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t-1nu.

LJISS.

70U·5628

SprachlicheUntersuchungen
u AristophanesundM.enander

Inaugural-Dissertation,

genehmigt von der philologisch-historischen Abteilung

der Philosophischen f akultät der Universität Leipzig,

vorgelegt von

Wolf gang Dittmar


,,.;

aus Grimma

Weida i. Thür. 1933

Druck von Thomas & Hubert


Spezialdruckerei für Dissertationen
Angenommen von der philologisch-historischen Abteilung
der Philosophischen Fakultät auf Grund der Gutachten der
Herren Körte und Klingner.

Leipzig, den I. September 1933.


0,
Der Dekan.
cn
N gez. Freyer.
CX)

Staats~
u. Universitäts-
bibliothek
Hamburg
Gedächtnis meiner lieben Eltern.
U 6

Seite

Einleitung . . . . . 7
Erstes Kapitel. Primäre Interjektionen 8

Zweites Kapitel. Sekundäre Interjektionen 17


Drittes Kapitel. Ausrufe in Kasus . . . . 22

Viertes Kapitel. Ausrufsätze, eingeleitet durch wr;, olor;, Ö<1or; 25

Fünftes Kapitel. Rhetorische Fragen . . 29


Sechstes Kapitel. Verwünschungsformeln 42
Siebentes Kapitel. Gemination (dvaöinÄwmr;) und ähnliche Erscheinungen. 47
Achtes Kapitel. Verbalellipse . . . . . . . . . . .. 54
Literaturverzeichnis 94
Abkürzungen . . . . . . . 95
Unser Material für die beiden Komödiendichter Aristophanes
und Menander ist sehr ungleich. Von Aristophanes haben wir
elf erhaltene Stücke mit zusammen 15 2 90 Versen, dazu noch in
Fragmenten etwa 680 Verse. Von Menander besitzen wir keine
einzige vollständige Komödie; die Papyri haben uns bisher
2415 Verse, darunter viele verstümmelte, wiedergeschenkt. Die
Zahl der literarisch erhaltenen Verse beträgt etwa 1680. Das
Material bei Aristophanes ist also rund viermal so grol~ wie bei
Menander. Daher ist es selbstverständlich, daß, wenn wir die
Sprache der beiden Dichter vergleichen, die Zahl der Beispiele
für die einzelnen Erscheinungen bei diesem sehr viel g·eringer
sein muß als bei jenem. Trotz dieses Unterschiedes glaube ich
aber doch, zeigen zu können, daß die Sprache des Aristophanes
stark affektisch-emotional ist, während sich die Menanders in
ruhiger Gemütslage bewegt.

An den Anfang meiner Darlegungen stelle ich die Behand-


lung der Interjektionen. Denn gerade sie können das sehr gut
veranschaulichen, was ich nachzuweisen versuchen will, nämlich,
daß Aristophanes' Sprache affektvoll, die Menanders dagegen
ruhig ist.
Nach Brugmann 1 sind die Interjektionen „durch Affekte
hervorgetriebene bloße Gefühlsäußerungen".
Die Gefühle können geäußert werden einerseits in irgend-
welchen lautlichen Gebilden, die einmal geschaffen wurden ohne
Rücksicht auf die Struktur der betreffenden Sprache, dann aber
doch in sie Eingang gefunden haben (primäre Interjektionen).

1 „Die Syntax des einfachen Satzes im Indogermanischen", Berlin und Leipzig


1925, S. IO.
8

Andererseits gibt es Interjektionen, die aus Wörtern, deren


Formen bereits Eigengut der betreffenden Sprache sind, be-
stehen (sekundäre Interjektionen).
Eingeteilt werden die Interjektionen „gewöhnlich nach der
Art der Empfindung, aus der sie entsprungen sind, in Inter-
jektionen des Schmerzes, der Freude, der Überraschung, des
Staunens, des Abscheues". Daneben gibt es Interjektionen, ,,die
der Mahnung und Aufforderung, also einer an eine andere
Person gerichteten Willenskundgebung dienen'' (exhortativ,
prohibitiv).

Erstes Kapitel.

Zunächst lasse ich eine Übersicht der bei Aristophanes vor-


kommenden primären Interjektionen folgen. Um eine alpha-
betische Anordnung, wie sie Schinck 1 gibt, zu vermeiden, habe
ich die Interjektionen in gewisser Anlehnung an das Schema
1
von Schwentner zusammengestellt.
In einem ersten Katalog sind alle Interjektionen aufgeführt,
auch die, die nur geminiert oder mehrfach wiederholt vor-
kommen (es ist jeweils darauf hingewiesen). Außerdem sind die
Stellen angegeben, an denen sie einmal gesetzt sind.
In einem zweiten Katalog sind die Stellen verzeichnet, an
denen Gemination oder Triplikation der Interjektion oder Ähn-
liches vorliegt.
Die Stellen, an denen eine Interjektion in Verbindung mit
einem Nominativ oder Genetiv als Ausruf •oder mit einem Aus-
rufsatz steht, sind in beiden Katalogen inbegriffen, werden aber
erst im dritten bzw. vierten Kapitel eingehend behandelt.
Jeder Katalog zerfällt in zwei Teile:
I. Teil: Rein vokalische Interjektionen;
II. Teil: Interjektionen, die aus Konsonant( en) und Vokal( en)
bestehen,
1. mit Vokal beginnend,
2. mit Konsonant beginnend.

1
Siehe Literaturverzeichnis Seite 94.
9

1. Katalog.
I. Teil.
Reinvokalische Interjektionen.
'3'
a) a: a . Th 6 89 ; R 759 ; PI 1 2 7
b) i: la[ L 1292, 1293; Ec r r 80
lav R 272
lavoi R 1029
lcv . V 1335
lfJ. V 1335; P 454; Av 1763; L 1291:
R 1265, 1267, 1271, 1275, 1277
lov Th 245
lw A 566, 568, 1071, 1080; N II55, 1259;
V 749, 1292; P 236, 242, 250; Av 406;
L 716; Th 1047; R 1341, 1342; fr. 296,
401 K
c) u: v iJ ...••... (nur mehrfach wiederholt, siehe unten)
d) o: JJ (w) . (unten besonders behandelt)
o. (nur zweimal wiederholt, siehe unten)
e) e: n. } (beide nur geminiert, siehe unten)

f) ai: at: PI 706


g) ei: da. A 494; V 430; P 459, 460, 461, 463 2,
467, 468, 486, 487, 488, 489, 494, 495,
5 17 2 : L 1 3 o 3, r 304 : Th 6 5 9, 6 6 3 ; R 3 9 6 ;
Ec 496; Pl 292, 316
h) eu: cvai (nur g·eminiert und mehrfach wieder-
holt, siehe unten)
BVOl Th 9 9 3 b; Ec 1 r 8 r.

II. Teil.
Interjektionen, die aus Konsonant(en) und Vokal(en)
bestehen.
1. Mit Vokal beginnend:
alßoi . ...... A 189; E 957; N 102, 829, 906;
V 37, 973, 1338; P 15,544, rn66, 1291;
Av 610, 1055, 1342
10

&lalat . ..... Av 951 (so Bentley), 1763; L 1291


ananai. . V 235, 309; R 57
an:a-rai. . . . R 649
l).d.eJ.ev . . . A v 3 64
cveat :nm:M . . Av 1258
ifv .. . E 26; P 327; R 1390; PI 75
lmßoi .. . . E891; V 1338
Z:nnana'i .. . E 602
lanm:ai* E l; Th 223, 1005
ol'µot . 114 Stellen, z. B. A 67
wµo1,. N 925 (zweimal), 1462; Th 222
w6:n .. Av 1395; R 180.

2. Mit Konsonant beginnend:

ßaßai* . ..... A 806; P 248; Av 272; L 1078; fr. 400 K


ßoi . ....... P 1066
(ßoµßalo )ßoµßat Th 45, 48
{}eb:u . E 17
µv ... (nur geminiert und mehrfach wieder-
holt, siehe unten)
nana'i*. A l 2 I 4; L 2 15; PI 220
:nananana'i Th II91
§vn:na:nai V 909; R 1073
({Jtv ••••• A 457; N 40; V 309; L 198, 256, 312;
Th 245; R 140; PI 361.

Die mit * bezeichneten Interjektionen kommen auch mit inter-


jektionalem Formans (-a~) vor, also:
lm:rm:mat . E l
ßaßata~ A 64, 1141; P 248; L 312; R 63
nanata~ . V 235: L 924.
Außerdem
lannanaui~ . " . Th 945.

Durch diese Fülle von Interjektionen erzielt der Dichter eine


stark affektische Sprache.
Noch deutlicher kommt dieser Sprachcharakter in folgenden
Erscheinungen zum Ausdruck:
II

a) Er setzt die Interjektionen nicht nur einmal, sondern er


verdoppelt sie (Gern in a ti o n ). Diese Erscheinung ist bei
ihm überaus häufig; die Zahl der Beispiele beträgt über 60.

2. Katalog.
Zu I a) ct ct V 1379; Pl 1052
zu I b) lrJ b7 A 1207; P 453 (lrJnmwv lf;)
:, \ , I
WV lOV . E 451, 1096; N
I, 543,
1170, 1321, 1493; V931;
P 317, 345, 1191; Av 193,
295, 305 (zweimal), 819,
889, 1510; L 66,295,305,
829; R 653; PI 276, 478,
852
lw lw. . ....... 0 0 A I 205, I 2 I 2; Av 343
••••

zu ld) w w ... P 693; Ec u63


zu I e) i) ff . . . . . . . . . . . . . . . . N I o 5
v
e l . . . . . . . . . . . . . . . . 3 1 5 ; Th 104 2
la la. . P 60; Av 327; Th 699
zu I f) ala'i . .. . A 1083, 1084; L 393,961;
Th 885, n28; Ec 9u

zu II I. ,.hrnmi ch·rn-wi A u90, n98; N 707


(anarni lana:r:ai) . Th 223, 1005
.,, ' ,,
oiµ oiµo, .... ... p 257
'S" , , 'S" , ,
w onon, w o:non . R 208
zu II 2. µv µv . . . . . . . . Th 231
<pev <pev Av 162, 1724
<pvcpv ... L 294, 304.

b) Er verdreifacht sie (Triplikation):


" " ,,
ZU I b) l1Jl1Jl1J. , • P 195, 455 (lrJ ln 1:olvvv,
t1] µovov 11,syw;
" I 11 )

Th 3 1 1 ( lr] :natwv lr] natwv


1,17
'"
nmwv I )

lov lov lov p I 10


lwzw duvov, lw N 1170
I2

ZU Id) 000 ...... Th l 191


zu II I. ol'µot -rala~, ol'µot ')'E, xtfr' oiµot
µala. . . . . . ..... P 280.

c) Er setzt sie mehrfach:


, ' , , , ' , , , ' , ,
ZU I b) tOV tOV, tOV tOV, tOV tOV • • • • •
AV I I 70
zu I c) v {; .......... sechsmal PI 895
zu I f) ala'i alai . . . . . . . . . Th 1042
ZU 1)g w Eta Eta eta eta eta eta .
'3"'5'" '3" '3' '5' '3" '3'
. p 51 8

zu Il 2. µv µv . . . . . . . . secbsmal E IO.

d) Er koppelt Interjektionen gleicher oder ähnlicher Funktion:


zu Ib) lat Evai. . Ec II8o
l~ lEv .. . . V 1335
zu I d) c1 cpEvcpEv. Av 1724
zu I g) c1 Eta . . . p 459, 46 I, 468, 486, 488,
495, 5 I 7 2 ; L I 304

zu II I. alalat lh :nat~W'V . . . L 1291

lana-rata~ 1:W'V xaxwv, lanawi E I


zu II 2. cpEvlov ........ . Th 245
cpEvwv xa:nvov, ßaßmM . . L 3 I2
ßaßat, ßaßmM . . . . . • P 248.

e) Er wiederholt ein solches Paar:


zu II 1. a:n:na:nai cpEv,&:n:na:na'icpEv. V 309
c1 tla, c1 da ........... P 463.

f) Er fügt zwei Paare von Interjektionen gleicher oder ähnlicher


Funktion zusarilmen:
, ~ cVOl,
zu I h) cVOt , - , ' , ,
cVat cVat . • . . . . .
L I 294.

Dieser Fülle und Mannigfaltigkeit von Interjektionen bei


Aristophanes steht eine geringe Anzahl von Ausrufpartikeln
bei Menander gegenüber.
13

Zu I d) } Alle Menandrischen Interjektionen sind im folgenden


zu I f) eingehend behandelt zusammen mit den gleichen bei
zu II 1. Aristop hanes.

Erscheinungen wie Gemination oder Verkoppelung ähnlicher


Bildungen finden sich bei ihm nicht.

Etwas näher eing·egangen sei auf die bei beiden Dichtern ·


vorkommenden Interjektionen:

1. w. Abs o 1u t steht diese Interjektion bei beiden Dichtern


sehr selten:
A: N 1378 .... , w,
·d a'slnw;
Ec 970
M: E 644 -rl~ lm:' o UO:n'CWY
'C'YJY
{}veaY; w,.2.µtuelvr;~
o xa2sn6~.
In Verbindung mit Kasus:
Mit dem Nominativ steht sie bei Aristophanes häufig in
An- und Ausrufen:
z. B. A 2 7 Jj n62t~ n62t~.

Bei Menander einige Male:


fr. 216 K = H fr. 7 J Jj c5vm:vxfJ~,
d µ'Y)ßa~ici
M 16; fr. 341 K = 137 K; fr. 404,626, 74K.
'öQ in Verbindung mit einem Nominativ als Ausruf der
r. Person oder in Verbindung mit einem Genetiv siehe
drittes Kapitel.
Mit dem Dativ oder Akkusativ kommt sie nur bei Ari-
stophanes vor:
wµot N 925 (zweimal), 1462; Th 222

oirco~ Jj a8 1:01, Av 2 74.

Mit dem Vokativ steht sie bei beiden am häufigsten 1•

A: A r r Jj Beoyvt u-r2
M: H 6 iJJnOYfJ(!Sav ud.
1
Für Aristophanes siehe Näheres bei: Thilde Wendel, "Die Gesprächsanrede
im griechischen Epos und Drama der Blütezeit", Dissertation Stuttgart I 929 =
Tübinger Beiträge zur Altertumswissenschaft, Heft 6.
Beim Imperativ steht sie bei Aristophanes öfters:
vor dem Imperativ: A 872; E 1254; P 523, 1355;
Av 1586; L 853, 1097; R 269. Mit Aus-
nahme der Stelle in den R (w .navs) ist
der Imperativ, zu dem w tritt, stets ein
Gruß (w x,aies bzw. w xafesu);
nach dem Imperativ: L 350.
Bei Menander steht sie nur einmal beim Imperativ, und
zwar vor ihm:

Bei Aristophanes findet sie sich außerdem noch bei Ad-


verbien, in denen eine prohibitive Funktion enthalten ist:
A 334 µrJ~aµfhf;, wµ17baµiöf;
L I 269.
Sie steht bei Beschwörungsformeln :
V 484 w .?l(!Of;TW'JJ {}e(hy

L 857; PI 458, 1176


Th I O I 9 w.?l(!Of;
Al<5ov~
und bei Beteuerungsformeln:
L 836 w Y'YJAfa
Ec r 60 w vr;r.oy ".A.n6.il.ilw.
'>/J in Verbindung mit einem Ausrufsatz siehe viertes
Kapitel 2 b.

2. al: A: PI 706
M: E 251

Al' ist zu übersetzen: ,,0 weh!". Bei Aristophanes und in


den „Epitrepontes'' Menanders ist es an eine zweite Person
gerichtet. al' mit dem Nominativ als Ausruf der erstkn Person
siehe unten Kapitel 3; 4. Öfters als einfaches al' steht bei
Aristophanes geminiertes (siehe oben Kapitel r, 2. Katalog) alai,.

3. alßoi. Die Stellen bei Aristophanes sind Seite 9 aufgeführt.


M: P* 205 (coni. Sudhaus).
alßoi, das sich, wie aus obiger Tabelle (Seite 9) ersichtlich
ist, bei Aristophanes oft findet, kommt im ganzen Menander
15

vielleicht nur einmal vor. P 205 ist nämlich eine zweifelhafte


Stelle, wo Sudhaus und Jensen voneinander Verschiedenes
gelesen haben. Sudhaus las nach exop,sv .• (coni. Körte) t-ot
und vor t Spuren von einem a und nach t Spuren von einem ß
(in seinen „ Menanderstudien" sagt er [S. 88 f.]: ,,alßo'i trat am
Papyrus nicht so klar hervor, wie es nach der Photographie
zu erwarten war; von f\ sieht man die Spitze, B zeigt die
Photographie fast deutlicher als der hier sehr dunkle und
wenig saubere Papyrus"). Daher konjizierte Sudhaus: alßoi.
Das hat J ensen in seinen Text aufgenommen, der bei der
zweiten Durchsicht des Papyrus allerdings [!)] 1C::.O I las. Man
kann wohl ohne Bedenken dieser Konjektur zustimmen. Die
im Papyrus erhaltenen Spuren deuten auf sie, hin. Außerdem
paßt sie gut in den Zusammenhang.

A: E 2 6 ; P 3 2 7 ; R 1 390; PI 7 5
M: E 174; S 90, 98; fr. 377 K.
A: Pl 75: Chremylos und sein Sklave haben auf ihrer Rück-
kehr vom delphischen Orakel den Gott des Reichtums, der
blind ist, getroffen. Da er ihnen nicht sagen will, wer er sei,
kriegen sie ihn zu packen. Dieser, nicht eher bereit zu reden,
als bis sie ihn losgelassen haben, fordert sie dazu auf mit
den Worten:
,,µf{}ca{H vvv µm newr:ov ".

Hierauf Chremylos:

Chremylos stimmt also hier durch die Interjektion ~Y dem


Befehl des Plutos zu; beide Parteien werden sich einig. "Hv
hat hier zustimmenden Charakter.
Ähnlich sind zwei andere Stellen, P 32 7 und R 1390, wo
sich an ijv lCJovanschließt.
E 26: Zwei Sklaven des Herrn Demos beklagen sich darüber,
daß es ihnen sehr schlecht gehe, seitdem ihr Herr einen
neuen Sklaven, einen Paphlagonier, habe. Sie beschließen,
auszureißen. In humorvoller \Veise spricht nun der zweite
Sklave dem ersten µoÄwµsv und avio vor. Der erste spricht

1 Diese Interjektion hat Schinck, a. a. 0., überhaupt nicht behandelt.


es nach, bis er afnoµolwµsv fertig hat. Hierauf der zweite:
,,rf11, ovx ~~v ;"
Es ist schwer zu entscheiden, ob hier rjv mehr den Charakter
eines Anrufes oder eines Ausrufes hat. Mir scheint die Deutung
als Anruf näher zu liegen. Zu paraphrasieren wäre etwa:
Nun, sieh mal an, ist das nicht fein? (sc. daß Du das so schön
sagen kannst). Allerdings möchte ich die Erklärung als Aus-
ruf nicht leugnen. Zu erklären wäre etwa so: Freudig über-
rascht darüber, daß der erste Sklave das ainoµolwp,cY so fein
sagen kann, ruft der zweite aus: ijv, ovx 17i,v; Nun sieh mal
einer an, ist das nicht fein? (sc. daß das mit dem avwµolmµsv
so fein klappt, und mein Mitsklave das so fein sagen kann).
Mir scheint, wie gesagt, die Auslegung als Anruf näher zu
liegen, da rjYauch an den anderen Stellen diesen Charakter trägt.
Bei Menander hat rjv in den E (174) und an der ersten
Stelle der S (90) ähnlichen Charakter wie bei Aristophanes.
In den E übergibt Syriskos dem Onesimos auf seine Bitten
hin den Ring mit den Worten: rjY! da! (Nimm ihn zwar; er
fragt aber sofort: Wer aber bist Du?)
S 90 heifü Demeas den Parmenon:

Dieser führt den Befehl aus und sagt dazu: r5v.


Im fr. 3 77 K liegt der Fall ähnlich. Es tritt wie an den
Stellen P 32 7 und Pl 75 bei Aristophanes der Imperativ aus
der Rede des Sprechers, geändert in die Form einer Aus-
sage, hinzu.
Schwer zu deuten ist die Stelle S 98. Demeas fordert
Pannenon auf oinor;, ßUns Mü(/. II. löo[~
(,,sieh her!" ich führe Deinen Befehl aus)
A. Uye,
ro naiöfov -c{vor;wnv; II. rjv. .d. ro nadj{oy
-dvor;lm:', lewrw. II. Xevmöor;.

Ich glaube so erklären zu müssen: Nach ijv (,,sieh her!"; ich


bin bereit, Dir den Namen zu sagen) tritt eine längere Pause
ein, die Demeas, der die Antwort kaum erwarten kann, un-
geduldig unterbricht, indem er seine Frage eindringlicher
wiederholt, worauf er die Antwort: Xevadfor;erhält. Mit anderen
17
Worten: Mir erschiene Jjy hier besser am Platze, wenn sofort
die Antwort Xevaibof; folgte.
5. oiµot. Fälle, wo diese Interjektion absolut vorkommt oder
nur inhaltlich in Beziehung steht zum Folgenden, nicht aber
formal-grammatisch (siehe drittes und viertes Kapitel), sind bei
Aristophanes häufig. Sie machen nahezu ein Viertel der
Gesamtsumme von Beispielen mit oiµoi aus.
a) Die Interjektion steht absolut
V 137; Th 754; R 657; Pl 935.
b) Die Interjektion steht in innerer Beziehung zu einem
folgenden
Frag·esatz: 19 Beispiele, z.B. E 97 u·d,
Aussagesatz: 9 Beispiele, z. B. E 340 u-r.l
Verbot: Av 145,
zu einer folgenden
Befürchtung: N 256.

Zweites Kapitel.

