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ABTEILUNG IX· BAND 2

von
ALEXAND R U VULPE
Institut fUr Archăologie Bukarest

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C. H. B EC K'SC H E V E R LAGS B UC H HAN DLUNG


MUNCH EN 1970
PROFESSOR ION NESTOR
MEINEM VEREHRTEN LEHRER
IN DANKBARKEIT GEWIDMET
VORWOR T

Der vorliegende erste PBF-Band uber die rumănischen Ăxte und Beile behandelt die Schaftlochăxte,
die wenigen bronzenen Hammerăxte (auf diese Fundgruppen wird nochmals anlăBlich der Behand­
lung der kupfernen Hammerăxte im năchsten PBF-Band uber rumănische Ăxte und Beile zuruck­
gekommen) und Schaftrăhrenăxte sowie die Ăxte mit Nackenscheibe. Zu den Schaftlochăxten rechne
ich auch dieNackenkammăxte (Typ Apa-Nehoiu) sowie die Ăxte mit nach unten verlăngertem Schaft­
rucken (Typ Şanţ-Dragomireşti).
Das Manuskript wurde im Mai 1969 abgeschlossen. Nachtrăge wurden im Februar 1970 wăhrend
der letzten Korrektur hinzugefugt. Die nach FertigstelIung des Manuskripts mir bekanntgeworde­
nen Ăxte sind auf Taf.55 und 56 abgebildet.
Die Behandlung der Schaftlochaxt-Typen Baniabic bis Balşa (S. 26-53) beruht auf einer demnăchst
erscheinenden Studie des Verf. und Ersilia Tudors (Stud. Cerc. Ist. Veche 21, 197°).
Zur Erfassung măglichst aller in Rumănien zum Vorschein gekommener Ăxte der ruer behandelten
Typen habe ich etwa hundert ăffentliche Museen und Privatsammlungen des Landes besucht. Da
stets neue Stiicke gefunden werden, ist es măglich, daB Neufunde mir entgangen sind. Zudem konn­
ten in einigen Museen nicht alle aufbewahrten Stucke nachgepruft werden. In diesen FălIen sowie
fur die aus Rumănien stammenden, in auslăndischen (besonders in ungarischen) Museen aufbewahr­
ten Ăxte durfte ich mich auf Zeichnungen von M. Petrescu-Dîmboviţa stutzen. Es sei an dieser Stelle
Herrn Prof. M. Petrescu-Dîmboviţa dafur und fur seine Freundlichkeit gedankt, mir Einblick in seine
noch unverăffentlichte Arbeit uber die rumănischen spătbronzezeitlichen Bronzedepots zu gewăhren.
Die auBerhalb R.umăniens gefundenen Ăxte habe ich herangezogen, soweit sie zu den hier be­
sprochenen Axtgruppen gehăren und sie mir aus der Literatur zugănglich waren. J edoch liegen in
den an Rumănien angrenzenden Lăndern noch ziemlich viele unverăffentlichte Stiicke. Dabei durf­
ten vor allem die nordostungarischen Nackenscheibenăxte fur die Beurteilung der rumănischen Funde
aufschluBreich sein, obwohl sie wohl nicht wesentlich das hier entworfene Bild verăndern werden.
Die meisten Ăxte wurden von mir nach den Originalen gezeichnet; wo dies nicht der FalI ist, wird
dies vermerkt.
Das einschlăgige Schrifttum wurde nach Măglichkeit berucksichtigt.Nur die wichtige Arbeit von
B. Hănsel (Beitrăge zur Chronologie der mittleren Bronzezeit im Karpatenbecken, 1968) konnte
nicht mehr benutzt werden, da sie mir erst wăhrend der zweiten Korrektur bekannt wurde.
Der Verfasser fUhlt sich gedrăngt, an dieser Stelle seinen Dank Prof. Dr. H.Muller- Karpe aus­
zusprechen, der diese Arbeit in alIem gefărdert und das Manuskript sprachlich redigiert hat. Mein
Dank gehărt ebenfalIs Prof. Dr. Ion Nestor, dessen Ratschlăge sich immer als nutzlich erwiesen.
Ferner sei allen meinen Kollegen an den archăologischen Museen in Rumănien, die mir freundlicher­
weise das Material zur VerfUgung stelIten, gedankt, besonders Mircea Rusu, dem ich ausfuhrliche
Auskunfte uber viele in Transsilvanien benndliche Stucke verdanke.
Danken măchte ich auch der Deutschen Forschungsgemeinschaft fur eine Forschungsbeihilfe.
Die Reinzeichnungen wurden im Institut fur Vorgescruchte der Universităt Frankfurt a. M. von
G. Endlich, G. Fărster, M. Ritter und D. Weider ausgefuhrt.
Bukarest/Frankfurt, Mărz 1970 A. Vulpe
INHALTSV E R Z E ICHNIS

Einleitung . . 1

Der Fundstoff
Schaftlochaxte 26
Typ Baniabic . 26
Typ Fajsz . . 28
Typ Corbasca 29
Typ Dumbrăvioara 31
Typ Izvoarele 32
Typ Veselinovo 35
Typ Pătulele . 37
Typ Kozarac . . 39
Typ Darabani 41
Typ Pădureni und Monteoru 42
Typ Hajdusamson 49
Typ Balşa . . . 51
Typ Apa-Nehoiu . 53
Typ Filipeni . . . 57
Typ Şanţ-Dragomireşti 57
Ostliche Typen . . . . 60
Typ Adoni und T6szeg 61
Hammeraxte . . . . . . 62
Bruchstiicke und unbestimmbare Schaftlochaxte 65
Schaftrohrenaxte . . . . . . . . . . . . . 66
Nackenscheibenaxte ohne Schaftrohre (Typen A 1 und A2) 66
Variante AI (Hajdusamson) . . . . . . . . . . . 66
Variante A2 (Apa) . . . . . . . . . . . . . . 67
Nackenscheibenaxte mit gedrungener Tiille (Typ B 1) 70
Variante Szeghalom . 70
Variante Mezobereny . 71
Variante Ighiel . . . . 71
Variante Bikacs-Borleşti 73
Variante Iclod . . . . 74
Variante Senta . . . . 74
Nackenscheibenaxte mit langer Schaftrohre und hoher Domscheibe (Typ B2) 77
Symmetrische Nackenscheibenaxte mit langer Schaftrohre und kegelformigem Scheiben-
dom (Typ B3) . • • . 79
Variante Lăpuş. . . 79
Variante Dobrocina . 80
x lnhaltsverzeichnis

.. Variante Cehăluţ .
Variante Breb
Variante Tîrguşor
Nackenscheibenaxte ohne Schaftrăhrenfliigel (Typ B 4) .
Variante Şomcuta .
Variante Sarasău
Variante Rohod
Variante Vioara
Nackenknaufaxte vom Typ Drajna
Axt mit Hellebardenschneide vom Typ Larga . 100.
Nackenscheibenaxte von unbestimmbarem Typus 101
Nachtrage . . . . . . . . . . . . . . . . . 102

Verzeichnisse und Register

Verzeichnis der Literaturabkiirzungen 106


Verzeichnis de� Museen und Sammlungen 108
Sachregister . . 1 10
Fundortregister

TaJeln I-Sg
E IN L E I TUNG

Um die allgemeine kulturgeschichtliche Beurteilung der rumănischen Kupfer- und Bronzeăxte zu


erleichtern und die dabei gebrauchten chronologischen Begriffe zu erklăren, erscheint es angebracht,
im vorhinein zusammenfassend die derzeit vertretbare Periodisierung der rumănischen Bronzezeit
zu skizzierenI und die bestehenden Măglichkeiten einer Parallelisierung mit der Chronologie Zen­
traleuropas darzulegen. Dabei wird das Augenmerk besonders auf die Kulturen gerichtet, die in Ver­
bindung mit den hier zu behandelnden Axtfunden stehen.
Es darf insgesamt festgestellt werden, daB die sudosteuropăische, besonders die rumănische
Bronzezeitforschung so weit fortgeschritten ist, daB eine selbstăndige Periodengliederung begriin­
det werden kann und die einfache Obertragung des zentraleuropăischen Chronologiesystems sich
als ungerechtfertigt erweisen lăBt. Wenn das letztere dennoch benutzt wird, so doch nur in einem sehr
allgemeinen Sinne. Andererseits aber bereitet eine ins einzelne gehende Synchronisierung der Stu­
fenabfolgen verschiedener sudosteuropăischer Kulturgebiete augenblicklich noch nicht geringe
Schwierigkeiten. Daher werden wir die Chronologie in allgemeinen, flexibleren Ausdrucken darzu­
legen versuchen, soweit sie von der Mehrheit der rumănischen Forscher benutzt wird und unserer
Meinung nach den Forschungsstand am besten wiedergibt.
Die (kupferzeitliche) Ubergangsphase zur Bronzezeit2 umfaBt die Zeitspanne zwischen dem Ende der
Kulturen von Cucuteni, Gumelniţa, Sălcuţa, Turdaş-Petreşti sowie Bodrogkeresztlir3 und der Her­
ausbildung der ersten stabilen Kulturen, welche nach herrschender Ansicht als reprăsentativ fur die
Bronzezeit angesehen werden kănnen, vor allem die Glina-, die Periam- und die Otomani-Kultur.
Charakteristisch fur dieses Zeitalter ist das Bestehen kleiner Kulturgruppen neben groBen verschie­
den gearteten Kulturkomplexen. Typisch fur diese Periode sind die Cernavoda-Kultur, die Folteşti
1- und II-Kulturen, sowie die Coţofeni-Kultur.
Unter der Bezeichnung Cernavoda-Kultur4 werden in letzter Zeit drei verschiedene Kulturen
verstanden. Cernavoda 1 ist eine Kulturausprăgung, die gleichzeitig mit der Cucuteni AB-Stufe
bis zum Auftreten der Gorodsk-Usatovo-Erscheinungen besteht. Die Abfolge der Kulturen
Cernavoda II und III ist nicht hinreichend gesichert. Auf Grund der Ausgrabungen von Celei
wiirde Cernavoda III der Ezero-Kultur entsprechen5 wăhrend Cernavoda II (auch Folteşti II
benannt) mit der Coţofeni-Kultur und teilweise der Glina-Kultur (fruhe Bronzezeit) gleichzeitig

1 Vgl. 1. Nestors Aufsatz in: Istoria României 1, 1960, 126 ff.; Gh. Bichir, Dacia NF. 6, 1962, 87ff.; P. Roman, Revista
90f.f , der allerdings heute ergănzungsbediirftig ist. Eine ab­ Muzeelor 1, 4, 1964, 324ff.; M. Florescu, Arh. Mold. 2-3, 1964,
weichende Ansicht von den hier behandelten Zeitstufen ver­ 105ff.
tritt D. Berciu, Zorile istoriei în Carpaţi şi la Dunăre (1966), 3 In der rumănischen Literatur wird fiir diese Kulturen die
rumănisch; vgl. auch die englische Version: Romania before Bezeichnung Steinkupferzeit bevorztigt. Jedoch gibt es auch
Burebista (1967). Verfasser (K. Horedt und N. Vlassa), die den Begriff Kupfer­
2 Siehe bes. D. Popescu, Asupra începuturilor epocii zeit verwenden und darunter das spăte Aeneolithikum, die
bronzului în România, Stud. Cerc. Ist. Veche 16, 1965, 129ff. Obergangsperiode zur Bronzezeit und sogar die friihe Bronze­
323ff. 775ff.; 17, 1966, 157 ff. 557ff.; siehe neuerdings 1. Nestorj zeit mitverstehen (Horedt, Die Kupferzeit in Transsilvanien,
Eugenia Zaharia, Dacia NF. 12, 1969, 17ff.; S. MorintzjP. Apulum 7, 1968, 103 ff.).
Roman, Aspekte des Ausgangs des Aeneolithikums, Dacia 4 Vgl. S. MorintzjP. Roman a.a.O. Siehe auch D. Berciu,
NF. IZ, 1969, 45 ff. Anders D. Berciu, Contribuţii la proble­ Slov. Arch. 12, 1964, 269ff.
mele neoliticului în România în lumina noilor cercetări (1961) 5 Expectatus Bujor, Revista Muzeelor 4, 3, 1967, 21!.
2 Ein/eitung

sein wiirde.1 Diese Ansicht widerspricht der Periodisierung Bercius, der Cernavoda III als eine dem
Glina-HofÎzont entsprechende Kultur auffaBt.
Die Kulturen Gorodsk-Usatovo und Horodiştea-Folteşti 1 charakterisieren durch mehrere Ent­
wicklungsetappen hindurch den Anfang dieser Periode in der Moldau. Die Folteşti II-Kultur (iden­
tisch mit Cernavoda II) ist typisch fur die eigentliche Dbergangsperiode und dauert wahrscheinlich
bis in die fruhe Bronzezeit.
Die Coţofeni-Kultur (verwandt mtt dem Baden-Peceler Komplex) ist in Oltenien, im Banat, in
Siebenburgen und im Norden Munteniens verbreitet. In einer ersten Phase dringt in die Coţofeni­
Kultur die Kostolacer Kultur ein.2 In einer spateren Phase wird sie in den westlichen Teilen Ruma­
niens von der Vucedol-Kultur abgelăst.3 In Siebenburgen folgt die Coţofeni-Kultur auf das Ein­
dringen ăstlicher Elemente (Deda Mureşului-Gruppe); in Oltenien folgt sie nach dem Cernavoda
III-Celei-Ezero-Komplex.
Die friihe Bronzezeit beginnt mit der Konstituierung groBer, festgefiigter Kulturen, deren Zusam­
menhang besonders an Hand der Bronzetypen grăBtenteils auch im weiteren Verlauf der Bronzezeit
verfolgt werden kann. 4 Die wichtigste davon ist ilie Glina-Schneckenberg-Kultur, deren Anfang
mit der spaten Folteşti-Kultur und der Furchenstichkultur gleichzeitig ist.
Die Glina-Schneckenberg-Kultur ist verbreitet in Muntenien,Oltenien und dem Sudosten Sieben­
burgens. In Siebenburgens lassen sich mindestens zwei Entwicklungsphasen feststellen, in Mun­
tenien deren drei. In ihrer spaten Phase ist die Glina-Schneckenberg-Kultur mit dem Beginn der
Monteoru-, Periam-, Otomani- und wahrscheinlich auch Wietenberg-Kultur (s. unten) zu paralle­
lisieren. Der Spatabschnitt der Folteşti II-Kultur (auch Folteşti III benannt) existiert in der Moldau,
zusammen mit verschiedenen lokalen Gruppen (Bogdăneşti, Mîndrişca).6 Die Furchenstichkultur
charakterisiert den Beginn der Bronzezeit in Mittelsiebenburgen und Nordoltenien. Anscheinend ist
sie die lokale Weiterentwicklung der Coţofeni-Kultur. 7
Die mittlere Bronzezeit8 wird in Rumanien durch eine verhaltnismaBig feste Entwicklung im Rah­
men einiger gut umrissener regionaler Kulturen gekennzeichnet: der Gruppen von Monteoru,9
Costişa,I° Wietenberg,1I Tei,12 Verbicioara,13 Otomani,I4 Periam-Pedca,Is Vatinal6 und teilweise
1 Morintz/Roman (a. a. O.) meinen jedoch, dafl die Cerna­ enthălt sie doch einige schwer zu widerlegende Beobachtun­
voda II und III-Kulturen sich in verschiedenen Răumen ent­ gen (hauptsăchlich in bezug auf die Furchenstich-Fazies).
wickeln: Cernavoda II in der Moldau und Nordostmunte­ 8 Einen zusammenfassenden Dberblick ăhnlich demjeni­
nien, Cernavoda III-Ezero hingegen in der Donau-Ebene gen liber die friihe rumănische Bronzezeit bereitet D. Popescu
und Bulgarien. In der Kontakt-Zone entlang der unteren vor. Erster Teil bereits erschienen (Stud. Cerc. Ist. Veche 18,
Donau konnte bis jetzt nicht endgiiltig festgestellt werden, 1967, 155ff.).
welche dieser beiden Kulturen zuerst entstand. 9 Siehe Anm. 2 auf S. 3.
2 V. Boroneanţ, Stud. Cerc. Ist. Veche 17, 1966, 345ff. 10 A . Vulpe, Dacia NF. 5, 1962, 105 (russisch).
3 V. Dumitrescu/I. Stratan, Dacia NF. 6, 1962, 411ff. II K. Horedt, Dacia NF. 4, 1960, 107 (deutsch). Die in
4 Zusammenfassende Dbersicht bei Popescu a. a. O. Derşida (Jud. Sălaj) 1963-1965 von K. Horedt und
5 G. Bichir a. a.O; N. Chidioşan durchgefiihrten Ausgrabungen machten zum
6 SieheM. Florescu, Dacia NF. 10, 1965, 69ff.; Bichir a.a.O .. ersten Male eine stratigraphisch begrlindete Periodisierung
7 M. v.Roska, Kazlemenyek 1, 1941, 44ff.; K.Horedt, Apu- maglich (Mitteilung N. Chidioşans auf der Museen-Konfe­
lum 3, 1947-49, 57ff. - Nach Horedt (Apulum 7, 1968, 103ff.) renz, Dezember 1965; vgl. Dacia NF. IZ, 1969, 155ff.; vgl. die
ist die Furchenstich-Kultur nichts weiter als eine Fortsetzung kurz� Darstellung Horedts, Acta Arch.Carpathica 9, 1967, 6 f.).
der Coţofeni-Kultur (und zwar die Schlu13etappe, Coţofeni­ 12 A. Vulpe, Dacia NF. 8, 1964, 319ff. (franzasisch);
Cîlnic). Die nachfolgende Wietenberg-Kultur weist keine un­ V. Leahu, Cultura Tei (1966), franzasische Zusammenfas­
bestreitbaren genetischen Verbindungen zur Furchenstich­ sung in: Dacia NF. 10, 1966, 191ff.
Kultur auf. Sogar die Glina-Schneckenberg-Kultur wird von 13 D. Berciu, Dacia NF. 5, 1961, 123 (deutsch).
Horedt als kupferzeitliche Kultur behandelt, die bis in die 14 I. Ordentlich, Dacia NF. 7,1963, 115 (russisch).
Bronzezeit andauert. Wenn ich diese Auffassung auch nicht 15 D. Popescu, Stud. Cerc. Ist. Veche 17,1966, 158ff. (rum.).
als ausschlaggebend fiir die Absteckung eines Zeitalters be­ 16 I. Nestor, in: Istoria României 1, 1960, 108 (rumănisch);
trachte und sie in vorliegender Arbeit auch nicht teile, so vgl. auch M.Garasanin, 39. Ber. RGK. 1958, 75 ff.
Einleitung 3

Gîrla Mare.1 Mit Ausnahme der drei letzten,die eine kurzere Lebensdauer hatten, konnen diese Kul­
turen von ihrer Entstehung in der fruhen Bronzezeit bis zu ihrem Ende in der spăten Bronzezeit ver­
folgt werden. In einigen Făllen kann man detaillierte Stufengliederungen entwerfen, die nicht nur auf
typologischen Unterschiedeh, sondern auch auf stratigraphischen Befunden beruhen. Das vollstăn­
digste und sicherste Entwicklungsschema lăBt sich fur die Monteoru-Kultur begrunden, deren p.eun
aufeinanderfolgende Phasen in Sărata-Monteoru stratigraphisch im einzelnen bestimmt und bei an­
deren Ausgrabungen bestătigt wurden. Da wir im Laufe dieser Arbeit hăufig auf diese Periodisie­
rung Bezug nehmen, ist es notwendig, sie hier in groBen Zugen zu erlăutern.2 Die etwas komplizierte
Numerierung der Phasen beruht auf der Reihenfolge der Entdeckung verschiedener Schichten in
der Siedlung Sărata-Monteoru. Dieses Schema wird in dieser Form in der heutigen rumănischen
Vorgeschichtsforschung benutzt; es solI in diesem provisorischen Charakter bis zur endgultigen
Veroffentlichung der Ausgrabungsergebnisse erhalten bleiben.
Die Abfolge der Monteoru-Stufen stellt sich folgendermaBen dar (von unten nach oben): 1 C4
(fruhe Bronzezeit), 1 C3, 1 Cz, 1 CI> 1 B, 1 A, II A und II B sowie als letztes eine spăte Phase, die in
Balinteşti-Cioinagi in der Moldau festgestellt wurde.3 Nicht alle diese Stufen hatten eine gleiche
Dauer. Einige, wie die 1 CrStufe, konnten nochmals unterteilt werden, wăhrend andere (1 CI oder
1 B mehr einen Dbergangscharakter aufweisen. Die auf Grund der Typologie der Keramik und der
Metallgegenstănde, besonders der Lockenringe4 durchzufiihrende Parallelisierung dieser Monteoru­
Phasen mit Fundgruppen der benachbarten Kulturen bildet derzeit die verlăB1ichste Grundlage
einer Chronologie der rumănischen Bronzezeit.
Insgesamt konnen die mittelbronzezeitlichen Kulturerscheinungen Rumăniens zwei Hauptab­
schnitten zugeteilt werden: Der ersteAbschnitt entspricht den Phasen 1 C 3-1 A der Monteoru-Kultur,
den Phasen I-III der Verbicioara-Kultur, den Tei-Căţelu- und Tei-Tei-Phasen der Tei-Kultur, der
Pecica-Kultur, der Phase II (bzw. dem Dbergang zwischen der II. und der III.Phase) der Otomani­
Kultur, den Phasen 1 und II der Wietenberg-Kultur und den ersten Phasen der Costişa-Kultur. In
Zentraleuropa lassen sich mit diesem rumănischen Abschnitt die Aunjetitz-Kultur (ohne Proto­
Aunjetitz) sowie die Stufen Bz AI und Az nach Reinecke parallelisieren.
Der zweite Abschnitt der rumănischen Mittelbronzezeit wird verkărpert durch die Phasen II A­
II B der Monteoru-Kultur, die Tei-Tei- und Tei-Stejar-Phasen der Tei-Kultur, die IV. Phase der Ver­
bicioara-Kultur, die Gîrla Mare-Kultur, die Vatina-Kultur, die Fortsetzung der III. Phase der Oto­
mani-Kultur, die III. Phase der Wietenberg-Kultur und die spăten Phasen der Costişa-Kultur. Die­
ser Zeitabschnitt entspricht im groBen ganzen der mitteleuropăischen Hugelgrăberbronzezeit
(Reinecke B und C).
Die spăte Bronzezeit weist im ăstlichen und westlichen Teil Rumăniens sehr unterschiedliche Kul­
turerscheinungen auf, die zweifellos verschiedene historische Verhăltnisse widerspiegeln.5 In der
ostlichen Bălfte des Landes wurde die N oua-Kultur erschlossen, in die die Monteoru- und die Costişa­
Kultur sowie teilweise auch die Wietenberg-Kultur einmundeten. Die von Osten her eindringenden
neuartigen Elemente scheinen bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle gespielt zu haben.6
1 V. Dumitrescu, Necropola de incineraţie din epoca 3 E. Zaharia, Dacia NF. 7, 1963, 139ff. (deutsch).
bronzului de la Orna (1961, rumanisch mit franzosischer Zu­ 4 dies., ebd. NF. 3, 1959, 103 (deutsch).
sammenfassung). 5 Bis jetzt gibt es noch keine ausfiihrliche Darstellung.
2 AuDer dem kurzen Aufsatz Nestors a.a. O. 102ff. (ru­ A. Florescus Aufsatze: Cultura Noua, Arh.Mold. 2-3, 1964,
manisch; dort auch samtliche Literatur) gibt es bislang keine 143 ff. und Sur les problemes du bronze tardif carpato-danu­
zusammenfassende Darstellung derMonteoru-Kultur. Fiir bien et nord-ouest pontique, Dacia NF. II, 1967, 59ff., geben
dieMonteoru-Kultur in derMoldau siehe A. Vulpe, Dacia einen knappen zusammenfassenden Uberblick nur iiber die
NF. 5, 1962, 105 undM. Florescu, Stud. Cerc. Ist. Veche 18, ost-rumanische Spatbronzezeit.
1967,285 ff. 6 Florescu a.a.O.
4 Ein/eitung

Im Westen Rumăniens (Crişana und Banat) hBt sich demgegeniiber eine kontinuierliche Entwick­
lung vom zweiten Abschnitt der mittleren Bronzezeit in die spăte Bronzezeit hinein verfolgen. Ihren
Hăhepunkt weist die Entwicklung in der friihen Hallstattzeitl auf, als diese Kultur sich weit iiber
das Gebiet des heutigen Rumănien verbreitete. So gesehen, stellt die spăte Bronzezeit im Westen Ru­
măniens keine selbstăndige Periode dar, sondern ist nur ein Glied im Rahmen einer kulturellen Ent­
wicklung von lăngerer Dauer.
Die Verhăltnisse in Nordrumănien sind weniger klar. Das Auftreten einer neuen Kultur, beson­
ders im Someşbecken, die sog. Suciu-Kultur,z scheint in dieser Zone die Wietenberg-Kultur abge­
lăst zu haben. Leider stehen genaue stratigraphische Befunde und somit aussagefăhige chronologische
Anhalte noch aus. Die spăte rumănische Bronzezeit entspricht demnach im groBen und ganzen der
mitteleuropăischen friihen Urnenfelderzeit (Bz D).
Die westrumănische Entwicklung der spăten Bronzezeit fiihrt zu einer kulturellen Vereinheit­
lichung, was hauptsăchlich in der allgemein vorherrschenden Kannelurenverzierung auf der Keramik
zum Ausdruck kommt.3 Dennoch beginnt man neuerdings, regionale Gruppen zu unterscheiden,
die hier und da ărtliche Uberlieferungen mittelbronzezeitlicher Kulturen fortfiihren (z.B. die Ba­
nater Gruppe,4 die Insula Banului-Gruppe,s die oltenische Gruppe [Balta Verde, Vîrtop],6 die
Lăpuş-Gruppe,7 die Sîntana-Arad-Gruppe, 8 die mittelsiebenbiirgische Gruppe [Mediaş),9 die siidost­
siebenbiirgische Gruppe [Reci], 10 die moldauische Gruppe [Trifeşti]).II Das genaue chronologische
Verhăltnis dieser Gruppen zueinander ist noch nicht geklărt. Sie entsprechen dem Abschnitt, der
allgemein als Ha A und B bezeichnet wird (die Mediaş-Gruppe gehărt hauptsăchlich der Phase
Ha B an). Die Ausdehnung dieses Kulturkreises in die Moldau setzt dort der Noua-Kultur ein Ende
und bildet den Anfang der Hallstattzeit im Osten Rumăniens. Es diirfte hier nicht nur eine kulturelle,
sondern auch eine ethnische Ausdehnung angenommen werden. Die Friihhallstattzeit in der Moldau
wird gekennzeichnet durch den umfassenden Kontrast zur vorhergehenden Noua-Kultur (Keramik­
formen, Bestattungsbrăuche usw.).
Gleichzeitig mit der genannten Ausdehnung des friihhallstăttischen Kulturkreises nach Osten
entsteht an der unteren Donau in der Dobrudscha und im Balkanraum die Babadag-Kultur, deren
VorstăBe nach Anatolien (Troja VII b2) sowohl ihre Chronologie als auch ihren ethnischen Cha­
rakter erkennen lassen. 1z In der jiingeren Friihhallstattzeit (Ita B) breitet sich die Babadag-Kultur
in der Moldau aus und erscheint sogar in Siebenbiirgen. 13

1 Diese Entwicklung kann man sehr klar am Material der durchgefiihrt'e Ausgrabungen des Verf. zusammen mit 1. Stra­
noch unverbffentlichten Grăberfelder von Cruceni und Bobda tan; Material im Mus. Lugoj).
(Jud. Timiş) verfolgen (Ausgrabungen M. Mogas, Material 5 S. Morintz/P. Roman, Stud. Cerc. Ist. Veche 20, 1969,
im Mus. Timişoara). Siehe auch K. Horedts Aufsatz in: 393 ff.
Muzeul Brukenthal, Studii şi Comunicări 13, 1967, 137 ff. 6 Fiir Balta Verde: D. Berciu/E. Comşa, Mat. Cerc. Arh. 2,
(rumănisch; deutsch in: Acta Arch. Carpathica 9, 1967, 5ff.). 1956, 307ff.; fiir Vîrtop-Plopşor: Berciu, Arheologia Preist.
2 Im Schrifttum auch als Suciu-de-Sus bezeichnet. \Vir Olteniei 155 ff.
ziehen indes die einfachere Benennung Suciu-Kultur vor. 7 S. unten S. 80.
3 Dieses Merkmal, das in der Spătbronzezeit entsteht; dann S Ausgrabungen von M. Rusu und E. Dorner; das Mate­
aber die FriihhaIlstattzeit charakterisiert, wird oft mit der sog. rial liegt im Mus. Arad; vgl. K. Horedt a. a. O.
Gava-Kultur gleichgesetzt, was indes kaum zutreffend ist. Der 9 1. Nestor/E. Zaharia, Mat. Cerc. Arh. 7, 1961, I71ff.
Gava-Typus bezieht sich im Grunde nur auf eine besondere 10 Z. Szekely, Mat. Cerc. Arh. 8, 1962, 325 ff.
Urnenform (groBes bauchiges GefăB mit zylindrischem Hals Il 1. roniţă, Mat. Cerc. Arh. 8, 1962, 734f. Diese Keramik
-

und weit ausladender Miindung; auBen schwarz poliert, innen ist in der Moldau ziemlich weit verbreitet; vgl. auch A. Vulpe,
meist ziegelrot gebrannt), bei der sich zudem immer mehr Dacia NF. 9, 1965, II8f.
lokale Gruppen abzeichnen. 12 Morintz, Dacia NF. 8, 1964, 101 ff.
4 Besonders durch die unveroffentlichten, wichtigen Funde 13 E. Zaharia/S. Morintz, Stud. Cerc. Ist. Veche 16, 1965,
von Cruceni und Bobda (s. Anm. 1) sowie Susani (seit 1967 451ff.
Ein/eitung

Wenngleich clie Erforschung der Spătbronze- und Friihhallstattzeit im Hinblick auf die umrissenen
Kulturen erst begonnen hat, ist die Bronzeverarbeitung clieser Zeit schon lange dank der auBer­
gewohnlich reichhaltigen Funde gut bekannt; vielfach wurden Versuche unternommen, clie Bronze­
depots zu perioclisieren. In letzter Zeit haben M. Rusu, W. A. v. Brunn und M. Petrescu-Dîmboviţa
wesentliche Beitrăge zur chronologischen Gliederung der spătbronzezeitIichen Depotfunde ge­
liefert. M. Rusu unternahm es, clie von H. Miiller-Karpe fiir Siiddeutschland und das Alpengebiet
aufgestellte Periodisierung mit den Bronzefunden aus Siebenbiirgen in Einklang zu bringen und
schlug folgendes chronologisches Schema vor: 1

BzD 13·Jh. Depotfundhorizont Uriu-Domăneşti


Ha AI Iz.Jh. Depotfundhorizont Cincu-Suseni
HaAz II. Jh. Depotfundhorizont Turia-Jupalnic
Ha BI Io.Jh. Depotfundhorizont Moigrad-Tăuteu
Ha Bz 9·Jh. Depotfundhorizont Fizeşul Gherlei-Sîngeorgiu de Pădure
HaB3 8.Jh. Depotfundhorizont Şomartin -Vetiş
HaC 7·Jh. Depotfundhorizont Bîlvăneşti -Vinţ.

Das Schema W. A. v. Brunns deckt sich in seinen vier ersten Phasen mit demjenigen M. Rusus
und wird iiber Rumănien hinaus auf das ganze Gebiet des mittleren Donaubeckens ausgedehnt.2
Auch A. Mozsolics nahm - ohne ein vollstăndiges Schema fiir den ganzen hier besprochenen Zeit­
abschnitt zu bringen - eine abweichende Einteilung der Bronzefunde aus der Spătbronzezeit und
aus Ha A 1 vor: Depotfundhorizont Felsobalog (VeIky Blh) etwa Bz C; Depotfundhorizont
=

Opalyi etwa Bz D. Die Depotfunde von Uioara und Pecica kennzeichnen nach Mozsolics einen
=

jiingeren Horizont, der der Gava-Kultur (Ha AI) entsprăche.3


In der vorliegenden Arbeit richte ich mich allgemein nach dem Schema von M. Rusu, wenngleich
zu betonen ist, daB die einzelnen Depotfundhorizonte von M. Rusu, W. A. v.Brunn und A.Mozso­
lics kiinftig in den einzelnen landschaftlichen Bereichen jeweils besonders umrissen werden miissen.4

1 Dacia NF. 7, 1963, I77ff. knaufe). Fiir die Gruppe Uriu-Dragomireşti kennzeichnend
2 Hortfunde z8ff. sind hauptsachlich Nackenscheibenaxte, Nackenkammaxte
3 Besonders in Acta Arch. Hung. 15, 1963, 77ff. (Typ Şanţ-Dragomireşti), Tiillenbeile transsilvanischer Art,
4 Sowohl die von M. Rusu und W.A. v.Brunn als auch gewisse Schmuckformen usw. Einige verbindende Bestand­
die von Mozsolics vorgeschlagenen Stufenumschreibungen teile beweisen die Zeitgleichheit der beiden Depotfund­
bzw. -bezeichnungen k6nnen nicht generell auf ganz Siidost­ gruppen. Der Depotfund von Opâlyi geh6rt m. E. in die
europa angewandt werden. Vor allem in der Spatbronzezeit Gruppe Uriu-Dragomireşti (eventuell eine spate Phase) und
weisen die Bronzedepots einen ausgepragt regionalen Cha­ reprasentiert keinesfalls eine besondere Depotfundgruppe.
rakter auf. So scheinen mir die Depotgruppen Fels6balog Nicht klar zu beurteilen sind die Verhaltnisse im Banat, wo
(Vefky Blh) und Opâlyi nicht ein chronologisches Nachein­ nur ein einziger Depotfund vom Typ Uriu-Dragomireşti
ander zu bezeichnen. Der Depotfund von Vefky Blh geh6rt (Cornuţel) bekannt ist, und dieser sich in einem GefaB befand,
zur Gruppe Rimavska Sobota (Rimaszombat), die m. E. parallel das friihhallstattisch anmutet (verwandt mit dem sog. Typ
mit der Gruppe Uriu-Dragomireşti lauft. Es handelt sich um Gâva). Demgegeniiber enthalt die Bz D-Stufe im Banat
zwei Depotfundgruppen, die sich in ihrer Verbreitung aus­ Formen der Vatina-Tradition (z.B. Cruceni, Ritopek; be­
schlieBen (die Gruppe Rimavska Sobota konzentriert sich in ziiglich des unedierten Graberfeldes von Cruceni vgl. unten
der Hiigelzone Nordungarns und der siidlichen Slowakei S. 73 zu Nr. 321). Andererseits gibt es im Banat viele Depot­
zwischen Donau und TheiB, wahrend die Gruppe Uriu­ funde der Gruppe Cincu-Suseni (Ha AI). Es ist also gerecht­
Dragomireşti fast ausschlieBlich 6stlich der TheiB und im fertigt anzunehmen, daB aus bisher noch ungeklarten Griin­
Someşbecken anzutrefe
f n ist). Die Rimavskâ Sobota-Gruppe den im Banat eine Tradition der mittleren Bronzezeit bis zur
umfaBt Bronzeformen, die aus der Stufe der Achtkantschwer­ spaten Bronzezeit lebendig ist, wodurch eine besondere Fazies
ter stammen (z. B. Armbergen, Armspiralen) sowie Typen, die entsteht.
fiir dieses Gebiet kennzeichnend sind (z.B. Doppelarm-
6 Einleitung

Im Hinblick auf die absolute Chronologie, die sich auf die Verknupfungen mit der ăgăischen
Stufenfolge stiitzt, sind gegenwărtig fur die Bronzezeit Rumăniens folgende allgemeine Rahmenwerte
vertretbar: fur die Ubergangszeit etwa drei bis vier Jahrhunderte um oder vor 2000 v. Chr. 1 ; fUr die
fruheBronzezeit etwa 2000 bis 1 700 v. Chr. ; die mittlereBronzezeitetwa 1 700 bis 1 300 v. Chr. (ihre Mitte
wiirde also etwa ans Ende des 16. Jahrhunderts gehăren : der Fundhorizont des Ţufalău-Schatzes und
die I A-Phase der Monteoru-Kultur) ; fur die spăte Bronzezeit etwa 1300 bis nach 1 200 v. Chr. (soweit
die ăstliche Hălfte Rumăniens in Betracht kommt).

Schaftlochăxte

Viele der rumănischen Schaftlochăxte sind zufăllig zum V orschein gekommene Einzelfunde, bei
denen nichts Năheres uber ihre Fundumstănde bekannt ist. Exemplare aus geschlossenenFunden oder
aus stratigraphisch aufschluBreicherem Schichtzusammenhang sind demgegenuber vergleichsweise
selten. Allerdings ergaben die systematischen Ausgrabungen der letzten Zeit eine Anzahl einschlă­
giger Stucke aus zuverlăssigen Fundverbănden.
Was das Verhăltnis zwischen den gegenwărtig bekannten Axtfunden und der zu vermutenden
einstigen Gesamtstreuung, bzw. der Verbreitungsdichte der betreffenden Ăxte anlangt, so hăngt die
Fundstatistik bekanntlich ganz allgemein eng mit dem Grad der Intensităt der Industrialisierung und
des modernen Ackerbaus zusammen. Mit Rucksicht darauf erscheint die uberraschend groBe Anzahl
von Schaftlochăxten in Sudosteuropa (Taf. 49, A), die diejenigen aus Mitteleuropa zahlenmăBig weit
iibertreffen, erst im rechten Licht. Wenn in einigen Zonen innerhalb des siidosteuropăischen Raumes
bis jetzt relativ wenig ĂXte dieser Art entdeckt wurden, so mag dies auf Zufall oder auf Forschungs­
liicken beruhen. Zwar steht das gehăufte Auftreten solcher Ăxte in Siidostsiebenbiirgen, in Oltenien
und in Bosnien gewiB in einer ursăchlichen Verbindung mit der Lage vonKupferbergwerken; aber
die neueren Entdeckungen zahlreicher Exemplare in den erst vor kurzem der modernisierten Wirt­
schaft erschlossenen Gebieten auBerhalb des Karpatenbogens und siidlich der Donau unterstreichen,
daB auch anderwărts mit unerwarteten Funden zu rechnen ist, und daB deshalb eine vorsichtige
Auslegung des derzeitigen Verbreitungsbildes ratsam erscheint. Ein Beispiel dafiir: Vor dem Zwei­
ten Weltkrieg waren aus der Moldau lediglich zwei Funde von Schaftlochăxten bekannt ; heute sind
es mehr als achtzehn. In derselben Zeitspanne haben sich in Siebenburgen die dort iiberwiegend
bereits vor dem ersten Weltkriege entdeckten einschlăgigen Funde nicht im gleichen MaBe vermehrt.
Mir sind aus Rumănien von 172 Fundorten 299 Schaftlochăxte bekannt; davon stammen 1 5 1 aus
Depotfunden, 37 aus Siedlungen (darunter befinden sich 1 8 GuBformen), 2 eventuell aus Grăbern.
Die meisten rumănischen Schaftlochăxte werden in Museen aufbewahrt und sind dort zugănglich.
Einige verblieben in Privatbesitz und mussen z. T. als verschollen gelten. Einige Exemplare sind zu­
dem wăhrend des Zweiten Weltkrieges in Verlust geraten. Eine Gruppe von Axtfunden stammt aus
der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, hauptsăchlich sogar aus dem vorigen Jahrhundert; bei ihnen lie­
gen zumeist nur wenig sichere Angaben iiber die Fundverhăltnisse vor. Bezeichnend dafUr sind z. B. die
sich widersprechenden Nachrichten iiber die anfăngliche Zahl und das Schicksal der Ăxte aus den
Depotfunden von Pădureni (Nr. 1 1 9), Domăneşti (Nr. 2 5 5), Baniabic (Nr. 1) oder Vădastra (Nr. 69),
wobei eine endgiiltige Klarheit nicht erzielt wurde und auch nach Lage der Dinge nicht mehr zu

1 S. Morintz und P. Roman (Dacia NF. 1 2, 1969) nehmen einen Beginn der Dbergangsperiode um etwa 2500 und eine

Dauer bis an die Schwelle des 2. Jahrtausends an.


Schaftlochăxte 7

erzielen ist. Eine zweite Gruppe von Axtfunden, die leider gegenliber den ersteren weniger umfang­
reich ist, umfaBt neuere Funde, bei denen nahere Fundnachrichten z. T. mit den Ergebnissen von
Kontrollgrabungen vorliegen.
Die einfachen Schaftlochaxte wurden bereits am Ende des vorigen Jahrhunderts von der Forschung
als eine besondere Formfamilie herausgestellt. Fr. v. PulszkyI , M. Muchz und J. Hampel3 richteten
ihre Aufmerksamkeit besonders auf die Stiicke aus Ungarn. Hampel fiihrte auch eine erste typolo­
gische Einteilung dur�h, welche im allgemeinen bis heute beniitzt wird. Er unterschied drei Typen
(bzw. Entwicklungsetappen): a) Schaftlochaxte mit unprofiliertem Schafthelm ; b) Schaftlochaxte mit
răhrenartig verlangertem Schafthelm; c) Schaftlochaxte, bei denen die Enden des Schafthelmes oben
und unten bogenartig ausgeschnitten sind, und die daher eleganter wirken. Die von Hampel zur Illu­
strierung dieser Etappen namhaft gemachten ĂXte gehăren nach der Einteilung des vorliegenden
Bandes den Typen Fajsz (s. S. 28) Izvoarele (s. S. 32) und Balşa (s. S. 51) an.
Ais das Fundmaterial in der Folgezeit anwuchs, setzten weitere Studien iiber diese ĂXte ein, die in
immer weitergehendem Umfang Vergleichsmaterial beriicksichtigten, so diejenigen von G. Nagy,4
1. Andrieşescu,s A. M. Tallgren,6 Ecaterina Dunăreanu-Vulpe, 7 V. G. Childe, 8 H. Schmidt9 und 1. Ne­
stor.10 Neben diesen zusammenfassenden Untersuchungen standen solche, in denen einzelne Typen
herausgegriffen und bearbeitet wurden, wie der Typ Skutarii und der Albano-Dalmatische Typ l l
oder die Typen Baniabic, I Z Adoni, Kunszentmarton1 3 und Fajsz. 1 4
H. Schmidt unternahm gelegentlich der Verăffentlichung der Axt von Cucuteni (Nr. 1 7 9) eine
hauptsachlich auf typologische Uberlegungen gegriindete Gruppierung dieser Formengruppe. 1S
Er unterschied drei Hauptformen, von denen jede ihre eigene Entwicklung aufweist. Diese betrifft
jeweils Merkmale, die auf eine sichere Schaftung bezogen sind: Typ A zeigt breite Bahnen und eine
entsprechend lange Schaftrăhre (entsprechend unseren Typen Baniabic und Fajsz sowie dem nord­
kaukasischen Tsarskaja-Typ) ; Typ B zeigt dreieckige Bahnen ; auf Grund des unteren Schaftmantels
sind zwei Hauptvarianten zu unterscheiden : BI (a-c) mit flacher, gerade verlaufender Oberseite ;
B2(a-c), mit gebogener Oberseite (diesen beidenVariantenwerdenAxte unserer Typen Dumbrăvioara
[fiir B1b], Pădureni [fiir Btb und c], Kozarac [fiir B2a], Galic [fiir B2b] und Pătulele oder Pădureni
[fiir B2c] zugeschrieben) ; Typ C zeigt schmale Bahnen und einen Schaftsteg auf dem Riicken ; auch
hier wurden drei Varianten unterschieden : CI (sie entspricht unserem Typ Şanţ-Dragomireşti) ;
Cz und C3 (als Beispiele angefiihrt werden die Apa-Nehoiu-ĂXte, s. S. 53).
Trotz ihrer einleuchtenden und ausgezeichneten formalen Begriindung wurde H. Schmidts Klassi­
flzierung von der bisherigen Forschung nur vereinzelt iibernommen. Die Schwache dieser Typen­
gliederung besteht darin, daB hier der Versuch unternommen wird, Axte aus geographisch weit aus­
einanderliegenden Gebieten von vornherein zusammenzufassen und in ein einheitliches, ausschlieB-

1 Pulszky, Kupferzeit 72. 10 Der Stand der Vorgeschichtsforschung in Rumănien,

2 M. Much, Die Kupferzeit in Europa und ihr Verhăltnis 2 2 . Ber. RGK. 1932, 79, 1 29ff. Siehe auch die Besprechung
zur Kultur der lndogermanen (1 893). von Ee. Vulpes Aufsatz (Anm. 7 oben) PZ. 20, 1 929, 3 19.
3 J. Hampel, ZfE. 18, 1 8 96, 64ff. I I R. Vulpe, PZ. 23, 1 93 2, 1 3 2ff.

4 G. Nagy, Arch. Ert. 3 3 , 1 9 1 3 , 3ooff. 12 M. v. Roska, Dacia 3-4, 1 927- 19 3 2, 3 5 2ff. ; D. Berciu,

5 Bul. Corn. Mon. lst. 1 9 1 5 (1916) 1 5 7 ; ders., Dacia 2, Apulum 1 , 1 93 9-1 942, lff. ; ders., Balcania 2-3, 1939-40,
1 925, 345 ff. 439ff. Einige Axte unserer Typen Veselinovo, Fajsz oder
6 A. M. Tallgren, ESA. 2, 1 926, 1 67ff. Corbasca werden v'on v'o Roska und Berciu dem Typus
7 Ephemeris Dacoromana 4, 193°, 1 8 1ff. Baniabic zugerechnet.
8 The Danube in Prehistory (1 929) 272; The Dawn of 13 M. v. Roska, Kozlemenyek 2, 2, 1 942, 9.
European Civ'ilization (1927) 1 8 7 ; (1957) 1 30. 14 M. v. Roska, Folia Arch. 8, 1 95 6, 43.

9 Cucuteni in der oberen Moldau (1932) 90ff. Siehe auch 1 5 siehe Anm. 9.

Bespr. 1. Nestors PZ. 2 3 , 1 93 2, 3 5 7.


8 Ein/eitung

lich formenkundlich erschlossenes System einzuordnen, ohne das Verhiiltnis der Axtformen zu dem
jeweils konkreten Kulturmilieu mit in Betracht zu ziehen. Dafiir reichte damals das verfiigbare Be­
legmaterial nicht aus. Der liberdies ziemlich abstrakten Einteilung H. Schmidts wurde die einfachere,
wenn auch sehr allgemeine Gliederung Hampels vorgezogen.
Gleichzeitig mit H. Schmidt beschiiftigten sich V. G. Childe1 und besonders 1. Nestor2 mit den
Schaftlochiixten. Beide waren geneigt, eine ostliche Herkunft dieser Axte anzunehmen. N estor bewies,
daB Schaftlochiixte mit vertikaler Schneide und kreuzschneidige Axte chronologisch auseinander­
gehalten werden miissen, und daB die ersteren in Europa als Vertreter einer jiingeren Stufe zu be­
trachten sind.3 Diese Unterscheidung konnte im Laufe der weiteren Forschung vollauf bestiitigt
werden, wenngleich heute nicht mehr alle anfiinglich von Nestor angefiihrten Argumente als
beweiskriiftig angesehen werden k6nnen. Nestor wies weiterhin auf die typologische Mannigfaltig­
keit dieser Axte wiihrend der Bronzezeit hin, ohne jedoch allen vorkommenden Formauspriigungen
im einzelnen nachzugehen.4
Unterdessen stieg auch die Anzahl der im Nahen Orient bekannt werdenden Ăxte an, so daB Eleo­
nore Dullo den Versuch einer zusammenfassenden Behandlung siimtlicher Schaftlochiixte unter­
nehmen konnte.5 Die Verfasserin legte in liberzeugender Weise den typologischen wie auch den
chronologischen Vorrang der Ăxte aus dem Orient gegenliber den europiiischen dar, eine Erkenntnis,
die wir heute als feststehende Tatsache betrachten.
In letzter Zeit wurden die Schaftlochiixte vornehmlich auf regionaler Basis behandelt, so dieje­
nigen aus Siebenbiirgen von D. Popescu, welcher ihnen im Rahmen seiner Arbeit iiber die sieben­
biirgische Bronzezeitkultur ein eigenes Unterkapitel widmete.6 Wenig bekannt ist eine Studie
Roskas, der, auf die typologische Mannigfaltigkeit der Schaftlochiixte hinweisend, die Notwendig­
keit einer neuen typologischen, durch Verbreitungskarten unterbauten Einteilung unterstrich.7
Erwiihnt seien noch die Arbeiten M. Garasanins liber die Axte aus Serbien,8 diejenigen von Maria
Novotna iiber die Ăxte der Slovakei,9 diejenigen von Fr. Prendi liber die Ăxte aus Albanien10 und
diejenige von Frigyes Koszegi iiber einige Ăxte aus dem Budapester Museum. I 1
Die neuere Arbeit von Deshayes bringt eine ausfiihrliche Gliederung vor allem der orientalischen
Ăxte ; 12 der Versuch, dariiber hinaus alle Ăxte »de l 'Indus au Danube« zu behandeln, scheiterte an der
ganz ungeniigenden Kenntnis des einschliigigen Fundstoffes aus Siidosteuropa (Deshayes zitierte
beispielsweise nur ein Viertel der aus Rumiinien vorliegenden Ăxte). So ist diese Darstellung zwar
fiir die asiatischen Fundgebiete sehr wertvoll, vermittelt aber iiber die Verhiiltnisse in dem von uns
zu behandelnden Gebiet nur einen ganz allgemeinen Uberblick.

1 siehe S. 7 Anm. 8. 5 E. DuUo, PZ. 27, 1936, 68ff.


2 siehe S. 7 Anm. 10. 6 Popescu, Bronzezeit 32 ff.
3 Neuerdings ist 1 . Nestor auf seine ăltere Meinung zu­ 7 M. v. Roska, Apulum 3, 1947-1949, 70ff.

riickgekommen, indem er den Fund einer kreuzschneidigen Axt 8 M. Garasanin, 34. Ber. RGK. 1 9 5 1 -5 3 , 69ff.

zusammen mit dem Bruchstiick einer angeblich einschneidigen 9 M. Novotna, Slov. Arch. 5, 1957, 309 ; PBF. IX,

Axt mitberiicksichtigte (NouveUes etudes d'histoire 1, 1955, (Novotm\).


5 6). Zu diesem Fund siehe auch S. II im vorliegenden Band 1 0 F. Prendi, Buletin i universitetit shteteror te Tiranes,

(S. 1 3, Anm. 1). Seria shkencat shoqerore 1, 1 9 5 8, 207ff.


4 Aufgrund der damals fiir richtig gehaltenen Datierung II F. Kaszegi, Folia Arch. 9, 1957, 47ff. Kaszegi steUt

des Ţufalău-Schatzes in die HaUstattzeit (heute : mittlere Hampels Stufen 1 und II um. - Anlăl3lich der Veraffentlichung
Bronzezeit) hatten H. Schmidt und 1. Nestor eine Entwick­ zweier Axte aus Mitteldeutschland erarterte G. Mildenberger,
l ung der Nackenkammăxte in umgekehrter Richtung an­ Jahresschr. Halle 34, 1950, 27ff. Probleme der Schaftlochăxte,
genommen, so dal3 die Ţufalău (bzw. unsere Apa-Nehoiu-) deren Ursprung er in Siebenbiirgen vermutete.
Axte als die jiingsten, die Şanţ-Dragomireşti-Axte dagegen 1 2 Deshayes, Outils de bronze 1 5 3 ff.

als die ăltesten angesehen wurden.


Schaftlochăxte 9

Kurzlich erărterte Amalia Mozsolics im Rahmen ihrer Bearbeitung der Bronzefunde aus dem
Karpatenbecken auch die Schaftlochăxte.1 Sie unterschied dabei sechs typologische Fundhorizonte
(A-F). Der erste Horizont (A) ist gekennzeichnet durch die Ăxte aus Baniabic und Fajsz, der zweite
(B) durch das Depot von Kăm16d, der dritte (C) durch die Depots von Sinaia, Hajdusamson und
durch die Axt von Adoni. Der vierte Horizont (D) umfaBt nach A. Mozsolics die Nackenkamm­
ăxte der Art Apa (Nr. 238), Kelebia und Megyasz6,2 wăhrend die beiden letzten Horizonte (E und F)
durch die Ăxte mit verlăngertem Schaftrucken charakterisiert sind (im vorliegenden Band sind diese
in den Typ Şanţ-Dragomireşti einbezogen). Die typologische Gliederung der ungarischen Forscherin
stellt die wichtigsten Entwicklungsetappen der Schaftlochăxte aus Sudosteuropa heraus und bedeutet
in diesem Sinne eine WeiterfUhrung der typologischen Einteilung Hampels.
In der vorliegenden Arbeit werden wir bestrebt sein, bei der typologischen Gliederung der Schaft-
10chăxte măglichst weitgehend regionale Typen zu erfassen und diese in ihrer Entwicklung sowie in
ihrem Verhăltnis zu einem jeweils bestimmten kulturellen Milieu zu verfolgen, wie dies beispiels­
weise bisher bei der Bearbeitung der Rippenăxte vom Monteoru-Typ durch Verf. geschehen ist.
Dabei konnte die Entwicklung dieser Ăxte in drei Etappen mit der Periodisierung der Monteoru-Kul­
tur in Zusammenhang gebracht werden (vgl. dazu : Typ Monteoru, S. 42).3 Diese Methode setzt vor­
aus, daB an Stelle einer allgemeinen typologischen Einteilung (wie sie Hampel und Mozsolics vorge­
nommen haben) eine grăBere Anzahl von Typen unterschieden werden, die in geographisch be­
schrănkten Gebieten verbreitet sind und mit der Entwicklung bestimmter Kulturen in Verbindung
gebracht werden kănnen.
Die Kriterien, die bei der Typenbestimmung der Schaftlochăxte zu berucksichtigen sind, sind
mannigfacher Art, wobei vielfach gestaltliche Dbergănge und unterschiedliche Merkmalskombina­
tionen eine klare typologische Einteilung erschweren. Sowohl der Schafthelm oder der Schaftrăhren­
teil als auch die Axtklinge zeigen besondere Eigenschaften, die verschiedenartig miteinander kom­
biniert sein kănnen. Die Biegung des Schafthelmes im Verhăltnis zur Klinge oder die Krummung
der letzteren sind ebenfalls bestimmende Merkmale. Der Querschnitt der Klinge IăBt oft auf das all­
gemeine typologische und herstellungstechnische Entwicklungsstadium schlieBen. Bei den hier be­
handelten Axttypen spielt die Verzierung eine untergeordnete Rolle ; sie kommt nur ganz selten vor.
Mit Ausnahme des Typus Apa-Nehoiu mit gravierter Verzierung, begegnen nur noch Reliefmuster,
besonders solche spiraloider Art, die fUr siebenburgische Typen kennzeichnend sind.
Weiterhin ist bei der Bestimmung der einzelnen Typen ihre geographische Verbreitung bzw. der
fundmăBig belegte Kulturzusammenhang, in dem sie auftreten, wichtig. Im allgemeinen entsteht eine
gewisse Formausprăgung im Rahmen einer bestimmten Kultur; auch wenn die Verbreitung beider
nicht gănzlich miteinander ubereinstimmt, so ist doch eine bedingte typologische Sonderausprăgung
vorauszusetzen. Deshalb mussen wir bei der Beurteilung ăhnlich aussehender Exemplare aus weit
voneinander entfernten Gebieten Vorsicht walten lassen. Es wăre beispielsweise voreilig und gewill
ungerechtfertigt, in die Verbreitungskarte des Kozarac-Typs (s. S. 39) einige fast identische Stucke
aus der Moldau mit aufzunehmen, oderumgekehrt, zu speziellen Moldau-Typen einige ăhnlicheĂXte
aus J ugoslawien zu rechnen. Augenscheinlich standen diese beiden Zonen kaum in direktem Kontakt
miteinander, und die Ăhnlichkeiten zwischen den Ăxten dieser Gebiete beruhen entweder auf ge­
meinsamen Prototypen oder auf einer nur allgemeinen, indirekten Verwandtschaft bzw. auf einem
Zusammentreffen verschiedener Entwicklungslinien. Eine uberraschende Ăhnlichkeit wurde auch

I Mozsolics, Bronzefunde 13 ff. 3 A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3, 1964, 1 27.


2 Zu diesen Axten siehe M. Rusu, Stud. Cerc. Ist. Veche
10, 1959, 277ff.
10 Einleitung

zwisehen dem auf das Gebiet an der Adria besehrănkten Typ Skutari und dem in der Siid-Moldau ver­
breiteten Typ Monteoru festgestelIU Erst r�eht kănnen der mittelsiebenbiirgische Typus Baniabic
(s. S. 2.6) und der im nordkaukasisehen Steppengebiet begegnende Typ Tsarskaja nicht zu einem ein­
heitlichen Typ zusammengefaBt werden, trotz vieler gemeinsamer Elemente, solange in der Zwi­
schenzone keine vergleichbaren Funde bekannt sind.2 In diesen FălIen kănnen wir hăchstens an ein
gemeinsames Entwicklungsstadium denken, was nur eine allgemein ehronologische Beziehung aus­
driiekt, wăhrend die einzelnen Typen in ihren Verbreitungsgebieten jeweils selbstăndig untersueht
werden miissen.
Wenn eine typologisehe Entwicklung bestimmter Axtformen durch mehrere Stufen hindureh
verfolgt werden kann, sollen diese einzelnen typologischen Stufen nieht als jeweils besondere Typen
bezeichnet werden; vielmehr wird die ganze Reihe solcher Entwicklungsstufen als ein einziger Typ
angesproehen. Dieser Grundsatz wurde bei der oben erwăhnten Behandlung desMonteoru-Typs an­
gewandt. Er erweist sich bei den Typen Veselinovo (s. S. 35), Izvoarele (s. S. 32.), Pădureni (s. S. 42.)
und Şanţ-Dragomireşti (s. S. 57) ebenso als angebracht. Der letztere stellt eine Weiterentwicklung der
Axte von Apa und Nehoiu (s. S. 53) dar. Trotzdem haben wir sie in diesem FalI als verschiedene Typen
betrachtet, da sie versehiedene Verbreitungsgebiete im Bereich von wenigstens zwei Kulturen (Oto­
mani- und Wietenberg-Kultur) aufweisen und beide nur in einer unvollstăndigen Entwicklung be­
kannt sind.
Unter Beriieksichtigung des Gesagten werden im folgenden eine vergleichsweise groBe Anzahl von
Axttypen herausgestellt, die - wie aus den Verbreitungskarten hervorgeht - ein regional eng begrenz­
tes Vorkommen zeigen. Es ist zu erwarten, daB in Zukunft sich noeh weitere Typen umsehreiben las­
sen. Dabei măchte man besonders an jene formal isolierten Stiicke denken, die heute noeh allgemein
unter der Bezeichnung »dem Typ nahestehend« oder »Abart« an einzelne klar definierte Typen an­
geschlossen werden.
Hinsiehtlieh des allgemeinen Problems der Herkunft und Entwicklung der Schaftloehăxte in
Siidosteuropa kănnen wir von der als gesiehert zu bewertenden Tatsaehe ausgehen, daB die Form
metallener Schaftloehăxte eine Erfindung des Vorderen Orients ist, die von dort aus naeh dem Kau­
kasus und naeh Siidosteuropa gelangte. Einschneidige Schaftlochăxte erseheinen in Persien und Meso­
potamien von der Wende des 4. zum 3. Jahrtausends v. Chr. an, wăhrend sie in Europa erst rund ein
Jahrtausend spăter anzutreffen sind. Sowohl der Kaukasus, als auch Siidosteuropa kănnen als se­
kundăre Zentren angesehen werden, von welchen aus sich die orientalischen Vorbilder dieser Ăxte
ausbreiteten und zu mannigfaltigen lokalen Typen weiterentwickelten, ein ProzeB, der durch das
ganze 2.. Jahrtausend hindurch (besonders in seiner ersten Hălfte) verfolgt werden kann.
Die ăltesten Sehaftlochăxte sowohl in Siidosteuropa als aueh im Kaukasus3 zeigen eine ganz ein­
faehe Form. Was Siidosteuropa anbetrifft, so ist es gegenwărtig schwer zu sagen, ob die Axte vom
Typ Veselinovo (s. S. 35) denen der Typen Baniabic (s. S. 2.6) Fajsz (s. S. 2.8), Corb asea (s. S. 2.9) oder
Dumbrăvioara (s. S. 31) vorausgehen oder naehfolgen. Alle diese Axttypen erseheinen in ein und
demselben Kulturhorizont : Es ist die Stufe von Glina, Schneckenberg, Karanovo VII und der măhri­
sehen Jaispitz-(Jevisovice)Kultur. Diese Axttypen stellen dieVorbilder aller weiteren Sehaftlochaxt-
IA. Vulpe a . a. O. I41. - Vgl. aueh S. 47. - Einzelne sen, Sov. Areh. 1 2, I950, I 5 7 ff. ; ders., MIA. 23, I 9 5 1 , 7 5 ff. ;
»Rippenăxte« mit besonderen Merkmalen sind aueh in Sizilien O . A . Kriveova-Grakova, MIA. 46, I95 5 passim; V. Mar­
bekannt; ein weiteres Exemplar stammt von Hengistbury, kovin, SOv'. Areh. I959, I, 3 ff . ; E. Maximov, Sov. Areh.
Hampshire, England: CF. Hawkes, Antiquity I2, I938, I962, 3, 285 ff. Fur den ostliehen Teil Europas siehe M. Gim­
225 ff. butas, Bronze Age Cultures in Central and Eastern Europe
2 Siehe weiter unten S. 26. (I965) passim (mit reiehem Literaturverzeiehnis).
3 Fur die kaukasisehen und russisehen ĂXte siehe A. A. Jes-
Schaftlochăxte II

typen dar. Die in der Forschung erwogene Ansicht, die Baniabic- oder die Fajsz-Ăxte hatten ihren
Ursprung in den nordkaukasischen Ăxten von Tsarskaja-Typ,I ist unbegrundet, solange eine ver­
lăJ31iche Synchronisierung der kaukasischen Kulturen mit den sudosteuropăischen nicht durchzu­
fuhren ist und in der Zwischenzone keine zeitlich entsprechenden ahnlichen Stucke bekannt sind.
Wenngleich ein allgemeiner Kontakt zwischen dem Kaukasus und dem Donau-Karpaten-Raum
durch Vermittlung der nordpontischen Steppen nicht geleugnet werden kann, kănnen wir doch im
derzeitigen Stand der Forschung hier noch keine speziellen Verbindungslinien ziehen.
Was das erstmalige Auftreten von Schaftlochaxten in Sudosteuropa anlangt, so mussen noch einige
Axtfunde erwăhnt werden, die alter sind als der oben genannte Horizont fruher Ăxte. Es handelt sich
hauptsachlich um einen Fund von Sărata-Monteoru, wo auf dem Boden eines Cucuteni B-Hauses
zwei Fragmente von kupfernen Miniaturaxten entdeckt wurden.z Das eine stellt eine kreuzschnei­
dige Axt dar, die einem fortgeschrittenen Typ (Tîrgu-Ocna-Typ) zugeschrieben werden kann;3 das
andere scheint auf den ersten Blick das Bruchstuck einer Schaftlochaxt zu sein, deren Klinge einen
pentagonalen Querschnitt aufweist (die obere Kante ist deutlich festzustellen : Taf. 1 8, 2 8 3)' Jedoch
mufi in Anbetracht der Fundverhaltnisse und im Hinblick auf das spezielle Aussehen des Metalles bei
der typologischen Beurteilung dieses letzteren Axtfragmentes eine besondere Vorsicht walten, da es
\
doch wohl auch zu einer kreuzschneidigen Axt gehăren kănnte. Jedenfalls wăre dies sonst der ein-
zige Befund, wo eine kreuzschneidige Axt und eine Schaftlochaxt kombiniert auftreten. Bekanntlich
sind die kreuzschneidigen Ăxte fur die Kupferzeit charakteristisch; in der folgenden Ubergangs­
periode kommen sie nicht mehr vor, erst recht nicht in der Bronzezeit.4 Auf Grund der Datierung
in die Cucuteni B-Stufe, die jedenfalls betrachtlich alter ist als die Monteoru 1 C 4-Phase,s stammt das
angeEiihrte Axtbruchstuck von Sărata-Monteoru aus einer bedeutend fruheren Zeit als der Horizont
der Veselinovo-Baniabic-Axttypen.
In diesem Zusammenhang mufi noch das kleine Depot von Poliochni aufLemnos erwahnt werden,
das aus einer Schaftlochaxt mit profiliertem Schafthelm, ahnlich unserem Typ Pădureni, trapezfărmi­
gen Flachbeilen und Dolchen besteht. Nach L. Bernabo Brea6 kam das Depot in einer Grube inner­
halb eines Wohnhauses der Troja-II-zeitlichen Ansiedlung zum Vorschein. Diese Datierung ist inso­
fern gesichert, als die Gegenstănde offensichtlich wahrend des den Zusammenbruch des Gebaudes
verursachenden und das Ende der betreffenden Siedlung herbeiEiihrenden Erdbebens in den Boden
gerieten. Dieser Fund veranlafite V. G. Childe, die mittlere Bronzezeit Ungarns bereits in die Zeit um
2 2 5 0 v. Chr. zu setzen,7 worin ihm die Forschung naturlich nicht gefolgt ist. Dennoch glauben wir
annehmen zu durfen, dafi solche entwickelten Ăxte hier und da aus dem Vorderen Orient in den agai­
schen Raum gelangten; allerdings scheint die Datierung des Poliochni-Fundes durchaus nicht so

1 M. v. Roska, Dacia 3-4, 1927-1932, 3 5 5 ; ders., Folia Arch. Iicz mit der Usatovo-Gorodsk-Kultur in Zusammenhang
1959, 33 ff. ; F. K6szegi, ebd. 9, 1957, 5 5 ff. - Erst nach Fertig­ gebracht: a.a. O. 48).
stellung des Manuskriptes \Vurde mir das Buch von N. Ka­ 21. NestorjE. Zaharia, Stud. Cerc. Ist. Veche 6, 195 5,499
licz, Die Frlihe Bronzezeit in Nordostungarn (1968) bekannt ; Abb. 2, 1 .
ich konnte es nicht mehr verwerten. Kalicz vertritt die Mei­ 3 Flir die Chronologie der kreuzschneidigen Axte siehe
nung, die ersten Schaftlochăxte seien von den Steppenv6lkern A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 1 5, 1964, 457; F. Schubert,
des Nordkaukasus liber die nordpontischen Gebiete bereits Germania 43, 1965, 274ff.
vor dem Glina-III-Schneckenberg-Horizont in Siebenblirgen 4 A. Vulpe a . a . O. 460 (bes. Anm. 1 7).

eingeflihrt. Solange aber keine neuen, chronologisch ge­ 5 Die Cucuteni B-Siedlung von Sărata-Monteoru geh6rt

sicherten Funde bekannt gemacht werden, die der hier behan­ mch Meinung Nestors der Schlul3-Phase der betrelfenden
delten Chronologie der frlihesten Axte widersprechen, kann Kultur an (1. Nestor, 22: Ber. RGK. 1932, 49; siehe auch
ich in dieser Hinsicht seine Meinung nicht teilen (so wird z. B. ders./E. Zaharia, Stud. Cerc. Ist. Veche 6, 195 5, 497ff.).
die Axt von Sfîntu-Gheorghe, Nr. 5 2, die in der oberen 6 Bernabb Brea, Arch. Anz. 1937, 1 70 Abb. 22, 2 3 .

Schicht einer Schneckenberg-Siedlung zutage kam, von Ka- 7 Acta Arch. Hung. 7 , 1956, 2 9 1 ff.
Fri.ihe Bronzezeit I
J
Mittlere Bronzezeit Spăte Bronzezeit

_--'---_
--- __ __ _

Veselinovo 1

Monteoru (Serie o

Monteoru (Serie III)

o
Pădureni (Serie II)

Baniabic

Izvoarele
Izvoarele (Halinga-Serie)

Balşa

Darabani

Abb. I. Typologisches und chronologisches Schema


der Schaftlochăxte aus Rumănien.
Nackenscheibenaxte

gesichert zu sein wie diejenige des Axtbruchstiickes von Sărata-Monteoru. Wir miissen hier aufkiinf­
tige Funde hoffen, die ein klărendes Licht auf den Beginn von Schaftlochăxten fallen lassen. Nicht
mehr der Cucuteni B-Stufe zuzuweisen sind die Axtfunde von Cucuteni (Nr. 179) und Darabani
(Nr. 1 1 1). 1
Die Entwicklung der Schaftlochăxte erfolgte in mehreren Stufen. Die friihbronzezeitlichen Aus­
prăgungen sind oftmals in spăteren Formen wiederzuerkennen. Die Veselinovo-ĂXte fiihren letzten
Endes zum mittelbronzezeitlichen Pătulele-Typ. Die Baniabic- und Dumbrăvioara-Ăxte bilden die
Grundform fiir die weitere Entwicklung der Izvoarele- und Pădureni-(bzw. Monteoru-)ĂXte. Die
Hadjusamson - und die Balşa-ĂXte weisen durch ihren gebogenen Nacken keimhaft die Hauptziige
der groBen, bis in die spăte Bronzezeit fortdauernden Familie der Nackenkammăxte auf. Das in
Abb. I angefiihrte Schema veranschaulicht diese unsere Ansicht.
Hinsichtlich der Entwicklungsstufen der siidosteuropăischen Schaftlochăxte kănnen allgemein
folgende Stufen festgestellt werden (siehe Abb. 1) :
I. Horizont der Typen Baniabic (s. S. 26), Fajsz (s. S. 28), Corbasca (s. S. 29), Dumbrăvioara (s. S.3 1)

und Veselinovo (erste Serie; s. S. 3 5), die der friihen rumănischen Bronzezeit angehăren.
2. Horizont der Typen Izvoarele (s. S. 3 2), Veselinovo (Ostrovul Corbului-Depot II-Serie; s. S. 3 5),
Pădureni (s. S. 42) und Monteoru (erste Serie; s. S. 42), Pătulele (s. S. 3 7), die in die erste Hălfte der ru­
mănischen mittleren Bronzezeit zu setzen sind.
3. Horizont der Typen Pădureni (s. S. 42), Monteoru (zweire Serie; s. S. 42), Hajdusamson (s. S. 49),
Balşa (s. S. 5 1) und sicherlich auch die Anfănge des Typs Apa-Nehoiu (s. S. 5 3), die der Mitte der ru­
rnănischen mittleren Bronzezeit zuzuweisen sind.
4. Horizont der Typen Monteoru (dritte Serie; s. S. 42) und Filipeni (s. S. 5 7); wahrscheinlich auch
Beginn des Typs Şanţ-Dragomireşti (s. S. 5 7), die als reprăsentativ fiir den zweiten Abschnitt der mitt­
. leren rumănischen Bronzezeit zu betrachten sind.
5 . Horizont des Typus Şanţ-Dragomireşti (s. S. 5 7), der hauptsăchlich in die spăte Bronzezeit und
an den Beginn der friihen Hallstattzeit einzureihen ist.
Andere Axttypen, deren Herkunft und Chronologie nicht geniigend gesichert ist, werden in dieser
zusammenfassenden Ubersicht nicht aufgefiihrt.

Nackenfcheibenăxte

Derzeit sind aus Rumănien 299 Ăxte mit Nackenscheibe von 1 20 Fundorten bekannt, wovon 44 den
mittelbronzezeitlichen A und B cTypen, die anderen 2 5 5 den spătbronzezeitlichen B 3 und B 4-Typen
zuzuschreiben sind. Von der ersten Gruppe stammen 27 Exemplare aus 10 Depotfunden, 3 aus Grab­
funden, eines aus einer Siedlung (Fragment einer GuBform); 1 2 sind Einzelfunde. Von der zweiten
(jungbronzezeitlichen) Gruppe kommen 208 aus 42 Depotfunden, 3 aus Grabfunden (nur zwei davon
sichere); die iibrigen gelten als Einzelfunde (z. T. ohne bekannten Fundort).
Die von B. von Richthofen geprăgte Bezeichnung >Ăxte mit Nackenscheibe< (oder Nackenschei­
benăxte) wurde von I. Nestor2 in die Fachliteratur eingefiihrt und ist heute allgemein iiblich. Ăltere
Bezeichnungen, wie >Streitaxt<, >Schaftlochaxt<, >Axt ungarischer Art< oder >Hammeraxt ungari­
scher Form< sind entweder zu allgemein (so die ersten beiden) oder unzutreffend (so die letzten bei-

1 Siehe weiter unten die Fundlage der betreffenden Stiicke. kănnte auch annehmen, da/3 das verschollene Fragment von
Die Beziehung zur Cucuteni-Kultur wurde noch von 1. Nestor, Cucuteni (Nr. 179) von einer kreuzschneidigen Axt stammt.
Nouvelles etudes d'histoire 1, 1956, 56 hervorgehoben. Man 2 Marburger Studien (1938) 178 ff.
14 Einleitung

den, da die meisten bekannten Exemplare aus Rumănien stammen ; in Ungam sind solche ĂXte haupt­
săchlich im ostlichen und im nordostlichen Landesteil anzutreffen). Die Bezeichnung >Axthammer
mit hutartiger Nackenscheibe< ist unbequem lang, diejenige >Nackenknaufăxte<, wie sie neuerdings
W. A. von Brunn gebraucht, 1 zwar zutreffend, aber noch nicht eingefiihrt. Ich mochte im folgenden
die von N estor verwendete Bezeichnung beibehalten, weil sie angemessen ist, und um zu verhindern,
daB durch eine Neubenennung Verwechslungen entstehen, wogegen mit Recht immer wieder Ein­
spruch erhoben wird.2
Ais erster hat sich F. Heger mit den Nackenscheibenăxten beschăftigt.3 Er hat in einem wenig be­
kannten und fast vergessenen Aufsatz die Grundprobleme der typologischen Entwicklung dieser
Fundgruppe d urchaus sinnvoll erfaBt. Heger unterschied bei der Axt von Winklam drei voneinander
getrennte Teile : die Klinge, das Stielrohr, der hintere Ansatz. Diese Form stellt ein fortgeschrittenes
Stadium der typologischen Entwicklung dar. Ais Grundform sah er die Axt von Gaura an, die keine
Spur eines Stielrohres aufweist. Die typologische und chronologische Entwicklung dieser Ăxte
driickt sich nach Heger hauptsăchlich in den Verănderungen des Schaftrohrenteils aus. Das End­
stadium ist erreicht, wenn die Schaftrohre als ein merkbar getrennter Teil der Axt erscheint (das
wiirde unserem BrTyp entsprechen). In dieser spăten Zeit bekommt der hintere Ansatz (bzw. die
Nackenscheibe) eine mehr dekorative Bedeutung, die sich in dem langen Dom der Scheibe fort­
setzt.
Die demnach seit dem vorigen Jahrhundert in der Literatur wohlbekannten Ăxte mit Nacken­
scheibe4 wurden im Jahre 1929 von V. G. Childes im Rahmen einer Gesamtbehandlung der donau­
Iăndischen Streităxte typologisch allgemein klassifiziert. Childe stellte sie als Streitaxt-Typ A heraus
und unterschied drei typologische Stufen : Al ohne Schaftrohre, A2 mit Schaftrohre, A3 mit Scheibe
und Mitteldom. Die ĂXte der letzteren Art sah er als spăte Erzeugnisse an und meinte, sie seien in
Siebenbiirgen selten, was spăter Nestor als unzutreffend erweisen konnte.6
B. von Richthofen nahm eine eingehende typologische Gliederung dieser Ăxte vor. 7 Er umriB drei
Entwicklungsstufen. Die erste ist gekennzeichnet durch eine rundliche (oder halbkugelige) Nacken­
scheibe und einen niedrigen, knopfartigen Dom, die zweite durch einen langen Dom, die dritte durch
einen kegelformigen Dom. Diese typologische Einteilung wurde von K. Willvonseder iibemommen,
der ergănzend feststellte, daB die Klinge der alten Formen măBig gekriimmt, diejenige der jiingeren
Formen indes gewohnlich symmetrisch ist. 8 Beide Forscher nahmen an, diese Axtform sei in Ungam
beheimatet, von wo sie sich nach Bohmen, Schlesien und weiter nach Norden die Oder und Elbe ent­
lang ausgebreitet hătte.
Den bedeutendsten Fortschritt in der Erforschung der Ăxte mit Nackenscheibe stellt die Studie
von I. Nestor iiber »Die verzierten Streităxte mit Nackenscheibe aus Westrumănien« dar. 9 Da in der
vorliegenden Arbeit dieselbe typologische Einteilung sowie die von Nestor geprăgten Ausdriicke fiir

I Hortfunde 30. telius, Congr. Intern. Prehist. Monaco 1 906 II 2 5 9, und


2 Eine terminologische Ubersicht gaben K. WiIlvonseder, M. Hoernes, Urgeschichte der bildenden Kunst (1925) 629,
Sudeta II, 1 93 5 , 56 und 1. Nestor a . a . O. 1 8 2 . In der rumăni­ bei der Datierung der Axte der Art Gaura um die Mitte des
schen Forschung gebraucht man den Ausdruck »topor cu 2. Jt. v. Chr. an. P. Reinecke, Arch. Ert. 1 899, 2 2 5 . 316, setzte
disc la ceafă« oder kiirzer »topor cu disc« ; die spăten Axte sie an den Anfang der HaJlstattzeit.
mit Dorn werden als »topoare cu disc şi spin« bezeichnet. 5 The Danube in Prehistory (1 929) 272.

Die ungarische Forschung gebraucht hauptsăchlich den Aus­ 622. Ber. RGK. 1932, 1 29 Anm. 525 k.
druck »korongos tiiskes bronzcsâkâny« (Roska). 7 Die ăltere Bronzezeit in Schlesien (1 926) 94.

3 Mitt. Prăhist. Komm. K. Akad. Wissensch. Wien I, 3, 8 Sudeta II, 1 93 5 , 5 8.

1893, 1 5 4/f· 9 Marburger Studien 1 78/f.

