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Krankengymnastik Zeitschrift für Physikalische Therapie, Bewegungs-

therapie, Massage, Prävention und Rehabilitation

Sonderdruck 46. Jg. (9/1994), S. 1196-1212 Redaktion:


Antje Hüter-Becker, Heidelberg
© Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG, München Prof. Dr. med. H. Thom, Nürnberg
Druck: Richard Pflaum Verlag,
Lazarettstraße 4, 80636 München

Laban/Bartenieff-
Bewegungsstudien
B. Rollwagen »Bartenieff-Fundamentals«. Das
sind von ihr entwickelte Übun-
gen, die auf den ontogeneti-
schen Bewegungsmustern auf-
Zusammenfassung bauen. Es folgen Beispiele ihrer
Rudolf von Laban hat die Kör- Methode, wie die Körpersprache
persprache in der Alltagsbewe- in funktionale Behandlung und
gung, im Tanz, im Theater um- Diagnose mit einbezogen wer-
fassend erforscht. Irmgard Bar- den.
tenieff entwickelte die Laban-Be-
wegungsanalyse für physiothe-
rapeutische Zwecke weiter. Summary
Der Artikel beschreibt, wie sich
zwei Aspekte der Bewegung - Rudolf von Laban extensively
ihre Funktionalität einerseits studied the body language in
und ihr expressiver Inhalt ande- every-day movements, dance
rerseits - gegenseitig beeinflus- and theatre. Irmgard Bartenieff
sen. further developed Labans move-
Erst wird in die Bedeutung der ment analysis with a view to
vier Grundkomponenten der Be- physiotherapy.
wegung (Raum, Bewegungsan- The present article describes in
triebe, Formung und Körperorga- what way two aspects of the
nisation) eingeführt. Den Haupt- movement i.e. its functional pur-
teil bildet die Beschreibung der pose and its expressive content,
Laban/Bartenieff

influence each other. First, the ßns physiotherapeutiques Vana- tals als bewegungstherapeutische
author explains the meaning of lysefaite par Laban. Methode vorgestellt.
thefour basic components of Le present article decrit de quel-
the movement, these being le maniere deux aspects du Bewegung hat Bedeutung
Space, Effort, Shape and Body. mouvement -fonction et conte- Wir bewegen uns nicht nur funktio-
The main pari of the study is nu expressif- s'influencent mu- nal. Unsere Bewegungen besitzen
constituted by the description of tuellement. Pour commencer, auch eine expressive Seite. Sie sind
the »Bartenieff Fundamentals«. Vauteur explique Vimportance unsere Körpersprache. Zum Bei-
These are exercises which Bar- des quatre elements de böse du spiel betritt die eine Patientin die
tenieff developed on the basis mouvement: Espace, Effort, For- Praxis mit zurückhaltenden, kleinen
of the ontogenic movement pat- me, Corps. La partie principale Schritten und schaut sich dabei
terns. To conclude, examples de Vetude est consacree a la nach allen Seiten um. Eine andere
are given of the method used to description des »Principes de stürmt forschen Schrittes direkt auf
include the expressive content Bartenieff«. II s'agit d'exercices die Therapeutin zu, streckt ihr
of movements - the body lan- que Bartenieff a developpes ä schon von weitem die Hand entge-
guage - infunctional treatment partir des Schemas ontogeneti- gen und verkündet mit kräftiger
and diagnosis. ques du mouvement. Ensuite, ä Stimme ihren Namen.
l'aide d'exemples, U est demon- Die individuelle Körpersprache
tre de quelle facon le contenu zeigt sich in den vielen Variationen,
expressif des mouvements (le in denen Menschen die gleiche Ak-
langage corporel) est incorpore tion mit ihrem Körper durchführen.
Resume dans le traitement fonctionnel Die Unterschiede können aus der Si-
Rudolf von Laban a etudie et le diagnostic. tuation und dem Bewegungstyp ei-
d'une maniere approfondie le nes Patienten resultieren, oder sie
langage corporel dans les mou- In diesem Artikel werden die Laban/ deuten auf spezifische Schwierig-
vements de tous lesjours, dans Bartenieff-Bewegungsstudien als keiten einer Person im Umgang mit
la danse et le theätre. Irmgard behandlungsbegleitende Diagno- sich oder ihren Lebensbedingun-
Bartenieff a developpe a des stik und die Bartenieff-Fundamen- gen hin.
Laban/Bartenieff

Physiotherapeuten mögen intuitiv wegungsmuster schwer durch funk-


wahrnehmen, wann Bewegungs- tionale Behandlung allein durchbro-
probleme des Patienten mit seiner chen.
Biographie und seinem Alltag zu- Rudolf von Laban (*1879 Bratisla-
sammenhängen. Dennoch bleibt wa, 11958 London) war Tänzer und
die funktionale Behandlung des Kör- Choreograph und einer der bedeu-
pers von Gesprächen über den All- tendsten Bewegungsforscher der
tag getrennt, und die Therapeuten dreißiger Jahre in Deutschland. Ihn
wären überfordert, müßten sie ne- interessierte vor allem die Körper-
ben ihrer Tätigkeit noch auf alle Le- sprache im Tanz und Theater. Dar-
bensgeschichten und Alltagsproble- aufhin entwickelte er seine Studien,
me eingehen. in denen er den Prozeß der Bewe-
Aus den Laban/Bartenieff-Bewe- gung inhaltlich und formal beschrei-
gungsstudien habe ich konkrete Be- ben können wollte. Er führte dazu
obachtungskriterien gewonnen, mit auch umfangreiche Untersuchun-
denen ich den anatomisch-funktio- gen über Alltags- und Arbeitsbewe-
nalen und psychisch-expressiven gungen durch.
Anteil der Bewegung gleichzeitig er- Irmgard Bartenieff (*1900 Berlin,
kennen kann. Die Bartenieff-Funda- 11981 New York) (Abb. 1) wurde
mentals sind eine Bewegungsthera- 1922 seine Schülerin in Deutsch-
pie, die das dynamische Zusam- land. Nach ihrer Emigration 1933 in
menspiel der Funktionalität und Ex- die Vereinigten Staaten (ihr Ehe-
pressivität der Bewegung zur mann war jüdischer Abstammung)
Grundlage hat. absolvierte sie in New York eine Phy-
In der Therapie lernt der Patient von siotherapieausbildung. In ihrer sieb-
der physiotherapeutischen Seite zehnjährigen Tätigkeit in New Yor-
der Methode die bessere Koordina- ker Krankenhäusern und in sieben
tion seiner Bewegung. Daneben er- Jahren Arbeit als Bewegungs-ATanz-
kunden wir zusammen die inhaltli- therapeutin in der Albert-Einstein-
che Bedeutung der Bewegungen, Psychiatrie hat sie Labans Bewe-
wenn diese Mitursache für das gungsanalyse und ihre physiothera-
Krankheitsbild ist. Beabsichtigt ist, peutischen Kenntnisse miteinander
daß die Patienten ihre eigene Kör- verbinden können.
persprache verstehen lernen, damit Alltag übertragen können. Denn 1978 gründete sie ihr Laban Barte-
sie ihre funktionale und expres- wenn ein Bewegungsverhalten psy- nieff Institut for Movement Studies
sive Bewegungserfahrung in ihren chische Ursachen hat, wird das Be- (UMS), in dem sie in Zusammenar-
beit mit anderen Bewegungsthera-
peuten, -lehrern und Psychoanalyti-
kern weitere Forschungen durch-
führte und CMAs (Certificated Mo-
vement Analysts) ausbildete.
Was Irmgard Bartenieff und ihre Mit-
arbeiter aus der Laban-Bewegungs-
analyse entwickelt haben und wie
ich damit bewegungstherapeutisch
arbeite, möchte ich in diesem Arti-
kel vorstellen.

