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Beispiel: Plinianische Eruption:

Vulkane Besonders schwere explosive Eruption, benannt


nach dem Wissenschaftler Plinius der Jüngere.
Im Jahr brechen auf der Erdoberfläche im Jahr ungefähr 70 Vulkane Dieser beschrieb den Ausbruch des Vesuv
aus. In jedem Augenblick sind 20–30 Eruptionen im Gange. Dabei (Italien) im Jahr 79 nach Christus. Innerhalb
sind aber die Vulkane auf dem Meeresgrund noch gar nicht weniger Stunden können bei solchen
mitgezählt, weil die meisten von ihnen noch gar nicht entdeckt und Ausbrüchen durch die Vulkanschlote Unmengen
untersucht wurden. an Magma aufsteigen. Der gewaltige Druck im
Inneren des Vulkans reißt glühende Lavafetzen
Es gibt zwei Arten von Vulkanausbrüchen: explosive und effusive. und Felsbrocken mit sich aus der Kraterwand.
Die Eruption ist so stark, dass sich über der
Spitze des Vulkans eine richtige Säule aus
Explosive Eruptionen Lava, Gestein, Asche und Staub bildet. Sobald all diese Dinge
wieder auf die Erde zurück fallen, bilden sie einen Strom, der sich
Der Vulkan explodiert und wirft unaufhaltsam nach unten bewegt.
riesige Mengen an Gestein aus.
Aschewolken bilden sich.
Der obere Teil des Vulkankegels Effusive Eruptionen
wird zerstört und eine Caldera
entsteht. Hier gibt es vor allem flüssige und
halbflüssige Lava, die dafür viel
heißer ist. Das Magma schmilzt
langsam immer mehr Gestein,
wobei die Gesteinschicht immer
dünner wird. Irgendwann tritt aus
einer Spalte Lava aus und fließt
Eine Caldera ist ein weiter Krater, in nach unten.
dem auch ein See entstehen kann
(Kratersee). Das flüssige Gestein
(Lava) wälzt sich wie eine Lawine Beispiel: Strombolianische Eruption
den Vulkan hinab. Dabei reißt es alles mit sich oder begräbt es unter Diese Art des Ausbruchs wurde nach
sich. Durch die Hitze verbrennt oder verglüht alles Lebendige. Auch dem Vulkan Stromboli (Italien) benannt.
Schlamm bahnt sich in breiten Strömen seinen Weg nach unten. Der Stromboli ist ständig aktiv, in
Solche Ausbrüche können auch Flutwellen und Tsunamis auslösen, früheren Zeiten nannte man ihn deshalb
die auf Tausende von Kilometern wirken. "Leuchtturm des Mittelmeeres". Er
produziert laufend größere und kleinere
Eruptionen. Dazwischen liegen wenige
Minuten bis eine Stunde. Das Material, das dabei ausgeschieden
wird, fällt in den Krater zurück oder rollt teilweise über einen Abhang
ins Meer. Es entsteht ein Kreislauf: Die Hitze erzeugt Gase, die nach
oben steigen. Oben wird der Druck so groß, dass sich das Gas einen
Weg nach draußen sucht. Dabei kühlt wieder Gestein ab und sinkt
nach unten. Dort schmilzt es wieder und erzeugt wieder Gase, die
nach oben steigen.

Vorhersagen
Damit es nicht zu einer Katastrophe wie in Pompeji kommt,
versuchen die Menschen seit langem Vulkanausbrüche
vorherzusagen.

Dazu gibt es mehrere Methoden:


 Auswertung der Geschichte: Dies ist immer noch eine der
wichtigsten Methoden. Man versucht aus der Vergangenheit
der Vulkane zu lernen und zieht daraus Schlüsse für die
Zukunft.
 Erdbebenmessungen: Mit einem Seismometer
(Erdbebenmessgerät, ihr habt eines im Museum
Mensch und Natur gesehen) misst man
Bewegungen im tief im Boden.
 Messungen der Form des Vulkans: Man misst, wie sich die
Form eine Vulkans ändert, wie weit er sich aufbläht.
 Gase: Man misst, wie sich die Gase ändern, die der Vulkan
von sich gibt.
ein. Die herunterfallenden Steine
Pompeji: verschlossen den Schlot des Vesuvs
Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach wieder und eine neue Eruption
entstand. Regen setzte ein und
Christus verwandelte große Aschemengen in
Schlammströme. Die Eruption
Pompeji war eine alte Stadt in Süditalien (in der Nähe von Neapel), dauerte insgesamt 18 Stunden!
die im Jahr 79 nach Christus untergegangen ist. Zur Zeit der Römer
war sie eine wichtige Handelsstadt. Danach waren die meisten Menschen in Pompeji entweder erstickt
oder vom Bimssteinregen erschlagen worden. Nun setzte die
Glutlawine ein und vernichtete weitere Menschen.
Ein berühmtes Opfer war der römische Wissenschaftler und
Schriftsteller Plinius der Ältere (Onkel von Plinius dem Jüngeren),
der mit seiner Schiffsflotte zum Ort der Katastrophe gefahren war. Er
wollte die Eruption erforschen und den Opfern helfen. Er kam in den
Schwefeldämpfen um. Sein Neffe, Plinius der Jüngere, beschrieb
den Ablauf ganz genau in zwei Briefen. Deshalb wurde die
Plinianische Eruption nach ihm benannt.
Über 1500 Jahre lang lag Pompeji unter einer Decke aus
Vulkanasche und Bimsstein begraben, die bis zu 25 Meter dick war.
Schon kurz nach dem Untergang der Stadt wurden aus
verschiedenen Gebäuden Wertgegenstände geborgen. In den
folgenden Jahrhunderten wohnten nur sehr wenige Menschen auf
dem Gebiet der Stadt.
Im Jahr 1592 entdeckte man beim Kanalbau mehrere Marmortafeln,
Münzen und Ähnliches, doch niemand interessierte sich dafür.
Erst ab dem Jahr 1748 wurden richtige
Ausgrabungen gemacht, um die alte Stadt zu
Bereits mehrere Tage vorher hatte es Anzeichen für den Ausbruch
entdecken. Über eine lange Zeit wurde
des Vesuvs gegeben, weshalb schon ein Teil der Einwohner
gegraben und geforscht. Oft zerstörte man
vorsichtshalber die Stadt verlassen hatte.
dabei wichtige Überreste. Trotzdem ist
Zur Mittagszeit des 24. August (oder Oktober) 79 wurde der Druck
Pompeji heute eine sehr wichtige Quelle für
im Vesuv so stark, dass er ausbrach. Riesige Mengen von Bimsstein
unser Wissen über die Römer. Die dicke
und Asche wurden ausgeworfen. Die Eruption schleuderte
Ascheschicht hat alles unter sich begraben - und dadurch
Unmengen von Asche, Lava und Gasen in den Himmel. Dort
konserviert, also haltbar gemacht.
bildeten sie eine Wolke. Diese Wolke wurde in Richtung Pompeji
getragen. Dort regnete es nun Bimsstein. Dieser Bimsstein ließ
zahllose Dächer einstürzen, blockierte Türen und schloss Bewohner
Gegenstände aus römischer Zeit: Amphoren
Ausgrabungen in früheren Zeiten (Gefäße), Karren, usw. öffentliche Toiletten

Mosaik auf dem Boden eines Hauses. Cave


canem = Achtung vor dem Hund Wandmalerei Straße in Pompeji