4 G. Wilke, in: Ebert, RL IV 178, schloG sich O. Mon-


Nackenscheibenăxte

die Haupttypen gebraucht werden, durfte es zweckmiiBig sein, hier dieses Typenschema im ganzen
wiederzugeben.I
»Hauptvariante A: Ăxte ohne Schaftrohre (Hajdusamson-Someşeni-Gaura). Sie zerfiillt in zwei Un­
tervarianten, niimlich die Variante mit pilzformiger, knopfloser Scheibe (A 1: Hajdusamson usw.)
und die Variante mit Knopfscheibe (A z: Someşeni-Gaura). Die Hauptvariante A ist nur ausnahms­
weise unverziert.
Hauptvariante B: ĂXte mit Schaftrohre. Diese Hauptvariante umfaBt die Mehrzahl unserer Streit­
iixte und liiBt sich in folgende Untervarianten aufteilen, von denen in diesem Zusammenhang nur
die reichverzierten Vorkommen der iilteren Variante B 1 in ihrer Verbreitung erschopfend vorgelegt
werden sollen :
B I: Ăxte mit gedrungener, scharf profilierter Tulle und mit Knopfscheibe besonderer Form
(Variante Turda-Iclod usw.). Verziert und unverziert.
B 2a: ĂXte mit langer, schlauchformig profilierter (B za 1) oder durch einzelne Rippen geglieder­
ter (B z a z) Schafttulle und mit flacher, mit langem Dom versehener Scheibe (Variante Stefkowa-Pit­
zerwitz-Felso-Balogh). Verziert und unverziert.
B 2b: Ăxte mit langer, mit schmaler, wulstartiger Endprofilierung versehener Schafttulle ; sonst
wie B za (Variante Tachlovic). Unverziert.
B }: Diese Variante umfaBt die Ăxte mit stark und symmetrisch verbreiteter Klinge und mit
langer Schafttulle, deren Mundungen leistenformige oder schmale, wulstartige Profilierungen auf­
weisen. Sie liiBt. sich nach der Gestaltung der Scheibe folgendermaBen unterteilen :
B } a : Ăxte mit breiter oder schmaler Scheibe und an der Basis dickem Dom; die Profilierung der
Schaftrohre ist wulstartig (typisch nordwestrumiinische Form; Variante Domăneşti [Domahida] 1).
Unverziert.
B }b : Ăxte mit flacher Scheibe und langem, dunnem Dom und mit stark entwickelten > Flugeln <
am Schaftloch (Variante Poroszl6 Kom. Hajdu ; Prelipce Bukowina). Die Tullenwulste sind hier
mitunter verziert.
B }c: Ăxte mit flacher Scheibe, miiBig langem und dickem Dom und durch einzelne Leisten pro­
filierter Schaftrohre. Charakteristisch fur diese Abart, welche sich direkt aus B z a z entwickelt, sind
auBerdem rund um die Dombasis gestellte, mitgegossene Warzen (gewohnlich je sechs), welche an
aus der Spiralverzierung entwickelte Kreise erinnem. An Stelle der :>Flugel<, kommen selten auch
Knopfe vor (Variante Domăneşti II).
B 4: Diese letzte Variante ist in erster Linie durch das Verschwinden der >Flugel< charakterisiert ;
dies erfolgt aber derart, daB die Schaftrohre nicht mehr wie quer durch den Axtkorper durchgestreckt
erscheint, sondem Nacken- wie Klingenteil der Axt schlieBen einfach an sie an. Die Nacken­
stange ist nicht mehr rechteckig im Querschnitt, sondem meistens rund. Die Klinge ist stark ver­
breitert.
B 4a: Ăxte mit untypischer wulstartiger Profilierung der Schaftrohre, welche auch ganz fehlen
kann, und mit Scheibe und Dom wie bei B 3 c. Warzen kommen auf der Scheibe noch vor, aber nur
noch hochstens je vier (in Kreuzform gestellt) ; auBerdem erscheinen auch kreisformige Leisten um
die Dombasis herum. Mitunter ist die Klinge durch eine vertikale Leiste in zwei Hiilften geteilt ; in
manchen Fiillen werden die Kanten des Schneidenteils auf die Schaftrohre leistenartig verliingert und
dort bogenfOrmig vereinigt (Variante Domăneşti III).
B 4b: Ăxte mit durch doppelte Leisten profilierter Schaftrohre, krummem Schneidenteil und lei-
Ein/eitu11g

stenfărmig auf der Schaftrăhre verlăngerten Klingenrăndern ; die Scheibe trăgt mitgegossene War­
zen (Variante Rohod).
Die Grenze zwischen B 3 a und B 3 b ist sehr flieBend; es gibt eine ganze Reihe von Zwischenfor­
men, welche in den nordwestrumănischen Depots von Domăneşti und besonders Uriul-de-Sus gut
belegt sind. B 3 b ist eigentlich beinahe eine Sonderform.
AuBer den oben aufgestellten Varianten mit ihren Unterteilungen gibt es in der Gruppe B auch eine
Anzahl von Sonderformen, welche aber meist von untergeordneter Bedeutung sind. Wichtiger sind
nur die Sonderentwicklungen der Gruppe B 3, auf welche aber hier auch nur hingewiesen werden
kann.«
Nestor erărterte in der genannten Studie weiterhin dieVerbreitung und die Chronologie dieser Ăxte,
wobei er sich besonders mit den Varianten Ah A 2 und Bj befaBte, die Varianten B 2 bis B 4 jedoch
nur kurz streifte. Die Hauptvariante A ist nach Nestor in Siebenbiirgen verbreitet ; sie iiberschreitet
nach Westen ilie TheiB nicht (ilie Vorkommen jenseits der TheiB sind Ausnahmen, s. Taf. 49, B ; 5o,A).
Die Variante Bj kommt weiter nach Westen und Norden hin vor, besonders im Oderbecken und an
der Elbe, worauf spăter K. Horedt hinwies. I Nestor zeigte, daB die Variante A eine elegantere, aber
fiir den praktischen Gebrauch als Waffe weniger wirksame Form darstellt, was damit zusammen­
hăngen kănnte, daB Ăxte dieser Art nicht auBerhalb ihres Ursprungsgebietes aufgenommen wur­
den. Andererseits ging Nestor noch weiter als v. Richthofen und wertete die A-ĂXte als eine ărtliche
Abart, nicht nur als Sonderform bzw. als Vorstufe zur Variante B (s. S. 69 Anm. 7).
Nestor wies auf die Schwierigkeiten hin, die einer feineren Chronologie der Ăxte mit Nacken­
scheibe entgegenstehen und begniigte sich daher mit einem mehr allgemeinen Ansatz. Die Variante
Aj sah er durch den Depotfund von Hajdusamson datiert, die Variante Az durch den Depotfund von
Gaura, ebenso die Variante Bj. Unter Bezugnahme auf den irrefiihrend verăffentlichten Depotfund
von Zajta erstreckte er diese Datierung auf die Variante BZa Z und schlug dabei folgendes Schema vor :
Aj - Az + Bj + Bza z, wobei die letzteren Varianten nur teilweise miteinander gleichzeitig sind.
Durch den băhmischen Fund von Tachlovice wird die Variante BZ b in die mitteleuropăische Stufe
Asenkofen verwiesen, wăhrend die Varianten vom Typ B3 durch die rumănischen Depotfunde von
Domăneşti und Uriu als spătbronzezeitlich erwiesen sind. Nestor stellte fest, daB die Variante B4a in
Domăneşti vorkommt und daB sich in den spăteren Depots von Hajdu-Băszărmeny und von Rohod
als RohguB die Variante B4 b findet. Die Abfolge der Varianten und Untervarianten B3, B4 wăre ge­
măB Nestor die folgende: B3. mit breiter Scheibe - B3a mit schmaler Scheibe + B3 b (Uriu) + B4a
(Domăneşti).
Diese typologische Unterscheidung beruht hauptsăchlich auf der Entwicklung der Schaftrăhre
und in zweiter Linie auf derjenigen der Scheibe. Diese eindringliche Gliederung wurde dadurch er­
măglicht, daB die ĂXte mit Nackenscheibe eine verbreitungsmăBig einheitliche Gruppe darstellen ;
die Entstehung sekundărer Entwicklungsgebiete beeintrăchtigte den regional eng begrenzten Cha­
rakter dieser Axtfamilie nicht. In diesem Sinne erwies sich Nestors Schema fiir die Nackenscheiben­
ăxte als brauchbarer als dasjenige von H. Schmidt fiir die einfachen Schaftlochăxte (s. S. 7). Obwohl
im Laufe der Zeit gewisse Ergănzungen hinzugefiigt wurden, behielt die Nestorsche Einteilung bis
heute ihre Giiltigkeit. Alle anderen Klassifikationsversuche vermochten nur geringfiigige Ănderun­
gen in der Einteilung der Untervarianten zu bringen oder mit anderen Bezeichnungen Nestors Grup­
pen zu umschreiben. Erwăhnt sei der Abschnitt iiber die Nackenscheibenăxte in D. Popescus Arbeit
iiber die friihe und mittlere Bronzezeit in Siebenbiirgen, in dem die Ausfiihrungen Nestors durch
einige neue Funde (besonders die wichtigen Depots von Apa und Ighiel) ergănzt wurden.2
I K. Horedt, Germania, 24, 1940, 145. 2 Popescu, Bronzezeit 109ff.
Nackenscheibenaxte 17

Im Jahre 1941 versuchte D. Berciu,1 eine neue Typologie dieser Axtgruppe in Verbindung mit
den Schaftrohrenăxten und den Doppelarmknaufen aufzustellen, wobei die Uberlegung maBgebend
war, diese Gattungen seien ubereinstimmend Axte mit zwei Armen (bzw. Schneiden), die aus einer
gemeinsamen kupferzeitlichen Vorlage, den kreuzschneidigen Axten, entstanden seien. Berciu un­
terschied folgende »Serien<<: Serie A mit der Hauptvariante A von Nestor ubereinstimmend ; die
Berechtigung einer Unterscheidung zwischen Nestors Varianten Al und A2 wurde in Abrede gestellt.
SerieB, mit der Variante Bl nach Nestor ubereinstimmend. Zu Ubergangsformen B-C wurden Stucke
gerechnet, die der weiter unten umschriebenen Variante Senta (s. S. 74) angehoren, sowie das
Exemplar von Iclod. Serie C umfaBt alle Varianten B2' B3 und B4 von Nestor. Die in die Augen
fallenden Unterschiede wurden von Berciu auf verschiedene Produktionskreise zuruckgefuhrt. In
diese »Serie« schloB Berciu auch eine Reihe von singulăren Stucken ein (Drajna, das Zepter von VeIky
Blh usw.). Serie D enthălt alle Schaftrohrenăxte, Serie E die Doppelarmknaufe, die m. E. keineswegs
als eigentliche Axte angesehen werden konnen. Wenngleich sich die Aufstellung einer Ubergangs­
gruppe zwischen den Typen Bl und B2 (unsere Variante Senta) als sinnvoll erwies, stellt die typo­
logische Einteilung Bercius durch ihre ubermăBige Vereinfachung2 gegenuber derjenigen Nestors
einen Ruckschritt dar. Sie wurde daher von der Forschung durchweg abgelehnt.
In einer Studie von J. Werner uber die Beziehungen zwischen »Mykenă-Siebenburgen-Skandina­
vien« wurde den Axten mit verzierter Nackenscheibe ein besonderes Augenmerk geschenkt,3 vor
allem ihrer Verzierung ; sămtliche verzierte Exemplare wurden einer einheitlichen Zeitstufe zuge­
rechnet. Werner brachte die Spiralrankenverzierung der Axte, der Schwerter und Knochenscheiben,
diejenige der Wietenberg-, Otomani- und Tei-Kultur mit der mykenischen Kultur in Verbindung. 4
Er bemerkte, daB alle Nackenscheibenăxte aus Mittel- und Nordeuropa jungere Exemplare sind
(Stufe Bz B). In Nordeuropa ist der »siebenburgische Import« offensichtlich spăter anzusetzen
als derjenige aus dem Aunjetitzer Kreis. Das Herstellungszentrum der Nackenscheibenăxte ist nach
Werner Siebenburgen, wo auch unverzierte Exemplare gleicher Form gelăufig sind.
R. Hachmann bemerkte im Zusammenhang mit den Nackenscheibenăxten,s daB einige Verzie­
rungselemente des nordischen Bereichs aus dem Hajdusamson-Kreis stammen, obwohl im allge­
meinen Axte der Typen Al und A2 auBerhalb des siebenburgischen Entstehungsgebietes nicht zum
Vorschein gekommen sind. Hachmann hatte dabei hauptsăchlich die Verzierung der Fardrup-Axte
im Auge, die seiner Meinung nach von derjenigen der siebenburgischen und ungarischen Nacken­
scheibenăxte abhăngig ist. Wenn Hachmann in diesem Rahmen die Axte von Ighiel zitierte, so sei
angemerkt, daB diese vermutlich spăter anzusetzen sind als die Axte vom Typ A. Hachmanns Be­
urteilung der BTAxte beruhte ebenso wie diejenige Lomborgs (s. S. 1 8), auf der fehlerhaften Publi­
kation des Depotfunds von Zajta durch F. von Tompa6 (s. S. 72).
AnzufUhren sind sodann die Arbeiten von A. Mozsolics und I. Bona uber die Depotfundhorizonte
der ungarischen Mittel- und Spătbronzezeit. Mozsolics7 umriB zwei solche Depotfundhorizonte

1 Dber einige Bronzeăxte aus Transsilvanien, siehe Insemnări 4 Werner a. a. O. nahm an, daB die Spiralrankenverzierung

., Arheologice ( 1941) 24ff. (rumănisch). Weitere archăologische der siebenbiirgischen Mittelbronzezeit auf die Entwicklung
und historische Betrachtungen iiber die Nackenscheibenăxte: der kupferzeitlichen spiralo-măandrischen Motive zuriickzu­
ders., Revista istorică română 14, 1 944, 354ff., wo er diese fiihren und demnach unabhăngig van dem mykenischen Kreis
Axte den Thrakern zuweist; vgl. auch die Zurechtweisung sei.
1. Nestors: Balcania 4, 535 ff. 5 Ostseegebiet, 92. 98. 133.

2 Diese Vereinfachung wird auch von M. Novotna, Mu­ 624. bis 2 5 . Ber. RGK. 1 937, 89 Taf. 3 5 . Siehe die Be­
saica 6, 1 966, 23, hervorgehoben. richtigung bei Mozsolics, Bronzefunde 178.
3 Atti Congr. Intern. Preist. Protost. Mediterranea, 7 Acta Arch. Hung. 8, 1 9 5 7, I I 9 ff.

Firenze - Napoli - Roma ( 1 950) 301 ff.


18 Einleitung

innerhalb ihrer Bz III-Phase : Hajdu.samson und Koszider. Beide enthalten Nackenscheibenăxte ;


aber nur im ălteren Horizont erscheinen Exemplare vom Typ A. Mozsolics brachte diese Horizonte
mit der Bronzezeitstufe Reinecke B in Verbindung. Bonal prăzisierte und erweiterte den Koszider­
Horizont auf die folgende Stufe.2 Er stellte fest, daB die Verzierung der Nackenscheibenăxte in der
Hajdu.samson-Stufe vorwiegend spiralrankenfărmig ist, in der Koszider-Stufe jedoch geradlinig geo­
metrisch. Der Hauptunterschied in den zeitlichen Zuweisungen zwischen Mozsolics und Bona besteht
im spăteren Ansatz der als Zeugnisse der Hugelgrăberkultur angesehenen Koszider Depotfunde
durch Bona. Dieser vertritt die Ansicht, diese Funde seien vergraben worden, als die Egyek-Ele­
mente in Mittelungarn und Transdanubien eindrangen. Verursacht worden sei dies von der West­
wanderung der an der Mittelwolga lebenden Srubnyi-Stămme, wodurch der Ausbreitung der
Gava-Kultur (Ha A) Einhalt geboten worden sei.
Wie bereits angedeutet, kann ich keiner dieser chronologischen Ansichten voll zustimmen, da sie
vorwiegend auf den Depot- und den Grabfunden beruhen. Immerhin scheint Bonas Darstellung dem
neuesten Fund- und Forschungsstand in Rumănien am meisten zu entsprechen. Indes durfte eine
Ausdehnung des Koszider-Horizontes in die der rumănischen Spătbronzezeit entsprechenden Stufe
heute nicht mehr in Betracht zu ziehen sein. 3
Im Jahre 1 9 5 9 verăffentlichte M. Novotna einen Beitrag uber die Nackenscheibenăxte aus der
Slowakei,4 wobei sie Nestors Gliederung bestătigte und ergănzte. Die von M. Novotna aufgestellte
zeitliche Formenabfolge sieht folgendermaBen aus : Typ A und B in den Ubergang der Stufen Bz
Az und Bz Bl (dabei bezog sich M. Novotna auf den Fund von Rimavske Janovce mit Axten vom
Typ Al und Bl> der spăter in seiner Geschlossenheit bestritten wurde5) ; Typ Bz in die Stufen Bz Bz
und Bz C; Typ B3 in die Stufen Bz C und Bz D ; Typ B 4 in die Stufe Ha A.
In seiner Arbeit uber donaulăndische Kulturbeziehungen und die relative Chronologie der fruhen
nordischen Bronzezeit betrachtete E. Lomborg6 Nestors typologische Klassifikation der Nacken­
scheibenăxte als »wesentlichste Grundlage fur eine chronologische Einteilung der ostungarisch­
rumănischen Bronzezeitkultur«, wenn sie auch keine Periodeneinteilung gestatte. Lomborg hielt die
beiden Typen A und Bl allgemein fur zeitgleich und berief sich dabei auf die Vergesellschaftungen
von Rimavske Janovce und Gaura, sowie darauf, daB das Verbreitungszentrum der Bt-Axte weiter
nach Westen zu liege als dasjenige der A-Axte. Er nahm aber trotzdem einen chronologischen Unter­
schied zwischen den Depots von Hajdu.samson und Apa einerseits und Zajta andererseits an. Lom­
borg untersuchte die Fundverbănde, in denen die Bt- und Bz-Axte vorkommen und stellte fest, daB
trotz einer teilweisen Zeitgleichheit der BcTyp hăufiger zusammen mit Funden vorkommt, die fUr
die Stufe Bz Bt (Simontornya und Rakospalota) und Bz Bz (Senta und Vatina) kennzeichnend seien,
wăhrend der Bz-Typ hauptsăchlich in der Stufe Bz C vorkomme (Trebivlice, Tachlovice, vielleicht
auch Zeleny und Zajta ; letztere Funde kănnten auch in die Stufe Bz Bz gesetzt werden). Hier berief sich
Lomborg auf M. Novotna und ubernahm grăBtenteils auch ihre zeitliche Ansetzung. Bemerkenswert
ist Lomborgs Kritik an A. Moszolics und Bonas zeitlicher Ansetzung des Hajdu.samson- und beson­
ders der Koszider-Depots. Er betonte, zumindest die Gruppe der Koszider-Depots sei nicht so ein­
heitlich wie es von Bona dargestellt wird.7 Insgesamt wird man festzuhalten haben, daB Lomborg

I Acta AIch. Hung. 9, 1 958, 2 1 I ff., vor allem 238. 4 Pam. Arch. 5°, 1 959, 1 , I ff.
2 Nămlich die ungarische Spătbronzezeit, die er etwa mit 5 Mozsolics, Bronzefunde, 142. Nach einer brid!. Mittei­
den Reinecke-Stufen C und D gleichsetzte. lung von M. Novotna ist der Fundzusammenhang unsicher.
3 Von einer kritischen Auseinandersetzung mit den von 6 Acta Arch. 30, 1 9 5 9, G9ff.

A. Mozsolics und B6na aufgestellten Depotfundhorizonten 7 a . a . O . Goff.

mu13 hier abgesehen werden. Allgemein mag auf meine Stel­


lungnahme in der Einleitung (s. S. 5) verwiesen werden.
Nackenscheibenăxte

sich aufeinen heute nicht mehr in allen Teilen bestrittenen archăologischen Denkmălerbestand stiitzte
(so auf die Fundzusammenhănge von Rimavske Janovce und Zajta ; sogar der Fund von Gaura mufi
mit Vorbehalt behandelt werden; iiber die ungarische und westrumănische mittlere Bronzezeit und
ihren Vergleich mit den mitteleurapăischen Bronzezeitstufen s. S. 3 f.). Weiterhin kann ich der Mei­
nung nicht zustimmen, fiir die A- und B cĂxte sei mit verschiedenen Verbreitungsarealen zu
rechnen (s. S. 22 und Taf. 49, B).
Im Jahre 1 963 unternahm D. Popescu in einer Neubehandlung der Nackenscheibenăxte1 nach
einer ausfiihrlichenDarlegung der Forschungsgeschichte seit 1 9 5 o denVersuch, eine sich iiberlappende
Abfolge von sieben typologischen Gruppen zu begriinden, die bestimmten Depot- und Grăber­
gruppen entsprechen sollten. Diese »Horizont-Gruppen« umfassen folgende Funde : 1. Gruppe:
ĂXte vom Typ Al (Popescu neigte dazu, sie in jene Periode zu setzen, die V. MilojCic als Stufe Bz A3
ansprach.2 - II. Gruppe: Ăxte vom Typ A2• - III. Gruppe: Ăxte vom Typ Bl> mit Beginn der Funde
von Rimavske Janovce und Gaura, ferner die Funde von Turda, Mezobereny, Kriissow, Friedenau,
Vcelince, Ganovce, Borleşti und Izvoare (letztere vier sind unverziert); in dieser Gruppe herrscht
die Spiralrankenverzierung vor. - IV. Gruppe : Bl-Ăxte mit geometrischer Verzierung von Ighiel,
Alsonemedi, Rakospalota, Koszider I, Pusztaszentkirily, Simontornya, Oroszipuszta, Gleinau,
Rosenthal und vielleicht jene aus Roşiori und Pecica. - V. Gruppe :Ăxte von Kronstorf, Kolodnoje,
Winklarn, sowie diejenigen von Iclod, Sombor und Senta; ferner Ubergangsformen vom Typ
Bl zum Typ B2 : Zajta und Nikolajev. - VI. Gruppe: Ăxte von Vefky Blh, Stefkowa, Stary L�cz,
Knezeves, »Schlesien«, Trebivlice und Zeleny. - VII. Gruppe :B2 b-ĂXte, Tachlovice und VysnaHutka.
Diese subtile, kompliziert anmutende Gliederung stellt einen verdienstvollen Versuch dar, mehrere
zeitlich differenzierte Varianten der Bl-Ăxte voneinander zu unterscheiden. In der vorliegenden Ar­
beit wurden einige dieser Beobachtungen iibernommen (vgl. besonders die Entsprechungen zwi­
schen Popescus III. und IV. Gruppe und meinen Varianten Bl> Mezobereny und Ighiel).3
Anlăfilich der Veroffentlichung der Depotfunde von Rebrişoara hat M. Rusu auf die grafie Hău­
figkeit der Axtfunde in den Becken des Someş und des Oberlaufes der Theifi hingewiesen.4
Wenngleich Rusu sich nicht speziell mit den Nackenscheibenăxten befafite, ist er doch ein griindlicher
Kenner dieser Fundgruppe. Es sei hier hervorgehoben, dafi ich ihm zahlreiche fiir die vorliegende
Arbeit wertvolle Hinweise zu verdanken habe.
Neuerdings behandelte A. Mozsolics wiederholt die Nackenscheibenăxte,S besonders in einem zu­
sammenfassenden Kapitel ihrer 1967 veroffentlichten Arbeit »Bronzefunde des Karpatenbeckens«6.
Obwohl sie in den wesentlichen Punkten mit der typologischen Einteilung Nestors iibereinstimmte,
nahm sie an, die Entwicklung der Schaftrohre als Ausdruck der Entwicklung dieser Ăxte sei schwer
zu begriinden. Aufierdem hatte sie den Verdacht, die zeitliche Ansetzung der Klassifikation Nestors
sei nicht differenziert genug. Sie schlug folgende neue Typengliederung vor : Typ A gleicht Nestors
Hauptvariante A. A. Moszolics hielt den Unterschied zwischen den Unterarten Al und A2 fiir regional
bedingt und stellte eine neue Gruppe A3 heraus, die den Anfang einer Schaftrohre aufweist (so die

., 1 Dacia NF. 7, 1 963, 91 ff. ; vgl. auch die Kennzeichnung samson ; Gruppe II = Typ Apa; Gruppe III-IV = Typ
der Meinungen von Hachmann und Lomborg bei D. Popescu, Livada; Gruppe V-VI = Typ Zajta.
Dacia NF. 6, 1 962, 429ff. 4 M. Rusu, Arch. Mold. 2-3, 1 964, 243; ders., Dacia NF. 7,

2 Germania 38, 1 960, 222. 1 963, 180 Anm. 1 L


3 Bemerkenswert ist die Parallelisierung von Popescus 5 Acta Arch. Hung. 12, 1 960, 1 20; ebd. 15, 1 963, 65ff.

Einteilung der Nackenscheibeniixte mit derjenigen der (bei de Arbeiten beziehen sich auf die spiitbronzezeitlichen
Schwerter vom Typ Hajdusamson-Apa-Zajta, die A. Alexan­ Ba- und B4-Axte).
drescu, Dacia NF. ro, 1 966, 1 25, vornahm: Gruppe I (Nak­ 6 Mozsolics, Bronzefunde 33 ff.

kenscheibeniixte, D. Popescu) = (Schwerter) Typ Hajdu-


20 Einleitung

Exemplare von Szeghalom und »Ungarn«). Typ B ist identisch mit Nestors BI-Variante, wobei
wiederum drei Gruppen unterschieden werden : Ba mit gewolbter Nackenscheibe (z. B. »Ungarn«) ;
B b mit flachkegelformiger, in der Mitte bereits zugespitzter Nackenscheibe (z. B. Turda) ; Be mit
kegelformiger Nackenscheibe, wobei die Spitze wie abgeschnitten erscheint (ldod und Aisone­
medi). Fiir die Typcn A und B stellt A. Mozsolics die Ornamente umfassend dar. Typ C solI identisch
sein mit Nestors Variante B2 (was aber nur teilweise zutrifft, vgl. Typ BI Variante Senta, s. S. 74) ;
auch dieser Typ weist zwei Untergruppen auf: Ca (Rosenthal) und Cb (Stefkowa, Tachlovice). Die
Axte von Senta, Cruceni und VeIky Blh reihte Mozsolics ebenfalls hier ein. Typ D ,' entspricht
Nestors Typ B 3, Typ E Nestors Typ B4 • Chronologisch wurden diese Typen von A. Moszolics wie
folgt eingeteilt :
Typ A : Depotfundhorizont von Hajdusamson (Bronzezeitperiode lIIa). - Typ B : Depotfund­
horizont von Kosziderpadlas (Periode Bz lII b). - Typ C: Depotfundhorizont Felsobalog (VeIky
Blh) (Periode Bz IVa). - Typen D und E : Depotfundhorizont von 6palyi (Periode Bz IVb). I
Demnach besteht zwischen den zeitlichen Ansetzungen Nestors und Mozsolics ' kein wesentlicher
Unterschied, so daB man sich fragt, warum diese terminologischen Anderungen vorgenommen wur­
den, die vom typologischen Standpunkt aus nicht gerechtfertigt erscheinen. Die Uberlegungen, die
A. Mozsolics bei der Gliederung der TypenA und BI anstellte, sind nicht iiberzeugend (s. S. 70) . Auch
die Datierung der Typen D und E ( Nestors Typen B3 und B4) kann nicht ganz unwidersprochen
=

angenommen werden, besonders was die Begriindung des Depotfundhorizontes Felsobalog und
6palyi sowie den zeitlichen Ansatz der Depotfunde wie Koszider anlangt (s. S. 5) . Von groBer Be­
deutung erwies sich indes A. Mozsolics ' kritische Priifung der Fundumstiinde der einschliigigen
Depotfunde, vor allem die dabei sich ergebenden Berichtigungen bei den Funden von Rimavske
Janovce und Zajta.
Fast gleichzeitig mit A. Mozsolics behandelte B. Hiinsel das Problem der Koszider Bronzen vom
Standpunkt der mitteleuropiiischen Chronologie aus.2 Bei dieser Gelegenheit befaBte sich Hiinsel
auch mit den Nackenscheibeniixten und teilte sie den drei von ihm unterschiedenen ungarischen
Depotfundhorizonten zu. Der Gruppe Hajdusamson wurden die A-Axte zugeschrieben (Bronzezeit­
stufe A2) ; der Gruppe Koszider 1 (Stufe Biihl-Ackenbach) Axte des Typus BI (Pusztaszentkirily,
19hiel, Kosziderpadlas 1, AIs6nemedi, Oroszipuszta), der Gruppe Koszider II (Bronzezeitstufe
B I ) solche Axte, die zwar noch zur Nestorschen Variante BI gehoren, jedoch gekennzeichnet sind
durch eine wesentlich schlankere Bahn, die in ihrem Schwung zu den stets unverzierten Axten der
entwickelten, durch Nagelkopfnadeln charakterisierten Mittelbronzezeit iiberleiten (Stufe BZJCI)
oder gar zu den Axten der Stufe C2 (Senta, Tachlovice und VeIky Blh). Ohne hier auf die Beziehungen
zwischen den mitteleuropiiischen und den ungarischen Erscheinungen einzugehen, muB festgestellt
werden, daB diese Schliisse zwar fiir die Typologie der B1-Varianten wichtig sind, aber nicht mit
den bei der vorliegenden Arbeit sich ergebenden chronologischen und kulturellen Beurteilungen
der rumiinischen Funde iibereinstimmen.
Die vorstehende Ubersicht zeigt, daB eine alle formalen Merkmale beriicksichtigende typologische
Systematik der Nackenscheibeniixte iiuBerst schwierig ist. Am gewichtigsten scheinen dafiir noch
immer in erster Linie die Nackenscheibe und der Schaftrohrenansatz zu sein. Daher betrachte ich die
Klassifikation Nestors in ihren Grundziigen als die angemessenste.
Da die Verbreitung dieser Axte verhiiltnismiiBig beschriinkt ist und die Form von einem Gebiet
zum anderen keine wesentlichen Veriinderungen aufweist, diirfte es empfehlenswert sein, entgegen
der sonst bei den PBF-Biinden geliiufigen Regel die Signatur-Bezeichnungen, wie sie Nestor ein-
1 Vgl. zu diesem Depotfundhorizont S. 92 Anm. 4.
Nackenscheibenăxte 21

fUhrte, beizubehalten (Al> Az, Bl> Bz, B3 und B4). Neufunde und die damit zusammenhangende Mog­
liehkeit der Herausstellung neuer Varianten erfordern freilieh eine typologisehe Einteilung, die
nieht nur dem bestehenden Denkmalerbestand angepaBt ist, sondern die fUr kiinftige Ănderungen
und Erganzungen offen ist. Im folgenden werden die Nestor ' sehen Axtgruppen nieht als Varianten,
sondern als Typen bezeichnet. \Vahrend vor drei Jahrzehnten die Naekenseheibenaxte insgesamt
als ein der Streitaxtfamilie angehorender Typus (v. Riehthofen, Childe, Nestor) angesehen wurden,
werden sie heute als eine besondere Familie (bzw. Unterfamilie) der Sehaftloehaxte gewertet, die
mehrere Typen umfaBt, welche ihrerseits in Varianten und Untervarianten eingeteilt werden kon­
nen. Bei der Kennzeichnung der Varianten habe ich auf das Signatur-System (z. B. Nestor Bzaz) ver­
zichtet, da dureh Neufunde eine Vermehrung der Varianten zu erwarten ist und das System sonst
zu uniibersichtlieh wiirde. Die Varianten werden vielmehr naeh kennzeiehnenden Funden benannt.
Das Endziel dieser Variantenbestimmung besteht darin, bestimmte Werkstatten ausfindig zu ma­
ehen, was teilweise in nieht allzu weiter Zukunft moglieh sein diirfte.
Die im folgenden vorgenommenen geringfiigigen Ănderungen gegeniiber der typologisehen Glie­
derung Nestors ergaben sieh einfaeh daraus, daB heute nahezu doppelt so viele Fundstiieke zur Ver­
fiigung stehen wie vor dreiBig Jahren. Diese Ănderungen beziehen sieh auf die Bestimmung von Va­
rianten der Typen Bl> B3 und B4 sowie auf die Abtrennung des Typs Bz von der Hauptentwieklungs­
linie der Naekenseheibenaxte. Der Typ Bz ist aus dem Typ BI offensiehtlieh westlieh des Ent­
stehungsgebietes der Naekenseheibenaxte ausgebildet worden (s. aueh S. 74 und 7 7 f.); er war bei
der Entstehung des Typus B3 nieht entseheidend beteiligt ; der letztere entwiekelte sieh ebenfalls aus
dem Typ Bl> teilweise gleiehlaufend mit der Herausbildung des Typus Bz. Die Beziehungen zwisehen
den Typen Bz und B3 werden dureh einige spatere ĂXte verdeutlieht, die Nestor als Untervariante
B3b (PoroszI6) bezeiehnete ; sie entwiekelten sieh m. E. unmittelbar aus dem Typ Bz und besitzen
eine sehr eng begrenzte Verbreitung (vgl. den Typ Bz Variante Poroszl6-Ungureni, S. 77).
Bei der Variantenbestimmung werden im folgenden versehiedenartige Gesiehtspunkte beriiek­
siehtigt (im einzelnen s. unten). Beim Typ BI (bei Nestor variantenlos) lassen sieh sowohl formale
als aueh ornamentale Eigenheiten auswerten. Naeh der Form lassen sieh vier Varianten untersehei­
den, naeh der Verzierung weitere vier. Dureh die Kombination diverser Merkmale lassen sicn ins­
gesamt seehs Varianten des Typus BI herausstellen. Bei den Typen B3 und B4, die nur in Ausnahme­
HIlen verziert sind, solI sowohl die allgemeine Gestalt als aueh die spezielle Ausformung beriiek­
siehtigt werden. Die Breite der Naekenseheibe und die Lange der Sehaftrohre sehwankt bei den ein­
zelnen Exemplaren erheblieh (die Axt von Lozna-Mare, Nr. 348, mit breiter Naekenseheibe und die­
jenige von Vima-Mare, Nr. 3 70 mit der sehr sehmalen Naekenseheibe sind sicherlieh Extreme). Sol­
len dennoeh die beiden oben genannten Gesichtspunkte zusammenwirken, so laBt sieh nicht vermei­
den, daB gewisse ĂXte in ihrer typologisehen Klassifizierung strittig bleiben. Das Vorkommen von
Leisten auf der Sehaftrohre zusammen mit Warzen auf der Naekenseheibe ist ebenfalls ein Kennzei­
ehen, das sowohl bei den B3- als aueh den B4-Ăxten auftritt und daher nieht als variantenbestim­
mend bewertet wird. Einem Hinweis M. Rusus folgend, wird bei Typ B3 als aussehlaggebend fiir
die Variantenbestimmung der Quersehnitt der Klinge und der Naekenstange sowie das Verhaltnis
zwisehen diesen beiden angesehen. Aueh hier sind indes subj ektive Ansichten in der Unterseheidung
zwisehen einem Seehseek mit abgerundeten Seiten und einem Oval unvermeidlieh (vgl. z. B. die
Varianten Cehăluţ und Breb (s. S. 8 2 ff.). Anseheinend entsprieht diese Unterseheidung einer typolo­
gisehen Entwicklung, indem der reehteekige Quersehnitt des Typus BI dureh das Seehseek und
sehlieBlieh das Oval des Typus B3 abgeleitet wird und daraus die kennzeiehnende Form des Typus B 4
entsteht (s. Abb. 2).
22 Einleitung

Auch gewisse statistische Erwăgungen ebenso wie geschlossene Funde scheinen den Gedanken
nahezulegen, daB diese Typen sich mindestens teilweise zeitlich ablăsen. Bei Typ B 4 ist das Verhălt­
nis zwischen Klinge und Schaft variantenbestimmend, da das Verhăltnis zwischen Klingen- und
Nackenstangenquerschnitt mit einigen Ausnahmen konstant ist.
Das hier zugrundegelegte Schema erhebt keinen Anspruch, allen măglichen Gesichtspunkten
gleichmăBig gerecht zu werden. Anders gegliedert kănnten besonders einige BrĂxte zusammen­
gehărige Gruppen ergeben (s. S. 88). Ein bezeichnendes Beispiel ist die Gruppe der B3-Ăxte mit
langem Schaftrohr und abgerundetem Schaftloch, die offensichtlich einen gemeinsamen Ursprung
haben und vielleicht einen EinfluB des Typus Drajna verkărpern (vgl. die Axt von Ilba Nr. 440). Die
wechselnden, mannigfach miteinander kombinierten Gemeinsamkeiten zwischen den Typen und
Varianten fiihrten dazu, daB die Auswahl von typologischen Kriterien, deren Vergesellschaftung als
reprăsentativ fiir eine Variante genommen wird, nicht selten dem subjektiven Ermessen anheim­
gestellt ist.
Schwieriger ist die typologische Zuordnung der Ăxte mit hammer- oder knaufartiger Nacken­
scheibe vom Typ Drajna. Offenkundig handelt es sich um eine Entwicklung aus der Variante Bikacs­
Borleşti des Typus Bl' Zeitlich sind diese Ăxte mit dem Typ B3 zu parallelisieren. Ich măchte sie als
einen besonderen Typ auffassen (Typ Drajna). Ebenfalls eine selbstăndige Stellung muB der sonder­
baren Axt von Larga zuerkannt werden, die mit einigen ăhnlichen Exemplaren aus Wolhynien, einen
besonderen Typ darstellen kănnte (Typ Larga). Das allgemeine typologisch-chronologische Schema
der ĂXte mit Nackenscheibe (Abb. 2) faBt die vorstehenden Ausfiihrungen zusammen.
Was den Ursprung und die Genese der Nackenscheibenăxte anlangt, so wurden bisher dariiber zwei
Ansichten geăuBert, die sich nicht unbedingt widersprechen miissen. B. v. Richthofen1 und neuer­
dings A. Mozsolics2 leiteten jene Bronzeăxte von Steinăxten mit Nackenknauf ab. Demgegeniiber
nahmen 1. Nestor und zuletzt E. Lomborg eine Entwicklung aus den kupferzeitlichen Bammerăxten
an,3 um so mehr, als das Verbreitungsgebiet der Nackenscheibenăxte in demjenigen der kupferzeit­
lichen Bammerăxte liegt. In diesem Zusammenhang wies Nestor auf die pommersche Axt von Miih­
Ienbeck hin. 4 Ergănzend kănnten die Ăxte von Puch (Osterreich)s und Nehoi6 angefiihrt werden.
Trotzdem kIafft eine betrăchtliche Liicke zwischen dem Ende der kupferzeitlichen Ăxte, die nicht
einmal den Beginn der Bronzezeit erleben,7 und der Entstehung der Nackenscheibenăxte.
Wir miissen bedenken, daB die ersten Nackenscheibenăxte (besonders der Typ A) ausgespro­
chene Prunkstiicke waren. Andererseits ist der einzige metallene Bammeraxttyp aus der ersten BăIfte
der Bronzezeit, der die Tradition der Kupferzeit weiterfiihrt, derjenige mit zylindrischem Nacken.
Bier sei auf die Prunkexemplare von Perşinari und das bescheidenere Stiick von Tufa8 hingewie-

1 Die ăltere Bronzezeit in Schlesien (1926) 94. 7 A.Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 1 5 , 1964, 4, 457. Kiirz­

2 Mozsolics, Bronzefunde 40, dachte an Ăxte der Art Iich sah ich im Mus. Rîmnicu-Vîlcea eine neugefundene kup­
Dad ; vgl. auch Acta Arch. Hung. 16, 1 964, 2 1 7. ferne Axt, deren zylindrischer Nacken mit einer scheibenfăr­
3 Nestor, Marburger Studien 1 8 3 ; Lomborg, Acta Arch. migen Endung versehen ist (Taf. 5 6, C 3). Aul3erdem besitzt
30, 1959, 69, die Axt einen zylindrischen Stiei aus Kupfer, der durch eine
4 Zusammen gefunden mit einer flachen aunjetitzzeit­ Scheibe an das Schaftloch befestigt ist. Allem Anschein nach
lichen Axt : O. KunkeI, Pommersche Urgeschichte in Bildern ist die noch unverăffentlichte Axt in die friihe Bronzezeit zu
Taf. 32, 1 . setzen. Dieses Exemplar sowie diejenigen viei ălteren Stiicke,
5 Arch. Austr. 1, 1 948, 96 (G. Mossler) ; vgl. auch die P. Patay (Folia Arch. 19, 1968, 9 ff.) anfiihrt (ich beziehe
P. Reinecke, Germania 27, 1 943, 5 7. mich besonders auf die der Bodrogkeresztur-Kultur ange­
6 C. Moisil, Bul. Corn. Mon. Ist. 1 9 I I, 8 5 , Abb. 2 ; Nestor hărende Axt von Tiszavalk, a. a . O. Abb. 1), bezeugen, dal3
fiihrte sie an (22. Ber. RGK. 1 932, 1 28), bezog sich aber spăter der Gedanke, einen scheibenartigen Nacken auszuarbeiten,
nicht mehr auf sie. Im vorliegenden Bande Taf. 56, C 2 (s. bereits bei einigen kupfernen Hammerăxten nahe Iiegt.
Nachtrag). 8 Siehe unten, Schaftlochăxte, S. 34.
',: o B� (Tirguşor)
B4 (Vioara)

Larga

B4 (Şomcuta)

B� (IJba)

Ba (Dobrocina)
Drajna

BI (Cruceni)
Ba (Lăpuş)

Bl (Ighiel)
B2 (Tachlovice)

B2 (Stefkowa)

BI (Mezobereny)
BI (ldod)

Bl (Szeghalom)

Al (Haj dusamson)

Abb. 2. Typologisches Entwicklungsschema der Nackenscheibenăxte.


Einleitung

sen. Diese ĂXte ebenso wie diejenigen von Miihlenbeck, Puch und andere bronzene Hammerăxte
sind sowohl metallene GegenstUcke der Steinexemplare (z. B. der Prunkăxte aus Halbedelstein von
Troja und Borodino) 1 als auch die Fortfiihrung der Tradition kupferzeitlicher Technik fiir die ent­
sprechende Form. Die steinernen Hammerăxte stellen vom Beginn der Bronzezeit an eine sehr hău­
fige und variantenreiche Form dar, und es ist erstaunlich, daB diemetallenenGegenstUcke so auffallend
selten begegnen, und dann in Gestalt von Prunkexemplaren. Dies kănnte dazu verhelfen, die Ent­
stehung der Nackenscheibenăxte zu einem Zeitpunkt zu erklăren, als die reich verzierten sowie die
als Prunkstiicke hergestellten Streitwaffen in Mode waren. Unerklărt bleibt jedoch, warum die ăltesten
Nackenscheibenăxte eine flache Scheibe besitzen, wăhrend die Formen mit knauffărmiger Scheibe,
die den steinernen Hammerăxten ăhnlicher sind, erst bei spăteren Exemplaren anzutreffen sind
(Typ Bl> Variante Bikacs-Borleşti und Typ Drajna).
Die Schaftrăhre, die beim Typ B1 auftritt, kann wesentlich auf den EinfluB der Schaftrăhrenăxte
zUrUckgefiihrt werden. Măglicherweise spielten bei ihrer Aufnahme technische Griinde eine ent­
scheidende Rolle. Die ĂXte ohne Schaftrăhre waren kurzlebig ; >exportiert< wurden nur diejenigen
mit Schaftrăhre.2 Auch diese Beobachtung kann die Ansicht stiitzen, daB die ăltesten Nackenschei­
benăxte als Prunkstiicke hergestellt wurden und erst nach Erfindung der Schaftrăhre die damit er­
hăhte Brauchbarkeit dieser Axt als Waffe dazu beitrug, daB sie an Bedeutung und Verbreitung zu­
nahmen.
Den Hăhepunkt ihrer Entwicklung erreichten die Nackenscheibenăxte am Ausgang der Bronze­
zeit (Typ B3). Trotz ihres geringen Gewichtes (die meisten Br und B4-Exemplare wiegen zwischen
0,450 und 0,5 5 ° kg) stellen die Ăxte dieses Typus durch ihren spitzen kegelfărmigen Dorn ăuBerst
wirkungsvolle Waffen dar. Dennoch hat dieser Axttyp nur noch ein eng begrenztes Verbreitungsge­
biet, wenngleich sich diese Zeitstufe (Stufe Bz D) durch mannigfache und weitreichende Kulturbe­
ziehungen auszeichnet. Offensichtlich waren damals Streităxte mit Nackenscheibe bei weitem nicht
so beliebt wie die Tiillen- und Lappenbeile.
Hăchst auffăllig ist, daB die Nackenscheibenăxte in ihrer letzten Entwicklungsstufe (Typ B 4' vor
allem Variante Uioara) ihre Funktion als Waffe einbiiBten und als Barren-Axt die Bedeutung eines
StandardmaBes des Bronzegewichtes erhielten. Zu Beginn der Friiheisenzeit verschwindet die
Nackenscheibenaxt und iiberlăBt das Feld den Tiillen- und Lappenbeilen.
Einiges sei noch zur Frage der Kulturgruppen bemerkt, aus denen die einzelnen Nackenscheiben­
axttypen stammen. Wie aus den Verbreitungskarten ersichtlich, konzentrieren sich in ihrer ersten
Entwicklungsphase die Nackenscheibenăxte (Typen A und B1) in einem Gebiet, das Transsilvanien,
das Mureşbecken und nărdlich davon, die ăstlichen Teile Ungarns sowie die Ost- und Siidostslowa­
kei umfaBt, abgesehen von den Exportstiicken an der Oder und Elbe. In der năchstjiingeren Zeit­
stufe kommt der Typ Bz auch westlich dieses Gebietes vor (Ostăsterreich, Tschechoslowakei, Schle­
sien, Westungarn und Galizien ; einzelne Exemplare gelangen sogar noch weiter nach Westen). Am
SchluB engt sich das Verbreitungsgebiet der Nackenscheibenăxte wieder ein; die Typen B3 und B4
sind eigentlich auf das Becken des Someş und des Oberlaufs der TheiB beschrănkt. Jedoch dauern
im Banat einige Ăxte vom Typ B1 sehr lange, und zwar bis in die Zeitstufe der Depotfunde vom Typus
Uriu-Dragomireşti (im Banat fehlen Depotfunde dieses Horizontes). Damit erhebt sich die Frage
nach einem sekundăren Entwicklungsgebiet der Nackenscheibenăxte im Bereich der Vatina-Kultur
sowie in deren spăten Stadien von Cruceni-Art. Kiinftigen Funden muB die Beantwortung dieser
Frage iiberlassen bleiben.

I ebd. S. 34. 2 Nestor, Marburger Studien 1 8 7.


Nackenscheibenăxte

Die fUr die Nackenscheibenăxte der Typen A und Bl in Betracht kommenden Kulturen sind die
Wietenberg - und die Otomani (bzw. Fiizesabony-) Kultur. Die Beziehungen zwischen der Verzie­
rung clieser ĂXte und anderer Metall- und Beingegenstănde derselben Zeit und den genannten Kul­
turen sind in der Forschung seit langem wohlbekannt. l Die Feinheit der Verzierung auf den Metall­
gegenstănden, besonders die Spiralhakenverzierung, findet eher in der Ornamentik der Wietenberg­
Keramik2 als in derjenigen der Otomani-Kultur Entsprechungen. In der letzteren sind zwar jene
Ziermotive anzutreffen; doch sind diese selten so fein ausgefiihrt (vgl. z . B. das Grăberfeld Otomani III
von Megyasz6).3 Diese Tatsache scheint auf enge Beziehungen im Austausch von Kulturelementen
zwischen den Wietenberg- und den Otomani-Kulturen hinzudeuten. Die beiden Kulturen waren
benachbart und kulturell offensichtlich expansiv. In cliesem Zusammenhang erwăhnenswert sind die
erschlieBbaren Einfliisse der mykenischen Kultur auf den Donau-Karpatenraum uncl besonders auf
die Wietenberg-Kultur; diese Einflii sse wurclen dann liber dieses Gebiet weiter nach Westen und
Norden vermittelt. 4
Schwerer zu beurteilen ist clas Kulturmilieu der Typen B3 und B4, mit clenen clie Depotfunde der
Art Uriu-Dragomireşti zusammenhăngen.
Derzeit lăBt sich die Frage noch nicht beantworten, welche keramische Gruppe diesem beeindruk­
kenden und in vieler Hinsicht so einheitlichen metallurgischen Formenkreis entspricht (vgl. die Ver­
breitung cler Axttypen B3 und B4 mit der Verbreitung cler Depotfunde cler Art Uriu-Dragomireşti:
Taf. 5 4,A und Taf. 5 4,B).s In Betracht kommen die Gruppen Egyek und Lăpuş, die Suciu-Kultur und
die Spăt-Otomani-Kultur (s. S. 96). Die jiingeren archăologischen Zeugnisse enthalten einige Hin­
weise, die anscheinend auf clas Bestehen mehrerer verschiedenartiger Keramikgruppen hindeuten,
was freilich in auffallendem Gegensatz zu dem einheitlichen metallurgischen Formenkreis steht.
Der obige forschungsgeschichtliche Uberblick lieB deutlich werden, daB im Laufe der letzten clrei­
Big Jahre clie typologische und chronologische Glieclerung cler Nackenscheibenăxte clurch neueFunde
und Beobachtungen gefestigt wurde. Was in dieser Hinsicht als Ergebnis cler vorliegenden Arbeit
gelten kann, wird auf Abb. 2 tabellarisch zusammengestellt. Es ist klar, daB diese Aufstellung nur im
allgemeinen Sinn, nicht als starres Schema zu verstehen ist. Die Brauchbarkeit dieser Gliederung wird
sich nicht zuletzt bei einem Vergleich mit derjenigen anderer Bronzetypen zu erweisen haben.

1 So Nestor a . a. O. 180; J. Werner, Atti Congr. Intern. 4 Werner a. a. O. ; Hachmann, Ostseegebiet; Horedt,
Preist. Protost. mediterranea, 301. NouV'elles Etudes d'Histoire (1960) 3 1ff.; Lomborg a. a. O . ;
2 Beispiele von SpiralV'erzierung bei K. Horedt, Dacia J. Bouzek, Pam. Arch. 5 7, 1966, 1 , 242ff.; vgl. unten S. 5 6 .
NF. 4, 1960, 122 Abb. 9. 5 Vgl. M. Rusu, Dacia NF. 7 , 1963, 1 8 0 ; s. S. 96.

3 F. V'. Tompa, 24-25 . Ber. RGK. Taf. 44; Mozsolics,


Bronzefunde 30.

,
D E R FUND S T O F F

S CHAFTLO CHAxTE VOM T Y P B A N I A B I C

Es handelt sich um schwere, plumpe Axte, deren Schaftloch nicht betont, d. h. nicht tiillenartig vom
Axtkorper abgesetzt ist. Der obere Axtriicken ist waagrecht, wahrend die Unterseite nach der
abgerundeten Schneide zu nach unten gezogen ist. Die Spitzen der Schneide ragen manchmal ein
wenig hervor. Der typische Querschnitt der Axtklinge bildet ein Rechteck mit leicht abgerundeten
Seiten.
Eine ganze Anzahl solcher Axte ist im Depot von Vîlcele (ehemalig Baniabic) (Nr. 1 -32) vertreten
(Taf. 1 -3). D. Berciu l versuchte, bei der Beschreibung dieses Fundes mehrere typologische Varian­
ten festzustellen. Wir sind demgegeniiber der Meinung, daB mit Ausnahme des Stiickes Nr. 2 1 , das
aus dem Rahmen des sonst Typischen herausfăllt, alle iibrigen ein und denselben Typus verkorpern;
die Unterschiede sind unbedeutend und wohl einfach auf das Herstellungsverfahren (angeblich GuB
in verlorener Form) zuriickzufiihren. Obwohl alle Axte einander sehr ahnlich sind, sind doch nicht
zwei Stiicke miteinander vo11ig identisch, was besonders an der Weite der Schaftlocher und an dem
UmriB der Klingenschulter festzustellen ist. Die erwăhnte Ausnahme (Nr. 2 1) weist eine fast recht­
eckige Seitenansicht und einen fiinfeckigen Querschnitt der Klinge auf (die Spitze des Fiinfecks ist
nach oben gerichtet, ahnlich wie bei den Typen Fajsz und Corbasca, s. S. 2 8 f.).
Bei der Axt von Topliţa (Nr. 3 3) sind die auBeren Wandungen der Schaftrohre ein wenig nach innen
gewolbt, eine Eigenschaft, die bei vielen spăteren Typen wiederkehrt. Der Riicken der Axt von Sebeş
(Nr. 3 6) ist geringfiigig gebogen und nahert sich dadurch dem Typ Corbasca (s. S. 29)' Dem Ba­
niabic-Typ zugerechnet wird auch die starker abweichende Axt von Cubleşul Someşan (Nr. 3 5), de­
ren Schaftrohre leicht profiliert ist und dadurch dem Fajsz-Typ nahesteht.2
Alle Baniabic-Ăxte bestehen aus reinem Kupfer. Hochst wahrscheinlich wurden sie in der verlo­
renen Form gegossen. Diese Vermutung wird dadurch gestiitzt, daB auf den Axten weder Spuren
von GuBnăhten oder GuBunreinheiten noch Hinweise auf deren Beseitigung zu bemerken sind.
Wie in der Einleitung (S. 1 0) angedeutet, mochten wir die iiberraschenden, manchmal bis zu volli­
ger Gleichheit gehenden formalen Ubereinstimmungen zwischen dem Axttyp Baniabic und Axten
aus Nordkaukasien oder MittelruBland3 (vgl. die Stiicke Nr. 2 1 von Vîlcele-Baniabic mit Exempla­
ren von Andriukovskaja,4 Selitba nahe Hvalinsks und aus dem wichtigen Depot von Bikil-Buluk6)
entweder durch Zufall erklaren oder einstweilen unerklart lassen. Aus der Zwischenzone sind keine
entsprechenden Exemplare bekannt. Ubrigens lassen sich bei den meisten Axten vom Typ Tsarskaja
doch gewisse Merkmale herausstellen, die bei den siebenbiirgischen Baniabic-Ăxten nicht wiederzu­
�nden sind, beispielsweise leichte Absetzung der Schaftrohre gegeniiber der Axtklinge, kleine war-

I Apulum 1, 1939-1942, 5 ff. 4 Deshayes, Outils de bronze 195 Taf. 251.


Z M.v. Roska, Folia Arch. 8, 1956, 44 schreibt diese Axt 5 E. Maximov, Sov. Arch. 1962, 3, 285 Abb. 3 , 1 .
seinem Fajsz-Typ zu. 6 B. A . 5ranko / L . D. Fomin / L. A. Kolntcev, Sov. Arch.

3 Die Benennung »Typ Tsarskaja« bezieht sich auf die 1965, 4, 199ff. Abb. 2, 1.
Axte, die denjenigen aus den nordkaukasischen Kurganen
ăhneln. Siehe A.M. Tallgren, ESA. 2, 1926, 83 ff.
Schaftlochăxte vom Typ Baniabic 27

zenartige »Nieten« auf der Schaftrohre, wie sie die Stiicke von Truevskaja Maza nahe Saratovl auf­
weisen. Ăhnlich mochten wir auch das Verhăltnis zu ăhnlichen Ăxten aus Kreta und Italien2 be­
urteilen.

1-32. Vîlcele (ehemals Baniabic; in der ungarischen 33. Topliţa, Jud. Harghita. - Einzelfund ( Ta]. 3,
Literatur auch Banyabiikk), Jud. Cluj. - Depot­ jj) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 86). -Archaeologiai Kaz­
fund, zufallig entdeckt. Ober die Zahl der Stiicke lemenyek XII, 6 7 ; Roska, Repertorium 6 1 Abb. 64.
gibt es verschiedene Versionen (Roska nannte in 34. Cheile Turului, Gem. Tureni, Jud. Cluj . - Einzel­
seinem letzten Aufsatz 43 Ăxte) ; kurz nach der fund ( Ta! j, }4, nach M. v. Roska). Roska (Folia
Entdeckung kamen viele Ăxte abhanden. Die ge­ Arch. I I , 1 9 5 9, 2 5 ff.) nahm an, daG die Axt wahr­
naue Zahl sowie die niiheren Fundumstiinde sind scheinlich anfiinglich zu dem Baniabic-Fund geharte,
unbekannt ( Ta! 1, 1-12; 2, 1}-24; ) , 25-}2, was aber nicht mehr festgestellt werden kann. - Die
auGer den im Mus. Cluj befindlichen Stiicken wur­ Axt wurde in der ehemaligen Sammlung Teglas auf­
den die Ăxte nach der Lit. abgebildet) . Der Fund­ bewahrt. Wir konnten sie nicht mehr auffinden. -
platz konnte festgestellt werden ; es steht fest, daG 1. TegIas, Arch. Ert. 3 4, 1 9 1 4, 5 7 Abb. 3 (zu S. 5 5 ) ·
dort keine prăhistorische Siedlung lag. - Mus.
Cluj . Dort werden 2 1 Exemplare aufbewahrt (Inv. Nahestehend sind folgende Ăxte :
Nr. I N 1 1 5 l I I 6 5 ; I 1 °469-1°472 ; VI 4445 und
- 35. Cuble{ul Some{an, Jud. Cluj . - Einzelfund. -
VI 60 5 1) . Andere acht Ăxte (Nr. 2 5 -3 2) lagen bis Mus. Cluj (bis zum Zweiten Weltkrieg unter Inv.
zum Zweiten Weltkrieg im Mus. Szeged. Die ubri­ Nr. II 6730 aufbewahrt). - Roska, Repertorium 1 5 3
gen Exemplare konnten nicht mehr ausfindig ge­ Abb. 1 7 6 ; ders., Folia Arch. 8 , 1 9 5 6, 44 Abb. 1 8 .
macht werden und sind wahrscheinlich verschol­ 36. Sebe{, Jud. Alba. - Einzelfund ( Ta]. j, j6) . -

len. (Ober das Schicksal der einzelnen Ăxte vgl. Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A 6 3 9 1). -

Roska, Folia Arch. I I , 1 9 5 9.) - M. v. Roska, Dacia Unveraffentlicht.


3 -4, 1 927-3 2, 3 5 2 ; Orosz Endre, Arch. Ert. 44, 37. Colţe{ti, Jud. Alba. - Einzelfund ( Ta! j, }7,
1 9 3 °, 2 2 8 ; D. Berciu, Apulum l , 1 9 3 9-42, 1 ; Roska, nach 1. Teglas). - Ehem. Slg. TegIas ; heute ver­
Folia Arch. I I, 1 9 5 9, 1 3 ff. schollen. - 1. Teglas, Arch. Ert. 3 4, 1 9 1 4, 5 5 Abb. 1 .

FUl1ktiol1 : In der bisherigen Forschung wurde die Ansicht vertreten, die Kupferăxte vom Typ Ba­
niabic hătten als Bergbauwerkzeuge gedient, da sie nicht weit von den mittelsiebenburgischen Salz­
gruben entdeckt wurden. Roska, auf den diese Annahme zuruckgeht, fiihrte einige Funde von Ăxten
anderer Form an, die unmittelbar bei Kupferminen oder Salzgruben gefunden wurden3• Jedoch
scheint diese Vermutung wenig glaubhaft zu sein, vor allem wegen der Kostbarkeit und Seltenheit
dieser Ăxte und wegen der geringen Festigkeit des Werkstoffes Kupfer. Beachtenswert ist, daB keine
dieser Ăxte Abnutzungsspuren aufweist, wie sie durch Bergwerksarbeit hervorgerufen werden.
Viel einleuchtender ist gewiB der Gedanke, daB diese Ăxte als Waffen gebraucht wurden und wo­
moglich besondere Abzeichen der Wiirde und des Reichtums darstellten, was auch allgemein den
bronzezeitlichen Verhăltnissen besser entsprechen diirfte.
Zeitstellung: AuBer der Typologie besitzen wir keine verwertbaren Anhalte fiir die Datierung der
Kupferăxte vom Typ Baniabic. Die Axt Nr. 2 1 aus dem Vîlcele-Depot besitzt gewisse Ăhnlichkeiten
mit dem Fajsz-Corbasca-Typus und der ălteren Serie der Veselinovo-Ăxte (der mit der Spitze nach

A. M. TaJIgren, ESA. 2, 1 926, 1 69 Abb. 99, 2. gebung von Split (Bullettino d'Archeologia e storia dalmata
2 Vgl. D . Berciu, Balcania 2-3, 1 9 39-40, 444. Verschie­ 2 1 , 1 898 Taf. 8, 23). Wenn der Zusammenhang der Depot­

dene Axte dieses eigenartigen Typs sind von V. G. Childe, funde von Soleto und Manduria gesichert ist, so gehi:iren
The Dawn of European Civilisation 2(1 927) Abb. 1 3, 1, 2 wenigstens ein Teil der italienischen Stiicke nicht dem hier
und von O. Montelius, La Grece pr<:classique (1 924) 1 Taf. 4, behandelten Zeitabschnitt (vgl. auch H. Miiller-Karpe,
4.5 ; 9, II abgebildet. Bemerkenswert ist auch das Auftreten Chronologie, 2 3 3 ff. Taf. 14B, 7-1 I und 1 5 , 1 7-19).
solcher Axte in Sizilien und Siiditalien (D. Berciu, Apulum 1 , 3 M. v. Roska, Dacia 3 -4, 1 92 7 - 1 932, 3 5 5 . Dagegen

1 93 9-1942, 10 und Ebert, RL. VI Taf. 31 b). Zu dieser letzten D. Berciu a. a. O. 444.
Gruppe gehi:irt wahrscheinlich auch das Stiick aus der Um-
28 Der Fundstof!

oben gerichtete fiinfeckige Querschnitt der Klinge), die sich durch das angewandte Herstellungsver­
fahren erkliiren lassen. Die Zeitstellung der Fajsz- und Veselinovo-Typen (s. S. 3 5) diirfte somit auf
die Baniabic-Axte iibertragen werden, die demnach ebenfalls in die dem Jaispitz B-Horizont entspre­
chende Glina III-Stufe (friihe rumiinische Bronzezeit) einzuordnen wiiren. Diese ParalleIisierung wird
durch die dem Fajsz-Typ nahestehende Axt von Cubleşul Someşan (Nr. 3 5) bestiitigt. Doch bleibt
die Frage offen, ob die dem Baniabic-Typ eigenen speziellen Merkmale (besonders der eigenartige
Querschnitt der Axtklinge) nicht etwa ein iilteres Stadium in der Herstellungstechnik von Lochiixten
andeuten. Dahinzielende Uberlegungen fiihrten Roska zu der Annahme, der Fajsz-Typ hiitte sich
aus dem Baniabic-Typ entwickelu Das Vorhandensein der abweichenden Axt Nr. 2 1 in dem Ba­
niabic-(Vîlcele-) Depot beweist ledigIich die (mindestens teilweise) Gleichzeitigkeit der Axttypen
Baniabic, Fajsz und Corbasca; doch fehlen derzeit Beifunde, die Auskunft iiber die Entstehungszeit
der Baniabic-Ăxte geben kănnten.
Verbreitung: Die Verbreitung des Axttypus Baniabic ist mit Ausnahme eines unserem Typ nur mit
Vorbehalt zugeschriebenen Stiickes aus Dalmatien2 auf das mittelsiebenbiirgische Gebiet des mitt­
leren und oberen Mureş-Beckens beschriinkt (Karte Taf. 44,A).

S CHAFTLOCHAxTE VO M T Y P FAJ S Z

Kennzeichnend fiir diese plumpen und schweren Axte ist der Absatz zwischen dem Schaftrăhrenteil
und der sich verbreiternden KIinge. Der Querschnitt der Klinge ist fiinfseitig mit einer Kante auf
der Oberseite. Daraus ist zu schlieBen, daB der untere TeiI der Axt wiihrend des Gusses offen blieb.
Namengebend fiir den Typ sind zwei Ăxte aus dem ungarischen Depotfund von Fajsz (Taf. 6 5 , B 1 . 2) .
Ein drittes Exemplar dieses Depots (Taf. 6 5 , B 3) steht der Kriimmung des oberen Axtriickens wegen
dem Typus Corbasca nahe. Alle Ăxte dieser Art wurden aus reinem Kupfer gegossen.

38. Lipova, Jud. Arad. - Einzelfund ( Ta! j, j S, nach 3 9 . Vadul Crifu!ui, Jud. Bihor. - Einzelfund. - Auf­
M. v. Roska). - Inst. fiir Vorgesch. der Univ. Szeged bewahrungsort unbekannt. - G. Nagy, Arch. Ert.
(Inv. Nr. 4060) . - Roska, Folia Arch. 8 , 1 9 5 6, 44 3 3 , 1 9 1 3 , 309 ; M. v. Roska, Folia Arch. 8, 1 9 5 6, 4 3 .
Abb. 1 7 ·

Zeitstel/ung: Die Datierung des Typs Fajsz stiitzt sich hauptsiichlich auf das der Jaispitz-Kultur an­
gehărende Depot von Brno-Lisen. Allgemein wird angenommen, daB die miihrische Jaispitz-Kul­
tur und die ihr verwandte băhmische Rivnac-Gruppe nach dem Baden-Peceler-Horizont anzusetzen
sind.3 Es handelt sich um den Zeitraum, der durch das Vordringen der Vucedol-Elemente gekenn­
zeichnet ist, welche in Westrumiinien die Coţofeni-Kultur ablăsen4• Dieser Zeitstufe gehărt in Sieben­
biirgen die Furchenstichkultur an, in Ungarn die Vor-Nagyrev-Stufe.5 Weiter ostwiirts nnden wir
die Kulturen von GIina und Schneckenberg. Diese Verkniipfungen machen die Parallelisierung
von Rivnac-Jevisovice B mit dem Anfang der GIina-Kultur sehr wahrscheinIich. Somit kann der

1 M. v. Roska, Folia Arch. 8, 1956, 43-46. grube der Z6k-Kultur, was unseren Zeitansatz bestătigt :
2 Aus der Umgebung von Split (s. S. 27 Anm. 2 ) . N. Kalicz, Die Friihe Bronzezeit in Nordostungarn (1968) 48
3 Fiir die Zeitstellung der Jaispitzer (Jevisovice) und Taf. 10, 1 .
Rivnâi':er-Gruppe siehe ]. NeustupnY, in: L'Europe it la fin 5 1. B6na, Regeszeti Dolgozatok az Eătv9s Larand Tudoma­
de l'âge de la pierre. Actes du Symposium consacre aux pro­ nyegyetem Regeszeti Intezetebăt 2, 1960, 45-66. Siehe auch
blemes du Neolithique europeen (196r) 289ff. ; V. Moucha, A. Mozsolics, in : Kommission fiir das Aeneolithikum und
ebd. 303 ff. ; N. Masek, ebd. 3 27ff. ; J. Driehaus, ebd. 3 5 3 ff. die ăltere Bronzezeit, Nitra 1 9 5 8 (1961) 1 77ff. ; dies., Bronze­
4 Der Neufund eines Gufiformfragmentes, das eine Axt funde 14.
vom Fajsz-Typ darstellen kănnte, stammt aus einer Abfall-
Schaftlochăxte vom Typ Corbasca

Axttyp Fajsz als gleichzeitig mit der ersten Serie des Veselinovo-Typs aufgefaBt werden, was durch
eine typologische Analyse unterstrichen wird. Sowohl die Fajsz- als auch die Veselinovo-Axte sowie
diejenigen vom Typ Corbasca und ein Stiick aus dem Baniabic-Depot (Nr. 2 1) weisen den eigenartigen
funfeckigen Querschnitt der Klinge auf, der auf eine fruhe Entwicklungsstufe des GuBverfahrens
schlieBen liiBt.
Verbreitung: Kupferăxte vom Typ Faj sz kommen in einer breiten Zone entlang der mittleren Donau
vor (Karte Taf. 44, A). Eine Massierung ihres Auftretens ist in der Slowakei festzustellen. Im ein­
zelnen lassen sich diesem Typus Axte von folgenden Fundorten zuweisen :
Brachwitz, Saalekreis, Mitteldeutschland; Einzelfund.' - Brno-Lisen, Brunn, Tschechoslowakei;
kleines Depot, das dicht uber der jungsten Kulturschicht (Jaispitz-Kultur) im Verlauf systematischer
Ausgrabungen zutage kam. Das Depot besteht aus einer Schaftlochaxt, einem trapezformigen Flach­
beii mit abgerundeter Schneide und einem MeiBel (Taf. 6 5 , D).2 - Fajsz, Kom. Pest, Ungarn; kleiner
Depotfund, bestehend aus drei Schaftlochăxten und zwei Meilleln (Taf. 6 5 , B). 3 - Fundort unbe­
kannt, Slowakei ; Einzelfund.4 - Hatvan, Kr. Heves, Ungarn; Einzelfund.s - Kisber, Ungarn; klei­
ner Depotfund, bestehend aus zwei Schaftlochăxten.6 - Nagy-Kunsâg, Ungarn; Einzelfund.7 -
Zitavany, Kr. Zlate Moravce, Slowakei; angeblich kleiner Depotfund aus zwei ăhnlichen Axten.8
- Szekesfehervâr, Ungarn; Einzelfund.9 - »Ungarn«, zwei Axte. I ° - Ungvâr, Ujgorod, Karpaten­
Ukraine; Einzelfund. II - Vefky Slavkov, Kr. Poprad, Slowakei; Einzelfund.'2 - Vevcice, Kr.
Znojmo, Măhren; Einzelfund. I 3
Dem Typ Fajsz stehen einige Axte aus der Slowakei und Măhren nahe, die durch ihre lăngere
Axtklinge und den leicht gebogenen oberen Rucken an den Corbasca Typ erinnern (z. B. VevCice,
Opatovce und Vefky Slavkov). Roska rechnete zu der fiir den Typ Fajsz maBgebenden Form­
bestimmung auch die vier Stiicke von Ostrovul Corbului(Depot 1), 1 4 die trotz unleugbarer Beziehun­
gen zum Typ Fajsz m. E. doch mehr dem Typ Corbasca zuzuschreiben sind (siehe weiter unten S. 3 0) .
Mit dem Typ Faj sz verwandt sind auch die sieben Miniatur-Schaftlochbeiie aus dem Depot von Fre­
sach in Kărnten.' S

S CHAFTLOCHAxTE VOM TYP CORB A S CA

Diesem Typ gehoren kupferne Axte von teilweise kleineren Dimensionen an, deren Hauptkennzei­
chen eine ausgeprăgte Krummung der Ruckenlinie ist. Die Schaftrohre ist glatt oder ganz leicht pro­
filiert. Im ubrigen sind die Corbasca-Axte denen der Typen Faj sz, Veselinovo und in gewissem MaBe
auch Baniabic ăhnlich, was besonders an dem charakteristischen, auf ein bestimmtes GuBverfahren
hindeutenden fiinfseitigen Querschnitt der Klinge (Spitze des Funfeckes am Rucken) auffăllt. In
dieser Hinsicht verdient der Depotfund 1 von Ostrovul Corbului (Nr. 44-47) eine besondere B�­
achtung. Obwohl alle vier dort gefundenen Axte gleiche herstellungstechnische Merkmale aufweisen

G. Mildenberger, Jahresschr. Halle 34, ' 9 5 0, 27ff. Abb. 1 .


1 9 E. Dullo, PZ. 27, ' 936, ' 4 3 Abb. ' 7, 14.
2
A. Bendo"â, Pam. Arch. 47, ' 9 5 6, 2 3 6 ff. Abb. 1 u. 2 . 10 Pulszky, Kupferzeit 71 Abb. 4, 5 .
,
I I M . J . Jankov'ic, Podkarpatska Rus v Prehistorii (1931)
3 Arch. Ert: 23, ' 9°3, 427.

4 M. Novotnâ, Slov. Arch. 3, ' 9 5 5 , 83 Abb. 5 ; PBF. IX, 3 Taf. 3, 3.


(Novotnâ) Nr. ' 3 6. 12 M. No"V'otnâ, Slo"V'. Arch. 5 , 1 9 5 7, 309 Taf. 2, 3 ; PBF.IX, 3

5 M. v. Roska, Folia Arch. 8, 1 9 5 6, 4 3 , (No"V'otnâ) Nr. 141.


6 M. No"otnâ, Slo"V'. Arch. 5 , ' 9 5 7, 3 0 9 Taf. 1 , 1 . 2 . 13 A. Bendovâ, Pam. Arch. 47, ' 956, 241 Abb. 3 .

7 F . K6szegi, Folia Arch. 9 , ' 9 5 7, 47 Taf. 6 , 5 . 1 4 M. v . Roska, Folia Arch. 8 , 1 95 6, 44.

8 M . Novotnâ a. a. O. 309ff. Taf. 2, 1-2 ; PBF. IX, 1 5 R. Pittioni, Urgeschichte des Osterreichischen Raumes

(Novotnâ) Nr. ' 3 7. 1 3 8 . (1954) 3 5 2 Abb. 2 5 0.


3° Der Fundstof!

und aller Wahrscheinlichkeit nach in derselben Werkstatt gegossen wurden, stehen zwei Exemplare
(Nr. 4 5 , 46) dem Typ Fajsz so nahe, daB sogar in Betracht gezogen werden kănnte, sie dem Fajsz-Typ
selbst zuzuschreiben, wie es Roska tat.! Wir haben es hier mit Ausprăgungen zu tun, die ausgespro­
chen zwischen klar zu dennierenden Typen stehen.
Bemerkenswert ist weiterhin die Baniabic-Axt von Sebeş (Nr. 3 6), die gewisse Zuge des Typs Cor­
basca aufweist, was vor allem insofern auffăllt, als in der betreffenden Gegend auch zwei Corbasca­
Stucke (Nr. 41, 42) gefunden wurden.
GemăB unserem oben dargelegten Grundsatz (s. S. 10), wollen wir einige dem Corbasca-Typ sehr
ăhnliche Axte aus Transkaukasien (z. B. Arcevskiz und Faskau3) nicht eigentlich zu diesem Typ
rechnen.
40. Corbasca, Jud. Bacău. - Depotfund. Au13er einer 44-47. Ostrovul Corbului, Jud. Mehedinţi. - Depot­
Schaftlochaxt ( Taf. }, 40 ) wurde ein kleiner kupfer­ fund 1, bestehend aus vier Schaftlochăxten ( Taf. 4,
ner Meillel gefunden, auf dessen Răndern eine ril­ 44-47, die beiden letzten Stiicke nach D. Berciu),
lenartige Linie verlăuft, und zwei steinerne Flach­ einem Flachbeil und 1 5 trapezfărmigen flachbeilarti­
beile sowie ein halbgearbeitetes Krummesser aus gen Kupferbarren in einem Tongefă13 in einer Sied­
Feuerstein ( Taf. 6!, C) . - M. Florescu/V. Capitanu, lung der Glina-Kultur (Taf. 6 5 , E) . P. Roman ermit­
Carpica 1 , 1 968, 5 0 Abb. 1 , 2. - Mus. Bacău. telte neuerdings aus dem bei friiheren Grabungen zu­
41. Pianul-de-Sus, Jud. A lba. - Einzelfund ( Taf. }, tage gefărderten keramischen Fundstoff auch Reste
p) . - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv. Nr. 20/ 1 8 8 3) . der Coţofeni-Kostolac- und der Vucedol-Gruppe.
- F. Kăszegi, Folia Arch. 9 , 1 9 5 7, 47 Taf. 6, 3 · Deshalb ist die zeitliche und kulturelle Einordnung
42. Călan, Jud. Hunedoara. - Einzelfund ( Taf. }, des Depotfundes nicht mehr văllig gesichert. - Muz.
42) . - Mus. Deva (Inv. Nr. 5 2 5 4) . - M. v. Roska, Naţ. Ant. Bukarest (die beiden Schaftlochăxte 44,
Dacia 3 -4, 1 927-3 2 , 3 5 4. 45 und das Flachbeil), die iibrigen Bestandteile des
43. Izvoarele, Jud. Dolj . - Einzelfund ( Taf. }, Depots sind nach D. Berciu wăhrend des letzten
4}) . - Mus. Craiova (Inv. Nr. 42 8 6). - Unverăffent­ Krieges vernichtet worden. - D. Berciu, Arhivele '
licht. Olteniei, 1 6, 92-94, 1 9 3 7, 3 0 6 ff. ; ders. , Arheologia
preist. Olteniei 1 0 1 -102 und Abb. 1 1 0 u. 1 I I ; ders. ,
Nahestehend sind einige .Axte von : Apulum 1 , 1 9 3 9-42, 1 ff.

Funktion: Wie bei den Axten der Typen Baniabic und Fajsz so măchte man auch hier am ehesten an
eine Verwendung als Waffe denken. Bei den in Ostrovul Corbului (Nr. 44-47) zutage gekommenen
Axten fălIt der unfărmige Gesamtcharakter und das uberaus schmale Schaftloch im Verhăltnis zur
schweren Klinge auf, was einen dunnen Holzstiel annehmen lăBt, der eine Verwendung zu einer
schweren Arbeit unmăglich macht.
Zeitste//ung: Die oben (s. S. 28) angefUhrten typologischen Verbindungen mit dem Fajsz-Typ ver­
anlassen eine Zuweisung beider Typen zu demselben Horizont. Demnach wăre die ursprunglich in
Betracht gezogene Datierung des Depots 1 von Ostrovul Corbului (Nr. 44-47) in der Zeit der GIina­
Kultur die wahrscheinlichste, obwohl trapezfărmige Flachbeile vielleicht bereits fruher erscheinen.
Dasselbe gilt auch fUr den in Corbasca gefundenen MeiBeltyp (Taf. 65, C), der nicht auf eine kurzere
Zeitstufe zu beschrănken ist.
Verbreittlng: Die Axte vom Typ Corbasca sind hauptsăchIich im Donau-Karpaten-Raum verbrei­
tet, und zwar in einem Bereich, der sich mit demjenigen des Fajsz -Typs ausschIieBt (Karte Taf. 44, B).
In Siebenburgen erscheinen Corbasca-Axte am sudlichen Rand der Verbreitungszone der Axte vom
Typ Baniabic. AuBerhalb von Rumănien kamen zwei hierhergehărige Axte in Sarengrad, Jugo­
slawien, zum Vorschein.4
1 Folia Arch. 8, 1 956, 44. 4 D . Garasanin, Katalog der Vorgeschichtlichen Metalle.

2 Deshayes, Outils de bronze 207 Taf. 26, 10. Beograd (1954) 5 I Taf. 34, 4 ·
3 ders., Taf. 26, 3 .
Schaft/ochăxte vom Typ Dumbrăvioara

SCHAFTLOCHAxTE VOM TYP DUMBRĂvIOARA

Kennzeichnend fiir diesen Typ sind schwere kupferne Ăxte mit zylindrischer Schaftrohre und einem
funfseitigen Klingenquerschnitt. Die Spitee dieses Funfecks ist nach unten gerichtet, also umgekehrt
wie bei den Typen Fajsz und Veselinovo. Zwei regionale Varianten lassen sich unterscheiden. Die
eine, ausschlienlich in Oltenien verbreitete, weist breite Bahnen, jedoch einen schmalen Querschnitt
auf (Nr. 55-57); die andere, in Siebenburgen anzutreffende Variante ist im allgemeinen etwas kleiner
und manchmal mit Facetten versehen. So besitzt die Axt von Mura-Mare (Nr. 54) waagrechte, auf
der Schaftwandung sich nach unten biegende, nebeneinanderlaufende kannelurenartige Streifen. Die
in Sfîntu-Gheorghe (Nr. 52) und Jimbor (Nr. 53) gefundenen Stucke weisen ăhnliche, senkrecht auf
die Schaftrohre auflaufende parallele Facetten auf. Bei den siebenburgischen Exemplaren ist eine
leichte Krummung des oberen Axtkammes zu bemerken.
Alle ĂXte vom Dumbrăvioara-Typ sind aus reinem Kupfer gegossen. Die GuBnăhte sind sicht­
bar; die Gununreinheiten wurden jedoch sorgfăltig entfernt. Die flache obere Seite der Dumbră­
vioara-Ăxte (siehe Querschnitt der Klinge) ist dadurch zu erklăren, dan wăhrend des Gusses der
ganze obere Teil offen blieb.

48. DU!JJbrăvioara,Jud. Mureş. - Einzelfund (Ta! 4, Arh. 3, 1957, 157 Abb. 9, 1 (die Zeichnung ist un­
48). - Mus. Cluj (Inv. Nr. IV 1885). -M. v. Roska, vollstiindig).
Emlekkonyv 277 Abb. 22; ders., Repertorium 242 53. Jimbor, Jud. Braşov. - Einzelfund (Ta! 4, J},
Abb. 296; Popescu, Bronzezeit 35 Abb. 6, 7. nach M. v. Roska). - Mus. Odorheiul Secuiesc. -
49. Căprioara, Gem. Recea- Cristur, Jud. Cluj. - Roska, Emlekkonyv 278 Abb. 24; ders., Reperto­
Einzelfund (Ta! 4,49). - Mus. Cluj (1968 erwor­ rium 271 Abb. 325 ; Popescu, Bronzezeit 35 Abb. 6, 2.
ben). - Unveroffentlicht. 54. Mura-Mare (ehemalig Sedriaş), Jud. Mureş. -
50. Cornefti, Jud. Alba. - Einzelfund (Ta! 4, JO, Einzelfund (Ta! 4, 14). Mus. Tîrgu-Mureş (Inv.
-

nach 1. Teglis). - Aufbewahrungsort unbekannt. - Nr. 2734). - G. Nagy, Arch. Ert. 33, 1913, 308
1. Teglas, Arch. Ert. 34, 1914, 55 Abb. 1; Popescu, Taf. 5, 17; Popescu, Bronzezeit 35 Abb. 6, 3 (un­
Bronzezeit 35 Abb. 6, 6 (Abbildung nicht ganz vollstiindige Zeichnung).
korrekt). 55. Bo/bofi,Jud. Gorj. - Depotfund(?). Die hierher­
51. Ojdu/a, Jud. Covasna. - Einzelfund (Ta! 4, JO, geh6rige Axt (Ta! 4,JJ) wurde wahrscheinlich mit
nach M. Hell). -Mus. Salzburg. - M. Hell, WPZ. 6, einer Axt vom Typ Izvoarele (Nr. 60) zusammen
1919, 66ff. gefunden. -Slg. der Arch. Abtlg. der Rumiinischen
52. SJîntu-Gheorghe, Jud. Covasna. - Siedlungsfund Akad. in Craiova. - Unveroffentlicht.
(am Berge »Orko«); Axt mit Facetten auf der Tulle 56. Crejeni,Jud. Vîlcea; -Einzelfund (Ta! 4, J6).­
(Ta! 4, 12), gefunden wiihrend der planmiiJ3igen Slg. des Lyzeums von Drăgăşani. -Unveroffentlicht.
Ausgrabungen oberhalb des oberen Niveaus 57. Dobriceni,Jud. Olt. -Einzelfund (Ta! 4, J7)·­
(-oAo m;. Sohle dieses Niveaus: -0,50-0,80 m) Slg. des Pfarrers Bălaşa zu Balş. - Unveroffentlicht.
einer ausschlieJ3lich der Glina-Schneckenberg- Kul­ 58. Pietreni, Jud. Vîlcea. - Einzelfund aus einer
tur angeh6renden Siedlung. Unweit davon entfernt Kalksteingrube. Die Zugehorigkeit zum Typ
wurde in derselben Schicht eine kleine kupferne Na­ Dumbrăvioara wurde aufgrund einer eingehenden
del entdeckt. In derselben Siedlung kam zufiilliger­ Beschreibung angenommen. - Verschollen. -
weise einR.jndbeil zutage (Taf. 66, C). -Mus. Sfîntu­ A. Vulpe, Necropola hallstattiană de la Ferigile
Gheorgh� (Inv. Nr. 15867). -Z. Szekely, Mat. Cerc. (1967) 19°·

Funktion:Verglichen mit den oben besprochenen Axttypen ist der Dumbrăvioara-Typ offenkun­
dig noch besser als wirksame Waffe zu gebrauchen. In der speziellen Proportion zwischen Schaft­
rohre und Axtklinge kommen diese Stucke den Streităxten der entwickelten Bronzezeit bereits nahe
(vgl. dazu besonders die Exemplare der siebenburgischen Variante des Dumbrăvioara-Typs).
Der Fundstoff
Zeitsfellung: Die stratigraphische Position der in Sfîntu-Gheorghe zutage gekommenen Axt
(Nr. 52) sichert die Zugehărigkeit des TlPs Dumbrăvioara zur Glina-Schneckenberg-Kultur. Die
auf dem Berge Orkă (Sfintu-Gheorghe) durchgefiihrten Ausgrabungen ergaben drei Schichten, die
iibereinstimmend Keramik dieser Kultur lieferten. Das obere Niveau diirfte einer spăten Phase der
Schneckenberg-Kultur angehăren (in dieser oberen Schicht kamen auch zwei Scherben der mittel­
bronzezeitlichen Wietenberg-Kultur zum Vorschein, die aber kaum mit der genannten Schaftloch­
axt in chronologische Beziehung zu bringen sind). Auf dieser Siedlungsstelle wurde friiher zufăllig
ein kupfernes Flachbeil der in Glina belegten Art gefunden (s. S. 37).1 Demnach ist die Datierung
der Dumbrăvioara-ĂXte (wenigstens die siebenbiirgische Variante) ans Ende der friihen rumănischen
Bronzezeit wohl hinreichend begriindet. Diese chronologische Einstufung entspricht dem typolo­
gischen Entwicklungsstadium des Dumbrăvioara -Typs. Zwar weisen Axte dieses Typs einen fiinf­
eckigen Querschnitt der Klinge auf; jedoch ist ein entwickelterer Charakter (besonders an der zylin­
drischen Schaftrăhre) gegeniiber den Typen Fajsz, Corbasca und Veselinovo (erste Serie), die eben­
falIs einen fiinfeckigen (aber umgekehrten) Querschnitt aufweisen, nicht zu verkennen.
Was die oltenische Variante des Axttypus Dumbrăvioara anbelangt, so verdient der Depotfund
von Bolboşi (Nr. 55) Beachtung, wenngleich der Fundzusammenhang nicht văllig gesichert ist. In
ihm erscheint der Dumbrăvioara -Typ kombiniert mit dem Izvoarele-Typ. Die der ălteren Entwick­
lungsstufe (die Halinga-Serie) des Izvoarele-Typs zugehărende Axt von Bolboşi (Nr. 60) steht der
anderen Axt typologisch sehr nahe. Dieses Zusammentreffen weist auf eine Einordnung der olteni­
schen Variante in einen spăteren Abschnitt der friihen Bronzezeit hin, d. h. nach den fiir die friihe siid­
rumănische Bronzezeit typischen Axten der ersten Serien des Veselinovo -Typs (s. S. 35), was mit der
oben angedeuteten Chronologie der siebenbiirgischen Variante des Dumbrăvioara-Typs iiberein­
stimmt.
Verbreitung: Die Streuung der beiden unterscheidbaren Varianten des Dumbrăvioara -Typs ver­
deutlicht die Karte Taf. 44, B2. Wăhrend in Siebenbiirgen sich das Verbreitungsgebiet der Dum­
brăvioara-Axte teilweise mit demjenigen des Baniabic-Typs deckt, was die friihe ZeitstelIung des
Baniabic-Typs und die jiingere des Dumbrăvioara-Typs bestătigt, folgen im Bergland Olteniens diese
Axte keinem ălteren Axttyp (der Fundort der Corbasca-Axt von Izvoarele [Nr.43] liegt weiter siid­
wărts). Dies kănnte damit zusammenhăngen, daB die Entwicklung und Verbreitung der Schaftloch­
ăxte in Oltenien erst mit dem dortigen Beginn der Glina-Kultur einsetzte und die Glina-Kultur dort
vermutlich erst in einer spăteren Phase Eingang fand. Feststeht, daB die grăBte Anzahl der Dum­
brăvioara-Axte aus dem Bereich der Glina-Schneckenberg-Kultur stammt und demnach wohl mit
dieser Kultur in Zusammenhang stehen diirfte.