A: a) Bei Aristophanes kommen folgende Gottheiten m


1
sekundären Interjektionen vor :

Zsvf; . . . 19 Beispiele, z.B. E II88


e Heax.lrj~ 1 7 Beispiele, z.B. A 94
IloasdJciw 1 r Beispiele, z.B. E 144
{h,oi ... 9 Beispiele, z.B. A 1058
'A:n:6.llwv 6 Beispiele, z.B. E 1272
lfrJµ~r.rye . Pl 555, 87 2
At6vvao~ . p 267, 442

,AnawJ.17. . N II 50
I'svs-cvÄÄt/Jcf;
. Tb I 30
I'ij ......... N 364
1
Sie sind ihrer Häufigkeit nach geordnet; es sind nur die Stellen aufgeführt,
an denen die Gottheit nicht direkt angeredet wird; die mit substantivischem
oder adjektivischem Attribut versehenen Götternamen sind in dem folgenden
Katalog (a) inbegriffen.
Dittmar. 2
r8

Awax6gw . ... . Ec ro69


{}uh ..•.... Th 594
A~µ'Y)rgoc;u6erJ R 337
Kcßelwv .• Av 553
Kogvßavuc;. Ec 1069
Mo"i(!at . . Th 700
Moeµcv. E 693
ll6J.2ac; .• Ec 476
Ilavsc; . . Ec 1069
IIoecpvetwv . Av 553.
b) Oft fügt Aristo p h an es Attribute hinzu:
Teils Substantiva:
äva; (meist mit Krasis: clwa;) ro Beispiele; z.B. A 94
ßaat2svc; . . . . . . . . . . . . . . 6 Beispiele; z. B. N 2
CJcan6rrJc;............. L 940.
Teils Adjektiva:
no2vr:lµ'Y)wc;. . , ........ A 807; E 1390; Av 667;
Th 594; fr. 319 K
anorg6nmoc; 1 V 161; Av 6r; Pl 359,854
n6wwc; . Th 130, 700; Ec 476
<p[}.oc;....
E 1272; Pl 734, 854
<plkr:m:oc; • . , Ec 378
Xc(!avvoß(!6YT'f}c; · p 376
oµ6yvwc; . .... . R 750
naµßaaauoc; N I 150
navuc; ....
· L 777
nf2caßvuu6c;. Pl 1050
X(!VCJOVc; . . . R 483.
Zwei Epitheta ornantia:
n6wwc; noÄvdµrJroc; • . · R 337.
c) Außerdem finden sich zwei Stellen, wo nur das adjektivische
Epitheton ornans des Gottes gesetzt ist:
anor(!6nawc; 2 • • E 1 3o 7
a2s;luauoc;3 •••••.••••• N I 3 72.
1
Nur bei Apollo.
2
Beiwort Apolls.
3
Beiwort Herakles'.
19

d) Öfters verbindet er eine Gottheit (bzw. Gottheiten) mit {}eo{:

dJZsv (n6:rn(!) xat ßw{ . . . . . . . A 225; Pl


. ..... 1, 898
ä-vaf 'Anollo-v uat ßw{ . . . . . . . . PI 438
'Ano.Uo-v anOT(!Onatc uat ßcot cp{lot PI 854
dj n6wta llallaq xat ßcoi . . . . . Ec 476
dJIIonon6astbo-v xat ßwt n(!wßvuxo{ Pl 1050
dJ <J>o'iß'
'Anollo-v xat f}cot xat CJa{µo-vcqxa'i Zcv PI 8 1.

e) Außerdem finden sich bei Aristophanes drei Stellen, wo


sekundäre Interjektionen nicht aus Götternamen bestehen:
A 64 ©xßarn-va
E273; Av553.

M: a) Bei Menander sind die Gottheiten, die in sekundären


Interjektionen vorkommen, folgende 1 :
7IeaxÄijq . II Beispiele, z.B. H 41
ßw{. . . . . 7 Beispiele, z.B. E 272
Zsvq . . . . 5 Beispiele, z.B. P 313
".An6llaw . 4 Beispiele, z.B. P 440
II oa ctCJÖJ-v p 268.

b) Als adjektivische Attribute kommen vor:


noÄmtµ'Yjwq p 313; F 56; fr. 109, I K
cpiloq . D 28.
c) In Verbindung mit ßw{ finden wir bei Menander folgende
Got th eiten: 'Anollo-v xat ßw{ E 179
ll6ast()o-v uat ßw{ Fl 81
w-; P~
1
f ' 'U'cOt
'Y/ xm _Q ,
• • • P 448*.
Demeter und Dionysos, die bei Aristophanes je zweimal in
sekundären Interjektionen vorkommen, finden wir bei Menander
nicht. Niedere Gottheiten, von denen sich bei Aristophanes eine
ganze Reihe (9) in sekundären Interjektionen findet, gibt es bei
Menander nicht.
Substantivische Attribute zu den Gottheiten fehlen bei Me-
nander gänzlich. Die Zahl der adjektivischen Epitheta beschränkt
sich auf zwei (Aristophanes 10); sie kommen nicht eben häufig vor.

1
Sie sind ebenfalls ihrer Häufigkeit nach geordnet.
20

Sekundäre Interjektionen, die nicht aus Götternamen bestehen,


hat Menander nicht.
Im Anschluß hieran möchte ich auf die sogenannten „inter-
jektionalisierten Imperative" hinw~isen, zu denen die Interjektion
da hinüberleitet. Auch sie tragen dazu bei, die Sprache affektvoll
zu gestalten.
Es finden sich bei Aristophanes folgende Imperative:
I. (aye ofJ, aye YVY,ay' ela YVY, cUl' aye) 1• Insgesamt
&711;; 58 Beispiele.
Es steht abundant:
a) vor Aufforderungen:
Imperativ: 33 Beispiele,
z. B. A 98 äye ofJ av, ßaatAeV~ä:1:1:aa' anineµ'tf]eY€pQ(J.<JOY
ib 1Ft:voaer6.ßa.xd.
li~on' ~A{}'Y/vaiotatv,
Adhortativ: 4 Beispiele,
z. B. V 1264 äye vvv 'iwµev. xi-2.
Önw~ + ind. fut.: 7 Beispiele,
z. B. A 253 äy', cJ {}vyaree, Önw~ 1:0uaYOVVxaJ.~ xaMk
Ot<Jel~.
ß) vor Fragesätzen: 14 Beispiele,
z. B. E 482 aye ofJ <JV1:lYavovv n1:tvayvchµnv sxet~;
2. lXe (sxs vvv).
vor Imperativen: 4 Beispiele,
z. B. V r r 35 sx' ayaßalov 1:'r)Y()t
laßchY.
3. Wt (Nh ofJ, 't'{}t YvY, &ll' l:{}t).
vor Imperativen: nahezu 50 Beispiele,
z. B. E I O 5 t'{h VVYaxeawv iyxava~oy µot :7WAVV
anovofJy.
4. ((JSQS{cpEQS YVV, ((Jß(!eyae [nur N 903]).
ofJ, ((JSQe
a) Hauptsächlich in der Bedeutung: ,,gestatte, daß ich .... ",
,,laß mich .... ", vor der ersten Person Konj. Aor.
So besonders:
1
((J8Q t'ow2 ; 2 I Beispiele,
z.B. A 4.
1
P 469: &U' &yeu vor Imperativ;
Ec 82: a).),' äyeu vor Önwq + Indikativ Futuri.
2
V I 8 3 rps(/ tdwµat.
21

Außerdem noch 27 Beispiele, in denen <psee vor anderen


Verben steht,
z.B. V 148.
Fünfmal steht es in dieser Bedeutung vor einer ersten
Person Konj. Praes.,
z.B. V 906.
Vor erster Person Konj. Aor. +
Praes. einmal:
V 1497.
ß) Abundant vor Fragesätzen: 27 Beispiele,
z.B. A 541.
y) Selten vor Imperativen:
N 1088: R 1417; Ec 710.
5. löov, ist unten besonders behandelt.

Menander hat nur folgende interjektionalisierte Imperative:


1. <pseeD 2 7.

2. löov S* 97, 174; F 16.


Ein Wort noch zu ltJov. Überblicken wir bei Aristophanes
die zahlreichen Stellen, an denen löov vorkommt, so können wir
folgende zwei Bedeutungsnuancen konstatieren:
Ia. Es soll die Aufmerksamkeit eines Zweiten erweckt werden,
da er einen Befehl ausführen soll:
Absolut . . . . . . A 4 jO ll,ov <JOl,
E 1166; V 851; L 909.
Beim Imperativ .. A 366 Wov {}eäa{h,
E 7 24, 909, 997; L 920.
Ib. Man will die einen Befehl erteilende Person darauf auf-
merksam machen, daß man ihren Befehl ausführt:
z.B. A 582
cUl..'a:vußo2w a', ansveyxs
µov 7:~V µoeµ6va.
AAM. lbov.
Auf~erdem noch 22 Beispiele.
II, Spöttische Wiederholung eines Teiles aus der Rede des Mit-
unterredners: z. B. E 85 f
JH. µa Jt' ä.ill'äxea-rovolvov äym<J>ov
l>alµovoc;.
t<JW<;yaeäv X(!rJOTOV Tl ßovlwaalµe{}a.
NI. lc,ov y' äueawv.
Außerdem noch 12 Beispiele.
22

Die Stellen bei Menander


S 97 J. O'ÜW~,ßlbu IJsvr/, II. ldov
und S 174 a.U'l/Jov
sl<Jl:exoµ'~r'Jr;
(der Befehl ist in der vorangehenden Drohung xm:Mw 1:nv
ui<paÄ~v aov verkappt. Demeas hofft, mit dieser Drohung
den Koch verjagen zu können. Dieser zieht es - nach
einer humoristischen Bemerkung denn auch vor, weg-
und hineinzugehen, worauf er Demeas mit den Worten:
d).l' l/5ov, clatexoµ' ~dr; aufmerksam macht)
gehören in die Kategorie Ib. Alle anderen Bedeutungsnuancen
fehlen bei Menander.
Nicht einzuordnen in dieses Schema ist bei Menander F 16.
Hier steht Mov in der Erzählung der deutlicheren Hervorhebung
des Verbums des Nachsatzes wegen. Eine Verwandtschaft mit
I a ist deutlich zu erkennen.
m~o'BJIE(!atVcV ovM SY
avup naealfovvat 1:0Yyaµov nd{}wy, l d O V
l;cieyaam:o.

Drittes Kapitel.

I. Im Nominativ:
a) Ohne Interjektion:
A : uauooalµwv eych1 A ro94; N 698* 2 ; V 1166; Th 229,
604, 650*
.... A n91 (mit Angabe des Grundes
im gen.: A 1210)
1:alatv' lych ..•.... L 7 35, 944; Th 559, 690 (mit
Angabe des Grundes im gen.:
Pl 1044)
1:aÄatva.......... (mit Angabe des Grundes im
gen.: L 735)
awyseo~ eych A 1208
µoyseo~ lych A 1209.

1
Stets am Versende.
An den mit * bezeichneten Stellen schließt sich an den Ausruf im Nomi-
2

nativ ein Ausrufsatz an; siehe daher auch Kapitel IV.


23

M: -ralaw' eydJ . ....... G 49 (mit Angabe des Grundes


im gen.: P 380; S 183).

b) In Verbindung mit einer primären Interjektion:


1. oiµot.
A: oiµot nUa~ A 163, 174 *, 1018; E 858, 887*,
1200; N 23, 742, 1504; P 79,
257,280; Av 62, 1260, 1464, 1466,
1494, 1646*; L 382; Th 241,625;
R 307 *, 926; Pl l 69, 880, 930,
1125; fr. 462 K (mit Angabe des
Grundes im gen.: A 210)
oiµot 'JW%oCJa[µwv.. A 105*, 473 *, 1081; E 234, 752*,
1206, l 243; N 504; V 207, 1417;
Av 86, 1019, 1052; L 449, 845*:
Th 232, 237, 1004; R 33, r96;
Ec 323, 1093; Pl 850* (mit An-
gabe des Grundes im gen.: A 1036;
N 1324; fr. 324 K.)
oiµot /jdJ.aw~ . .... E 139; N 1473; V 40, 165, 202,
II 50*; P 233; Av 990; Ec 391,
105 I.
M: oiµot -raJ.a~. . . . E 376*, 549*; S 253
oiµot -raÄa~sywyc fr. 567 K.
2. dJ.
A: iJJ%m:aeaw~ eyw . Th 1048
dJ-rala~ eydJ . . Th 1038
dJ-raJ.aw'lydJ . . Th 695
dJ-rÄ~µw1,lydJ . . Pl 7 7 7 *
dJT(!W%a%oCJa[µwv . . Th 2 09 *; Ec 1098
w naµn6Y'Y)(!O~. . R g 2 1 *.
M: iJJ-raÄaiv' lydJ. . . . S 30, 2 2 3 (mit Angabe des
Grundes im gen.: S 45)
E 393.
3. alßoi.
A: alßo"i uHa~ ...... E 957; P 544,
M: Fehlt bei Menander.
4. ar.
A: kommt bei Aristopbanes nicht vor mit einem Nominativ.
M: ai TaÄac; .•....... M IO.
Während wir bei Menander nur drei Ausrufe im Nominativ
ohne Interjektion finden, hat Aristophanes das Fünffache davon
an Beispielen.
Bei Menander gibt es entsprechend der geringen Anzahl von
Interjektionen wenig· Ausrufe im Nominativ mit vorausgehender
Interjektion. Während wir bei Aristophanes nahezu 70 Beispiele
finden, wo ofµot in Verbindung mit einem Nominativ als Ausruf
steht, hat Menander nur vier Beispiele. Für iJJ Nominativ +
finden wir bei Aristophanes acht Beispiele, bei Menander die
Hälfte. Festzuhalten ist, daß bei Aristophanes a't in Verbindung
mit einem Nominativ nicht vorkommt; bei Menander gibt es
ein Beispiel.
Bei beiden Dichtern steht das Feminium nilawa niemals mit
ofµot, sondern entweder mit iJJ oder ohne Interjektion.
Das Masculinum nilac; hat Aristophanes sowohl ohne Inter-
jektion als auch in Verbindung mit ol'µot oder iJJ oder alßo"i.
Menander verbindet das Masculinum Talac; nur mit otµot oder iJJ.
Das Adjektivum xaxo/ja[µwv, das bei Aristophanes sowohl ohne
Interjektion als auch in Verbindung mit otµot als Ausruf vor-
kommt, fehlt bei Menander; ebenso das bei Aristophanes in
Verbindung mit otµot vorkommende Adjektivum /jdlmoc;.
2. Im Genetiv:
a) Ohne Interjektion:
A: z. B. A 87 ·d!Jv äla<:ovwµa-rwv
N 8 r 8 ; Ec 7 8 7.
M: z. B. E r 54 (l()lX,OV neayµm:oc;
667.
b) In Verbindung mit einer primären Interjektion:
A: z. B. A 1 r 9 8 an:arni arcarn"i TWY un9,f,wy
lanata; . . E I
!)
lOV tOV ' !)
A v 305
'
(zweimal);
L 295, 305
:)
lW lW.
' !)
. A 1205
,

o'tµot . N 1476; Pl 389, 1126,


1128, 1132; fr.23,24D
<pcvlov ....•• Th 245
<:pcv
- ßaßat6.; . L 312
ib <pcv<pcv . • . . . Av 1724
w,uot ....... . N 925 (zweimal).
M: z. B. p I 70 6J-iijq nt'X(JUqem<J17µfoq
F 23.
c) In Verbindung mit einer sekundären Interjektion:
A: z. B. L 967 JJ Zcv, <5ct'VWY O.,YTWJ"f,aaµwv
JJ Zcv ßaat2cv . .... N r 53: Av 223
·~no}J,oy anOT(201latB . V 161 ; A v 6 1
Jwa~ "Ano22ov . . . P 2 38
6JIl6actöov . . E 1 44 ; A v 1 r 3 I
JJ Tij . . . . . . N 364
µoeµcb ......... E 693.
M: z. B. E 1 79 •~no22ov uat {hol, öctvov -xa-xov
CHe6.xJ..w;. . . . . . . p I 9 2
ib {hol . . . . . . . . P .177
ib :no2v-iiµ17wt{Jwi . . F 5 6
Il6actöov xa2 {hol . . Fl 8 1.
d) In Verbindung mit einer primären und einer sekundären
Interjektion:
A: z. B. A 64 ßaßmM, ihußcfrava, wv avf;µawq
Av 295.
M: Bei Menander kein Beispiel.
Wir sehen also hier, daß bei Menander entsprechend der
geringen Anzahl von Interjektionen Ausrufe im Genetiv mit
vorausgehender primärer Interjektion selten sind. Relativ häufig
sind bei ihm die Stellen, an denen einem genetivischen Ausruf
eine sekundäre Interjektion vorangeht. Bei beiden Dichtern
sind Ausrufe im Genetiv ohne Interjektion selten.

Viertes Kapitel.
I\usrufsätze„
In diesem Kapitel sollen die Ausrufsätze, die mit den Partikeln
wq 1 oder oloq oder öaoq beginnen, behandelt werden, sei es nun, daIS
1 Vergleiche hierzu Schinck, "de wqparticulae usu Aristophaneo", siehe
Literaturverzeichnis Seite 94.
sie ohne Zusatz stehen (a), sei es, daß sie mit einer prünären (b),
oder sei es, daß sie mit einer sekundären Interjektion (c) ver-
bunden werden.
r. cvc;.
a) Ohne Zusatz: Ausrufe in dieser Form sind bei beiden
Komikern häufig.
A: Nahezu IOO Beispiele, z.B. A 7 w.v{}'cvc;lya11w19'rrv.
M: 27 Beispiele ...... z.B. H 76 wc;
OlXTQOY, 17...•

Eine Verstärkung- dieser Partikel durch äea, wie sie Aristo-


phanes an den Stellen A 990; E 1170; N 1476; V 821; P 819;
Av 338; Th 702; Ec 764; PI 778; fr. 150, 1 K anwendet,
kennt Menander nicht.
b) In Verbindung mit einer primären Interjektion:
A: Bei Aristophanes finden wir wc; in Verbindung mit
folg-enden primären Interjektionen.
alßoi ..... Av brn
ßaßa't ßaßaui~ P 248
lov lov N II70
o'/µot . . . . . A 590, 111 7; E 998;
N 773, 1238; V 1449;
p 173, 425, 12 IO,
1255; Av 1501;
L 462; Th 920,
1185, 1212; PI 899
ö o ö, nana:rmnai . . . . . . . . Th 1191
ffJcV • • • • . • . • • . . • • • . • R 141; Pl 362.
M: Bei Men an der findet sich ein einziges Beispiel, wo
einem Ausrufsatz, eingeleitet d ur?h wc;,
eine Interjektion
vorangeht.
P 406 / 7 ot'µot, [cp{}ovh/''Eewc;,
wc;u[a]rd xe6.wc; µ' ct'Ä1Jcpac;.
c) In Verbindung· mit einer sekundären Interjektion:
A: JJ {}so[ ... . . A rn58
wZcv . ..... . . E II88
w Zcv ßamÄsv . . Pl ro95
w Zsv nolvdµ'Yju E I 390; Av 667
w Zm xat {)wt . . Pi I
w L16.µme(J................ Pl 555, 87 2
2'"'
I

iJJIl6astÖov . . . . . . . . . . . . . . P 564
clwa~ CSeauJ.cti;. . . . . . . . . . . . L 296
dJ:n6-rvw:nok1.rdµrrre ,d~µrp:eoc;XO(!'Y} R 337
dJ :llOTYtat I'svnvlltbsc; . . . . Th 130
iJJKsßeiova xai IIoecpvg[wv . . . . Av 553.
M: Bei Menander finden wir nur ein Beispiel:
ehZsv noJ..vriµ'Y]{}',
ehe;xaJ.aivwv af yvvo.i fr. 848 K.
Bei Menander ist das Vorkommen von Ausrufsätzen mit wc;.
ohne Interjektion relativ häufig; bei Aristophanes finden wir
nur nahezu das Vierfache davon an Beispielen, d. h. ver-
hältnismäßig ebenso viele wie bei Menander. Eine Eigen-
tümlichkeit in der Sprache des Aristophanes ist es, die
Partikel bisweilen durch äea zu verstärken (zehn Stellen).
Während wir bei Menander nur zwei Stellen lesen, an denen
ein cbc;-Ausrufsatz mit einer primären bzw. sekundären
Interjektion verbunden ist, bat Aristophanes eine ganze
Reihe Beispiele dieser Art aufzuweisen (35).
2. oloc;.
a) 0 hne Zusatz:
A: 28 Beispiele, z.B. A 321 oloc; aiJ µOi.ac;uc; vµ'iv {}vµaÄW'ljJ
brB;satv.
M: r 7 Beispiele, z. B. H 70 ola yd(! J..i:ystc;.
Den adverbialen Gebrauch des Neutrums, wie wir ihn
bei Aristophanes an den Stellen:
A 44 7 siJ y' olov r;br; i}r;µar{wv eµniµnlapm
E 367; V 901, 1329; P 33,465; Av 224; Th 704, II33;
R92r,fr. 319 K
finden, kennt Menander nicht.
b) In Verbindung mit einer primären Interjektion:
A: alai . . . . . A rn83 alai
OlO.V OX~(JV~ Cl.')'')'c2iav
1J')'')'SlÄi /Wl,
lanna:nma~ • Th 9 4 5
w w. . . . . P 693.
M: Hierfür findet sich bei Menander kein Beispiel.
Ebenso fehlt bei ihm Folgendes: Es geht ein Ausruf der
ersten Person im Nominativ, meist eingeleitet durch eine
Interjektion, voran:
28

z. B. N 698 xauoöa[µmv lych,


wk u6esatv CJcham1:~µseov
ot'av <5b-crJY
ol'µot 1:alar:;,olor:;.... E 88 7; Av 1 646
otµot uauoöaiµmv, olor:;L 845.
c) In Verbindung· mit einer sekundären Interjektion:
A: z.B. E 273 w n6Atr:;uat Öf;,u', vq/ Ol{J)Y {Jr1etmv yamei?;oµat
w Zsv ßa<JtAEV. . V 6 2 4
c3 Ztv nolvdµriu fr. 319 K
M: fr. 35 I K c3Zsv 7WAVTtµri{)',olov l:ar' Elnk :xa:xov.
d) In Verbindung mit einer primären und einer sekundären
Interjektion:
A: A 806 ßaßa[,
olov eo{)ta?;ova', (b noJ..vr[µrr{}'YeauAEtr:;.
Menander hat zwar relativ viel Beispiele für Sätze ohne
Interjektion, aber nur eines, wo der Ausrufsatz in Ver-
bindung mit einer Interjektion steht. Aristophanes hat
allein nahezu 30 Beispiele ohne Interjektion und außerdem
12 Stellen, wo dem Ausruf eine Interjektion vorangeht.
3. Öaor:;.
a) Ohne Zusatz:
A: A 1 Öaa ö~ cW3r;yµat7:rJY lµavwv uaeötav,
E 612, 859, 1219, 1336; V 893; P 239, 716, 876, n98;
Av 670; L 200; R 1278; Pl 748.
M: Pn 8 neoaeev,,rm
o llvggiar:; Öaov ys <pO(!TtOV<pÜJWV
fr. 780 K.
b) In Verbindung mit einer primären. Interjektion:
A: lov lov V 931 lov lov,

p 1192
oiµot E 12 I 8.
Es geht ein nominativischer Ausruf der ersten Person,
eingeleitet durch eine Interjektion, voran:
A 174 oYµot 1:alar:;,µvnmrov öaov i'mch/4eaa.
c) In Verbindung mit einer sekundären Interjektion:
R 1278 (b Zcv ßaatAEV
PI 1050 cJ Ilovwn6attbov xat {)w}, necaßvnuot.
29
d) In Verbindung mit einer primären und sekundären Inter-
jektion: N I ,Iov lov
a3 Zsv ßaatlev, 1:0 xeifµa UtJV vvxww Öaov
anieavwv.
Bei Menander lassen sich weder für 3 b) noch für 3 c) noch
für 3 d) Beispiele finden.
Wie aus dem Material zu ersehen ist, hat Aristophanes r 5 durch
eine Form von öao;; eingeleitete Ausrufsätze ohne Interjektion,
Menander nur zwei. Bei diesem fehlen gänzlich Stellen, an denen
sich ein durch eine Form von Öao;; eingeleiteter Ausruf in Ver-
bindung mit einer primären oder sekundären Interjektion oder
in Verbindung mit beiden findet. Aristophanes hat hierfür ins-
gesamt sieben Beispiele.

fünftes Kapitel.

