte Lösung

Beispiel B: uneingeleitete Nebensätze


In seiner Rede sagte der Politiker, er werde seine Politik
nicht ändern. Er stellte klar, er habe
in der Vergangenheit alles richtig gemacht. Es sei sicher
nicht alles verstanden worden, aber er
unterstrich erneut, er werde sich von anderen Kritikern
nicht verrückt machen lassen.
eine stilistisch gute Lösung
ÜBRIGENS: Was sind uneingeleitete Nebensätze?
Das sind Sätze, die in Wahrheit Nebensätze sind, aber syntaktisch so aussehen, als
wären sie Hauptsätze, denn ihnen fehlt die Konjunktion. Und das Verb steht - wie
in einem Hauptsatz - an 2. Position.

BEISPIELE
echter Nebensatz - mit Konjunktion:
Er sagt, dass er heute komme.
uneingeleiteter Nebensatz - ohne Konjunktion:
Er sagt, er komme heute.

 häufig: dass-Sätze
 oft auch: uneingeleitete Nebensätze
 aus stilistischen Gründen: mehrere dass-
Sätze hintereinander vermeiden
Übung 7: Syntax in der indirekten Rede

8. Redeeinleitende Verben
Es gibt eine ganze Reihe von redeeinleitenden und
frageeinleitenden Verben sowie von Verben der
Aufforderung. Diese Verben sollte man in verschiedenen
Variationen einsetzen.
Vermeiden Sie es, einen Text aufzubauen, der immer
wieder dieselben Formen benutzt; wie zum Beispiel: „Er
sagte, dass ... dann sagte er, dass... schließlich sagte er,
dass...“. Variieren Sie! Verwenden Sie die Vielfalt der
redeeinleitenden Verben!
Erweitern Sie Ihre lexikalischen Kenntnisse und
verbessern Sie Ihren sprachlichen Ausdruck, indem Sie
Verben wie „erwähnen“, „behaupten“, „betonen“,
„bezweifeln“, „auffordern“ etc verwenden.
Redeeinleitende Verben
anmerken, berichten, erzählen erwähnen, sagen, mitteilen - rufen -
antworten, Antwort geben, erwidern - erklären, erläutern -
versprechen - behaupten - bedauern, sich beklagen, sich
beschweren - meinen, bemerken - erinnern an - drohen (mit) -
betonen, hervorheben, unterstreichen - hinweisen auf -
fortfahren - verneinen ≠ bejahen - vermuten - verraten -
zugeben aussagen - etc
Beachten Sie hier, dass ein Anschluss mit "dass" nicht bei allen Verben gut
funktioniert. Zum Beispiel sollte man (aus stilistischen Gründen) bei "fortfahren"
oder "verneinen" in der indirekten Rede eher eine Infinitivkonstruktion anschließen
als einen "dass-Satz".
„Ich werde das Problem nicht lösen können.“ - Sie verneinte, das Problem lösen zu
können."
Frageeinleitende Verben
bezweifeln - sich erkundigen - (sich) fragen - die Frage
stellen - in Frage stellen - weiterfragen - nachfragen -
wissen wollen - etc
Beachten Sie hier, dass der Anschluss bei den frageeinleitenden Verben meistens
mit der Konjunktion "ob" hergestellt wird.
„Bist du krank?“ - Sie wollte wissen, ob ich krank bin.
Verben der Aufforderung
anordnen - auffordern - den Befehl erteilen - befehlen -
bitten - fordern - verlangen - wünschen - etc
Beachten Sie auch hier, dass ein Anschluss mit "dass" nicht bei allen Verben gut
funktioniert. Zum Beispiel sollte man (aus stilistischen Gründen) bei "bitten" oder
"befehlen" in der indirekten Rede eher eine Infinitivkonstruktion anschließen als
einen "dass-Satz".
„Machen Sie das Fenster zu!“ - Er befahl mir, das Fenster zuzumachen."
„Geben Sie mir bitte den Zettel!“ - Sie bat mich, ihr den Zettel zu geben."

Die meisten dieser Verben sind regelmäßig. Beachten Sie deshalb


besonders jene Verben, die zu den unregelmäßigen gehören.
 rufen (rief, hat gerufen);
 versprechen (versprach, hat
versprochen);

 hervorheben (hob hervor, hat


hervorgehoben);

 unterstreichen (unterstrich, hat


unterstrichen);

 hinweisen (wies hin, hat hingewiesen);


 fortfahren (fuhr fort, ist fortgefahren);
 verraten (verriet, hat verraten);
 zugeben (gab zu, hat zugegeben);
 befehlen (befahl, hat befohlen);
 bitten (bat, hat gebeten)

 redeeinleitende Verben
 frageeinleitende Verben
 Verben der Aufforderung
+ sprachlich variieren!
Übung 8: Redeeinleitende Verben

9. Übertragung des Imperativs in die indirekte


Rede
Wenn ein Imperativ in die direkte Rede übertragen
werden soll, dann verwendet man dabei die Modalverben
'sollen', 'müssen' oder 'mögen'.
Das Modalverb 'mögen' wird verwendet, wenn es eine
höfliche Bitte oder ein Wunsch ist.
Beispiel: „Komm bitte zu mir!“
Er bat darum, er möge bitte zu ihm kommen.
Die Modalverben 'müssen' und 'sollen' werden verwendet,
wenn es sich um eine Aufforderung oder einen Befehl
handelt.
Beispiel: Der Lehrer zu den Schülern: „Schreibt einen
Aufsatz!“
Er forderte sie dazu auf, dass sie einen Aufsatz schreiben
sollten.
Der Offizier zum Soldaten: „Stehen Sie still!“
Der Offizier befahl dem Soldaten, dass er still stehen
müsse.