SCHAFTLOCHAxTE VOM TYP IZVOARELE

Zu diesem Typ gehăren schwere, kupferne Axte mit stark betonter zylindrischer Schaftrăhre und
breiter Klinge. Auf Grund des Querschnitts sind zwei Varianten (und eventuell Entwicklungsstufen)

zu unterscheiden. Die eine, die als Halînga-Serie bezeichnet sei (nach der A,,,t von Halinga Nr. 59)
hat stark abgerundete Kanten, was eine mehr ovale Form ergibt. Diese Halinga-ĂXte machen einen

1 z. Szekely,Mat. Cerc. Arh. 3, 1957, 157. Die zwei in die- 2 Aul3erhalb Rumiiniens stehen diesem Typ folg ende
sem Niveau gefundenen Wietenberg-Scherben deuten mog- Axte nahe: Tape, Csongrad, Ungarn; Depotfund (?), Nagy,
licherweise auf ein spiidiches Weitedeben der Siedlung bis in Arch. Ert. 33, 1913,3°8 Taf. 5,19.20. - Smocevo, Bulgarien;
die mittlere Bronzezeit. (Zum Randleistenbeil s. M. v. Roska, Einzelfund: V. Mikov, Stations et trouvailles 104.
Repertorium 246, Abb. 305.)
Schajtlochăxte vom Typ Izvoarele 33

plumperen Eindruck. Der Querschnitt der eigentlichen Izvoarele-Ăxte ist demgegeniiber scharf
sechseckig.
Dem Typ Izvoarele nahestehend sind ein paar Stiicke aus Bosnien (Topolje), die eher als eine
lokale Erscheinung betrachtet werden miissen.1
Alle Izvoarele-Ăxte bestehen aus reinem Kupfer. Bei zwei Ăxten des Izvoarele-Typs (Izvoarele
Nr. 65 und Tufa Nr. 71) ist im Innern des Schaftloches auf der zur Axtklinge hin gerichteten Seite eine
Vertiefung festzustellen. Dieses Merkmal, das auf spateren Ăxten haung vorkommt, steht mit der
Befestigung des Tonkernes zur Aussparung des Schaftloches wahrend des Gusses in Beziehung2; doch
ist es nicht bei allen ĂXten sichtbar. Unbekannt ist es bei den friiheren Typen (Baniabic, Fajsz, Cor­
basca, Veselinovo (erste Serie) und Dumbrăvioara). Auch bei den Stiicken der dem eigentlichen Iz­
voarele-Typ vorangehenden Halînga-Serie ist es nicht zu nnden.3 Es handelt sich also offenbar um
ein spater aufgekommenes technisches Verfahren, das demzufolge eine jiingere Entwicklungsstufe
andeu;en wiirde (vgl. dazu S. 35).

Halînga-Serie: 68. Andreefti, Jud Gorj. - Einzelfund. - Vor dem


59. Halînga, Jud. Mehedinţi. - Einzelfund (Ta! 4, Ersten Weltkrieg im Museum zu Tîrgu-Jiu; da­
J9). - Mus. Turnu-S-everin (Inv.Nr. 1584). - Al. nach verschollen. - Erwăhnt von 1. Andrieşescu,
Bărcăcilă,Dacia 1, 1924, 280ff. Abb. 265. Dacia 2,1925,366 und D. Berciu,Revista Arhivelor
60. Bolbofi, Jud. Gorj. - Depotfund(?). Axt (Ta! 1, 1942, 5. Die Zugehorigkeit zum Izvoarele-Typ
4, 60) wahrscheinlich mit derjenigen Nr. 55 zu­ ist nicht gesichert.
sammen gefunden. - Slg. der Arch. Abtlg. der 69. Vădastra,Jud. Olt. -Angeblich Depotfund,der
Rumănischen Akad. in Craiova. - Unveroffentlicht. 26 Stiicke enthalten haben solI; vorhanden ist nur
61. Peftifani,Jud. Gorj. -Ein:zelfund (Ta! 4, 6I). ­ noch eine Axt (Ta! J, 69). - Muz. Naţ. Ant.
Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. III 59bO). - Un­ Bukarest (Inv. Nr. III 5959). -R.Much,Die Kupfer­
veroffentlicht. zeit in Europa (1893) 59 (ohne năhere Angabe der
62. »Rumiinien« (Wahrscheinlich Siidrumănien) (Ta! Fundumstănde). Ober das Schicksal des Fundes ist
J, 62). -Stădt. Mus. Bukarest,Slg. Severeanu (Inv. weiter nichts bekannt; es wurden sogar Zweifel
Nr. 167). -;- Unveroffentlicht. daran geăuBert, ob es sich iiberhaupt um einen
63.64. »Rumiinien« (wahrscheinlich Siidrumănien). - Depotfund handelt (Berciu,Archeologia preist. Ol­
ZweiAxte (Ta! J, 6). 64). -Ober dieFundumstănde teniei 89).
ist nichts bekannt; da aber die beiden Stiicke ziem­ 70. Oniceni,Jud. Neamţ. -Einzelfund (Ta]. J, 10).­
lich ăhnliche Patina und Form aufweisen,ist es mog­ Mus. Bîrlad (Inv. Nr. 6200). - Unveroffentlicht.
lich,daB sie aus einem Depotfund stammen. -Stădt. 71. Tufa, Gem. Mihăileşti, Jud. Ilfov. - Depot­
Mus. Bukarest (Inv. Nr. 51569 u. 63063). - Unver­ fund,bestehend aus einer Schaftlochaxt (Ta! J, lI),
offentlicht. einer bronzenen, sorgfăltig gearbeiteten verzierten
Axt mit zylindrischem Nacken (Nr. 277) und zwei
Izvoarele-Serie: kleinen,goldenen Ohrringen (Taf. 65,F). -Die Streit­
65. Izvoarele,Jud. Dolj. -Einzelfund (Ta! J,6J).­ axt mit zylindrischem Nacken ăhnelt den silbernen
Mus. Craiova (Inv. Nr. 4282). -D. Berciu,Arheolo­ Prunkăxten aus dem Perşinari-Schatz, den aus Ser­
gia preist. Olteniei 89. pentin gefertigten, reich verzierten Axten des Troia
66. Ciovîrnăfani, Jud. Mehedinţi. - Einzelfund L-Schatzes und den drei ăhnlichen Axten des Boro­
(Ta! J, 66). - Mus. Craiova (Inv. Nr. 4287). - dino-Fundes. Aufgrund dieser Zusammenhănge
D. Berciu, Arheologia preist. Olteniei 89. wird der Tufa-Fund in die erste Hălfte der mittleren
67. »Jud. V îlcea«. -Vor dem Kriege in der Privatslg. rumănischen Bronzezeit datiert. - Slg. des Arch.
Rosariu in Rîmnicu-Vîlcea, heute verschollen. - Inst. Bukarest. - A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche
Erwăhnt bei D. Berciu, Arheologia preist. Olteniei, 10, 2, 1959, 265 ff. Abb. 1, 2; 2, 2; M. Gimbutas,
89. Demnach solI das Stiick demjenigen von Cio­ Bronze Age Cultures in Central and Eastern Europe
vîfnăşăni (Nr. 66) ăhnlich sein. (1965) 56 Taf. 8 c, 2.

1 Vgl. unten S. 41 Anm. 1. 3 Die Axt von Halînga selbst weist jedoch eine fast un
­

2 Vgl. 1. Nestor, Marburger Studien 179. fiihlbare Vertiefung im Innern des Schaftloches auf.
34 Der Fundstoff

Funktion: Diese ĂXte konnen nur als Waffen betrachtet werden. Die Zusammensetzung des Tufa­
Schatzes wirft ein be�eichnendes Licht auf die Wertschătzung, die in dieser Zeit diesen kostbaren Ge­
genstănden entgegengebracht wurde.
Zeitslellung: MaBgebend fur die chronologische Einordnung des (eigentlichen) Izvoarele-Typs
ist der Depotfund von Tufa (Nr. 71) und seine Beziehung zum Troja L-Depot1 und demjenigen von
. Borodino.2 Zwar erscheint die zeitliche Diskrepanz zwischen diesen beiden Depotfunden nicht eben
gering zu sein (wohl nahezu ein halbes J ahrtausend) ; doch ist die stratigraphische Fixierung des Troja­
Depots nicht in wunschenswertem MaBe gesichert, trotz der ausfuhrlichen Darlegung C. F.A.
Schaeffers,3 der dieses Depot dem Troja III-Horizont zuschreiben zu konnen glaubte.4 Daher hat
man sich wohl hauptsăchlich auf die stilistische und typologische Einordnung des Borodino-Fundes
zu stiitzen, was zu einer ver1ăBlicheren chronologischen Beurteilung fUhrt. In dieser Hinsicht kommt
dem noch unpublizierten Depotfund von Perşinari eine betrăchtliche Bedeutung zu. Der Fund be­
steht aus elf goldenen Dolchen,s einem goldenen Kurzschwert und Bruchstucken von vier silbernen
Pru1\kăxten, darunter wenigstens einer mit zylindrischem Nacken und einer weiteren, die nach der
Wiederherstellung Eugenia Zaharias, wahrscheinlich einer Schaftlochaxt unbestimmten Typs zuzu­
schreiben ist.6 Das Kurzschwert einzigartiger Form71ăBt gewisse Beziehungen zuMykenai und dem
Nahen Osten erkennen; 8 es durfte dem Horizont der mitteleuropăischen triangulăren Dolche ent­
sprechen. Die sich daraus ergebende Zeitstellung des Schatzes von Perşinari am Anfang der rumăni­
schen mittleren Bronzezeit (17. oder Anfang des 16. Jh. v. Chr.) scheint annehmbar zu sein und ent­
spricht der vom Verf. bereits vor mehreren J ahren fUr den Tufa-Schatz vorgeschlagenen Datierung
(siehe Axt Nr. 71).
Bringen wir diesen Zeitansatz mit den oben gemachten typologischen und technologischen Anga­
ben in Verbindung, so ergibt sich, daB die HaHnga-Variante in den letzten Abschnitt der Fruhbronze­
zeit und der eigentliche Izvoarele-Typ an den Beginn und in die erste Hălfte der mittleren Bronze­
zeit zu setzen ist. Diese Zeitspanne entspricht dem Ende der Glina III-Kultur und hauptsăchlich der
Entstehungszeit der eigentlichen rumănischen Bronzekulturen, hier speziell der Verbicioara-, der
Tei- (Phase Tei-Căţelu) und der Monteoru-Kultur (Phase 1 C4 und 1 C 3).9
Verbreilung: Die Verbreitungskarte Taf. 45, A zeigt deutlich eine Massierung dieses Axttyps in
Oltenien10• Die dortigen Kupferminen durften hier die Hauptrolle gespielt haben. Die Verbrei-
1 E. Dullo, PZ. 27, 1 936, 1 27. 129 Abb. 14, 1 5. ein wenig spăter, aber nicht nach 1 7°° datiert. Es ki:innte als
2 O. A. Krivcova-Grakova, Bessarabskij Klad (1949) (mit Vorbild fiir unser Exemplar dienen. Ein ăhnliches Stiick wurde
Abbildungen). Neue Eri:irterungen iiber die Zeitstellung im Schachtgrab IV zu Mykenai gefunden (G. Karo, Schacht­
des Borodino-Schatzes bei M. Gimbutas, PPS. 22, 1 956, 143 ff. ; grăber von Mykenai [1930] Taf. 87, 294).
Hachmann, Ostseegebiet 1 7° ff. und Mozsolics, Bronzefunde 1 9. 9 Fiir die kulturelle Zuschreibung des Tufa-Schatzes siehe

3 C. F. A. Schaeffer, Stratigraphie comparee (1948) 243 ff. neuerdings V. Leahu, Cultura Tei (1966) 81 und die Bespre­
4 Diese Datierung wurde kiirzlich von P. Patay bestătigt, chung dazu von A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 1 9, 1 968, 3 73.
Folia Arch. 1 9, 1 968, 9ff. 10 AuBerhalb Rumăniens konnen folgende Axte hier ein­
5 Die Dolche ăhneln denjenigen von Măcin (G. Sev'ereanu, gereiht werden : Altimir, Kr. Vraca, Nordwest-Bulgarien :
Bucureştii 1 , 1 9 3 5, 7 ff. Abb. 2. 3 ; A. Mozsolics, 46.-47. Ber. B. Nikolov, Arheologia, Sofia 6, 2, 1 964, 69 Abb. 1, v. - Boro­
RGK. 1 968, 50 Taf. 1 . van, Kr. Vraca, Nordwest-Bulgarien : B. Nikolov', a. a. O.
6 Die Veroffentlichung dieses wichtigen Fundes bereitet 71, Abb. 3, b. - Jasika, Kr. Krusevac, Serbien : M. Garasanin,
E. Zaharia vor. 34. Ber. RGK. 1 954, 70 Abb. 1 , 8 . - Kostol, Kr. Kljnc,
7 Das Photo des Kurzschwertes ist bei E. Condurachi, Serbien : D. Garasanin, Katalog der vorgeschichtlichen Me­
Monuments archeologiques en Roumanie (UNESCO) talle. Nationalmuseum Beograd 1 (1 954) 51. - Topolje,
Taf. II und bei M. Gimbutas, Bronze Age Cultures in Central Kr. Undica, Bosnien, Depotfund (?) (ein in derselben Gegend
and Eastern Europe (1965) Taf. 8 b, 1 wiedergegeben. gefundenes kupfernes Flachbeil und zwei MeiBel gehi:iren
8 Das Kurzschwert steht dem in Grab 57 gefundenen wahtscheinlich nicht zu diesem Funde) : VI. Mirosavljevic,
Stiick von Rauweise (Libanon) nahe, das Schaeffer (a. a. O. 73) Glasnik Sarajevo Arh. 8, 1 953, 265ff. Abb. l, a,b. - Strehlen,
in die Ugarit Moyen 2-Periode (1 9°0-1 75°), v'ielleicht auch Schlesien : Altschlesien 1 , 1 926, 47 Abb. 14.
Schaftlochăxte vom Typ Veselinovo

tung nach Osten kann man durch den Stammesaustausch erklăren, der sich in den kulturellen Zwi­
schenbeziehungen der Verbicioara- und Tei-Kulturen widerspiegelt. Das Auftreten entsprechender
Axte in Bosnien lăBt an die Existenz eines verwandten Typs denken. Ein vereinzeltes Stiick aus Schle­
sien kannte man eventuell als Import aus dem Siiden ansehen.

S CH A F T LO CH A x T E VOM T Y P V E S E L I N OVO

Zu diesem, nach einem bulgarischen Fund (s. S. 36) benannten Typ geharen schwere kupferne Axte,
deren lange, breite Klinge schrăg gegen den Schaftrahrenteil abgesetzt ist. Zwei Varianten lassen sich
unterscheiden. Die erste besteht aus groben, plumpen, primitiv gegossenen Stiicken, die einen fUnf­
eckigen Querschnitt (Spitze des Fiinfecks nach oben gerichtet) aufweisen, was auf die HerstelIung
in einem ăhn1ichen GuBverfahren schlieBen lăBt wie die Axte der Typen von Faj sz und Corbasca. Bei
den in Rumănien gefundenen Stiicken dieser Art ist der untere Teil des fiinfeckigen Querschnittes
leicht abgerundet, so daB er als Vorstufe eines sechseckigen Querschnittes gelten kann. Es sei daran
erinnert, daB bei den Baniabic- und Corbasca-Axten (s. S. 29) die untere Seite des fUnfeckigen Quer­
schnittes etwas gewalbt erscheint. Einige Exemplare sind leicht gekriimmt; an dem unteren Ende der
gebogenen Schneide fălIt eine hackenartige Verlăngerung auf. Das Stiick von Gabrovo (s. S. 3 7) mit
waagrechter oberer Flăche bildet ebenfalIs eine Abart.
Die zweite entwickeltere Variante der Veselinovo-Axte ist durch die Exemplare aus dem Depot II
von Ostrovul Corbului (Nr. 79-92) verkarpert. Obwohl der UmriB demjenigen der ersten Variante
gleicht, kann man einen gewissen typologischen und technologischen Fortschritt an dem sechsecki­
gen scharfkantigen Querschnitt der Axtklinge sowie an der sorgfăltigeren HerstelIungsart erkennen.
Die GuBnăhte sind sichtbar ; alle GuBunreinheiten wurden jedoch entfernt. Der untere Rand des
Schaftloches ist leicht verdickt und durch eine leistenartige, dem Rand paralIelIaufende Rippe ver­
stărkt (dieses letzte Merkmal nur bei den Axten von Ostrovul Corbului, Nr. 79-92). Bei allen von uns
gepriiften Exemplaren ist der obere Teil der Axtklinge in der Năhe des Schafthelmes durch einen
wenig betonten querlaufenden Streifen begrenzt. In eben dieser Zone weist die obere Kante der
Klinge eine unscheinbare Verdickung auf, die aber typologisch bemerkenswert ist. Bei dem Stiick
von Măcin (Nr. 94) ist dieses Merkmal buckelartig ausgeprăgt wodurch der typologische Ubergang
zu dem jiingeren Pătulele-Typ betont wird.
Eine Priifung der Axte von Ostrovul Corbului (Nr. 79-92) zeigt, daB sie in fUnf verschiedenen
GuBformen gegossen wurden. Unterschiede sind hauptsăchlich in der Lănge der Stiicke zu erkennen.
Fiinf Stiicke dieses Depots weisen eine Vertiefung in der Wandung des Schaftloches auf, und zwar in
der Richtung der Klinge (Nr. 8 1 , 84, 87, 88, 89)' Bemerkenswerterweise kommt dieses Merkmal nicht
regelmăBig bei solchen Exemplaren vor, die offenbar in derselben GuBschale gegossen wurden. Dem­
nach ist wohl anzunehmen, daB diese Eigentiimlichkeit, die an entwickelten Axten sehr hăufig be­
gegnet, und die hachstwahrscheinlich mit dem Festhalten des Tonkernes zum Aussparen des Schaft­
loches wăhrend des Gusses in Zusammenhang steht, nicht auf die HerstelIungsweise (ob verlorene
Form oder SchalenguB) schlieBen lăBt.

Erste Variante : und eine Dolchklinge bilden mit dieser Axt keinen
72. Crivăţ, Jud. Ilfov. - Zufiillig wurde die Axt geschlossenen Fund (Taf. 6 5 , G). Die erst 1 96 5 von
( Taf. J, 72) bei landwirtschaftlichen Arbeiten in D. Berciu durchgefiihrten Ausgrabungen ergaben
einer Siedlung der Glina-Kultur gefunden. Ein von drei Besiedlungsschichten der Glina-Kultur, und
demselben Geliinde stammendes Randleistenbeil aufier spiirlichen Hallstatt- und latenezeitlichen Fun-
Der Fundstoff

den keine weiteren Kulturzeugnisse, so daB die zeit­ 75-77. »Jud. Tulcea«. - Depotfu nd (?). Drei Ăxte
liche u nd kulturelle Zugeh6rigkeit der Axt als ge­ (Ta! J, 7J-77) wurden i n der Privatslg. Dr. Seve­
sichert gelten kann. - Muz. Naţ. Ant. Bukarest reanu, Bukarest, mit der Angabe aufbewahrt, daB
(Inv. Nr. I 2 2 0 1 3) . - D. Berciu, Slov. Arch. 1 2, sie aus einem Depotfu nd stammen sollten. - J etzt
1 964, 270. (Die Fundangaben sind nicht ei ndeutig ; Stădt. Mus. Bukarest (Inv. Nr. 1 9 3 92-3). Das
die betreffenden Gegenstănde wurden nicht bei de n Exemplar Nr. 76 ist verschollen. Unserer Zeichnung
1962 durchgefiihrte n Ausgrabunge n zutagegef6r­ liegt eine UmriBzeichnu ng im Katalog Severeanu
dert ; auch weist das Fundmaterial nicht Bestandteile zugrunde. - D. Berciu, WPZ. 29, 1 942, 5 1 .
der Cernavoda- und der Glina-Kultur auf; vgl. 7 8 . »Rumănien« (wahrschei nlich Siidrumănien) . -
auch die Richtigstellung Berciu' s in: Zorile istoriei Axt (Ta! J, 78) . - Stădt. Mus. Bukarest, Slg.
în Carpaţi şi la Dunăre (1 966) 1 5 5 Anm. 1, u nd den Severeanu (Inv. Nr. 1 66). - Unver6ffentlicht.
vorlăufige n Bericht der Ausgrabungen: Stud. Cerc.
Ist. Veche 1 7, 1 966, 5 29) . Zweite Variante:
73. Schitu-Pîngălefti, Jud. Ilfov. - Depotfu nd, be­ 79-92. Ostrovul Corbului, Jud. Mehedinţi. - Depot­
stehend aus einer beschădigten Schaftlochaxt (Ta! fund als Depot IIbezeichnet, im Unterschied zu dem
!, 7}, nach D. Berciu) u nd 2 Randbeilen (Taf. 66, A). oben (zu Nr. 44) angefiih rten Depot 1. In einem Ge­
Nach de n an Ort u nd Stelle durchgefiihrten Recher­ făB wurden zwanzig Schaftlochăxte gefunden (davon
chen wurde vermutet, daB es sich urspriinglich um 1 4 erhalten Ta!. 6, 79-92); ein weiteres Exemplar
ein gr6Beres Depot gehandelt habe. - Wăhrend des soU sich in Privatbesitz i n Reşiţa befinde n, konnte
Zweiten Weltkrieges verlorengegangen. - D. Berciu, aber bis jetzt nicht ermittelt werden. Das GefăB
Balcania 2-3, 1 94°, 440 ; ders., Mat . Cerc. Arh. 2, zerfiel bei der Auffindu ng ; die Scherben wurden
1 9 56, 491 ff. nicht aufbewahrt. Bei der vom Turnu-Severiner
74. Cernavoda, Jud. Constanţa. - Bruchstiick einer Landesmuseum am Fundplatz durchgefiihrten Nach­
GuBform aus Sandstein. Gefu nden in einer Siedlung grabung wurde nichts mehr gefu nden.- Mus. Turnu­
der Cernavoda II- oder III-Kultur. Năhere Fund­ Severin (Inv. Nr. I 4 1 2 3 -4 1 3 6) . - M. Davidescu/A.
umstănde u nd stratigraphische Lage s ind u ns u nbe­ Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 19, 1 968, 3 .
kannt. - Slg. des Arch. I nst. Bukarest. - D. Berciu, 93. Orfova, Jud. Mehedinţi. - Einzelfu nd nahe dem
Zorile istoriei în Carpaţi şi la Dunăre (1 966) 1 5 5 . Die Eisernen Tor an der Donau (Ta! 6, 9}). - Mus.
Angabe D. Popescus, Stud. Cerc. Isr. Veche 1 6, Timişoara (Inv. Nr. 1920). - Unver6ffentlicht.
1 962, 3 2 8, wonach die GuBform der Cernavoda III­ 94. Măcin, Jud. Tulcea. - Genauer Fundort nicht
Phase angehăre, ist i nfolge der neueren Erkenntnisse bekannt. Ei nzelfu nd ( Ta! 6, 94) . - Mus. Brăila. -
iiber die Abfolge der letzten beiden Cernavoda-Pha­ Unver6ffe ntlicht.
sen i n Frage gestellt (vgl. auch Ei nleitung S. 1).

Funktion: Im allgemeinen werden diese Axte als Waffen angesprochen. Doch erscheint ihre prak­
tische Beniitzung im Kampf ziemlich schwierig. Die Disproportion zwischen dem Durchmesser des
Schaftloches und dem Gewicht des Axtkărpers laBt wohl auch an eine bloBe Wertfunktion denken.
Der Charakter des Depots II von Ostrovul Corbului ist wohl demjenigen der Depots von Baniabic
(Vîlcele) und Ostrovul Corbului I zu vergleichen. Das Auftreten einiger dieser Axte in Siedlungen
kann schwerlich ausreichen, eine Deutung als Werkzeug zu begriinden.
Zeitste/lung: Die Datierung der ersten Veselinovo-Variante stiitzt sich auf das Vorkommen von
vier Exemplaren in Siedlungen der Kulturen von Glina, Cernavoda und Karanovo VIJ.I Obwohl
nicht wahrend systematischer Ausgrabungen gefunden, ist die Axt von Crivăţ (Nr. 72) von beson­
derer Bedeutung, da das gesamte dort spater zutage gefărderte Fundmaterial ausschlieBlich zur mitt­
leren Phase der Glina-Kultur gehărt. In denselben Horizont ist vielleicht auch das Bruchstiick der
I Hier anzufiihren ist der fiir diesen Typ (erste Variante) Nat. Mus. Plovdiv 1 928-29, 1 8 1; ders., Izvestia 1 3, 1 9 3 9,
eponyme Axtfund von Veselinovo, Kr. Jambol, Bulgarien, 204 geht hervor, daB der heute als Karanovo III bis VII be­
der am Rande einer Tellsiedlung (Tiefe: 2,5-3 m) zum Vor­ kannte Fundstoff in Veselinovo in allen Niveaus geborgen
schein kam. Die stratigraphische Lage der in VeseJinovo wurde. Die Datierung der Axt kann demnach stratigra­
zutagegef6rderten Kulturzeugnisse konnte nicht einwandfrei phisch nicht genau bestimmt werden.
geklart werden. Aus dem Bericht V. Mikovs : Ann. Bibl.
Schaftlochăxte vom Typ Pătulele 37

GuBform aus Cernavoda (Nr. 74) einzureihen. Was die Stucke aus Bulgarien anlangt, s o ist a n der
Zuweisung in den Karanovo VII-Horizont (der fruhen rumănischen Bronzezeit entsprechend) fest­
zuhalten, trotz der unsicheren Fundumstănde der betreffenden Ăxte, da ihr Zusammenhang mit den
in Veselinovo vorausgehenden Schichten (die der rumănischen Boian- und Gumelniţa-Kultur, bzw.
der bulgarischen Karanovo V- und VI-Stufe entsprechen) einstweilen auszuschlieBen ist, zumal in
den betreffenden Siedlungen Funde der Ubergangsperiode (Ezero-Celei-Horizont) jeweils fehlen (in
Karanovo entspricht dem Ezero-Horizont eine 0,4 m măchtige sterile Schicht). Das Vorkommen
einer Veselinovo-Axt mit einem Dolch und einem Randleistenbeil in der Siedlung von Crivăţ oder
im Depot von Schitu-Pingăleşti bestătigt diese Datierung. Ein ăhnliches BeiI wurde in der fruh­
bronzezeitlichen Schicht von Glina1 und ein ebensolcher Dolch in einem Kistengrab bei Cîmpulung­
Muscel gefunden,2 das der letzten Glina-Stufe angehărt. Fur die Datierung der zweiten Variante des
Veselinovo-Typs kănnen einstweilen nur typologische Vergleiche ins Feld gefuhrt werden. Das De­
pot II von Ostrovul Corbului (Nr. 79-92) unterscheidet sich merklich vom dortigen Depot 1 (Nr.
44-47) und gehărt offenbar einer jungeren Stufe an als dieses letztere. Demnach scheint der im Depot 1
vertretene Axttyp Corbasca gleichzeitig mit der ersten Veselinovo -Variante zu sein, was mit den
typologischen Grundzugen (vgl. besonders den Querschnitt der Klinge) ubereinstimmt. Anderer­
seits bilden die Beile aus dem Depotfund II von Ostrovul Corbului eine Ubergangsform zum mittel­
bronzezeitlichen Pătulele-Typ, was besonders an der Axt von Măcin (Nr. 94) augenfăUig ist. Deshalb
durfte es angebracht sein, die zweite Variante des Veselinovo-Typs an die SchweUe der mittleren
rumănischen Bronzezeit zu datieren.
Verbreitung: Mit Ausnahme der Ăxte von Lapujtă und Kis-Duna - beide an der mittleren Donau -
ist der Veselinovo -Typ ausschlieBlich im Bereich der unteren Donau verbreitet (Donauebene, Do­
brudscha, Mittel- und Ostbulgarien : Karte Taf. 4 5 , A).3 Diese Zone wird von den Kulturen
Glina und Karanovo VII eingenommen, die in der fruhen rumănischen Bronzezeit in gewisser Hin­
sicht einen einheitlichen Kulturkreis bilden. KultureUe Kontakte innerhalb dieses Raumes sind in
starkem MaBe festzustellen. Der Fund II von Ostrovul Corbului am Eisernen Tor steht hăchstwahr­
scheinlich mit dem Kupfererzvorkommen des benachbarten Gebietes im Zusammenhang und mag
ein Vordringen dieses Typs nach Westen hin anzeigen, ăhnlich wie es bei dem nachfolgenden Pătu­
lele-Typ der FaU ist.

S CH A F T LO CH A x T E VOM T Y P PĂT U L E L E

Charakteristisch fur diesen Typ ist die deutliche Krummung der Klinge im Verhăltnis zum Schaft­
lochteil. Die ziemlich lange Klinge endet in einer abgerundeten, manchmal ausladenden, breiten
Schneide. Der Querschnitt der Klinge ist stets sechseckig. Die meisten Ăxte weisen am Klingenruk-
1 Unverbffentlicht. Freundliche Mitteilung von M. Pe­ Einzelfund : P. Detev, Apulum 3, 1 947-49, 103 Abb. 2, 4 ;
trescu-Dîmboviţa. Ein demjenigen von Glina sehr ahnliches zur zweiten Variante eine Axt von Kis-Duna, Budapest,
Randbeil wurde in der zur Schneckenberg-Kultur gehbrigen Ungarn, Einzelfund : F. Kbszegi, Folia Arch' 9, 1 9 5 7, 48
Siedlung von Sfîntu-Gheorghe (Orkb) gefunden (Roska, Taf. 7, 4. - Nahestehend sind Axte von: »Bulgarien« : Ebert,
Repertorium 246 Abb. 305, 3) ; siehe auch Dumbrăvioara­ RL. II Taf. 101 a. - Gabrovo, Bulgarien, Tellsiedlung:
Typ, S. 32. V. Mikov, Stations et Trouvailles 89 Abb. 49. - Sevlievo,
2 Ausgrabungen von F. Mîrţu und S. Morintz. Der noch Bulgarien : Ebert, RL. II, Taf. IOab. - Stara Zagora, Bulga­
unpublizierte Dolch befindet sich im Museum zu Cîmpulung­ rien : V. Mikov a . a . O. 92 Abb. 69, 2 . - Lapujtb, N6grâd,
Muscel. Ungarn, Einzelfund: F. Kbszegi a. a. O. 47, Taf. VI, 6. -
3 AuJ3er den oben angefiihrten rumanischen Funden und Tseryianni, Epirus, Griechenland : N. G.L. Hammond, Epirus
demjenigen von Veselinovo selbst (s. S. 36) gehbren der (1967) Taf. 21, 62.
ersten Variante noch an eine Axt von Stara Zagora, Bulgarien,
Der Funds/of!

ken neben dem Schaftloch eine buckelartige Anschwellung auf. Diese ist bei einigen Exemplaren
(Avrămeşti, Mircea-Vodă : Taf. 7, 105. 106 und Bialovo : s. S. 3 9 Anm. 1) betont, so daB sie
schlank und geschwungen erscheinen. Man konnte diese abartigen Stiicke auch als eine gesonderte
Variante ansehen (Avrămeşti-Variante), die sich in Zukunft vielleicht als ein selbstandiger Typ
herausstellen wird. Die Schaftrohre ist allgemein zylindrisch, der Nacken zumeist leicht gebogen
(Ăxte von Sînzieni, Arcuş : Taf. 7, 102. 10 3). Durch dieses letzte Merkmal nahert sich der Pătulele­
Typ dem Balşa-Typ, jedoch machen Pătulele-Ăxte einen schwereren und plumperen Eindruck. Die
Axt von Borac' mit sehr schmaler und langer Klinge ist wohl ebenfalls als eine Sondererscheinung
hier anzuschlieBen. Einige Pătulele-Ăxte aus Siebenbiirgen (Sibiu, Buneşti, Şoimuşu, Avrămeşti :
Taf. 7, 100. 98. 99. 105) sind auf den Seiten des Schafthelmes mit diinnen Randleisten verziert. Die Axt
vonAvrămeşti (Nr. 105) zeigt ein Spiralmuster (ahnliche Verzierungsart beim Pădureni-Typ s. S. 43).
Die meisten Pătulele-Ăxte sind aus reinem Kupfer gegossen. Bei den Stiicken von Buneşti (Nr. 98)
und Avrămeşti (Nr. 105) wurden jedoch Zinnspuren (bis 0,4 %) festgestellt. Die nahestehenden
Ăxte von Borac und diejenigen von Soko Banja (s. S. 3 9 Anm. 1) werden in der Literatur als bron­
zene angegeben, ohne daB aber Analysen von ihnen publiziert worden waren.
Viele rumanische Pătulele-Ăxte weisen eine starke Vertiefung in der inneren Wandung des Schaft­
loches auf. Diese Eigenheit fehlt bei den Exemplaren von Arcuş (Nr. 103), Fibiş (Nr. 96) und Mir­
cea-Vodă (Nr. 106).

95. Patulele, Jud. Mehedinţi. - Einzelfund (Taf7, Erwiihnt von Mozsolics, Bronzefunde 1 6 Anm. 28.
95). - Mus. Turnu-Severin (Inv. Nr. 1 5 8 3). - 103. Arcuf, Jud. Covasna. - Depotfund, bestehend
D. Berciu, Arheologia preist. Olteniei 89,Abb. 1 02, 1 . aus zwei Ăxten : das eine schlecht erhaltene Exem­
96. Fibif, Jud. Timiş. -Einzelfund (Ta! 7, 9 6). -Mus. plar gehort hierher (Ta! 7, I O}), das andere zum
Timişoara (Inv. Nr. 1 5 8 5 ). - Erwiihnt vonB. Milleker, Typus Balşa (Nr. 220). - Mus. Sfîntu-Gheorghe
Delmagyarorszag Regisegleletei ( 1 8 97), 1, 43 . (Inv. Nr. 1 5 3 II) . - Roska, Repertorium 30 Abb. 25 ;
97. Zlatna, Jud. Alba. - Einzelfund (Ta! 7, 97) · - Popescu, Bronzezeit 3 5 Anm. II.
Magy. Nem. M tiz. Budapest (Inv. N I. 1 06/1 907, 3)· 104. Podari, Jud. Dolj . - Einzelfund (Taf7, I04).­
Die Kenntnis des Stiickes sowie die Zeichnung ver­ Mus. Craiova (Inv. Nr. 42 8 5 ) . - D. Berciu, Arheo­
danke ich M. Petrescu-Dîmboviţa. logia preist. Olteniei 88 Abb. 1 0 1 .
98. Bunefti, Jud. Braşov. - Einzelfund (Taf7, 98). ­
Brukenthalsches Museum Sibiu. - Popescu, Bronze­ Nahestehend sind folgende Stiicke :
zeit 3 5 Taf. 1 5 , I. 105. Avramefti, Jud. Harghita. - Einzelfund (Ta!
99. Şoimu}u, Jud. Harghita. - Einzelfund (Ta! 7, 7, IO;). - Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 90). - Orban Balasz,
99, nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmbo­ A Szekelyfold leirasa, 1, Udvarhelyszek (1 868) 1 2 0 ;
viţa). - Mus. Cristurul Secuiesc. - Unveroffentlicht. Roska, Repertorium 264 Abb. 3 1 7 ; Popescu, Bronze­
100. » Gegend von Sibiu«, Jud. Sibiu. - Axt (Ta! 7, IO o ) . zeit 3 5 Abb. 6, 9·
- Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. IV 6 3 2) . - Un­ 1 0 6 . Mircea- Voda, Jud. Dîmboviţa. - Einzelfund in
veroffentlicht. der Niihe einer Siedlung der Tei -Kultur (Ta! 7,
101. 102. Sînzieni, Jud. Covasna. - Depotfund, be­ Io6). - Mus. Tîrgovişte (Inv. Nr. 2 1 22). - Unver­
stehend aus fUnf Ăxten, zwei Exemplare gehoren offentlicht.
diesem Typus an (Ta! 7, I OI. I02), zwei weitere 107. »Dobrudscha«. - Axt (Ta! 7, I07). - Mus. f.
sind kurz nach der Entdeckung verschollen ; die Vor - und Friihgeschichte, Berlin (Inv. N I. IVa
fiinfte gehOrt dem Pădureni-Typ an (Nr. 1 3 1). - 3410). Die Kenntnis des Stiickes und die Zeichnung
Mus. Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. I I 798 und I I 799). - verdanke ich M. Petrescu-Dîmboviţa.

Die Ăxte dieses Typs stellen durchweg Einzelfunde dar, oder sie stammen aus kleine­
Zeitsfel/ung:
ren Depotfunden, die weiter keinen Anhalt fiir die chronologische Einordnung enthalten. Typolo-

1 D. Garasanin a. a. O. 53, Taf. 37, 1 .


Schaftlochiixte vom Typ Kozarac 39

gisch gehoren die Ăxte vom Pătulele-Typ z u demselben Horizont wie die Izvoarele-Ăxte (s. S. 3 2),
obwohl bei diesen ein gewisser Fortschritt in der Herstellungsweise spiirbar ist. Andererseits stellen
die Pătulele-Ăxte typologisch eine Weiterentwicklung der Veselinovo-Ăxte dar (vgl. die Veselinovo­
Axt von Măcin, Nr. 94), was einer Parallelisierung mit dem voll entwickelten Izvoarele-Typ gleich­
falls nicht widerspricht. Daher scheint es uns vertretbar zu sein, den Pătulele-Typ der ersten Halfte
der mittleren rumanischen Bronzezeit zuzuweisen.
Ein Hinweis auf die Zeitstellung ist aus der Spiralverzierung der Axt von Avrămeşti (Taf. 7, 1 05)
abzuleiten. Wie unten dargelegt (s. S. 43), treten derartige Ornamente nur auf einer Reihe sieben­
biirgischer ĂXte auf und sind offenbar mit der Wietenberg-Kultur verkniipft. Wenn man die Entwick­
lung der Monteoru-ĂXte (s. S. 48) in Betracht zieht, dann lassen sich schwere Ăxte wie diejenige von
Avrămeşti in den ersten Abschnitt dieses Entwicklungsprozesses eingliedern, d. h. in die Phase 1 C 3 -
1 C2 der Monteoru-Kultur (gleichzeitig mit der ersten Phase der Wietenbergkultur). Dieses Ergebnis
stimmt mit der oben vermuteten Datierung in die erste Halfte der mittleren rumanischen Bronzezeit
iiberein.
Verbreitung: Das Vorkommen der ĂXte vom Typ Pătulele umfaBt Siebenbiirgen, Muntenien und
Oltenien sowie ganz Nordbulgarien (Karte Taf. 45, B). 1 In dieser Zone entwickelten sich zur Zeit
der mittleren rumanischen Bronzezeit die gleichzeitigen Wietenberg-, Verbicioara- und Tei-Kultu­
ren, deren gegenseitige Abhangigkeit, besonders fiir die zwei letzten, durch manche kulturelle Be­
ziehungen oftmals in der Literatur hervorgehoben wurde. 2

S CHAFTLOCHAx T E VOM T Y P KO Z A RAC

Dieser Typ besteht aus Ăxten mit verhaltnismaBig kleinem Schafthelm und sich gegen die Schneide
hin verbreiternder Klinge. Der Axtkorper ist fast immer mehr oder weniger bogenformig geschwun­
gen, die Schneide meistens senkrecht abgesetzt, der Querschnitt der Axtklinge sechseckig. Diesem
Typ entsprechen die in den Depots von Kozarac (Taf. 70, C), Grica und Lohinja gefundenen Ăxte
(s. Anm. 1 , S. 41). Der Form nach ist der Kozarac -Typ einheitlich. Diesem Typ entspricht in Ruma­
ruen vollig nur die GuBform von Pecica (Nr. l08). Eiruge Stiicke zeichnen sich jedoch, abwei­
chend vom sonst Ublichen, durch eine langere Schaftrohre und einen geraden Riicken aus (Deta und
Oradea). Es ist rucht unwahrscheinlich, daB die Axt von Deta (Nr. 109) zu einem dem Kozarac ver­
wandten jedoch selbstandigen Typ gehort. Siehe in dieser Hinsicht die ahnlichen Stiicke von Vu­
kovar und Lukovo (Serbien)3, die der Axt von Deta ebenfalls entsprechen. Vorlaufig werden wir
sie aber als Variante des Kozarac-Typs ansehen.

1 Bialovo, Kr. Varna, Bulgarien, Einzelfund : Ebert, obscestvo v Bolgaria, 1 9 5 2, 222 Taf. IX, 4. - Pobitkamak,
RL. II Taf. 101 b. - Borac, Kr. GruZa, Serbien : M. Valtrov-ic, Kr. Razgrad, Bulgarien; Depotfund, bestehend aus zahlreichen
Starinar 7, 3, 1 8 9°, 9 1 Taf. 9, 8. - »Bulgarien«: Ebert, a.a.O. GuBformen, darunter drei von Schaftlochăxten (die Kenntnis
Taf. looc. - Ernen, Kr. Tyrnovo, Bulgarien : 1 . Nikolova/ verdanke ich M. Rusu). - UgrCin, Bulgarien : Ebert, RL. II
N. Angelov, Izvestia 23, 1 96 1 , 309 Abb. IS,C. - Hotnica, Taf. I02, e. - Vărbica, Kr. Plev-en, Bulgarien : T. Kova­
Kr. Tyrnovo, Bulgarien: ebd. 307. - Kailyk, Kr. Pleven, ceva, Arheologija, Sofia 2, 1 967, pff. Abb. 5 5 , 5 . - Soko
Bulgarien, Einzelfund in einer Siedlung ; in der Năhe fanden Banja, Kr. Nis, Serbien : M. Garasanin, 34. Ber. RGK.
sich friih- und mittelbronzezeitliche Scherben : V. Mikov, 1 9 5 1 - 5 3 , 71 Abb. 1, 9. - »Ungarn« (Rom. Germ. Zentralmus.
Izvestia 7, 1 932-33, 3 60 Abb. III. - Losen, Kr. Haskovo, Mainz, Inv. Nr. o. 20832).
Bulgarien: D. Nikolov, Izvestia 22, 1 9 5 9, 3 3 3 Abb. 2. - 2 Siehe D. Berciu, Dacia NF. 5, 1 96 1 , I 2 3 ff.; A. Vulpe,
RaV'en, Kr. Momcilgrad, Bulgarien: V. MikoV'/V. Georgiev/ ebd. NF. 8, 1965, 3 1 9.
N. Djambazov, Bit i kultura na doklasovogo i ranoklasogo 3 J. Brunsmid, Vjestnik Zagreb NF. 6, 1 902, 39 Abb. 1 -3 .
Der Fundstoff

Eine weitgehende Sonderstellung nimmt die kupferne Axt von Oradea (Nr. IlO) ein. Der obere
Teil des Schafthelmes ist bei ihr tief halbkreisfărmig ausgeschnitten. Diese formale Eigenheit ist
absichtlich beim GuE angebracht, nicht etwa durch eine spatere Reparatur verursacht worden.
Die Erganzung des abgebrochenen oberen Teiles des Schaftnackens unterliegt keinem Zweifel
(vgl. Taf. 8, IlO) . Man kănnte versucht sein anzunehmen, daE diese Axt dem zentralrussisch­
westuralischen Turbino-Typ naher steht als dem Typ Kozarac. Aber das Verbreitungsgebiet der
Turbino-Ăxte ist zu weit entfernt, als daE man ohne weiteres an eine Zugehărigkeit dieses einzel­
nen sudosteuropaischen Stuckes zu diesem zentralrussischen Typus denken măchte. Daher
scheint es vorerst am angebrachtesten, die Oradea-Axt als Sondervariante des Kozarac-Typs aufzu­
fassen. 1
Allem Anschein nach ist die Masse der Kozarac-Ăxte aus Kupfer gegossen; Analysen sind uns aller­
dings nicht bekannt.
Diesem Typ nahestehend sind folgende Stucke:

108. Pecica, Jud. Arad. - Siedlungsfund, GuJ3form 109. Deta, Jud. Timiş. - Einzelfund (Ta! 8, I 09,
einer Axt (Ta! 8, Io8, nach D. Popescu), in der nach M. Bulat ) . - Mus. Osjek (Jugoslawien). -
XIII. Schicht, wăhrend der Ausgrabungen gefun­ M. Bulat, Osjecki Zbornik 8, 1 962, II Taf. 3 , 1 2 .
den; weitere Axt-GuJ3formen N r. 224-2 28, vgl. 1 10. Oradea, Jud. Bihor. - Einzelfund (Ta! 8,
S. 5 2. - Mus. A rad. - M. v. Roska, Dolgozatok - IIO). - Mus. Cluj (Inv. Nr. 6699). - Unveroffent­
Cluj 3 , 1 9 12, 3 2 Abb. 5 6, 1 ; Popescu, B ronzezeit 66 licht.
Abb. 26, 3 .

Zeitstellung: Das Vorkommen von Flachbeilen mit abgerundeter, ausladender Schneide und
schmalem Nackenteil in Zusammenhang mit Kozarac-Ăxten weist fur diese auf einen jungeren Ab­
schnitt der fruhen Bronzezeit hin, was durch den typologischen Charakter der ĂXte selbst bestatigt
wird.
Von Wichtigkeit ist das Depot von Kăml6d. Hier erscheinen wenigstens drei Typen von Schaft­
lochaxten (Typ Kozarac, Typ Erd2 und ein singulares Stuck) zusammen mit trapezfărmigen Flach­
beilen, darunter einem Exemplar mit geradem Nacken (Taf. 70, B). A. Mozsolics rechnete die Depots
von Kăm16d, »Nordwestungarn« und Debrecen ebenso wie den Stublo-Schatz zu demselben Fund­
horizont wie das Depot von Kozarac. Dies scheint m. E. jedoch nicht begrundbar zu sein. Die Funde
von Kozarac und KămlOd gehăren zwei verschiedenen Kulturbereichen an, deren Entwicklung und
Periodisierung nicht von vorne herein als gleichartig angesehen werden darf.
Der mit der Aunjetitzer-Kultur verbundene Schatzfund von Stublo kann trotz der alten Form der
in ihm enthaltenen Lockenringe ebenfalls einer jungeren Stufe angehăren,3 d. h. der ersten Halfte
der mittleren rumanischen Bronzezeit. Die Kozarac-Ăxte măchte man demnach dem Ende der fruhen
sowie der ersten Halfte der mittleren rumanischen Bronzezeit zuordnen, wie es auch die in dem XIII.
Niveau zu Pecica gefundene GuEform nahelegt. Im heutigen Stand der Forschung muE man fur die

1 Nachdem mir nach Abschlu13 des Manuskriptes die Axt Dieser Formbestimmung entsprechen besonders die Stiicke
von Nyirtura (N. Kalicz, Die fruhe Bronzezeit in Nordost­ von Erd (F. K6szegi, Folia Arch. 9 [ 1 9 5 7 l 47 Taf. 6, 2) und
ungarn (1 968) 46 Taf. 1, 1) bekannt wurde, m6chte ich die Ljubljana (Pulszky, Kupferzeit 7 1 . 73 Abb. 6).
Oradea-Axt eher einem selbstăndigen Typus zuschreiben, der 3 E. Zaharia, Dacia NF. 3, 1 9 5 9, III zăhlt die Segelohr­

auch das Stuck von Nyirtura umfa13t und nicht weiterhin mit ringe von Stublo zu den typologisch ăltesten dieses Typs.
den Kozarac-Ăxten in Verbindung gebracht werden sollte. Dennoch scheint uns die ziemlich entwickelte Form der
2 Der Typ ist dem Kozarac-Typ nahe verwandt. Die Schaftlochăxte als ausschlaggebend ffu die Datierung des
Hauptzuge sind starke Kriimmung des Axtk6rpers und halb­ Stublo-Fundes (siehe weiter unten Darabani-Typ S. 43 Anm. 3
kreisf6rmige nach unten gebogene Gestalt der Schneide. sowie Taf. 7o,A).
Schaftlochăxte vom Typ Darabani 41

Zeitstellung des Kozarac-Typs einen vergleichsweise weiten Spielraum in Betracht ziehen, innerhalb
dessen der Kăm16d-Fundhorizont einem jiingeren Abschnitt entspricht.
Verbreitung: Die Konzentration der Kozarac-Ăxte in Jugoslawien und besonders in Bosnien ist
augenfăllig (Karte Taf. 46,A).1 Einige Exemplare begleiten auch den mittleren Lauf der Donau.
Die beiden in Westrumănien zutagegekommenen abartigen ĂXte gehăren der Randzone dieses Typs
an, was auch die etwas abweichende Gestaltung dieser Stiicke erklăr1ich macht.

S CH A F T LO CH A x T E VOM T Y P DARA B A N I

Diesem Typ gehăren krăftige, jedoch nicht plumpe Ăxte mit zylindrischer_Schaftrăhre an. Der Axt­
riicken ist stets (manchmal sogar stark) gekriimmt. Die Bahnen sind breit; die Schneide ist fast immer
bogenartig geschwungen. Diese gestaltlichen Merkmale des Darabani-Typs erinnern an den Kozarac­
Typ. Indes scheint diese Ăhnlichkeit reiner Zufall zu sein (vgl. dazu S. 9). Dagegen machen sich
aufmanchen Stiicken des Darabani-Typs ăstliche Einfliisse geltend. Dies gilt fiir die an dem Turbino­
Typ wiederzufindende, schrăge, breite obere F1ăche des Schafthelmes der Ăxte von Stublo und
Bielousova und besonders an der Axt von Bîr1ăleşti (Nr. 1 1 5), die gleichfalls durch den eigenarti­
gen Querschnitt der Klinge auffăllt.
Wie die Abbildungen verdeutlichen, weist jede der Darabani-Ăxte gewisse eigenwillige Ziige auf;
doch lassen sich heute noch nicht mehrere Typen herausstellen. Bei zwei typologischen Ausprăgun­
gen mag sich bei Anwachsen des Fundstoffes vielleicht ergeben, daB es sich um selbstăndige Typen
handelt. Die eine zeichnet sich durch einen stark gebogenen Axtriicken aus (hierzu gehăren die Stiicke
von Mărăşti, Petricani, Găiceana, Bîr1ăleşti, Veseloe), die andere durch einen gekriimmten Riicken,
aber eine gerade Klinge (hierzu gehăren die Ăxte von Stublo, Bielousova, Pistyn). Die Axt von Dara­
bani selbst (Nr. 1 I I) scheint eine Zwischenform zu sein.
Der Querschnitt der Axtklinge ist sechseckig; nur die Axt von Găiceana (Nr. I I4) besitzt abge­
rundete Kanten. Alle Exemplare des Darabani-Typs sind aus Kupfer hergestellt. Bei der Axt von
Mărăşti (Nr. 1 1 3) ist auf der Innenwand des Schaftloches eine Vertiefung in der Richtung der Klinge
sichtbar.

1 Die diesem Typ zuzurechnenden Axte stammen durch­ Kozarac, Bosnien, Depotfund (C. Truhelka, WMBH. II,
weg V'on auBerrumănischen Fundorten : Asat, Ungarn 1 909, 54 Taf. 1 5, 1 -9). - Lohinja, Bosnien, Depotfund, er­
(MAGW. 1 5 , 1 8 8 5 , 63 Abb. 61,a. b). - Debrecen, Ungarn, halten sind nur eine Schaftlochaxt und ein Flachbeil (C. Tru­
(Rom. Germ. Zentralmus. Mainz, Inv. Nr. 0. 16477). - helka, WMBH. II, 1 909, 5 5 Abb. 1 5 , 10). - Osek, Slowenien
Balaton, Ungarn (unveraffentlicht, Magy. Nem. Muz. Buda­ (Varstvo Spomeniko" 7, 1 95 8-5 9, 289 Abb. 1, 2). - Osnic,
pest). - Kamlod, Kom. Tolna, Ungarn. Depotfund, bestehend Serbien (D. Garasanin, Katalog MetaIa 1, Beograd (1954) 5 1
aus flinf Schaftlochăxten .und drei trapezfarmigen Flachbeilen Taf. 34, 8). - Pakrac, Slawonien, Serbien (D. Garasanin
(Mozsolics, Bronzefunde 145 Taf. 1, 7.8). Lippik, Ungarn
- a. a. O. 5 1). - »Serbien« (D. Garasanin a. a. O. Taf. 34, 6). -
(F. Kaszegi, Folia Arch. 9, 1 9 5 7, 47 Taf. 6, 4). - O-Buda, Split, Dalmatien (1. Marovic, Vjesnik, Split, 5 5 , 1 9 5 3 , 1 24
Ungarn (Kaszegi a. a.O. 47 Taf. 6, 1). - »Ungarn« (Ram. Taf. 4, 4). - Topolje, Dalmatien, Depotfund (1. Marovic a. a. ?
Germ. Zentralmus. Mainz, Inv. Nr. 0. 1 540). - Begaljca, 1 24 Taf. 4, 5 .6). - Vranovic, Bosnien, Depot, bestehend aus
nahe Belgrad, Serbien (M. Garasanin, 34. Ber. RGK. 1 9 5 1 - 5 3 , vier Schaftlochăxten (davon sind zwei erhalten; die eine gehart
63 Abb. 1 , 1 5). - Celje, Slowenien (Varstvo Spomenikov 7, dem Kozarac-Typ an, die andere zeigt eine singulăre Form)
1 9 5 8 -59, 289). - Grica, Bosnien, Depotfund, bestehend aus und zwalf Flachbeilen (elf davon verloren) mit breiter, ge­
sieben Schaftlochăxten dieses Typs, eine solche des Typs bogener Schneide und schmalem Oberteil. Chronologisch
Vranovic (s. weiter unten) sowie 27 Flachbeilen mit breit entspricht dieser Fund genau demjenigen von Grica und
ausladender Schneide und schmalem Oberteil. (C. Truhelka, Lohinja, s. oben. (B. Covic, Glasnik Sarajevo Arh. 1 2, 1 95 7,
WMBH. II, 1 9°9, 43 Abb. 1 ; Taf. 14). - Kapova lama, Bos­ 241 Abb. 4). - Poprad, Slowakei (M. Novotna, Slov. Arch. 5 ,
nien (A. Benac, Glasnik, Sarajevo Arh. 9, 1 9 5 4, 1 6 8 Abb. 1). ­ 1 9 5 7, 309ff. Abb. 2 , 4 ; PBF. IX, 3 (Novotna) Nr. 1 4 1 .
Koso"aca, Bosnien (F. Fiala, WMBH. 3, 1 8 9 5 , 5 1 8 Abb. 28). -
Der Fundstoff

111. Darabani, Kr. Hotin, Nordbessarabien, UdSSR. I I2) . Am selben Platz angeblich Siedlungsspuren
(Hier mit aufgefiihrt, obgleich nicht aus Rumanien der Cucuteni-Kultur. - Mus. Tîrgu-Neamţ. Die
stammend, da namengebend fiir diesen in Rumanien Kenntnis des Fundes verdanke ich Dan Monah. -
stark verbreiteten Typ und weil in einem rumani­ Unveroffentlicht.
schen Museum aufbewahrt). - Wahrscheinlich aus 1 1 3. Marafti, Jud. Bacău. - Einzelfund (Ta]. 8, II}) .
dem Bereich einer Cucuteni-Siedlung (Ta]. 8, III) ; - Mus. Bacău (Inv. Nr. 5 040). - M. FlorescujV. Căpi­
jedoch kann ein chronologischer Zusammenhang tanu, Carpica 1 , 1 968, 5 ° Abb. 1 , 1 .
der Axt mit der Cucuteni-Keramik keinesfalls an­ 1 14. Gaiceana, Jud. Bacău. - Einzelfund (Ta]. 8,
genommen werden. Die Axt muC als isolierter Streu­ II4) . - Mus. Bacău. - M. FlorescujV. Căpitanu,
fund gelten. - Mus . Suceava (Inv. Nr. 1 993). - Arh. Mold. 2-3, 1 9 64, 445 Abb. 2.
C. Ambrojevici, Dacia 3-4, 1 927-1 9 3 2 , 3 4 ; D. Berciu, 1 1 5. Bir/a/efti, Jud. Vaslui. - Einzelfund (Ta!. 8,
WPZ, 29, 1 942, 5 1 . IIJ) . - Privatslg. G. Coman in Murgeni bei Bîrlad.
1 12. Petricani, Jud. Neamţ. - Einzelfund (Ta]. 8, - Unveroffentlicht.

Zeitsfellung: Ausschlaggebend fiir die Altersbestimmung der Axte vom Darabani-Typ ist der De­
potfund von Stublo (Taf. 70, A). Die dort auftretenden Schmuckgegenstande kehren in der
Nitraer-Gruppe wieder. Das deutet auf die alteste Bronzezeit der Slowakei hin, die der mitteleuropai­
schen Bronzezeitstufe Al entspricht und mit dem Anfang der Aunjetitzer Kultur gleichzeitig ist . l
I n Rumanien verfiigen wir iiber keine sicheren chronologischen Anhalte. Allgemein măchte man die
Darabani-Axte auch unter Beriicksichtigung ihrer Herstellungsweise in die erste Halfte der mittle­
ren rumănischen Bronzezeit setzen, d. h. ungefahr gleichzeitig mit der ersten Stufe (Parava-Stufe) des
Monteoru-Typs (s. S. 48).
Verbreifung: Die Darabani-.Axte sind nur auBerhalb des Karpatenbeckens, und zwar im Bereich der
vom Verf. umrissenen Bialy Potok-Costişa-Kulturgruppe verbreitet (Karte Taf. 46, A). 2 Die
Stublo-Variante ist im Gebiete der Bialy Potok- und der auf diese folgenden Komarov-Kultur zu tln­
den,3 wahrend die andere Auspragung mehr im Bereich der eigentlichen Costişa-Kultur vorkommt.

S C H A FT L O C H ĂX T E V O M T Y P P Ă D U R E N I U N D M O N T E O RU

Es erscheint ratsam, diese beiden typologisch und chronologisch nahe verwandten, jedoch zu unter­
scheidenden Typen zusammen zu behandeln.
Fiir beide Typen ist der gerade verlaufende, waagrechte Axtriicken kennzeichnend. Die Rander des
Schaftloches sind mehr oder weniger halbkreisfărmig ausgeschnitten und meistens durch eine Iei­
stenartige Verdickung betont. Die trapezfărmige Axtklinge ist ziemlich schmaI, die Schneide ver­
Iauft oft gerade oder ist leicht gerundet. Der Querschnitt der Klinge ist stets sechseckig; die Kanten
sind scharf ausgepragt.
Beim Pădureni�Typ ist die Wandung des Schaftrăhrenteils fast immer Ieicht nach innen gewălbt
(vgl. den Querschnitt des Schaftlochteils mancher Stiicke). Mitunter verlăuft neben den verdickten

1 A. ToCik, Referaty Liblice, 1 9 5 6, 25 ff.; Mozsolics, wird aufgrund des Anhăngers, der Armbănder und der Ohr­
Bronzefunde 16. Siehe auch oben S. 40 Anm. 3 . ringe in die Friihzeit der Aunjetitzer Kultur datiert und mit der
2 Dacia NF. 5 , 1 961, 105 ff. Nitraer Gruppe in Verbindung gebracht (Mitteleuropăische
3 Veseloe, ehemaliger Bezirk Ekaterinoslav, Ukraine, Bronzezeitstufe A,) : V. Antoniewicz, ESA. 4, 1 929, 1 3 6
UdSSR: A. M. TaIIgren, ESA. 2, 1 926, 168. - Stublo, Wolhy­ Abb. 2 ; A . ToCik, Arch. Rozhl. 1 5, 1 963, 7 1 6 ff. - Bielousova,
nien (Taf. 7o,A), Depotfund, bestehend aus zwei Schaftloch­ Kr. Bratslav. Podolien, UdSSR. Depotfund(?) (dazu s. S. 48
ăxten, einem halbmondfOrmigen Anhănger, zwei Armringen Anm. 4: Monteoru-Typ) : TaIIgren, ESA. 2, 1 926, 168
mit iibereinanderreichenden Enden, sechs Armbăndern mit Abb. 98, 3 . - Pistyn, Kr. Koss6w, Polen : V. Antoniewicz,
rundem Querschnitt und zehn Segelohrringen. Das Depot ESA. 4, 1 929, 1 3 8.
Schaftlochaxte vom Typ Pădureni und Monteoru 43
Schaftrăhrenenden eine zweite Leiste parallel dazu. Einige siebenburgische Exemplare zeigen eine
Reliefverzierung, und zwar gebogene oder spiralige Motive. Merkwurdig ist das ausgeschnittene
Spiralmotiv auf dem Schafthelm der Covasna-Axt (Taf 8, 1 3 3) ; der schlechte Zustand dieses Stuckes
erschwert eine vollstandige Erkennung des Musters.
Der Monteoru-Typ ist durch die Verstarkung der Schaftrăhre durch eine oder mehrere umlau­
fende Rippen charakterisiert. Sonst ist die Form derjenigen der Pădureni-Axte sehr ahnlich. Die Ab­
sonderung des Monteoru-Typs wird durch seine Verbreitung vornehmlich im Bereich der Monteoru­
Kultur und durch sonstige Beziehungen zu dieser Kultur begrundet.
Wie bereits andernorts dargelegt, lassen sich die Monteoru-Rippenaxte in drei typologische Varian­
ten untergliedern, denen offensichtlich der Wert von Entwicklungsstufen zukommt.I Die erste um­
faBt ziemlich schwere und plumpe, kupferne Axte (die sog. Parava-Variante, Nr. 1 80- 1 82); fur die
zweite Variante sind schlanke, kupferne oder bronzene Axte kennzeichnend (typisch ist der Depot­
fund von Borleşti, Nr. 1 8 5 -1 89). Die Axte der dritten Variante, die alle aus Bronze gegossen sind,
weisen stets eine rechteckige Verlangerung des Nackens auf (Nr. 196). Das Exemplar von Găiceana
(Nr. 1 9 5), das einen verdickten Nackenkamm aufweist, kann als Ubergangsform zwischen den bei­
den letzten Varianten betrachtet werden. Die drei typologischen Varianten kănnen mit den Stufen
der Monteoru-Kultur in Verbindung gebracht werden. Dies ist insofern von groBer Wichtigkeit,
als die auf stratigraphischen Befunden beruhende Stufengliederung dieser Kultur die sicherste und
vollstandigste der rumanischen Bronzezeit ist.
Es liegt auf der Hand, daB die Pădureni-Axte mit den beiden ersten Varianten des Monteoru-Typs
in Verbindung zu bringen sind. Die plumpen kupfernen Axte aus dem Depotfund von Pădureni
(Nr. 1 1 9- 1 2 8), diejenigen von Semeria (Nr. Il7), Covasna (Nr. 1 3 2- 1 3 3), Sînzieni (Nr. 1 3 1), Mal­
naş (Nr. 1 30), Răcăciuni (Nr. 1 34), Teişani (Nr. 1 3 5), Poian (Nr. Il8), GăIeşti (Nr. 1 41), Marpod
(Nr. 1 40), Parava (Nr. 1 42- 1 43) und Moigrad (Nr. 1 3 9) gehăren der ersten Entwicklungsstufe
an. Wahrscheinlich ist die heute nur noch auf Grund der publizierten Abbildung zu beurteilende
Axt von Cucuteni (Nr. 1 79) hier einzuordnen. Der Borleşti-Variante des Monteoru-Typs entspre­
chen innerhalb der Pădureni-Axte die bronzenen Exemplare von Bicfalău (Nr. 1 29), Tătaru (Nr. 1 5 0),
Magheruş (Nr. 1 46), Racoşul-de-Jos (Nr. 1 47), Guşteriţa (Nr. 1 48), Sighişoara-Wietenberg (Nr. 1 49) .
und Şimleul Silvaniei (Nr. 1 5 1-1 5 2). Eine Ausnahme bildet die Axt von Hălchiu (Nr. 1 3 8), die trotz
ihrer plumpen Form aus Bronze gegossen ist. Bemerkenswert ist, daB die fur die dritte Variante des
Monteoru-Typs kennzeichnenden Merkmale nie an Pădureni-Axten auftreten.
Eine besondere Stellung nimmt der Sinaia-Depotfund (Nr. 1 5 4- 1 77) ein. Der eigenartige Quer­
schnitt dieser Axte hat die bisherige Forschung veranlaBt, diese Form einem fruheren Zeitabschnitt
zuzuweisen.2 Verf. vertrat die Ansicht, daB die Axte von Sinaia als Vorstufe fUr die weitere Entwick­
lung der rumanischen Schaftlochaxte gelten kănnen (ahnlich wie die Axte des Depots von Kozarac,
Grica usw. eine analoge Bedeutung fUr die Herausbildung der Skutari- und albano-dalmatinischen
Axte besitzen). A. Mozsolics wollte dagegen in den Axten von Sinaia eher eine Zwischenform zwi­
schen den von ihr bestimmten Formgruppen B und C sehen. Dabei hob sie hervor, daB der Klingen­
teil noch keinen richtigen sechseckigen, sondern einen rechteckigen Querschnitt aufweise.
Wenn wir heute die Typologie der Schaftlochaxte als Ganzes betrachten, so wird deutlich, daB der
Querschnitt der Sinaia-Axte nicht mehr von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Man muB vielmehr
davon ausgehen, daB die Form dieser Axte trotz ihres rohen Gesamtcharakters ein entwickelteres
Aussehen hat und daB alle Sinaia-Stucke aus Bronze gegossen sind. Dies deutet auf eine Zugehărig-

IA. Vulpe, Arh. Mold., 2-3, 1964, 13 3 ff. 2 A. Vulpe, a. a. O. 1 3 8 ; A. Mozsolics, Bronzefunde 1 2I.
44 Der Fundstoff

keit dieser Ăxte zur zweiten Variante der Pădureni-Ăxte hin. Den Quersehnitt kann man eventuell als
seehseekig mit abgerundeten Kanten betraehten.
Mit den Pădureni-Ăxten verwandt sind einige kurze und gedrungene kupferne Stiieke (Parava-De­
potfund, Nr. 1 43 ; Zseheiplitz, s. S. 48 Anm. 3), die ausladende Sehneidespitzen aufweisen (aus diesem
Grund konnte man aueh die Axt von Mieeşti dieser Serie hinzufiigen). Ihnen entsprieht innerhalb de5
Monteoru-Typs eine ăhnIiehe Rippenaxt von GInie (Nr. 1 84). Die Stiieke Nr. 1 9 1 und 192 (Mon­
teoru-Typ), die einen bedeutend gebogenen Naeken aufweisen, konnen gleiehfalls als eine Variante
betraehtet werden.
Dem Pădureni-Typ moehten wir aueh die eigenartige Axt von Pîrseov (Nr. 153) ansehlieBen, die
einen stark naeh unten fortgesetzten Naekenriieken aufweist. Diese Verlăngerung i st als ein GuBrest,
nieht als ein typologisehes Merkmal zu betraehten1• Bei den Ăxten Nr. 1 24, 1 27, 1 3 2, 1 34, 1 3 7, 141,
1 47-149 (Pădureni-Typ) und Nr. 1 84-1 9°, 1 94-196 (Monteoru-Typ) kann man im Innern des
Sehaftloehes die gewohnliehe Vertiefung bemerken. Wie oben erwăhnt, wurden die Stiieke teils
aus Bronze teils aus Kupfer hergestellt. Bemerkenswert ist der Depotfund von Borleşti, in dem
zwei Ăxte aus reinem Kupfer neben anderen formgleiehen aus zinnreicher Bronze Iagen. Erwăhnt
sei aueh, daB zwei der goldenen Ăxte aus dem Sehatzfund von Ţufalău dem Typ Pădureni ent­
spreehen (Taf. 66, B 1 . 2). 2

Pădureni-Typ Vor dem Zweiten Weltkrieg befanden sich sicher


sieben Stiick (wahrscheinlich aber elf, da Nagy und
1 1 6. Hărman, Jud. Braşov. - Depotfund (?), daraus Nestor jeweils 4 nicht identische Stiicke gezeichnet
Axt (Ta! 8, 116) (siehe Typ Balşa Nr. 2 3 6). - haben : Nr. 1 1 9, 1 2 1 , 1 2 2, 1 26, die nur noch in den
Heute verschollen. Vor dem Zweiten Weltkrieg : von Nagy abgebildeten Zeichnungen erhalten sind)
Mus. Braşov (Inv. Nr. 2261). - D. Berciu, Insem­ im Mus. Sfîntu-Gheorghe. Heute ist davon nur noch
nări arheologice ( 1 941) 29. Unsere Abb. stiitzt sich eines erhalten (273). Zwei andere Stiicke ( 1 24 a und
auf das a. a. o. gebrachte unklare Photo ; zur Ergăn­ 1 27) werden im Mus. Cluj aufbewahrt (Inv. Nr. I
zung wird die im Katalog des Kronstădter Mus. 726 und IV 2 5 76). Ein fiinftes Exemplar (Nr. 1 90)
enthaltene Zeichnung mit vorgelegt (danach Ta]. 8, liegt im Mus . Aiud (Inv. Nr. 1 3 09) ; doch ist dessen
Il6a) . Zugehorigkeit zum Depot von Pădureni zweifel­
1 1 7.Semeria, Jud. Covasna. - Einzelfund (Ta! 8, haft. Im Katalog des Aiuder Museums ist als Fundort
1 17, nach einer Skizze von 1. Nestor). - Bis zum »Beşeneu, Gem. Sînpaul (Jud. Mureş)« angefiihrt.
Zweiten Weltkrieg Mus. Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. Dennoch ist M. Rusu (laut freundlicher Mitteilung)
23/1893), danach verschollen. - G. Nagy, Arch. Ert. der Ansicht, daB das Stiick aus Pădureni stammt.
3 3 , 1 9 1 3 , 3 1 3 ; M. v. Roska, Emlekkonyv 270 (beide­ Nach Rusu solI auch die Axt von Bicfalău (Nr. 1 29)
mal nur erwăhnt, nicht abgebildet). zu diesem Depotfund gehoren. - Arch. Ert. 2, 1 8 82,
1 1 8. Poian, Jud. Covasna. - Einzelfund (Ta! 8, Il 8, 2 9 ; A Szekely Nem. Muz. Ertesitoje I, 49 ; G. Nagy,
nach G. Nagy). - Bis zum ersten Weltkrieg Mus . Arch. Ert. 1 9 1 3 , 3 1 4 Abb. 34-41 ; Popescu, Bronze­
Sfîntu-Gheorghe, heute verschollen. - G . Nagy, zeit 3 5 Abb· 7, 1 -8 ; M. v. Roska, Apulum 3 , 1 947,
Arch. Ert. 3 3 , 1 9 1 3 , 3 1 3 Abb. 8, 43 · 72. Die einzigen publizierten Abbildungen sind die­
1 1 9- 1 2 8 . Pădureni (friiher : Beşeneu, in der unga­ jenigen Nagys, die wenig mit den noch vorhandenen
rischen Literatur : Sepsibessenyo), Gem. Moacşa, Originalstiicken iibereinstimmen. Fiir die verlorenen
Jud. Covasna. - Depotfund, entdeckt 1 8 74, beste­ Ăxtehaben wir deshalb auf Taf. 9 den altenAbbildun­
hend aus zwanzig oder mehr Ăxten ; davon kamen gen Nagys verlăBlichere Zeichnungen 1. Nestors
mindestens vierzehn in Museen ; die anderen gerie­ gegeniibergestellt (Nr. I 2O-1 2o a ; 1 2 5 -1 2 5 a ; Nr. 1 2 3
ten in Privatsammlungen und gelten als verschollen. u. 1 24 sind gleichfalls von Nestor gezeichnet). Die
Zehn Ăxte gehOren dem Pădureni-Typ an (Ta! 9, von Roska irrtiimlich mit der Herkunftsangabe
Il9-I28) , eine (Nr. 1 90) dem Typ Monteoru, wăh­ Ilişua-de-Jos (Jud. Bistrira-Năsăud) gefiihrte Axt
rend eine weitere eine Abart darstellt (Nr. 273). - wird im Inventar des Clujer Museums (Inv. Nr. I

1 Siehe Nachtrag S. 102 . 2 Siehe S. 54 Anm. 2.


Schaftlochăxte vom Typ Pădureni und Monteoru 45

726) als von Pădureni stammend verzeichnet stande unbekannt (Ta! 9, I}9) . - Mus. Zălau. -
(Nr. 1 27). Bei der Axt Nr. 1 22 wird in der Literatur Unveroffentlicht.
(Hampel, Bronzkor I Taf. 3 1, 4) irrtumlicherweise 140. Marpod, Jud. Sibiu. - Einzelfund (Ta! 9,
als Fundort Turia-de-Jos (Alsotoria) angegeben. I40) . - Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A
129. Bicfaldu, Jud. Covasna. - Einzelfund (Ta! 9, 1 1 8 3) . - Popescu, Bronzezeit Taf. 1 5 , 2.
I 29) . M. Rusu vermutete aufgrund gewisser An­ 141. Gălefti, Jud. Mureş. - Einzelfund (Ta! IO,
gaben in einem Manuskript Szol1a Tormas (Mus. I4I) . - Mus. Tîrgu-Mureş (Inv. Nr. 2733). - 1.
Cluj), daB diese Axt ursprunglich zum Depotfund Teglis, Arch. Ert. 8 , 1 8 88, 1 1 9 ; G. Nagy, Arch.
von Pădureni gehorte. - Mus. Sfîntu-Gheorghe (Inv . Ert. 3 3 , 1 9 1 3 , 308 Taf. 5 , 1 8 ; Popescu, Bronzezeit 3 5
Nr. 967). - Unveroffentlicht. Abb. 6, 4.
129a. Tomefti, Jud. Harghita. - Einzelfund ( Ta! J6, 142. 143. Parava, Jud. Bacău. - Depotfund, be­
C 5 ; nach einer Zeichnung von V. Zirra). - Mus. stehend aus sieben Ăxten, davon zwei hierherge­
Miercurea-Ciuc. - Unveroffentlicht. horig (Ta! IO, I 42. I 4}) " drei weitere gehoren zum
1 30. Malnaf, Jud. Covasna. - Einzelfund (Ta! 9, Typ Monteoru (Nr. 1 80-1 8 2 ; vgl. S. 46).
1 3 0) . - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. IV 5 401).­ 144. »Siebenbiirgen«. - Axt (Ta! IO, I44, nach
A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3, 1 964, 1 3 6 Anm. 3 5 . F. Koszegi). - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv.
1 3 1 . Sînzieni, Jud. Covasna. - Depotfund, bestehend Nr. 30/ 1 8 86). F. Koszegi, Folia Arch. 9, 1 9 5 7, 47
-

aus Elinf Ăxten, s. oben S. 3 8 Nr. I O I . 1 02, von denen Taf. 7, 2 .


eine hier einzureihen ist (Ta! 9, IJI) . - Mus. 145. »Gegend von Sighifoara«, Jud. Mureş. - Einzel­
Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. I I 800). - Erwahnt von fund (Ta! I O, I4J, nach M. v. Roska). - Wahrend
Mozsolics, Bronzefunde 16 Anm. 28. des Zweiten Weltkrieges verschollen. - Roska,
1 32.1 33. Covasna, Jud. Covasna. - Depotfund, ur­ Repertorium 243 Abb. 299.
sprunglich wohl aus mehreren Ăxten bestehend ; 146. Magheruf, Jud. Covasna. - Einzelfund (Taf. IO,
zwei davon sind erhalten (Ta! 8, IJ2.I}}) . - Mus. I46) . - Mus. Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. 1 5 873). -
Aiud (Inv. Nr. 5 5 , 5 6). - 1. Teglas, Arch. Ert. 8, Unveroffentlicht.
1 8 88, 1 1 8 ; K. Herepey, AIs6feher varmegye Mono­ 147. Racoful-de-Jos, Jud. Braşov. - Einzelfund, mog­
grafiaja II/I ( 1 901) Taf. 8, 68 .69 ; Roska, Reper­ licherweise Teil eines Depotfundes (Ta! IO, I47) . ­
torium 1 3 7 Abb. 1 6 1 ; Popescu, Bronzezeit 3 5 Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 89) . - B. Orban, A Szekelyfold
Abb. 6, 10. I I . leirasa I, 24 ; Roska, Repertorium 20 Abb. I I (irr­
1 34. Răcăciuni, Jud. Bacău. - Einzelfund innerhalb tiimlicherweise aufgrund einer Verwechslung von
einer Siedlung der Monteoru-Kultur (Phase J Inventarnummern unter diesem Fundorte ein Stuck
C 3-1 C2) (Ta! 9, I}4) . - Mus. Iaşi (Inv. Nr. 1 1 74)· ­ abgebildet, das in Wirklichkeit die Provenienz­
Unveroffentlicht. angabe »Siebenburgen, Fundort unbekannt« tragt
1 3 5. Teifani, Jud. Prahova. - Einzelfund in einer [vgl. unten Monteoru-Typ : Nr. 1 9 3]. Die richtige
Siedlung der Monteoru-Kultur (Ta! 9, I}J) . Die Axt von Racoşul-de -Jos wurde a. a. O. 73 Abb. 8 3
von dort stammenden Scherben gehoren allen Stu­ mit der Angabe »Siebenburgen, Fundort unbe­
fen der Monteoru-Kultur an. - Mus . Ploieşti. - kannt« publiziert).
Unveroffentlicht. 148. GUfterija, Stadt Sibiu. - Einzelfund (Ta! IO,
1 3 6. Vîrghis, Jud. Covasna. - Einzelfund in der I48) . - Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A
Nahe einer Siedlung der Wietenberg-Kultur (Ta! 9, 694). - Unveroffentlicht.
I} 6, nach Z. Szekely). - Privatbesitz(?). - Z. Szekely, 149. Sighifoara (auf dem Wietenberg), Jud. Mureş. -
Activitatea ştiinţifică a muzeului raional Mediaş II, Wahrend der 1 8 98 in der bekannten bronzezeit­
1 9 5 3, Taf. 5 , 1 I. lichen Siedlung durchgefiihrten Ausgrabungen ge­
1 37. » Gegend von Sebef«, Jud. Alba. - Einzelfund funden, nahere Fundumstande unbekannt (Ta! I O,
(Ta! 9, I}7) . - Mus. Alba-Iulia (Inv. Nr. 1 4 9 6 5 ) . - I49) . Mus . Sighişoara (Inv. Nr. 5 8 1) . - 1. Nestor,
-

Unveroffentlicht. 22. Ber. RGK. 1 9 3 3 , 93 Anm. 3 7 3 ; K. Horedt,


1 3 8 . Hălchiu, Jud. Braşov. - Einzelfund (Ta! 9, Dacia NF. 4, 1 960, 1 28 Abb. 1 3 , 6 .
I}8) . - Mus . Braşov (Inv. Nr. 5 5 7 1). - D. Berciu, 1 50. Tătaru, Jud. Prahova. - Einzelfund (Ta! I O,
Insemnări arheologice (1 942) 25 (irrtumlicherweise IJO) . - Slg. der Dorfschule Tătaru. - Unveroffent­
wurde hier diese Axt dem Depotfund von Hărman licht.
(s. S. 44) zugerechnet) ; L Berciu, Apulum 1 , 1 9 3 9 - 1 5 1 . 1 52. Şimleul Silvaniei, Jud. Sălaj . - Depotfund,
1 942, 3 7 · bestehend aus drei Ăxten ; davon gehoren zwei
1 39. Moigrad, Jud. Sălaj . - Fundstelle und Fundum- Exemplare hierher (Ta! IO, IJ I.IJ2) das dritte zum
,
Der Fundstoff

Hajdusamson-Typ (Nr. 201). - Magy. Nem. Muz. ausgrabung auf diesem Siedlungsplatz nur Keramik
Budapest (Inv. Nr. 5 5 / 1 8 89/1 , 2). - Roska, Reperto­ der Monteoru I C3 - und I C2-Phasen geborgen
rium 274 ; F. Koszegi, Folia Arch. 9, 1 9 5 7, 48 Taf. 7, wurde, diirfte das Axtdepot ebenfalls dieser Zeit an­
4. 5 ; A. Mozsolics, Bronzefunde 1 67 Taf. 20, I . 2. gehoren. - Slg. des Arch. Inst. Bukarest (Nr. 143,
1 53. Pîrscov, Jud. Buzău. - Einzelfund (Ta]. 10, 1 80. 1 8 1) und Privatslg. des Pfarrers Heisu aus Răcă­
15}) . - Mus. Turnu-Severin. - C. Moisil, Bul. Corn. ciuni (Nr. 142, 1 8 2) . - A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3,
Mon Ist. 1 9 1 1 , 8 Abb. 4. - S. Nachtrag S. 1 02. 1 964, 1 2 7 ff. ; ders. , Arh. Mold. 1 , 1 963, 65 ff. (Er­
1 54-1 7 7 . Sinaia, Jud. Prahova. - Depotfund, be­ gebnisse der Ausgrabungen in Răcăciuni).
stehend aus 26 Ăxten (Ta]. I l) ; davon behielt eine 1 83. Zagon, Jud. Covasna. - Einzelfund (Taf. 12,
der Entdecker, eine zweite gelangte ins Kloster 18), nach A . Mozsolics). - Deri Muz. Debrecen
Sinaia (heute verschollen) ; die iibrigen 24 kamen ins (Inv. Nr. 3 9/ 1 904/2). - L. Zoltai, Arch. E rt. 3 5 , 1 9 1 5 ,
Mus. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. I 5 3 88-5 4 1 2). - 1 24 ; A . Mozsolics, Bronzefunde 1 7 8 Taf. 44.
1. Andrieşescu, Bul. Corn. Mon. Ist. 1 9 1 5 , 1 5 7 1 84. O/nic, Jud. Alba. - Einzelfund (Ta]. 12, 184) . ­
Abb. 1 -2 ; ders., Asupra epocei de bronz în Ro­ Slg. des Arch. Inst. Bukarest. - Unveroffentlicht. Die
mânia ( 1 9 1 6) 6 ff. Kenntnis dieses Fundes verdanke ich Radu Heitel.
1 7 8. Mice[ti, Jud. Cluj . - Einzelfund (Ta]. 1 0, 178,
nach 1. Teglas). - Verschollen. - 1. Teglas, Arch. Zweite Variante :
Ert. 34, 1 9 14, 5 7 Abb. 4 zu S. 5 5 · 1 8 5- 1 89. Bode[ti, Jud. Neamţ. - Depotfund, ur­
1 79. Cucuteni, Gem. Băiceni, Jud. Iaşi. - Siedlungs­ spriinglich bestehend aus sechs Ăxten, die in einem
fund (Ta]. 10, 179) . Die Axt wurde wiihrend der GefiiB der Costişa-Kultur lagen ; fiinf Ăxte sind er­
Ausgrabungen von H. Schmidt oberhalb der Cucu­ halten (Ta]. 12, 185-189) ; die sechste ist verschol­
teniB-Schicht (-0,4-0, 5 m vom heutigen Boden) ge­ len. Die Fundstelle liegt in der Niihe einer kleinen
funden. Die Zugehorigkeit zur Cucuteni B-Kultur Siedlung der Costişa-Kultur (diese Gegend gehort
(wie sie E. Dullo als gegeben ansah) muB heute sehr zur Kontaktzone der Costişa- und der Monteoru­
in Frage gestellt werden. Die vor kurzem von Kultur). Die niihere Datierung des Depots liiBt sich
M. Petrescu-Dîmboviţa in Cucuteni durchgefiihr­ nicht auf das GefiiB stiitzen, da es keine Verzierung
ten Ausgrabungen ergaben, daB dort auBer zwei triigt. Seine Form (Taf. 72, B) und das Tonmaterial
Cucuteni B-Niveaus eine Usatovo-Schicht ausgebil­ entsprechen der Keramik der in der Niihe gelegenen
det ist. Bei den iilteren Untersuchungen H. Schmidts Siedlung, etwa der mittleren Phase der Costişa­
kamen auch Scherben zutage, die damals als »Cucu­ Kultur (bzw. den 1 �-I A-Phasen der Monteoru­
teni C« angefiihrt wurden, die heute aber mit Sicher­ Kultur). - Mus. Piatra-Neamţ (Inv. Nr. 3 I 19 a-e). ­
heit der vollbronzezeitlichen Costişa-Kultur zuzu­ M. Zamoşteanu, Arh. Mold. 2-3 , 1 964, 4 5 4 ff. ;
schreiben sind. Auf typologische Merkmale gestiitzt D . PopescujM. Rusu, Inv. Arch. I R. 3 .
und in Anbetracht der Unsicherheit der stratigra­ 1 90. Pddureni, Jud. Covasna. - Depotfund, be­
phischen Lage, wurde diese Axt vom Verfasser stehend aus zwanzig Ăxten ; davon ist eine hierher­
andernorts mit der Costişa-Kultur in Verbindung gehorig (Ta]. 12, 190) ; zehn zum Pădureni-Typ
gebracht. - Mus. f. Vor- und Friihgeschichte Berlin. (Nr. 1 1 9-1 28) ; zum Depot s. S. 44. - Mus. Aiud
Durch Kriegseinwirkung verloren. - H. Schmidt, (Inv. Nr. 1 3 09). - Unveroffentlicht.
Cucuteni in der oberen Moldau ( 1 9 3 2) 30 Taf. 30, 1 0 ; 1 9 1 . Cluj, Jud. Cluj . - Einzelfund (Ta]. 12, 191) . -
E . Dullo, PZ. 27, 193 5 -3 6, 1 46. 1 5 0 ; A . Vulpe, Arh. Mus. Cluj (Inv. Nr. 8 1 00). - Roska, Repertorium
Mold. 2-3, 1 964, 1 3 6 ; s. S. 13 Anm. I . 73 Abb. 84 (irrtiimlich mit Provenienzangabe »Sie­
benbiirgen, Fundort unbekannt« versehen).
Monteoru- Typ 1 92. Pir, Jud. Satu-Mare. - GuBform (auf der Riick­
Erste Variante : seite Negativ fiir eine Axt vom Typ Sanţ-Drago­
1 80-1 82. Parava, Jud. Bacău. - Depotfund, ur­ mire şti, Nr. 260). Siedlungsfund ; bei spiiteren Aus­
spriinglich bestehend aus sieben Ăxten, die in einem grabungen wurde Material der Phase II der Otomani­
GefiiB lagen ; fiinf davon sind erhalten ; darunter be­ Kultur festgestellt (Ta]. 12, 192) . - Mus. Baia­
tinden sich drei, die dem Monteoru-Typ angehoren Mare. Freundl. Mitteilung von M. Rusu. - Zu den
(Ta]. 12, 180-182) ; zwei weitere Stiicke werden Ausgrabungen vgl. Z. Szekely, Stud. Cerc. Ist.
dem Pădureni-Typ zugeschrieben (Nr. 142. 143). Das Veche 6, 1 9 5 5 , 843 ; ders. ebda. 1 7, 1 966, 1 2 5 ff.
GefiiB und zwei Ăxte sind nicht mehr vorhanden. Abb. 4, 7· 7 a.
Das Depot fand sich am Rande einer groBen Sied­ 1 93. »Siebenbiirgen«. - Axt (Ta]. 12, 19}) . - Mus. Cluj
lung der Monteoru-Kultur. Da im Zuge einer Probe- (Inv. Nr. 1 8 8). - Roska, Repertorium 20 Abb. I I
Schaftlocbaxte vom Typ Pădureni und Monteoru 47

(irrtiimlich mit der Axt von Racoşul-de-Jos, N r. 147, lung von Costişa gefunden (unveroffentlichte Gra­
verwechselt). bung von A. Vulpe und M. Zamoşteanu). - Privat­
194. Monor, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Einzelfund slg. des Rechtsanwaltes A. Logadi, Bukarest. -
(Taf. I2, I94) . - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3, 1 964, 1 3 1 ff. Abb. 3 ·4· 5 .
IV 5 990)' - D. Popescu, Dacia 5 -6, 1 93 5 -3 6, 1 9 3 1 9 8. Poiana, Jud. Galaţi. - Siedlungsfund (Taf. I2,
Abb. 3, 4. I98) , bei systematischen Ausgrabungen zutage ge­
195. Găiceana, Jud. Bacău. - Einzelfund (Taf. I2, kommen. Die Siedlung gehort der Monteoru-Kultur
I9J) . - Mus. Bacău. - M. FlorescujV. Căpitanu, an. Die Fundumstănde der Axt lassen nicht auf eine
Arh. Mold. 2-3, 1 964, 445 ff. Abb. 2. năhere Datierung innerhalb dieser Kultur schlieBen.
Die dort zum Vorschein gekommene Keramik ver­
Dritte Variante : teilt sich auf alle Stufen (auCer derjenigen 1 C4) der
196. Lopătari, Jud. Buzău. - Einzelfund (Taf. I2, Monteoru-Kultur ; jedoch iiberwiegt die Ware der
I96) . - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. 1 5 989)' ­ Stufe II. - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. II
D. Popescu, Dacia 5 -6, 1 9 3 5 -3 6, 1 9 1 Abb. 1 , 2 . 1 5 4 5 9)' - R. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 3 , 1 9 5 2,
1 9 7. Odobefti, Jud. Vrancea. - Wahrscheinlich Grab­ 1 99 Abb. 8, 2 ; ders., Buletin i universitetit shteteror
fund. Bei Weinbergarbeiten kamen zufăllig eine Axt te Tiranes, Seria shkenqat soqerore 3, 1 960, 1 6 5 ff. ;
(Taf. I2, I97) , zwei Dolche (einer aus Kupfer und A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3 , 1964, 1 3 0 Abb. 3 , 1 .
einer aus Bronze), ein Armring, ein Lockenring und 1 9 9. Tîrgu-Ocna, Jud. Bacău. - Siedlungsfund (Taf.
ein kleines GefăB zum Vorschein (Taf. 69, B). Nach IJ, I99) , zufăllig im Bereich einer Monteoru-Sied­
Angaben des Grundbesitzers wurden dort auch lung zutage gekommen. Die spăter dort unternom­
Steine und Knochen gefunden, was auf ein Grăber­ menen Ausgrabungen ergaben Keramik der Stufe
feld der Monteoru-Kultur hinzuweisen scheint. Das 1 C3, 1 Cz, I A sowie II A der Monteoru-Kultur. ­
GefăB,wenngleich nichtvolltypisch,konnte der Phase Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. II 5 99 1) . -
I A oder II A der Monteoru-Kultur zugewiesen wer­ R. Vulpe in : Serta Hoffileriana (1 940) 3 9 ff. ; ders.,
den. An derselben Stelle wurden auch volltypische Apulum 3, 1 946-48, 94ff. ; A. Vulpe, Arh. Mold.
Monteoru II A-Scherben gesammelt. Der Locken­ 2-3, 1964, 1 3 1 Abb. 3, 3 ·
ring und der bronzene Dolch wiirden mit dieser Da­ 200. Sărata-Monteoru, Jud. Buzău. - Siedlungsfund.
tierung iibereinstimmen. Auch der kupferne Dolch Zweischalige GuBform (Taf. IJ, 2 0 0, AusguB :
miiBte dem nicht widersprechen, da solche alter­ Nr. 200a). - In der obersten (IIB) Schicht der fiir die
tiimlichen Gerăte in Monteoru-Siedlungen nicht Monteoru-Kultur namengebenden Siedlung gefun­
selten begegnen. So wurde ein ăhnlicher Dolch in den. - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. 1 2 5 07). -
einer Monteoru-Schicht (Phase 1 C2-I A) der Sied- 1. Nestor in : Istoria României 1 (1 960) 93 Abb. 1 8 .