Zu den Eigenheiten einer affektischen Sprache gehören auch


die rhetorischen Fragen. In dieser Form können Aussagen oder
Aufforderungen oder Verbote oder Wünsche geäuf3ert werden.
Es kommt darin der Wille des Sprechers dem Partner gegen-
über zum Ausdruck: Er zwingt diesen, zu seiner an ihn gerichteten
rhetorischen Frage Stellung zu nehmen.
Wir werden in diesem Kapitel Folgendes feststellen können:
Bei Aristophanes sind rhetorische Fragen sehr häufig; sie
treten in der mannigfaltigsten Form auf. Bei M e n an der da-
g·egen sind Typen und Beispiele der rhetorischen Frage gering
an Zahl. Also zeigt sich hier, daß Aristophanes' Sprache stark
affektbedingt, die Menanders dagegen ruhig ist.
Gegliedert habe ich dieses Kapitel in drei Teile:
I. Teil: Die rhetorische Frage ersetzt eme Aussage.
II. Teil: Die rhetorische Frage ersetzt eine Aufforderung (bzw.
ein Verbot).
III. Teil: Die rhetorische Frage ersetzt einen Wunsch.
In jedem dieser drei Teile werden zunächst die Wortfragen
und dann die Satzfragen behandelt. Im ersten Teil werden
außerdem noch die sogenannten Halbfragen besprochen. Am
Ende eines jeden Teiles wird das Fazit aus dem jeweils bei
beiden Dichtern vorhandenen Material gezogen. Was die verbal-
losen rhetorischen Fragen betrifft, so weise ich darauf hin, da11
sie im achten Kapitel noch einmal eingehend behandelt werden.

1. Teil.
Die rhetorische frage ersetzt eine Aussage.
1. Wortfragen,
a) eingeleitet durch eine Form von r:[~
a) ohne Verbum finitum:
A: A 736 r;[~ o'OVTW~ävov~,
ö~ {;µi xa neiaao;
Th 592
E (Anfang
1 264 eines verlorenen Pindarischen
Prosodion: fr. 89 Sehr.)
r;[ xa22wv aexoµivotat'V
17xar:anavo µivotatY
17{}oav tnnwy Üar:rfea~ as[<Jst'V;
N 1074; Ec 6m.
Beliebt sind bei Aristophanes folgende verballose
rhetorische Wortfragen mit r:[~:
I. -d o' ä22o y' ( SC. y[yvsr:at oder notw) rj 1

Sinn: ,,Nichts anderes geschieht, als daß ... "


,,Ich tue nichts anderes, als daß ich .. "
z. B. N I 287 r:[o'ä22o r' 17xmd µrjva xat xa{}' fJµieay
nliov n.ABOY ad y[yysr:at,
TU(!J'V(!lOY
vnoeeiono~ wv X(!OYOV ;
1447; 1495; P 103,922; Av 25; R 198; Ec 395,
77 l (-d yde ällo y'rj); PI II 72.
2. Tl öe <JOl TOVTO;
E II98; L 514 (rnvrn); Ec 520.
M: Bei Menander finden wir folgende hierhergehörige
verballose Frag·en:
1. Bei ihm findet sich einmal Ti yae ä22o; (und zwar
ohne Vergleichssatz) S r 93.
2. r;[ oi µot ... ; E 1 7; E 544.

1 Ohne Vergleichssatz: N 1088.


31

ß) m i t Verb u m f in i tu m :
Ind. (praes. oder fut. oder praet).
A: Tl<;;: A 8 6 uat Tl<;elös ndnwrn
ßov<; U(!tßavfra<;;
N 1052; V915; L259; R1477; Ec440,
932; PI 512, 523, 528
Tl<;ov;: Th 1048; Ec 120; Pl 786.
Tl;: N 1428; V 550; P rn27; L 431, rn76;
Th 498; Ec 607, 6rn: Pl 531
Tl ö'ov;: p 1028
Tl yd(! ov;: Th 389.

M: Tfr;;: E 2 85 Tl<;olöcY, sl uat WVWY EYBXV(!OY


J..aßwv
TOTS Tl<; nae' avwv TWY nae6vww
878(!0<;; anißaÄsv
669
Tl;: E 279 d yde for' l'Ji.svfHeac;
natö6i;, Tl WVWY J..av{}avsw Öü TO
Optativ mit äv. ysyov6i;;

A: Tl<;;: z. B. Av 370 Ttvai; uaalµdP äÄÄovi;TWY<>' fü,


lx{}Eovi;fo;
Ec 234, 1 I 31; PI 478, 498
Tl<;ovu;: p 1033; Av I 147; Pl 501.
d;: N 840, rn86, 1231: L 42; Ec 91,927;
(Tl d' ;) Pl 485, 535.
(Tl rae ;)
M: Bei Menander finden sich zwei Beispiele:
fr. 283 K = K fr. 3 J
d WV<;a.ÖtUY){}frc:ai;,
naTS(!, cpsv~ovµs{}a,
TtOtYäv ßory{H;amµsv Ö.ÄÄot<;
{!q_))lW<;;
fr. I 28, 6 K.

b) eingeleitet durch nwi;;


a) ohne Verbum finitum:
A: nw<;;: A 69 2 mvm nw<;slu6Ta, rse6vr' anoUaat
noAtOYävöea Tlc(!lUAB'tj)VO(!aY
;
N 1380; L 521
nw~ yae;: N l 183
32

:rdi>r;
ov;: N 39 3 rov /j' asea 'lOY()' on' anseavw-v, nwr; ovu
duor; µsya ßeo-vi-av;
nwr; yae ov;: R 739.

ß) mit Verbum finitum:


Indikativ:
nwr;; :A l 2 nwr; wvi-' E(Jf,l(Jßµov ()OUcl<; T~Y uae/)fay;
N 1283, 1368
nwr; ov ; : E I 72 nwr; OiJY ov µcy6.J.wr;f,V()atµovür;;
L 24; Ec 619, 640: Pl 566.
M: nwr;;: F 43 nwr; l)l xe~µ'Ja:yavaur[lf!'I!;
D 24; fr. 509, 3 K.
Optativ mit äv:
A: r4Beispiele; z.B. A 307 nwr;Jsy'fö,ualwr; Uyotr;äv, ... ;
nwr; ov;: R 1449.
M: Bei Menander findet sich kein Beispiel.

c) eingeleitet durch no ior; (ov);


A: z. B. R rn7 7 nolwv /Jeuauwv ovu a'ht6r;ear';
Pl 450, 786.
d) eingeleitet durch nov {ov);
z. B. Th 390 nov b' ovx1 dtaßeßlrpecv; (sc. ~µar;)
Pl 938.
M: Menander hat weder für c) noch für d) Beispiele.

2. Satzfragen:
a) Die rhetorische Frage ersetzt eine Verneinung:
a) ohne Verbum finiturn:
A: A 6 1 8 w ()'Yj,UOU(jai-Ea;
mvra Mji-'avaaxc1:6.;
(Sinn: Das ist nicht mehr zum Aushalten)
Av 1235; Th 563.
M: Kein Beispiel.
ß) m i t Verb um f i n i tu m :
Indikativ:
A: A 594 lyw yae clµt m:wx6r;;
L 489; R rn56; PI 898
M: E2 3 J.6yov bs bürm rnfö:a uat avµndacwr;;
E 690.
33

Ko n j un kti v (pr aes. oder praet.)1:


A: A 292 aov y'axovawµcv;
(Sinn: Wir denken nicht daran, Dich anzuhören)
L 530, 734; R 1134, 1229.
M : E 1 77 TO'V fJµiue6v aot f}(jj ;
Optativ mit av;
A: E 9 1 Ol'VOVyd(! BV(!Ol,;avn neaxU'XWU(!OY;
Av 1386.
M: Kein Beispiel.

b) Die rhetorische Frage, eingeleitet durch ov oder ovv


oder ov yae, ersetzt eine Bejahung-. Auch hier steht
den wenigen Beispielen bei Menander eine Überfülle von
Beispielen bei Aristophanes gegenüber.
a) ohne Verbum finitum:
A: A 125 'WVW Mjr' O'V'Xayxoy17;
(Sinn: Das ist zum Aufhängen).
Außerdem noch 16 Beispiele; beliebt ist ov <>Bwoy;
(<>uya),bisweilen mit folgendem Infinitiv.
M: E 2 4 ovx 47!DnJ1[2mov;
(fast ganz ergänzt von Jense n, aber sehr einleuchtend).
ß) m i t Verb um f in i tu m :
A: Dieser Typus ist bei Aristophanes sehr häufig.
Wir können folgende Variationen feststellen: Die
Frage wird eing·eleitet:
1. durch ov. Sie steht
a) ohne verstärkende Partikel:
22 Beispiele, z.B. A 41 ovx nr6ewov;
Ihr wird g-rößerer Nachdruck verliehen:
b) durch die Partikel yae,
r 3 Beispiele; z. B. A 5 76 xi-2,
c) durch die Partikel öijw,
5 Beispiele: A 1127; N 1299; V 417; Av 27; Th 705.
2. durch ovxt,
8 Beispiele; z. B. V r 3 76 xrl,
1
Vgl. hierzu: Anderson, A. R., ,,Repudiative Questions in Greek and
Latin"; näheres siehe Literaturverzeichnis, Seite 94.
Dittmar,
3
34

3. durch &e'ov.
Sie steht
a) ohne verstärkende Partikel,
4 Beispiele: V 575, 620; Av 722; PI 886.

Ihr wird größerer Nachdruck verliehen:


b) durch die Partikel oijrn,
2 Beispiele: E 322; L 54.
M: Bei M e n an der finden wir für diesen Typus vier
Stellen, eingeleitet durch ov.
E 643 naZosi;, ovx vµ'i11J..iyw;
P 249; S 263; M 19.
Stellen, wo der Frage durch eine Partikel größerer
Nachdruck verliehen wird, hat Menander nicht auf-
zuweisen.

c) Die rhetorische Frage wird eingeleitet durch


OVXOVY.
A: a) ohne Verbum finitum:
3 Beispiele: E 1381 OVXOVYxmaoauwÄtuoi; av TOV
ÄaÄrJTl'XOV
;
V 50; L 587.
Beliebt ist die verballose rhetorische Frage:
ovuov11otxa[wi;; N 692, 1377; P865; Pl u24
(Sinn: Mit vollem Recht!).

ß) mit Verbum finitum; bisweilen wird der Frage


durch die Partikel oijrn g:rößerer Nachdruck ver-
liehen (E 8ro, 878; V 1148; Av II77i Th 226).
Insgesamt 19 Beispiele:
z.B. E 8 I O ovuovv Ocl'JJOY
rnvr[ <JE UystY oij-c'hn' lµe .... ;
P 49 r ist es zweifelhaft, ob bei ovxovv ein Verbum
finitum gestanden hat oder nicht, da einige Worte
ausgefallen sind.

M: Bei Menander tritt uns nur ein Beispiel dieses Typus


entg·egen.
E2 I 5 OVXOVYa.n6lwlsv o-ürni;Oj,WÄuyovµfrwi;;
35

3. Halbfragen,
a) eingeleitet durch el-r:a (öijw), lnetra 1•

a1) elrn (lnma) +


ind. praes.
A: 5 Beispiele;
z. B. A 126 xänetr' lyw öijr' fy{}aöt <JT(!ayyevoµm; xrl
(Sinn: Ich sollte längst fort sein).
a 2 ) d1:' (öijrn) ov +
ind. praes.
z. B. V 44 1 slrn öijr' ov n6J.l' €Yf,CJUV OclY<lTip Y'YJ(!([,
xaxa;
L 608; R 2 l' 6 IO.
+
ß1) elm ind. fut.
'5' ' :, , ,
A 312 ea c')'Woov <pewoµm;
Th 637.
ß'JJ)elr' ov + ind. fut.
V 52.
y 1 ) elra+ ind. praet.
z.B. A. 562 el1:'d ölxata, WVT.OV elne'iv aifr' exeifv;
(Sinn: Er hätte es nicht sagen dürfen).
R935; Pl78.
+
y2 ) el1:'ov ind. praet.
z. B. R 950 elrn Öijw
ovx &no{}avliv ae rav-r' exeiJv wlµawra;
(Sinn: Du hättest sterben müssen).
Ec 529, 535; Pl 45.
M: Bei Menander finden sich für a 2 ) zwei Beispiele:
fr. 235 K eh' ov µiyi01:6i; lonv raw {}diw"Eewi;
xat nµufnm6i; ye 'UßY naYTWY nolv;
fr. 319, I K
für ß1 ) ein Beispiel:
E 251
und ebenso für y 2 ) ein Beispiel
H 7.
b) eingeleitet durch ov öfJnov 2 •
A: z. B. A l 22 OOlÖe ov ofJnov .Sre&:rwvi
-dr;n01:' lor[v;
E 900; Av 179, 269; R 526; Ec 327.
1
Vgl. Ludwig, ,,de enuntiatorum interr. ap. A. usu", Dissertation Königs-
berg 1882, S. 44f.
2
Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 5of.
1
c) eingeleitet durch ov u nov;
z. B. N 12 60 -de;ovwa[ nor' fo{}' 0 {}(!rJYWY; ovTl nov
TOJY Kaeu[yov uc; IJatµoywy lcp{}iyl;arn;
P 12n; Av442; L354; R522; Ec329,372.
M: Weder für b) noch für c) lassen sich bei Menander
Beispiele finden.

Überblicken wir zunächst vergleichend das bei beiden Dichtern


in diesem I. Teil auf dem Gebiete der Wortfrage vorhandene
Material, so treten folgende Unterschiede deutlich in Erscheinung:
Rhetorische Fragen, eingeleitet durch eine Form von -de;;,sei
es mit Indikativ oder Optativ, sind bei Aristophanes häufig
(ind.: 24; opt.: r6). Menander hat für den Indikativ drei und für
den Optativ nur zwei Beispiele.
Beispiele für rhetorische Fragen, eingeleitet durch nwc;;, ohne
Verbum finitum hat Aristophanes sechs, Menander keines. Die Zahl
der Stellen, an denen die durch nwc;; eingeleitete rhetorische Frage
mit dem Indikativ verbunden wird, beträgt bei Aristophanes acht,
bei Menander drei. Während Aristophanes' Stücke 14 Stellen auf-
weisen, an denen die durch .nwc;; eingeleitete rhetorische Frage mit
dem Optativ steht, finden wir bei Menander hierfür kein Beispiel.
Rhetorische Wortfragen, eingeleitet durch .noioc;; oder nov;
hat nur Aristophanes.
Was die Satzfragen in diesem Teil betrifft, so gestattet uns
das vorhandene Material folgende Feststellungen:
Satzfragen, die eine Verneinung ersetzen, ohne Verbum finitum
finden wir bei Aristophanes drei; bei Menander fehlen Beispiele.
Bei Aristophanes beträgt die Zahl der eine Verneinung ersetzenden
rhetorischen Satzfragen im Indikativ vier, b'ei Menander drei. Für
rhetorische Satzfragen im Konjunktiv hat Menander ein Beispiel
g·egenüber fünf bei Aristophanes. Rhetorische Satzfragen, eine
Verneinung ersetzend, im Optativ haben wir bei Aristophanes
zwei; bei Men an der findet sich hierfür kein Beispiel.
Rhetorische Satzfragen, die eine Bejahung ersetzen, sind bei
Aristophanes sehr häufig. Bei ihm finden sich allein für die
Art der rhetorischen Frage ohne Verbum finitum 16 Beispiele.
Außerdem hat er 54 Beispiele mit Verbum finitum aufzuweisen. -

1
Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 5rf.
37
Bei Menander begegnen uns für diese rhetorische Frage nur
wenig Beispiele: Ohne Verbum eines (sicher ergänzt vonJensen),
mit Verbum vier.
Durch ovxovY eingeleitete rhetorische Satzfragen kommen
in den Stücken des Aristophanes sieben ohne Verbum, 29 mit
Verbum vor. Bei Menander ist nur ein einziges Beispiel vor-
handen.
Auf dem Gebiete der Halbfragen finden wir bei Menander
nur solche, die durch elrn (bzw. eh' ov) eingeleitet werden (mit
ind. fut.: ein Beispiel; mit ind. praet.: zwei Beispiele). Beispiele
für durch ov OrJ nov oder ov -u nov eingeleitete Halbfragen fehlen
bei ihm. - Bei Aristophanes beträgt die Gesamtzahl der durch
dm eingeleiteten Fragen I 9:
mit ind. praes. 9
mit ind. fut. .. 3
mit ind. praet. . . .... 7.
Für Fragen, die durch ov O'YJnov oder ov -u nov eingeleitet
werden, hat er je sieben Beispiele.

Die rhetorische frage ersetzt eine Aufforderung (1) oder ein


Verbot (2).
I. Wortfragen:
I. Die rhetorische Wortfrage, eingeleitet durch -d ov;,
ersetzt eine Aufforderung 1.

A: a) An die erste Person (Ersatz für einen coni. adhortativus).


a) mit ind. praes.:
A V 8 2 8 'll /j' OV'X~A{}rrvata:vlw µay noltaöa;
L l 103.
ß) mit ind. aor.:
V 2 I 3 Tl ovx anexotµ'Y){}'YjµcYÖ<JO'V Öaoy <JTlA'YjY;
L 181.
b) An die zweite Person (Ersatz für einen Imperativ)
a) mit ind. praes.:
A 359 Tl oiJv (beim praes. nur hier) ov Uyet(;';
E 160, 1207; V 273, 563; P 1028; Av 149, 1318; Th n21.

1 Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 19f.


ß) mit ind. aor.:
A 592 ·d µ' ovu &.nc'l.j}WA'Yj<Jac:;;
cVOnÄoc:;
yde cl
L 906 (Tl OiJV ov ;) ; fr. 466 K.
Eine Verbindung von ind. praes. und ind. aor. findet sich:
L 1 I 59 Tl /Jij{}'Vll'Yj(!')'µevwv
')'E noÄÄwv xaya{}wy
JUY.XW{}c
UOVnavw{}c Trjc:;µoJ_{JrJ(!laf;;
·d b' ov bt17ÄÄay'Yju,
<pE(!c
Tl wvµnobchv;
M: Bei Menander finden sich nur zwei durch ·d ov; ein-
geleitete rhetorische Fragen, und zwar mit ind. praes.
als Ersatz für einen Imperativ.
E fr. 4 J Tl b' ov notc"ic:;
äewwv;
fr. 137 K = fr. 341 K = Mfr. 9J.
II. Die rhetorische Wortfrage, eingeleitet durch Tl;, er-
setzt e i n Verb o t.
a) An die erste Person:
A: z. B. A 514 1:lmvm wvc:;Aauwvac:; alnchµc{}a;
außerdem noch sechs Beispiele.
M: z. B. E 548 Tl a' av ßlinw 'ych;
p 272.
b) An die zweite Person:
A: Über 20 Beispiele,
z.B. A 385 Ti rnfüa <JT(!E<pcl Xat uxvaCctc:;xat llO(!lCctc:;;
UTA
M: 5 Beispiele,
z. B. E 568 Tl av µJe llc(!tallijc:;,
foe6av).c; UTA.
2. Satzfragen:
I. Die rhetorische Satzfrage ersetzt eine Aufforde-
rung. Sie wird eingeleitet
a) durch 1•
O?J
a) mit ind. fut.,
gerichtet an die 2. Person sing.,
A: z. B. A 2 83 O'Vßalüc:;; ov ßaMi,c:;; xd
(dem Sinne nach = ß6J,Ji.c)
an die 3. Person sing.,
z. B. V 138 OVllc(!tbeaµc"iTata<p{fw
mx/,wc:;bcve'
äueoc:;; url..
an die 2. Person plur.,
z. B. A r 6 5 ov um:aßaAchc Td au6eoda; uTÄ.
1 Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 52ff.
39

Gern verwendet Aristophanes diese Ausdrucksweise


in Verwünschungen,
z. B. E 8 9 2 ovx h; x6gaxa~ &::rwcp{}sgä;
N 7 89; P 500; A v 990; fr. 5 84 K.
M: Der Überfülle an Beispielen vom Typus dieser rheto-
rischen Frage beiAristophanes (ich zählte insgesamt
über So) stehen zwei bei Menander gegenüber.
p 2 76 OV'Xslacp{}sg{fo{}e{}fü7:0y vµü~ exnoödw;.
S 333 ovx claögaµcfyp
{)fü7:0y e~otaci~ ä cpruu;

Gleich
hier möchte ich die Verwünschungsformel
OV'Xe~ x6gaxa~; ,
zu der wohl ein fut., wie z. B. anocp{}sgü;, oder etwas
Ähnliches zu ergänzen ist, anführen,
A: Aristophanes hat vier Beispiele:
N 87 1; V 458; R 607; Pl 394·
M: Menander eins:
El 24.
ß) m i t in d. p r a es.,
A: gerichtet an die 2. Person sing.,
z. B. A 344 ovx oeif,~
Oet6µeYOY; xd
an die 2. Person plur.,
z. B. A I 004 'WV x~gvuo~ OV'XauOVe'le; xd.
Von diesem Typus hat Aristophanes über 20 Bei-
spiele; Menander hat nur 4 Beispiele.
M: p I 60 ecpoöt'
OVXO(]q,~
µ' BXOYW;
s 328, 330; fr. 432 K.
b) durch oiheovv 1. Diese Fragepartikel wird ähnlich wie ov
mit ind. fut. verbunden und ersetzt ebenfalls eine Auf-
forderung.
A: sing.: z.B. N. 1253
OVUOVYavvaa~ 'lt {)fi:cwy anoltmeyu;i~
ano'lfj~ {}vga~; X'lÄ
dual.: z.B. p 950 OVUOVY aµtll~au;{}ov;
plur.: z. B. Ec 43 OV'XOVY
enel~ea{}s;
M: Für diesen Typus, der bei Aristophanes siebzehnmal er-
scheint, gibt es bei Menander kein Beispiel.
1
Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 57.
II. Die rhetorische Satzfrage ersetzt ein Verbot.
Eingeleitet durch ov µfJ 1•

A: Zehn Beispiele, z. B. A I 66
ov µh 7C(!O<Jcl WVW{(Jl'V eauoeolJtoµivouJw;
( dem Sinne nach µh neooinq).
Meist folgt ein aÄÄa-Satz, der eine Aufforderung
bisweilen in der Form ov (immer zu ergänzen) ind. +
fut. (z. B. N 505 ov µh ÄaÄfJaitq,all' äuolov{}fJaitq lµo2
ävvaaq u c',we2{}fJ:rwv; R 524) bzw. ind. praes. (R 202 ),
bisweilen in der Form eines Imperativs (z. B. N 296
ov µh audnpct µ17c',enotfJ<Jctqänie Ot 'l(}Vyo/Jaiµoviq oiJwt,
aH' ivcpfJµit R 462) enthält.
M: Bei Menander findet sieb für diesen Typus kein
Beispiel.