Die Laban-Bewegungsanalyse
In seiner Bewegungserforschung
hat Laban eine Bewegungssprache
und damit Beobachtungskriterien
entwickelt, mit denen man jede Be-
wegung eindeutig beschreiben
kann. Er analysiert Bewegungen
nach den Gesichtspunkten ihrer
Körperorganisation (was?), des
Raums (wo?), der Antriebsqualität
(wie?) und der Form/Formung (wel-
che Beziehung zur Umwelt?).
Diese Beobachtungsweise kann
Abb. 1: Irmgard Bartenieff im hohen Alter mit strahlenden Augen und einer einla- der Therapeut so weit ausbilden,
denden Geste (Foto: no foto credit) daß er sie am Krankenbett, in der
Laban / Bartenieff

Abb. 2: Die verti- unseren Standort nicht verlassen


kale, sagittale, ho- (Abb. 3). Im psychologischen Sinn
rizontale Körper- bedeutet sie persönlicher Intim-
ebene haben Raum oder der Raum, den wir uns
nicht nur funktio-
nale, sondern
nehmen, um uns auszubreiten. Wie
auch expressive wir unsere Kinesphäre nutzen, hat
Bedeutung (aus: sowohl psychische als auch funktio-
Judith Kesten- nale (Muskelketten und Gelenkstel-
berg, 1991,8. 34) lungen, -Öffnungen) Auswirkung auf
uns.
In der heutigen Gesellschaft wird
durch Technisierung, Büroarbeit,
Autofahren, Fernsehabende nur
eine sehr kleine Kinesphäre genutzt
und erlebt. Alltagsbewegungen mit
Praxis, im Gymnastiksaal in seine per bewegen (S, V, H) (Abb. 2) nicht großer Reichweite sind selten und
Behandlung mit einbeziehen kann, nur anatomisch-funktional, son- werden kaum noch vermißt.
wie es der Situation und dem Patien- dern auch psychisch begründet ist. Die Nutzung des Umraumes, der
ten nützt. Ist dieser Blick erst ein- Er erforschte, welche Eigenschaf- Wunsch nach Distanz oder Nähe zu
mal geschult, läßt er sich als »thera- ten mit der Vorliebe für die einzel- anderen Personen ist auch ge-
peutisches Handwerkszeug« für nen Ebenen gekoppelt sind (vgl. schlechtsspezifisch und kulturell ge-
die Arbeit mit dem Patienten ver- Bartenieff 1986, S. 30; Laban 1988, prägt.
wenden, wie ich später beschrei- S. 137-142). Antriebsqualität
ben werde. Judith Kestenberg, Psychoanalyti- Die Antriebsqualität entspricht der
Zuvor möchte ich Labans zentrale kerin, ist auf Eltern/Kind-Therapie
Beobachtungskriterien von Körper, spezialisiert. Sie beschreibt, wie
Raum, Antriebsqualität und For- sich diese Präferenzen im Kleinkind-
mung in Kurzfassung inhaltlich nä- alter in der Kommunikation mit den
herbringen und maßgebliche Weiter- Eltern entwickeln (Kestenberg
entwicklungen und Anwendungsbe- 1991, S. 27-37).
reiche nennen. Bonnie Bainbridge Cohen beobach-
Auch wenn Bewegung immer in al- tete systematisch, welche Rollen
len vier Komponenten gleichzeitig die Ebenen in der ontogenetischen
stattfindet, so kann ich doch in der Bewegungs- und der Wahrneh-
Beobachtung oder Behandlung mungsentwicklung in den ersten
den Fokus wechseln, je nachdem, drei Jahren spielen (B.B. Cohen
welche Komponente wichtig ist. 1977,5. 1-2, und 1989, S.1-3).
Laban prägte den Begriff der Ki-
Raum nesphäre, des persönlichen Um-
Laban stellte fest, daß die Auswahl raums. Vom anatomischen Ge-
der Raumdimensionen (Sagittal S, sichtspunkt aus ist die Kinesphäre Abb. 3: Die Kinesphäre ist der persön-
Vertikal V, Horizontal H) und Raum- der Raum, den wir mit Händen und liche Umraum (aus: Bartenieff 1986,
ebenen, auf denen wir unseren Kör- Füßen erreichen können, wenn wir S. 25)
Laban/ Bartenieff