Fttnktion: Die Pădureni- sowie die Monteoru-ĂXte kănnen nur als Waffen angesehen werden. Die
kostbaren goldenen ĂXte von Ţufalău (Taf. 66, B) sind ausgesprochene Prunkwaffen. Die Rippenzier
einiger siebenbiirgischer Exemplare deutet darauf hin, daB derartige Axte in zunehmendem MaBe
individuelle Ziige erhielten. In dieser Hinsicht bezeichnend ist das Pădureni-Depot, wo verschie­
denartige Typen miteinander auftreten. Von dieser Art sind eine ganze Anzahl von Depotfunden be­
kannt. Kănnte man bei den unbeniitzten, guBrohen Axten des Sinaia-Fundes (Taf. I I) daran denken,
daB sie zu einem GieBerdepot gehărten, so măchte man bei den Depots von Pădureni (Nr. 1 1 9-1 28)
und Parava (Nr. 1 80-1 82) an Verwahrfunde denken. Die zu ihrer Vergrabung fiihrenden Motive
kănnten dieselben sein wie diejenigen, die A. Mozsolics fiir die Depots des Horizontes Hajdusam­
son-Apa vermuteteI (s. unten S. 5 0).
Bei dem Rippenornament auf dem Schafthelm der Axt von Răcăciuni (Nr. 1 34) kănnte man an die
Imitation einer Umschniirung denken. Das technische Verfahren einer rippenartigen Verstărkung
des Schafthelmes tritt bereits an orientalischen Schaftlochăxten auf. Von dort aus wurde dieses
Merkmal verschiedentlich von europăischen Typen iibernommen (in Albanien und Dalmatien vom
Typ Skutari und vom sog. albano-dalmatinischen Typ, in der Moldau vom Monteoru-Typ und in
Kaukasien, wo mehrere Typen dieser Art erscheinen).
1 Mozsolics, Bronzefunde 121 .
Der Fundstoff

Zeitstel/ung: Die drei typologischen Varianten der Monteoru-Ăxte lassen sich mit der Entwicklung
der Monteoru-Kultur in Verbindung bringen und zwar die Parava-Variante (Nr. 1 80-1 82) mit der
Monteoru-Stufe 1 C 3-1 C2; die Borleşti-Variante (Nr. 1 8 5 - 1 89) mit der Stufe des Kontaktes der be­
nachbarten Kulturen Costişa und Monteoru, d. h. der Monteoru-Stufe 1 C2-I A ; die dritte Variante
der Monteoru Stufe II. Die ersten beiden Varianten gehăren demnach der ersten Hălfte der mittleren
rumănischen Bronzezeit an, die dritte Variante einem jiingeren Abschnitt dieses Zeitalters. Diese
chronologischen Einstufungen beruhen im einzelnen auf folgenden Befunden : Das Depot von Pa­
rava, das den Prototyp der Monteoru-Rippenăxte enthălt (Nr. 1 80-1 82) kam am Rande einer Mon­
teoru 1 C 3-1 C2-Siedlung zum Vorschein. Die Ăxte des Depotfundes von Borleşti (Nr. 1 8 5 -1 8 9)
waren in einem Gefăf3 der Costişa-Kultur geborgen, das der Zeit des Kontaktes der Costişa und Mon­
teoru-Kulturen angehărt (also der Monteoru-Stufe I Cz-I A). Alle Ăxte mit verlăngertem Nacken
(dritte Monteoru-Variante), soweit ihre Fundumstănde iiberhaupt năhere Hinweise zu geben ver­
măgen, wurden in Monteoru II-Zusammenhang entdeckt.
Diese vergleichsweise verlăf3liche Einordnung der Monteoru-Ăxte kann auf den verwandten
Pădureni-Typ iibertragen werden. Danach gehăren die typologisch ălteren Stiicke der Pădureni­
Ăxte dem Anfange der Wietenberg-Kultur an, die jiingeren der mittleren Phase dieser Kultur. Die
Wietenberg-Kultur stand im engen Kontakt mit den Kulturen von Monteoru (besonders der Phasen I
C 2-IA) und Costişa. Wietenberg-Scherben wurden in moldauischen Monteoru-Siedlungen (beson­
ders der Stufen I C2-I A) gefunden, wie umgekehrt Monteoru- und Costişa-Ware in Siebenbiirgener
Wietenberg-Siedlungen festgestellt wurden.1 In Wietenberg selbst kamen zwei Costişa-Gefăf3e dieser
Zeitstellung zum Vorschein.2 Leider ist die Chronologie der Wietenberg-Kultur weit weniger prăzis
und stratigraphischgesichert als diejenige der Monteoru-Kultur. Man weif3 derzeit nur, daf3 innerhalb
derWietenberg-Kultur wenigstens drei Entwicklungsstufen zu unterscheiden sind, deren beide ersten
(teilweise auch ilie dritte) mit Sicherheit der mittleren rumănischen Bronzezeit zuzuweisen sind.
Der Depotfund von Pădureni (Nr. 1 1 9-128) muf3 somit aus dem zweiten Abschnitt der Wieten­
berg-Kultur stammen, wenngleich in dem Fund die zahlreichsten als typologisch ăltere Stiicke fest­
zustellen sind. Dasselbe zeigt sich im Fund von Borleşti (Nr. 1 8 5 -1 89), wo kupferne Ăxte mit ganz
ăhnlichen Stiicken aus Bronze kombiniert sind. Aufschluf3reich sind schliei3lich die Beziehungen
zwischen den Ăxten vom Pădureni-Typ und den Goldăxten aus dem Schatzfund von Ţufalău, der
in die Zeit der Monteoru I A-Phase gehărt (5 . unten S. 5 6), was unseren oben angedeuteten Zeit­
ansatz bestătigt.
Verbreitung: Die Pădureni-Ăxte treten konzentriert in Siidostsiebenbiirgen auf3, die Monteoru­
Ăxte hingegen im Bereich der Monteoru-Kultur4 (Karte Taf. 46, B). Die Verbreitung des Pădu­
reni-Typs ist offensichtlich auf die Wietenberg-Kultur bezogen und steht mit den mittelrumănischen
Kupfererzlagern in Verbindung. Dies erklărt auch die Hăufung im Karpatenwinkel. Das Auftre­
ten einzelner Monteoru-Ăxte im Bereich der Wietenberg-Kultur und umgekehrt einzelner Pădu­
reni-Ăxte im Bereich der Monteoru-Kultur lăf3t sich durch die auch an Hand der iibrigen Kultur­
zeugnisse erkennbaren Beziehungen zwischen diesen beiden benachbarten Kulturgruppen erklăren.
In Zukunft ist zu beachten, ob die Stiicke Nr. 1 92 und 1 9 3 nicht etwa eine auf Nordwestsieben­
biirgen beschrănkte selbstăndige Variante bilden.
1 Siehe A. Vulpe, Dacia NF. 5, 1961, I I I . Kr. Querfurt, Mitteldeutschland : G. Mildenberger, J ahres­
2 Unpubliziert i m Museum zu Sighişoara. schr. Halle 34, 1950, 27ff. Abb. 2.
3 Von den auBerhalb Rumăniens bekannten Axten ge­ 4 Hier anzuschlieBen ist auch die Axt von Bielousova,

hbren hierher Stiicke von : Loznica, Kr. Homolje, Jugos­ Kr. Bratslav, Podolien, UdSSR; Depotfund(?). Ermitage
lawien: D. Garailanin, Katalog der Vorgeschichtlichen Metalle, Leningrad: A. M. Tallgren, ESA. 2, 1926, 168 Abb. 98, 4.
Nationalmuseum Beograd 1 (1954) Taf. 32, 5. - Zscheiplitz,
Schaftlochăxte vom Typ Hajdusdmson 49

S CHAFTLO CHAxTE VO M T Y P HAJ D U S Â M S O N

Der durch eine Reihe von Ăxten aus dem ungarlschen Depotfund von Hajdusamson (Taf. 69, A)I
verkorperte Typ ist gekennzeichnet durch einen leicht gebogenen Nacken, einen waagrechten Klin­
genriicken und eine scharf abgesetzte, gerade Schneide. Die hinzugerechneten Ăxte sind denen des
unten herausgestellten Typs Balşa (s. S. 5 1) formal eng verwandt, so daB mitunter die Zuweisung
einzelner Stiicke zum einen oder anderen Typ strittig sein kann. Die Hajdusamson-Ăxte weisen im
allgemeinen eine lange, ziemlich schmale Klinge mit sechseckigem Querschnitt auf. Der Schaftriicken
ist merklich verlangert. Die geringfiigige Verdickung der Schaftlochrănder wird durch die nach innen
gebogenen Wănde des Schafthelmes betont (s. Profil des Schaftrohrenteils). Bei den Ăxten von Larga
(Nr. 202), Balaton,z Sîrbi (Nr. 204) und »Nordsiebenbiirgen« (Nr. 20 5 ) verlăuft iiber dem unteren
verdickten Rand der Schaftrohre eine Zierleiste. Drei Ăxte aus dem Depotfund von Hajdusamson
und das hierhergehorige Exemplar aus dem Depot von Şimleul Silvaniei (Nr. 201) sind mit je drei
mitgegossenen nietartigen Warzen auf beiden Seiten des Schafthelmes versehen.
Zwei diesem Typ nahestehende Ăxte von Szekely3 und Balaton zeichnen sich durch eine stark
konvexe Schneide aus. Bei der ersteren fallen rund um den Schaftrohrenteil senkrechte Facetten auf,
eine Eigenheit, die auch an ălteren, zum Typ Dumbrăvioara (s. S. 3 1) gerechneten Ăxten von Sfîntu­
Gheorghe (Nr. 5 2) und Jimbor (Nr. 5 3) auftritt.
Es muB einstweilen dahingestellt bleiben, ob die bei der Axt von Balaton auffallende sporenartig
nach der Klinge zu gerichtete Verlăngerung am unteren Rande der Schaftrohre auf einen besonderen
Typ hindeutet.
Fast alle Hajdusamson-Ăxte sind aus Bronze gegossen. Lediglich das Exemplar Nr. 205 enthielt
nur 0,0 5 % Zinn. Bei allen rumănischen Stiicken ist eine Vertiefung im Innern des Schaftloches zu
bemerken.
Vom Typ abweichend, jedoch nicht einem anderen beschriebenen Typ zuzuweisen sind die drei
GuBformen von Cehăluţ (Nr. 2°9-2 I I ) . Die besonders bei Nr. 209 stark geschwungene Axtklinge
weist aufMerkmale der Typen von Apa-Nehoiu oder Balşa hin, was die typologische Verwandtschaft
dieser drei Typen noch ausdriicklicher betont und bestătigt.

201 . .fimleul Silvaniei, Jud. Sălaj . - Depotfund, be­ Nr. IV 1 8 8 8) . - Arch. E rt. 22, 1 9°2, 414; Roska,
stehend aus drei Axten ; davon gehort eine hierher Repertorium 280 Abb. 3 3 8 .
( Taf. 1j, 2 OI) " die beiden anderen Exemplare zum 203. Sîngeorgiul-de-Mezef, Gem. Bucium, Jud. Sălaj . ­
Pădureni-Typ : Nr. 1 5 1 . 1 5 2). - Magy. Nem. Muz. Einzelfund (Taf. Ij, 2 0j) . - Mus. Zălau (Inv. Nr.
Budapest (Inv. Nr. 5 5 /1 8 89/3) . - Lit. s. S. 46 Nr. 1 5 1 , 742/ 1 966). - Unverăffentlicht.
1 5 2• 204. Sîrbi, Jud. Maramureş. - Einzelfund (Taf. Ij,
202. Larga, Jud. Cluj . - Einzelfund ( Taf. Ij, 2 02) . 2 04) ' - Privatslg. Fr. Nistor, Sighetul Marmaţiei. -
Die Annahme M. v. Roskas, daB die von demselben Fr. Nistor und A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist Veche 20,
Fundort stammende Axt mit kalottenfărmigem 1 969, 1 84 Abb. 4, 67·
Nacken und diese Schaftlochaxt măglicherweise ein 205. »Nordsiebenbiirgen«. - Axt (Taf. Ij, 205) . -
zusammengehăriges Depot gebildet hiitten, ist Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 8 7). - Unverăffentlicht.
schwer aufrecht zu erhalten. - Mus. Cluj (Inv. 206-208. Pecica, Jud. Arad. - Siedlungsfund. GuB-

I Hajdusimson, Kom. Hajdu, Ungarn; Depotfund, be­ 2 Balaton, Ungarn : F. K6szegi, Folia Arch. 9, 1 9 5 7, 48

stehend aus acht Schaftlochăxten, drei Nackenscheibenăxten, Taf. 7, 3 ·


einer eigenartigen Schaftr6hrenaxt und einem verzierten Voll­ 3 Mozsolics a.a.O. Taf. 1 9, 7.
griffschwert. Chronologisch geh6rt das Depot in die v'ollent­
wickelte Bronzezeit und ist mit dem Depot von Apa gleich­
zeitig : Mozsolics, Bronzefunde 1 3 9 Taf. 9-1 1 .
Der Fundstof!

formen fur mehrere Schaftlochăxte (Ta! 1J, 2 o 6-2 O 8, 2 24-228. - Mus. Arad. - L. Domotor, Arch. E rt. 22,
nach D. Popescu u. Zchn. von M. Petrescu-Dimbo­ 1 902, 271 ff. ; Popescu, Bronzezeit 66 Abb. 28, 10.
viţa). Nr. 206 wurde wăhrend der Ausgrabung in 209-2 1 1 . Cehă/u!, Jud. Satu-Mare. - Depotfund ;
Schicht XIII gefunden. Genaueres uber die Fund­ năhere Fundumstănde unbekannt. GuBformen fiir
umstănde der Stucke Nr. 207 und 208 ist nicht be­ Schaftlochăxte (Ta! IJ, 2 09-2II) . - Mus. Satu­
kannt. Von dort stammen auch die GuBformen Nr. Mare. - Freundliche Mitteilung von T. Bader.

Zeitste//ung: Die Datierung der Schaftlochaxte vom Typ Hajdusamson hăngt von der allgemeinen,
viel diskutierten chronologischen Beurteilung des Depotfundhorizontes Hajdusamson-Apa-Ţu­
falău ab. Es wăre nicht sinnvoll, dieses Gesamtproblem hier aufrollen und sich dabei womoglich auf
typologische Einzelvergleiche stiitzen zu wollen. Die Fragen, ob Unterschiede im zeitlichen Ansatz
zwischen diesen drei Depotfunden bestehen und wie diese wichtigen Funde sich mit den mitteleuro­
păischen Bronzezeitstufen Az und Bl parallelisieren lassen, sind einstweilen nicht zu beantworten.
Wie in der Einleitung hervorgehoben, diirfte gegenwărtig eine detailliertere Verkniipfung zwischen
der mitteleuropăischen Chronologie und derjenigen des Donaukarpatenraumes nicht moglich sein.
Von siidosteuropăischen Verhăltnissen aus gesehen, ist der Axttyp Hajdusamson in die Stufe zu
verweisen, die dem Ende der Pecica-Siedlung unmittelbar vorausgeht. Eine genaue Synchronisierung
der Pecica-Kultur mit der vieI besser bekannten Monteoru-Kultur ist bis jetzt noch nicht versucht
worden. Die kleine Goldscheibe von PecicaI IăBt sich mit einem ăhnlichen Stiick aus dem Schatz­
fund von Ţufalău vergleichen, was gewiB ein Hinweis auf eine gewisse Gleichzeitigkeit darstellt.
Entgegen der mitunter vertretenen Meinung, der Ţufalău-Schatz wăre eine Stufe jiinger als derjenige
von Hajdusamson,2 diirfen wir wohl eher damit rechnen, daB diese beiden Funde annăhernd dieselbe
Zeitstufe verkorpern. Fiir den Schatz von Ţufalău verfiigen wir iiber einen chronologischen Anhalt :
Der Typ der in diesem Fund erscheinenden Lockenringe entspricht demjenigen der Monteoru-Stufe
1 A. 3 Es handelt sich um denselben Horizont, dem auch die Axte der Borleşti-Variante des Monteoru­
Typs, diejenigen des Pădureni-Typs und des Balşa-Typs angehoren. Es ist dies die Bliitezeit der
mittleren rumănischen Bronzezeit.
A. Mozsolics vermutete, daB die Depots des Hajdusamson-Horizontes durch Unruhen am Ende
der ersten Phase der Fiizesabonyer� bzw. Otomani II-Kultur in den Boden gerieten.4 Halten wir uns
an die eben angedeutete Datierung der Hajdusamson -Axte, so liegt der Gedanke nahe, daB auch das
Ende der Monteoru 1 A-Phase von Unruhen begleitet wurde, und daB dieser Horizont nicht weit vom
Ende der Pecica-Siedlung entfernt ist. Verhăltnisse dieser Art wiirden also auch hinter der Vergra­
bung der Depots mit Axten des Pădureni- und Monteoru-Typs stehen . Diese Hypothese ist jedoch
nur bedingt einleuchtend, da die Geschehnisse, die den Untergang der Siedlungen von T6szeg- und
Pecica-Art verursachten, in Mittel- und Ostrumănien sich offenbar nicht in derselben Weise aus­
wirkten. Wăhrend in Ostungarn und am unteren Mureş eine kulturelle Zăsur anzunehmen ist,
lassen die betreffenden mittel- und ostrumănischen Kulturen eine kontinuierliche Weiterentwick­
lung erkennen, trotz gewisser Unruhen, die sich in manchen Siedlungen abzeichnen (vgl. die Befesti­
gungswerke von der Monteoru-Stufe 1 Cz-IA ab in vielen ostrumănischen Siedlungen).5 Das gilt
teilweise auch fiir die Otomani-Kultur, wenigstens fUr deren ostlichen Raum. In Otomani selbst

I Im Jahre 1 9 3 8 wurde eine mit getriebenen Punkten 3 E . Zaharia, Dacia NF. 3 , 1 9 5 9, I I 7 Anm. 5 6. Zum
verzierte goldene Scheibe und 48 kleine Goldkegel in einem selben SchluB gelangt neuerdings auch A. Mozsolics, 46. -
zur Vatina-Kultur geh6rigen GefaB in unmittelbarer Niihe 47. Ber. RGK. 1965-66, 3 8 ff.
der bekannten Siedlung von Peciea-Rovine gefunden: 4 Bronzefunde 1 2 1 .

VI. Dumitrescu, Dacia, 7-8, 1 9 37-40, 1 2 7 ff. 5 A . Vulpe, Dacia NF. 5, 1 96 1 , 1 10. -Andererseits sind viele

z Hachmann, Ostseegebiet 97. 142• 1 7 3 . dieser Funde als Votivdepots zu betrachten.


Schaftlochăxte vom Typ Balfa

IăBt sich keine Zăsur zwischen der II. und der III. Phase nachweisen ; vielmehr bezeugt hier eine
Ubergangsstufe zwischen diesen beiden Phasen eine Kontinuităt der Otomani-Kultur bis in die
Spătbronzezeit hinein1 •
Verbreitung: Die Axte vom Hajdu.sâmson-Typ sind i m ăstlichen Ungarn und i m westlichen Ru­
mănien verbreitet. Sie stammen aus dem Bereich der Pecica- und Otomani-Kultur sowie im ăst�
lichen Teil aus demjenigen der Wietenberg-Kultur (Karte Taf. 47, A).

S CHAFTLO CH A x T E VOM T Y P B A L Ş A

Zu diesem Typ gehăren Axte mit gebogenem Nackenriicken, ziemlich geschweifter Klinge und zu­
meist breitausladender, gerundeter Schneide. Der Querschnitt der Axtklinge ist sechseckig und
breit. Die Axte von Deva (Nr. 2 I 8) und Dipşa (Nr. 2 I 7) sind fragmentarisch erhalten. Das Exemplar
aus »Transsilvanien« (Nr. 221) ist angesichts seines schlechten Erhaltungszustandes diesem Typ nur
mit Vorbehalt zuzuweisen. Eine Sonderstellung nehmen die AxtguBformen von Cetea (Nr. 232, 2 3 3)
ein, die zwar die Hauptmerkmale des Typs Balşa zeigen, aber doch anscheinend typologisch zu den
Axten mit gekriimmtem und verlăngertem Schaftriicken (Nackenkammăxte, s. S. 5 3) iiberleiten.
Das gleiche gilt fiir die Axt Nr. 2 3 7 vom selben Fundort, bei der besonders der eigentiimliche Quer­
schnitt der Klinge zu beachten ist. Die grbBte Zahl der Balşa-Axte scheint aus Bronze gegossen zu
sein. Analysen liegen nur vor von Balşa (Nr. 2 1 2), »Transsilvanien« (Nr. 221) und »Sebeş« (Nr. 2 1 5).
Die Axt von Dipşa (Nr. 2 1 7) besteht aus Kupfer. Bei den Stiicken von Ţapu (Nr. 2 1 3), »Sighişoara«
(Nr. 2 1 6), »Transsilvanien« (Nr. 221), Şimnic (Nr. 2 1 9) und Deva (Nr. 2 1 8) zeigt die Wandung des
Schaftloches eine gegen die I<linge zu gerichtete Vertiefung. Diesem Typ gehbren auch einige GuB­
formen an, die grbBtenteils aus Siedlungen stammen. Die Axt von Şard (Nr. 223) weicht von den
iibrigen Stiicken dieses Typs etwas ab und zeigt Ahnlichkeit mit einer Axt von Pfaffenberg in Oster­
reich.z

2 1 2. Balfa, Jud. Hunedoara. - Einzelfund ( Taf. I4, grabungen abbilden (jetzt im Klausenburger Archă­
2 I 2) , wahrscheinlich aus einer H6hle (der genaue ologischen Institut aufbewahrt) nicht enthalten ist. -
, Fundplatz ist jedoch nach M. Rusu nicht bekannt) . - Mus . Sighişoara (Inv. Nr. 2 5 08) . - Unver6ffentlicht.
Mus. Orăştie (Inv. Nr. 21). - Unver6ffentlicht. 2 1 7 . DiPfa, Jud. Bistriţa-Năsăud. -Bruchstiick einer
2 1 3. Ţapu, Jud. Sibiu. - Einzelfund ( Taf. I4, 2I}) . - Schaftlochaxt aus einem GuBdepotfund ( Ta! I4,
Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A I I 84). - 2 I7) , das auch wesentlich jiingere Gegenstănde
Popescu, Bronzezeit Taf. 1 5 , 3 . (siehe Nackenscheibenăxte Nr. 48 6 : Typ B4 Variante
214. »Gegend von Mediaf«, Jud. Sibiu. - Einzelfund Şomcuta ; dazu auch Tiillenbeile, Sicheln usw.) ent­
(Taf. I4, 2I4) . - Mus. Mediaş. - Unver6ffentlicht. hălt, das demnach nur fiir die Vergrabungs-, nicht
2 1 5 . » Gegend von Sebef«, Jud. Alba. - Einzelfund aber fiir die Herstellungszeit der Axt aufschluBreich
( Ta]. I4, 2If) . - Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. ist. - Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A 2434).
Nr. A 63 92). - Unver6ffentlicht. - Unver6ffentlicht.
2 1 6. »Gegend von Sighiţoara«, Jud. Mureş. - Einzel­ 2 1 8. Deva, Jud. Hunedoara. - Einzelfund von der
fund (Taf. I4, 2I6) . Es ist unsicher, ob die Axt Burg ( Ta! I4, 2IS) . In der Năhe wurden Spuren
aus der bekannten Bronzezeitsiedlung Wietenberg der Wietenbergkultur festgestellt. - Mus. Deva
stammt, da sie auf den Tafeln Seraphins, die den (Inv. Nr. 5 3 5 5). - Unver6ffentlicht.
Fundstoff aus dessen 1 904 durchgefiihrten Aus- 2 1 9 . Şimnic, Stadt Craiova, Jud. Dolj . - Einzelfund

IL Ordentlich, Dacia NF. 7, 1 963, 1 1 5 ff. ; ders., Muzeul 2 Einzelfund ; K. Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit
Brukenthal, Studii şi Comunicări IZ, 1 96 5 , 1 8 1 ff. ; ders., in Osterreich (1937), Taf. 49, 8.
Acta Musei Napocensis-Cluj 5, 1 968, 3 97 ff. ; K. Horedt, Acta
Arch. Carpathica 9, 1 967, 5 ff.
Der Fundstoff

( Ta]. I4, 2I9) . - Mus. Craiova (Inv. Nr. 1 4 6 1 2) . - 232.233. Cetea, Gem. Benic, Jud. Alba. - Zu­
Unveroffentlicht. fallsfund in einer Siedlung. Zwei GuBformen
220. Areuf, Jud. Covasna. - Depotfund, bestehend ( Ta]. IJ, 2J2. 2}}) . -Eine von C. Torma durch­
aus zwei ĂXten ; davon gehort die eine hierher ( Ta]. gefiihrte Probeausgrabung brachte u . a . Keramik
I4, 220), die andere zum Typ Pătulele (Nr. 103)' - der Wietenberg-Kultur zutage. - Mus. Aiud (Inv.
Mus. Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. 1 5 31 0). - Lit. zu N r. 2640). - K. Herepey, AIs6feher vărmegye Mono­
Nr. 103, S. 3 8 . graphiăja II/I (1901) Taf. 8, 72 (Zeichnung nicht
221. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta]. I4, 22I, nach korrekt) ; M. v. Roska, Apulum 3 , 1 946-48, 70 ff.
F. Koszegi). - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv. Abb. I.
Nr. 3 0/ 1 8 8 6). - F. Koszegi, Folia Arch. 9, 1 9 5 7, 47 234. »Gegend von Deva«, Jud. Hunedoara. - Einzel­
Taf. 8, 2. fund, GuBform ( Ta]. IJ, 2}4) . - Mus. Deva (Inv.
222. »Rumănien« (wahrscheinlich Siebenbiirgen). - Nr. 1 98). - Unveroffentlicht.
Axt ( Ta]. I4, 222) . - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. 235. Turdaf, Jud. Hunedoara. In der Literatur irr­
Nr. 8682) . - Unveroffentlicht. tiimlich Nandruvale angegeben. - Siedlungsfund,
223 . .fard, Jud. Alba. - Einzelfund ( Ta]. I4, 22}) . ­ Fundumstiinde unbekannt. Fragmentarisch erhaltene
Mus. Cluj (Inv.Nr. II 4434). - Roska, Repertorium GuBform ( Ta]. I4, 2}J, nach M. v. Roska). - Mus.
241 Abb. 294. Cluj. - Roska, Die Sammlung Zsofia v. Torma ( 1 941)
224-228. Pecica, Jud. Arad. - Siedlungsfund. GuB­ 3 34 Taf. 1 4 5 , 7.
formen fiir Schaftlochiixte ( Ta]. I4, 224-228, nach 236. Hdrman, Jud. Braşov. - Depotfund, bestehend
D. Popescu, ergiinzt durch Zeichnungen von M. Pe­ aus einer hierhergehorigen Axt ( Ta]. IJ, 2} 6) , an­
trescu-Dîmbovira). Die Stiicke Nr. 224, 225 wurden geblich einer verzierten Schaftrohrenaxt (Nr. 292)
wiihrend der Ausgrabung in Schicht XIII gefunden, und wahrscheinlich einer zweiten Schaftlochaxt
die mit T6szeg C (Fiizesabonyer bzw. Otomani­ (Nr. I I 6 ; Taf. 68, B). - Mus. Braşov (Inv. Nr.
Kultur) gleichgesetzt wird; Nr. 226 in Schicht XIV. 2260). - D. Berciu, Insemnări Arheologice (1941)
- Fiir Nr. 227 und 228 sind Fundumstiinde nicht 2 5 Abb. 1 , 3 ; 1. Berciu, Apulum 1 , 1 9 3 9-42, 37
angegeben (s. auch Typ Hajdusimson, Nr. 206). - Abb. 5 , 3 .
Mus. Arad. - M. v. Roska, Dolgozatok Cluj 3 , 1 9 1 2,
3 2 Abb. 5 6, 2 ; 3 8 Abb. 67, 5 ; Popescu, Bronzezeit Nahesteht die Axt von :
66, Abb. 26, 5 ; 27, 3 . 237. Cetea, Gem. Benic, Jud. Alba. - Siedlungsfund
229-23 1. Rusul-de-Jos, Jud. Bistriţa-Năsăud. - ( Ta]. IJ, 2}7) . - Mus. Aiud (Inv. Nr. 1 9 ) 2) . -
Depotfund, bestehend aus drei GuBformen ( Taf. I4, K. Herepey, AIs6feher Vărmegye Monographiăja
229-2}I, nach F. Koszegi). - Magy. Nem. Muz. II/ I (1901) Taf. 8 (Zeichnung ungenau) ; M. v.
Budapest (Inv. Nr. I/ 1 907)' - F. Koszegi, Folia Roska, Apulum 3, 1 946-48, 70 ff. Abb. 2.
Arch. 9, 1 9 5 7, 48 Taf. 8, 1 - 3 ·

Zeitstel/ung: Bei den Ăxten vom Typ Balşa handelt es sich durehweg um Einzelfunde. Fur die Da­
tierung dieser Ăxte aufsehluI3reieh sind ihre typologisehen Beziehungen zum Pădureni-Typ (s. S. 48).
Im Herstellungsverfahren und in der Form entspreehen die Balşa-Ăxte văllig der zweiten Variante des
Pădureni-Typs (bzw. der Bodeşti-Variante des Monteoru-Typs). AuI3erdem weist die formale Ver­
wandtsehaft mit dem Typ Hajdusămson auf eine annahernde Gleiehzeitigkeit hin (s. S. 49)' Sofern
der angebliehe Depotfund von Hărman (Nr. 2 3 6) als gesehlossen gewertet werden kann, wiirde die
dortige Vergesellsehaftung mit einer Sehaftrăhrenaxt (Nr. 292) die Datierung in den Hajdusamson­
Depotfundhorizont bestatigen. Wir haben demnaeh an die Zeit der Monteoru I A-Stufe zu denken,
also die Mitte der mittleren rumanisehen Bronzezeit. Die in der XIV. Sehieht von Peciea zutage
gefărderten GuI3formenfunde entspreehen ebenfalls dieser Zeitstellung.
Verbreitung: Ăxte des Balşa-Typs treten hauptsaehlieh in Mittelsiebenburgen auf (Karte Taf. 4 7, A) ;
man măehte demnaeh den Fundort aueh der Stueke Nr. 2 2 1 und Nr. 222 (»Siebenburgen« und
»Rumanien«) in diesem Raum vermuten.I Die Verbreitung des Axttyps Balşa fallt weitgehend in

I Von den auBerrumiinischen Axten hier einzureihen ist ein ungarisches Exemplar von Eger : F. Koszegi, Folia Arch. 9,

1 9 5 7, 48 Taf. 7, 1 .
Schaftlochăxte vom Typ Apa-Nehoiu 53

den Bereich der Wietenberg-Kultur. Es erscheint daher einleuchtend, daf) die Axtfunde von Sighi­
şoara (Nr. 2 1 6), Deva (Nr. 2 1 8) und Cetea (Nr. 2 3 2, 2 3 3 , 237) mit den dortigen Wietenberg-Sied­
lungen in Beziehung zu bringen sind.

S CHAFTLO CH A x T E (NA C K E N K A M M A X T E) VOM T Y P A PA- N E H O I U

Die Ăxte mit verlăngertem, verdicktem und gebogenem Schaftriicken wurden von der bisherigen
Forschung mehrfach behandelt.I Dabei wurde mit Recht unterstrichen, daf) bei dieser Gattung von
Schaftlochăxten es besonders schwer falle, charakteristische Merkmale einzelner Typen herauszu­
stellen.2 Namentlich bei den verzierten Stiicken hat man den Eindruck, daf) jedes einzelne Exem­
plar eine Sonderanfertigung darstellt. Diese Ăxte werden in folgende drei Haupttypen unterteilt, die
als Apa-Nehoiu, Filipeni und Şanţ-Dragomireşti benannt seien.3 Diese typologische Gliederung
unterscheidet sich von derjenigen A. Mozsolics' insofern, als wir ihre Da- und Db-Gruppen zu einem
einzigen, aus mehreren Varianten bestehenden Typ (Apa-Nehoiu-Typ) zusammenziehen, wobei
die Maglichkeit im Auge zu behalten ist, daf) bei Anwachsen des Fundstoffes die einzelnen Varianten
sich als selbstăndige Typen erweisen lassen.4
Zum Typus Apa-Nehoiu werden Ăxte mit ver1ăngertem, verdicktem und gebogenem Schaftriik­
ken gerechnet, die sich durch eine senkrecht abgesetzte oder schwach abgerundete Schneide auszeich­
nen. Der Querschnitt der Klinge zeigt ein eigenartiges Aussehen : obwohl sechseckig, manchmal
mit abgerundeter Ober- und Unterkante, sind die Seiten eingezogen. Die Axt von Nehoiu (Nr. 240)
weist diesen charakteristischen Querschnitt nur am Ende der Axtklinge auf, wăhrend der Klingen­
querschnitt neben dem Schafthelm kreisfarmig ist.
F olgende Varianten lassen sich unterscheiden :
1 . Apa - Variante. Die Schneide ist halbkreisfarmig ; der untere Rand der Schaftrahre steht nicht wie

bei den anderen Stiicken vor, sondern geht sanft vom Nacken in die Klinge iiber. Das Exemplar von
Apa (Nr. 2 3 8) zeigt eine eigenartige Verzierung, die sich bei den iibrigen Ăxten nicht wiederfindet.
2. Kelebia - Variante. Kennzeichnend sind die zweiarmige Endung der unteren Schaftriickenver-
lăngerung, die eigenartige Formung der Klinge sowie die Verzierung. Hierher gehăren die ungari­
schen Ăxte von Kelebia, Cegled und Szirmabesenyă.5
3. Ernei- Variante. Diese Ăxte zeichnen sich aus durch eine rippenartige Endung der unteren
Schaftriickenver1ăngerung, eine schwach abgerundete Schneide und ăhnliche Verzierungsmotive
wie bei der Kelebia-Variante. Hierher gehăren die Axt von Ernei (Nr. 2 3 9) und eine solche aus Un­
garn oder Siebenbiirgen unbekannten Fundortes. Zwei weitere Stiicke aus Ungarn oder Siebenbiir­
gen sind etwas abweichend.6

1 M. Rusu, Stud. Cerc. Ist. Veche 1 0, 1 9 5 9, 277ff. ; 5 Kelebia, Kom. Bâcs-Kiskun ; Depotfund, bestehend

Mozsolics, Bronzefunde 20ff. aus einer Schaftlochaxt und zwei graileren und drei kleineren
2 Mozsolics a.a.O. Dolchen : A. Mozsolics, Antiquitas Hungarica 3, 1 949, 1 7 ff.
3 Vgl. auch die typologischen Betrachtungen H. Schmidts Abb. 3-5 ; dies., Bronzefunde 142. - Cegled, Kom. Pest;
und I. Nesters oben S. 7 u. 8 Anm. 4. Grabfund(?) : F. v. Tompa, 24.-2 5 . Ber. RGK. 1 934-3 5 , 8 3
4 M. Rusu (a. a. O.) gliedert die von uns als zum Typ Taf. 3 5 , 9. - Szirmabesenya, Kom. Borsod-Abauj-Zemplen :
Apa-Nehoiu geharenden Axte in zwei Varianten ein: Apa Mozsolics a . a. O. 1 67 Taf. 5, I .
(mit gefliigeltem unteren Nackenkern) und Ţufalău (mit 6 »Ungarn« (ehemaliges, eventuell demnach Siebenbiirgen) :

spitzem oder stumpfem unteren Nackenkern). Ohne eine Mozsolics, Bronzefunde 1 7 3 Taf. 6, 5 ; 5, 3 ·4.
gewisse chronologische Bedeutung dieser Einteilung zuzu­
schreiben, nimmt M. Rusu an, die Axte von Apa, Cegled und
Dunaalmâs seien die ăltesten.
54 Der Fundstoff

4. Nehoiu- Variante. Typisch sind eine senkrecht abgesetzte Schneide und eine abgestumpfte untere
Schaftriickenverlii.ngerung. Hierher gehoren die verzierten Stiicke von Nehoiu (Nr. 240) und
Megyasz6I sowie die unverzierten Ăxte von Moldoveneşti (Nr. 241), Otomani (Nr. 242) und die
beiden Exemplare aus der Moldau (Fundort unbekannt, Nr. 243, 244). Eine Sondererscheinung
stellt die unverzierte Axt von »Slatina« (Nr. 245) dar, deren Oberansicht auBerordentlich schmal ist.
Auffăllig ist an diesem Stiick auch die Fortsetzung des unteren Teiles des Nackenkammes.
5. Mără�ti- Variante. Kennzeichnend ist der Querschnitt der Schneide und die eigenartige Verzie­
rungsweise (die Muster sind gepunktet) sowie die Verzierungsmotive. Hierher gehorig ist die Axt
von Mărăşti (Nr. 246).
6. [ufaIău- Variante. Die beiden goldenen Prunkăxte von Ţufalău weichen in ihrer Herstellungs­
weise von den besprochenen Varianten ab und konnen als eine Sondergruppe hier angeschlossen
werden (Taf. 66, B 4).2
Fiir eine Beurteilung der verzierten Nackenkammăxte miissen auch die von den oben umschrie­
benen Varianten des Apa-Nehoiu-Typs etwas abweichenden Ăxte der sog. Dunaalmas -Variante in
die vergleichende Betrachtung einbezogen werden.3 Das Hauptcharakteristikum clieser letzten Va­
riante ist die sonderbare, einen runden Querschnitt aufweisende Axtklinge, die in eine breit ausladend
halbmondformige Schneide auslăuft. Die Verzierung zeigt vor allem Ăhnlichkeit mit derjenigen der
Nehoiu-Variante.
Die reiche Verzierung der Apa-Nehoiu-Ăxte erlaubt eine typologische Gruppierung auf Grund
des Dekors. Die Varianten Kelebia und Ernei bilden in dieser Hinsicht eine zusamrnengehorige
Gruppe, die mit der Nehoiu-Variante verwandt ist. Andererseits weisen die in ihrer speziellen Art
singulăren Stiicke von Apa (Nr. 2 3 8) und Mărăşti (Nr. 246) gemeinsame Ziige auf. Die Ornamentik
der einen Axt von Ţufalău (Taf. 66, B 3) ist vollig eigengeartet, obwohl sie die auch sonst in diesem
Kreise gelăufigen Motive enthălt, wobei gewisse Beziehungen zur Ornamentik der Wietenberg­
Kultur nicht zu verkennen sind. Man hat den Eindruck, daB die Verzierung der Ăxte von Apa
(Nr. 23 8), Mărăşti (Nr. 246) und Ţufalău (Taf. 66, B 3) einen verwandten Charakter besitzt.
MitAusnahme der goldenen Stiicke von Ţufalăuwurden alleĂxte desApa-Nehoiu -Typs aus Bronze
gegossen, und zwar bemerkenswert sorgfăltig. Wir werden allgemein einen GuB in der verlorenen
Form anzunehmen haben. GuBnăhte und GuBunreinheiten sind so gut wie nie sichtbar.

238. Apa, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, bestehend (Taf. 69, A). - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. IV
aus der Axt Nr. 2 3 8 ( Ta! lJ, 2}J', nach D. Popescu), 624). - D. Popescu, Dacia 7-8, 1 93 7- 1 94°, 1 1 9 ff.
einer Nackenscheibenaxt (Nr. 299), einer Schaftroh­ Taf. 1 -3 ; P. Reinecke, WPZ. 29, 1 942, 98 ff. Abb.
renaxt (Nr. 291), zwei Vollgriffschwertern, alle reich 2-5 ; Hachmann, Ostseegebiet 9 1 ff. Taf. 6 3 , 1 -6 ;
verziert, und einer unverzierten bronzenen Hand­ E. Lomborg, Acta Arch. 3 0, 1 9 5 9, 69ff. ; Mozsolics,
schutzspirale. Der Schatzfund reprăsentiert dens el­ Bronzefunde 1 2 8 Taf. 14, 1 . 2 ; 1 5 , 1 6 .
ben Zeithorizont wie derjenige von Hajdusamson 239. Ernei, Jud. Mureş. - Einzelfund ( Ta! 1 J , 2}9,

1 Megyasz6, Kom. Borsod-Abauj-Zemplen, Ungarn ; Grab­ beziigliche Literatur bei A. Mozsolics, Antiquitas Hungarica 3,
fund, năhere Fundumstănde unbekannt ; in Megyasz6 1 949, und neuerdings : Goldfunde des Depotfundhorizontes
wurden Grăber der Fiizesabonyer-Kultur festgestelIt : F. v. von Hajdusamson, 46.-47. Ber. RGK 1 9 6 5 -66, 5 4. Siehe
Tompa 24.-2 5 . Ber. RGK. 1934-3 5 , 17 Taf. 45 ; Mozsolics auch D. Popescu, Mat. Cerc. Arh. 2, 1 9 5 6, 247ff. - Ebenfalls
a . a . O. 2 1 , Taf. 5, 6. deutlich mit den Apa-Nehoiu-Axten verwandt ist das singu­
2 Alterer Meinung nach solI das Depot aus neun goldenen lăre Exemplar von Naumburg in Mitteldeutschland : W. A. v.
Axten bestanden haben, wovon nur eine, jetzt im Wiener Natur­ Brunn, Bronzezeitliche Hortfunde 1 ( 1 9 5 9) 20ff. ; Mozsolics,
historischen Museum aufbewahrt, erhalten blieb. Die Zeich­ Bronzefunde 2 1 .
nungen drei anderer Stiicke wurden von Kallay 1 8 5 2 ver­ 3 Sie entspricht der Mozsolics'schen Dc-Gruppe (Bronze­

offentlicht. Eingehendere Erorterungen iiber die Zeitstellung funde 20). DerseIben Gruppe ist auch das Stiick von Batta
sowie zur Beschreibung des ganzen Schatzes und die darauf- (s. S. 56 Anm. 5) zuzuschreiben.
Schaftlochăxte vom Typ Apa-Nehoiu 55

nach M. Rusu). - Mus. Cluj (Inv. Nr. IV 1 8 9 1 ) . - rumănischen mittleren Bronzezeit. - Mus. Oradea. -
M. Rusu, Stud. Cerc. Ist. Veche 10, 1 9 5 9, 277ff. 1.Ordentlich, Dacia NF. 7, 1 963, 1 3 7, Abb. 1 6, 9.
Abb. l . 243.244. »Moldau«, Fundort unbekannt. - Wahr­
240. Nehoiu, Jud. Buzău. - Einzelfund ( TaJ. IJ, schein1ich Depotfund ( TaJ. IJ, 24j. 244, nach A. Ci­
240) . - Mus. Turnu-Severin (Inv. Nr. 5 2) . - C. lingirov). - Mus. Sofia. - A. Cilingirov, Izvestia
Moisil, Bul. Com. Mon. Ist. 4, 1 9 14, 8 5 Abb. 3 ; Sofia 3, 1 9 1 2, 8 8 f. Abb. 67, 68.
1 . Nestor, 22. Ber. RGK. 1 9 3 3 , 1 3 0 Taf. 1 7, 1 . 245. »Umgebung von Slatina«, Jud. Olt. - Einzelfund
241. Moldoveneşti, Jud. Cluj. - Einzelfund ( TaJ. IJ, ( TaJ. IO, 24J) . - Mus. Slatina. - Unveroffentlicht.
24I, nach 1. Teglas) . - Verschollen. - 1. Teglas, 246. Mdrdşti, Jud. Bacău. - Einzelfund ( Taf. IJ,
Arch. Ert. 34, 1 9 14, 5 5 . 5 7 Abb. 5 · 240) . Neuerdings wurden an der Fundstelle Scher­
242. Otomani, Jud. Bihor. - Siedlungsfund. Wăh­ ben der Monteoru-Kultur (Phase unbestimmbar)
rend der Ausgrabungen in der Schicht der III. Phase festgestellt. - Mus. Bacău (Inv. Nr. 2088). - M. Flo­
der Otomani-Kultur gefunden. Zweite Bălfte der rescu/V. Căpitanu, Carpica 1, 1968, 5 5 Abb. 3 , 2 ; 4.

Funktion : Es unterliegt keinem Zweifel, daB die Nackenkammăxte, besonders die reich verzierten
Exemplare, als ausgesprochene Waffen dienten und groBenteils sogar regelrecht den Wert von Prunk­
waffen hatten. Die goldenen Axte des Ţufalău-Schatzes unterstreichen dies auf das eindrucksvollste.
Man kann sich vorstellen, daB derartige Prunkwaffen zum Besitz bevorzugter Mitglieder des Sozial­
verbandes gehărten. Andererseits lăBt sich fiir die Axt von »Slatina« (Nr. 245) eher an einen Repră­
sentativ- oder Prunkcharakter denken, da das blattfărmige Stiick kaum als Waffe geeignet war.
Einige dieser kostbaren Axte stammen aus reichen Depotfunden, die wohl am ehesten in die
Gruppe der Opfer- oder Votivdepositionen einzureihen sind. Da es sich durchweg um Zufallsfunde
handelt, bei denen nichts Năheres iiber die Fundumstănde, die Lageverhăltnisse und den Charakter
des Fundplatzes bekannt ist, lăBt sich leider von da her kein klărender AufschluB iiber die Motive und
Anlăsse gewinnen, die zur Vergrabung dieser Schătze fiihrten (vgl. aber auch die oben angedeuteten
Oberlegungen S. 5 0). In ihrem Aufsatz iiber den Ţufalău-Schatz gab A. Mozsolics einige wertvolle
Bemerkungen zur Konstruktion dieser Axte auf Grund einer subtilen Untersuchung des Exemplares
von Kelebia :I Der Aufbau des Krăfteparallelogrammes bezeugt eine bewundernswerte Erfahrung
jener AxtgieBer in der Herstellung ausgewogener Formen.
Zeitstel/ung: Die chronologische Stellung der Apa-Nehoiu-Axte ist von der allgemeinen Beurtei­
lung des Depothorizontes Apa-Hajdusamson abhăngig (s. S. 5 o). DieApa-Nehoiu-Axte sind demnach
gleichzeitig mit der zweiten Variante des Pădureni-Typs (s. S. 48 ) , was durch den Ţufalău-Fund be­
stătigt wird. Somit entspricht unser Typ der Borleşti-Variante der Monteoru-Axte. Dadurch wird ein
chronologischer AnschluB an die Monteoru-Stufenabfolge ermăglicht.
Wie bereits dargelegt, gehort der Ţufalău-Schatz in die Zeit der Monteoru-Stufe I A . Das veranlaBt
uns zu der Annahme, daB die ganze Serie dieser Axte in diese und in die folgende Zeit zu stellen
ist. Ein Versuch, zeitliche U nterschiede innerhalb der einzelnen Varianten der Apa-Nehoiu und Du­
naalmas-Axte herzustellen, ist einstweilen nicht hinreichend zu begriinden.
Die Ornamentik dieser Axte lăBt Beziehungen zu anderen kunsthandwerklichen Erzeugnissen,
vor allem diversen Keramikgruppen, erkennen. Die Axt von Megyasz6 entstammt dem Bereich der
Fiizesabonyer Kultur, die im allgemeinen der dritten Phase der Otomani-Kultur entspricht. Es han­
delt sich hier um ein und dieselbe Kultur, die in der rumănischen und der ungarischen Literatur unter­
schiedliche Bezeichnungen trăgt. Der Motivschatz dieser Axte kann teilweise aus der Otomani 111-
(bzw. Fiizesabonyer-)Kultur abgeleitet sein; im Falle des Ţufalău-Depots spielt jedoch offensichtlich
die Wietenberg-Kultur die Hauptrolle. Die Spiralmotive der goldenen Scheiben und einer der Axte

1 Antiquitas Hungarica 3, 1949, 17.


Der Fundstoff

sind in dieser Hinsicht hochst bezeichnend. Die ornamental-stilistische Verbindung mit der Wieten­
berg-Kulturistleicht erklărlich, liegt der Fundort dieses Schatzes dochim Bereich dieser Kultur. Lei­
der ist die năhere Umschreibung der betreffenden Wietenberg-Phase nur schwer durchzufUhren. Spi­
ralmuster setzen in der Wietenberg-Kultur bereits ziemlich friih ein; und die durch eine Spiral­
dekoration gekennzeichnete Stufe der Wietenberg-Kultur (die zweite nach den Ergebnissen der letz­
ten Probegrabungen von Derşida [s. S. 2]) dauerte wahrscheinlich eine betrăchtliche Zeitspanne
hindurch. Diese Wietenberg-Stufe steht in Kontakt mit den Stufen I C2 sowie I A der Monteoru-Kul­
tur und dauert moglicherweise sogar in der Zeit der Stufe II der Monteoru-Kultur an. Wenn wir uns
auf die Typologie der Lockenringe stiitzen, erscheint die Monteoru-Stufe I A in einer Verkniipfung
mit derri Ţufalău-Schatz,l was aber keineswegs die Datierung der ganzen Familie der verzierten
Ăxte mit verlăngertem Schaftriicken umreillen muB.
Das fragmentarische Stiick von Otomani (Nr. 242), das aus der dritten Phase dieser Kultur
stammt, wiirde also am einleuchtendsten das Weiterleben der Apa-Nehoiu-Ăxte in die zweite Hălfte
der mittleren rumănischen Bronzezeit beweisen, was den obigen Uberlegungen entspricht.
Eine schărfere chronologische Gliederung dieser Ăxte wird erst moglich sein, wenn die Entwick­
lungsphasen der Wietenberg-Kultur und ihre jeweilige Verkniipfung mit der Monteoru-Kultur besser
bekannt sind.
Zusammenfassend darf festgestellt werden, daB die Apa-Nehoiu-Ăxte in die mittlere rumănische
Bronzezeit einzuordnen sind und zwar mit ihren vollendetsten Vertretern in die Mitte dieser Periode.
In zwei Depotfunden sind Nackenkammăxte mit Schaftrăhrenăxten vergesellschaftet (Megyasz6
und Apa),was eine allgemeine Parallelisierung mit der mitteleuropăischen Lochham-Stufe gestattet.2
Weitgehende Ubereinstimmungen lassen sich jedoch nicht erkennen.
Hinzuweisen ist noch auf die Beziehungen zu den Schachtgrăbern von Mykenai. Uber die Verkniip­
fung des Ţufalău-Schatzes mit dem mykenischen Schachtgrab V besteht in der Forschung Einmiitig­
keit.3 Verbindungen zwischen Mykenai und der Wietenberg-Kultur4 wurden demgegeniiber bis­
her nicht ermittelt und lassen sich vor allem hinsichtlich ihres Beginnes bis heute nicht geniigend er­
klăren, zumal in der dazwischenliegenden Tei-Kultur siidliche Einfliisse (z. B. Spiralmotive) anschei­
nend erst spăter auftreten als in der Wietenberg-Kultur. Der Schwerpunkt dieser Beziehungen fălIt
offensichtlich in dJe spătmykenische Zeit. Der Ţufalău-Fund wiirde demnach nur die friihesten, ins
1 6 . Jahrhundert v. Chr. gehărigen mykenischen Einfliisse nach Norden anzeigen.
Verbreitung: Apa-Nehoiu-Ăxte wurden hauptsăchlich im Bereich der Otomani III-(bzw. Fiizesa­
bonyer-)Kultur sowie der Wietenberg- und der Monteoru-Kultur gefunden (Karte Taf. 47, B). Auf­
făllig ist die Hăufigkeit derartiger ĂXte in der Donau-Theillebene, fern der Gebiete mit reichem
Kupfererzvorkommen. Die Verbreitung der Dunaalmas -Variante ist vorlăufig auf Nordungarn
beschrănkt.s
'
1 Siehe S. 50 Anm. 3 . 5 AuI3erhalb Rumăniens sind hier noch zu nennen die
2 Fiir die Chronologie und Typologie der Schaftrohren­ Axte von Batta, Ungarn, wahrscheinlich Grabfund (vgl. auch
ăxte siehe Mozsolics, Bronzefunde 24ff. S. 57 Anm. 1 ) ; Mozsolics, Bronzefunde 1 3 ° Taf. 6, 3 . - Dunaal­
3 In letzter Zeit besonders von Hachmann, Ostseegebiet mâs, Kom. Komârom, Ungarn : Arch. Ert. 5, 1 8 8 5 , 283 ; Ham­
90ff. 1 6 5 ff. besprochen. pel, Bronzkor II, 69 Taf. 80, 1 (unter der Fundortbezeichnung
4 J. Werner, Atti Congr. Intern. Preist. Protost. Mediter­ Komârom) ; Mozsolics, Bronzefunde 1 3 3 Taf. 6,4; M. Rusu,
rannea, (1950) 294ff. und K. Horedt, Nouvelles etudes Stud. Cerc. Ist. Veche ro, 1 959, 279f.
d'histoire 2, 1960, 3 l ff. (vgl. auch S. 2 5 Anm. 4) ; ders.
Acta Arch. Carpathica 9, 1967, 5 ff.
Schaftlochăxte vom Typ Şanţ-Dragomirefti 57

S CHAFTLO CH A x T E VOM T Y P F I L I P E N I

Charakteristisch ist der beiderseits gekehlte Nackenkamm. Die Axtklinge ist schmal und weist einen
fast rechteckigen Quers'chnitt auf. Die einzigen bis j etzt bekannten Exemplare aus Rumanien, das­
jenige von Filipeni (Nr. 247) und von »Satu-Mare« (Nr. 248), sind mit einigen aus Nordost-Ungarn
stammenden Ăxten in Verbindung zu bringen.I Das Exemplar von Batta besitzt auf den Schaft­
răhrenseiten j eweils drei Warzen, die denen auf den Ăxten von Şimleul Silvaniei (Nr. 201) und Haj­
dusâmson (Typ Hajdusâmson s. S. 49) ahnlich sind. Die reichverzierte Axt von Kisterenye weicht
von den ubrigen Stucken dieses Typs etwas ab.

247. Filipeni, Jud. Bacău. - Einzelfund ( Ta]. I 6, Karte ist Satu-Mare eingetragen). - Einzelfund ( Ta].
247) . - Mus. Bacău. - M. FlorescujV. Căpitanu, Car­ I 6, 248) . Mus. Satu-Mare (alte Slg. InvNr. 1 26).
-

pica 1 , 1 968, 5 6 Abb. 3 , 1 . - Freundliche Mitteilung von T. Bader. - Unver­


248. »Jud. Satu-Mare«, Fundort unbekannt (Auf der ăffentlicht.

Zeitstellung: Die Axt von Batta ermăglicht eine Para11elisierung mit dem Depot von Hajdusâmson.
Andererseits kam das eventuell entwickeltere Exemplar von Veliki Lucki in einem spatbronze­
zeitlichen Depot zutage. Fur Ăxte dieser Art ware also allgemein die zweite Halfte der mittleren
rumanischen Bronzezeit in Betracht zu ziehen.
Verbreitung: Die Axt von Filipeni (Nr. 247) gehărt in Anbetracht ihrer Zeitste11ung in die Be­
ruhrungszone der Costişa- und der Monteoru-Kultur. Die Gruppierung dieser Axtform sol1 aber
in Nordwestrumânien, Ostungarn und der Slowakei liegen.

S CHAFTLO CH A x T E VO M T Y P Ş A N Ţ -D RAG O M I R E Ş T I

Es handelt sich um zwei Varianten, deren gemeinsames Charakteristikum die betrachtliche Verlii.n­
gerung des unteren Teiles des Nack�nkammes ist. Die Şanţ-Variante ist durch den starker gebogenen
Nackenrucken und die mehr oder weniger profilierte Fortsetzung des Schafthelmes bestimmt.
Kennzeichnend fur die Dragomireşti -Variante ist der noch langere und dunnere Schafthelm, dessen
unteres profiliertes Ende in ein paar lappenartige Vorsprunge auslauft. Die Axt aus dem Drajna­
Depotfund (Nr. 268) weist statt der sonst typischen keilfărmigen Spitze der unteren Fortsetzung
des Schafthelmes zwei durchbohrte Lappen auf. Dadurch kănnte man sie auch als eine selbstandige
Variante auffassen. Ăhnliche, aber nicht durchbrochene Lappen kehren bei Ăxten von Prelipce,
»Ungarn« und Corny Potok (s. S. 60Anm. 1) wieder. Die Ăxte des Şanţ-Dragomireşti-Typs ste11en
eine typologische Entwicklungsreihe dar, wobei das Exemplar Nr. 249 von Şanţ das alteste, dasjenige
von Prelipce (s. Taf. 89, A) das jungste ist. Im allgemeinen ist die Şanţ-Variante typologisch alter als
die Dragomireşti-Variante. A11e typologisch hierhergehărigen Ăxte sind aus Bronze gegossen. Mit
Ausnahme der auf dem Schafthelm mit durchaus feinen Facetten verzierten Axt von Şanţ (Nr. 2 5 2) sind
a11e ubrigen Exemplare aus Rumanien durchweg unverziert. Fur die Typologie mag der eigenartige
Querschnitt der Axtklingen von Rebrişoara (Nr. 263) und Siret (Nr. 264) einen Anhaltspunkt bieten.
1 Batta, Ungarn, Einzelfund oder Grabfund (s. S. 5 6 K. Bernjakovic, Slov'. Arch. 8, 1 960, Taf. 8, 2. Nahestehend
-

Anm. 5) : A . Mozsolics,Bronzefunde 1 3 ° Taf. 1 7, 6 ; »Ungarn«


- ist eine Axt von Kissterenye, Kom. N6grad, Ungarn, Einzel­
(ehemaliges) : Hampel, Bronzkor 1 Taf. 3 1, 6. Veliki Lucki,
- fund : Goos, Archiv' des Vereins fiir siebenbiirgische Landes­
Karpato-Ukraine, UdSSR., Depotfund, bestehend aus einer kunde 1 3 , 1 8 76, 474 Taf. 5, 1 5 ·
Axt, Sicheln, Speerspitzen, Petschaftnadeln und Armbăndern :
Der Fundstoff

Şanţ- Variante: 260. Pir, Jud. Satu-Mare. - GuBform ( Ta! 17, 2 60)
249-252. Şanţ, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Depotfund, in einer Siediung der Otomani-Kultur. Auf der
bestehend aus vier Nackenkammăxten ( Taf. 16, Riickseite Negativ fUr eine Axt vom Typ Monteoru
249-2J2) , deren eine dem Filipeni-Typ (s. S. 5 7) (Nr. 1 92). - Mus. Baia-Mare. - Unveroffentlicht.
verwandt ist, sechs Nackenscheibenăxten (Typ B3 261. Pcteritca, Jud. Cluj. - Angeblich Depotfund,
Variante Dobrocina : Nr. 3 60 ; Variante Cehăluţ : bestehend aus der Nackenkammaxt, die nach M. v.
Nr. 43 5 .43 6 ; Variante Breb : Nr. 45 3 ; Typ B4 Va­ Roska einem fundortlosen Stiick aus dem ehem.
riante Uioara : Nr. 5 3 8 ; Typ Drajna: Nr. 5 68), »Ungarn« entsprechen solI (auf Taf. 1 6, 261 wird
pferdegeschirrteilen und mehreren kleinen Reifen ilieses letztere Stiick nach J. Hampel abgebildet;
(Taf. 79, A). Das Depot steht seinem Typenbestand ilie heute verschollene Axt von Peteritea solI eine
nach dem spătbronzezeitlichen Depotfundhorizont Lănge von 1 8, 5 cm gehabt haben), einer Nacken­
Uriu-Dragomireşti nahe. Dennoch setzte M. Rusu scheibenaxt (nach Hampel sollte es sich um Nr. 5 3 1 :
die Trensen in einen jiingeren Zeitabschnitt, was Typ B4' Variante Rohod handeln, was aber der Lit.
indes nicht ilie zeitliche Beurteilung der Ăxte beein­ rs. Nr. 5 3 I] widerspricht) und einer anderen Axt. -
flussen solI. - Mus. Cluj (Inv. Nr. 8067-8070)' - Mus. Debrecen (verschollen ?). - Roska, Reperto­
M. Rusu, Dacia NF. 4, 1 960, 1 64 ; ders., Arh. Mold. rium 223 .
2-3, 1 964, 243 . Die Streităxte sind unveroffentlicht.
253.254. »Nordsiebenbiirgen«, Fundort unbekannt. - Dragomircfti- Variante:
Ăxte ( Ta! 1 6, 2J}. 2J4) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 2 1 , 262. Dragomirefti, Jud. Maramureş. - Depotfund,
1 92). - Unveroffentlicht. bestehend aus einer Nackenkammaxt ( Ta! 17, 2 62,
255. Domdnefti (vgl, Nr. 46 1 : Ăxte mit Nacken­ nach M. v. Roska), einer Nackenscheibenaxt (Typ
scheibe). - Depotfund, daraus ilie Axt (TaJ 16, 2J J B3 Variante CehăIuţ : Nr. 434), drei gerippten Arm­
(nach J . Hampel). - Magy. Nem. Muz. BU,dapest. ringen, zwei offenen Armbăndern und einem Tiillen­
256. Rebrifoara, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Depot­ beil (Taf. 66, D). Dieses Ensemble gilt ais typisch fUr
fund II, bestehend aus einer hierhergehorigen Axt den spătbronzezeitlichen Depotfundhorizont Uriu­
( Ta! 1 6, 26J, nach M. Rusu), einer solchen vom Dragomireşti. - Magy. Nem. Muz. Budapest. -
Dragomireşti-Typ (Taf. 1 7, 263), einer Nacken­ Roska, Repertorium 69 Abb. 7 1 , 2 .
scheibenaxt (Typ B4 Variante Şomcuta : Nr. 490)' 263. Rebrifoara, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Depotfund
zwei Bruchstiicken von Nackenscheibenăxten (Typ II ( Ta! 17, 2 6}) vgl. dazu oben Nr. 2 5 6. - Mus.
B 3 Variante Breb : Nr. 446 und Typ B4 Variante Cluj (Inv. Nr. 2 2 1 3) ' - M. Rusu, Arh. Mold. 2-3,
Şomcuta : Nr. 489), einem Tiillenbeil und vier Arm­ 1964, 240ff. Abb. 2, 7.
ringen (Taf. 68, A). Dieser Typenbestand spricht fUr 2 6 4 . Siret, Jud. Suceava. - Depotfund, bestehend
eine Zugehorigkeit zum spătbronzezeitlichen Uriu­ aus einer Schaftlochaxt ( TaJ 17, 264, nach M. Much)
Dragomireşti-Depotfundhorizont. - Mus. Cluj (Inv. und einem unverzierten Tiillenbeil. Nestor stellte
Nr. I N. 220 5 ) . - M. Rusu, Arh. Mold. 2-3, 1 964, fest, daB es sich um zwei Stiicke aus dem Depot von
24o ff. Abb. 2. Prelipce (UdSSR) handelt, dessen Fundortangabe
2 5 7. Valea lui Mihai, Jud. Bihor. - Depotfund, be­ Much mit Siret verwechselt hat. Wir stimmen dieser
stehend aus einer Nackenkammaxt ( Ta! 17, 2J7, Ansicht zu ; nur der Vollstăndigkeit wegen wird
nach N. Aberg), einer Nackenscheibenaxt (Typ B 3 unter Nr. 264 Muchs Zeichnung gebracht. - Ver­
Variante Cehăluţ : Nr. 433) und zwei Tiillenbeilen. schollen. - M. Much, Kunsthistorischer Atlas ( 1 8 89)
Diese Bronzen lagen in einem TongefăB (Taf. 68, C). Taf. 34, 14. ; I. Nestor, 22. Ber. RGK. 1 9 3 2, I 2 8 ff. ;
Das Depot gehort dem Uriu-Dragomireşti-Horizont weiteres iiber das Depot von Prelipce S. 78 Anm. 3
an. - Mus. Debrecen. - Jelentes Debrecen 1 9 1 0, 1 6 ; 265.266. Batarci, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, be­
N . Âberg, Bronzezeitliche und friiheisenzeitliche stehend aus drei Ăxten mit Nackenscheibe (Typ B 3
Chronologie V (1 9 3 5 ), 41 Abb. 6 5 . Variante Breb : Nr. 448, Typ B 4 Variante Sarasău :
258. Tîrgu-LdPuf, Jud. Maramureş. - Depotfund(?). Nr. 5 03 , Variante Uioara : Nr. 5 3 5 ), einem Lappen­
Die Axt ( Ta! 17, 2J8, nach J. Hampel) wurde beiI, mehreren Tiillenbeilen, SicheIn, Lanzenspit­
wahrscheiniich mit einer Nackenknaufaxt (Typ zen, Armbăndern und einem Dolch. Der Fund­
Drajna: Nr. 5 67) zusammen gefunden. - Mus. un­ zusammenhang weist auf den Uriu-Dragomireşti­
bekannt. - Hampel, Bronzkor III, Taf. 248, 2. Depotfundhorizont hin. - Mus. Baia-Mare (Inv.
259. »Nordsicbenbiirgen«. - Axt ( Ta! 17, 2J9, nach Nr. 140, 143). - Unveroffentlicht.
einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa). - 267. »Transsilvanicn«. - Axtfragment (Taf. 17, 2 67,
Mus. Cluj (Inv. Nr. IV 2205 ) . - Unveroffentlicht. nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa).
Schaftlochăxte vom Typ Şanţ-Dragomire{ti 59

- Mus. Cluj (Inv. Nr. IV 2206). - Unverăffent­ acht Schwertbruchstiicken, davon eines von einer
licht. Form spătmykenischer Verwandtschaft, 1 5 Lanzen­
spitzen, II Tiil1enbeilen, 1 9 8 Sicheln und Bruch­
Drajna - Variante : stiicken anderer Bronzen (Taf. 67). Das Depot ist
268. Drajna (oder Drajna-de-Jos), Jud. Prahova. - reprăsentativ fiir die spăte Bronzezeit. - Muz. Naţ.
Depotfund, bestehend aus der Nackenkammaxt (Taf. Ant. Bukarest (Inv. Nr. I 5 340). - 1. Andrieşescu,
Il, H iS, nach A . Alexandrescu), zwei Nackenknauf­ Dacia 2, 1 9 2 5 , 345 ; A. Alexandrescu, Inv. Arch. II,
ăxten (Typ Drajna : Nr. 5 63 , 5 64), einer Szepteraxt R 1 5 ah .
(Nr. 5 6 5 ), einer eigenartigen Hammeraxt (Nr. 279),

Funktion : Die Verlăngerung des Nackenkammes und das Entstehen lappenartiger Ansătze am
unteren Kammende bezweckten einen festeren Halt der Axt im Holzschaft. Der Schwerpunkt der
Waffe liegt im Gegensatz zu den ălteren Schaftlochăxten nicht am Ende der Axtklinge, sondern in der
Schaftzone, was durch die schmale und ziemlich leichte Klinge unterstrichen wird. Um einen siche­
ren Hieb ausfiihren zu kănnen, muBte man sich auf einen fes ten Schaft verlassen kănnen. Die
typologische Mannigfaltigkeit hinsichtlich der Nackenkammbildung lăBtverschiedenartige Lăsungen
dieses Problems erkennen.
Zeitsfeilung: Die Datierung der Şanţ-Dragomireşti-Ăxte in die Spătbronzezeit wird durch die De­
potfunde von Şanţ (Nr. 249-2 5 2, Taf. 79, A), Dubrova (s. S. 60 Anm. 1 ) , Rebrişoara (Nr. 2 5 6,
Taf. 68,A), Dragomireşti (Nr. 262, Taf. 66, D), Batarci (Nr. 2 6 5 ) und Drajna-de-Jos (Nr. 268, Taf. 67)
gesichert. Dieser Depotfund-Horizont (Uriu-Dragomireşti) bildet den Anfang der spătbronze­
fruhhallstattzeitlichen Depotfunde Rumăniens.I Diese allgemeine Zeitstellung entspricht nicht
ganz der typologischen Formentwicklung dieser Ăxte. DaB Ăxte des Şanţ-Dragomireşti-Typs, die
offenbar eine formale Weiterentwicklung der Apa-Nehoiu-Ăxte darstellen, eventuell bereits eine
Stufe fruher entstanden (d. h. in der zweiten Hălfte der mittleren rumănischen Bronzezeit), erscheint
nicht ausgeschlossen. Kunftige Funde mussen klăren, ob Apa-Nehoiu-Ăxte in der dem sog. Kos­
zider-Depotfundhorizont entsprechenden Stufe noch weiterdauerten (was auch anzunehmen ist,
s. S. 5 6), oder ob Ăxte von der Art der typologisch ălteren Şanţ-Variante fruher entstanden sind
als bisher durch geschlossene Funde erweislich ist. Obwohl man das letztere in Betracht ziehen und
damit die in der typologischen Reihe klaffende Lucke schlieBen măchte, muB diese Frage einst­
weilen offen bleiben. Zudem sind die dieser Stufe entsprechenden Kulturen in Nordsiebenburgen,
wo Ăxte des Dragomireşti-Şanţ-Typs hăufig vorkommen, nur sehr geringfUgig bekannt.
Angemerkt sei, daB die GuBschale von Pir mit je einer Axtform auf beiden Seiten (Typ Monteoru
Nr. 1 92 und Typ Şanţ-Dragomireşti Nr. 260) fUr unsere Annahme spricht. Die Monteoru-Axt ge­
hărt der zweiten Stufe des Monteoru-Typs an (Borleşti-Stufe), wăhrend die andere Axt der Şanţ­
Variante zuzuschreiben ist; demgemăB wăre diese letzte Axtvariante chronologisch etwas fruher zu
stellen. Wir nehmen an, daB dafUr der zweite Abschnitt der mittleren rumănischen Bronzezeit in Be­
tracht kommt. Es besteht damit kein bedeutender Widerspruch zur Datierung der Borleşti-Stufe
(s. S. 46) ; vielmehr ist ein Weiterleben unserer Monteoru-Axt anzunehmen.
Der Drajna-Depotfund entspricht der Zeit der spătbronzezeitlichen Noua-Kultur, die die mittel­
bronzezeitliche Monteoru-, die Costişa- und teilweise auch die Wietenberg-Kultur ablăst. Năherhin
werden wir, wie A. Alexandrescu darlegte, das chronologisch einheitliche Depot von Drajna als
kennzeichnend fUr einen jungeren Abschnitt der spăten rumănischen Bronzezeit anzusehen haben.
DafUr spricht besonders das Bruchstuck eines starke Abnutzungs- und Reparaturspuren aufwei-

1 Zur Gruppierung der spătbronzezeitiichen und friihhallstattzeitlichen Depotfundhorizonte siehe M. Rusu, Dacia NF. 7,

1964, 1 77ff.
60 Der Fundstoff

senden Dolches spătmykenischer Art, der auf Grund dieses Zustandes erst eine betrăchtlich lange Zeit
nach seiner Herste11ung (etwa 1 3 . Jahrhundert v. Chr.) in den Boden geriet.
Verbreitung: Die ĂXte des Şanţ-Dragomireşti-Typs sind hauptsăchlichin Nordsiebenburgen und in
der Karpato-Ukraine verbreitet (I<:arte Taf. 47, B).I Dabei konzentriert sich die Şanţ-Variante auf
das Someş-Becken, die Dragomireşti -Variante auf das Gebiet der oberen TheiB. Die Ăxte mit der a11-
gemeinen Provenienzangabe »Ungarn, Fundort unbekannt« stammen aus dem ehemaligen Ungarn,
kănnen somit auch in den genannten Gebieten gefunden worden sein. A11e diese Axtfunde gehăren
den Bereichen der spăten Otomani-, der spăten Wietenberg- oder Suciu-Kultur an. In der Mara­
mureş-Senke măchte man mit einer bis jetzt noch nicht bestimmten bronzezeitlichen Kultur rechnen.
Die abweichende Axt von Drajna gehărt der Noua-Kultur, măglicherweise auch der spăten Tei­
Kultur an.

S CHAFTLOCHAXT E, O S T L I C H E T Y P E N

Hierzu gerechnet werden vier Ăxte (Taf. 1 7, 269-271 A), deren Entsprechungen im uralo-karpa­
tischen Raum zu finden sind. Es handelt sich um V�rtreter von drei selbstăndigen Typen, die als
gemeinsame Merkmale einen stark gekrummten Axtrucken und eine breite Rille rund um den
Schafthelm aufweisen. A11e vier Stucke bestehen aus Kupfer und haben ein ausgesprochen schwer­
fălliges Aussehen. GuBnăhte sind nur bei den Exemplaren Nr. 271 und 271 A sichtbar. Sonst steht
die Axt von Obsebiţi (Nr. 269) durch ihre kleinere Gestalt und den funfeckigen Querschnitt der
Klinge dem Typ Corbasca am năchsten. Hier sol1 erwăhnt werden, daB auch die Typen Corbasca
und Darabani unleugbare ăstliche Einflusse aufweisen (bes. Nr. 1 1 5 , s. S. 42). Charakteristisch fur
die riesige Axt von Măcin (Nr. 270) sind die lange und schmale, einen fast rechteckigen Querschnitt
aufweisende Klinge, eine einseitig nach unten gezogene Schneide, ein eigenartig geformter Schaft­
helm und eine fur das Hămmern bestimmte Nackenverbreiterung. Diese Axt verkărpert eine Vari­
ante des sog. Cherson-Typs, benannt nach einem Exemplar von Cherson,2 der in den nordpon­
tischen Steppensebieten zu Hause ist.3 Die dritte Axt (»Rumănien«, Nr. 271) ist am meisten dem
fiir die mittelrussische Fatjanovo-Kultur charakteristischen Galic-Typ verwandt. Dafiir sprechen
die sich stark verbreitende, gekrummte Klinge, sowie der querlaufende Streifen auf den oberen
Seiten der Klinge, der ebenso die verwandten Galic- und Turbino -Typen kennzeichnet.4 Der
Querschnitt der Klinge ist sechseckig. Wenngleich der Schafthelm ăhnlich wie bei den beiden ande­
ren Ăxten gefor�t ist, ist die Form der Axt als Ganzes mehr mittelrussisch. Es handelt sich offenbar
um eine hybride Bildung. Dasselbe gilt fiir die Axt Nr. 271 A, deren Querschnitt aber dunner ist,
und die durch Hămmerung abgerundete Bahnen aufweist.

