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Elisabeth Görg

Harter/weicher Stimmansatz

Der Stimmansatz, oder Tonansatz, ist der Beginn eines Tons, also der Moment,
in dem die Stimmlippen von einem schwingungslosen Zustand in eine
Stimmstellung (Phonationsstellung) gebracht. Das bedeutet die Stimmlippen
liegen locker aufeinander.
Es gibt drei Stimmansätze, die unterschieden werden: den gehauchten
Stimmansatz, den harten bzw. festen und den weichen Stimmansatz. Die Art
des Schwingungsbeginns entscheidet welchen Stimmansatz man verwendet.
Beim gehauchten Stimmansatz ist die Stimmritze geöffnet und es strömt
während des Schließens Atemluft an den Stimmbändern vorbei und erzeugt ein
deutliches Hauchgeräusch.
Einen richtigen Stimmansatz gibt es nicht, da es viele verschiedene Arten gibt,
den Anlaut zu beginnen, auch oft abhängig von dem Stück, das gesungen wird.
Jedoch ist es schädlich für die Stimme zu viel gehauchte Einsätze zu machen,
also sollte man diesen nach Möglichkeit selten, und da sehr sorgfältig,
benutzen.
Je nach Gesangsstil werden die unterschiedlichen Stimmansätze verwendet,
jedoch nach stimmhygienischen Gesichtspunkten ist der weiche Stimmansatz
erstrebenswert. Aber mit der richtigen Gesangstechnik ist auch der harte
Stimmansatz gefahrlos einzusetzen.

Harter Stimmansatz:
Bei einem harten Stimmansatz sind die Stimmlippen voll verschlossen. Durch
die sich aufstauende Luft, werden die Stimmlippen dann
auseinandergesprengt. Dadurch entsteht der sogenannte Glottisschlag (oder
Knacklaut), welcher den Schwingungsbeginn einleitet.
Verwendet wird dieser Stimmansatz typisch bei Anlautvokalen (zum Beispiel:
der Alte) oder vor vokalisch anlautenden Wortstämmen (zum Beispiel:
beachten). Stimmhygienisch ist ein harter Stimmansatz grundsätzlich nicht
schädlich, jedoch sollte hier mit Vorsicht gehandelt werden. Es ist wichtig einen
weichen Glottisschlag zu produzieren, das heißt es ist nur eine leichte
Anspannung in den Stimmlippen, daher auch nur ein geringer Druckanstieg
erforderlich, um dem Verschluss zu lösen.
Stimmschädigend ist es, wenn ein harter Glottisschlag verwendet wird. Hier
sind die Stimmlippen aneinandergepresst und der starke Druck sprengt die
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Stimmlippen plötzlich auseinander, was ein knallartiges Geräusch macht. Die


Stimmlippen knallen wieder aufeinander und beschädigen sich somit. Die
Verspannung führt auch zu einer geringeren Durchblutung. Es kommt zu
besonderer Belastung der Stimmlippenränder und es kann zur Stimmermüdung
führen. Es können auch Stimmbandknötchen und andere Veränderungen der
Stimmlippen auftreten.

Weicher Stimmansatz:
Bei einem weichen Stimmansatz berühren sich die Stimmlippen sehr leicht zu
Beginn des Klangs. Stimmeinsatz und Schwingungsbeginn der Stimmlippen
erfolgen gleichzeitig, das heißt der Schwingungsvorgang und damit der Klang
setzen übergangslos ein. Es schwingen die gesamten Stimmbandränder und es
gibt keine größere Öffnung, wo Luft ungenutzt entweichen kann. Um den
weichen Stimmansatz zu üben, kann der Anlaut leicht gehaucht werden. Wenn
die Stimmlippen sich jedoch zu wenig berühren und das Schließen der
Stimmlippen somit unvollständig ist, kommt es zum gehauchten Stimmansatz.
Mit dem weichen Stimmansatz wird ein schneller Klangaufbau ermöglicht.
Der weiche Stimmansatz wird beim Gesang bevorzugt. Er ist der natürlichste
und effektivste Weg, Klänge zu erzeugen. Da dieser Stimmansatz sehr schonend
ist, kann man die Stimme auch höheren Belastungen aussetzen ohne
Verletzungen zu riskieren.
Es wird keine Luft verschwendet, wie beim gehauchten und auch keine
unnötige Kraft aufgewandt wie beim harten Stimmansatz.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesangspädagogik#Stimmeinsatz
https://gesangsstudio-koeln.de/der-weiche-stimmansatz
https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/pdf/10.1055/b-0034-44827.pdf
https://books.google.at/books?
id=ggdPiV0Qg3gC&pg=PA80&lpg=PA80&dq=fester+stimmeinsatz&source=bl&ots=g-
brqXet69&sig=ACfU3U0lZrNTTcNPsWiY-
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Elisabeth Görg

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