Bewegungsfaktor Antriebselement bei Schonhaltungen wichtig, auf die


Form und Formung eines Men-
bei hingebender/ bei komprimierender/ schen zu achten. Über die Einbezie-
genießender Haltung ankämpfender Haltung hung der Gesamtformung können
Kraft/Gewicht leicht kräftig Dekompensationen bei Unfällen
oder Einschränkungen leichter aus-
Fluß frei fließend gebunden/kontrolliert geglichen werden.
Raum Multifokus/indirekt ein Fokus direkt Fehlhaltungen oder rigide Formty-
pen wurden von Irmgard Bartenieff
Zeit ailmähiich plötzlich nicht in ihrer stillen Form und mit sta-
Tabelle 1 tischen Übungen, sondern in den
dynamischen Formveränderungen
in ihren anatomischen und psychi-
äußerlich sichtbaren »Farbe«, dem dith Kestenberg in New York haben schen Ursachen diagnostiziert und
»Wie« der gleichen Bewegung. die Antriebsvorläufer und Antriebs- im Prozeß der Behandlung mit den
Eine Person betritt die Praxis mit qualitäten in der kindlichen Entwick- Patienten verändert.
Schritten im kontrollierten Fluß, die lung erforscht und die Ergebnisse in
andere im ungebundenen Fluß. der therapeutischen Arbeit mit El- Körper
Eine schaut sich gemächlich nach tern und Kindern beschrieben (M. Auf dem Gebiet der Körperorganisa-
allen Seiten um, die andere dreht North 1972, S. 123 ff.; J. Kesten- tion hat die Physiotherapeutin Bar-
den Kopf in kleinen, plötzlichen Be- berg 1991, S. 80 ff.). tenieff die Laban-Bewegungsanaly-
wegungen in verschiedene Richtun- se maßgeblich vertieft. Beobach-
gen. Form/Formung tungskriterien sind:
Labans komplexe Antriebslehre be- Der Mensch formt seinen Gesamt- Welcher Körperteil initiiert die Bewe-
faßt sich damit, wie ein innerer Be- körper im Raum, als stille Form gung?
wegungsantrieb äußerlich sichtbar oder in verschiedenen Formungs- Welche ontogenetischen Bewe-
ist. qualitäten, als sich ständig verän- gungsmuster liegen der Bewegung
Er fand, daß die Antriebsqualitäten dernde Form (vgl. Abb. 4). unter?
einer inneren Haltung zu den vier Diese Formungsprozesse zeigen Wie ist der Gewichtseinsatz: passiv
Bewegungsfaktoren Gewicht/Krau, die Beziehung einer Person zu ihrer oder aktiv?
Zeit, Raum und Fluß entsprechen. Umgebung und zu anderen Objek- Welche Muskelketten spielen zu-
Eine Person kann eher eine ankämp- ten und entwickeln sich ebenfalls in sammen, wie sind die Muskelrhyth-
fende, komprimierende Haltung der Eltern-Kind-Beziehung (vgl. Ke- men um ein Gelenk und wie ist die
oder eine hineingebende, genießen- stenberg 1991). innere Körperverbundenheit?
de Haltung zu den Faktoren besit- In der Physiotherapie ist es gerade Aus der Kenntnis der Labanschen
zen (Tab. 1).
In den Antriebsqualitäten zeigen
sich u.a. die Intensität der Gefühle,
die Intention, die Steuerung der in-
neren Aufmerksamkeit, die Kontinui-
tät und der Kontrollierungsgrad der
Person, die sich bewegt (vergleiche
die von Laban entwickelten Zusam-
menhänge: Laban 1988, S. 80-91,
S. 101-103 u. S. 155-175).
Im Alltag entstehen viele verschie-
dene Anforderungen, in denen die-
se Antriebsqualitäten in vielfältigen
Kombinationen und unterschiedli-
chen Phrasierungen erscheinen.
Aber manche Menschen sind in den
immer gleichen Antriebsqualitäten
gefangen.
Bartenieff hat bei ihren Patienten
die Vorlieben für bestimmte An-
triebsqualitäten gesehen und sie
mit in die Behandlung einbezogen.
In der Ursachendiagnose kann das
Abb. 4: Vier Fortbildungsteilnehmerinnen in der gleichen Aktion (Fotos betrach-
Erkennen der Antriebsqualitäten tend), aber in verschiedenen Arten der Formveränderung. Von links nach rechts:
der Bewegung enorm wichtig sein, »zielorientierte Formung«, »Formfluß«, »Umraum formend«, und ganz rechts eine
wie ich zur Arbeitsmethode be- Kombination von »Formfluß« und »zielgerichteter Formung«. Verschiedene Arten
schreiben werde. der Formung indizieren das Verhältnis zum eigenen Körper und zur Umgebung in
Marion North in London und Dr. Ju- einem Moment (Foto: S. Toscana)
Laban/Bartenieff

Bewegungsanalyse und ihrem phy- perverbundenheit manifestiert sich


siotherapeutischem Wissen über im ökonomischen Zusammenspiel
die Körperorganisation hat sie die von Muskelketten und rhythmi-
»Fundamentals« entwickelt. Funda- scher Zusammenarbeit der Mus-
mentals könnte man am ehesten keln um die Gelenke. Sie wird von
mit »fundamentalen Bewegungs- anderen als harmonische Bewe-
praktiken« übersetzen. gung wahrgenommen.
Ich werde die Fundamentals zuerst Das Ziel ist eine Gesamtkörperver-
aus physiologischer, anatomischer bundenheit. Aber sie unterschied in
Sicht beschreiben und im Anschluß funktional wichtige Einheiten, die
zeigen, wie wir in der Anwendung sie in Einzelschritten mit den Patien-
der Laban/Bartenieff-Bewegungs- ten erarbeiten konnte, immer an-
studien alle vier Komponenten der knüpfend an das, was gut entwik-
Bewegungsorganisation Raum, An- kelt war.
trieb, Formung und Körperorganisa- Dazu ihr Körperkonzept:
tion verbinden, um einer Person mit Sie sieht den Körper in einer unte-
funktionellen Störungen zu helfen. ren Einheit und einer oberen Einheit
und hat untersucht, welche Haupt-
Bartenieff-Fundamentals bewegungsfunktionen diese Einhei-
Bartenieffs Erfahrung und tiefe ten im Alltag ausüben.
Überzeugung ist, daß an jeder Be-
wegung der ganze Körper, die gan- Die untere Einheit
ze Person beteiligt ist. Die untere Einheit vom Fuß bis zum
Ihr Therapieziel besteht in dem Zu- Becken ist für die Lokomotion, die
sammenspiel von innerer Verbun- Fortbewegung vom Platz (z. B. Lau-
denheit und äußerer Manifestation fen, Gehen, Treppensteigen) und Le-
in der Welt - Expression. velwechsel (z. B. Aufstehen, Set-
Um dieses Ziel zu erreichen, hat Bar- zen, Hinlegen) hauptverantwortlich.
tenieff die Fundamentals und sechs In dieser Einheit erarbeitet der Pa-
Basisübungen als Kernstück ent- tient die Ferse-Sitzknochen- und
wickelt. Ferse-Steißbein-Verbindung. Die
Sie selbst benutzte nicht das Wort dazugehörigen Muskelrhythmen
»Übungen«, sie sprach vom »Prakti- sind der Illiopsoas-lschikruralen-
zieren der fundamentalen Bewe- Rhythmus und das Zusammenspiel
gungsprinzipien«. Ihr kam es darauf der tiefen Beckenmuskulatur, spe-
an, daß der Patient die Aufmerksam- ziell der Hüftgelenks-Rotatoren, mit
keit behält und Spaß an der Bewe- den entsprechenden Adduktoren,
gung und dem Erfahren des Kör- Abduktoren, Flexoren und Extenso-
pers entwickelt. In der Arbeit mit Re- ren.
flexen und der Wiederbelebung von Die Bedeutung der richtigen Aktivi-
neuromuskulären Bahnen ist zwar tät des Illiopsoas, des Beckenbo-
»Skill-Drill« (engl. Ausdruck für dens und der Rotatoren für die
»ständige Wiederholung der selben Lokomotion sowie für einen gut aus-
Bewegung«) nötig, doch sonst ge- balancierten Stand fand sie von wis-
staltet sich das Bewegungspro- senschaftlicher Seite oft vernachläs-
gramm sehr abwechslungsreich. sigt (vergl. Bartenieff 1986, S.
Das gleiche Bewegungsprinzip läßt 260-261).
sich auf vielfältige Art in abgewan- Eine Reihe von Fundamentals, die
delter Form praktizieren. diese Rhythmen bahnen, und die er-
Die Fülle der Fundamentals läßt sten drei Basisübungen erarbeiten
sich hier nicht im einzelnen darstel- die Körperverbundenheit in der
len, zumal ein Erlernen unter fachli- unteren Einheit (Bartenieff 1986, S.
cher Anleitung unabdingbar ist. Ich 234-240, 250-254).
werde die Theorie der Bewegungs- Weitere Teilziele, die in den Funda-
prinzipien und ihr Körperkonzept mentals für die untere Einheit enthal-
wiedergeben. ten sind, aber andere Aspekte der
Person oder der Bewegungskoordi-
Innere Körperverbundenheit nation ansprechen:
Die innere Verbundenheit des Kör-
pers ist sichtbar und wiedererlang- Aktivierung
bar, wenn sie durch falsche Koordi- des Gewichtszentrums
nation und Muskelverspannung ver- Das Gewichtszentrum ist das Bek-
lorengegangen ist. Die innere Kör- ken. Die Aktivierung erfolgt in der

