Sie sind auf Seite 1von 74

Einführung in die Biomedizinische

Technik
Vorlesungsteil
„Neurochemie/-biologie“

Prof. Dr. H. Stachelberger


Institut f. Verfahrenstechnik, Umwelttechnik
& Techn. Biowissenschaften E166
hstachel@mail.zserv.tuwien.ac.at
Protostomier Deuterostomier

Mollusca Arthropoda Chordata

Annelida

Echinodermata
Nemathelminthes

Plathelminthes

Bilateria
Coelenterata

Porifera

Metazoa
Ciliata
Protozoa Flagellata
Sporozoa Rhizopoda
Eukaryonten

Bakterien, Blaualgen Prokaryonten


Soma-Keimbahn-Differenzierung
(fortpflanzungsfähige Zellen schwarz)
bei den Volvocales

(a) Eudorina elegans: Alle 32 Zellen des Verbandes sind gleichwertig und
totipotent.
(b) Pleodorina illinoisiensis: Vier Zellen am Vorderpol sind somatisch.
(c) Pl. californiensis: Die vordere Hälfte des Verbandes besteht nur aus
fortpflanzungsunfähigen Somazellen.
(d) Volvox globator: In dem überwiegend somatischen Zellverband liegen nur
einzelne Keimzellen.
[Czihak, G., H. Langer u. H. Ziegler: Biologie. Springer 1981. Abb. 3.2a-d, S. 230]
Entwicklungsphasen
und -formen
• Ei
• Juvenil- oder Larvenstadien
• Adultstadien
• Altersstadien
Entwicklungsphänomene
• Zellvermehrung
• Zelldifferenzierung
• Wachstum
• Regulationen
• Regression
Prinzipschema der
Sonderung von Keimbahn
(= 1, Urkeimzellen und Gameten
rot) und Soma (undifferenzierte
Zellen weiß, differenzierte Zelltypen
in verschiedenen Mustern) im Lauf
der ersten Furchungsteilungen (I-V)
bei einem Metazoenembryo

[Czihak, G., H. Langer u. H. Ziegler: Biologie. Springer 1981. Abb. 3.5, S. 231]
Das Leben ist gekennzeichnet
durch eine spezifische,
räumlich-zeitliche Ordnung.
Voraussetzung dafür ist die
koordinierte Funktion
typischer Strukturen.
Für die Koordination von
Organsystemen innerhalb
eines Organismus, der sich nur
langsam an wechselnde
Bedingungen seiner Umgebung
anpassen muss, genügt meist
eine Steuerung mit Hilfe von
Hormonen
(humorale Integration)
Auch für die Steuerung der
Entwicklungsphasen während
der Individualentwicklung
(Ontogenie) eines Lebewesens
haben Hormone eine
herausragende Bedeutung.
Höchste Integrationsleistungen
sind dagegen bei höher
differenzierten Tieren
verwirklicht, die zusätzlich zu
dem (langsamen) hormonalen
ein (schnelles) nervöses
Steuerungssystem besitzen
(neuronale Integration).
Nerven- oder
Ganglienzellen (Neuronen)
nehmen Informationen auf,
speichern und verarbeiten
sie.
Dendrit einer anderen
Nervenzelle

Synapse
Zellkern
Nucleolus
Mitochondrion

Dendrit

Schema einer
Nervenzelle aus
dem Rückenmark
des Menschen
Axon
Markscheide

[Jatzkewitz, H.: Neurochemie. Thieme 1978. Abb. 6, S. 12]


Der Zellkörper (Perikaryon) hat 1, 2
oder viele Fortsätze Æ uni-, bi-,
multipolare Nervenzellen.
Die meist kurzen, dicken, stark
verzweigten Fortsätze (Dendriten) führen
dem Perikaryon die Erregungen zu und
ein sehr langer (Nervenfaser, Neurit,
Axon) leitet sie weiter.
Stufen der Evolution des Nervensystems
[Nauta, W.J.H., & M. Feirtag: Neuroanatomie. Spektrum, Heidelberg 1990. S. 21, Abb. 1.5]

vermittelndes
sensor. Neuron
Neuron (Interneuron)

