Sie sind auf Seite 1von 3

https://www.abiweb.

de/geschichte-zweite-industrielle-revolution-und-imperialistische-
expansion/die-bevoelkerung/soziale-frage/die-arbeiterbewegung.html

Die Arbeiterbewegung
Die Bevölkerung
Soziale Frage
Vorlesen

Speedreading
Die Neuformierung

Nachdem sich erste Vorläufer der Arbeiterbewegung bereits während der


Revolution 1848 gebildet hatten, formierten sich diese ab dem Jahre 1863 neu.

Parteien und Organisationen

1863 gründete Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen


Arbeiterverein (ADAV). Sein wichtigstes Ziel war es, das allgemeine und
gleiche Wahlrecht für Männer einzuführen. Wäre dieses Ziel erreicht, wollte er
das eherne Lohngesetz brechen. Dieses orientierte sich stets am
Existenzminimum.

Diese Farblithographie ist um 1870 herum entstanden und zeigt Ferdinand Lassalle,
wie er ein goldenes Kalb zerstört. Der Zeichner orientiert sich bildlich am Alten
Testament der Bibel: Auch Moses hatte das goldene Kalb zerstört, nachdem sein Volk
dem Götzenbild verfallen war.
https://www.abiweb.de/geschichte-zweite-industrielle-revolution-und-imperialistische-
expansion/die-bevoelkerung/soziale-frage/die-arbeiterbewegung.html

1869 gründeten Wilhelm Liebknecht und August Bebel mit


der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) eine weitere
Arbeiterorganisation. Ziel war auch bei dieser Organisation die rechtliche
Gleichstellung der Arbeiter beim Wahlrecht. Aber auch wollten sie Gesetze, die
die Arbeiter bei Krankheit, Unfällen und im Alter schützen sollten. Um diese
Ziele zu erreichen, wollte die Partei an den Reichstagswahlen teilnehmen, um
dann im Reichstag mithilfe der Mehrheit Gesetze durchzusetzen.

Im Jahr 1875 schlossen sich der ADAV und die SDAP zur Sozialistischen
Arbeiterpartei (SAP) zusammen. Die SAP hatte zu diesem Zeitpunkt rund 24
000 Mitglieder. In ihrem Gothaer Programm fordert die Partei unter anderem
"sozialistische Produktivgenossenschaften", die von den Arbeitern kontrolliert
werden sollten. Ein weiteres, konkretes, Ziel war die Durchsetzung des gleichen
Wahlrechts. Im Jahr 1890 nannte sich die Partei in "Sozialdemokratische
Partei Deutschlands" (SPD) um. Die Partei gewann immer mehr an Einfluss.
1912 wurde sie die stärkste Kraft im Reichstag und zählte knapp 1 Mio
Mitglieder.

Die perfekte Prüfungsvorbereitung!

In diesem Online-Kurs zum Thema "" wird dir in 60 anschaulichen Lernvideos,


133 leicht verständlichen Lerntexten, 488 interaktiven Übungsaufgaben und
61 druckbaren Abbildungen das umfassende Wissen vermittelt.
GRATIS TESTEN

Gewerkschaften

Bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung und Schutz bei Unfällen und


Krankheit forderten auch die Gewerkschaften, die ab 1868 entstanden. Es gab
Freie Gewerkschaften, christliche Gewerkschaften und liberale
Gewerkschaften, wobei die ersteren bei weitem den größten Einfluss ausübten.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg zählten die Gewerkschaften rund 2,5 Mio
https://www.abiweb.de/geschichte-zweite-industrielle-revolution-und-imperialistische-
expansion/die-bevoelkerung/soziale-frage/die-arbeiterbewegung.html

Mitglieder. Um ihre Ziele zu erreichen, setzten sie hauptsächlich das Mittel


des Streiks ein.

Das Sozialistengesetz

Bismarcks Sozialistengesetz (1878- 1890) verbot die Parteiorganisationen,


Gewerkschaften und deren Zeitungen und Zeitschriften. Parteimitglieder und
Parteianhänger waren einer polizeilichen Verfolgung ausgesetzt und einige
wurden sogar ausgebürgert. Während dieser Zeit konnte die SAP aber trotz
dieser Eingriffe zu Reichstagswahlen antreten.

Die Spaltung der SPD

Die SPD und die Freien Gewerkschaften standen sich politisch und personell
nahe. Dabei gab es allerdings eine innere Zersplitterung zwischen dem
pragmatischen Teil der SPD, denen auch die Gewerkschaften nahe standen,
und dem revolutionären Teil. Der pragmatische Flügel trat dabei für politische
und soziale Reformen ein, während der marxistische Flügel revolutionär
eingestellt war. Diese innere Uneinigkeit führte schließlich gegen Ende des
Kaiserreiches zur Spaltung der Partei in die SPD und die Spartakusgruppe um
Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

WICHTIG

Auch vor der Veröffentlichung des Kommunistischen Manifests und der


Organisierung in Parteien und Gewerkschaften gab es Streiks und Aufstände.
Zum Beispiel gingen beim Weberaufstand in Schlesien 1844 rund 3000 Weber
auf die Straße, um gegen Entlassungen und Lohnkürzungen zu demonstrieren.
Aufstände dieser Art waren spontan und nicht organisiert. Sie richteten sich
normalerweise nicht gegen das System als ganzes, sondern gegen einen
konkreten Unternehmer. Die Arbeiterbewegung entstand, als die Arbeiter
allmählich merkten, dass sie über einzelne Fabriken und Regionen hinaus
ähnliche Interessen hatten.