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Laban / Bartenieff

tiefen Beckenmuskulatur, speziell auch um den richtigen proportiona-


in den Rotatoren und im Beckenbo- len Arbeitsanteil der tiefen zur ober-
den. Der Klient soll bei größtmögli- flächigen Muskulatur in der Bewe-
chem Spiel in den Hüftgelenken gung.
sein Gewicht ökonomisch durch Das Bewegungsprinzip der inneren
den Raum verlagern können. Unterstützung bezieht sich nicht
In dieser Formulierung meint Barte- nur auf die untere Einheit, sondern
nieff nicht nur die physiologische auf viele Bewegungen.
Aktivierung der Muskeln. Den vielen
Patienten, die ihr Gewicht passiv Die obere Einheit
durch die Welt »schleppen«, hat sie Die obere Einheit hat im Alltag die
geholfen, einen aktiven Bezug zu ih- Hauptaufgabe der Manipulation
rem Gewicht zu finden. Das hat von Gegenständen (z.B. Schrau-
auch eine psychische Komponen- ben, Schneiden, Tippen etc.) und
te, die sich in der Intention (s. auch der bewußten Kommunikation (z. B.
»Antriebsqualität«) bei einer Hand- Begrüßen, Gestik).
lung widerspiegelt. Die Körperverbundenheit im Ober-
körper wird über Fundamentals er-
Innere Unterstützung reicht, die eine bewußte Finger-
der Bewegung Schulterblatt-Verbindung bahnen.
durch die tiefe Muskulatur (inner Der Bewegungsrhythmus wird als
support). Bartenieff stellte bei den Humerus-Skapula-Rhythmus mit
Patienten fest, daß der Anteil der Ar- den dazugehörigen Muskelketten
beit von tiefer Muskulatur bei vielen erfahren (vgl. Bartenieff 1986, S.
Bewegungen zu gering ist. 261). Die meisten Teilnehmer erle-
Zum Beispiel bei der Beugung des ben ihre Armtätigkeiten und Hand-
Oberschenkels in der Hüfte arbeitet reichungen im Alltag als Bewegun-
oft der Quadrizeps im Verhältnis gen, die erst am Schultergelenk be-
zum Illiopsoas zuviel. Die häufigen ginnen.
lliopsoasverkürzungen gehen mit ei- Die muskuläre Bewegungseinheit
ner Inaktivität einher. Reine Dehnun- vom Schulterblatt bis zu den Finger-
gen bereiten zwar eine Aktivierung spitzen wird durch die Basisübung
vor, aber zur Wiederbahnung der 6 und andere Fundamentals, auch
Kontraktion im richtigen Verhältnis über entsprechende Berührungen
zum Quadrizeps werden spezielle und Führungen der Therapeutin, er-
Fundamentals praktiziert. fahren und wiederhergestellt (Abbil-
Bei der Erzielung der ökonomi- dung 5).
schen Muskelrhythmen geht es Darauf aufbauend wird eine Körper-

Abb. 5: Irmgard Bartenieff demonstriert an Peggy Hackney die Finger-Schulter-


blatt-Verbindung in der Basisübung 6. Aufgenommen auf der LIMS-Konferenz
Juni 1980 (Foto: no foto credit)
Laban/Bartenieff

Abb. 6: Die ontogenetischen Bewegungsentwicklungsmuster haben auch Parallelen zur phylogenetischen Bewegungsent-
wicklung (aus: Bonnie Bainbridge Cohen, School for Body-Mind-Centering)

Verbindung von den Händen bis Bewegungsentwicklungsmustern 2. Nabelradiation:


zum Steißbein angestrebt, die dann (Abb. 6) folgend. Alle Extremitäten beugen hin zu,
schon eine Verankerung der oberen Wie stark diese genetisch angeleg- Strecken weg von der Nabelre-
in die untere Einheit bedeutet. Das ten Bewegungsmuster unseren All- gion.
Praktizieren der ontogenetisch an- tagsbewegungen unterliegen und 3. Spinale Bewegung:
gelegten Schiebemuster der Arme sie ökonomisieren, haben B.B. Co- Schieben und Hinreichen von
ist dabei sehr hilfreich. Dieser homo- hen, R Hackney und M. Eddy, lang- Kopf und Steiß.
loge Schub, mit dem das Kind sich jährige Mitarbeiterinnen von Barte-
4. Homologe Bewegung:
in Bauchlage von den Händen aus nieff (vgl. Cohen, 1984, 1988, 1989,
Schieben und Hinreichen von
rückwärts fortbewegt, verankert Eddy 1988; Hackney 1992) er- beiden Händen oder Füßen.
den unteren Teil der Skapula in den forscht und in praktischer Bewe-
unteren Rücken. Dabei findet eine gungsarbeit und Therapie belegt. 5. Homolaterale Bewegung:
Aktivierung und Integration des un- Nachfolgend die ontogenetischen Rechte oder linke Hand oder
teren Teils des Trapezius in Kombi- Bewegungsmuster, die ein Kind Fuß schiebt in die Fortbewegun-
nation mit dem Latissimus statt. Au- durchläuft, bis es aufrecht gehen gen, das Kriechen.
ßerdem werden die Innenrotatoren, kann: 6. Kontralaterale Bewegung:
die den Humeruskopf, der oft zu- 1. Atmung: Rechte oder linke Hand reicht
weit vorne in der Kapsel sitzt, nach die erste und allen anderen Be- heraus und initiiert kontralatera-
hinten in die Kapsel bringen, mit an- wegungen unterliegende Bewe- le Muskelkoordination, das Krab-
gesprochen. gung. beln.
(Zur Bedeutung der Schiebemu-
ster, engl. »Push-Pattern«, und Hin-
reichenmuster, engl. »Reach-Pat-
tern«, vgl. B.B. Cohen 1984, S. 29
ff.).
Diese Schubmuster sind vor allem
wichtig für Personen, bei denen
eine Überaktivität des oberen Trape-
ziusteils und der Brustmuskulatur
Schulter- und Nackenverspannun-
gen verursachen. Die erwachsenen
Patienten schieben dabei nicht in
die Fortbewegung, sondern bleiben
am Platz und spüren, wann eine
muskulär aktive Verbindung zum
Steiß hergestellt ist. Im nächsten
Schritt schieben sie so, daß das
Steißbein dann mit einem Zug in
den Vierfüßlerstand die Bewegung
fortführt.