Muskelzelle sensorisches motorisches motorisches Neuron


Neuron Neuron (Motoneuron)

Ein-Neuronen- Zwei-Neuronen- Drei-Neuronen-


System System System
Längsschnitt durch einen
Polypen bestehend aus
Ektoderm und Entoderm
[Scharf, K.-H., u. W. Weber: Fortpflanzung u.
Entwicklung. Schroedel 1980. Abb. 35.2, S. 35]

Zwei-Neuronen-
System mit
reizaufnehmenden
Neuronen (Sz) und
motorischen
Neuronen (Nz) im
Zwischenraum der
beiden Zelllagen.
Sensorische Neuronen, schematisch

Riechzelle Dehnungs- Hautsinnes- Hörzelle


(Wirbeltier) rezeptor (Krebs) zelle (Wirbeltier) (Wirbeltier)
[Libbert, E.: Allgemeine Biologie. UTB Gustav Fischer 1991. Abb. 6.10, S. 256]
Bei den bilateralen Tieren kommt es im
vorderen Bereich im Zusammenhang
mit den dort entstehenden großen
Sinnesorganen zur besonderen
Konzentrierung von Nervengewebe
(Cephalisation); das Gehirn erhält
übergeordnete, zentrale Steuerfunktion.
Das 5-Bläschen-Stadium (A) als Grundbauplan des
Amphibien- (B) und menschlichen (C) Gehirns
Endhirn Riechnerv

Zwischenhirn Vorderhirn B
Mittelhirn Zwischenhirn
Kleinhirn m. Zirbeldrüse
Mittelhirn
Verlängertes
Mark Kleinhirn

Rücken- Verlängertes Mark


mark mit Hirnnerven Rauten-
grube
A Rückenmark
(abgeschnitten)
Großhirn

Hirnstamm

Kleinhirnsphäre

C
[Jatzkewitz, H.: Neurochemie. Thieme 1978. Abb. 1, S. 2]
Schematische Darstellung des
Zentralnervensystems (ZNS)
[Nauta, W.J.H., & M. Feirtag: Die Architektur d. Gehirns. In „Gehirn Schale d.
u. Nervensystem“. Spektrum, Heidelberg 1984. Abb. 5, S. 94] bleicher Körper
Linsenkerns
(Globus pallidus) u. Schweifkern
Großhirnrinde
(Neocortex) Scheide-
wand
Hippocampus (Septum)
vorderes Vierhügelpaar
hinteres Vierhügelpaar

Kleinhirn (Cerebellum)
Thalamus Streifen-
körper
Mittelhirn

Hinterhirn Hypo-
thalamus
Rückenmark
Hypophysen-
Mandelkern
hinterlappen
Riechfeld
Hypophysen-
Hirnanhangdrüse
vorderlappen
(Hypophyse)
Das zentrale und periphere
Nervensystem und seine
Anordnung und Lokalisation
im Körper

[Jatzkewitz, H.: Neurochemie. Thieme 1978. Abb. 3, S. 7]


Die Elemente des graue
peripheren Nervensystems Substanz weiße
Hinterhorn Substanz
Haut sensible
Nervenfaser
Nerv

Vorderhorn
motorische
Nervenfaser

Endplatte

Muskel

[Jatzkewitz, H.: Neurochemie. Thieme 1978. Abb. 5, S. 11] Rückenmark


Hormonale und neuronale
Steuerung sind miteinander in
vielfältiger Weise verknüpft.
Prinzipien der hormonalen
Steuerung
Der hierarchische Aufbau des Hormonsystems
nervöse
Hypothalamus
Einflüsse
GIF FRF LRF TRF
GRF