Bei einem Vergleich des Materials, das sich in diesem Teile bei
beiden Schriftstellern findet, ergeben sich folgende Unterschiede.
Zunächst auf dem Gebiete der Wortfragen: Während bei
Aristophanes die Beispiele für die durch ri ov; eingeleiteten rheto-
rischen Fragen zahlreich sind, sowohl mit folgendem ind. praes.
(gerichtet an die erste Person: 2, an die zweite Person: 1 I ), als
auch mit ind. praet. (gerichtet an die erste Person: 2, an die
zweite Person: 3), gibt es ihrer bei Menander nur zwei (beide
mit ind. praes.).
Die Zahl der Beispiele für die durch 1: i; eingeleiteten rheto-
rischen Fragen, gerichtet an die erste Person, beträgt bei Aristo-
pbanes sieben, bei Menander zwei. An die zweite Person gerichtet
sind bei Aristophanes über zwanzig, bei Menander fünf.
Für die Satzfragen auf diesem Gebiete ist die Zahl bei Aristo-
phanes sehr groß, bei Menander gering. Für Fragen in der Form
+
ov in d. fu t. im Sinne einer Aufforderung finden sich bei Aristo-
phanes insgesamt über 80 Beispiele. Menander hat demgegenüber
nur zwei Beispiele aufzuweisen. Beispiele für Fragen ähnlicher
Art - statt des ind. fut. steht der ind. praes. - gibt es bei
Aristophanes zwanzig, bei Menander vier.
Die Zahl der durch ovuovv eingeleiteten Fragen im Sinne
einer Aufforderung beläuft sich bei Aristophanes auf siebzehn.

1
Vgl. Ludwig, a. a. 0., S. 54 / 55, 57•
41

Für Fragen, die, eingeleitet durch ovµfJ, ein Verbot ersetzen,


bat er zehn Beispiele.
Menander hat für die beiden letzten Typen kein Beispiel auf-
zuweisen.

Die rhetorische ersetzt einen irrealen Wunsch.


1. Wortfragen:
A: z.B. N 5i
V 312
-d raeov;: R 33.
M: z.B. E5 -,;irae<Jot µsw()l()OV'V;
(Sinn: Ich hätte Dir keinen Anteil
geben sollen, oder hätte ich
Dir doch keinen Anteil ge-
geben!)
E 20, 148; S 308.
2. Satzfragen:
A: Sieben Beispiele,
z. B. A 2 89 wfü' leoYrij,q;
Der Sinn dieser Fragen ist folgender: Der Sprecher gibt
dem Partner noch einmal die Entscheidung, d. h. er will ihn
veranlassen, die Frage oder dergleichen zurückzunehmen.
Oder noch verstärkt durch eine Form von -wlµij,v (wlµij,q
bzw. wlµii:rs)
A: z.B. A 31 l mifra IHJwlµij,q Uysw
lµ<pawi>qfi()'YJ
neoq ~µfö;;
558, 578; E 90; Th nog; R 1325; Pl 454,472.
M: Bei Menander fand ich hierfür kein Beispiel.

Ein Vergleich des bei beiden Komikern in dieses Kapitel


gehörenden Materials zeitigt folgende Ergebnisse:
Bei Beiden sind rhetorische Wortfragen, die einen Wunsch
ersetzen, selten. Rhetorische Satzfragen dieser Art haben
Aristophanes' Stücke eine ganze Reihe aufzuweisen, während
wir bei Menander für diesen Typus kein Beispiel finden.
42

Sechstes Kapitel.

Auf eine stark affektische Sprache deuten auch die Ver-


wünschungsformeln hin. Im folg·enden soll daher ihre Art und
ihre Häufigkeit bei Aristophanes und Menander näher unter-
sucht werden. Auch hier wird sich zeigen, daß Aristophanes
Verwünschungsformeln sehr oft und in den verschiedensten
Variationen gebraucht, d. h., daß die Leute bei Aristophanes
derb fluchen, während Menander nur wenige, zum Teil andere
a]s Aristophanes hat und diese nur selten verwendet.
Das Material der Verwünschungsformeln bei beiden Komikern
hat bereits A. Müller im Philol. 7 2 im Anschluß an seinen Auf-
satz „Die Schimpfwörter der g·riechischen Komödie" zum Teil
zusammengestellt.
Eine bei Müller unter dem Material des Aristophanes auf-
geführte Stelle scheint mir nicht in das Gebiet der Verwünschungs-
formeln zu gehören.
Es ist dies unter Nr. 5 Pl 876 olµwt äea av. Meines Erachtens
wird durch olµw!;' äea av keine Verwünschung ausg·esprochen.
Der Sklave Karion ist empört und entrüstet über die Drohung
des Sykophanten, ihn foltern zu lassen. Er droht nun seinerseits
mit der entsprechenden Geste: olµwt äea av. Gerade auf das
emphatisch an den Schluß g·estellte av möchte ich den Haupt-
nachdruck legen. Der Sinn des Ganzen ist: Nicht ich werde
jammern, - denn Dir wird es nicht gelingen, mich auf die Folter
spannend, zum Heulen zu bringen - sondern Du wirst, wenn
Du mir mit einer solchen Drohung kommst, von mir verprügelt,
jammern. Hier haben wir also klar und peutlich das Charak-
teristikum einer Drohung. Während die Erfüllung einer Ver-
wünschung von Gott, vom Schicksal, oder wie man diese über-
irdische Macht sonst nennen mag, abhängig ist, liegt die
Ausführung einer Drohung in der Hand dessen, der sie ausspricht.
Im übrigen weist das von Müller zusammengestellte Material
große Lücken auf. Die Fragmente sind nicht berücksichtigt.
Gewisse Verwünschungsformeln fehlen. Nicht aufgeführt sind
die gegen dritte Personen ausg·esprochenen Verwünschungen
und die Verwünschungsformeln, deren Subjekt o Zsv~ (bzw. ot {}eoi)
ist. Außerdem ist das Material höchst unübersichtlich zusammen-
43

gestellt, so daß die reiche Fülle der Verwünschungsformeln bei


Aristopbanes nicht zur Geltung kommt. Es sei daher im folgenden
der Katalog der Verwünschungsformeln in gewisser Anlehnung
an Müller mit meinen Ergänzungen aufgeführt 1•

I A. Verwünschung s forme l n bei Ar ist o p h an es.


I a) lc; xoeaxac;:
lc; u6eaxac; (N 646; V 852); V 982
ßa)J.' lc; u6eauac; . . (N 133; V 835); Th 1079;
(Pl 782; fr. 462, 2 K)
nav' ec;x6eaxac; . . (A 864); Av 889
lee' 8~ u6gaxa~ . . Pl 604
(anocpe(/ ec;XOQaXac; , p I 2 2 I)
(ovx lc; x6eauac; anocp{hgc"i;E 892; N 789)
ovx el lc; x6eaxac;; • . . . . Av 990; (fr. 584 K)
ovx ec;x6eaxac; B(!(!rJOeTe; p 500
ovx lc; x6eaxac;; . . . (N 871; V 458); R 607; Pl 394
[sc. &nocp{}eQcio. Ä.J
lc; u6eauac; . . . . . . . . . . P r 9
[sc. dn6cpcQc; nach Schal.].
r b) xaHl wvc; u6eaua~:
Th I 2 2 6 -reexs vvv -reev VVY xa-rd wv; u6eaua~ enovetaa~.
2 a) (änolilvvat:
Th I O 5 6 lOY benm:eea K'Yjcpea,
anoAfoctaY Ot {}e0t
Öc;a' Ue{}rJ'XeV,
mit Adverbium:
uaxw~ . .. 0 •••••• E 2).
2 b) dn6Uva-&at:
än6Äow .. (N 6, I 236)
änc5Aotw. • (P 267)
mit Adverbium:
uauw~. . Av 85; Th 757, 1006
xautm:a ..... (P 1288; L 946)
l~wÄrJ; ... ' " p 1072
uauun:' [sc. än6Äotw] .. (E 6).

1
Die eingeklammerten V erwünschungsformeln und die dazu gehörigen Stellen
sind von mir hinzugefügt.
44

Die Vokative von a:rwÄov µevor;:


mit Adverbium:
uauiör;
Ec 1076 ••• 0 .,

uauuna. A 778, 924; Av 1467; (Ec rn52);


PI 456, 713.
3a) (UoV.vvac
PI 592 dlild as r' 0 Zev<;l;oUaeleV xortvcp aucpavcp <JTe<pavchaa<;
mit Adverbium:
uaxw<; .. A II51).
3 b) U6V.va{)ac
lt6Äow .. Th 562
U6J.oao (R 86)
lt6Äowfh . .. R 226
mit Adverbium:
uauiör; 0 0 0 0 O • (Th 887 ).
4. ol µchi:,stv:
olp,chi:,swUyw aot Pl58
ofµwi:,s O O O O fit . (A ro35; E 891; Av 846, 960, 1503,
1572); Th ro81; Ec 809.
5. öta(!(!'YJ'}'Yva{)ac
öta(!(!ayel'Yj<; Av 2, 1257; Ec 803; Pl 279, 892.
6. cp{)cleea{)at:
cp{)eleov. .. (A 460); Pl 598, 6 IO.
7. lr; uscpalfJv aot:
[ SC. 'C(!anotW] (P rn63); Pl 526.
8. lmrelßea{)ac
lmretßd'YJ<;. . . . Th 557.
9. ulaetv:
UAClelYeywys aot . PI 62.
,, ':, J'
10. anay e<;µauaewv . . E1151.
l r. µ~ Wf>a<Jt'luorn{)' . L 1037.
12. (lvanonvtydrJ<; . . . . E 940).
I 3. (ä:11:e(](!e .....•..... p I 294).
Die Gesamtzahl der bei Aristophanes vorkommenden Ver-
wünschungsformeln beträgt über 70.
Der Häufigkeit nach stehen an der Spitze die verschiedensten
Variierungen der Verwünschungsformel h; u6eauar;-. Dann folgen
45

die mit den Verben anoÄ.Ä:vYatund l~oÄ.Ä.vYatgebildeten Formeln.


Die nächste Stelle nimmt o(uro/;,EtYein. Dann kommt dta(!(!'YJYYVa{}m
an die Rei~e. Die übrigen Formeln kommen nur dreimal und
wenigere Male vor.
In den allermeisten Fällen wird der Dialogpartner verwünscht.
Selten verwünscht man dritte Personen (A II 5 r; E 6; P 267;
L 946; Th 105 7; R 86; N 6 verwünscht Strepsiades in direkter
Rede den ,Krieg).
Zum Schluß seien noch drei Stellen angeführt, an denen irreale
Verwünschungen vorliegen, eingeleitet durch:
wcpeloY . Th 8 6 5 1
(J)~ wr.pcÄ.OY
. R 955
d{}' wr.pcÄOY N 4 r.

I B. Sel bstverwünsc h un gen bei Aristoph an es.


In der affektischen Sprache des Aristophanes sind auch die
Selbstverwünscb ungen sehr beliebt. Man wünscht sieb selbst
den Tod, zum Teil auf recht komische und übertriebene Weise,
wenn man das und das (nicht) täte. Es finden sich bei Aristo-
phanes folgende Formen der Selbstverwünschung.
r. anol oiµn Y:
V 630 ly<M'
anoÄoiµnv, et <Je oeöotxa
noch erweitert:
E 767 d ()f, (Je, µww ')Wl µh nc(!l aov µaxoµat µ6vo~ arußsßnxwc;,
anoloiµf)Y xat IJtanew{}drrv xar:a1:µn{}drJY
Tc Unac~Ya.

mit Adverbium:
xaxwrn . ............ A r5r, 476; R 579, 588
ohne Protasis:
L 933 y~ Ai' anolo~UrJY&ea
(sc. wenn ich den Frieden nicht halte).
2. Uoloiµnv:
A 324 ltoloiµf)Y, t}Y axovaw
fr. 105 K.
3. E 694 d µfJ a' anoleamµ', cl n '[(J)"JJ afn:wy lµol
1-JJcVOWYEYclrJ,Ötanfootµt nanaxif.
4. E 769 d µfJ as r.ptlw xai µ~ areerw, xmmµn{}sk
b.poiµnv lv nseixoµµmiot~.
1 Der Infinitiv zu wcpsAsqist hier aus der Rede des Vorredners zu· entnehmen.
IIA. Verwünschungsformeln bei Menander.
Bei Menander nehmen der Häufigkeit nach den ersten Platz
ein die Formeln:
1. (l<; x6eaxa<; .. H 70; S 155; fr. 971 K 1)
, , ,
(ovu c<;uoeauai;; . El 24).
[ SC. ano<p-&c(!cl]
In Verbindung mit einem Verbum [ Aristophanes Nr. 1]
kommen diese Formeln bei Menander nicht vor.
2. anoUvvat. Für die bei Aristophanes [Nr. 2 und 3] überaus
häufig in Verwünscbungsformeln verwandten Verben chrn.ÄJ.vva,
und UolilvY(H hat Menander nur zwei Beispiele.
(e;wl17c;an6low . . . . s l 52
l;wJ..'Y/r;
a:n6loiw . . . . . fr. 154, 1 K).
3. (ot'µwl;s •........ E 159; S 79).
[Aristophanes Nr. 4]
4. (µ~ roeai; av
y' t'xow . ..... P 131; Ph 43 [sicher ergänzt]).
[Aristophanes Nr. 11]
5. Dem Imperativ anayt, den Aristophanes (Nr. rn] einmal
euphemistisch mit di; µauaeEav verbindet, läßt Menander
li; u6eauai; vorangehen ... P 206.

6. Menander sind an Verwünschungsformeln, die Aristo-


phanes nicht hat, zu nennen:
luuoerJ-&d'YJr; ....... G 53; (fr. 903 K) und
7. die Verwünschungsformeln der Komposita des Simplex <p{hieop,<u
[Aristophanes Nr. 6]
ano<p{h:ieov
da<p-&ae'YJ-&l .••..

IIB. Selbstverwünschungen bei Menander.

Bei Menander findet sich nur eine Selbstverwünschung.


E 628 av µ~ um:Mw 'l~V uupal~v oov, .Ew<p(!O'l''fJ,
uauun' änoÄoiµr;-v.
1
Wo keine bestimmte Stelle aufgeführt, sondern nur bezeugt wird, Menander
gebrauche diese Wendung <1vvexw~.
47

Siebentes Kapitel.

Im folgenden möchte ich die Gemination behandeln. Da


auch sie dem Affekt entspringt, ist sie bei Aristophanes sehr
beliebt. Sie findet sich bei ihm auf dem Gebiete:
1. der Interjektionen,
2. des Befehls,
3. des An- und Ausrufes (nom. und voc.),
4. der Frage,
5. der Aussage.
Bei der Zusammenstellung des Materials ist berücksichtigt
worden, ob sich die Gemination in dialogischen oder lyrischen
Partien findet. Bei diesen ist vor die Verszahl ein „l" gesetzt,
bei jenen ein „d ". An Stellen, an denen Gemination aus kult-
lichen Gründen vorliegt, steht vor den Verszahlen ein „ k".
Zu I.: Schon im ersten Kapitel (Seite r 3) der vorliegenden Arbeit
habe ich darauf hingewiesen, daß Aristophanes die Gemination
bei Interjektionen sehr häufig verwendet, während wir sie bei
Menander niemals finden.
Zu 2.: Die Geminationserscheinungen auf dem Gebiete des
Befehls bei Aristophanes kann man wie folgt einteilen:
A.. Vollsätze (das Verbum finitum ist vorhanden):
a) Gemination (bzw. Triplikation, dreifache Wiederholung) des
Imperativs.
b) Gemination des betonten Wortes beim Imperativ; in Ver-
boten der Negation.
B. Kurzsätze (das Verbum finitum ist ausgelassen):
Gemination von Nomina und Adverbia, die dem Sinne nach
eine Aufforderung enthalten. In Verboten wird die Negation
geminiert.
A.. a) Die Gemination des Imperativs ist bei Aristophanes
eine überaus häufige Erscheinung. Die Zahl der Beispiele
beträg·t 39.
d: 28 Beispiele; z.B. E 247 Jia'is na"'ic TOY naYOV(,!')'OY xd
1: E 406; V 729; P 582, 1355: L 321; Th 1226
k: A 237, 241; P 434; Th 295.
Triplikation des Imperativs finden wir:
l : A v 8 5 6 frw frw frw Ilvfhd<; ßoa.
Triplikation in Verbindung mit einem Vokativ liegt vor:
d: R 184 xa'ir/ cJ Xaewv, xaZr;/cJ Xaewv, xa'ie' w Xaewv.
Viermal gesetzt wird der Imperativ:
d: z. B. V 979 uauißa, umaßa, um:6.ßa, um:aßa
Tb 915
1: A 281.
W eiterbin finden sich auf diesem Gebiete Beispiele für eine
Art Gemination, die man als unvollständige Gemination
bezeichnen könnte: Anstatt eine ganze Satzeinheit zu gemi-
nieren, wird nur das in ihr betonte Wort wiederholt. Dieses
kann sein:
I. Der Imperativ:
d: A 43 / 44 naen:'sl<;rone6a{hv,

Pl 444
1: V 290.
2. Das betonte Wort beim Imperativ:
bcve', cJ Klt:fo{}1;vc<;
d: Tb 634 &ve' g,).{}e
l: L 1269.
b) Gemination des nominalen Objektes, sei es nun Sub-
stantivum oder Adjektivum, oder des Adverbiums beim
Imperativ bzw. beim Adhortativ, haben wir:
Substantivum:
d: A 1 1 7 5 Mwe vbwe ßV XVT(!tCJfrp {}ceµaivcu
R 847.
Adjektivum:
d: p l I.
Adverbium:
d: E 148; N 866, 1485; P 79, 720; Pl 644.
Triplikation, nur getrennt durch einen Vokativ:
bn
1: Ec 952 CJcV(!O ()EV(!O ()~,
rpilov Eµ6v, bcve6 µot
nQ6at:l{}c.
Gemination der N egationspartikel:
d: V 1 4 r 8 µ'Y]µ'Y]uaUan<;7l(!O<; -rwv {}t;WV.
Triplikation:
d: E 19.
49

B. Nominale Objekte, die dem Sinne nach eine Aufforde-


rung enthalten, bei Auslassung des Verbi finiti,
haben wir:
A: Bei Aristophanes finden sich für Gemination verballoser
Subjekte, die in sich den Gehalt einer Aufforderung tragen,
folgende Stellen:
k: p 433, I 104 anovbn anovö~.
Für Objekte dieser Art findet sich ein Beispiel:
d : Th 2 4 I Mwe vöwe.
Ebenso für ein verballoses Prädikatsnomen:
1: p 82 fjavxoc; fjavxoc;.
Als einziges Adverb i um mit dieser Funktion finden wir c'>eveo:
d: N 690; R 301
1: Ec 960.
Viermal ist es gesetzt:
1: Av 259.
Für die Gemination der Negationspartikel mit Auslassung
des Verbi finiti haben wir folgende Beispiele:
d: A 334 µrJöa,umc;eoµrJöaµmc;
N 19ö, 267; P 927.
Doppelte Wiederholung, nur getrennt durch einen Vokativ:
1: P 385 µrj/Jaµmc;,w öfonoß'~eµr;, µ'Yjöaµmc;µnlJaµmc;.
M: Bei Menander kommt eine reine Gemination des Imperativs
überhaupt nicht vor. Wir haben nur ein wohl sicher er-
gänztes Beispiel für unvollständige Gemination.
P 216 lf:'v[ay]cqc[avr~Jv, a_v{q]y'.
Zu 3.:
A: Für Gemination des Ausrufes (bzw. Anrufes) im Nomi-
nativ gibt es bei Aristophanes nur wenige Beispiele.
Nomina:
Substantiva:
d: A 2 7 cJ n6ltc; n62tc;
Adjektiva:
1: N II68 w <piÄoc;, w <pUoc;
Pronomina:
d: V I 364 w oiJwc;o{n:oc;
Th 689 ... o{n:oc;oiJwc;.
Dittmar. 4
50

Unvollständige Gemination haben wir in folgenden


nominativischen Ausrufen:
d: L 7 3 5 -ra,1,aiv'
eyw, -uUmva rijf: aµ6eyd3of:
Th 690
1: Th ro38.
Weit häufiger ist die Gemination des Anrufes im
Vokativ. Meist stehen beide (bzw. alle drei) Vokative
ohne w. Es handelt sich hier hauptsächlich um die
Anrufung von Sklaven.
d: A 395 naZ na'i
ro97, ro98, 1118, 1II9; V 1251, 1307; P 255
(na"inaZ Kvöotµe); Av 57, 850; R 464.
Triplikation, noch verstärkt durch eingeschobenes ~µi,
haben wir:
d: N 1145 na"i,~µi, naZ naZ.
Sonst finden wir noch folgende Beispiele für Gemi-
nation:
Nomina
Eigennamen:
d: A 823 Lltum6noÄt L1tum6noAt
R 549
Substantiva:
d: A 800 xoZ(!exoiee
V995.
Seltener sind die Fälle, wo beim ersten Vokativ o3
steht, beim zweiten nicht.
Nomina
Eigennamen:
d: P 246 w Meyaea Meyaea
1: A 271,276
Substantiva:
d: V 2 48 cJ naY-e(!naue
1403; P 131; Th 146
1: p l 14.
Umgekehrt liegt der Fall:
1, k: R 316, 317, 325, 341 '1aux' cJ'1auxe,
Schließlich findet sich ein Beispiel, wo bei beiden
Vokativen cJ steht:
d: L 9 7 2 cJ Zsv cJ Zev
Triplikation:
d: L 879 µaµµia, µaµµia, µaµµia.
51

M: In den Papyri Menanders findet sich kein einziges


Beispiel für Gemination des Anrufes (bzw. Aus-
rufes); nur in den Fragmenten finden wir eins:
fr. 9 21 K w Aax 17c;Aaxnc;.
A: Eine eigentümliche Erscheinung im Aristopha-
nischen Sprachgebrauch ist folgende: Auf ein
Grundwort in vokativischer Anrede (meist Eigenname)
folgt das Deminutivum davon. In den meisten Fällen
trägt es den Charakter der Schmeichelei, so
d: A 404 Evemi/JYJEvemi/Jwv
N 80, 132, 221
oder umgekehrt:
d: Th 1213 w re41Jt' w reif,'
R 37.
M: Bei Menander findet sich hierfür kein Beispiel.