Gesamtkörperverbundenheit
Die untere und obere Einheit, der
ganze Körper, wird in mehrfacher Abb. 7: Vorbereitende Übung für die Nabelradiation. Mit Hilfe von Berührung er-
Hinsicht innerlich verbunden und spürt die Person die Mitte-Distal-Verbindung und aktiviert durch spezielle Atem-
koordiniert, den ontogenetischen technik die dazugehörigen Muskelketten (Foto: H.C. Zenk)

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Laban/Bartenieff

Die Atmung bel ausgehend, in alle Richtungen. meisten Sinne, mit denen Men-
ist die erste Bewegung eines sich Die Fundamentals zur Erlangung schen ihre Umwelt wahrnehmen.
entwickelnden Fötus. Hier ist die in- der Mitte-distal-Verbindung sind Von der Bewegungskoordination
spiratorische Atmung, die jede Zel- auf die Erwachsenen modifizierte her sieht Bartenieff Kopf und Steiß
le mit Sauerstoff und allem, was die Übungen. Sie schaffen einen guten als 5. und 6. Extremität an, mit de-
Zelle braucht, versorgt, gemeint. Es Muskelrhythmus um alle Gelenke. nen eine Wirbelsäulenbewegung di-
ist bekannt, daß über mentales Trai- Die Aktion im Hüft- und Schulterge- stal initiiert werden kann.
ning und periphere Reize der Weg lenk ist eine gleichzeitige Abduk- Eine gute Kopf-Steiß-Verbindung
der inspiratorischen Atmung ge- tion, Außenrotation und Extension aktiviert die tiefere, die autochthone
steuert werden kann. Dies ist oft bei der Öffnung vom Zentrum zur Rückenmuskulatur proportional
eine sehr effektive Art, Körperver- Peripherie und eine Adduktion, In- stärker im Verhältnis zur oberflächi-
bindungen herzustellen und die nenrotation und Flexion bei der gen Rückenmuskulatur, als wenn
Bahnung der dazugehörigen Mus- Schließung, Sammlung zum Zen- Kopf und Steiß unverbunden erlebt
kelketten vorzubereiten. trum hin (Unterstützung der Nabel- werden.
radiation beim Erwachsenen siehe Distal initiierte spinale Bewegungen
Die Nabelradiation Abb. 7-9). in verschiedenen Ebenen (S, H, V),
erzeugt die Mitte-distal-Verbin- gezielt und dosiert angewandt, sti-
dung. Diese Körperkoordination Die spinale Bewegung mulieren den Gleichgewichtssinn
liegt bereits im Mutterleib vor. Die schult die Kopf-Steiß-Verbindung. und verbessern die Zusammenar-
Nabelregion wird als Mitte, Finger Anhand von Beobachtungen von beit mit der Kinästhetik, mit den
und Zehen werden als distal in die- Babys kann man feststellen, daß Muskelketten. Prof. Dr. Dahmen hat
ser Bewegungskoordination be- spinale Bewegungen entweder nochmals im medizinischen Forum
zeichnet. In der Ausatmung zieht vom Kopf oder vom Steiß initiiert des UKE Hamburg auf den Zusam-
sich der gesamte Körper von distal werden, und zwar als Schub oder menhang von Rückenproblemen
zur Mitte zusammen, mit der Einat- als »Hinreichen zu etwas« (engl.: und dem Gleichgewichtssinn hinge-
mung expandiert er wieder, vom Na- reach). Am Kopf befinden sich die wiesen (vgl. Hamburger Abendblatt

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Laban/Bartenieff

reitend oder rückwirkend auf die an-


deren ontogenetisch angelegten
Bewegungsmuster.

Die kontralaterale
Körperverbundenheit
bedeutet mehr, als daß sich rechter
Arm mit dem linken Bein bewegt.
Sie bezieht sich auf die gesamte Ver-
bindung von Zehenspitze durch
den Rumpf bis zur Fingerspitze
(Abb. 11).
Alle Spiralbewegungen, die Diago-
nalskalen und Transversalskalen
von Laban in verschiedensten Ab-
wandlungen fördern die kontralate-
rale Koordination durch den Ge-
samtkörper.
Die Rotatoren besitzen die wichtig-
ste Rolle in den kontralateralen Spi-
ralbewegungen. Auf ihr Zusammen-
spiel mit den entsprechenden Flexo-
Abb. 8: Unterstützung der richtigen Initiierung in der Flexion durch Fassung der
ren, Extensoren, Abduktoren und
Nabelregion. Diese Person tendiert im Stand zu Überstreckung und Hohlkreuz Adduktoren kommt es an.
und hat wenig Körperverbundenheit zwischen Ober- und Unterkörper Die in den Skalen und Spiralbewe-
(Foto: H.C. Zenk) gungen erarbeiteten Rhythmen der
Rotatoren mit den anderen Muskel-
gruppen spielen eine erhebliche
vom 16.3.93). Doch die Behand- Weiterhin etablieren homolaterale Rolle in der Fortbewegung und ei-
lungspraktiken, die diesen für die Bewegungen in der Horizontalebe- nem gut ausbalancierten Stand.
Bewegung so zentralen Sinn des in- ne das Gefühl für die Wirbelsäule Basisübung 5 und 6 helfen, die dia-
neren Ohrs und seine Zusammenar- als Körpermittelachse und Vertikal- gonalen Körperverbindungen unter
beit mit Augen-, Nacken- und Rük- achse. Einbeziehung der tiefen Muskulatur
kenmuskulatur mit einbeziehen, Für andere stellt der homolaterale systematisch aufzubauen (vgl. Bar-
sind zur Zeit noch unterrepräsen- Schub vom Fuß besser die Ferse- tenieff 1986, S. 261-262).
tiert. Steißbein-Verbindung im Unterkör- Krankengymnasten, die mit PNF ar-
per her. So wirken die Muster vorbe- beiten, haben zur Kontralateralität
Die homologen Bewegungen
spielen in der Erarbeitung der obe-
ren und unteren Einheit eine Rolle
und sind dort schon unter »Push-
Pattern« nach Cohen beschrieben.

Die homolaterale Körperhälften-


verbindung
hat entwicklungsgeschichtlich eige-
ne wichtige Funktionen, die bei eini-
gen Erwachsenen nicht gut ausge-
bildet sind.
Mit der Basisübung 4 (Abb. 10) und
anderen Fundamentals wiederholt
Bartenieff die homolateralen Bewe-
gungskoordinationen (Bartenieff,
1986, S. 241). Das hilft den Bewe-
genden, eine klare Rechts/Links-
Unterscheidung und -Koordination
zu entwickeln.
Einige meiner Klienten, die Schwie-
rigkeiten mit der Diagonalkoordina-
tion hatten, konnten über die Klä-
rung der homolateralen Koordina- Abb. 9: Unterstützung der Nabelradiationsöffnung und der gleichzeitigen Außen-
tion erst wirklich die Kontralaterale rotation, Extension und Abduktion durch leichte Führung in den globalen Gelen-
etablieren. ken (Foto: H.C. Zenk)