1 Aufierhalb Rumăniens sind folgende Axte hier einzu­ 2 A. M. Tallgren, ESA. 2, 1926, 1 6 8 Abb. 98,9.
rei hen : Zur Variante Şanţ : »Ungarn« (ehemaliges), Einzel­ 3 Năchste Analogien im Bezirk Odessa (O.A. Krivcova­
fund (Hampel, Bronzkor I,Taf. 3 1 , 2) ; zur Variante Drago­ Grakova, MIA. 46, 1 9 5 5 , 145 Abb. 3 5 , 1 2 . 1 8 . 1 9)' Siehe auch
mireşti : Abauj-Szânto, Ungarn (Hampel a. a. O. Taf. 32, 4).
- die Axt von Krivoj-Rog (Tallgren a.a. O.).
Aknaszlatina, UdSSR (Roska, Repertorium 1 2). - Cornij 4 Die Typen Galic und Turbino werden von den je­

Potok, Karpato-Ukraine, UdSSR (K. Bernjakovic, Slov. weils in Galic (M. Gimbutas, Bronze Age cultures III Abb.
Arch. 8, 1 960, 363 Taf. 8, 3). Dubrova, Karpato-Ukraine,
- 73, 1) und Turbino (ebd. Taf. 105, 1 6) gefundenen Axten be­
UdSSR, Depotfund zum Horizont Uriu-Dragomireşti ge­ stimmt. Weitere Stiicke sind bei Tallgren (Collection Zaoussai­
h6rig (K. Bernjakovic a . a . O . Taf. 8, 7).
- Prelipce, West­ Iov au Musee Historique de Finlande, passim) abgebildet.
ukraine, UdSSR (Tallgren, ESA. 2, 1 926, 1 70 Abb. 100). - Uber die Fatjanovo-Kultur zusammenfassend siehe das Werk
Saj6vâmos, Ungarn (A. Mozsolics, Acta Arch. Hung. 1 5 , von J. Ozols, Ursprung und Herkunft der zentralrussischen
1 963, 72 Abb. 3). - »Ungarn« (ehemaliges), zwei Exemplare Fatjanovo-Kultur (1 962).
(Hampel, Bronzkor I, Taf. 3 3 , 3 ; 1 74, 1).
Schaftlochăxte vom Typ Adoni Ul1d Toszeg 61

269. Osebiji (auch Osdbiji), Jud. Bacău. - Die Axt 2 7 1 . »Rumănien«(?) . Fundort unbekannt. - Aus dem
( Ta! Il, 2 69) wurde zufallig im Bereich einer Kunsthandel ( Ta! Il, 2jI) . - Militarisches Zentral­
Monteoru-Siedlung (Phase 1 C3) in 0,8 m Tiefe ge­ museum Bukarest (Inv. Nr. 1 94). - Unverăffent­
funden; eine Kontrollgrabung wurde von V. Căpi­ licht.
tanu, Bacău, durchgefUhrt. - Mus. Bacău. - M. Flo­ 271 a. Mahmudia, Jud. Tulcea. - Einzelfund (Taf.
rescu und V. Căpitanu, Carpica 1, 1 968, 5 2 Abb. 2. 5 6, C 4) . - Mus. Galaţi (Inv. Nr. 608 8). - Unver­
2 7 0 . Mdcin, Jud. Tulcea. - Einzelfund ( Taf. Il, ăffentlicht.
210) . - Mus. Brăila. - Unverăffentlicht.

Zeitstellung: Typologisch geharen die Ăxte von Osebiţi (Nr. 269) und Măcin (Nr. 270) demselben
Entwicklungshorizont an. J edoch lassen sich diese eigenartigen Stiicke nicht nach der Typologie der
siidosteuropăischen Ăxte beurteilen. Vielmehr diirfte es angebrachter sein, sie an die kaukasischen
Entwicklungsreihen anzuschlieBen. Dadurch ergibt sich eine Einreihung in die durch das Privolnoje­
Depot verkarperte Gruppe III der Jessenschen Chronologie.r Auf Grund der von V. Markovin un­
ternommenen Untersuchung der nordkaukasischen Chronologie geharen Privolnoje-ĂXte in die II.
Stufe der dortigen Bronzezeitkultur, fiir die als Rahmenwert der Zeitraum von 17°0-1 5 °0 v. Chr.
genannt wurde.2 Diese ungefăhre Zeitbestimmung stimmt mit der vermutlichen Fundlage der
Axt von Osebiţi (Monteoru-Stufe 1 C 3) iiberein. Die, gemessen an der siidosteuropăischen Typen­
gliederung, archaisch anmutenden Ziige dieser Ăxte bieten keine chronologisch unmittelbar ver­
wertbaren Anhalte, sondern weisen nur darauf hin, daB die Stufen der nordkaukasischen Axtentwick­
lung zeitlich von den siidosteuropăischen verschieden waren.
Die Zeitstellung der beiden Ăxte Nr. 271 und 271 a ist noch unsicherer. Typologisch muten sie
junger an. Hălt man an den oben erwăhnten Beziehungen mit dem Fatjanovo-Kreis fest, so wiirde
ein Ansatz in der mittleren rumănischen Bronzezeit, am ehesten in einem jiingeren Abschnitt der­
selben, in Betracht zu ziehen sein. 3 Ein in Vaskai, Lettland, gefundenes Depot enthălt auBer einer
Axt, die jener aus »Rumănien« ăhnlich ist, eine Tiillenaxt vom Mălar-Typ.4 Diese Kombination
beweist, daf3 derartige Ăxte bis in die spăte Bronzezeit hinein bekannt waren, was charakteristisch
fur Osteuropa ist. Diese chronologische Beurteilung stimmt mit dem Umstand iiberein, daf3 in der
III. Stufe der nordkaukasischen Bronzezeitkultur (nach Markovin in die Zeit nach 1 5 °0 v. Chr.
geharig) entsprechende Ăxte erscheinen.s
Verbreitung: Die rumănischen wie auch die formentsprechenden, auBerhalb Rumăniens entdeck­
ten Ăxte der hier angefiihrten Art sind hauptsăchlich im nordpontischen Gebiet verbreitet. Beson­
ders die Axt von Măcin (Nr. 270) gehart zu einer zwischen der Donaumiindung" und dem Dnjepr
verbreiteten Gruppe. (Auf Karte Taf. 46, A sind nur die rumănischen Funde eingetragen.)

S CHAF TLO C HA xTE VOM T Y P ADONI U N D T6 S Z E G

Als solche bezeichnen wir Ăxte, die eine nach unten geschwungene, beinahe halbkreisfarmige
Schneide aufweisen ; der Riicken der Axtklinge ist gerade, der Klingenquerschnitt eigenartig abge­
rundet. Weitere Charakteristika dieser Ăxte sind ein leicht gebogener Nackenkamm und eine als
Rippenpaar ausgebildete Verdickung des Schaftlochrandes.

1 A. A. Jessen, Sov. Arch. 1 2, 1 950, I j 7 ff. Der Zusammenhang des von Tallgren auf 1 200-1 100 datierten
2 Sov. Arch. 1 9 5 9, 3 ff. Depots ist nicht sicher (a.a. O.).
3 Eine ăhnliche Axt wurde in einem zweifelhaften Depot 4 W. Antoniewicz, Wiadom. Arch. 2 2 , 1 9 5 5 , 278 Taf. 3 5 .

zu Nikopol gefunden (Tallgren, ESA. 6, 1 929, I 76 f. Abb. 2). 5 Sov. Arch. 1 95 9, 3 .


62 Der Fundstoff

M. v. Roska,1 der dieseTypen wenig zutreffend als Fatjanovo-ĂXte bezeichnete, unterschied zwei
Varianten, die er Eradonyer- (bzw. Adonier-) und Kunszentmartoner-Typ nannte. Der letztere, den
wir unter der Bezeichnung T6szeg-Typ behandeln, zeichnet sich durch eine weniger hackenfărmige,
mehr zungenartige Klinge aus.
Nur das Exemplar von Polgar ist mit plastischen Spiralranken neben dem Schaftrucken verziert.
Mit Ausnahme der Bronzeaxt von Kunszentmarton bestehen alle Stucke aus Kupfer.

272. Adoni (in der ungarischen Literatur auch Era­ Anm. 62) solI die Axt neben einem Skelett gelegen
dony), Jud. Bihor. - Depot- oder Grabfund(?), be­ haben. Die Beifunde sind nicht mehr erhalten. -
stehend aus einer Axt (Ta! I7, 272) , einer Bronze­ Mus. Oradea. - Roska, Kozlemenyek 2, 2, 1 942, 9
spirale und einer goldenen Kette, die in einem Ton­ Abb. 1 (darunter irrtiimlich »Ersemlyen«).
gefăB lagen. Nach A. Mozsolics (Bronzefunde 1 8

Funktion : Durch die abgerundete, bei der Adoni-Variante geradezu hackenartige Form der Axt­
klinge und die dadurch erzielte Verschiebung des Schwerpunktes nach dem unteren Teil der Klinge
solI dem Schlage von oben nach unten eine grăBere Wucht verliehen werden. Man kann sich vorstel­
len, daB bei diesen schweren Streităxten ein so gefiihrter Schlag besonders wirkungsvoll war.
Zeitstellung: Die stratigraphische Lage der in T6szeg zum Vorschein gekommenen GuBformen2
scheint durch die chronologische Bestimmung des Stublo-Depots mit einer zweiten Axt vergleich­
barer Art bestătigt zu sein. Demnach wăre der T6szeg-Typ in die erste Hălfte der mittleren rumăni­
schen Bronzezeit zu stellen. Was die Datierung des Adoni-Typs betrifft, so liegen dafiir einstweilen
keine beweisenden Befunde vor. Die plastischen Spiralranken auf der Axt von Polgar sind sowohl
auf anderen Metallarbeiten als auch auf TongefăBen der sudosteuropăischen mittleren Bronzezeit
wiederzufinden und bieten keinen prăzisen Anhalt.3 Am ehesten măchten wir beide unterschie­
denen Typen als gleichzeitig ansehen, obwohl ein jungerer Ansatz des Adoni -Typs nicht von der
Hand zu weisen ist.
Verbreitung: Die zu den Typen Adoni und T6szeg gezăhlten Schaftlochăxte sind auf die TheiB­
Ebene beschrănkt (Karte Taf. 48, A).4

HAMM E RA x T E

Hammerăxte spielen in der Bronzezeit eine weit geringere Rolle als in der vorangehenden Kupferzeit.
Zumeist sind es gewăhnliche Schaftlochăxte, die eine hammerartige Verlăngerung des Nackens auf­
weisen und dadurch von der Hauptfamilie abweichen. Die meisten Stucke gehăren zu Typen, die
sich durch charakteristische Eigenheiten als bronzezeitlich zu erkennen geben. Nur die Ăxte mit zy­
lindrischer Nackenverlăngerung sind von kupferzeitlichen Vorbildern abzuleiten.

Kozlemenyek 2, 2, 1 942, 207.


1 Abb. 3). - T6szeg, Ungarn, Siedlungsfund, GuI3formen, bei
2 L. v. Marton, PZ,
22, 1 93 1 , 35 ff. ; Mozsolics, Bronze­ ălteren Ausgrabungen L. von Martons in der zweiten Schicht
funde, 1 9 . der bekannten Bronzezeitsiedlung gefunden. Bei den 1 948
3 Mozsolics (Bronzefunde 1 9) schreibt diese Verzierungs­ durchgefuhrten KontroIlgrabungen wurde festgesteIlt, daI3
art dem Borodino-Horizont zu. die betreffende Schicht der Hatvaner-Kultur entspricht. Eine
4 AuI3erhalb Rumăniens sind folgende Axtfunde hier ein­ Beurteilung des Fundes ist wegen der nicht vollig gesicherten
zureihen : Kunszentmarton, Kom. Szolnok, Ungarn, Einzel­ Fundumstănde nur mit gewissen Vorbehalten moglich, (L. v.
fund (Roska, Kozlemenyek 2, 2, 1 942, 1 2, Abb. 6). - Polgar­ Marton, PZ. 22, 1 9 3 1 , 1 8 ff. ; Mozsolics, Bronzefunde 1 9
Margitpuszta, Kom. Szabolcs, Ungarn (Roska a. a. O. 1 0 Abb. 2. - »Ungarn« (ehemaliges), Fundort unbekannt (Roska,
Abb. 2). - Sepse, Kom. Baranya, Ungarn (Roska a . a. O . II Kozlemenyek, 2, 2, 1 942, 1 2).
Hammerăxte

Die wenigen bronzezeitlichen Hammeraxte aus Rumănien gehăren zu Typen, die - mit Ausnahme
derjenigen mit zylindrischem Nacken - nicht weit verbreitet sind, sondern meistens als ausgefallene
Erscheinungen aufgefaBt werden mussen. Wir wollen sie deshalb nicht mit bestimmten Namen be­
zeichnen.
Die beiden Ăxte von Pădureni (Nr. 273) und »Cluj« (Nr. 274) weisen eine hammerartige, kegel­
rumpffărmige Fortsetzung unterhalb des Nackenkammes auf. Der Querschnitt der langen, schmalen
Axtklinge ist beiderseits eingezogen. Die Stucke machen einen schwerfă11igen Eindruck. Die Analyse
der Axt von Pădureni ergab 3,5 % Zinn, diejenige der Axt von »Cluj« nur Zinnspuren.

273. Pddllreni, Jud. Covasna. - Depotfund (siehe 274. »Gegendvon CII!J«. - Einzelfund ( Taf I 8, 274) . ­
Pădureni-Typ Nr. 1 1 9-1 28) ( Taf. I 8, 27}) . - Mus. Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 9 1) . - Vnveroffentlicht.
Sfîntu-Gheorghe (Inv. Nr. 94/1 904). - G. Nagy,
Arch. E rt. 3 3 , 1 9 1 3 , 3 1 4 Taf. 8, 3 6.

Zeitstellllng: Die Zugehărigkeit der Ăxte von Pădureni und »Cluj« zum mittleren Abschnitt der
mittleren Bronzezeit ist durch den Fundzusammenhang des Pădureni-Depots gesichert. Dazu kommt
der eigenartige Klingenquerschnitt, der demjenigen einiger verzierter Apa-Nehoiu-Ăxte (s. S. 5 3)
ăhnlich und hăufig an ălteren Nackenscheibenăxten festzustellen ist.
Verbreitung: Die beiden Fundorte Pădureni und »Cluj« liegen in Siebenburgen (Karte Taf. 48,A) .
Einer zweiten Gruppe gehăren die Stucke von Doştat und Uioara an. Beide zeichnen sich durch
eine hammerartige Fortsetzung des Nackens aus. Auf der Axt von Uioara weisen die Seitenflăchen .

Lăngsriefen auf. Der Querschnitt beider Ăxte ist unterschiedlich. Sie bestehen beide aus Bronze.

275. Vioara, Jud. Alba. - Depotfund, bestehend aus 276. DOftat(?), Jud. Alba. - Depotfund, bestehend
der Axt ( Ta! I 8, 27!) und weit mehr als fUnf­ aus einer Schaftlochaxt ( Ta! I 8, 276) , einem Tiil­
tausend anderen Gegenstiinden (vgl. Nr. 5 43 : Nak­ lenbeil und einem eigenartigen MeiBel. - Spate
kenscheibeniixte Typ B4 Variante Vioara) . - Mus. rumiinische Bronzezeit. - Brukenthalsches Mus.
Cluj (Inv. Nr. III 4974). - Hoiste, Hortfunde Taf. Sibiu. - Vnveroffentlicht.
4 5 , 1 9 ; A. Vulpe, Arh. Mold. 2-3 , 1 964, 1 3 9
Anm· 5 6.

Zeitstellung: Die Ăxte von Uioara und Doştat sind durch den Fundzusammenhang dieser beiden
Depots in die spăte Bronzezeit oder die fruhe Hallstattzeit datiert. Freilich erscheinen in derartigen
Depots mitunter Gegenstănde, die zum Zeitpunkt der Vergrabung bereits sehr alt waren, wie es be­
sonders bei dem uber 5 000 Bronzen im Gesamtgewicht von 1 1 00 kg umfassenden Fund von Uioara
der Fall ist. Die Axt von Uioara steht einer Gruppe von Hammerăxten nahe, die von Nordkaukasien
bis in die Westukraine verbreitet und mit den Koban-Ăxten verwandt ist. I Fur die an Sudosteuropa
angrenzenden Gebiete ist besonders der spătbronzezeitliche Depotfund von Berislav aufschluBreich. 2
Verbreitung: Die Fundorte der beiden Hammerăxte liegen in Mittelsiebenburgen (Karte Taf. 48, A).

Die Ăxte von Tufa (Nr. 277) und Silifteni (Nr. 278) besitzen eine zylindrische Verlăngerung des
Nackens ; jedoch gehăren sie nicht zum selben Typ. Bei der Axt von Tufa fallen auf dem Rucken vier
und auf den beiden Lăngsseiten je zwei warzenartige Knăpfe auf. Die Lănge der Klingenpartie uber­
schreitet nur gering diejenige desNackenteils. Der Axtkărper ist insgesamt ein wenig gebogen

1 Tallgren, ESA. 2, 1 926, 1 7 1 Abb. 98, I I (die Axt von 2 A. Dobrowolski, Archeologija, Kiew, 1 948, I F ff. Taf. 1,
Charkov). Weitere Beispiele bei A.A. Jessen, Sov. Arch. 1 2, 10-12. Im selben Depot kommen neben bronzenen Sicheln
1 950, 172 (spăte Kuban-Periode). auch gewohnliche Schaftlochaxttypen vor (Taf. 1, 1 3-14).
Der Fundstof!

Die grănere Axt von Silişteni weist eine schmale, lange, nach unten geschwungene, zur Schneide
hin sich verbreiternde Klinge auf. Die schmale Nackenver1ăngerung ist halb so lang wie diejenige
der Klingenpartie. Hinsichtlich des Querschnittes und der Gestalt der Klinge ăhnelt diese Axt der
Mărăşti-Variante des Apa-Nehoiu-Typs (s. S. 5 4), hinsichtlich der krăftigen Schaftrăhre jedoch den
Nackenscheibenăxten vom Typ Bj (nach Nestor).I Wie bereits angedeutet, sind die Hammerăxte mit
zylindrischem Nacken von kupferzeitlichen Kupferăxten abzuleiten.2 Wie die Formentwicklung
im einzelnen verlaufen ist, Iănt sich derzeit nicht angeben, zumal diese Axtform im Grunde als Nach­
ahmung von Steinzeităxten aufzufassen ist. In der Bronzezeit waren es die kostbaren Prunkăxte von
Borodino, Troja-Schatz L oder Perşinari (die letzten aus Silber), die als Vorbilder fur die einfacheren
bronzenen Ăxte dienten. Von daher gesehen, ist es leicht erklărlich, dan derartige Ăxte nur einzeln
auftreten und innerhalb der bronzezeitlichen Axttypen als Sondererscheinungen wirken.
Die beiden Ăxte von Tufa und Silişteni bestehen aus zinnreicher Bronze.

277. Tufa, Jud. Ilfov. - Depotfund (s. Izvoarele­ Kultur gehi:.irenden Siedlung ( Ta]. I 8, 27 8) . -

Typ Nr. 71) ( Taf. I 8, 277) . Slg. des Arch. Inst. Bukarest. - E. Comşa, Stud.
278. Sili[teni, Jud. Argeş. - Einzelfund am Rand Cerc. Ist. Veche 1 8, 1 967, 671 ff.
einer bronzezeitlichen, wahrscheinlich der Tei-

Funktion : Der Charakter des Tufa-Depots Iănt an Prunkwaffen denken.


Zeitstellung: Fur die Axt von Tufa sei auf das oben zum Izvoarele-Typ Gesagte (s. S. 3 4) verwiesen.
Die Datierung der Axt von Silişteni stutzt sich auf die Form der Klinge und der Schaftrăhre. Danach
erscheint eine Zuweisung in die Zeit des Horizontes Apa-Hajdusamson berechtigt. Bezeichnend da­
fUr ist die nur bei einigen Nackenkammăxten wiederkehrende Klinge. Schaftrăhren sind im iibrigen
an Nackenscheibenăxten des B j-Typs auch wăhrend der ganzen mittleren und spăten Bronzezeit zu
finden (s. S. 70 ff.).
Wie E. Comşa bemerkt,3 verkărpert die Axt von Silişteni eine typologisch jungere Entwicklungs­
stufe der ĂXte mit zylindrischem Nacken als das Exemplar von Tufa. Da das Tufa-Depot mit dem De­
potfundhorizont Perşinari-Borodino eng verknupft ist (d. h. der ersten Hălfte der mittleren rumăni­
schen Bronzezeit angehărt), durfte die Axt von Silişteni nach der Mitte dieses Zeitabschnittes ange­
setzt werden.
Verbreitung: Beide Fundorte - Tufa und Silişteni - faJlen in den Bereich der Tei-Kultur (Karte
Taf. 48,A). Unter Zugrundelegung der oben skizzierten Chronologie wăre das Tufa-Depot mit dem
Anfang dieser Kultur in Verbindung zu bringen (Phase Tei-Căţelu?), wăhrend die Axt von Silişteni
wahrscheinlich der Tei-Tei oder Tei-Stejar-Phase entspricht.

Eine singulăre Form besitzen die Ăxte von Drajna (Nr. 279) und Tîrgu-Lăpuş (Nr. 280). Die erste
stammt aus dem bereits oben (unter dem Şanţ-Dragomireşti-Typ s. S. 5 7) aufgefuhrten Depotfund
von Drajna (Nr. 268). Sie weist einen sonderbaren Schafthelm auf: Die keulenartige Schaftrăhre ist
gleichmăfiig Iăngs gerippt. Durch diese Eigenart zeigt diese Axt eine gewisse Ăhnlichkeit mit den
anderen aus diesem Depot vorliegenden Ăxten, deren kalottenfărmige Nackenscheiben eine ăhnliche

' L Nestor, Marburger Studien 1 938, 1 8 3 ff. sie gehăren der mittleren Bronzezeit an. Bemerkenswert ist
2 A. Vulpe (Stud. Cerc. Ist. Veche 10, 1 95 9, 267ff.) unter­ auch die formenkundliche Auslegung J. Deshayes' (Outils
scheidet zwei Serien : A : Kupferne Axte ohne Nackenbie­ de bronze 263 ff.). Neuerdings lieferte P. Patay (Folia Arch.
gung; sie treten in der Steinkupferzeit und in der Dbergangs­ 19, 1 968, 9 ff.) Beitrăge zu den kupfernen Hammerăxten mit
periode auf; B : bronzene, silberne oder Halbedelstein-Axte, zylindrischem Nacken.
alle mit mehr oder weniger ausgeprăgter Nackenbiegung; 3 Stud. Cerc. Ist. Veche 1 8 , 1 967, 674.
Bruchstiicke und unbestimmbare Schaftlochăxte

Rippenprofilierung aufweisen (vgl. die Nackenknaufaxte Typ Drajna, S. 99 und Taf. 4 1 , 5 63 -5 6 5 ) ,


Die andere ahnliche Axt von Tîrgu-Lăpuş (Nr. 280) weist einen gleichfalls keulenartigen, durch
fein eingeritzte Linien verzierten Schafthelm auf. Die Schaftlochrander sind mit einer Reihe kleiner
Ritze umgeben, der Querschnitt der Axtklinge ist oktogonal.

279. Drajna, Jud. Prahova. - Axt ( Ta! 18, 279) ; schwertes. Da aufier dem Schwertgriff a11e Stiicke
Depotfund, siehe Şanţ-Dragomireşti -Typ Nr. 268 . ­ des Depots auf den Depotfundhorizont Uriu-Drago­
Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. Nr. 1 5 3 42). mireşti hinweisen, diirfte auch unsere Axt nicht in
280. Tîrgu-Ldpuf, Jud. Maramureş. - Depotfund, einen spăteren Zeitabschnitt zu datieren sein. -
bestehend aus mehreren Tii11enbeilen, Sicheln, Fufi­ Mus . Baia-Mare (Inv. Nr. 272). - Unveroffentlicht.
und Armbăndern sowie dem Griff eines Antennen-

Funktion : Es handelt sich vermutlich um Prunkwaffen. Der runde gerippte Nacken kănnte als
Schlagflache geeignet sein. Andererseits ware auch eine Verwendung rein als Hoheitszeichen (Szep­
ter) vorstellbar, was insofern erwagenswert erscheint, als im Drajna-Depot auch ein anderer Gegen­
stand auftritt, der wohl als Szepter aufgefaBt werden muB (Taf. 4 1 , 5 6 5).
Zur Zeitstellung und Verbreitung s. S. 59 (Typ Şanţ-Dragomireşti).

B R U C H S T D c K E U N D U N B E S T I M M B A R E S CH A F T L O C H A x T E

Angefiigt seien einige Fragmente von Ăxten aus Kupfer (Nr. 283) und Bronze (Nr. 2 8 1 282, ,

284-287) bei denen eine nahere Typenbestimmung nicht mehr măglich ist (s. Karte Taf. 48, B).

281. Costifa, Jud. Neamţ. - Siedlungsfund ( Ta! 1 8, 286. »Jud. Maramuref«. - Axtfragment ( Ta! 1 8,
2 81) , wăhrend der systematischen Ausgrabung in 2 86, nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmbo­
einer Schicht der Monteoru-Phasen 1 C 2-I A zutage viţa). - Deri Muz. Debrecen (Inv. Nr. IV 72/1 9°4). ­
gekommen. - Mus. Piatra-Neamţ . - M. Zamoşteanu, Unveroffentlicht.
Arh. Mold. 2-3 , 1964, 4 5 8 Abb. 3 . 287. » Transsilvanien«. - Bruchstiick einer Axt viel­
282. »Jud. Maramuref« (vgl. Ăxte mit Nackenscheibe leicht vom Typ Şanţ-Dragomireşti ( Ta! 1 8, 2 87,
Nr. 349) ' - Axtfragment ( Ta! 1 8, 2 82) . - Mus. nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa).
Baia-Mare (Inv. Nr. 1041). - Unveroffentlicht. - Mus. Cluj (Inv. Nr. 2209), - Unveroffentlicht.
283. Sdrata-Monteoru, Jud. Buzău. - Siedlungsfund 288-290. Pecica (vgl. Nr. 206 : Typ Hajdusamson).
( Ta! 1 8, 2 8}) . Es ist zweifelhaft, ob es sich iiber­ Fragmente von Gufiformen ( Ta! 18, 288-29 0, nach
haupt um das Fragment einer Schaftlochaxt handelt. Zeichnungen von M. Petrescu-Dîmboviţa) . - Mus.
Zusammen mit dem Bruchstiick einer kreuzschnei­ Arad. - Unveroffentlicht.
digen Axt auf dem Boden eines Cucuteni B-Hauses In der ălteren Literatur werden noch einige Ăxte
gefunden. Fiir die Zeitstellung siehe auch S. I I . - mit der Bezeichnung »von der Form unserer heu­
Slg. des Arch. Inst. Bukarest. - I. Nestor/E. Zaharia, tigen Ăxte« erwăhnt, die demnach hochstwahr­
Stud. Cerc. Ist. Veche 6, 1 9 5 5 , 499 Abb. 2, 1 . scheinlich Schaftlochăxte darstelIen.
284. CUfterija, Stadt Sibiu. - Grafier Giefier-Depot­ »Umgebung von Cluj«. - Goos, Chronik 230, erwăhnt
fund. Axtfragment (Ta! 1 8, 2 84) , moglicherweise eine »schone, elegant geschwungene Branzeaxt,
von einer Hammeraxt (vgl. das Stiick von Doştat deren Kopf in einen Hammer ausgeht«. Sie sol1 sich
Nr. 276). - Brukenthalsches Mus. Sibiu. - Unver­ im Klausenburger Museum befunden haben.
offentlicht. Pogdceaua, Jud. Mureş. - Einzelfund. - Ehemals im
285. Izvoarele, Jud. Ilfov. - Einzelfund ( Ta! 1 8, Mus . Cluj (z.Z.nicht auffindbar) . -Goos,Chranik243 '
2 8J) ; in der Năhe wurde eine Siedlung der Tei­ Odrihei, Jud. Mureş. - Depotfund, bestehend aus
Kultur festgeste11t. - Mus. Olteniţa (Inv. Nr. 9 1). ­ Messern und Ăxten, darunter eine »Axt von der
Unveroffentlicht. Freundliche Mitteilung von Barbu heutigen Form«. - Ehemals in der Slg. des Gymna­
Ionescu. siums von Sighişoara. - Goos, Chronik 2 5 9,
66 Der Fundstoff

Voia, Jud. Hunedoara. - Einzelfund. - Ehemals im gender Fund beschrieben : »zwei Topfe, von denen
Mus. Cluj (z. Z. nicht auffindbar). - Goos, Chro­ der untere auf einer Steinplatte stand, der obere auf
nik 261 . (gemeint ist vielleicht eine aus diesem Ort der Deckplatte des unteren und selbst mit einer
stammende kreuzschneidige Axt). dritten Steinplatte bedeckt war. Auf der unteren
Valea-Viilor, Jud. Sibiu. - Grabfund(?) In dem Platte lag als Beigabe eine Bronzeaxt von der heu­
brieflichen Bericht eines Pfarrers aus Haşag ist fol- tigen Form«. - Verschollen. - Goos, Chronik 263.

S CHAFTROHR E N AxTE

Diese hauptsăchlich mitteleuropăische Familie der Schaftlochăxte (in der Literatur auch als Typ
Kftenov bekannt)1 ist in Rumănien nur durch zwei Exemplare vertreten. Wir verzichten daher hier
auf eine umfassende Behandlung dieser Axtform und verweisen fur diese auf andere PBF-Bănde.
Nach der Einteilung A. Mozsolics',2 ist die Schaftrohrenaxt aus dem Depotfund von Apa (Taf.
18, 291) ihrem Typ A zuzuschreiben. Die lange, dicht gerippte Schaftrohre weist am oberen Ende eine
Scheibe auf. Die nur gegen die Schneide zu sich leicht verbreiternde Klinge ist schmal, lang und mit
parallel laufenden Linien verziert, die bis zum halbkreisformigen Nacken reichen.
Die zweite in Rumănien gefundene Schaftrohrenaxt (Hărman, Nr. 292) gehort dem Typ B (nach
Mozsolics) an. Das heute wiedergefundene Stuck zeigt eine Verzierung durch Ritzlinien, ăhnlich
denjenigen auf der Axt von Apa. Beide Stiicke bestehen aus zinnreicher Bronze.

291. APa (vgl. Nr. 238: Typ Apa-Nehoiu). - 292. Hărman (siehe Balşa -Typ Nr. 236). - Mus.
Depotfund, daraus Axt ( Taf. I 8, 29 I) . Muz. Naţ.
- Braşov (alte Inv. Nr. 225 9)'
Ant. Bukarest (Inv. Nr. IV 623).

Zeitstellung,' Beide Schaftrohrenăxte sind durch die Fundzusammenhănge, in denen sie erscheinen,
chronologisch zu bestimmen (s. S. 5 5 ). Fur die Verbreitung s. Karte Taf. 48, B.

NAC K E N S CH E I B E N AxTE OHNE S CHAFTRO H R E (TY P E N AI UND Az)

Innerhalb dieser ausgesprochen eleganten Axte lassen sich zwei Typen unterscheiden, die sowohl ge­
staltlich als auch durch die Fundzusammenhănge als Entwicklungsstufen aufgefaBt werden konnen.
Beide Typen umfassen reichverzierte und unverzierte Exemplare. Die stets aus Spiralmotiven be­
stehende Verzierung ist sehr fein eingraviert.

Typ AI (Hqjdusdmson),' Dieser Typ entspricht 1. Nestors Untervariante AI' Er ist bezeichnet durch
eine glatte, pilzformige Scheibe ohne einen mittleren Knopf. Hierher gehoren die Axte von Păuliş
(Nr. 293), Plăieşti (Nr. 294), »Sebeş« (Nr. 296) (unverziert) sowie auBerhalb Rumăniens diejenigen
von Hajdusamson (zwei verziert, eine unverziert),3 Vamospercs4 und Rimavske ]anovce.5 Die
Axt von Saj6lad6 und das unverzierte Exemplar von Criţ (Nr. 295) weisen in der Mitte der Scheibe
einen kaum fuhlbaren Knopf auf, wodurch sie als Dbergangsbildung zum folgenden Typ betrachtet
werden konnen. Der Querschnitt der Klinge ist im allgemeinen rechteckig mit leicht eingezogenen
Seiten. Bei der Axt von Criţ unterscheidet sich der Klingenquerschnitt von dem ublichen durch die

1 L. Hajek,Pamatky Pravek 43, 1947, 48, 86ff. ; Mozsolics , 4 Mozsolics a. a. O. 140 Taf. 22,2 a-c.
Bronzefunde 24ff. 5 M. Novotna, Pam. Arch. 5 ° , 195 9 , lff. Abb. 2 ,1. 2 ; 5 ;
2 a.a. O. es ist kein Depotfund: Mozsolics a.a.O. 142.
3 Mozsolics,Bronzefunde 139 Abb. 7; Taf. 9-11. 6 Mozsolics a. a. O. 1 5 8 Taf. 22, 1.
Nackenscheibenăxte ohne Schaftrijhre

Iănglich-rechteckige Form. Eine Einteilung nach der Verzierung erscheint angesichts der Mannig­
faltigkeit ihrer Elemente schwierig. Nahezu jedes Muster tritt auf AI- und aufA2-ĂXten auf. Anderer­
seits zeigt j ede einzelneAxteine gewisseIndividualităt. Hinsichtlichder Verzierung der Nackenscheibe
ergibt sich, daB fiir den Typ AI der Reichtum an Ziermustern mit Spiralranken kennzeichnend ist.
Diese sind mit Ausnahme der Axt von Rimavske Janovce in zwei Ringen angeordnet. Im Hinblick
darauf sind Axte von Vâmospercs und Hajdusâmson fast identisch. Das Scheibenornament der Axt
von Rimavske J anovce gleicht demjenigen des Typus A2• Die Scheibe der Axt von Saj6lad zeigt zwar
auch Spiralranken, făllt aber doch insgesamt aus dem Rahmen des Gelăufigen heraus. Bemerkenswert
sind die gepunzten Kreismuster auf der Klinge der Axt von PIăieşti, sowie die geometrische Verzie­
rung auf der Nackenscheibenriickseite dieses Stiickes.

Typ A2 (Apa): Dieser Typ entspricht Nestors Untervariante A2• Er zeigt eine flache Scheibe (wie
bei Typ AI) mit einem kleinen Mittelknopf. Typologisch ist dieser letztere insofern bedeutsam, als
sich dieser Knopf zu einem Dorn entwickelt, wie er fiir die spăteren Axte kennzeichnend ist. Dem Typ
A2 gehăren die rumănischen Axtevon Apa (Nr. 299), Săpînţa (Nr. 302), Someşeni(Nr. 298), Gaura (Va­
lea Chioarului) (Nr. 3°0, 301), Remetea (Nr. 297) (unverziert) sowie auBerhalb Rumăniens diejenigen
von Kispalad,1 Szeghalom (zwei verziert, eine unverziert, Taf. 72, A)2 »Ungarn«,3 Budapest (unver­
ziert)4 und Illmitz (unverziert).5
Mit Ausnahme des Exemplars von Săpînţa, dessen Verzierung besondere Ziige aufweist, unter­
scheiden sich diese angefiihrten Axte von denen des Typs AI hauptsăchlich durch die Verzierung
ihrer Nackenscheibe. Die Spiralranken sind hier in einer einzigen Reihe um den Mittelknopf angeord­
net. Bei den meisten Axten zweigen kleine Spiralwirbel von den Hauptspiralen ab. Dieses Merkmal
kehrt im Rahmen des Typus AI nur bei einer der Axte von Hajdusâmson wieder. Bemerkenswert
sind sodann die geometrischen Muster in der Randzone der Scheibe (Săpînţa Nr. 302, Gaura Nr. 301).
Diese beiden letzteren Axte lassen sich auch chronologisch von den iibrigen Az-Exemplaren abheben.
Die unverzierten Az- Axte weichen formal nicht von den verzierten ab. Eine Ausnahme bildet das
Exemplar von Illmitz, das anscheinend recht roh gegossen bzw. belassen ist, und dessen Scheibe
(Zuverlăssigkeit der Zeichnung bei Hampel vorausgesetzt) sich durch eine ausgeprăgte Pilzform
auszeichnet.
Die meisten A- Axte sind ausgesprochen sorgfăltig ausgearbeitet. Vermutlich wurden sie in der
verlorenen Form gegossen. Bei einigen Exemplaren ist der Zinngehalt verhăltnismăBig gering. Dies­
beziigliche Angaben liegen vor vom Typ AI von Criţ (2,9%), Sebeş (4,2%), Păuliş (4,9%), Hajdu­
sâmson (5 ,9 und 8,8%) ; vom Typ Az von Someşeni (3,7%), Apa (5,3%), Gaura (6%), Szeghalom
(4,2% ; 7,1% und 10%), Kispalad (8,7%). Alle rumănischenExemplarewurden in dreiteiligen Schalen­
formen gegossen. Im Schaftloch der Axt von Someşeni (Nr. 298) sind zwei Vertiefungen an der
Wandung (gegen die Klinge und den Nackenteil zu) festzustellen. Derartige Vertiefungen kommen
bei Schaftlochăxten hăufiger vor (s. S. 33 u. 3 5 ) .

Typ AI: pescu!M. Rusu, mit Erganzungen von F. Schubert


293. Păttfir, Jud. Arad.6 - Vermutlich Depotfund, und M. Petrescu-Dîmboviţa), einer verzierten und
bestehend aus der Axt ( TaJ I9, 29), nach D. Po- zwei unverzierten Lanzenspitzen und einer Hand-

1 Depotfund mit einer Handschutzspirale : Mozsolics 3 Mozsolics a.a.O. Abb. 9 zu S. 37.


a.a. O. 144 Taf. 22, 3 . 4 Mozsolics a.a.O. 133 Taf. 1 7, 1.
2 Depotfund mit vier Axten mit Nackenscheibe (eine vom 5 Hampel, Bronzkor III, Taf. 220, 7.

Typ B,), zwei Schaftrohrenăxten, sowie einer oder zwei Arm­ 6 Zu dieser Axt s. auch D. Berciu, Revista istorică română

schutzspiralen : Mozsolics a. a. O . 1 6 5 Taf. 1 2 ; 1 3 , 1 -2 ; 14, 3-4. 14, 1 944, 3 54ff.


68 Der Fundstaff

schutzspirale mit kreisformigem Querschnitt am einer Handschutzspirale anscheinend mit rundem


Oberende und im iibrigen viereckigen Querschnitt Querschnitt und Bruchstiicken von zwei weiteren
(Taf. 7 1 , A). Gefunden 1 899. E. Domer (zit. beiD. Po­ ahnlichen Exemplaren mit rautenfOrmigem Quer­
pescu) nahm an, daB es sich um ein Depot handelt ; schnitt. Nach Hampel sollen urspriinglich sechs Nak­
die Lanzenspitzen wurden aber in verschiedenen kenscheibenaxte gefunden worden sein, wovon eine
J ahren inventarisiert, was D. Popescu stutzig machte. ins Mus. Cluj gelangte, wahrend die iibrigen fiinf
Obwohl die Lanzenspitzen auch jiingeren Datums D. Eggers kiiuflich erwarb. Andererseits gibt Hampel
sein konnten (vgl. die Depotfunde von VărşandI, an, nur zwei der im Katalog der Eggerschen Samm­
Mezobereny2 und Nagyhangos3), sind sie wenig lung beschriebenen Axte stammten von Valea Chio­
typisch. Die zeitliche Ansetzung des Depots beruht arului ; die anderen hatten eine andere Herkunft. Die
in erster Linie auf der Axt und dann auf der Hand­ Vergesellschaftung mit einer BrAxt (Variante Ighiel),
schutzspirale. die dem alten Typ mit viereckigem sowie die Tatsache, daB nur die Handschutzspirale
Querschnitt sehr nahe steht. Damit ist der Fund in mit rundem Querschnitt unversehrt ist, sprechen
den Hajdusamson-Horizont zu setzen. - Mus. Arad fiir einen jiingeren Ansatz des Depotfundes von
(Inv. Nr. 1 694) . - 1. Nestor, Marburger Studien 1 86 ; Gaura als die meisten A-Axte. Das Stiick Nr. 3 0 1
D. Popescu, Dacia NF. 7, 1 963, 93 Abb. 1-2 ; D. Po­ befindet sich i m Mus. Cluj (Inv. Nr. 200), die iibrigen
pescujM. Rusu, Inv. Arch. I, R 5 . gehorten zur Eggerschen Sammlung und sind heute
294. Pldieiti, Jud. Cluj. - Einzelfund ( Ta]. I9, verschollen. - J. Hampel, Archaeologiai Kozle­
294) . - Mus. Turda (Inv. Nr. 2 1 1 7). - V. Feneşan, menyek 1 3 , 1 880, 3 9 ; ders., Bronzkor I, 43 Taf. 82.
Revista Muzeelor 6, 1 969, 3, 264 Abb. 1 . 83 ; 1. Nestor, Marburger Studien 1°3 ; D. Popescu j
295. Cri/, Jud. Sibiu. -Einzelfund ( Ta]. I9, 29!) · - M. Rusu, Inv. Arch. I, R 4 ; Mozsolics, Bronzefunde
Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv. Nr. A 306). - 1 46.
K. Horedt, Germania 24, 1 94°, 1 44 ; Popescu, Bron­ 302. Săpîn/a, J ud. Maramureş, - Depotfund, be­
zezeit III Taf. IZ, 1 . stehend aus einer Az-Axt ( Ta]. 2 0, } 02, nach D. Po­
296. »Gegend van Sebei«, Jud. Alba. - Einzelfund pescujM. Rusu), zwei Armschutzspiralen mit rundem
( Ta]. I9, 29 6) . Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv.
- bzw. rautenformigem Querschnitt, einem Spiral­
Nr. A 63 94) . - K. Horedt, Germania 24, 1 94°, 1 44· armband mit eingerollten Enden, zwei ahnlichen,
kleineren Stiicken, einem bronzenen kahnformigen
Typ A2: Lockenring, Bruchstiicken von zehn halbmond­
297. Remetea, Jud. Satu-Mare. -Einzelfund ( Ta]. I9, formigen Anhangem mit eingerolltem Ende und
297, nach A. Mozsolics). - Slg. fiir Vorgesch. d. kleinem Dom unter dem StieI, die an einer Halskette
Univ. Budapest. - Mozsolics, Bronzefunde 1 45 aus eingerollten Bronzeblechrohrchen befestigt
Taf. 1 7, 2. sind, und einer kleinen Tonschiissel (Taf. 74, B).
298. Someieni (Stadt Cluj; der Fundort ist nicht Die Bronzen wurden zufallig entdeckt ; nur der
vollig gesichert, da die Axt aus dem Kunsthandel Lockenring und die Tonschiissel wurden bei einer
erworben ist, s. Lit.). - Einzelfund ( Ta]. I9, 29 8, nachtraglichen Kontrollgrabung geborgen. Als Zeit­
nach 1. Nestor). - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. stellung des Depots ist friihestens die zweite Halfte
Nr. IV. 629). - Nestor, Buletinul Muzeului Militar der mittleren Bronzezeit in Betracht zu ziehen. Der
Naţional I, 1 , 1 9 3 7, 5 4 Abb. 3 0 (rumanisch) ; ders., Lockenringtyp gehort nach der Klassifikation von
Marburger Studien 1 78ff. Taf. 7 1 . E. Zaharia (Dacia NF. 3, 1 9 5 9, I03ff.) einer spateren,
299. Apa (vgl. Nr. 2 3 8). Depotfund, daraus die der Noua-Kultur entsprechenden Zeit an. Die Spiral­
Axt (TaJ. 20, 299). - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. armbander und die halbmondfOrmigen Anhanger
Nr. IV 6 2 5 ) . begegnen haufig in den Depots des Koszider-Hori­
300.301. Gaura (heute Valea Chioarului), Jud. Mara­ zontes (vgl. die Depots von Mezobereny, Nagy­
mureş (in der Lit. unter der alten rumanischen Be­ hangos oder Tiszakezi : 1. Bona, Acta Arch. Hung.
zeichnung Gaura bekannt). - Depotfund aus dem 1 9 5 9, 2 1 4 ff.). Das GefaB kann derzeit noch keiner
1 9 . Jh., bestehend aus zwei A2-Axten (Taf. 20, 3 °0. bestimmten Kultur zugewiesen werden. - Privatslg.
3 ° 1 , nach D. PopescujM. Rusu), einer BrAxt (nach F. Nistor, Sighetul Marmaţiei, zukiinftig wohl Orts­
der Beschreibung von Hampel, der sie mit der Axt mus. daselbst. - D. Popescu, Dacia NF. 7, 1 96 3 , 99
von Pusztaszentkirily [Variante Ighiel] verglich), 4 Abb. 6; D. PopescujM. Rusu, Inv. Arch. I, R 8 a-b.

I D. Popescu/M. Rusu, Inv. Arch. I R, 9. 3 Mozsolics, Bronzefunde 151 Taf . 31, 3.


2 Siehe S. 71 Anm. 3 . 4 S. unten S. 71 Anm . 12 und Taf. 73 , B .
Nackenscheibenăxte ohne Schaftrijhre

Funktion : Zur Verwendung dieser Ăxte als Waffen bzw. Prunkwaffen, s. oben S. 22f.
Zeitste!!ung: Der typologisch am Anfang der Nackenscheibenăxte stehende A cTyp ist wahr­
scheinlich auch chronologisch der ălteste der ganzen Serie.1 Er ist noch nie mit spăteren Er­
scheinungen vergesellschaftet zum Vorschein gekommen, wie es in drei Funden mit A 2- Ăxten der
Fall ist (s. unten). Fur die Datierung des Al-Typus ausschlaggebend ist das Depot von Hajdusâmson
sowie die Axt von Păuliş (Nr. 293)' Wenn die oben angedeuteten Uberlegungen richtig sind, ist
der Depotfund von Hajdusâmson etwas ălter als derjenige von Apa, wenngleich beide im groBen
und ganzen demselben Kulturhorizont angehoren.2 Unbegrundet durfte sein, die unverzierten
ĂXte fur ălter zu halten als die verzierten und damit den Ursprung der Nackenscheibenăxte in
Sudsiebenburgen zu sichern.3
Die angebliche Vergesellschaftung einer Al-Axt mit einer unverzierten Bl-Axt in Rimavske
Janovce hat in der Forschung mit der Moglichkeit rechnen lassen, daB der ArTYp Iănger gelebt habe.
'
Jedoch muB die Bronzekollektion von Rimavske Janovce mit groBer Vorsicht verwertet werden,
da die Fundumstănde unsicher sind und die fraglichen Ăxte wahrscheinlich an verschiedenen Stellen
gefunden wurden.4
Der Typ A2 tritt in chronologisch verschiedenartigen Fundzusammenhăngen auf; einem ălteren,
der dem Horizont von Hajdusâmson nahesteht und einem jungeren, der durch den Fund von Săpînţa
verkorpert wird. Auch die Unterschiede in der Verzierung zwischen den Ăxten von Apa (Nr. 299)
und Săpînţa (Nr. 302) sind bemerkenswert. Der Fund von Szeghalom nimmt eine Zwischenstellung
ein, indem er das spăte Auftreten von A2-Ăxten und ihre Iăngere Dauer bezeugt. AuBer zwei Schaft­
rohrenăxten fanden sich hier eine unverzierte und zwei verzierte A2- Ăxte sowie eine verzierte Bl-Axt
der ălteren Variante Szeghalom (s. S. 70, Taf. 72, A).5 Die im Fund von Gaura belegte Vergesellschaf­
tung einer A2-Axt mit einer verzierten Bl-Axt (Variante Ighiel) verdient in diesem Zusammenhang
Beachtung. Bedauerlicherweise wurde die B cAxt dieses Depotfundes nicht veroffentlicht und ist
heute verschollen. Hampel6 betonte ihre Ăhnlichkeit mit den Ăxten von Pusztaszentkirâly (s. S. 7 1 )
und AIs6nemedy (s. S. 74), die sich aber formal gar nicht entsprechen. Gegenwărtig kann daher
nur allgemein vermutet werden, daB der Fund von Gaura etwas spăter anzusetzen ist als der von
Szeghalom (s. S. 70), aber ălter ist als der von Săpînţa (vgl. die Ăhnlichkeit in der Verzierung der
Nackenscheibe zwischen den ĂXten von Săpînţa und dem zweiten Exemplar von Gaura).
Der Umstand, daB die A-Ăxte nicht aus ihrem Ursprungsgebiet exportiert wurden, und dies erst
bei den B- Ăxten der Fall ist (s. S. 1 6), hăngt wohl von ihrem chronologischen Verhăltnis zuein­
ander ab, indem die ersteren ălter sind, und besagt nicht etwa, daB die A- ĂXte nur eine lokal be­
schrănktere (mehr oder weniger mit dem Typ BI gleichzeitige) Form wăren.7
Die Ăxte vom A-Typ sind nach allem derzeit Bekannten vorwiegend in die Mitte der mittleren
rumănischen Bronzezeit anzusetzen. Sie dauern vereinzelt bis in die zweite Hălfte der mittleren
Bronzezeit. Innerhalb dieses Typs wăre die chronologisch-typologische Reihenfolge folgender­
maBen vorzustellen : Al (Hajdusâmson) --+ A2 (Apa --+ Szeghalom --+ Gaura --+ Săpînţa).

1 So schon Nestor, Marburger Studien 1 9 1, und Popescu, 6 Hampel, Bronzkor II, 45 .


Dacia NF. 7, 1963, 93. 109. 7 Einerseits war Nestor der Ansicht, Variante Al sei etwas
2 Den wir Hajdusamson-Ţufalău bezeichneten = 1 A- ălter als Az + BI (Marburger Studien 191); andererseits hielt
Phase der Monteoru-Kultur (s. S. 50). er (a. a. O. 187) die A-Axte fiir eine »ortlich« besondere
3 Diese Moglichkeit erwog D. Popescu, Bronzezeit II2. Gruppe, wodurch sich eine Zeitgleichheit mit der Variante B,
4 S. S. 19. ergeben wiirde.
5 Von Mozsolics (Bronzefunde 3 5 ) als Ac-Variante des Typs

A betrachtet.
D�r Fundstoff

Die wichtigsten Begleitfunde der A- Axte sind die Schwerter vom Typ Hajdusamson und Apa,
Schaftrahrenăxte ălterer Art (Typ Kftenov nach A. Mozsolics), Schaftlochăxte vom Typ Apa­
Nehoiu und Hajdusamson, Handschutzspiralen alten Typs (im allgemeinen mit rautenfarmigem
Querschnitt).
Verbreitung: Nackenscheibenăxte der A-Typen erscheinen ausschlieBlich in Transsilvanien, dem
Ostteil Ungarns und in der Sudslowakei (Karte Taf. 50, A). Der Typ Al kommt hauptsăchlich in der
Theillebene vor. Păuliş (Nr. 293) liegt am Gebirgsrand, am Unterlauf des Mureş. Der Fund von
PIăieşti (Nr. 294) weist aber darauf hin, daB auch in Mittelsiebenburgen A cAxte zu erwarten sind.
Der Typ A2 erscheint im erwăhnten Gebiet, mit Ausnahme der sudlichen und astlichen Teile von
Siebenburgen. Der Fund von Săpînţa (Nr. 302) in der Maramureş, einer scheinbar abgesonderten
Gegend, darf nicht verwundern, sondern muB vor dem Hintergrund des reichen spătbronzezeit­
lichen Fundbestandes dieses Gebietes gesehen werden. Der Nachweis zahlreicher unerforschter
Siedlungsplătze legt die Annahme nahe, daB dieser Bereich an der Entwicklung der Nackenscheiben­
ăxte bereits am Anfang der Reihe beteiligt war.
Fur die kulturelle Verankerung der A- Axte mussen die Wietenberg- und die Otomani-Kultur in
Betracht gezogen werden.

NACKENS CHE I B E N A x T E M I T G E D RU N G EN E R TUL L E (TY P B1)

Diese Axte zeichnen sich durch eine gedrungene, scharf profilierte Tulle und eine Knopfscheibe
aus (Variante »Turda-Iclod« nach Nestor). Die Nackenscheibe ist in einigen Făllen ausgesprochen
pilzfarmig (Ighiel, Borleşti usw.). Der Querschnitt der Klinge ist ebenso wie bei den A- Axten recht­
eckig mit mehr oder weniger abgerundeten Seiten. Die Klingenbahnen haben manchmal einen leicht
eingezogenen UmriB. Innerhalb der Bc Axte lassen sich mehrereVarianten feststellen, die sich nicht
nur formal, sondern auch chronologisch voneinander unterscheiden.
Allgemein kannen die B cAxte nach der Form oder nach der Verzierung untergliedert werden,
wobei sich diese beiden Maglichkeiten weitgehend decken. Hinsichtlich der Form der Axte sind
vier Varianten zu unterscheiden :' a) sie ist gekennzeichnet durch eine sehr schwach profilierte
Schaftrahre (Szeghalom) ; b) sie umfaBt die gut ausgebildete Form (Turda, Mezabereny, Kolodnoe
usw.) ; c) typisch ist eine lange und geschwungene Klinge (Pecica Nr. 331, Iclod, Kronstorf usw.) ;
d) hierzu gerechnet werden gedrungene Axte mit pilzfarmiger Nackenscheibe (Borleşti). Eine pilz­
farmige Nackenscheibe ist allerdings auch bei den Axten der Variante Blb (Ighiel) und BIe (Pecica)
anzutreffen. Vor allem fUr die unverzierten Axte wird dieses typologische Schema zugrunde gelegt,
das sich indes auch fUr die verzierten als brauchbar erweist. Da die Verzierung eine wichtige Rolle
spielt, erscheint es angebracht, dieser ein graBeres Augenmerk zu schenken. Insgesamt sei deshalb
folgende Gliederung der Bl- Axte vorgeschlagen :

Variante Szeghalom: Sie zeichnet sich durch eine wenig entwickelte Schaftrahre aus. Wahrschein­
lich handelt es sich um eine U bergangsform zwischen den A- und B- Axten. (A. Mozsolics2 rechnet
diese Variante zum Typ A, was jedoch nicht sinnvoll erscheint, da die Schaftrahre mindestens im
1 Mozsolics (a. a. O. 4' Abb. 6) unterschied drei Varian­ wulstigem Rand des ringfărmigen Schaftloches und mit ab­
ten, die nur teilweise mit meiner Klassifikation iibereinstim­ geflachter Dornspitze auf der Nackenscheibe (genannt wer­
men: Ba, gedrungenere Axte mit pilzfărmiger Nackenscheibe; den die Axte von Iclod und AIs6nemedi).
Bb, geschwungenere Axte mit flachkegeliger Nackenscheibe; 2a. a. O· 3 5 ·
Bc, Axte mit geschwungenerer, leicht gekriimmter Klinge,
Nackenscheibenăxte mit gedrungener Tiille 71

Ansatz ausgebildet ist.) Dieser Variante gehărt die verzierte Axt von Szeghalom1 an (Taf. 72, A),
ebenso eine unverzierte Axt unbekannten Fundortes, wahrscheinlich aus Ungarn.2 Die Spiralmuster
auf der Klinge der Axt von Szeghalom entsprechen in ihrer Anordnung den A- Axten von Apa
(Nr. 299), Păuliş (Nr. 293) und einer der zwei verzierten A2-Axte aus Szeghalom.
Variante Mezobereny: Sie weist eine reiche Spiralverzierung auf der Klingenbahn (wie bei den
A-Typen) und auf der Scheibe auf. Die Verzierung der Scheibe von Mezăbereny steht durch die
Spiralwirbel dem Typ A2 stilistisch am năchsten. Als besonderes Merkmal aHer verzierten B1- Axte
ist das zentrale Muster - bei der vodiegenden Variante das Spiralmuster - in eine geometrische, den
Scheibenrand umziehende Borte gesetzt. Dieses Merkmal tritt beim Typ A2 erst bei den spăteren
Exemplaren von Gaura (Nr. 301) und Săpînţa (Nr. 302) auf. Zur Variante Mezăbereny gehăren:
Axte von : »Turda« (Nr. 303), Tărian (Nr. 303a), die derjenigen von Mezăbereny3 fast văllig ent­
spricht, Fundort unbekannt, im Ashmolean Museum,4 »Ungarn«,5 Friedenau,6 Kriissow,7 Gleinau,8
Mărschelwitz-Rosentha19, MeiBen an der Elbe10 und Olomouc. I I
Axte von Pusztaszentkirâly12 und Simontornya13 zeichnen sich dadurch aus, daB die geo­
metrischen Muster im Vergleich zu den spiraligen iiberwiegen und die Scheibe in der Art der Axte
der Variante Ighiel verziert ist. Es handelt sich demnach um Ubergangsbildungen.

303. » Turda« (Gebiet des ehemaligen Komitates Datierung wichtig ist die Vergesellschaftung von
Torda; der groGte Teil des Gebietes gehort heute verzierten Ăxten der Varianten Mezobereny und
zum Jud. Cluj), Fundort unbekannt. - Depotfund(?), Ighiel. Ein Ansatz in die zweite Hălfte der mittleren
bestehend aus zwei verzierten Ăxten, davon eine der rumănischen Bronzezeit erscheint gerechtfertigt. -
Variante Mezobereny ( Taf. 2I, )O}, nach D. Po­ Naturhist. Mus. Wien. (Das ganze Depot unter
pescujM. Rusu mit Ergănzungen des Verf.), die Inv. Nr. 3 5 . 262-3 5 . 267). M. Hoernes, Arch. Ert.
-

andere (Nr. 314) der Variante Ighiel angehort, neun 24, 1904, 206.210 ; 1. Nestor, Marburger Studien
unverzierten Ăxten und dem Klingenbruchstuck 188 ; Roska, Repertorium 284 Abb. 3 42 ; D. Po­
einer ăhnlichen Axt (vgl. Nr. 3 04-3 I 3), drei Bronze­ pescujM. Rusu, Inv. Arch. 1, R II a-c ; Mozsolics,
guGkuchen. Dickwandige Scherben gehoren offen­ Bronzefunde 171 Taf. 72-74.
sichtlich nicht zu den Bronzen, sondern stammen 303a. Tdrian, Gem. Ghirişul Crişului, Jud. Bihor. -
wahrscheinlich aus einer Siedlung (einer davon Einzelfund (Taf. 5 5 ). - Mus. Timişoara. (Inv.
weist Spuren von sekundărem Brand auf). Fur die Nr. 6894). - Unveroffentlicht.

Variante Ighiel: Hier ist die Verzierung fast ausschlieBlich geometrischer Art. Auf der Scheibe
sitzt ein sternfărmiges Muster, das manchmal von blumenartigen Mustern (Bliitenblătter von Marga-

I Mozsolics, Bronzefunde Taf. 1 2, 3 (Depotfund). 9 a.a. O. Taf. 2 5 1.


2 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 17, 3 . 10 Sachsens Vorzeit 1, 1 937, 81 /f.
3 Depotfund, bestehend aus einer Axt mit Nackenscheibe, II J. B6hm, Casopis vlasteneckeho spolku muzejniho v
einer Lanzenspitze, einer Knopfsichel, Bruchstiicken von einer Olomouci 43, 1 930, 81, Abb. 2 (bei 1. Nestor, Marburger
ArmschutzspiraJe, einer Handschutzspirale mit rautenf6rmi­ Studien angefiihrt). Mozsolics (Bronzefunde 42 u. 1 48) fiihrt
gem Querschnitt des Drahtes im Spiralteil und rundem am eine ăhnliche reichverzierte Axt von Letkes an.
kleinen Ende, einer Nadel mit kalottenf6rmigem Kopf, 1 2 Depotfund, bestehend aus einer Axt mit Nackenscheibe,

sieben oder mehr Kreisrippenanhăngem mit stumpfem Dom, vier ganzen oder fragmentarischen Armspiralen, zwei Hand­
neun Bruchstiicken von Anhăngem (wahrscheinlich vom Typ schutzspiralen mit rautenf6rmigem Querschnitt des Drahtes
Orosipuszta oder Koszider 1): Mozsolics, Bronzefunde 149 und vier dicken Armreifen mit petschaftartigen Enden (Taf.
Taf. 67 und 68, 1. 73,B): Moszolics, Bronzefunde 1 56 Taf. 61, 3 ; 62 ; 63.
4 Mozsolics, Bronzefunde Abb. 1 2. 13 Depotfund, bestehend aus einem Vollgri/fdolch, einer
5 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 64, 3 . Axt mit Nackenscheibe, einer Sichelnadel mit verzierter
6 Altschlesien 6, 1936, I I 3 Abb. 26. Scheibe, zwei dicken Armringen mit petschaftartigen Enden
7 Hachmann, Ostseegebiet Taf. 36, 5 (Depotfund). und einem kleinen Bronzezylinder: Mozsolics, Bronzefunde
8 B. v. Richthofen, Die ăltere Bronzezeit in Schlesien 1 5 9 Taf. 5 3 ·
(1926) Taf. 25 m.
Der Fundstoff

reten) umgeben ist. Nur die Axte von Roşiori (Nr. 317) und Zajta fiihren noch Spiralmuster auf der
Scheibe. Zu dieser Variante gehăren die Axtevon 19hiel (Nr. 31 5 , 3l6),»Turda« (Nr. 314) »Dngarn«,l
Roşiori (Nr. 317) und Zajta.2

3 1 4. » Turda« (vgl. Nr. 303 ) . Depotfund. Verzierte genannt). - Depotfund, gef. 1 892, bestehend hochst­
Axt (Ta! 21, }I4, nach D. PopescujM. Rusu mit Er­ wahrscheinlich aus einer reichverzierten Axt mit
giinzungen des Verf.). Nackenscheibe (Ta! 22, }Il, nach D. Popescuj
315.316. Ighiel, Jud. Alba. - Depotfund, gef. 1 93 8. M. Rusu), drei unverzierten iihnlichen Stiicken
Die Bronzen lagen in einem TongefiiJ3, dessen Scher­ (Nr. 3 1 8-3 20) , zwei eigenartigen Absatzbeilen und
ben nicht aufbewahrt wurden. Es sind zwei verzierte zwei BronzeguJ3kuchen (Taf. 7 1 , C). N ach A. Mozso­
Ăxte mit Nackenscheibe (Ta! 22, }I '.}I6, nach lics gehorten zu dem Fund »hochst wahrscheinlich«
D. Popescu/M. Rusu), drei Armschutzspiralen und zwei weitere, heute verlorene Nackenscheibeniixte.
Bruchstiicke einer solchen mit Verzierung, alle mit Die verzierte Axt und die Absatzbeile datieren das
rundem Querschnitt (Taf. n, A). Der Fundzusam­ Depot in die zweite Hiilfte der mittleren rumiini­
menhang weist auf die zweite Hiilfte der mittleren schen Bronzezeit. - Magy. Nem. Muz. Budapest
rumiinischen Bronzezeit hin. - Mus. Alba-Iulia. - (Inv. Nr. 66/1 89oj3), nur die verzierte Axt; die
1. Berciu, Apulum 1 , 1 9 3 9-42, 24ff. ; Popescu, anderen Stiicke im Mus. Oradea. - J. Hampel, Arch.
Bronzezeit, II2 ; ders., Dacia NF. 7, 1963, 1 0 5 ff. ; Ert. 1 892, 3 74 ; ders., Bronzkor II, Taf. 2 5 0, 1 ; 1.
D. PopescujM. Rusu, Inv. Arch. I, R 7 . Nestor, Marburger Studien 1 88 ; D. Popescu, Dacia
31 7. ROfiori, Jud. Bihor (in der Lit. werden irrtiim­ NF. 7, 1 96 3 , 9 5 Abb. 3 ; D. PopescujM. Rusu, Inv.
licherweise als Fundort auch Gepiu und Gyapoly Arch. I, R 1 2 ; Mozsolics, Bronzefunde 1 3 9 Taf. 6 1 , 1 .

Unverzierte Axte der Varianten Meziibereny und 19hiel: Den Varianten Mezăbereny und 19hiel kănnen
auch noch die unverzierten Axte der oben umschriebenen Formvariante B t b zugerechnet werden.
Demnach sind hier einzureihen die Axte von Roşiori (Nr. 3 1 8-320), Cruceni (Nr. 32 1), »Turda«
(Nr. 3°4-313), Rimavske ]anovce,3 Vcelince,4 Ganovce,s Kosziderpadlas 1,6 drei fundortlose Stiicke
aus der Samrnlung Delhaes,7 Rakospalota,8 »Dngarn«,9 Budapest,lO Kolodnoe,rr »Rumănien«
(Nr. 322), Vrsec,12 »Bayern«,1 3 Schotau, Măhrenl4 und das Miniaturstiick aus einem Grab von
Orosipuszta.I S
1 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 64, 1. zwei Armringen mit petschaftartigen Enden, einem mit
2 Depotfund, bestehend aus drei Vollgriffschwertern, spiraligen Enden, zwei Rippenarmreifen, drei Tutuli, zwei
einem Vollgriffdolch, einer Axt mit Nackenscheibe und einer Scheibenkopfnadeln, Bruchstticken von Spiralanhăngern, ge­
Handschutzspirale mit rundem Querschnitt : Mozsolics a. a. O. wundenem Draht, kalottenfarmigen Bronzeknapfen, einer
1 78 Taf. 64, 2; 65; 66, 2-4. Die beiden von F. v. Tompa ver­ Tonkanne mit zwei »ansa lunata«-HenkeIn und eingeritzter ge­
affentlichten Axte (24.-2 5 . Ber. RGK. 1 9 34-3 5, Taf. 3 5 , 1 .3) ometrischer Verzierung: Mozsolics, Bronzefunde 1 5 7 Taf. 5 9.
geharen nicht zu diesem Depotfund; Mozsolics bezweifeite 9 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 3 5 , 1 .

sogar ihre Herkunft vqn Zajta. - Zwischen v. Tompa (a. a. O. Ia Mozsolics, Bronzefunde Taf. 3 5 , 3 .

Taf. 35, 1 .3), wo auDer der Axt von Zajta (Taf. 35, 2) eine B1- II Depotfund, bestehend wahrscheinlich aus zwei iden­
und ei ne B2-Axt abgebildet sind,und Mozsolics,wo von zwei tischen Axten mit Nackenscheibe, vier Anhăngern mit einge­
B2-Axten mit Nackenscheibe die Rede ist, besteht ein Wider­ rollten Enden, drei NadeIn mit kegeIfarmigem Kopf, einer
spruch. ScheibennadeI mit eingerolltem Kopf, Bronzeblechbruch­
3 M. Novotna, Pam. Arch. 50, 1 9 5 9, 1 ff. Abb. 2, 2. Ein- stticken und vielleicht dem Fragment einer Handschutzspirale
zelfund (s. S. 69, Anm. 4). mit rhomboidalem Querschnitt : Mozsolics a. a. o. 1 7° Abb. 1 3
4 M. Novotna, Musaica 7, 1966, 9 ff. und S . 4 1 (sie betrachtete denFund als uneinheitlich,wie er von
5 Dieslb., Pam. Arch. 50, 1 9 5 9, 2 Abb. 3, 3 . Hampel, Bronzkor II Taf. 1 99, veraffentlicht worden war).
6 Mozsolics, Brol;lzefunde 1 3 3 ff. Taf. 46, 1 . 2 : Depotfund, 12 Grabfund (UrnengrăberfeId vom Typ Vatina) : B. Mil­

bestehend aus zwei ăhnlichen Axten mit Nackenscheibe,einem leker, DeImagyarorszag (1897), 1 Taf. 1, 1 2 . - Das Grăber­
TtiIlenmeiDel,einer Knopfsichel,ftinfKreuzrippenanhăngern, feId von Vrsec gehart einer frtiheren Phase an als die ălteste
spiraligen Ketten, zwei Armspiralen, vieIen durchbrochenen Stufe von Cruceni (s. unten Nr. FI).
halbmondfarmigen Anhăngţrn (Typ Koszider), Bernstein­ 13 Lindenschmit, Altert. uns. heidn. Vorz. 1,4,Taf. 2,1 1 . 1 2 .

perIen. 1 4 Nat. Hist. Mus. Wien (Inv. Nr. 3 6 493).


7 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 3 5 , 6-8. 1 5 Mozsolics, Bronzefunde 1 54 Taf. 70, 1 . - Nach B6na,

8 Depotfund, bestehend aus einer Axt mit Nackenscheibe, Acta Arch. Hung. 9, 1958, 218, handelt es sich um einen
Nackenscheibenaxte mit gedrungener Tiille 73

304-313. »Turda«. - Depotfund (vgl. Nr. 303) ; Schulter und einem Zickzack-Muster auf dem Hals,
neun unverzierte Axte und ein Klingenbruchstuck eine Schussel mit eingezogenem Rand und ein Kănn­
(Nr. 304) ( Ta! 2I, J04-JIJ nach D. PopescujM. chen enthielt. (Da da:> Fundmaterial unverăffentlicht
Rusu, mit Ergănzung des Verf.). ist, mussen wir uns mit den in den Schaukăsten des
31 8-320. ROfiori. - Depotfund (vgl. Nr. 3 1 7) ; drei Mus. Timişoara ausgestellten Funden begnugen).
unverzierte Axte ( Ta! 22, JI8-J20, nach D. Po­ Im Urnenfeld von Cruceni kănnen zwei aufeinander­
pescu/M. Rusu). foIgen de Zeitstufen unterschieden werden, die auch
321.321a. Cruceni, Jud. Timiş. - Grăberfeld. Die von anderen UntersuchungspIătzen im Banat her
Axt ( Ta! 22, J2I) wurde nach einer Mitteilung von bekannt sind. Nach der Stufe, der die Axte und die
F. und E. Schubert in Grab 5 5 zusammen mit einer ubrigen oben angefUhrten Fundstucke angehăren
Nadel mit Petschaftskopf gefunden. Nach meinen (zahlreiche Elemente weisen auf die Vatina-Kultur),
eigenen Notizen stammt sie aus Grab 43, das auBer­ folgt eine Stufe mit kannelurenverzierter Keramik
dem einen Bronzedolch mit verbreitertem und ab­ (manchmai sind die Rillen girlandenfărmig um
gerundetem Heft, ein groBes bauchiges, mit fal­ den Hals gelegt), die bereits der Fruhhallstattzeit zu­
schen Schnur- und mit Reliefmustern verziertes Ge­ gewiesen werden kann. Die Nackenscheibenăxte
făB, eine trichterfărmige Schussel mit vom Mund­ von Cruceni kănnten demnach einem spăteren Ab­
saum ausgezogenen Henkeln und ein kleines schnur­ schnitt der rumănischen Bronzezeit angehăren. -
verziertes Kănnchen enthielt. Nach der persăn­ Mus. Timişoara. - Unverăffentlicht. - Hinsichtlich
lichen Mitteilung des Museumsleiters M. Moga der kulturellen Stellung des Friedhofes von Cruceni
wurde in demselben Grăberfeld das beschădigte s. K. Horedt, Acta Arch. Carpatica 9, 1 967, 5 ff.
Klingenbruchstuck einer gleichen Axt gefunden, 322. »Rumănien«, Fundort unbekannt ; nach der
Nr. 3 2 1 A (Taf. 5 6, C I). In diesem Grăberfeld fand Patina kann die Herkunft aus Transsilvanien ange­
man im selben Kulturhorizont wie die Axte Flugel­ nommen werden. - Einzelfund ( Ta! 22, J22) . -
nadeln, kleine Bronzescheiben mit zwei Durch­ Muz. Naţ. Ant. Bukarest (ohne Inv. Nr.). - Unver­
bohrungen, Spiralen aus Bronzedraht, offene Arm­ ăffentlicht.
reifen mit rundem und D-fărmigem Querschnitt 322a. Tăfnad, Jud. Satu-Mare. - Einzelfund. -
und sog. »Saltaleoni«. - Die Axt Nr. 3 3 0 (s. unten Privatslg. in Gălnicbânya. -Erwăhnt vonM. v. Roska
Variante Senta) kam in Grab 2 1 zutage, das auBer­ (Repertorium 279, Nr. 9), der sie als ăhnlich mit der­
dem eine groBe Urne mit plastischen Leisten auf der j enigen von Râkospalota betrachtet (s. S. 72 Anm. 8).

Variante Bikdcs-Borle[ti. Es sind dies gedrungene Ăxte mit kugelkappenformiger, pilzformiger


Nackenscheibe (vgl. die oben umschriebene Formvariante Bl d). Mit Ausnahme der Axt von Bikacs,
die auf der Scheibe eine Reliefverzierung zeigt - eine Seltenheit bei den Nackenscheibenăxten -, sind
alle hierhergehorigenĂXte unverziert. Im Hinblick auf die Form gehoren die verzierten Stiicke von
Ighiel (Nr. 316) und vielleicht auch Pusztaszentkid.ly ebenfalls zu dieser Variante ; nur angesichts
ihrer Verzierung wurden sie anderen Varianten zugerechnet (s. S. 70)'
Die Variante Bikacs umfaBt die Ăxte von Bodeşti (Nr. 3 23), Izvoare (Nr. 3 24), Tîrgu-Mureş
(Nr. 3 2 5 ), Zagon (Nr. 3 26), Satu-Mare Banat (Nr. 3 28), Pecica (Nr. 3 27), Bikacs,I ein fundortloses
Stiick2 und eventuell die Sonderform von Banska Stiavnica.3

323. Bodefti, Jud. Neamţ, Moldau. - Einzelfund, tumlicherweise als Fundort Borleşti, Jud. Mara­
nahe einer Siedlung der Costişa-Kultur ( Taf. 2J, mureş eingetragen).
J2J) . - Mus. Piatra-Neamţ. - A. Vulpe, Dacia NF. 324. Izvoare, Jud. Neamţ. - Depotfund(?) ( Ta! 2J,
7, 1 963 , 5 II ff. Abb. I a. 2 a ; Mozsolics, Bronze­ J24)' An derselben Stelle wurde vor lăngerer Zeit
funde 40 (auf der Verbreitungskarte Abb. II irr- das Bruchstuck einer heute verlorenen Schwert-

Depotfund vom Typ Koszider. In der Literatur sind noch 1 M. Wosinsky, Tolnavarmegye Taf. 67, 3; Mozsolics,

weitere unverzierte Bl-Stiicke erwăhnt, die mir aber unzugăng­ Bronzefunde 130 Taf. 3 5,2.
lich waren (Regensburg, Torgaua.d. Elbe,Bethlen, Zuto Brdo 2 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 35, 1.
[Starinar 2, 1907, 6 Abb. 71, SurCin, Zemun, Veszprem, Szom­ 3 Mozsolics, Bronzefunde 1 5 9 Taf. 3 5 , 5 .
bathely, Rabapordany [alle bei J. Werner. s. S. 17, Anm. 31
und Csanytelek, Kisk6szeg bei Mozsolics,Bronzefunde 41).
74 Der Fundstoff

klinge gefunden (von derselben Ortschaft stammt Grab von Senta: Mozsolics a. a. O. Abb. 1 6). Doch
auch eine Dolchklinge : R. Vulpe, Izvoare [1 958] kommen diese Stlicke im Banat auch in der spăten
274). - Mus. Piatra-Neamţ. - A. Vulpe, Dacia NF. Bronzezeit noch vor. - Mus. Arad; bier befinden
7, 1 963, 51 1 ff. Abb. Ib und 2b. sich auBer der einen Axt zwei Armreifen, die Spira­
325. Tîrgu-Muref (wahrscheinlich in der Um­ len und eine Nadel. Die Axt Nr. 3 3 1 und der ubrige
gebung), Jud. Mureş. - Einzelfund (Ta! 2j, Pl, Depotfundbestand liegen im Magy. Nem. Muz.
nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa). Budapest (Inv. Nr. 1 6/ 1 883 / 1 -8). - S. Marki,
- Mus. Tîrgu-Mureş (Inv. Nr. 273 9)' - D. Popescu, Aradvarmegye Monografiaja II, 1 , 1 892, 1 6 ; D. Po­
Dacia NF. 7, 1963, 97 Abb. 5· pescu/M. Rusu, Inv. Arch. I, R 1 4 ; Mozsolics,
326. Zagon, Jud.Covasna (Fundort unsicher). -Ein­ Bronzefunde 55. Es muB hervorgehoben werden,
zelfund (Ta! 2j, p6, nach A. Mozsolics). - Mus. daB die Axt, die D. Berciu (Revista istorică română
Debrecen (Inv. Nr. 4°/1 9°4/2). - Mozsolics, Bronze­ 1 4, 1 944, 3 54ff. Abb. 1 ) und D. Popescu (Bronze­
funde 1 77 Taf. 44, 5· zeit Taf. 1 5, 4) mit der Herkunftsangabe »Jud. Arad,
327. Pecica, Jud. Arad. - Depotfund, gef. 1 882, be­ Fundort unbekannt« veroffentlicht haben, eben die
stehend aus zwei Nackenscheibenăxten (die eine bier unter Nr.3 27 angefiihrte Axt ist. Vgl. auch
Taf. 2j, Pl, nach D. Popescu/M. Rusu, die andere Popescu, Dacia NF. 7, 1 96 3 , 95 f. Abb. 4.
Nr. 3 3 1 , nach A. Mozsolics) , einem Dolch mit 328. Satu-Mare, Jud. Arad. - Depotfund, bestehend
Trapezheft, zwei Lockenringen mit kahnfarmigem aus einer Axt (Taf. 2j, j28, nach einer Zeichnung
Querschnitt, drei Armreifen mit verbreiterten, von M. Petrescu-Dîmboviţa), einem Messer mit
band- und girlandenverzierten Enden, einer Pet­ Warzen am Griffende, einem sichelartigen Messer
schaftnadel und zwei Spiralen (Taf. 7 1 , B). Aufgrund und einer Armberge (Taf. 74, A). - Mus. Vdec. -
der Nadel, des Lockenringes und des Dolches er­ B. Milleker, Starinar 1 5, 1 940 Taf. 8 ; Hachmann,
gibt sich eine Datierung frlihestens in die zweite Ostseegebiet 2 2 1 Taf. 6 1 , 3-6.
Hălfte der rumănischen Bronzezeit (vgl. dazu das

Variante lclod: Sie ist gekennzeichnet durch ihre Verzierung auf der Klinge und der Scheibe
(girlandenfărmig angeordnete Bănder auf der Axt von Alsonemedi; kettenfărmig angeordnete
kleine Halbkreise auf derjenigen von Iclod) sowie ihre geschwungene Form, die besonders der Axt
von Iclod eigentumlich ist, und die an die B2-Ăxte erinnert. Zu dieser Variante werden gerecbnet
die verzierten Ăxte von Iclod (Nr. 329), Alsonemedil und »Ungarn«.2 Die Scheibenverzierung
des Stiickes von Alsonemedi kehrt bei der Sonderform aus dem Grăberfeld von Winklarn wieder.3

329. lclod (Iclodul-Mare), Jud. Cluj. - Einzelfund ort unbekannt. - 1. Temesvary, Arch. Ert. 1 7, 1 897,
(Ta! 2j, P9, nach D . Popescu). - Aufbewahrungs- 1 05 Abb. 57 ; Popescu, Bronzezeit 1 1 4 Abb. 49, 3 .

Variante Senta : Sie steht der vorgenannten Variante nahe, weist aber eine noch stărker geschwun­
gene Klinge auf. Ihr sind zuzurechnen die verzierte Axt von Kronstorf,4 deren Scheibe um den Mit­
telknopf angeordnete kleine Kreismuster aufweist, sowie die unverzierten Ăxte von Kronstorf,s
Sombor,6 Senta,7 Cruceni (Nr. 330) und Pecica (Nr. 33 1 ) . Die Nackenscheibe der Axt von Pecica
ist pilzfărmig und ăhnelt damit der Variante Bikacs. Eventuell gehărt das Exemplar von Hodmeză­
vasarhely (Kistoalja) ebenfalls hierher.8
A. Mozsolics9 wies dieĂXte der Senta-Variante in den Untertyp Ca ein, da sie ihren Typ C als
identisch mit der Bz- Variante von Nestor betrachtete. Dazu muB jedoch betont werden, daB die
hier umschriebene Variante Senta durchaus nicht in Nestors Variante Bz enthalten ist. Nur die

1 Vielleicht Depotfund : Mozsolics, Bronzefunde 128 Taf. 5 a. a. O. Taf. 47, 6.


60,1;61,2. 6 ZweiĂXte;Grabfunde : Arch. Ert. 28,19°8,263 Fig. 1,2.
2 Mozsolics, Bronzefunde Taf. 66, 5. 7 Mozsolics, Bronzefunde 47 Abb. 16.

3 K. WilIv'onseder, Mittlere Bronzezeit in Osterreich (1937), 8 J. Banner, AIch. Ert. 1944-45, 29 Taf. II, 7.
Taf. 37, 1-3. 9 a. a. O. 46.

4 WiIIvonseder a. a. O. Taf. 47, 1.


Nackenscheibenăxte mit gedrungener Tiille

geschwungene Form der Klinge erinnert an die Bz-ĂXte, die Form der Nackenscheibe und der
Schaftrohre entsprechen aber dem B cTyp. Es handelt sich somit um eine typologische Ubergangs­
form zwischen BI und Bz. Ich ziehe es vor, diese Ăxte dem B cTyp zuzurechnen, nicht nur, um bei
der Einteilung Nestors zu bleiben, sondern aus typologischen Grunden, indem ich der Forment­
wicklung des Schaftrohren- und Nackenteiles eine groBere Bedeutung beimesse.
Eine Sonderstellung nimmt die Axt aus dem Depotfunde von Nikolajev ein.I Die Klingenform
bringt diese Axt in Verbindung mit der Variante Senta ; ihre Scheibe weist jedoch Merkmale der
BrĂxte auf.2

330. Cruceni (vgl. Nr. 3 21). Grabfund, daraus die 331. Pecica (vgl. Nr. 3 27). Depotfund, daraus die
Axt ( Ta]. 2), }}o) . Axt ( Ta]. 2), }jI).

In metalIurgischer Hinsicht fălIt auf, daB der Zinngehalt der B-Ăxte im Durchschnitt hoher zu sein
scheint als derjenige der A-ĂXte. Untersuchungen liegen vor von den Ăxten von Roşiori (Nr: 317)
!O%; Zajta (9,7 %); Turda (die verzierten
Ăxte 6,2 und 8,5 %). Die unverziertenĂxte enthalten im
alIgemeinen einen geringeren Zinngehalt. So betrăgt er z. B. bei den unverzierten Stucken von
Roşiori 5 , 2 ; 5,8; 4,3%, bei denen von Kosziderpadlis 1 3,4% und 0%. Das letztere Exemplar ist
vielleicht die einzige Nackenscheibenaxt, die aus reinem Kupfer besteht.
Das Axtbruchstuck Nr. 322 aus »Rumănien« besitzt eine hohlgegossene Klinge. Es handelt sich
um ein GuBverfahren, bei dem Rohstoff eingespart wurde, und das auch bei einigen Br und
B4-Ă xten angewendet wurde. Bei diesem GuBverfahren befestigte man an den Tonpfropfen, der das
Schaftrohr aussparen sollte, ein holzernes Stăbchen, das beim EingieBen flussiger Bronze verbrannte.
Die zuruckgebliebene Kohle oder Asche wurde durch eine Offnung (wahrscheinlich in der Klinge)
herausgeblasen, die nachher hochstwahrscheinlich zugeschweiBt wurde. Bei einer Axt von Zagon
(Nr. 326) sind seitlich unterhalb des Grats uber der Schaftrohre Kerben und rautenformig ange­
ordnete Punkte zu bemerken, die A. Mozsolics als »Meisterzeichen« deuten mochte.3 GuBformen
. fUr die BrĂxte wurden in Satchinez (Nr. 333 a, b), Otomani (Nr. 332), im Grab 960 des Grăberfeldes
von Dunaujvaros4 und in Ritopeks gefunden. Es verdient hervorgehoben zu werden, daB bisher
nur fUr diesen Typ GuBformen belegt sind. Alle Bruchstucke stammen von dreiteiligen Formen.