Zu 4.:
A: Auf dem Gebiete der Fragesätze finden wir bei
Aristop h an es zunächst einmal Gemination des direkten
oder indirekten Fragepronomens. Es steht meist mit
V erb um finitum, seltener ohne.
a) mit Verbum finitum:
d: V 208 nov nov, <J-U µot TO1J{uwov;
P u97; Th 292, 1093; Ec 320, 1135; Pl 864.
Triplikation:
d: Av 1199.
Gemination + zweimalige Triplikation + Gemination:
d: A V l l 2 2 nov nov '<JTl, nov nov nov '<JTl, nov nov nov
'<JTl 7l0V
nov Ilw{Hra1,e6c; E<JTl'V äexrov;
b) ohne Verbum finitum:
direkt d: :nov nov E l 198; R 286; noi noi; PI 417
indirekt d: N 761 Önroc;; Önroc;;
Die ganze ]!rage wird wiederholt:
Wortfragen:
d: A 1048 r{c;ovwai; -de;ovwa{;
N 787; L 710
1: p 157.
4*
52

Satzfragen :
d: A 3 2 2 ovu auovawr}'; ovu duovawr}s:
l: A 283.
Auch hier haben wir einige Beispiele für u n v o 11-
stä n d i g e Gemination. Das betonte Wort ist in
diesem Falle das Frag·epronomen.
d: N 79 :nwc; Mjr' av fjcJtar' avrov ensydemµt; :nwc;;
V 166; Th 772; R 120, 460, 1399.
Fragepron. + Verb. fin.
N 7 88 üc; ljv, lri ll ,uan6µd}a µivwt räl<ptra;
ol'µot Tic;ijv;
M: Reine Gemination finden wir bei Menander auch
hier nicht, nur ein Beispiel für unvollständige
Gemination :
E 2 24 :nwc;av ofJv, :neoc;uJJv r}swv,
:nwc;äv, 'i:xsuvw, -
Eine Art Gemination finden wir:
S III -d, L11J
µia, ßoij.c;;

Zu 5.:
A: Hier haben wir die (i-emination einzelner Worte:
a) des Verbi finiti:
d: N 1499 a.rWAcl<; d:noÄsi'c;
Av 658; L 870; R 580, 584; Ec 998; Pl 1080
1: A 971; P 1013, n27; Av 680; R 1352, 1355.
unvollständige Gemination:
d: Pl 114 olµm yae olµm
1: p 166.
b) des Verbi infiniti:
d : A 7 3 5 :nmeaar}m nmeaaOm
1: Av 432.
c) der Nomina:
Substantiva:
d : A V 142 0 :rr:r:cewv
mc(!WV <)Ü
L 831; Th 514
l: Th993b; R 1338, 1353, 1354.
Adjektiva:
d: A 313 ovxa.ruivrw,,, ovxa.nanwv
N 1288; L 133, 711
l: Av 1726; L 971.
53

Unvollständige Gemination:
1: V 3 73 µr1bev, cJ TO.V,/Jeötfh, µ17öev
Th 1016.

Einzigartig steht da:


µa neäy µa µtya ,u:xtv17rntµiya..
d: R 7 5 9 T<:(!O.Y
d) der Pronomina:
Pronomen personale:
d: N I 2 59 ; V 750 lw µot µot.
Triplikation, nur durch ein Adverbium unterbrochen:
d: V 209 aov aov naÄtv aov.
Pronomen demonstrativum:
d: N 6 5 7 exüv' EUclYO
V I200.
Pronomen dem. +
vorhergehendes Adv.:
1: V 40 5 vvv brn"ivovvv luüvo.
Unvollständige Gemination:
Pronomen demonstrativum:
d: N 353 rnfü' äea rnvr:a
1052; p 1285
l: A 280.

Pronomen relativum:
d: Th 703 olov aiJ /5ü3eaxtv Eeyov, olov afJ, <piAat,-r6öe.
e) der Adverbia:
d: A 425 ovx, cUÄd WV'WV noÄv nolv mwxu:n:ieov;
E47o;V213; P285; Av921
l: N 1320; Av 539; R IOOI.
Triplikation, nur unterbrochen durch v~ Lila
d: Ec 2 I 3 eil y' eil ye Y~ Llta eiJ ye.
Unvollständige Gemination:
d: Ec I I 2 2 dfor' la-d n0Äi 1 ßslmawv, noÄ.v <'Jijr'cJ {}w[.
1

f) der Part ik e ln :
d: E 749; N 1468; Th 1194 val vat
Th r 1 8 3 . . . . vatxt Yat
Th u96, 1218 vat Yatxt
Th l 184 .... YatXl Yatxt.
54

M: Bei Menander haben wir nur einige Stellen für unvoll-


ständige Gemination:
a) des V erbi finiti:
fr. 535, 6 K yaµei il~ av{}edJnwY, yaµei;
fr. 859 K.
b) des Pronomens:
s 206 iJp); yae vnovoeiY wmfna 7:0Yµta(!OYlxeijY, lµe
330 (nach wahrscheinlicher Ergänzung).

Achtes Kapitel.
V erbalellipse.
I. Teil.
Ellipse des Verbums im einfachen Satz (Kurzsätze).
In ruhiger Sprache steht bei allen Möglichkeitsformen mensch-
licher Gedankenäußerung, sei es nun eine Aufforderung oder
eine Frage oder eine Verwünschung oder ein Ausruf oder eine
Aussage, das Verbum finitum. Fehlt es sehr oft, so bedeutet
das, daß wir es mit einer emotional bestimmten, von der logisch
bestimmten abweichenden Sprache zu tun haben. Der Sprechende
unterläßt es, das Verbum finitum zu setzen; er spricht nur das
aus, was ihm wichtig erscheint.
Bei Aristophanes nun wird auf allen Gebieten menschlicher
Gedankenäußerung sehr oft das Verbum finitum ausgelassen, bei
Men an der dagegen ist die Ellipse des Verbums nicht eben
häufig. Also wird sich auch hier zeigen, daß auf der einen Seite
Aristophanes' affektisch-ernotionale, auf der anderen Menanders
ruhig·e Sprache steht.

Ellipse des Verbums


I A. In Aufforderungen.
A: Bei Aristophanes:
Es steht
a) das Sub j e kt. Es ist:
a) ein Substantivum:
z.B. A 54 Ol W~OWl
Y 898; P 433, I 104 anov!J~ anoy/jfJ (Kultformel).
55
ß) ein pronomen personale:
beim GegengrufS:
L 6 Ava. xa"'ie'mKa),.oy[u17. KaL uat av y', <.ö...iv<JtO'T(!U'l'YJ,
in der Verwünschung: E 1 15 1
sonst: P 1122.
b) das Prädikatsnomen.
P 82 fjovxof; fjovxof;, 'fleeµa, x6:v{}aw.
c) das Objekt.
acc. obj. Es ist:
a) ein Su bstan ti vum:
A rn99; V 1216; L 238; Th 241
A 8 1 3 (+gen. pret.).
ß) ein Pronomen:
personale:
E 366 'V~ iOY Iloastöw, xaµe -die' (sc. UtJ.avYe), ljYnee ye
wvwY llun~
demonstrativum:
P 329 wvi-6 YVY (sc. notshs).
y) ein R e 1a t i vs atz:
z. B. L 97 (,dv.) :7l(!lYUystv /J', vµo.f; W()t
ensefJaoµa[ Tl µtU(!OY.Mv. ö u ßovAst ')'c <JV,
dat. inst. Es ist
ein Substantivum:
Av 55 av 0€ rfi Ue<palfj(sc. {}frs i~Y :nfreaY).
d) ein präpositionaler Ausdruck:
z.B. R 194 EaY. nov Öfjr' ayaµsyw; Xae, naed iOYAval-vov )J{}ov,
ent mi~ ava:navlm~.
e) ein Adverbium:
OSV(!O...... . . A 2 39 aAAa OSV(!O IIeunoMw
:7l0.f;
N 690; P 881, 1329; Av 259; L 930;
R 190, 301, 1306; Ec 124,695,960,
rn74
all' öp,wf; . . . . . . . • A 402, 408
·uxxv YVY naYv . . . . L 864
xat mxsw{; µsYWl naYV R 166
SV<JX17µ0YW~ V l 2l 0
aµ<pi .......... N 595 (lyr.).
M: Bei Menander:
zu a) Das Subjekt ist:
a) ein Substantivum:
fr. 292 K = Kl fr. I, I, 2 J
anovbfJ· bloov av anJ.ayx' auoJ.ov{}wv· no"ißUnet~;
w nai ~wala. anovofJ. uaÄw~
(JJT,OYOYJ• ((JE(/

exet.
ß) ein Pronomen:
personale:
beim Gegengruß:
G 41
zu c) acc. 0 b je kt. Es ist:
a) ein Adj ekti vum:
s 90 ln µtU(]OY(sc. Ösve' t'fh)
zu e) Adverbium:
ösveo: S 89 bsve' ano rij~ ß·vea~
224
uat TaXV: S 3 l 5
a22' öµw~: E 13.

IB. In Verboten:
A: Bei Aristophanes:
Das Verbot wird eingeleitet durch:
ia) µfJ:
Absolut: A 458 (µa,Ua); P 927; Av 585; R 1281; Ec 869,
1095.
Es steht dabei:
a) ein Objekt:
dat. obj.
pronomen:
V 1400 µd Ala µfJ µol y' w µüs
L 922
acc. obj.
substantivum:
Pl 65 2 µ~ µsv OiJY rd ngayµara
pronomen:
L 938 µd rov 'An6ÄÄw µ~ µi ys
57
dat. obj. +
acc. obj.
pronornen subst. +
A 345 a,V.dµfJ µot ne6cpamv
N 84; V 1179.
b) ein Adverbiurn + adverbieller Ausdruck:
N 850 µfJ vvv roÄoin6v, aÄÄa -
1 b) µ17 Mjrn:
A: Absolut:
L 8 77 ; Th 75 1 ; R I I' I 6 7 ; PI 9 3 71 9 6 5.
Es steht dabei:
a) ein Subjekt:
pron. pers.: R I 462 µ17oijrn av ye
b) ein O b j e kt:
dat.:
pron.:
acc.:
subst.: Th 540 µ17ofjrn TOYye xoieov, cJ yvvaiue<;
adj.: L 36 fl17oijrn navwc:; ')'e
c) ein präpositionaler Ausdruck:
R 65 µ17 oijw lle(!l STYOV<;
')'e

d) ein dat. obj. + präpositionaler Ausdruck:


PI 6 5 I µ17 oijr' eµoty' lc:;TrJYUe<paÄfJv
e) ein Adverbiurn:
N 696 µ17 ofj{}', Zusrsvw, 'nav{}a ys.
M: Bei Menander:
ZU I a)
Absolut:

Es steht dabei:
a) ein Subjekt:
pron. pers.:
G 28
b) ein Objekt:
adj.:
p 1 45

pron. dem.:
P 389 µ17o~ [wfn6 ')'e
zu 1 b) Verbote, eingeleitet durch µh cHj·ra, kommen bei
Menander nicht vor.

2. µndaµihc;:
A: Bei Aristophanes:
Absolut:
A 296, 324, 334, 590; V 854, 12 II, 1252; p 926,
1260 (µ17d.ye); L 822,916; R 581; Ec 869;
Pl 7 I, 790.
Es steht dabei:
ein Objekt:
acc. obj.
pron. dem.:
V 1164 µ17daµwc;'WVTOY ')'E

dat. obj. präpositionaler Ausdruck:


Av 145 µn()aµwc;
'Yjµi:vye naea{)6.J.anaY
M: Bei Menander kommt µ17daµwr; zweimal absolut vor:
s 217,318.

3a) µ~nw ys:


A: Bei Aristophanes:
A 176 L1tx. xa'ir/ "Aµcp[{)u. Aµcp. µ~nw ys nelv
y ay a-r:w-r:eexwv
' !)\ - ,

E 1100; N 196 (geminiert), 267 (µ~nw µ~nw ys)

3 b) µh dij'r;a nw ys:
A: E 960 µh Mj-r:anw y', u3dfono-r:',avnßoJ.w a' lych,
netv ay ye ...
M: Bei Menander kommt µ~nw überhaupt nicht vor.

4. µrpteu (µ rJ- ln):


A: Es steht dabei:
dat. obj. +
präpositionaler Ausdruck:
R 1407 xat µ17xh' lµoiys xa-r:'lnor;
acc. obj. (pron. indef.) +Partikel+ adv.:
p 326 µ~ u xat YVY[ r' lu.
M: Bei Menander kein Beispiel.
59

5a) µncJiv:
A: Absolut:
P 85 1 f Olu. elne µot, c1Jw
um:a<payeiv
w{n:n Tl; Tev, µnrJev.
Es steht dabei:
ein Objekt:
acc. obj.
adj.: E uo6 µ'Y}devä).Ji.'d µ~ 'afhe.
5b) µnlHv en:
A: Es steht dabei:
ein präpositionaler Ausdruck:
R 11 7 µr/jey Eil neo<;
wih:', alla . . .
M: Bei M e n an der findet sich ein Beispiel für
5 b) p I 29 µ'Y)~B'V ETl WVTCO'V.

Ellipse des Verbums


II. In der Frage.
In affektischer
Sprache sind Fragen sehr häufig. Will der
Sprecher möglichst schnell eine Antwort auf seine Frage haben,
dann unterläßt er es, eine vollständige Frage zu stellen, beschränkt
sich vielmehr darauf, nur das auszusprechen, an dessen schneller
Beantwortung ihm gelegen ist.
A: Bei Aristophanes:
A.. In Wortfragen:
1..in echten.
la) eingeleitet durch: rfr;;
a) im Munde des Sprechers.
a1 ) Hier haben wir zunächst einige dubitative Fragen mit rl;
(sc. notw [notwµc:v]), ohne Verbum finitum.
z.B. P r II6 rl drJ'rw;
Av 360; L 157; R 129.
a 2 ) Weiterhin haben wir drei Fragen mit rl; ohne Verbum
finitum, in denen der Sprecher sein Erstaunen über
einen neuen Eindruck zum Ausdruck bringt.
z.B. A 750 rl; (wvr' lanv)
Av 1569, 1604.
60

ß) die elliptischen Fragen


--doijw; Tl ot; Tl oal; Tl ofw;
A: Die verschiedenen Verwendungsarten dieser Fragen bei
Aristophanes sollen im folgenden näher untersucht werden.
rt oijrn;
I. Tl oijra; ist affektvoll einer Satzfrage vorangestellt (,,wie
nun?"):
z. B. E 439 rt öijrn; ßovÄst T(l)V wlavrmv e'v laßwv aimnav;
N I 105, 1290.
2. an Tl oijw; schließt sich ein Kondizionalsatz an:
a) ein konjunktivischer (,,was werdet Ihr wohl erst sagen,
wenn ... . ?")
bmoav:
z.B. A IOI I Tl Mjr', lnstbdv rdc; nlxlac; ommµfrac; t'bnu;
P 859
ÖTav:
P 863.
b) ein optativischer (was würdest Du erst sagen, wenn .... ?")
z. B. N 154 Tl Mjr' äv, ßTcQOV cl nM}ow :Emneawvc; cp(!OVrt<Jµa;
769; L 399·
M: Für diese elliptische Frage hat Menander kein Beispiel;
Mjw kommt auch sonst nicht in Fragen bei ihm vor.
A: Die Verwendung von Tl <Je;bei Aristophanes ist ähnlich
der von Tl oijrn;
I. rl oe; steht affektvoll vor einer positiv (a) oder negativ (ß)
gerichteten Frage (,,wie nun?"):
a) z.B. N 481 Tl M; mxoµaxsiv µot btavoü neoc; TWVßswv;
R 798; Pl II50
ß) z.B. Av 1641 Tl o' cv(ve'; OV'X,olaf}' l;anauhµsvoc; nalm;
R 73; Ec 135, 525, 762; PI 172.
2. an Tl oe;schließt sich ein Kondizionalsatz an:
a) ein konjunktivischer (sc. ylyvswi)
z. B. N l 08 3 Tl o' ryv§acpavtom{}'fjmß6µsv6c; <JOl dcpea rcrtW'fj;
1 444 ; V 5 2 4, r 2 3 6 ; P 1 40 ; A v 16 5 5 ; L 1 5 7 ; Ec 2 5 4,
256, 1023.
b) ein optativischer (sc. yevoiw)
Th 773 Tl o'äv, d WOl Tayalµar' avrt TWVnÄarwv
reacpmv Ota(!(!lniOlfll;
61

M: Bei Menander kommt d M; nicht vor.


-d oai;
I. ·dbai; steht affektvoll vor einem Fragesatze (,,wie nun?"):
A: z. B. A 802 -d oai; <ptßaliwc;laxabac;;
803;E171;N491, 1091;P7oo;Av1153; R6, 1324;
PI 905; fr. 204 K.
2. -d /Jai; steht einmal abundant vor einem Aussagesatz.
R 558 -ciCJai;T0 nolv T<l(]lXO<;
ovu cl(!'Y)UO.nw.
3. Dreimal findet sich rt CJa[av; In diesen Fällen ist es stets
so, daß sich eine Person vom Gespräch mit einer ersten
Person ab- und der Unterredung mit einer zweiten zuwendet;
zu übersetzen ist: ,,Wie steht es aber nun mit Dir?"
z.B. Av r 35 f. En. (zu Evt~:)"fJJiarnlatnW{}W'JJ leac;.
yc 11:QayµaTWY
(zu Ilct:) Tl oa1 av; llu. WlOVTW'JJ lewuayw
L 136; R 1454.
Einmal ist Tl CJat;durch Eigennamen erweitert:
n
A 6 I 2 Ti CJatAeauvlloc; uev<poeio'Yj<;Il{}tVlÖ'Yj(;;
M: Im Menandrischen Wortschatz kommt oat überhaupt
nicht vor.

A: Bei Aristophanes wird Tl oiJy; ebenfalls wie ·d oijw; ·d oi;


Ti oai; einer Satzfrage vorangestellt:
z. B. L 861 -d O'Ü'JJ;
owaw; y[ µot;
Th 208; Pl 94.
M: Bei Menander kommt diese elliptische Frage auch vor.
H 40 ist es ähnlich wie -etdat av; bei Aristophanes R 1454
(Ti oa2 av; Tl Uyuc;;) gebraucht. Getas, demgegenüber Daos
die Vorzüge seiner Geliebten Plangon rühmt, lenkt das Ge-
spräch von ihr ab und richtet an Daos die Fragen
, ~ , ,
"U, OVY av; Tl
nean:etc;{mee aavwiJ;
S 164 kommt sie absolut vor, ebenso Kn 7.
y) Durch eine Form von Ttc;; wird nach einem Subjekt ge-
fragt. Es ist:
aa) ein Substantivum mit Artikel.
A: Bei Aristophanes ist diese Art der Fragestellung
sehr häufig.
62

masc.:
z.B. Av 94 -dr;o re6:nor;;
außerdem noch drei Beispiele.
fern.:
z.B. Av 94 rlr; fJ meewair;;
außerdem noch acht Beispiele.
neutr.:
z.B. N 325 ,r[ TO xeiJ,ua;
außerdem noch zwölf Beispiele.
M: Bei Menander haben wir zwei Beispiele:
masc.: P 198 [rlc;Jg Mfeoc;;
neutr.: S 317 -d de T-o:nea.yµa;
A: Nur bei Aristophanes folgt bisweilen auf das Sub-
stantivum noch das Pronomen demonstrativum ovwai
(oliwc;).
masc.: Av 1021 rlc;o Xaeöava:nalloc; ovwal;
fern.: P 1052 rlc;fJ{}vala :no{}'afnnl;
neutr.: Av1171 y,{1:0:nea.yµawvrl;
Th 1176 (wvw); R 658.
Vor dem Substantivum steht es:
N 2 18 <peesT-lc;
yde oliwc; ov:ntrijc;uesµa{}eac; avne;
ßß) ein Pronomen demonstrativum:
ööe
A v 408 rlvsc;:no{}'oiö.eual :n61)w;
aliwc; (ovwa[)
masc.:
z.B. A 395 y,{c;O'thoc;;
1018, 1048; N 1221; Av 60; R 464.
neutr.: V 356 alld rl wvw;
N 341 slw rl wfüo;
Av 1205 y,{öe wvw;
N 201 (wvrl).
M: Bei Menander ist die elliptische Frage r:l wiho;
(wvra) relativ häufiger als bei Aristophanes.
T-lwvw; P 126; S 38, 145, 190, 247; M 18; fr. 113 K;
-dmvw; E 170.
yy) eine Substantivierung:
A: Bei Aristophanes kommen vor:
substantiviertes Partizipium:
z. B. E 7 2 8 1:i11s<;
ol ßoä-wu<;;
V 893; Av 60; Th 51
substantiviertes Adjektivum:
Ec 383 TOo'aiuoY ri;
substantiviertes Adverbium:
E 1 3 1 d wv11ufü9·sv;
L 1161
substantivierte Interjektion:
R 649 1:i räi-ranai;
M: Bei Menander finden sich zwei Beispiele für eine Form
von 1:i<;;+ substantiviertes Partizipium:
E 2l Tl yae "COuchJ..voY;
S 192 1:i nou (vgl.Aristophanes V 834 r[ nou 1:0xefjµa;)
1:0 ycyo116<;;
b) Im Munde des Partners:
a) Der Partner will sich durch eine Frage mit 1:[<;;ohne
Verbum finitum näher über eine vom Sprecher aus-
gesprochene Sache informieren.
A: Bei Ar ist o p h an es finden sich hierfür folgen de Beispiele:
z. B. E u96 (AJ..J...) yae W<;eµ' sex,onat. KJ...TlYc<;;
BUcl'VOlL
Av 136,467; R 206, 312; Ec 979,994; Pl 370.
M: Bei Menander haben wir E 174 und fr. 462 Keine solche
Frage.
A: BeiAristophanes findet sich noch folgendes: Der Sprecher
beginnt seine Rede. Der Partner kann vor Ungeduld ihr
Ende, daß das Objekt bringen soll, nicht abwarten; er fällt
dem Sprecher ins Wort und fragt mit einer Form von d<;;
nach dem Objekt.
z.B. L 122 (Ava.) acpcuTi'fo-d; KaJ...wv; cpeaaoY
PI 400.
Der Partner sucht sich durch eine Frage mit einer Form
von 1:ü;; mit vorhergehender Präposition über weitere, in der
Rede des Sprechers nicht zum Ausdruck gekommene Um-
stände zu unterrichten.
A: Bei Aristophanes finden sich in diesen Fragen folgende
Präpositionen:
c. gen.:
be: R 76 1 Ata. neay µa near µa µeya xsxiv17mt µeya
wie; YeX(!Ol<Jl xa1, oufotc; noAÄ~ navv.
EY
Em,. be, wiJ;
naea: Av 608
ntei: N 736; V 767; Av u3; Ec 622; Pl 199
{m6: A 824
EYExa: PI 117 7
xaew: R 1418.
c. acc.:
bd: N 256
xai-a: Ec 559, 604
ne6c;: E 206; P 45.
M: Bei Menander finden sich folgende Präpositionen in diesen
Fragen:
c. gen.:
ncei: E 8 ; G 8 7.
c. acc.:
S 194
1'5u::i:
f.tc;: E 52 I
bd: S 316.
A: Beliebt sind bei Aristophanes im Munde des Partners die
elliptischen Fragen:
i-i-vt(up) r:e6:rup;A 919; N 375; P 689; Av 1621; R 1404
i-iva i-e6nov; N 170; Av 180; L49 (r:iva<5~-,;e6novno{}';); R 26.