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Laban/Bartenieff

gung der Rumpfmuskulatur allein


führt zu keiner Körperverbunden-
heit in dynamischen Alltagsbewe-
gungen. Alle ontogenetischen Mu-
ster, von der Nabelradiation bis zu
den kontralateralen Bewegungen,
können den Unterkörper und Ober-
körper mit den dafür angelegten
Muskelketten von innen verbinden.
Abb. 10: Basisübung vier u.a. zur Etablierung einer Rechts/links-Koordination in Eine solche Gesamtkörper-Verbun-
der Vertikalebene (aus: Bartenieff 1986, S. 241)
denheit von innen ist dynamisch
und offen für den Bewegungsfluß in
Alltagsbewegungen. Das Bewe-
in den Bartenieff-Kursen weniger men, nicht vorhanden. In der Bewe- gungsbild ist dann von Elastizität
Unbekanntes gefunden. Neu war gungsbeobachtung ergibt sich der und Weichheit geprägt.
die Art der Arbeit, die frühen Muster Eindruck, die Personen seien »in Die Wiederbahnungen der ontoge-
in der Bewegung sehen zu können der Mitte durchgebrochen«. Die Be- netischen Muster mit Hilfe von Fun-
und in der Behandlung wiederzu- wegungen des Oberkörpers sind damentals, incl. der Basisübungen,
bahnen, wo sie als Grundlage zur nicht in den Unterkörper verankert. wird am Boden begonnen. Die richti-
nächsten Stufe fehlen. Ich arbeite nach den Fundamentals gen Knochen- und Gelenkstellun-
Die Atmung, Nabelradiation, die spi- auch mit Rumpfkräftigungsübun- gen, die erwünschten Muskelrhyth-
nalen, homologen, homolateralen gen, aber die statische Stabilisie- men und Raumwege zu finden, ist
Bewegungen haben alle ihre eigen- rung von außen durch die Kräfti- für die Klienten am Boden einfa-
ständige Bedeutung für die Bewe-
gungs-, Gehirn- sowie psychische
Entwicklung und eine vorbereiten-
de unterstützende Bedeutung für
die kontralaterale Koordination in al-
len Alltagsbewegungen.

Körperverbundenheit
gegen Rückenschmerzen
Die »Verbindung« zwischen dem
Ober- und Unterkörper ist bei 60%
meiner Klienten, die mit Rücken- Abb. 11: Kontralaterale Körperorganisation beim Kind und in der Basisübung 6
und Nackenschmerzen zu mir kom- (aus: Bartenieff, 1986, S. 248)

11
Laban/Bartenieff

eher. Hier braucht der Körper sich kann vom Kopf, von den Füßen, Muskelbelastung und -erholung zu
noch nicht gegen die Schwerkraft von den Knien, vom Steiß, vom organisieren (vgl. Bartenieff 1988,
in der Vertikalität auszubalancieren. Brustbein aus in den entsprechen- S. 71-75).
Dann werden die Bewegungen in den Schub-, Zug-, »Reach«-Mu- Heutzutage haben viele Menschen
den Sitz, Kniestand, aufrechten stern initiiert werden. Jedesmal ent- Probleme mit ihrer Bewegungsphra-
Stand und in die Fortbewegung steht ein anderes Zusammenspiel sierung parallel zu Schwierigkeiten
übertragen. Bartenieff unterrichtete der Muskeln. in der Phrasierung von Aktion/An-
viele Bewegungen, die vom Boden Diese genaue und subtile Beobach- strengung und Erholung im Alltag.
in den Stand führen, da der Gleich- tung des Therapeuten bzw. Aus- Bartenieff läßt oft Bewegungen be-
gewichtssinn in den verschiedenen übung des Patienten ist gerade wußt phrasieren, weil auch dies neu-
Ebenenwechseln mit stimuliert wird. dann unerläßich, wenn die richtigen romuskulär die Koordination erleich-
Neben den ontogenetischen Mu- Muskelrhythmen gebahnt werden tern und ökonomisieren kann. Der
stern, der Aktivierung des Ge- sollen. Ahmt eine Person nur die äu- Einsatz von Musik mit verschiede-
wichts, inneren Unterstützung der ßere Form nach, ohne die genaue In- ner Dynamik und unterschiedlichen
Bewegung durch die tiefe Muskula- itiierung zu finden, praktiziert sie Rhythmen kann zur Erfahrung neu-
tur und der Nutzung der Atemräu- nicht, was angestrebt wird. er Phrasierungen hilfreich sein. Ge-
me besitzen die richtige Initiierung In den verschiedenen Initiierungs- nauso wichtig ist es, unbeeinflußt
und die Phrasierung der Bewegung aufgaben lernt die ausübende Per- seine eigenen Phrasierungsvorlie-
bei den Fundamentals eine große son gleichzeitig ihren Körper ken- ben zu entdecken.
Bedeutung, um zur Körperverbun- nen und differenzieren. Insofern ist Soviel zu Barten ieffs Fundamen-
denheit zu gelangen. die Arbeit mit veränderten Initiierun- tals, wie sie aus dem Blickwinkel
gen gleichzeitig Methode und Ziel. Körperorganisation in der Laban-
Die Initiierung schen Bewegungsanalyse zu se-
beeinflußt den ganzen Bewegungs- Die Phrasierung hen sind. Im weiteren möchte ich
ablauf. Sie bestimmt den Einsatz einer Bewegung verläuft folgender- die Integration aller vier Apekte Kör-
der Muskelketten, ihr sukzessives maßen: Vorbereitung - Initiierung - per, Antrieb, Raum und Form/For-
Zusammenwirken, ebenso die pro- Aktion - Erholung/bzw. Übergang mung in ihrer Arbeit beschreiben.
portionale Muskelarbeit um ein Ge- zur nächsten Bewegung. Im Alltag
lenk zwischen tiefer und oberflächi- existieren häufig Zwei-Phasen- Die Arbeitsmethode:
ger Muskulatur (vgl. Bartenieff Phrasierungen, die Aktion/Erho- Integration von Körper, Antrieb,
1988,5.260). lung rhythmisieren, aber auch kom- Raum und Formung
Eine Bewegung wie das leichte plexere Phrasierungen. Normaler- Zwischen der Nutzung der Ki-
Kniebeugen und -strecken im weise phrasiert jeder Mensch seine nesphäre, der Raumebenen und
Stand (das PLIE im Tanztraining) Bewegungen unbewußt, um sich der Antriebe existieren gewisse Affi-
nitäten, d. h. sie treten oft in inhalt-
lich naheliegenden Kombinationen
auf (vgl. Bartenieff 1988, S. 85-100).
Folgend sind Beispiele gegeben,
wie wir einzelne Aspekte kombinie-
ren, um die Funktionsstörungen zu
beseitigen oder zu schmälern:
Wir unterstützen die Personen in
der Vergrößerung und der Bewußt-
werdung ihrer Kinesphäre.
In der Tendenz ziehen viele Patien-
ten ihre Extremitäten in den Rumpf
und verkleinern dadurch das Ge-
lenkspiel. Die Muskelketten sind
nicht mehr durchlässig von Mitte
nach distal.
Die meisten Teilnehmer in meinen
Kursen haben kein Gefühl für ihren
persönlichen Umraum, vor allem
keinen Bezug zum Rückraum und
Raum oberhalb des Kopfes. Funk-
tional wirkt sich das so aus, daß die
Armbewegungen selten in den unte-
Abb. 12: Vor einer Schaukelübung in einer Integrationsgruppe: Die Kinder ohne
Koordinationsschwierigkeiten sind in ihrem Gewicht. Sie spüren die Sitzauflage
ren Rücken verbunden sind, die M.
und werden während des Schaukeins Balance in der Aktivierung der Beckenmus- pectoralis verkürzen und der obere
kulatur finden. Das Kind in der Mitte geht aus dem Gewichtszentrum heraus in Trapezius unnötig arbeitet, bzw. ver-
den gebundenen Fluß. Es versucht durch große Adduktorenkraft, sich an der spannt. Der Humeruskopf wandert
Bank festzuhalten, statt seine Gewichtsverlagerungen zu spüren und Gleichge- dabei zu stark in den vorderen Teil
wicht herzustellen. (Foto: J. Wehrmann) der Kapsel.

