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Was unsere Zähne über unsere Zukunft verraten

An jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch.“ Das jahrhundertealte Zitat von Paracelsus hat bis heute nicht
an Relevanz verloren. Die Bedeutung der menschlichen Zähne geht weit über die Funktion des bloßen
Kauens hinaus. Die ganzheitliche(holistic) Zahnmedizin verfolgt den Ansatz(abordare), dass Zähne und
Mundraum, Ursprung vieler akuter und chronischer Krankheiten sein können. Zahnerkrankungen stellen
nicht nur ein ästhetisches Problem dar, Sie bedeuten viel mehr Schmerzen, Schäden und weitreichende
Folgen für den ganzen Körper. Zähne, Organismus und Psyche sind eng miteinander verknüpft,
beeinflussen sich gegenseitig und können Ursache für eine ganze Reihe chronischer Krankheiten
darstellen. Ein kranker Zahn kann somit leicht den gesamten Körper schwächen und ein gestörtes
Kiefergelenk(articulatia mandibulara) kann zu Rücken- und Kopfschmerzen sowie zu
Nackenbeschwerden und Ohrgeräuschen führen. Jedem Zahn ist ein Organ zugeordnet. Ist der Zahn
erkrankt, kann sich dies an dem jeweiligen Organ äußern und umgekehrt. Um sich von den Beschwerden
langfristig zu befreien, muss die Ursache ermittelt werden, so dass beide Störfelder, Zähne als auch
Organismus, behandelt werden können.

Zähne zeigen nicht nur die momentane Gesundheit im Mund. Forscher haben Hinweise darauf
gefunden, dass Zähne auch Informationen über Krankheiten geben können, die erst viel später
auftreten.

Zahnärzte können mit einem Blick in den Mund erkennen, wie gut ein Patient seine Zähne putzt. US-
amerikanische Forscher behaupten, dass sie neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen
Zähnen und Gesundheit haben. Stress während der Entwicklung der Zähne führt zum Beispiel dazu, dass
die Schichten des Zahns dünner und weniger dicht sind, so die Wissenschaftler.

Wenn man also die ausgefallenen Milchzähne eines Kindes untersucht, kann man herausfinden, ob ein
Kind bereits in seinen ersten Lebensjahren viel Stress ausgesetzt war. Studien zeigen, dass bei diesen
Kindern später häufiger als bei anderen psychische Krankheiten auftreten.

Am Zahnschmelz kann man außerdem feststellen, ob jemand in der frühen Entwicklung hohen Mengen
an Schwermetall ausgesetzt war. Eine frühe hohe Bleib(plumb)elastung bedeutet zum Beispiel, dass man
ein höheres Risiko hat, schizophren zu werden. Eine noch laufende Studie an den Zähnen von
verstorbenen Menschen erforscht weiterhin, ob eine hohe Belastung durch Schwermetall auch
Alzheimer begünstigt.

Momentan gibt es erst wenige Studien, die untersuchen, wie gut man mit Hilfe der Zähne spätere
Krankheiten vorhersagen kann. Wenn die Forschung in dieser Frage weiter kommt, ändert sich vielleicht
der Wert von ausgefallenen Zähnen schon bald. Sie sind dann nicht mehr nur kleine Erinnerungen an die
Vergangenheit, sondern liefern wichtige Hinweise für eine frühe Erkennung von zukünftigen
Krankheiten.

Welche Krankheiten können durch schlechte Zähne entstehen?

Herzinfarkt und Schlaganfall: Bei einer chronischen Parodontitis gelangen Bakterien in den Blutkreislauf.
Bleiben akute Zahnfleischentzündungen unbehandelt, verschleppt der Betroffene die Entzündung. Die
Erreger erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und einen Schlaganfall. Die ständig im Körper
kreisenden Entzündungsstoffe bewirken ein Verhärten der Gefäßwände.
Erektionsstörungen: Eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats schädigt die Endothelzellen..
Erkrankte Zähne hemmen die Potenz.

Lungen- und Herzentzündungen: Erreger einer verschleppten Parodontitis können Lungen- und
Herzentzündungen auslösen. Auch diese Krankheiten stehen in Zusammenhang mit einer Verhärtung
der Gefäßwände.

Depressionen: Das Immunsystem kann unsere Gefühlslage steuern. Zahnwurzelentzündungen können


die menschliche Psyche beeinflussen, so dass Betroffene depressiv werden.

Frühgeburten: Es besteht eine Verbindung zwischen sogenannten Vaginalentzündungen und


Entzündungen des Zahnfleisches. In beiden Fällen entstehen die gleichen, für das ungeborene Kind
schädlichen Stoffe im Immunsystem der Mutter. Frauen, die eine Frühgeburt erleben, leiden in vielen
Fällen unter starken Zahnfleischerkrankungen.

Diabetes: Diabetiker leiden häufiger unter Parodontitis als Nicht-Diabetiker. Die hohen Blutzuckerwerte
beeinträchtigen die Blutgefäße. Die Widerstandskraft des Zahnhalteapparats wird geschwächt und es
kommt zu Infektionen.

Rücken-, Knie- und Nackenschmerzen: Fehlstellungen des Kiefers erzeugen Schmerzen im gesamten
Körper. Diese setzen sich von oben nach unten fort und führen zu Verspannungen und Fehlhaltungen.

Kopfschmerzen und Migräne: Die Störung des Gleichgewichts im Kausystem hat Einfluss auf die
Körperhaltung und Bewegung und kann für Kopfschmerzen unterschiedlicher Art ursächlich sein.
Oftmals ist eine Funktionsstörung im Bereich der Kiefer und Mundmuskulatur, Grund für die Schmerzen.