ß) die elliptischen Fragen i-i ~ai; und r:o-ri;


A: ri cJai; steht bei Aristophanes öfters allein als Frage des
Partners. Das Ve't"bum hat man aus der Rede des Sprechers
zu entnehmen. Zu übersetzen ist es bald „Warum denn?"
(aa), bald „Was denn?" (ßß), bald „Wozu denn?" (yy).
aa) z.B. E 28
oe/Joiua TOVWVl 'lOY ofow6v. Ntx. ri c>ai;
(,,Warum denn?"; SC. Öec>otuac; TOVTO'Vt TO'V olWYOY)

N 1275; Av 225; R 135, 867, 1479.


ßß) z.B. N 656
bu{}vµw µav{}avetY o-Miv. .:Ew.-d öa[;
'WVTWY

(,,Was denn?". ,,Was willst Du denn lernen?")


Av 64; Pl 156; fr. 320, 9 K.
yy) z.B. E 493 '1YJµ.lxe vvv, e;rdyxmpovJ..aßdw-raöt.
Alk rt l>at;
(,,Wozu denn?", sc. soll ich das verschlucken?)
R 1479.
Eine merkwürdige sprachliche Erscheinung· ist dien ur bei Ari-
stophanes öfters vorkommende elliptische Frage: ro (rd) rt;
Wir bemerken folgende N uancierungen:
aa) Der Sprecher will den Partner zu etwas auffordern.
Er hat bereits seine Aufforderung auszusprechen
begonnen, da fällt ihm der Partner, ohne ihr Ende
abzuwarten, ungeduldig ins Wort mit der Frage: ro-d;
z. B. N 748 .:Ere.elne ö~ vvv µoi - .Iw. 7:0Tl;
P826; R7; Pl902.
ßß) Der Partner will eine Sache, die der Sprecher nur
angedeutet hat, näher bestimmt wissen, indem er
fragt: ro-d;
z. B. N 77 5 :Sw. ä:ye ()~ wxsw<; ~vvaena<JOV
WVTt .
.Ire, 1:01:E;
V 818; P 693 (1:d:1:i;), 696; Av 1039; R 40.
yy) Einmal ruft der Partner, aufgebracht durch eine
ihm vom Sprecher zugemutete Forderung, wütend
aus: -,;o1:[; (,,Was soll ich tun?").
R I 2 2 8 iJw. e,Jöaiµ6vl
ävöewv anone[w -,;~yJ..~xv{}oy'
Ü1a µ~ Öaxvatan WV<; neo26yov<;fJµw-v.
Eve. 1:01:t;

y) -,;[<;+Partizipium.
Eine elliptische Ausdrucksweise, die im Griechischen auf dem
Gebiete der Wortfrage -,;[f;; in affektischer Sprache vorkommt,
ist folgende:
Der Sprecher hat in seiner Rede eine Sache, die den Partner
stark interessiert, nicht vorgebracht. Um über sie Auskunft zu
Dittmar.
5
66

erhalten, schickt sich dieser zu einer Frage an. Im Moment ist


er aber zu stark erregt, als daß er Zeit zu ruhiger Überlegung
einer selbstständigen Frage finden könnte. Vielmehr bildet er
im Anschluß an das ihm aus der Rede des Sprechers noch leb-
haft vor der Seele schwebende Verbum finitum eine elliptische
Wortfrage mit ric;; und einem folgenden Partizip, das er von
jenem unausgesprochen bleibenden Verbum finitum aus der Rede
des Sprechers abhängen läßt. In gutem Deutsch ist eine wört-
liche Übersetzung unmöglich.

A: Bei Ar ist o p h an es finden wir fünfzehn Stellen, wo der


Dialog derart gestaltet ist.
Gefragt ist: a) nach dem Subjekt:
z. B. A 45 Kr;e. rü; ayO(!EVeWßovAe'Cal;
Aµ(f). l:ych. Kr;e. ric; wv;
N 893;
b) nach dem Objekt:
z. B. A 9 l 4 Nl'x. uat <Jeye (f)a'VWneoc; 7:0l<J()E,
Bow. ri Mnudµevoc;;
E 741; N 895, 900; P 104, 7oi; Av 993;
L 555; Th 89, 180; R 7I, 1062; Pl 908.

M: Bei Menander finden sich für diese Art der Dialoggestaltung


drei Beispiele. Es ist jedesmal nach dem Objekt gefragt.
z.B. S 157 (A.) navaw a' iyw,
wc; o'ioµm - X. ,r,f,nowvaav;
314; Fl 80.

lb) eingeleitet durch: nwc;;


A: Bei Aristophanes wird in echten Fragen mit .nwc;; häufig
das V erb um finitum ausgelassen.
a) im Munde des Sprechers. Durch eine Frage mit
+
nwc;; adjektivischem Prädikat wird nach einem Subjekt
gefragt.
nwc; o a"froc;
wvwc;;

b) im Munde des Partners. Der Partner will sich durch


eine Frage mit nwc;; etwas aus der Rede des Sprechers,
das ihm unklar geblieben ist, näher erklären oder etwas,
was der Sprecher in seiner Rede erwähnt hat, näher be-
schreiben lassen.
nwc;:
z.B. V 4 7 Zwa. OVXOVYexüy' a,V.6noTOY,o etweoc; x6ea!;
Say. ,fjxwi'' all' ci(]t<JTOY.
YEYOµcYOc;; Zwa. nwc;;
Außerdem noch elf Beispiele.
nwc; ()~: N 664, 673, 1442; V 21; L 574; R II62.
ual:niö~: E 128; N 1434.
Öfters greift der Partner einen Teil, den er näher er-
läutert oder begründet wissen will, aus der Rede des
Sprechers heraus und leitet ihn durch nwc;; (,,Wieso?") ein.
z.B. A 395 ff. Atx. BY()OYlm:' Evetn[()nc;;
Kn<p-ovx [y()oy SY()OYem;[y,d rvchµfjY lxuc;.
Atx. nwc; ev()ov, cl-r'ovx lv<5ov;
L 496; Th 13; R 98, 487, u55; Ec 126; Pl 356.
M: Bei Menander finden wir nur drei Stellen, wo in echten
Fragen mit nwc;; das Verbum finitum ausgelassen ist.
z.B. E 233 nwc;, aßüu:et;
P 377; Kl 42.
lc) eingeleitet durch: noioc;;
A: Sehr häufig ist bei AristophanesVerbalellipse in Fragen
mit no'"ioc;;(o noioc;;).
a) im Munde des Sprechers istVerbalellipse in den mit
no"ioc;(o nofoc;) eingeleiteten Fragen selten.
noioc;;:
, ' , , , ,,.. , , (
z. B . A 2 86 ant noiac; aruac;, wxaevcwY rcem-rawt; sc. xa-ra-
ÄEV<Jcr:i
µc)
N 685; L 963 (lyr. - Auf eine noioc;-Frage mit
Verbum folgen vier noioc;-Fragen ohne Verbum)
o noioc;;:
A 4 1 8 ni noia i(]VXrJ;
ß) im Munde des Partners. Sehr oft kommt es bei
Aristophanes vor, daß sich der Partner etwas vom
Sprecher Erwähntes durch eine elliptische Frage mit
noioc;; (selten o nofoc;;) näher erläutern lassen will. Bald
wiederholt der Partner das Wort, das er näher be-
schrieben wissen will (aa), bald läßt er es aus (ßß).
aa) z.B. A 62 Kr;e, Ot nefoßctc; Ol :TW(!a ßaatlswc;.
Atu. :rw[ov ßamlewc;;
s*
68

ßß) z.B. E 448 All. 1:ovnan:nov Elva[ <prJµlaov


rmv /Joev<po(!OJY.Kl. nolwv; <p(!daov.
Die Zahl der Beispiele beläuft sich insgesamt auf
nahezu vierzig.
Selten sind die Beispiele, wo die Frage mit einer
Form von o noio;; eingeleitet und mit einer Form von
olno"f: fortgesetzt wird.
z. B. A 96off.
ese, exüwas Aaµaxoq Oe 'WV"l'Y)<Jl /Jeaxµif q
cl; wv; X6a~ aln:ip µcwbofJya,, TW'JJutxlwv,
T(!lWV/Jeaxµmy b' exÜeVe Kwnij.l/ lyxslvY.
Atu. o noio; o-üw; Aaµaxo; 7:rJY eyxclvv;
N 1270.
Einzig· steht da Ec 646. Hier fällt der Partner dem
Sprecher, der seine Rede gerade mit den Worten:
nolv µfrrot bctVOU(!O'JJ
wvwv wfJ neay µm:6; eanv
begonnen hat, mit der Frag·e ro no'iov; ins Wort.
M: Bei Menander finden sich für diese elliptische Frage
nur zwei Beispiele, das eine ohne Artikel (fr. 348, 5 K),
das andere mit Artikel vor no'lo;; (E 1 75).
Id) echte Wortfragen, eingeleitet durch:
a) nofJ
ß) noi
y) noöan6;.
A: Zunächst bei Aristophanes.
a) Sehr häufig läßt er in den mit nov; eingeleiteten
Fragen das Verbum finitum aus. Die Zahl der Fälle
beträgt 25.
z.B. E rn78 wvwt; o µw{}o; wi; ·alwnsuiouu nov; ud.
ß) Weniger häufig wird in Fragen, die durch noi; ein-
geleitet werden, das Verbum finitum unterdrückt.
1 3 Beispiele.
z. B. A 5 73 no'i uv/Joiµov eµßalEtY; UTA,
y) In neun von elf durch no/Ja:116;; eingeleiteten Fragen
fehlt das Verbum finitum.
z.B. A 768 nobann xoieoq fj/Js; xd
M: Nun Menander.
a) In Fragen mit noiJ; fehlt fünfmal das Verbum finitum.
P 4 19; S 2 8, 41 ; Kn 9; M 14.
ß) In Fragen, eingeleitet durch noi;, steht viermal
kein Verbum finitum.
p 144; s 109, 154, 237.
y) Die Frage noöanoq; kommt bei ihm einmal vor;
es steht kein Verbum finitum.
fr. 462 K.
Ie) ufJ; (cht17;).
A: Zwei elliptische Fragen, die nur bei Aristo-
ph an es vorkommen, sind:
nfJ; und o·m7;
(,,Warum denn eigentlich?", ,,Wieso denn eigentlich?").

z.B. E 126 ArJµ. 6J µmee Ilacplaydw, mfü' är/


scpvM:r:r:ov
n&lat,
1:0V 11:S(!tasavwfJ X(!'Y)<Jµov
O(!(!OJ-
ÖWV; Ntu. ufJ;
731; P 927; Ec 796, 1086.

V II55; P 1018; Th 84.


ß1 ) oufJ;kommt allein nicht vor.
ß2) ou~r[;

e , , s 'l
y) OTlfj Tl U'YJi
N 755; PI 136.

in rhetorischen.
Ia) eingeleitet durch r[q;
A: Bei Aristophanes:
a) im Munde des Sprechers:
r[q; z. B. A 736 r{q o'OVTOJq ävovq
öq vµe ua netmr:o, cpavseav Caµtav;
N 653; Th 592.
1:[; z. B. E l 2 64 Tl uallwv 17äexoµevot<JlV
~ um:anavoµivowtv
17{}oavt'nnwv lJ.a1:fjeac;äd0ew ...• ; 1
Ec 6m
döeaotrovw; E 1198; L514 (rniJm); Ec520.
1
Anfang eines verlorenen Pindariscben Prosodion: fr. 89 Sehr.
b) eine bei ihm im Munde des Sprechers beliebte
elliptische Frage mit -d; ist:
1:[ ö' äHo y' -lj; (sc. rlyvcmt bzw. nouö)
z. B. N I 2 86 ff. .l:-re.wfüo ö' la{}' 0 -r6uoc:;
-,;[{}'YJ(!tOY;
Aµ. -,;[o'ällo y' ~ umd µfjva uat ua{}'~µieav
nUov nUov Ul(!')'V(!WY ad y[yvcrnt,
vnO(!(!EOYTOc:;wv X(!OYOV;
1447, 1495; P rn3, 923; Av 25; R 198;
Ec 395, 771.
Ohne Vergleichspartikel:
E 615; N ro88.
M: Bei Menander:
a) im Munde des Sprechers zwei rhetorische Fragen
mit -d;
E1 7 -,;[öi µot wfüo;
E 544 -r[öi µot iw-re6c:;;
b) einmal kommt -d yde ällo; vor:
s 193.
lb) eingeleitet durch nwc:;;
A: Bei Aristophanes:
a) im Munde des Sprechers:
xat nwc:;;: N I 380 xat nwc; Ötua[wc:;;
nwc:;ov;: N 393 TOYo' aiea 1:6-vö'ön' anieavwv, nwc:;
ovu clxoc:;,uiya ßeonav;
b) im Munde des Partners:
uat nwc:;: N 716f. Xoe, µfJ YVVßaeiwc:;ä),:yctJ..tav.
2re. uat nwc:;;
(Sinn: Das ist qoch unmöglich)
nwc:;/j' ovx[;: p 1026 Tev. ovxovv Öouw aot µavuucvc:; TO
cpevyavov -,;[{}w{}at;
Xoe. nwc:;ö' ovxl;
nwc:;yde ; : N 1 181 ff. <./)u.ov yde la{}' Önwc:;
µ[' ~µiea yivot-r' av ~µiem Övo.
Zr:e. ovu äv yivotw; <J)u. nwc:;yae;
c) der Partner wiederholt in einer rhetorischen Frage
mit nwc:;; einen Teil aus der Rede des Sprechers.
ydiywv V~ ,1[' lucivoc:;.Ava.
nwc:;;: L 521 lleo. oe{}wc:;
nlig oe{}wc:;,a3 uau6ömµov;
:nwr;yde ov; R 73 8 Ata. vr; 7:0Y Ata 7:0Y oanijea, ysvva(5ar;
aYr;(! o bwn6rr1r;oov.
Sav. nW~ yde oVxi ye11v&Oa~,öait~ ... ;
M: Bei Menander finden wir als einziges Beispiel die
rhetorische Frage :nwr; yde ov;
fr. 274 K.
A: die rhetorische Wortfrage nofhY;, nur bei Aristo-
phanes vorkommend. Sie steht einige Male in der Ant-.
wort und hat den Sinn einer starken Verneinung (etwa =
oMaµwr;).
z. B. V 1 144 <PtÄ.E'V'EußmaYOl<Jl'VyiyYcWl 'X(!OXYJ<;
B&. nMhv, wya{}'; x6ltt;
R 1455; Ec 389, 976.
In fr. 655 K ist n6{}c:y; wohl als starke Verneinung einer
vom Sprecher aufgestellten Behauptung mit voraus-
gehender polemischer Frage anzusehen.

In Satzfragen.
1..in echten.
A: Häufig ist bei Aristophanes die Auslassung des
Verbi finiti in echten Satzfragen. In der lebhaften Rede
unterläßt es der Sprecher, die Frage vollständig zu stellen;
er kleidet nur den ihm wichtig erscheinenden Teil in die Form
einer echten Satzfrage, teils ohne (a), teils mit Partikel (ß).
a) ohne Partikel:
z. B. A 42 I 7XXwiJ tV<:pAOV<Pofrtuor;;
(sc. ßovlu ötöw
. z
D 1e a hl d er B . . l b
e1sp1e e etrag
„ t „ b . .
u er v1erz1g. aot) xd
ß) m i t Part i k e 1:
ov:
z. B. A 46 OV'X lJ.y{}ewnor;;(SC. cl)
76 I ; E 2 7 ; N 73 3; R 2 75 ; Pl 400.
µ'YjM:
~
z. B . R 5 µ'Yju cTc(!OYaorc:w11
I _\11 Cl > I
u; sc. stnw
( >I )

9
µciw:
z. B. A 418 µwy (sc. Ta.VW rd T(!VVJöt()W<Jot)BY olr;
Olvc:vr;oMobvanorµor; ysemor; ~ywvi?;c:ro;
P 5 2 7 ; A v w9 ; L 2 3 ; Th 3 1, 3 3, 5o ; Ec 3 5 6
ctea: A 589
ct~ ov: Ec 462
ctea Mjr' ov: V 463
11:0Te(!O'P ( 11:0U(!a) :
z.B. N 203 :E1:(!.WVT' oiJv,Tl ifon xe~atµov;
Ma{}. yfjv avaµBi(!Bia{}m . .E1:e,
:n:61:eea -rhv XArJQOVXla'I
Av 104, 427 (n61:eea); R 69, 1455
lj: N 249 -rip yd(! ÖµYvr'; i) möaefotmY
(sc. yoµiaµaaw) wanBg EYBv(anfrp;
N 638 (mit vorausgehender Wort-
frage) n6ueov nB(!t µb:ewv ~
(!V{} µiiJv 1J11:B(!te1:W1'
i
642; Av rn2; L 982; Th 91
nOie(!OY
ist ausgelassen: V 1509; Av 1204, 1500; Th 743,746;
R 31 r.
M: Bei Menander finden wir das Verbum finitum in fol-
genden echten Wortfragen ausgelassen:
a) ohne Partikel: s 314 M. xlaµvöa xat ami{}rp' TtYa
eYcyxe µot. II. ana:&rJY
lyw <Jot;
ß) mit Partikel:
ctea:
z. B. P 8 7 &ea TO µvlw{}(!BlY xe6:um:oy;
fr. 3 3 7 K = M fr. 6 J
~: E 325
(erg-änzt)
ov: E 634.
in r h et o r i s c h e n :
Sie ersetzen
a) eine Aussage.
A: a) In rhetorischen Fragen, die eine Verneinung er-
setzen, finden wir bei Aristophanes nur zweimal
das Verbum finitum ausgelassen.
A 6 1 8 clJ onµoxea-rta,-wfha oijr'

ß) Häufig fehlt in rhetorischen Fragen, die eine Be-


jahung ersetzen ( eingeleitet durch ov, bisweilen
durch ovxt), das Verbum finitum.
So besonders: ov ÖBtYa;
absolut: A 770; Av 1033
mit folgendem Inf.: A 1079 ov Öt:tvd µ~' ~Bivat µB µ~ö'
E 875; V 1368; E~c 400. foeraam;
73

Weitere Beispiele, eingeleitet durch:


ov:
z. B. A I 25 rnvrn oiJ-r' OVX ayx6v17;
E 34; P 1230; PI 133
ovx{: N 340; V 858; Pl 17 5, 176
ovyae;: p 970 ovyd.e, ofovsq;
riµ<iwxarnxeovrwv Mwe rnaovwvl
lc; mv1:o rniJ{}'lmaa' l6nsc; xwelov;
A v 6 r r ; Ec 7 6 5.
r) Bei den durch ovxovv eingeleiteten rhetorischen Fragen
läßt Aristophanes bisweilen das V erb um finitum aus.
So besonders: ovuovv otua{wc;;
Absolut: P 865.
Mit folgendem begründenden Relativsatz:
z. B. N 692 .J:w. oeif,c;,yvyaixa TfJY'Aµvy[ayualeic;.
.:Er:e.
ovuovv Olxatwc;,fjuc;ov ar:ea-rnvsrnt;
13 77; PI 1124.
Mit folgendem Adjektivum + Infinitiv:
V 50 ovxovy eYa{}'yec; rnfho avµßaÄÜY, Ört
ae{}dc;ae' fJµow lc; x6eaxac; olx~aernt;
L 587.
o) Beliebt ist bei Aristophanes die elliptische rheto-
rjsche Frage: äJ,'YJ{}Bc;; (Sinn: Das kann doch nicht Dein
Ernst sein). Der Partner wirft sie ins Gespräch, er-
staunt über eine vom Sprecher getane Äußerung.
z. B. A 55 7 (Atx.) voiJc;ae' fJµiv ovx ln.
Hµix, aJ.rrfhc;,clxnfretmeua2µwednau.;
E 89; N 841; V1223, 1412; Av174, ro47,
1606; L 433; R 840; Pl 123, 429.
b) eine Aufforderung.
A: Ellipse in diesen rhetorischen Fragen ist bei Ari-
stop h an es selten.
A 684 Olacpijxsc;ovx a.noui5v {}vewy; (Ö..nt'lc)
Av 1258 ovu ) a.noao
, ßl'Y)<Jne;ov, 1:axswc;; sc.
I (

anoaoMasn)
Hierher gehört auch die Verwünschungsformel:
ovx ec;xoeaxac;; N 87 I; V 458; R 607; Pl 394•
( SC. ano<p{}B(!et)

Dieser großen Anzahl von Stellen bei Aristophanes, an


denen in rhetorischen Fragen das Verbum finitum aus-
gelassen ist, stehen nur zwei bei Menander g-eg-enüber.
74

M: a) Aussage.
E2 4 ovu ~:n;[m]6[lawv
1
;

b) Aufforderung.
Außerdem kommt die Verwünschungsformel ovu er;
x6eaxai;; einmal vor.
EI 24.

C. In Halbfragen.
A: a) In den durch ov /j~ nov eingeleiteten Halbfragen wird bei
Aristophanes dann das Verbum finitum ausgelassen, wenn
eine Wortfrage vorausgeht.
z. B. A I 2 2 o/Ji Oe-di;no-r;'for[y; ov ö~ nov ~rearwv;
Av 269; Ec 327.
ß) Für Verbalellipse in der Halbfrage slrn haben wir bei
Aristophanes nur ein Beispiel.
R 6I O slr' ovxi /Jsm:i rniJm rvm:ct'Vwvwvt
xUmovm neoi; nUl6reta;
y) ov rt nov:
Av 442 ov rt nov rov - ;
M: Wie schon oben (Seite 35) erwähnt,kornmen bei Menander
weder durch ov o~nov noch durch ov rt nov eingeleitete
Fragen vor. In den wenigen Fragen, die durch clra er-
öffnet werden, steht das Verbum finitum.