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Laban/Bartenieff

Teile der von Laban erarbeiteten verstehen und sich damit auseinan- Nach kurzer Zeit stellte sich heraus,
Raumskalen lassen sich im Sitz und dergesetzt haben, ist die Innervie- daß der Klient sein Gewichtszen-
im Stand gut als Übung verwenden, rung der dazugehörigen Muskeln trum in bezug zur Schwerkraft nicht
hier einen Ausgleich zu schaffen auch möglich. aktivieren konnte. Sein andauern-
und die richtigen Muster zu bahnen. In Labans Arbeit mit dem Raum hat der kontrollierter Fluß war nur mit
Auch Wahrnehmungsübungen, wie sich herausgestellt, daß die Wahr- eher passivem Gewicht verbunden.
die eigene Kinesphäre genutzt wird, nehmung des Innenraums der Per- Während der Arbeit an der Aktivie-
können in ein Aufwärmen oder in son, die sich bewegt, die Nutzung rung seines Gewichtszentrums stell-
einzelne Bewegungsaufgaben ein- ihres Außenraums beeinflußt. Der te er selbst folgenden Zusammen-
gebaut werden. Körperinnenraum wird in der Wahr- hang zum Alltag her: Er würde zwar
Die Raumintention, d. h. eine klare nehmung durch Atem- und andere sehr viele verschiedene Aktionen
Vorstellung der Richtung der Bewe- Übungen vergrößert. machen, wäre aber nicht wirklich in-
gung oder des Raumwegs eines Die Formungsqualitäten und die nerlich engagiert oder beteiligt. Für
Körperteils, hilft vielen Patienten, zu Wahrnehmung der eigenen Form ihn war alles gleich »wichtig« oder
einer funktional besseren Muskelko- kann in Kombination mit den Funda- unwichtig.
ordination oder Gelenkstellung zu mentals erweitert werden. Da wo je- Über den Gewichtsantrieb kräftig
gelangen. Durch falsche Raumwe- mand in einem Formtyp gefangen und den Raumantrieb direkt, d.h.
ge verlagern die Personen ihr Ge- ist, haben sich meist schon Muskel- einfokus statt multifokus, hat er
wicht ungünstig durch das Gelenk, verkürzungen, z.T. auch Gelenkver- eine neue Art der Aktivierung erfah-
und es kommt zu schnelleren Ver- schleiß eingestellt. Auch hier sind ren. Sie führte ihn zu einer tieferen
schleißerscheinungen. dafür spezifisch entwickelte Atem- Beteiligung in nunmehr ausgewähl-
Raumintentionen in bestimmten übungen die größte Unterstützung, teren Tätigkeiten. Nach Abschluß
Übungen zu praktizieren kann auch andere Formungsqualitäten zu er- solcher Aktionen war ihm eine Ent-
zu Veränderungen der psychischen fahren. Die Antriebsqualitäten beein- spannung und Erholung möglich.
Präferenzen zu bestimmten Bewe- flussen aus funktionaler Sicht den Jetzt konnte auch freier Fluß in sei-
gungsebenen (S, H, V) führen. Zum Muskeltonus und den proportiona- nen Bewegungen während der
Beispiel eine klare Raumintention len Arbeitsanteil der Muskeln um Stunde beobachtet werden.
sagittal vorwärts mit dem Becken, ein Gelenk. Nach der Beobach- Dies ist ein Beispiel dafür, daß oft
wie es in der Basisübung 3 ange- tungsschulung kann ich schnell fest- nicht monokausal behandelt wer-
strebt wird, kann für einige Perso- stellen, welche Antriebspräferen- den kann. Monokausal im Sinne:
nen auch deshalb zuerst nicht zu- zen eine Person besitzt. Diese Vor- ein Klient kann sich nicht entspan-
gänglich sein, weil sie von ihrer Art lieben der Patienten kann derThera- nen, also mache ich zehn Stunden
nicht gern ein Problem frontal und peut positiv einsetzen, wenn es um Entspannungsübungen mit ihm.
aktiv angehen. Die fehlende Inner- die Hilfe bei der Findung einer neu-
vierung bestimmter Muskeln be- en Muskelkoordination geht.
sitzt oft beide Ursachen, die anato- Ebenfalls ist sichtbar, welche An-
Im Behandlungsprozeß -
misch-physiologische und die psy- triebsqualitäten rigide sind, sich ge-
Behandlungsbegleitende
chische. rade neu entwickeln wollen, und
Diagnostik
Andere Patienten, für die das passi- welche definitiv fehlen, um eine an- Die Arbeit mit den vier Beobach-
ve Zurücksinkenlassen des Bek- dere Koordination zu erreichen und tungskriterien gibt uns Möglichkei-
kens im zweiten Teil der Übung ein falsches Grundmuster abzubau- ten, auf mehreren Ebenen gleichzei-
schwierig ist, haben im Alltag die en. tig zu arbeiten und dem Patienten
Gewohnheit, lieber etwas aktiv her- Nach dieser Bewegungsanalyse die Chance zu geben, in seiner Rei-
zustellen, als die Dinge auf sich zu- gebe ich entweder direkt verbale henfolge die Ursachen peu ä peu zu
kommen zu lassen. Anweisungen: »leicht«, »kräftig«, beseitigen. Wenn auch recht
Natürlich sind dies vereinfachte Bei- »plötzlich« etc, mit denen wir eine schnell sichtbar ist, welche Themen
spiele. Langfristig stabile Bewe- Bewegungsausführung abwandeln jemand auf der Bewegungsebene
gungsveränderungen gehen kom- lassen, oder wir verwenden Bilder, bearbeiten muß, weiß ich nicht im
plexer vor sich. Doch vom Prinzip Assoziationen, Musik, in denen die voraus, welchen Wegen die Person
her gilt, daß in der Bartenieff-Metho- Antriebsqualitäten enthalten sind. folgen wird. Meine Erfahrung ist,
de das Zusammenwirken der Ex- Zur gegenseitigen Beeinflussung daß jede Person, jeder Körper sich
pression und Funktionalität ange- der Arbeit auf der Körperebene und eine sichere Basis verschaffen
legt ist, d. h. Veränderungen kön- der Bewußtwerdung der expressi- muß, um den nächsten Verände-
nen von beiden Richtungen aus er- ven Seite der Antriebe gilt das glei- rungsschritt zu tun.
folgen: che wie zu Raum und Formung. Bartenieff hat immer mit den Präfe-
Das Praktizieren der Bewegung Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: renzen der Patienten gearbeitet. Es
und die Bahnung der dazugehöri- Ein Klient kam und gab an, er hätte ist auch nicht jeder eine »Antriebs-
gen Muskelrhythmen kann eine Ver- Rückenschmerzen, wäre oft müde person« (d. h. viele Antriebsqualitä-
haltensänderung nach sich ziehen, und könne sich nicht entspannen. ten in hoher Intensität sind vorhan-
ohne sie in der Behandlung themati- In der Bewegungsbeobachtung fiel den). Manche haben von ihrem Ty-
sieren zu müssen. Umgekehrt, da als erstes ins Auge: ein rigide gebun- pus her einen besseren Bezug zum
wo einige Personen den expressi- dener Fluß in der Bewegung, der ei- Raum, klaren Raumwegen. Andere
ven Gehalt einer Bewegungsübung nem hohen Muskeltonus entspricht. arbeiten lieber über ihre Körper-