GuJlformen (Variante nicht bestimmbar, jedenfalls zeit). - Mus. Oradea. - 1. Ordentlich, Dacia NF. 7,
Typ Bl) : 1 96 3 , 1 3 7 Abb. 1 6, 1 2 .
332. Otomani, Jud. Bihor. - Im Zuge der neueren 333a. b. Satchinez, Jud. Timiş. - Einzelfund ( Ta].
Grabungen entdeckt (Ta]. 2), }j2, nach 1. Ordent­ 2), }}} a. b, nach einer Zeichnung von M. Petrescu­
lich); die Begleitfunde sind fUr Otomani III typisch Dîmboviţa). - Mus. Timişoara. - Unve roffentlicht.
(zweite Hălfte der mittleren rumănischen Bronze-

Funktion: Einige dieser als Waffe verwendeten Ăxte, besonders solche der Variante Senta er­
scheinen als Grabbeigaben.

] A. M. Tallgren, ESA. 2, I926, I52 Abb. 80: Depotfund, weiteren Stiicken (Orlovo, Kr. Melitopol und »SiidruBland?«,
Fundzusammenhang unsicher: zwanzig Sicheln, Klingen- Fundort unbekannt : A. M. Tallgren, ESA. II, I937, 7 Abb. II
fragment eines Krummschwertes, Bruchstiick einer Axt, und 12) ei ne auf SiidruBland begrenzte lokale Variante bilden,
Lanzenspitze, Bruchstiick eines Randbeils oder mittelstăndi- die mit unserer Variante Senta gleichzeitig wăre.
gen Lappenbeiles (?), Giirtelhaken, zwei Armringe, Bronze- 3 Mozsolics, Bronzefunde 178.

knopf, Bronzefragmente unbestimmter Art. Das Depot diirfte 4 Mozsolics, Bronzefunde 42 Taf. I9, 1 .
a m ehesten der spăten Bronzezeit angeh6ren. 5 J. Werner, Atti Congr. Intern. Preist. Protost. Mediter-

2 Die Axt von Nikolajev k6nnte zusammen mit zwei ranea (I950) 305.
Der Fundstoff

Zeifsfe/lung: Die einzelnen Varianten der B cĂXte weichen in ihren Datierungen voneinander ab.
Zeitlich am Anfang steht offensichtlich die Variante Szeghalom, die auch typologisch die Grund­
form zur Entwicklung des Typus B t darstellt. Der Depotfund von Szeghalom enthalt die einzige
sichere Vergesellschaftung einer A2- und einer B cAxt (die B cAxt im Depot von Gaura ist ver­
schollen). Wie oben dargelegt (s. S. 69) diirfte der Depotfund von Szeghalom etwas jiinger sein als
derjenige von Hajdusamson, aber allgemein noch der Mitte der mittleren rumanischen Bronzezeit
angehăren.
Die Spiralmuster aufweisende Variante Mezăbereny ist wahrscheinlich alter als die Variante
Ighiel. In Ermangelung geschlossener Funde sind wir dabei auf die stilistische Analyse der Verzie­
rung angewiesen, die fiir eine Zeitgleichheit mit mindestens einigen A2-Axten spricht. Die Fund­
umstande der diversen Bronzen von Mezăbereny sind unbekannt.l Es ist jedenfalls fraglich, ob
hier von einem Depotfund gesprochen werden kann. Immerhin weisen die meisten Fundgegenstande
aus diesem Fund auf den gleichen Horizont hin wie der Depotfund von Săpînţa, d. h. auf die zweite
Halfte der mittleren Bronzezeit. Andererseits erscheinen im Depotfund von »Turda« die beiden
Varianten Mezăbereny und Ighiel vergesellschaftet, so daB auf teilweise Gleichzeitigkeit geschlossen
werden kann. Ebenso darf die Langlebigkeit von Spiralornamenten nicht iibersehen werden. Der
Depotfund von Simontornya,2 der eine Sichelnadel, einen Vollgriffdolch und einen mit geometri­
schen Mustern verzierten Armreifen mit verbreiterten Enden enthalt, ist zweifellos jiinger als der
Horizont Hajdusamson-Apa-Szeghalom usw.
Die Variante Ighiel wird in erster Linie durch den Depotfund aus Zajta datiert3 (ohne die B2-Axt,
die bis vor kurzem irrtiimlich dazugerechnet wurde), der entsprechend den meisten Depotfunden
der Koszider-Gruppe der zweiten Periode der rumanischen Bronzezeit angehărt.
Da die Variante Ighiel chronologisch scharfer umgrenzt zu werden vermag, kănnte man diese
Datierung auch auf die unverzierten, formal den Varianten Mezăbereny und Ighiel entsprechenden
Axte ausdehnen. Die Fundvergesellschaftung der Depotfunde von Koszider I,4 Kolodnoe,s Vcelince6
und Roşiori bestatigen diese Zeitstellung. Trotzdem diirfte das Auftreten der Axt im Urnenfeld
von Cruceni (Nr. 3 21) die Fortdauer dieser B t-Variante bis in die spate Bronzezeit andeuten.
Die Variante Bikics ist vermutlich teilweise mit der Variante Ighiel zeitgleich, wofiir die groben
Blumenmuster auf der Scheibe der Axt von Bikacs sowie die pilzfărmige Gestalt der Scheibe einiger
Ighiel-Axte sprechen; der Fundzusammenhang im Depot von Pecica (Nr. 3 27) spricht nicht da­
gegen. In Betracht ziehen muBte man, daB die Axte aus der Moldau und aus Ostsiebenbiirgen (Tîrgu­
Mureş : Nr. 3 2 5 ; Zagon Nr. 3 26 ; Borleşti : Nr. 3 23 und Izvoare : Nr. 3 24) eine besondere Variante
bilden, die chronologisch nicht von der Entwicklung der entsprechenden westlichen Axte aus zu
beurteilen ist. AuBerdem enthalten sowohl der Depotfund von Satu-Mare (Nr. 3 28) als auch der­
jenige von Pecica (Nr. 3 27) Hinweise auf eine măgliche spatere Zeitstellung.
Zur Variante Iclod kann derzeit nur gesagt werden, daB sie auf Grund ihrer Verzierung in eine
gewisse Verbindung mit der Variante Ighiel gebracht werden kann. Es sei wiederholt, daB diese
Variante gemeinsame Ziige mit der Variante Senta besitzt, was bei der chronologischen Bestim­
mung zu beriicksichtigen ist.
Die Variante Senta erfahrt eine Zeitbestimmung durch die Fundzusammenhange innerhalb
der Graberfelder von Kronstorf und Senta,7 wonach sich eine Zuweisung in die zweite Halfte der

1 S. S. 7' Anm. 3 . 5 S. S. 7Z Anm. II.


2 S . S . 7' Anm. ' 3 . 6 S. S. 72 Anm. 4.
3 S. S. 7 2 Anm. 2 . 7 S. S. 74 Anm. 5 , 6 und 7.

4 S . S. 72 Anm. 6 .
Nackenscheibenăxte mit langer Schaftrohre und hoher Dornscheibe 77

mittleren rumănisehen Bronzezeit (Horizont Koszider der ungarisehen Bronzezeit) ergibt. Daruber
hinaus verdient das Fundmilieu der Axt von Crueeni (Nr. 321) Beaehtung. Dafi das Urnenfeld von
Crueeni der spăten Bronzezeit angehărt, ist heute nieht mehr zu bezweifeln. Die Form des Loeken­
ringes von Peciea ist naeh E. Zaharia in die Zeit unmittelbar naeh der Phase Monteoru II B (die letzte
Stufe der Siedlung Sărata-Monteoru),I also an den Anfang der spaten Bronzezeit zu setzen. Dem­
naeh durfte die Variante Senta in der zweiten Halfte der mittleren Bronzezeit beginnen und bis in
die spate Bronzezeit hineinreiehen. Offensiehtlieh stellt diese Variante das Ergebnis des Einflusses
der B2-Ăxte auf den Typ B j dar, was aueh fur eine spate Zeitstellung spricht.2
Absehliefiend sei festgestellt, dafi der Axttyp Bl in der Mitte der mittleren rumanisehen Bronze­
zeit entsteht, zur Leitform fiir die zweite Halfte der mittleren Bronzezeit wird und aueh in der spaten
Bronzezeit noeh vorkommt (entspreehend etwa den mitteleuropaisehen Stufen Găggenhofen und
Asenkofen sowie dem Anfang der Riegsee-Stufe und in Ungarn dem Horizont Koszider). 3
Die ehronologiseh-typologisehe Reihenfolge der einzelnen B j-Varianten wurde sieh etwa fol­
gendermafien darstellen : Variante Szeghalom � Mezăbereny � Ighiel ( Borleşti) -+ Iclod -+ =

Senta ( Crueeni).
=

Verbreitung: Der B1-Typ zeigt von allen Naekenseheibenaxten die weiteste Streuung. Ăxte dieser
Art kommen bis zur Oder, zur mittleren Donau, zur Moldau und zur Bugmundung vor (vgl. Karte
Taf. 5 0, B). Derzeit gelingt es noeh nicht, bestimmte Verbreitungsgebiete fur einzelne Varianten
zu umreillen. Eventuell bilden eine Reihe vonĂxten aus Ostsiebenburgen und der Moldau (Variante
Borleşti-Bikaes) eine regional besondere Gruppe. Dasselbe kănnte fiir die Variante Senta der Fall
sein, die nur in der westliehen Halfte des oben umsehriebenen Gesamtgebietes bekannt ist, womit
aueh ihre spezielle Verbindung mit dem Typ B2 (s. S. 74) erkliirlieh wird.

NAC K E N S C H E I B E N A x T E MIT LAN G E R S CHAFTRO H R E U N D H OH E R D O RN S C H E I B E (TY P B2)

Volltypisehe B2-Ăxte naeh der Dehnition I. Nestors (Taf. 7 5 , A. B), wie sie aus Băhmen (Taehloviee,4
Tfebivliee,s Zeleny6), Deutsehland,7 Ungarn,8 Galizien (Stefkowa)9 und der SlowakeiIo vor­
liegen, sind bis heute aus Rumanien nicht bekannt. Die genannten Funde weisen diesen Axt­
typ einem Horizont zu, der dem Ausgang der mittleren rumănisehen Bronzezeit entsprieht.Il Von
dem Einflufi des Typs B2 auf die B cĂxte war oben bereits die Rede (s. S. 74)' Aufierdem lafit

1 Dacia NF. 3, 1959, 121 (vgl. z.B. das Stiick von Moreşti, Taf. 1 3 8, 1 . - Zur Ergănzung vgl. noch Pitzerwitz (Branden­
a.a. O. Abb. 8, 1). burg) : W. Bohm, Die ăltere Bronzezeit in der Mark Branden­
2 Die spătere Zeitstellung der Axte vom Typ Senta burg (1935) Taf. I2, 2 ; »Schlesien« : B. v. Richthofen. Die
wurde bereits im Schema V'on B. Hănsel hervorgehoben, je­ ăltere Bronzezeit in Schlesien (1926) Taf. 25 k; Reitz, Pom­
doch stimmt seine Datierung der sog. II. Gruppe der Koszider­ mern (Depotfund) : K. Kersten, D ie Funde der ălteren Bronze­
Bronzen mit der rumănischen Chronologie in diesem Punkt zeit in Pommern (1958) Taf. 101, 898. Der entfernteste Fund
nicht iiberein (vgl. S. 20 Anm. 2). ist in der Năhe der Miindung der Weser (NW-Deutschland),
3 Vgl. die Tabelle bei 1. Bona, Acta Arch. Hung. 9, 1958, zu \'Vacholz : K. Tackenberg, Hammaburg 7, 1951, I 9 ff.
21 df. 8 »Kom. Hajdu«. Rom. Germ. Zentralmus. Mainz, Inv.
4 J. Felcman, Pam. Arch. 18, 1898-99, 249; Nestor, Nr. O 16478.
Marburger Studien 184. 9 J. Kostrzewski, PZ. 9, 1918, 162 (Depotfund). In Polen

5 J. Bohm, Zâklady hallstattske periody v Cechach sind noch zu erwăhnen : Poznan : J. Kostrzewski, Wielkopolska
(1937) I 9 ff. Abb. 3 . (1923) Abb. 1 8 1 ; Anm. 244; »Gegend von Stary S�Cz(< :
6 a. a . O . 1 8 Abb. 2 . Ebenfalls hier reiht sich die Axt von Wiadom. Arch. 1, 1873, 26 Abb. 7.
Knezeves (Bohmen) ein : J. Schrânil, Die Vorgeschichte Boh­ 1 0 Gemer : M. Novotnâ, Pam. Arch. 50, 1, 1959, Abb. 4, 1 .

mens und Măhrens (1928) Taf. 26, 13. I I I n Mitteleuropa kommen sie meist in der Stufe der

7 Riesa III (Depotfund) : W. A. v. Brunn, Hortfunde 3 3 6 Achtkantschwerter vor.


Der Fundstoff

sich eine Gruppe von Ăxten herausstellen (Nestor faBte sie zu den Untervarianten B3b und B3c zu­
sammen), die als Weiterentwicklung des Typs B2 aufzufassen ist.1 Die fur sie kennzeichnende lange,
fast schlauchfarmige, profilierte Schaftrahre, die stark hervortretenden >Flugel<, die flache, mit lan­
gem dunnen Dom versehene Scheibe lassen eine Zugeharigkeit zum Typ B2 gerechtfertigt erschei­
nen. Nur die gerade Klinge weicht von den normalen B2-Ăxten ab und erinnert an den Typ B3'
Ich machte diese Ăxte als Variante Porosz1 6 bezeichnen. Zu ihr geharen die Exemplare von Un­
gureni (Nr. 334), Sîmboeni (Nr. 33 5 ) und eventuell als Sonderbildung dasjenige von Vădaş (Nr. 337).
Die verfugbare Abbildung der Axt von Popeşti (Nr. 336) ist zu ungenau, als daB die Zugeharigkeit
zum B z-Typ mit Sicherheit bestimmt werden kannte. Bei der Axt von Vădaş und gewissermaBen
auch bei derjenigen von Popeşti sitzt der Nackendom auf einer auffallend breiten Basis. AuBerhalb
Rumaniens sind Ăxte dieser Art von Porosz16,2 Prelipce3 und Hajduhadhiz4 bekannt.
Insgesamt wiirde demnach der Typ B2 aus folgenden Varianten bestehen : Stefkowa, Tachlovice
und Porosz16, wovon nur die letztere in Rumanien vertreten ist.

334. Ungu!"eni, Jud. Maramureş. - Einzelfund ( Ta! mit kantigem Schaft, Tiillenbeilen transsilvanischer
24, 3J4) . -Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 0 1 82). - Unver­ Art und Armringen (Taf. 7 5 , D) . Der Depotfund
offentlicht. wurde von M. Rusu in die Stufe Uriu-Dragomireşti
335. Sîmboeni, Jud. Mureş. - Moglicherweise Depot­ bzw. Domăneşti datiert. - Mus. Cluj (Axt und
fund, bestehend aus einer Axt ( Ta! 24,33 J, nach einer groBter Teil des Depots) . - M. v. Roska, ESA. 1 2,
Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa) und zwei 1 9 3 8, 1 5 8 Nr. 46 ; Roska, Repertorium 1 1 9, Abb.
Tiillenbeilen. - Mus. Debrecen. - Unveroffentlicht. 2 3 9 ; Holste, Hortfunde Taf. 48, 1 5 .
336. Popefti, Jud. Cluj. - Depotfund, bestehend aus 337. Vadaf, Jud. Arad. - Einzelfund ( Ta! 24, 337,
einer Axt ( Ta! 23, 33 °, nach F. Holste), Haken­ nach J. Hampel). - Magy. Nem. Muz. Budapest. -
und Knopfsicheln, einer Lanzenspitze, einer Nadel Hampel, Bronzkor 1, Taf. 30, 7.

Zeitstellung: Die beiden alteren Varianten der B2-Ăxte, Stefkowa und Tachlovice, geharen der mit­
teleuropaischen Stufe Asenkofen an, ebenso der Grabfund von Tfebivlice. Wichtig ist dabei das
Vorkommen einer unverzierten B2-Axt (Variante Stefkowa) im Depotfund von Vefky Blh,5 der
an die Schwelle der spaten Bronzezeit, d. h. an den Beginn oder kurz vor den Beginn des Depotfund­
horizontes Uriu-Dragomireşti6 gesetzt werden muB. Die Variante Porosz16 durfte dem Horizont

1 Gewisse typologische Elemente der ĂXte vom Typ B2b Moglichkeit hier reproduziere, einschliefiend der als von
(z. B. TachloV'ice oder »Slowakei«: M. NoV'otnâ, Pam. Arch. Siret stammenden, von Much veroffentlichten Schaftlochaxt
5°, 1, 19 59 Abb. 4, 2) weisen auf eine mogliche Beziehung zum Nr. 264). Moglicherweise gehort das fundortlose Stiick im
Typ B. hin, besonders zu unserer Variante Sarasău (s. S. 91), Mus. Suceava (Taf. 89,A, 5) zumFund von Prelipce (Taf. 89, A).
so der Querschnitt der Klinge und der Nackenstange sowie 4 Kemenczei,Depotfunde Taf. 72, 62.

die Reiiefieisten auf der Schaftrohre. 5 In der ungarischen Literatur Felsobalog. Der Depotfund

2 Depotfund, bestehend aus einem Tiillenbeil mit kon­ besteht aus einer Axt mit Nackenscheibe vom Typ B., zwei
kavem Schaftloch und scheinbar rechteckigem Querschnitt, Handschutzspiralen mit mndem Querschnitt am oberen und
vier Axten mit Nackenscheibe, davon die beiden von Hampel rautenformigem Querschnitt am unteren Ende, einem Absatz­
abgebildeten zu dieser Variante gehorig : Hampel,Bronzkor II, beii, einem Doppelpickel und einer Szepteraxt, deren Klinge
II9; 1, Taf. 12, 5 und 30, 5 . 6. Eine der Axte ist mit RiIIen auf an den Typ B. (Variante Vioara) erinnert : Hampel, Bronzkor 1,
den Lappenkanten und auf dem wulstigen Rand der Schaft­ Taf. 94. - EbenfaIls in Vefky BIh fand man (Fundumstande
rohre verziert. Eine andere, von Hampel nicht abgebildete unbekannt) eine Axt vom Typ B3 Variante Cehăluţ oder Breb:
Axt, hat nach der Beschreibung Hampels sechs mitgegossene M. Novotnâ, Pam. Arch. 50, 1, 195 9, 12 Abb. 4, 4.
Warzen auf der Scheibe um die Dombasis (s. Nachtrag). 6 Mozsolics, Acta Arch. Hung. 15, 1 963, 7 8 ff. , benannte

3 Depotfund, bestehend aus einer Axt vom Typ Şanţ­ einen Depotfundhorizont nach dem Depotfund von Vefky
Dragomireşti (s. S. 5 8), zwei oder vier Axten mit Nacken­ Blh. Auch W. A. v. Brunn, Hortfunde 3I ff., ist der Meinung,
scheibe und Dom, z. T. V'om Typ B2 (Variante Poroszlo­ dafi die Depotfunde von Vefky Blh, Forro und Rimavskâ
Vngureni), einer Axt vom Typ Drajna, einem Tiillenbeil mit Sobota etwas vor den Vriu-Dragomireşti- (bzw. Domăneşti-)
konkavem Schaftloch (vgI. die WiederhersteIlung des Depot­ Horizont gehoren, was aber nicht ganz meinern Ansatz ent­
fundes bei Nestor, 2 2 . Ber. RGK. 1932, I28 ff., die ich nach spricht (s. S. 5).
Symmetrische Nackenscheibenăxte 79

Uriu-Dragomireşti angehăren. Leider ist die Axt Nr. 336, die in einem aufschluJ3reichen Pundzu­
sammenhang gefunden wurde, fUr diese Variante nicht sehr typisch. AufschluJ3reicher kănnte der
Depotfund von Porosz1 6 sein, in dem ein Tullenbeil mit geschnăbelter Mundung und rechteckigem
Querschnitt (soweit die Zeichnung bei Hampel ein Urteil zulăJ3t) einen fruheren Ansatz innerhalb
des Depotfundhorizontes Uriu-Dragomireşti zulăJ3t. 1 Andererseits ist der Depotfund von Prelipce
allgemein fUr den Horizont Uriu-Dragomireşti kennzeichnend und gestattet eine Parallelisierung
mit der mitteleuropăischen Riegsee-Stufe.
Verbreitung: Zur Streuung der ălteren B2-Axte s. oben. Di� Variante Porosz1 6 umfaJ3t einige
Axte, die im Vorkommensbereich des B rTypus eingestreut sind (Karte Taf. 5 1 , A).

S Y MMETRISCHE NACKENS C H E I B E N A x T E MIT LAN G E R S CH AFTRO H R E


U N D K E GELF O R M I G E M S C H E I B E ND O R N (TYP B )

Dieser am zahlreichsten vertretene Typ ist gekennzeichnet durch eine gerade, symmetrisch ver­
breiterte Klinge, eine lange, aber nicht uberlange Schaftrăhre, deren Enden innen mehr oder weniger
wulstig sind, sowie eine Nackenscheibe, deren Durchmesser im allgemeinen kleiner ist als die Lănge
der Schaftrăhre und einen kegelfărmigen Dom mit breiter Basis aufweist. Nestor hat eine Reihe von
Untervatianten aufgestellt und ist dabei von der Porm der Nackenscheibe und der Schaftrăhre aus­
gegangen (s. S. 1 5). Eine dieser Untervarianten (B3b) wurde oben dem Typ B2 zugeordnet (Vari­
ante Porosz1 6). Damit tritt die Porm der Nackenscheibe als variantenbestimmendes Merkmal zu­
ruck. Zu unterscheiden sind jetzt nur noch Axte mit kleiner Scheibe und allgemein abgerundeter
Domspitze (s. S. 8 8) sowie Axte mit etwas grăJ3erer Nackenscheibe, kegelfărmigem Dom und
breiter Basis (hierher gehăren die meisten Exemplare). Ohne die eventuelle typologische Bedeutung
dieser Merkmale zu ubersehen, scheinen sie nur bedingt geeignet zu sein, innerhalb dieses Axttypus
Varianten zu unterscheiden. Ein brauchbares Merkmal fur die Herausstellung von Varianten inner­
halb der B rAxte durfte das Verhăltnis zwischen Klingenquerschnitt und Nackenquerschnitt sein.
Dieses Merkmal ruhrt von einer diesbezuglichen Vorrichtung der GuJ3schalen her; es bezieht
sich also nicht auf zufă11ige Ausformungen. Preilich bleiben auch dabei gewisse Unsicherheiten vor
allem hinsichtlich des Querschnitts der Nackenstange (vgl. z. B. den Depotfund von »Satu-Mare« :
Nr. 387), bei dem manchmal die Rechteckform mit einem abgeflachten Sechseck oder ein Oval mit
einem abgerundeten Sechseck (Nr. 423) verwechselt werden kann. Erst von diesen Details aus­
gehend, kănnte man eine typologische Peingliederung vomehmen und zwar entweder aufgrund
der Porm der Nackenscheibe oder der Lănge der Schaftrăhre sowie der plastischen Verzierung
(z. B. nach den Leisten auf der Schaftrăhre oder den Warzen auf der Nackenscheibe).
Nach dem Verhăltnis zwischen den Querschnitten von Klinge und Nackenstange lassen sich fol­
gende Varianten unterscheiden, deren Reihenfolge eine typologische Entwicklung darstellen kănnte.

Variante Lăpu{: Bei diesen Axten sind sowohl der Querschnitt der Klinge als auch derjenige der
Nackenstange rechteckig. Die MaJ3e der Bestandteile sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Die
Klinge weist meistens eine leichte Schweifung auf. Durch dieses Merkmal sowie durch die Porm der
Querschnitte năhert sich diese Variante typologisch vergleichsweise stark dem Typ B j. Die wulsti-

1 Zur Typologie und Chronologie der Tiillenbeile mit 1944-1948, 261 ff., der die Exemplare mit rechteckigem Quer-
konkavem Schaftloch bzw. »mit Schnabel« vgl. M. Petrescu- schnitt als die iiltesten betrachtet und ausschliel3lich in die
Dîmboviţa, Anuarul Institutului de Studii Clasice Cluj 5 , Stufe Uriu-Dragomireşti datiert.
80 Der Fundstoff

gen Enden der Schaftrăhre sind abgerundet. Dieser Variante gehăren an die Ăxte von Lăpuş
(Nr. 3 39 und Nr. 340) und Uriu-de-Sus (Nr. 341). AuBerhalb Rumăniens ist diese Variante ver­
treten durch eine Axt aus dem Depotfund von Nyirbeltek (auf Grund des publizierten Photos sind
rechteckige Querschnitte anzunehmen) ' und (ebenfalls nach den zugănglichen Photoabbildungen)
einen niederăsterreichischen Einzelfund von Hainburg2 und einen oberăsterreichischen von
Bad Hall.3
Singulăr ist die Axt von Dumbrăvioara (Nr. 3 38) durch das Kerbmuster, das bei ihr aufder Nacken­
scheibe den Dom umzieht, und das wahrscheinlich von den Scheiben der Variante Ighiel (Typ B t)
abgeleitet werden kann. Ein Sonderstuck ist weiterhin die Axt aus »Transsilvanien« (Nr. 342),
die eine auffallend breite, dunne Nackenscheibe mit einem knopfartigen Dom aufweist ; die Flugel
in Hăhe der Schaftrăhre sind sehr betont, ăhnlich wie bei der Variante Porosz16 (Typ B 2) '
Alle Ăxte sind sauber ausgearbeitet. Der GuB weist keine Verunreinigungen auf. Die GuBnăhte
sind meistens sorgsam verschliffen.

338. Dumbrăvioara, Jud. Mureş. - Einzelfund ( Ta! Verzierung. An Metallgegenstănden wurden u. a .


24, 33 8) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. IV. 1 89°)' - Nestor, zwei Ăxte ( Ta! 24, 339,34°) sowie ein eisernes
22. Ber. RGK. 1 9 3 2 Abb. 3 2 ; Roska, Repertorium '
Tiillenbeil geborgen. Solange die endgiiltige Gra­
242, Abb. 297. bungspublikation nicht vorliegt, bin ich nicht davon
339.340. Lăpuf (ehem. Lăpuşul Român), Jud. Mara­ iiberzeugt, daB dieses gesamte Fundmaterial ein und
mureş. - Grabfunde. Die Hiigelgrăbernekropole demselben Zeitabschnitt angehort. Daher muB einst­
von Lăpuşul Român wurde in den letzten Jahren weilen die chronologische Stellung der beiden
durch M. Rusu und C. Kacso untersucht. Die Er­ Bronzeăxte olfen bleiben. - Mus. Baia-Mare.
gebnisse sind noch unpubliziert. Ich konnte das 341. Uriu-de-Sus, Jud. Cluj. - Einzelfund ( Ta! 24,
Fundmaterial in den Museen Cluj und Baia-Mare 34I) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 242). - Unverolfent­
sehen. In den Grabhiigeln fand man Brandgrăber licht. Goos (Chronik, 241) erwăhnt zwei ăhnliche
(Verbrennung mitunter an Ort und Stelle vorge­ Nackenscheibenăxte (Depotfund ?), wovon eine
nommen), dabei sowohl friihhallstattzeitliche For­ wahrscheinlich Nr. 3 41 ist.
men (sogenannte GefăBe vom Typ Giva) als auch 342. » Transsi/vanien«. - Einzelfund ( Ta! 24, 342) . ­
Formen mit einer fiir die Suciu-Kultur spezifischen Mus. Cluj (Inv. Nr. 1 2 2 A). - Unverolfentlicht.

Variante Dobrocina : Bei diesenĂxten ist der Querschnitt der Nackenstange rechteckig, derjenige
der dicken Klinge sechseckig. Die Randwulste der Schaftrăhre sind im allgemeinen abgerundet und
sauber ausgefuhrt. Zu dieser Variante gehăren dieĂXte von Dobrocina (Nr. 344), »Transsilvanien«
(Nr. 343 , 345 u. Nr. 3 47), Şpălnaca (Nr. 3 61), Tîrguşor (Nr. 3 62, 3 63), Lăpuşel (Nr. 3 46), Suciu­
de-Jos (Nr. 3 64), Uioara (Nr. 3 6 5 ), Uriu (Nr. 3 66-3 69), »Maramureş« (Nr. 349-3 5 8).4
AuBergewăhnlich ist auch die Axt von Vima-Mare (Nr. 3 70), und Uriu (Nr. 3 67) mit langer und
gegen die Schnittkante stark verbreiterter Klinge. Auch das Exemplar von Lozna-Mare (Nr. 348) ist
wohl hier einzuordnen, obwohl der Querschnitt eher breit sechseckig ist .
Bemerkenswert ist auch die groBeĂhnlichkeit zwischen denĂxten von Suciu-de-Jos, Uioara und
»Maramureş« (Nr. 3 5 0) mit sehr langer Schaftrăhre und hervorstehenden Flugeln mit einigen Stuk­
ken der Variante Cehăluţ des Typs B3 und mit denĂxten vom Typ Drajna (s. S. 99)' Wieder macht

1 A. Mozsolics, Acta Arch. Hung. 15, 1 963, 70 Taf. 6, 2 : 3 J. Reitinger, Oberăsterreich in ur- und friihgeschicht­

Depotfund, bestehend aus drei Axten mit Nackenscheibe !icher Zeit (1969) 107 Abb. 74, 2.
(zwei vom Typ B3, Variante Lăpuş und Cehăluţ, eine vom 4 AuBerhalb Rumănien ist mir nur ein fundortloses Stiick
Typ B4, Variante Sarasău) und sechs dicken verzierten Finger­ bekannt : Nat. Hist. Mus. Wien, Sgl. Spăttl, Inv. Nr. 1801 3 . E s
ringen mit verjiingten Enden (Taf. 86, C). ist măglich, daB e s aus Transsilvanien stammt.
2 K. Willvonseder, Die mittlere Bronzezeit in O sterreich

(193 7) Taf. 5 3 , 3 ·
Symmetrische Nackenscheibenăxte 81

sich der EinfluB des Typs B2 bemerkbar, bzw. diese Typen konnten eine gemeinsame Vorlage haben.
Stark hervorstehende Fhigel (wie bei der Vntervariante Nestor B3b) weist auch eine Axt aus dem
Depotfund von Şanţ (Nr. 360) auf.
Auf der Schafttiille der Axt Nr. 347 scheint ganz schwach ein Ritzmuster erkennbar zu sein. Auch
die ĂXte dieser Variante sind sorgfaltig und im allgemeinen vollkommen ausgearbeitet. Als RohguB
ist die Axt von Vioara (Nr. 365) zu bezeichnen. Bei der Axt von »Transsilvanien« (Nr. 347) wurde an
der KIinge eine Reparatur vorgenommen; es ist dort ein Niet festzustellen, der vielleicht einen GuB­
fehIer zu verdecken hatte.

343. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta]. 24, 343) . - Mus . reifen, hutformige Knopfe und Klingen einer
Cluj (Inv. Nr. D 677) . Unveroffentlicht.
- Schaftlochaxt (Nr. 2 8 2) . Insgesamt sind elf Nacken­
344. Dobrocina, Jud. Clu j . - Wahrscheinlich Depot­ scheibenaxte vorhanden ( Ta]. 2J, 349-3J8), durch­
fund, bestehend aus dieser Axt ( Ta]. 2J, 344), mit weg als Bruchstiicke erhalten (vgl. weiterhin Nr.
derjenigen der Variante Cehăluţ (Ta±. 75, C). Es ist 3 85 Variante Cehăluţ. Die Fragmente Nr. 3 56-358
nicht mehr auszumachen, ob diese beiden Axte zu konnen keiner Variante zugesprochen werden, ge­
dem von Roska erwahnten spatbronzezeitlichen De­ horen aber gewiG dem Typ B 3 an). - Mus. Baia-Mare
pot von dort gehoren. - Mus. Cluj (Inv. Nr. D 576) . - (Inv. Nr. 2 1 4-226) . - Unveroffentlicht. - Roska,
Roska, Repertorium 69 Abb. 70, 2. Repertorium 1 2, 1 3 erwahnt Bronzegegenstande,
345. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta]. 2J, 34J) . - Mus. darunter auch sechs Axte mit Nackenscheibe, aus
Cluj (Inv. Nr. 244) . Unveroffentlicht.
- der Sammlung Mihali, die aus Slatina (Aknaszla­
346. LdPufel, Jud. Maramureş. - Einzelfund ( Ta]. tina), einer Vorstadt von Sighetul Marmaţiei (heute
2J, 346) . - Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 2 3 5) . Ehe­ zur UdSSR gehorig) stammen. Es kann kaum noch
malige Privatsammlung Svaiczer Gabor. - Erwahnt festgestellt werden, ob diese Axte zu den hier ver­
in Utmutoto a Nagybanyai varosi Mtiz. Gyiiyteme­ offentlichten gehoren. Meinen Erkundigungen nach
nyeihey, Budapest 1 904, 23 Nr. 2 1 . enthielt Mihalis Samrnlung ausschlieBlich Fund­
347. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta]. 2J, 347) . - Mus. stiicke aus der Senke von Maramureş ; von diesem
Cluj (Inv. Nr. 201 ) . - Unveroffentlicht. Gebiet gehort ein Teil zur UdSSR, so daG es mog­
348. Lozna-Mare, Jud. Sălaj . - Depotfund, beste­ lich ist, daG einige der hier veroffentlichten Exem­
hend aus einer Axt ( Taf. 2J, 348, Zeichnung nach plare nicht auf dem heute rumanischen Territorium
M. Petrescu-Dimboviţa), zwei Lanzenspitzen, einem gehoben wurden.
Tiillenbeil transsilvanischer Art, Armreifen, Finger­ 359.Şieu (auch Şaieu) Jud. Maramureş.-Depotfund,
,

ringen, scheibenformigen Knopfen, Bruchstiick bestehend aus zwei Nackenscheibeniixten ( Taf. 2J,
einer Nadel und vier Knebel von bronzenen Trensen, 3J9, nach D. Popescu, dazu Nr. 53 2 : Typ B4 Variante
die in einem schlechterhaltenem GefaG lagen Rohod), einer Speerspitze, einem offenen Armring
(Taf. 78, A). Das Tiillenbeil und die Axt mit und zwei gerippten Armringen (Taf. 8 1 , B). Nach
Nackenscheibe weisen das Depot demHorizont Uriu­ einer Mitteilung von M. Petrescu-Dimboviţa waren
Dragomireşti zu. Nach M. Rusu konnten die Knebel auf der Speerspitze eiserne Rostspuren sichtbar ;
auch aus dem Anfang der Hallstattzeit stammen. Ein auGerdem sollen noch vier Bronzesicheln und Gold­
Teil des Depotfundes befindet sich im Mus. Cluj, gegenstande zum Depot gehort haben. Der Fund­
die hier besprochene Axt im Mus. Dej. - M. v. Roska, zusammenhang weist auf den Horizont Uriu-Drago­
Dacia 3 -4, 1 927- 1 9 3 2, 3 56 Abb. 2, 7 ; ders., Reper­ mireşti. - Privatslg. Tibor Kiss, Sighetul Marmaţiei ;
torium 1 96 Abb. 2 3 6, 3 ; ders., Kozlemenyek 4, 1 -2, 1 944 verschollen. -D. Popescu,Dacia 7-8 , 1 9 3 7-1 94°,
1 944, 50 Abb. 8; M. Rusu, Dacia NF. 4, 1 960, 1 6 3 . 1 45 mit Abb. ; Roska, Repertorium 240, 3 .
349-358. »Maramuref« (ehem. Komitat M. ; heute 360. Şanţ (vgl. Nr. 249 : Schaftlochaxte Typ Şanţ­
gehort der rumanische Teil zum Jud. Maramureş). Dragomireşti). Depotfund, daraus die Axt (Ta]. 2J,
Fundort unbckannt. - Depotfund, dessen Bestand 3 60) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 8073 ) .
nicht mehr mit Sicherheit wiederhergestellt werden 361. Şpdlnaca, Jud. Alba. - Einzelfund ( Ta]. 2 6,
kann. Er wurde zusammen mit der ganzen Samm­ 3 6I) . - Mus. Alba-Julia (Inv. Nr. 5394) . Unver­
-

lung 1. Mihali aus Sighetul Marmaţiei ohne zusatz­ offentlicht.


liche Hinweise an das Mus. Baia-Mare verkauft. 362.363. Tîrgufor (vgl. Nr. 459 : Typ B 3' Variante
Allem Anschein nach gehorten zu diesem Depot Tîrguşor). - Depotfund, daraus die Axte (Ta]. 2 6,
auch Knopf- und Hakensicheln, Tiillenbeile, Arm- 3 62.363) . Mus. Cluj .
-
8z Der Fundstof!

364. Suciu-de-Jos, J ud. Maramureş. - Depotfund, Vioara (Nr. 5 40), einem Griffzungenschwert, einer
bestehend aus zwei oder drei Nackenscheibenaxten Lanzenspitze, einem mittelstandigen Lappenbeil,
( Ta! 26, } 64 und Nr. 3 76 : Typ B3' Variante acht Tiillenbeilen transsilvanischer Art, elf geripp­
Cehăluţ) ; die dritte Axt war mir nicht zuganglich ; ten Armringen, einem Fingerring, vier Sicheln und
diese befindet sich wahrscheinlich i n Privatbesitz. - BronzeguBkuchen (Taf. 76, 77). Der Fund ist
Slg. Francisc Nistor, Sighetul Marmaţiei ; die Axt typisch und namengebend fiir den Depotfund­
Nr. 3 76 im Mus. Cluj. - Vnveroffentlicht (Taf. 7 5 , E). horizont Vriu-Dragomireşti (bzw. Domăneşti). -
365. Uioara (vgl. Nr. 5 43 : Typ B4) . - Depotfund, Mus. Cluj (Inv. Nr. II 5 9 5 7-6°44, ganzes Depot). -
daraus Axt ( Ta! 2 6, } 65) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. III Roska, Bul. Corn. Mon. Ist. Abt. Transsilvanien,
5 43 5)· 1 9 3 °-3 1 , 7 7 ff. Abb. 1 ; ders., Repertorium , 8 6
366-369. Uriu (oder Uriul-de-Sus) , Jud. Cluj. - Abb. 1 0 6 ; 1 07.
Depotfund, bestehend aus acht Ăxten mit Nacken­ 370. VitJ1a-Mare, Jud. Maramureş. - Wahrscheinlich
scheibe : vier vom Typ B3 Variante Dobrocina Depotfund von 1963, bestehend aus zwei Ăxten
( Ta! 2 6, }66-}69, nach M. v. Roska mit Ergan­ ( Ta! 2 6, }70 und Nr. 493 : Typ B4 Variante Şom­
zungen von M. Rusu), zwei vom Typ B4 Variante cuta; Taf. 79, B) . - Mus. Satu-Mare (Inv. Nr. 6 3 84). ­
Şomcuta (Nr. 494, 495), eine vom Typ B4 Variante Vnveroffentlicht.
Rohod (Nr. 5 3 0) und eine vom Typ B4 Variante

Variante Cehăluţ: Innerhalb des Typus B3 ist die Variante Cehăluţ am kennzeichnendsten. Sie ent­
spricht am besten der allgemeinen Beschreibung dieses Typus (teilweise derjenigen, die W. A.
v. Brunn fiir diesen Typ gab : »mit symmetrischem UmriB«). I
Die Bezeichnung nach dem Fund von Cehăluţ empfiehlt sich mehr als nach dem von »DomăneştiI«
(so werden bei Nestor die typischen B3-Ăxte bezeichnet), da in dem aus Cehăluţ stammenden Depot­
fund (Nr. 3 7oA-C), der nur aus Nackenscheibenăxten besteht, alle Fundstiicke dieser Variante
angehoren, wăhrend in Domăneşti der schon seit langem bekannte Depotfund Ăxte unterschied­
licher Art enthălt (Nr. 461 -479, hier zu einer spăteren Variante des BrTyps gerechnet) und zudem
kiirzlich dort ein zweiter Depotfund entdeckt wurde (Domăneşti II). Es sei daran erinnert, daB
Nestors Bezeichnungen »Domăneşti I-III« eine typologische Bedeutung haben, so daB nach der
Entdeckung eines neuen Depots in Domăneşti diese Bezeichnungen zu Verwechslungen fiihren
konnten.
Die Klinge und die Nackenstange besitzen einen sechseckigen Querschnitt. Typische Beispiele
dieser Variante stammen von Cehăluţ (Nr. 3 7o A-C), Ieud (Nr. 419-422), Sîrbi (Nr. 403 -4 1 2),
Sarasău (Nr. 424-429)' Bei der Axt 423 aus dem angeblichen Depotfund von Ieud ist der Quer­
schnitt der Nackenstange sechseckig mit abgerundeten Kanten, so daB das Stiick sich bereits der
Variante Breb năhert. Es scheint sich aber nicht um eine in der GuBform vorgegebene Eigentiim­
lichkeit zu handeln. Allenfalls weist dies auf Schwierigkeiten bei der Unterscheidung der Variante
Cehăluţ von der Variante Breb hin.
Vermutlich wird man zu dieser Variante auch dieĂXte des Depotfundes aus dem Jud. Satu-Mare
(Nr. 3 87) rechnen diirfen, die einen fast viereckigen Querschnitt der Nackenstange aufweisen (er
konnte allerdings auch als lănglich-sechseckig aufgefaBt werden, so daB dieĂxte der Variante Cehăluţ
zuzuweisen wăren). Angesichts der unvollstăndigen Erfassung und schlechten Erhaltung dieser
Ăxte ist ihre typologische Klassifizierung wenig deutlich.
Es bestehen auch innerhalb dieser Variante gewisse Unterschiede, die m. E . darauf hinweisen,
daB dieĂxte in verschiedenen Werkstătten hergestellt wurden. So lassen sich beispielsweise kiirzere
Exemplare mit dicker Klinge und fast kegelformiger Nackenscheibe (Sîrbi : Nr. 407) von solchen
mit langer, stark verbreiterter Klinge (Beltiug : Nr. 3 7 1, Oarţa-de-Sus : Nr. 398) unterscheiden.

I W. A . v. Brunn, Hortfunde 3 2 .
Symmetrische Nackenscheibenăxte

Eine weitere Untervariante zeichnet sich durch folgende Merkmale aus : langere Schaftrohre und
abgerundeten wulstigen Rand, cliinnere Nackenscheibe, deren Durchmesser etwa so graB ist wie
die Lănge der Schaftrohre. Diese Merkmale treten besonders auf beim Typ B2 Variante Poroszl6
sowie bei der Variante Dobrocina des Typs B3. Zu dieser Gruppe gehoren die Exemplare, die ich
weiter unten (S. 8 8) zur Gruppe 1 (Ilba) zusammengefaBt habe. Bei der Axt von Coldău (Nr. 381)
sind als Besonderheit schiefe Ritzlinien auf den Tiillenwiilsten (wie bei einigen Ăxten der Variante
Drajna) zu beobachten.
Ebenfalls in die Variante Cehăluţ einzureihen ist wohl die Axt aus dem Hiigelgrab von Nyirkarisz­
Gyulahaza,r welche durch die Kriimmung ihrer Klinge ebenfalls an den Typ B2 erinnert. Weitere
Unterarten konnen schwer herausgestellt werden; insgesamt driickt sich in den vorhandenen Fun­
den eine Mannigfaltigkeit der Entwicklung aus (s. S. 8 8). Auf der Tafel sind jeweils ăhnliche Ăxte
moglichst nahe beisammen gestellt. AuBerhalb von Rumănien sind einigeĂxte der Variante Cehăluţ
bekannt.2 Zahlreiche Ăxte dieser Variante sind nicht sorgfăltig ausgearbeitet worden. Besonders
an der GuBnaht sind bei nahezu allen Exemplaren Unsauberkeiten festzustellen, mit Ausnahme der
Ăxte von »Bihor« (Nr. 372), Valea-Pomilor (Nr. 413), Cluj (Nr. 437). AlleĂxte, die ich untersuchte,
waren in dreiteiligen Schalenformen gegossen. Die Klinge der Axt Nr. 405 von Sîrbi ist hohl.
Sie wurde gewiB im gleichen Verfahren gegossen wie das Stiick Nr. 322 vom Typ B) (s. S. 73).
Ziemlich viele Ăxte dieser Variante aus den Depotfunden sind beschădigt.

370a-c. Cehdluf, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, Mund), einer eigenartigen Nadel mit 4 Warzen und
bestehend aus dr�i ahnlichen Ăxten ( Taf. J6, A) . Petschaftskopf und ein Schwertbruchstiick. Depot­
- Mus. Carei. - T. Bader, Inv. Arch. (im Druck). fundhorizont von Uriu-Dragomireşti. - Magy. Nem.
371. Beltiug, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, be­ Muz. Budapest. - Unveroffentlicht. Freundliche
stehend aus zwei Nackenscheibenaxten ( Ta]. 27, Mitteilung und Zeichnung M. Petrescu-Dîmbo­
37I und Nr. 5 1 3 , Typ B 4 Variante Rohod), drei viţa.
Knopfsicheln, vier Zungensicheln und Fragmenten 372. >>jud. Bihor«. - Axt ( Ta]. 27, 372) . - Mus.
von weiteren drei Sicheln, vier Tiillenbeilen (zwei Oradea (Inv. Nr. 2084). - Unveroffentlicht.
von transsilvanischer Art, zwei mit geschnabeltem 373. Cărei, Jud. Cluj . - Einzelfund ( Ta]. 27, 373,

1 Mozsolics, Acta Arch. Hung. 1 2, ' 960, " 3 ff. Taf. 69, 1 : Umgebung von Szentes : S. Gallus/T. Horvath, Un peuple
Hiigelgrăberfeld, das wohl auch typisches Fundgut der cavalier prescythique en Hongrie (1939) Abb. " 2. - Teglas :
Suciu-Kultur enthielt. Die Beziehungen zwischen der Axt, Kemenczei, Depotfunde Taf. 73, 3 . - Abaujszanto ; Depot­
den anderen Metallgegenstănden und der Keramik, obzwar fund der Spătbranzezeit, darin auch eine Schaftlochaxt vom
wahrscheinlich, konnen aufgrund der sehr unklaren Gra­ Typ Şanţ-Dragomireşti (s. S. 60 Anm. 1) : T. Kemenczei,
bungsberichte nicht wiederhergestellt werden. Anscheinend A Herman Otto Muz. Evkonyve 5, '965, 108 Taf. 20, 1. -
lagen die Axt mit Nackenscheibe, zwei transsilvanische Tiil­ Aus der Karpaten-Ukraine sind mir folgende Stiicke bekannt :
lenbeile, zwei Griffzungendolche, eine Nadel mit Scheiben­ Comonin; Depotfund, bestehend aus einer Axt mit Nacken­
kopf, Fragment einer Warzennadel, ein Ring und eine Perle scheibe, einem transsilvanischen Tullenbeil, drei massiven
(beide aus Gold) sowie einige Bronzebruchstiicke zusammen Armringen, graBen und kleinen Bronzespiralen : K. Bernja­
an einem Platz mit verkohlten Knochen (Scheiterhaufen), wo kovic, Slov. Arch . 8, 1 960, 363 Taf. 9, 4. - Ferner sollen
Bruchstiicke von Suciu-Tonware verstreut waren. dieser Variante nach Zeichnungen von M. Petrescu-Dîmbo­
2 Nyirbeltek: s. S. 80 Anm. " Depotfund. - Berkesz­ viţa zwei fundortlose Stiicke, eine Axt von Magosliget, zwei
Csonkasdiilo, Depotfund, bestehend aus einer Axt mit Nacken­ von Behan', eine von Borjavskoje und eine aus dem Depot
scheibe, Tiillenbeilen von transsilvanischer Art, Tiillenbeilen von Volovec (Horizont Uriu-Dragomireşti) angehoren (alle
mit konkavem Schaftloch und anscheinend rechteckigem Mus. Uzgorod). Im Mus. Dnjepropetrovsk (Inv. Nr. 29II)
Querschnitt, mittelstăndigen Lappenbeilen, Lanzenspitzen, soli sich ein Stiick unbekannter Herkunft befinden. Wenn
Knopf- und Griffzungensicheln, Branzebarren, Armreifen die Abbildungen zuverlăssig sind, wiirde man hier auch zwei
verschiedener Form, Fragmenten von Griffzungendolchen Axte aus der Slowakei einreihen : KeZmarok-Jeruzalem und
und Handschutzspiralen vom Typ VeIky Blh. Die neuesten ein Einzelfund von VeIky Blh (M. Novotna, Pam. Arch. 50,
Funde sind Kisapati-zeitlich; das Depot enthălt offensichtlich ' 95 9, 1 2 Abb. 4, 3 · 4)·
auch ăltere Stiicke : Kemenczei, Depotfunde 3 ' Taf. 10-1 5 . -
Der Fundstoff

nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa). Kreisgendarmerie Satu-Mare dem Heeresmuseum


- Mus. Dej . - Unveroffentlicht. Bukarest iiberlassen, von wo sie ins Muz. Naţ. Ant.
374. Cîmpulung la Tisa, Jud. Maramureş. - Wohl Bukarest gelangten. Die Tatsache, daB die Patina
Einzelfund (Ta! 27, 374, nach Mitteilung von der Axt Nr. 3 94 etwas von derjenigen der anderen
M. Petrescu-Dîmboviţa). - Magy. Nem. Muz. Buda­ Stiicke abweicht, konnte ihre Zugehorigkeit zu dem
pest (Inv. Nr. 1 0/1 899/2). - Roska, Repertorium Depot in Frage stellen. - Muz. Naţ. Ant. Bukarest
1 09, 66. (Inv. Nr. IV, 3 2 1 7-3 226) und Militărisches Zentral­
375. Dobrocina (vgl. Nr. 344 : Typ B3 Variante museum Bukarest (Inv. Nr. 1 3 ; Exemplar Nr. 3 94).
Dobrocina). - Depotfund, daraus die Axt ( Taf. 27, - Unveroffentlicht.
375) · 396. Ugruţiu, Jud. Cluj. - Einzelfund ( Taf. 2 8, 39 6) .
376. Suciu-de-Jos (vgl 3 64 : Typ B3 Variante Dobro­ - Mus. Cluj (Inv. Nr. 241). - Unveroffentlicht.
cina) . - Depotfund, daraus die Axt ( Ta]. 27, }76) . 397. Moigrad, Jud. Sălaj . - Einzelfund ( Taf. 2 8, 397,
377. Livada, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, be­ nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa) .
stehend aus acht Axten (davon vier erhalten), auBer - Mus. Cluj (Inv. Nr. 243). - Unveroffentlicht.
der Axt (Taf. 27, 377) noch diejenigen Nr. 4 5 0. 398. Oarţa-de-Sus, Jud. Sălaj . - Einzelfund ( Taf. 2 8,
Nr. 5 °0 und Nr. 5 3 9. Fundumstănde unsicher. - 39 8, nach M. v. Roska). - Ehemals Privatslg. Alex­
Mus. Satu-Mare. Freundliche Mitteilung T. Bader. - andru Bohăţiel, die ich nicht mehr ausflndig machen
Unveroffentlicht (Der geschl. Fund auf Taf. 86, B). konnte. - Roska, Repertorium 93 Abb. I l 8 .
378.379. Caua[ III, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, 399-402. Prilog (vgl. Nr. 5 0 8 : Typ B 4 Variante
bestehend aus zwei Axten ( Taf. 27, 378.379, nach Rohod). - Depotfund, daraus die Axte (Ta]. 2 8,
einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa) und 399-402, nach Zeichnungen von M. Petrescu­
Fragmenten von zwei Sicheln. - Mus. Cluj (Inv. Dîmboviţa).
Nr. I 1 669 und I 1 670). - Unveroffentlicht. 403-412. Sîrbi, Jud. Maramureş. - Depotfund von
380.381. Coldau, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Es ist nicht 1 947 (kein Zusammenhang mit der als Einzelfund
bekannt, ob die beiden Axte ( Ta]. 27, 3 80.3 8I, nach von dort stammenden Schaftlochaxt Nr. 204), be­
M. v. Roska) zusammen gefunden wurden. - Mus . stehend aus zwolfNackenscheibenăxten (davon zehn
Cluj (Inv. Nr. D 1 7 7 ; D 1 78). - Roska, Reperto­ vom Typ B3 Variante Cehăluţ : Taf. 29, 403-4I2,
rium 3 °0 und Abb. 3 6 1 auf S. 302. sowie eine vom Typ B3 Variante Breb : Nr. 4 5 4 und
3 82. Jibou, Jud. Sălaj (genauer Fundort unbekannt, eine vom Typ B4 Variante Sarasău : Nr. 5 0 5 ) . -
wahrscheinlich in der Umgebung von Jibou). - Privatslg. F. Nistor, Sighetul Marmaţiei. - F. Ni­
Einzelfund ( Taf. 27, 3 82) . - Aus der ehem. Slg. stor/A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche 20, 2, 1 969,
Wesseleny-Teleki aus Jibou im Mus. Zălau (Inv. 1 8 2 Abb. 2 B ; 3 A.
Nr. 79/ 1 9 5 8). - Roska, Repertorium 3 1 2, 5 . 413. Valea-Pomilor (ehem. Mocirla), Jud. Sălaj . -
383. » Transsilvanien«, Fundort unbekannt. - Einzel­ Einzelfund ( Taf. 29, 4I3) . - Mus. Zălau (Inv. Nr.
fund ( Taf. 27, 3 83) . - Mus . Cluj (Nr. 202). - Un­ 73 9/966). - Die Fundortangabe wurde von 1. Nestor
veroffentlicht. Freundliche Mitteilung und Zeich­ mit Mociu verwechselt (22. Ber. RGK. 1 2 9 Anm.
nung M. Petrescu-Dîmboviţa. 5 2 5 k). J. Hampel, Arch. Kozlemenyek 1 3 , 1 8 79, 5 0 ;
384. Dragu, Jud. Sălaj . - Einzelfund ( Taf. 27, Congres Prehist. 8 . Sess. Bd. I, 220 ff. Taf. 3 , 1 9 ;
3 84, nach M. v. Roska). - Mus. Cluj (Inv. Nr. IV Roska, Repertorium 1 84, Nr. 248.
1 8 79). - Roska, Repertorium 70 Abb. 7 3 . 414-417. »Some[« (ehem. Jud. Someş oder Komitat
3 8 5 . >>jud. Maramure[« (vgl. Nr. 349 : Typ B 3 Vari­ Szolnok-Doboka ; heute teilweise in den Jud. Mara­
ante Dobrocina) . - Depotfund, daraus die Axt mureş, Sălaj und Cluj . Es umfaBte das mittlere So­
(Taf. 27, 3 85) . meşbecken). - Depotfund(?), bestehend aus vier
386. Rodna, Jud. Bistriţa-Năsăud (Fundangabe Axten ( Ta]. 29, 4I4-4I7, nach Zeichnungen von
nicht sicher). - Einzelfund ( Taf. 27, 3 86, nach M. Petrescu-Dîmboviţa), moglicherweise mit ande­
einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa) . - ren Bronzen. - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv.
Mus. Bistriţa. - Vielleicht dasselbe Stiick wie das Nr. 1 / 1 907/46, 49, 5 6 und 1 04). - Unveroffentlicht.
von Goos erwăhnte, Chronik 49. 4 1 8. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta!. 29, 4I8, nach
387-395. >>jud. Satu-Mare« 1. Fundort unbekannt. - einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa). -
Depotfund, bestehend aus neun Axten mit Nacken­ Mus. Cluj (Inv. Nr. IV 2207). - Unveroffentlicht.
scheibe, von denen acht zu dieser Variante gehoren 41 9-423. 1eud, Jud. Maramureş. - Depotfund, be­
( Taf. 2 8, 3 87-39 4), die neunte ( Ta]. 2 8, 395) ein stehend aus vier (so Roska) oder fiinf (so Goos)
Bruchstiick ist. Vor dem Krieg wurden sie von der Nackenscheibenăxten, alle von demselben Typ. Sie
Symmetrische Nackenscheibenăxte

gelangten in die Sammlung 1 . Mihali, Sighetul stimmbarer Verzierung und einer Handschutzspirale
Maramaţiei, nach dessen Tod mit der ganzen Samm­ mit trichterformigem Mittelteil und Ritzverzierung
lung ins Mus. Baia-Mare. Einzelheiten uber die Her­ an den Spiralenden (Taf. 82, B nach Holste). -
kunft der einzelnen Fundstucke sind unbekannt.Der­ Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv. Nr. 1 3 5 / 1 9 1 3). -
zeit befinden sich in Baia-Mare aul3er den oben F. Holste, Hortfunde Taf. 3 3 , 2 7 ; Roska, Reperto­
(Nr. 349 : Variante Dobrocina) erwahnten Exem­ rium 8 8 .
plaren fUnf Nackenscheibenaxte aus der Slg. Mihali, 433. Valea lui Mihai (vgl. Nr. 2 5 7 : Schaftlochaxte
die auch die betreffenden vier oder fUnf Axte von Typ Şanţ-Dragomireşti. - Depotfund, daraus Axt
Ieud umfassen. Andererseits ist es nicht ausgeschlos­ ( Ta]. JI, 433) . - Mus. Debrecen.
sen, dal3 jene Axte gar nicht aus Ieud, sondern aus 434. Dragomirefti (vgl. Nr. 262 : Schaftlochaxte).
einem anderen Ort der Maramureş stammen (s. Depotfund, daraus Axt ( Ta]. JI, 434) .
oben Nr. 3 49)' Die von Goos genannte Anzahl (fUnf 435.436. Şanţ (vgl. Nr. 249 : Schaftlochaxte Typ
Exemplare) und die Reihenfolge ihrer Inventar­ Şanţ-Dragomireşti). - Depotfund, daraus die Axte
nummern (in der alten und der neuen Inventarisie­ ( Ta]. JI, 43J·436) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 8076-77).
rung 2°9-2 1 3 bzw. 103 6-1 040) ist auffallig. - Mus. 437. CII!! (im Weichbild der Stadt ; Fundstelle un­
Baia-Mare (Inv. Nr. 209-2 1 3). - Arch. Brt. 1 0, 1 8 76, bekannt). - Einzelfund ( Ta]. JI, 4J7) . - Mus. Cluj
294 ; C. Goos, Archiv fUr Siebenburgische Landes­ (Inv. Nr. II 60). - Unveroffentlicht. Es konnte sich
kunde 1 3 , 1 8 76, 474. 5 1 7 ; Roska, Repertorium 1 1 4, um die von Roska, Repertorium 1 3 5 aus Privat­
1 3 ; M. Rusu, Dacia NF . 7, 1 963, 206. Die Bronzen besitz erwahnte Axt handeln.
der Slg. Mihali werden von C. Kacso veroffentlicht. 438.439. Glod, Jud. Cluj . - Depotfund, bestehend
424-429. Sarasdu II, Jud. Maramureş. - Depotfund aus zwei N ackenscheibenaxten ( Ta]. JI, 43 8. 439) ,
von 1 9 6 1 , bestehend aus zehnNackenscheibenaxten : einem Tullenbeil transsilvanischer Art, dem Frag­
sechs vom Typ B3 Variante Cehăluţ ( Ta]. 3 °, ment eines geschnabelten Tullenbeiles, einer Nadel,
424-429), dazu eine vom Typ B3 Variante Breb mehreren Meil3eln und Tullenbeilen. Aul3er den
(Nr. 45 2), drei vom Typ B4 Variante Sarasău (Nr. beiden Nackenscheibenaxten und einem Tullenbeil
497-499) (Taf. 8 1 , A). Es besteht kein Zusammen­ sind die ubrigen Stucke verschollen. Typisch fur
hang mit dem bekannten Depotfund Sarasău I den Uriu-Dragomireşti Depotfundhorizont. - Mus.
(Roska, Repertorium 2 5 6, 3 6). - Privatslg. F. Nistor, Deva (Inv. Nr. 5 °96, 5 097), - Orosz, Szolnok­
Sighetul Marmaţiei. - F. Nistor/A. Vulpe, Stud. Doboka, Bvkonyve, 1 9°0, 3 4, Nr. 8 9 ; Roska,
Cerc. Ist. Veche, 20, 2, 1 969, 1 8 2 Abb. 1 B ; 2 A. Repertorium 2 5 3 , Nr. 36. s. Nachtrag.
430-432. Stîna, Jud. Satu-Mare. - Depotfund, be­ 440. Ilba, Jud. Maramureş. - Einzelfund ( Ta]. JI,
stehend aus drei Nackenscheibenaxten ( Ta]. 3I, 440, nach einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîm­
43 °-432, nach Zeichnungen von M. Petrescu­ boviţa). - Magy. Nem. Muz. Budapest. (Gipsnach­
Dîmboviţa ; zwei sind unversehrt, von der dritten bildung im Mus. Baia-Mare, Inv. Nr. 5 62) . - Mog­
sind nur noch Bruchstucke erhalten ; Hoiste be­ licherweise dasselbe Stuck, das Roska, Repertorium
merkte, da13 alle drei Axte aus verschiedenen Gul3- 1 8 6 aus der ehem. Privatsammlung J. Heller aus
formen stammen; zeichnete aber nur eine) , einer Sighetul Marmaţiei erwahnt.
Griffzungensichel, einem Armring mit schwer be-

Variante Breb : Der Querschnitt der Nackenstange ist rund, der der Klinge sechseckig. Im ubrigen
entsprechen die Merkmale denen der Variante Cehăluţ. Bei der Variante Breb sind einige Exemplare
langer, und die Klinge ist gegen die Schneide zu hăufiger etwas breiter (vgl. die Axte van Satu-Mare,
Fundart unbekannt, Nr. 45 5 ; Sarasău Nr. 45 2 ; Rebrişaara 1, das ganze Depat, besanders Nr. 443) .
Die Nackenstange der Axt van Breb ist ganz leicht facettiert. Zu bemerken sind dabei auch die stark
hervarstehenden Flugel auf der Schaftrohre der Axt van Rebrişaara 1 (Nr. 445). Die Axt aus Sîrbi
(Nr. 4 5 4) stellt ein singulăres Stuck dar, indem der Nackendarn eingedruckt ist.
Alle Exemplare dieser Variante weisen reichliche GuBverunreinigungen besanders um die Schaft­
rohre und um die Nackenscheibe auf. Besanders auffăllig sind diese bei derAxt van Sîrbi (Nr. 4 5 4).
Anscheinend wurde keine der Axte der Variante Breb wirklich vallstăndig ausgearbeitet. Anderer­
seits sind zahlreiche Exemplare beschădigt (Batarci, Breb). Bei der Axt Nr. 45 5 ist die Nackenscheibe
in alter Zeit gebrachen und angeschweillt.
86 Der Fundstoff

441-445. Rebrifoara I, Jud. Bistriţa-Năsăud.-Depot­ 448. Batarci (vgl. Nr. 265 : Schaftlochăxte, Typ
fund, bestehend aus vier Nackenscheibenăxten Şanţ-Dragomireşti). - Depotfund, daraus Axt ( Ta!
( Taj. ;r, 44I-44j, nach M. Rusu, dazu eine vom j2, 448) .
Typ B4' Variante Şomcuta : Nr. 49 1 ), Bruchstiicken 449. Dd(?), Jud. Cluj. Fundstelle nicht sicher. -
von zwei weiteren Axten ( Ta! ;r, 444-445) , einem Einzelfund ( Taf. j2, 449, nach einer Zeichnung von
mittelstăndigen Lappenbeil, einer Lanzenspitze, M. Petrescu-Dîmboviţa). - Mus. Dej . - Unver­
zwei Tiillenbeilen von transsilvanischer Art und offentlicht.
einem Tiillenbeil, das mit sich iiberdeckenden Recht­ 450. Livada, (vgl. Nr. 3 77: Typ B3' Variante Cehăluţ).
ecken verziert ist (Taf. 82, A). Letzteres ist ein - Depotfund, daraus Axt ( Ta! j2, 4J O) . - Mus.
ausgefallenes Exemplar, das nur in einigen friih­ Satu-Mare (Inv. Nr. 64) . -Unveroffentlicht. Freundl.
hallstăttischen Depotfunden Analogien hat (losani : Mitt. und Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa.
Hampel, Bronzkor III Taf. 206, 3 ; femer Şpălnaca : 451. Uioara (vgl. Nr. 5 43 : Typ B4' Variante Uioara).
unveroffentlicht, »Ungarn« : Roska, Repertorium 1 1 1 - Depotfund, daraus Axt ( Taf. j2, 4JI) . Mus. -

Abb. 1 3 6). Der iibrige Fundbestand ist indes fiir Cluj .


den spătbronzezeitlichen Depotfundhorizont Uriu­ 452. Sarasău II (vgl. Nr. 424 : Typ B3 Variante
Dragomireşti typisch. - Mus. Cluj. - M. Rusu, Arh. Cehăluţ) . - Depotfund, daraus Axt ( Taf. j2, 452) .
Mold. 2-3, 1 964, 2 3 7 ; ders. , Dacia NF. 7, 1 96 3 , 206. 453. Şanţ (vgl. Nr. 249 : Schaftlochiixte, Typ Şanţ­
446. Rebrifoara II (vgl. Nr. 263 : Schaftlochăxte, Typ Dragomireşti). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! j2,
Şanţ-Dragomireşti) . - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 4J3) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 8072) .
j2, 446, nach M. Rusu). 454. Sîrbi (vgl. Nr. 4°2 : Typ B3 Variante Cehăluţ).
447. Breb, Jud. Maramureş. - Depotfund, bestehend - Depotfund, daraus Axt ( Ta! j2, 454) .
aus einer Axt ( Ta! j2, 447) und zwei offenen Arm­ 455. »Jud. Satu-Mare« II. (Vgl. Nr. 5 3 3 : Typ B4
ringen mit rundem Querschnitt. - Privatslg. F. Ni­ Variante Rohod). - Depotfund, daraus Axt ( Taj.
stor, Sighetul Marmaţiei. - F. NistorjA. Vulpe, j2, 455) ·
Stud. Cerc. Ist. Veche 20, 2, 1 969, 1 8 1 Abb. 1 , A.

Variante Tîrgufor: Der namengebende Depotfund enthalt nur zwei Axte dieser Art (Nr. 459, 460)
(Taf. 78, B). Bier einzureihen sind die meisten Exemplare, die der Untervariante B3cN estors angehăren.
Der Querschnitt der Klinge ist sechseckig mit hochgezogenen Kanten, so daB die Bahnen nach
innen eingeschwungen wirken. Der Querschnitt der Nackenstange ist rund oder sechseckig (die
Stucke von Domăneşti r, Nr. 461). Die Klinge ist meistens stărker geschweift als sonst beim
Typ B3.
Es sind drei Untervarianten zu verzeichnen : Einfache Axte mit tundem Querschnitt der Nacken­
stange (Tîrguşor, Nr. 4 5 9) ; I solche mit sechseckigem Querschnitt der Nackenstange (Domăneşti,
Nr. 461 ) ; beide sind zu unterscheiden von solchen mit je sechs mitgegossenen Warzen auf der
Nackenscheibe (Untervariante Nadiş Nr. 482, vgl. auch Domăneşti Nr. 478, 479 und Odorhei
Nr. 481). Die letzteren weisen auf der Schaftrăhre je ein Paar Reliefleisten auf. Bei dem Exemplar
von Nadiş (Nr. 482) sind die Flugel auf der Schaftrăhre durch Warzen ersetzt.2 Diese Axt weist
auch einen sechseckigen Querschnitt der Klinge auf.
Bemerkenswert sind auch die Axte Nr. 474-476 von Domăneşti r, die auf der Nackenscheibe eine
querangesetzte Relieflinie aufweisen.

1 Moglicherweise gehoren die Bruchstiicke aus dem 5 6 ff.). Sie gehort dem Typ B 3 an. Warzen auf der Schaftrohre
Depotfund von Apagy zu dieser Variante (unzureichende zieren auch einige Axte, so wie z. B. die von Winklarn (s. S. 74)
Abbildung : Kemenczei, Depotfunde Taf. 3, 5 I . 5 2). Dasselbe und vom Greiner Donaustrudel (Willvonseder, Die mittlere
gilt fur eine Axt aus der »Slowakei« (PBF. IX, 3 [M. Novotnâ] Bronzezeit in O sterreich (I937) Taf. 54, 5) und »Bez.
Nr. 3 5 8), die zwar Beziehungen zum B2-Typ zeigt, die sich Beregovo« in der Karpaţenukraine (Hampel, Bronzkor III
aber der Variante Tîrguşor năhert. Taf. 2 5 5 , 2). Andererseits hat die Reliefverzierung der Axt
2 Dies Kennzeichen kehrt auf einer bohmischen Axt von von Koul'im eine Analogie auf der Axt aus dem »Bez.
Koul'im wieder, die auch eine plastische radartige Verzierung Beregovo« (Hampel, Bronzkor III, Taf. 2 5 5 , I), auf deren
auf der Scheibe aufweist (K. Willvonseder, Sudeta I I , I 9 3 5 , Scheibe die Linien strahlenformig angeordnet sind.
Symmetrische Nackenscheibenăxte

Hier anzuschlieBen ist eine Axt aus dem slowakischen Depotfund von Vysmi Hutka, deren lăng­
licher UmriB und Dom an den Typ B 2 erinnert, der aber dennoch die Merkmale der Ăxte B 3 der hier
beschriebenen Variante aufweist.l Ebenfalls hierher gehăren eine Axt aus dem nordostungarischen
Depotfund von Papp2 und der nordungarische Fund von Felsădobsza3 sowie ein Einzelfund
von Hodmezăvasarhely; der letztere weist eine Verzierung auf der Klingenbahn auf (zonenweise
angeordnete senkrechte Bănder) ;4 femer ein Exemplar von Kronstorf.5
Wenn die Zeichnung genau ist, muB der Variante Tîrguşor auch die Axt aus dem westukrainischen
Depotfund von Zuravlinka zugerechnet werden.6
Es ist sehr wahrscheinlich, daB die drei Untervarianten der Variante Tîrguşor auch eine typologische
Entwicklungsabfolge darstellen; die beiden ersten Untervarianten (Tîrguşor und Domăneşti) sind
wohl zur gleichen Zeit entstanden, wăhrend die dritte Untervariante (Nadiş) eine jlingere Erschei­
nungsform vertritt und măglicherweise noch mit den B4-Ăxten (Variante Rohod, Untervariante
Horoatul Cehului : Nr. 5 1 6) gleichzeitig ist.
Die Variante Tîrguşor des Typs B 3 stellt im allgemeinen die typologische Obergangsform zum
Typ B 4 (besonders zur Variante Sarasău) dar.
Alle Ăxte dieser Variante sind wesentlich sorgfăltiger hergestellt und ausgearbeitet als diejenigen
der Varianten Cehăluţ und Breb.

456-458. Domănefti II, Jud. Satu-Mare. - Depot­ Mus. Cluj . - M. Rusu, Dacia NF. 7, 1 963, z06 ; zum
fund, bestehend aus vier Nackenscheibenaxten Schwertbruchstiick vgl. Alexandrina Alexandrescu,
( Ta]. j2, 456-458, nach T. Bader, ferner eine Dacia NF. 1 0, 1 966, 1 7 5 Taf. 1 3 , 8 .
vom Typ B4 Variante Uioara : Nr. 5 3 7), vielen Arm­ 461-479. Domănefti 1 (in der ungarischen Literatur
ringen, Phaleren, Bronzetutuli, Beschlăgen, An­ auch Domahida), Jud. Satu-Mare. - Depotfund, be­
hăngern, Kettengliedern. Depotfundhorizont Uriu­ stehend angeblich aus Z3 Nackenscheibenăxten
Dragomireşti. - Mus. Satu-Mare (Inv. Nr. 6 1 20 f.) . (davon 1 9 vom Typ B3 Variante Tîrguşor : Ta! JJ,
- T. Bader, Inv. Arch. (im Druck). 46I-47 2 und J4, 47J-479 , vier vom Typ B4
459.460. Tîrgufor, Jud. Bihor. - Depotfund, be­ Variante Sarasău : Nr. 5 06, Rohod : Nr. 5 1 9. 5 z0
stehend aus sechs Nackenscheibenaxten (zwei und Uioara : Nr. 5 3 6), einer Nackenkammaxt (Nr.
Exempl. vom Typ B 3 Variante Dobrocina : Nr. 3 6z, z 5 5 ), vier Tiillenbeilen, einer Lanzenspitze, sech­
3 6 3 ; zwei vom Typ B3 Variante Tîrguşor : Ta]. zehn Armringen, Sichelbruchstiicken, BronzeguJ3-
JJ, 459 . 460, zwei vom Typ B4 Variante Rohod: kuchen (Taf. 84). Der Fundzusammenhang, wie ihn
Nr. 5 Z 1. 5 Z z) und Bruchstiicken einer Schwertklinge Hampel wiedergab, wird von M. Petrescu-Dimbo­
mit eckiger Mittelrippe (Taf. 78, B nach Zeichn. vita bezweifelt. Nach seiner Mitteilung waren noch
von M. Rusu). Fiir die Zeitbestimmung ausschlag­ weitere friihhallstăttische Gegenstănde diesem Funde
gebend sind die Ăxte vom Typ B4' die eventuell zugeschrieben. (Daher empfiehlt es sich, die von
auf einen spăteren Ansatz innerhalb des Depot­ 1. Nestor, M. Rusu und W . A . v. Brunn fiir den
fundhorizontes Uriu-Dragomireşti hinweisen. - ăltesten Depotfundhorizont der Spătbronzezeit vor-

1 Depotfund, bestehend aus einer Axt mit gebrochener, spitze, einer Nadel, einer groBen bronzenen Scheibe mit Dom
alt angeschweiBter Nackenscheibe, drei Lanzenspitzen, einem und einer ArmspiraJe : Kemenczei, Depotfunde 36 Taf. 46.
Tiillenmei3el und Bruchstiicken einer Spiralenarmberge. 3 Depotfund aus zwei Nackenscheibenăxten (die andere
M. Novotna, Pam. Arch. 50, 1, 1 9 5 9, Iff. , reihte die Axt bei ist Typ B4, Variante Sarasău), einem Doppelarmknauf,. vier­
Typ B2 ein. Vm den Widerspruch zwischen dem Axttyp und spiraligem Bronzeschmuck, 7 Ringen mit Spiralscheiben­
dem verhăltnismă3ig spăten sonstigen Typenbestand des enden, 2 Armringen mit Strichbandverzierung, verschiedenen
Depots zu erklăren, zog sie in Betracht, daB die Nackenscheibe Bronzeknapfen, Spiralrahrchen und einem kleinen Tiillenbeil
von spătem B 3- oder B 4-Charakter auf eine urspriinglich zum (T. Kemencsei, Evkanyve Miskolc, 5, 1965, 108, Taf. 14
Typ B2 geharende Axt geschwei3t worden sein kanne, was u. 1 5)·
mir nicht iiberzeugend zu sein scheint. 4 J. Banner, Arch. Ert. 1 944-45, 29 Taf. II, 8.

2 Der Depotfund besteht aus drei Axten mit Nacken­ 5 J. Reitinger, Osterreich in ur- und friihgeschichtlicher

scheibe (eine bruchstiickhaft vom Typ B 3, Klinge sechs­ Zeit (1 969) 1 07, Abb. 74, 1 .
eckiger Querschnitt), zwei massiven Ringen, einer Lanzen- 6 Sov. Arch. 1 968, 1 6 ff. Abb. 3 , 64.
88 Der Fundstoff

geschlagene Bezeichnung »Uriu-Domăneşti« auf­ Tiillenbeil, zwei Armbăndern und vielen GuB­
zugeben und durch »Uriu-Dragomireşti« zu er­ kuchen. Depotfundhorizont Uriu-Dragomireşti. -
setzen). - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv. Nr. Magy. Nem . Muz. Budapest (Inv. Nr. 1 873/78/II1
92/ 1 8 8 3 / 1 -1 00). - Arch. Ert. 4, 1 8 8 8, 242; Hampel, 1 0) . - Unveroffentlicht.
Bronzkor 1, Taf. 1 22-1 24; I. Nestor, PZ. 26, 1 9 3 5 , 481. Odorheiul Secuiesc (Umgebung), Jud. Harghita.­
24ff.; ders., Marburger Studien passim; M. Rusu, Einzelfund ( Ta! J4, 48I, nach einer Zeichnung von
Dacia NF. 7, 1 96 3 , 1 77ff.; v. Brunn, Hortfunde M. Petrescu-Dîmboviţa) . - Mus. Odorheiul Se­
30ff. - Die Abbildungen der Querschnitte auf unse­ cuiesc. - U nveroffentlicht.
ren Tafeln werden M. Petrescu-Dîmbovira ver­ 482. Nadi{ (auch Nadeşul Român), Jud. Sălaj . -
dankt, der die meisten Exemplare im Magy. Nem. Wahrscheinlich Depotfund, bestehend aus drei
Muz. Budapest bestimmen und zeichnen konnte. Nackenscheibenăxten ( Ta]. }4, 4 82 nach M. v.
Die Zeichnungen der Axte, nach J. Hampel. Roska) und einer »kleineren Axt«. Ich kenne im
480. Chi{irid, Jud. Bihor. - Depotfund, bestehend einzelnen nur die im Mus. Cluj aufbewahrte Axt
'
aus einer Nackenscheibenaxt ( Ta! J4, 4 80, nach (Inv. Nr. IV 2 5 78). - Roska, Repertorium 273
einer Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa), Abb· 3 27·
einem geschnăbelten Tiillenbeil, einem anderen

Wie bereits angedeutet, durfte die typologische Entwicklung der Varianten des Typs B3 in der
Reihenfolge verlaufen sein: Variante Lăpuş-+Dobrocina-+Cehăluţ-+Breb-+ Tîrguşor. Dabei sind
die Dbergange zwischen den Varianten manchmal flieBend. Elemente des Typs B2 haben immer die
Form einiger Exemplare der obigen Varianten beeinfluBt, was unterstreicht, daB diesem Typ nicht die
Stellung eines typologischen Gliedes zwischen B I und B 3 zukommt, sondern sich aus B I entwickelte
und sowohl mit B lais auch mit B 3 parallel bestand.
Freilich konnte man innerhalb der Bi-ĂXte auch andere Gruppierungen vornehmen, die nicht
immer unserer Variantenbestimmung vollig entsprechen (s. S. 8 3 ) . Dies konnte damit erklart wer­
den, daB gewisse Formmerkmale in mehreren Werkstatttraditionen verankert waren und somit
bei einzelnen Stucken eine unterschiedliche Variantenzugehorigkeit moglich ist. Diese Gruppierun­
gen betreffen ausschlieBlich die Varianten Dobrocina, Cehăluţ und Breb, also eben die, bei denen
einige Stucke sich nicht sicher bestimmen lassen. Es konnten abweichend von der oben gegebenen
Gliederung folgende Gruppen unterschieden werden:
Gruppe 1: (Ilba; Nr. 440) . Schlanke Axte mit sehr langer Schaftrohre, breiter Nackenscheibe und
verhaltnismaBig schmaler Klinge mit breiter Schneide (Nr. 3 48, 3 49-3 5 3: Variante Dobrocina; Nr.
3 7 1, 401, 4°3, 4°8, 4°9, 414, 423, 434-437, 43 9, 440: Variante Cehăluţ; Nr. 441-443: Variante Breb).
Gruppe Il: (Jibou : Nr. 3 82) . Lange Axte mit sehr schmaler Nackenscheibe und verhaltnismaBig
gedrungener Schaftrohre (Nr. 3 66: Variante Dobrocina; Nr. 3 82, 3 8 3 , 4°0 : Variante Cehăluţ).
Gruppe III: (»Satu-Mare« 1: Nr. 3 8 7) . Axte mit hutartigem, schmalem Scheibendorn, gedrungener
Schaftrohre und dickem Querschnitt (Nr. 3 61 -363: Variante Dobrocina; Nr. 3 84, 3 8 7-3 94, 3 97,
4°4, 4° 5 ,41 8: Variante Cehăluţ).
Die ubrigen Axte konnten der einen oder der anderen dieser Gruppen zugeschrieben werden; je­
doch weisen sie nichts Charakteristisches auf.
Funktion: Diese wird zusammen mit derjenigen vom Typ B 4 erortert, s. S. 9 5 .
Zeitbestimmung: Die B 3-Nackenscheibenaxte sind durch einige Depotfunde (Uriu, Dragomireşti,
Rebrişoara 1 und II, Domăneşti 1 usw.) in die Spatbronzezeit bis an die Schwelle der Fruhhallstatt­
zeit datiert. Eine feinere chronologische Bestimmung der einzelnen typologischen Gruppen und der
Reihenfolge der Varianten Lăpuş bis Tîrguşor innerhalb dieser Zeitspanne kann wenigstens hypo­
thetisch versucht werden.
Fur die Variante Lăpuş steht uns ein Depotfund zur Verfugung. Zwei Exemplare dieser Variante
stammen aus Grabfunden; die ubrigen sind Einzelfunde. Bei der Variante Dobrocina.sind Depots be-
Symmetrische Nackenscheibenăxte

kannt. Einer gehărt dem Horizont Uriu-Dragomireşti an, einer dem Horizont Cincu-Suseni; einer
ist zwar auch in dieser spaten Zeit vergraben worden (Uioara), enthalt aber auch reichlich Formgut
der vorangehenden Stufe. Sieben weitere Depots bestehen ausschlieBlich aus Ăxten (dazu măchte
ich auch dasjenige von Tîrguşor zahlen). Bei der Variante Cehăluţ kenne ich dreizehn Depotfunde
mit komplexem Inhalt, acht weitere Depots, die nur Ăxte enthalten und einen Grabfund. Bei der
Variante Breb liegen funf komplexe Depots sowie frinf nur Ăxte enthaltende Depots vor. Fur die
Variante Tîrguşor kenne ich sieben komplexe Depots und drei nur Ăxte fuhrende Depots.
Es erhebt sich die Frage, ob diese statistische Analyse măglicherweise auch eine gewisse chrono­
logische Abfolge widerspiegelt. Ohne diese Beobachtung uberzubewerten, ist auffallig, daB der
Prozentsatz der Ăxte aus komplexen Depots oder aus reinen Axtdepots mit der vorausgesetzten
typologischen Entwicklung der Varianten vom Typ B 3 zunimmt (Lăpuş-Dobrocina-Cehăluţ-Breb­
TIrguşor). Da es von der Typologie her nicht măglich ist, die Variantenentwicklung umzukehren,
erscheint die Annahme berechtigt, daB die Geschehnisse, die die Vergrabung der groBen Depots
verursachten (in einigen der reinen Axtdepots treten gebrauchte ĂXte auf), sich zu einem Zeitpunkt
ereigneten, als die Ăxte der Variante Lăpuş schon alt waren und sogar die Varianten Dobrocina und
Cehăluţ bereits eine Zeitlang in Gebrauch standen. Es befinden sich demnach im Depotfundhorizont
Uriu-Dragomireşti nur noch ausnahmsweise Ăxte der Variante Lăpuş; dieser Horizont gehărt also in
eine Stufe, in der besonders die Varianten Dobrocina, Cehăluţ und Breb gelaufig waren. Diese Ansicht
gewinnt an Wahrschein1ichkeit, wenn man die B4-Ăxte mit in Betracht zieht (s. S. 9 8, Abb. 4).
Was die Fundkombinationen der einzelnen Varianten anlangt, so fand sich die Variante Lăpuş
in den Grabern von Lăpuş, deren Bestand zwar auBerst wichtig ist, der mir aber nicht hinreichend be­
kannt ist, sowie im Depotfund von Nyirbeltek zusammen mit Ăxten der Variante Cehăluţ und der
B4-Variante Sarasău (s. S. 8 0, Anm. 1 ) .
Die Variante Dobrocina erscheint im Depotfund von Lozna, zusammen mit einem Tullenbeil
transsilvanischer Art, das eine alte Variante dieser Tullenbei1fo�m darstellt (A2 nach M. RUSU).1
Der Depotfund von Lozna enthalt keine gebrauchten Gegenstande und durfte kaum besonders spat
anzusetzen sein, wenngleich M. Rusu die Trensen fur jung halt.
Ein anderes Kriterium zur Zeitbestimmung ist die Beziehung zwischen den BrĂXten und der Suciu­
Kultur. Die beiden Grabfunde (Lăpuş und Nyirkarasz) enthielten Ăxte der Variante Lăpuş und
Cehăluţ. Leider wird man diese beiden Funde erst in Zukunft auswerten kănnen, wenn die chrono­
logische Stellung der Suciu-Kultur geklart sein wird (s. S. 4).
Verbreitung: Mit einigen Ausnahmen sind die Varianten des Typs B 3 im Someşbecken und im Bek­
ken des Oberlaufs der TheiB konzentriert (Karte Taf. 51 u. 52, A). ZahlenmaBig stammen die meisten
Exemplare aus den Kreisen Satu-Mare und Maramureş. Es laBt sich feststellen, daB die Variante
Lăpuş und teilweise die Variante Dobrocina (die erstere fast ausschlieBlich, die zweitere in groBem
MaBe) auf das obere und mittlere Becken des Someşflusses beschrankt sind. Die Varianten Cehăluţ
und Breb sind auch in der auBerkarpatischen Zone des oben bestimmten Verbreitungsgebiets haufig,
wahrend die Variante TIrguşor nur auf den auBeren Abhangen der Karpaten anzutrefef n ist. Diese
Verbreitung ist wahrscheinlich auf gewisse Herstellungswerkstatten zuruckzufuhren; doch kănnte
sich darin auch eine Ausweitung des Typs nach Norden und Westen ausdrucken, was im Falle des
Typs B 4 gegenuber dem Verbreitungsgebiet des Typs B 3 im allgemeinen offensichtlich ist.