D. In polemischen Fragen.
Der Partner ist stark beeindruckt worden durch eine vorn
Sprecher getane Äuf~erung. An ihr bleibt er, da ihm in seinem
starken Affekt im Moment die rechten Worte fehlen, mit seinen
Gedanken haften. Sein Affekt entlädt sich darin, daß er den in
seinem Gedächtnis am stärksten haften gebliebenen Teil aus der
Rede des Sprechers, je nachdem sich seine seelische Grund-
stimmung durch das Gehörte verändert hat, in erstaunter oder
zurückweisender oder gar polemischer Frage wiederholt. Der
der Rede des Sprechers entnommene Teil wird nur selten ver-
ändert oder erweitert wiedergegeben. Es überrascht nicht, daf~
diese Art Fragen in Aristophanes' lebhaftem Dialog häufig ist,
in Menanders ruhigem Gesprächston aber nur selten vorkommt.
Alle Wortgattungen und Satzteile aufzuführen, die in pole-
mischen Fragen wiederholt werden, erscheint mir unnötig.
1
Sicher ergänzt von Jens e n.
75
A: Die Zahl der Beispiele beträgt bei Aristophanes nahezu 60.
z.B. A 309 Atu. oUYlyw uat wvc; Aauwvac;, ok äyav lyuelµd)a,
ovx, U:n<l'VlWY Övrnc;fJµi:val-r:lovc;
-rwv neayµa-rwv.
Xoe, ovx ananwv; w naVOV(!')'e;
Nur bei einem geringen Prozentsatz der Fälle ist der Wort-
laut verändert:
A 919; E 955; p 872; R I20I
bzw. erweitert:
A 161; E 415; N 1378; P 924.
Besonders hervorheben möchte ich die polemische Frage
lyw;, die eine Wiederholung des Subjekts aus der Rede des
Sprechers mit formaler Änderung darstellt. Sie erscheint bei
Aristophanes 14 mal (z.B. E 168 ud). Dreimal ist außerdem
ein Teil aus der Rede des Sprechers wiederholt.
z. B. V l 92 f B~e. 'JlOVrJ(!Oc;
el 'JlO(!(!Cü
'Z'SX,V'Y}f;
uat nae6.ßo2oc;.
<PtJ...
lrw nov1Je6c;;
M: Bei Menan der kommt die polemische Frage eyw;
viermal vor.
E 188, 572 (ergänzt); S 71, 100.
Außerdem finden sich bei ihm zwei Beispiele, in denen aus
der Rede des Sprechers ein Teil wiederholt wird.
z. B. S 3 1 4 M x,laµvJa uat a;na{}17v
uva
eveyui µot. II. and{}17vlyw aot;
Pn 13
Sonst haben wir noch polemische Fragen:
E 1 31 (ergänzt); E 8, 259, 679; S 92.
Verändert:
P 425; S 216; F 56.

Ellipse des Verbums.


III. In Verwünschungen.
A: Bei Aristophanes finden wir in folgenden Verwünschungs-
formeln das V erb um finitum ausgelassen.
a 1 ) lc; u6eauac; N 646; V 852, 982 1
a 2 ) ovu lc; u6eauac;; N 871; V 458; R 607; Pl 394.
( SC. ano<p{}e(!ct)

1
p 19 vfl 1:0JI di' h XO(.HtXa~ ye (sc. anliav [nach
aTCOf/)1::(!I:: Schol.J) xai aaviov
ys neo(;.
ß) u&uun:a E 6.
(sc. dn6lorw)
r) lr; uccpal~v aot P rn63; Pl 526.
( SC. 'l(!a1lOtTO)

M: Bei Men an der findet sich Verbalellipse in den Ver-


wünsch ungsform eln:
a 1 ) lr; u6eaxa~ H 70; S 155; fr. 971 K
a2) ovx h x6eaxaf; E 1 24.

Ellipse des Verbums.


IV. In Ausrufen.
Eingeleitet:
r. durch wf,
a) rof+ Adjektivum.
A: Bei Aristophan es fehlt in nahezu 50 °lo der durch
wf eingeleiteten Ausrufe mit folgendem Adjektivum das
Verbum fi.nitum.
z. B. A 254 Wf; µaxa(!tOf IIÖ<J'llf; a' o:nv<Jcl,
766, 789, rn58** 1 ; E 706, 1188**, 1390**;
N 13 9 9 ; V 8 3 4 ; P 2 5 7 ; A v 5 5 3 **, 6 ro *,
667**, 668 (zweimal); Th 130**, II8o,
n85 *, n91*, 1210; R 178; Ec 204; PI 27 5;
fr. 67 K.
Eine Sonderstellung nehmen die Verse A 1199 und
N 364 ein. Hier ist das Subjekt aus dem verballosen
Ausrufesatz herausgenommen und abhängig gemacht
im Genitiv von einer primären (A II99) bzw. sekundären
(N 364) Interjektion.
z.B. A l 199 ananai änanai,
r,wv n;,{}[wy, wf oulr;ed uat xv~dwta.
M: Bei Menander steht bei einem Drittel der durch rof
eingeleiteten Fragen mit folgendem Adjektivum kein
Verbum fi.nitum.
z. B. H 76 Wf; olX'l(!OV, f} w}taiJrn [~vm}vxw µ[qY1'),
E 249; P 62; fr. 506, 749, 848 K**.
1
An den mit * bezeichneten Stellen geht eine primäre Interjektion voraus,
an den mit ** bezeichneten Stellen steht eine sekundäre Interjektion dabei.
77

ß) wc;+ Adverbium.
A: Bei Aristophanes fehlt bisweilen in Ausrufen, in
denen auf Wf; ein Adverbium folgt, das Verbum finitum.
z. B. A rn5 o'lµot uaxo<)a{µrov, Wf; aa<pwf;
E 10 I ; N 2 I 5 ; V 1 74; Ec 5 2 I.
M: Bei Menander steht in den wenigen Ausrufen mit
Wf;+ Adverbium immer das Verbum finitum.
2. durch olof;.
A: Bei Aristophanes fehlt zweimal in durch olof; ein-
geleiteten Ausrufesätzen das Verbum finitum.
z. B. N I 303 olov 7:0neayµ6:r:rov eeäv <pAaverov
L 884.
M: Bei Menander fehlt relativ häufiger als bei Ari-
stophanes in durch olof; eingeleiteten Ausrufen da$
Verbum finitum.
E 1 29; p 269, 332.
3. durch Öaof;.
A: Bei Aristophanes ist nahezu bei einem Drittel der
durch öaof; eingeleiteten Ausrufen kein Verbum finitum
vorhanden.
z. B. E I 2 I 8 lw µot, 7:WVaya{}wv Öarov n'Ua.
N 2**; P 239; L 200; Th 624; R 1278**.
M: In den zwei durch öaof; eingeleiteten Ausrufen, die
bei Menander vorkommen, steht das Verbum finitum.
Pn 8; fr. 780 K.

Ellipse des Verbums.


V. In Aussagen.
Am Ende dieses Kapitels will ich die Verbalellipse auf dem
Gebiete der Aussage behandeln.
A: Zunächst bei Aristophanes.
Bei ihm finden wir auf diesem Gebiete ein reiches und
mannigfaltiges Material. Jede einzelne Stelle, an der der Einfluß
irgendeines Affektes zu spüren ist, aufzuzeigen, ist im Rahmen
dieser Arbeit unmöglich. Vielmehr kommt es mir bei der Behand-
lung dieses Abschnittes lediglich darauf an, die Stellen nachzu-
weisen, die in ihrem Kern etwas Gemeinsames haben und sich
daher zu einer Gruppe zusammenfassen lassen. Auf diese Weise
hoffe ich, einen kleinen, aber abgerundeten Ausschnitt aus dem
Gebiete der Verbalellipse in Aussagen geben zu können. In
einem ersten Teil will ich die verballose Aussage im Munde des
Sprechers, die durch den Affekt hervorgerufen wird, behandeln,
während ich im zweiten Teil auf die affektischen Momente in der
Wechselbeziehung Partner - Sprecher näher eingehen will, d. h.
ich will die Stellen untersuchen, an denen der Partner zu einer
Äußerung des Sprechers Stellung nimmt. Den zweiten Teil ge-
denke ich aus zwei Gründen weiter auszuführen; erstens, weil
auch hier wieder so recht deutlich wird, wieviel lebhafter der
Dialog bei Aristopbanes gegenüber dem bei Menander ist. Zum
zweiten aber, weil in dem hierher gehörigen Material zugleich
die Hauptverwendungsart von Beteuerungspartikeln bei Aristo-
phanes erfaßt wird.

L Affelctische Momente auf dem Gebiete der Aussage im Munde des


Sprechers.
a) An erster Stelle sind hier zu nennen die Ausrufe in der Form
einer verballosen Aussage. Sie sind kenntlich daran, daß die
normale Wortstellung: Subjekt - Prädikat - Prädikatsnomen in-
vertiert ist. Letzteres wird häufig durch die Partikel yc verstärkt.
Interjektionen oder Beteuerungsformeln verstärken bisweilen den
Ausruf.
1. ohne Erweiterung:
z. B. A l l 42 avµnonxd i-d neayµai-a
V 933, 1253; P 38; Av 826; L 756, 1218; Th II88;
R 623, 637; Ec 266.
2a) + yi:
z. B. A 909 µixx(g; ')'e µii.xoc; olnoc;
1105, 1106; E 1377; V 953, II39; Av 1208;
Th II87; R 1370, 1482.
2 b) +Interjektion:
z. B. A 114 1 ßaßaui~, XetµS(!ta i-d neayµarn
1190; Av 2 72 ( das Subjekt ist zu ergänzen).
2 c) +Beteuerung:
z.B. A 8II Y~ dw Lit' aautw yc ub ßoaufJµau
L 777·
79
b) Eine andere affektbedingte, sehr kurze Ausdrucksweise, die
wir auf dem Gebiete der Aussage bei Aristophanes öfters im Munde
des Sprechers finden, ist: ov yde &22a. Zu dem negierten Teil der
Periode, in dem außer dem Verbum finitum bisweilen auch andere
Satzteile fehlen, ist jeweils ein sinngemäßer, aus dem Zusammen-
hang zu entnehmender Gedanke zu ergänzen. So lautet z. B.
E I 2 0 5 ov yae aÄÄa wiJ naea{}hn;oc; 'YJxaetc;
vollständig: ov yde [aov fJxaetc; fodv], &,Ud wv naea{}frco'c;
( 'YJxaetc; sarlv)
N 232; R 58, 192, 498, u8o; Ec 386.
c) Eigenartig ist das Fehlen des Verbi finiti an den Stellen
A 827 und Ec 1027, wo beidemal der Text lautet:
x2awv yt av.
Der m dem unausgesprochen bleibenden Verbum finitum
enthaltene Gedanke ist wohl: ,,(jammernd) wirst Du abziehen".
Der Sprecher wird ihn wohl durch eine drohende Geste mit
einem Prügelinstrument, etwa mit einer Peitsche, seinem Ge-
sprächspartner veranschaulicht haben.

IL Affektische Momente auf dem Gebiete der Aussage in der Wechsel-


beziehung Partner - Sprecher.
I. Teil. Hier sind zunächst die Stellen zu nennen, wo der
Dialog folgendermaßen gestaltet ist:
Der Partner ist durch eine Äußerung des Sprechers in seinem
Innern mehr oder weniger stark erregt und angeregt worden,
nun seinerseits einen Gedanken anzubringen. Infolge des Affektes
jedoch ist er nicht imstande, diesen klar in einem logisch-
grammatisch vollständigen Satz mit einem neuen, selbstgewählten
Verbum finitum zum Ausdruck zu bringen. Vielmehr benutzt
er bei der sprachlichen Formung seiner Gedanken das eben von
seinem Mitunterredner verwandte Verbum finiturn und bisweilen
auf~erdem noch andere Satzteile aus der Rede des Sprechers,
spricht aber weder diese noch jenes aus.
z. B. A 7 7 IIe. Ot ßaeßaeot rae ävöeac; fJyovnat µ6vovc;
wvc; nA.el<JTaövvaµivovc; <payüv 7:6 xat müv.
Atu. fJµüc; öe 2mxaauk ys ual uaranvyova~.
(sc. µ6vovc; ä-vöeac;rirovµs{}a)
80

Diese Art der lebhaften Dialoggestaltung hat Aristophanes


besonders fein durchgeführt an einigen Stellen der „Ritter"
(1001, 1088, 1092, 1105, 1110, 1154, 1165, 1168, 1178).
Um die Gunst des Herrn Demos werben seine zwei Dialog-
partner, der Wursthändler und Kleon. Keiner will dem anderen
darin nachstehen; jeder will sich dem Herrn Demos gegenüber
in ein möglichst günstiges Licht setzen. Behauptet der eine
von sich etwas, dann versichert sofort der andere das Gleiche,
oder er sucht seinen Nebenbuhler durch Behauptungen wie:
daß er das und das noch viel besser könne, zu übertrumpfen.
Außer den eben erwähnten Stellen finden sich bei Aristophanes
nahezu noch 60.
Eigenartig sind die Fälle, wo der Partner in einer verballosen
Aussage, bestehend aus Adverbium + Partizipium, Stellung zu
der Rede des Sprechers nimmt. Aus dieser ist das Verbum finitum
zu ergänzen ( vgl. P 269, wo in der Rede des Partners das Verbum
finitum aus der Rede des Sprechers wiederholt ist).
z. B. A 1049 IIae, bu;µ'tj)e -d~ (101, vvµ<pio~ 'WV'lt U(!Ba
ex 'lW'J.I yaµw,,. Atu. ualw~ ye lWlW'J.I,
P 2 8 5 ; L 5 2 1. Öau~ ~v.

Teil. Weiterhin gibt es Dialogstellen, an denen der Partner zu


2.
einer Äußerung- des Sprechers (Aussage, Aufforderung oder Ant-
wort) nicht in einem g-rammatisch vollständigen Satz Stellung
nimmt, sondern in einem Kurzsatz. Oft handelt es sieb dabei um
etwas Affektisches, Das braucht aber keineswegs immer der Fall
zu sein.
I. Die Äußerung ist eine Aussage.
A. Sie ist positiv gerichtet.
a) Ihr wird zugestimmt [bisweilen nur, um dann den Gegen-
satz um so schärfer hervortreten lassen zu können
(z. B. V 966)]
I a) durch Adverbia (di, ua.Ä.w~.oe,&w~usw.), die stark zur
Ausrufsseite hinneigen; ohne Zusatz:
z. B. E 2 2 Nix. eUxrua,&svvv
afno cpa,&1,wiJµoJ..wµm ArJµ. av'lo. Ntx. :navv ualw~.
Außerdem noch 8 Beispiele.
1 b) + Beteuerungsformel:
R u66, u69.
81

I c) + ys:
z. B. E 4 70 sfJ r' sfJ rs
Außerdem noch 8 Beispiele.
1 d) ys + Beteuerungsformel(n):
z. B. E 94 I ciJ ')'8 Y~ TOY Ata ual TOY "A.n6,Uw uat T~Y
AfJµrJT(!a
N 667; L 1095; Ec 213.
1e) +rs+sekundäre Interjektion:
N l I 50.
2. durch eine Beteuerungsformel:
z.B. A 774
AuI3erdem noch über 15 Beispiele.
3. durch lywys:
N 826.
4. durch eine Beteuerungsformel + lywys:
N 328 "'~ At' lywyc.
5. durch eine Partikel:
ya{ (+ Wiederholung des Objektes aus der
Rede des Sprechers)
A430Eve.olö' ävl5ea,MvacwTfJJ.ccpov.Atu.vatTfJlupov.
b) Sie wird abgelehnt.
I a) durch eine Beteuerungsforme]:
absolut:
z. B. E 84 Ntu. o €Jcµim:oulfovc;yde {)6,ym:oc;at(!87:WTB(!O<;.
Anµ. µd At' aU' äueawY olvov aya{)ov <Ja[µovoc;.
Außerdem 4 Beispiele.
1b) Negation:
V 83; P 1046; PI 1069.
1 c) +Negation+ <Jfjrn:
V 169; R II83, II98; PI 1070.
1 d) +Negation lywys: +
PI 706 µd At' ovu lywye.
2. durch ov:
z. A 106ff. (Atu.) xavyo.newuwvc; wvc; 'Iaovac; Uyet,
d .7l(!O<J<JOX(ifol
xevalov BU'UVV ßaeßaewv.
IIe, ovu all' axavac; Ö<Je
')'E xevalov Uyet.
Außerdem noch 13 Beispiele.
3. durch ein Adverbium + ys:
V 79, 1393 oMaµwc; ye.
D~m~ 6
82

B. Sie ist negativ gerichtet.


a) Ihr wird zugestimmt
rn) durch eine Beteuerungsformel:
z.B. V 76
Außerdem noch 6 Beispiele.
r b) +Negation Partikel:
z.B. V 665 µd .di' ov µinot
L 252; R 914.
IC) +Negation+ l;1wy1o:
L 990 ov 1:011.di' ovu lydJYya.
b) Sie wird abgelehnt
durch eine Negation:
V 946 ovu, &,V,a.

II. Die Äußerung· ist eine Aufforderung 1•

a) Der Partner erklärt sich bereit, der Aufforderung des Sprechers


Folge zu leisten.
ra) durch eine Beteuerungsformel:
.dia:
Y'YJ1:011
z.B. P 1264 (L1oe,)xwewµcY, cJ rfiv, lu:noMw.
Tev, VrJTOV L1ia.
L 1241
µd TOY .dia: R 663.
r b) durch lywyc + Beteuerungsformel:
P 262 lywyc YrJ.dia.
2. durch rniJra (rniJrn cJ~,rniJrn yiJy):
z. B. A 815 (.dt.u.)nteiµt11' avwiJ. Mcy. rnvra IJfJ.
E rrr; V 142, 851, 1008; P 275.
3. durch nayv 'YB[SC. raiJra not~aw]:
z. B. E 970 .dtu. ua1,µ'Y]YSYcyu' avwvc; lc!JY,tv' OVTO<Jl
avraJY duovan. All. naYV yc.
V 521; Av 56.
1 Im folgenden Katalog sind alle die Stellen aufgeführt, an denen die Auf-
forderung des Sprechers entweder ein Imperativ oder ein Adhortativ oder eine
durch ov bzw. ovxovv eingeleitete rhetorische Frage mit Indikativ Futuri ist.
b) Der Partner weigert sich, der Aufforderung des Sprechers
nachzukommen.
Die Weigerung erfolgt:
rn) durch eine Beteuerungsformel:
z. B. E 336 ovx aiJ µ' ,Mast~; Alt µa Llla.
338; L 74; Th 748, 1125; Pl .ror.
rb) durch eine Beteuerungsformel Negation (+ ys):
Th 2 69 µd TOY'An6l2w ov
R 1237 µd TOYJi' ovnw ys
V 163 µd TOYIloaetCJWoMsnod ys
L 208 µd i~Y 'A<p(]OCJlT'YjY
ov
L 1I71 ov ub atw ov (+ obj.).
Ic) durch eine Beteuerungsformel + i!yw + Negation (a) oder
+Negation+ i!y(h (lywys) (ß):
a) µd TOY'An6J,).w:
diya. Lltx. µd TOv'An6..V.w'yw µey ov.
A 5 9 K'Yj.xdf}'Yj(JO
E 14; P 16; Av 439; Th 748 (µ. 1:. ,A. wvwy[)
µa
ilia: L 87 3; PI 444.
ß) µd llia:
V 840 (BCJs.)ab CJexarYJ'YO(!etnaedw.
Zay. p,d Ai' ovx eywys.
2a) durch ov:
V 250.
2b) durch ov Mjra:
E 1229; V 989; L 905; R 845, 1230.
3. durch ein Adverbium:
PI 66 nwµala
Pl 440 fjxww naYTWY.

III. Die Äußerung ist eine Satzfrage.


Zum Schluß seien noch die Dialogstellen eingehend behandelt,
an denen die Äußerung des Sprechers eine Satzfrage ist. Nur
die Stellungnahme des Partners zu dieser Art Fragen soll unter-
sucht werden; denn es leuchtet ein, daß in Antworten auf Wort-
fragen die Ellipse des Verbi finiti nichts auffälliges ist.
a) Die Frage wird bejaht
r. durch lywys:
z. B. E 33 (Anµ.) E'ieOYfJyü yde f}wv~;,
Ntx. lywys.
I 72; N 769; VI 176; L 83 7; Th r 95; Ec 805,815.
6*
Es steht das Objekt (acc. bzw. dat.) aus der Rede des
Sprechers, formal geändert, dabei.
z. B. N I 409 ( <I>ct.)
nalcfo µ' örr' hvnuc;;
.J:-re.l!ywyi a'' EVYOWY ')'c 'Xat-xr;MµcYOc;
L 862.
2 a) durch eine Beteuerungsformel:
Yh LJ[a: 14 Beispiele; z. B. E 2 7 u-rl;
(L 897: + dat. obj.)
vh 1:ovLiia: 4 Beispiele; z. B. N 652 u-rl
3
vh -roYA.n6,V.w: 5 Beispiele; z.B. N 388 u-rl
(L 465: acc. obj.)
YrJ-rov Iloac.c>w: 5 Beispiele; z. B. A 798 (vat -roY
Ilomc>av) ; (N 8 3 vat -rovIloactM5 wv-
-rovt-roy tnnwv
' \ Cl )

Yfj wvc; fhovc;: 3 Beispiele (Av 1026 ud)


YrJ7:0YOV(!aYov:PI I 29, 403
11h 'lOV CEeµijv: p 963

VrJ-rnv"Aeuµtv: Th 742
VrJ-rw 1Juh: L 1 r 2
vat µd Ata: 4 Beispiele (P 930 u-rl).
2b) durch eine Beteuerungspartikel +
lywyc (eyw) (a) oder um-
gekehrt (ß) :
a) vh Lii' l!ywys: N 34 7; L 837
YrJwvc; ,&wvc;lywys: A 776; Av II66; Pl 685
'Vh7:0YIIoauöw' ')'W')'c:R 2 76
VrJ7:fj'J'
'Aeuµtv lywyc: Ec 84
Erweitert durch ein Objekt:
Ec 70 VrJ1:fjY~ua-rr;v ual6v r' B')'W')'c
ß) lywys YrJLiia: P 1233, 1236
Erweitert durch ein Objekt:
lywye aot YrJ
7:0VLila: L 862.
3 a) durch ein Adverbium:
xat µala: R 890
µ6J.ta1:dyc: N 253, 672; R 125
µdliaw ndrrwv: Ec 7 6 8
navv: Ec 7I0; Pl 393
navv ye: V 293; Ec 760
navv µev olw: PI 97.
85

3 b) durch eine Beteuerungsformel + Adverbium:


Y'Y)Ata µalwui ye: fr. 149, 5 K.
4. durch eine Partikel:
11at: Th 12 r 8 (11atvaZut)
PI 82.
b) Die Frage wird verneint 1

I. durch eine Beteuerungsformel:


µa Ata: 20 Beispiele: z. B. E 1382 (in allen
Fällen folgt ein Satz mit alla)
Ata: P 6*; Ec 336
µd 1:011
µd WV<;{hov<;: E 185
µa TOY "An6V.w: R 9 5 r.
2 a) durch die Negation ov:
z.B. A 46.
Außerdem noch nahezu 30 Beispiele, die meisten mit
folgendem alla. An den Stellen A 421 1 428 ist ein Teil
aus der Rede des Sprechers wiederholt. An den Stellen
N 1252; P 712, 828; Ec 668 folgt kein Satz mit all&.
2 b) durch die Negation ov, verstärkt durch die Partikel Mjm:
A 619; R 56.
Das Objekt aus der Rede des Sprechers, formal ge-
ändert, ist wiederholt:
Av 1670
+
eywye: Pl 3 74.
3a) durch eine Beteuerungsformel +Negation+ Partikel:
µa At' ov
oijrn: V 396*; Pl 7 r 2
µd TOY At' ov oijrn: Av IOI5
µa TOY At' OVWlye: Th 34
µd TOY At' ov
WlYVY: fr. 3 r 8 K.
3 b) durch eine Negation (+Partikel) +
Beteuerungsformel:
ov µd Ata: Th 235*; R 493, 650*; Ec 556*;
Pl 704
ov µd TOY Aia: PI 905
ov µ{not µd Ata: Av 1668
ov yaeµa Ata: L 55 *
"An6llw: E 8 7o.
ov c5ijrnµd 1:011
1 An allen mit* bezeichneten Stellen folgt auf die Negation ein Satz mit aÄ.A.a.
86

4a) durch eine Beteuerungsforrnel + lyw +Negation:


/UXTOY ".An6.V.w'yw µey ov: A E 1041; N 7 32; Av 263
Iül;

11,aj[' lyw µ'tv ov: A v 149 7; Ec 5 5 3; Pl 9 7 1.


