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÷r≠ ÷r≠ DÅmodarÅ„Êakam

Gesprochen vom Muni Satyavrati,


berichtet in der Unterhaltung von RukmÅÙgada und Mohin≠ im PadmapurÅœa
(Übersetzung von SvÅm≠ SadÅnanda DÅsa1, aus einem Brief,
geschrieben am ersten Tage des Monats DÅmodara, dem 20.10.1956)

© Katrin Stamm 2020

1. namÅm≠±varaÚ sac-cid-Ånanda-râpaÚ
lasat-kuœØalaÚ gokule bhrÅjamÅnam,
Ya±odÅ-bhiyolâkhalÅddhÅvamÅnam,
pÅramr˚„Êam atyaÚ tato drutya-gopyÅ

Ich verbeuge mich verehrend vor dem HERRN, dessen Gestalt aus Sat-Cit-Änanda besteht,
mit leuchtenden Ohrringen, in Gokula Seine Schönheit darstellend,
der aus Furcht vor der Mutter vom Mörser herabsprang
und eilend fortlaufend von der Mutter (Gop≠), die Ihm nachlief, von hinten erfasst wurde.

2. RudantaÚ muhur netra-yugmaÚ mr˚jantaÚ,


karÅmbhoja-yugmena sÅtaÙka-netram,
muhuæ2-±vÅsakampa-trirekÅÙka-kaœÊha-
sthita-graiva-dÅmodaraÚ bhakti-baddham

Er, der weinend mit beiden Lotushänden die Augen sich reibt, die Augen voller Alarm,
Ihn, der durch Bhakti gebunden, um den Leib den Strick,
durch das heftige Atmen zittert der Perlenkranz um Seinen Hals
(der drei Falten hat, drei feine Linien wie auf einer Muschel).

3. it≠d˚rk sva-l≠lÅbhir Ånanda-kuœØe


sva-gho„aÚ nimajjantam ÅkhyÅpayantaÚ
tad≠ye±ita-jñe„u bhaktair jitatvaÚ
punaæ prematas ta£ ±atÅv˚rtti vande

Hundertfach verbeuge ich mich verehrend nieder vor Ihm, in Prema,


(Ihm), der Seine eigenen Leute in solcher Weise in den See des Glückes
durch Seine eigenen L≠lÅ-s eintaucht,
und unter denen, die Ihn als Herrn der Majestät wissen, verkündet,
dass Er durch Seine Bhaktas besiegt wird.

4. varaÚ Deva! mok„aÚ na mok„ÅvadhiÚ vÅ


na cÅnyaÚ vr˚œe3 ’haÚ vare±Åd ap≠ha
idaÚ te vapur nÅtha! gopÅla-bÅlaÚ –
sadÅ me manasy ÅvirÅstÅÚ kim anyaiæ

Ich bitte um keine andere Gabe, oh Herr der Gaben, weder um Mok„a,
oder irgendetwas anderes bis zu Mok„a hin.
Allein möge, oh Herr, diese Deine Hirtenkind-Gestalt
immer sich in meinem Geiste (manas) offenbaren,
von anderen Dingen gar nicht zu reden.
1
Anm. des Herausgebers: Im Brief fehlt oft AnusvÅra am Ende des Wortes und die Schreibweise weicht manchmal vom
„Liederbuch der Vai„œavas“ ab. In diesen Fällen habe ich nach besten Kenntnissen und mit grammatikalischer Erklärung die
Version gewählt, die mir richtig erscheint. (K. Stamm).
2 mahaæ > muhur (plötzlich, immer wieder), indekl.; vgl. wiederholte Verwendung in den folgenden Versen. Großartig

(mahaæ) kommt auch in SadÅnandas Übersetzung nicht vor.


3 vr˚no ’haÚ > vr˚œe ’haÚ: ich erbitte für mich (Ätmanepada); 1. Pers. Sing., Endung e; anlautendes a entfällt nach e od. o.

vr˚no ’haÚ würde bedeuten: vr˚nas ahaÚ (as vor a wird zu o), was keine mögliche Form für 1. Pers. Sing. ist.
5. idaÚ te mukhÅmbhojam atyanta4-n≠lair
vr˚taÚ kuntalaiæ snigdha-raktai± ca gopyÅ
muhu± cumbitaÚ bimba-raktÅdharam me
mansya ÅvirÅstÅm alaÚ lak„a-labhaiæ

Dieses Dein Lotusgesicht, von feinen Haarlocken umkränzt


und Deine (roten) bimbablüten-gleichen Lippen,
die von der Gop≠ (der Mutter) mit liebevollen roten Lippen geküsst werden –
möge es in meinem Geist sich offenbaren –
wozu tausend andere Dinge.

6. namo deva dÅmodarÅnanta vi„œo5


pras≠da prabho! duækha-jÅlÅbdhi-magnam
kr˚pÅ-dr˚„Êi-vr˚„ÊyÅti-d≠naÚ vatÅnu-
gr˚hÅœe±a! mÅm ajñam edhy ak„i-dr˚±yaæ

Habe Gnade mit mir, oh Herr,


der ich im Ozean von Leid versunken bin,
oh (vata) begnade mich, den ganz Armen,
mit dem Regen der Blicke Deiner Gnade,
oh Herr, belebe mich Unwissenden, durch die Blicke Deiner Augen.

7. kuverÅtmajau baddha-mârtyaiva yadvat


tvayÅ mocitau bhakti-bhÅjau kr˚tau ca
tathÅ prema-bhaktiÚ svakÅÚ me prayaccha –
na mok„e graho me ’sti dÅmodareha

Die beiden Söhne Kuveras wurden von Dir,


dessen Gestalt selbst gebunden war, befreit6
und ihnen [wurde] Bhakti gegeben,
also gib mir Deine eigene Bhakti. –
Ich habe keine Begier nach Mok„a, oh DÅmodara.

8. namaste ’stu dÅmne sphurad-d≠pta7-dhÅmne


tvad≠yodarÅyÅtha vi±vasya dhÅmne
namo rÅdhikÅyai tvad≠ya-priyÅyai
namo ’nanta-l≠lÅya devÅya tubhyam

Verehrung dir, dem Strick, der strahlend leuchtet, –


Verehrung Deinem Leibe, der der Urgrund der Welt ist,
Verehrung der RÅdhÅ die Deine Geliebte ist,
Verehrung Dir, der Du endlose L≠lÅ-s spielst.

Am Morgen und am Abend rezitieren die Bhaktas die 8 Verse im Monat DÅmodara.

4
avyakta-n≠lair > atyanta-n≠lair: unmanifest-n≠la-farben macht wenig Sinn,p atyanta (= unbeschreiblich, außerordenlich,
vollkommen) dagegen schon.
5 Zeile fehlt im Brief.

6 Maœigr≠va und Nalakâvara waren von NÅrada Muni verflucht worden.

7 dipta > d≠pta (Part.) > Öd≠p; Länge vergessen? Liederbuch: d≠pt≠ (f.): Glanz, Leuchten. Wäre auch möglich.