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Veranstaltung: „Modellprojekt entschlackt Pflegedokumentation“


Referent: Jochen Fallenberg (Geschäftsführer VICA Die ambulante Pflege GmbH)
Hintergründe der NEUEN Struktur
• Der Dokumentationsaufwand in der Pflege hat in den
letzten Jahren erheblich zugenommen
• Der finanzielle Aufwand wird auf jährlich 2,7 Milliarden
Euro beziffert (Grundlagen der Zahlen des
Statistischen Bundesamtes)
• Die Gründe sind vielfältig
1. Einhaltung der Prüfanforderung
2. Haftungsrechtliche Konsequenzen („Was nicht
dokumentiert ist, gilt als nicht erbracht“ dürfte den
meisten Pflegekräfte geläufig sein)
3. Implementierung der Expertenstandards
Hintergründe der NEUEN Struktur

• Das Strukturmodell wurde in Anlehnung an die Ergebnisse aus einem


Forschungsvorhaben des Bundesministerium für Arbeit und Soziales
(BMAS) zur Bedeutung der Pflegeplanung für die Qualitätssicherung der
Pflege (nr.261/1996) entwickelt und gliedert den Pflegeprozess nach dem
WHO Modell in vier Schritte.
Strukturmodell Pflegedokumentation
Strukturmodell Pflegedokumentation
∗ Ausgangspunkt jeder Planung ist dabei, die
Sichtweise des Patienten abzubilden und danach mit
der pflegefachlichen Betrachtungsweise zu
verbinden.
∗ Das Konzept besteht aus vier
Grundstrukturelementen einer Pflegedokumentation
1. Eine strukturierte Informationssammlung (SIS)
2. Einen individuellen Maßnahmenplan
3. Den Pflegebericht
4. Sowie einen Durchführungsnachweis in der
Behandlungspflege
Einführung des Strukturmodells im Kosens mit dem Neuen
Pflegebedürfigkeitsbegriff und dem neuen
Begutachtungsassessment (NBA)

Das Neue am Neuen Begutachtungsassessment: Konzept und Entwicklung


vom neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zum NBA
∗ „Das Ziel der Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des
neuen Begutachtungsverfahrens und der entsprechenden Ausgestaltung der
Leistungen ist es, diesem Paradigmenwechsel von der Maßgeblichkeit des
Umfangs des Pflegebedarfs zur Feststellung des Grades der Beeinträchtigung
der Selbständigkeit Rechnung zu tragen.“
∗ Erforderlich ist ein Pflegebedürftigkeitsbegriff
∗ •der alle körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen umfasst
∗ •sich differenziert an den Lebenslagen orientiert
∗ •auf den Grad der Selbständigkeit abstellt

∗ (Umsetzungsberich Beirat zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs)


Das Neue am Neuen Begutachtungsassessment: Konzept und
Entwicklung vom neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zum
NBA -Anforderungen

∗ Umfassende Berücksichtigung von


Pflegebedürftigkeit
∗ • Modularer Aufbau
∗ • Objektivität/Reliabilität
∗ • Begutachtungsergebnisse als Grundlage für einen
Pflegeplan
∗ • Erfassung von Rehabilitations-und
Präventionsbedarf
∗ • Dauer der Begutachtung ca. 1 Stunde
∗ • Einschätzung der Pflegebedürftigkeit von Kindern
Das Neue am Neuen Begutachtungsassessment:
Konzept und Entwicklung
Veränderungen

∗ • Maßstab: Selbständigkeit (Abhängigkeit von


Personenhilfe) statt Zeitaufwand

∗ • Überwindung der Begrenzung auf einige


Alltagsaktivitäten
Das Neue am Neuen Begutachtungsassessment:
Konzept und Entwicklung
Bedarfsgrade

∗ P1: geringe Beeinträchtigung


∗ P2: erhebliche Beeinträchtigung
∗ P3: schwere Beeinträchtigung
∗ P4: schwerste Beeinträchtigung
∗ P5: P4 + besondere Bedarfskonstellation
∗ Beeinträchtigung der Selbständigkeit bzw. Grad der
Abhängigkeit von personeller Hilfe
Das Neue am Neuen Begutachtungsassessment:
Konzept und Entwicklung
Die Assessmentmodule

∗ 1. Mobilität
∗ 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
∗ 3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
∗ 4. Selbstversorgung
∗ 5. Umgang mit krankheits-/therapiebedingten
Anforderungen
∗ 6. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte
∗ 7. Außerhäusliche Aktivitäten
∗ 8. Haushaltsführung
Abgleich der Assessmentmondule der (NBA) mit den
Themenfelder zur Strukturierten
Informationssammlung (ambulant)

Die Assessmentmodule (NBA) Themenfelder zur Strukturierten


Informationssammlung
1. Mobilität 1. Kognition und Kommunikation

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 2. Mobilität und Bewegung

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen 3. Krankheitsbezogene Anforderungen und


Belastungen
4. Selbstversorgung 4. Selbstversorgung

5. Umgang mit krankheits-/therapiebedingten 5. Leben in sozialen Beziehungen


Anforderungen
6. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte 6. Haushaltsführung