4 b) durch eine Beteuerungspartikel + Negation (+ Partikel)
+ l!ywyc:
µaL1i'ovu l!ywyc: A V 90; L 900
ov 1:ovili' ovu lydwya: L 986
µaL1t'ov bijr' l!ywyc: N 73 3.
5. durch Adverbium (+ ys):
fjuuna: N 316*, 380*; V 48*
oMaµwr;: N 688; R 56; Ec 755
ovMnod 1,' ov: V 486
ovbl:nw: Pl 696
nwµala: fr. 346 K.

Gesondert will ich die Stellen aufführen, an denen der Partner


nicht eine Frage des Sprechers, sondern seine eigene polemische
Frage beantwortet. Die Stellen verteilen. sich, wie folgt, auf
den zweiten Teil des vorstehenden Kataloges.

1. µd L1la: R 75 2 *.
3 a) µa''((JY Ai' ov WlYVY: V r r 4 I.
3 b) ov µaAia: V I 9 3' 20 5
ov bijr' l!n yc p,a TOY Aia: Ec 3 7 3.
5. fjuww: Av 125; PI 1157 (+ys).

M: Nun zu Menander.
Bei Menander ist das Materjal für Verbalellipse in Aussagen
sehr gering gegenüber dem bei Aristophanes.
Beispiele, wo der Partner in seinem Affekt das Verbum finitum
aus der Rede des Sprechers verwendet, sind nur einige wenige
vorhanden. Beispiele für Stellungnahme des Partners zu einer
Aufforderung des Sprechers in einer verballosen Aussage sind
sehr selten. In Antworten auf Satzfragen ist das Material etwas
größer; die vorhandenen Formeln sind aber längst nicht so
mannigfaltig· und abgewandelt wie bei Aristophanes. Ausrufe
in Aussageform sind relativ häufig bei ihm.
L Affektische Momente auf dem Gebiete der Aussage im Munde des
Sprechers.
Bei ibm finden sich folgende verballose Aussagen mit Ausrufs-
charakter.
1. ohne Zusatz:
z. B. E 340 w:nam:t'XOYiO yvYatOY
S 133,205; Kl 80.
2 a)
E 141, 144 /JctY~y' ~ X(!tat;.
2 b) + ys Beteuerungsformel:
Fl 55 cpoßc(!OYYB, YYJ7:0Yc'HlwY,
1:0ovµßsß[rpc6;.

Affektische Momente auf dem Gebiete der Aussage in der Wechsel-


beziehung Partner - Sprecher.
r. Teil. An folgenden Stellen benutzt der Partner in seinem Affekt
das Verbum finitum aus der Rede des Sprechers:
z.B. H 30/32 (LI.) ... d'T:'a:neaxlry. 7:YJYr. i(!li'Y)Y(sc. µy{fr)
dg ovu ansölöov WXOYO Öwn6ir;; 0 06;.
LI. iow;.
E 573; P 262, 368; S 233.
2. Teil. Stellungnahme des Partners zu einer Äußerung des
Sprechers.
IA. Aussage, positiv gerichtet:
a) Der Partner stimmt ihr zu
durch ein Adverbium (xa2 ()txalw;, xalw; usw.):
z. B. E 3 1 .:Eµ. eaY lalfj; µsrn!;v, 1:fjßmar;e[q,
ua{}[!;oµal oov. LI. xat ()tua[w;
76, 137, 308, 311, 318; p 104, 240.
b) Der Partner lehnt sie ab
durch (eine) Beteuerungsformel(n) + lyw+Negation (a)
oder Negation + lywys (ß):
a) S 94 µa' 7:0Y µa 'WY'A:llOlt.li.L
' LJlOYV<JOY, ,, , (w, ' yw' µcY
' ov,
"
1
A ' '

µd iOY ,1[a iOV owTij(]a, µd iOY 'A.oxlry:nt6Y


251.
ß) P 146 µd 7:0Y'Aoxlry:nt6v,
ovx lywys.
I Aussage, negativ gerichtet:
Der Partner stimmt ihr nicht zu:
p 27 I.
88

II. Aufforderung:
Der Partner stimmt ihr zu
durch ein Adverbium:
s 8 2 rhv a:nvr]l~axam{}sk ~Xe ()sveo. II. aya{}fj
III . F rage: TVXrJ.

a) Der Partner bejaht sie


r. durch eine Beteuerungsformel:
vn TW{}uh: E 326
vat µd Ata: P 190.
2. durch l:yw (lywys):
lyw: E 474
lywys: E 53 (erg·änzt); S 229.

3. durch ein Adverbium oder adverbiale Ausdrücke(+ ys):


offrroi;: H 20
:nav-roi;:H 2l

uai µ6.J..a: P 159


µ6.J..una: E 337
:navv µlv olw: fr. 600 K E fr. I J
ys: S 109
rj('>rJ
aya{}fl TVXrJ: E 6.
4. durch eine Partikel:
va[: E 249 (ergänzt), 259, 686; S 194
vmx[: E 489; S 81.
b) Der Partner verneint sie
I. durch eine Beteuerungspartik.el:
E 551 / 552 µd wi,i; {}wvi;, d).).6,
P 120; F 52 µd Afo
P 41 3 µd rnv
'Acpeo()lT'f)V,
2. durch ov CJfjm:
P 356.

Teil.
Ellipse des Verbums im übergeordneten Satz (Kurzperioden).
Kurzperioden sind Nebensätze, bei denen das übergeordnete
Hauptverbum fehlt, d. h. sie sind verselbständigt. Diese Aus-
lassung des Hauptverbums ist ein Zeichen starken Affektes.
I. Önwc:;+Indikativ Futuri.
An erster Stelle möchte ich die verselbständigten Önroc:;-Sätze
mit Indikativ Futuri behandeln. Zur Ergänzung vorauszuschicken
wäre etwa eine Aufforderung wie:
,,sorge dafür, daß ... "
oder „richte Dein Augenmerk darauf, daß ... "
oder etwas Ähnliches.
A: In Aristophanes' affektischer Sprache ist dieser Typus
sehr häufig. Die Anzahl der Beispiele für Önwc:; Indikativ Futuri
beträgt bei ihm 42; in einem einzigen Beispiel steht Önwc:; mit
Indikativ Praesentis (A 343) 1 •
Die verschiedenen Nuancen lassen sich etwa folgendermaßen
anordnen.
<I
1 a ) onwc:; ohne jeglichen Zusatz:
z.B. A 741 önwc:; /Je /Jotü-r' ~µev ef &yafJiic:; Mc:;
746; E 760; N 882; V 289, 1222, 1250; P 77;
Av 131, 1333; Th 267, r 204; R 905; Ec 297, 953;
PI 326.
Bisweilen verschmilzt önwc:; mit der vorausgehenden Partikel
xat zu xwnwc:;.
A955; E222,456,497;P1330; L289; R377,627.
1 b) Der Konjunktion geht voran:
a) ein Adverbium (bzw. ein Adverbium +Partikel):
elTa: P 562, I 017
VV'V OiJV : N l l 7 7' 14 6 4 ; L II 8 2.
ß) eine Aufforderungspartikel:
äye: A 253
äye vvv: E 1011; N 489; Ec 149
&22&: L 950
&22' äye-ce: Ec 99.
2 a) Önwc:; µ~ ohne jeglichen Zusatz:
N 256, 824; V 178; Av 1494; R 627.
2 b) Der Konjunktion geht voran:
a) ein Adverbium:
R 7, 993.
ß) eme Aufforderungspartikel:
&22&: A 343; R 997.
1 Vgl. hierzu: Kühner - Gerth, ,,Ausführliche Grammatik der griechischen
Sprache", 1904 3, II. Bd., § 55 2, 2, Anm. 6, letzte Zeile.
M: Bei Menander gibt es für die verselbständigten Öno~-Sätze
nur ein sicheres Beispiel.
E 676 afJ{},,~o' Önw~ µ~ AYJ'l.j}Oµa[Oe, ~µiuelv17,
neonsrfj, Uyw <JOl.
Mit größter Wahrscheinlichkeit gehören aber auch die ver-
stümmelten Verse E 156f. hierher.
q~Jvvv
ih no[v]fJe' [ljn~JJ<i
L'.'.1.
wvrcp cpVA<X~cl~ avr[d ....

In diesem Kapitel ist weiterhin eine sprachliche Erscheinung


zu erwähnen, die auch Ausfluß starken Affektes ist:

II. Die indirekte Wiederholung der Frage des Sprechers


durch den Partner.
Der Partner wiederholt die Frage des Sprechers indirekt.
Hierzu hat man sich lew1:c7-~hinzuzudenken.
A: Bei Aristophanes beträgt die Zahl der Beispiele 33.
Bei einem Drittel der Fälle steht in dem verselbständigten
Nebensatz das Verbum finitum.
z. B. N 214 ~re. d}.}.' ~ Aausoalµwv nov' auv; Ma{}. önov' auv; av1:17l.
Einzig steht da Ec 52 r; hier setzt erst der Partner das Verbum
in der indirekten Frage, das vom Sprecher ausgelassen war.
llea. 1:lo', ih µüs,
<JOlwv{}'; BJi.s.ö il µot wfü' for,{y;
Bei zwei Dritteln der Beispiele wird die Lebhaftigkeit des
Dialogs noch dadurch gesteigert, daß das Verbum finitum des
verselbständigten Nebensatzes nun auch seinerseits noch aus-
gelassen wird.
z.B. A 105 lle. 1:EoatUysi;
L'.'.1tu.
Ö u; UiA.
M: Bei Menander finden sich für diese Art der Dialog-
gestaltung nur zwei Beispiele (beide sicher ergänzt, das erste
neuerdings vollständig durch Körte, Herrn. 67 [1932], 268),
p 39 7 II. ih {}so[,d~ E<JUYO'ÜW~;M. Öar[t~slj µ' ; 0 06~ 11 M~, naue,
Ph 49 cjj_ d[µot naemvü~; ll. ö u nae]mvw;
In beiden Fällen steht also das Verbum finitum. Beispiele für
Auslassung des Verbi finiti im verselbständigten Nebensatz hat
Menander nicht.
Ferner gehört in diesen Abschnitt folgende elliptische Aus-
drucksweise:
91

III. Die Verbindung von ov µIJ mit Konjunktiv Aoristi


oder mit Indikativ Futuri.
Hier ist ein Ausdruck der Besorgnis hinzuzudenken, also etwa
ov (Mo~ ün{y) µh {rofrco yinrcm bzw. ')'cYljocmt}; vgl. Ec 656
[,,es steht nicht zu befürchten, da1~ (das geschehe)"].
Dadurch, daß dieser verneint wird, enthält das Satzgefüge den
Sinn einer negativ gerichteten Behauptung.
A: Bei Aristophanes findet sich für diese Art des Satzbaues
eine ganze Reihe von Beispielen.
1. ov µlj + coni.
aor.
z.B. A 662 xov µh no{}' alw
ne(!l -rhYllOAlYWY wanse exi'iYO~
c>etlo~xat laxamnvywy.
V394, 612; Av461; L363, 492,704; Th u66.
Weniger oft kommt bei ihm vor:
2. +
ov µlj ind. fut.
z. B. p l O 37 wa-r'OVXlµh navaet no-r'W'V
t11lw1:o~änaaw
1226.
Der Negation ov wird eine Beteuerungspartikel voran-
gestellt: , , , , , , , , ,
R 508 µa TOY'.Anollw ov µf) a syw
71:c(!lO'ljJOµ'
ansl{}oyrn,
Die N eg·ation fällt weg:
z.B. L 917 µa 7:0Y".An6llw µlj a' eych,
xatnse WlOVWY Öna, xm:axlww xa,uai
Ec 999·
M: Bei Menander findet sich kein Beispiel dieser elliptischen
Ausdrucksweise.
An nächster Stelle ist zu nennen:

1
IV. D er Infinitiv ex c 1a m a t i o n i s •

Auch hier spricht der Redende infolge seiner starken Gemüts-


erregung das übergeordnete Verbum nicht aus. Der Sinn, den
es trägt, kommt durch die Affektbetonung, durch die Gebärden
und das Mienenspiel, von denen der Ausruf im Infinitiv begleitet
ist, zum Ausdruck.
1
Vgl. hierzu: Wagner, "Der Gebrauch des infinitivischen Imperativs", Anm. 25,
(S. 39); näheres siehe Literaturverzeichnis, Seite 94.
92

A. Für den artikellosen Infinitiv des Ausrufs haben wir bei


Aristophanes ein Beispiel.
V 8 3 5 TOVW'Vl 7(2E<pctvxvva.
Die Zahl der Beispiele, in denen bei diesem Infinitiv der
Artikel 1:6 steht, beträgt bei ihm sieben.
z. B. N 268 7015sµ1715e
xvvi]v Otxo{hwlWüv lµs -COYxaxol5atµov'
lx01na
1
819* ; Av 5, 7; R 741; Ec 788*; Pl 593.
M. Bei Men an der findet sich ein Beispiel für diesen Infinitiv
des Ausrufs.
fr. 402, 10 K otµot Kewßvl17v laßiiv lµ', ...

Schließlich sei in diesem Kapitel noch genannt:

V. Der versel bst än d igte Infinitiv,


der sich in Aufforderungen und Verboten, in Wünschen und
Gebeten an Gottheiten, in Ankündigungen durch den Herold
oder durch eine andere Person und in Gesetzesvorschriften findet.
Auch hier ist das Fehlen des übergeordneten Verbums aus der
starken Gemütserregung des Sprechers, die zum Ausspruch der
Gedanken ohne genaue Formulierung drängt, zu erklären.
A: Bei Aristophanes finden sich für diesen Infinitiv fol-
gende .Stellen:
I a) In Aufforderungen (sowohl an die zweite als auch an
die dritte Person):
z. B. A 2 5 7 f. ne6ßmvs xav 1:wxlcp<pvlarrna{}macp615ea,
µ~ u,
26.{}wvaov nsei1:earn 1:d xevata
N 850, rn8o; V 937, 1216; P II53i. Av 1600; L 536;
Th 157; R 133, 169; Ec 419, 1146.
Besonders beliebt in Orakelpersiflagen:
E 1039; Av 971, 973, 975 (zwei Infinitive), 1040;
fr. 29 K.
1b) In Verboten:
z. B. N 433 µ~ µot ys Uysw y11wµa, µsya2a,
V 531.
1 An den mit * bezeichneten Stellen wird die affektische Gesamtstimmung
noch dadurch gesteigert, daß ein genetivischer Ausruf (an beiden Stellen: Tfjq
µw(!iaq) vorangeht.
93
2. In Wünschen und Gebeten an Gottheiten (sc. c'>6i;
,,gewähre"):
z.B. A 247ff. ih L'.lt611vac
Ma:rwra,
,,rnxaewµeyog O'0l'T~Yc>c TfJYn6µn'YjY lµe
neµ'lj)ana xat {}vaana µnd TWY olxcU))Jl
a:yayüv wxw2wi; -rd um' ayeovi; L'.lwvvata,
a-reawii; ana}J,ax{}evw · -rdi;;a.novc'>di;
M µot
-rdi;;T(!taXOYWVTtÖai;.
uala>i;~VYc'Vc')'XclY
436, 8 I 7; V 878 (vier Infinitive); P 999 ff. (neun
Inf.); L 318; Th 288 (vier Inf.); R 389ff. (vier
Inf.), 887, 894.
3. In Ankündigungen durch den Herold oder eine
andere Person (sc. srJo~c{-r'fjßovlfj}):
z. B. A I 72 Kne- wvi; Beq,xai; anteYat, na(!ÜYat o'li; EY'YJY
rnoo; P 55 I; Av 448 (zwei Infinitive).
4. In Gesetzesvorschriften (sc. 116µoi;la-rtv):
A v I 66 I (Peith. zitiert ein Gesetz Solons)
N6{}<p()Sµ~ clvat ayxw-rdav, natrJwy OYTOJ'V
yvryalwv
A v rn40 und Ec 4 I 9 findet sich dieser Inf. in
einem Gesetzesvorschlag.
M: Auch für diesen Infinitiv findet man bei Me n an der
nur einen Beleg, wenn man der von Säkel vorge-
schlagenen Ergänzung zustimmt, die als wahrscheinlich,
aber nicht als sicher gelten kann.
Kl 20 I'. 'VVY ey<j5öa
-rti;
öö' 8(11:l·{}aeeii}Y, Wetola. w.{}a(!(!clYeµot
-,;[i;<p'YJO't'V;
Er gehört m die Rubrik I a).
Allgemeine Literatur.
Brugmann, Karl, "Die Syntax des einfachen Satzes im Indogermanischen",
Berlin -Leipzig , 9 2 5.
Kühner-Gerth, "Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache", Han-
nover - Leipzig 1 904 8 •
Stahl, I.M., "Kritisch-historische Syntax des griechischen Verbums der klas-
sischen Zeit", Heidelberg I 907.

Spezi alli te rat ur.


Anders o n, A. R., "Repudiative Questions in Greek and Latin" (Transact. and
proceed. of the Amer. Phil. Assoc., r 913 [XLIV]).
Ludwig, Th., ,,De enuntiatorum interrogativorum apud Aristophanem usu",
Diss. Königsberg 1882.
M ü 11er, A., Anhang zu „Die Schimpfwörter der griechischen Komödie",
Philol. 72.
S chinck, Emil, "De interiectionum epiphonematumque apud Aristophanem vi
·et usu", Diss. Hal. Sax. 1873.
Schinck, Emil, "De (vq particulae usu Aristophaneo" (Programm des Pro-
gymnasiums zu Neuhaldensleben 1888).
Schwentner, ,,Die primären Interiectionen in den indogermanischen Sprachen",
Heidelberg 1 924.
U c k e rm an n, Wi 1h., ,,De Aristophanis comici vocabulorum formatione", Diss.
Marburg 1879.
Wagner, Richard, "DerGebrauchdesin:finitivischenimperativs im Griechischen"
(Programm des Gymnasium Frideric. zu Schwerin i. M. 1891).
l\bkürzung en.
Als Abkürzungen für die Stücke und Fragmente der beiden
Dichter habe ich folgende gewählt:
Aristophanes : Menander:
(nach Weckels Index in der M.-Ausgabe
von J ensen, Berlin 1929)
A = Acharner H = Heros
E = Equites E = Epitrepontes
N = Nubes E 1 = Epitrepontum mernbrana Petropolitana
V = Vespae E 2 = Epitrepontum fragmentum Z
p = Pax U = Epitrepontum fragmentum U
Av = Aves P = Periceiromene
L = Lysistrate S = Samia
Th = Thesmophoriazusae F = Fabula incerta
R = Ranae G = Georgus
Ec = Ecclesiazusae K Citharista
Pl = Plutus. K1 = Colax
Kn = Coneazomenae
M = l\1isumenos
Pn = Perinthia
Ph= Phasma
Fl = Fragmenta Florentina
D = Papyrus Didotiana.
fr. K = K o c k, Comicorum Atticorum fragmenta, Leipzig I 880,
Bd. I: Aristophanes,
Bd. III: Menander.
fr. D = Demianczuk, Supplementum comicum, Krakau 1912.

Hamburg '
IIIII
IIIII
111111111111111/I
IIIII IIIII
IIIII IIIIIIII
IIIII
Geboren wurde ich,Wolfgang Dittrnar, am 10. Dezember 1907
in Grimma als Sohn des verstorbenen Lehrers an St. Augustin
Prof. Dr. phil. Armin Dittmar und seiner verstorbenen Ehefrau Else
geb. Reinicke; ich bin ev.-lutherischen Glaubens. Im Jahre 19II
wurde mein Vater zum Rektor des humanistischen Gymnasiums
zu Zwickau ernannt. Dort besuchte ich zunächst in den Jahren
1914-18 die höhere Bürgerschule und dann das Gymnasium, das
ich 1927 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Im Sommer des
gleichen Jahres begann ich meine Studien (klassische Philologie
und Geographie) in Heidelberg, wo mich die Herren Curtius,
Güntert, Meister, Regenbogen, Rickert lehrten. Außer-
dem nahm ich an den Proseminarübungen der Herren Feh rle,
Harder, Ostern teil. Im Wintersemester 1927 / 28 setzte ich
meine Studien in Leipzig· fort, wo ich bis zum heutigen Tage
verblieb. Meine Lehrer waren die Herren: Berve, Bethe, Boehrn,
Dittrich, Driesch, Friedrich, Heinzet, Klingner, Koch,
Körte, Lehmann t, Lipsius, Litt, H. Meyert, R udolph i,
Schingnitz, Schneider, Studniczkat, Volz. Außerdem nahm
ich an den philologischen Proserninarübungen der Herren Bethe,
Heinze, Körte, Mauersberger teil. Mitglied des philologischen
Seminars war ich zwei Semester, das zweite als Senior. An den
Übungen des praktisch-pädagogischen Seminars für klassische
Philologen beteiligte ich mich drei Semester. Im Anschluß
hieran hospitierte ich während der Sommerferien 1930 einige
Wochen am Realg-ymnasium mit Realschule zu Zwickau. Schließ-
lich besuchte ich die Unter-, Mittel- und Oberseminare des geo-
graphischen Seminars.
Allen meinen akademischen Lehrern schulde ich Dank. Zu
außerordentlich hohem Danke verpflichtet bin ich Herrn Geheim-
rat Prof. Dr. Körte, der die vorliegende Arbeit angeregt und
mir bei ihrer Abfassung jederzeit in der liebenswürdigsten und
bereitwilligsten Weise mit Rat und Tat zur Seite g·estanden hat.