 Imperativ umwandeln: Verwendung der


Modalverben ‘sollen’, ‘müssen’ oder ‘mögen’
10. Perspektivwechsel
Bei der Wiedergabe in der indirekten Rede kommt es zum
Perspektivwechsel.
PERSONEN
Beispiel: Martin zu Carla: „Ich komme zu dir.“
Peter hat diese Information bekommen und gibt sie aus seiner
Perspektive an eine andere Person weiter:
Peter: „Martin sagte zu Carla, dass er zu ihr komme.“
Carla hat diese Information als Beteiligte natürlich auch und erzählt
sie aus ihrer Perspektive weiter:
Carla: „Martin sagte mir, dass er zu mir komme.“
Aus „ich“ und „dir“ werden bei der Wiedergabe in der
indirekten Rede bei Peter „er“ und „ihr“. Wenn Carla den
Satz von Martin wiedergibt, dann wird aus „ich“ „er“,
und aus „dir“ wird „mir“.
Die unterschiedlichen Perspektiven von Peter und Carla
auf das, was Martin gesagt hat, drücken sich in der
unterschiedlichen Verwendung der Personalpronomen
aus.
Es können aber auch Ort und Zeit verändert werden.
ZEIT
Beispiel für die Veränderung der zeitlichen Perspektive:
Martin lädt Carla ins Kino ein und sagt ihr (es ist 15
Uhr), dass der Film um 20 Uhr beginnt.
„Der Film beginnt um 20 Uhr.“
Carla wartet vor dem Kino (es ist 19.55 Uhr):
„Wo bleibt Martin bloß? Er sagte doch, der Film werde in
fünf Minuten beginnen.“
ORT
Beispiel für die Veränderung der lokalen Perspektive:
Martin zu Carla am Telefon:
„Wir treffen uns am Eingang des Kinos.“
Carla direkt vor dem Kino:
„Er sagte doch, dass wir uns hier treffen würden.“
 Änderung der Person
 Änderung der Pronomen
 Änderung der Zeit
 Änderung des Ortes
Übung 9: Übertragung des Imperativs in die indirekte Rede

11. Infinitivkonstruktionen und


Konjunktivformen in der indirekten Rede
Infinitivkonstruktionen werden im Konjunktiv nicht
verändert! Infinitiv bleibt Infinitiv!
Martin: „Es ist mir möglich, um acht zu kommen.“
(indirekte Rede:) Martin sagte, es sei ihm möglich, um acht zu
kommen.“
Genauso werden Konjunktivformen („würde“, hätte“,
„wäre“ etc.) nicht mehr verändert, wenn sie in die
indirekte Rede übertragen werden.
Martin: „Ich würde früher kommen, wenn ich könnte.“
(indirekte Rede:) Martin versprach, er würde früher kommen,
wenn er könnte.

 Infinitivkonstruktionen werden nicht


verändert
 Konjunktivformen werden nicht verändert

12. Gesprochene Sprache ≠ geschriebene


Sprache
In der gesprochenen Sprache werden die Regeln der
indirekten Rede mit der Verwendung der
Konjunktivformen oft nicht beachtet. In der
geschriebenen Sprache sollte man aber stilistisch und
grammatisch korrekter sein als in der gesprochenen
Sprache.
Im Deutschen hört man in der gesprochenen Sprache oft
„würde“, hätte“ und „wäre“ statt der korrekten
Konjunktivformen des Vollverbs.
Oder man verzichtet ganz auf den Konjunktiv und
benutzt sogenannte Konkurrenzformen. Dann verwendet
man Ausdrücke wie „angeblich“, „laut“, „nach seinen
Worten“ usw.
Oft gibt man sich zufrieden damit, dass man ein
redeeinleitendes Verb verwendet. Denn durch dieses
Verb wird die Distanzierung ja schon angedeutet.

Nicht nur mit dem Konjunktiv kann man sich von jemandem
distanzieren:
Er sagt, er habe mich mehrmals angerufen.
Alternative Er will mich mehrmals angerufen haben.
1: Er hat mich angeblich mehrmals angerufen.
Alternative Nach seinen Worten hat er mich mehrmals angerufen.
2: Wie er sagt, hat er mich mehrmals angerufen.
Alternative
3:
Alternative
4:

Wie Sie hier sehen, können Sie sich von den Äußerungen eines
anderen distanzieren, auch ohne den Konjunktiv zu verwenden, und
zwar mit den sogenannten „Konkurrenzformen der indirekten Rede“.
Diese Formen werden vor allem in der gesprochenen Sprache
verwendet!
Sie können das zum Beispiel machen mit:
- „will ... haben“,
- oder mit Wörtern wie „angeblich, vermeintlich, vorgeblich ...“,
- mit Redewendungen wie „nach seinen Worten, laut seinen
Auskünften ...“
- oder einleitenden Sätzen wie „wie er sagt ...“.
 gesprochene Sprache unkorrekter als
geschriebene Sprache
 Konkurrenzformen