Blasen- und Prostataprobleme: Bakterien aus dentalen Erkrankungen können über die Blutbahn in
Prostata und Blase gelangen und dort zu akuten Entzündungen führen.

„Jeder Zahn hat ein Organ.“

In der Naturheilkunde geht man schon lange davon aus, dass jeder Zahn eine Verbindung zu einem
bestimmten Organ hat. Vor allem in der chinesischen Medizin findet dieses Prinzip bereits seit 4000
Jahren Anwendung. An den Zähnen lassen sich Signale, die uns unser Körper vermittelt, deutlich
erkennen. Ein gestörtes Organ kann umgekehrt den entsprechenden Zahn schädigen. Erkrankte
Schneidezähne(incisiv) verursachen beispielsweise im gesamten Nieren-, Schilddrüsen(tiroida)- und
Blasenbereich, Erkrankungen. Die Eckzähne(canini) stehen in enger Beziehung zu Leber, Galle und
Augen. Die kleinen und großen Backenzähne(molari) beeinflussen die Magen- und Darmgesundheit. Die
Weisheitszähne(de minte) geben Aufschluss über die Gesundheit von Dünndarm und Herz.

Gesunde Zähne sind Ausdruck eines gesunden Organismus.


Der Gender Pay Gap existiert noch immer

Ungleiche Entlohnung, weniger Beförderungen(promovare): Frauen verdienen in Deutschland noch


immer weniger als Männer. Politik und Wirtschaft arbeiten daran, die Situation zu verändern und
Gleichberechtigung zu erreichen.

Der sogenannte Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied zwischen dem
durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von angestellten Männern und Frauen. Seine Berechnung ist
in der Europäischen Union einheitlich geregelt und ist somit europaweit der Hauptindikator für die
ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen.

In kaum einem anderen Land Europas ist die Kluft (gap) bei der Bezahlung von Frauen und Männern so
groß wie in Deutschland. Mit 22 Prozent liegt die sogenannte Gender-Pay-Gap (Geschlechter-
Gehaltslücke) deutlich über dem EU-Durchschnitt (16,3 Prozent). Laut der EU-Kommission ist die Lücke
nur noch in Tschechien (22,5 Prozent) und Estland (26,9 Prozent) größer. Die Berliner Morgenpost hat
nun ermittelt, in welchen Berufen und in welchen Regionen Deutschlands die Unterschiede besonders
groß sind - und wo sich die Lücke bereits geschlossen hat. In lediglich jedem achten Berufsfeld verdienen
Frauen hierzulande mindestens genauso viel wie ihre männlichen Kollegen, in nur fünf davon mehr. Das
zeigt die Auswertung der Gehaltsstatistiken der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Lohnlücke ist in Stein gemeißelt(carved) und ändert sich nicht, obwohl doch klar ist, dass dieser
Missstand abgeschafft(eliminat, abandonat) gehört“, klagt Henrike von Platen. Die
Unternehmensberaterin setzt sich für eine gleiche Entlohnung von Frauen und Männern sowie eine
gerechte Besetzung von Führungspositionen ein. 2019 ist Deutschland im „Global Gender Gap Report“
des World Economic Forums von Platz 12 auf Platz 10 aufgestiegen.

Trotz der Verbesserung existiert der Gender Pay Gap noch immer: Die Entlohnung von Männern und
Frauen unterscheidet sich in Deutschland immer noch um durchschnittlich 21 Prozent. Bei
Führungspositionen sind es sogar 30 Prozent. Gründe für diese Unterschiede sind, dass viele Frauen in
weniger gut bezahlten Berufen arbeiten und überdurchschnittlich oft in Teilzeit. Eine Beförderung gibt
es für Frauen seltener als für Männer, und sie übernehmen nicht so häufig Positionen mit viel
Verantwortung.

Da es den deutschen Unternehmen derzeit an Fachkräften mangelt, muss sich dringend etwas an der
Situation ändern. Das sagt auch die Familienministerin Franziska Giffey: „Familienfreundlichkeit und
Gleichberechtigung am Arbeitsplatz sind nicht mehr nur ein Nice-to-have, sondern ein harter
Standortfaktor, der tatsächlich dazu führt, ob eine Fachkraft sich für das Unternehmen A oder B
entscheidet.“ Einige große Unternehmen haben das bereits bemerkt und an einer Lösung gearbeitet.

Eines dieser Unternehmen ist Adobe. Der Personalchef Frank Rohde erkennt bereits positive Resultate:
„Wir haben da Kandidatinnen, die sagen, ich kann mir den Job eigentlich aussuchen, aber ich wollte
genau zu euch, weil ich gelesen habe, dass ihr Gender Pay Parity erreicht habt.“ Es ist also möglich,
Lösungen für den Gender Pay Gap zu finden. Henrike von Platen fasst es so zusammen: „Man muss es
wollen, dann klappt es auch.“
Besonders interessant sind allerdings die regionalen Unterschiede, die das Institut ebenfalls analysiert
hat. Sie zeigen: In vielen ostdeutschen Regionen verdienen Frauen nicht weniger als Männer, sondern
mehr. Auffällig ist das etwa in Cottbus. Dort liegt der Verdienst der Männer bei 2398 Euro, bei Frauen
hingegen bei 2814 Euro. Die Lohnlücke liegt bei 17,3 Prozent zugunsten der Frauen. In Frankfurt
verdienen Frauen 16,6 Prozent mehr, in Dessau-Roßlau 14,4 Prozent. Andersherum ist es zum Beispiel in
einigen Orten Bayerns. In Dingolfing-Landau etwa verdienen Männer 38,4 Prozent mehr. In der BMW-
Stadt liegt der Median des Bruttolohns der Männer bei 4531 Euro, jener der Frauen hingegen nur bei
2791 Euro. Ähnlich sieht es in Ingolstadt aus.

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