1 Sargeţia (Acta Musei Regionalis Devensis), Deva, 4, Meiner Meinung nach miiBte die Zeitbestimmung dieses
1 966, 2 3 ff. - Andererseits datierte M. Rusu die Depotfunde Zaumzeugs vom gesamten Fundverband aus revidiert und
van Lozna und Şanţ an den Anfang der Hallstattzeit und zwar das Datum dieser Depotfunde sollte nicht sa weit zuriick­
aufgrund des Zaumzeugs ( Dacia NF. 4, 1 960, 163. 164). gesetzt werden.
Der Fundstoff

NACKENS C H E IB ENĂX T E O H N E S CH A F T RO H R EN F LUG E L ( T Y P B4)

Das Hauptmerkmal dieser Gruppe von Nackenscheibenaxten ist nach 1. Nestor das Fehlen der Lappen
(bzw. Fhigel) auf der Schaftrăhre. Diese erscheint nicht mehr wie quer durch den Axtkărper durch­
gesteckt; Nacken- und Klingenteil schlieBen vielmehr einfach an sie an. Die Nackenstange zeigt fast
immer einen runden Querschnitt wie bei den Varianten Breb und Tîrguşor der BrĂxte, der Klingen­
querschnitt ist mitunter auch sechseckig, weist aber vor allem abstehende Kanten auf (wie bei der
Variante Tîrguşor der BrĂXte). Bei den B4-ĂXten sind mehrere Varianten zu unterscheiden. Im fol­
genden werden deren vier herausgestellt : Şomcuta, Sarasău, Rohod und Uioara, wovon die ersten
zwei eher Ubergangsformen darstellen, die letzten aber typisch fiir B 4 sind. Diese Varianten stellen
_
nur teilweise eine typologische Entwicklung dar. Als Ausgangsformen dienten sicherlich die Varian­
ten Breb und Tîrguşor der B rĂXte.

. Die Variante Şomcuta stellt die einfachste Form dar. Der Querschnitt der Nackenstange ist rund
(»Satu-Mare«, Cetea, Rebrişoara I und II, Dipşa) oder sechseckig mit stark abgerundeten Kanten
(Şomcuta, Vima Mare). Der Querschnitt der Klinge ist sechseckig, manchmal mit abgerundeten
Kanten, so daB er zuweilen fast ellipsenfărmig anmutet (»Satu-Mare«, Nr. 485). Eine Axt aus Rebri­
şoara II (Nr. 490) zeigt um den Dom auf der Nackenscheibe eine Rille. Dieses Merkmal kehrt bei
den anderen Varianten der B 4-ĂXte nicht selten wieder. Die Şomcuta -Variante diirfte in erster Linie
auf die Variante Breb und teilweise auch auf die Variante Cehăluţ der B rĂxte zuriickzufiihren sein.
In diesem Sinne erscheint sie als eine verkiimmerte Form der B rĂXte. Innerhalb der B 4-Form
scheint die Variante Şomcuta keine besondere Rolle gespielt zu haben. Kein Exemplar der Variante
Şomcuta ist văllig iiberarbeitet. Dasjenige von Dipşa ist ein fragmentarischer RohguB. Als RohguB
hat auch die Axt von Cetea zu gelten. Andere Stiicke, so wie diejenigen von Rebrişoara I, II und
Uriu sind im GuB verdorben oder nur bruchstiickhaft erhalten.
,

AuBerhalb Rumaniens sind zu dieser Variante die Rohgiisse aus den nordostungarischen Depot-
funden von Bodrogzsadany' und Muzsaj2 zu rechnen.

483. Şomcuta (auch Şomcuta-Mare), Jud. Mara­ Axt ( Ta! }J, 4 88) . - Naturhist. Mus. Wien. Slg.
mureş. - Einzelfund ( Taf. }J, 48}) . - Mus. Cluj Spottl - MAGW. 1 5 , 1 8 8 5 , Taf. 3, 6 3 ·
(Inv. Nr. 2 5 77). - Roska,Repertorium 1 97 Abb. 2 3 7· 489.490. Rebrifoara I I (vgl. Nr. 2 5 6: Schaftloch­
484. Celea, Jud. Alba. - Einzelfund ( Ta! }J, 4 84).­ ăxte Typ Şanţ-Dragomireşti) . - Depotfund, daraus
Brukenthalsches Mus. Sibiu (Inv.Nr. A 1 06). - Un­ die Ăxte ( Taf 35, 489 . 49°, nach M. Rusu). - Mus.
veroffentlicht. Cluj (Inv. Nr. IN 2200; 2 208).
485. »Jud. Salll-Mare« II (vgl. Nr. 5 3 3 : Typ B4 Vari­ 491. Rebrifoara 1 (vgl. Nr. 441: Typ B 3 Variante
ante Rohod). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! }J, Breb) . - Depotfund, daraus Axt ( Taf. }J, 49I, nach
4 8J) . M. Rusu).
486. DiPfa, (vgl. Nr. 2 1 7: Schaftlochăxte Typ 492. Prilog (vgl. Nr. 5 08: Typ B4 Variante Rohod).
Balşa). - Giel3ereidepot, daraus Axt ( Taf }J, 486) . - Depotfund, daraus Axt ( Ta! }5, 492, nach einer
487. »Maramllref«. - Axt ( Ta! }J, 4 87 nach Zeich­ Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa).
nung M. Petrescu-Dîmboviţa); moglicherweise mit 493. Vima-Mare (vgl. Nr. 3 70: Typ B3 Variante
der Axt Nr. 5 14 (Typ B4 Variante Rohod) zusam­ Dobrocina) . - Depotfund, daraus Axt ( Ta! }5,
mengefunden. - Ehemals Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 493) . - Mus. Satu-Mare (Inv. Nr. 63 8 3).
1 40), verschollen. - Unveroffentlicht. 494.495. Urill-de-SlIs (vgl. Nr. 3 66: TypB3Variante Ce­
488. »Maramuref« (ehem. Komitat Maramureş). - hăluţ). Depotfund, daraus dieĂxte ( Taf 3 6, 494.49 5) .

1 Kemenczei, Depotfunde, Taf. 18, 16. Depotfund einer 2 Holste, Hortfunde Taf. 34, 14-
GieBerei.
Nackenscheibenaxte ohne Schaftriihrenjlugel

Variante Sarasău: (In dem namengebenden Depotfund gehoren die meisten Exemplare der
B 3-Form an; nur die ĂXte Nr. 497-499 verkorpern die hier behandelte Variante der B 4-Form.) Der
Querschnitt der Klinge ist sechseckig mit hochstehenden Kanten und eingezogenen Bahnen (wie bei
der Variante Tîrguşor der B rForm); derjenige der Nackenstange ist rund. Der Querschnitt der Nak­
kenstange des Stiickes Nr. 499 (Sarasău) scheint wie facettiert (vgl. Typ B3 Var. Breb, Nr. 447).
Die sich manchmal die Schaftrohre hinaufziehenden Klingenkanten zeigen des ofteren die Neigung
sich zu vereinen, bilden aber noch keinen Bogen wie bei der Variante Rohod (s. unten). Die Rănder
der Nackenscheibe bilden manchmal hochstehende Kanten (Domăneşti I Nr. 506); bei der Axt von
Pantice'u (Nr. 502) ist eine konzentrische Rille an der Dornbasis festzustellen, auf der Nackenstange
der Stiicke Sarasău (Nr. 497) und Prilog (Nr. 504) eine Kante, die einer GuBnaht ăhnelt. I)ie Axt
Nr. 505 von Sîrbi weist auf der Schaftrohre je ein paar Leisten auf. AuBerhalb Rumăniens konnten
- soweit die verfiigbaren Abbildungen in der Literatur eine Beurteilung zulassen - eine Axt von Le­
velţk,I Nyiregyhâza,2 zwei Ăxte aus der Umgebung von Szabolcs,3 sowie j e eine solche aus den
Depotfunden von Opâlyi4 und Nyirbelteks und die zweite Axt vom Depot von Felsodobsza6 zu
dieser Variante gehoren (vgl. Karte Taf. 52, B).
Die Ăxte der Variante Sarasău sind im allgemeinen etwas sorgfăltiger gearbeitet als diejenigen der
vorgenannten Variante. Mit Ausnahme des Exemplars von Batarci (Nr. 503), das fast ein RohguB
ist, lassen sich nur wenig vom GuB herriihrende Verunreinigungen erkennen. Die Nackenscheibe
der Axt Nr. 505 von Sîrbi ist in alter Zeit gebrochen und wieder angeschweillt worden. Die ĂXte
von Panticeu (Nr. 5°1, 502) sind bruchstiickig erhalten. Die zahlenmăBig schwach vertretene Variante
Sarasău bildet offensichtlich eine Ubergangsform zwischen den B rĂxten und der eigentlichen B 4-
Form. Die typologische Entwicklung von der Variante Tîrguşor iiber die Variante Sarasău zur Vari­
ante Rohod diirfte einleuchtend sein (s. S. 87).

496. Sălifte, Jud. Maramureş. - Kleiner Depotfund. zungensicheln, einem gerippten Armring, Arm­
Zusammen mit einem geschnăbelten Tiillenbeil auf­ ringen mit offenen Enden u. a. m. Typisch fiir den
gefunden ( Ta! jD, 490) . Privatbesitz im Dorfe
- Depotfundhorizont Uriu-Dragomireşti. - Magy.
Sălişte. - Fr. Nistor/A. Vulpe, Stud. Cerc. Ist. Veche Nem. Muz. Budapest. - Hampel, Bronzkor II
20, 1 969, 2, 193 , Abb. 5. Taf. 143 .
497-499. Sarasău II (vgl. Nr. 424: Typ B3 Variante 503. Batarci (vgl. Nr. 2 6 5 : Schaftlochăxte Typ
Cehăluţ). - Depotfund, daraus die Ăxte ( Ta! jD, Şanţ-Dragomireşti). - Depotfund, daraus Axt ( Taf.
497-499)· jD, J Oj) . - Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 1 42) .
500. Livada (vgl. Nr. 377: Typ B3 Variante Cehăluţ). 504. Prilog (vgl. Nr. 5 08: Typ B4 Variante Rohod) .
- Depotfund, daraus Axt ( Taf. jD, J O o) . - Depotfund, daraus Axt ( Ta! jO, J04) . - Mus.
501.502. Panticeu, Jud. Cluj . - Depotfund, beste­ Satu-Mare.
hend aus zwei Bruchstiicken von Nackenscheiben­ 505. Sîrbi (vgl. Nr. 403: Typ B3 Variante Cehăluţ).
ăxten ( Ta! jD, JOI.J02, nach Hampel; nach dieser - Depotfund, daraus Axt ( Taf. jO, J OJ) .
Zeichnung ist nicht klar, zu welcher Variante Nr. 5OI 506. Domănefti 1 (vgl. Nr. 46 1 : Typ B3 Variante
gehort; vielleicht zu Typ B4 Variante Şomcuta?), Tîrguşor). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! jO, J Oo,
zwei Lanzenspitzen, einem Tiillenbeil mit geschnă­ nach J . Hampel).
beltem Mundrand und Bruchstiicken von Tiillen­ 507. Uioara (vgl. Nr. 543: Typ B4 Variante Uioara). -
beilen, einem Griffzungendolch, Knopf- und Griff- GieBereidepot, daraus Axt ( Ta! j0, J07) . - Mus. Cluj .

Variante Rohod: Kennzeichnend fiir diese Variante ist, daB die Kanten des Schneidenteiles auf die
Schaftrohre leistenartig verlăngert und dort bogenformig vereinigt sind. Dadurch erweisen sich diese

I s. S. 92. Anm. 6 . 4 S. S. 92. Anm. 4.


2 s. S. 92. Anm. 1. 5 S. S. 80 Anm. I.
3 Kemenczei, Depotfunde Taf. 72., 64-67. 6 S. S. 87 Anm. 3.
Der Fundstoff

Ăxte als zur Untervariante B4a von Nestor gehărig. Hier werden aber zu dieser Variante auch solche
ĂXte gerechnet, die eine mit doppelten Leisten profilierte Schaftrăhre aufweisen, sodann diejenigen
mit mitgegossenen Warzen auf der Scheibe, die von Nestor als Untervariante B4 b bezeichnet wurden.
Andererseits werden hier die von Nestor zur B4a- Variante gezăhlten ĂXte auBer acht gelassen, die
zwar auf der Klinge Lăngsleisten, aber in der Gegend der Schaftrăhre keine typischen Băgen zeigen.
Die einfachsten. Exemplare der Variante Rohod sind demnach diejenigen von Uriu (Nr. 530) , Tîrgu­
şor (Nr. 521) und Prilog (Nr. 510); es folgen diejenigen von Horoatul Cehului (Nr.515, 517, 518),
Domăneşti 1 (Nr. 519, 52°), Prilog (Nr. 5°8,5°9), Uioara (Nr.524, 527), Nyiregyhiza Jr und schlieB­
lich diejenige von Opalyi. Hier einzureihen ist ferner die Axt aus »Transsilvanien« (Nr.523), bei der
sich die Klingenkanten in der Gegend der Schaftrăhre rechteckig vereinen (kennzeichnend fiit; die
Variante Uioara). Eine noch entwickeltereAusprăgung wird verkărpert durch die Ăxte von Rohod
II,2 Berencs,3 Horoatul Cehului (Nr. 516), Suciu-de-Sus (Nr. 531; auf der Nackenscheibe zwi­
schen den Warzen scheint ein eingraviertes Muster aufgetragen zu sein) und die vier Exemplare von
Opalyi4 (eine davon zeigt an der Klingenkante eingravierte Bănder) mit vier oder sechs Warzen
auf der Nackenscheibe. Bei den letzteren Ausprăgungen weist die Klinge manchmal eine recht starke
Kriimmung auf (Horoatul Cehului). Eine Sonderbildung stellt die Axt mit gebrochener Nacken­
scheibe aus »Transsilvanien« (Nr.529) dar; sie besitzt eine einzige Leiste auf der Schaftrăhre und eine
facettierte Nackenstange; unterhalb den gewălbten Kanten auf der Schaftrăhre sind eine Reihe von
kleinen eingravierten Linien zu bemerken. Einzigartig ist auch der RohguB aus dem Depotfund von
Hajdubăszărmeny mit kreuzfărmig auf der Nackenscheibe angeordneten Warzen.S Einige andere
ĂXte zeigen eine Leiste, die die Klingenmitte der Lănge nach durchzieht: Şieu (Nr. 532), »Satu­
Mare« II (Nr. 5 3 3 , 53 4) und Uioara (Nr. 526).Dieses Merkmal ist auf den ĂXten der Variante Uioara
wiederzufinden. AuBerhalb Rumăniens gehăren (die obenangefiihrten ausgenommenen) zu dieser
Variante Rohod die Ăxte von Levelek in Nordostungarn,6 von Began, Aklin und Tisov in der
Karpatenukraine,7 und von Zehra in der Slowakei.8 Ein weiteres Bruchstiick (Fundort unbekannt)
liegt im Mus . Odessa.9
1 Kemenczei, Depotfunde 36 Taf. 43: Depotfund, be­ scheibe (urspriinglich waren es mehr), alle vom Typ B4
stehend aus einer Axt mit Nackenscheibe, Armringen mit ver­ (1 Variante Sarasău, 5 Variante Rohod, 3 Variante Vioara),
dickten oder verjiingten Enden, Armringen mit Spiralenden einem Doppelpickel, einem Tiillenbeil mit leicht ausgehohlter
und zwei Bronzespiralen. Obwohl ăltere Funde darin enthal­ Offnung und sechseckigem Querschnitt, zwei Warzennadeln,
ten sind, muB das Depot insgesamt in die Stufe Vriu-Drago­ sieben verschiedenfOrmigen Bronzeknopfen, zwei V'erzierten
mire şti datiert werden, hauptsăchlich wegen der Axt, aber auch Armringen mit rundem Querschnitt, zwei unverzierten Arm­
der Armringe mit verjiingten Enden. ringen mit rundem Querschnitt, zwei groBen bronzenen
2 Depotfund, bestehend aus zwei Axten mit Nackenscheibe Scheiben, drei verschiedenformigen Tutuli, einem dreieckigen
(Taf. 86,A), Lappenbeilen mit obenstăndigen Lappen, Anhăngsel und anderen Bruchstucken von schwer bestimrn­
Tiillenbeilen mit Schaftrohr und plastischer Verzierung, baren Bronzen (Taf. 87.88): A. Mozsolics, Acta Arch. Hung.
einige mit verbreiterter Klinge, Lanzenspitzen, TiillenmeiBeln, 1 5 , 1 963, 65 ff. Die meisten Funde sind fiir den Vriu-Drago­
Zungensicheln, verschiedenen Typen von Armringen (mit mireşti-Horizont typisch (vgl. auch W. A. v. Brunn, Hort­
verjiingten kreuzstăndigen, breiten und verzierten Enden), funde 3 ' ff. Abb. 1). Man konnte aufgrund des Axttyps und
Torques und Kettenglied-Ringen: Kemenczei, Depotfunde eventuell der Tutuli eine spăte Stellung in diesem Depotfund­
37 Taf. 5 ' -5 3 . Die Einheitlichkeit des Depots konnte ange­ horizont annehmen. Mozsolics setzte ihn in ihre Periode IVb
zweifelt werden; mit Ausnahme der Axte, die nirgends spăter und betrachtete ihn als reprăsentativ fur einen Depotfund­
als in Depotfunden der Stufe Cincu-Suseni auftreten, enthălt horizont (Horizont Opălyi); vgl. dazu S. 5.
der Depotfund von Rohod II fiir Ha B, spezifische Typen. 5 Depotfund: Hampe1, Bronzkor 1, 49ff.

3 -oder Retkozberencs. Der Depotfund besteht aus sechs 6 Kemenczei, Depotfunde Taf. 72, 63.
Axten mit Nackenscheibe vom gleichen Typ. J. Andrâs gab 7 K. Bernjakovic, Slov. Arch. 8, 2, ' 960, Taf. 9, 1. 3. 6.

an, da13 es sich nur um den gesicherten Teil eines gro13eren 8 M. Novotnă, Pam. Arch. 50, 1, ' 9 5 9 Abb. 3, 1 .

Depots handele, von dessen iibrigem Inhalt aber nichts be­ 9 Freundliche Mitteilung und Zeichnung M . Petrescu­

kannt ist: Kemenczei, Depotfunde 39 Taf. 62, 1-6. Dimboviţa.


4 Depotfund, bestehend aus neun Axten mit Nacken-
Nackenscheibenaxte ohne Schaftrohrenjlugel 93

Was die technische AusfUhrung anlangt, sind dieĂxte der Rohod-Variante teils sorgfăltig ausge­
arbeitet (»Transsilvanien« Nr. 529, Suciu-de-Sus Nr.53 1) teils als RohguB belassen (Nyirlugos­
Szennyespuszta.I Zahlreiche ĂXte sind verdorben oder nur noch bruchsruckhaft erhalten (Vriu,
Berencs, »Transsilvanien« Nr. 5 29, »Satu-Mare« Nr. 534, Vioara Nr. 5 24-5 27). Moglicherweise ge­
horen einige Nackenscheibenfragmente aus dem Depot von Vioara, die hier bei der Variante Vioara
aufgefUhrt sind, zu dieser Variante Rohod (zur Ausprăgung wie Prilog, Nr. 508 usw.).

508-512. Prilog, Jud. Satu-Mare. - Depotfund (in GuJ3formen. - Mus. Zălau (Inv. Nr. 27-30) . - Roska,
der Literatur auch unter »Livada Nouă« bekannt; Repertorium 208, 1 9;M. Rusu,DaciaNF. 7, 1 9 6 3 , 206.
es gelang T. Bader, den richtigen Fundort nachzu­ 519.520. Domănefti 1 (vgl. Nr. 461 : Typ B3 Variante
weisen und den Depotfund wiederherzustellen, wo­ Tîrguşor). - Depotfund, daraus die Ăxte ( Taf
bei sich ergab, daJ3 einige Stucke von Livada und J I9-J 20, nach J. Hampel).
die von Prilog von der gleichen Fundstelle stam­ 521.522. Tîrgufor (vgl. Nr. 45 9: Typ B3 Variante
men, frdl. Mitt.), bestehend ursprunglich aus drei­ Tîrguşor). - Depotfund, daraus Axt ( Taf. 3 8,
zehn, heute aber aus elf Nackenscheibenăxten (da­ J2I-J22) .
von vier von der BrVariante Cehăluţ: Nr. 3 99-402, 523.» Transsifvanien«. - Axt ( Taf. 3 8, J23) . - Mus.
eine von der B4-Variante Şomcuta: Nr. 492, eine von Sebeş (Leihgabe des Brukenthalschen Museums
der B4-Variante Sarasău: Nr. 5 04, funf von der B4- Sibiu, Inv. Nr. A 6 6 1 9). - Unveroffentlicht.
Variante Rohod: Ta! 37, J08-Jl2, nach Zeichnun­ 524-527. Uioara (vgl. Nr. 5 4 3 : Typ B4 Variante
gen von M. Petrescu-Dîmboviţa), drei Bronzestan­ Uioara). - GieJ3ereidepot, daraus die Ăxte ( Ta! 3 8,
gen und acht GuJ3kuchen (Taf. 80). - Mus. Satu­ J24-J27) . Mus. Cluj (Inv. Nr. III 5 43 6, 5 4 5 4 und
-

Mare (Axt Nr. 5 04. Die Zugehorigkeit dieser Axt 5 43 8).


zum Depot wird von T. Bader bezweifelt); eine 528. »Transsilvanien«, vielleicht Bogata-de-Muref. -
zweite von D. Popescu angefiihrte Axt konnte ich Axt ( Ta! 3 8, J 2 8) . - Mus. Cluj . - Unveroffentlicht.
nicht finden; der ubrige Depotfund befindet sich 529. » Transsilvanien«. - Axt ( Ta! 38, J29, nach
im Mus. Nyiregyhâza (Inv. Nr. 5 8 , 1 1 0, 1-10). - H. Dumitrescu). - Mus. Naţ. Ant. Bukarest (Inv.
J . Veczey, Arch. Ert. 2, 1 8 7° , 1 3 2 f.; Hampel, Nr. IV 3 2 23). - H. Dumitrescu, Dacia 7-8, 1 9 3 7-40,
Bronzkor II 1 29 f.; D. Popescu, Dacia 7-8, 1 93 9- 1 4 1 Abb. 9.
1 94°, 145 Anm. 2; M. Rusu, Dacia NF. 7, 1 9 6 3 , 206; 530. Uriu-de-Sus (vgl. Nr. 3 66: Typ B3 Variante
T. Bader, Inv. Arch. R. (im Druck). Dobrocina). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 3 8,
513. Beltiug (vgl. Nr. 3 7 1 : Typ B3 Variante Cehăluţ). J30, nach M. v. Roska).
- Depotfund, daraus Axt ( Ta! J1, JI3) . 531. Suciu-de-Sus, Jud. Maramureş. - Nach Roska
514. »Maramuref« (?), (vgl. Nr. 487: Typ B4 Vari­ soll diese Axt ( Ta! 3 8, J}I, nach J. Temesvâry)
ante Şomcuta). - Depotfund (?), daraus Axt ( Taf aus dem Depot von Peteritea, Jud. Cluj stammen. A.
37, J I 4, nach einer Zeichnung von M. Petrescu­ Mozsolics nahm hingegen an, daJ3 sie zu den Grăbern
Dîmbovita). - Ehemals im Mus. Baia-Mare, heute der spăter dort untersuchten Suciu-de-Sus-Kultur
verschollen. gehort. - Verschollen. - J. Temesvâry, Arch. Ert. 1 7,
515-518. »Jud. Sălqj«, sehr wahrscheinlich Horoatul­ 1 8 97, 1 06 Abb. 5 8 zu S. 1° 5 ; Roska, Repertorium
Cehufui. - In der ehem. Slg. Szikszay, Jibou, befan­ 222, 3 7; A. Mozsolics, Acta Arch. Hung. 1 2, 1 960,
den sich vier bei Horoatul Cehului gefundene Nak­ I I 6 Anm. 9.
kenscheibenăxte, die Roska auffuhrte. Die Samm­ 532. Şieu (vgl. Nr. 3 5 9: Typ B3 Variante Dobro­
lung wurde von dem Kollegium Wesseleny, Zălau, cina). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 39, J}2, nach
ubernommen und gelangte von dort ins Kreis­ D. Popescu).
museum. Die AusmaJ3e der jetzt dort vorhandenen 533.534. »Jud. Satu-Mare« II, Fundort unbekannt. -
Ăxte stiminen zwar nicht mit den bei Roska ange­ Depotfund, bestehend aus vier Nackenscheibenăxten
fUhrten uberein; doch enthălt das Repertorium Ros­ (BrVariante Breb: Nr. 45 5 ; B4-Variante Şomcuta:
kas auch sonst zahlreiche Fehler. Mit ziemlicher Nr. 48 5 und Var. Rohod: Taf. 39, J33. J34) (Taf.
Sicherheit gehoren die vorhandenen, eine einheit­ 8 3 , A). - Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 267-27° ; aus
!iche Patina aufweisenden Ăxte zu einem Depotfund. der Sammlung der ehemaligen Kreisprăfektur des
Die vier Ăxte ( Taf. J1, JIJ-Jl 8) verkorpern die­ Jud. Satu-Mare) . - D. Popescu, Dacia 7-8, 1 9 3 7-40,
selbe Variante, stammen aber aus verschiedenen 1 4 5 Anm. 2.
1 Kemenczei, Depotfunde Taf. 72, 78.
94 Der Fundstoff

Variante Uioara: Bei diesenĂXten treffen sich die Randleisten der Klinge in der Gegend der Schaft­
răhre und bilden keinen Bogen (wie bei der Variante Rohod), sondern einen rechten Winkel mit der
Răhre. Bei vielen Exemplaren gehen sie unmittelbar von der Schaftrăhre aus (wie bei der Variante
Sarasău); stets ist die Klinge von einer oder mehreren Lăngsleisten durchzogen. Kennzeichnend ist
sodann, daB die Klinge sehr dunn und der Durchmesser des Schaftloches sehr klein ist. Als Ausgangs­
form fur mese Variante kănnen Axte wie mejenigen von Sarasău (Taf. 3 6, 497· 499) betrachtet
werden, bei der die Klingenleisten einschlieBlich der mittleren auf die Nackenstange verlangert sind,
ohne sich zu treffen.
Auch bei dieser Variante zeigen viele Axte besondere Merkmale, die eine schărfere typologische
Klassifizierung rechtfertigen wurden. Hăufig sind hinsichtlich der Form der Nackenscheibe Bezie­
hungen zur Variante Rohod zu bemerken. Die Nackenscheibe weist meistens konzentrische Rillen
um die Dornbasis auf (vier Rillen zeigen die Axte Nr. 5 46, 5 49 oder drei das Exemplar Nr. 5 43).
Dagegen trăgt die Nackenscheibe der Axt von Batarci (Nr. 5 3 5) vier Warzen. Unterschiedlich ist
auch die Anzahl der Lăngsleisten auf der Klinge (zumeist eine mittelstăndige, bei denĂXten von Uioa­
ra und Peneszlekl aber deren zwei oder drei). AuBerhalb Rumăniens ist die Variante Uioara ver­
treten im Depotfund von Opalyi (drei Exemplare)z und im Depotfund von Peneszlek.
Im Hinblick auf die Herstellungsweise făllt auf, daB die Axte dieser Variante fur eine Benutzung
als Streitwaffe nicht geeignet sind, abgesehen von den Axten Nr. 5 3 6 von Domăneşti 1 und Nr. 5 3 7
von Domăneşti II, welche eher als eine Vorform der entwickelten Uioara-Variante anzusehen sind.
Die meisten Exemplare sind nicht ausgearbeitet; sie zeigen reichlich GuBunreinheiten, hauptsăch­
lich an den Năhten der Schaftrăhre und an der Nackenstange (vgl. besonders die drei Exemplare von
Opalyi). Im groBen GieBer-Depot von Uioara sind mit Ausnahme der Axt Nr. 5 43 nur Bruchstucke
von solchen erhalten. Im Depotfund von Nagyhalasz liegt eine Miniaturaxt als RohguB.3

535. Batarci (vgl. Nr. 2 6 5 : Schaftlochăxte, Typ oder Sfîrnaşi; die Fundortangabe und Kreisbenen­
Şanţ-Dragomireşti). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! nung schwankt. F. Hoiste nannte Sfîraş Jud. Alba,
39, J3J) · Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 1 3 9)·
- M. Rusu Sfîrnaşi, Jud. Bihor. Ich mi:ichte die in der
536. Domăncfti 1 (vgl. Nr. 46 1 : Typ B 3 Variante ersten Veri:iffentlichung genannte Bezeichnung der
Tîrguşor). - Depotfund, daraus Axt (Ta! jI, J3 6, Ortschaft annehmen, die von Roska bestătigt wird).
nach J . Hampel). - Depotfund, bestehend aus zwei Nackenscheiben­
537. Domăncfti II (vgl. Nr. 4 5 6: Typ B3 Variante ăxten ( Ta! 40, J4I.J42, nach Arch. Ert.; von
Tîrguşor). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 39, J37) . Nr. 5 42 ist nur die Nackenscheibe erhalten, die
538. Şanţ (vgl. Nr. 249: Schaftlochăxte, Typ Şanţ­ ebenfalls auf diese Variante hinweisen kann), einer
Dragomireşti). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 39, Lanzenspitze, zwei Griffzungensicheln, einem Lap­
J38). Mus. Cluj (Inv. Nr. 807 1 ).
- penbeil, einem Tiillenbeil von transsilvanischer Art,
539. Livada (vgl. Nr. 3 77, Typ B3 Variante Cehă­ einem geschnăbelten Tiillenbeil, zwei anderen Tiil­
luţ). - Depotfund, daraus Axt ( Ta/. 39, J39). - Mus. lenbeilen und Bruchstiicken von solchen (Taf. 8 3 , B).
Satu-Mare (Inv. Nr. 5 7). M. Rusu setzt ihn in den Horizont Uriu-Dragomi­
540. Uriu (vgl. Nr. 3 66: Typ B3 Variante Dobro­ reşti (bzw. Domăneşti). M. E. ki:innten das Lappen­
cina). - Depotfund, daraus Axt ( Ta! 40, J40) . beiI sowie die Axt mit Nackenscheibe einen spăten
541.542. Sfăraf, Jud. Sălaj (bzw. Farnas, Tarnas Ansatz innerhalb dieses Depotfundhorizontes an-

1 Nordosten Ungarns an der rumănischen Grenze. Der 2 S. S. 92 Anm. 4.


Depotfund besteht aus 2 Axten mit Nackenscheibe (1 vom 3 Depotfund ei ner Gie13erei aus dem Cincu-Suseni-Hori­
Typ Drajna), 3 Tiillenbeilen mit ausgehohltem Schaftloch und zont, enthălt hauptsăchlich Funde ălteren Typs : Kemenczei,
sechseckigem Querschnitt, Armringen mit rautenfărmigem Depotfunde 3 5 Taf. 3 5 -37.
Querschnitt, dicken verzierten Armreifen von tundem Quer­
schnitt: Andrassy Erno, Kozlemenyek 3, 1, 1943, 8 5 mit
Abb. Zeitstellung: Uriu- Dragomireşti (s. Taf. 8 5).
Nackenscheibenăxte ohne Schaftrijhrenjlugel 95

deuten. - Magy. Nem. Muz. Budapest (Inv. Nr. 5 2/ ăxte: III 5 429-5 4 5 6). - Roska, Repertorium 9 l , 8 2;
19°°, ganzes Depot). - Arch. Ert. 28, 1908, 3 79; Hoiste, Hortfunde Taf. 44-46 (Auswahl typischer
Nestor, Marburger Studien 184 Anm. 26; Hoiste, Gegenstănde); M. Rusu, Dacia NF. 7, 1963 , 184ff.
Hortfunde Taf. 3 2, 16-3 2; Roska, Repertorium 8 3 , (dabei die Datierung behandelt). M. Rusu ver­
7; M . Rusu, Dacia NF. 7 , 1963 , 206. danke ich, daB ich hier Ăxte dieses Fundes abbilden
543-561. Uioara (auch Uioara-de-Sus), Jud. Alba.­ und verwerten darf; fiir die Schwerter siehe A. Alex­
GroBer Depotfund einer GieBerei, der etwa 5 800 andrescu, Dacia NF. 10, 1966, 179ff.
ganze oder zerbrochene Stiicke enthălt, darunter 29 562. Sighet 1 (auch Sighetul Marmaţiei), Jud. Mara­
von Nackenscheibenăxten (nur ein Exemplar ist mureş. - Depotfund, bestehend aus Tiillenbeilen,
vollstăndig erhalten). Die meisten gehăren den B4 - Knopf- und Griffzungensicheln, einem oberstăndi­
Varianten Sarasău (Nr. 5 07), Rohod (Nr. 5 24-5 27) gen Lappenbeil, einer Peschieradolchklinge, einer
und hauptsăchlich Vioara ( Ta! 4 0, J43-J6I) an, Schwertklinge, BronzeguBkuchen und einem halb­
einige auch den B3-Varianten Dobrocina (Nr. 3 6 5 ) geschmolzenen Nackenscheibenbruchstiick. Dieses
und Breb (Nr. 4 5 1). Dazu kommen Hammerăxte gehărt zum Typ B4' wohl Variante Şomcuta oder
(Nr. 275) und Lappenbeile. Das Depot umfaBt Uioara ( Ta! 4 0, J 62). - Privatslg. F. Nistor, Sighe­
Typen aus den Horizonten Uriu-Dragomireşti und tul Marmaţiei. - F. Nistor/A. Vulpe, Stud. Cerc.
Cincu-Suseni sowie groBe Mengen von Bronze­ Ist. Veche 20, 2, 1969, 1 8 3 Abb. 3 B; 4 A .
klumpen. - Mus. Cluj (Inv. Nr. der Nackenscheiben-

Insgesamt werden wir sagen diirfen, daB die vier Varianten der B4-Axte keine typologische Ent­
wicklungsreihe darstelIen, wie dies bei den Varianten der B3-Axte der FalI zu sein scheint, sondern
eher verschiedenartige Weiterentwicklungen der BrAxte, die als gemeinsame Ausgangsformen zu
gelten haben und daB die Varianten Şomcuta und Sarasău eine Vorstufe des eigentlichen Typs B 4
(Variante Rohod und Uioara) bilden. Es wiirde sich etwa folgendes Schema ergeben (s. S. 23 Abb. 2).
Funktion: Sowohl die Br als auch die B4-Axte waren ausgesprochene Streitaxte. Die Grabfunde
von Lăpuş (Nr. 3 39. 3 40) und Nyirkaraszl bestatigen dies. Damit stehen sie in der Nachfolge der
A- und BcAxte. Es ist jedoch auffii.llig, daB bei zahlreichen B4-Axten das Schaftloch sehr eng und die
Klinge sehr diinn ist (besonders bei der Variante Uioara), so daB sie nicht als wirkliche Waffe zu ge­
brauchen waren. Auch der Umstand, daB viele Stiicke nicht volIstandig ausgearbeitet waren (z. T.
regelrecht Rohgiisse) deutet darauf hin, daB diese Form hier als Wertmesser (Barren) diente. Bei den
rumanischen Axten ist keine andere Funktion ersichtlich. Es konnte sein, daB andere Exemplare die
Funktion von Prunkgeraten oder Hoheitszeichen hatten, wie beispielsweise die Axt von Vefky Blh,z
deren Klinge derjenigen der B4-Axte mit Nackenscheibe nahesteht, bei der aber der Nackenteil in
zwei Horner auslauft. Eine vergleichbare Axt unbekannten Fundortes ist aus der Karpatenukraine
bekannt. 3
B 3- und B4-Axte treten haufig in Depotfunden auf. Diese sind entweder reine Axtdepots (die nur
oder hauptsachlich aus Nackenscheibenaxten bestehen) oder komplexe Depots (mit verschiedenen
Waffen und Schmuckgegenstanden) sowie groBe GieBereidepots (mit zahlreichen Bruchstiicken oder
BronzeguBkuchen). Von besonderem Interesse sind die Funde der erstgenannten Kategorie. Dazu
gehoren die Depots von Sîrbi (Nr. 403), Sarasău (Nr. 424), Ieud (Nr. 419), »Maramureş« (Nr. 3 49),
»Satu-Mare« 1 (Nr. 3 8 7) und II (Nr. 5 3 3), Prilog (Nr. 5 08), Vima-Mare (Nr. 3 70), Horoatul Cehului
(Nr. 5 15), Cehăluţ (Nr. 3 7oA-C), Livada (Nr. 3 77), Dobrocina (?) (Nr. 3 44), Nadiş (?) (Nr. 482) und
Coldău (?) (Nr. 3 80), Berencs. 4 Es konnten hier die Depotfunde angeschlossen werden, in denen
die Axte mit Nackenscheibe zahlenmaBig vorherrschen und die in gutem Erhaltungszustand sind :
Tîrguşor (Nr. 45 9), Opilyi und sogar Domăneşti 1 (Nr. 461) und Şanţ (Nr. 3 60). Diese Depots ge-

1 S. S. 83 Anm. 1 . 4 S. S. 92 Anm. 3 . In diese Gruppe sind auch die verschol­

2 S. S . 7 8 Anm. 5. lenen Depats van Şimişna und Medieşul Aurit (s. S. 101 f.) ein­
3 J. Bernjakovic, Slav. Arch. 8, 2, 1960 Taf. 9, 5. zureihen.
Der Fundstoff

hăren zwar typologisch zum Depotfundhorizont Vriu-Dragomireşti; doch erscheint es fraglich, ob


sie aus den gleichen Beweggriinden und in derselben Zeit wie die komplexen Depots dieses Hori­
zontes in den Boden gerieten. Bei den reinen Axtdepots kănnte mindestens in einigen Făllen in Be­
tracht gezogen werden, daB es sich um Votiv- oder Opferdeponierungen handelt, die im Rahmen
kultischer Riten vergraben wurden.
Uber die Grunde der Vergrabung der iibrigen Depots wurden in der Forschung verschiedene Uber­
legungen angestellt. A. Mozsolics brachte die Depothorizonte Fels6balog und besonders 6palyiI
mit der Entwicklung der Gava-Kultur in Verbindung. Fiir die Vergrabung der Vriu-Dragomireşti­
Depots machte M. Rusu hauptsăchlich innere Vnruhen verantwortlich (soziale Differenzen, Kămpfe
zwischen den Trăgern der Wietemberg-, Noua-, Otomani- und Suciu-Kulturen).2 Demgegen­
iiber wăre die Vergrabung der Cincu-Suseni-Depots auf das Eindringen westlicher Bevălkerungs­
elemente (Sîntana-Lăpuş-Pecica, von der ungarischen Forschung als Gava-Kultur bezeichnet)
zuriickzufiihren.3 Diese Ansichten stiitzen sich entweder auf die Chronologie der erwăhnten Kultur­
gruppen oder auf ihre vermutete Gesamtstellung. Wir werden uns vor Augen halten mussen, daB diese
Fragen derzeit nur schwer zu beurteilen sind (s. S. 4). Allgemein diirfte nur soviel festgestellt werden,
daB unruhige Verhăltnisse wohl am besten die Vergrabung dieser Depots bewirkt haben kănnten.
Zeitbestimmung: Alle Varianten der B 4-Axte erscheinen vergesellschaftet mit B 3-Axten, was auf
eine gewisse Zeitgleichheit hinweist. Dennoch sprecheneinige Beobachtungenfiir eine chronologische
Differenz zwischen den beiden Axttypen. Es gibt Depotfunde, in denen B rAxte ausschlieBlich oder
vorherrschend auftreten: Ieud (Nr. 419), Sîrbi (Nr. 403), Sarasău (Nr. 424), Domăneşti I (Nr. 461),
»Maramureş« (Nr. 3 49), » Satu-Mare« I (Nr. 3 8 7), Vriu (Nr. 366) usw., andere, in denen die beiden
Arten etwa gleichstark vertreten sind : Prilog (Nr. 5 08), Şanţ (Nr. 3 60), Tîrguşor (Nr. 4 5 9) und
schlieBlich andere, in denen B 4-Axte vorherrschen oder ausschlieBlich vertreten sind: »Satu-Mare« II
(Nr. 5 3 3), Horoatul Cehului (Nr. 5 15), 6palyi, Berencs und Vioara (Nr. 5 43). Weil diese Fund­
verbănde im gleichen Gebiet verbreitet sind, wird man fiir sie wohl einen chronologischen Vnter­
schied 'annehmen diirfen. Hinzu kommt, daB in dem zum Cincu-Suseni-Horizont gehărenden
Depotfund von Vioara (Nr. 5 43) fast alle Bruchstiicke von Nackenscheibenăxten die B4-Art ver­
treten, und zwar die entwickelten Varianten Rohod und hauptsăchlich Vioara. Dasselbe gilt fiir die
Axte aus den spăten Depotfunden von Rohod II und Hajdubaszărmeny. 4
Typologisch bilden die vier Varianten der B4-Axte zwei Entwicklungsgruppen. Die erste Gruppe
(Variante Şomcuta und Sarasău) umfaBt einfache, aus B rFormen entwickelte Bildungen (man kănnte
sie Zwischenform nennen); die zweite Gruppe (Variante Rohod und Vioara) enthălt fortgeschritte­
nere Formen. Die beiden Gruppen kommen in Fundkombinationen selten zusammen vor. Minde­
stens fiir die letztere Gruppe, die auch in Depotfunden des Horizontes Cincu-Suseni vorkommt,
muB demnach ein vergleichsweise spăter Ansatz angenommen werden.s
Die Hăufigkeit der Fundkombinationen fiir die einzelnen B4-Varianten veranschaulicht die gra­
phische Darstellung Abb. 3. Dabei sind Kombinationen von typologisch extremen Ausprăgungen
sehr selten (BrVariante Lăpuş, mit den B4-Varianten Rohod und Vioara). Im iibrigen sind die Fund­
kombinationen hăufig. LăBt man das Depot von Vioara auBer acht, so darf auf die bezeichnenden
Fundvergesellschaftungen in den Depots von Tîrguşor und Prilog hingewiesen werden. Diese Axt­
depots zeigen am iiberzeugendsten die teiiweise Zeitgleichheit vieler Br und B4-Varianten.

1 Acta Arch. Hung. IZ, 1 960, 1z 3 . 5 Auch van Nestor v'orausgesetzt (Marburger Studien

2 Dacia NF. 7 , 1 963, 1 8 3 . 1 9z). W.A.v. Brunn (Hortfunde 3 2, Anm. 3) hălt zwar
3 A. a . O. 1 8 8 ff. eine lăngere Dauer von Typ B4 fiir m6g1ich, meint indes, er
4 S. S. 92 Anm. Z und 5. sei keine Leitform fiir einen bestimmten Zeitabschnitt.
Nackenscheibmăxte ohne Schaftrohrenjlugel 97

Typ B 3 Typ B4 Typ


Varianten Varianten
Depotfunde '- ,

mit Axten <:<$


verschiedener . c::
"'"
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Nyirbeltek X X X

Dobrocina X X
Maramureş X X
Suciu-de-Jos X X
Şieu X X
Vima-Mare X X
Tirguşor X X X
Şanţ X X X X X
Uriu X X X X
Uioara X X X X X

Sîrbi X X X
Sarasău X X X
Beltiug X X
Prilog X X X X
Livada X X X X

Rebrişoara 1 X X
Rebrişoara II X X
»Satu-Mare« II X X X
Batarci X X X
Felsodobsza X X
Domăneşti 1 X X X X
Domăneşti II X X
6paly X X X
Peneszlek X X

Abb. } Kombination der B 3- und B 4- Varianten der Nackenscheibenăxte

Die Entwicklung der BrĂxte und derjenigen der B4-Art konnte etwa in einem relativ chronolo­
gisch-typologischen Schema dargestellt werden (s. S. 23 Abb. 2 und oben Abb. 3) : Das Nebenein­
ander dieser Varianten ist offenkundig, wenngleich es graphisch nicht durch angenommene Werte
zum Ausdruck gebracht werden kann.1 Ebenso unverkennbar ist freilich der zeitliche Abstand
zwischen den extremen Varianten. In diesem Sinne konnen die B4-Varianten Rohod und Uioara als
Leitformen fUr eine spătere Phase angesehen werden. Dies mufl bei einer Gliederung der Depots
des Horizontes Uriu-Dragomireşti in zwei chronologische Abschnitte berucksichtigt werden.
Der hypothetische Wert und der bedingte Charakter dieser Schemata seien unterstrichen, um so
mehr als die Funde mit Ăxten von nur einer Variante in unserer Aufstellung nicht berucksichtigt

1 Nach Nestor (Marburger Studien 192) wăre die Reihen­ Uriul-de- Sus), B4b (Hajduboszormeny-Rohod)«. Diese Chro­
folge der Varianten folgende: »Ba. mit breiter Scheibe, Ba. mit nologie entspricht der seinerzeit von Nestor deflnierten Reihen­
schmaler Scheibe, Bab (Uriul-de- Sus) und B.a (Domăneşti und folge der Depotfundhorizonte (dazu s. Einleitung, S. 5).
Der Fundstoff

sind; bei der Variante Cehăluţ des Typus B3 gibt es wenigstens Binf solcher Depots (Cehăluţ, »Satu­
Mare« 1, leud, Stîna oder »Someş«). Damit erscheinen BrĂXte hiiufiger allein als in Kombinationen
mit B4-Ăxten. Demnach kann ein solcher Darstellungsversuch sich als nutzlich erweisen, vor allem
insofern, als clie Unterteilung der Depothorizonte Uriu-Dragomireşti und Cincu-Suseni auch unter
anderen Gesichtspunkten betrachtet werden kann.I Wenn wir die Anzahl der Br und B4- Ăxte in
den Depotfunden, wie sie clie Tabelle (Abb. 4) darstellt, uberblicken, so tritt clie bereits oben (S. 89)
angefuhrte Beobachtung deutlich hervor, daB die Zahl der komplexen und der GieBerei-Depots
mit B4-Ăxten im Verhiiltnis zu den Einzelfunden zunimmt. Sogar die Zahl der reinen Waffendepots
oder der kleineren Depots (wie z. B. Nyibeltek, Dragomireşti oder Breb) wird geringer im Ver­
hiiltnis zu den groBen Depots, je weiter man innerhalb unseres typologischen Schemas voranschrei­
tet. Nimmt man an, daB clie Vergrabung der groBen GieBereidepots eher mit gewissen historischen
Ereignissen verbunden ist als clie der kleinen oder Waffendepots, so wird man geneigt sein, eine
historische Interpretation clieses Befundes zu geben. Bekanntlich besteht der Depotfundhorizont
Cincu-Suseni hauptsiichlich aus groBen GieBerei- und komplexen Depots, wiihrend fur den voran­
gehenden Uriu-Dragomireşti-Depotfundhorizont mehr homogene Funde kennzeichnend sind.

cU
'"d cU
c:: '"d
c::
cE
.-.
cU cE
N ..o
c:: <'!
. .... .....
� 0

Typ B 3 , Variante :
Lăpuş I 6 2.

Dobrocina 6 3 6
Cehăluţ II II 1 2.
Breb 5
Tîrg-uşor 2. 7 3

Typ B 4, Variante :
Şomcuta 3 6 3
Sarasău 4 10 6
Rohod 6 1 2. 6
Uioara II

Abb. 4 Statistik der Fundarten innerhalb der B 3 - und B 4 -Varianten der Nackenscheibenaxte

Verbreitung: Im groBen und ganzen deckt sich das Verbreitungsgebiet der B4-Ăxte (Karte Taf.
52, B; 5 3 , A) mit demjenigen der B3-Formen (Karten Taf. 51 . 52, A), wenngleich das erstere gegen­
uber dem letzteren sich weiter gegen Nordwesten erstreckt, wie hauptsiichlich durch clie verhiiltnis­
miiBig zahlreichen Ăxte der Varianten Uioara und Rohod in Nordwestungarn angedeutet wird. 2 Dar­
aus kănnte clie Annahme abgeleitet werden, daB fur clie B4 -Ăxte ein zweites Herstellungsgebiet west­
lich von demjenigen der B rĂxte in Betracht zu ziehen ist. Diese Vermutung beruht vor allem auf der
formenkundlichen Entwicklung der B rVariante Tîrguşor zu der B4-Variante Rohod, clie sich nach

1 s. S. 5 und S. 59. 2 S. unten : Nachtrag.


Nackenknaufăxte vom Typ Drqjna 99

Ausweis der Fundverbreitung wohl hauptsăchlich am Rand der westlichen Karapten vollzogen hat.
Damit wăre das typologische Problem gelost, das in dem obigen Schema zum Ausdruck gebracht ist,
indem offensichtlich mit zwei Wurzeln der B4-Form zu rechnen ist : einmal die Traditionsreihe
Variante Tîrguşor-Sarasău-Rohod und zum anderen die Reihe Variante Cehăluţ (bzw. Breb)­
Şomcuta-Uioara.

N AC K E N KNAUFA x T E VOM T Y P D RAJ N A

Zu diesem Typ seien alle Axte mit Nackenknauf zusammengefaBt. Der dornlose Nackenknauf ist
gewolbt. Im ubrigen weisen die Axte ein langes zylindrisches Schaftloch mit abgerundeter Schaft­
rohre auf. Der Querschnitt der Klinge ist sechseckig, der der Nackenstange rechteckig. Diese letz­
teren Merkmale stellen eine Gemeinsamkeit mit den B rNackenscheibenăxten der Variante Dobro­
cina dar (s. S. 80). Demnach konnten die Axte vom Typ Drajna und einige Nackenscheibenăxte der
Varianten Lăpuş, Dobrocina und Cehăluţ auf Grund des Profils ihrer Schaftrohre und ihrer Umgebung
eine Sondergruppe (Gruppe Ilba s. S. 8 8) bezeichnen, die auf einen einheitlichen Werkstăttenkreis
zuriickgeht. I. Nestor faBte die Axte vom Typ Drajna als Sonderentwicklung der Gruppe B3 auf,l
womit er die chronologisch-typologische Stellung dieser Axte richtig kennzeichnete. Diese Axte
stellen einen gesonderten Typ nicht nur wegen ihrer abweichenden Nackenbildung dar, sondern
hauptsăchlich deshalb, weil sie eine eigene typologische Tradition von B cNackenscheibenăxten
der Variante Bikâcs-Borleşti her verkorpern.2
Der Typ Drajna besitzt zwei Varianten. Die eine zeigt einen fast halbkugeligen Nackenknauf
(AuBenseite gewolbt, Innenseite Bach; einige Axte sind auf dem Nackenknauf und auf der Schaft­
rohre mit Ritzlinien verziert, so die Axte von Drajna : Nr. 5 63-5 6 5 und Peneszlek,3 andere sind un­
verziert, so die von Lăpuş: Nr. 5 66). Die zweite Variante besitzt einen ellipsenformigen Nackenknauf ;
hierher gehOren die Axte von Tîrgu-Lăpuş (Nr. 5 67) 4 , ehem. Jud. Someş (Nr. 5 69), Prelipce5,
Marmoroskaja Zupa6 und Gemzse7• Mit diesen Nackenknaufăxten in Verbindung zu bringen
ist die singulăre Szepteraxt aus dem Depotfund von Drajna (Nr. 5 6 5).
Die Drajna-Axte sind durchweg sorgfăltig gegossen und ausgearbeitet. Bei den Exemplaren, die
ich im Original iiberpriifen konnte, waren die GuBnăhte meistens verschliffen.

563-565. Drqjna (vgl. Nr. 268 : Schaftlochăxte, Typ Nr. 3 3 9) . - Mus. Baia-Mare (Inv. Nr. 1 99). -Debrecen
Şanţ-Dragomireşti ; zur Zeitbestimmung s. S . 5 9). - Kozlemenyek 1 940, 1 ; Roska, Repertorium 20 9, 2 3 .
Depotfund, daraus die Axte ( Ta! 4I, 56J-5 65, nach 567. Tîrgu-Lăpuf, Jud. Maramureş (Nestor nennt
A. Alexandrescu) . - Muz. Naţ. Ant. Bukarest (Inv. irrtiimlicherweise als Fundort Beclean, Hampel
Nr. I 5 3 2 3 , 5 3 2 5 ) ; die Axt Nr. 5 6 5 ist verschollen. demgegeniiber Magyar Lajos). Es ist unsicher, ob
566. Lăpuf, Jud. Maramureş. - Einzelfund ( Ta! 4I, die Axt ( Ta! 4I, 567, nach J. Hampel) zusammen mit
566) . Roska vermutete, daB diese Axt aus einem einer Schaftlochaxt vom Typ Şanţ-Dragomireşti
Hiigelgrab stammt (von dort liegen Grăber der (Nr. 2 5 8) und einem Tiillenbeil mit konkavem Loch
Suciu-Kultur vor, s. oben Typ B3 Variante Lăpuş: ein Depot bildete. - Bis zum Kriege Slg. Floth Fe-

I Marburger Studien 1 8 5 ; ders. 22. Ber. RGK. 1 93 2, 1 2 8 . 4 Die typologische Einreihung gilt nur, falls die Zeichnung

Nestor gliederte hier die Axte von Larga ein. von Hampel richtig ist. Die Axt war mir nicht zugănglich.
2 Gewisse Verbindungen zu den Schaftrohrenăxten kon­ 5 Siehe weiter oben S. 78 Anm. 3 u. Taf. 89,A.

nen aufgrund der eigenartigen Axt von Banov (Măhren) an­ 6 Im Mus. Uzgorod (Karpatenukraine), Inv. Nr. B 3-1 23.
genommen werden (K. Tihelka, Obzor Prehist. 1 3 , 1946, 5 5 J. Jankowic, Podkarpadska Rus v prehistorii (193 1), Taf. 6, 1 7·
Abb. 2, 1). 7 Holste, Hortfunde Taf. 38, 1 8 (Depotfund). S. Nachtrag.

3 S. S. 94 Anm. 1.
1 00 Der Fundstoff

renc, Beclean; j etziger Aufbewahrungsort unbe­ leicht mit der Nackenscheibenaxt Nr. 4 1 4 der Br
kannt. - Arch. Ert. 1 5 , 1 89 5 , 284 Abb. zu S. 1 92; Variante Cehăluţ zu einem Depotfund. - Magy.
Hampel, Bronzkor III 248, 1; 1. Nestor, 22. Ber. Nem. Muz. Budapest (Inv. Nr. 1 / 1 9° 7/48). - Un­
RGK. 1 29; Roska, Repertorium 1 5 3 , 44. ver6ffentlicht.
5 68. Şanţ (vgl. Nr. 249: Schaftlochăxte, Typ Şanţ­ 569a. Ciceu-Corabia, Jud. Mureş. - Einzelfund. Das
Dragomireşti) . - Depotfund, daraus Axt ( Taf 4I, Stuck sollte ăhnlich der bei Hampel (Bronzkor II,
568) . - Mus. Cluj (Inv. Nr. 8075 ) . Taf. 1 74, 3 = Prelipce) abgebildeten Axt sein. - Ver­
569. »So me{«. - Die Axt ( Taf. 4I, 5 69 , nach einer schollen. - Roska, Repertorium 5 8 . - Die Axt von
Zeichnung von M. Petrescu-Dîmboviţa) geh6rt viel- Prelipce ist hier auf Taf. 89, A abgebildet.

Funktion: Die Knaufbildung dieser Ăxte steht gewiG mit ihrer Handhabung als Hiebwaffen in
Verbindung, indem dadurch die Wucht beim Schlag erhoht wurde. Die Spiralschneidenaxt Nr. 5 65
durfte keine wirkliche Waffe gewesen sein, eher ein Reprăsentationsstuck.
Zeitstellung: Aufgrund des typologischen Charakters ist eine Gleichzeitigkeit mit Nackenscheiben­
ăxten anzunehmen. Dies wird durch den Fundzusammenhang des Depots von Prelipce bestătigt.
Zu berucksichtigen ist der spăte Ansatz des Depotfundes von Drajna innerhalb des Horizontes
Uriu-Dragomireşti. 1 Der Fund von Peneszlek ist typisch fur diesen selben Depotfundhorizont.
Eine eventuelle Verspătung dieses Depots konnte sowohl unter Hinweis auf die Axt vom Typ
Drajna als auch wegen der B4-Nackenscheibenaxt Variante Uioara (s. S. 98) in Betracht gezogen
werden. Die Variante Drajna-Peneszlek wăre demnach eventuell etwas spăter anzusetzen als die
Variante mit unverziertem Nackenknauf.
Verbreitung: Die wenigen Nackenknaufăxte lassen sich mit keiner năher bestimmbaren Kultur­
gruppe in Verbindung bringen (Karte Taf. 5 3 , B). Man konnte hochstens allgemein auf das Verb rei­
tungsgebiet der Suciu-Kultur verweisen. Angesichts des Umstandes, daG das Profil der Drajna­
Ăxte bei einigen Nackenscheibenăxten der Varianten Lăpuş, Dobrocina und Cehăluţ des Typus B 3
(vgl. hauptsăchlich die Schaftrohrenform der Exemplare von Typ B 3, Gruppe I [Ilba] s. S. 8 8)
wiederkehrt, kann fUr diese Form mit einem beschrănkten Vorkommensgebiet gerechnet werden,
das das mittlere Einzugsgebiet des Someş (der Senke von Baia-Mare, Lăpuş, Ţara Chioarului) um­
faGt, und das auch den Gegenabhang der Berge Gutîi und Ţibleş in die Maramureş mit einbe­
ziehen kann.

A X T M I T H E L L E BA R D E N S CH N E I D E VO M T Y P LARGA

Die eigenartige Form der Axt von Larga (Nr. 5 70) IăGt keinen AnschluG an eine der sonst in Rumănien
vertretenen Axttypen zu. Die Nackenscheibe ist pilzformig wie bei den B cĂxten der Variante Bor­
leşti. Durch die starke Krummung der halbmondformig verbreiterten Schneide und ihren eigen­
artigen Querschnitt hat die Klinge keine Entsprechung unter den ubrigen rumănischen Streităxten.
Ein fast identisches Exemplar unbekannten Fundortes liegt aus Westwolhynien (UdSSR) vor.Z
Aus derselben Gegend (von Ivanija) stammt eine Axt, deren Form zwar derjenigen von Larga ăhn­
lich ist, clie aber doch merkliche Unterschiede zu dieser aufweist, beispielsweisedie zylindrische Schaft­
rohre mit einer plastischen Leiste sowie der sechseckige Querschnitt der Klinge.3
1. Nestor rechnete diese Ăxte mit den hier als Drajna-Typ herausgestellten zu einer zusammenge­
horigen Gruppe,4 wăhrend A. Mozsolics5 das Exemplar von Larga als Sonderform vom Typ A,
1 S. S. 59. 3 1. K. Svdnikov a. a. O. 1 5 9ff. Abb. 1 , 2.
2 W. Antoniewicz, Archeologija Polski, Taf. 1 4, 1 5 ; 4 22. Ber. RGK 1 932, 128.
1 . K. SV'eSnikov, Sov. Arch. 1 968, 2, 167, Abb. 1 , 1 . Mus. 5 Bronzefunde 38.

Lwow.
Nackenscheibenăxle von unhestimmhare;n Typus 101

Variante Ac betrachtete, wobei sie sich auf die kalottenformige Nackenscheibe und die kleine ring­
formige Schaftrohre berief. Die halbmondformige Schneide wurde von Mozsolics mit der Schneide
der Schaftrohrenaxt von Hajdusamson verglichen. Die Axt von Larga ist aus Bronze (Sn 4, 3 %).
Die beiden Axte aus Wolhynien sind nach der Literatur ebenfalls aus Bronze.

570. Larga, Jud. Maramureş. - Einzelfund ( Ta! 4I, sehaft zum Vorsehein. - Mus. Cluj (Inv. Nr. IV
570) . - Die Vermutung Roskas und Mozsolies, daG 1 8 8 9)' - Areh. Ert. 22, 1 9 02, 4 1 4 ; Roska, Reperto­
diese Axt zusammen mit der Sehaftloehaxt Nr. 202 rium 280 Abb. 3 3 9 ; Mozsolies, Bronzefunde 1 6 8
zu einem kleinen Depot gehărt habe, ist unbegrun­ Abb. 1 0 , 2 z u S. 3 9 .
det. Beide Stueke kamen lediglieh bei derselben Ort-

Zeitbestimmung: A. Mozsolics datierte die Axt von Larga aufgrund typologischer Uberlegungen
in die mittlere Bronzezeit (Depotfundhorizont von Hajdusamson). 1 Demgegeniiber erwog Nestor
einen zeitlichen Ansatz in die spăte Bronzezeit (wie fur die Axte vom Typ Drajna und die B 3-Nacken­
scheibenăxte).2 Die Datierung Nestors wurde neuerdings durch die Axt von Ivanija bestătigt, die
in einem Hiigelgrab zum Vorschein kam. Systematische Ausgrabungen in einem zweiten, unmittel­
bar benachbarten Hiigelgrab forderten Grăber einer spăten Phase der Komarov-Kultur zutage, die
typische Bronzen der spăten Bronzezeit enthielten, so Armbănder mit entgegengesetzten Spiral­
enden, eine Warzennadel und einen Becher, dessen Form und Verzierung offensichtlich an die Suciu­
Kultur erinnert. 3 Eine annăhernde Gleichzeitigkeit der beiden Grabhiigel darf wohl angenommen
werden.
Verbreitung: Die drei Funde verwandter Axte stammen aus dem Gebiet beiderseits der Nordost­
karpaten (Karte Taf. 5 3 , B).

NACKE N S CH E I B E NAXTE V O N U N B E S T I MM B A R E M TYPU S

Im folgenden werden in der Literatur erwăhnte Axte angefiihrt, die meist den Br oder B4-Arten
angehoren diirften, deren typologische Bestimmung aber nicht mehr năher ermittelt werden kann
(sie sind auf der fiir die B3- und B4-Axte gemeinsamen Karte [Taf. 5 4, Bl verzeichnet). Dabei wurden
jene Funde beiseite gelassen, die in der ălteren Literatur nur allgemein als Axte (bzw. Streităxte,
ungarisch : broncesakiny) bezeichnet werden (diese sollen im letzten PBF-Band der rumănischen
Axte und Beile zusammengestellt werden). Einige Br oder B4-Axte, die in der Lit. mit dem
Hinweis »Transsilvanien, Fundort unbekannt« angefiihrt wurden, gehăren zu dieser Kategorie.

Cdianu-Mic, Jud. Bistriţa-Năsăud. - Aus der Slg. Cuzdrioara, Jud. Cluj. - Einzelfund. - Ehem. Privat­
F. Floth wird eine 1 9 em lange Naekenseheiben­ besitz ; z. Z. versehollen. - Orosz, Szolnok-Doboka
axt erwăhnt, die spater versehollen ist. - Areh. Evkănyve 1 900, 2 8 Nr. 5 5 ; Roska, Repertorium
Ert. 1 5 , 1 8 9 5 , 2 8 3 ; Roska, Repertorium 1 27, Nr. 1 3 7, Nr. 262.
1 67. Hodod, Jud. Satu-Mare. - Einzelfund. - Das Stuek
Co{tiui, Jud. Maramureş. - Einzelfund. - Die Axt gelangte zunăehst ins Museum Cluj, dann aber
befand sich vor dem Kriege in der Slg. des refor­ naeh Budapest. - Goos, Chronik 2 2 5 ; Roska, Reper­
mierten Lyzeums von Sighetul Marmaţiei, z. Z . ver­ torium 103 Nr. 1 .
sehollen, vielleieht naeh Debrecen gelangt. - Roska, Medie{ul Aurit (ehem. Medişa), Jud. Satu-Mare. -
Repertorium 2 3 9 , Nr. 5 4. Depotfund, bestehend aus fiinf Naekenseheiben-

1 A. a. O. 3 1. K. SVeSnikov, Sov. Arch. ' 968, 2, 1 5 9 ff. ; ich beziehe


� 22. Ber. RGK. ' 9 3 2, 1 20 und Marburger Studien 1 8 5 . mich hauptsăchlich auf das Gefăfi Abb. 4, 1 .
102 Der Fundstoff

ăxten. - Privatbesitz. - Erwăhnt bei 1. Berciu, einer Privatslg. in Cluj . - Vielleicht meint Roska
Apulum 1 , 1 9 3 9-42, 3 3 Anm. 1 0. (Repertorium 273 Nr. 222) diese Axt.
Pocola, Jud. Bihor. - Der Fund besteht aus einer >>jud. Satu-Mare«. - Einzelfund im Someşta1. - Pri­
oder zwei Nackenscheibenăxten. - Slg. des Lyzeums vatbesitz in Satu-Mare. - Freundliche Mitteilung
von Beiuş. Es war mir nicht măglich, Năheres iiber von T. Bader.
diesen vor kurzem entdeckten Fund zu erfahren. - Seini, Jud. Maramureş. - Einzelfund. - Ehem. Pri­
Unverăffentlicht. vatslg. Pechy ; z. Z. verschollen. - Hampel, Bronz­
Potdu, Jud. Satu-Mare. - Einzelfund. Die Axt sollte kor II, 1 5 8 ; Roska, Repertorium 2 7 5 Nr. 2 3 3 .
derjenigen van Apa (also Typ Az) ăhnlich sein, Şimifna, Jud. Sălaj . - Depotfund, bestehend aus
j edoch unverziert. - Privatbesitz, mir unbekannt. - sechs Nackenscheibenăxten, wovon einige von be­
Erwăhnt von 1. Berciu, Apulum 1 , 1 9 3 9-42, 3 3 sonders groBem AusmaB (vermutlich Typ Bz Va­
Anm. l o. riante Porosz16: vg1. z . B . Nr. 3 3 5 : Sîmboeni) die in
Răscruci, Jud. Cluj. - Depotfund, der aus einer einem GefăB geborgen lagen. - Verschollen. Der
fragmentarischen Nackenscheibenaxt, einem bron­ Fund wurde grăBtenteils eingeschmolzen oder geriet
zenen GefăB, mehreren bronzenen Beschlăgen, vier in den Kunsthandel. -Roska,Repertorium 244 Nr. 45 .
Tiillenbeilen, einem anderen BeiI und einem offenen, Şincai, Jud. Mureş. - Einzelfund. Ehemals im Mus.
gravierten Armring besteht. - Der Fund gelangte Sfîntu-Gheorghe ; z. Z. verschollen. - Roska, Reper­
1 8 5 3 in die Slg. der Kaiserlichen Akademie Wien. - torium 1 7 8 Nr. 202.
Erwăhnt bei Goos, Chronik 260. Sîntana Nirajului, Jud. Mureş. - Einzelfund. - Ehe­
Rona, Jud. Sălaj . - Einzelfund. - Nach M. Petrescu­ mals im Mus. Sfîntu-Gheorghe ; z. Z. verschollen. -
Dîmboviţa befand sich die Axt vor dem Krieg in Roska, Emlekănyv 2 8 3 .

N A CH T RĂ G E

Zu der Axt von Pîrscov (Nr. 1 5 3 ; s. S. 46): Erst 3 dem Typus Ba, Variante Dobrocina an, die iibrigen
nach dem Umbruch konnte ich diese Axt im Museum dem Typus B4, Variante Rohod. Der Fund wird
Turnu-Severin iiberpriifen. Dabei ergab sich, daB demnăchst verăffentlicht (freundliche Mitteilung
sie wegen des eigenartigen Querschnittes sowie des von A. Mozsolics) .
verlăngerten Nackenkammes (wie die Abbildung In der Umgebung von Uzgorod kam kiirzlich ein
auf Taf. 1 0, 1 5 3 sie widergibt) nicht zum Pădureni­ Fund zutage, der mehrere Nackenscheibenăxte vom
Typ gehărt, sondern eine Sonderform darstellt, Typus Ba und B4 enthielt. Năhere Umstănde sind
die der Gruppe der Nackenkammăxte zugeschrie­ mir nicht bekannt (frd1. Mitteilung von A. Mozso­
ben werden solI. Zeitlich diirfte sie dem Typus Apa­ lics).
Nehoiu entsprechen, was freilich nur auf typolo­ Durch ein Versehen wurde von mir das Heft 2 der
gischen Oberlegungen beruht. Inv. Arch. Ungarn ( 1 967) iibersehen. Darin sind
folgende Depotfunde mit Nackenscheibenăxten
Zu den Nackenscheibenaxten vom Typus B2' Ba und B4 publiziert : Rozsâly, Kom. Szabolcs-Szatmâr, Axt
(s. besonders S. 77ff.): Dank der Freundlichkeit von vom Typ Ba, Var. Tîrguşor. - Tiszabecs, Kom.
A. Mozsolics wurde mir der vollstăndige Bestand des Szabolcs-Szatmâr, eine Schaftlochaxt vom Typ
Depots von Porosz16 (Hajduhadhaz) bekannt. AuBer Şanţ-Dragomireşti, Var. Şanţ, sieben Nackenschei­
den S. 78 Anm. 2 angefiihrten Stiicken gehăren zu benăxte, davon eine vom Typ Ba, Var. Dobrocina
diesem wichtigen Fund zwei weitere Ăxte, die dem (denjenigen von Coldău, Nr. 3 80. 3 8 1 sehr ăhnlich),
klassischen B2-Typus zu entsprechen scheinen, deren eine vom Typus B4, Var. Sarasău, vier vom Typus
Nackenteil aber gebrochen ist, ferner zwei Ăxte B4, Var. Rohod und ein Bruchstiick einer Ba-Axt. -
vom Typus B4, Variante Rohod und eine Nacken­ Nyirszăllăs, Kom. Szabolcs-Szatmâr, Sonderform
knaufaxt vom Typ Drajna (zweite Variante: s. S. 99)' einer Nackenscheibenaxt, die typologisch dem
Die betreffenden Stiicke befinden sich in den Museen B4-Typ entsprechen solI. - Kisvarsâny, Kom. Sza­
von Budapest, Debrecen und Niyregyhâza. bolcs-Szatmâr, Axt vom Typ B4, Var. Uioara. Alle
Neuerdings wurde in Ajak (Kom. Szabolcs-Szatmâr) hier nachgetragenen Nackenscheibenăxte konnten
ein Depotfund geborgen, der ein Bronzeschwert auf den Verbreitungskarten noch nachgetragen
und 3 9 Nackenscheibenăxte enthălt. Davon gehăren werden.
Nachtrăge

Im Januar 1 9 70 gab mir M. Petrescu-Dîmboviţa dem vom »Sărheghi-Hiigel« in Deva stammenden


Kenntnis von einem neuen Fund (Nr. 3 70d) Cristolţul Bronzedepot zugeschrieben, eine Annahme, die be­
Mare, Jud. Sălaj . - Depotfund bestehend aus zwei reits !. Nestor (22. Ber. RGK. 1 9 3 2, 1 2 9 Anm. 5 3 5 k)
verzierten Armbăndern und einer Nackenscheiben­ und M. v. Roska (Repertorium 67) ăuf3erten. Es
axt vom Typ B3, Var. Cehăluţ (Taf. 5 6 B, nach Zeich­ handelt sich aber offenbar um einen Irrtum im alten
nungen von M. Petrescu-Dîmboviţa). Pădagogische Museumskatalog. In der von mir bei Nr. 43 8 ange­
Hochschule Oradea. - Unverăffentlicht. fUhrten Literatur ist deutlich angemerkt, daf3 zwei aus
dem Depot von Glod (ungarisch: Szamosmez6)
Zu S. 22 Anm. 6 und Taf. 5 6, C: Hăchstwahrschein­ stammende Nackenscheibenăxte dem Museum zu
lich ist die angeblich von Nehoiu stammende Ham­ Deva geschenkt wurden, wobei auch die Maf3an­
meraxt spătbronzezeitlich und damit ohne Bedeu­ gaben (Lănge und Breite der Klinge) genau diesen
tung fUr die Entstehung der Nackenscheibenăxte. beiden Stiicken entsprechen. Es besteht demnach
Die Analyse des heute verschollenen Stiickes ergab kein Zusammenhang mit dem sogenannten Depot
1 3 , 8 % Zinn. Aufgrund der Warzen auf der Schaft­ Deva I!.
răhre diirfte die Axt den spătbronzezeitlichen B3-
Ăxten entsprechen (c. Niculescu-Otin, Contribu­ Zu S. 99 Anm. 7 : H. Miiller-Karpe gab mir Kennt­
ţie la Metalurgia Cuprului [1 9 1 3 ] 3 1 Abb. 3 3) . nis von einer Nackenknaufaxt unbekannter Her­
kunft aus »Ungarn«, die im Mus. Kaufbeuren (Jnv.
Z u den Ăxten Nr. 4 3 8 und 43 9 (Taf. 3 1 , 4 3 8 . 43 9) Nr. 1 5 84) aufbewahrt wird. Da dieser Typus bis
von Glod: Neuerdings wurden diese Exemplare von j etzt in einem eng begrenzten Gebiet belegt ist,
O. Floca verăffentlicht (Sargeţia 6, 1 9 6 9 , 1 5 u. Abb. m6chte ich am ehesten eine Herkunft aus Nord­
10 zu S. 17) . Einem Hinweis aus dem ălteren Katalog rumănien oder der Karpatenukraine annehmen
( 1 8 8 3) des Mus. von Deva folgend wurden diese Ăxte (Taf. 8 9, B).
V E R Z E I C H N I S D ER LI T E RATU RA B K U R Z UNGEN

M O N O G RA P H I E N

Berciu, Arheologia preist. Olteniei D. Berciu,


= tung von A. ] asas, Depotfunde aus der Bronze­
Arheologia preistorică a Olteniei (Arhivele zeit (A Niyregyhazi lasa Andrâs Muzeum Bv­
Olteniei 10 1-104, 193 9). konyve 6-7, 1963 -64, 19 ff.).
v. Brunn, Hortfunde W. A. v. Brunn, Mittel­
= Mikov, Stations et trouvailles V. Mikov, Sta­
=

deutsche Hortfunde der j ungeren Bronzezeit tions et Trouvailles Prehistoriques en Bul­


(Romisch-Germanische Forschungen 29, 1968). garie ( 193 3 ) .
Deshayes, Outils de bronze J. Deshayes, Les
= Mozsolics, Bronzefunde A. Mozsolics, Bronze­
=

outils de bronze, de l'Indus au Danube (IVe funde des Karpatenbeckens ( 1967).


au IIe millenaire) ( 1960). Much, Atlas =M. Much, Prăhistorischer Atlas
Ebert, RL. = M. Ebert, Reallexikon der Vorge­ ( 18 8 9) .
schichte (1924-193 2) . Miiller-Karpe, Chronologie H. Muller-Karpe,
=

Goos, Chronik C . Goos, Chronik der archăolo­


= Beitrăge zur Chronologie der Urnenfelderzeit
gischen Funde Siebenburgens (Archiv des Ver­ nordlich und siidlich der Alpen (Romisch­
eines fUr siebenburgische Landeskunde, NF. Germanische Forschungen 22, 195 9).
13 , 2, 1876, 203 ff.) PBF. = Prăhistorische Bronzefunde.
Hachmann, Ostseegebiet R. Hachmann, Die
= PBF. IX, 3 (Novotnâ) =M. Novotnâ, Die Ăxte und
fruhe Bronzezeit im westlichen Ostseegebiet Beile in der Slowakei ( 1970).
und ihre mittel- und sudosteuropăischen Be­ Popescu, Bronzezeit D. Popescu, Die friihe und
=

ziehungen (Chronologische Untersuchungen) mittlere Bronzezeit in Siebenburgen (1944).


( 19 5 7) · Pulszky, Kupferzeit F. v. Pulszky, Die Kupfer­
=

Hampel, Bronzkor =]. Hampel, A bronzkor em­ zeit in Ungarn (18 84).
lekei magyarhonban I (1886); II ( 1892); III v. Roska, Emlekkonyv M. v. Roska, A Szekely­
=

(1896). fold oskora (Emlekkonyv a Szekely nemzeti


Holste, Hortfunde =F. Holste, Hortfunde Sud­ muzeum otveneves ]ubileumâra, Sfintu Ghe­
osteuropas (195 1). orghe, 1929, 2 5 8 ff.).
Inv. Arch. = Inventaria Archaeologica. v. Roska, Repertorium Erdely regeszeti Reper­
=

Kemenczei, Depotfunde T. Kemenczei, Bewer-


= tariuma I ( 1942).

Z EI T S CH R I FT E N

Acta Arch. Carpathica Acta Archaeologica Car­


= Arch. Brt. Archaeologiai Brtesito (Budapest).
=

pathica (Krakaw) . Arheologija Sofia Arheologija. Organ na arheo­


=

Acta Arch. Acta Archaeologica (Kopenha­


= logiceskija institut i musei pri bolgarskata
gen). Akademija na naukite (Sofia) .
Acta Arch. Hung. Acta Archaeologica Aca­
= Arh. Mold. Arheologia Moldovei (Iaşi).
=

demiae Scientiarum Hungaricae (Budapest) . Balcania Balcania, Revue de l'institut d'etudes et


=

Ann. Bibl. Nat. Mus. Plovdiv Annuaire de la


= recherches balkaniques (Bukarest).
Bibliotheque nationale a Plovdiv. Ber.RGK. Bericht der Romisch-Germanischen
=

Apulum = Apulum. Acta Musei Apulensis (Alba Kommission des Deutschen Archăologischen
]ulia). Instituts (Berlin) .
Arch. Anz. =Archăologischer Anzeiger (Berlin). Bul. Corn. Mon. Ist. Buletinul comisiunii monu­
=

Arch. Austr. Archaeologia Austriaca (Wien).


= mentelor istorice (Bukarest).
Verzeichnis der Literaturabkiirzungen

Dacia = Dacia. Recherches et decouvertes archeo­ MAGW. =Mitteilungen der Anthropologischen


logiques en Roumanie (Bukarest) . Gesellschaft in Wien (Wien) .
Dacia NF. = Dacia. Revue d'Archeologie et d' Mitt. Prăhist. Komm. =Mitteilungen der Prăhi­
Histoire ancienne, NF. ab 1 9 5 7 (Bukarest). storischen Kommission der Kais. Akademie der
Dolgozatok Cluj = Dolgozatok az erdelyi nemzeti Wissenschaften (Wien).
Muzeum evem-es regisegtârib61 (Cluj) . Musaica Sbornik Filozofickej Fakulty Univer-
=

Ephemeris Dacoromana = Ephemeris Dacoroma­ zity Komenskeho, Musaica (Bratislava).


na, Annuario della scuola Romena di Roma Pam. Arch. =Pamâtky Archeologicke (Prag) .
(Rom). PZ. = Prăhistorische Zeitschrift (Berlin) .
ESA. = Eurasia Septentrionalis Antiqua (Helsinki) . PPS. = Proceedings of the Prehistoric Society
Folia Arch. = Folia Archaeologica (Budapest) . (Cambridge).
Glasnik Sarajevo Arch. = Glasnik zemaljskog mu- Slov. Arch. =Slovenskâ Archeo16gia (Bratislava) .
zeja u Sarajevu, Arheologija (Sarajevo) . Sov. Arch. =Sovetskaja Archeologija (Moskau­
Izvestija Sofia = Izvestija na arheologiceskija In­ Leningrad).
stitut (Sofia) . Stud. Cerc. Ist. Veche Studii şi Cercetări de Istorie
=

Izvestija Societe Sofia = Izvestija na Bolgarskoto Veche (Bukarest).


Arheologicesko Druzestvo (Sofia) . Szolnok Doboka Evkonyve = A Szolnok-Doboka
J ahresschr. Halle = J ahresschrift fiir Mitteldeutsche Irodalmi, Tortenelmies Etnographiai târsulat
Vorgeschichte (Halle). I, Evkonyve (Dej, 1 900).
Jelentes Debrecen = Jelentes Debrecen Szabad Vjesnik Zagreb = Vjesnik Arheoloskog Muzeja
Kirâlvi Varos Deri-Muzeumânak (Debrecen) . u Zagrebu (Zagreb).
Kozlemenyek = Kozlemenyek az Erdelyi Nem­ Wiadom. Arch. = Wiadomosci Archeologiczne
zeti Muzeum Evem-es Regisegtarâb61 (Cluj). (Warschau).
Mat. Cerc. Arh. = Materiale şi Cercetări Arheolo­ WMBH. Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bos­
=

gice (Bukarest). nien und der Herzegowina (Wien).