Hypophyse

Wachstumshormon FSH Vasopressin


LH PRL TSH Oxytocin

ACTH

Hoden Ovar Schilddrüse Nebenniere Pankreas


Cortex
Testosteron Östrogen Thyroxin Medulla Insulin
Progesteron Glukagon
Parathormon
Calcitonin Corticosteroide

Adrenalin, Noradrenalin
[v. Sengbusch, P.: Molekular- u. Zellbiologie. Springer 1979. Abb. 55.1, S. 519]
Die molekularen Mechanismen
führen zu Effekten, die für
jedes Hormon und das
reagierende Gewebe
spezifisch sind.
Wirkungsweise von Peptidhormonen

[Libbert, E.: Allgemeine Biologie. UTB Gustav Fischer 1991. Abb. 6.9, S. 252]
A generic signalling pathway

Downward, J.: The ins and outs of signalling. Nature 411, 759-762 (2001)
Prinzipien der neuronalen Steuerung
Erregbarkeit ist eine
Grundeigenschaft der
lebenden Systeme, auf
bestimmte Umwelteinflüsse
(Reize) mit vorübergehenden
Veränderungen zu reagieren.
Charakteristisch für Neuronen
ist eine Änderung des
Transmembranpotentials
(elektrisches Potential
zwischen der Innenseite der
Plasmamembran und der
Zelloberfläche).
Fortleitung der Erregung
a) Kontinuierlich an markarmen Fasern
außen
++++ + + + + + + + + + + + + + Membran
+ + ++
Zone im erregte innen
Refraktärstadium Zone
+ ++ +
+ + + + + + + ++ + + + + + + + + + Membran
außen
Fortpflanzungsrichtung
der Erregung

++ -- ++ Markscheide
--
-- ++
++
--
--
++ -- ++ Axon
Schnürring im
Refraktärstadium erregter Schnürring
b) saltatorisch an markhaltigen Fasern
[Libbert, E.: Allgemeine Biologie. UTB Gustav Fischer 1991. Abb. 6.15, S. 263]
Intrazellulär abgeleitete Aktionspotentiale
40 Riesenaxon Skelettmuskelfaser
mV (Kopffüßer Sepia) (M. saltorius v. Frosch)
0

- 40

- 80
0 5 10 0 5 10 ms
Elektroplax
(Zitteraal Electrophorus)
40
Purkinje-Faser
(Hundeherz)
0

- 40 [Libbert, E.: Allgemeine


Biologie. UTB Gustav
Fischer 1991. Abb. 6.12,
- 80 S. 258]

0 5 0 100 200 300 400 500 ms


Nervengewebe
Einzelnes
D Endknöpfchen
pF (Synapse).

M
asS pB
pM
Ss
K sM
K Axon mit
aaS A Markscheide,
Querschnitt
Motoneuron
mit zahlreichen
MS
RS SZ
synaptischen
Endknöpfen, A MS
schematisch
[Libbert, E.: Allgemeine Biologie. UTB Gustav Fischer 1991. Abb. 6.6, S. 242]
Mechanismus der Transmitterfreisetzung an einer
präsynaptischen Endigung

[aus Klinke/Silbernagl: Lehrbuch der Physiologie. Thieme 1994. Abb. 5.3; S.63]
Acetylcholin

Struktur zweier wichtiger


Neurotransmitter

Serotonin

[Nauta, W.J.H., & M. Feirtag: Neuroanatomie. Spektrum, Heidelberg 1990. S. 37-39]


Schematische Darstellung des vesikulären
(axonalen) Transports im Axon einer Nervenzelle

Mitochondrium

Golgi-Apparat
synaptische Endigung
Vesikel Mikrotubulus

Kern

RER

Lysosom Axon multivesikuläres


Körperchen
Zellkörper

[Allen, R.D., & D.G. Weiss: Mikrotubuli als intrazelluläres Transportsystem. Spektrum d. Wissenschaften
April 4/1987, S. 76-85, Abb. 5]
Videomikroskopie von Taxol-stabilisierten
Mikrotubuli und Peroxisomen