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Laban/Bartenieff

Wahrnehmung. Bei letzteren sind und wähle die weiteren Übungen da- In der Sekundärprävention arbeite
Berührung und Hinweise, worauf nach aus. ich mit den Klienten an der Integra-
sie im Körper zu achten haben, hilf- tion ihrer jeweiligen Einschränkung
reicher. Anwendungsgebiete in die Gesamtbewegung. Personen
Ein Teil der Arbeit besteht darin, die Die Bartenieff/Laban-Bewegungs- mit Beinverkürzungen, Hüftgelenk-
Teilnehmer in ihren eigenen Bewe- studien werden in der Bewegungs- arthrosen, Skoliosen begrenzen
gungspräferenzen zu bestärken. Es pädagogik, im Tanz und Theater, in sich in ihren Bewegungen mehr als
berührt mich sehr, zu erleben, daß der Therapie und in der interkulturel- es funktional notwendig wäre.
so viele Personen, speziell Frauen, len Forschung und Anthropologie Durch die Arbeit an der Ganzkörper-
ihre Eigenschaften und ihren Kör- angewendet: entweder als systema- verbundenheit wird der gesamte
per ablehnen. Sie beurteilen ihr Ver- tische Beobachtung in der For- Körper aktiviert und die Ressour-
mögen eher negativ, sehen nur, was schung zur nonverbalen Kommuni- cen werden bis zur Grenze ausge-
sie nicht können, und vergleichen kation oder als Diagnostik in Kombi- schöpft. Gesteigertes Gesamtwohl-
sich ständig mit den anderen. Erst nation mit Behandlung oder Analy- befinden und wiedergewonnene
allmählich wächst ihre Fähigkeit, se in Verbindung mit Unterricht, Trai- Selbstachtung sind die häufigsten
ohne Wertung einfach wahrzuneh- ning, Choreographien. In der Psy- Rückmeldungen, selbst da, wo der
men, wie sie sich bewegen, was chomotorik benutze ich sie als be- Schmerz nicht vollständig zu ban-
ihre Vorlieben und was die handlungsbegleitende Diagnostik nen ist (z. B. bei fortgeschrittener Ar-
Schwachpunkte sind. In den Übun- (vgl. B. Rollwagen 1994, S. 3-15). throse).
gen lassen sich immer wieder Bezü- Die Beobachtung der Antriebsquali- Wie ich in der Primärprävention im
ge zu Alltagsbewegungen und der täten (Abb. 12) und anderer Aspek- orthopädischen Bereich arbeite, ist
dahinterstehenden Einstellung zu te macht es mir möglich, geeignete ausschnittsweise in den Beispielen
sich und der Umwelt anbieten. Kinderspiele zur Unterstützung aus- erwähnt.
In welcher Art die Teilnehmer Bezü- zusuchen. Die Analyse nach den on- Allgemein läßt sich feststellen, daß
ge zu ihrem Alltag herstellen, hängt togenetischen Mustern zeigt mir, sich im Durchschnitt nach zehn Wo-
von ihnen ab. Die einen lieben die welche wenig ausgebildeten Mu- chen (11/2 Stunden pro Woche) erste
Übertragung auf Alltagssituationen ster nachzuholen sind. Mit den klei- konstante Veränderungen einstel-
und verknüpfen viele Bewegungser- neren Kindern geschieht das in spie- len und daß nach einem halben
fahrungen mit ihrem sonstigem Erle- lerischer Art (in Tierformen oder Jahr eine umfassendere Bewe-
ben. Andere sind zurückhaltender, durch geeignetes Gerät). Mit älte- gungsverhaltensänderung eingetre-
oder das Reflektieren, Assoziieren, ren Kindern kann ich mit Fundamen- ten ist, die die Ursachen für weitere
Gefühlen nachzuspüren ist nicht tals direkt arbeiten. Schädigungen bzw. für erneute
ihre Art. Bei ihnen arbeite ich mit Die Beobachtungskriterien machen Schmerzrückfälle stark reduziert
den Laban/Bartenieff-Bewegungs- es mir möglich, die Veränderung bis vollständig beseitigt.
studien nur auf der Körperebene, des Kindes im Prozeß mitzuverfol- Es wäre an dieser Stelle noch zu er-
beachte dort die Veränderungen gen. wähnen, daß die älteren Menschen,

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Laban/Bartenieff

die ich unterrichte, sehr offen sind Lecture-Paper of the School for Body-Mind-
gegenüber dieser für sie erst mal un- Centering, Massachusetts 1989
Cohen, B.B.: Ontogenetic and Phylogenetic
gewohnten Gymnastik. Sie haben Developmental Principles, Massachusetts
besonders viel Freude an den onto- 1977
genetischen Bewegungsmustern, Eddy, M.: Past Beginning. Relationships bet-
die sie aus den Beobachtungen ih- ween the Bartenieff Fundamentals of Body-
Movement and Perceptual-Motor-Develope-
rer Enkel wiedererkennen. ment-Theory. In: Movement News, New York
1991, H.1, S. 12-15
Wer mehr über die Laban-Barte- Kestenberg, J.S., und Kestenberg-Amighi, J.:
nieff-Bewegungsstudien erfahren Kinder zeigen, was sie brauchen. Wie Eltern
kindliche Signale richtig deuten. Salzburg 1991
möchte oder an Fortbildungen inter- Laban, R.: Die Kunst der Bewegung, Wilhelms-
essiert ist, kann sich an folgende haven 1988
Adresse wenden: Lewis, P: The Kestenberg Movement Profile.
Eurolab, Verband für Laban/Barte- Past, Futur and its Applications, New England
1990
nieff-Bewegungsstudien e. V. North, M.: Personality Assessment through
Karl-Marx-Straße 58, 12043 Berlin Movement, London 1972
Rollwagen, B.: Laban-Bewegungsstudien in
der Psychomotorik. Ein Beitrag zur behand-
lungsbegleitenden Diagnostik. In: Praxis der
Literatur Psychomotorik, Jg. 1994, H.1
Bartenieff, l.: Effort Observation und Effort As-
sessment in Rehabilitation. New York 1962
Bartenieff, l., Lewis, D.: Body Movement, Co-
ping with Environment. New York 1986 Anschrift der Verfasserin:
Cohen, B.B.: Perceiving in Action. On the De-
velopemental Process underlying Perceptual-
Motor-lntegration. In: Contact Quaterly, North- Institut f. Bewegungs- und
hampton 1984, H.1 Lernentwicklung,
Cohen, B.B.: The Development of the Planes,
Bettina Rollwagen
LauenbrUcker Str.8
27389 Flntel

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