7. Außerhäusliche Aktivitäten

8. Haushaltsführung
Modellprojekt entschlackt
Pflegedokumentation
VICA Die ambulante Pflege GmbH

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Veranstaltung: „Modellprojekt entschlackt Pflegedokumentation“
Referent: Jochen Fallenberg (Geschäftsführer VICA Die ambulante Pflege GmbH)
Pflegedokumentation nach dem AEDL Strukturmodell nach
dem Pflegekonzept von Frau Monika Krohwinkel
Informationssammlung AEDL
Pflegeplanung AEDL
Strukturierte Informationssammlung – ambulant-
mit einer fachliche Einschätzung der für die Pflege und Betreuung relevanter Risiken
Strukturierte Informationssammlung – ambulant-
mit einer fachliche Einschätzung der für die Pflege und Betreuung relevanter Risiken
Strukturierte Informationssammlung – ambulant-
mit einer fachliche Einschätzung der für die Pflege und Betreuung relevanter Risiken
Praktische Anwendung zur Matrix Risikoeinschätzung

∗ Für die Risikoeinschätzung wurde eine Matrix entwickelt


∗ Mit dem einfachen Ankreuzverfahren wird die erste fachliche
Einschätzung von der Pflegefachkraft im Kontext der ersten
fünf Themenfelder aus dem SIS verlangt
∗ Die Erfassung in diesen Abschnitt der SIS muss korrespondieren
mit Informationen in den Themenfelder
∗ Auf Grund der empirischer Daten wird davon ausgegangen,
dass die aufgeführten Risikobereiche und Phänomene
(Dekubitus, Schmerz, Sturz, Inkontinenz, Ernährung) die am
häufigsten vorkommenden in der Langzeitpflege sind (siehe
Expertenstandards)
∗ Zusätzlich gibt es die Kategorie Sonstiges für weitere kritische
Situationen
Praktische Anwendung zur Matrix Risikoeinschätzung

∗ Es ist immer eine fachliche Entscheidung dazu notwendig, wie


prägnant sich die Situation bei der Aufnahme aus Sicht der
Pflegeperson darstellt und ob ein Risiko sofort erkennbar ist.
Dies muss mit „ja“ oder „nein“ über alle Themenfelder
angekreuzt werden.
∗ Wenn „ja“ angekreuzt wurde, ist immer
• fachlich zu entscheiden, ob die Einschätzung zur Risikosituation
für die Folgerung in der Maßnahmenplanung eindeutig ist oder
es zunächst einer weiteren Einschätzung bedarf (z.B. durch ein
Differentialassement)
• Diese Entscheidung muss immer in der Spalte „weitere
Einschätzung notwendig“ entsprechend mit „ja“ oder „nein“
dokumentiert werden.
Praktische Anwendung zur Matrix Risikoeinschätzung

∗ Wird zu einem Thema und einem Risiko „nein“ angekreuzt, kann


z.B. durch die Setzung eines kurzfristigen Evaluationsdatum
oder entsprechender zeitlich befristeter Anweisungen in der
Maßnahmenplanung diese erste Entscheidung zeitnah überprüft
und wieder fachlich neu eingeschätzt werden. Das gleiche
Prinzip kann für das Ankreuzen „ja“ gelten.

∗ Ein kompensiertes Risiko/Phänomen (z.B. Schmerz) ist mit


„nein“ zu bewerten. Es wird entweder anlässlich einer akuten
Veränderung der Situation oder der Verlaufsbeobachtung durch
ein eigenes gesetztes Evalutationsdaten einer erneuten
fachlichen Einschätzung unterzogen.
Erstellung eines individuellen Pflegeablaufplan
Erstellung eines individuellen Pflegeablaufplan
PC Unterstützte Pflegeplanung als ausfüllbare PDF Dokumente
PC Unterstützte Pflegeplanung als ausfüllbare PDF Dokumente
PC Unterstützte Pflegeplanung als ausfüllbare PDF Dokumente
Erfahrungen und Empfehlung
∗ Die Umstellung auf die NEUE „Strukturierte Informationssammlung“ und
den individuellen Pflegeablaufplan hat bei den Pflegekräften zu einer
höheren Transparenz und Akzeptanz zum Thema Pflegeplanung geführt.
∗ Die Erfassung stellt konsequent den Menschen und seine Fähigkeiten in den
Mittelpunkt.
∗ Starke Reduzierung der Pflegedokumentationszeit, dadurch kann der
Schwerpunkt der Arbeit einer Pflegekraft wieder in Vordergrund gestellt
werden „Die Arbeit mit den Menschen“.
∗ Betriebswirtschaftlich gesehen lohnt sich die Umstellung für unser
Unternehmen.
∗ Die Umstellung auf das NEUE System muss fachlich begleitet werden, um
eine reibungslose Umstellung in einer Pflegeeinrichtung zu gewährleisten.

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Veranstaltung: „Modellprojekt entschlackt Pflegedokumentation“
Referent: Jochen Fallenberg (Geschäftsführer VICA Die ambulante Pflege GmbH)
Fragestellung/ Wünsche nach dem
Praxistest
∗ Positiv ist die juristische Stellungnahme über den
„Notwendigen Umfang der Pflegedokumentation aus
haftungsrechlicher Sicht“ zu bewerten.
∗ Das Thema der Umstellung sollte durch die
verschiedenen Verbände moderiert und begleitet
werden.
∗ Einen Arbeitskreis in den einzelnen Bundesländer
wäre wünschenswert.

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Veranstaltung: „Modellprojekt entschlackt Pflegedokumentation“
Referent: Jochen Fallenberg (Geschäftsführer VICA Die ambulante Pflege GmbH)
Wenn wir aufhören, besser zu werden,
hören wir auf, gut zu sein.
Oliver Cromwell

Vielen Dank
für Ihre
Aufmerksamkeit

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Referent: Jochen Fallenberg (Geschäftsführer VICA Die ambulante Pflege GmbH)