1 μm

Video-enhanced contrast microscopy of taxol-stabilized microtubules from bovine brain


and highly purified peroxisomes from rat liver. – a. Binding of isolated peroxisomes to
microtubules in vitro is extremely avid. Note the decoration of microtubules by
peroxisomes along their entire length. – b. Treatment of isolated peroxisomes with
proteinase K (0.33 mg/ml) leads to the loss of binding capacity.
[aus Schrader et al.: European Journal of Cell Biology 69 (1996) 24-35; Abb. 10]
Dendriten
motorische
Moleküle

Mikrotubuli
Vesikel
Mitochondrien

[Coleman M, Bendall K, Keeping your nerves in order, New Scientist 187 (2005) 2514, 31-33]
Problemfelder der modernen
Neurowissenschaft
1. Die Entwicklung neuronaler Leistungen im
frühen Kindesalter sowie deren Störungen
2. Lernprozesse und Mechanismen der
Gedächtnisbildung
3. Wiederherstellung neuronaler Gewebe nach
mechanischen Verletzungen (Regeneration)
4. Behandlung von Depressionszuständen
5. Neurodegeneration (Alterungsprozesse)
ad 1.
Die altersabhängige Entwicklung
neuronaler Leistungen
[Nash, J.M.: Fertile Minds. Time, Feb 10, 1997, pp. 54-62]
Anteil der Organe des Menschen am
Grundumsatz
Organ O2- % des
Verbrauch Ruhestoffwechsels
Mol/Tag
Leber u.
Splanchnicusgebiet 4 25
Gehirn 4 25
Herz 1 6
Niere 1,6 10
Skelettmuskel 2,8 18
Rest 2,6 16
Gesamt 16 100
[Bäßler/Fekl/Lang: Grundbegriffe d. Ernährungslehre. Springer 1979. S. 28]
[Nash, J.M.: Fertile Minds. Time, Feb 10, 1997, pp. 54-62]
[Nash, J.M.: Fertile Minds. Time, Feb 10, 1997, pp. 54-62]
[Nash, J.M.: Fertile Minds. Time, Feb 10, 1997, pp. 54-62]
ad 1.
Störungen dieser Entwicklung

Beispiele:
¾ Synophthalmie (Cyclopie)
¾ Autismus (?)
¾ Dyslexie (?)
Synophthalmie (Cyclopie)
Die Augenanlagen sind fusioniert. Es bestehen
zusätzlich schwere Defekte, die auf die zugrunde
liegende Schädigung der “Mittellinienstrukturen”
des Neuralrohres zurückgehen.

[aus SADLER: Medizinische Embryologie, Thieme 1998, S. 377]


Zur möglichen Ursache
des Autismus

SUPERIOR OLIVE
FACIAL NUCLEUS

HYPOGLOSSAL
CEREBELLUM MEDULLA NUCLEUS

NORMAL BRAIN BRAIN STEM OF


STEM PERSON WITH AUTISM
[Rodier, P. M.: The early origins of autism. Scientific American 282 (Feb. 2000) 2, 38-45]
Dyslexia: Lost for words
Thanks in part to brain-imaging technology, researchers are
now homing in on the root cause of dyslexia. But research
into strategies for treating the condition is still in its infancy

During reading, persistently poor readers (right) use similar brain areas to
normal subjects (left), most notably in the back of the brain (bottom of images),
although with markedly less success. Dyslexics who have to some extent
overcome their disability (middle) show a different pattern of activity.

