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„Hamburger Lektionen“

3.11.07

Nach den „Hamburger Lektionen“ (Kinofilm) geht auch der Islam von einer PrÉdestination aus. Also davon, dass Gott schon VOR der SchÑpfung alles gewusst hat, er also „immer schon“ die Menschen, die Er am Ende aller Tage in sein Reich, sein Paradies holen wird, kennt. Gott weiÄ alles, also auch wer zu den Geretteten und wer zu den Verworfenen gehÑren wird.

Wie die Protestanten lehnt auch der Islam eine MÑglichkeit des Menschen Einfluss auf sein Schicksal nach seinem Tode nehmen zu kÑnnen, ab. Ob er in das Paradies eingehen wird, liegt also NICHT in seiner Hand.

Calvin meinte, dass es „irgendetwas“ geben mÖsse, an dem man schon zu Lebzeiten erkennen kÑnne, wer wohl zu den Geretteten gehÑren wird und wer nicht. Um es ganz krass zu sagen:

Gott wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen MÑrder in Sein Paradies nicht lassen, sondern eher die, die sich an seine Gesetze halten. Daraus lehnte dann Max Weber seine These ab, dass sich die Menschen dann „irgendwie“ anstrengen werden, denn es ist fÖr sie unendlich wichtig zu wissen, ob sie in den Himmel oder in die HÑlle kommen werden. Nachdem ihnen Luther den Kauf eines Platzes im Himmel als nutzlos klarmachte strengten sie sich an und wurden „frÑmmer als fromm“, was dann – unweigerlich - zu ihrem wirtschaftlichem Reichtum fÖhre. Also nicht, dass Gott Reiche „bevorzuge“, denn eher gehen ja Elefanten durch ein NadelÑhr als Reiche ins Paradies, aber wenn sich die Menschen aus lauter Verzweiflung, genau so verhalten, wie Gott es ihnen vorschreibt, dann folgt der wirtschaftliche Erfolg auf dem Fusse. Sie werden ja ihr Geld nicht verprassen und sie sollen ja nicht wenig, sondern viel arbeiten. Da muss dann ja – geradezu zwangslÉufig – Reichtum dabei herauskommen. Und die Frommen, die also viel arbeiten und das Geld nicht verprassen, werden reich, so dass man eben doch „sieht“, wer fromm ist, der, der reich ist, aber mit dem Reichtum nicht prasst. Was wird der Reiche also mit dem vielen erarbeiteten Geld machen, das er NICHT verprassen darf, will er in das Reich Gottes eingehen? Er wird es wieder anlegen, es „arbeiten lassen“, also „Kapitalist werden“ so die Idee von Max Weber. Eine Garantie „in den Himmel zu kommen“ hat der Protestant nie, er ist „verflucht“ ein gottgefÉlliges Leben zu fÖhren, bis ans Ende seines Lebens: hart arbeiten, aber die FrÖchte seiner Arbeit darf er nicht genieÄen.

Wie ist das im Islam? Die GlÉubigen sind, wie die Protestanten „verflucht“, ihr Schicksal fÖr das Leben nach dem Tode nicht in den eigenen HÉnden zu haben. Sie sind – wie nach Luther alle Christen – vollstÉndig „in der Hand Gottes“. Wer aber im Kampf fÖr den Glauben stirbt, der kommt ins Paradies. Glauben die Moslime. Im Gegensatz zu den Christen haben sie also EINE SICHERE MÑglichkeit, ins Paradies zu kommen: der Tod fÖr den Glauben. Dies erklÉrt, die erstaunlich hohe Bereitschaft, sein eigenes Leben fÖr den Islam zu opfern. Ob dies wirklich ein geeignetes Mittel ist, ins Paradies zu kommen, weiÄ freilich nur Gott selber. Schriftlich, wie frÖher die Katholiken mit ihren Ablassbriefen, haben die SelbstmordattentÉter es also nicht.

Da Gott nicht nur weiÄe, sondern vor allem barmherzig ist, hat er mich ins Kino geschickt, damit die Moslims bald selber darÖber diskutieren kÑnnen, ob sie WIRKLICH glauben, Gott, den Allerbarmer, mit ihrem Selbstmord ZWINGEN zu kÑnnen, ihnen einen Platz im Paradies zu geben. Auch Er ist es – vielleicht –wie ich, leid, die Witwen und MÖtter der SelbstmordattentÉter weinen zu sehen. Ob die Piloten des 11. Septembers 2001 im Paradies sind? Insh Allah! (Ich kann Insh Allah leider nicht in die Vergangenheit setzen, ich bin des Arabischen nicht mÉchtig.)