MIA. = Materialy i Issledovanija po Archeologii WPZ. = Wiener Prăhistorische Zeitschrift (Wien) .
SSSR (Moskau-Leningrad). ZfE. = Zeitschrift fiir Ethnologie (Berlin).
V E R Z EI CH N I S D E R M U S EEN U N D S A MM LUNGEN
Die Zahlen beziehen sich auf die laufenden Nummern der erfal3ten Axte

R U MA N I E N Orăştie, Museum : 2 1 2.
Piatra-Neamţ, Museum : 1 8 5 -1 8 9 , 2 8 1 , 3 2 3 , 3 24.
Aiud, Museum : 1 3 2, 1 3 3 , 1 9°, 2 3 2, 2 3 3 , 2 3 7. Ploieşti, Museum : 1 3 5 .
Alba-Iulia, Museum : 1 3 7, 3 1 5 , 3 1 6, 3 6 I . Satu-Mare, Museum : 20 9- 2 I l , 248, 3 70, 3 77, 4 5 0,
Arad, Museum : 108, 206-208, 224- 228, 2 8 8 - 2 9°, 45 6 -4 5 8, 493 , 5 °0, 5 °4, 5 3 7, 5 3 9.
293, 3 27· Sebeş, Museum : 5 23 .
Bacău, Museum : 40, 1 1 3 , 1 14, 1 9 5 , 246, 247, 26 9. Sfîntu-Gheorghe, Museum : 5 2, 1 0 1 - 1 0 3 , 1 2 9 , 1 3 1 ,
Baia-Mare, Museum : 1 92, 260, 265 , 266, 280, 2 8 2, 1 46, 2 20, 273 .
3 3 9, 3 4°, 3 46, 349 - 3 5 8, 3 8 5 , 4 1 9-423, 448, 48 5 , Sibiu, Brukenthalsches Museum : 3 6, 9 8, 1 40,
5 °3 , 5 3 3 -5 3 5 , 5 66. 1 48, 2 1 3 , 2 1 5 , 2 1 7, 276, 2 84, 29 5 , 2 9 6, 484,
Bistriţa, Museum : 3 8 6. 486.
Birlad, Museum : 70 Sighişoara, Museum : 1 49, 2 1 6.
Braşov, Museum : 1 3 8, 2 3 6, 2 9 2. Slatina, Museum : 245 .
Brăila, Museum : 9 4, 270. Suceava, Museum : I I I .
Bukarest, Militărisches Zentralmuseum : 271 . Tătaru, Slg. der Dorfschule : 1 5 0.
Bukarest, Muz. Naţ. Ant. : 44, 4 5 , 6 1 , 69, 72, I OO, 1 3 0, Timişoara, Museum : 93, 96, 3 ° 3 A, 3 2 1 , 3 2 1 A, 3 3 0,
1 5 4-1 77, 1 94, 1 9 6, 1 9 8 -200, 222, 2 3 8, 279, 2 9 1 , 3 3 P· b .
2 9 8, 2 99 , 3 22, 3 87 - 3 9 3 , 3 9 5 , 5 2 9 , 5 63, 5 64. Tîrgovişte, Museum : I06.
Bukarest, Slg. des Archăolog. Instituts : 7 1 , 74, 143, Tîrgu-Murq, Museum : 5 4, 141, 3 2 5 .
1 80, 1 8 1 , 277, 278, 2 8 3 . Tîrgu-Neamţ, Museum : 1 1 2 .
Bukarest, Stădtisches Museum : 62 - 64, 7 5 , 77, 7 8 . Turda, Museum : 294.
Carei, Museum : 3 7 0 A-C. Turnu-Severin, Museum : 5 9, 79-9 2, 9 5 , 1 5 3 , 240.
Cluj, Museum : 1 -2 1 , 3 3 , 48, 49, 1 0 5 , I l O, 1 24A, Zălau, Museum : 1 3 9, 2°3 , 2 3 8, 4 1 3 , j l 5 - j l 8.
1 27, 1 47, 1 9 1 , 1 9 3 , 202, 2 ° 5 , 2 2 3 , 2 3 6, 2 3 9, 249-
2 5 4, 2 5 6, 2 5 9, 263 , 267 274, 275 , 278, 3 ° 1 , 3 34,
3 3 6, 3 3 8, 3 4 1 - 3 4 5 , 3 47, 3 60, 3 62, 3 6 3 , 3 6 5 - 3 69, B U LG A R I E N
3 7 5 , 3 76, 3 7 8 - 3 8 1 , 3 8 3 , 3 96, 3 97, 4 1 8, 43 5 -4 3 7,
441 -446, 4 5 9, 460, 482, 4 8 3 , 48 9 -49 1 , 494, Sofia, Museum : 343, 3 44·
49 5 , 5 °7, 5 2 1 , 5 24- 5 28, 5 3 °, 5 3 8, 5 4°, 5 43 - 5 6 1 ,
5 68, ) 70.
Craiova, Museum : 43, 6 5 , 66, 1 04, 2 1 9. D E U T S CH LA N D
Craiova, Slg. der archăologischen Abteilung der
Akademie : 5 5 , 60. Berlin, Museum fUr Vor- und Friihgeschichte : 1 07,
Cristurul Secuiesc, Museum : 99. 1 79 ·
Dej , Museum : 3 4 1 , 3 7 3 , 449.
Deva, Museum : 42, 2 1 8, 3 3 4, 4 3 8 , 439 .
Drăgăşani, Slg. des Lyzeums : 5 6. J U G O S LAWI E N
Galaţi, Museum : 2 7 1 A.
Iaşi, Museum : 1 3 4. Osjek, Museum : 1 0 9.
Mediaş, Museum : 2 1 4. Vriiac, Museum : 3 28 .
Miercurea Ciuc, Museum : 1 2 9 A.
Odorheiul Secuiesc, Museum : 5 3 , 48 1 .
Olteniţa, Museum : 2 8 5 . O S T E R R EI CH
Oradea, Museum : 242, 272, 3 3 2, 3 72.
Oradea, Pădagogische Hochschule : 3 7o D . Wien, Naturhistorisches Museum : 3 ° 3 -3 1 3 , 488.
Verzeichnis der Museen und Sammlungel1

U N GA R N P RI VAT SAM M LU N G E N

Budapest, Magy. Nem . .1\1uz. : 4 1 , 97, 144, 1 5 1 , 1 5 2, 5 7, 1 1 5 , 1 3 6, 1 42, 1 8 2, 1 97, 2°4, 264, 3 ° 2, 4°3 -4 1 2,
201, 2 2 1 , 2 2 9-2 3 1 , 2 5 5 , 262, 3 1 7, 3 3 1 , 3 3 7, 3 7 1 , 424-429, 447, 496-499, 5 0 5 , 5 62.
3 74, 414-41 7, 43 °-43 2, 434, 44°, 46 1 -480, 5 0 1,
5 °2, 5 °6, 5 1 3 , 5 1 9, 5 20, 5 3 6, 541, 5 42, 5 69.
Budapest, Slg. fur Vorgeschichte der Universitiit : VER S CH O LL E N O D E R
297 · A U F B EWAH R U N G S O RT U N B E KANNT
Debrecen, Deri Muz.: 1 8 3 , 2 5 7, 3 26, 3 3 5 , 43 3 .
Nyiregyhaza, Museum : 3 99-4°2, 492, 5 08-5 1 2 34, 3 5 , 3 7, 3 9, 46, 47, 5 °, 5 8, 67, 68, 73, 7 6, I I 6-1 2 3 ,
Szeged, Museum : 2 5 -3 2. 1 2 5 , 1 26, 1 2 8, 1 45 , 1 78, 241 , 2 5 8, 26 1 , 264, 3 2 2 A,
Szeged, Institut fur Vorgeschichte der Universitiit : 3 29, 3 5 9, 487, 5 1 4, 5 3 1, 5 3 2, 5 6 5 , 5 67, 5 69 A .
38.
SACHREGI STER

Anhanger 42, 87 BabadagcKultur 4


dreieckige 92 Badener (bzw. Peceler)-Kultur 2, 2 8
mit eingerollten Enden 72 Beile
halbmondfarmige (Typ Koszider) 42, 68, 7 1 f. Absatzbeile 72, 7 8
mit Kreisrippen 7 1 Flachbeile 3 0, 3 2, 3 4, 40f.
mit Kreuzrippen 72 aus Stein 3 0
Typ Oroszipuszta 7 1 trapezfarmige I I , 22, 29f. , 40f.
Spiralanhinger 72 Lappenbeile 24, 5 8, 94f.
Armbander 42, 5 7, 6 5 , 88 mittelstandige 7 5 , 8 2 f. , 86
mit Spiralenden 68, 101 obenstandige 92, 95
Armringe 42, 47, 58, 73 ff., 78, 81, 83, 8 5 ff. , 9 1 f. , 94, Randleistenbeile 3 1 f. , 35 ff. , 75
102 Tiillenbeile 24, 5 1 , 5 8 f., 6 1 , 63, 65, 78, 8 1 , 8 5 , 87,
Armschutzspiralen 5, 67 f. , 7 1 f. , 74, 87 9 1 , 9 5 , 102
Asenkofen-Stufe 1 6, 77 f. eiserne 80
Aunjetitzer Kreis 3 , 1 7, 4°, 42 mit konkavem Schaftloch 7 8 f., 83, 85 f. , 8 8,
.Axte (ohne die im Inhaltsverzeichnis S . IX f. an­ 9 1 f. , 94, 99
gefiihrten Typen) mit plastischer Verzierung 92
albano-dalmatinischer Typ 7, 4 3 , 47 transsilvanische Art 5 , 78, 8 1 ff., 85 f. , 89, 94
Cherson-Typ 60 Bergbau 27
Erd-Typ 40 Beschlage 8 7
Fardrup-Typ 1 7 Bialy-Potok-Gruppe 42
Galic-Typ 7 , 60 Bodrogkeresztur-Kultur 1 , 2 2
goldene 44, 47f., 5 4 Boian-Kultur 3 7
Hammeraxte 22, 24, 5 9, 9 5 Bronzespirale 6 2 , 7 3 f., 8 3 , 92.
Herstellungswerkstatten 3 0, 8 9 Biihl-Ackenbach-Stufe 20
italische 27 Cernavoda-Kultur l f. , 3 6
kaukasische 1 0, 26, 6 1 , 63 Costişa-Kultur 2 f., 42, 46, 48 , 5 7, 5 9, 73
kretische 27 Coţofeni-Kultur l f. , 28, 3 0
kreuzschneidige kupferne 8, I I , 1 3 , 1 7, 6 5 f. Cucuteni-Kultur 1 , I I , 1 3 , 42, 46, 6 5
Miniaturaxte I I , 29, 72, 94 Depotfundhorizont Bilvăneşti-Vinţ 5
orientalische 8 Cincu-Suseni 5 , 89, 92, 94ff., 98
Prunkaxte 2 2, 24, 3 3 , 4 7, 5 5 , 64 f. , 69, 9 5 Felsabalog (bzw. Vel'ky Blh) 5, 20, 96
russische 1 0, 26 Fizeşul Gherlei-Sîngeorgiu de Pădure 5
Schaftrahrenaxte 1 7, 24, 49, 5 4, 5 6, 66f. , 70, 99, Hajdusâmson 1 8, 20, 47, 5 0, 5 5 , 64, 6 8 f., 1 0 1
101 Kamlad 4 1
silberne 3 4, 64 Koszider 1 8, 20, 5 9, 68, 7 3 , 76f.
Skutari-Typ 7, 1 0, 4 3 , 47 Moigrad-Tauteu 5
Steinaxte 2, 24, 64 6pâlyi 5 , 20, 92, 96
Szepteraxt 5 9, 99 f. Rimavskâ Sobota (bzw. Rimaszombat) 5
Tsarskaja-Typ 7, lO f. , 26 Şomartin-Vetiş 5
Turbino-Typ 40f., 60 Turia-Jupalnic 5
Verzierung 9, 2 1 , 2 5 , 5 4, 5 6 f. , 66, 70, 75 Uriu-Dragomireşti (bzw. Domăneşti) 5 , 24f. , 5 8 f.
geometrische 1 9, 67, 7 1 , 86 6 5 , 7 8 f. , 8 d f., 8 5 ff. , 9 1 f. , 94ff., 1 00
Reliefmuster 9, 7 3 , 79 Dolche I I , 3 5 , 3 7 47, 5 3 , 5 8, 73 f.
Rippenzier 9f., 1 5 , 47 goldene 3 4
Spiralmuster 1 5 , 1 7 ff., 2 5 , 3 8 f., 43, 5 5 f. , 62, Griffzungendolche 8 3 , 9 1
66f. , 7 1 , 76 mykenische 60
Sachregister III

Dolche Lăpuş-Gruppe 4, 2 5 , 80, 96


Peschiera-Typ 9 5 Lochham-Stufe 5 6
mit Trapezheft 74 Lockenringe 3 , 4°, 47, 5 0, 5 6, 6 8 , 74, 77
triangulare 3 4 MeiBel 29f. , 3 4, 63, 8 5
Vollgriffdolche 7 1 f. , 76 TiillenmeiBel 72, 87, 92
Doppelarmknăufe 5, 1 7, 78, 87, 92 Messer 65
Doppelpickel : s. Doppelarmknăufe Krummesser aus Stein 30
Egyek-Gruppe 1 8 , 2 5 mit Warzen am Griffende 74
Ezero-Kultur 1 f., 3 7 Monteoru-Kultur 2 f. , 6, 9, I I , 3 4, 3 9, 43, 45 ff. , 5 0,
Fatjanovo-Kultur 60f. 5 5 f. , 5 9, 6 1 , 6 5 , 69, 77
Fingerringe 80-82 Mykenische Kultur 1 7, 2 5 , 3 4, 5 6
Folteşti-Kultur 1 f. Nadeln 3 1 , 7 I f. , 78, 8 1 , 8 5 , 8 7
Furchenstich-Kultur 2, 28 Fliigel- (bzw. Horner-)Nadel 73
Fiizesabony-Kultur (s. auch Otomani-Kultur) 2 5 , Nagelkopfnadel ,20
5 0, 5 2, 5 4 ff. Petschaftkopfnadel 5 7, 73 f. , 8 3
Gava-Kultur 4f., 28, 86, 96 Scheibenkopfnadel 72, 8 3
Gîrla-Mare-Gruppe 3 Sichelnadel 7 1 , 76
Glina-Kultur I f. , 1 Of. , 28, 3 0 ff. , 3 4 ff. Warzennadel 8 3 , 92, 1 0 1
Goggenhofen-Stufe 77 Nagyrev (bzw. Vor-Nagyrev)-Kultur 2 8
Goldgegenstănde 5 °, 8 1 , 8 3 Nitraer Gruppe 4 2
Grabfunde (von Axten) 6 , 1 3 , 2 5 , 3 4, 47, 5 6, 62, 66, Nordpontisches Kulturgebiet 60f.
72, 74 ff. , 78, 80, 8 3 , 8 8 f. , 93, 9 5 , 1 0 1 Noua-Kultur 3 f. , 5 9 f. , 68, 96
Gumelniţa-Kultur 1 , 3 7 Ohrringe 3 3 , 4°, 42
Giirtelhaken 7 5 Otomani-Kultur I ff., 1 0, 1 7, 2 5 , 46, 5 0 ff. , 5 5 f. ,
GuB 5 8, 60, 70, 96
GuBformen 6, 1 3 , 28, 3 5 ff. , 3 9 ff., 46f. , 49 ff. , 5 8 f. , Pecica-Kultur 2 f., 5 0 f.
62, 6 5 , 7 5 , 79, 82, 93 Periam-Kultur 1 f.
GieBereidepots 47, 5 1 , 6 5 , 9 1 , 93 ff. , 98 Perlen 72, 8 3
GuBkuchen 7 1 f. , 82, 87, 93, 95 Petreşti-Kultur 1
GuBreste bzw. -verunreinigungen 44, 8 5 , 94 Phaleren 87
RohguB 1 6, 8 1 , 90 ff. , 94f. Reparatur an Axten 5 9, 8 1
GuBverfahren bzw. -technik 29, 3 1 , 3 3 , 3 5 , 4°, Riegsee-Stufe 77, 79
67, 7 5 , 80f. 8 3 , 9 1 , 9 3 , 99 Rivnac-Gruppe 28
GuB in verlorener Form 26, 5 4, 67 Sălcuţa-Kultur 1
GuBvertiefung im Innern des Schaftloches 3 3 , 3 5 , »Saltaleoni« 73
3 8, 4 1 , 44, 49, 5 1 , 67 Salzgruben 27
Handhabung der Axte 5 9, 62, 1 00 Scheiben, bronzene 73, 8 7, 92
Handschutzspiralen 5 4, 67f., 70 ff. , 78, 8 3 , 8 5 aus Knochen 1 7
Hatvaner Kultur 62 goldene 5 °, 5 5
Jaispitz-Kultur Jevisovice-Kultur 1 0, 2 8 f.
= Schneckenberg-Kultur s. Glina-Kultur
Karanovo-Kultur 10, 3 6 f. Schwerter 1 9, 7 3 , 7 5 , 8 3 , 87, 9 5
Kaukasisches Kulturgebiet 1 O f. , 26, 47, 6 1 Antennenschwert 6 5
Kette 87, 92 Apa-Typ 1 9, 7°
goldene 62 goldenes 3 4
Halskette 68 Griffzungenschwert 8 2
spiralige 72 Hajdusamson-Typ 1 9, 7°
Knopfe, bronzene 1 5 , 72, 7 5 , 8 1 , 87 Livada-Typ 1 9
Komarov-Kultur 42, 101 mykenisches 5 9
Kostalac-Kultur 2, 3 0 Vollgriffschwert . 1 7, 49, 5 4, 72
Krtenov-Typ s. Axte (Schaftrohrenăxte) Zajta-Typ 1 9
Kupferbergwerke 6, 27, 3 4 Sicheln 5 1 , 5 7 ff. , 6 3 , 6 5 , 7 5 , 8 I ff. , 8 7
Kupfererzlager 4 8 , 5 6 Griffzungensichel 8 3 , 8 5 , 9 1 f., 94f.
Lanzenspitzen 5 7 ff. , 67 f. , 7 1 , 7 5 ,78, 8 1 ff. , 8 6 f· , 9 1 f. , 94 Hakensichel 78, 8 1
1 12 Sachregister

Siche1n Tutuli 72, 87, 92


Knopfsichel 7 1 f. , 78, 8 1, 8 3 , 9 1 , 9 5 Usatovo-Gorodsk-Kultur 1 , 1 1 , 46
Siedlungsfunde mit Axten 3 1 , 3 5 , 3 9 f., 42, 46f., Vatina-Kultur 2, 5 , 24, 5 0, 7 2 f.
p . f. , 5 5 , 5 8, 6 1 f., 6 5 Verbicioara-Kultur 2 f. , 3 4f. , 3 9
Spiralrăhrchen 87 Votivdepositionen 5 5 , 96
Srubnyi-Stămme 1 8 Vucedol-Kultur 2, 28, 30
Statistische Erwăgungen 6, 1 3 , 22, 89, 98 Wertfunktion (bzw. Kupfer- oder Bronze-Barren)
Suciu- (bzw. Suciu-de-Sus-) Kultur 4, 25, 60, 80, 24, 3 °, 34, 3 6, 8 3 , 9 5
8 3 , 89, 9 3 , 96, 99ff. Wietenberg-Kultur I f., 1 0, 1 7, 2 5 , 3 1 f., 3 9, 45 , 48,
Tei-Kultur 2 f. , 1 7, 3 4f. , 3 8 f., 5 6, 60, 64f. 5 1 , 5 3 ff., 5 9 f., 70, 96
Torques 92 Wiirde- (bzw. Hoheits- oder Reprăsentations-)
T6szeg-Kultur 5 2 Zeichen 27, 6 5 , 7 5 , 9 5 , 1 00
Trensen 5 8 , 8 1 , 89 Z6k-Kultur 2 8
F U N D O RT R E G I S T E R

AbaUjszanto 60, 8 3 Borleşti (Jud. Neamţ) 1 9 , 43 f. , 46, 48, 70, 7 3 , 7 6


Adoni ( Taf. 42, D 9) 9, 62 (Nr. 272) Borleşti (Jud. Maramureş) 7 3
Aklin 9 2 Bo rodino 24, 3 3 f. , 64
Aknaslatina s. Slatina (UdSSR) Borovan 34
Alsonemedi 1 9 f. , 6 9 f., 74 Brachwitz 2 9
Altimir 3 4 Breb ( Ta. 4), G 8) 8 5 f. (Nr. 447), 9 8
f

Andreeşti ( Taf. g G IJ/I6) 3 3 (Nr. 68) Brno-Lifen 28 f.


Andriukovskaja 26 Budapest 67, 72
Apa ( Taf. 42, F 8; 4), F8) 9, 1 6, 1 8 , 49, 5 3 f. (Nr. 2 3 8), Buneşti ( Taf. 42, D I2/I}) 38 (Nr. 9 8)
5 6, 66 (Nr. 2 9 1), 67, 68 (Nr. 299), 69, 7 1 , 1 02 Căianu-Mic 1 0 1
Apagy 8 6 Călan ( Taf. 42, F I}) 3 0 (Nr. 42)
Arcevski 3 0 Căprioara ( Taf. 42, G I O) 3 1 (Nr. 49)
Arcuş ( Taf. 42, L I}) 3 8 (Nr. 1°3), 5 2 (Nr. 220) Căşei ( Taf. 42, G I O) 8 3 (Nr. 3 73)
Asat 4 1 Căuaş ( Taf. 4), E9 ) 84 (Nr. 3 78 , 3 7 9)
Avrămeşti ( Taf. 42,JII/I2) 3 8 f. (Nr. 1 0 5 ) CeglM 5 3
Bad Ha1l 80 Cehăluţ ( Taf. 42, E9; 4), E9) 49 f. (Nr. 2 °9-2 1 1)
Balaton 4 1 , 49 8 2 f. (Nr. 3 7o a-c), 9 5 , 9 8
Balinteşti-Cioinagi 3 Celei 1
Balşa (Taf. 42, F I 3) 5 I (Nr. 2 1 2) Ceijql
Baniabic s. Vîlcele Cernavoda (Taf. 42, P I7) 3 6 f. (Nr. 74)
Banov 99 Cetea ( Taf. 42, FI2; 4), F I2) 5 I (Nr. 2 3 2, 2 3 3 ,
Banska Stiavnica 73 2 3 7), 5 3 , 90 (Nr. 484)
Batarci ( Taf. 42, F 8; 4), F 8) 58 (Nr. 265 , 266), 5 9 , Charko v 63
8 5 f. (Nr. 448), 9 1 (Nr. 5 °3), 9 4 (Nr. 5 3 5 ) , 9 7 Cheile Turului ( Ta. 42, G I2) 27 (Nr. 34)
f

Balta 5 4, 5 6 f. Cherson 60
»Btryern« (Nackenscheibenaxt aus) 72 Chişirid (Taf. 4), C I O) 8 8 (Nr. 480)
Begaijca 4 1 Ciceu-Corabia 1 00 (Nr. 5 6 9 a)
Behan 8 3 , 9 2 Cîlnic (Taf. 42, G I}) 44, 46 (Nr. 1 84)
Beltiug ( Taf. 4), E/F 819) 8 2 f (Nr. 3 7 1), 9 3 (Nr. 5 I 3) Cîmpulung-Muscel 3 7
97 Cîmpulung la Tisa ( Taf. 4), F/G 7/ 8) 8 4 (Nr. 3 74)
Beregovo 86 Ciovîrnăşani ( Taf. 42, E I 6) 3 3 (Nr. 66)
Berencs 9 2 f. , 9 5 f. Cluj ( Taf. 42, F/G II; 4) F/G I I) 46 (Nr. 1 9 1), 8 3 ,
Berislav 63 8 5 (Nr. 437)
Berkesz-Csonkasdiilo 83 »Cluj« (Gegend von) ( Taf. 42, F/G II) 63 (Nr. 274)
Bethlen 73 »Cluj« (Umgebung von) 6 5
Bialovo 38 f. Coldău ( Taf. 4), H I O) 8 3 f. (Nr. 3 80, 3 8 1) 9 5
Bicfalău ( Taf. 42, L I}) 43 ff. (NU 29) Colţeşti ( Taf. 42, F I2) 27 (Nr. 3 7)
Bielousova 41 f. , 48 Comonin 8 3
»Jud. Bihor« ( Taf. 4), D I O) 8 3 (Nr. 3 72) Corbasca ( Taf. 42, N/O I2) 3 0 (Nr. 40)
Bikacs 7 3 , 76 Corneşti ( Taf. 42, FIG II) 3 1 (Nr. 5 0)
Bikil-Buluk 26 Cornuţel 5
Bîrlăleşti ( Taf. 42, P I}) 4 1 f. (Nu I 5 ) Co rny Potok 5 7, 60
Bobda 4 Costişa ( Taf. 42, M II) 47, 65 (Nr. 2 8 1)
Bodrogzsadatry 90 Coştiui 1 0 1
. Bolboşi ( Taf. 42, F I 6) 3 1 (Nr. 5 5 ), 3 2 f. (Nr. 60) Covasna ( Taf. 42, L/M I}) 4 3 , 4 5 (Nr. 1 3 2, 1 3 3 )
Borac 3 8 f. Creţeni ( Taf. 42, H I 6) 3 1 (Nr. 5 6)
BO/javskoje 8 3 Cristolţul Mare ( Ta]. 4J, F I O) 103 (Nr. 3 7o d)
1 14 Fundortregister

Criţ ( Taf. 4), G/HI}) 66 ff. (Nr. 29 5 ) Găiceana ( Ta]. 42, O II/I2) 4 1 f. (Nr. 1 1 4), 4 3 , 47
Crivăţ ( Ta! 42, M 17) 3 5 (Nr. 72), 3 6 f. (Nr. 1 9 5 )
Cruceni (Ta! 4), B/CI4) 4, 20, 24, 72f. (Nr. F I , GăIeşti ( Ta! 42, H I2) 43, 45 (Nr. 141)
F I a), 74, 7 5 (Nr. 3 3 0), 76f. Galic 60
Csmţytelek 73 Ganovce 1 9, 72
Cubleşul Someşan ( Taf. 42, F/G I O) 26 ff. (Nr. 3 5 ) Gaura ( Taf. 4), F9) 14-1 6, 1 8 f. , 67f. (Nr. 3 °0, 3 ° 1),
Cucuteni ( Ta! 42, N9) 7, 1 3 , 43, 46 (Nr. 1 79) 69, 7 1 , 76
Cuzdrioara 1 0 1 Gemer 77
Darabani ( Ta! 42, M a) 1 3 , 41 f. (Nr. I I I ) Gemzse 99
Debrecen 40 f. Gepiu s. Roşiori
Dej ( Ta! 4), G 1 0) 86 (Nr. 449) Gleinau 1 9 , 7 1
Derşida 2, 5 6 Glod ( Ta! 4), G I O) 8 5 (Nr. 4 3 8, 43 9), Nachtrag
Deta (Ta! 42, B I4/IJ) 3 9 f . (Nr. 109) Greiner Donaustrudel 86
Deva ( Ta! 42, L II/I2) , 5 1 (Nr. 2 1 8), 5 3 Grica 3 9, 41, 43
»Deva« (Gegend von) ( Ta! 42, E I}) 5 2 (Nr. 234) Guşteriţa ( Ta! 42, G I}) 4 3 , 45 (Nr. 1 48), 6 5
Dipşa ( Taf. 42, H I O; 4), H I O) 5 1 (Nr. 2 1 7), 9 0 (Nr. 2 84)
(Nr. 486) Gyapoly s. Roşiori
Dobriceni ( Taf. 42, H17) 3 1 (Nr. 5 7) Hainburg 80
Dobrocina ( Ta! 4}, G I O) 80f. (Nr. 3 44), 84 (Nr. Hajdubijszijrmeny 1 6, 9 2, 9 6
3 7 5 ), 9 5 , 9 7 Hajduhadhaz 78
»Dobrudscha« 3 8 (Nr. 1 07) Hajdusamson 9, 1 5 f. , 1 8, 48, 5 4, 5 7, 66 f. , 69, 76, 1 0 1
Domăneşti ( Ta! 42, D/E 8; 4), D/E 8) 6, 1 6, 5 8 Hălchiu ( Taf. 42, K I}) 4 3 , 45 (Nr. 1 3 8)
(Nr. 2 5 5 ), 8 2, 8 6 ff. (Nr. 45 6-45 8, 46 1 -479), 9 1 Halînga ( Ta! 42, D/E 1 6) 3 3 (Nr. 5 9)
(Nr. 5 °6), 92, 93 (Nr. 5 1 9 , 5 2°), 94 (Nr. 5 3 6, 5 3 7), Hărman ( Ta! 42, L I}) 44 (Nr. I I 6), 45 , 5 2
9 5 ff. (Nr. 2 3 6), 66 (Nr. 2 9 2)
Doştat ( Ta! 42, G I}) 63 (Nr. 276), 6 5 Hatvan 2 9
Dragomireşti ( Ta! 42, H 8 ; 4), H 8) 5 8 (Nr. 262), Hengistbury 1 0
5 9 , 85 (Nr. 434), 8 8, 98 Hodmezijvasarhe!J 74, 87
Dragu ( Ta! 4), F I O) 84 (Nr. 3 84) Hodod 101
Drajna ( Ta! 42, L/M 14/IJ ; 4}, L/M 14/I !) 1 7, 5 7, 5 9 Horoatul Cehului ( TaI 4}, EjF9) 92 f. (Nr. 5 1 5-5 1 8),
(Nr. 268), 60, 64f. (Nr. 279), 99 (Nr. 5 63 -5 6 5 ), 1 00 9 5 f.
Drajna-de-Jos s. Drajna Hotnica 3 9
Dubrova 5 9 f. »Jud. Hunedoara« 2 2
Dumbrăvioara (Taf· 42, HIJII; 4) HIJ II) 3 1 Hvalinsk 26
(Nr. 48), 80 (Nr. 3 3 8) Iclod ( Ta! 4), F/G I O) 1 7, 1 9, 20, 70, 74 (Nr. 3 29)
Dunaalmds 5 3 , 5 6 Iclodul-Mare s. Iclod
DunaUjvaros 7 5 Ieud ( Ta! 4), G 8/9) 8 2, 84 (Nr. 41 9-4 23), 8 5 , 9 5 f. , 9 8
Eger 5 2 Ighiel ( Ta! 4), F/G I}) 1 6 f. , 1 9 f. , 70, 72 (Nr. 3 1 5 ,
Brd 40 3 1 6)
Ernei (Taf. 42, j II) 5 3 f. (Nr. 2 3 9) Ilba ( Ta! 4), F 8) 22, 8 5 (Nr. 440)
Ernen 3 9 Ilişua-de-J os 44
Ersemlyen 62 Illmitz 67
Fajsz 9, 2 8 f. Ivanija 1 00 f.
Farnas s. Sfăraş Izvoare ( Ta! 4), M 1 O/II) 1 9, F, 73 (Nr. F4) 76
Faskau 3 0 Izvoarele (Jud. Dolj) ( Ta! 42, F I 8) 3 0 (Nr. 43),
Felsijbalog s. Ve!kj Blh 33 (Nr. 6 5 )
Felsbdobsza 87, 9 1 , 97 Izvoarele (Jud. Ilfov) ( Ta! 42, N 17/18) 6 5 (Nr. 2 8 5 )
Fibiş ( Ta! 42, B/C I}) 3 8 (Nr. 9 6) Jibou ( Ta! 4), F9/IO) 84 (Nr. 3 8 2)
Filipeni (Ta! 42, NII) 5 7 (Nr. 247) Jimbor ( Ta! 42, K 12) 3 1 (Nr. 5 3), 49
Forrri 78 jasika }4
Fresach 2 9 Josani 86
Friedenau 1 9 , 7 1 juravlinka 8 7
Gabrovo 3 5 , 3 7 Kai!Jk 3 9
Fundortregister 115

Kapova-Iama 41 MarmoroJkaja Jupa 99


Kelebia 9, 5 3 , 5 5 Marpod ( Ta! 42, H I}) 43, 45 (Nr. 1 40)
Kezmarok - Jeruzalem 8 3 Mediaş (Gegend von) ( Ta! 42, HI2) 5 1 (Nr. 2 1 4)
Kisber 2 9 Medieşul Aurit 9 5 , 1 0 1
Kis-Duna 3 7 Megyasz6 9 , 2 5 , 5 4 ff.
KiskO"szeg 7 3 Meissen an der Elbe 7 1
Kispalad 67 Mezo"beref!J' 1 9, 68, 70f. , 76
Kisteref!J'e 5 7 Miceşti ( Ta! 42, FII) 44, 46 (Nr. 1 78)
Knezeves 1 9 , 77 Mircea-Vodă ( Ta! 42, L II i) 3 8 (Nr. 1 06)
Kokdno/e 1 9, 70, 72, 76 Mocirla s. Valea Pomilor
Ko'mlbd 9, 4°, 41 Moigrad ( Taf. 42, F9/IO; 4), F9/IO) 43, 45 (Nr.
Kosovaea 41 1 3 9), 84 (Nr. 3 9 7)
Kostol 3 4 »Moldau« (Schaftlochaxte aus der) 5 5 (Nr. 243 , 244)
Koszider s. Kosziderpadlas Moldoveneşti ( Ta! 42, G I2) 5 4 f. (Nr. 24 1)
Kosziderpadlas 1 9 f. , 72, 7 5 f. Monor ( Taf. 42, l/Jl o) 47 (Nr. 1 94)
Koufim 86 Monteoru s. Sărata-Monteoru
Kozarac 3 9, 43 Mo'rschelwitz-Rosenthal s. Rosenthal
Krivo/-Rog 60 Miihlenbeck 22, 24
Kronstorf 1 9, 70, 74, 76, 87 Mura-Mare ( Ta! 42, JII) 3 1 (Nr. 5 4)
KriissolV 1 9 , 71 Muzsaj 90
Kânszentmarton 62 Mykenai 3 4, 5 6
Lapujtij 37 Nadeşul Român. s. Nadiş
Lăpuş ( Ta! 4), G 9) 80 (Nr. 3 3 9 , 3 4°), 8 9, 9 5 , 99 Nadiş ( Ta! 4), E!F9) 86, 8 8 (Nr. 48 2), 9 5
(Nr. 5 66) Nagyhalasz 94
Lăpuşel ( Taf 4), F 8) 80f. (Nr. 346) Nagyhangos 68
Larga ( Ta! 42, G 9 ; 4), F9 ) 22, 49 (Nr. 202), 99 ff. Nagykunsag 2 9
(Nr. 5 70) Nandruvale 5 2
Letkes 7 1 Naumburg 5 4
Levelek 9 I f. Nehoiu ( Ta! 42, M I 4) 22, 5 3 ff. (Nr. 240), Nachtrag
Lipova ( Ta! 42, G/D I2/I}) 2 8 (Nr. 3 8) Nikolajev 1 9 , 7 5
Lippik 41 Nikopol 6 1
Livada ( Ta! 4), F 8) 84 (Nr. 3 77), 86 (Nr. 4 5 0), 9 1 »Nordsiebenbiirgen« (Ăxte aus) 49 (Nr. 205), 5 8
(Nr. 5 00), 94 (Nr. 5 3 9), 9 5 , 97 (Nr. 2 5 3 ; 2 5 4 ; 2 5 9)
Livada-Nouă s. Livada l{yirbeJtek 80, 8 3 , 8 9, 9 1 , 9 8
Ljub!jana 40 l{yiregyhaza 9 1 f.
Lohi'!ia 3 9 , 41 l{yirkarasz 8 3 , 9 5
Lopătari ( Ta! 42, M I4) 47 (Nr. 1 9 6) l{yirkarasz-Gyulahdza s. Nyirkarasz
Losen 3 9 l{yirlugos-Szenrryespuszta 93
Lozna-Mare ( TaI 4), F9/IO) 2 1 , 80f. (Nr. 348), 8 9 Nyirtura 40
Loznica 48 Oarţa-de-Sus ( Ta! 4), E/F9) 82, 84 (Nr. 3 9 8)
Lukovo 3 9 O-Buda 41
Măcin ( Ta! 42, P/Q I4/IJ) 3 4 ff. (Nr. 94), 3 7, 3 9, Odobeşti ( Ta! 42, M I}) 47 (Nr. 1 97)
60f. (Nr. 270) Odorhei ( Ta! 4), K I2) 86, 8 8 (Nr. 481)
Magheruş ( Ta! 42, L I}) 43, 45 (Nr. 1 46) Odorheiul Secuiesc s. Odorhei
Magosliget 8 3 Odrihei 6 5
Mahmudia (Ta! 42, R IJ) 6 1 (Nr. 271 a) Ojdula ( Ta! 42, M/N I2) 3 I (Nr. 5 1)
»Măhren« (Nackenscheibenaxt aus) 72 Olomouc 7 1
Malnaş ( Ta! 42, L I2) 4 3 , 45 (Nr. 1 3 0) Oniceni (Ta! 42, N I O/II) 3 3 (Nr. 70)
iVfanduria 27 Opafyi 5 , 9 1 f., 94 ff.
»Jud. Maramureş« ( Ta! 42, G 8; 4), G 8) 6 5 (Nr. Opatovce 2 9
282, 2 8 6), 80f. (Nr. 3 49-3 5 8), 84 (Nr. 3 8 5 ), 90 Oradea ( Ta! 42, e l a) 3 9f. (Nr. 1 1 0)
(Nr. 487), 9 3 (Nr. 5 14), 9 5 ff. Orlova 7 5
Mărăşti ( Ta! 42, M/N 1 2) 41 f. (Nr. 1 1 3), 54f. (NL246) Oroszipuszta 1 9 f. , 7 2
I l6 Fundortregister

Orşova (TaI 42, D I 6) 3 6 (Nr. 93) Puch 22, 24


Osăbiţi s. Osebiţi Pusztazentkira(y 1 9 f. , 6 8 f. , 7 1 , 73
Osebiţi ( TaI 42, M/N I2) 60f. (Nr. 26 9) Rabapordany 73
Osek 41 Răcăciuni ( TaI 42, N I l) 4 3 , 45 (Nr. 1 3 4), 47
Ostrovul Corbului (TaI 42, E I 6) 1 3 , 2 9 f. Racoşul-de-Jos ( Taf 42, K I2) 43, 45 (Nr. 1 47), 47
(Nr. 44-47), 3 5 f. (Nr. 7 9-9 2), 3 7 Rakospalota 1 8 f. , 7 2 f.
Otomani (TaI 4}, D 9/ I O) 5 0, 5 4 ff. , 7 5 (Nr. 3 3 2) Răscruci 102
Pădureni ( TaI 42, L I}) 6, 44f. (Nr. 1 1 9- 1 2 8), 46 Raulveise 3 4
(Nr. 1 90), 48, 63 (Nr. 273) Raven 3 9
Pakrac 41 Rebrişoara ( TaI 42, H9 ; 4J, H9) 1 9, 5 7 f.
Panticeu ( TaI 4J, F I O) 9 1 (Nr. 5 ° 1 , 5 °2) (Nr. 2 5 6- 263), 5 9, 8 5 f. (Nr. 441 -446), 8 8, 9 0
Papp 8 7 (48 9-49 1), 97
Parava ( TaI 42, N I2) 4 3 ff. (Nr. 142, 143), 46 (Nr. Regensburg 73
1 80-1 8 2), 47 f. Reitz 77
Pătulele (TaI 42, E I7) 3 8 (Nr. 9 5 ) Remetea ( TaI 4J, F 8) 67f. (Nr. 297)
Păuliş (Taf. 4J, C I2/ IJ) 66f. (Nr. 293), 6 9 ff. Retkiizbel'encs s. Berenes
Pecica ( Taf 42, B I2/IJ; 4J, B I2/IJ) 5 , 1 9, 3 9 f. Riesa 77
(Nr. 1 08) 49 (Nr. 206-208), 5 o, 5 2 (Nr. 2 24 -2 28), Rimavska-Sobota 78
6 5 (Nr. 288 -29°), 7°, 73 f. (Nr. 3 27), 7 5 (Nr. 3 3 1) RimavskejatJovce 1 8 ff. , 66f. , 6 9, 72
76f. Ri/opek 5, 7 5
Pecica-Rovine s. Pecica Rodna ( TaI 4},19) 8 4 (Nr. 3 86)
Peneszlek 94, 97, 99 f. Rohod 1 6, 9 2, 96
Perşinari 22, 34, 64 Rosen/hal 1 9 f., 7 1
Peştişani ( TaI 42, F IJ) 3 3 (Nr. 6 1 ) Roşiori (Taf. 43, C 1 0) 1 9, 72 (Nr. 3 1 7), 73
Peteritea ( TaI 42, G9/IO) 5 8 (Nr. 261), 93 (Nr. 3 1 8 - 3 20), 7 5 , 76
Petricani (Taf 42, K9/I O) 41 f. (Nr. I I 2) »Rumănien«, Fundort unbekannt (Ăxte aus) 3 3
Pfaffenberg 5 1 (Nr. 62 - 64), 3 6 (Nr. 78) 5 2 (Nr. 2 22), 60, 6 1
Pianul-de-Sus ( Taf. 42, G IJ) 30 (Nr. 41) (Nr. 271), 73 (Nr. 3 22)
Pietreni (TaI 42, H IJ) 3 1 (Nr. 5 8) Rusul-de-Jos ( Taf. 42, H I O) j 2 (Nr. 22 9 -2 3 1)
Pir ( TaI 42, D/E9) 46 (Nr. 1 9 2), 5 8 (Nr. 260), 5 9 Şaieu s. Şieu
Pîrscov ( TaI 42, M/N I 4) 44, 46 (Nr. 1 5 3), Nach- Saj6lad 66f.
trag Saj6vamos 60
Pistyn 41 f. )} Jud. Sălaj« s. Horoatul Cehului

Pitzerwitz 77 Săli şte ( TaI 4J , H9) 9 1 (Nr. 49 6)


Plăieşti ( Taf 4J, G II) 66 ff. (Nr. 294), 7° Şanţ (TaI 42, ]9 4J,19) ; 5 7 f. (Nr. 249 - 2 5 2), 5 9, 8 1
Pobitkamak 3 9 (Nr. 3 60), 8 5 (Nr. 43 5 , 436), 86 (Nr. 45 3), 94 (Nr.
Pocola 102 5 3 8), 9 5 ff. , 1 00 (Nr. 5 68)
Podari ( TaI 42, G I7) 38 (Nr. 1 04) Săpînţa ( TaI 4J, G 8) 67f. (Nr. 3 02), 6 9 ff. , 76
Pogăceaua 6 5 Sarasău (TaI 4J, F 8) 8 2, 85 (Nr. 424-429), 86 (Nr.
Poian (Taf. 42, L I I/I2) 43 f. (Nr. I l 8) 4 5 2), 9 1 (Nr. 497-499), 94 ff.
Poiana ( TaI 42, O I2) 47 (Nr. 1 9 8) Sărata-Monteoru ( Taf 42, M IJ) 2, I l , 1 3 , 47 (Nr.
Polgar s. Polgar - Margitpuszta 200), 5 9, 6 5 (Nr. 2 8 3), 77
Polgar-Margitpuszta 62 Şard ( TaI 42, F/G I2) p f. , j 2 (Nr. 223)
Poliochni 1 1 5arengl'ad 3 0
Popeşti ( TaI 4J, G I O) 78 (Nr. 3 3 6) Satchinez (Taf 4J, C I 4) 7 5 (Nr. 3 3 3)
Poprad 4 1 Satu-Mare (Jud. Arad) (TaI 4J, B I}) 73 f. (Nr. 3 2 8),
Porosz16 2 1 , 78, 7 9 Nachtrag 76
Potău 102 )} Jud. Satu-Mare« (Fundort unbekannt) (Taf. 42, E 8)

Poznan 77 5 7 (Nr. 248), 79, 8 2, 84 (Nr. 3 8 7- 3 9 5 ) , 86 (Nr. 45 5 ),


Prelipce 1 5 , 5 7, 5 8, 60, 78, 79, 99 f. 9 0 (Nr. 485), 9 2, 93 (Nr. 5 3 3 - 5 3 4), 9 5 ff. , 102
Prilog ( Taf 4J, F 8) 84 (Nr. 3 99-4°2), 9° (Nr. 49 2), Schitu-Pîngăleşti ( TaI 42, L/M 17/1 8) 3 6 (Nr. 73),
9 1 (Nr. 5 04) 9 2, 9 3 (Nr. 5 08 - 5 1 2), 9 5 ff. 37
Privolnoe 6 1 Seho/au 7 2
Fundortregister 1 I7

Sebeş ( Ta! 42, G I}) 2 6 f. (Nr. 3 6), 3 0 Stary Lr;cz 1 9


»Sebeş« (Gegend von) ( Ta! 42, G I}) 45 (Nr. 1 3 7), Stary Sr;cz 7 7
5 1 (Nr. 2 1 5 ) 66ff. (Nr. 296) Stefkowa 1 9 f. , 77f.
Sedriaş s. Mura-Mare Stîna ( Ta! 4}, E9) 8 5 (Nr. 43 0-43 2), 98
Seini 102 Strehlen 3 4
Seli/ba 26 Stubio 4 0 ff. , 62
Semeria ( Ta! 42, L I}) 43 f. (Nr. 1 1 7) Suciu-de-Jos ( Ta! 4), G9) 80, 8 2 (Nr. 3 64), 84
Senta 1 8 ff., 74, 76 (Nr. 3 76), 97
Sepse 62 Suciu-de-Sus ( Ta! 4), G9) 9 2 f. (Nr. 5 3 1)
Sevlievo 3 7 SUrCin 73
Sfăraş ( Taf. 4), D I O) 9 4 (Nr. 5 4 1 , 5 42) Susani 4
Sfîntu-Gheorghe ( Ta! 42, L I}) 1 1 , 3 1 (Nr. 5 2), 3 7, Szabolcs 9 1
49 Szeghalom 20, 67, 69fl, 76
Sfîrnaşi s. Sfăraş Szeke(y 49
»Sibiu« ( Ta! 42, H I}) 3 8 (Nr. 1 00) Szekesfehervar 29
»Siebenbiirgen« s. »Transsilvanien« Szentes 8 3
Şieu ( Ta! 4), GIH 8) 8 1 (Nr. 3 5 9), 9 2 f. (Nr. 5 3 2), 97 Szirmabesenyo 5 3
Sighet ( Ta! 4), G71 8) 8 1 , 9 5 (Nr. 5 62) Szombathe(y 73
Sighetul Marmaţiei s. Sighet Tach/ovice 1 6, 1 8 ff., 77f.
Sighişoara ( Ta! 42,] I2II}) 43, 45 (NU49) Tape 3 2
»Sighişoara« (Gegend von) ( Taf. 42,] I 2) 45 Ţapu ( Taf. 42, H I}) 5 1 (Nr. 2 1 3)
(Nr. 145), 5 1 (Nr. 2 1 6), 5 3 Tărian ( Ta! 4), D I O) 7 1 (Nr. 3 0 3 a)
Silişteni ( Ta! 42, ]I6) 63 f. (Nr. 278) Tarnas s. Sfăraş
Sîmboeni ( Ta! 4), GIII I2) 78 (Nr. 3 3 5), 102 Tăşnad 73 (Nr. 3 2 2 a)
Şimişna 9 5 , 102 Tătaru ( Ta! 42, M IJ) 43 , 45 (Nr. 1 5 0)
Şimleul Silvaniei ( Ta! 42, E9IIO) 43, 45 (Nr. 1 5 1 , reglas 8 3
1 5 2), 49 (Nr. 201), 5 7 Teişani (Ta]. 42, L IJ) 43, 45 (Nr. 1 3 5 )
Şimnic ( Ta! 42, G I7) 5 1 (Nr. 2 1 9) Tîrgu-Lăpuş ( Ta! 42, G9 ; 4), G9) 5 8 (Nr. 2 5 8),
Simontornya 1 8 f. , 7 1 , 76 64f. (Nr. 280), 99 (Nr. 5 67)
Sinaia (Taf· 42, KIL I4) 9, 43 , 46 (Nr. 1 5 4-1 77), 47 Tîrgu-Mureş ( Ta! 4), HII) n f. (Nr. 3 2 5), 76
Şincai 102 Tîrgu-Ocna ( Ta! 42, M I2) 47 (Nr. 1 99)
Sîngeorgiul-de-Mezeş ( Ta! 42, E I O) 49 (Nr. 203) Tîrguşor ( Ta! 4), D9) 80f. (Nr. 3 62, 3 63), 8 6 f.
Sîntana-Nirajului 1 02 (Nr. 45 9, 460), 9 2 f. (Nr. 5 2 1, 5 2 2) 95 ff.
Sînzieni ( Ta! 42, L I2) 3 8 ( 1 0 1 , 102), 43, 45 (Nr. 1 3 1) Ti/ov 92
Sîrbi (Ta! 42, G 8, 4J, G 8) 49 (Nr. 204), 8 2 ff. (Nr; Tiszakesi 68
403-41 2), 8 5 f. (Nr. 4 5 4), 9 1 (Nr. 5 ° 5), 9 5 ff. Tiszavalk 22
Siret ( Taf. 42, L 8) 5 7 f. (Nr. 264), 78 Tomeşti ( Ta! 42, L I I) 45 (Nr. 1 29 a)
Slatina (UdSSR) 8 1 Topliţa ( Ta! 42, K I O) 2 6 f. (Nr. 3 3)
»Slatina« (Umgebung von) (Ta! 42, H I 61I7) 5 4 f. Topoije 3 4, 41
(Nr. 24 5 ) Torgau a. d Elbe 73
Smocevo 3 2 Taszeg 62
Şoimuşu ( Ta! 42, ]II) 3 8 (Nr. 99) »Transsilvanien« (Fundort unbekannt) 45 (Nr. 1 44),
Soko Banja 3 8 f. 5 2 (Nr. 221), 5 8 (Nr. 267), 65 (Nr. 2 8 7), 80 (Nr.
Soleto 27 3 42), 8 1 (Nr. 343, 3 4 5 , 3 47), 84 (Nr. 3 8 3), 93
Sombor 1 9, 74 (Nr. 5 23 , 5 2 8, 5 29)
Şomcuta ( Ta! 4), F9) 90 (Nr. 483) Tfebivlice 1 8 f., 77 f.
Şomcuta-Mare s. Şomcuta Troja 24, 3 3 f. , 64
»Someş« ( Taf. 4), G9) 84 (Nr. 414-417) 9 8 ff. Truevskaja Maza 27
(Nr. 5 69) Tseryianni 3 7
Someşeni ( Ta! 4), G II) 1 5 , 67f. (Nr. 298) Tufa ( Ta! 42, L I7) 22, 3 3 (Nr. 7 1 ), 34, 63 f. ,
Şpălnaca ( Ta! 4), G I2) 80f. (Nr. 3 6 1), 86 (Nr. 277)
Split 27 f., 41 Ţufalău 44, 47f., 5 0, 5 4 ff.
Stara Zagora 3 7 »Jud. Tulcea« ( Taf. 42, QI R IJ) 3 6 (Nr. 7 5 -77)
1I8 Fundortregister

Turbino 60 Veliki Lucki 5 7


»Turda« ( Taf. 43, C II) 1 9, 20, 7°, 7 1 (Nr. 3 ° 3 ), 72 Ve!kj Blh 1 7, 1 9 f. , 78, 8 3 , 9 5
(Nr. 3 1 4), 73 (Nr. 3°4-3 1 3) , 7 5 , 76 Velkj Slavkov 29
Turdaş ( Taf. 42, F I3) 5 2 (Nr. 2 3 5 ) Veselinovo 3 6
Turia-de-JOS 4 5 Veseloe 4 1 f.
Ugrein 3 9 Veszprem 73
Ugruţiu (Taf. 43, F I O) 8 4 (Nr. 3 96) VevCice 29
Vioara ( Ta]. 42, C I2; 43, C I2) 5 , 63 (Nr. 275), 8 0 ff. »Jud. Vîlce a« 33 (Nr. 67)
(Nr. 3 6 5 ), 8 6 (Nr. 45 1), 89, 9 1 (Nr. 5 °7), 92, 93 (Nr. Vîlcele ( Taf. 42, C II) 6, 9, 2 6 f. (Nr. 1 -3 2), 2 8 f. , 3 6
5 24-5 27), 9 5 (Nr. 5 4 3 - 5 6 1 ) 96f. Vima-Mare (Taf. 43, C9) 2 1 , 80, 8 2 (Nr. 3 70), 9 °
Ujgorod 29 (Nr. 493), 9 5 , 97
»Ungarn« (Fundort unbekannt) 5 7, 7 1 , 74 Vîrghis ( Taf. 42, C I3) 45 (Nr. 1 3 6)
Ungureni ( Ta]. 43, FIC 819) 78 (Nr. 3 3 4) Voia 66
Uriu ( Taf. 43, C 9) 1 6, 80 (Nr. 341), 8 2 (Nr. 3 66-3 69), Volovec 8 3
8 8 , 9° (Nr. 494 · 49 5), 9 2 f. (Nr. 5 3 0), 94 (Nr. 5 40), Vranovic 4 1
96f. Vrfec 7 2
Uriu-de-Sus s. Uriu Vukovar 3 9
Vădaş ( Taf. 43, C I2) 78 (Nr. 3 3 7) Vyfnd Hutka 19, 87
Vădastra (Taf. 42, H I9) 6, 3 3 (Nr. 69) Wacholz 77
Vadul Crişului ( Taf. 42, E I O) 28 (Nr. 3 9) Wietenberg s. Sighişoara
Valea Chioarului s. Gaura Winklarn 19, 74, 86
Valea lui Mihai (Taf. 42, D 819) 5 8 (Nr. 2 5 7), 8 5 Zagon ( Ta]. 42, LIMI3; 43 LIM I3) 46 (Nr. 1 8 3),
(Nr· 43 3) 73 f. (Nr. 3 26) 7 5 f.
Valea-Pomilor ( Taf. 43, E I O) 8 3 f. (Nr. 41 3) Zqjta 1 7 ff. , 72, 7 5 f.
Valea Viilor 66 Zehra 9 2
Vamospercs 67 Zeletry 1 8 f. , 7 7
Vărbica 3 9 Zemun 73
Vărşand 68 Zitavany 29
Vafkai 61 Zlatna ( Ta]. 42, FI2) 38 (Nr. 97)
Vatina 1 8 Zscheiplitz 44, 48
Vcelince 19, 72, 76 Zuto-Brdo 73
TAFELl

Baniabic
Schaftlochăxte vom Typ

o o

CJ

CJ
CJ
1-12 Vîlcele

M.l: 3
Schaftlochăxte vom Typ Baniabic
TAFEL2

13
c=J 14
c=J 15 c==J 16

CJ CJ

13-24 Vîlcele

M. 1: 3
Schaftlochăxte vom Typ Baniabic (2J-j7)" FqjsZ (jS) ,. Corbasca (40-4j) TAFEL3

29

o
36

CJ

2 5-32 Vîlcele. - 3 3 Topliţa. - 34 Cheile Turului. - 3 5 Cubleşul Someşan. - 36 Sebeş. - 37 Colţeşti. - 38 Lipova. - 40 Corbasca. -
41 Pianul de Sus. - 42 Călan. - 43 Izvoarele

M. 1: 3
TAFEL4 Schaftlochiixte vom Typ Corbasca (44-47)" Dumbrdvioara (48-J7),. Izvoarele ( Ji)-6I)

48

44-47 Ostrovul Corbului. - 48 Dumbrăvioara. - 49 Căprioara. - 50 Corneşti. - 51 Ojdula. - 52 Sfîntu Gheorghe. - 5 3 Jimbor. -
54 Mura Mare. - 55.60 Bolboşi. - 56 Creţeni. - 57 Dobriceni. - 59 Halînga. - 61 Peştişani
M. 1: 3
Schaftlochaxte vom Typ Izvoarele (62-7I)j Veselinovo (72-77) TAFELS

73

�63 �76
62 "Rumiinien". - 63.64 "Siidrumiinien". - 65 Izvoarele. - 66 Ciovîrnăşani. - 69 Vădastra. - 70 Oniceni. - 71 Tufa. - 72 Crivăţ. -
73 Schitu-Pîngăleşti. - 75-77 "Judeţ Tulcea". - 78 "Rumiinien"
M. 1: 3
TAFE L 6 Schaftlochăxte vom Typ Veselinovo

c==::) 79
80 81

79-92 Ostrovul Corbului. - 93 Orşova. - 94 Măcin

M. 1: 3
Schaftlochăxte vom Typ J?atulele TAFEL 7

98

o o o o

o o o

107

95 Pătulele. - 96 Fibiş. - 97 Zlatna. - 98 Buneşti. - 99 Şoimuşu. - 100 "Gegend van Sibiu". - 101.102 SÎnzieni. - 103 Arcuş. -
104 Podari. - 105 Avrămeşti. - 106 Mircea Vodă. - 107 "Dobrudscha"
M. 1: 3
TAFEL8 Schaftlochăxte vom Typ Kozarac (IOS-IIO)" Darabani (III-IIJ)"
Pădureni (II6-IIS.I}O-I}})

o
108

�-

117 118

108 Pecica. - 109 Deta. - IIo�Orad�a. - 1II Darabani. - II2 Petricani. - II3 Mărăşti. - II4 Găiceana.- II 5 Bîrlăleşti. - II6 Hăr­
man. - II7 Semeria.- II8 Poian. - 130 Malnaş. - 131 Sînzieni. - 132.133 Covasna
M. 1: 3
Schaftlochăxte vom Typ Pădureni TAFEL9

122
126
119
127

128
125a
124 124a

1 29

138 137

119-128 Pădureni. - 129 Bicfalău. - 134 Răcăciuni. - 135 Teişani. - 136 Vîrgis. - 137 "Gegend von Sebeş". - 138 Hălchiu.-
139 Moigrad. - 140 Marpod
M. 1: 3
TAFEL 10 Schaftlochăxte vom Typ Pădureni

142
144

147

178

150 179

141 Găieşti.- 142.143 Parava. - 144 "Transsilvanien".- 145 "Gegend von Sighişoara". -146 Magheruş. -147 Racoşul de Jos. -
148 Guşteriţa. - 149 Sighişoara. - 150 Tătaru. - 15I.IF Şimleul Silvaniei. - 153 Pîrscov. - 178 Miceşti. - 179 Cucuteni
M. 1: 3
Schaftlochăxte vom Typ Pădureni TAFEL11

1 5 4-177 Sinaia

M. 1: 3
TAFEL 12 Schaftlochăxte vom Typ Monteoru

��1J190

180-182 Parava. - 183 Zagon. - 184 Cîlnic. - 185-189 Borleşti. - 190 Pădureni. - 191 Cluj. - 192 Pir. - 19 3 "Transsilvanien".-
194 Monor. - 195 Găiceana. - 196 Lopătari. - 197 Odobeşti. - 198 Poiana
M. 1: 3
J Schaftlochăxte vom Typ Monteoru (I99-200); Hajdilsdmson (20�-2II) TAFEL13

202 206

EI
208

205 �
203

209 210

199 Tîrgu Ocna. - 200 Sărata Monteoru. - 20 1 Şimleul Silvaniei. - 202 Larga. - 203 Sîngeorgiul de Mezeş. - 204 Sîrbi. - 20�
"Nordtranssilvanien". - 206-208 Pecica. - 2°9-2 11 Cehăluţ
TAFEL 14 Schaftlochăxte vom Typ Balfa

217
o 0218
221
222

226

231
212 Balşa. - 213 Ţapu. - 214 Mediaş. - 215 "Gegend van Sebeş". - 216 Sighişoara. - 217 Dipşa. - 218 Deva. - 219 Simnic. -
220 Arcuş. - 221 "Transsilvanien". - 222 "Rumănien". - 223 Şard. - 224-228 Pecica. - 229-231 Rusul de Jos. - 235 Turdaş
M. 1: 3
j Schaftlochaxte vom Typ Ba/fa (2j2-2J4.236.237)" Apa-Nehoiu (233-246) TAFEL15

237 236
234

A: '

242

232.233.237 Cetea. - 234 "Gegend von Deva". - 236 Hărman. - 238 Apa. - 239 Ernei. - 240 Nehoiu. - 241 Moldoveneşti. -
242 Otomani. - 243.244 "Moldau". - 246 Mărăşti
M. 1: 3
TAFEL 1 6 Schaftlochăxte vom Typ APa-Nehoi (24!) j Pilipefti (247.248) j
Şanj-Dragomirefti (249-2!6.26I)

261

245 "Umgebung von Slatina". - 247 Filipeni.- 248 "Jud. Satu Mare". - 249-252 Şanţ. - 253.254 "Transsilvanien". - 255
Domăneşti. - 256 Rebrişoara. - 261 Peteritea(?)
M. 1: 3
Schaftlochăxte vom Typ Şanţ-Dragomire{ti (2J7-268); Gstliche Typen (26g-27I); TAFEL17
Typ Adoni (272)

00
LJ

257 Valea lui Mihai. - 258 Tîrgu Lăpuş. - 259 "Nordtranssilvanien". - 260 Pir. - 262 Dragomireşti. - 263 Rebrişoara. - 265.266
Batarci. - 267 "Transsilvanien". - 268 Drajna de Jos. - 269 Osebiţi. - 270 Măcin. - 271 "Rumănien". - 272 Adoni
M. 1: 3
TAFEL 18 Hammerăxte

273

277

290

o
283

CJ
o o

273 Pădureni. - 274 "Gegend von Cluj". - 275 Vioara. - 276 Doştat.- 277 Tufa. - 278 Silişteni. - 279 Drajna de Jos. - 280 Tîrgu
Lăpuş. - 281 Costişa. - 282 "Jud. Maramureş". - 283 Sărata Monteoru. - 284 Guşteriţa. - 285 Izvoarele. - 287 "Transsilvanien".-
288-29° Peciea. - 291 Apa. - 292 Hărman
M. 1: 3
Nackenscheibenăxte ohne Schaftri;"hre (Typ A) Variante Hq;dlmimson (Al) (29}-296)j TAFEL 19
Apa (A2) (297.298)

293 Păuliş (vgl. Taf. 59). - 294 PIăieşti (vgl. Taf. 62). - 295 Criţ. - 296 "Umgebung von Sebeş". - 297 Remetea. - 298 Someşeni
(vgl. Taf. 59)
M. 1: 3
TAFEL20 Naekenseheibenăxte ohne Sehaftriihre (Typ A) Variante APa (A2) (299-) 02)

299

300

299 Apa (vgl. Taf. 58). - 3°0.3°1 Gaura (vgl. Taf.60). - 302 Săpînţa (vgl. Taf.61)
M. 1: 3
Nackenscheibenăxte mit gedrungener Tiille (Typ BI) Variante Mezi/berb!)' (jOj); TAFEL2l
Ighiel (j0 4-JI4)

303-314 "ehem.Jud. Turda" (vgl. Tafl6z.63)


M. 1: 3
TAFEL22 Nackenscheibenaxte mit gedrungener Tulle (Typ Bl) Variante Ighiel (jIJ-J2I)

317
o 'Q
� 322

31 5.316 Ighiel(vgl. Taf. 64). - 317-320 Roşiori (vgl. Taf.63). - 321 Cruceni. - 322 "Rurnănien"
M. 1: 3
Nackenscheibenaxte mit gedrungener Tulle (Typ Bl) Variante Bikdcs-Borlefti (j2}-j2S)" TAFEL23
lclod (j29) ,. S mta (}}O-}jI)" GuJlformen Typ Bl (}j2-}}})

326

� 332

328

329

331

323 Bodeşti. - 324 Izvoare. - 325 Tîrgu-Mureş. - 326 Zagon. - 327. 3 31 Pecica. - 328 Satu Mare (Banat). - 329 Iclod (vgl. Taf.63)·-
3 30 Cruceni. - 3 32 Otomani. - 3 3 3 Satchinez
M. 1: 3
TAFEL24 Nackenscheibenăxte mit langer Schaftrohre (Typ B2) Variante Porosz16 (334-337);
.rymmetrische Nackenscheibenăxte (Typ Ba) Variante Lăpus (338-342);
Dobrocina (343)

334 Ungureni. - 335 Sîmboeni.- 336 Popeşti. - 337 Vădaş. - 338 Dumbrăvioara (vgl. T af. 57)· - 339.340 Lăpuş (vgl. Taf.57)'-
341 Uriu de Sus. - 342.343 "Transsilvanien"
M. 1: 3
Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ B3) Variante Dobrocina (J44-J6o) TAFEL25

356

344 Dobrocina. - 34 5·347 "Transsilvanien". - 346 Lăpuşel (vgl. Taf. 57). - 348 Lozna Mare. - 349-3 58 "Maramureş" (Depot). -
3 59 Şieu. - 360 Şanţ
M. 1: 3
TAFEL2 6 Symmetrische Nackenscheibeniixte (Typ B3) Variante Dobrocina (J6I-J70)

361 Şpălnaca. - 362.363 Tîrguşor. - 364 Suciu de Jos. - 365 Vioara. - 366-369 Vriu de Sus. - 370 Vima Mare
M. 1: 3
Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ B3) Variante Cehdfuj (37I-386) TAFEL27

� O 385

371 Beltiug. - 372 "Jud. Bihor". - 373 Căşei. - 374 Cîmpulung La Tisa. - 375 Dobrocina. - 376 Suciu de Jos. - 377 Livada. -
378.379 Căuaş. -380.381 Coldău. - 382 Jibou. - 383 "Transsilvanien". - 384 Dragu. - 385 "Maramureş". -386 Rodna (?)
M. 1 : 3
TAFEL28 Symmetrische Nackenscheibenaxte (Typ B3) Variante Cehdluj (jS7-402)

387-395 "Jud. Satu Mare" Dep. 1. - 396 Ugruţiu. - 397 Moigrad. - 398 Oarţa de Sus.- 399-402 Prilog
M. 1: 3
Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ B3) Variante Cehdluţ (40}-4IS) TAFEL2 9

4°3-412 Sîrbi.- 413 Valea - Pomilor.- 414-417 "ehem. Jud. Someş". - 418 "Transsilvanien"
M. 1: 3
TAFEL30 Symmetrische Nackenscheibenaxte (Typ B3) Variante Cehăluf (4I9-429)

419-423 Ieud (?) Depot. - 424-429 Sarasău

M. 1: 3
Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ B3) Variante Cehdluj ( 4jO-44o),. Breb (441-445) TAFEL31

430-432 Stîna. - 433 Valea lui Mihai. - 434 Dragomireşti. - 435-436 Şanţ. - 437 luj. - 428.439 Glod. - 440 Ilba. - 441-445
Rebrişoara (Dep. 1)
M. 1: 3
TAFEL32 Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ B3) Variante Breb (446-4J J);
TîrgufOT (4J6-4J8)

-�

446 Rebrişoara (Dep.II). - 447 Breb. - 448 Batarci. - 449 Dej. - 450 Livada - 4 5 1 Uioara.- 452 Sarasău.- 45 3 Şanţ.-
454 Sîrbi. - 455 "Jud. Sa tu Mare" (Dep. II). - 456-458 DQfl1ăneşti (Dep.II)

M. 1: 3
Symmetrische Nackenscheibenăxte (Typ Ba) Variante Tirgufor (4J9-472) TAFEL33

462

470

459.460 Tirguşor. -461-472 Domaneşti tbep.I)


M. 1: 3
TAFEL34 Symmetrische Nackenscheibenaxte (Typ B3) Variante Tîrgufor (473-432)

473-479 Domăneşti (Dep. 1). - 480 Chişirid. - 481 Odorhei� Secuiesc. - 482 Nadiş
M. 1: 3
Nackenscheibenăxte ohne Schaftrohrenfliigel (Typ B4) Variante Şomcuta (48J�49J) TAFEL35

483 Şomcuta. - 484 Cetea. - 485 "Jud. Satu Mare" (Dep. II). - 486 Dipşa. - 487 "J ud. Maramureş". - 488 "Maramureş".-
489.49° Rebrişoara (Dep. II). - 491 Rebrişoara (Dep.1). 492 Pr1! og. - 493 Vima Mare
-

M. 1: 3
TAFEL36 Nackenscheibenăxte ohne Schaftro"hrenflugel (Typ B4) Variante Şomcuta (494-49J);
Sarasdu (496-J07)

<===> 507

494.495 Vriu de Sus. - 496 Sălişte. - 497-499 Sarasău. - 5°0 Livada. - 501.502 Panticeu. - 503 Batarci. - 504 Prilog. - 505 SÎrbi.-
506 Domăneşti (Dep.!). 507 Vioara •
-

M. 1: 3
Nackenscheibenaxte ohne Schaftrb'hrenflugel (Typ BJ Variante Rohod (JoS-JIS) TAFEL 37

508-51 2 Prilog. - 51 3 Beltiug. - 5i4 "Jud. Maramureş". - 515-5l1li HoroatuI Cehului


M. 1: 3
TAFEL 38 Nackenscheibenăxte ohne Schaftriihrenflugel (Typ B4) Variante Rohod (JI9-Jj I)

P9.po Domăneşti (Dep.I). - pI.p2 Tîrguşor. - P3 "Transsilvanien". - 524-527 Uioara. - 528.P9 "Transsilvanien". -

530 Uriu de Sus. 531 Suciu de Su�


-

M. 1: 3
Nackenscheibenăxte ohne Schaftrijhrenflugel (Typ BJ Variante Rohod (Jj2-J}4) ; TAFEL 39
Vioara (J3J-J3j)

532

538

532 Şieu. - 533·534 "Jud. Satu Mare" (Dep. II). - 535 Batarci. - 536 Domăneşti (Dep.I). - 537 Domăneşti (Dep.II). - 538 Şanţ. -
#
539 Livada

M. 1: 3
TAFEL40 Nackenscheibenăxte ohne Schaftrb"hrenfliigel (Typ B4) Variante Uioara (/40-/61);
unbestimmte Variante (/62)

C=::::=J 545
<::::J 544

In
c::;:::)
557
0 555

c:::==554

558
�559 <===> 560 561 562
� O

540 Uriu de Sus. - 541.542 Sfîraş. - 543-561 Uioara#- 562 Sighet (Dep.I)
M. 1: 3
Nackenscheibenăxte vom Typ Drqjna (J6j-J6g); Axt vom Typ Larga (Jlo) TAFEL 41

569

5 6 3 -5 6 5 Drajna de Jos. - 5 6 6 Lăpuş. - 5 6 7 Tîrgu Lăpuş. - 5 6 8 Şanţ. - 5 69�,ehem. Jud. Someş". - 5 1° Larga
M. 1: 3
TAFEL42

D E F G H J K L M N O p Q R

3 3

4 4

5 5

11

12
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26llo279
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135 200.283

106 16
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20

J
21

100Km
,
22 22

23 23

22 24
A D E G H J K L M N O P R S

Verbreitung der im vorliegenden Band erfal3ten Sehaftloehăxte aus Rumănien. Die Zahlen entspreehen den im Text und auf den
Tafeln angegebenen Fundnummern, die Buehstaben folgenden Fundorten: HA: Hărman; PA: Pădureni; PE: Peciea; PR:
Parava; SS: Şimleul Silvaniei •
TAFEL43

D E F G H J K L M N o p Q R S
1

3 3

4 4

5 5

6 6

7 7

8 8

11

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24
D E G H J K L M N O P R S

Verbreitung der im vorliegenden Band erfaBten Nackenscheibenaxte. Die Zahlen entsprechen den im Text und auf den Tafeln
angegebenen Fundnummern, die Buchstaben folgenden Fundorten: CR: Cruceni; DB: Dobrocina; DO: Domăneşti; GA:
Gaura; GL: Glod; LA: Lăpuş; LI:Livada; (MA):"Jud. Maramureş"; PR: Prilog� RB:Rebrişoara; RO: �oşiori; SB: Sîrbi;
(SM): "Jud. Satu-Mare"; (SO): "ehem. Jud. Someş"; SR: Sarasău; TG: Tîrguşor; (TU):"ehem. Jud. Turda"; UI: Uioara;
UR:Uriu
TAFEL44

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A Verbreitung der Axte vom Typ Baniabic (. ein Stiick; • mehrere Stiicke); Faj� (O ). - B Verbreitung der Axte vom
Typ Corbasca (. ein Stiick; • mehrere Stiicke); Dumbrăvioara (O)
TAFEL45

A Verbreitung der Axte vom Typ Izvoarele ( • ); Typ Veselinovo (O ein Stiick; .* mehrere Stiicke). - B Verbreitung der
Axte vom Typ Pătulele ( • )
TAFEL46

r
J ..
B

O ) . - B Verbreitung der Axte vom Typ


A Verbreitung der Axte vom Typ Kozarac ( O ); Typ Darabani ( • ); Qstliche Typen ("
Pădureni (. ein Stiick; • mehrere Stiicke); Typ Monteoru (O ein Stiick; * mehrere Stiicke); ® beide Typen im selben
Depot
TAFEL47

)� L!
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'90'"
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A Verbreitung der Axte vom Typ Hajdusamson (. ein Stiick; • mehrere Stiickt; ; Typ Balşa (O ein Stiick; * mehrere
Stiicke). - B Verbreitung der Axte vom Typ Apa-Nehoiu ( • ); Typ Filipeni ( O); Typ Şanţ-Dragomireşti (o ein Stiick;
O mehrere Stiicke)
TAFEL48

�L__ -"'90'"

A Verbreitung der Axte vom Typ Adoni ( O ); Hammerăxte mit zylindrischem M!t cken ( • ); Hammerăxte mit Nackenansatz
(O); Hammerăxte mit achteckigem Nacken ( o ); Hammerăxte mit rundem Nacken ( .. ). - B Verbreitung der Schaftr6hren­
ăxte ( • ); Bruchstlicke unbestimmter Axttypen (O)
TAFEL49

A Verbreitung der Schaftlochăxte aus Siidosteuropa (. ein Stiick; O mehrere St'!tcke); wichtige Kupfererzlagerstătten
('® ). - B Verbreitung der Nackenscheibenăxte aus Siidosteuropa vom Typ A und Bl (. Einzelfund; O Depotfund)
TAFELSO

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A Verbreitung der Nackenscheibenăxte vom Typ Al (. Einzelfund; • Dtf,otfund); Typ A2 (O Einzelfund; O Depot­
fund). -B Verbreitung der Nackenscheibenăxte von Typ BI Var. Szeghalom ( & ); Var. Mezăbereny (. Einzelfund; • Depot­
fund); Var. Ighiel und unverzierte Stiicke der beiden letzteren Varianten (o Einzelfund; O Depotfund); Var. Bikacs-Borleşti
(O ); Var. Iclod ( !Il ); Var. Senta ( • ); unbestimmte Variante (nach J. Werner) ( O ); Gufiform ( G )
TAFEL51

J
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A Verbreitung der Nackenscheibenăxte vom Typ B2 Var. Poroszl6 ( • Einzelfund; Depotfund); Typ Ba Var. Lăpuş (o
Einzelfund; O Depotfund). - B Verbreitung der Nackenscheibenăxte vom Typ Ba Var. Dobrocina ( O Einzelfund; O Depot­
fund); Var. Cehăluţ ( • Einzelfund; • Depotfund)
TAFEL 52

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7.
B

A Verbreitung der Nackenscheibenăxte vom Typ Ba Var. Breb ( O Einzelfu� ; O Depotfund); Var. Tîrguşor ( • Einzel­
fund; • Depotfund). - B Verbreitung der. Nackenscheibenăxte vom Typ B4 Var. Somcuta ( O Einzelfund; O Depotfund)
Variante Sarasău ( • )
TAFEL53

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B

A Verbreitung der Nackenscheibenaxte vom Syp B. Var. Rohod ( o Einzelfund; � Depotfund); Var. Vioara ( • Einzel­
fund; • Depotfund). - B Verbreitung der Nackenscheibenaxte vom Typ Drajna ( • Einzelfund; • Depotfund); Typ
Larga ( + )
TAFEL54

A Verbreitung der Bronzedepots der Gruppe Uriu-Dragomireşti (. nach M. ftusu, mit Ergănzungen vom Verfasser). -
B Verbreitung aller Nackenscheibenăxte vom Typ B. Var. Poroszl6, Typ B., Typ B. und Typ Drajna (. ein Stiick; O mehrere
Stiicke; @ mehr als 10 Axte)
Nackenscheibenaxt mit gedrungener Tiille (Typ BI) Variante Meziibereny (Nachtrag) TAFEL55

303 A Tărian
M. 1: 2
TAFEL56 Nachtrag

370 c

2
B
3210

2710

A Cehălut, Depotfund (370). - B Cristolţul Mare (370). - CI Cruceni (321). - 2 Nehoi (?). - 3 "Jud. Hunedoara". -

4 Mahmudia (271). - 5 Tomeşti (1291


M. 1: 3
Verzierte Nackenkammăxte TAFEL57

239

238 Apa. - 239 Ernei. - 240 Nehoiu. - 246 Măra1ti


M. 1: 2
Verzierte Nackenscheibenaxt ohne Schaftrijhre ( A2)
TAFEL58


2.99 Apa
M. 1: 2.
Verzierte Nackenscheibenăxte ohne Schaftrb"hre (Al; A2) TAFEL59

293

293 Păuliş. - 298 Someşeni


M. 1: 2
TAFEL60 Verzierte Nackenscheibenăxte ohne Schaftro"hre (A2)

300

3°0-3° 1 Gaura
M. 1: 2
Verzierte Nackenscheibenaxt ohne Schaftrijhre (A2) TAFEL61

302 Săpînţa •

M. 1: 2
TAFEL62 Verzierte Nackenscheibenaxte mit gedrungener Tulle (BI)

303 "Turda". - 294 PIăieşti •


M. 1: 2
Verzierte Nackenscheibenăxte mit gedrungener Tiille (El) TAFEL63

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314 "Turda". - 317Roşiori. - 329 Iclod


M. 1: 2
TAFEL64 Verzierte Nackenscheibenăxte mit gedrungener Tiille (El)

315-316 Ighiel
M. 1: 2
TAFEL65

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A Sărata Monteoru (Nr. 283). - B Fajsz, Depot (nach Arch. Ert.). - C Corbasca, Depot (Nr,.40). - D Brno-Lisen, Depot (nach
A. Bendovâ). -E Ostrovul Corbului, Depot 1 (Nr. 44-47). -F Tufa, Depot (Nr. 71, 277). - G Einzelfunde aus der Glina-Siedlung
von Crivăţ (Nr. 72)
M. 1: 3
TAFEL66

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A Schitu-Pîrrgăleşti, Depot (nach D. Berciu) (Nr. 73)' B Ţufalău, Depot (nach A. Mozsolics). C Sfîntu Gheorghe-Ork6,
- -

Siedlungsfund (nach M. v. Roska) (Nr. 52). - D Dragomireşti ;-:J!epot (nach M. v. Roska) (Nr. 262)
M. 1: 3
TAFEL67

Drajna, Depot (Auswahl typischer Gegenstande nach A. Alexandres&) (Nr. 268.279.563-565)


M. 1: 3
TAFEL68

A Rebrişoara, Depot II (nach M. Rusu) (Nr. 256.263.446.489-490). B Hărman, Depot (?) (Nr. 236.292). C Valea lui Mihai,
- -

Depot (nach N. Aberg) (Nr. 257.43�


M. 1: 3
TAFEL69

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A Hajdusamson, Depot (nach A. MozsoJics). B Odobeşti, Grab (?) (Nr. 197)
-

M. 1: 3
TAFEL 70

A Stublo, Depot (Auswah! typischer Gegenstănde, nach V. Antonievicz). - B K6m!c5d, Depot (nach A. Mozsolics).-CKozarac,
Depot (nach C. Truhelka) •

M. 1: 3
TAFEL 71

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A Păuliş, Depot(Nr. 293) . - B Peciea, Depot (Nr. 237,331) .•C Roşiori, Depot(Nr. 317-320)
M. 1: 3
TA FEL 72

4 5

A Szegh alom, Depot (nach A . Mozsolics) . -BBorleşti, A ufbewah rungsgefâ� desDepotfundes (Nr. 185-189)
M. 1: 3
TA FEL73

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A

A Igh iel, Depot (Nr. 315.316) . - B Pusztaszent kirâly, Depot�achA . Mozsolics)


M3. 1:
TAFEL 74

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A Sat uMare, Depot (?) (Nr. 328) . BSăpînţa, Dep�(Nr. 30 2)


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M. 1: 3
TA FEL75

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A Tach lovice, Grab (nach E. Lomborg) . -B St efkowa (ausDepot, nach L Nestor) . -C Dobrocina, Depot(?) (Nr. 344. 375) . ­
DPopeşti, Depot(nach F. Holste) (Nr. 336) . - ESuciu deJos, Depot(?) (Nr. 364. 3�) . - FPoroszl6, Depot(A uswah l t ypisch er
Gegenstănde, nach J. Hampel)
M. 1: 3
TAFEL 76

18

Uriu, Depot(nach M.v. Roska) (Nr. 366-369.494.4\f5.Bo.540)


M. 1: 3
TA FEL77

26

31 32

34 37

Uriu, Depot(nach M. v. Roska) (Nr. 366-369.494.495.530�540)


M. 1: 3
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A LoznaMare, Depot (nach M. v.Roska) (Nr. 348) .-BTîrguşor, Depot (nach Zeich nungenvonM.Rusu) (Nr. 362.363.459. 460 .

M. 1: 3
TAFEL79


A Şanţ, Depot (die Trensen nach M. Rusu) (Nr. 249-252'360 '435'436'453'538. 568 . -B VimaMare, Depot (Nr. 370. 493)
M. 1:3
TA FEL80

Prilog, Depot (nach Zeich nungenvonM.Pet rescu-Dîmboviţa(Nr. 399�40Z.49Z.504.508-5lZ)


M. 1: 3
TA FEL81

A Sarasău, Depot (Nr. 424-429-452. 497-499) . - B Şieu, Depot (nach D.Jtopescu) (Nr. 359.532)
M. 1: 3
TA FEL82

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A Rebrişoara, Depot1 (�ach M. Rusu) (Nr. 441-445.491) . -B Stina, Depot (nach F. Holste; dieAxte nach Zeich nungenvon
M. Petrescu-Dimboviţa) (Nr. 430 -432)-
M. 1: 3
TA FEL83

A "Jud. Sat u-Mare", Depot II (Nr. 455. 485.533.534) . - B Sfăraş, Depot (nfch A rch . Ert .) (Nr. 541. 542)
M. 1: 3
TA FEL84

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Domăneşti, Depot 1, A uswah l t ypisch erStiicke(Nr. 46I. 463. 47I. 474. 477 79. 50 6'F9'520 '536)
M. 1: 3
TA FEL85

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Peneszlek, Depot (nach E. A ndrassy) •

M. 1: 3
TAFEL86

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A Rohod, Depot II (nach T. Kemenczei). - BLivada, Depot (Nr. 377.4�O.�oo.H9)' --4C Nylrbeltek, Depot (nach A. Mozsolics)
M. 1: 3
TAFEL87

Opalyi, Depot (nach A . Mozsolics).


M.I: 3
TAFEL88

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36

Opalyi, Depot (nach A. MozsoJics) •

M. I: 3
TAFEL89

A Prelipce, Depot (Wiederherstellung nach der Literatur; Nr. 5 Zugehorigkeit unsicher) . - B Fundort unbekannt,Mus.Kauf­
beuren(nachZeichnungvonH. Miiller-Karp�
M. 1: 3