Nature 425, 340 - 342 (25 September 2003); doi:10.1038/425340a


ad 2.
Lernprozesse und Gedächtnisbildung
Klassen von Lernvorgängen:
• Gewöhnung (Habituation)
• Prägung
• Ausbildung bedingter Reflexe
• Instrumentelle oder operative
Konditionierung
• Lernen durch Nachahmung
• Lernen durch Einsicht
Ausbildung eines bedingten Reflexes

a Unbedingter
Speichelreflex
b Optischer Reiz bleibt
unbeantwortet
c Ausprägung des
bedingten Reflexes
d Bedingter
Speichelreflex

[Libbert, E.: Allgemeine Biologie. UTB Gustav Fischer 1991. Abb. 6.18, S. 267]
Formen des Gedächtnisses
(mit unterschiedlichen
Mechanismen)

• Kurzzeitgedächtnis (KZG)
• Langzeitgedächtnis (LZG)
• Mittelzeitgedächtnis (??)
• sensorische Gedächtnis (??)
Signs of learning – Demonstration of brain activity alteration
in the course of learning by means of Positron Emission
Tomography (PET).

By imaging the brains of human subjects as they learned to trace a maze with a pen, the
researchers were able to see activity shifts in different brain regions as different elements of
learning the skill came to the fore – such as reducing pauses and errors, then doing the task
faster. From the first (left) to the sixth (right) maze-learning trial, activity in right pre-motor
cortex (1) and parietal areas (3, 4) drops, while supplementary motor area (2) and primary
motor cortex (6) activity increase.
[Barinaga, M.: The Anatomy of Learning. Science 274 (1996) 5293, pp. 1612-0]
ad 3.
Regeneration von Nervengewebe nach
mechanischen Verletzungen
Von den aus der Wirbelsäule
austretenden peripheren
Nerven werden die
Körperfunktionen gesteuert.
Störungen in distinkten
Bereichen der Wirbelsäule (z.B.
Bandscheibendefekte) führen
zu einer Beeinträchtigung der
zugehörigen Körperfunktionen.

[McDonald, J. W.: Repairing the damaged spinal cord.


Scientific American 281 (Sept. 1999) 3, 54-63]
Disinhibition with anti-inhibitory antibodies
basal membrane
Schwann cells tube

Peripheral nerve bridge graft

Schwann cells or other normal cells

Train of target-type minigrafts

Chemical trail of neurotrophic factor

Grafting genetically engineered trophic


factor-secreting cells or local gene transfer

Induction of endogenous trophic factor


production
Axonal Damage Distance to
Target
Origin Zone be covered

Artificial bridges
[Olson, L.: Nature Medicine 3 (1997) 12, 1329-1335]
ad 4.
Das Drogenproblem und die
Behandlung von
Depressionszuständen
[Nash, J.M.: Addicted. Time, May 26/1997, pp. 46-52]
[Nash, J.M.: Addicted. Time, May 26/1997, pp. 46-52]
[Nash, J.M.: Addicted. Time, May 26/1997, pp. 46-52]
Mit Hilfe von PET-Imaging kann gezeigt werden, dass bei erblicher
Depression eine Veränderung der Gehirnstruktur einhergeht.

[Gorman, Ch.: Anatomy of melancholy. Time 149 (1997) 19, 45]


Prozac

Zoloft

Paxil

Elavil

[Lemonick, M.D.: The Mood Molecule. Time, Sept. 29/1997, pp. 54-63]
[Lemonick, M.D.: The Mood Molecule. Time, Sept. 29/1997, pp. 54-63]
ad 5.
Neurodegeneration
(Alterungsprozesse)
In Alzheimer‘s patients cell adhesion molecules break down while the beta amyloid protein
builds up. Synapses become tangled and clogged, unable to receive or transmit messages.
Drugs like tacrine and aricept work by boosting the levels of neurotransmitters – and the
sensitivity of their receptors – in the brain. This allows some biochemical messengers to
break through the wall of plaques to reach the receiving synapse.
[Geary, J.: A Trip Down Memory‘s Lanes. Time, May 5/1997. pp. 40-47]
Effects of Purifying and Adaptive Selection on Regional
Variation in Human mtDNA
Science, Volume 303, Number 5655, Issue of 9 Jan 2004, pp. 223-226

Eduardo Ruiz-Pesini,1 Dan Mishmar,1 Martin Brandon,1,2 Vincent Procaccio,1 Douglas C.


Wallace1*

A phylogenetic analysis of 1125 global human mitochondrial DNA (mtDNA)


sequences permitted positioning of all nucleotide substitutions according to
their order of occurrence. The relative frequency and amino acid conservation
of internal branch replacement mutations was found to increase from tropical
Africa to temperate Europe and arctic northeastern Siberia. Particularly highly
conserved amino acid substitutions were found at the roots of multiple
mtDNA lineages from higher latitudes. These same lineages correlate with
increased propensity for energy deficiency diseases as well as longevity.
Thus, specific mtDNA replacement mutations permitted our ancestors to
adapt to more northern climates, and these same variants are influencing our
health today.
1Center for Molecular and Mitochondrial Medicine and Genetics, University of California, Irvine, CA
92697-3940, USA.

2 Information & Computer Science, Institute for Genomics & Bioinformatics, University of California,
Irvine, CA 92697-3425, USA.
• Durch Anhäufung und Ablagerung von Amyloid beta-peptid
(A-beta) im Gehirn, entstehen die für die
Alzheimerkrankheit charakteristischen Plaques.
• Durch diese Verklumpungen sterben wichtige Nervenzellen
ab und das Gedächtnis sowie andere Hirnleistungen lassen
stark nach.
• Das Protein BACE1 hat eine entscheidende Bedeutung bei
der Entstehung von Alzheimer.
• BACE1 schneidet zusammen mit einer anderen Protease
aus einem Vorläuferprotein das Amyloid beta-peptid (A-
beta) heraus.
Ein möglicher Therapieansatz für die Behandlung
der Alzheimerkrankheit wäre eine Reduzierung des
Proteins BACE1, sodass A-beta gar nicht erst
entsteht.

Die Forscher um Prof. Dr. Christian Haass


und Dr. Michael Willem von der Ludwig-Maximilian-
Universität in München entdeckten zusammen mit
ihren Kollegen vom Max-Delbrück-Centrum in
Berlin, dass BACE1 notwendig für die Bildung der so
genannten Myelinscheide ist.

Diese Myelinscheide isoliert die Nervenfasern,


sodass Signale schnell entlang der Faser
weitergeleitet werden können.
Nervenfortsätze im Querschnitt

Nervenfortsätze sind von einer dicken Myelinschicht umgeben (A


und B). Ohne das Enzym BACE ist diese wichtige Hülle erheblich
reduziert (C und D).

"Control of Peripheral Nerve Myelination by the β-Secretase BACE1", Willem M, Garratt AN, Novak
B, Citron M, Kaufmann St, Rittger A, Saftig P, DeStrooper B, Birchmeier C and Haass Ch,
Sciencexpress/ 21.09.2006/www.sciencexpress.org/10.11626/science.1132341
Eine Therapie der Alzheimerkrankheit durch die
Reduzierung von BACE1 wäre ein viel
versprechender Ansatz.

Möglich wird er, weil die Bildung der Myelinscheide


während eines kurzen Zeitraums nach der Geburt
stattfindet.

Bei Erwachsenen ist dieser Vorgang weitgehend


abgeschlossen und BACE1 könnte reduziert werden.
(New York, New York, September 18, 2006) – A new study directed
by Mount Sinai School of Medicine has found that moderate red
wine consumption in a form of Cabernet Sauvignon may help
reduce the incidence of Alzheimer’s Disease (AD).
The study entitled “ Moderate Consumption of Cabernet
Sauvignon Attenuates β-amyloid Neuropathology in a Mouse
Model of Alzheimer’s Disease” is in press, and will be published in
the November 2006 issue of The FASEB Journal. The breakthrough
study will also be presented at the “Society for Neuroscience
Meeting” held in Atlanta, Georgia, October 14-18, 2006.“